Graf Gaudenz von Matsch

Graf Gaudenz von Matsch

männlich 1453 - 1504  (51 Jahre)


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  • Name Gaudenz von Matsch
    • Letzter männlicher Spross der von Matsch..
    • Matsch, andere Schreibweisen auch Maetsch, Mätsch, Metsch bzw. Mazzo (ital.) ist ein altes schweizerisch-österreichisches Adelsgeschlecht. Die Herkunft ist ungeklärt, entweder aus dem oberen Veltlin aus dem Ort Mazzo oder als Seitenlinie der Herren von Tarasp. Der Stammsitz der Herren von Matsch waren die Burgen Ober- und Untermatsch im Matscher Tal. 1297 eroberten sie die wenige Jahrzehnte zuvor erbaute bischöfliche Churburg bei Schluderns im Vinschgau und machten diese zu ihrem Stammsitz. Zeitweise waren die Herren von Matsch eine der mächtigsten Adelsfamilien im Vinschgau und im heutigen Graubünden.
      Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Matsch_(Adelsgeschlecht)
    Titel Graf
    Geburt 12 Mrz 1453 
    • oder um 1436
      Es gibt wie so oft unterschiedliche Angaben..
    Geschlecht männlich
    Beruf / Beschäftigung 1478 bis 1482  Tirol, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Landeshauptmann von Tirol 
    Beruf / Beschäftigung 1486 
    Hofmeister und Feldhauptmann im Venetianerkrieg 
    Titel (genauer) Grafschaft Kirchberg, Baden, DE Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Graf zu Kirchberg 
    Besitz Die Familie Trapp, seine Schwester Barbara heiratete Jakob II. von Trapp, übernahm, zunächst nicht ganz unumstritten, die Erbschaft der Matscher. 
    Tod 27 Apr 1504 
    Personen-Kennung I54598  Reise in die Geschichte / Journey into the history / Voyage dans l'histoire
    Zuletzt bearbeitet am 8 Nov 2024

    Vater Graf Ulrich IX. von Matsch,   geb. 1419   gest. 1489 (Alter 70 Jahre)
    Mutter Gräfin Agnes von Werdenberg-Sargans
    Eheschließung Datum unbekannt 
    Familien-Kennung F26599  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 1  
    Notizen 
    • Gaudenz war Vater dreier unehelicher Töchter und eines unehelichen Sohns. Zwei dieser Halbgräfinnen verheiratete er 1488 in einflussreiche Familien aus Glarus: Margaretha von Matsch wurde Gattin des Hans Tschudi, Sohn des gleichnamigen Landammannes, und Barbara von Matsch wurde die Gemahlin des Hans Stucki (Sohn des Pannerherrn Rudolf Stucki). Der uneheliche Sohn war der Vater des berühmten Astronomen und Mathematikers Georg Joachim Rheticus und wurde 1528 als Stadtarzt von Feldkirch hingerichtet.
    Kinder 
     1. Margaretha von Matsch
    +2. Barbara von Matsch
    Familien-Kennung F26597  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 8 Nov 2024

    Familie 2 Ippolita Simonetta
    Eheschließung 1749  [1
    Familien-Kennung F26598  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 7 Nov 2024

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsBeruf / Beschäftigung - Landeshauptmann von Tirol - 1478 bis 1482 - Tirol, Österreich Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (genauer) - Graf zu Kirchberg - - Grafschaft Kirchberg, Baden, DE Link zu Google Earth
     = Link zu Google Earth 
    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Wappen, Siegel, Münzen
    Matsch - Wappen
    Matsch - Wappen
    Wappen der Vögte von Matsch Scheibler'sches Wappenbuch 1450–1480

    Das Wappen derer von Matsch weist in Silber drei querliegende (2:1) blaue Adlerflügel auf. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein rotes und silbernes nach innen gekehrtes Hifthorn mit Fesseln in verwechselten Farben. Es ist unter der ursprünglichen Schreibweise «MAeTSCH» auf der Zürcher Wappenrolle zu finden.

    Bild: Wikipedia; verschiedene unbekannte Künstler - Bayerische Staatsbibliothek Cod.icon. 312 c 1450 - 1480
    © Gemeinfrei

  • Notizen 
    • Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Gaudenz_von_Matsch

      Gaudenz' Geburtsjahr ist nicht belegt. „Bedenkt man jedoch, dass Ulrich IX. und seine Gemahlin Agnes sich 1435 vermählten, Gaudenz aber 1454 schon an einem Turnier teilnahm, so lässt sich dasselbe zumindest annähernd feststellen“.[2] Man vermutet 1436 als wahrscheinliches Geburtsjahr.[3] Seine Eltern waren Ulrich IX. Graf von Matsch (1419–1481; Graf von Kirchberg sowie Landeshauptmann in Tirol) und Agnes Gräfin von Kirchberg († 1472; Gräfin von Werdenberg-Sargans).

