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https://stammler-genealogie.ch/relationship.php?altprimarypersonID=&savedpersonID=&secondpersonID=I1&maxrels=1&disallowspouses=0&generations=50&tree=StammlerBaum&primarypersonID=I2353

 
von Schwaben (von Burgund), Königin Bertha (I2353)
 
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Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Berta_von_Alamannien

Berta von Alamannien (* um 907; † nach 2. Januar 966), als Gattin von Rudolf II. Königin von Hochburgund und nach der Vereinigung von Hoch- und Niederburgund ab 933 Königin von Burgund, in der Schweiz meistens Bertha von Schwaben genannt. Nach 937 wurde sie durch Heirat auch Königin der Lombardei.
Berta war die Tochter des Herzogs Burchard II. von Schwaben. Nachdem die expansiven Herrscher von Hochburgund ihre Ostgrenze auf Kosten Schwaben-Alamanniens von der Aare an die Reuss verlegten, dann aber 919 in der Schlacht bei Winterthur eine Niederlage erlitten hatten, wurde Berta wohl 922 als Versöhnungsgeste mit König Rudolf II. von Hochburgund vermählt. Die gemeinsame Tochter Adelheid wurde in zweiter Ehe die Gattin von Kaiser Otto I.
Rudolf und Berta wurden große Kirchenstifter in der Westschweiz. Nach Rudolfs Tod 937 amtierte Berta zeitweise als Vormund von König Konrad von Burgund. Sie heiratete am 12. Dezember 937 König Hugo von Italien Die Ehe blieb unglücklich; nach Hugos Tod 947 verbrachte Berta den Rest ihres Lebens wieder nördlich der Alpen, wobei die Angaben unsicher sind.
Berta hat die Gründung des Marienkloster Payerne, das nach ihrem Tod von ihrer Tochter, Kaiserin Adelheid über der Grablege der Mutter zum Zwecke der Memoria (siehe auch Memorialwesen) errichtet wurde, mit Schenkungen befördert.
Sie ist eine sagen- und legendenumwobene Identifikationsfigur in der französischsprachigen Schweiz (die gute Königin Bertha, La reine Berthe), auch etwa bei der Gründung des Kantons Waadt. Mit der Reformation wurde ihr Bild von der guten Herrscherin zu jenem der vorbildlichen Hausfrau umgedeutet. Ein weiterer Beiname, Berta die Spinnerin, leitet sich daraus ab.

Literatur
• Ernst Tremp: Bertha. In: Historisches Lexikon der Schweiz
Weblinks
 Commons: Berta von Alamannien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Historischer Bericht über Berta von Alamannien (PDF-Datei; 71 kB) 
von Schwaben (von Burgund), Königin Bertha (I2353)
 
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Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Königreich_Burgund

Königreich Niederburgund (ab 880)

877, zwei Jahre nachdem er die burgundischen Lande geerbt hatte, starb Karl der Kahle (Westfrankenreich). Sein Sohn Ludwig der Stammler konnte nicht verhindern, dass sich noch im selben Jahr ein burgundischer Adliger, Graf Boso von Vienne, selbständig machte. Boso ließ sich 880 mit Hilfe des Papstes Johannes VIII. und auf Drängen seiner Gattin Irmengard, einer Tochter Ludwigs II. von Italien, auf einer Versammlung der Großen zu Mantala (Montaille bei Vienne) zum König von Burgund und der Provence proklamieren. Er begründete somit das Reich Niederburgund, das auch das cisjuranische Burgunderreich genannt wurde, oder nach seiner Hauptstadt Arles das Königreich Arelat. Boso konnte sich gegen den neuen König des Ostfrankenreiches, Karl den Dicken (876–887, seit 880 auch König von Italien und seit 881 Kaiser), behaupten, jedoch den äußersten Nordosten seines Landes, Wallis, Aosta und Savoyen, nicht halten.

Ludwig der Blinde, König von Niederburgund 887–924, König der Langobarden (König von Italien) 899–905, Römischer Kaiser 901–905, war der Sohn Bosos und dessen Gemahlin Irmengard. Nach seines Vaters Tod huldigte er als unmündiger Erbe gemeinsam mit seiner Mutter dem ostfränkischen König und Kaiser Karl dem Dicken und empfing von ihm sein Erbe als Lehen. In demselben Verhältnis stand Ludwig auch zu Karls Nachfolger Arnulf von Kärnten. Ludwig wurde 899 König der Langobarden und wurde 901 von Papst Benedikt IV. zum Kaiser gekrönt. 905 unterlag er Berengar von Friaul, der ihn blendete und aus Italien vertrieb. Graf Hugo von Provence war ab 905 Regent von Niederburgund und ab 924 König von Niederburgund. Seit dem Rückzug Rudolfs II. von Hochburgund im Jahre 926 war er zugleich König von Italien.

Königreich Hochburgund (ab 888)

Nach der Absetzung Karls des Dicken (888) zerfiel das Ostfrankenreich und auf dem Boden seiner burgundischen Landesteile proklamierte sich 888 in Saint-Maurice der Welfe Rudolf I. (888–912), ein Neffe des Königs Hugo von Frankreich, zum König von Hochburgund. Das Reich umfasste die spätere Freigrafschaft Burgund (Franche-Comté) und die Markgrafschaft Transjuranien. Im selben Jahr schlug der Schwager von Rudolf I., Richard der Gerichtsherr (858–921) – Gründer des westlich der Saône gelegenen mittelalterlichen Herzogtums Burgund – die Normannen bei Saint-Florentin. Diese waren 888 in Burgund eingefallen und hatten Bèze geplündert.

Rudolf II. von Hochburgund (912–937) führte mehrere Kriege zur Ausdehnung Hochburgunds gegenüber Alamannien. Er erwarb um 912/19/26 Basel und Gebiete im Aargau. Erst die Neugründung des Herzogtums Schwaben unter Burchard II. verhinderte eine weitere Ausdehnung. In der Schlacht bei Winterthur (919) wurde Rudolf entscheidend geschlagen. Schwaben und Hochburgund verbanden sich anschließend zur Durchsetzung beidseitiger Interessen in Italien – Rudolf II. heiratete Berta von Alamannien, eine Tochter Burchards II. Die Grenze zwischen Schwaben und Hochburgund wurde durch die Linie Huttwil-Aarwangen-Basel definiert. 922 wurde Rudolf von der gegen Berengar I. von Friaul, Kaiser und König von Italien, gerichteten Opposition nach Italien gerufen und besiegte Berengar. 926 zog er sich aus Italien wieder zurück und überließ es Hugo von Provence, dem König von Niederburgund. 
von Schwaben (von Burgund), Königin Bertha (I2353)
 
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Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20781.php

Bertha
957/961, Königin von Burgund. Tochter Hzg. Burchards II. von Schwaben und der Herzogin Reginlinde. Nach Burchards Sieg über Kg. Rudolf II. von Hochburgund bei Winterthur 919 wurde B. wohl 922 mit Rudolf vermählt. Als Königin trat sie wenig in Erscheinung. Nach Rudolfs Tod 937 wurde sie zum Instrument der Machtpolitik und von Kg. Hugo von Italien geehelicht. Nach offenbar unglückl. Ehe (laut Liutprand von Cremona) 947 zum zweiten Mal Witwe, verbrachte B. die letzten Lebensjahre in Burgugund. Mit Schenkungen leitete sie die Gründung des Priorats Payerne ein, die durch ihre Tochter Adelheid vollendet wurde. Adelheid liess B. vor dem 8.4.961 in Payerne bestatten. Die Tradition der Königin Bertha als Stifterin des Klosters Payerne geht von einem im frühen 12. Jh. fabrizierten "Testament" aus, das am Beginn eines in der Westschweiz bis heute wirkenden Nachlebens der "guten Königin Bertha" steht. Die spätma. Grabinschrift in der Klosterkirche wurde in der Reformation zerstört. Vom 15. Jh. an weitete sich der Gründungskult auf weitere burgund. Stifte aus: Saint-Victor in Genf, St. Ursen in Solothurn (hier anstelle der Königin Bertrada), St. Mauritius in Amsoldingen und Saint-Imier. Das Zepter auf einem der Siegel der Peterlinger Fälschungen wurde vom 17. Jh. an als Spinnrocken interpretiert und mit der Redensart "z.Z., da Bertha spann" in Verbindung gebracht. Kult und Legende erlebten vom frühen 19. Jh. an einen grossen Aufschwung: Bertha wurde zu einer Identifikationsträgerin des jungen Kt. Waadt (u.a. Schriften von Philippe-Sirice Bridel, angebl. Auffindung der Gebeine 1817, hist.-patriot. Umzüge). Literar. Bearbeitung erfuhr die Persönlichkeit B.s 1947 durch Charles-Albert Cingria.

Quellen
– MGH DD reg. Burg., 1977
– Corpus inscriptionum medii aevi Helvetiae 2, 1984, 210-212
Literatur
– H.E. Mayer, «Die Peterlinger Urkundenfälschungen und die Anfänge von Kloster und Stadt Peterlingen», in DA 19, 1963, 30-126
– HS II/2; III/2
– A. Lombard, La reine Berthe, 1988
– V. Durussel, J.-D. Morerod, Le Pays de Vaud aux sources de son Histoire, 1990, 73-82
Autorin/Autor: Ernst Tremp 
von Schwaben (von Burgund), Königin Bertha (I2353)
 
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(Ich denke der Schreiber obiger Fussnote hat sich um zwei Generationen vertan. Erst die Ehefrau ihres Enkels Johann Josef Jakob, die Maria Anna Ursula Gisler, war eine Tochter des Maximus Gisler und der Anna Maria Roth ??
Ein Ehepaar gleichen Namens das zwei Generationen früher gelebt hat ist im Stammbuch nicht zu finden. ms)

Vergl: https://stammler-genealogie.ch/getperson.php?personID=I16984&tree=StammlerBaum 
Gisler, Katharina (I18031)
 
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1) Die Eltern der Barbara Arnold hiessen: Waltert d.R. und Barbara Tschudi. Ihr Gemahl Anton Scolar stammte von Fiesco aus der Landschaft Livinen. Anno 1644 wurde ihm das Landrecht von Uri geschenkt. Sein Vater Anton Waltert Scolar war Statthalter zu Livinen 1627, sein Grossvater Franz Anton Landeshauptmann und Statthalter zu Livinen (1603), sein Urgrossvater Johann Waltert Scolar zog 1563 von Mailand nach Livinen und erhielt deshalb das Landrecht. 
Scolar, Anton (I18423)
 
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1) Lusser: Ein Geschlecht in dem Lande Uri, welches seinigen für das von Lusse oder Luze aus......? Walter und Konrad anno 1257 gelebt, achten, und aus welchem der obgenannte Werner anno 1460 Landvogt zu Livenen, anno 1466 der erste Landvogt von Uri in dem Thu......? und anno 1489 Landsfähndrich worden und acht Söhne gezeugt, davon einige das Geschlecht fortgeführt.
/: Auszug aus dem eidgenössischen Lexicon von Leu, Staats...... Zürich :/ 
Lusser, Landvogt & Fähndrich Werner (I16817)
 
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1) Waltert lebte ums Jahr 1226 und war ein Sohn des Landammann Werner von Attinghausen und der Richenza von Löwenstein. Er bekam bei der Theilung des väterlichen Erbes das Schloss Zum Brunnen und seither verliess er den väterlichen Geschlechtsnamen und nannte sich Zumbrunnen. 
Zum Brunnen (von Attinghausen), Waltert (I3864)
 
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20.7.1728 Altdorf (UR), 18.8.1783 Altdorf, kath., Landmann von Uri. Sohn des Johann Sebastian ( -> 7) und der Maria Kunigunda Stricker. Bruder von Johann Joseph Anton ( -> 6) und Joseph Stephan ( -> 10). ∞ 1756 Rosa Dominika Crivelli, Tochter des Franz Maria Josef Leonz Crivelli. Früher Eintritt in span. Dienste, 1746 Kriegsgefangenschaft, Hauptmann. 1751 Landesfürsprecher, 1761-83 Tagsatzungsgesandter, 1768-80 Landessäckelmeister, 1780-82 Landammann. J. versah das lukrative Amt des Salzdirektors.

Literatur
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15546.php 
Jauch, Landammann Karl Josef (I7725)
 
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23. Landammann, Johannes Fries

Johannes Fries, von Altdorf, Landammann 1463—1467, 1469—1471, 1476—77, 1485—1487; j nach 1491.
Die Familie Vrieso oder Fries stammt ursprünglich aus Ursern und siedelte im 14. Jahrhundert nach Schattdorf und später nach Altdorf über.
Vorerst war Johannes Fries Landschreiber bis zu seiner Wahl in die Regierung 1462; in diesem Jahre sass er neben Bruder Klaus in einem Schiedsgericht zu Stans zur Schlichtung eines Spans zwischen dem Kloster Engelberg und der Pfarrei Stans. Von 1462 bis 1488 vertrat Fries seinen Kanton als Tagsatzungsgesandter auf eidgenössischen Zusammenkünften und Konferenzen. Seine Gattin, Margret der Frowen, war die Tochter des Pannermeisters Werner, und f 23. Mai 1503 laut Rechnung der Kanzleibruderschaft am Grossen Münster in Zürich. Alt Landammann Fries zog um 1490 nach Zürich. Die Tochter Elsa ward Landammann Andreas von Beroldingen angetraut und Dorothea heiratete f Hans Jakob Grebel, Landvogt zu Grüningen, 1499—1512.

