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1
(Ich denke der Schreiber obiger Fussnote hat sich um zwei Generationen vertan. Erst die Ehefrau ihres Enkels Johann Josef Jakob, die Maria Anna Ursula Gisler, war eine Tochter des Maximus Gisler und der Anna Maria Roth ??
Ein Ehepaar gleichen Namens das zwei Generationen früher gelebt hat ist im Stammbuch nicht zu finden. ms)

Vergl: https://stammler-genealogie.ch/getperson.php?personID=I16984&tree=StammlerBaum 
Gisler, Katharina (I18031)
 
2
23. Landammann, Johannes Fries

Johannes Fries, von Altdorf, Landammann 1463—1467, 1469—1471, 1476—77, 1485—1487; j nach 1491.
Die Familie Vrieso oder Fries stammt ursprünglich aus Ursern und siedelte im 14. Jahrhundert nach Schattdorf und später nach Altdorf über.
Vorerst war Johannes Fries Landschreiber bis zu seiner Wahl in die Regierung 1462; in diesem Jahre sass er neben Bruder Klaus in einem Schiedsgericht zu Stans zur Schlichtung eines Spans zwischen dem Kloster Engelberg und der Pfarrei Stans. Von 1462 bis 1488 vertrat Fries seinen Kanton als Tagsatzungsgesandter auf eidgenössischen Zusammenkünften und Konferenzen. Seine Gattin, Margret der Frowen, war die Tochter des Pannermeisters Werner, und f 23. Mai 1503 laut Rechnung der Kanzleibruderschaft am Grossen Münster in Zürich. Alt Landammann Fries zog um 1490 nach Zürich. Die Tochter Elsa ward Landammann Andreas von Beroldingen angetraut und Dorothea heiratete f Hans Jakob Grebel, Landvogt zu Grüningen, 1499—1512.

Wappen:, in Silber zwei stehende, gekreuzte rote Halbmonde; Helmzier: goldener Hirsch mit rotem, sechszackigem Geweih. Das Wappen kommt mit diesen Tinkturen auch in K. F. Schmids Wappenbuch von 1822 vor.

Als Vorsteher des Landes besiegelte Fries u. a. das Urteil des Fünfzehner- Gerichtes vom 4. Februar 1467 um ein Gut „Metlen" zu Spiringen (Pfarrlade Spiringen), die Urkunde vom 8. Dezember i486 über die Mess-Stiftung in Silenen des Landammann Andreas von Beroldingen, die Schenkung des Willy Rütiner an die Frühmesspfründe in Altdorf, vom 16. März 1487. Die Papier-Urkunde über den Rechtsspruch wegen einer Gadenstatt in Spiringen vom 24. Mai 1476 (Pfarrarchiv Spiringen) ist „versiglet mit iohansen Friesen vnsers land Ammans zuo vre insigel". Das Siegel hat 26 mm Durchmesser, der Wappenschild misst 12 auf 10 mm. Der Text auf dem Schriftband lautet: ,,s °iohanis°fries ° (Siegel-Abb. 80).
Weitere, von Altammann oder Statthalter Fries besiegelte Urkunden befinden
sich im Talarchiv Ursern (Entscheid vom 21. Juni 1467 wegen eines Waldes zu Schmidigen; Streitvermittlung vom 8. Juni 1484 zwischen dem Tal Ursern und der Abtei Disentis), im Kirchenarchiv Erstfeld (Abkurung der Tochterkirche Erstfeld
von der Mutterkirche Altdorf, vom 23. Mai 1477), und im Staatsarchiv Luzern (Kundschaftsbrief vom 23. Juli 1463 — Akten Weggis —, Kundschaftsbrief vom 28. Februar 1466 — Akten Zürich, Polizei). 
Fries, Landammann Johannes (I516)
 
3
Andreas von Beroldingen 
*um 1440 , +10.3.1510, Landmann von Uri, in Altdorf (UR). Sohn des Niklaus, Landvogts, und der Margaretha von Mentlen. ∞ 1) Elisabeth Fries, Tochter des Johannes Fries, 2) Barbara Zurenseller, von Schattdorf. Der nach eigener Aussage des Schreibens unkundige B. besass Güter in Altdorf, Schattdorf und Erstfeld sowie die umfangreiche Stammliegenschaft der Familie in Seelisberg. Viele Kirchen des Landes wurden von ihm mit Stiftungen gefördert. B. war der Führer der Urner in den Burgunderkrkriegen und tat sich 1477 vor der Berner Obrigkeit als Sprecher des Saubannerzugs hervor, bevor ihn die Urner gleichen Jahres zum Landammann wählten. Dieses Amt bekleidete er 1477-79, 1487-90, 1496-99 und 1505-07. Er vertrat Uri 1478-1508 an den Tagsatzungen. Sein Hauptinteresse galt der ennetbirg. Politik, der er sein ganzes öffentl. Wirken unterordnete. Uri verdankt ihm den endgültigen Erwerb der Landvogtei Leventina, wo er nach seiner ersten Landammannszeit als Landvogt waltete (1481-83). Aufgrund seines Einsatzes auf Tagsatzungen und durch militär. Auszüge konnte bis 1500 für die Urschweizer Stände ferner die Herrschaft über Blenio, Riviera und Bellinzona gewonnen werden. 1509 ergriff B. Partei für Matthäus Schiner und machte sich um das Zustandekommen des Bündnisses zwischen Papst Julius II. und der Eidgenossenschaft verdient. Zum Dank liess ihm der Papst 1510 ein persönl. Belobigungsschreiben zukommen und verlieh ihm vermutlich auch den St. Silvesterorden.

Literatur
– E. Bizozzero, Andreas von B., 1935 
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus dem Historischen Lexikon der Schweiz: http://mobile.hls-dhs-dss.ch/m.php?article=D15488.php 
von Beroldingen, Landammann & Hauptmann Andreas (I5332)
 
4
Arnold, Johann Anton (von Spiringen)
um 1598 Altdorf (?), 11.4.1663 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri, 1654 Aufnahme ins Bürgerrecht von Luzern, in Altdorf. Sohn des Walter, Ratsherrn. ∞ 1) Magdalena von Beroldingen, Tochter des Heinrich, 2) 1644 Maria Apollonia Schmid, Tochter des Jost Dietrich, Ratsherrn und Hauptmanns in königl. franz. Diensten. Hauptmann in span. Diensten, Besitzer der Turmburg Rudenz in Flüelen. 1637 Zeugherr, 1648-50 Landvogt im Thurgau, 1651-53 Landesstatthalter, 1653-55 Landammann, 1655 Pannerherr. 1639-52 Tagsatzungsgesandter. Von der Stadt Luzern bestellter Schiedsrichter im Bauernkrieg, 1656 Vertreter Uris beim Frieden mit Bern und Zürich. Mitglied der span. Partei in Uri, Gefolgsmann von Oberst Sebastian Heinrich Crivelli.

Literatur
– F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
– Kdm UR 2, 1986, 104
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15484.php

 
Arnold von Spiringen, Landammann Johann Anton (I7790)
 
5
Attinghausen [Schweinsberg], Werner II. von

geboren wohl vor 1255, gestorben 13.8. zwischen 1322 und 1329. Sohn Werners I. ∞ Margretha. Ritter, 1288 Herr zu Wartenstein. Nach 1288 hauptsächl. in Uri tätig. A. gehörte bereits 1290 zu den Führern der Urner Politik und trat als solcher verm. beim Bündnis vom Aug. 1291, sicher jedoch beim Vertrag desselben Jahres mit Schwyz und Zürich in Erscheinung. Spätestens 1294 war A. Landammann von Uri, welches Amt er wahrsch. bis zu seinem Tode innehatte.

Literatur
– GHS 4, 11-49
– R. Sablonier, «Innerschweizer Gesellschaft im 14. Jh.», in Innerschweiz und frühe Eidgenossenschaft 2, 1990, 16 f.
– Stadler, Uri 1

Autorin/Autor: Hans Stadler

Quelle: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15487.php

 
von Attinghausen (von Schweinsberg), Landammann Werner II (IV) (I6597)
 
6
Attinghausen, Johannes von

1330 in Zürich erstmals erw., gestorben 7.7.1358/59. Sohn von Werner II. ( -> 3). Vetter von Thüring ( -> 2), Ritter, verschwägert mit den Fam. von Simpeln, Rudenz und Friberg. A. bewohnte die Stammburg in A., verfügte über beachtl. Grundbesitz, mehrere Wettinger und Fraumünsterlehen sowie zahlreiche Leibeigene; zudem betätigte er sich im Viehhandel und Solddienst. Ab 1337 besass er den Reichszoll in Flüelen gegen die Verpflichtung zur Heerfolge. Spätestens 1331-58/59 war A. Landammann von Uri: Er schlichtete 1331 den Krieg zwischen Ursern und der Leventina, schloss 1338 einen Zollvertrag mit Mailand zur Förderung des Gotthardtransits und war 1350 an der Grenzregulierung zwischen Uri und Schwyz beteiligt. Mit Rudolf Brun von Zürich setzte er sich besonders für die Bildung der achtörtigen Eidgenossenschaft ein. 1351 wurde auf sein Betreiben der zentrale Alpenraum zwischen Disentis, dem Goms und dem Monte Piottino (Leventina) in den Hilfskreis des Zürcher Bundesbriefs aufgenommen. 1354 wird A. als Rektor des Oberwallis erw. Ob er noch aktiv auf die 1359 erfolgte Ablösung der umfangreichen Rechte und Einkünfte der Zisterzienserklöster Wettingen, Rathausen, Kappel und Frauenthal in Uri hinwirkte, ist unsicher. Das Verhältnis zwischen A. und dem Urner Volk war zwar gespannt; die These vom gewaltsamen Sturz und der Zerstörung der Burg A. wird von der neueren Forschung aber abgelehnt. A. gehört zu den hervorragenden polit. Persönlichkeiten der sich bildenden achtörtigen Eidgenossenschaft und zu den frühen Förderern des Gotthardpasses.

Literatur
– GHS 4, 11-49
– R. Sablonier, «Innerschweizer Gesellschaft im 14. Jh.», in Innerschweiz und frühe Eidgenossenschaft 2, 1990, 22 f.

Autorin/Autor: Hans Stadler

Zitat aus:: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15486.php

 
von Attinghausen, Landamman Johannes (I10437)
 
7
Bericht über die Grafen von Toggenburg im Appenzeller Kalender: https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=apk-002:1968:247::184 
von Toggenburg, Graf Diethelm (I11709)
 
8
Bessler, Johann Heinrich Emanuel (von Wattingen)
1625 (?) , 29.12.1684 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri. Sohn des Johann Kaspar, Hauptmanns in span. Diensten, und der Maria Elisabeth Bodmer. Bruder des Johann Karl Emanuel ( -> 6), Schwager des Karl Franz Schmidund des Johann Anton Arnold. ∞ 1) um 1648 Maria Magdalena, Tochter des Landammanns Sebastian Peregrin Zwyer von Evibach, 2) um 1661 Maria Ursula Schmid, Tochter des Jost Dietrich, Ratsherrn und Hauptmanns in franz. Diensten. B. stieg in königlichen span. Diensten zum Hauptmann auf, war 1660-84 Tagsatzungsgesandter, 1670-72 Landvogt im Rheintal, 1668 Landessäckelmeister, 1677-81 Zeugherr, 1682-84 Pannerherr, 1683-84 Landammann (im Amt verstorben).

Literatur
– F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15495.php

 
Bessler von Wattingen, Landamann Johann Heinrich Emanuel (I7782)
 
9
Bessler, Johann Karl (von Wattingen)
1641 , 12.4.1702 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri. Sohn des Johann Karl Emanuel ( -> 6). ∞ Maria Anna von Beroldingen, Tochter des Karl Konrad von Beroldingen. 1669-80 Landschreiber, 1680-83 Landessäckelmeister, 1684-86 Landvogt zu Lugano, 1686-1702 Pannerherr, 1687-89, 1693-95 und 1699-1701 Landammann, 1687-1701 Tagsatzungsgesandter. Anlässlich seiner Wahl zum Pannerherrn liess B. rund 1'000 Personen festlich bewirten. Führer der span. Partei in Uri, u.a. dank seiner Verwandtschaft mit Karl Konrad von Beroldingen. B. bezog von 1689 an auch franz. Jahrgelder. 1690 führte er als Oberst ein span. Regiment nach Oberitalien, das 1700 entlassen wurde.

Literatur
– F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15497.php

 
Bessler von Wattingen, Landammann & Ritter Johann Karl (I7739)
 
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Bessler, Johann Karl Emanuel (von Wattingen)
um 1615 , 30.11.1681 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri. Sohn des Johann Kaspar, Hauptmanns in span. Diensten. ∞ Maria Barbara von Roll, Tochter des Karl Emanuel von Roll. Hauptmann in königlichen span. Diensten, reicher Gutsbesitzer. B. verteilte die span. Pensionsgelder. Urner Landesstatthalter 1659-61, Landammann 1661-63 und 1675-77. Während seiner Amtszeit wurde 1675 der Vertrag zwischen den drei inneren Orten und dem Kloster Einsiedeln über das Gymnasium in Bellinzona abgeschlossen. Tagsatzungsgesandter 1661-81, Pannerherr 1663.

Literatur
– F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin

http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15496.php

 
Bessler von Wattingen, Landammann Johann Karl Emanuel (I7762)
 
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Bessler, Karl Alfons (von Wattingen)
8.4.1671 Altdorf (UR), 26.2.1742 Altdorf, kath., Landmann von Uri. Sohn des Johann Karl ( -> 5). ∞ 1696 Maria Helena Crivelli, einzige Erbin des Otto Friedrich, Obersten und Dolmetschers in span. Diensten. Seine militär. Laufbahn in span. Diensten begann B. als Oberstwachtmeister im Regiment seines Vaters, 1703-06 Oberstleutnant im Regiment Püntener. 1725 warb er für Kg. Philipp V. ein Regiment von 3'200 Mann, 1730 wurde er zum Brigadier befördert. 1699 Wahl zum Urner Landesfürsprecher, gemeineidg. Gesandter nach Wien 1700-01, Pannerherr 1702-42, Landammann 1711-13 und 1738-42, Landvogt im Thurgau 1720-22. Ritter des St.-Jakob-Ordens, Exponent der span. Partei in Uri und einflussreicher Politiker innerhalb der kath. Eidgenossenschaft. Bedeutender Militärunternehmer und einer der reichsten Urner seiner Zeit, Wohltäter von Klöstern und Kirchen.

