Notizen


Stammbaum:  

Treffer 33,301 bis 33,350 von 52,053

      «Zurück «1 ... 663 664 665 666 667 668 669 670 671 ... 1042» Vorwärts»

 #   Notizen   Verknüpft mit 
33301 http://www.burgenwelt.org/schweiz/ober_rinach/object.php

Burgen der Rinacher

Drei Burgen der Herren von Rinach erhoben sich einst auf den Höhenzügen zwischen Baldeggersee und Suretal: Alt-Rinach bei Menziken, Hinter-Rinach bei Rickenbach und Ober-Rinach (Neu-Rinach) in Römerswil. Nur von Letzterer sind heute noch Mauerreste vorhanden. Das Burgareal umfasst ein Plateau von ca. 30 x 45 Metern und wird im Süden durch einen sehr breiten, im Nordwesten durch einen kleineren Graben geschützt. Die offenbar in zwei Etappen errichtete Anlage bestand zunächst aus einem starken Bering mit inwendig angelehnten Wohn- und Ökonomiebauten. In einer zweiten Phase wurde auf der Ostseite ein Hauptturm mit 2,25 Meter dicken Grundmauern errichtet, an dessen nordwestlicher Ecke der Palas mit seinen Nebengebäuden anschloss. Die südliche Hälfte der ummauerten Fläche bildete den Burghof.

Die Herren von Rinach waren ursprünglich wohl Dienstleute der 1173 ausgestorbenen Grafen von Lenzburg. Im frühen 13. Jhdt. tauchen sie im Gefolge von deren Erben auf, den Grafen von Kyburg. Als erste Vertreter der Familie werden 1210 die Ritter Arnold I. und Hesso I. von Rinach erwähnt. Die Nachkommen von Hesso I. bildeten die jüngere Seitenlinie «von Ober-Rinach». Ulrich I. und Kuno von Ober-Rinach erbauten sich um die Mitte des 13. Jhdts. oberhalb des Baldeggersees eine neue Burg. Ihre erste direkte Erwähnung stammt aus einer Urkunde von 1302. Darin wurde festgehalten, dass von der «burg von Rynach die obern» jährlich ein Pfund Wachs an das Stift Beromünster zu entrichten sei, da sie auf dessen Grundbesitz stehe. Zu Beromünster befand sich auch die Grablege der Familie von Rinach.

Nach dem Aussterben der Kyburger (1264) wurden die Rinacher Parteigänger der Habsburger. Dies brachte ihnen im 14. Jhdt. beinahe den Untergang. 1386 fielen in der Schlacht von Sempach auf habsburgischer Seite nicht weniger als drei Angehörige der Familie. Unter den Toten war auch Ulrich V. von Ober-Rinach. Seine Burg war bereits im Vorfeld der Schlacht durch Truppen aus Luzern zerstört worden.
Nach diesem Unglück fiel die Herrschaft Ober-Rinach der Hauptlinie der Familie zu, die damals auf den aargauischen Burgen Wildenstein, Trostburg und Auenstein residierte. Als im 15. Jhdt. auch der Aargau an die Eidgenossen fiel, verlegten die Herren von Rinach ihren Wohnsitz ins Elsass. 1635 wurden sie in den Reichsfreiherrenstand erhoben, und 1773 gestand der französische König Ludwig XV. allen Familienangehörigen den Freiherrentitel zu.

Karl von Reinach kaufte 1849 den Burghügel von Ober-Rinach zurück, seither ist die Ruine wieder im Besitz der Familie. Bereits 1853 und 1888 fanden erste Ausgrabungen statt. Später bemühte sich vor allem Baron Maurice de Reinach-Hirtzbach (†1994) um die Erforschung und Erhaltung der Anlage: 1940 bis 1942 und 1965/66 folgten neue Untersuchungen. Dabei kamen auch zahlreiche Kleinfunde wie Ofenkacheln, Spitzen von Armbrustbolzen, tönerne Figuren und Schlüssel zutage. Weitere Teilgrabungen und Sanierungen beschädigter Mauerzüge wurden in den Jahren 1985/86 und 1991 vorgenommen.


 
von Reinach (Rinach), Ritter Arnold I. (I2921)
 
33302 http://www.gondo.ch/downloads/crevola525.pdf - Schlacht bei der Brücke von Crevola

Die "Edlen Freiherren von Silenen"
Im Dörfli, dem sogenannten Obersilenen, ein Weiler von nationaler Schutzwürdigkeit, erhebt sich die 5-stöckige Turmruine – erbaut ca. 1240 – der ««««««««Edlen Freiherren von Silenen»»»»»»»», die als sogenannte Meier amteten und die Einzüge von Zehnten uund Zinsen an das Fraumünster besorgten. Der erste Meier, 1243-1258, war Ritter Werner, dann Ritter Arnold, 1290-1294, zugleich Landammann von Uri und Mitbeschwörer des Ewigen Bundes 1291 auf dem Rütli. Der erste, 1251 nachweisbare Landammann von Uri, war Burkhard Schüpfer, von der Schüpfen zu Silenen. Aus diesem Stamm der ««««««««von Silenen»»»»»»»», der sich nach Schwyz, Luzern und Wallis ausbreitete, ging auch Jost von Silenen hervor, der in Rom Theologie studierte, zum Priester geweiht Probst zu Beromünster wurde, dann königlicher Rat Ludwig XI., franz. Gesandter in der Schweiz, Bischof und Parlamentspräsident von Grenoble, schliesslich Bischof von Sitten und Graf und Präfekt vom Wallis. In den Wirren der Vorreformationszeit wurde er abgesetzt und starb erst 53-jährig, als Verbannter 1498 in Frankreich. Seine Brüder: Andreas, Domherr zu Sitten, wurde daselbst hinter dem Hochaltar ermordet; Albin, der Heerführer in den Feldzügen ins Eschental, erlag in Verzelli an der Seuche. Mit dem ersten Gardehauptmann zu Rom, ««««««««Kaspar von Silenen»»»»»»»», gestorben 1562, erlosch das ruhmreiche Familiengeschlecht. Mit der 1081 erstmals urkundlich erwähnten 14-Nothelfer-Kapelle dürften damals nebenan auch die ersten ««««««««von Silenen»»»»»»»» und späteren Meier des Frauenklosters, Felix und Regula in Zürich, mit dem Bau eines Wohnturmes begonnen haben. Die 1666 nach einem Brand wieder hergestellte Kapelle erweist sich heute, nach Abschluss der Renovationsarbeiten, als ein Gotteshaus von erhöhter Rangordnung, nachdem unter mehreren Übermalungen, namentlich im Chorbereich, Fresken aus dem 16. Jahrhundert zutage traten. 
von Silenen, Ritter Albin (I2502)
 
33303 http://www.gs-rohrdorf.de/schulort/benzenburg.htm

Zahlreiche Gäste von Rang und Namen waren erschienen, als Graf Mangold von Rohrdorf zu einem großen Festgelage auf seiner Burg geladen hatte. Es war die Zeit Kaiser Heinrichs IV. Im Reich tobte der Investiturstreit, Kriegszüge erschütterten das Land, die Zeiten waren unruhig und gefährlich. Die Gäste des Grafen zeigten sich deshalb höchst verwundert, ja bestürzt darüber, dass das Schloß vollkommen unbefestigt und von keinerlei Mauern umgeben war. Graf Mangold entgegnete gelassen, dass er ihnen seine Mauern schon noch zeigen wolle.

Als die Gäste am anderen Morgen schlaftrunken aus dem Fenster blickten, war Schloß Benzenberg von schwerbewaffneten Mannen umstellt. Den hohen Herrschaften saß der Schreck in den Gliedern, doch Graf Mangold erklärte triumphierend, dies seien seine Mauern, auf die er sich weit besser verlassen könne, als auf solche aus Stein.

Mag sein, dass diese Legende, die uns durch die Zimmersche Chronik überliefert wurde, lediglich auf das besonders gute Verhältnis zwischen Graf Mangold und seinen Untertanen anspielen will. So sollen unter Mangolds Regierung Wohlstand und Reichtum unter der Bevölkerung geherrscht haben, die Rohrdorfer Bauern hätten bei Erbteilungen das Geld sogar in Hüten davongetragen.

Ob der Benzenberg im 11. Jahrhundert tatsächlich noch unbewehrt war, wissen wir nicht. Der heutige Baubestand, der durchaus gewaltige Befestigungsanlagen zeigt, dürfte kaum vor dem Jahr 1200 entstanden sein. Dass die Burg tatsächlich aber viel älter sein muss und überdies sogar zu den frühesten Burgen im Alb-Bodensee-Gebiet zu zählen ist, beweisen Keramikfunde, die man der Gruppe der sogenannten "älteren Albware" zuweisen und auf die Zeit zwischen 1050 und 1150 datieren kann.

Die Ruine befindet sich gleich hinter dem Ortsausgang von Rohrdorf in Richtung Kreenheinstetten auf einem hohen Bergsporn rechts der Straße, dort wo zu beiden Seiten steile Felsen einen Engpaß bilden.

(Von Armin Heim und Christoph Stauss)

 
Graf Mangold (I10876)
 
33304 http://www.habsburg.net/ausfluege-sehenswuerdigkeiten/wir-fahren-nach/deutschland/tengen/

Historie
• 1.-3. Jh. Römische Funde.
• 878 entstand der älteste Teil von Tengen, einfach Dorf genannt, an der Strasse vom Hegau ins Wutachtal und in den Schwarzwald. In diese Zeit fällt auch die erste urkundliche Erwähnung von ««««««««teingon»»»»»»»» im Zusammenhang mit einem bischöflichn Gutshof von Konstanz.
• 12. Jh. In der Mitte des 12. Jh.s erbauten die Freiherren von Tengen auf einem nahe gelegenen Felsvorsprung eine Burg mit Bergfried.
• 1100 wird Blumenfeld erstmals urkundlich erwähnt. Die Gründung der Siedlung geht auf die Herren von Blumberg zurück. Seit 1465 untersteht Blumenfeld der vorderösterreichischen Landgrafschaft Nellenburg.
• 1275 Heinrich von Tengen verkaufte die hintere Herrschaft mit dem Dorf, zusammen mit weiteren Höfen und Dörfern an Albrecht von Klingenberg, der das Gebiet alsbald an die Habsburger weiterverkaufte.
• 1291 Tengen-Hinterburg, das sich um die romanische Burganlage herum entwickelt hatte, erhielt zum bisherigen Marktrecht von König Rudolf I. auch das Stadtrecht (Urkunde ausgestellt in Basel). Zwischen Tengen-Dorf und Tengen-Hinterburg entstad im 13. Jh. eine zweite Stadtanlage, Tengen-Stadt genannt.
• 1387 Die Klingenberger werden nunmehr als österreichische Lehensnehmer wieder Herren über ihre früheren Rechte und Besitze in der ««««««««hinteren Herrschaft Tengen»»»»»»»».
• 1422 Die Freiherren von Tengen werden zu Grafen ernannt. Ihnen gehörte Tengen-Stadt oder die ««««««««vordere Herrschaft»»»»»»»» bis 1522.
• 15. Jh. mehrere Herrschaftswechsel im vorderösterreichischen Gebiet um Tengen, wobei Tengen schlussendlich an die Deutschordenskommende Mainau fiel.
• 1499 Im Schwabenkrieg verhält sich Tengen, zuvor Mitglied im schwäbischen Städtebund, neutral.
• 1519 Die Burg fällt einem Brand zum Opfer und brennt bis auf den Grund nieder. Einzig der 32 m hohe Turm bleibt erhalten.
• 1806 Tengen fällt nach der Auflösung der Heiligen Römischen Reiches an das Grossherzogtum Baden.
• 19. Jh. Wachstum der Stadt. Es entstehen die meisten Gebäude zwischen Tengen-Dorf und Tengen-Stadt.
• 1971/75 Gemeindereform: zur Gemeinde Tengen gehören nunmehr Büsslingen, Watterdingen und Wiechs am Randen sowie Beuren am Ried, Blumenfeld, Talheim, Uttenhofen und Weil. 
von Tengen, Heinrich (I6201)
 
33305 http://www.heidegg.ch/schloss-heidegg/geschichte.html

GESCHICHTE IN JAHRHUNDERTSCHRITTEN
1185 Heinrich von Heidegg erstmals erwähnt, um 1192 wird der älteste erhaltene Bauteil der Burg errichtet.
13. Jhdt. Blütezeit der Herren von Heidegg, Landadlige zur Zeit der Grafen von Kyburg, dann der Habsburger. Die Burg wird beträchtlich vergrössert und repräsentativ gestaltet.
1386 Heidegg wird als einzige der benachbarten Seetaler Burgen von den Eidgenossen nicht zerstört, was später zu einer der schönsten Schweizer Sagen anregte.
15. Jhdt. Die Herrschaft Lieli fällt an Heidegg. Neue Herren werden die Büsinger. 1482 beginnt mit dem Kauf der Herrschaft durch Heinrich Hasfurter die Zeit der bürgerlichen Luzerner Besitzer.
16. Jhdt. Als Besitzer folgen auf die Hasfurter die Familien Tammann und Kündig.
1618 Heinrich III. von Fleckenstein wird Herr zu Heidegg. Später wird die neue Kapelle geweiht.
1664 Johann Heinrich Franz Pfyffer wird neuer Besitzer, lässt den Turm erhöhen, stirbt vor Fertigstellung des Baus
1700 Die Stadt Luzern erwirbt die Herrschaft und vollendet den Schlossbau.
1798 Heidegg wird Staatsdomäne des Kantons Baden, ab 1803 des Kantons Luzern. Die Gelfinger Wirtefamilie Widmer amtet Mitte 18. bis Mitte 19. Jahrhundert als Schaffner.
1849 Der liberale Gelfinger Bauer Josef Heggli erwirbt Schloss und See und verkauft
1875 an die Amerikanerin Caroline Slidell und den Luzerner Ludwig Pfyffer von Heidegg.
1912 Modernisierung des Schlossturms
1950 Schenkung an den Kanton Luzern. Der Trägerverein, die Vereinigung Pro Heidegg, wird gegründet.
Bald darauf Anlage des Rosengartens, Wiederbelebung des Weinbaus, Gründung des Schweizerischen Jagdmuseums
1995-1998 Gesamtrenovation durch den Kanton Luzern.
Vermietung von Schlossräumlichkeiten für gesellschaftliche und kulturelle Anlässe. Sonderausstellungen. Reiches Kulturprogramm. Attraktionen für Familien. Ferienwohnung.
Etappenweise Erneuerung der Parkanlage mit Rosengarten, Schlossgässli, Spazierwegen im Tobel und entlang Kantonsstrasse, Parkplatz, Rastplätzen, Aussenspielplatz

2013 Aufgrund dendrochronologischer Untersuchungen wird Heidegg zum ältesten erhaltenen Wohnhaus im Kanton Luzern

DURCH MEHR ALS ACHT JAHRHUNDERTE
Der erste Heidegger wird vielleicht bereits 1185 in einer Schriftquelle genannt. Als unfreie Dienstleute (Ministerialen) standen die Heidegger im Dienst der jeweiligen Landesherren, zuerst wohl der Lenzburger, dann der Kyburger und der Habsburger. Die Familie weist bis zu ihrem Verschwinden im 17. Jahrhundert über 110 namentlich bekannte Mitglieder auf und verschwägert sich vielfach mit dem regionalen Kleinadel. Auf der Heidegg sitzt sie bis ins frühe 15. Jahrhundert, mit Grundbesitz in der näheren Umgebung.

Der kurz vor 1200 errichtete Wohnbau, der sich im heutigen Schlossturm verbirgt, dürfte andeuten, dass die Familie von Heidegg in dieser Zeit eine Burganlage errichtete oder bereits errichtet hatte. Anlass und Ziel des Burgenbaus war weniger die von hier aus kaum zu verwirklichende Kontrolle über den Durchgangsverkehr. Geeigneter war die Burg für den Landesausbau, die Verwaltung der umliegenden Güter, insbesondere des Rebgeländes. Der klimatisch und topografisch günstig gelegene Heidegger Rebberg ist seit dem Spätmittelalter auch schriftlich nachgewiesen. Von Bedeutung war auch die Aufsicht über den See mit seinem Fischreichtum.

Die Gerichtsherrschaft blieb lange klein, denn die Konkurrenz in der Nachbarschaft – die Herren von Baldegg, Lieli, Ober-Rinach, die Deutschritter in Hitzkirch, die Chorherren in Beromünster und die Grafen von Kyburg, die rund um die Heidegg niedere und hohe Herrschaft ausübten – liess keine weitere Ausdehnung zu. Um 1430 allerdings erreichten die Nachfolger der Herren von Heidegg, die Büsinger, die Verschmelzung mit der Herrschaft Lieli. Nun gehörten neben Gelfingen und Altwis auch die Dörfer Lieli, Sulz und Mosen zum Gericht Heidegg.

Im 14. Jahrhundert geriet die Heidegg in den Sog der nach Landesherrschaft strebenden Stadt Luzern. Möglicherweise dank dem zuvor erworbenen Luzerner Burgrecht einige Heidegger entging Heidegg im Vorfeld des Sempacherkriegs, im Gegensatz zu fast allen umliegenden Burgen, der Zerstörung.

Dieses Ereignis von 1386 hat viel später, im 19. Jahrhundert, eine eindrückliche Sage als wundersame Rettung gedeutet: die Muttergottes habe das flehende Beten des Burgfräuleins erhört, die Heidegg in Nebel gehüllt, worauf die brandschatzenden Eidgenossen sich in der Gegend verirrten. Zum Dank für die Verschonung der Heidegg sei die Kapelle errichtet worden. – Die Kapelle ist allerdings nachweislich erst in nachreformatorischer Zeit, kurz vor 1600, erbaut worden.

Seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert lösten einflussreiche Stadtluzerner Bürgerfamilien einander im Besitz ab: die Hasfurter, Tammann, Kündig, Fleckenstein, Pfyffer. Sie alle suchten die Burg zu modernisieren, wobei der Umbau oder die letzte Aufstockung zum Schlossturm durch die Pfyffer im ausgehenden 17. Jahrhundert die markantesten Neuerungen brachte.

Die finanziell überforderten Pfyffer veräusserten den Sitz 1700 an Luzern, das ihn sofort sanierte und bis 1848 als Staatsdomäne verwaltete. 1798 fand die Gerichtsherrschaft ihr Ende. Nach dem Sonderbundskrieg ging das Schloss mangels potenterer Interessenten an den Gelfinger Bauern Joseph Heggli.

DER ADLIGE LANDSITZ IN JÜNGSTER ZEIT
1875 gelang dem luzernisch-amerikanischen Paar Louis Pfyffer von Heidegg und Caroline Slidell der Rückkauf. Die Pfyffer versahen das Äussere der Anlage zur Zeit der Eröffnung der Seetalbahn 1883 mit burgenromantischem Dekor und machten 1912 das Schlossinnere wieder bewohnbar. 1950 übergaben die letzten lebenden Pfyffer von Heidegg, die Witwen Mathilde von Glutz und Marie-Louise de Chambrier, das Schloss schenkungsweise der Bevölkerung des Kantons Luzern.

Die Umgestaltung des barocken Gartenparterres zum Rosenschaugarten, sie geschah nach 1951 auf Anregung des deutschen Bundeskanzlers Adenauer, und die gleichzeitige Wiederbelebung des Heidegger Rebberges sowie eine Zeitlang die Gründung und Unterbringung des Schweizerischen Jagdmuseums verhalfen der Heidegg zu überregionaler Ausstrahlung.

Neben dem köstlichen Heidegger Wein und dem berühmten Rosengarten tragen heute Veranstaltungen (Musik, Theater, Mitmachtage) und Ausstellungen beim oder im Schloss den Namen Heidegg über das Tal hinaus. Ein kleines, aber feines Festival ist der Seetaler Poesiesommer t a l e s , durchgeführt auf Heidegg und an weiteren kulturellen Stätten des Tals und Europas.

1995-1998 unterzog der Kanton Luzern das Schloss einer Gesamtrenovation. Der Trägerverein, die Vereinigung Pro Heidegg, richtete den Betrieb und das Museum neu ein. Seither kann Schloss Heidegg mit einer ausgewogenen Mischung von Tradition und Moderne aufwarten und immer wieder überraschen.

2013 erhielt die Vereinigung Pro Heidegg den SEETAL AWARD zugesprochen. Im gleichen Jahr wurden die Fälldaten der Bauhölzer neu ermittelt. Das sensationelle Ergebnis: Im Schlossturm versteckt sich ein massiver Wohnwehrturm aus dem frühen 13. Jahrhundert. Der Kernbau datiert sogar von 1192 und ist damit das älteste aufrechte Wohngebäude im Kanton Luzern.

Seit 2017 können die Schlossbesucher auf ganz neue Weise der achthundertjährigen Schlossgeschichte begegnen: mit den Heidegger Turmkellergeschichten im ältesten Raum des Schlosses. 
Hasfurter, Ritter Heinrich (I3843)
 
33306 http://www.heimatverein-wassenberg.de/fahrten/10-geschichte/104-kulturhistorischer-spaziergang-thema-schlacht-von-wassenberg?start=3 von Limburg, Herzog Walram IV. (I8256)
 
33307 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D10321.php

Freienstein [Hasli], von
Hochfreiengeschlecht des 12.-13. Jh. mit Besitz im Zürcher Unterland (u.a. vermutlich Burg im Riet bei Niederhasli, Kirchensatz und Güter in Niederhasli, ab 1254 Burg und Grundbesitz in F., Eigengüter und Lehen in Rorbas). Zur Fam. gehörte vielleicht jener Eglolf, der 1102 für Berchtold II. von Zähringen als Zeuge fungierte, und ein anderer Eglolf, der 1152 Zeuge für Berchtold IV. von Zähringen war. Ein dritter und ein vierter Eglolf sind 1188-1219 und 1236-59 bezeugt; sie scheinen zur Umgebung der Frh. von Regensberg gehört zu haben. Ita (1248 erw.), Tochter des 1236-59 bezeugten Eglolf, ehelichte den Stadtzürcher Ritter Konrad Judemann. Eine andere Tochter, die 1259 genannte Adelheid, heiratete Beringer von Landenberg. Ein 1250-75 bezeugter Eglolf (gestorben vor 27.1.1282), ebenfalls Sohn des 1236-59 genannten Eglolf, war Gatte der Hellwig, Tochter Konrads von Tengen. Letztere dürfte die Güter in Rorbas und F. in die Ehe gebracht haben. Die Bezeichnung "von F." erscheint ab 1275; im selben Jahr wurde die Burg castrum novum Vriiestein genannt (die alte Burg F. stand vielleicht oberhalb der Kirche Rorbas). Heinrich II. und Heinzeli (1325), Söhne von Heinrich I. (erw. 1282-1328) und Mechtild, sind die letzten bekannten Vertreter des Geschlechts. Heinrichs I. Bruder Johann (erw. 1282-1314, gestorben vor 17.12.1316) ehelichte Katharina (Witwe oder Tochter Hermanns des Jüngeren von Landenberg); 1311 werden Rudolf Mülner und dessen Sohn Gottfried als seine Oheime bezeichnet. Die 1282 erw. Hedwig war eine Schwester der Brüder Heinrich und Johann. Die Geschwister dürften Nachkommen des 1250-75 bezeugten Eglolf gewesen sein. Sie begannen um 1300 aus einer offensichtl. Notlage heraus mit der Liquidation des Familienbesitzes; die Herrenstellung ging in dieser Zeit verloren. Gründe des Niedergangs waren vermutlich die Heiraten in den Ritteradel, die Anlehnung an die Regensberger und die fehlenden Verbindungen zu den Habsburgern. -- Mit den in den 1280er Jahren als österr. Pfandempfänger auftretenden Niederadligen von Hasli besteht keine genealog. Verknüpfung.


Literatur
– Sablonier, Adel, v.a. 94-96
– GHS 4, 97-110, (mit Stammtaf.)
– W. Lienhard et al., 750 Jahre Burg F., 2004

Autorin/Autor: Konrad Wanner 
von Hasli-Freienstein, Freiherr Egilolf (I1604)
 
33308 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D13029.php

Diessenhofen, Heinrich Truchsess von
geboren um 1300, gestorben 22./24.12.1376 Konstanz, aus D. Sohn des Ministerialen Johannes, Hofmeisters Friedrichs des Schönen, und der Elisabeth von Reinach. Bruder des Konrad ( -> 2). Seine Karriere eröffnete der Kleriker D. 1316 mit einem Stud. in Bologna, das er um 1324 als Doctor decretorum abschloss. Unter Verstoss gegen das Kirchenrecht erlangte er versch. Benefizien, einige davon aufgrund der engen Bindung seiner Fam. an die österr. Herzöge. Neben vier Pfarrkirchen wurden ihm die Kanonikate von Embrach und Konstanz übertragen, sowie in Beromünster das Kanonikat und die Kustodie. 1344 zählte er zum Kreis der Konstanzer Bischofskandidaten, ab 1356 bemühte er sich um die Dompropstei. 1373 und 1374 war er päpstl. Subkollektor. Während seines Aufenthalts in Avignon (1330-37) wurde D. von Papst Johannes XXII. zum Kaplan erhoben. Als Chronist am Papsthof ergänzte er die Kirchengeschichte des Bartholomäus von Lucca ("Historia ecclesiastica nova") und arbeitete an einer Fortsetzung, dem Ausgangspunkt seines eigenen Geschichtswerks. Er berichtete zuerst von den Vorgängen am päpstl. Hof, nach seiner Rückkehr nach Konstanz (1343) v.a. von Ereignissen im Reich und im Heimatraum. D. ersetzte seinen ursprünglich kurialen Standpunkt, etwa gegenüber Ludwig dem Bayern, durch eine zunehmend krit. Sichtweise des avignones. Papsttums. Auch seine einst Ks. Karl IV. entgegengebrachte Begeisterung gab er allmählich zugunsten zurückhaltender Distanz auf. D.s annalist. Aufzeichnungen in lat. Sprache, die bis 1361 reichen, wird ein grosser Quellenwert zugesprochen.


Literatur
– L. Schmugge, «Zur Überlieferung der Historia ecclesiastica nova des Tholomeus von Lucca», in DA 32, 1976, 495-545
– Die dt. Literatur des MA, hg. von K. Ruh et al., 3, 1981, 708-711
– HS, I/2, 799 f.
– B. Wiggenhauser, Klerikale Karrieren, 1997, 372-376
– C. Schuchard, Die päpstl. Kollektoren im späten MA, 2000, 263f.

Autorin/Autor: Brigitte Hotz 
Truchsess von Diessenhofen, Heinrich (I11378)
 
33309 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D13628.php

Schmid, Franz Vinzenz
27.5.1758 Altdorf (UR), 8.5.1799 Flüelen, kath., Landmann von Uri. Sohn des Karl Franz ( -> 100). Neffe des Anton Maria ( -> 12). ∞ Magdalena geb. S., Tochter des Karl Franz Josef ( -> 101). 1773-77 Offizier im Regiment Castella in franz. Diensten. Ab 1778 Landesschützenmeister, ab 1782 Oberstlandeswachtmeister und Mitglied des Kriegsrats, als solcher mit der Ausbildung des Urner Militärs betraut. Ab 1784 Landschreiber, ab 1788 Geheimratssäckelmeister. 1792 Kommandant des Urner Hilfskoontingents in Basel, danach Legationssekr. der urner. Repräsentantschaft in Basel, 1798 Major und Anführer der Urner Hilfstruppen in Unterwalden. S.s Einstellung gegenüber der Helvetik schwankte: Nachdem er zuerst eine Beamtung im Dienste des Kt. Waldstätten angenommen hatte, schwang er sich im April und Mai 1799 zum Führer eines Volksaufstands auf, wurde aber am Flüeler Ufer im Abwehrkampf gegen die Franzosen getötet. S. betätigte sich nebenbei als Historiker und Genealoge. Sein bedeutendstes Werk ist die allerdings unkrit. und überhöhende Urner Kantonsgeschichte, die bis 1481 reicht und sich durch einen heute noch benutzten Urkundenanhang auszeichnet.

Werke
– Allg. Gesch. des Freystaats Ury, 2 Bde., 1788-90
Archive
– Teilnachlässe in: StAUR, Hist. Museum Altdorf
Literatur
– Festgabe auf die Eröffnung des hist. Museums von Uri, 1906, 59-61
– ASG, 1911, 188-194
– Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 2, 508 f.
– W. Arnold, Uri und Ursern z.Z. der Helvetik, 1798-1803, 1985, v.a. 129-146
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin 
Schmid von Uri, Franz Vinzenz (I7798)
 
33310 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15247.php

Beroldingen, Karl Konrad von
1624 Lugano, 1706 Lugano, kath., Landmann von Uri. Sohn des Sebastian, Herrn zu Sonnenberg, Obersten in span. Diensten, Landeshauptmanns und Kanzlers in Lugano, und der Emma von Roll zu Emmenholz. Bruder des Franz Sebastian ( -> 3) und des Johanann Josef ( -> 7). ∞ 1646 Maria Ursula, Tochter des Sebastian Peregrin Zwyer von Evibach. Militärunternehmer und Oberst in span. Diensten. 1638-73 Kanzler und Landeshauptmann in Lugano. B. erbaute den Palast des Parks Ciani und die Villa Favorita in Castagnola. 1669 wurde ihm von den Eidgenossen das Lehen Magliaso verliehen, das einzige feudo in den ennetbirg. Vogteien. 1664 Resident der kath. Orte und Gefolgsmann des span. Gesandten Carlo Casati, den er bisweilen auch an der Tagsatzung vertrat. Baron, 1691 von Ks. Leopold in den Reichfreiherrenstand erhoben, Ritter von Alcantara.

Literatur
– T. von Liebenau, «Die Fam. von B.», in Jb. der königl. kaiserl. Herald. Ges. Adler, NF 3, 1893
Autorin/Autor: Urs Kälin 
von Beroldingen, Oberst Karl Konrad (I7741)
 
33311 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15557.php

Müller, Johann Caspar
16.3.1644 Hospental, 19.3.1691 Hospental, kath., Talmann von Ursern. Sohn des Johann und der Catharina di Varese. ∞ 1) 1667 Anna Püntener, Tochter des Gedeon, Hauptmanns, 2) 1684 Dorothea Jauch, Tochter des Ambros. 1684-85 Talammann von Ursern. M. wurde 1687 zum Nuntius nach Luzern gesandt, um Kapuziner als Seelsorger nach Andermatt zu gewinnen.

Literatur
– I. Meyer, C.F. Müller, «Die Talammänner von Ursern», in HNU NF 24/25, 1969/70, 115-144
– I. Müller, Gesch. von Ursern, 1984
Autorin/Autor: Stefan Fryberg 
Müller von Ursern, Thalammann Johann (Hans) Kaspar (Caspar) (I3738)
 
33312 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D166.php

Uitikon
Polit. Gem. ZH, Bez. Dietikon, und bis 1798 Gerichtsherrschaft. Haufendorf auf dem nördl. Ausläufer der Albiskette auf 550 m. U., das auch Ringlikon umfasst, bildete bis 1917 eine Zivilgemeinde. Vor 1227 Uetinchon in einem Rodel des Kammeramts der Propstei Grossmünster in Zürich, 1259 Utinchon. 1437 7 Haushaltungen; 1634 140 Einw.; 1836 339; 1850 310; 1900 332; 1950 1'012; 2000 3'480. An einer seit 1856 bekannten Fundstelle im Ortskern wurden 2003 das Herrenhaus und das Bad eines röm. Gutshofs freigelegt.

Hochgerichtlich gehörte U. zur Grafschaft Baden. Die niederen Gerichte über U. und Ringlikon erscheinen erstmals 1323 bzw. 1361 als ein habsburg. Lehen in Händen der Zürcher Ratsfamilie Schönenwerd. 1363 und 1365 gelangten Ringlikon bzw. U. an den Zürcher Gerberzunftmeister Jakob Glenter den Älteren. Als Gerichtsherrschaft blieb U. im Eigentum versch. Zürcher Familien. 1613 erwarb sie der kath. Zuger Jakob Zurlauben. Auf Verlangen des Zürcher Rats musste er sie schon 1614 an den Zürcher Hans Peter Steiner weiterverkaufen, der ihr 1620 Niederurdorf anfügte. Die Fam. Steiner behielt die Herrschaft bis 1798. Südwestlich des Dorfkerns begann Hans Jakob Steiner 1623 mit dem Bau eines repräsentativen Gerichtsherrensitzes (Schloss U.). Der Untervogt von U. war gleichzeitig Repräsentant der Gem. und gerichtsherrschaftl. Beamter. 1435 erhielt U. eine Offnung, 1675 stellte der Gerichtsherr der Gem. einen Einzugsbrief aus.

U. gehörte vor der Reformation zur Zürcher Pfarrei St. Peter, danach zur ref. Kirchgemeinde Altstetten. 1623 stiftete Gerichtsherr Hans Peter Steiner ein Kirchengut. Der Kirchenbau wurde 1626 vollendet. Gleichzeitig bewilligte der Zürcher Rat U. eine Pfarrstelle mit gerichtsherrl. Kollatur. Die ref. Kirchgemeinde U. wurde erst 1873 von Altstetten getrennt. 1956 erfolgte die Gründung des kath. Pfarrvikariats Birmensdorf-U.-Aesch, das seit 1964 eine kath. Kirchgemeinde bildet. 1970 wurde die kath. Kirche St. Michael auf der Waldegg geweiht.

Die textile Heimindustrie war weitverbreitet, 1780 beschäftigte sie acht Baumwollweber und 40 Baumwollspinner und -spinnerinnen, 1836 28 Seidenwinderinnen. Die Erschliessung des Gemeindegebiets erfolgte 1809 über den Albisriedersteig sowie ab 1847 über die neue Kunststrasse Zürich-Waldegg-Birmensdorf. 1875 wurde die Üetlibergbahn mit Haltestellen in U.-Waldegg und Ringlikon eröffnet. Die gemeinnützig und politisch tätige Mittwochsgesellschaft entstand 1874 im Umfeld des späteren Regierungsrats Jakob Lutz. Im selben Jahr gründeten die Stadt Zürich und 13 weitere Gem. im Schloss U. eine Korrektionsanstalt (ab 1926 kant. Arbeitserziehungsanstalt U., seit 1998 Massnahmezentrum U. für straffällige männl. Jugendliche), deren Gebäude 1882 vom Kt. Zürich übernommen wurden. 1935 erliess die Gem. die erste Bauordnung. Begehrtes Baugebiet für finanzkräftige Zuzüger waren die besonnten Hanglagen. U. zählt seit den 1970er Jahren zu den finanzstärksten, steuergünstigsten Gem. des Kantons. 2000 betrug die Wegpendlerquote 77%. Die Gem. wies 2008 170 Arbeitsstätten mit 768 Beschäftigten auf, davon 90% im 3. Sektor.