Wappen:, in Silber zwei stehende, gekreuzte rote Halbmonde; Helmzier: goldener Hirsch mit rotem, sechszackigem Geweih. Das Wappen kommt mit diesen Tinkturen auch in K. F. Schmids Wappenbuch von 1822 vor.

Als Vorsteher des Landes besiegelte Fries u. a. das Urteil des Fünfzehner- Gerichtes vom 4. Februar 1467 um ein Gut „Metlen" zu Spiringen (Pfarrlade Spiringen), die Urkunde vom 8. Dezember i486 über die Mess-Stiftung in Silenen des Landammann Andreas von Beroldingen, die Schenkung des Willy Rütiner an die Frühmesspfründe in Altdorf, vom 16. März 1487. Die Papier-Urkunde über den Rechtsspruch wegen einer Gadenstatt in Spiringen vom 24. Mai 1476 (Pfarrarchiv Spiringen) ist „versiglet mit iohansen Friesen vnsers land Ammans zuo vre insigel". Das Siegel hat 26 mm Durchmesser, der Wappenschild misst 12 auf 10 mm. Der Text auf dem Schriftband lautet: ,,s °iohanis°fries ° (Siegel-Abb. 80).
Weitere, von Altammann oder Statthalter Fries besiegelte Urkunden befinden
sich im Talarchiv Ursern (Entscheid vom 21. Juni 1467 wegen eines Waldes zu Schmidigen; Streitvermittlung vom 8. Juni 1484 zwischen dem Tal Ursern und der Abtei Disentis), im Kirchenarchiv Erstfeld (Abkurung der Tochterkirche Erstfeld
von der Mutterkirche Altdorf, vom 23. Mai 1477), und im Staatsarchiv Luzern (Kundschaftsbrief vom 23. Juli 1463 — Akten Weggis —, Kundschaftsbrief vom 28. Februar 1466 — Akten Zürich, Polizei). 
Fries, Landammann Johannes (I516)
 
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Andreas von Beroldingen 
*um 1440 , +10.3.1510, Landmann von Uri, in Altdorf (UR). Sohn des Niklaus, Landvogts, und der Margaretha von Mentlen. ∞ 1) Elisabeth Fries, Tochter des Johannes Fries, 2) Barbara Zurenseller, von Schattdorf. Der nach eigener Aussage des Schreibens unkundige B. besass Güter in Altdorf, Schattdorf und Erstfeld sowie die umfangreiche Stammliegenschaft der Familie in Seelisberg. Viele Kirchen des Landes wurden von ihm mit Stiftungen gefördert. B. war der Führer der Urner in den Burgunderkrkriegen und tat sich 1477 vor der Berner Obrigkeit als Sprecher des Saubannerzugs hervor, bevor ihn die Urner gleichen Jahres zum Landammann wählten. Dieses Amt bekleidete er 1477-79, 1487-90, 1496-99 und 1505-07. Er vertrat Uri 1478-1508 an den Tagsatzungen. Sein Hauptinteresse galt der ennetbirg. Politik, der er sein ganzes öffentl. Wirken unterordnete. Uri verdankt ihm den endgültigen Erwerb der Landvogtei Leventina, wo er nach seiner ersten Landammannszeit als Landvogt waltete (1481-83). Aufgrund seines Einsatzes auf Tagsatzungen und durch militär. Auszüge konnte bis 1500 für die Urschweizer Stände ferner die Herrschaft über Blenio, Riviera und Bellinzona gewonnen werden. 1509 ergriff B. Partei für Matthäus Schiner und machte sich um das Zustandekommen des Bündnisses zwischen Papst Julius II. und der Eidgenossenschaft verdient. Zum Dank liess ihm der Papst 1510 ein persönl. Belobigungsschreiben zukommen und verlieh ihm vermutlich auch den St. Silvesterorden.

Literatur
– E. Bizozzero, Andreas von B., 1935 
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus dem Historischen Lexikon der Schweiz: http://mobile.hls-dhs-dss.ch/m.php?article=D15488.php 
von Beroldingen, Landammann & Hauptmann Andreas (I5332)
 
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Anmerkung:
Es bestehen verschiedene Quellen, Theorien und Stammbäume über die von Attinghausen. Es ist demnach Unklar welche der verschiedenen Varianten die Richtige ist.

Waltert Zumbrunnen ein von Attinghausen?

In der Stammtafel die von Theodor von Liebenau erstellt wurde ist Waltert nicht aufgeführt.
siehe: http://stammler-genealogie.ch/showmedia.php?mediaID=8490&medialinkID=11890
Und doch schreibt auch er von einer Verbindung zu Richenza von Löwenstein und der Vererbung ihrer Burgen.
siehe 5): http://stammler-genealogie.ch/showmedia.php?mediaID=8494&medialinkID=11898

Anders wird es dagegen in der "Nobiliaire Militaire Suisse" des Jean-François Girard beschrieben. (s. Seiten 15 bis 29)
https://play.google.com/books/reader?id=7ewOAAAAQAAJ&hl=de&printsec=frontcover&pg=GBS.PR1
In diesem viel früher erschienenen Buch erscheint Waltert ganz klar als ein Sprössling von Attinghausen und von Schweinsberg.
Hier ist die filiation doch sehr unterschiedlich gegenüber Liebenau.

Jean-François Girard konnte mit viel älteren Original Dokumenten arbeiten als Theodor von Liebenau. Nach der Arbeit von Girard sind diese Dokmente bei einem grossen Feuer in Altdorf verbrannt. Deswegen und weil auch Liebenau eine Verbindung der Richenza von Löwenstein zu den von Attinghausen beschreibt habe ich hier im Stammbaum die Version von Girard dargestellt. (ms) 
Zum Brunnen (von Attinghausen), Waltert (I3864)
 
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Anna von Attinghausen
"Der Name dieser Schwester ist urkundlich nicht bekannt. Gestützt auf die äusserst unzuverlässigen Stammtafeln des Schultheiss v. Mülinen nennt Liebenau sie Anna und gibt sie dem Joh. v. Rudenz zur Frau, ebenso A. Willi in seinem Schriftchen : die Ritter und -Edeln des Haslitales (1881). Als Erben ihres „Oheims" Joh v. Attinghauscn erscheinen aber die Nachkommen des Heinrich von Rudenz : Johann, Wernher, Mechtild (Wittwe Johanns von Mos von Altdorf), Ita (Gattin Wifrids v. Silinen) und die Kinder ihres verstorbenen Bruders Jost (des Schwiegersohns und Mörders Rudolfs v. Erlach) : Heintzmann, Margaretha (später Gattin Hartmanns v. Burgistein) und Cäzilia." 
von Rudenz, Heinrich (Johann?) (I10459)
 
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Arnold, Johann Anton (von Spiringen)
um 1598 Altdorf (?), 11.4.1663 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri, 1654 Aufnahme ins Bürgerrecht von Luzern, in Altdorf. Sohn des Walter, Ratsherrn. ∞ 1) Magdalena von Beroldingen, Tochter des Heinrich, 2) 1644 Maria Apollonia Schmid, Tochter des Jost Dietrich, Ratsherrn und Hauptmanns in königl. franz. Diensten. Hauptmann in span. Diensten, Besitzer der Turmburg Rudenz in Flüelen. 1637 Zeugherr, 1648-50 Landvogt im Thurgau, 1651-53 Landesstatthalter, 1653-55 Landammann, 1655 Pannerherr. 1639-52 Tagsatzungsgesandter. Von der Stadt Luzern bestellter Schiedsrichter im Bauernkrieg, 1656 Vertreter Uris beim Frieden mit Bern und Zürich. Mitglied der span. Partei in Uri, Gefolgsmann von Oberst Sebastian Heinrich Crivelli.

Literatur
– F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
– Kdm UR 2, 1986, 104
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15484.php

 
Arnold von Spiringen, Landammann Johann Anton (I7790)
 
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Attinghausen [Schweinsberg], Werner II. von

geboren wohl vor 1255, gestorben 13.8. zwischen 1322 und 1329. Sohn Werners I. ∞ Margretha. Ritter, 1288 Herr zu Wartenstein. Nach 1288 hauptsächl. in Uri tätig. A. gehörte bereits 1290 zu den Führern der Urner Politik und trat als solcher verm. beim Bündnis vom Aug. 1291, sicher jedoch beim Vertrag desselben Jahres mit Schwyz und Zürich in Erscheinung. Spätestens 1294 war A. Landammann von Uri, welches Amt er wahrsch. bis zu seinem Tode innehatte.

Literatur
– GHS 4, 11-49
– R. Sablonier, «Innerschweizer Gesellschaft im 14. Jh.», in Innerschweiz und frühe Eidgenossenschaft 2, 1990, 16 f.
– Stadler, Uri 1

Autorin/Autor: Hans Stadler

Quelle: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15487.php

 
von Attinghausen (von Schweinsberg), Landammann Werner II (IV) (I6597)
 
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Attinghausen, Johannes von

1330 in Zürich erstmals erw., gestorben 7.7.1358/59. Sohn von Werner II. ( -> 3). Vetter von Thüring ( -> 2), Ritter, verschwägert mit den Fam. von Simpeln, Rudenz und Friberg. A. bewohnte die Stammburg in A., verfügte über beachtl. Grundbesitz, mehrere Wettinger und Fraumünsterlehen sowie zahlreiche Leibeigene; zudem betätigte er sich im Viehhandel und Solddienst. Ab 1337 besass er den Reichszoll in Flüelen gegen die Verpflichtung zur Heerfolge. Spätestens 1331-58/59 war A. Landammann von Uri: Er schlichtete 1331 den Krieg zwischen Ursern und der Leventina, schloss 1338 einen Zollvertrag mit Mailand zur Förderung des Gotthardtransits und war 1350 an der Grenzregulierung zwischen Uri und Schwyz beteiligt. Mit Rudolf Brun von Zürich setzte er sich besonders für die Bildung der achtörtigen Eidgenossenschaft ein. 1351 wurde auf sein Betreiben der zentrale Alpenraum zwischen Disentis, dem Goms und dem Monte Piottino (Leventina) in den Hilfskreis des Zürcher Bundesbriefs aufgenommen. 1354 wird A. als Rektor des Oberwallis erw. Ob er noch aktiv auf die 1359 erfolgte Ablösung der umfangreichen Rechte und Einkünfte der Zisterzienserklöster Wettingen, Rathausen, Kappel und Frauenthal in Uri hinwirkte, ist unsicher. Das Verhältnis zwischen A. und dem Urner Volk war zwar gespannt; die These vom gewaltsamen Sturz und der Zerstörung der Burg A. wird von der neueren Forschung aber abgelehnt. A. gehört zu den hervorragenden polit. Persönlichkeiten der sich bildenden achtörtigen Eidgenossenschaft und zu den frühen Förderern des Gotthardpasses.

Literatur
– GHS 4, 11-49
– R. Sablonier, «Innerschweizer Gesellschaft im 14. Jh.», in Innerschweiz und frühe Eidgenossenschaft 2, 1990, 22 f.

Autorin/Autor: Hans Stadler

Zitat aus:: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15486.php

 
von Attinghausen, Landamman Johannes (I10437)
 
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Aus der Geschichte der Trösch

Lexikon Leu/Holzhalb
Allgemeines Helvetisches, Eydgenössisches oder Schweitzerisches Lexicon, in welchem das, was zu wahrer Erkenntnuß des ehe- und dismaligen Zustandes und der Geschichten der Helvetischen und Eydgenößischen oder Schweitzerischen, wie auch deroselben Zugewandten und Verbündeten Länderen, so dann derer darinnen befindlichen Orten, Geschlechtern und fürnehmsten Personen, welche sich in Geist- und Weltlichen Stande, in den Wissenschaften und Künsten, in dem Krieg und sonsten hervorgethan und noch thun; erforderlich seyn mag, aus allen denen hievon handlenden gedruckten und geschriebenen Büchern und vielen sonst erhaltenenen schriftlichen Nachrichten, in Alphabethischer Ordnung vorgestellet wird von Hans Jacob Leu. XVIII Teil, T. U. und V. Zürich, bey Hans Ulrich Denzler, MDCCLXIII. Vollständiger Titel • Verweis Tresch, 270, Artikel Trösch, 291
Trösch oder Tresch. Ein Adeliches Geschlecht in dem Lande Uri, so ehemals das Schloß Urburg in dem Aergäu gehabt, und sich darvon Trösch von Urburg geschrieben haben solle; aus selbigem ward Heinrich A. 1487. Landvogt von Livenen, und sind seither drey Linien entstanden.
I. Ambrosius blieb A. 1515. in der Schlacht bey Marignano, und sein Sohn Martin ward A. 1556. Landvogt von Livenen, und desse Sohns Sohn Heinrich erstlich Rittmeister in Königlichen Spannischen Diensten in Flandern, und hernach auch Hauptmann in Königlichen Französischen Diensten gewesen, und immittelst auch Landschreiber, A. 1613. Lands-Statthalter, und A. 1617. Land-Amman worden, auch Ritter gewesen. Von seinen Söhnen waren Johann Martin und Pompejus Hauptleuth in Königlichen Spannischen Diensten, auch Sebastian Heinrich in Flandern, ward aber auch A. 1622. Landvogt des Rheinthals, A. 1626. Zeugherr, 1627. Land-Statthalter, und A. 1629. Land-Amman, hat auch bald ein Jahr das Regiment allein geführt, weilen er bey entstandner Pest schier den gantzen Raht überlebt: Sein Sohn Hans Caspar ward A. 1642. Landvogt von Riviera, und 1644. Commissari und Landvogt von Bellenz, A. 1647. Land-Seckelmeister, und A. 1658. Landvogt von Livenen, und hat hinterlassen Matthys Erasmum, Jooßt Antoni der des Lands-Rahts, und Johann Carl Frantz, der Castellan von Bellenz worden, auch ward Matthyas Erasmi Sohn Johannes des Land-Rahts, auch Sibner und Fünffzechner Richter.
II. Georg erhielt A. 1495. das Land-Recht zu Uri, und einer gleichen Namens ward A. 1564 Landvogt von Sargans, und sein Sohn auch gleichen Namens A. 1578. auch Landvogt allda, allwo er aber von einem Edlen von Sax um das Leben gebracht worden; es ward auch dessen Sohn Jacob A. 1621. Landvogt von Sargans, und dessen einten Sohns Johann Martin Sohn Landvogt Jacobs Georg aber ist A. 1677. auch Landvogt von Sargans worden.
III. Noch ein andere Linien wohnet in der Pfarr und Genossame Silenen zu Stäg, etc. aus welcher noch keiner in den Land-Raht befürderet worden.
Supplement zu dem allgemeinen helvetisch-eidsgenößischen oder schweizerischen Lexicon, so von weiland Herrn Hans Jakob Leu, Bürgermeister löblichen Freystaats Zürich, in alphabethischer Ordnung behandelt worden, zusammen getragen von Hans Jakob Holzhalb. Sechster und letzter Theil, T – Z. Zürich, im Verlag des Verfassers, und zu finden in allen Buchhandlungen der Schweiz. Zug, gedruckt bey Johann Michael Aloys Blunschi, MDCCXCV. Vollständiger Titel • Artikel Trösch, 96
S. 291. Trösch. Aus dem Urnerischen Geschlechte ist der Landammann Heinrich 1626, und Sebastian Heinrich 1637 gestorben. Der Siebner und Landrath Johannes, ist 1740 gestorben, und hat durch 2 Söhne, Johann Martin und Matthias das Geschlecht fortgepflanzet.
Des Landvogts, Georg Jakob zu Sargans Sohn, hat den Ast zu Silenen gestiftet. Der Anton Leonz, geb. 1693, ward des Landraths 1749, starb den 11ten. Merz 1776.
III. Von der dritten Linie, war Johannes Landsläufer; sein noch lebender Sohns Sohn, Johann Anton war Kirchmeyer.