Archive
– StAUR, Teile des Nachlasses
Literatur
– F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15498.php 
Bessler von Wattingen, Landammann Karl Alfons (I7736)
 
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Biografie Peter a Pro

Landammann und Ritter Peter a Pro (ca. 1507—1585), Sohn des Ratsherrn Jakob a Pro, ursprünglich von Livinen, und der Adelheid im Ebnet.14) Sein Vater erwarb das Urner Landrecht im Mai 1513 und amtete, als Handelsmann reich geworden, als Landvogt in Baden. Peter a Pro bildete sich in Freiburg im Breisgau bei Glarean 1535, amtete 1542 als Landschreiber in Lugano und trat dann in französische Kriegsdienste auf den Schlachtfeldern in Piémont ein. Der Kampf ging gegen Spanien und den Kaiseser. Der junge Leutnant hatte als Oberst Wilhelm Fröhlich aus Solothurn, als Kameraden Lux Ritter aus Luzern und Jost ab Yberg aus Luzern. Die Truppen der Schweizer unterstanden damals, 1554, dem legendären und ruhmbedeckten Marschall de Brissac. Schon im April 1543 hatten Jakob a Pro und sein Sohn Peter vom französischen König einen Wappenbrief bekommen.15) Peter übernahm das Kommando im Regiment des Obersten Hans Hug, von Luzern, Herr von Heidegg, als dieser 1557 gestorben war.16) Die grosse Sorge der eidgenössischen Feldobersten blieben die dauernde Geldnot der französischen Krone und die riesigen Soldrückstände an Offiziere und Knechte. Oberst Peter a Pro war kleinwüchsig, aber tapfer und zuverlässig oder, wie Marschall de Brissac formulierte «petit de corps, et gros de Coeur». Der Friede zwischen Frankreich und Spanien von 1559 betraf vor allem Piémont und wurde auf diplomatischer Ebene gelöst. Der neue Herzog von Savoyen, Philibert Emmanuel von Sa- voyen, sollte Margaretha von Valois, die Schwester des französischen Königs Heinrich II. heiraten und der spanische König Philipp II. Elisabeth von Valois, deren Schwester. Als König Heinrich II. 1559 starb, dachte Oberst a Pro vor allem an die Soldfdforderungen gegenüber der Krone Frankreichs. Dann kehrte er nach Hause zvirück, im Jahre 1563, nachdem schon nach einem Jahr auch König Franz II. von Frankreich gestorben war. Für beide Könige hatte bekanntlich ihre Mutter, Katharina von Medicici, regiert. Der nach Uri heimgekehrte Oberst betrieb vor allem Korn- und Weinhandel und verlegte seinen Wohnsitz vorübergehend nach Vignaccia bei Locamo. Nach dem Tode seines Vaters trat Peter a Pro in die Regierung von Uri ein, ritt über 50 mal an Tagsatzungen, bis ihn die Landsgemeinde von 1565 als Landesstatthalter berief. Von 1567 an amtete er fünfmal als Landammann und auch als Landeshauptmann. Das Schloss a Pro erstand 1556—1558 unter seinem Vater. Oberst a Pro fügte noch die Kapelle an. Landammann Peter a Pro begründete mit seinem Testament, das sog. Fideikomiss, eine wertvolle und grosse Stiftung zugunsten armer Waisenkinder14), die heute noch besteht. Seine Töchter und Söhne heirateten in die Familien der Schmid, Püntener, Imhof, von Beroldingen und Planzer, die eigene Gattin entstammte der Familie zum Brunnen.17) 

Ob das Schwert Peter a Pros 1651, anlässlich der Uebertragung der Gebeine des Katakomben-heiligen Gregorius oder schon früher der Landeskapelle in der Jagdmatt zu Erstfeld als Weihegeschenk anvertraut wurde, lässt sich nicht nachweisen. Aber seit der Renovation von 1790 wird es dort, unter der mensa des Hochaltars, in dem gläsernen Sarg des hl. Gregorius, der vom Landammann Jost Anton Müller gestiftet wurde, aufbewahrt und hält so die Erinnerung an einen der bedeutendsten urnerischen Feldobersten und Staatsmänner wach. Wohl hatte Peter a Pro zu Lebzeiten auch politische Gegner, wie vor allem den kaiserlichen Agenten, Ritter Walter von Roll18), und heute noch gibt es merkwürdigerweise Missgünstige, die sogar seiner Fideikomissgründung unlautere Motive unterschieben wollen. Aber das Andenken an den grossen Wohltäter, der in der Zeit der katholischen Reform an der Seite des Schweizerkönigs Ludwig Pfyffer von Luzern und zusammen mit dem hl. Karl Borromäus tapfer mitgekämpft hatte, wird vom Urnervolk noch immer hochgehalten, obschon die Familie, nach einem meteorartigen Aufstieg, in der männlichen Linie schon 1588 erloschen ist. 
von Pro (a Pro), Landammann Peter (I2622)
 
13
Burg Helfenstein (Geislingen an der Steige)

Die Burg Helfenstein ist die Ruine einer um 1100 von Eberhard von Helfenstein erbauten Spornburg oberhalb der Stadt Geislingen an der Steige im baden-württembergischen Landkreis Göppingen.

Geografische Lage
Der felsige 610 m ü. NN hohe Bergsporn bot ausreichende Wohnfläche und Sicherheit. Zudem konnte von dort aus der Verkehr durch das Filstal zur Albhochfläche kontrolliert werden.

Geschichte
Die Burg war Stammsitz der Grafen von Helfenstein, die aus der Gegend stammten und in Verbindung mit den Stauferkaisern Bedeutung erlangten. Nach der Entstehung von Territorialherrschaften besaßen sie gegen Mitte des 14. Jahrhunderts ein weitgehend zusammenhängendes Gebiet um die Städte Geislingen, Heidenheim, Blaubeuren und Wiesensteig.

1382 fiel die Burg als Pfand an die Reichsstadt Ulm, die sie im Jahr 1396 gänzlich kaufte. In Anpassung an die Entwicklung der Feuerwaffen wurde die Anlage anschließend erweitert und zu einer Festung ausgebaut. Auf dem Bergrücken in Richtung Weiler wurde ein Bollwerk errichtet, und um die alte Burganlage baute man Zwingermauern mit Rondellen. Außerdem wurde die Geländeterrasse des „Unteren Wiesle“ und der felsige Vorsprung des Ödenturms in die Verteidigungsanlage miteinbezogen. Die Vorderburg um die beiden Felsen war Sitz des von den Ulmer Zünften gestellten Burgvogts und wurde zu einer Festung gegen schweren Artilleriebeschuss ausgebaut. Kernstück war der alles überragende „Darliß“ als Geschützturm. Im westlichen Teil der Burganlage wurde der gräfliche Wohnbau (Palas) zu einem bequemen Haus für den patrizischen Vogt umgebaut.

Im Zweiten Markgrafenkrieg fiel die Burg in der Karwoche des Jahres 1552 ohne Belagerung in die Hände des Markgrafen von Ansbach, Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach. Den Ulmern gelang es jedoch noch im August des gleichen Jahres, die feindliche Besatzung nach mehrtägigem Beschuss – hauptsächlich mit schweren Steinkugeln – zur Rückgabe der Anlage zu zwingen.

Nach der Rückeroberung schleiften die Ulmer ihre eigene Festung. Wald überzog den Bergrücken, bis durch eine Grabung unter der Leitung des Heimatforschers Georg Burkhardt von 1932 bis 1938 die Grundmauern wieder freigelegt wurden. Textliche Aufzeichnungen aus der Zeit um 1550 über die Gebäude und das Inventar der Burg erleichterten die Deutung der ausgegrabenen Reste. Bildliche Darstellungen nach dem Originalbau oder gar Pläne aus der Zeit ihres Bestehens sind nicht überliefert.

Beschreibung
Insgesamt sind von der früheren Burg noch Reste der Befestigungsmauern und einiger Gebäude erhalten, die in Teilen restauriert wurden. Im unteren und oberen Burghof befinden sich jeweils Zisternen.

Innerhalb der Mantelmauer der Kernfestung ist heute auf einem Felsen ein Aussichtspunkt eingerichtet, der vom oberen Burghof über Treppen und eine Holzbrücke erreichbar ist. In der Wand eines früheren Torhauses der Hauptburg sind ein Steinrelief mit dem Wappen der Helfensteiner sowie eine Gedenktafel eingelassen, die an die Ehe des Grafen Ulrich V. von Helfenstein mit der Herzogin Marija Kotromanic von Bosnien erinnert, die von 1356 bis 1396 auf der Burg lebte.[1]

Am Standort des früheren Palas steht heute ein rund neun Meter hoher rechteckiger Aussichtsturm mit einer ostseitig angebauten Burgschenke. Von hier bietet sich ein sehr guter Blick auf Geislingen an der Steige und die umliegenden Höhenzüge der Schwäbischen Alb.

Zugang zur Burg
Die Burganlage ist von einem unterhalb von Weiler an der Kreisstraße K 1441 gelegenen Parkplatz aus über einen Wirtschaftsweg und eine neuere Stahlbrücke, die an der Nordostecke der Burg errichtet wurde, barrierefrei erreichbar. Weitere Zugänge sind über Fußwege an der Westseite und über die alte Holzbrücke an der Südostecke der Anlage.

Weiteres
Von 1983 bis 2012 fand auf der Burg jährlich das Helfensteinfestival, eine Musikveranstaltung (Genre Rock/Punk) statt. Die Ruine ist seit 1997 eine bedeutende Sehenswürdigkeit an der Straße der Staufer.[2]

Mehr unter obenstehendem Link.. 
von Helfenstein (I11703)
 
14
Charakterisierung Werner von Attinghausen aus Schillers „Wilhelm Tell“

Die hervorragendste Gestalt unter den Adeligen ist der edle Bannerherr Werner von Attinghausen. Nach Tschudis Chronik war er bei der ersten Gesandtschaft zugegen, die die Waldstetter im April 1301 an König Albrecht sandten und er „allen anderen Schweizern durch die Würde des wohl erhaltenen Adels übertraf“. In unserem Drama repräsentiert Attinghausen den Teil des Adels, der sich mit dem Volk innerlich verbunden weiß, in Übereinstimmung mit demselben denkt und fühlt. Wir sehen ihn in patriarchalischer Einfachheit mit seinen Knechten den Frühtrunk teilen, ehe er sie an ihre Arbeit schickt. Sonst hat er seine Untertanen im Dienste des Kaisers in Schlachten angeführt und an ihrer Spitze tapfer gefochten. Jetzt schmachtet er mit ihnen gemeinsam unter dem Druck der Vögte.

Er, der sich des stolzen Bewusstseins erfreute, selbst Herr zu sein und keinem fremden Herrn zu dienen, sieht jetzt mit Schmerz, wie viele andere seines eigenen Standes dem Vaterland untreu werden. Attinghausen blickt mit Kummer auf seine Güter, die nach seinem Tode in fremde Hände übergehen sollen. Kein Wunder, dass die neue Zeit dem 85-jährigen Greis in keiner Weise behagen will. Seinem Ende geht er hoffnungslos entgegen. Durch seinen Tod ist es ihm zwar nicht vergönnt, die Sonne des neuen Freiheitstages zu erblicken, doch schaut er wenigstens in seine Morgenröte. Wilhelm Tells mutige Tat und das Bündnis von Fürst, Stauffacher und Melchtal auf dem Rütli, beides sie eröffnen ihm den Blick in eine glanzerfüllte Zukunft der Schweizer. Und so kann er, innerlich gestärkt und reichlich getröstet, in Frieden aus der Welt scheiden. Nur die Bekehrung seines Neffen Ulrich von Rudenz erlebt er nicht mehr.

Quelle: http://www.friedrich-schiller-archiv.de/charakterisierung/tell-figuren/charakterisierung-attinghausen-aus-schillers-wilhelm-tell/ 
von Attinghausen (von Schweinsberg), Landammann Werner II (IV) (I6597)
 
15
Crivelli, Sebastian Heinrich
um 1670 , 18.9.1737 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri, Bürger von Luzern und Rapperswil (SG). Sohn des Sebastian Balthasar, Ratsherrn. ∞ Maria Anna Eva Schmid von Böttstein, Tochter des Johann Karl, Hauptmanns. Hauptmann im Regiment Bessler in span. Diensten, Besitzer der Herrschaft Zufikon, die er 1718 an Johann Arnold Heimann aus Obwalden verkaufte. Gutsbesitzer und Rentner. 1712 Urner Ratsherr, 1721-25 Landesstatthalter, 1725-27 Landammann, 1725-32 Tagsatzungsgesandter, Säckelmeister des Geheimen Rats.

Archive
– StALU, Teilnachlass
Literatur
– M.-C. von Fischer-Reichenbach, Die Casa Crivelli in der Schweiz, 1947
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15512.php 
Crivelli, Landammann Sebastian Heinrich (I7818)
 
16
Das Ehepaar hatte 7 Kinder, 6 Töchter und 1 Sohn 
Familie F1317
 
17
Das Geschlecht Dittli:
Michael (Vater?) war Landmann von Uri Anno 1501, er zahlte fürs Landrecht jedem Landmann Gl 4. 
Dittli, Balthasar des Raths (I5282)
 
18
Das Kollaturrecht in Sattel wurde der Familie Reding, bzw. Rudolf von Reding und seinem Sohne Recta, von Papst Bonifaz IX. (1389-1404) im Jahre 1400 verliehen, nachdem sie unter dem Titel der Hl. Dreifaltigkeit, der Heiligen
Maria und Katharina in der Leutkirche auf dem Sattel einen Altar gestiftet hatten. Die Familie überließ aber 1589 das Patronats- und Präsentationsrecht den Kirchgenossen von Sattel gegen eine jährliche Gedächtnisfeier, die heute noch gehalten wird. Ital der Aeltere siedelte schon im Jahre 1400 nach Oberarth über. Dieser Ital d. Ae., einer der Größten aus dem Hause Reding, erscheint in der Geschichte des Standes Schwyz und der Eidgenossenschaft von 1412-1447. Als Landammann und Tagsatzungsbote leitete er von 1412-1444 die schwyzerische Politik fast ununterbrochen als Standeshaupt und trug in der eidgenössischen Politik bleibende Erfolge für das Land davon.