Literatur
– L. Kägi, U., 1975
– Mittwochsgesellschaft U.: Jahrh. 1-, 1993-

Autorin/Autor: Martin Illi

 
Glenter, Jakob (I726)
 
33313 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D18053.php

No 17
Brun, Rudolf
1324 erstmals erw. in Zürich, gestorben 17.9.1360. Sohn des Jakob, Schultheissen und Ratsherrn, und der Mechthild. Ritter. ∞ Margaretha Fütschi, Tochter des Ratsherrn Ulrich. B. gehörte einem der alten, adligen Zürcher Ratsgeschlechter an. Bereits 1330 geriet er in Händel mit dem profiliertesten seiner späteren Gegner, Rudolf Biber, und wurde vom Rat mit einer hohen Geldstrafe gebüsst. Drei Jahre später musste der Rat ihn mahnen, die Busse endlich zu entrichten, was als Hinweis auf seine schlechte ökonom. Position als nicht erbberechtigter jüngerer Sohn zu werten ist. 1332-36 war er Fastenrat und damit Mitglied der Ratsoberschicht von Zürich, die sich zu Beginn des 14. Jh. durch zunehmende Aristokratisierung auszeichnete. Ein halbes Dutzend Geschlechter, insbesondere die Bilgeri, beherrschten den Rat und schlossen die restl. Familien, u.a. die B., de facto von der Mitbestimmung aus. Um den schwindenden Einfluss des Adels gegen die bürgerl. Ratsmehrheit aufzuhalten, schloss die Ratsminderheit, der B. angehörte, ein Bündnis mit den mit einem Verbot zur polit. Organisation belegten Handwerkern.

Eine die Ratsmehrheit begünstigende Münzreform gilt als Auslöser der Brun'schen Zunftrevolution von 1336, die eine weitgehende Eliminierung des bürgerl.-kaufmänn. Patriziats aus dem Rat zur Folge hatte. Der Umsturz war von langer Hand geplant, denn die Sieger legten den Bürgern umgehend eine neue, an das Strassburger Vorbild angelehnte Verfassung vor. Ihre wichtigsten Merkmale waren ein formaler und erst nach 1373 auch realer Einbezug der nun zünftisch organisierten Handwerker in die städt. Politik sowie die Position eines lebenslängl., besoldeten Bürgermeisters. 1336-60 übte B. dieses Amt aus. Der Gefahr eines Machtvakuums beugte die Vorbestimmung der vier Nachfolger B.s vor, darunter sein Bruder Jakob und der spätere Bürgermeister Rüdiger Manesse. B. musste zwei Restaurationsversuche seiner Gegner abwehren: 1337 in der Schlacht von Grinau und im Febr. 1350 in der sog. Zürcher Mordnacht. Innenpolitisch konzentrierte B. die Macht auf sich. Er bestimmte das Wahlgremium für die Ratsmitglieder. So verschaffte er v.a. Angehörigen der B., Mülner und Manesse Ratssitze. Heiratspolitisch gelang es ihm, österr. Landadlige aus der Innerschweiz (von Küssnacht und von Hünenberg), dem Gaster (von Hofstetten) und dem Zürcher Oberland (von Hinwil) in die städt. Ratsoberschicht einzubinden. Die Verbannten von 1336 versuchte er mit Teilamnestien und Verträgen allmählich wieder in die Stadt zurückzuholen und zu kontrollieren. Im kirchl. Bereich nutzte B. seine Macht, indem er seinem Sohn Bruno zuerst das Amt des Kirchherrn von St. Peter, dessen Kirchsatz er selbst 1345 erworben hatte, und 1354 dasjenige des Grossmünsterpropstes verschaffte, des kirchl. Oberhauptes der Stadt.

Unter B. zeichnete sich erstmals eine Zürcher Territorialpolitik ab. Er versuchte den Einfluss Zürichs entlang den Wasserwegen auszudehnen, was am linken Zürichseeufer bis nach Pfäffikon (SZ) und limmatabwärts in Richtung Baden auch gelang, bei Rapperswil und in der March jedoch 1358 durch die Hzg. von Österreich vereitelt wurde. Aussenpolitisch betrieb B. eine aktive Bündnispolitik. Er verband Zürich mit den schwäb. Reichsstädten, Konstanz, Schaffhausen und Basel, 1351 mit den Waldstätten und 1356 mit dem mächtigsten Partner, den Hzg. von Österreich. Persönl. Profit zog B. aus der in Zürichs Geschichte einzigartigen Besoldung des Bürgermeisters, die nur während seiner Amtszeit Bestand hatte, sowie aus der Anlehnung an die österr. Landesherrschaft und deren Klientel. Dies brachte ihm 1359 die Position eines besoldeten Geheimen Rates des Herzogs ein. B. bestimmte während eines Vierteljahrhunderts die Politik Zürichs und stärkte dessen Eigenständigkeit und Position als freie Reichsstadt.

Literatur
– A. Largiadèr, Bürgermeister Rudolf B. und die Zürcher Revolution von 1336, 1936

Autorin/Autor: Martin Lassner

 
Brun, Jakob (I5436)
 
33314 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D18070.php

Glenter, Jakob
geboren vor 1393 Zürich, gestorben 17.4.1430 Zürich. Sohn des Jakob, Zunftmeisters der Gerber. ∞ Margaretha Keller. 1393-1411 Baptistalrat, 1422-30 Zürcher Bürgermeister. 1393 Vogt von Wiedikon, 1395 von Stadelhofen-Zollikon und Küsnacht, 1397, 1400, 1405 von Wollerau. 1406 städt. Baumeister, 1408-10 Steuereinnehmer. 1418-20 Vermittler zwischen Gf. von Toggenburg und Bf. von Chur. 1418 Vermittler im Raronhandel, 1423 Zürcher Abgeordneter in Einsiedeln (Streit mit Mailand). Der laut Steuerbüchern reichste Zürcher seiner Zeit erhielt Wiedikon (vom Reich) und Uitikon (von Habsburg) zu Lehen.


Literatur
– U. Schlüer, Soziale Struktur von Stadt und Landschaft Zürich, 1978

Autorin/Autor: Martin Lassner

 
Glenter, Jakob (I2614)
 
33315 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D18102.php

Schwend, Heinrich
1421 in Zürich erstmals erw., gestorben 4.5.1470 Zürich, von Zürich. Ritter. Sohn des Berchtold, Ratsherrn, und der Adelheid Meiss. ∞ Regula geb. Schwend, Tochter des Johannes ( -> 3). Schwager des Konrad ( -> 4). 1436-41, 1443 und 1446-69 Vertreter der Konstaffel im Kl. Rat, 1442 Bürgermeister von Zürich. U.a. 1439-43 Vogt von Kyburg, 1446 und 1456-64 von Bülach und 1448 von Regensberg. Der reiche S. war ein einflussreicher Schiedsrichter und Gesandter, der die Politik Zürichs während des Alten Zürichkriegs 1436-50 und die darauf folgende stärkere Bindung an die Eidgenossenschaft massgeblich mitbestimmte.


Literatur
– E. Diener, Die Zürcher Fam. S. c. 1250-1536, 1901

Autorin/Autor: Martin Lassner

 
Schwend, Heinrich I (I10723)
 
33316 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D18103.php

Schwend, Johannes
1417 in Zürich erstmals erw., gestorben 17.2.1477 Zürich, von Zürich. Ritter. Sohn des Johannes ( -> 2). ∞ 1) Regula Glenter, Tochter des Jakob Glenter, 2) Anna Schön, Witwe des Götz, 3) Klara von Reischach. 1423-40 und 1442-77 Vertreter der Konstaffel im Kl. Rat, u.a. 1429 und 1433 Vogt von Kyburg, 1425-27 von Bülach und 1438-42 von Andelfingen, 1441 Bürgermeister. Während 50 Jahren bestimmte der sehr reiche S. die Politik Zürichs mit, von der Expansionspolitik vor dem Alten Zürichkrieg 1436-50 bis zur Integration in die Eidgenossenschaft nach der Jahrhundertmitte.


Literatur
– E. Diener, Die Zürcher Fam. S. c. 1250-1536, 1901

Autorin/Autor: Martin Lassner

 
Schwend, Ritter Johannes III der Junge (I3682)
 
33317 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D18104.php

Schwend, Konrad
1461 in Zürich erstmals erw., gestorben 15.1.1499 Zürich, von Zürich. Ritter. Sohn des Johannes ( -> 3) und der Regula Glenter. Schwager des Heinrich ( -> 1). ∞ Anna von Breitenlandenberg, Tochter des Rudolf. Pensionär des Hzg. von Mailand. 1470-89 Vertreter der Konstaffel im Kl. Rat, 1470 und 1472 Vogt von Stäfa, 1478 von Stammheim, 1489 Barfüsserpfleger, 1489-98 Bürgermeister von Zürich, mehrfach Tagsatzungsgesandter. Im Waldmannhandel von 1489 tat sich S. als Schlichter hervor. Unter seiner Ägide erlebte Zürich mit dem 4. (1489) und 5. (1498) Geschworenen Brief zwei Verfassungsrevisionen.

Literatur
– E. Diener, Die Zürcher Fam. S. c. 1250-1536, 1901
– GKZ 1, 346

Autorin/Autor: Martin Lassner

 
Schwend, Ritter Konrad II (I10707)
 
33318 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D18105.php

Schwend, Rudolf
1368 in Zürich erstmals erw., gestorben 4.8.1390 Zürich, von Zürich. Sohn des Ulrich, Ratsherrn, und der Elisabeth Schafli. ∞ Beatrix Manesse, Tochter des Ulrich, Ratsherrn. 1368-83 und 1385-90 Vertreter der Konstaffel im Rat, 1383 Vogt von Zollikon und Küsnacht. Ab 1383 führte R. in versch. Kriegszügen die Zürcher Truppen an. Mit Johannes Vink war er ab 1384 der erste halbjährlich alternierende Zürcher Bürgermeister. S. galt als Exponent einer Politik der starken Bindung Zürichs ans Heilige Röm. Reich und an den Hzg. von Österreich. 1386 Ritter.


Literatur
– A. Largiadèr, «Eine Zürcher Kriegerges. z.Z. des Sempacherkrieges», in ZTb 1961, 1960, 26-48

Autorin/Autor: Martin Lassner

 
Schwend, Ritter Rudolf I (I4228)
 
33319 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D19260.php

Murer, Niklaus
Erstmals erw. 1404, gestorben 1433 Basel, von Basel. Sohn des Heinrich, Tuchhändlers. ∞ Ursula von Laufen. 1405-22 Ratsherr zum Schlüssel, 1414 und 1416 Oberstzunftmeister, 1423 Übertritt zu den Achtburgern. Mehrfache Beziehungen zum Basler Steinenkloster, 1423 einer der Boten des Rats für die Reform des Klosters und 1427 einer der Pfleger desselben. 1413 Aufnahme ins Hofgesinde des Ks. Sigismund. 1414 zusammen mit Vertretern anderer Geschlechter der Achtburger führend im Machtkampf gegen die Zünfte, vorübergehender Auszug nach Rheinfelden und Rückgabe des Bürgerrechts. 1415 Gesandter der Stadt Basel zu Hzg. Friedrich IV. von Habsburg und Gegenpapst Johannes XXIII. nach Freiburg i.Br., dann zum Konzil nach Konstanz (1414-18).


Literatur
– R. Wackernagel, «Die Junker M. von Basel», in SAHer 16, 1902, H. 2, 48-64
– Oberbad. Geschlechterbuch 3, bearb. von J. Kindler von Knobloch, 1919, 181

Autorin/Autor: Benno Notter 
Murer, Niklaus (I11180)
 
33320 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D19522.php

Unter dem Namen L. ab 1077 bezeugtes ostschweiz. Grafengeschlecht, als dessen Sitz ebenfalls 1077 die Lenzburg erwähnt ist. Die in der älteren Forschung postulierte Abstammung des Geschlechts von den Westschweizer Gf. von Fenis kann als widerlegt gelten. Auszugehen ist jedoch von einer Abstammung vom karolingischen Gf. Hunfrid von Rätien über eine weibl. Erbfolge zu den Herren von Schänis, den Kastvögten der Abtei Schänis. Daher ist Ulrich ( 972) gewöhnlich als erstes Mitglied in den Stammtafeln der L. aufgeführt.
Die Genealogie ist über sieben Generationen für den Zeitraum zwischen dem Ende des 10. Jh. bis zum Aussterben des Geschlechts 1173 einigermassen gesichert. Verwandtschaftsbeziehungen lassen sich zu den Gf. von Habsburg, den Landgf. von Stefflinng (Regensburg) und den Gf. von Kyburg nachweisen. Die ältesten Besitzungen müssen aus späteren Quellen rückerschlossen werden und sind z.T. schwierig zu unterscheiden von altem zähring. und habsburg. Besitz. Im Hinterrheintal sowie als Kastvögte von Schänis im Gastergebiet hatten die L. frühen Allodialbesitz. Arnold, Sohn des Ulrich, ist 976 als Inhaber der Reichsvogtei über die beiden Zürcher Klöster Grossmünster und Fraumünster und deren Besitzungen in Uri fassbar. Auffällig ist einne Überlieferungslücke in der Genealogie zwischen 976 und 1036. Ulrich I. ( -> 3) gilt als eigentl. Stammvater der L. Zu den alten Rechten muss die Fam. in der 1. Hälfte des 11. Jh. noch die Kastvogtei des Stiftes Beromünster und das Grafenamt iim Aargau erworben haben, das Besitz und Rechte vom Aargau südlich der Aare bis in die Innerschweiz umfasste. Diese Verschiebung des Machtschwerpunktes von der Ostschweiz in den Aargau und westl. Zürichgau wird traditionell auf die Verwandtschaft über die weibl. Linie mit dem Aargaugrafen Bero zurückgeführt, eine These, die nicht schlüssig zu beweisen ist.
Die Unterstützung des Salierkg. Heinrich IV. im Investiturstreit durch Ulrich II. ( -> 4) gegen den Gegenkg. Hzg. Rudolf von Schwaben, der wegen der Aufteilung des Schweizer Mittellands ohnehin zu den Rivalen der L. zählte, wurde mit der Verleihung der Grafenwürde im Zürichgau honoriert. Der Haupterbe der Fam., Arnold I., Bruder von Ulrich II., der 1064 als Gf. im Frickgau sowie 1073 als Vogt des Klosters Säckingen erwähnt ist, starb kinderlos. In den folgenden 130 Jahren lassen sich kaum noch Veränderungen im Besitz feststellen. Rudolf, Sohn von Ulrich II., übernahm die Grafschaftsrechte im Aargau mit den Rechten in den Waldstätten und in Schwyz und war ab ca. 1125 Vogt des Klosters Rheinau. Dessen Bruder Arnold II. hatte die Reichsvogtei in Zürich sowie die Grafschaft Zürichgau inne.
Im frühen 12. Jh. kam es zu einer Herrschaftsteilung, die in Zusammenhang mit einer versuchten Herrschaftsintensivierung mittels Territorialisierungspolitik steht. Die Söhne Arnolds II. nannten sich Gf. von Baden. Sie verfügten über die Burg in Baden und die Burg Baldern und hatten die Rechte im östl. Teil des Lenzburger Herrschaftsbereichs inne. Die Söhne Rudolfs nannten sich Gf. von L. Die enge Verbindung zum Reich wurde unter den stauf. Herrschern fortgesetzt. Einige Familienmitglieder der letzten Generation befanden sich in herausragender Position im Gefolge Friedrichs I. Barbarossa, der einzelne von ihnen im Zusammenhang mit seiner Italien- und Passpolitik mit den Grafschaftsrechten in den Tessiner Tälern belieh. Obschon es unter der letzten Generation der L. zahlreiche männl. Mitglieder gab, starben beide Linien 1173 mit Ulrich IV. ( -> 5) aus.

Literatur
– GHS 1, 56-62, 407; 3, 405
– H. Weis, Die Gf. von L. in ihren Beziehungen zum Reich und zur adligen Umwelt, 1959
– H. Weis, ««««««««Die Gf. von L. in ihren Beziehungen zum Königtum und zum Reich»»»»»»»», in Alemann. Jb. 12, 1966/67, 148-159
– NDB 14, 237
– LexMA 5, 1874
Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen

————————————&

https://de.wikipedia.org/wiki/Lenzburg_(Adelsgeschlecht)

Die Grafen von Lenzburg waren ein Schweizer Adelsgeschlecht, das dem Hochadel zuzurechnen ist. Der Schwerpunkt ihrer Besitzungen lag in der heutigen Ostschweiz sowie im Aargau. Ihr Stammsitz war die Lenzburg im heutigen Kanton Aargau. Die Herkunft des Geschlechts ist weitgehend ungeklärt. Die Familie und ihr Sitz werden 1077 erstmals urkundlich erwähnt. Sie stammt wohl über die Kastvögte des Klosters Schänis von Graf Hunfrid von Rätien ab. 1173 stirbt das Geschlecht mit Ulrich IV. im Mannesstamm aus.