Zitat aus: https://www.eritro.ch/lit4.htm 
Tresch (Trösch), Landammann & Ritter Heinrich (I5254)
 
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Aus der Geschichte der Trösch

Oberbadisches Geschlechterbuch
von Arras. Die von Arra(s) waren Stammes- und Wappengenossen der Troesch von Umkirch oder von Urberg (Vorburg: siehe diesen Artikel). Zuerst erscheint 1220 Albertus de Arra als Zeuge einer Urkunde Egino des Aelteren Grafen von Urach. Seine Kinder waren vermuthlich Albertus dictus Trossche, Cuno dct. de Arra, milites, und Anna, welche mit ihrer Mutter Hedewigis 1245 ihren Hof in Gretzhausen um 248 M. S. an Kloster Günthersthal verkauften. Fridericus Spenlin, miles de Brisaco, und seine Anna (die Vorgenannte?) willigten 1245 in diesen Verkauf; Zeuge ist dabei Volchardus de Urberg. Der vorgenannte Cuno wird 1245 auch Cuno miles de Untkilche genannt, erscheint aber 1260 als Cuno de Arra, miles, wieder als Zeuge einer Urk. der Grafen von Freiburg. Werli von Arra 1308. Herr Rudolf von Arra, Priester 1359, 1360. Die Töchter Peters v. Arra (er lebte 1350) selig lebten 1398, von denen eine Gattin des Freiburger Bürgers Hermann Harnescher war. Elisabeth v. Arra, 1358, 1359 Gattin des Petermann Metzger (auch Petermann, Petermanns sel. Sohn genannt), Bürgers in Freiburg, lebte noch 1380; 1388 Beide todt. Johans von Arras von Molberg in der Mortenowe, Ek. 1363, starb zw. 1371 und 1373; seine Töchter Elisabeth (noch 1412 lebend) und Grete 1363 Klosterfrauen in Wonnenthal. Sein Vetter Conrad v. Arra oder Conrad Schultheiß, gen. v. Arra, Ek. 1368, 1403, scheint der Letzte des Mannesstammes gewesen zu sein; als seine Gattin kommt 1382 Anna von Thanneck vor.
Die Siegel zeigen im Schilde einen geschachten Schrägbalken. Siebmacher gibt III, p. 185, No. 4, das Wappen der von Urburg unter den Schweizerischen: In Roth ein in zwei Reihen von Silber und Blau geschachter Schrägbalken; auf dem Helem zwei silberne Dreschflegel (mit Bezug auf den Namen Troesch) an goldenen Stielen; Hd.: r. w.
Bd. 1 (A – Ha), Heidelberg 1898, 21f.
Troesch. 1) Ein altes Dienstmannengeschlecht der Herren von Uesenberg und Zweig der von Arras (siehe diesen Artikel). Zuerst erscheinen Albertus dictus Trossche, Cuno dictus de Arra, milites, Anna soror, ac Hedewigis (wohl Witwe des 1220 genannten Albertus de Arra), mater eorum, welche 1245 dem Kloster Günthersthal ihren Hof in Gretzhausen um 245 Mark Silbers verkauften. Die Verkäufer hatten keine eigenen Siegel. In den Verkauf willigten: Fridericus Spenlin miles de Brisaco, Anna uxor ejus, et Hildebrandus, filius eorum; Zeuge war Volchardus de Urberg, wohl sämmtlich nahe Verwandte.

Albert
Mit Hüglin T. verschwindet das Geschlecht aus dem Breisgau. Elisabeth und Margarethe Troeschin waren Nonnen zu Adelhausen. Johannes, Viellieb, Elisabeth, Katharina und Hedwig T. kommen im Necrologium des Klosters Günthersthal vor. Ob Claus Troesche von Gengenbach, 1386 Diener des Herrn Bruno von Rappoltstein, zu diesem Geschlechte gehörte ist fraglich. Die Siegel zeigen gleichmäßig einen geschachten Schrägrechtsbalken. Wappen: In R. ein in zwei Längsreihen b. s. geschachter Schrägbalken; H.: zwei goldene Dreschflegel mit weißen Lederkappen im Gelenk (Wappenbuch Donaueschingen, fol. 136) oder mit weißen Keulen (W.-B. des Konrad Schnitt in Basel, fol. 94): Hd.: r. s. Im Schweizer Canton Uri treffen wir ein Jahrhundert später ein adeliges Geschlecht Troesch von Urberg, deren Wappen wohl Siebmacher III, pag. 185, No. 4 unter dem Namen «von Urberg» gibt, welches sich angeblich nach einem Schlosse Urburg im Aargau nannte und um die Wende dieses Jahrhunderts noch in drei Linien blüht. Für den Beinamen kommen wohl eher Urberg im B.-A. St. Blasien oder die von Kolb erwähnte Burgruine Vorburg bei der Stadt Staufen in Betracht. Es ist nicht unmöglich, daß ein Sprosse des Breisgauer Geschlechtes nach Uri gekommen ist (Leu, Helvetisches Lexicon, XVIII, p. 291).
2) Jacob Troesch und seine Schwäger die vier Gebrüder Schilher, sämmtlich Bürger von Stockach, Lehnsleute der Reichenau 1506. Martin Troesch, 1545 Vogt des Gotteshauses Münsterlingen, führte im Schilde einen gesenkten Sporen. Leu führt einen Martin T., 1556 Landvogt von Livenen, unter den Vorfahren des Urner Geschlechts auf.
Bd. 1 (A – Ha), Heidelberg 1898, 243.

Zitat aus: https://www.eritro.ch/lit3.htm 
Tresch (Trösch), Landammann & Ritter Heinrich (I5254)
 
19
Bericht über die Grafen von Toggenburg im Appenzeller Kalender: https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=apk-002:1968:247::184 
von Toggenburg, Graf Diethelm (I11709)
 
20
Bessler, Johann Heinrich Emanuel (von Wattingen)
1625 (?) , 29.12.1684 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri. Sohn des Johann Kaspar, Hauptmanns in span. Diensten, und der Maria Elisabeth Bodmer. Bruder des Johann Karl Emanuel ( -> 6), Schwager des Karl Franz Schmidund des Johann Anton Arnold. ∞ 1) um 1648 Maria Magdalena, Tochter des Landammanns Sebastian Peregrin Zwyer von Evibach, 2) um 1661 Maria Ursula Schmid, Tochter des Jost Dietrich, Ratsherrn und Hauptmanns in franz. Diensten. B. stieg in königlichen span. Diensten zum Hauptmann auf, war 1660-84 Tagsatzungsgesandter, 1670-72 Landvogt im Rheintal, 1668 Landessäckelmeister, 1677-81 Zeugherr, 1682-84 Pannerherr, 1683-84 Landammann (im Amt verstorben).

Literatur
– F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15495.php

 
Bessler von Wattingen, Landamann Johann Heinrich Emanuel (I7782)
 
21
Bessler, Johann Karl (von Wattingen)
1641 , 12.4.1702 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri. Sohn des Johann Karl Emanuel ( -> 6). ∞ Maria Anna von Beroldingen, Tochter des Karl Konrad von Beroldingen. 1669-80 Landschreiber, 1680-83 Landessäckelmeister, 1684-86 Landvogt zu Lugano, 1686-1702 Pannerherr, 1687-89, 1693-95 und 1699-1701 Landammann, 1687-1701 Tagsatzungsgesandter. Anlässlich seiner Wahl zum Pannerherrn liess B. rund 1'000 Personen festlich bewirten. Führer der span. Partei in Uri, u.a. dank seiner Verwandtschaft mit Karl Konrad von Beroldingen. B. bezog von 1689 an auch franz. Jahrgelder. 1690 führte er als Oberst ein span. Regiment nach Oberitalien, das 1700 entlassen wurde.

Literatur
– F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15497.php

 
Bessler von Wattingen, Landammann & Ritter Johann Karl (I7739)
 
22
Bessler, Johann Karl Emanuel (von Wattingen)
um 1615 , 30.11.1681 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri. Sohn des Johann Kaspar, Hauptmanns in span. Diensten. ∞ Maria Barbara von Roll, Tochter des Karl Emanuel von Roll. Hauptmann in königlichen span. Diensten, reicher Gutsbesitzer. B. verteilte die span. Pensionsgelder. Urner Landesstatthalter 1659-61, Landammann 1661-63 und 1675-77. Während seiner Amtszeit wurde 1675 der Vertrag zwischen den drei inneren Orten und dem Kloster Einsiedeln über das Gymnasium in Bellinzona abgeschlossen. Tagsatzungsgesandter 1661-81, Pannerherr 1663.

Literatur
– F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin

http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15496.php

 
Bessler von Wattingen, Landammann Johann Karl Emanuel (I7762)
 
23
Bessler, Karl Alfons (von Wattingen)
8.4.1671 Altdorf (UR), 26.2.1742 Altdorf, kath., Landmann von Uri. Sohn des Johann Karl ( -> 5). ∞ 1696 Maria Helena Crivelli, einzige Erbin des Otto Friedrich, Obersten und Dolmetschers in span. Diensten. Seine militär. Laufbahn in span. Diensten begann B. als Oberstwachtmeister im Regiment seines Vaters, 1703-06 Oberstleutnant im Regiment Püntener. 1725 warb er für Kg. Philipp V. ein Regiment von 3'200 Mann, 1730 wurde er zum Brigadier befördert. 1699 Wahl zum Urner Landesfürsprecher, gemeineidg. Gesandter nach Wien 1700-01, Pannerherr 1702-42, Landammann 1711-13 und 1738-42, Landvogt im Thurgau 1720-22. Ritter des St.-Jakob-Ordens, Exponent der span. Partei in Uri und einflussreicher Politiker innerhalb der kath. Eidgenossenschaft. Bedeutender Militärunternehmer und einer der reichsten Urner seiner Zeit, Wohltäter von Klöstern und Kirchen.