So amtete Ital am 17. März 1413 als Schiedsrichter in den Streitigkeiten zwischen den Freien von Rhäzüns und dem Bischof von Chur. Weiter schlichtete Ital den Streit zwischen den Freiherren von Rhäzüns und dem Grafen Hans von Sax-Misox. 1448 trat er als Mittler im Krieg Savoyens und Berns gegen Freiburg auf. In den Urkantonen trat Ital Reding sehr selbständig auf, denn Schwyz nahm in den Jahren 1416-1417 an den Landrechten von Luzern, Uri und Unterwaiden mit den Wallisern nicht teil und stellte sich im Raronkrieg auf die Seite Rarons. 1448 wurden für den verstorbenen Pfarrer von Nuolen zwei Nachfolger eingesetzt.
Der Generalvikar von Konstanz entschied sich am 27. September des gleichen Jahres für Heinrich Geißinger, der von Schultheiß und Rat von Rappetswil
zu Recht als Pfarrer von Nuolen eingesetzt worden war, und empfahl Ital Reding, den andern Kandidaten abzuweisen. Auch außenpolitisch spielte Ital d. Ae. eine bedeutende Rolle. Im Jahre 1414 war er Abgeordneter der Eidgenossenschaft an das Konzil von Konstanz, wo er vor der Versammlung der Kirchenfürsten eine lateinische Rede hielt.20 1417 hieß Ital König Sigismund in Luzern im Namen des Standes Schwyz willkommen. Er begleitete den König nach Schwyz, Einsiedeln und Zürich bis nach Konstanz. In Schwyz übertrug ihm Sigismund die March als Lehen. Bei diesem königlichen Verleihungsakt handelte es sich nicht um ein Mannlehen eines zusammenhängenden Gebietes, sondern nur um einzelne Lehen von Kirchensätzen, Gefällen, Höfen und dergleichen, die dem Lande Schwyz überlassen wurden. Unter March ist auch nicht eine geschlossene Lehensherrschaft zu verstehen. Sie entspricht in keiner Weise dem heutigen Bezirk March im Kanton Schwyz. Die March besaß übrigens in jener Zeit weder Siegel noch Wappen. Die schriftliche Bestätigung dieses Lehensaktes erfolgte jedoch erst am io. Februar 1424 in Ofen. Zugleich erwarb Reding am 6. Februar 1424 die Schirmvogtei über das Kloster Einsiedeln. Bei der Kaiserkrönung Sigismunds in Rom 1433 vertrat Ital d. Ae. die Eidgenossenschaft.

Im alten Zürichkrieg spielte Ital die führende Rolle auf Schwyzerseite. So nabm er 1436 gleich die Obermarch in Besitz, schloß samt Glarus Landrechte mit Toggenburg, Uznach und Gaster und erreichte 1438 die Verpfändung der Landschaften Uznach und Gaster an Schwyz und Glarus. Im Jahre 1440 leitete er den Krieg gegen Zürich und erfocht bei Freienbach und auf dem Sihlfelde vor Zürich glänzende Siege. 1443 zog er nochmals vor Zürich und im Jahr darauf stand er vor Greifensee. Wir glauben kaum, daß man Ital die alleinige Verantwortung für den Mord von Greifensee zuschreiben kann, da diesem Blutbad doch alle beteiligten Eidgenossen zustimmten.

Als letzten staatsmännischen Akt sollte er das Urteil im Streit des Ammanns, Rates und der Bürger der Stadt Zug mit Ulrich von Hertenstein, Schultheiß von Luzern, fällen. Doch starb Ital d. Ae. vor Beendigung dieses Prozesses, so daß sein Sohn diese Angelegenheit am 26. September 1449 in Ordnung brachte. 
Reding von Biberegg, Ital der Ältere (I5704)
 
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Der 100. Landammann von Uri (Amtsperiode 171) - Johann Josef Florian Scolar

Johann Josef Florian Scolar, in Altdorf, Landammann 1742—1744, geboren 18. November 1683, Sohn des Landvogts Johann Franz und der Anna Katharina Arnold, ✟ 1. Februar 1759.

Gattin: Anna Josefa Mayr von Baldegg, Tochter des Junker Bernhard, ✟ 1758.

Die Familie stammt aus der obern Leventina, von Fiesso. Anton Scolar, Wirt zum Adler in Altdorf, Sohn des Walter Anton, Statthalter zu Livinen, ist der Stammvater dieses Geschlechtes in Altdorf, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts hier ausstarb; er erhielt 1644 das Urner Landrecht.

Wappen: In Blau schwarzer Adler mit Ölzweig und einer Schlange in den Fängen.

Im Wappenbuch der Straussengesellschaft in Altdorf figuriert Hauptmann Johann Franz« Scolar 1676 mit vorstehender Wappendarstellung; als Kleinod krönt der - Adler den Helm. Das Wappen von Landammann Scolar ist in Medaillonform auf Konsole, unter Krone, mit zwei Greifen als Schildhalter, und ein solches aus dem Jahre 1742 hat silbernes Feld, der Adler hält auch eine Schlange im Schnabel.

Die Landsgemeinde 1701 wählte Scolar zum Landschreiber, welches Amt er bis zum Jahre 1736, seiner Wahl zum Landesstatthalter (1736—1742), versah. Den Kanton Uri vertrat er als Tagsatzungsgesandter 1735, als Ehrengesandter nach Bellenz 25. August bis 18. September 1730 und 1735, und als Landvogt der Riviera 1714, zu Bellenz 1716 und im Rheintal 1738.

Im Militärdienste rückte er bis zum Grade eines Hauptmanns vor. In der Schlacht bei Villmergen 1712 wurde Scolar schwer verwundet. Er bewohnte den südöstlich vom damaligen Zeughause gelegenen Herrensitz — heute Verwaltungsgebäude des Elektrizitätswerkes Altdorf. Infolge des Livineraufstandes erlitt er an seinen tessinischen Besitzungen so grosse Verluste, dass seine Kinder 1764 das väterliche Haus verkaufen mussten.

Ich konnte zwei verschiedene Siegel, deren sich Scolar bediente, feststellen; sie unterscheiden sich hauptsächlich durch die Grösse.
1. Ovalsiegel von 19 x 15 mm, mit dem Wappen (Adler), unter fünfzackiger Krone, von 2 Greifen als Schildhalter begleitet. Das Belegexemplar ist an einer Handschrift vom 9. Oktober 1710 ab „Axenberg" in Sisikon, der Tannerpfründe (Kirchenarchiv Altdorf) gehörend (Abb. Nr. 74).
2. Ein Rundsiegel von 1743 in meiner Sammlung misst 3,3 cm im Durchmesser. Der Ovalschild von 15 X 9 mm zeigt den gekrönten Adler mit einer Schlange im Schnabel, den Ölzweig und eine Schlange jn (jen Fängen, unter grosser Krone, und mit Greifen als Schildhalter (Abb. Nr. 75).

Quelle:  
Scolar, Landammann Johann Josef Florian (I18430)
 
20
Der 101. Landammann von Uri (Amtsperiode 172 & 181) - Johann Franz Martin Schmid

Johann Franz Martin Schmid, von Altdorf, Landammann 1744—1746 und 1762—1764, ✟ 27. Dezember 1777.

Derselbe gehörte der 2. Linie „ob der Kirche" an,ward am 17. April 1706 geboren als Sohn des Landammanns Karl Franz (Nr. 94) und der Rosa Genoveva Schmid von Bellikon; er begab sich frühzeitig in französische Kriegsdienste, vorerst als Leutenant in der Kompagnie Scolar des Regimentes Afri, und befehligte als Hauptmann eine eigene Kompagnie im Regiment Diesbach und sodann im Regiment Seedorf. Heimgekehrt ward Joh. Franz Martin Schmid Landschreiber, trat 1731 als Säckelmeister in die Regierung; Statthalter 1742—1744. Von 1731 bis 1772 sehen wir ihn als Ratsboten und Gesandten auf Konferenzen und Tagsatzungen. In den Jahren 1755 und 1756 bekleidete Schmid das Amt eines
Landvogtes in den obern freien Ämtern. Zu wiederholten Malen sandte ihn die Landsgemeinde als Ehrengesandten nach Lifenen, Bellenz, Lauis und Luggarus. Er war einer der drei verordneten Herren über die Schulen, Kastenvogt der Abtei Seedorf und des Frauenklosters zum obern hl. Kreuz in Altdorf und gehörte den sieben Verordneten zur Kirche in Altdorf an.

Gattin: Maria Anna Rosa Christina Dominika Bessler von Wattingen, Tochter des Landammann, Oberstbrigadier Karl Alfons und der Helena Crivelli. — Zwei Söhne, Karl Franz und Anton Maria, gelangten ebenfalls zur höchsten Landeswürde,
und die Tochter Maiia Anna Rosa ehelichte Landammann Karl Thaddäus Schmid.

Joh. Franz Martin Schmid wurde „der geliebte Hauptmann" geheissen; er war ein richtiger Landesvater und Guttäter aller Bedrängten, gross von Wuchs und noch im 70. Jahre ein schöner, imponierender Herr.

Im Wappenbuch der Straussenbruderschaft in Altdorf ist Schmid mit seinem Wappen und jenem seiner Frau verewigt.

Landammann Schmid führte ein Rundsiegel von 34 mm Durchmesser, das im Schild von 16 X 15 mm, mit Bär als Kleinod, das gevierte Wappen weist: 1 und 4: Lilie auf blauschraffiertem Grunde, 2 und 3 : Bär, auf punktiertem Grunde. Belege: Gült vom 30. Oktober 1744; Mann- und Kunkellehenbrief um Grundbesitz des Klosters Seedorf vom 23. Juni 1737 (Abb. Nr. 76).

Quelle:  
Schmid von Uri, Landammann Johann Franz Martin (I7734)
 
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Der 102. Landammann von Uri (Amtsperiode 173) - Friedrich Alfons Bessler von Wattingen

Friedrich Alfons Bessler von Wattingen, in Altdorf, Landammann 1746—1748, f 1754; Sohn des Oberstbrigadiers und Landammanns Karl Alfons und der Helena Margratha Crivelli, geb. 2. September 1703.

Im Jahr 1749 nahm er seinen Abschied aus den spanischen Kriegsdiensten und zog sich in die Heimat zurück, wo er bereits 1748 von der Familie Schmid von Bellikon das Haus an der Herrengasse in Altdorf, beim alten Zeughause, erworben hatte.

Friedrich Alfons Bessler war von der Landsgemeinde 1746 als Landammann gewählt, ebenso als Pannerherr, und vertrat seinen Heimatkanton an Konferenzen und Tagsatzungen von 1746—1749. Dem Landrate gehörte er schon früher an.

Gattin: Maria Magdalena Schmid, Tochter des Landammann Jost Anton und der Anna Maria Stricker. — Ein Sohn, Karl Alfons, folgte seinem Vater als Landammann; zwei Töchter heirateten Landammänner, nämlich h riederika : Karl Franz Müller und Maria Ester: Franz Sebastian Crivelli.

Im Wappenbuch der Straussengesellschaft ist Bessler unterm Jahr 1737 eingetragen als Oberst und Ratsherr.

Das Rundsiegel von 3,5. cm Durchmesser (Belegexemplar in Holzkapsel an Gült von 1748 aus meiner Sammlung) zeigt unter grosser Krone einen Ovalschild von 19 x 16 mm, mit dem Wappen der Bessler von Wattingen (Abb. Nr. 77).

Quelle:  
Bessler von Wattingen, Landammann Johann Friedrich Alfons (I18425)
 
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Der 13. Landammann von Uri (Amtsperiode 14) - Heinrich von Beroldingen

Heinrich Beroldinger, in Seelisberg, Landammann 1426—1431; † nach 1446.
Der Name „Beroldinger" wird 1257 erstmals urkundlich erwähnt. Stammvater dieser Familie ist Heinrich, vermählt mit Margareth Tammann, von Luzern, welcher den Ruhm seiner Familie begründete. Auf zahlreichen Tagsatzungen vertrat er Uri von 1426—1439, war 1426 beim Friedensschluss mit Mailand, 1433 eidgenössischer Schiedsrichter im Streite zwischen dem Land Appenzell
mit St. Gallen, und 1444, nach der Schlacht bei St. Jakob an der Birs, beim Abschluss des Friedens mit dem Dauphin Ludwig von Frankreich. Es gelang Heinrich Beroïdinger, das Land durch Loskauf vom Fraumünster vollständig unabhängig zu machen.

Wappen: in Gold ein blauer, mit zwei goldenen Sternen belegter, schwarz gesprängter Reichsapfel.

Heinrich Beroldinger hat nach den gemachten Feststellungen immer denselben Siegelstempel verwendet: Rund-S von 3 cm; Umschrift in 4 mm hohen gotischen Minuskeln: * sigillum heinrici beroldinger. Im Rundschild von r5 x 12 mm ist der Reichsapfel mit 2 Sternen (Siegel-Abb. 50).

Belege: Urkunde No. 398 und 400 des Staatsarchives Schwyz, vom 9. März und 23. April 1437 (Schiedsspruch der 19 eidg. Boten zwischen Zürich und dem Grafen von Toggenburg einerseits und den Ländern Schwyz und Glarus anderseits), Urfehde des Marti Truk, vom 5. Januar 1426 (Staatsarchiv Luzern), Gerichtsspruch wegen einem Haus in Spiringen, vom 5. Juni 1427 (Staatsarchiv Uri, No. 104], Gerichtsurteil vom 28. Juni 1428 betreffend Alprecht in Ursern des Anton Spilmatter von Wassen (Talarchiv Ursern).

Quelle:  
von Beroldingen, Landammann Heinrich (I5114)
 
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Der 19. Landammann von Uri (Amtsperiode 26) - Arnold Hofer

Arnold Hofer, von Altdorf, Landammann 1447—1449.

Dieses ursprünglich von Bauen stammende Geschlecht aus dem 14. Jahrhundert ist mit P. Magnus, Kapuziner, 1692 in Uri ausgestorben.

Wappen: in Schwarz über Dreiberg ein silberner Kreis (vermutlicher Ausdruck für „Hof").

In Uraniens Gedächtnistempel wird das Wappen anders dargestellt, und zwar: in Silber ein schwarzer Kreis über grünem Zweig mit neun Blättern. Arnold, Sohn des Heinrich, Gemahl der Richenza in der Matt, war ein Schiedsrichter der 6 Orte und Mitbesiegler des Schiedsspruches zwischen Wallis und dem Tal Antigoria, vom 14. September 1448 (Pfarrarchiv Emen), dagegen ist dessen Siegelabdruck ganz unkenntlich geworden.

Das Siegel von Landammann Arnold Hofer an einem Gerichtsspruche vom 14. Juni 1448 (Staatsarchiv Luzern) und an einem Kaufbrief um ein Gut zu Gurtnellen, vom März 1449 (Staatsarchiv Uri) ist abgefallen. Als Beleg blieb mir einzig noch das Fünfzehner-Gerichtsurteil vom 27. Januar 1449 betreffend den Zehnten der Spiringer Kirchgenossen (Pfarrarchiv Bürglen), obwohl dessen Siegel nicht im besten Zustande ist. Rundsiegel: 28 mm. Umschrift in 4 mm hohen gotischen Minuskeln: ✛ S' arnoldi x dicti x hofer. Der Wappenschild von 11 x 9 mm weist einen Kreis auf, der unten und oben von einer Schlaufe begleitet ist (Siegel-Abb. 55).

Quelle:  
Hofer, Landammann Arnold (I4019)
 
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Der 20. Landammann von Uri (Amtsperioden 28, 30, 34, und 36) - Johannes Püntener

Johannes Püntener, von Altdorf, Landammann 1450—1455, 1456—57, 1461—63, 1467—1469; † um 1500.