Geschichte
Der Ursprung der Lenzburger liegt in der heutigen Ostschweiz. Die ältesten Besitzungen der Familie lagen in Churrätien, wo sie wohl im Tal des Hinterrheins und im Gasterland über Allod verfügten. Als erster Lenzburger wird ein Vogt Ulrich von Schänis in der Stammtafel geführt († vor 972). Sein Sohn Arnold dehnte seinen Einfluss in den damaligen Zürichgau aus und wird 976 urkundlich als Vogt der Klöster Schänis, Grossmünster und Fraumünster erwähnt. Sein Einfluss erstreckte sich über die Güter dieser Klöster vom Linthgebiet in die heutigen Kantone Aargau, Uri und Zürich. In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts erwarben die Lenzburger auch noch die Vogtei über das Chorherrenstift Beromünster, das über umfangreiche Güter und Rechte im Aargau und der Innerschweiz verfügte.
Ulrich I. († 1045–1050) gelangte durch die Heirat seines Sohnes Ulrich II mit Richenza von Habsburg (* um 1020 † am 27. Mai 1080), Tochter von Werner I. von Habsburg, in die Familie der Grafen des Aargaus zum Titel eines Grafen und verlegte seinen Sitz auf die Lenzburg im Aargau, wo der neue Schwerpunkt der Besitzungen der Familie lag. Nach dem Investiturstreit erhielten die Lenzburger für ihre Unterstützung des deutschen Königs Heinrich IV. die Grafschaft im Zürichgau, dazu kamen später noch die Grafschaft über den Frickgau, die Vogtei über die Klöster Säckingen und Rheinau sowie die Reichsvogtei über Zürich. Die Übertragung der Grafschaft über den Zürichgau durch Heinrich IV. auf dem Fürstentag von Ulm 1077 von den papsttreuen Nellenburgern auf die Lenzburger war wohl die Belohnung dafür, dass Ulrich II. den päpstlichen Legaten, Abt Bernhard von Marseille, während sechs Monaten in der Lenzburg gefangen hielt, da dieser die Wahl von Rudolf von Rheinfelden zum Gegenkönig betrieben hatte. Der Machtbereich der Lenzburger erstreckte sich damit über das östliche Mittelland und die Innerschweiz bis nach Graubünden und ins Wallis. Angehörige der Familie wurden als Bischöfe in Lausanne und Genf eingesetzt.
Nach dem Tod Ulrich II. nach 1077 teilte sich die Familie der Lenzburger in zwei Linien auf. Die Grafen von Lenzburg, die von Rudolf I. abstammten, übernahmen die Besitzungen im südlichen Aargau und in der Innerschweiz, während die Grafen von Baden, die von Arnold II. abstammten, die Besitzungen im Zürichgau übernahmen. Ihr Hauptsitz war die Burg Stein in Baden. Der Badener Zweig der Familie stand in enger Beziehung zu den Staufern. Im Zuge der Italienpolitik von Kaiser Friedrich I. erhielten sie neben der Grafschaft Zürichgau die Grafschaften über die Täler Blenio und Leventina.
Nachdem die Linie der Grafen von Baden mit Arnold IV. 1172 im Mannesstamm ausgestorben war, gingen die Allodien dieser Seitenlinie an Hartmann III. von Kyburg, den Gatten von Arnolds Tochter Richenza. Die Lehen gingen hingegen an den Lenzburgeer Familienzweig über, der zu diesem Zeitpunkt allerdings mit dem kinderlosen Ulrich IV. ebenfalls kurz vor dem Erlöschen stand. Ulrich IV. vermachte seinen Besitz testamentarisch an Kaiser Friedrich I., der einen Teil der Reichslehen an Albrecht III. von Habsburg weitergab. So gelangten die Landgrafschaften über den Aargau und den Zürichgau westlich der Limmat sowie die Vogtei über das Kloster Säckingen, Luzern und Unterwalden an die Habsburger. Der restliche Besitz, die Vogtei über das Stift Beromünster und das Kloster Engelberg sowie die Lenzburg und der grösste Teil der Allodien ging auf Pfalzgraf Otto von Burgund über, der sich zeitweise auch als Graf von Lenzburg bezeichnete.
Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Wappen der Grafen von Lenzburg war eine in Silber auf blauem Feld mit zwei zinnengekrönten Ecktürmen besetzte Mauer. Der rechte Eckturm wies drei Bogenfenster auf, der linke eines. Unterhalb des rechten Eckturmes findet sich eine nach links auswärts geöffnete Bogentüre. Ein von Silber und Rot oder Blau gewecktes Kissen war die Helmzierde.[1]

Wichtige Vertreter
• Ulrich I. ««««««««der Reiche»»»»»»»» († vor 1050): erster ««««««««Graf von Lenzburg»»»»»»»», Graf im Aargau, Reichsvogt von Zürich, Vogt von Schänis und Beromünster[2]
• Arnold I. (1036–1064): Graf im Aargau und Frickgau, Vogt von Zürich, Säckingen und Beromünster[3]
• Heinrich von Lenzburg († 1051 oder 1056): Bischof von Lausanne 1039–1051/1056[2]
• Ulrich II. († nach 1077) ∞ Richenza von Habsburg: Bruder von Arnold I., Graf im Zürichgau, Vogt von Zürich[3]
• Wernher († vor 1167): Reichsvogt von Zürich, Landgraf im Zürichgau, Teilnehmer am Zweiten Kreuzzug, Graf des Bleniotales und der Leventina.
• Ulrich IV. (* vor 1125; † 5. Januar 1173): letzter Lenzburger, Teilnehmer am Italienzug von Kaiser Lothar III. und am Zweiten Kreuzzug, enger Vertrauter von König Konrad III. und Berater von Kaiser Friedrich I., Graf des Bleniotales[4]

Nicht zu verwechseln
Die Bürgerfamilie Ribi kam im 14. Jahrhundert zu Ansehen und Reichtum und wurde zum Ritterstand gerechnet. Konrad Ribi war Schultheiß von Lenzburg. Er und seine Nachkommen wurden ihrer Herkunft wegen zuweilen von Lenzburg genannt. Sie waren nicht mit dem im 12. Jahrhundert ausgestorbenen Grafenhaus verwandt.
• Ulrich Ribi von Lenzburg, Bischof von Chur (erwähnt ab 1325; † 1355)
• Johann Ribi von Lenzburg, Bischof von Gurk (* 1310–1320; † 1374)


Literatur
• Herbert Weis: Die Grafen von Lenzburg in ihren Beziehungen zum Reich und zur adligen Umwelt. Diss. phil. Freiburg im Breisgau 1959.
• Georg von Wyß: Ulrich II. (Graf von Lenzburg). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 18, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 280–282.
Weblinks
• Franziska Hälg-Steffen: Lenzburg, von. In: Historisches Lexikon der Schweiz
Anmerkungen
1 Georg von Wyß: Ulrich II. (Graf von Lenzburg). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 18, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 280–282. / Artikel ««««««««Lenzburg (Grafen von)»»»»»»»». In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Bd. 4,euenburg 1927, S. 656
2 Hans Stadler: Lenzburg, Ulrich I. von (der Reiche). In: Historisches Lexikon der Schweiz
3 Hans Stadler: Lenzburg, Ulrich II. von. In: Historisches Lexikon der Schweiz
4 Hans Stadler: Lenzburg, Ulrich IV. von. In: Historisches Lexikon der Schweiz 
von Schänis, Ulrich (I1393)
 
33321 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D19528.php

Neuenburg, von
Ma. Hochadelsfamilie, die gemäss Überlieferung Anfang des 11. Jh. von Ulrich von Fenis (geboren zwischen 1015 und 1020) begründet wurde. Auch wenn hist. und archäolog. Indizien auf diese agnat. Abstammung hinweisen, bleibt sie umstritten, weil eindeutige Belege über die Anfänge der Genealogie der Herren von N. fehlen. Der erste bekannte Vertreter Rudolf I. (ab 1125 erw., gestorben um 1149) war mit seinem Bruder Mangold Mitherr von N. und wurde 1143 durch seine Heirat mit Emma de Glâne Herr von Arconciel. In der 1. Hälfte des 12. Jh. nahm die Fam. den scheinbar verlassenen Burghügel von N. in Besitz und liess repräsentative Bauten errichten. So erstellte sie die Stiftskirche, und sie restaurierte und vergrösserte die Residenz, die der Burgunderkönig Rudolf III. 1011 seiner künftigen Frau geschenkt hatte. Ulrich II. (um 1140 erw., gestorben 1191/92), der Sohn Rudolfs I., dehnte seinen Einfluss in Richtung des Jurabogens aus, liess sich in N. nieder und festigte so das Herrschaftszentrum der Familie. Seine Söhne Rudolf II. ( -> 12) und Ulrich III. ( -> 15) sind im letzten Jahrzehnt des 12. Jh. als Grafen belegt und nannten sich endgültig von N. Die Kastvogteirechte über Münchenwiler, Môtiers und die Abtei St. Johannsen in Erlach begünstigten den Aufstieg der Dynastie wesentlich. Die N. förderten diverse kirchl. Einrichtungen wie die Abteien Erlach, Hauterive und Fontaine-André. Sie stellten einen Bf. von Lausanne (Berthold -> 4) sowie zwei Bf. von Basel (Berthold -> 3 und Heinrich -> 7). 1214 verliehen die beiden Mitherren Ulrich III. und sein Neffe Berchtold ( -> 2) N. das Stadtrecht. Um 1218 teilten sie den Familienbesitz unter sich auf: Ulrich III. erhielt den deutsch-, Berchtold den französischsprachigen Teil der Herrschaft. Durch eine nächste Teilung begründeten die Söhne Ulrichs III. die neuen Linien Nidau, Strassberg und Aarberg (Aarberg-Aarberg und Aarberg-Valangin).

Am Sitz in N. sicherten Berchtold und seine Nachkommen den Fortbestand der Stammlinie. Den Grafentitel trugen sie nach der Erbteilung vorübergehend nicht. Im Osten der ihnen verbliebenen Herrschaft geschwächt, verstärkten die N. im 13. Jh. ihre Präsenz im Val-de-Travers und dehnten ihren Einfluss auf die Dörfer am linken Ufer des Neuenburgersees bis Vaumarcus aus. An der Wende vom 13. zum 14. Jh. festigten die N. ihre Position entscheidend, obwohl sie nach 1288 nicht mehr unmittelbare Vasallen des Königs waren, sondern Lehensempfänger der Herren von Chalon-Arlay. Rudolf IV. ( -> 13), genannt Rollin, siegte wiederholt über die Brüder von Aarberg und führte nach 1296 wieder den Grafentitel. Das erlaubte ihm, die Hoheitsrechte über die Herrschaft Valangin zu sichern. In der 1. Hälfte des 14. Jh. festigte die Fam., nachdem sie auf Druck des Fürstbf. von Basel jahrzehntelang zurückgewichen war, die Ostgrenze der Grafschaft N. (die spätere Grenze zum Kt. Bern), indem sie Le Landeron in der Nähe des fürstbischöfl. La Neuveville gründete.

Umgeben von mächtigen Nachbarn, verfolgten die Gf. von N. eine nach allen Seiten gerichtete Bündnis- und Huldigungspolitik, um ihre Herrschaft und ihre Unabhängigkeit zu sichern. Vom Ende des 13. Jh. an schlossen sie mit mehreren Städten Burgrechtsverträge, so 1290 mit Freiburg, 1306 mit Biel und 1308 mit Bern. Ab der Mitte des 14. Jh. huldigte Ludwig ( -> 11) dem Herrn von Chalon (1357), dem Hzg. von Österreich (1359) und dem Gf. von Savoyen (1360). Durch eine geschickte Heiratspolitik dehnten die N. ihre Herrschaft in die ehem. Grafschaft Waadt aus, wo sie La Sarraz, Champvent und Vugelles-la-Mothe zeitweilig kontrollierten. Die Heirat Ludwigs mit Jeanne de Montfaucon 1325 stärkte auch die Bindung mit der Freigrafschaft Burgund. Die N. waren nicht nur die Herren Dutzender Lehensleute, sondern übten als Vögte über versch. Herrschaften zwischen dem Val de Morteau und Besançon unmittelbar Macht aus. Sie festigten ihre Stellung nach innen, indem sie Boudry (1343) und Le Landeron (1350) Stadtrechte gewährten, ebenso wie gegen Savoyen, Bern und das Fürstbistum Basel. Ludwig und sein Sohn Johann (1334-69) begannen auch eine Karriere als Militärunternehmer (Condottieri), die indes mit grossen Schulden und dem Tod Johanns in Gefangenschaft endete. 1372 liess Ludwig in der Neuenburger Stiftskirche eine Grabstätte für sich und seine Fam. errichten, ein bedeutendes spätma. Werk in der Schweiz.

Weil Ludwig ohne legitimen männl. Erben 1373 starb, fiel das Erbe der Tochter Isabella ( -> 9) zu. Sie zog die meisten der von den Verwandten gehaltenen Lehen ein, übergab aber die Herrschaft Vaumarcus Girard (gestorben um 1400), dem unehel. Sohn ihres Bruders Johann, um den agnat. Fortbestand der Fam. zu sichern. Aus dieser Linie stammten Simon ( -> 14), Lancelot ( -> 10) und Claude ( -> 5), der Begründer der Linie N.-Gorgier. Mit dem Tod Isabellas 1395 erlosch der rechtmässige Zweig der N. Die Grafschaft ging an Konrad von Freiburg, Isabellas Neffe und Sohn ihrer Schwester Varenne (oder Verena).


Literatur
– GHS 1, 101, 104-117, 407, (mit Stammtaf.)
– J. Courvoisier, Panorama de l'histoire neuchâteloise, 1972 (Neuaufl. 1978)
– M. de Tribolet, «La fondation du prieuré de Corcelles et les origines de la maison de Neuchâtel (1092)», in Publication du Centre européen d'études burgondo-médianes 17, 1976, 33-41
– Hist.NE 1, 177-185, 210, 285-299, (mit Genealogie)
– J.-C. Rebetez, «1296: la bataille de Coffrane, une date clef dans l'histoire des relations entre les comtes de Neuchâtel, les seigneurs de Valangin et les évêques de Bâle», in MN, 1996, 131-143
– J.-D. Morerod, «La zone d'influence d'Ulric II dans l'Arc jurassien et la genèse du comté de Neuchâtel (1140-1191)», in RHN, 1999, 237-246
– J.-D. Morerod, «Comment fonder une principauté d'Empire?: les signes manifestes du pouvoir comtal à Neuchâtel», in La Suisse occidentale et l'Empire, hg. von J.-D. Morerod et al., 2004, 137-163

Autorin/Autor: Lionel Bartolini / AHB 
von Neuenburg, Berta (I5823)
 
33322 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D19533.php

Pfirt, von
Grafengeschlecht aus dem Oberelsass, franz. de Ferrette, ein Zweig der Gf. von Montbéliard, der sich nach der Mitte des 13. Jh. zeitweise auch nach den Herrschaften Florimont und ab 1305 Rougemont nannte. Verwandtschaftl. Verbindungen bestanden u.a. zu den Frh. von Egisheim und von Klingen, den Hzg. von Zähringen und von Burgund sowie den Gf. und Hzg. von Habsburg-Österreich. Die Fam. trat als Stifterin und Gründerin vieler Klöster und Städte, u.a. Saint-Morand, Thann, Altkirch, Feldbach und P. (alle Elsass) hervor. Nach dem Aussterben der Gf. von Saugern entstand durch Rodung in der Region Delsberg ein weiterer Herrschaftsschwerpunkt.

Die Genealogie der Fam. ist über sieben Generationen geklärt: Friedrich, erw. 1103-ca. 1160, nannte sich 1125 erstmals von P. Die Arrondierungsversuche seines gleichnamigen Enkels führten zu Konflikten mit den Bf. von Strassburg und Basel und dem elsäss. Kloster Murbach. Er wurde um 1233/34 von seinem Sohn Ulrich ermordet. Dieser verkaufte 1271 fast die gesamte Herrschaft sowie die elsäss. Burgen Saugern, Blochmont und Löwenburg an den Fürstbf. von Basel und nahm sie wieder als Lehen. Sein Sohn Thiebald unterlag den habsburg. Territorialisierungsbestrebungen und unterwarf sich 1288 Rudolf I. von Habsburg. 1297 wurde er als Landvogt im Oberelsass eingesetzt, indes 1298 von Albrecht II. von Habsburg wieder abgesetzt. Ulrich, habsburg. Lehensträger und Parteigänger gegen Ludwig den Bayern, starb 1324 als letzter männl. Vertreter des Geschlechts.


Literatur
– Europ. Stammtaf., NF 6, hg. von D. Schwennicke, 1978, Taf. 146
– C. Wilsdorf, Histoire des comtes de Ferrette (1105-1324), 1991
– LexMA 6, 2033

Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen

 
von Pfirt (Ferrette), Graf Ulrich (I677)
 
33323 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D19539.php

Saugern, von
Gräfl.-freiherrl. Geschlecht, franz. Soyhières. Ursprünglich wohl im Raum Seedorf-Bargen (BE) beheimatet, betrieb die Fam. ab dem 11. Jh. vom Sornegau bis ins Birseck eine intensive Kolonisationspolitik. Urkundlich treten die S. im 12. Jh. über drei Generationen auf, am deutlichsten fassbar ist die Verwandtschaftsgruppe S.-Pfeffingen bei der Gründung des Hausklosters Beinwil um 1100. Weitere Klostergründungen waren Frienisberg um 1131 und Kleinlützel um 1140. Zudem gründeten die S. die Burgen Beauregard (Gem. Delsberg) im 10./11. Jh., Soyhières um 1100, Pfeffingen und Dorneck im 11. Jh. sowie Bello um 1100 (später Neu-Thierstein). Nach dem Aussterben des Hauses S.-Pfeffingen fiel der östl. Teil der Güter an die verschwägerten Gf. von Thierstein, der Besitz im Sornegau an die Gf. von Pfirt.