      In Beschreibungen findet man Gaudenz „eher als leutseligen, ritterlichen und tapferen Junker, denn als distanzierten und glatten Höfling“.[4] Durch seine Erziehung am Hof Sigmunds von Österreich war er auch schon in jungen Jahren viel gereist, lernte den Umgang mit großer Gesellschaft und nahm an ritterlichen Kampfspielen teil.[5]

      Gaudenz' Heimat und Stammburg waren das obere Vinschgau und die Churburg, die sich seit 1297 im Besitz der Matscher befand.[6] Seine politische Tätigkeit begann er in der Verwaltung des Familienbesitzes im Prättigau auf der Burg Castels. Finanzielle Engpässe und das Kalkül, sich bei Erzherzog Sigmund gewogen zu machen, veranlassten Gaudenz, Teile seines Besitzes an diesen abzutreten und nur noch die Pflegschaft über diese auszuüben. Sigmund machte ihn am 30. Juni 1478 zum Hauptmann an der Etsch und Burggrafen auf Tirol. Bis 1482 bewegte er sich im Dienste Sigmunds an dessen Hof und auf Botschaftsreisen. Am 22. Juni 1482 musste er von der Hauptmannschaft an der Etsch wegen Kompetenzüberschreitungen zurücktreten.[7]

      Er begab sich in den Dienst des Herzogs von Mailand. Kontakt zu diesem bestand bereits seit 1479, als er sich mit Hippolyta, der Tochter des Mailänder Kanzlers Cecco Simonetta, vermählt hatte. Aber bereits ab 1485 war er wieder am Hof Sigmunds aktiv, wurde im Jahr darauf zum erzherzöglichen Oberhofmeister ernannt und bekam am 5. März 1487 die Vogtei Feldkirch überschrieben. Im Kriegszug 1487 gegen Venedig war er als oberster Feldhauptmann an der Einnahme der venezianischen Festung von Rovereto (30. Mai 1487) beteiligt. Von König Maximilian wurde er im gleichen Jahr für den Fall, dass Sigmund kinderlos sterben sollte, als Gubernator und Landeshauptmann aller Lande Sigmunds vorausbestimmt.[8]

      Ab dem 15. August 1487, nur 5 Tage nach der Schlacht bei Calliano, erfolgte sein Sturz im Zusammenhang mit der Affäre der sogenannten „Bösen Räte“, die von Kaiser Friedrich III. und König Maximilian für den hochverräterischen Ausverkauf habsburgischen Besitzes an die Herzöge von Bayern verantwortlich gemacht wurden.[9]

      Gaudenz zog sich auf seine verbliebenen Besitzungen in Graubünden zurück. Wie auch die anderen verbannten Räte suchte er die Unterstützung der Eidgenossenschaft zur Aufhebung des Bannes und der Rückgewinnung ihrer Besitzungen. Diese Auseinandersetzungen, im konkreten Fall des Gaudenz von Matsch die Situation im Vinschgau und Prättigau, führten letztendlich zum Schwabenkrieg.

      Gaudenz starb 1504 als Letzter seines Geschlechts. Die Familie Trapp übernahm, zunächst nicht ganz unumstritten, die Erbschaft der Matscher.[11]

      Besonderheiten
      Der mit 1576 datierte Pilgerbericht des Friderich Steigerwallder über Gaudenz' abenteuerliche Pilgerreise nach Jerusalem im Jahr 1470 befindet sich im Archiv der Churburg im Vinschgau.

    • Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016880/2009-10-29/

      Version vom 29 Okt 2009
      Autorin/Autor: Paul Eugen Grimm

      * 12.3.1453, ✝︎ 27.4.1504, ab 1496 auch Bürger von Luzern. Sohn des Ulrich IX. (1481) und der Gräfin Agnes von Werdenberg-Sargans. ⚭ 1479 Ippolita Simonetta, Tochter des Cicco, Kanzler des Herzogs von Mailand. Glaudenz von Matsch war der Letzte in der langen Reihe der Vögte von Matsch. 1471-1478 residierte er als Herr im Prättigau auf der Burg Castels, zeitweise am Hof in Innsbruck. 1478-1482 war er Landeshauptmann von Tirol, 1486-1487 erzherzoglicher Hofmeister. 1487 wurde er durch Kaiser Friedrich III. wegen Untreue und Verleumdung in die Acht gesetzt. Für Graubünden war der in österreichischen Diensten stehende bzw. bis 1496 in Castels in Verbannung lebende Gaudenz von Matsch aufgrund seiner vielen Kontakte sehr wichtig, auch wenn er zusehends verarmte.

  • Quellen 
    1. [S27] Historisches Lexikon der Schweiz.
      https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016880/2009-10-29/