Der erste Landammann aus diesem Geschlechte, welches dem Lande 12 Vorsteher schenkte, war vermählt mit Benedikta, Tochter des Pannermeisters Werner der Frauen. Seine Eltern waren Johannes Püntener und Mechtildis Zumbrunnen.

Johannes Püntener war bis 1448 Landschreiber und von 1417 bis 1479 Tagsatzungsgesandter. Er half 1459 in Zürich einen dreijährigen Waffenstillstand zwischen Osterreich und den Eidgenossen beraten, unterzeichnete 1. Juni 1461 für Uri den 15 jährigen Friedens-Vertrag mit den Herzogen Albrecht und Sigismund von Österreich und erneuerte 7. September 1460 im Namen von Uri die Bünde und Landrechte mit den Zehnten Goms, Naters, Visp, Siders und Sitten.

Wappen: in Gold ein liegendes B mit schwarzem Kreuz. Helmzierde: schwarzer Stier mit rotem Nasenring.

Das Wappenzeichen hat mit der Zeit die Gestalt eines „Feuerstahls" angenommen. Im Landesmuseum sind Wappenscheiben von 1597 und 1681.

Anlässlich des Schiedsspruches vom 6. Mai 1421 zu Luzern im Streit von St. Gallen mit Appenzell hatte Püntener noch kein eigenes Siegel; für ihn siegelte Petermann von Moos.

Das Siegel an dem Schiedsspruch vom 11. Mai 1451 eidgen. Boten über die Anstände von Luzern mit Unterwaiden betreffend Erbfälle (Staatsarchiv Obwalden, No. 81), und an dem Urteil wegen des Alprechtes in Ursern von Hans Rott zu Gersau, vom 26. April 1455 (Talarchiv Ursern) hat 28 mm Durchmesser. Umschrift in gotischen, 3⅟2 mm hohen Minuskeln: + s' x iohannis x dci x puintin'. Im 14 mm hohen Wappenschild ein liegendes B mit darüberstehendem Kreuz (Siegel-Abb. 56).

Quelle:  
Püntener, Landammann Johannes (I3071)
 
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Der 22. Landammann von Uri (Amtsperiode 32) - Heinrich Dietli

Heinrich Dietli, von Erstfeld, Landammann 1458—59, † um 1485.

In spätem Jahren verlegte Dietli seinen Wohnsitz nach Schattdorf, wo er grössern Grundbesitz hatte.

Heinrich war Vertreter der 4. Genossame im Landrat und in den Jahren 1454 bis 1472 Tagsatzungsgesandter. Er wurde von der Tagsatzung als eidgenössischer Bote und Schiedsrichter bestimmt in den Streitfällen zwischen den Appenzellem einerseits und dem Domkapitel Konstanz und dem Kloster St. Gallen anderseits,
1454 und 1455. Bei den Schiedsverhandlungen am 20. Juli 1472 über Schlichtung des alten Spans zwischen Uri und dem Kloster Engelberg wegen Alprechten vertrat Dietli seinen Heimatkanton; er siegelte am 23. Mai 1477 die Urkunde über die Abkurung Erstfelds von der Mutterkirche Altdorf.

Wappen: in Gold ein schwarzes Sparrenkreuz (Göppelkreuz). In der Geschlechterbeschreibung von 1822 schreibt Landschreiber Karl Franz Schmid der Familie Dietli folgendes Wappen zu: ,,in Blau ein weisser Halbmond über weissem Totenkopf, überhöht von zwei goldenen Lilien und sechszackigem Stern". Diese Darstellung ist aber dem Wappen der „Erb" zu eigen.

Am Rechtsspruch der eidgenössischen Boten über die Grenzen zwischen Appenzell und dem Rheintal, zu Rapperswil am 17. September 1465 gefällt (Landesarchiv Appenzell, A. III. No. 44) befindet sich das Rundsiegel Dietlis auf weissem Wachs; es hat 29 mm Durchmesser; im Schild von 13 x 12 mm ist ein Hauszeichen (2gekreuzteStäbe). Die Umschrift auf fliegendem Band in 3—3⅟2mm hohen gotischen Minuskeln lautet: "S * heinr. * dietli + 1465 + ". (Siegel-Abb. 79). Im Staatsarchiv Luzern ist der von 8 eidgenössischen Boten besiegelte Rechtsspruch wegen Steuern, Bussen, Fischenzen etc. derer von Weggis, vom Freitag nach Kreuzauffindung 1472, mit dem Siegel von Heinrich Dietli (Siegel-Abb. 78).

Quelle:  
Dietli, Landammann Heinrich (I18093)
 
26
Der 25. Landammann von Uri (Amtsperioden 39 und 47) - Jakob Arnold von Spiringen

Landammann 1474—1476, 1490—1492; † 1499

Er war der Sohn des Landammann Heinrich und der Elisabet Wichser, wohnhaft in Spiringen, vermählt in erster Ehe mit Dorothea Kretz und nach deren Ableben mit Adelheid Lusser.

Arnold vertrat seine Heimat von 1468 bis 1494 als Tagsatzungsgesandter. 1479 war er „oberster Hauptmann gemeiner Eidgenossen" im Zusatz zu Giornico. Er hatte das Landammannamt inne in einer Zeit, wo die Schweizer Karl den Kühnen von Burgund schlugen, bei Giornico die Truppen des Herzogs von Mailand besiegten, da Bruder Klaus zu Stans die Eidgenossen versöhnte, und in der die Urner unentwegt ihre kluge und erfolgreiche ennetbirgische Politik betrieben.

Wappen: in Rot ein mit Hellebarde bewehrter Krieger (wie das Wappen derer „von Spiringen").

Das Pfarrarchiv Spiringen birgt ein Fünfzehner-Gerichts-Urteil vom 30. Januar 1476 wegen einem Bergrecht zu Spiringen, „versiglet mit Jacob arnoltz unsers Land-Ammans zu Uri insigel". Durchmesser des Siegels: 32 mm. Im halbrunden Wappenschild steht ein Krieger mit der Hellebarde in der rechten Hand, begleitet von den Minuskeln i und a. Die Umschrift in gotischen Minuskeln auf fliegendem
Schriftband lautet: „s +jacob arnolt + " (Siegel-Abb. 81).

Quelle:  
Arnold von Spiringen, Landammann Jakob (I18082)
 
27
Der 26. Landammann von Uri (Amtsperioden 41, 46, 50 und 54) - Andreas von Beroldingen

Andreas von Beroldingen, Landammann 1477—1479, 1487—1490, 1496—1499, 1505—1507; † 10. März 1510.

Eltern: Landvogt Nikolaus Beroldinger und Margaretha von Mentlen.
Andreas, geb. um 1435, war in x. Ehe mit Elsa Fries, einer Tochter des Landammanns Johann Fries, verheiratet, und in 2. Ehe mit Barbara Zurenseller, von Schattdorf. Er bewohnte oben in Altdorf Haus und Hofstatt an der Landstrasse, bezog aber nach der 1. Amtsdauer als Landammann 1481 die Vogtei Livinen, wo er sich mit seiner Familie niederliess.

Ein ausgezeichneter Edelmann, kämpfte Andreas 1476 auch bei Murten und machte den Schwabenkrieg und die italienischen Feldzüge mit. Als Tagsatzungsgesandter vertrat er Uri von 1478 bis 1508. Das Kapitulat vom 10. Juli 1477 mit der Herzogin-Witwe Bona von Mailand brachte den Urnern die Zusicherung der Leventina.

Landammann Andreas von Beroldingen wird vielfach als „güldener Ritter" bezeichnet. Hiefür fehlt aber jeder urkundliche Nachweis, obwohl mit Breve vom 6. Januar 1510 Papst Julius II. die grossen Verdienste Beroldingens für Papst und Kirche ehrenvoll hervorhob. In seine Amtszeit fällt der Empfang der Zürcher auf der Urner Fastnacht 1487 .Der Chronist Gerold Edlibach hat uns auch den Willkomm Beroldingens überliefert. Noch im Jahre 1493 bemühte sich Landammann Beroldingen bei der Tagsatzung um die Zusicherung eines Wegzolles zum Ausbau des Weges am Platifer.

Wappen: in Gold ein blauer, mit zwei goldenen Sternen belegter, schwarz gesprängter Reichsapfel.
Belege: Uraniens Gedächtnistempel I, p. 9; Karl Franz Schmid I, p. 25; mein Urner Wappenbuch, p. 6.

Im Staatsarchiv Luzern sind zwei Urkunden :
Kundschaft wegen Hans Kilchmeyer, vom St. Sebastianstag 1497, und betreffend die Erbsache Margrete Russin von 1505, besiegelt von Landammann Andreas von Beroldingen. Das Siegel hat 28 mm Durchmesser und zeigt im Schild von 12 X 11 mm das alte Wappen dieser Familie, die mit zwei Sternen belegte Kugel, aus welcher das Kreuz herauswächst. Auf fliegendem Schriftband stehen in 4 mm hohen gotischen Minuskeln die Worte "andris beroldinger" (Siegel-Abb. 83).

Wir verweisen hier auch auf die neueste Publikation über Andreas von
Beroldingen, von Dr. Eduard Bizozzero, der ein umfassendes Lebensbild dieses urnerischen Staatsmannes entwirft.

Quelle:  
von Beroldingen, Landammann & Hauptmann Andreas (I5332)
 
28
Der 27. Landammann von Uri (Amtsperiode 43) - Johannes Zumbrunnen I.

Johannes Zumbrunnen I., Landammann 1481—1483; f nach 1494, Sohn des Landammann Walter und der Ida von Bramberg, vermählt mit Margaretha Hofer, Tochter des Landammann Arnold Hofer, hatte seinen Wohnsitz im Stammhause zu Attinghausen, war Landvogt zu Lifenen 1475—1478. Als Tagsatzungsgesandter von 1474 bis 1494 vertrat er Uri auch auf dem denkwürdigen Tag zu Stans am 22. Dezember 1481.

Wappen: in Gold eine rote Haspelwinde. Helmzierde: zwei rote Hörner. Es sind nur wenige Urkunden mehr vorhanden aus der Amtszeit des Landammann Walter Zumbrunnen, welche dessen Siegel noch unbeschädigt aufweisen.

Diesem Ammann Zumbrunnen ist zu Unrecht eine Chronik von 1469 zugeschrieben worden.

Es existieren noch eine Anzahl Urkunden, denen heute die Siegel abgehen, sou. a. ein Fünfzehner-Gerichtsspruch vom 23. Januar 1482 wegen einer Stiftung, „versiglet mit Johansen zum Brunnen vnsers land Ammanns zuo Vre insigel" (Pfarrlade Spiringen); Lehensbrief um das Gut Halten, vom 15. Mai 1482 (Pfarrarchiv Altdorf).

Als Altammann besiegelt Zumbrunnen die Vermittlung der eidgenössischen Boten im Streitfalle zwischen Kloster Wettingen und der Stadt Baden wegen Waldungen, am 5. Oktober 1487 (Stadtarchiv Baden, Urk. No. 899). Das Siegel ist 3 cm gross, führt im Schild von 12 X 11 mm das alte Wappen und auf fliegendem Schriftband in 3⅟2 mm hohen gotischen Minuskeln den Namen * hans zum brunen (Siegel-Abb. 84).

Quelle:  
Zumbrunnen, Landammann Johannes (I5908)
 
29
Der 29. Landammann von Uri (Amtsperioden 51 und 55) - Heinrich Troger

Heinrich Troger, Schattdorf, Landammann 1499—1501,1507-1509; † 1518.

Die Familie Troger, welche 1804 im Mannesstamme erlosch, soll von den Edlen „von Silenen" abstammen.

Heinrich, Leu heisst ihn „Heinrich von Silenen, genannt Troger", mag aus der Gemeinde Silenen stammen, ist aber in Schattdorf nachgewiesen.

Gattin : Barbara Wiek.

Er war der Befehlshaber der urnerischen Besatzung von Giornico und der oberste Leiter der Verteidigung dieses Platzes in der Leventina 1478 und errang den Sieg gegen das mailändische Heer; Landvogt von Lifenen 1484—1487 und im Rheintal 1494 und 1495, Tagsatzungsgesandter 1492—1517, Landeshauptmann.
Das Landammannamt Trogers fällt in die schwere Zeit der Schwabenkriege.

Wappen: in Rot zwei grüne, gekreuzte Tannen, mit sechszackigem Stern
zwischen den Baumspitzen.

Die Urkunde von 1500 um das Wegrecht durch Zeffels-Rüti zum Pfarrhof (Pfarrarchiv Bürglen) weist das hängende Wachssiegel des Landammann Troger, im Durchmesser von 28 mm. Dessen Inschrift in gotischen Minuskeln lautet "heinrici * troger" (Siegel-Abb. No. 29). Weitere besiegelte Urkunden befinden sich im Verwahr des Pfarrarchives Spiringen, nämlich: Der Fünfzehner Gerichtsentscheid vom 13. Januar 1500 wegen Besteuerung der Bilschenmatt in der Genossame von Ried, und der Gerichtsspruch vom 1. Dezember 1508 betreffend den Lämmerzehnten, sowie im Staatsarchiv Tessin (Levent. Dokument von 1484).

Quelle:  
Troger, Landammann Heinrich (I2825)
 
30
Der 30. Landammann von Uri (Amtsperioden 53 und 57) - Walter Imhof

Walter Imhof, Landammann 1503—1505 und 1511—1513, Sohn des Landesstatthalter Hans I. und der Adelheid von Gruob, wohnhaft in Altdorf.

Nach dem Ableben seiner ersten Gattin, Barbara Sittlin, von Arth, holte er sich 1505 seine zweite Gemahlin aus Ursern, Barbara Christen (f 1539), Tochter des Talammann Melchior und der Margarethe Bennet.

Wappen: in Gold vier schwarze durch einen Kreis verbundene Schilde oder Schaufeln (Schaufelkreuz). Die älteste Darstellung ist im Stiftsarchiv St. Gallen (Abt. Pfäfers XXIII/110). Das Wappenbuch der Straussengesellschaft in Altdorf hat dieselben Tinkturen, ebenso Uraniens Gedächtnistempel I, Seite 10.

Walter war Kommissar zu Bellenz 1500—1502, Tagsatzungsgesandter 1497 bis 1515, Gesandter nach Bologna im November und Dezember 1510, und nach Rom im Dezember 1512, Schiedsrichter zwischen der Stadt Luzern und den aufständischen Gebieten am 21. Juni 1513, Oberst der eidg. Truppen zu Mailand 1515. Vorab Kriegsmann, trug er 1503 im Zug vor Locarno und 1512 vor Lugano das Landespanner, kommandierte die Urner als Landshauptmann in der siegreichen Schlacht vor Novara den 6. Juni 1513, und fiel im Riesenkampfe vor Marignano 1515. Jovius schreibt, Imhof sei von grossem Wuchs, ausserordentlich klug, ein Feldherr und Haudegen gewesen wie man selten einen finde.