Literatur
– L. Schenker, Das Benediktinerkloster Beinwil im 12. und 13. Jh., 1973
– W. Meyer, «Burgenbau, Siedlungsentwicklung und Herrschaftsbildung im Jura in der Zeit um 1000», in La donation de 999 et l'histoire médiévale de l'ancien Evêché de Bâle, hg. von J.-C. Rebetez, 2002, 71-100

Autorin/Autor: Werner Meyer

 
von Saugern, Agnes (I4143)
 
33324 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D19634.php

Hinwil, von
Bei den H. handelt es sich einerseits um Nobiles, andererseits um eine Ritteradelsfamilie aus dem Zürcher Oberland. Entgegen der historiograf. Tradition sind die beiden Geschlechter wahrscheinlich nicht miteinander verwandt.

Die Zürcher Oberländer Nobiles sind zwischen 1044 und 1286 bezeugt. Die Genealogie dieses Geschlechts bleibt v.a. in seiner Frühzeit unklar. Einzelne Namensträger gehören möglicherweise anderen Fam. an, die in einem Streit um die gleichen Güter standen. Dass das Geschlecht auf der Burg H. sass, ist urkundlich nicht belegt. Ein einziges Mal, nämlich 1277, urkundete es auf dem Kirchhof in H. Einen grösseren Besitzanteil besass die Fam. in der Umgebung von Brüttisellen. Gesichert sind zudem Güter in Ludetswil bei Russikon, welche die H. 1286 als Regensberger Afterlehen an das Kloster Rüti (ZH) vergabten. Enge Beziehungen knüpften sie mit den Fam. von Toggenburg und Rapperswil und über Letztere wohl auch mit den Luzerner von Hunwil.

Der Zürcher Oberländer Ritteradel stand vom 14. bis 16. Jh. im Dienst der Habsburger. Vielleicht übernahm er den Namen der gleichlautenden Nobiles nach dem Erwerb von Gütern aus deren ehem. Besitz. Ebenso wenig besteht wohl eine Verbindung zur gleichnamigen Fam. in Winterthur. Dagegen verweist das Eigengut der H. in Oberdürnten (Burgbühl) auf eine Verbindung zu den Meiern von Dürnten sowie späterer Besitz und häufiges gemeinsames Auftreten auf eine solche zum Haus Landenberg. Grabstätte war bis um 1500 Rüti (ZH), danach die Pfarrkirche von Elgg. Schon vor 1321 besass Hermann (1309-55), verheiratet mit Brida von Blumenegg und erster namentlich bekannter Vertreter der Fam., pfandweise die Burg Greifenberg bei Bäretswil mit Zugehörde von seinem Dienstherrn Johann von Habsburg-Laufenburg. Sein Sohn Friedrich (1336-90) wirkte 1356 und 1359 als Burgmann von Hzg. Albrecht von Österreich. 1379 erfolgte eine Güterausscheidung mit dessen Sohn Herdegen (gestorben 1388 bei Näfels). Im Toggenburger Erbschaftskrieg zerstörten die Eidgenossen die im Besitz der H. stehenden Burgen Greifenberg und Werdegg. 1453 verkaufte die Fam. ihre Stammgüter in H. an Bubikon. Der Besitz Gebhards wurde nach dessen Tod 1507 versteigert, darunter auch Greifenberg. Zur Drehscheibe der Fam. wurde fortan die 1443 als österr. Pfand erworbene Herrschaft Elgg mit der dazugehörenden Burg. Hans ( -> 1) verfasste ein Familienbuch. Seine Söhne Christoph und Hans Ulrich (gestorben 1588), der letzte Vertreter des Geschlechts, veräusserten 1576 Elgg.

 
von Hinwil, Friedrich (I4284)
 
33325 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D19634.php

Hinwil, von
Bei den H. handelt es sich einerseits um Nobiles, andererseits um eine Ritteradelsfamilie aus dem Zürcher Oberland. Entgegen der historiograf. Tradition sind die beiden Geschlechter wahrscheinlich nicht miteinander verwandt.

Die Zürcher Oberländer Nobiles sind zwischen 1044 und 1286 bezeugt. Die Genealogie dieses Geschlechts bleibt v.a. in seiner Frühzeit unklar. Einzelne Namensträger gehören möglicherweise anderen Fam. an, die in einem Streit um die gleichen Güter standen. Dass das Geschlecht auf der Burg H. sass, ist urkundlich nicht belegt. Ein einziges Mal, nämlich 1277, urkundete es auf dem Kirchhof in H. Einen grösseren Besitzanteil besass die Fam. in der Umgebung von Brüttisellen. Gesichert sind zudem Güter in Ludetswil bei Russikon, welche die H. 1286 als Regensberger Afterlehen an das Kloster Rüti (ZH) vergabten. Enge Beziehungen knüpften sie mit den Fam. von Toggenburg und Rapperswil und über Letztere wohl auch mit den Luzerner von Hunwil.

Der Zürcher Oberländer Ritteradel stand vom 14. bis 16. Jh. im Dienst der Habsburger. Vielleicht übernahm er den Namen der gleichlautenden Nobiles nach dem Erwerb von Gütern aus deren ehem. Besitz. Ebenso wenig besteht wohl eine Verbindung zur gleichnamigen Fam. in Winterthur. Dagegen verweist das Eigengut der H. in Oberdürnten (Burgbühl) auf eine Verbindung zu den Meiern von Dürnten sowie späterer Besitz und häufiges gemeinsames Auftreten auf eine solche zum Haus Landenberg. Grabstätte war bis um 1500 Rüti (ZH), danach die Pfarrkirche von Elgg. Schon vor 1321 besass Hermann (1309-55), verheiratet mit Brida von Blumenegg und erster namentlich bekannter Vertreter der Fam., pfandweise die Burg Greifenberg bei Bäretswil mit Zugehörde von seinem Dienstherrn Johann von Habsburg-Laufenburg. Sein Sohn Friedrich (1336-90) wirkte 1356 und 1359 als Burgmann von Hzg. Albrecht von Österreich. 1379 erfolgte eine Güterausscheidung mit dessen Sohn Herdegen (gestorben 1388 bei Näfels). Im Toggenburger Erbschaftskrieg zerstörten die Eidgenossen die im Besitz der H. stehenden Burgen Greifenberg und Werdegg. 1453 verkaufte die Fam. ihre Stammgüter in H. an Bubikon. Der Besitz Gebhards wurde nach dessen Tod 1507 versteigert, darunter auch Greifenberg. Zur Drehscheibe der Fam. wurde fortan die 1443 als österr. Pfand erworbene Herrschaft Elgg mit der dazugehörenden Burg. Hans ( -> 1) verfasste ein Familienbuch. Seine Söhne Christoph und Hans Ulrich (gestorben 1588), der letzte Vertreter des Geschlechts, veräusserten 1576 Elgg.

Quellen
– SAHer, 1901, 76-82, 91-102 (Familienbuch)
Literatur
– K.W. Glättli, «Die Herren von H.», in Jahrh. der Antiquar. Ges. H. 15, 1941, 3-25
– Sablonier, Adel, 31, 43

Autorin/Autor: Martin Leonhard

 
von Hinwil, Ritter Hermann (I4832)
 
33326 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D19992.php

Fröweler
Basler Achtburgergeschlecht. Der aus Waldshut zugezogene Heinrich erwarb 1299 das Basler Bürgerrecht. Die F. zählten bald zur Hohen Stube, verschwägerten sich mit anderen Achtburgergeschlechtern und mit adligen Fam. der Stadt und der weiteren Umgebung bis nach Bern. Im 14. Jh. wirkten Angehörige der Fam. in geistl. Ämtern u.a. als Dignitäre am Domstift (Adelsstatut 1337). Der ökonom. und polit. Aufstieg stand in Zusammenhang mit dem Geldbedarf der Bischöfe. Wiederholt traten die F. als deren Geldgeber und Bürgen auf und zogen bischöfl. Güter und Ämter (Vitztum, Brotmeister) an sich. Drei Angehörige amteten gegen Ende des 14. Jh. als Oberstzunftmeister, einer als Schultheiss des Stadtgerichts. Rudolf (gestorben 1380 in Rom), 1324-32 Stud. in Bologna, Domherr zu Basel, seit 1361 als Domkustos, wurde infolge der polit. Umtriebe 1376 (Böse Fasnacht) auf ewig aus der Stadt verbannt. Henman von Erenfels, Oberstzunftmeister 1398 und 1400-08, führte mit Bürgermeister Hans Ludman von Rotberg und Peter zem Angen anfangs des 15. Jh. (Rotberg-Erenfels-Handel) ein autokrat. Regiment und wurde 1410 auf zwanzig Jahre nach Thun verbannt. Henman von Hirzbach (gestorben vor 1419), Neffe des genannten Rudolf, Domherr und Scholastikus wurde 1411 im Zusammenhang mit der Verbannung seines Verwandten Henman von Erenfels ebenfalls der Stadt verwiesen. Die F. hatten im Münster ihre eigene Kapelle mit Kaplanei und Grabstätte. Letzter bedeutender Vertreter war Ratsherr Konrad, der 1457 sein Basler Bürgerrecht aufgab, Schultheiss in Rheinfelden wurde und 1472 als Vogt zu Homberg starb.


Literatur
– W.R. Staehelin, «Die Fröwler von Basel», in SAHer 60, 1946, 1-6
– HS I/1, 307, 312

Autorin/Autor: Josef Gisler

 
Fröweler, Heinzmann (I2453)
 
33327 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20008.php

Murer (BS)
Basler Achtburgergeschlecht. Der wirtschaftl. und soziale Aufstieg der Fam. begann in der 2. Hälfte des 14. Jh. mit dem Tuchhändler und Geldgeschäfte tätigenden Heinrich (1366-92 erw.), der ab 1383 Ratsherr zum Schlüssel war. Sein Sohn Heinrich (1392-1407 erw.) versteuerte 1401 ein Vermögen von über 10'000 Florin. Der Übertritt zu den Achtburgern erfolgte durch dessen Söhne, 1423 durch Niklaus ( -> 8) und 1435 durch Heinzmann. Im 15. und 16. Jh. sassen weitere M. als Vertreter der Hohen Stube im Basler Rat. Caspar (gestorben 1517), 1479-82 Ratsherr in Basel, 1482 Bürger von Zürich und 1489 als Konstaffler im Hörnernen Rat, heiratete die Tochter des Zürcher Bürgermeisters Johannes Schwend. Sein Enkel Hans Christoph verliess Zürich und amtierte 1549-71 als Vogt von Klingnau. Mit Heinrich ( -> 4) verschwand 1638 der katholisch gebliebene Zürcher Zweig der M., während die teilweise ref. Basler Linie bereits Ende des 16. Jh. ausgestorben war.


Literatur
– R. Wackernagel, «Die Junker M. von Basel», in SAHer 16, 1902, 48-64

Autorin/Autor: Josef Gisler 
Murer, Caspar (I3520)
 
33328 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20008.php

Murer (BS)
Basler Achtburgergeschlecht. Der wirtschaftl. und soziale Aufstieg der Fam. begann in der 2. Hälfte des 14. Jh. mit dem Tuchhändler und Geldgeschäfte tätigenden Heinrich (1366-92 erw.), der ab 1383 Ratsherr zum Schlüssel war. Sein Sohn Heinrich (1392-1407 erw.) versteuerte 1401 ein Vermögen von über 10'000 Florin. Der Übertritt zu den Achtburgern erfolgte durch dessen Söhne, 1423 durch Niklaus ( -> 8) und 1435 durch Heinzmann. Im 15. und 16. Jh. sassen weitere M. als Vertreter der Hohen Stube im Basler Rat. Caspar (gestorben 1517), 1479-82 Ratsherr in Basel, 1482 Bürger von Zürich und 1489 als Konstaffler im Hörnernen Rat, heiratete die Tochter des Zürcher Bürgermeisters Johannes Schwend. Sein Enkel Hans Christoph verliess Zürich und amtierte 1549-71 als Vogt von Klingnau. Mit Heinrich ( -> 4) verschwand 1638 der katholisch gebliebene Zürcher Zweig der M., während die teilweise ref. Basler Linie bereits Ende des 16. Jh. ausgestorben war.


Literatur
– R. Wackernagel, «Die Junker M. von Basel», in SAHer 16, 1902, 48-64

Autorin/Autor: Josef Gisler

 
Murer, Heinrich (Heinzmann) (I4341)
 
33329 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20113.php

von Trostberg

Nach der Trostburg in Teufenthal benanntes aarg. Niederadelsgeschlecht. Die T. waren vermutlich mit den Herren von Liebegg stammesverwandt. Als erster Vertreter wird 1241 Burkhart genannt Barhant erwähnt, als letzter Johann (gestorben 1427). Aufgrund lehenfreien Eigentums waren die T. ursprünglich vermutlich frei und erscheinen später als kyburg. bzw. habsburg. Ministeriale. Daneben erhielten sie Lehen von versch. Herren wie den von Klingen, von Rapperswil, von Freienstein und von Ramstein. Sie heirateten meist innerhalb des aarg.-zürcher. Niederadels. Drei T. waren Chorherren in Zofingen, Beromünster, Schönenwerd und Chur. Der Stammsitz gelangte um 1340 an die Herren von Reinach.


Literatur
– J.J. Siegrist, «Über die Herren von T. und von Liebegg und die Anfänge der Herrschaft T.», in Jahresschr. der Hist. Vereinigung Wynental, 1961-62, 1-10
– GHS 3, 252-264

Autorin/Autor: Felix Müller (Brugg)

 
von Trostberg, Ritter Burkhard (I11407)
 
33330 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20209.php

Diessenhofen, Truchsessen von
Ritteradel des 13.-15. Jh. von D. im Thurgau, Zweig der Herren von Hettlingen. Stammsitz war der Unterhof in D. mit der dazugehörigen Vogtei D., Grabstätte die Kirche daselbst. Der erste Vertreter Heinrich (belegt 1241-90), Sohn Heinrichs von Hettlingen, sass ab 1247 als Truchsess der Gf. von Kyburg in D. Seine Beziehungen zum Kloster Salem (Baden, D) und andere Indizien weisen auf eine Heirat in den Hegauer Adel hin. Nach dem Aussterben der Kyburger 1264 nahmen die Habsburger als deren Erben die Fam. in ihren Dienst. Diese entwickelte sich im 1. Drittel des 14. Jh. zu einer der Hauptstützen habsburg. Politik in der Region. Heinrichs Sohn Johannes (belegt ab 1289/94, gestorben 1342), Gatte Elisabeths von Reinach (gestorben 1303) und Katharinas, wahrscheinlich von Bonstetten, sowie Vater von Heinrich ( -> 1), bewegte sich im engsten Umkreis der Hzg. von Österreich, wurde 1318 Hofmeister Kg. Friedrichs des Schönen und leitete in dieser Stellung verschiedene diplomat. Missionen. Auch ökonomisch war die Fam. in dieser Zeit erfolgreich. Sie erhielt als österr. Lehen Güter im süddt. Raum, in Gailingen und in Neuhausen am Rheinfall, die Vogtei in Trüllikon, als bedeutende Pfandschaften 1330 die Stadt und Feste Aach (Baden, D) und die Burg Herblingen. Das Erbe von Johannes teilten sich 1342 seine Söhne Ulrich und Johannes. Unter ökonom. Druck begannen die Enkel des Letztgenannten, Hans Molli (1397-1434) und Hans Bitterli (1392-1439), um 1420 mit der Liquidation des Besitzes. Um 1460 verpfändete Hans Bitterlis Sohn Hans Heinrich schliesslich den Unterhof und die Vogtei D. Letztmals belegt ist die Fam. 1495.


Literatur
– R. Wegeli, «Die Truchsessen von D.», in ThBeitr. 45, 1905, 5-51; 47, 1907, 124-205; 48, 1908, 4-64
– Kdm TG 5, 1992
– A. Baeriswyl, M. Junkes Der Unterhof in Diessenhofen, 1995

Autorin/Autor: Martin Leonhard 
Truchsess von Diessenhofen, Johannes (I11241)
 
33331 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20224.php

Giel (von Glattburg)
Ministerialengeschlecht im Dienste des Abtes von St. Gallen, 13.-18. Jh., dessen Stammsitz die «Gielen»-Glattburg bei Niederglatt (Gem. Oberbüren, SG) war. Wohl verwandt mit den 1167-1280 belegten von G. Die für die Fam. ab 1226 Namen gebebende Burg und die dazugehörigen Güter und Rechte, u.a. die Vogteien Flawil, Gebertschwil, Aufhofen, Harschwil (Letztere drei in der Gem. Oberbüren) und Oberwil, waren Lehen des Abtes von St. Gallen. Weitere Lehen hatten die G. im 13. Jh. vom Bff. von Konstanz, von den Kyburgern und den Toggenburgern inne. Erster bekannter Vertreter ist der 1209-26 belegte Konrad. Dessen Sohn Rudolf (erw. ab 1226, 1268), ab 1244 Kämmerer des Abtes, ein Amt das fortan in der Fam. verblieb, stiftete 1242 das Kloster Magdenau. Zu diesem unterhielt die Fam. bis ins 14. Jh. enge Beziehungen, u.a. traten ihm Burkhart und Konrad, die Söhne des erw. Rudolf, als Konversen bei. Ein weiterer Sohn Rudolfs, ebenfalls Rudolf, war nach dem zeitgenöss. Beriichterstatter Christian Kuchimeister der reichste äbt. Dienstmann seiner Zeit. Ab 1309 sass ein Zweig der Fam. auf der Burg Liebenberg bei Mönchaltorf und durchlief eine bescheidene Karriere im österr. Dienst. Ulrich war 1353 österr. Landvogt voon Glarus. Ein weiterer Zweig sass ab Mitte des 14. Jh. auf der äbt. Burg Helfenberg bei Gossau (SG). Nachdem die Fam. im 15. Jh. unter wirtschaftl. Druck grosse Teile ihres Besitzes veräussert hatte - 1486 auch die Herrschaft Glattburg - erlebte sie am Ende des Jahrhunderts eine eigentl. Renaissance. Gotthard, 1491-1504 Abt des Klosters St. Gallen, übertrug seiner Verwandtschaft zahlreiche äbt. Lehen, u.a. die Burg und Herrschaft Wängi. Im 17. Jh. war die Fam. mit einigem Erfolg im Pensionenwesen tätig, so auch ihr letzter Vertreter, der in österr. und span. Dienst stehende Franz Benedikt (1706-71). Um 1734 den Kauf der Herrschaft Blidegg und der Vogtei Zihlschlacht finanzieren zu können, veräusserte dieser einen Grossteil seines Besitzes, verarmte aber trotzdem.

