- Bern als treibende Kraft hinter dem anti-burgundischen Bündnis versuchte vergeblich, die Eidgenossenschaft dazu zu bewegen, nach der Schlacht bei Grandson den geschlagenen Burgundern nachzusetzen und die Waadt zu besetzen. Selbst als Karl bereits in Lausanne wieder ein neues Heer sammelte und sich offensichtlich für einen neuen Feldzug gegen Bern rüstete, versagten die Eidgenossen jeder Präventivaktion ihre Unterstützung. Als symbolische Massnahme wurden rund 1000 Mann unter dem Hauptmann und späteren Zürcher Bürgermeister Hans Waldmann in die Stadt Freiburg gelegt. Für den Fall, dass der Herzog von Burgund in ihr Gebiet einfallen sollte, erhielt die Stadt Bern aber die Zusicherung, dass weitere eidgenössische Truppen ihr zu Hilfe kommen würden. Am 14. Oktober 1475 willigte Freiburg i. Ue. auf das Drängen der Berner ein (gegen den Rat der Eidgenossen), zusammen mit Bern die Stadt Murten zu besetzen. Bereits am folgenden Tag standen Bern und Freiburg vor Murten. Bern forderte von Murten, sich freiwillig zu ergeben und «Berner» zu werden. Andernfalls müssten «sy darumb liden dass inen an Lib und Gut übel keme». Auf das Versprechen von Freiburg, dass Murten selbständig bleiben dürfe, wenn es sich ergebe, gaben die Murtener ihren Widerstand auf, forderten jedoch, dass nur eine Besatzung von Freiburgern unter dem Kommando von Wilhelm Perrotet stationiert werde. Nach der Schlacht bei Grandson stationierte Bern eine Garnison von 1500 Mann unter Adrian I. von Bubenberg in der gut befestigten Stadt, um die dort stationierte Freiburger Garnison zu unterstützen. Damit waren beide Wege nach Bern, über Freiburg und Murten, für Karl vorläufig gesperrt. Ohne eine Belagerung einer der beiden Städte war Bern nicht zu erreichen. Auf diese Weise war sichergestellt, dass bei einem Angriff auf Bern genügend Zeit für einen Zuzug der Eidgenossen zur Verteidigung der Stadt zur Verfügung stehen würde.
Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Murten
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