Es sind vier verschiedene Linien dieses Geschlechtes zu unterscheiden. Die Linie der „Imhof von Blumenfeld", ab Seelisberg stammend, in Altdorf, hat ihrem Heimatkanton nicht weniger als fünf Landammänner gestellt. Ihr Wappen weist das „Schaufelkreuz".

Bei den Leventiner-Dokumenten im Staatsarchiv Tessin befindet sich eine ins Jahr 1513 eingereihte Urkunde des „Sp.lis- dns. hans Imhoffe aduocatus", mit dessen teilweise erhaltenem Siegel „Hanns * imh....", welches als Wappen eine Hausmarke führt, ähnlich einem gefiederten Pfeil. Hier wird es sich um Hans Imhof, Landvogt 1508-1511 zuLifenen, handeln, von der „Ripshuser"-Linie (Gem. Erstfeld).

Quelle:  
Imhof (von Blumenfeld), Landammann Waltert (I1485)
 
31
Der 31. Landammann von Uri (Amtsperioden 56 und 58) - Johannes Püntener II.

Johannes Püntener II., Landammann 1509—1511 und 1513—1515, Sohn des Hauptmann Konrad und der Barbara Zurenseller, verehelicht mit Dorothea Merz, von Steinen; Landvogt zu Bellenz 1506 und 1507, Tagsatzungsgesandter 1509- 1515, Pannerherr 1513, Gesandter zum Bündnisabschluss mit Savoyen Ende 1510 in Turin.

Einer der ersten Feldherren der damaligen Schweiz, befehligte Püntener die Vorhut der 24,000 Mann in Italien, welche 1512 dem Papst Julius II. gegen Ludwig von Frankreich zugeführt wurden. In diesem Jahre nahm er Cremona ein und zeichnete sich 1513 aus bei der Verteidigung Novara's gegen die Franzosen. Uri, Schwyz und Nidwaiden bemächtigten sich bei diesem Anlasse des Eschentales, Mendrisio, Baierna, Locarno und Lugano. In der Schlacht bei Marignano fiel am 14. September 1515 auch der Altammann und aktive Pannerherr Püntener, welcher wegen seiner ausserordentlichen Grösse „der Riesenpüntener" geheissen ward.
Jovius sagt von ihm: „Er war von gewaltiger Körperkraft und riesigem Körperbau; unter den helvetischen Führern zeichnete er sich durch Tüchtigkeit des Geistes aus".

Die Püntener von Erstfeld sind direkte Nachkommen des Helden von Marignano. Im Historischen Museum zu Altdorf befindet sich ein Ölgemälde dieses Landammann Johannes Püntener, vermutlich aus dem 17. Jahrhundert, wiedergegeben in Dr. E. Wymann's Schlachtjahrzeit von Uri".

Jost Püntener, Säckelmeister, Landvogt zu Baden 1493, Onkel dieses Landammanns, führte in seinem Siegel als Wappenbild den Stierkopf, beseitet von 2 Sternen. Die Siegelabbildung 31 ist erstellt nach einem Siegelabdruck von 1494 im Landesmuseum.

Quelle:  
Püntener, Landammann & Pannerherr Johannes (I45)
 
32
Der 32. Landammann von Uri (Amtsperiode 59) - Johannes Zumbrunnen II.

Johannes Zumbrunnen II., Landammann 1515—1516.
Eltern: Landammann Johannes I., und Margreth Hofer. Gemahlin: 1. Dorothea von Beroldingen, Tochter des Landammann Andreas und der Elisabeth Fries;
2. Verena Reichmuth.

Zumbrunnen gehörte dem Rate an, war Tagsatzungsgesandter 1475 und 1481,
Landvogt zu Baden 1477 und 1478 und verblutete in der Schlacht bei Marignano am 14. September 1515. Nach damaliger Übung war der Landammann auch Anführer des Volkes im Felde. Bei Marignano wird daher Johannes Z. die Urner befehligt haben, soweit ein einheitliches Kommando in dieser mörderischen Schlacht überhaupt möglich war. Das Jahrzeitbuch der Pfarrkirche Altdorf verzeichnet am 19. August 1518 von ältester Hand unter den Gefallenen von Marignano „Hans zum Brunnen vnsers lands aman vnd houptmann".

Jovius schildert Zumbrunnen als schönen Mann in den besten Jahren, voll Mut und Eifer. Bei Marignano habe er sein Schwert mit beiden Händen geführt und sei, rechts und links niedermähend, was in dessen Bereich kam, unter die Landsknechte gestürmt. Er sei von Bolzen durchbohrt worden, man habe ihn erst zu besiegen vermocht, als eine ganze feindliche Schlachtreihe sich gegen ihn wandte.

,,Hans zvm Brunen" siegelte als Vogt zu Baden am 6. Juli 1478 den Vergleich zwischen dem Kloster Wettingen und der Stadt Baden wegen Waldungen an der Baregg (Stadtarchiv Baden, No. 825). Dieses Siegel ist übereinstimmend mit demjenigen seines Vaters (siehe Abb. 84, beschrieben bei No. 27, Johannes Zumbrunnen I, Schweiz. Archiv für Heraldik, 1936, S. 81).

Quelle:  
Zumbrunnen, Johannes (I5058)
 
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Der 34. Landammann von Uri (Amtsperioden 61 und 64) - Johannes (Hans) Dietli

Johannes Dietli, Landammann 1518—1520 und 1526—1529, in Altdorf; f nach 1547, Sohn des Werni, von Erstfeld. Landammann Heinrich Dietli ist sein Grossvater. Gemahlin: 1. Anna Brücker, 2. Verena Hermann.

Diese Familie ist in Uri 1669 erloschen; der Name ist Deminutivform des altdeutschen „Diutrich". Die Liegenschaft mit dem Wohnsitz in Altdorf heisst heute noch „Dietlen".

Wappen: in Gold ein schwarzes Sparrenkreuz (Göppelkreuz). In der Geschlechterbeschreibung von 1822 schreibt Landschreiber Karl Franz Schmid der Familie Dietli folgendes Wappen zu: ,,in Blau ein weisser Halbmond über weissem Totenkopf, überhöht von zwei goldenen Lilien und sechszackigem Stern". Diese Darstellung ist aber dem Wappen der „Erb" zu eigen.
Ritter Ulrich Dietli, Landvogt zu Mendrisio 1594 und 1595, führte ein anderes Wappen: ein gestürztes Mondviertel zwischen 2 Lilien und beseitet von 2 Sternen (Staatsarch. Tessin, Abt. Mendrisio).

Dietli war Tagsatzungsgesandter 1499—1531 und Landvogt von Sargans 1508—1510. Bei der Vogtsabrechnung, welche er am 18. Juni 1509 auf der Tagsatzung zu Baden ablegte, blieb ihm ein Guthaben von 972 Pfund Schilling und 10 Heller, welche er am Schloss Sargans verbaut hatte.

Hans Dietli, Hauptmann im Dienste des Königs von Frankreich, zeichnete sich in der Schlacht zu Bicocca aus und kämpfte auch bei Kappel unter seinem heimatlichen Panner.

1526 kamen die Basler, Luzerner, Schwyzer und Unterwaldner zu einem Schiessen nach Altdorf, wurden mit grosser „Munifizenz" empfangen und beim Abschied durch den regierenden Landammann Hans Dietli mit vier wohlgemästeten Ochsen beschenkt, welche die Wappenschilde der vier Waldstätte trugen.

Die Kirchenarchive Altdorf und Spiringen, die Tallade Ursern, die Staatsarchive Luzern (Urk. Fase. 92), Uri und Tessin und das Stiftsarchiv St. Gallen (Abt. Pfäfers 1/8, No. 38) bergen besiegelte Urkunden aus der Amtszeit Dietlis.
Die Bestallungs-Urkunde (Staatsarchiv Uri, No. 168) vom 13. Juni 1527 über die für Hans de Rubeo (Rossi) als Pfrundkaplan zu St. Eusebius in Bedretto zeigt das wohlerhaltene Siegel von 29 mm, mit der Inschrift in gotischen Minuskeln „hans ° dietli ° +" (Siegel-Abb. No. 33). Im Wappenschild von 14 x 13 mm ein Sparren- oder Göppelkreuz.

Quelle:  
Dietli, Landammann Johannes (Hans) (I7755)
 
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Der 36. Landammann von Uri (Amtsperioden 63 und 66) - Jakob Troger

Jakob Troger, Landammann 1523—1526 und 1531—1534, in Schattdorf, † 7. VI. 1534.
Eltern: Ritter Heinrich, Landammann, und Barbara Wiek. Gattin: Barbara
Willi. Jakob gehörte schon frühzeitig dem Landrate an, ward 1516 gemeineidgenössischer Vogt von Neuenburg; Tagsatzungsgesandter 1519—1534, hob 1522 als Gesandter der Tagsatzung den Prinzen Karl, Sohn des Königs Franz I. von Frankreich, aus der Taufe und bei diesem Anlass wurde ihm die erbliche französische Ritterwürde verliehen mit der Ermächtigung, seinem Wappen zwei Lilien beizusetzen.

Wappen: in Rot zwei grüne, gekreuzte Tannen, mit je einem goldenen Stern auf den vier Seiten. Seit 1522 befindet sich an Stelle der zwei mittlem Sterne je eine Lilie.
Das Landesmuseum ist im Besitze einer Wappenscheibe dieses Landammanns aus dem Jahre 1530.

Im Jahre 1524 sind die Glarner, 200 Mann stark, an einem Schiessen in Altdorf, wobei Troger als Landammann die Ehren des Landes zu erweisen hatte. Jakob, 1526 Oberst in französischen Diensten, war Anhänger der französischen Partei in Uri. In der Schlacht bei Kappel vom Ii. Oktober 1531 war er Anführer der Urner und wurde verwundet.

Die Abbildung No. 64 stellt den an dem Schiedsvertrag vom 23. April 1533 (No. 404 C. I. 17 des Staatsarchives Zürich) befindlichen Siegelabdruck auf braunem Wachs dar, 32 mm im Durchmesser. Umschrift: ,,S X IACOB X TROGER + ". Im Wappenschild 2 gekreuzte Tannen und 4 fünfzackige Sterne. Über dem Schild in schmalem Schriftband die Jahreszahl 1526. — Auch das Urteil über den Alprecht- Streit der Grassig vom 26. Mai 1525 (Talarchiv Ursern) weist dasselbe Siegel auf.

Quelle:  
Troger, Landammann & Ritter Jakob (I4713)
 
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Der 37. Landammann von Uri (Amtsperiode 65) - Ulrich Dürler

Ulrich Dürler, Landammann 1529—1531, in Altdorf; † nach 1531.

Wappen: in Rot ein gelbes Zaungatter (Türlein) mit 2 Sternen zwischen den Sprossen über grünem Dreiberg. Helmzier: Jüngling mit rot-gelbem Rock, einen 6-zackigen Stern in der Rechten hochhaltend (Mein Urner-Wappenbuch, Seite 51). Das Wappenbuch der Straussen-Gesellschaft in Altdorf von 1645 enthält dasselbe Wappen in den erwähnten Tinkturen, während die Helmzier einen geharnischten Krieger mit Streithammer in der einen und den Schild in der andern Hand aufweist.

Dürler erscheint 1518 als Landweibel, ist 1520—1522 und 1523—1525 Landesseckelmeister, von 1518—1528 Tagsatzungsgesandter und 1525—1527 Landvogt zu Baden.

Laut Jahrzeitbuch Altdorf, Blatt 16a, hiess die Gattin Anna Müssler.

Die Schulderklärung des Hans Fry von Wiralingen über 35 Fl. an Heini Jung, Bürger von Klingnau, vom 11. Mai 1526 (Stadtarchiv Baden, No. 1254), ist von Landvogt Dürler besiegelt. Der Siegelaufdruck von 29 mm Durchmesser auf grünem Wachs in gelbgrauer Wachsschüssel zeigt das oben beschriebene Wappen, aber ohne Sternbeigaben. Umschrift in 2⅟2—3⅟2 mm grossen Lettern: „durller / ulrich" (Siegel-Abb. 65).

Quelle:  
Dürler, Landammann Ulrich (I5954)
 
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Der 39. Landammann von Uri (Amtsperioden 70 und 77) - Amandus von Niderhofen

Amandus von Niderhofen, Landammann 1542—1544 und 1555—1557, † um 1566.

Eltern: Johannes und Agatha Baumgartner. Gattin: 1. Dorothea Merz, von Steinen, Witwe des Landammann Hans Püntener; 2. Dorothea Tanzenbein.

Wappen: in Rot ein rechts aufwärts gestellter goldener Pfeil. Helmzier: Bogenschütze mit rot-grün geteiltem Rock, den Pfeil im Anschlag. Belege :
Wappenbuch der Straussengesellschaft, Blatt 41 (Pfarrarchiv Altdorf) ; Uraniens Gedächtnistempel I, Seite 12 (St. Archiv Uri). Im Historischen Museum in Altdorf befindet sich ein Waffeleisen aus dem Jahre 1591 des Amandus von Niderhofen, Sohn des Landschreiber Johannes von N. und der Hypolita von Mentlen, mit dem Wappen.

Die von Niderhofen haben ihren Namen von dem gleichnamigen Weiler zu Erstfeld, wo sie von 1250—1370 als Zinsleute des Fraumünsters in Zürich erscheinen. Die Familie weist im 17. Jahrhundert zwei Glasmaler auf; sie starb 1727 aus.
Amandus, wohnhaft in Altdorf, war Landschreiber 1527—1538, Tagsatzungsgesandter 1531—1566, Landvogt zu Livinen 1532—1535, Kirchenvogt zu Altdorf 1538—1540, Landesstatthalter 1539—1542; unzweifelhaft der bedeutendste Représentant seines Geschlechtes, sehr angesehener, würdiger und begabter Staatsmann; 1553 Obmann des eidg. Schiedsgerichtes in dem Streite des Grafen Michael von Greyerz mit seinen Gelten.

Das Landesmuseum besitzt einen Siegelabdruck aus dem Jahre 1549 von 29 mm Durchmesser. Die 2—3 mm grosse Antiqua-Umschrift zeigt in der Anordnung von rechts nach links auf dem flatternden Schriftband „AMA / M / DVS • VON • NIDER / HOFEN". Im Wappenschild von 1⅟2 cm Höhe ein nach rechts fliegender Pfeil (Siegel-Abb. No. 68).