Literatur
– P. Bütler, «Die G. von Glattburg und Gielsberg», in SVGB 55, 1927, 15-86; 56, 1928, 15-68
– Sablonier, Adel
– HS III/1, 1322 f.
Autorin/Autor: Martin Leonhard 
Giel von Liebenberg (Giel von Glattbrugg), Junker Rudolf VIII. (I3577)
 
33332 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20224.php

Giel (von Glattburg)
Ministerialengeschlecht im Dienste des Abtes von St. Gallen, 13.-18. Jh., dessen Stammsitz die «Gielen»-Glattburg bei Niederglatt (Gem. Oberbüren, SG) war. Wohl verwandt mit den 1167-1280 belegten von G. Die für die Fam. ab 1226 Namen gebende Burg und die dazugehörigen Güter und Rechte, u.a. die Vogteien Flawil, Gebertschwil, Aufhofen, Harschwil (Letztere drei in der Gem. Oberbüren) und Oberwil, waren Lehen des Abtes von St. Gallen. Weitere Lehen hatten die G. im 13. Jh. vom Bf. von Konstanz, von den Kyburgern und den Toggenburgern inne. Erster bekannter Vertreter ist der 1209-26 belegte Konrad. Dessen Sohn Rudolf (erw. ab 1226, gestorben 1268), ab 1244 Kämmerer des Abtes, ein Amt das fortan in der Fam. verblieb, stiftete 1242 das Kloster Magdenau. Zu diesem unterhielt die Fam. bis ins 14. Jh. enge Beziehungen, u.a. traten ihm Burkhart und Konrad, die Söhne des erw. Rudolf, als Konversen bei. Ein weiterer Sohn Rudolfs, ebenfalls Rudolf, war nach dem zeitgenöss. Berichterstatter Christian Kuchimeister der reichste äbt. Dienstmann seiner Zeit. Ab 1309 sass ein Zweig der Fam. auf der Burg Liebenberg bei Mönchaltorf und durchlief eine bescheidene Karriere im österr. Dienst. Ulrich war 1353 österr. Landvogt von Glarus. Ein weiterer Zweig sass ab Mitte des 14. Jh. auf der äbt. Burg Helfenberg bei Gossau (SG). Nachdem die Fam. im 15. Jh. unter wirtschaftl. Druck grosse Teile ihres Besitzes veräussert hatte - 1486 auch die Herrschaft Glattburg - erlebte sie am Ende des Jahrhunderts eine eigentl. Renaissance. Gotthard, 1491-1504 Abt des Klosters St. Gallen, übertrug seiner Verwandtschaft zahlreiche äbt. Lehen, u.a. die Burg und Herrschaft Wängi. Im 17. Jh. war die Fam. mit einigem Erfolg im Pensionenwesen tätig, so auch ihr letzter Vertreter, der in österr. und span. Dienst stehende Franz Benedikt (1706-71). Um 1734 den Kauf der Herrschaft Blidegg und der Vogtei Zihlschlacht finanzieren zu können, veräusserte dieser einen Grossteil seines Besitzes, verarmte aber trotzdem.


Literatur
– P. Bütler, «Die G. von Glattburg und Gielsberg», in SVGB 55, 1927, 15-86; 56, 1928, 15-68
– Sablonier, Adel
– HS III/1, 1322 f.

Autorin/Autor: Martin Leonhard

 
Giel von Glattbrugg, Conrad (I1744)
 
33333 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20229.php

Goldenberg, von
Ritteradliges Geschlecht (belegt 1248-1569), dessen Name auf die Burg G. oberhalb der Gem. Dorf im Zürcher Weinland zurückgeführt wird. Indizien weisen jedoch auch auf eine Winterthurer Herkunft hin, nicht zuletzt der früh belegte Besitz zu Töss. Jakob, 1248 mit 86 weiteren Adligen Bürge für Hartmann von Kyburg, ist vermutlich identisch mit dem 1239-48 in kyburg. Gefolge auftretenden Jakob von Winterthur. Nach dem Aussterben der Kyburger 1263 wechselte die Fam. in den österr. Dienst. So sassen im 14. Jh. vermutlich Egbrecht (belegt 1301-23) und sein gleichnamiger Sohn (1328-63) als Vögte zu Kyburg. Im Gegenzug übergab die Landesherrschaft der Fam. Pfandschaften und Lehen v.a. in und um Winterthur, so 1363 das Dorf Ellikon an der Thur mit Twing und Bann an den jüngeren Egbrecht. Dieser erbte im selben Jahr von der Fam. seiner Frau Anna Meier von Mörsberg in Oberwinterthur als österr. Lehen die Burg Mörsberg - fortan Stammsitz der Fam. -, das Meieramt der Bf. von Konstanz daselbst und die Vogtei der Herren von Klingen. Damals beendete die Fam. die Liquidation ihrer wahrscheinlich Anfang des 14. Jh. vom Rittergeschlecht von Altikon ererbten Reichenauer Lehen in der Gegend von Altikon. Egbrecht, der Sohn des oben genannten jüngeren Egbrecht, trat 1407 als Erster ins Winterthurer Burgrecht, was der Fam. zu einer relativen Unabhängigkeit gegenüber Zürich verhalf. Nach der Ewigen Richtung (1474) zwischen Österreich und den Eidgenossen empfing Hans, ein Enkel des letztgenannten Egbrecht, 1478 die Mörsberg neu vom Rat von Zürich. Nach der Reformation blieb dessen Sohn Hans weiterhin beim alten Glauben, was wiederholt zu Spannungen mit Zürich führte. Als Letzte ihres Geschlechts starben 1569 Hans' Söhne Jos und Eglolf. Erben waren deren Schwäger Hans Ulrich Stockar und Marx Blarer von Wartensee.

Literatur
– H. Kläui, Die Gesch. von Oberwinterthur im MA, 1968, 124-142
– H. Kläui, Die Gesch. von Oberwinterthur, 1500-1798, 1971, 34-49
– R. Sablonier, «Kyburg. Herrschaftsbildung im 13. Jh.», in Die Gf. von Kyburg, 1981, 48

Autorin/Autor: Martin Leonhard

 
von Goldenberg, Margaretha (I11216)
 
33334 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20229.php

Goldenberg, von
Ritteradliges Geschlecht (belegt 1248-1569), dessen Name auf die Burg G. oberhalb der Gem. Dorf im Zürcher Weinland zurückgeführt wird. Indizien weisen jedoch auch auf eine Winterthurer Herkunft hin, nicht zuletzt der früh belegte Besitz zu Töss. Jakob, 1248 mit 86 weiteren Adligen Bürge für Hartmann von Kyburg, ist vermutlich identisch mit dem 1239-48 in kyburg. Gefolge auftretenden Jakob von Winterthur. Nach dem Aussterben der Kyburger 1263 wechselte die Fam. in den österr. Dienst. So sassen im 14. Jh. vermutlich Egbrecht (belegt 1301-23) und sein gleichnamiger Sohn (1328-63) als Vögte zu Kyburg. Im Gegenzug übergab die Landesherrschaft der Fam. Pfandschaften und Lehen v.a. in und um Winterthur, so 1363 das Dorf Ellikon an der Thur mit Twing und Bann an den jüngeren Egbrecht. Dieser erbte im selben Jahr von der Fam. seiner Frau Anna Meier von Mörsberg in Oberwinterthur als österr. Lehen die Burg Mörsberg - fortan Stammsitz der Fam. -, das Meieramt der Bf. von Konstanz daselbst und die Vogtei der Herren von Klingen. Damals beendete die Fam. die Liquidation ihrer wahrscheinlich Anfang des 14. Jh. vom Rittergeschlecht von Altikon ererbten Reichenauer Lehen in der Gegend von Altikon. Egbrecht, der Sohn des oben genannten jüngeren Egbrecht, trat 1407 als Erster ins Winterthurer Burgrecht, was der Fam. zu einer relativen Unabhängigkeit gegenüber Zürich verhalf. Nach der Ewigen Richtung (1474) zwischen Österreich und den Eidgenossen empfing Hans, ein Enkel des letztgenannten Egbrecht, 1478 die Mörsberg neu vom Rat von Zürich. Nach der Reformation blieb dessen Sohn Hans weiterhin beim alten Glauben, was wiederholt zu Spannungen mit Zürich führte. Als Letzte ihres Geschlechts starben 1569 Hans' Söhne Jos und Eglolf. Erben waren deren Schwäger Hans Ulrich Stockar und Marx Blarer von Wartensee.

Literatur
– H. Kläui, Die Gesch. von Oberwinterthur im MA, 1968, 124-142
– H. Kläui, Die Gesch. von Oberwinterthur, 1500-1798, 1971, 34-49
– R. Sablonier, «Kyburg. Herrschaftsbildung im 13. Jh.», in Die Gf. von Kyburg, 1981, 48

Autorin/Autor: Martin Leonhard

 
von Goldenberg, Margareta (I58862)
 
33335 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20289.php

von Landenberg

Ursprünglich aus dem Zürcher Tösstal stammendes, ritteradliges Geschlecht, dessen umfangreicher Besitz sich ab dem ausgehenden 13. Jh. über die ganze Ostschweiz verteilte. Die Herkunft der in Süddeutschland bis in die Gegenwart bestehenden Fam. ist unklar. Während die frühere Historiografie den ersten Träger des Namens, den 1209 genannten Beringer, auf die 1177-93 belegten Meier von Turbenthal zurückführte (Hans Kläui), vermutet die jüngere Forschung auch einen Zusammenhang mit den von Bichelsee oder den um 1250 verschwindenden Reichsministerialen von Liebenberg (Roger Sablonier). Wahrscheinlich bildeten die in der 1. Hälfte des 13. Jh. auftretenden L. weniger einen über die agnat. Verwandtschaft definierten, als einen über den gemeinsamen Besitz bzw. die Funktion innerhalb des sankt-gall. Hofverbands von Turbenthal gebildeten Adelsverband. Die Erstellung einer Genealogie bereitet für die Zeit vor 1300 grosse Schwierigkeiten, weil kaum Stammbäume überliefert sind.

Bis Mitte des 13. Jh. bewegten sich die L. geschickt an der Schnittstelle verschiedener ostschweiz. Herrschaftsträger, indem sie im Umfeld der Äbte von St. Gallen, der Bf. von Konstanz, der Gf. von Kyburg und der Gf. von Rapperswil immer wieder als Zeugen auftraten. Die Grundlage für ihren Erfolg im 14. und 15. Jh. legten sie um 1260/70. Durch gezielte Heiratspolitik verbanden sie sich mit kleinen Nobilesgeschlechtern der Region, so mit den von Freienstein, wahrscheinlich auch mit den von Toggwil, den von Hinwil und von Kempten, worauf sie diese beerben konnten. Anderseits stellten sie sich in den Dienst Habsburgs und investierten die Erträge aus Ämtern und aus Pfändern, mit denen sie entlöhnt wurden, konsequent in den Ausbau ihrer Herrschaft in ihrem Kerngebiet. Stellvertretend dafür steht Hermann II. ( -> 2), der sich ab 1282 im engsten Umfeld Hzg. Albrechts bewegte und als Marschall bis 1306 wichtige polit. und militär. Aufgaben übernahm. Den abgerundeten Besitz im Zürcher Oberland ergänzte er 1300 um den vorerst pfandweisen Erwerb der Herrschaft Greifensee mit Burg, Stadt und See von den Gf. von Habsburg-Rapperswil. Damit legte er eine der Grundlagen des Erfolgs, den die Fam. im 14. Jh. hatte. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es in der Ostschweiz kein anderes Geschlecht, das mehr habsburg. Pfänder besass als die L. Als sichtbares Zeichen einer gewachsenen Familientradition und ihres Standesbewusstseins teilten sich die L. zu dieser Zeit in die klar unterscheidbaren Zweige L.-Greifensee, Breitenlandenberg, Hohenlandenberg und vorübergehend Alt-L.

Der Hauptzweig setzte sich in Greifensee fest, während die beiden anderen Zweige ihren Besitz mit den neu erbauten Höhenburgen Breitenlandenberg (Gem. Turbenthal) und Hohenlandenberg (Gem. Wila) sicherten, daneben wohl aber auch über städt. Wohnsitze verfügten. Der Zweig Alt-L. endete bereits 1315 mit Rudolf, der als Vogt von Kyburg ebenfalls über ein sehr hohes Einkommen im österr. Landesdienst verfügt hatte. Er starb wie sein Sohn Pantaleon bei Morgarten. Die Burg Alt-L. (Gem. Bauma) fiel als Lehen an das Kloster St. Gallen zurück und gelangte erst Mitte des Jahrhunderts wieder an die Breitenlandenberg. Bis Mitte des 14. Jh. baute die Fam. ihre Stellung weiter aus, insbesondere unter Hermann IV. ( -> 3), dem Sohn des vorgenannten Hermann. Er liess sowohl seine Dienste als österr. Landvogt in Glarus, im Aargau, Thurgau, Elsass und im Schwarzwald als auch seine militär. Funktionen mit Pfändern vergüten. Allein 1354 schuldete ihm die österr. Herrschaft die gewaltige Summe von 22'000 Gulden, wofür er sich Pfänder zwischen dem Elsass und dem Glarnerland ausrichten liess. Das wertvollste von ihnen war die Burg, Stadt und das Amt Altkirch im Oberelsass, das über zehn Jahre im Besitz der Fam. blieb.

Ihre regionale Vormachtsstellung stützten die L. zu jener Zeit mit Heiratsbeziehungen zum Zürcher Stadtadel und zu dem im Umfeld der österr. Landesherrschaft stehenden Adel. Nach dem Tod Hermanns IV. gerieten seine Söhne in wirtschaftl. Bedrängnis und mussten einen Teil ihres Besitzes liquidieren, so 1364 die Burg und Herrschaft Alt-L., 1369 die Herrschaft Greifensee und die vor 1354 in ihren Besitz gelangte Burg und Herrschaft Alt-Regensberg (Gem. Regensdorf). Ursache der Schwierigkeiten war v.a. die einseitige Ausrichtung der Fam. auf die österr. Landesherrschaft, die ihrerseits immer mehr mit strukturellen Problemen zu kämpfen hatte. Da es den Habsburgern nur begrenzt gelang, ihre Landesherrschaft zu verdichten, zogen sich die L. langsam nach Osten zurück. In dieser Situation suchten mehrere Vertreter der Fam. die Nähe der Städte, etwa indem sie sich ins Bürgerrecht von Zürich aufnehmen liessen. Schliesslich konnte die Fam. die Krise überwinden. Hauptsächlich den von Breitenlandenberg und Hohenlandenberg scheint der schwierige Schritt gelungen zu sein, ihre traditionelle, adelige Einkommensstruktur um neue Einkommensformen zu ergänzen. Ende des 14. Jh. gewährten sie beispielsweise den Städten Winterthur und Konstanz grössere Kredite. Ihre dominante Stellung innerhalb des Landadels hatte die Fam. jedoch verloren. Nach 1400 verlagerte sie - wohl auch auf Druck Zürichs und der Eidgenossen - den Schwerpunkt ihres Besitzes vom Zürcher Oberland in den heutigen Kt. Thurgau und an den Bodensee. Der Zweig Hohenlandenberg zog auf die 1385 erworbene Burg Wellenberg (Gem. Felben-Wellhausen), ab 1463 auch auf die Neuburg (Gem. Mammern) am Bodensee und nach deren Verkauf 1522 ins Breisgau und Elsass. Die Nachkommen des Zweigs L.-Greifensee lebten bis 1483 auf der Burg Sonnenberg (Gem. Stettfurt), danach bis zum Abgang des Zweigs 1572 zu Herblingen. Die von Breitenlandenberg hatten bis 1409 die Herrschaft Güttingen und bis 1412 die Herrschaft Hagenwil inne, 1439-1551 Schloss und Herrschaft Altenklingen bei Wigoltingen und von da an bis ins 18. Jh. die Schlösser Hardt und Salenstein am Untersee. Während der Appenzeller Kriege unterstützten die L. den Abt von St. Gallen und die Österreicher, weshalb die Appenzeller verschiedene ihrer Burgen zerstörten. Im Alten Zürichkrieg dagegen standen sie auf beiden Seiten. Nach der Eroberung des Thurgaus durch die Eidgenossen 1460 verloren sie weiter an polit. Einfluss, auch wenn sie weiterhin einige Niedergerichte innehatten und im Dreissigjährigen Krieg teilweise militär. Funktionen ausübten.

