Bärbel von Ottenheim

Bärbel von Ottenheim

weiblich 1430 - 1484  (54 Jahre)

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  • Name Bärbel von Ottenheim 
    Geboren 1430  Ottenheim Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht weiblich 
    Wohnort Schloss Buchsweiler Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Gestorben 1484  Hagenau, FR Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Hagenau
    • Nach dem Tod Jakobs von Lichtenberg 1480 wurde sie von den Erben zunächst aus dem Schloss Buchsweiler geworfen und dann unter dem Vorwurf der Hexerei in der Stadt Hagenau eingekerkert. Die Erben des Jakob von Lichtenberg, Graf Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch und Graf Philipp II. von Hanau-Lichtenberg, verwendeten sich beim Rat der Stadt für ein Todesurteil. Vermutlich ging es darum, an das Vermögen der Bärbel von Ottenheim zu gelangen. Eine andere Möglichkeit ist, dass damit in der spannungsreichen Situation im Vorfeld der Bauernkriege ein „Bauernopfer“ gegenüber den Untertanen dargebracht werden sollte, da die Mätresse weitgehenden Einfluss auf die Regierung gehabt hatte und beim Volk verhasst gewesen sein soll. Bevor es zu einem Urteil kam, verstarb Bärbel im Gefängnis; die Todesursache blieb ungeklärt. Gerüchte über Mord und Selbstmord waren unvermeidlich.
    Personen-Kennung I21772  Reise in die Geschichte / Journey into the history / Voyage dans l'histoire
    Zuletzt bearbeitet am 21 Apr 2020 

    Familie Graf Jakob von Lichtenberg (zu Lichtenau),   geb. 25 Mai 1416,   gest. 5 Jan 1480  (Alter 63 Jahre) 
    Verheiratet Typ: Mätresse, unverheiratet 
    Notizen 
    • Das Paar hatte 2 Kinder die in jungen Jahren verstorben sind.
    Zuletzt bearbeitet am 21 Apr 2020 
    Familien-Kennung F11231  Familienblatt  |  Familientafel

  • Ereignis-Karte
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    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Fotos Mittelalter
    Bärbel von Ottenheim
    Bärbel von Ottenheim
    Sculpture, Barbe d'Ottenheim, photographie sur papier salé, Musée d'art moderne et contemporain de Strasbourg.

    Bild: Charles David Winter - navigart.fr/mamcs - Foto ca. 1860
    © Gemeinfrei

  • Notizen 
    • Bärbel von Ottenheim (* 1430 in Ottenheim bei Lahr; † 1484 in Hagenau) war die Mätresse des Jakob von Lichtenberg, Vogt der Stadt Straßburg.

      Biographie
      Charles-David Winter, „Bärbel von Ottenheim“, Foto, ca. 1860
      Bärbel von Ottenheim wurde als Tochter eines Bauern (nach anderen Angaben: eines Bäckers) geboren. Berühmt wurde sie durch zwei Faktoren: Zum einen wurde sie die Geliebte des letzten Herrn von Lichtenberg, Jakob von Lichtenberg. Zum andern wurde eine berühmte Porträtbüste mit ihr identifiziert. Nach dem Tod Jakobs von Lichtenberg 1480 wurde sie von den Erben zunächst aus dem Schloss Buchsweiler geworfen und dann unter dem Vorwurf der Hexerei in der Stadt Hagenau eingekerkert. Die Erben des Jakob von Lichtenberg, Graf Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch und Graf Philipp II. von Hanau-Lichtenberg, verwendeten sich beim Rat der Stadt für ein Todesurteil. Vermutlich ging es darum, an das Vermögen der Bärbel von Ottenheim zu gelangen. Eine andere Möglichkeit ist, dass damit in der spannungsreichen Situation im Vorfeld der Bauernkriege ein „Bauernopfer“ gegenüber den Untertanen dargebracht werden sollte, da die Mätresse weitgehenden Einfluss auf die Regierung gehabt hatte und beim Volk verhasst gewesen sein soll. Bevor es zu einem Urteil kam, verstarb Bärbel im Gefängnis; die Todesursache blieb ungeklärt. Gerüchte über Mord und Selbstmord waren unvermeidlich.

      Portraitbüste
      Eine berühmte Porträtbüste – wohl eine Sibylle – der Spätgotik / Frührenaissance von Niclaus Gerhaert van Leyden wurde mit Bärbel von Ottenheim identifiziert. (Das Pendant, ein älterer Mann mit wallendem Vollbart – wohl eine Prophetendarstellung –, wurde für Jakob von Lichtenberg gehalten). Beide Figuren zierten ursprünglich das Portal der Neuen Kanzlei in Straßburg und schauten aus zwei Fenstern einander zu. Erstmals in Daniel Specklins „Collectaneen“ wurde das Paar 1587 als Bärbel und Jakob beschrieben und erlangte eine gewisse Bekanntheit. Von beiden Büsten ist jeweils nur der Kopf erhalten, es existieren Abgüsse aus Gips, die vor 1870 angefertigt wurden.

      Die Büsten haben selbst eine bewegte Geschichte. Sie wurden beim Abbruch des Rathauses nach der Französischen Revolution in die Stadtbibliothek gebracht. Diese wurde im Deutsch-Französischen Krieg 1870 durch preußische Artillerie zerstört. Die Büsten galten als verschollen. 1915 wurde der Prophetenkopf in der Sammlung des Hanauer Geschichtsvereins wiederentdeckt. Man hatte den stark ramponierten Kopf bis dahin für die Darstellung eines antiken Satyrn gehalten. Vermutlich hatte ihn ein Soldat nach 1870 in Kenntnis der Verbindung Herrschaft Lichtenberg / Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach Hanau mitgebracht. Der Verein gab das wertvolle Stück an das Straßburger Museum zurück. 20 Jahre später wurde auch der Kopf der Sibylle in der Pfalz wiederentdeckt und vom Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main angekauft.[1] Die Originale befinden sich heute im Musée de l’Œuvre Notre-Dame in Straßburg (Jakob)[2] und im Liebieghaus (Bärbel).[3] In einer gemeinsamen Ausstellung beider Museen über Niclaus Gerhaert wurden beide Köpfe 2011/2012 erstmals wieder zusammen ausgestellt.[4]

      Nachwirkungen
      Nach Bärbel von Ottenheim ist eine Gemeinschaftsschule in Schwanau benannt[5]. Ottenheim ist heute ein Ortsteil von Schwanau in Baden-Württemberg.

      Auch in der Literatur hat ihr Schicksal Niederschlag gefunden:
      Hermine Maierheuser: Bärbel von Ottenheim. Historischer Roman von 1939
      Otto Flake: Schön-Bärbel von Ottenheim. Berlin 1937 (Novelle)

      Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Bärbel_von_Ottenheim