Die Kirchenarchive Altdorf, Attinghausen, Erstfeld, Flüelen und Seelisberg,
das Klosterarchiv Seedorf und die Staatsarchive Luzern, Uri, Aargau (Wettingen) und Tessin (Levent. Dokumente, 1534), enthalten durch Amandus von Niderhofen besiegelte Urkunden.

Quelle:  
von Niederhofen (Niderhofen), Landammann Amandus (I4348)
 
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Der 4. Landammann von Uri, (Amtsperiode 4) - Werner von Attinghausen

Werner von Attinghausen, Freiherr, Landammann 1294—1322, vermutlich aber bis 1325.
Dieses mit den Anfängen der demokratischen Schweizergeschichte aufs engste verknüpfte Dynastengeschlecht hat seinen Ursprung im Emmental, erfüllte aber in Uri, wo es seit 1240 die Burg Attinghausen als Mittelpunkt eines beträchtlichen Grundbesitzes hatte, seine geschichtliche Aufgabe.
Wappen: quergeteilt, in Silber oben wachsender schwarzer Adler, unten zwei schwarze Querbalken.
Quellen: Wappenzyklus im Meieramtsturm zu Erstfeld; Adelsgeschichte und Uraniens Gedächtnistempel.

In die Zeit seiner Leitung als Landammann fällt die ganze Entwicklung der schweizerischen Freiheit; er erreichte durch Privilegien des Königs Adolf 1297, des Kaisers Heinrich VII. 1311 und Ludwig des Bayern 1316 die diplomatische Sicherung, und durch den Sieg bei Morgarten 1315 auch die militärische Sicherung.

Das Staatsarchiv Uri hütet zwei Urkunden mit guterhaltenen Siegeln des Landammann Werner von Attinghausen vom 30. Juli 1299 über Grundbesitz- Verkauf an den Konvent von Wettingen, und vom 11. November 1301 über Verzicht der Frau Ita, Walters von Lutze sei. Schwester, auf Wettinger-Lehensgüter. S (Siegel): 4 cm Durchmesser. Umschrift in 4 mm hohen gotischen Majuskeln: +SWERNHERI°DE°SWEINSPERGx.
Am 19. November 1303 siegelte Werner II. als Richter in Uri die Bestätigung derJJnschuld der Ita, des Werner von Gruoba sei. Witwe (ST. A. Aargau) (Siegel- Abb.30). Die Urkunde vom 11. November 1308 im städt. Archiv Zürich ist ebenfalls von „Her Wernher Frie von Attingenhusen, Lant Ammann" besiegelt, ebenso eine solche vom 20. November 1321 betreffend das Kloster Oetenbach (St. A. Zürich).

Quelle:  
von Attinghausen (von Schweinsberg), Landammann Werner II (IV) (I6597)
 
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Der 40. Landammann von Uri (Amtsperiode 73) - Mansuetus Zumbrunnen

Mansuetus Zumbrunnen, Landammann 1548—49, gestorben im Amte vor Mai 1549.
Eltern: Landammann Johannes II. und Dorothea von Beroldingen. Gattin: Barbara Aschwanden, Tochter des Landvogt Andreas und der Verena Fridig.

Mansuetus war Tagsatzungsgesandter von 1530—1548, Landessäckelmeister 1530—1536, Landvogt im Thurgau 1536—1538, Schaffner (Verwalter) des Klosters Feldbach 1538—1540.

Er gehörte der von Erasmus Krug und Münzmeister Renner aus Strassburg ins Leben gerufenen Bergwerkgesellschaft von Uri an mit Landammann Amandus von Niderhofen, Ritter Josue von Beroldingen und Landvogt Jakob Apro.

Das Staatsarchiv Zürich hütet zwei heute noch mit dem Siegel des Mansuet Zumbrunnen versehene Urkunden, nämlich: Urteilsbrief vom Samstag nach St. Gallustag 1536 wegen Zehnten zu Münsterlingen (C. III. XIX. I, No. 27) und Reversbrief vom 7. November 1538 für ein Erblehen des Hans Ennggenhuser zu Mammern (C. II. XVII., No. 572). Das Siegel ist 35 mm gross, auf fliegendem Band die 2 mm hohe Schrift: „MANSUET / V / S ZuM / BRUNEN". Im stilisierten Schild von 21 X 18 mm steht als Wappen ein sechsseitiger Brunnen, auf Kugeln ruhend, mit hoher Brunnensäule und aus 2 Röhren fliessendes Wasser (Siegel-Abb. No. 69).

Als Seckelmeister hat Mansuetus Zumbrunnen am 17. Januar 1531 ein gütliches
Verkommnis zwischen den Kirchgenossen zu Seedorf und Isenthal zustande gebracht über die Ablösung der Steuerpflicht der Talleute von der Mutterkirche Seedorf (Urkunde im Pfarrarchiv Isenthai).

Im Stiftsarchiv St. Gallen sind Urkunden, welche uns auch mit einem andern Siegel und Wappen der Zumbrunnen bekannt machen. So trägt der Spruch der Abgeordneten von sechs Orten über die Gerichtsmarchen zwischen Appenzell und der Vogtei Rheintal, vom 10. Heumonat 1532, das Siegel des Mansuet Zumbrunnen von 29 mm Durchmesser, mit „einer Kugel und durchgehendem Kreuz" als Wappen sowie der 2 mm hohen Umschrift im Kreise: „S. MANSUETUS ZUM BRUNNEN" (AA. 4, No. 47) (Siegel-Abb. No. 70).

Schon Ulrich zum Brunnen, Landvogt zu Sargans, bediente sich zur Siegelung der Urkunde V. 3 c—e des Pfäverser-Archives, vom 23. Juli 1495, über den Verkauf der Lehensrechte des Pergetzi Zack von Ragaz eines ähnlichen Siegels von 3 cm Durchmesser: Wappenschild 12 X 11 mm, mit Munduskugel und Kreuz; auf fliegendem Schriftband in 3 mm hohen Minuskeln: ,,ulrich zumbrunn".

Quelle:  
Zumbrunnen, Landammann Mansuetus (I4328)
 
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Der 41. Landammann von Uri (Amtsperioden 74, 79 und 85) - Jakob Arnold von Spiringen II.

Jakob Arnold von Spiringen II., zu Altdorf, Landammann 1549—51- 1559—61 und 1569—71; † 1579; Sohn des Heinrich und der Anna Fries. Sein Vater verpflanzte eine Linie der „Arnold von Spiringen" nach Altdorf, welche zahlreiche Äste trieb, die aber alle gegen Ende des 18. Jahrhunderts eingingen.

Jakob A. war vorerst Landschreiber, sodann Landvogt in den freien Ämtern 1540—42; Statthalter 1544—49, geheimer oder Kriegsrat seit 21. Oktober 1554; vertrat seinen Heimatkanton von 1544 bis 1578 als Tagsatzungsbote. Er ist von 1556—58 Kirchenvogt und seit 1564 Spitalrat zu Altdorf.

Die Tagsatzung bezeichnete ihn als Schiedsrichter 1557 zur Schlichtung der Anstände betreffend Twingrecht in Ermensee und 1561 zwischen Bern und Sa- voyen. Arnold war einer der Vermittler 1570 zwischen der Stadt Luzern und dem Amte Rothenburg. Von den katholischen Orten wurde er 1565 als Gesandter an Papst Pius IV. gewählt zum Abschlüsse eines Bündnisses, und im September 1578 vertrat derselbe Uri in Turin beim feierlichen Bundesschwur der 7 katholischen Orte mit Savoyen. 1571 brachte Jakob Arnold der Tagsatzung das Verlangen vor um Erhöhung des Gotthardwegzolles, weil Uri bei Airolo, am Plattifer und bei Giornico die Strasse verlegt und neue steinerne Brücken gebaut habe mit einer Abkürzung des Weges um drei Stunden.

An der Landsgemeinde vom 2. Mai 1578 trat alt Landammann Jakob Arnold als Fürsprech von Landammann Peter Apro auf und eröffnete dem Volke dessen hochherzige Stiftung.

Gattin: Barbara Dürler, Tochter des Landammann Ulrich und der Anna Müessli. Die Jahrzeitbûcher von Altdorf, Spiringen, Schattdorf und Silenen gedenken des Ehepaares. Jakob Arnold war 1568 noch im Besitze des Stammgutes „im Tal" zu Spiringen.

Eine Gült der Kapelle Riederthal in Bürglen vom 5. Juni 1569 ab Zeffelhof- statt in Bürglen trägt die hier wiedergegebene Besiegelung (Siegel-Abb. No. 71). Das Siegel hat 32 mm Durchmesser; auf fliegendem Band in 3⅟2 bis 4 mm hohen Minuskeln die Inschrift ,,s. iacob arnolt". Das Wappen im Schild von 16 x 16 mm zeigt einen Kriegsmann mit Hellebarde in der Rechten, beseitet von den Initialen „i" und „a".

Quelle:  
Arnold von Spiringen, Landammann Jakob (I17075)
 
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Der 42. Landammann von Uri (Amtsperioden 75 und 80) - Kaspar Imhof

Kaspar Imhof, genannt der „Jüngere", in Altdorf, Landammann 1551—53 und 1561—62, ✟ am 19. März 1562 im Amte; Sohn des bei Marignano gefallenen Landammann Walter I., und der Barbara Christen, geb. 31. Dezember 1513.

Er wohnte im „Blumenfeld" zu Altdorf, wonach sich diese Linie „Imhof von Blumenfeld" benennt.

Kaspar I. nahm im Alter von 16 Jahren als Leutenant Dienst in der päpstlichen Armee, heiratete 1534 Anna Gisler, Tochter des Landvogt Kaspar, die er schon innert Jahresfrist verlor, und führte 1537 Dorothea Hasfurter von Luzern zum Traualtar, welche ihm 16 Kinder schenkte. Nach ihrem Ableben nahm Imhof 1554.

Regula Murer, Tochter des Obervogts zu Klingnau, zur Ehefrau, welche ihm einen Sohn gebar. Sie überlebte ihren Ehegemahl und reichte hernach ihre Hand dem Landschreiber Magnus Bessler, welcher Ehe der nachmalige Landammann Emanuel Bessler entspross. Imhof „war schwarzhärig, gerader und langer Statur, aber nit feist, hatte gar ein schnellen Gang, trunckhe kein Wein, war französischer Fraktion, doch ohne Nachteil seines Vaterlandes."

Im Jahr 1540 ward Imhof Landvogt zu Lugano, von 1543 bis 1562 Tagsatzungsgesandter, 1549—1551 Landesstatthalter.
Kaiser Ferdinand II. bestätigte am 26. April 1559 seinen Adelsbrief.
Im sogenannten „Glarnerhandel" war Imhof Zusätzer. 1559 reist er mit Magnus Bessler nach Rom um das Frauenkloster Seedorf zu rekonstituieren.

Wappen: Als Variante mag noch vermerkt werden, dass Heinrich Imhof, Landvogt im Rheintal, ein Kreuz führte, dessen vier Arme sich, ausgehend von einem runden Mittelkreis, gegen die vier Schildseiten verbreiterten, ähnlich einem Ordenskreuz.

Wir entnehmen die Abbildung des Siegelabdruckes von 3 cm Durchmesser dem Ehevertrag vom 12. Oktober 1554 mit Regula Murer, von Zürich (Staatsarchiv Zürich). Um den Wappenschild von 14 X 14 mm, mit dem Schaufelkreuz, schwingt sich ein 5 mm breites Schriftband, worauf in 3 mm hohen Majuskeln : ,,S. CASPAR • I M • HOF •" (Siegel-Abb. No. 72).

Quelle:  
Imhof (von Blumenfeld), Landammann Kaspar (Caspar) der Jüngere (I5261)
 
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Der 43. Landammann von Uri (Amtsperioden 82 und 86) - Heinrich Albrecht

Heinrich Albrecht, in Schattdorf, Landammann 1563—65 und 1571—73; Sohn des Landammann Peter Albrecht und der Margretha Zgraggen; | *1574.

Wappen: Wie bei No. 33 beschrieben. (in Rot gelbe Hausmarke (Kreuz mit Winkel darüber). Auch die Sammlung Karl Franz Schmid weist dieselben Tinkturen auf.)

Ehefrauen: 1. Anna in der Matt; 2. Elisabeth Furrer, von Erstfeld, Tochter
des Andreas und der Barbara Brücker. Zwei Töchter heirateten Landammänner, nämlich Apollonia den Melchior Megnet, und Magdalena den Obersten Sebastian Heinrich Kuon.

Albrecht gehörte frühzeitig dem Landrate an und seit 1554 dem Kriegsrate; 1544 bis 1547 amtierte er als Landvogt in Lifenen, und war von 1561 bis 1573 T agsatzungsbote.

In seiner Regierungszeit als Landammann nahm die Kornpflanzung in Uri wieder neuen Aufschwung, zu welchem Zwecke der Rat Kornsamen austeilen liess.

Am 9. November 1571 besiegelte Landammann Heinrich Albrecht eine Gült, der Kirche Schattdorf gehörend; der beschädigte Siegelabdruck hat 2,8 cm Durchmesser, mit ähnlicher Anordnung wie bei No. 33. Der Wappenschild von 13 X 12 bis 13 mm ist umrahmt vom Schriftband mit der Inschrift in Minuskeln „heinrich albrecht".

Quelle:  
Albrecht, Landammann Heinrich (I10438)
 
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Der 44. Landammann von Uri (Amtsperioden 83, 87 und 91) - Jost Dietrich Schmid

Jost Dietrich Schmid, in Altdorf, genannt der Grosse, Landammann 1565—67, 1573—75 und 1581—82; geb. 1523 als Sohn des zu Bicocca 1522 gefallenen Hauptmann und Landschreiber Jost Schmid und der Barbara Christen, von Ursern, f 28. Juni 1582.

Wappen: geviertet: 1 und 4 in Blau goldene Lilie, 2 und 3 in Gold aufrechtschreitender schwarzer Bär.

Jost Schmid ward am 29. Dezember 1534 an der Universität Freiburg i. B. immatrikuliert und begann seine öffentliche Laufbahn in französischen Diensten;
heimgekehrt, war er Landrat, Dorf- und Kirchenvogt von Altdorf 1559—1561, Landvogt im Thurgau 1550—1552, Landesstatthalter 1562—65 und vertrat Uri von 1566 bis 1581 als Tagsatzungsgesandter. Als eidgenössischer Gesandter an Kaiser Karl V. auf den Reichstag nach Augsburg zur Bestätigung der Freiheiten, erlangte er für sich und seine Nachkommen am 17. August 1550 einen Adelsbrief. Schmid war Schiedsrichter zwischen dem Stift St. Gallen und den regierenden Orten im Thurgau 1564, Gesandter zur Beschwörung des Bündnisses der Eidgenossen mit Karl IX. von Frankreich 1565, eidg. Gesandter an den Kaiser Maximilian II. und den Reichstag zu Augsburg 1566, söhnte 1570 die Stadt Luzern mit den Rothenburgern
aus und erhielt 1578 das Bürgerrecht von Luzern geschenkt; Jost empfing 1573 auch das ausländische Bürgerrecht im Hochgericht Disentis. Bei Frankreich und Savoyen stand er in hoher Gunst und bezog grosse Pensionen; es ist somit leicht erklärlich, wenn von ihm gesagt wurde, er sei der reichste Mann in Uri. Immerhin war Jost Schmid ein in kantonalen wie eidgenössischen Fragen sehr angesehener, einflussreicher Staatsmann.