Versch. L. suchten deshalb ihr Glück im Elsass und im süddt. Raum. Die Kollaturrechte an den Kirchen Turbenthal, Wila, Weisslingen, Bäretswil und Pfäffikon im ehem. Kerngebiet im Zürcher Oberland wurden in den 1830-40er Jahren an den Kt. Zürich verkauft. Als letzter männl. Vertreter der Fam. in der Schweiz starb 1885 Hartmann Friedrich von Breitenlandenberg. Der Besitz der elsäss. Linie, die bereits im 16. Jh. durch Heirat in eine oberelsäss. Familie entstanden war, ging mit der Franz. Revolution verloren, worauf sich das Geschlecht in Südbaden ansiedelte. Die südbad. Linie und jene, die sich durch Heirat in der 2. Hälfte des 17. Jh. an der Mosel festsetzte, besteht bis in die Gegenwart.

Literatur
– E. Diener, Das Haus L. im MA, 1898
– J. Studer, Die Edeln von L., 1904
– H. Kläui, «Neues zur ältesten Genealogie und Gesch. der Herren von L.», in ZTb 1959, 1958, 24-61
– Sablonier, Adel
– Adelslex. 7, bearb. von W. von Hueck, 1989, 144-146
– M. Brunner, Die Ritterfam. von L., Wirtschaftl. und soziale Aspekte einer ostschweiz. Adelsherrschaft im 15. Jh., Liz. Zürich, 1990
– B. Meier, «Das Schicksal des Landenbergarchives nach dem Tode des letzten Junkers Hartmann Friedrich von Breitenlandenberg im Jahre 1885», in ThBeitr. 127, 1990, 203-209
– E. Zwahlen, Die Ritterfam. von L., Wirtschaftl. und soziale Aspekte einer ostschweiz. Adelsherrschaft im 14. Jh., Liz. Zürich, 1990
– GKZ 1

Autorin/Autor: Martin Leonhard

 
von Landenberg-Greifensee, Martin (I2207)
 
33336 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20328.php

Wagenberg, von
Ostschweiz. ritteradlige Fam. des 13.-14. Jh., deren Angehörige im Dienst der Gf. von Kyburg und später der Habsburger standen. Die ab 1263 belegten W. dürften ihren Ursprung in einer heterogenen Gruppe von Adligen haben, die ab 1230 von Adlikon genannt wurden. Sie könnten evtl. auch auf die vor 1250 auftretenden de Winterture zurückgehen. Ihr Besitz lag v.a. im Gebiet von Embrach mit der Wagenburg (Gem. Oberembrach), in Dättnau und um Adlikon. Heinrich war 1283 und 1288 Zeuge für die Hzg. von Österreich in Laax und Burgeis (Vinschgau). Sein Bruder Bilgri bewegte sich 1299-1305 zuletzt als dispensator (Zahlmeister) im Gefolge von Kg. Albrecht I. Die Wagenburg ging - vielleicht nach einer Erbteilung - um 1300 über Heinrichs Tochter Adelheid an die Herren von Heidegg. Andere Güter und Rechte um Embrach blieben bei Bilgris Nachkommen, die in dieser Zeit ihren Handlungsraum ins Gaster und nach Glarus ausdehnten. Als österr. Lehen übernahmen sie die Wandelburg bei Benken (SG). Bilgris gleichnamiger Sohn (erw. 1296-1337) war ab ca. 1308 Ammann von Glarus und 1337 kurz auch Vogt von Rapperswil. Auch weitere Mitglieder der Fam. erhielten habsburg. Pfänder für ihre Dienste. Eine erfolgreiche Heiratspolitik verband die W. u.a. mit den Herren von Rümlang und von Landenberg. Nach 1350 ist die Fam. schwieriger fassbar. Heinrich (erw. 1353-80) bewegte sich im Umfeld der Gf. von Toggenburg und des Klosters Rüti, wo sein Sohn Bilgri 1379 bis zu seinem Tod 1394 Abt war. Letzterer liess nach der Schlacht bei Näfels 1388, bei der sein mutmassl. Bruder Hans (erw. 1375) umkam, die Gefallenen nach Rüti überführen. Der letzte weltl. Vertreter war vermutlich der nur 1395 erw. Heinrich, Sohn von Hans. Der verbliebene Besitz ging wahrscheinlich an die Herren von Heidegg und die verschwägerten Gessler.


Literatur
– Die Wappenrolle von Zürich, hg. von W. Merz, F. Hegi, 1930, 48
– H. Kläui, «Die Gesch. der Herrschaft Wagenburg im MA», in ZTb 1965, 1964, 19-39; 1966, 1965, 15-38
– Sablonier, Adel

Autorin/Autor: Martin Leonhard 
von Wagenburg, Heinrich (I11264)
 
33337 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20650.php

Vergy, de
Bedeutendes burgund. Adelsgeschlecht, das ab dem 14. Jh. Lehen in der Waadt innehatte, insbesondere die Herrschaften La Mothe und Champvent (1377), Bourjod (1414) sowie Montricher (1440). Die V. gingen mehrere Heiratsverbindungen mit den Gf. von Greyerz ein und besetzten wichtige Ämter am burgund., franz. und savoy. Hof. Jacques ehelichte 1377 Marguerite von Duin-Vufflens, die Witwe des Gf. Ludwig von Neuenburg und Erbin der Herrschaft Champvent. Seine Nachkommen begründeten den Zweig der Herren V. de Champvent. Guillaume, Urenkel von Jacques, war 1498 Marschall von Burgund und wurde von Karl III. von Savoyen zum Ritter des Annunziatenordens ernannt. Guillaumes Schwester Guillemette ( -> 1) heiratete Claude von Aarberg und verwaltete nach dessen Tod die Herrschaft Valangin.


Literatur
– M.-T. Caron, La noblesse dans le duché de Bourgogne: 1315-1477, 1987

Autorin/Autor: Roberto Biolzi / ANS

 
de de Vergy, Herr Guillaume (I5001)
 
33338 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D23931.php

Jauch, Karl Franz
9.1.1679 (?), 8.1.1743 Altdorf (UR), kath., Landmann von Uri. Sohn des Sebastian Heinrich, Zollers zu Wassen, Landesfähnrichs und Landesstatthalters, und der Maria Juliana Muheim. Bruder des Johann Sebastian ( -> 7). ∞ um 1704 Maria Elisabetha Bessler von Wattingen, Tochter des Franz Heinrich, Zeugherrn. 1711 Zeugherr. Offizierskarriere in span. Diensten. Warb 1734 ein Regiment für das Königreich beider Sizilien, 1739 Beförderung zum Brigadier. 1743 Übergabe des Regiments an Sohn Karl Florian. Um 1740 wichtigster Urner Militärunternehmer.

Archive
– StAUR
Literatur
– M.F. Schafroth, «Die Gesch. der Schweizerregimenter im Dienst des Königreichs beider Sizilien», in Figurina helvetica 35, 1976, 12-21
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Hans Stadler 
Jauch, Brigadier Karl Franz (I1033)
 
33339 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D23932.php

Jauch, Karl Florian
1712 möglicherweise Altdorf (UR), 1780 Neapel, Landmann von Uri. Sohn des Karl Franz ( -> 13). Neffe des Johann Sebastian ( -> 7). ∞ Klara Beatrix Tanner, Tochter des Odoard Franz Anton, Landschreibers, Oberstleutnants und Kompanieeigentümers in neapolitan. Diensten. 1725 Fähnrich im Regiment Nideröst in span. Diensten, ab 1728 Mitbesitzer einer Eigentumskompanie im Regiment Bessler von Wattingen. J. übernahm 1743 nach dem Tod seines Vaters dessen Regiment in neapolitan. Diensten, avancierte zum Brigadier und 1776 zum Generalleutnant. Ritter des St.-Stephans-Ordens zu Pisa. Grundbesitzer in Altdorf und im Schächental (Gettschwyler). Ab 1747 geriet er wegen Solddienstangelegenheiten in Auseinandersetzungen mit den Ständen Zug, Schwyz und Nidwalden, aus denen er im Jan. 1753 verbannt wurde.

Quellen
– EA 6 I
Literatur
– SAHer 76, 1972
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
Autorin/Autor: Urs Kälin 
Jauch, Johann Karl Florian (I7714)
 
33340 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D25848.php

Beroldingen, Franz Sebastian von
20.5.1635 (Franz Anton) Altdorf (UR), 16.1.1698 Stans, kath., von Altdorf. Sohn des Sebastian, Herrn zu Sonnenberg, Obersten in span. Diensten, Landeshauptmanns und Kanzlers in Lugano, und der Emma von Roll zu Emmenholz. Bruder des Johann Josef ( -> 7) und des Karl Konrad ( -> 14). 1652 Eintritt in den Kapuzinerorden in Zug. Lektor der Philosophie und Theologie. Ab 1668 Guardian der Klöster Baden, Wil (SG), Olten, Luzern und Stans. 1675-95 wiederholt Definitor. 1677-80, 1683-86, 1689-92 und 1695-98 Provinzial. Als Vertreter der myst. Theologie verfasste B. diverse Betrachtungsbücher und verfocht die Freiheit des Provinzkapitels.

Literatur
– HS V/2
– S. Arnold, Urner Kapuziner, 1984, 24
Autorin/Autor: Christian Schweizer 
von Beroldingen, Franz Sebastian Ludwig (I7759)
 
33341 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D29236.php

Lenzburg, Ulrich I. von (der Reiche)
10.8. vor 1050. Vermutlich Sohn des Arnold (erw. 972 und 976), Kastvogts von Schänis und Reichsvogts von Zürich. Erstes, sicher nachweisbares Mitglied der Familie. 1036 Graf im Aargau und Kastvogt des von seinen Vorfahren (parentibus) gegr. Stifts Beromünster. 1037 als Reichsvogt von Zürich, 1045 als Kastvogt von Schänis nachgewiesen. L. stellte die Eigenklöster Beromünster und Schänis 1045 unter Königsschutz. Es lässt sich eine starke Verflechtung mit der Reichspolitik der Könige Konrad II. und Heinrich III. im Schweizer Raum aufzeigen. L.s Söhne Heinrich ( -> 2), Bf. von Lausanne 1039-51/56, und Konrad, vermutlich Bf. von Genf 1020/30, gehörten zum Reichsepiskopat.

Quellen
– QW I/1
Literatur
– W. Merz, Die L., 1904
– Kdm SG 5, 1970, 154-280
– P. Eggenberger, Das Stift Beromünster, 1986
Autorin/Autor: Hans Stadler

———————————————————————— &

https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Schänis

Das Kloster Schänis wurde im 9. Jahrhundert gegründet und lag in der heutigen Gemeinde Schänis im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Schänis war ein adliges Damenstift und wurde 1811 aufgehoben.

Nach dem Bericht eines Mönchs aus dem Kloster Reichenau sei Graf Hunfried von Churrätien der Gründer des Klosters Schänis gewesen. Er habe Karl dem Grossen die Stiftung versprochen, um dort ein kostbares Reliquienkreuz, das Teile des Heiligen Kreuzes beinhaltete, sowie ein Onyxgefäss mit Blut Christi würdig aufzubewahren. Verschiedene Hinweise deuten darauf hin, dass das Kloster Schänis tatsächlich in der fraglichen Zeit gegründet wurde, möglicherweise als Tochtergründung des Damenstifts St. Stephan in Strassburg. Das Kloster sank bald in eine recht unbedeutende Stellung ab.

Erst Graf Ulrich I. von Lenzburg führte das Kloster Schänis wieder zur Blüte, indem er ihm durch zahlreiche Schenkungen eine solide wirtschaftliche Basis verschaffte. Auch sorgte er durch die Umteilung des Hofes Benken SG mit Gommiswald, Rieden und Maseltrangen ins Bistum Chur für eine einheitliche kirchliche Struktur in der unmittelbaren Umgebung des Klosters. Das Patrozinium des Klosters wurde vermutlich in jener Zeit vom ««««««««Heiligen Kreuz»»»»»»»» auf den Heiligen Sebastian geändert.

König Heinrich III. verlieh dem Kloster Schänis 1045 königliche Immunität und freie Äbtissinnenwahl. Trotz mehrerer Versuche einer Klosterreform blieb Schänis ein freiweltliches Damenstift mit relativ lockeren Regeln. Im 14. Jahrhundert verlor das Stift seine Güter im Vorarlberg und im Rheintal.
Die Kastvögte des Klosters kamen in der Regel aus dem regionalen Hochadel. Aus dem Erbe der Lenzburger fiel die Vogtei erst an die Grafen von Kyburg, später an die Habsburger und an die Toggenburger. 1405 ging das Stift Schänis ein Burgrecht mit der Stadt Zürich ein. Das Stift besass in der Folge am Münsterhof ein eigenes Amtshaus, das die Einkünfte des Klosters im Stadtgebiet einzog. Durch den Übergang der Herrschaft Windegg an die Kantone Glarus und Schwyz 1438 kam das Kloster als Teil der gemeinen Herrschaft Windegg zur schweizerischen Eidgenossenschaft. Obwohl der deutsche Kaiser noch 1442 die Rechte des Klosters bestätigte, riss damit die Verbindung zum Reich ab. Glarus und Schwyz betrachteten sich fortan als Rechtsnachfolger der königlichen Vögte.
Dennoch trug die Äbtissin den Titel einer Fürstin des Heiligen Römischen Reiches. Trotz mehrmaliger Versuche, das Kloster zu reformieren, gab es im Stift Schänis keinen Gelübdezwang und nur adlige Damen wurden aufgenommen. Diese mussten zuerst vier, später bis zu 16 hochadlige Vorfahren nachweisen können. Dadurch wurde Schänis zu einer Art Versorgungsanstalt für den unverheirateten Nachwuchs des süddeutschen Hochadels.
Während der Reformation wurde das Kloster 1529 kurzzeitig aufgehoben, dann aber nach der Rekatholisierung des Linthgebiets 1531 wieder eingerichtet. 1585 und 1610 brannte das Kloster nieder, wobei alle alten Urkunden und Privilegien vernichtet wurden. Daneben gab es immer mehr Konflikte mit den Schirmorten Glarus und Schwyz, die das adlige Stift als Fremdkörper wahrnahmen und auch entsprechend behandelten.
1782 wurden die Stiftsgebäude und die Kirche neu errichtet bzw. im Rokoko-Stil erneuert. Nach dem Ende der alten Eidgenossenschaft 1798 verlor das Stift Schänis durch die Mediationsverfassung 1803 alle seine feudalen Rechte und musste schrittweise seinen Besitz ausserhalb des Kantons St. Gallen verkaufen. 1811 beschloss der Grosse Rat des Kantons St. Gallen die Aufhebung des Klosters. Die Stiftsgebäude wurden versteigert und die Kirche in Schänis von der Pfarrgemeinde übernommen.

Mehr unter obengenanntem Link.. 
von Schänis (von Lenzburg), Ulrich I. der Reiche (I571)
 