Archive
– StAUR, Teile des Nachlasses
Literatur
– F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15498.php 
Bessler von Wattingen, Landammann Karl Alfons (I7736)
 
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Biografie Peter a Pro

Landammann und Ritter Peter a Pro (ca. 1507—1585), Sohn des Ratsherrn Jakob a Pro, ursprünglich von Livinen, und der Adelheid im Ebnet.14) Sein Vater erwarb das Urner Landrecht im Mai 1513 und amtete, als Handelsmann reich geworden, als Landvogt in Baden. Peter a Pro bildete sich in Freiburg im Breisgau bei Glarean 1535, amtete 1542 als Landschreiber in Lugano und trat dann in französische Kriegsdienste auf den Schlachtfeldern in Piémont ein. Der Kampf ging gegen Spanien und den Kaiseser. Der junge Leutnant hatte als Oberst Wilhelm Fröhlich aus Solothurn, als Kameraden Lux Ritter aus Luzern und Jost ab Yberg aus Luzern. Die Truppen der Schweizer unterstanden damals, 1554, dem legendären und ruhmbedeckten Marschall de Brissac. Schon im April 1543 hatten Jakob a Pro und sein Sohn Peter vom französischen König einen Wappenbrief bekommen.15) Peter übernahm das Kommando im Regiment des Obersten Hans Hug, von Luzern, Herr von Heidegg, als dieser 1557 gestorben war.16) Die grosse Sorge der eidgenössischen Feldobersten blieben die dauernde Geldnot der französischen Krone und die riesigen Soldrückstände an Offiziere und Knechte. Oberst Peter a Pro war kleinwüchsig, aber tapfer und zuverlässig oder, wie Marschall de Brissac formulierte «petit de corps, et gros de Coeur». Der Friede zwischen Frankreich und Spanien von 1559 betraf vor allem Piémont und wurde auf diplomatischer Ebene gelöst. Der neue Herzog von Savoyen, Philibert Emmanuel von Sa- voyen, sollte Margaretha von Valois, die Schwester des französischen Königs Heinrich II. heiraten und der spanische König Philipp II. Elisabeth von Valois, deren Schwester. Als König Heinrich II. 1559 starb, dachte Oberst a Pro vor allem an die Soldfdforderungen gegenüber der Krone Frankreichs. Dann kehrte er nach Hause zvirück, im Jahre 1563, nachdem schon nach einem Jahr auch König Franz II. von Frankreich gestorben war. Für beide Könige hatte bekanntlich ihre Mutter, Katharina von Medicici, regiert. Der nach Uri heimgekehrte Oberst betrieb vor allem Korn- und Weinhandel und verlegte seinen Wohnsitz vorübergehend nach Vignaccia bei Locamo. Nach dem Tode seines Vaters trat Peter a Pro in die Regierung von Uri ein, ritt über 50 mal an Tagsatzungen, bis ihn die Landsgemeinde von 1565 als Landesstatthalter berief. Von 1567 an amtete er fünfmal als Landammann und auch als Landeshauptmann. Das Schloss a Pro erstand 1556—1558 unter seinem Vater. Oberst a Pro fügte noch die Kapelle an. Landammann Peter a Pro begründete mit seinem Testament, das sog. Fideikomiss, eine wertvolle und grosse Stiftung zugunsten armer Waisenkinder14), die heute noch besteht. Seine Töchter und Söhne heirateten in die Familien der Schmid, Püntener, Imhof, von Beroldingen und Planzer, die eigene Gattin entstammte der Familie zum Brunnen.17) 

Ob das Schwert Peter a Pros 1651, anlässlich der Uebertragung der Gebeine des Katakomben-heiligen Gregorius oder schon früher der Landeskapelle in der Jagdmatt zu Erstfeld als Weihegeschenk anvertraut wurde, lässt sich nicht nachweisen. Aber seit der Renovation von 1790 wird es dort, unter der mensa des Hochaltars, in dem gläsernen Sarg des hl. Gregorius, der vom Landammann Jost Anton Müller gestiftet wurde, aufbewahrt und hält so die Erinnerung an einen der bedeutendsten urnerischen Feldobersten und Staatsmänner wach. Wohl hatte Peter a Pro zu Lebzeiten auch politische Gegner, wie vor allem den kaiserlichen Agenten, Ritter Walter von Roll18), und heute noch gibt es merkwürdigerweise Missgünstige, die sogar seiner Fideikomissgründung unlautere Motive unterschieben wollen. Aber das Andenken an den grossen Wohltäter, der in der Zeit der katholischen Reform an der Seite des Schweizerkönigs Ludwig Pfyffer von Luzern und zusammen mit dem hl. Karl Borromäus tapfer mitgekämpft hatte, wird vom Urnervolk noch immer hochgehalten, obschon die Familie, nach einem meteorartigen Aufstieg, in der männlichen Linie schon 1588 erloschen ist. 
von Pro (a Pro), Landammann Peter (I2622)
 
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Burg Helfenstein (Geislingen an der Steige)

Die Burg Helfenstein ist die Ruine einer um 1100 von Eberhard von Helfenstein erbauten Spornburg oberhalb der Stadt Geislingen an der Steige im baden-württembergischen Landkreis Göppingen.

Geografische Lage
Der felsige 610 m ü. NN hohe Bergsporn bot ausreichende Wohnfläche und Sicherheit. Zudem konnte von dort aus der Verkehr durch das Filstal zur Albhochfläche kontrolliert werden.

Geschichte
Die Burg war Stammsitz der Grafen von Helfenstein, die aus der Gegend stammten und in Verbindung mit den Stauferkaisern Bedeutung erlangten. Nach der Entstehung von Territorialherrschaften besaßen sie gegen Mitte des 14. Jahrhunderts ein weitgehend zusammenhängendes Gebiet um die Städte Geislingen, Heidenheim, Blaubeuren und Wiesensteig.

1382 fiel die Burg als Pfand an die Reichsstadt Ulm, die sie im Jahr 1396 gänzlich kaufte. In Anpassung an die Entwicklung der Feuerwaffen wurde die Anlage anschließend erweitert und zu einer Festung ausgebaut. Auf dem Bergrücken in Richtung Weiler wurde ein Bollwerk errichtet, und um die alte Burganlage baute man Zwingermauern mit Rondellen. Außerdem wurde die Geländeterrasse des „Unteren Wiesle“ und der felsige Vorsprung des Ödenturms in die Verteidigungsanlage miteinbezogen. Die Vorderburg um die beiden Felsen war Sitz des von den Ulmer Zünften gestellten Burgvogts und wurde zu einer Festung gegen schweren Artilleriebeschuss ausgebaut. Kernstück war der alles überragende „Darliß“ als Geschützturm. Im westlichen Teil der Burganlage wurde der gräfliche Wohnbau (Palas) zu einem bequemen Haus für den patrizischen Vogt umgebaut.

Im Zweiten Markgrafenkrieg fiel die Burg in der Karwoche des Jahres 1552 ohne Belagerung in die Hände des Markgrafen von Ansbach, Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach. Den Ulmern gelang es jedoch noch im August des gleichen Jahres, die feindliche Besatzung nach mehrtägigem Beschuss – hauptsächlich mit schweren Steinkugeln – zur Rückgabe der Anlage zu zwingen.

Nach der Rückeroberung schleiften die Ulmer ihre eigene Festung. Wald überzog den Bergrücken, bis durch eine Grabung unter der Leitung des Heimatforschers Georg Burkhardt von 1932 bis 1938 die Grundmauern wieder freigelegt wurden. Textliche Aufzeichnungen aus der Zeit um 1550 über die Gebäude und das Inventar der Burg erleichterten die Deutung der ausgegrabenen Reste. Bildliche Darstellungen nach dem Originalbau oder gar Pläne aus der Zeit ihres Bestehens sind nicht überliefert.

Beschreibung
Insgesamt sind von der früheren Burg noch Reste der Befestigungsmauern und einiger Gebäude erhalten, die in Teilen restauriert wurden. Im unteren und oberen Burghof befinden sich jeweils Zisternen.

Innerhalb der Mantelmauer der Kernfestung ist heute auf einem Felsen ein Aussichtspunkt eingerichtet, der vom oberen Burghof über Treppen und eine Holzbrücke erreichbar ist. In der Wand eines früheren Torhauses der Hauptburg sind ein Steinrelief mit dem Wappen der Helfensteiner sowie eine Gedenktafel eingelassen, die an die Ehe des Grafen Ulrich V. von Helfenstein mit der Herzogin Marija Kotromanic von Bosnien erinnert, die von 1356 bis 1396 auf der Burg lebte.[1]

Am Standort des früheren Palas steht heute ein rund neun Meter hoher rechteckiger Aussichtsturm mit einer ostseitig angebauten Burgschenke. Von hier bietet sich ein sehr guter Blick auf Geislingen an der Steige und die umliegenden Höhenzüge der Schwäbischen Alb.

Zugang zur Burg
Die Burganlage ist von einem unterhalb von Weiler an der Kreisstraße K 1441 gelegenen Parkplatz aus über einen Wirtschaftsweg und eine neuere Stahlbrücke, die an der Nordostecke der Burg errichtet wurde, barrierefrei erreichbar. Weitere Zugänge sind über Fußwege an der Westseite und über die alte Holzbrücke an der Südostecke der Anlage.

Weiteres
Von 1983 bis 2012 fand auf der Burg jährlich das Helfensteinfestival, eine Musikveranstaltung (Genre Rock/Punk) statt. Die Ruine ist seit 1997 eine bedeutende Sehenswürdigkeit an der Straße der Staufer.[2]

Mehr unter obenstehendem Link.. 
von Helfenstein (I11703)
 
26
Charakterisierung Werner von Attinghausen aus Schillers „Wilhelm Tell“

Die hervorragendste Gestalt unter den Adeligen ist der edle Bannerherr Werner von Attinghausen. Nach Tschudis Chronik war er bei der ersten Gesandtschaft zugegen, die die Waldstetter im April 1301 an König Albrecht sandten und er „allen anderen Schweizern durch die Würde des wohl erhaltenen Adels übertraf“. In unserem Drama repräsentiert Attinghausen den Teil des Adels, der sich mit dem Volk innerlich verbunden weiß, in Übereinstimmung mit demselben denkt und fühlt. Wir sehen ihn in patriarchalischer Einfachheit mit seinen Knechten den Frühtrunk teilen, ehe er sie an ihre Arbeit schickt. Sonst hat er seine Untertanen im Dienste des Kaisers in Schlachten angeführt und an ihrer Spitze tapfer gefochten. Jetzt schmachtet er mit ihnen gemeinsam unter dem Druck der Vögte.

Er, der sich des stolzen Bewusstseins erfreute, selbst Herr zu sein und keinem fremden Herrn zu dienen, sieht jetzt mit Schmerz, wie viele andere seines eigenen Standes dem Vaterland untreu werden. Attinghausen blickt mit Kummer auf seine Güter, die nach seinem Tode in fremde Hände übergehen sollen. Kein Wunder, dass die neue Zeit dem 85-jährigen Greis in keiner Weise behagen will. Seinem Ende geht er hoffnungslos entgegen. Durch seinen Tod ist es ihm zwar nicht vergönnt, die Sonne des neuen Freiheitstages zu erblicken, doch schaut er wenigstens in seine Morgenröte. Wilhelm Tells mutige Tat und das Bündnis von Fürst, Stauffacher und Melchtal auf dem Rütli, beides sie eröffnen ihm den Blick in eine glanzerfüllte Zukunft der Schweizer. Und so kann er, innerlich gestärkt und reichlich getröstet, in Frieden aus der Welt scheiden. Nur die Bekehrung seines Neffen Ulrich von Rudenz erlebt er nicht mehr.

Quelle: http://www.friedrich-schiller-archiv.de/charakterisierung/tell-figuren/charakterisierung-attinghausen-aus-schillers-wilhelm-tell/ 
von Attinghausen (von Schweinsberg), Landammann Werner II (IV) (I6597)
 
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Crivelli, Franz Maria Josef Leonz
8.9.1696 Altdorf (UR), 10.11.1771 Altdorf, kath., Landmann von Uri, Bürger von Luzern und Rapperswil (SG). Sohn des Sebastian Heinrich ( -> 8). ∞ 1) ca. 1719 Katharina Barbara Püntener, Tochter des Karl Anton Püntener, 2) 1722 Elisabetha Dominika Schmid, Tochter des Karl Franz Schmid. Stud. am Jesuitenkollegium in Luzern. Hauptmann und Kompanie-Eigentümer im Regiment Bessler in span. Diensten. 1720-32 Urner Landschreiber, Säckelmeister des Geheimen Rats, Aufseher an "Post und Factorey". 1732-33 Landvogt in Lugano, 1752-53 im Thurgau. 1748-50 Urner Landesstatthalter, 1750-52 Landammann. 1748-69 Tagsatzungsgesandter. Reicher Güterbesitzer, Exponent der span. Partei.

Archive
– StALU, Teilnachlass
Literatur
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15510.php 
Crivelli, Landammann Franz Maria Josef Leonz (I7727)
 
28
Crivelli, Sebastian Heinrich
um 1670 , 18.9.1737 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri, Bürger von Luzern und Rapperswil (SG). Sohn des Sebastian Balthasar, Ratsherrn. ∞ Maria Anna Eva Schmid von Böttstein, Tochter des Johann Karl, Hauptmanns. Hauptmann im Regiment Bessler in span. Diensten, Besitzer der Herrschaft Zufikon, die er 1718 an Johann Arnold Heimann aus Obwalden verkaufte. Gutsbesitzer und Rentner. 1712 Urner Ratsherr, 1721-25 Landesstatthalter, 1725-27 Landammann, 1725-32 Tagsatzungsgesandter, Säckelmeister des Geheimen Rats.

Archive
– StALU, Teilnachlass
Literatur
– M.-C. von Fischer-Reichenbach, Die Casa Crivelli in der Schweiz, 1947
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin

Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15512.php 
Crivelli, Landammann Sebastian Heinrich (I7818)
 
29
Das Ehepaar hatte 7 Kinder, 6 Töchter und 1 Sohn 
Familie F1317
 
30
Das Kloster Nivelles wurde im Jahre 640 von Itta, der Ehefrau Pippins des Älteren, im Gebiet der heutigen Stadt Nivelles gegründet. Um dieses Kloster ist eine Siedlung entstanden. Nach dem Tode Gertruds, der ersten Äbtissin und Tochter der Gründerin des Klosters, im Jahre 659 wurde sie zum Wallfahrtsort.
Aus einer Urkunde aus dem Jahre 972 geht hervor, dass die Abtei Nivelles 14.000 Mansen an Ländereien besaß.
Im Jahre 1789 wurde das Kloster aufgelöst, was einen wirtschaftlichen Niedergang für den Ort bedeutete. Im Jahre 1940 wurden die Altstadt und das Kloster bei einer Bombardierung weitgehend zerstört.

Mehr unter untenstehendem Link..

Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Nivelles 
von Nivelles, Itta (Iduberga) (I999)
 
31
Das Kollaturrecht in Sattel wurde der Familie Reding, bzw. Rudolf von Reding und seinem Sohne Recta, von Papst Bonifaz IX. (1389-1404) im Jahre 1400 verliehen, nachdem sie unter dem Titel der Hl. Dreifaltigkeit, der Heiligen
Maria und Katharina in der Leutkirche auf dem Sattel einen Altar gestiftet hatten. Die Familie überließ aber 1589 das Patronats- und Präsentationsrecht den Kirchgenossen von Sattel gegen eine jährliche Gedächtnisfeier, die heute noch gehalten wird. Ital der Aeltere siedelte schon im Jahre 1400 nach Oberarth über. Dieser Ital d. Ae., einer der Größten aus dem Hause Reding, erscheint in der Geschichte des Standes Schwyz und der Eidgenossenschaft von 1412-1447. Als Landammann und Tagsatzungsbote leitete er von 1412-1444 die schwyzerische Politik fast ununterbrochen als Standeshaupt und trug in der eidgenössischen Politik bleibende Erfolge für das Land davon.

So amtete Ital am 17. März 1413 als Schiedsrichter in den Streitigkeiten zwischen den Freien von Rhäzüns und dem Bischof von Chur. Weiter schlichtete Ital den Streit zwischen den Freiherren von Rhäzüns und dem Grafen Hans von Sax-Misox. 1448 trat er als Mittler im Krieg Savoyens und Berns gegen Freiburg auf. In den Urkantonen trat Ital Reding sehr selbständig auf, denn Schwyz nahm in den Jahren 1416-1417 an den Landrechten von Luzern, Uri und Unterwaiden mit den Wallisern nicht teil und stellte sich im Raronkrieg auf die Seite Rarons. 1448 wurden für den verstorbenen Pfarrer von Nuolen zwei Nachfolger eingesetzt.
Der Generalvikar von Konstanz entschied sich am 27. September des gleichen Jahres für Heinrich Geißinger, der von Schultheiß und Rat von Rappetswil
zu Recht als Pfarrer von Nuolen eingesetzt worden war, und empfahl Ital Reding, den andern Kandidaten abzuweisen. Auch außenpolitisch spielte Ital d. Ae. eine bedeutende Rolle. Im Jahre 1414 war er Abgeordneter der Eidgenossenschaft an das Konzil von Konstanz, wo er vor der Versammlung der Kirchenfürsten eine lateinische Rede hielt.20 1417 hieß Ital König Sigismund in Luzern im Namen des Standes Schwyz willkommen. Er begleitete den König nach Schwyz, Einsiedeln und Zürich bis nach Konstanz. In Schwyz übertrug ihm Sigismund die March als Lehen. Bei diesem königlichen Verleihungsakt handelte es sich nicht um ein Mannlehen eines zusammenhängenden Gebietes, sondern nur um einzelne Lehen von Kirchensätzen, Gefällen, Höfen und dergleichen, die dem Lande Schwyz überlassen wurden. Unter March ist auch nicht eine geschlossene Lehensherrschaft zu verstehen. Sie entspricht in keiner Weise dem heutigen Bezirk March im Kanton Schwyz. Die March besaß übrigens in jener Zeit weder Siegel noch Wappen. Die schriftliche Bestätigung dieses Lehensaktes erfolgte jedoch erst am io. Februar 1424 in Ofen. Zugleich erwarb Reding am 6. Februar 1424 die Schirmvogtei über das Kloster Einsiedeln. Bei der Kaiserkrönung Sigismunds in Rom 1433 vertrat Ital d. Ae. die Eidgenossenschaft.

Im alten Zürichkrieg spielte Ital die führende Rolle auf Schwyzerseite. So nabm er 1436 gleich die Obermarch in Besitz, schloß samt Glarus Landrechte mit Toggenburg, Uznach und Gaster und erreichte 1438 die Verpfändung der Landschaften Uznach und Gaster an Schwyz und Glarus. Im Jahre 1440 leitete er den Krieg gegen Zürich und erfocht bei Freienbach und auf dem Sihlfelde vor Zürich glänzende Siege. 1443 zog er nochmals vor Zürich und im Jahr darauf stand er vor Greifensee. Wir glauben kaum, daß man Ital die alleinige Verantwortung für den Mord von Greifensee zuschreiben kann, da diesem Blutbad doch alle beteiligten Eidgenossen zustimmten.

Als letzten staatsmännischen Akt sollte er das Urteil im Streit des Ammanns, Rates und der Bürger der Stadt Zug mit Ulrich von Hertenstein, Schultheiß von Luzern, fällen. Doch starb Ital d. Ae. vor Beendigung dieses Prozesses, so daß sein Sohn diese Angelegenheit am 26. September 1449 in Ordnung brachte. 
Reding von Biberegg, Ital der Ältere (I5704)
 
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Der 100. Landammann von Uri (Amtsperiode 171) - Johann Josef Florian Scolar

Johann Josef Florian Scolar, in Altdorf, Landammann 1742—1744, geboren 18. November 1683, Sohn des Landvogts Johann Franz und der Anna Katharina Arnold, ✟ 1. Februar 1759.

Gattin: Anna Josefa Mayr von Baldegg, Tochter des Junker Bernhard, ✟ 1758.

Die Familie stammt aus der obern Leventina, von Fiesso. Anton Scolar, Wirt zum Adler in Altdorf, Sohn des Walter Anton, Statthalter zu Livinen, ist der Stammvater dieses Geschlechtes in Altdorf, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts hier ausstarb; er erhielt 1644 das Urner Landrecht.

Wappen: In Blau schwarzer Adler mit Ölzweig und einer Schlange in den Fängen.

Im Wappenbuch der Straussengesellschaft in Altdorf figuriert Hauptmann Johann Franz« Scolar 1676 mit vorstehender Wappendarstellung; als Kleinod krönt der - Adler den Helm. Das Wappen von Landammann Scolar ist in Medaillonform auf Konsole, unter Krone, mit zwei Greifen als Schildhalter, und ein solches aus dem Jahre 1742 hat silbernes Feld, der Adler hält auch eine Schlange im Schnabel.

Die Landsgemeinde 1701 wählte Scolar zum Landschreiber, welches Amt er bis zum Jahre 1736, seiner Wahl zum Landesstatthalter (1736—1742), versah. Den Kanton Uri vertrat er als Tagsatzungsgesandter 1735, als Ehrengesandter nach Bellenz 25. August bis 18. September 1730 und 1735, und als Landvogt der Riviera 1714, zu Bellenz 1716 und im Rheintal 1738.

Im Militärdienste rückte er bis zum Grade eines Hauptmanns vor. In der Schlacht bei Villmergen 1712 wurde Scolar schwer verwundet. Er bewohnte den südöstlich vom damaligen Zeughause gelegenen Herrensitz — heute Verwaltungsgebäude des Elektrizitätswerkes Altdorf. Infolge des Livineraufstandes erlitt er an seinen tessinischen Besitzungen so grosse Verluste, dass seine Kinder 1764 das väterliche Haus verkaufen mussten.

Ich konnte zwei verschiedene Siegel, deren sich Scolar bediente, feststellen; sie unterscheiden sich hauptsächlich durch die Grösse.
1. Ovalsiegel von 19 x 15 mm, mit dem Wappen (Adler), unter fünfzackiger Krone, von 2 Greifen als Schildhalter begleitet. Das Belegexemplar ist an einer Handschrift vom 9. Oktober 1710 ab „Axenberg" in Sisikon, der Tannerpfründe (Kirchenarchiv Altdorf) gehörend (Abb. Nr. 74).
2. Ein Rundsiegel von 1743 in meiner Sammlung misst 3,3 cm im Durchmesser. Der Ovalschild von 15 X 9 mm zeigt den gekrönten Adler mit einer Schlange im Schnabel, den Ölzweig und eine Schlange jn (jen Fängen, unter grosser Krone, und mit Greifen als Schildhalter (Abb. Nr. 75).

Quelle:  
Scolar, Landammann Johann Josef Florian (I18430)
 
33
Der 101. Landammann von Uri (Amtsperiode 172 & 181) - Johann Franz Martin Schmid

Johann Franz Martin Schmid, von Altdorf, Landammann 1744—1746 und 1762—1764, ✟ 27. Dezember 1777.

Derselbe gehörte der 2. Linie „ob der Kirche" an,ward am 17. April 1706 geboren als Sohn des Landammanns Karl Franz (Nr. 94) und der Rosa Genoveva Schmid von Bellikon; er begab sich frühzeitig in französische Kriegsdienste, vorerst als Leutenant in der Kompagnie Scolar des Regimentes Afri, und befehligte als Hauptmann eine eigene Kompagnie im Regiment Diesbach und sodann im Regiment Seedorf. Heimgekehrt ward Joh. Franz Martin Schmid Landschreiber, trat 1731 als Säckelmeister in die Regierung; Statthalter 1742—1744. Von 1731 bis 1772 sehen wir ihn als Ratsboten und Gesandten auf Konferenzen und Tagsatzungen. In den Jahren 1755 und 1756 bekleidete Schmid das Amt eines
Landvogtes in den obern freien Ämtern. Zu wiederholten Malen sandte ihn die Landsgemeinde als Ehrengesandten nach Lifenen, Bellenz, Lauis und Luggarus. Er war einer der drei verordneten Herren über die Schulen, Kastenvogt der Abtei Seedorf und des Frauenklosters zum obern hl. Kreuz in Altdorf und gehörte den sieben Verordneten zur Kirche in Altdorf an.

Gattin: Maria Anna Rosa Christina Dominika Bessler von Wattingen, Tochter des Landammann, Oberstbrigadier Karl Alfons und der Helena Crivelli. — Zwei Söhne, Karl Franz und Anton Maria, gelangten ebenfalls zur höchsten Landeswürde,
und die Tochter Maiia Anna Rosa ehelichte Landammann Karl Thaddäus Schmid.

Joh. Franz Martin Schmid wurde „der geliebte Hauptmann" geheissen; er war ein richtiger Landesvater und Guttäter aller Bedrängten, gross von Wuchs und noch im 70. Jahre ein schöner, imponierender Herr.

Im Wappenbuch der Straussenbruderschaft in Altdorf ist Schmid mit seinem Wappen und jenem seiner Frau verewigt.

Landammann Schmid führte ein Rundsiegel von 34 mm Durchmesser, das im Schild von 16 X 15 mm, mit Bär als Kleinod, das gevierte Wappen weist: 1 und 4: Lilie auf blauschraffiertem Grunde, 2 und 3 : Bär, auf punktiertem Grunde. Belege: Gült vom 30. Oktober 1744; Mann- und Kunkellehenbrief um Grundbesitz des Klosters Seedorf vom 23. Juni 1737 (Abb. Nr. 76).

Quelle:  
Schmid von Uri, Landammann Johann Franz Martin (I7734)
 
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Der 102. Landammann von Uri (Amtsperiode 173) - Friedrich Alfons Bessler von Wattingen

Friedrich Alfons Bessler von Wattingen, in Altdorf, Landammann 1746—1748, f 1754; Sohn des Oberstbrigadiers und Landammanns Karl Alfons und der Helena Margratha Crivelli, geb. 2. September 1703.

Im Jahr 1749 nahm er seinen Abschied aus den spanischen Kriegsdiensten und zog sich in die Heimat zurück, wo er bereits 1748 von der Familie Schmid von Bellikon das Haus an der Herrengasse in Altdorf, beim alten Zeughause, erworben hatte.

Friedrich Alfons Bessler war von der Landsgemeinde 1746 als Landammann gewählt, ebenso als Pannerherr, und vertrat seinen Heimatkanton an Konferenzen und Tagsatzungen von 1746—1749. Dem Landrate gehörte er schon früher an.

Gattin: Maria Magdalena Schmid, Tochter des Landammann Jost Anton und der Anna Maria Stricker. — Ein Sohn, Karl Alfons, folgte seinem Vater als Landammann; zwei Töchter heirateten Landammänner, nämlich h riederika : Karl Franz Müller und Maria Ester: Franz Sebastian Crivelli.

Im Wappenbuch der Straussengesellschaft ist Bessler unterm Jahr 1737 eingetragen als Oberst und Ratsherr.

Das Rundsiegel von 3,5. cm Durchmesser (Belegexemplar in Holzkapsel an Gült von 1748 aus meiner Sammlung) zeigt unter grosser Krone einen Ovalschild von 19 x 16 mm, mit dem Wappen der Bessler von Wattingen (Abb. Nr. 77).

Quelle:  
Bessler von Wattingen, Landammann Johann Friedrich Alfons (I18425)
 
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Der 103. Landammann von Uri (Amtsperiode 174) - Johann Franz Josef Schmid von Uri

Johann Franz Josef Schmid, in Altdorf, Landammann 1748—1750, ✟ im Amte am 26. Juni 1749.

Derselbe ist von der Linie des „Gardehauptmann", geboren am 20. März 1688 als Sohn des Landammann Jost Anton und der Maria Anna Ursula Stricker.

Er heiratete Katharina Elisabeth Schmid von Bellikon, Erbtochter des Gardehauptmann Johann Hermenegild, Herr zu Bellikon und Hausen, und der Maria Christina Schmid. Das Haus auf dem Lehn in Altdorf aus dem Jahr 1612 ging infolge dieser Heirat an Franz Josef Schmid von Uri über, ebenso die Herrschaft Bellikon und Hausen.

Als Freiwilliger in französischen Diensten machte Schmid die Belagerung von Landau mit und kam sodann als Hauptmann in das Regiment Rietmann beim König von.Sardinien. Nach seinem Eintritt in die Regierung seines Heimatkantons wählte ihn die Landsgemeinde 1744 zum Statthalter, welches Amt er bis 1748 nnehatte. Als Tagsatzungsgesandter begegnet uns dieser Landammann einzig im Jahre 1748.