In 1. Ehe heiratete er Euphemia von Erlach; im Landesmuseum ist eine Allianzwappenscheibe „Jost Schmid und Vemia vo Erlach 1545". Aus der 2. Ehe mit Anna Zollikofer von Altenklingen entsprossen 5 Kinder, und der 3. Ehe mit Elisabetha Mutschlin von Bremgarten acht Kinder. Landammann Jost Dietrich Schmid erbaute das grosse Haus (heute Lusser'sches) am südlichen Dorfeingang in Altdorf 1560.

Im historischen Museum in Altdorf befindet sich ein koloriertes Bild von Suter, dieses ersten Landammann aus dem Geschlechte der „Schmid von Uri". Das Allianzwappen Schmid-Erlach mit St. Jost-Bild auf einem Glasgemälde zu Einigen, ist besprochen von E. A. Stückelberg (ZSK. IX, p. 174).

Bisher konnte ich einzig zwei verschiedene Siegel feststellen, welche Jost Schmid führte, nämlich:

A) Rundsiegel in Durchmesser-Grössen von 3 und 3,4 cm, mit dem vierteiligen Wappen — 1 und 4 Lilie, 2 und 3 Bär, und dem Bär als Helmzierde — und Umschrift in 2 mm hohen Majuskeln: * S *IOST * SCHMID * ". (Siegel-Abb. No. 86.)

B) Ovalsiegel von 2 cm Höhe und 18 mm Breite; Wappenschild von 8x9 + 9 mm, mit Wappen und Helmzier, wie unter A), beseitet von den zwei Initialen ffl SA4" (Siegel-Abb. No. 87.)

Das Vorkommen des Letztern konnte ich bisher einzig an dem Schreiben vom 24. November 1567 betr. des Scherers von Sins (Staatsarchiv Luzern, Forderungs- sachen/Uri) konstatieren.

Unter den vielen Urkunden mit heute noch guterhaltenen Abdrucken des Siegels A) seien nur einige wenige angeführt und zwar: a) in Wachsschüssel: am Ehevertrag zwischen Landammann Kaspar Imhof und Regula Murer, vom 12. Oktober 1554 (St. A. Zürich C. V. 3/15); an dem Rechtsspruch gegen Hans Rägger von Büwyl, von 1555 (Stiftsarchiv St. Gallen: Wuppenau No. 18); b) in Holzkapsel: Gült vom 7. Januar 1567 (St. A. Uri), an Gült über 100 Gl. ab Ennermatt zu Brügg vom 3. November 1565 (Kirche-Bürglen) ; c) auf Papierurkunden: Gerichtsurteil
vom 23. Februar 1582 (Pfarrarchiv Spiringen) und Urteil vom 13. Februar 1567 wegen des Holzzuges des Werni Jauch beim Leitschach (Gem. Archiv Erstfeld).

Quelle:  
Schmid von Uri, Landammann & Ritter Jost Dietrich der Grosse (I7750)
 
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Der 45. Landammann von Uri (Amtsperioden 84 und 88) - Peter von Pro

Peter von Pro, in Seedorf, Landammann 1567—99 und 1585—86, Sohn des Landvogt und Seckelmeister Jakob und der Adelheid im Ebnet, † 19. November 1585.

Die höhere Bildung holte sich Peter Apro auf der Universität Freiburg, wo er 1535 immatrikuliert ward, und begann die Ämterlaufbahn 1541 als Landschreiber von Lugano; 1554 wurde er Landesfürsprecher und Vogt des Klosters Seedorf, kgl. Kammerherr in Frankreich; 1555 Oberster Hauptmann des ehemaligen Regimentes Hug, nun Apro, in franz. Diensten tat er sich im Feldzug in Piémont hervor, nahm 1562 teil an der Schlacht zu Dreux, 1567 zu St. Denis und 1569 in den Treffen zu Farnac und Moncontour.

Peter von Pro oder Apro trat 1564 in die Regierung seines Heimatkantons, rückte schon 1565 zum Statthalter vor, seit 1568 auch Landeshauptmann; Tagsatzungsgesandter 1564—1585. Er war ein trefflicher Staatsmann, hervorragender Feldherr und grosser Wohltäter seiner Heimat (Fideikommisstiftung Apro).

Gattin: Dorothea Zumbrunnen, Tochter des Landammann Mansuetus und der Barbara Aschwanden.

Als äusseres Wahrzeichen seines Reichtums und Ansehens schuf Jakob Apro 1556—58 das Weiherschloss in Seedorf, eine reizende Schöpfung der ausklingenden Gotik, das ein die Zeiten überdauerndes Denkmal der Familie von Pro geworden ist. Peter Apro erst verlegte seinen Wohnsitz nach Seedorf.
Der monumentale Ofen von 1562 im Schlosse trägt die Wappen Apro und Zumbrunnen. Im Vorgefühl des baldigen Unterganges seines Geschlechtes bestimmte Peter 1578 das Schloss Apro nebst zahlreichen Gütern zu einer Stiftung für Erziehung armer Kinder. In seinem Schloss zu Vignaccia wie am Donjon ist das Wappen Apro angebracht mit dem Wahlspruche: „Pro Libertate Oua Non Ferenda".
Am 8. Januar 1546 erhielt Jakob Apro von Kaiser Karl V. in Utrecht einen Adelsbrief für sich und seinen Sohn Peter als Reichsritter, nachdem Franz I. 1544 die Beiden in den französischen Adelsstand erhoben.

Das Wappen, zwei gegeneinander springende Windhunde in blauem Feld, erhielt von König Franz I. von Frankreich im April 1544 eine Besserung durch Beifügung der französischen Lilie. Saither halten die Windhunde die Lilie. Den Helm aber ziert eine Puppe mit der Lilie auf der Brust. Am 8. Januar 1546 bestätigte Kaiser Karl V. dieses Familienwappen. Dr. Theodor von Liebenau hat von diesem Landammann Apro im 9. historischen Neujahrsblatte von Uri für das Jahr 1903 ein treffliches Lebensbild gezeichnet.

Die Siegel-Abbildung No. 88 rührt von einem Siegelabdrucke her in einer Holzkapsel von einer Gült d. d. 18. Dezember 1566. Das Siegel hat 3,2 cm Durchmesser ; im Schild von 12 X 13 mm ist das Wappen (2 Windhunde mit überhöhter Lilie) mit der Puppe als Helmzier; oben durch geht das Querband mit den Buchstaben: ,,P. V. PRO".

Quelle: 
von Pro (a Pro), Landammann Peter (I2622)
 
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Der 46. Landammann von Uri (Amtsperiode 89) - Heinrich Püntener

Heinrich Püntener, in Altdorf, Landammann 1577—79» Sohn des Landvogt Heinrich und der Magdalena von Beroldingen, † 1580.

Gattin:
1. Anna Dietlin, Tochter des Landammann Johannes und der Verena Hermann;
2. Anna Imhof von Blumenfeld, Tochter des Landammann Kaspar.

Wappen: geviertet: 1 und 4 in Gold schwarzer Stierkopf, 2 und 3 in Schwarz
goldener Feuerstahl, überhöht von silbernem Tatzenkreuz.

Heinrich Püntener führte das ursprüngliche Familienwappen, identisch mit dem Landeswappen, obschon das eigentliche Wappen der „Büntiner", der Feuerstahl, einem gestürzten ,,B" mit Kreuz ähnlich, bereits 100 Jahre zuvor in Übung kam. Vorerst war Püntener 1556 und 1557 Landvogt zu Locarno. Als solcher bewirkte er eine bessere Einheit im Strafrechte und eine Reduktion der Löhne und Gebühren für die Landvögte von Locarno, Lugano und Mendrisio, welche Entlastung der Untertanen noch 1556 durch die Tagsatzung verfügt wurde. In den Jahren 1561 bis 1580 vertrat Heinrich Püntener seinen Kanton als Tagsatzungsgesandter; während 10 Jahren, von 1567 bis 1577 hielt er das Landesstatthalteramt inne.

Ich konnte drei verschiedene Siegel eruieren, welche bei diesem Landammann im Gebrauch waren:

1. Eine Gült auf Peter Gurtenmund's Haus in Altdorf, vom 18. Januar 1573, trägt das Siegel des Statthalters Püntener, 28 mm im Durchmesser; es zeigt das alte Wappen, den Stierkopf, und auf fliegendem Schriftband in Majuskeln ,,S. HEINRICH BVNTTINER" (Siegel-Abb. No. 89).
Urkunden vom 7. Juli 1571 und 12. Februar 1573 im Staatsarchiv Luzern (Uri, Fasz. II—V), tragen dieselbe Besiegelung.

2. Ein Exemplar vom Jahr 1578 aus meiner Siegelsammlung im Durchmesser von 33 mm zeigt das neue, gevierte Wappen (1/4 Stierköpf, 2/3 Feuerstahl mit Kreuz; Helmzier: steigender Stier mit 6-zackigem Stern an beiden Hörnern); 2,5 mm hohe Umschrift im Kreise: ,,S. HEINRICH BVNTINER". (Siegel-Abb. No. 90.)

3. In der Sammlung des Landesmuseums ist ein Rundsiegel von 1580 von 17 mm. Im Rundschild von 8 mm ist das hievor beschriebene Wappen mit Helmzier
(Siegel-Abb. No. 91).

Quelle:  
Püntener, Landammann Heinrich (I4411)
 
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Der 47. Landammann von Uri (Amtsperiode 90) - Johannes Zumbrunnen III.

Johannes Zumbrunnen III., in Altdorf, Landammann 1579—81, Sohn des Landammann Mansuetus und der Barbara Aschwanden; f 1588.

Gattin: Anna Schuler.

Wappen: Das ursprüngliche Wappen ist bei No. 16 beschrieben. Landvogt Ulrich und Landammann Mansuetus Z. führen als Wappen auch eine „Mundus- kugel mit Kreuz". Das endgültige Wappen blieb ein sprechendes: in Gold oder Rot ein silberner, 6-eckiger Brunnen, mit Wildmann, einen Brunnen tragend, als Helmzier; durch eine Wappenbesserung kam eine goldene Lilie auf die Brunnensäule. Auch im Wappenbuch der Straussengesellschaft von 1645 sind dieselben Tinkturen und Formen belegt.

Johannes war vorerst Landschreiber zu Lauis 1550 und 1551, des Rats, Säckelmeister 1558, Tagsatzungsgesandter 1558—87, Landvogt im Thurgau 1564—66, Landessäckelmeister 1569, Statthalter seit 1570, und erhielt 1563 die Würde eines römischen Ritters und 1567 den hl. Michaels-Orden.

Dierauer nennt Zumbrunnen „einen Mann von wahrhaft edler Gesinnung, einen charakterfesten Mann, der keine Pensionen annahm". Johannes Z. ist tatsächlich der Hervorragendste dieses vornehmen Geschlechtes, ein intimer Freund des hl. Kardinal Karl Borromäus und mit Ritter Melchior Lussi ein Hauptförderer der katholischen Interessen in der Urschweiz. Die katholischen Orte sandten ihn nach Rom als ihren Vertreter zum Abschluss der tridentinischen Verhandlungen 1562 und 1563. Altlandammann Z. war auch Gesandter zu König Heinrich III. von Frankreich 1582 und zur Beschwörung des mit König Philipp II. errichteten Bundes zu Mailand 1588. Angewidert von der Doppelzüngigkeit der Politik zog er sich zeitig vom öffentlichen Leben zurück, seine Tätigkeit meist nur noch der kirchlichen Reform widmend. Dem Kloster Einsiedeln stiftete J. Z. 1580 seine Wappenscheibe und der Kirche St. Martin zu Altdorf 2000 Gl. sowie mit seinem Bruder Josue im Jahr 1582 die Frühmessglocke.

Das Mandat des Landvogt Hans Zumbrunnen im Thurgau (St. A. Zürich) auf Papierurkunde von 1565 weist den Siegelabdruck von 32 mm. Das Siegelbild zeigt den sechseckigen Brunnen mit 2 Röhren und hoher verzierter Säule. Auf dem Schriftband: „HANS ZVM BRVNNEN" (Siegel-Abb. No. 92).

Das Stiftsarchiv St. Gallen liefert uns noch weitere Belege:

a) einen Brief d. d. 23. November 1572, mit hochovalem Siegelabdruck von 26 x 21 mm; Wappen wie hievor; Umschrift in 1,5 mm hohen Majuskeln: „IO- HANNES * ZUM * BRUNNEN" (Siegel-Abb. No. 93).

b) verschiedene Schreiben aus den Jahren von 1572 bis 1576, enthaltend die Abdrucke eines Ringsiegels von 14 X 13 mm. Über dem Wappenschild von 9 X 9,5 mm mit dem sechseckigen Brunnen befinden sich die drei Initialen „HZB" (Siegel-Abb. No. 94).

Quelle:  
Zumbrunnen, Landammann & Ritter Johannes (I5086)
 
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Der 48. Landammann von Uri (Amtsperiode 92 - )Sebastian Tanner

Sebastian Tanner, von Altdorf, Landammann 1583—1585, Sohn des Hauptmann und Ritter Jakob und der Katharina Arnold von Spiringen.

Wappen: in Rot ein goldener Löwe auf grüner Fläche unter einer Tanne ruhend. Die Tinkturen bestätigt auch das Wappenbuch der Straussenbruderschaft Altdorf von 1645.

Gattin: 1. Barbara Imhof ; 2. Magdalena Feer von Castelen, Witwe des Obersten H. Thammann.

Tanner erbaute um die Mitte des 16. Jahrhunderts das Haus in der Langmatte zu Altdorf, welches einige Jahrhunderte im Besitze dieser Familie war.

Sebastian Tanner ward 1562 zur Beschwörung des mit König Heinrich III. von Frankreich erneuerten Bundes entsandt, 1565 zum Ritter des St. Sylvesterordens geschlagen und durch Papst Pius IV. zum Gardehauptmann zu Ravenna ernannt, welches Ehrenamt er von 1566 bis 1590 innehatte. Er wurde ferner Spitalvogt und Mitglied des 1. Schulrates zu Altdorf, nach dem Treffen von Dye am 13. Juni 1575 zum Regimentsoberst in kgl. franz. Diensten befördert, Gesandter der Tagsatzung 1576 nach Lyon wegen Soldrückständen und 1582 an König Heinrich III., 1579—Landesstatthalter, 1580 Landeshauptmann, Tagsatzungsgesandter 1581 bis 1589. Dieser Landammann kann in die Reihe der bedeutenderen Staatsmänner gezählt werden, zudem war er auch wohl der tüchtigste Feldherr, den Uri im 16. Jahrhundert besass. Er legte sich das Adelsprädikat „von Tanneck" bei. Bei der Belagerung von Pontoise erlag er am 16. Januar 1590 seinen Verwundungen.