33342 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D3132.php?topdf=1

Wiedikon
Ehem. polit. Gem. ZH, 1893 in die Stadt Zürich eingemeindet, seitdem städt. Quartier. Grosses
Gemeindegebiet von der Sihl bis zum Kamm des Uetlibergs, das sich morphologisch in drei Zonen gliedert,
nämlich die Schwemmebene des Sihlfelds, der Moränenzug Rebhügel sowie die Schuttfächer des Uetlibergs
und die bewaldeten Steilhänge. 1787 Trennung der Gem. Aussersihl von W. 889 Wiedinchova. 1467 23
Haushalte; 1637 435; 1799 559; 1850 1'409 Einw.; 1880 3'886; 1888 4'681; 1900 18'355; 1920 31'040; 1950
54'357; 1990 45'391; 2010 46'699.
Latènezeitl. Gräberfunde, frühma. Gräberfeld am Rebhügel, Burg Friesenberg auf einem Geländesporn am
Uetliberghang. Das Haufendorf W., das um 1930 abgetragen wurde, erstreckte sich über das heutige
Strassendreieck Zweierstrasse, Schlossgasse und Birmensdorferstrasse. Weiter umfasste W. den Weiler Wyl
sowie Einzelhöfe mit z.T. eigenen Zelgensystemen, u.a. Friesenberg mit Bausubstanz aus dem 14. und 15. Jh.
sowie den Kolben- (1424 erw.) und den Döltschihof. Die Gerichtsbarkeit über W. war ein Reichslehen, das sich
1259 in den Händen der Herren von Eschenbach-Schnabelburg befand und von diesen weiter an die Zürcher
Ritterfamilie Mülner verliehen wurde. 1362 belehnte Ks. Karl IV. Ritter Götz Mülner unmittelbar mit dem
Meieramt W. Die Stadt Zürich eignete sich die hohe Gerichtsbarkeit über W. wahrscheinlich 1389 an und teilte
sie 1415 der Reichsvogtei Zürich zu, welche sie bereits 1400 erworben hatte. Die niederen Gerichte, im 15. Jh.
in den Händen der einflussreichen Zürcher Fam. Glenter und Schwend, erwarb die Stadt Zürich 1491. Sie
trennte 1496 die Blutgerichtsbarkeit von der Reichsvogtei Zürich ab und vereinigte alle niederen und hohen
Gerichte in der Obervogtei W., zu der 1526 auch Albisrieden kam. Die Offnung datiert vom Anfang des 15. Jh.,
eine Erneuerung der Einzugsbriefe erfolgte 1517. Ein Gemeinde- und Gesellenhaus ist 1598 bezeugt.
1798-1803 zählte W. zum Distrikt Zürich, 1803-31 zum Bez. bzw. Oberamt Horgen und ab 1831 zum Bez.
Zürich.
Kirchlich gehörte W. zur Pfarrei bzw. Kirchgemeinde St. Peter. 1791 erhielt die Gem. ein neues Bethaus, einen
Friedhof und ein neues Schulhaus. Die ref. Kirchgemeinde wurde 1883 gegründet, die ref. Kirche auf dem
Bühl 1896 erstellt. Die Errichtung der kath. Herz-Jesu-Pfarrei und der Bau der Pfarrkirche erfolgten 1921,
diejenige der Tochterpfarrei auf dem Friesenberg mit der St.-Theresia-Kirche 1933.
Vom SpätMA an sind in W. neben der Landwirtschaft auch Gewerbe wie Ziegelhütten und Seidenweberei
nachgewiesen. Ab dem ausgehenden 18. Jh. wuchs die Fabrikarbeiterschaft stetig an. 1836 siedelte sich die
Papierfabrik an der Sihl an. In der 2. Hälfte des 19. Jh. wurde die Ziegel- und Tonwarenproduktion
mechanisiert, um 1900 nützten sechs Fabriken die Lehmvorkommen. W. zählte zwar zu den ärmeren
Aussengemeinden von Zürich, verfügte aber 1885 immerhin über einen doppelt so hohen Steuerertrag pro
Kopf wie Aussersihl. 1848 wurde die Birmensdorferstrasse ausgebaut. 1875 nahmen die linksufrige Seebahn
(Bahnstation W. seit 1891) sowie die Uetlibergbahn, 1891 die Sihltalbahn und 1898 die städt. Strassenbahn
Hauptbahnhof-Heuried den Betrieb auf. Die flachen, tieferen Lagen von W. wurden in der ersten Zürcher
Bauperiode nach der Eingemeindung mit Mietskasernen überbaut. Am Rebhügel entstand ein kleines
Villenviertel. Nach dem Paradigmawechsel in den 1920er Jahren, der sich v.a. in der Diskreditierung der
Blockrandbauweise äusserte, folgten in den Hanglagen Reihenhäuser mit Grünflächen und Pflanzgärten
zwischen den Zeilen. Der kommunale und der subventionierte genossenschaftl. Wohnungsbau waren mit
insgesamt 55 Siedlungen 1918-94 vorherrschend. Zu Beginn des 21. Jh. war W. ein Wohn- und
Arbeitsquartier, in dem sich Weg- und Zupendler in etwa die Waage hielten.
Literatur
– P. Etter, Gesch. von Alt-W. von den Anfängen bis zum Umsturz 1798, 1987

 
Glenter, Jakob (I726)
 
33343 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D43563.php

Vergy, Guillemette de
geboren um 1457 Diözese Autun (Burgund), gestorben 13.7.1543 Valangin, begraben Stiftskirche Valangin. Tochter des Jean, Herrn von Champvent, und der Paule de Miolans. ∞ 1474 Claude von Aarberg, Herrn von Valangin und von Beauffremont, Sohn des Johann III. von Aarberg. Mit ihrem Mann gründete V. die Stiftskirche Valangin, die 1505 geweiht wurde. 1518 verwitwet, verwaltete sie die Herrschaft Valangin im Namen ihres Enkels René de Challant bis zu ihrem Tod. V. versuchte vehement, aber vergeblich, die Reformierten an der Einführung des neuen Glaubens zu hindern. Schliesslich trat die Herrschaft Valangin zur Reformation über.


Literatur
– C. Châtelain, «Valangin au temps de Guillemette de V.», in MN, 1883, 227-234, 264-271
– C. La Grutta-Robellaz, «"Le deuil de l'Eglise": les dernières volontés de Guillemette de V., dame de Valangin», in RHN, 2005, 123-131
– R. Scheurer, «La fin de Guillemette de V., dame de Valangin», in RHN, 2005, 133-141

Autorin/Autor: Christelle La Grutta-Robellaz / SRL

 
von Vergy, Guillemette (I11034)
 
33344 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D47898.php

Diessenhofen, Konrad Truchsess von
1321 erstmals erwähnt als Exspektant am Zürcher Grossmünster, gestorben 28.10.1368. Sohn des Ministerialen Johannes, Hofmeisters Friedrichs des Schönen, und der Elisabeth von Reinach. Bruder des Heinrich ( -> 1). Ab 1326 Kanoniker am Domkapitel Konstanz. 1331-32 Stud. in Bologna. Nach dem Tod von Bf. Nikolaus von Frauenfeld 1344 stand D., wie auch sein Bruder, als Kandidat für die Bischofswahl zur Verfügung, wurde jedoch nur von einer Minderheit unterstützt. D. war ohne Priesterweihe 1363 Rektor der Pfarrkirche St. Paul von Konstanz, vor 1367 in Rheinheim (Baden, D) und 1363-67 in Neftenbach.


Literatur
– HS I/2, 305 f.

Autorin/Autor: Andrea Weibel 
Truchsess von Diessenhofen, Konrad (I11379)
 
33345 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D7529.php

Heidegg
Schloss und ehemalige Herrschaft, Gemeinde Hitzkirch LU. 1185 Heidesche. Im massiven, auf einem Moränenhügel oberhalb von Gelfingen thronenden Hauptbau und Wohnturm sind Reste eines Steinhauses von 1205/10 enthalten. Zwischen 1525 und 1532 wurde H. zu einem befestigten Herrschaftssitz (heutiger Grundriss) und 1679-91 unter den Pfyffer zum repräsentativen Landsitz ausgebaut. Luzern führte nach 1700 den Innenausbau fort: 1701-02 entstand ein Festsaal, um 1704 das Pächterhaus. 1995-98 erfolgte eine Renovation.

H. war zur Hälfte Lehen der jeweiligen Landesherrschaft. 1415 erklärte Luzern die Feste zum "offenen Haus". 1425 kam die Niedergerichtsherrschaft H. als Teil des Amts Richensee-Hitzkirch zu den Freien Ämtern, 1798 zum Kt. Baden, 1803 zum Kt. Luzern bzw. zum Amt Hochdorf. Sie umfasste die Twinge Gelfingen (ab 1470 zentraler Gerichtsort), Sulz, Altwis (ab Mitte 14. Jh.), Lieli, Mosen (d.h. die 1431/37 erworbene Herrschaft Lieli mit Turm Grünenberg bei Richensee), die Seevogtei Baldeggersee, Fischenzen, die Obermühle zu Ermensee sowie Tavernen. H. erfuhr als Erbe und Mitgift zahlreiche Handwechsel. Die ersten bekannten Inhaber sind von 1185 bis ca. 1421 die Herren von H. Wegen des Burgrechts mit Luzern von 1357 wurde das Schloss im Sempacherkrieg verschont. Es folgten u.a. 1421 bis ca. 1465 die Businger, darauf Frischhans von Breitenlandenberg, der die Herrschaft 1482 Heinrich Hasfurter verkaufte. 1528 wurde sie von der Fam. Tammann, nach 1555 von der Fam. Kündig, 1618 von Heinrich Fleckenstein und 1664/65 von der Fam. Pfyffer von Altishofen erworben, die H. 1700 aus Geldmangel an Luzern abtrat. Luzern sanierte die Herrschaft. Ein Ratsherr war nichtresidierender Twingherr. Die Stadt versuchte, über H. hoheitl. Rechte im Amt Hitzkirch zu gewinnen. 1849 wurde das Schloss zur Tilgung der Schulden aus dem Sonderbundskrieg an Josef Heggli in Gelfingen versteigert, von dem es Ludwig Pfyffer 1875 wieder erwarb. 1950 verkaufte die Fam. Pfyffer H. erneut an Luzern zwecks Errichtung des Seetaler Heimatmuseums (Trägerverein Pro Heidegg). 1956-67 beherbergte das Schloss das Schweiz. Jagdmuseum. Seit 1952 betreibt die Staatskellerei Rebbau.


Archive
– StALU
Literatur
– G. Boesch, Schloss H., 1951
– Kdm LU 6, 1963, 82-91
– D. Ruckstuhl, Heinrich von Fleckenstein, Diss. Luzern, (in Vorb.)

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

 
von Heidegg (Heideck), Anna Katharina (I3718)
 
33346 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D7823.php

Greifenberg
Ehem. Burg auf dem sog. Stollen in der Gem. Bäretswil ZH. Der Burgplatz ist durch zwei Quergräben in drei Hügel zerteilt, auf denen - heute nicht mehr sichtbar - ein Bergfried, ein Palas und ein Wirtschaftshof standen. Die 1223 erstmals erw. Burg Gryffenberg wurde 1444 durch Schwyzer Truppen zerstört, war 1552 noch als sog. Burgstall bekannt, gegen 1800 aber nur noch als Ruine vorhanden. Sie war mit der dazu gehörenden Gerichtsherrschaft ein Lehen der Abtei St. Gallen, das im 13. Jh. die Gf. von Rapperswil, im 14. und 15. Jh. die Ritter von Hinwil innehatten. 1507-60 war die Herrschaft, zu der die ganze heutige Gem. Bäretswil sowie einige Höfe der Gem. Bauma und Hinwil zählten, in den Händen des wohlhabenden Landmanns Hans Bosshard von Bäretswil bzw. dessen Bruders Anton. 1567 übernahmen die Blarer von Wartensee das Lehen und bildeten mit den ihnen gehörenden Niedergerichten die ausgedehnte Herrschaftengruppe Kempten-G.-Werdegg, in die sich nach versch. Erbgängen und Verkäufen im 17. und 18. Jh. bis zu vier Parteien teilten, so die Stadtzürcher Fam. Escher vom Luchs, Stucki, Schmid und von Meiss. Sie war bis zu ihrer Auflösung 1798 die grösste private Zürcher Gerichtsherrschaft und umfasste 1780 4'240 Einwohner, davon gut die Hälfte in der ehem. Herrschaft G.


Literatur
– Kdm ZH 2, 1943, 149-155

Autorin/Autor: Ueli Müller

 
von Hinwil, Brida (I6173)
 
33347 http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D9419.php

Breitenlandenberg
Ehem. Burg auf einem Bergsporn rund 150 m südöstl. über Turbenthal ZH. Sichtbar sind wenige Mauerreste, Burg- und Halsgraben. Erbaut in der 1. Hälfte des 14. Jh. unter Beringer II. und Hugo I. von Landenberg als Lehen des Klosters St. Gallen: quadrat. Bergfried und 20 x 24 m grosser Burghof mit bis zu 2 m dicker Mauer. Ab 1328 nannte sich Hermann von Landenberg nach der Burg, die Mittelpunkt der gleichnamigen Gerichtsherrschaft (zeitweise verbunden mit dem Meieramt Turbenthal) war. Hans Rudolf von B. (1542-1608) liess mehrgeschossige Wohnbauten erstellen. 1710 kam das Schloss durch Heirat an Heinrich Werdmüller. Nach dem finanziellen Niedergang der Werdmüller wurde es 1801 zum Abbruch versteigert. Die Steine dienten dem Bau der ersten Baumwollspinnerei in Turbenthal. Im Winter 1924-25 wurden bei Grabungen die Grundmauern freigelegt.


Literatur
– H. Kläui, Gesch. der Herrschaft und Gem. Turbenthal, 2 Bde., 1960

Autorin/Autor: Fritz Hauswirth 
von Breitenlandenberg, Hermann (I11305)
 
33348 http://www.humlikon.ch/Gemeinde/Portraet/Geschichte/default.htm

Wissenswertes über Humlikon

Aus der Geschichte
Das erste Zeugnis der Existenz von Humlikon ist 63 Jahre älter als der Bundesbrief von 1291: Am 12. Juli 1228 wird der Mönch Konrad von Humlicon in einer Urkunde erwähnt. Er entstammte der Familie der Freiherren von Humlikon, deren "Burg Herten" im äussersten Westzipfel des Gemeindegebiets lag. Sie trugen unser heutiges Wappen, das halbe, silberne rotbezungte Einhorn in Blau.

Der Zehnten, also die Steuern unserer mitelalterlichen Vorfahren an ihre weltlichen Herren, umfasste Getreide, Wein, Obst und Heu. Verhandlungen der Zehntenverhältnisse, also die Festlegung, wer wieviel abzuliefern hatte, hinterliessen in den Büchern zahlreiche Dokumente. Vor über 400 Jahren wurden in diesem Zusammenhang bereits Flurnamen genannt wie Wydäcker, Wallenbrunnen, Bifelden, Wienkart, Weiher, Dinglikon -Bezeichnungen, die jedem Humliker noch heute bekannt sind und immer noch im Grundbuchplan stehen. Damals mussten die Humliker in der Kirche Andelfingen jedem neuen Landvogt im Anschluss an den sonntäglichen Gottesdienst den Treueid leisten.

Erste Nachricht von der Existenz einer Schule in Humlikon enthält eine Amtsrechnung von Töss, die belegt, dass der erste Schulmeister von Humlikon als Entschädigung "einen Mütt Kernen" erhielt. Damals hatte der Lehrer die Schulstube zu stellen. Erst 1832 beschlossen die Humliker den Bau eines Schulhauses, das wegen Holzfrass und Mauerschwamm schon nach 5 Jahren abgebrochen werden musste. Der darauffolgende Neubau wurde 1837 eingeweiht und diente als Schulhaus bis zur Errichtung des neuen Schulhauses im Gügi 1975 .

Das Kriegsjahr 1799, als die Franzosen die Schweiz besetzt hielten und auf dem Goldenberg ihre Kanonen gegen die bei Andelfingen angreifenden Österreicher aufgefahren hatten, ging nicht spurlos an Humlikon vorbei: Einmal hatten die 44 Haushaltungen während 8 Wochen 168 Pferde der Artillerie, einmal während 2 Tagen 600 Pferde samt Mannschaft zu beherbergen und zu verpflegen. Die Requisitionen und Plünderungen führten zu einer Hungersnot. Gräben im Wald hinter der Lingg zeugen von dieser Zeit der Wirren.

Lange Zeit gehörte Humlikon zur politischen Gemeinde Andelfingen, dann zu Adlikon. 1852 wurde im Dorf angeregt, sich als eigene politische Gemeinde selbständig zu machen. Erst 20 Jahre später kam es schliesslich durch eine Volksabstimmung dazu und am 6. Mai 1872 konnten die Humliker ihre ersten Gemeindebehörden wählen.

Wie entwickelte sich die Technik? Mit der Eröffnung der Bahnlinie Winterthur-Schaffhausen 1857 erhielt das Dorf Anschluss an die grosse Welt. 1904 bekam es seine erste öffentliche Telefonstation und seit 1911 brennt auf Strassen und in Häusern das elektrische Licht.

Quelle: Stauber Emil, Dr., "Geschichte der Kirchgemeinde Andelfingen"


Der 4. September 1963
Humlikon verliert einen Fünftel seiner Einwohner

Am 4. September 1963 stürzte bei Dürrenäsch AG eine Caravelle der Swissair ab. Die Ursache waren geplatzte Reifen und ein defektes Fahrwerk. Dieser Unfall war eine Katastrophe für Humlikon. Unter den 74 Passagieren befanden sich 43 Personen aus dem Weinländer Bauerndorf - 19 Ehepaare und 5 Einzelpersonen. Mit der Caravelle hätten sie nach Genf reisen wollen, um sich dort über Schädlingsbekämpfung informieren zu lassen. Auf einen Schlag waren 43 der 200 Einwohner und Einwohnerinnen nicht mehr im Dorf. 40 Kinder verloren ihre Eltern und unter den Opfern befanden sich sämtliche Mitglieder des Gemeinderats.

Humlikon oder Huemlike?
Die Herkunft der ortsüblichen Aussprache von «Humlikon» als «Huemlike» ist ein über die Jahre gereifter Dialekt. Man spricht da von Verschleifung, Verkürzung. Der ursprüngliche Ortsname lautete «Humilinghofen» und bedeutete etwa «bei den Höfen der Leute des Humilo». «-inghofen» schwächte sich im Laufe der Jahrhundertwend immer stärker ab: «-ikofe» > «ikon» > «ike». Der erste Namensbestandteil «Hum» kommt wohl von der Koseform «Humilo» eines germanischen Personennamens «Ummo, Hummo, Umilo» oder ähnlich. Schon die ersten Belege aus dem 13. Jahrhundert wechseln in der Schreibweise ab zwischen «Humlikon» und «Huomlikon». Der Diphtong «uo», der später zu «ue» wurde, gehörte also schon früh zum Namen. Das «uo» war früher in der deutschen Sprache allgemein gebräuchlich: Bruder hiess mittelhochdeutsch «bruoder», gut hiess «guot».

Das Schweizerdeutsche behielt diesen Umlaut bekanntlich bis heute bei (Brueder, guet), während das Neuhochdeutsche zum langen Vokal «u» wechselte – eben zu «Bruuder» und «guut».

So kam es, dass sich die Schreibweise des Ortsnamens an das Schriftdeutsche anpasste – also Humlikon –, während die Aussprache den alten Diphtong «ue» beibehielt – also Huemlike. 
von Humlikon, Margareta (I11214)
 
33349 http://www.ingelheimer-geschichte.de/index.php?id=883
http://www.ingelheimer-geschichte.de/index.php?id=588 
von Obentraut, Irmgard (I58181)
 
33350 http://www.marionsauter.ch/loretokapelle-buerglen/ Gisler, Cécilia (I811)
 

      «Zurück «1 ... 663 664 665 666 667 668 669 670 671 ... 1042» Vorwärts»