Ein Sohn, Jost Anton, brachte es ebenfalls zur obersten Beamtung des Landes und die Tochter, AnnaThad- däa, heiratete Landammann Franz Sebastian Crivelli.

Zur Besiegelung einer Gült vom 17. November 1748 bediente sich Landammann Schmid eines Rundsiegels von 3,2 cm Durchmesser, mit dem gevierten Wappen (1 und 4: Lilie, 2 und 3: Bär) im Schild von 12 X 12/10 mm und mit dem stehenden Bär als Kleinod. Die Umschrift in 1,5 mm hohen Majuskeln lautet: ,,+ IxFxl x SCHMIDT +" (Abb. Nr. 97).

Quelle:  
Schmid von Uri, Landammann Johann Franz Josef (I18432)
 
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Der 104. Landamman von Uri (Amtsperiode 175 & 183) - Franz Maria Josef Leonz Crivelli

Franz Maria Josef Leonz Crivelli, in Altdorf, Landammann 1750 bis 1752 und 1766-1768, geboren 8. September 1696, Sohn des Landammann Sebastian Heinrich Crivelli und der Maria Anna Eva Schmid von Bellikon, ✟ 10. November
1771.

Gattin: 1. Katharina Barbara Püntener, Tochter des Landammann Karl Anton und der Maria Katharina Viktoria von Roll; 2. Elisabeth Dominika Schmid, Tochter des Landammann Karl Franz und der Rosa Genoveva Schmid.

Von 1720—1732 war Crivelli Landschreiber, sodann Landvogt zu Lugano 1732 und 1733, des Rats zu Uri, Tagsatzungsbote 1748—1769, Statthalter 1748—1750, Landvogt im Thurgau 1752 und 1753. In den Jahren 1729 und 1738 war er als Ehrengesandter zum Syndikat (Jahrrechnung der ennetbirgischen Vogteien) abgeordnet.

Von seinen Kindern aus 2. Ehe ward Franz Sebastian später auch Landammann und Rosa Dominika heiratete Landammann Karl Josef Jauch, während Kunigunda von Landammann Karl Alfons Bessler als Gemahlin heimgeführt wurde.

Im Wappenbuch der Straussenbruderschaft in Altdorf ist auch Franz Maria Crivelli als Landschreiber 1728 verewigt.

In der Siegelsammlung des Landesmuseums in Zürich befindet sich der Abdruck eines Ovalsiegels dieses Landammanns aus dem Jahre 1750 mit den Dimensionen 4,6 X 6 cm. Dasselbe weist in 21 mm hoher Kartusche mit Helm das Crivelli-Wappen auf, überragt von neunzackiger Krone. Der Hintergrund ist mit kriegerischen Emblemen geziert (Abb. Nr. 98).

Das Rundsiegel von 32 mm Durchmesser (Beleg vom 25. September 1758) zeigt im Schild von 22 X 18/15 mm unter neunzackiger Krone, umrahmt von zwei Palmzweigen, das geteilte Wappen mit gekröntem Geier und Sieb (Abb. Nr. 99).

Ein Schreiben vom 9. Februar 1754 an P. PlizM Lieber, Statthalter in St. Gallen (Stiftsarchiv H. 1842, S. 868) trägt einen Siegelabdruck von 22 X 20 mm in ähnlicher Komposition, wie hievor beschrieben.

Quelle: 
Crivelli, Landammann Franz Maria Josef Leonz (I7727)
 
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Der 105. Landammann von Uri (Amtsperiode 176) - Johann Joachim Epp

Johann Joachim Epp, in Flüelen, Landammann 1752—1754, geboren den 28. Februar 1694, Sohn des Johann Joachim und der Apollonia Planzer, entstammt einem alten Umergeschlecht in Silenen, dessen Stammvater Gotthard Epp, des Rats, Landvogt in der Leventina 1541—1544 ist, welcher in seinem Siegel das erste bekannte Wappen der Familie führt, eine dem Posthorn ähnliche Figur (Staatsarchiv Tessin, Docum. Leventina, vom 30. Mai 1545).

Das Wappen des Caspar Epp, Landsläufer, von 1659, im Wappenbuch der Straussenbruderschaft weist in Rot über grünem Dreiberg das silberne, Posthornähnliche Zeichen und als Kleinod ein weisses Lamm mit geschulterter Kirchenfahne.

Das neue Wappen — ältestes Beleg im Wappenbuch der Straussenbruderschaft in Altdorf unterm Jahr 1689 — zeigt in Blau ein steigendes weisses Lamm mit geschulterter rot-weisser Kirchenfahne; dasselbe auch als Kleinod.

Auf der Thurgauer Wappentafel der Landvögte von Joh. Jost Hiltensperger ist statt des Lammes ein Pferd.

Epp besass das Schlösschen Rudenz in Flüelen, nach welchem er und einige seiner Nachkommen sich „von Rudenz" benannten. Er ward 1719 Landesfürsprecher, Zoller in Flüelen 1721—1735, des Rats, Landvogt im Thurgau 1736 und 1737; Ehrengesandter zur Jahresrechnung in Lugano und Locarno 1731, 1740, 1746 und 1751, Tagsatzungsgesandter 1750—1755, Landesstatthalter 1750 und 1751.

Gattin: Anna Maria Imhof, Tochter des Johann Karl und der Barbara Megnet, kopuliert 6. Februar 1719.

Der Sohn, Karl Anton Maria, Landschreiber, zog Ende des 18. Jahrhunderts nach Altdorf und begründete dort eine neue Linie mit zwei Landammännern als Sohn und Grossohn.

Dieser Landammann benutzte ein Rundsiegel von 38 mm Durchmesser, mit „dem über drei Fusskugeln schreitenden Lamm, die Kirchenfahne geschultert", im Ovalschild von 16 X 14 mm, unter fünfzackiger Krone. Den Wappenschild halten zwei Löwen; 2 mm hohe Inschrift: „IOH : IOACHIM EPP VON RUDENZ" (Abb. Nr. 100).

Ein Schreiben vom 14. Mai 1738 im Stiftsarchiv St. Gallen (Tom. H. 1841) trägt den Abdruck eines Oktogon-Siegels von 18 X 16 mm des vormaligen Landvogtes. Das Wappen ist von neunzackiger Krone überragt. Im Hintergrund erblickt man kriegerische Embleme.

Quelle:  
Epp (von Rudenz), Landammann Johann Joachim (I18442)
 
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Der 106. Landammann von Uri (Amtsperiode 177) - Konrad Emanuel Bessler von Wattingen

Konrad Emanuel Bessler von Wattingen, in Altdorf, Landammann 1744—1756, ✟ 1762, Sohn des Landammann und Oberstbrigadier Karl Alfons und der Helena Margrith Crivelli.

In kgl.-spanischen Diensten avancierte Konrad Emanuel Bessler zum Major und Oberstwachtmeister. Heimgekehrt, erfolgte seine Wahl in den Landrat, 1747 als Ehrengesandter zur Jahrrechnung nach Lugano und Locarno; Landesstatthalter 1752—1754, Pannerherr 1756, Tagsatzungsgesandter von 1754—1757. Beim Bundesschwur mit Wallis 1756 vertrat er ebenfalls seinen Heimatkanton.

Gemahlin:
1. Juliana Magdalena Jauch, Tochter des Oberstbrigadier Kärl Franz Jauch und der Maria Elisabetha Bessler;
2. Maria Johann Magdalena von Rüepplin, Baronin von Keffikon (Ehebrief vom 28. September 1755 bei Girard, Nobiliaire II, 104).

Ein Sohn, Baron Josef Konrad, Hofmarschall des Fürstpropstes zu Berchtesgaden, begründete eine deutsche Linie, welche 1876 mit Baron Karl Thaddäus, k.k. Kammerherr, in Graz, erlosch.

Als Landammann verwendet Bessler zur Besiegelung der Gülten einen Rundstempel von 34 "ihm Durchmesser, mit dem Wappen der Bessler von Wattingen im Ovalschild von 14 x 12 mm unter grosser neunzackiger Krone. Belege': U. a. Gült vom 17. Februar 1755 ab „Feld" in Bürglen, im Kirchenarchiv Bürgeln (Abb. Nr. 101).

Das Wappenbuch der Straussenbruderschaft in Altdorf enthält ebenfalls das Wappen des Oberstwachtmeister Konrad Emanuel Bessler zum Jahre 1737: in Gold mit schwarzem Querbalken, belegt von drei goldenen Kugeln; im Schildhaupt zwei schwarze Brackenköpfe mit Halsband; im Schildfuss: zwei vierästige Brände. Der gekrönte Helm trägt zwei Reihen Straussenfedern, gewechselt in Schwarz und Gold.

Quelle:  
Bessler von Wattingen, Landammann Konrad Emanuel (I16682)
 
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Der 107. Landammann von Uri (Amtsperiode 178) - Fridolin Martin Josef Brand

Josef Martin Fridolin Brand, in Altdorf, Landammann 1756—1758, ✟ 16. Juli 1787, geboren 6. April 1709 als Sohn des Johann Martin, Landschreiber, Landvogt, und der Marie Kath. Elisabeth Tschudi.

Dieses Urner Geschlecht stammt aus dem Pommat. Die im Schächental Ansässigen: Galli, welcher 1531 am Kappelerkrieg teilgenommen, erhielt 1532 das Landrecht, und Peter anno 1544. Schon der Vater dieses Landammanns, Landschreiber Johann Martin, war von „gewaltiger Körpergrösse" und wohnte im Gut „Thal" zu Spiringen, während dessen Brüder- im „Deldig" und im „Restig" sassen.

Josef Martin Fridolin Brand wird als sehr starker Mann, von majestätischem Wüchse und heroischem Aussehen geschildert. Er trat frühzeitig in spanische Dienste (Regiment Bessler), ward 1734 Hauptmann in der Kompagnie des Landammann Jos. Ant. Püntener im Regiment Nideröst in Österreich, sodann 1734 bis 1747 im Inf.-Gardebataillon von Oberst Jos. Ant. Tschudi in Neapel und nahm am 14. März 1747 seine Demission aus fremden Diensten. In die Heimat zurückgekehrt, erhielt er das Kommando der 10. Rotte. Schon 1733 gehörte Brand dem Landrate an; Landesstatthalter 1754—1756, Landeshauptmann 1764—1787, Tagsatzungs- gesandter 1756—1764; Gesandter zum Bundesschwur mit Wallis 1756 und 1780.

Gattin: Josefa Salesia Tanner, Tochter des Gardehauptmann Seb. Peregrin Tanner und der M. Franziska Elis. Schmid von Bellikon. Die zwei Töchter heirateten die Landammänner Jost Anton Schmid von Bellikon und Landsfähndrich Karl Franz Müller.

Landammann Brand führte ein Rundsiegel von 39 mm Durchmesser, abgeschlossen durch Kettenrand zwischen einfachen Linien. Im Ovalschild von 16 X 14 Millimeter ist das sprechende Wappen: „zwei Brände", überragt von Helm und dem Kleinod, einem Wildmann mit brennender Fackel (Beleg: Besiegelte Gült vom 20. Dezember 1757 (Abb. Nr. 102).

Im Wappenbuch der Straussenbruderschaft Altdorf ist unterm Jahr 1698 Landschreiber Joh. Martin Brand mit dem altern Wappen und folgenden Tinkturen verewigt: „in Silber ein blaugekleideter Mann, in beiden Händen je einen Brand aus rot-goldenen Flammen, über grünem Dreiberg". Kleinod: Blaugekleideter Mann, in jeder Hand eine Fackel hochhaltend. Josef Martin Fridolin Brand figuriert in diesem Wappenbuche unterm Jahr 1747 mit „zwei Bränden" im goldenen Ovalschild, unter fünfzackiger Krone.

Eine Variante des Wappens zeigt in Blau über grünem Boden weissen Zinnenturm, aus welchem ein Waldmann wächst, der in jeder Hand eine Fackel (Brand) hält.

Quelle:  
Brand, Landammann Fridolin Martin Josef (I18484)
 
40
Der 108. Landammann von Uri (Amtsperiode 179) - Johann Peter Brand

Johann Peter Brand, in Altdorf, Landammann 1758—1760, geboren 16. November 1713, Sohn von Landschreiber Johann Martin und der M. Kath. Elis. Tschudi, Bruder des vorherigen Landammanns.

Nach absolvierten Studien in der Klosterschule zu Wettingen trat Brand in spanische Dienste, rückte 1734 zum Hauptmann des neuen Schweizer-Regiments Tschudi vor und erhielt am 12. Januar 1744 das Patent als Kommandant im Garde- Regiment Tschudi in Neapel und zeichnete sich als solcher namentlich am 17. Juni und 11. August 1744 beim Feldzug nach Velletri aus. Der „schwarze Kommandant", so wurde er geheissen, quittierte im Mai 1748 den spanischen Kriegsdienst, zog nach Altdorf, nahm Wohnsitz an der heutigen Spitalstrasse, wo er im selben Jahr ein Heimwesen gekauft hatte. Ein monumentaler Brunnen mit dem Wappen Brand und der Jahreszahl 1750 im Hausgarten von Dr. Vinzenz Müller erinnert an seine bauliche Tätigkeit daselbst.

Johann Peter Brand erhielt 1743 einen „verehrten" Ratssitz und ward 1745 nach Bellenz und in den Jahren 1750, 1753, 1756 und 1759 als Ehrengesandter zum ennetbirgischen Syndikat abgeordnet. Die Landsgemeinde wählte ihn 1754 zum Landesstatthalter. In den Jahren 1756—1758 amtete Brand als Landvogt von Lauis; am 29. August 1758 entbot ihm die Stadt ihre Glückwünsche zur Wahl als Landammann und dankte für seine milde Regierung.