Als Bote von Uri und Schiedsrichter mit Jakob Muheim des Rats besiegelte Tanner den Spruchbrief vom 24. April 1588 zwischen den beiden Appenzell (Landesarchiv Appenzell A. III, 78). Das Rundsiegel hält 34 mm im Durchmesser und in 2 mm hohen Majuskeln die Umschrift ,,* S. SEBASTIAN ° TANNER * ". Der Wappenschild von 13 x 9—13 mm trägt als Helmzier einen Löwen mit geschulterter Tanne. Im Wappen ruht der Löwe unter der Tanne. (Siegel-Abb. No. 128.)

Quelle:  
Tanner, Landammann & Ritter Sebastian (I16566)
 
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Der 49. Landammann von Uri (Amtsperioden 94 und 100) - Ambros Püntener

Ambros Piintener, in Altdorf, Landammann 1586—88 und 1598—1599, des Landvogt Heinrich und der Maria Wichser, † im September 1598 im Amte.

Ambrosius ward am 19. März 1555 an der Universität Freiburg immatrikuliert. Der Historiker Aegidius Tschudy, dem er viele Angaben über Uri vermittelte, nannte ihn „einen gelehrten Mann". Püntener widmete sich frühzeitig dem Militär- und Kriegsdienste, und brachte es bis zum Hauptmann.

Gattinnen: 1. Ursula von Magoria aus Locarno, 2. Barbara von Ury, 3. Anastasia Tschudy von Wasserstelz, aus Glarus. Durch seine 1. Ehe gelangte Ambros P. in den Besitz der Casa dei Nobili (del Negromante) in Locarno.

In den Jahren 1568 bis 1570 war Püntener Kirchenvogt von Altdorf, erstes Mitglied des neugeschaffenen Schulrates in Altdorf; 1570 Ehrengesandter zum Syndikat in Lauis; Statthalter 1583—1586, Tagsatzungsgesandter 1583—1598. Seit 1570 wird er Ritter genannt.

Luzern schenkte Landammann Püntener 1598 das Bürgerrecht dortselbst. Die Tagsatzung beauftragte ihn 1587 und 1598, beim französischen Ambassador und nötigenfalls beim König selber die Begleichung alter Soldrechnungen und Forderungen der Eidgenossen zu erwirken, ebenso erhielt er 1586 verschiedene diplomatische Missionen an den Gubernator von Mailand.

Wappen: Geviert : 1 und 4 in Gold ein schwarzer Stierköpf mit rotem Nasenring, beseitet von zwei schwarzen Sternen; 2 und 3 in Schwarz ein goldener Feuerstahl,
überhöht von silbernem Tatzenkreuz. F. V. Schmid führt in Uraniens Gedächtnistempel das ältere Wappen mit folgenden Tinkturen an : in Gelb ein schwarzer Stierkopf mit roter Zunge und Nasenring, beseitet von 2 roten sechszackigen Sternen.
Von Varianten sei erwähnt : 1 und 4 in Gold schwarzer Stierkopf, beseitet von 2 silbernen Sternen; 2 und 3 in Gold schwarzer Feuerstahl, mit silbernem Tatzenkreuz.

Ambros P. bringt in seinem Siegel das viergeteilte Wappen zur Darstellung, gleich dem hievor geschilderten Wappen. Der hier abgebildete Siegelabdruck No. 129 von 32 mm Durchmesser befand sich an einer Gült vom 5. Dezember 1585 ab Hofstatt zu Sigmanig in Bürglen. Der Wappenschild misst 10—12 X 10—14 mm. Der Stier mit Nasenring, die Hörner beseitet von 2 Sternen, bildet die Helmzier. Die 1⅟2 mm hohe Umschrift in Majuskeln lautet ,,S. AMBROSIUS BUNTINER".

Quelle:  
Püntener, Landammann & Ritter Ambros (I7812)
 
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Der 50. Landammann von Uri (Amtsperioden 96 und 103) - Johann Jakob Troger

Johann Jakob Troger, in Altdorf, Landammann 1588 bis 1590 und 1601 bis 1603, t 1607.

Eltern: Hauptmann und Landvogt Heinrich und Magdalena Morosini.
Gattin: 1. Apollonia Gisler, des Andreas und der Anna Willi; 2. Regina Dietlin, t 1622.

Troger begann seine Laufbahn 1565 als Landschreiber, avancierte zum Ratsherr, Hauptmann, Tagsatzungsgesandter 1570 bis 1606, wurde Landvogt von Mendrisio 1570—72, Gesandter der katholischen Orte 1576 nach Frankreich, 1591 nach Rom an Papst Gregor XIV. zur Huldigung und 1604 nach Mailand zum Bundesschwur. In Altdorf bekleidete er das Amt als Spitalvogt 1576 bis 1578, Kirchenvogt 1580 bis 1582 und Dorfvogt in den Jahren 1574 und 1575. Die Landsgemeinde 1586 wählte Troger zum Statthalter. 1587 erhielt er die Würde eines Ritters des St. Michaels-Ordens.

Das Urteil des Fünfzehner-Gerichtes vom 31. Mai 1602 wegen Zoll- und Weggeldern am Gotthardpass, und die Bürgschaft vom 21. Oktober 1602 des Jakob Hartmann für die Niederlassungsgebühr des Jakob Hotz in Schwyz (St. Archiv Schwyz No. 1236) ist beglaubigt mit dem Siegel des Landammann Troger, von 34 mm Durchmesser. Umschrift in 2 mm hohen Antiqua-Majuskeln: „IOHANN IACOB TROGER : RITTER". Schild von 13 X 10—12 mm, mit Wappen: 2 entwurzelte Tannen kreuzweise übereinander liegend, mit je einem Stern unten und oben. Helmzier: Wildmann, in jeder Hand eine entwurzelte Tanne haltend (Siegel-Abb. No. 130).

Quelle:  
Troger, Landammann Johann Jakob (I2277)
 
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Der 52. Landammann von Uri (Amtsperiode 97) - Sebastian von Beroldingen

Sebastian von Beroldingen, in Altdorf, Landammann 1592—-1594, f 1610. Eltern: Josue, Landammann, und Katharina von Heideck.
Gattin: 1. Apollonia Reding von Biberegg; 2. Columbina Tschudy von Grepp-
lang, Tochter des Landvogt Balthasar (Ehebrief vom 27. September 1593 im historischen Museum zu Altdorf).

Sebastian v. B., geboren 1550, holte seine Bildung in Mailand, war zeitweise
Offizier in der päpstlichen Garde zu Bologna, bekleidete 1576—1588 die Stelle
als Landschreiber von Lugano, 1589 Hauptmann im Regiment Tanner in französischen Diensten, avancierte am 4. Februar 1590 zum Oberst, ist in Altdorf
Kirchenvogt 1588-—1590, vertrat Uri als Tagsatzungsgesandter von 1591—1602, wurde 1593 Pannerherr und 1594 Landeshauptmann.

Am 17. November 1598 ernannte ihn Papst Clemens VIII. zum Comes Pala- tinus, Eques Auratus und Aulae Laterani Eques. Das lateinische Diplom ist im Urner Neujahrsblatt 1928, Seite 49, wiedergegeben. Bekanntlich waren die In- signien dieser Ritterschaft eine goldene Kette, Schwert und goldene Sporen. Im
gleichen Jahre verlieh ihm die Landsgemeinde von Nidwaiden das dortige Ehrenbürgerrecht.

Noch 1602 war Sebastian von B. nominell Oberst in dem Regiment Lussy, das vom König von Frankreich, vom Papst und von Venedig besoldet wurde. Er bekleidete viele Botschaften nach Mailand, so 1587 und 1589 wegen Erhaltung des helvetischen Kollegiums, 1593 zur Erzielung eines Abkommens betr. die Verfolgung von Banditen, in Handelsangelegenheiten, 1600 wegen Soldansprüchen, Salztransit.

Das Schloss und die Güter zu Beroldingen auf Seelisberg erhob er zu einem ewigen Fideikommiss.

Ich konnte 4 verschiedene verwendete Siegel feststellen:

a) Der Siegelabdruck in Holzkapsel, herrührend von einer Gült der Pfarrkirche Bürglen vom 20. Oktober 1592, hat 32 mm Durchmesser. Die Inschrift von I und 2 mm hohen Antiqua-Majuskeln „SEBÎ VO. BEROLD INGEN. VRI LKNDKTl" und das Wappen mit Helmzier ist von einem 1 mm breiten Kranz eingefasst (Siegelabb. No. 6).

b) Ein weiterer Abdruck vom 31. Dezember 1592 misst 3,4 cm im
Durchmesser; die 2 mm grosse Umschrift ,,S. SEBKSTIKN V. B-'OLDINGEN" wird unterbrochen durch den Wappenschild von 13 mm Höhe und die Helmzier
(Siegelabb. No. 7).

c) Siegel von 36 mm am Ehevertrag vom 27. September 1593 zwischen Oberst
Seb. von Beroldingen und Collobina Tschudi (Histor. Museum, Altdorf), eingefasst von 2 mm breitem Kranz. Inschrift in 2 mm hohen Majuskeln ,,S. SEBK-
STIKN V. B-'OLDINGEN". (Siegelabb. No. 8.)

d) Das Siegel am Ehekontrakt des Hieronymus Arnold und der Anna Judith
von Beroldingen vom 21. Februar 1599 (im Histor. Museum von Uri) ist etwas grösser als das Vorbeschriebene, sonst aber demselben ähnlich (Siegelabb. No. 9).

Alle vier Siegel weisen das gevierte Wappen (1 und 4 Löwe, 2 und 3 Reichsapfel) mit dem Löwen als Helmzier.

Quelle:  
von Beroldingen, Landammann & Ritter Sebastian (I3226)
 
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Der 54. Landammann von Uri (Amtsperioden 99 und 109) - Peter Gisler

Peter Gisler, von Bürglen, Landammann 1596—1598 und 1615—-1617. Er ist geboren 1548 zu Bürglen und f 15. Dezember 1616 im Amte. Gattin: 1. Ursula im Ebnet, 2. Anna Maria Pfyffer, Tochter des Statthalter Balthasar Pfyffer, von Luzern.

Wappen: Das ursprüngliche Wappen weist in Gold ein von 2 Sternen beseitetes schwarzes fussgesparrtes Kreuz als Fortsetzung eines ,,M". Landvogt Melchior Gisler hat in seinem Siegel an dem Bericht vom Freitag nach St. Ulrichstag 1526 (Stiftsarchiv St. Gallen) noch dieses Wappenzeichen. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts führt die Familie in Gold ein Schwert (auch über grünem Dreiberg). Die Helmzier bildet ein Löwe mit gezücktem Schwert. Landvogt Johannes Gisler trägt das neue Wappen (Beleg: besiegelte Urkunde vom 17. März 1560 über Einsetzung von Mathäus Mustkay als Pfarrer in Thal; Stiftsarchiv St. Gallen M. 2. W.). Das Wappenbuch der Straussenbruderschaft von 1645 enthält das neuere Wappen ebenfalls in den beschriebenen Tinkturen.

Peter Gisler war in jungen Jahren Hauptmann zu Venedig, zeichnete sich L573 in Dalmatien aus, später auch als Hauptmann in Frankreich; seit 1577 als Landsfähnrich der Regierung angehörend, 1577—1616 Tagsatzungsgesandter, 1582 Gesandter nach Paris zur Besiegelung des Bündnisses mit Heinrich III. von Frankreich, erbaute in demselben Jahre die Tellenkapelle zu Bürgten und schrieb deren Stiftungsurkunde, machte 1583 eine Wallfahrt nach Jerusalem, die er beschrieb, und erhielt die Würde als Ritter des hl. Grabes, 1588—1590 Landvogt in der Riviera, 1590—1592 Kommissar zu Bellenz, 1594 und 1595 Landesstatthalter, tatkräftiger Abgeordneter Uri's im Walliserhandel 1602 und 1603, Gesandter nach Mailand 1604, seit 1606 Landeshauptmann, baute 1609 das stattliche, heute noch erhaltene Wohnhaus in Bürglen. Er genoss nach übereinstimmenden Berichten das grösste Ansehen beim Volke und betätigte sich auch als Freund der Geschichte. Kardinal D'Aquino bezeugt: „Der Landammann Peter Gisler, der unter seinen Landsleuten den grössten Einfluss geniesst, ist ein Mann von reinen Absichten und steht besonders desshalb in der grössten Achtung, weil er neutral ist und gar
keine Pensionen annimmt."

Das Historische Museum in Altdorf besitzt ein prächtiges Buffet mit den Wappen des Landammann Peter Gisler und seiner Ehefrauen, ebenso eine Landsfähnrich Wappenscheibe desselben aus dem Jahre 1577. Eine Wappenscheibe von 1590 in der Sammlung des Lord Sudeley ist im „Schlachtjahrzeit von Uri" von Dr. E. Wymann wiedergegeben ; aus dem gekrönten Helm wächst ein Löwe, der statt eines Schwertes hier einen geteilten Kartuschenschild mit den Abzeichen der Ritterschaft des hl. Grabes in den Pranken hält.

Als Landammann und Statthalter bediente sich Peter Gisler des hier wiedergegebenen Siegels von 36 mm mit der 2—2% mm hohen Umschrift „S * PETER * * GISLER* ". Im Wappenschild von 13 X 12—-9 mm ist das Schwert auf punktiertem Grunde und als Helmzier ein Löwe mit Jerusalems-Grabritterkreuz in Medaillon zwischen den Pranken (Siegelabb. No. 12). Als Belege seien folgende von G. besiegelte Urkunden erwähnt: a) Fünfzehner-Urteil vom 21. April 1595 betr. Auftrieb auf Mettenerbutzli (Pfarrarchiv Spiringen) ; b) Urteil des Fünfzehnergerichtes vom 27. April 1596 gegen alt Hans Zwyssig (Staatsarchiv Obwalden No. 172).

Das Staatsarchiv Tessin verwahrt in der Abt. Leventina einen Entscheid betr. Ursern und Leventina von 1594, versehen „mit min dess obgemelten Richters Peter Gysier der Zit Stathalter und Landtsfendrich zuo Ury anhangendem Insigell von Gerichtswegen".

Quelle:  
Gisler, Landammann & Ritter Peter (I17215)
 

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