Gattin: Anna Rosalia Gratiana Tanner, Tochter des päpstlichen Gardehauptmanns zu Ravenna, Sebastian Peregrin. Er starb am 1. September 1775 kinderlos, seine Ehefrau folgte ihm 1784 nach.

Landammann Johann Peter Brand führte ein Rundsiegel von 4 cm Durchmesser. Der Ovalschild von 16 X 15 mm zeigt zwei Brände und als Kleinod einen Wildmann, die brennende Fackel haltend. Der Raum zwischen Abschlusskranz und Wappenschild ist mit reichhaltiger Helmdecke und Ornamenten versehen (Abb. Nr. 103).

Quelle:  
Brand, Landammann Johann Peter (I18489)
 
41
Der 109. Landammann von Uri (Amtsperiode 180) - Karl Franz Josef Schmid von Uri

Karl Franz Josef Schmid, in Altdorf, Landammann 1760—1762, aus der Linie „ob der Kirche", geb. 2. Mai 1710 als Sohn des Landammann Karl Franz und der Rosa Genoveva Schmid, ✟ 8. Februar 1770.

Gattin: Helena Franziska Bessler von Wattingen, Tochter des Oberstbrigadier, Landammann Karl Alfons und der Helena Margaritha Crivelli.

Karl Franz Josef Schmid, der „Mager" zugenannt, trat 1729 in französische Kriegsdienste und brachte es bis 1738 zum Hauptmann. Heimgekehrt wählte ihn die Landesgemeinde 1738 als Landschreiber, 1742 zum Landessäckelmeister (bis 1755), sodann zum Landvogt im Rheintal 1756 und 1757, und 1758 als Landes statthalter. Tagsatzungsgesandter 1744—1763, Ehrengesandter zum Syndikat der ennetbirgischen Vogteien 1744, 1748, 1752 und 1760. Im Liviner-Aufstand 1755 führte er die 5. Rotte als Hauptmann.

Es existieren vier verschiedene Siegel dieses Landammanns.
Als Landschreiber besiegelte er am 5. März 1739 eine Handschrift von 200 Gulden ab „Acker und Bürgenried" in Silenen, mit einem unregelmässigen Ovalsiegel von 19 x. 17 1/2 mm. Der Ovalschild zeigt das gevierte Wappen (1 und 4: Bär, 2 und 3: Lilie) und als Kleinod den wachsenden Bär (Abb. 22).

In der Sammlung des Landesmuseums ist ein Rundsiegel aus dem Jahre 1760 von 38 mm Durchmesser. Der Ovalschild enthält das gevierte Wappen der Schmid von Uri, mit dem wachsenden Bär als Kleinod (Abb. Nr. 23).

Landammann Schmid versah am 12. April 1761 eine Gülte (Kirchenarchiv Bürglen) mit dem Rundsiegel von 3,4 cm. Dasselbe hat im Kartuschenschild (15 X 12—15 mm) das gevierte Wappen in anderer Anordnung: 1 und 4: Lilie, 2 und 3: Bär. Kleinod: Bär (Abb. 25).

Schliesslich hat das Ovalsiegel (1761) von 23 X 19 mm dieselbe Anordnung des Wappenbildes im Ovalschild, wie hievor angegeben (Sammlung des Landesmuseums) (Abb. 24).

Quelle:  
Schmid von Uri, Landammann Karl Franz Josef (I7800)
 
42
Der 110. Landammann von Uri (Amtsperiode 182, 188) - Karl Allfons Bessler von Wattingen

Karl Alfons Bessler von Wattingen II., in Altdorf, Landammann 1764-1766 und 1776-1778, geboren 5. Januar 1734 als einziger Sohn des Landammann Friedrich Alfons und der Maria Magdalena Schmid, ✟ 15. März 1784.

In erster Ehe 1755 mit Helena Magdalena Kunigunde Crivelli verheiratet, Tochter des Landammann Frz. Maria Josef Leonz und der El. Dominika Schmid, führte er nach ihrem Ableben im Jahre 1772 als Gemahlin heim Maria Anna Katharina Müller, Tochter des Hauptmann Jakob Anton und der Mar. Viktoria Konstantia von Roll. Letzterer Ehe entspross Karl Josef, der nachmalige Landammann. Die Tochter Waldburga, geb. 1777, heiratete Landammann Karl Martin Müller.

In den Jahren 1755—1762 war Bessler Landschreiber bis zu seiner Wahl als Landesstatthalter, von 1764—1781 Tagsatzungsgesandter, Ehrengesandter zum Syndikat der ennetbirgischen Vogteien 1764 und 1765 ; Gesandter zur Beschwörung des Bundes mit Frankreich im August 1777, Landvogt im Rheintal 1778 und 1779. Im Jahre 1780 als Pannerherr gewählt, lehnte er im folgenden Jahre dieses Ehrenamt ab. Die Landsgemeinde verfügte dann, dass das Pannerherrenamt auf unbestimmte Zeit unbesetzt bleibe, was bis zum Jahre 1803 eingehalten ward.

Die Grundzüge des Charakters dieses Landammanns waren Edelmut, Unbestechlichkeit und Vaterlandsliebe.

In der Sammlung des Landesmuseums findet sich ein Ovalsiegel von 23 X 20 mm, das Karl Alfons Bessler vermutlich schon als Landschreiber benutzte. Dasselbe zeigt im Schild unter fünfzackiger Krone das schon mehrbeschriebene Wappen „Bessler von Wattingen" (Abb. 26).

Quelle:  
Bessler von Wattingen II., Landammann Karl Alfons (I18496)
 
43
Der 111. Landammann von Uri (Amtsperiode 184) - Joseph Stephan Jauch

Joseph Stephan Jauch, in Altdorf, Landammann 1768—70; geb. 27. Dezember 1724, Sohn des Landammann Johann Sebastian und der Maria Kunigunda Stricker, wurde von der Landesgemeinde 1745 als Landesfürsprecher gewählt, 1750 als Landschreiber und 1755 als Landessäckelmeister. Letztgenanntes Amt bekleidete er bis zur Wahl als Landammann 1768. Er vertrat seinen Kanton als Tagsatzungsgesandter von 1763—1798, ebenso am Repräsentantenkongress zu Frauenfeld vom 1.—14. August 1798. 1761 und 1779 war Jauch Ehrengesandter zum Syndikat in Lauis und Luggarus, und 1784 Abgeordneter zur Beilegung der Marchstreitigkeiten mit Schwyz. In den Jahren 1770 und 1771 war er in der Eigenschaft als Landvogt im Thurgau und 1787 als Amtsstatthalter. 1798 präsidierte Jauch die provisorische Regierung. 7 1801.

Jauch heiratete am 8. August 1753 Anna Katharina von Roll, die Tochter des Zeugherrn Franz Konrad Emanuel und der Antonia Crivelli. Sie bewohnten das Jauchiscbe Stammhaus in Altdorf. Ein Sohn, Emanuel, Pannerherr, machte sich um seinen Heimatkanton ebenfalls höchst verdient.

Es sind mir drei verschiedene Besiegelungen von Landammann Jauch, dessen Gemälde das kant. Histor. Museum ziert, bekannt geworden.

1. Rundsiegel von 3,8 cm Durchmesser (Beleg: Gült vom 16. Februar 1769). Der von zwei steigenden Einhörnern gehaltene Ovalschild von 20 X 16 mm zeigt das gevierte Wappen: 1 und 4: Hausmarke X, überhöht von sechszackigem Stern, 2 und 3: Einhornkopf. Kleinod: Mannsrumpf (Abb. Nr. 27).

2. Das Ovalsiegel von 38x36 mm am Schreiben vom 17. November 1770 an Fürstabt Beda von St. Gallen (Stiftsarchiv D. IV. 22/14) enthält unter Krone im herzförmigen Schild von 18x14 mm das Wappen Jauch in folgender Anordnung: I und 4: steigendes Einhorn, 2 und 3: Hausmarke X mit sechszackigem Stern. Zwei Einhorn als Schildhalter (Abb. Nr. 28).

3. Im Landesmuseum befindet sich der Abdruck eines Siegels von 27 X 24 mm Durchmesser, der in zierlicher Kartusche unter Krone im Ovalschild das gevierte Wappen Jauch führt (Abb. Nr. 29).

Quelle:  
Jauch, Landammann Joseph Stephan (I7721)
 
44
Der 112. Landammann von Uri (Amtsperiode 185) - Jakob Anton Müller von Ursern

Josef Anton Müller, in Altdorf, Landammann 1770 und 1771, geb. 23. April 1741, Sohn des Hauptmann Jakob Anton, von Hospental und der Maria Viktoria Konstantia von Roll, war zweimal verheiratet:
1. mit Maria Josefa Müller, des Oberst Karl Franz und der Ursula Jauch, ✟ 1769;
2. mit Maria Josefa Sartor, Tochter des Adam Franz und der Josefa Lauener, geb. 8. Dezember 1751, ✟ 8. Mai 1784. Sie bewohnten den Landsitz im Huon. Der Sohn, Anton Maria, Landschreiber, ein vorzüglicher Musikliebhaber, betätigte sich auch als Komponist, Dieser ist der Vater des nachmaligen Landammann Karl Emanuel. Ein anderer Sohn, Josef Anton, 1778—1833, ward in der Helvetik Distriktsstatthalter von Uri, zog später als Hofrat nach Russland.

Unser Landammann machte folgende Ämterkarriere: 1761 Landesfähnrich, 1764—1770 Landesstatthalter, 1767—1792 Tagsatzungsgesandter, 1770 und 1784 Ehrengesandter zum Syndikat in Lugano und Locarno, Gesandter zur Beschwörung des Bundes mit Frankreich in Solothurn am 25. und 26. August 1777. Während einigen Wochen vertrat Müller seinen Heimatkanton 1792 zu Basel als eidgenössischer Repräsentant. Er wurde der „gelbe Landammann" geheissen und genoss als Haupt der vaterländischen Partei grosses Ansehen beim Volke. Der Geschichtsschreiber Johannes von Müller, mit dem er befreundet war, schätzte ihn als einen der trefflichsten Männer in den 13 Orten. Josef Anton Müller, Liebhaber von Literatur und Musik, beendigte 1779 die Bereinigung des Jahrzeitbuches von Altdorf, wurde dadurch zu historischen Forschungen veranlasst und stellte sein historisches Material Johannes von Müller zur Verfügung, ✟ 6. November 1793.

Das Rundsiegel dieses Landammanns an einer Gült vom 26. April 1771, im Durchmesser von 38 mm, zeigt den von zwei Windhunden gehaltenen Schild unter neunzackiger Krone, mit dem Wappen: im obern geteilten Feld zwei Lilien, auf der Teilung ein Stern, und im Schildfuss ein halbes Mühlerad. Unter der linken Umrahmung des Schild-Piedestals ist ein Rosenzweig (Abb. Nr. 30).

Diese Familie Müller stammt aus Ursern. Zwei Söhne des Talammann Johann Kaspar Müller, nämlich Hauptmann Jakob Anton und Oberst Karl Franz, siedelten nach Altdorf über und erhielten 1738 das Urner Landrecht.

Wappen:
1. Das älteste Wappen zeigt eine schwarze Hausmarke (Siegel des Talammann Johann Müller von 1644).
2. In Rot ein goldenes Mühlrad. 3. Das heutige Wappen, auch im Wappenbuch der Straussengesellschaft schon 1772 enthalten, ist geteilt, oben gespalten von Blau und Grün mit je einer goldenen Lilie, im Schildfuss in Silber ein halbes, rotes Mühlenrad. Kleinod: Federbusch, belegt mit dem halben Mühlrad.

Quelle:  
Müller (Ursern), Landammann Josef Anton (I18499)
 
45
Der 113. Landammann von Uri (Amtsperiode 186 & 193) - Karl Franz Schmid von Uri

Karl Franz Schmid, in Altdorf, Landammann 1772—1774 und 1786 bis 1788; geb. 5. Dezember 1735, ✟ 27- Februar 1803, gehört der Linie „ob der Kirche" an.

Eltern: Johann Franz Martin Schmid, Landammann, und Rosa Christina Dominika Bessler.

Gattin: Franziska Vinzenzia Furrer, Tochter des Oberstleutnant Johann Anton, von Ursern, und der Anna Katharina Müller.

K. F. Schmid machte seine Studien auf der Academia dei Nobili in Mailand und der hohen Schule zu Pont à Mousson, trat 1752 in französische Kriegsdienste beim Regiment von Boccard, kehrte auf seine Wahl zum Landesfürsprecher 1755 heim, ward 1758 Landschreiber, 1761 Zeugherr, 1770 Landesstatthalter und 1774, sowie 1788 Landvogt der obern freien Ämter. Seinen Kanton vertrat er als Tagsatzungsgesandter von 1772—1798, als Ehrengesandter zum Syndikat in Lugano und Locarno 1762, 1763, 1771, 1773 und 1786, als Gesandter zur Beschwörung des Bundes mit Frankreich in Solothurn im August 1777. Vom 2. Dezember 1793 bis 22. März 1794 war er eidgenössischer Repräsentant zu Basel.

Landammann Schmid war einer der stärksten Urner seiner Zeit, stand an der Spitze der französischen Partei und verschaffte sich durch die Überlegenheit seiner Talente und Gewandtheit in allen Situationen den entscheidendsten Einfluss bei seinen Landsleuten. Seinen Wohnsitz hatte er im „Vogelsang". Er war der Vater des Historikers Franz Vinzenz Schmid, geb. 1758, f 8. Mai 1799.

Das Wappenbuch der Straussengesellschaft in Altdorf.enthält sein Wappen mit folgenden Tinkturen: 1 und 4: in Blau goldene Lilie, 2 und 3: in Gold schwarzer Bär.

Ein Siegelabdruck von 1788 in meiner Sammlung hat 33 mm Durchmesser. Der Schild von 15X10 mm führt das Wappen: 1 und4: Bär;2 und3: Lilie. Kleinod: stehender Bär. 3 mm hohe Umschrift : ,,❁ CAROL • FR AN • SCHMl D ❁ •:" (Abb. Nr. 32).

Ein Rundsiegel dieses Landammanns (1786) von 33 cm Durchmesser führt im Schild von 14X10 mm das gevierte Wappen: 1 und4: Lilie,2 und3: Bär. Kleinod: Bär. An Stelle der ausgestochenen Umschrift zeigt sich ein 2 mm breiter Wulst (Abb. Nr. 31).

Quelle:  
Schmid von Uri, Landammann Karl Franz (I7731)
 
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Der 114. Landammann von Uri (Amtsperiode 187) - Karl Franz Müller von Ursern

Karl Franz Müller, in Altdorf, Landammann 1774—1776, geb. 4. Oktober 1738 zu Neapel, Sohn des Oberst Karl Franz und der Ursula Jauch, stand von 1762—1772 als Hauptmann einer eigenen Kompagnie vor beim Regiment Wirz in neapolitanischen Diensten. Bevor Müller sich noch in Altdorf ständig niederliess, wurde er 1764 zum Landesfürsprecher und 1766 zum Landesfähnrich gewählt. Als Landammann ward Karl Franz Müller zur Unterscheidung von seinem Vetter, dem „obern oder gelben" Landammann Josef Anton Müller kurzweg der „untere Landammann Müller" genannt. Von 1774—1789 vertrat Müller seinen Kanton als Gesandter an Tagsatzungen, ✟ 2. September 1797.

Er heiratete Friederike Bessler von Wattingen, Tochter des Landammann, Feldmarschall Friedrich Alfons Bessler iind der Magdalena Schmid. Nach deren Ableben 1766 ging er am 1. September 1766 eine zweite Ehe ein mit Josefa Susanna Brand, Tochter des Landammann Josef Martin Fridolin und der Josefa Salesia Tanner, ✟ 17. Juni 1828. Ein Sohn, Karl Martin Müller, erlangte die Landammannswürde, ebenso der Enkel Vinzenz und der Neffe Karl Müller.

Karl Franz Müller, dessen Gerechtigkeitssinn und Ordnungsliebe hervorgehoben wird, erwarb am 20. Juli 1764 das Haus des Landammann Scolar an der Herrengasse und liess dessen 2. Stockwerk später künstlerisch ausbauen.

Als Landammann siegelte Müller mit einem Rundsiegel von 36 mm (Beleg: Gült vom 25. November 1774). Der von fünfzackiger Krone überragte Wappenschild zeigt in der obern geteilten Hälfte zwei Lilien, mit einem sechszackigen Stern oben auf der Teilung. Im Schildfuss ist ein halbes Mühlenrad. Militärische Embleme schmücken den übrigen Raum (Abb. Nr. 33).

Quelle:  
Müller (Ursern), Landammann Karl Franz (I18491)
 
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Der 116. Landammann von Uri (Amtsperiode 190) - Karl Josef Jauch

Karl Josef Jauch, in Altdorf, Landammann 1780—1782; geb. 20. Juli 1728, Sohn des Landammann Johann Sebastian und der M. Kunigunda Stricker, heiratete 1756 Rosa Dominika Crivelli, Tochter des Franz und der Elisabetha Schmid (✟ 17. Mai 1780).
Er trat frühzeitig mit vier Brüdern in kgl. spanische Kriegsdienste unter dem Regiment Bessler, tat sich besonders bei Velletri hervor, geriet am 2. Mai 1746 bei der Eroberung von Valenza in sardinische Kriegsgefangenschaft und blieb hernach noch zwei Jahre in neapolitanischen Diensten.

Die Landesgemeinde ernannte Jauch 1751 zum Landesfürsprecher; in den Jahren 1768—1780 stand er als Landessäckelmeister den Finanzen vor und vertrat Uri als Tagsatzungsgesandter 1761—1783, sowie als Ehrengesandter zum Syndikat in Bellenz 1758, 1761 und 1763, und in Lugano und Locarno anno 1780. Von seinem Heimatkanton wurde Landammann Jauch zur Bundeserneuerung der katholischen Orte mit Wallis am 14. und 15. November 1780 abgeordnet. Am 18. August 1783 verstarb Jauch, von einer Ratssitzung heimgekehrt, plötzlich. Er war auch einer der sieben Verordneten zur Kirche in Altdorf, sowie Kommandant der 7. Rotte.

Im Wappenbuch der Straussenbruderschaft in Altdorf ist Karl Josef Jauch als Kapitänlieutenant und Landesfürsprech aufgeführt, mit dem gevierten Wappen, auf Blau die silbernen Figuren: 1 und 4: das Hauszeichen mit dem Breitkreuz, 2 und 3: Einhornkopf, unter fünfzackiger Krone. Der Ovalschild wird von zwei Einhörnern gehalten.

Landammann, Hauptmann Karl Josef Jauch siegelte eine Gült für 100 Gulden auf Hofstatt zu Attinghausen am 24. Mai 1780 (Pfarrkirclien-Archiv Altdorf, Abteilung Crivellipfrund) mit Rundsiegel von 4 cm. Der Ovalschild (21X19 mm), gehalten von zwei Einhörnern, weist das gevierte Wappen auf: 1 und 4: Hauszeichen mit sechszackigem Stern, 2 und 3: Einhornkopf. Kleinod: Jüngling mit Kappe und flatternden Bändern. Übereinstimmend mit Abb. Nr. 27.

Quelle:  
Jauch, Landammann Karl Josef (I7725)
 
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Der 117. Landammann von Uri (Amtsperiode 191) - Jost Anton Schmid von Uri II.

Jost Anton Schmid II., in Altdorf, Landammann 1782—1784; geb. 2. Februar 1732, Sohn des Landammann Johann Franz Josef und der Katharina Elisabeth Schmid von Bellikon, von der Linie des „Gardehauptmann". Als Gerichtsherr von Bellikon und Hausen, welche beiden Herrschaften sich von seiner Mutter auf Jost Anton Schmid vererbten, wird ihm vielfach der Name ,,Schmid von Bellikon" gegeben.

Gattin: Franziska Brand, Tochter des Landammann Josef Martin Fridolin Brand und der Maria Josefa Salesia Tanner.

Schon im Jahr 1757 kam Schmid in den Landrat; er war Mitglied des Kirchenrates Altdorf, sowie des geheimen Rates und des Krie'gsrates, Landesstatthalter 1778—1782, Ehrengesandter zum Syndikat in Lauis und Luggarus 1781, Tagsatzungsgesandter 1782 und 1783, Abgeordneter zur Landrechtsbeschwörung nach Ursern, Kommandant der 2. Rotte der Urner Miliz. In Altdorf wohnte er im Hause am Lehn, dem Wohnsitz der „Schmid von Bellikon" und starb im Amte am 26. Januar 1784.

Ein Sohn, Anton Maria, bekleidete 1819 und 1820 ebenfalls Uri's höchste Staatswürde.

Landammann Schmid führte ein Rundsiegel von 3,2 cm (Beleg: Gült vom 27. Dezember 1782 der Kirche Bürglen). Im Schild von 12x12—8 mm ist das gevierte Wappen: 1 und 4: Lilie, 2 und 3: Bär; Kleinod: Bär. Die 2 mm grosse Umschrift lautet: ,,+ IOST ANT SCHMIDT". (Abb. Nr. 35)

Im Wappenbuch der Straussenbruderschaft in Altdorf figuriert das Wappen des Gerichtsherrn Jost Anton Schmid, des Rats, 1773, mit folgenden Tinkturen: in Blau die goldene Lilie und in Gold der schwarze Bär.

Quelle:  
Schmid von Uri, Landammann Jost Anton II. (I18437)
 
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Der 118. Landammann von Uri (Amtsperiode 192) - Johann Franz Sebastian Crivelli

Johann Franz Sebastian Crivelli, in Altdorf, Landammann 1784 bis 1786; geb. 20. Januar 1725 als Sohn des Landammann Franz Maria Leonz und der Dominika Elisabeth Schmid, war verheiratet in erster Ehe mit Helena Esther Bessler, Tochter des Landammann, Brigadier Friedrich Alfons und der Maria Magdalena Schmid, und in zweiter Ehe mit Maria Anna Thaddea Schmid, Tochter des Landammann Johann Franz Josef und der Katharina Elisabeth Schmid von Bellikon.

Johann Franz Sebastian Crivelli bekleidete ab 1744 das Amt eines Landschreibers, kam 1757 als Gardehauptmann nach Bologna. Papst Clemens XIV. verlieh ihm und seinen Nachkommen durch Breve vom 13. September 1769 den Titel und Rang eines Grafen. Schon 1758 erhielt Crivelli eine Ratsherrenstelle verehrt und ward nach seiner Rückkehr nach Altdorf Kommandant einer Rotte, Kriegsrat und 1783 Landesstatthalter; -✟ 1786.

Als Landschreiber verwendete Crivelli ein Ovalsiegel von 26x 21 mm, mit dem Wappen im Ovalschild, unter neunzackiger Krone. Beleg: Handschrift vom 30. April 1752 ab „Rüti" in Seelisberg.

Das Rundsiegel von 3,7 cm Durchmesser (Beleg: Gült vom 1. September 1784 ab Oberschwand, Bürglen. Kirchenarchiv Bürglen) zeigt in dem von zwei Palmzweigen beseiteten Schild von 22 X 15—17 mm, unter Krone, das geteilte Wappen : oben Adler mit Krönchen, unten geviertet, belegt mit Getreidesieb (wie bei Nr. 104).

Zum Jahr 1750 enthält das Wappenbuch der Straussengesellschaft auch das Wappen des Landschreiber Crivelli: geviertet von Silber und Rot, belegt von goldenem Getreidesieb ; im goldenen Schildhaupt schwarzer Adler. Kleinod : schwarzer Adler mit goldenem Krönchen.

Die Familie pflanzte sich fort im Sohn Sebastian Anton, Begründer eines Speditions- und Bankhauses, der nach Luzern zog (1803).

Quelle:  
Crivelli, Landammann & Graf Johann Franz Sebastian (I18439)
 
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Der 119. Landammann von Uri (Amtsperiode 194) - Johann Karl Thaddäus Schmid von Uri

Karl Thaddäus Schmid, in Altdorf, Landammann 1788—1790 und 1804—1806; geb. 12. Februar 1741, Sohn des Gardehauptmann Johann Franz Xaver Thaddäus und der Helena Franziska Bessler von Wattingen, studierte auf der Academia dei Nobili in Mailand, sowie in Dijon und Paris. Er gehört der Linie des Gardehauptmanns an und wohnte im Landgut Grossutzigen.

Gattin: Maria Anna Rosa Schmid, geb. 7. Februar 1739, Tochter des Landammann Johann Franz Martin und der Rosa Christina Dominika Bessler.

Als Landesstatthalter trat Schmid 1787 in die Regierung, war Ehrengesandter zur Jahrrechnung der ennetbirgischen Vogteien 1787, 1789 und 1790, Tagsatzungsgesandter 1788—1798, eidgenössischer Repräsentant 1797 zu Lauis, bei welcher Gelegenheit er zu Mailand mit dem französischen Oberfeldherrn Napoleon Bonaparte bekannt wurde. Karl Thaddäus Schmid tat sich hervor durch seine Rechtschaffenheit, Weisheit und Herzensgüte, war bei allen Parteien hochgeachtet und machte sich in diesen drangvollen Jahren der Revolution und Invasion fremder Truppen, in welche Zeit —• 5. April 1799 — auch der Brand von Altdorf fiel, um sein Land und Volk hochverdient. Die Gemeinde Altdorf stellte ihn 1798 an die Spitze der Munizipalität, und zur Zeit der österreichischen Okkupation wählte ihn die ausserordentliche Landesgemeinde vom 30. Juni 1799 zum Vorsteher des Kantons; ✟ 1812.

Nicht weniger als vier verschiedene Siegelungen konnte ich feststellen:

1. Aus dem Jahre 1778, vom 15. November, ein rundliches Siegel von 19 mm Durchmesser, mit dem gevierten Wappen: 1 und 4: Bär, 2 und 3: Lilie, unter neunzackiger Krone, im Ovalschild. Ein Perlenkranz schliesst das Ganze ab (Abb. Nr. 98).
2. Rundsiegel von 3,7 cm (Beleg: Gült vom 4. Dezember 1788). Im Ovalschild das vierteilige Wappen: Bär und Lilie. Kleinod: Bär (Abb. Nr. 99).
3. Ovalsiegelvon22X20mm. Wappen: 1 und4: Lilie,2 und3: Bär,im Kleinod: Bär (Beleg: Schuldschein vom 13. Juni 1803 der Kirchgemeinde Ovalschild. Altdorf über 4000 Laubtaler) (Abb. Nr. 100).
4. Oktogon-Siegel von 15 x 14 mm, aus dem Jahre 1803. Schild von 7x7 mm, mit dem gevierten Wappen, wie bei Ziffer 3, und Kleinod: Bär (Abb. Nr. 101).

Quelle:  
Schmid von Uri, Landammann Josef Karl Thaddäus (I7795)
 

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