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33651 https://de.wikipedia.org/wiki/Bertrada_die_Ältere

Bertrada die Ältere (* 660; † nach 721) war die Tochter des Pfalzgrafen Hugobert aus der Familie der Hugobertiner und der Irmina von Oeren. Diskutiert wird aber auch, dass sie die Tochter von Theuderich III. und seiner zweiten Frau Amalberga oder seiner dritten Frau Chrodechild sein könnte. Ihr Ehemann ist unbekannt,[1] ihr Sohn war Heribert von Laon; mit ihm als Mitstifter stiftete sie 721 die Abtei Prüm.
Durch Heriberts Tochter Bertrada die Jüngere, die Ehefrau Pippins des Jüngeren, des fränkischen Hausmeiers und späteren Königs, ist Bertrada die Ältere eine der Urgroßmütter Karls des Großen.


Literatur
• Edith Ennen: Frauen im Mittelalter; C.H. Beck München 1994; Seite 57
• Eduard Hlawitschka: Die Vorfahren Karls des Großen; In: Wolfgang Braunfels: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben, Band 1; L. Schwann Düsseldorf; Seite 76, online bei mittelalter-genealogie (siehe unten)
• Matthias Werner: Adelsfamilien im Umkreis der frühen Karolinger. Die Verwandtschaft Irminas von Oeren und Adelas von Pfalzel. Personengeschichtliche Untersuchungen zur frühmittelalterlichen Führungsschicht im Maas-Mosel-Gebiet; Jan Thorbeckeigmaringen 1982; Seite 28,31,39,83,87,111,120,176,201, 207,210, 221,236–241,244,255,259,264–266,268–272,274,279,293,324,326, online bei mittelalter-genealogie (siehe unten)
Weblinks
• Jennifer Striewski: Artikel Bertrada die Ältere (gestorben nach 721), Gründerin der Abtei Prüm im Online-Portal Rheinische Geschichte am 30. September 201
• Bertrada bei mittelalter-genealogie
Einzelnachweise
1 In Der Stammbaum der Karolinger, Pippiniden und Arnulfinger (pdf) wird ein Graf Martin von Laon als Ehemann Bertradas bezeichnet. Bei Hlawitschka (siehe mittelalter-genealogie) ist hingegen nachzulesen: Über den Vater Heriberts wie auch übereriberts Gemahlin und eventuelle Geschwister ist nichts bekannt. 
(Merowinger) ?, Bertrada die Ältere (I2290)
 
33652 https://de.wikipedia.org/wiki/Bertrada_die_Jüngere

Bertrada oder Bertha die Jüngere, Berta, Berhta, in anderen Sprachen auch Berthruda (* um 725; † 12./13. Juli[1] 783 in Choisy (Département Oise)), war die Tochter des Grafen Heribert von Laon und Enkelin von Bertrada der Älteren, den Stiftern der Abtei Prüm.

Leben
Sie wurde 741 die Frau des fränkischen Königs Pippins des Jüngeren († 768), um 747 die Mutter Karls des Großen. Pippin und sie waren so nahe miteinander verwandt, dass das geltende Recht eine Eheschließung ausschloss; die Verbindung wurde erst 749,[2] nach der Geburt Karls des Großen, legalisiert.
Als Pippin 751 zum König gekrönt wurde, nahm sie den Titel regina (Königin) an. Ihr Name wurde ab 752 mehrmals neben Pippin in Schenkungsurkunden für das Hauskloster Prüm genannt.[1] Sie begleitete Pippin 754 auf seinem Italienzug[1] und wurde am 28. Juli 754 von Papst Stephan II. nochmals zur Königin gesalbt.[3] Angeblich soll Pippin die Absicht gehabt haben, sich von Bertrada scheiden zu lassen, dann aber 762 von Papst Paul I. davon abgebracht worden sein.[3] 767 und 768 begleitete sie Pippin bei seinen Aquitanien-Feldzügen.[1]
Nach dem Tod Pippins 768 brach Streit zwischen ihren Söhnen Karl und Karlmann aus, den sie trotz ihres großen Einflusses nicht beilegen konnte.[1] 770 verbündete sie sich mit Herzog Tassilo III. von Bayern, reiste an den langobardischen Hof nach Italien, um die Heirat ihres Sohnes Karl mit einer Tochter des Desiderius, deren Name unbekannt ist und die fälschlicherweise Desiderata genannt wurde, einzufädeln und dadurch das durch Aufstände und Erbstreit geschwächte Frankenreich nach Süden abzusichern. Dann reiste sie nach Rom weiter. Vermutlich um an den Apostelgräbern zu beten und Papst Stephan III. von Zugeständnissen zu berichten, die Desiderius ihr gemacht hatte.[4]
Nach Karlmanns Tod (4. Dezember 771) löste sich Karl der Große von Bertradas Einflussnahme. Er verstieß seine langobardische Gemahlin entgegen Bertradas Wunsch und führte eine selbständigere Politik. Bertrada stand aber bis zu ihrem Tode in hohem Ansehen.[1]
Bertrada starb am 12./13. Juli 783[5] in Choisy-au-Bac und wurde in "Cauciaco" beigesetzt. Wenig später wurde ihr Leichnam zur "ecclesia sancti Dionysii martiris" (Kirche des heiligen Märtyrers Dionysius) in der Abtei von Saint Denis gebracht und an der Seite ihres Gatten endgültig bestattet.[6]

Nachkommen
Bertrada und Pippin hatten sechs Kinder:[3]
• Karl der Große (*um 747; † 814)
• Karlmann I. (* 751; † 771)
• Gisela (* 757; † 810) wurde 788 Äbtissin von Chelles
• Pippin (* 759; † 761)
• Rothaid, begraben in Abtei Sankt Arnulf in Metz
• Adelheid, begraben in St. Arnulf in Metz

Sage
Stärker als auf ihrem tatsächlichen Leben beruht Bertradas Bekanntheit auf dem karolingischen Sagenkreis, in dem sie unter dem Namen "Bertha mit dem großen Fuß" (lateinisch: Regina pede aucae = die Königin mit dem Gänsefuß) mit der Göttin Perchta verschmolzen wurde. Auch die Legende um die heilige Genoveva von Brabant geht auf diese Erzählung zurück.
Die Berthasage blieb in rund 20 Fassungen erhalten, darunter:
• die Chroniques Saintongeoise aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts
• das Epos Berte aus grans piés von Adenet le Roi, das um 1275 entstand
• ein franco-italienisches Versepos "Berta da li pe grandi"
• in Volksbüchern und Prosaromanen
• in Italien (Reali di Francia, um 1370),
• in Frankreich,
• in Flandern (Berte metten breden voeten)
• und in Deutschland
In diesen Erzählungen wird sie teils als Tochter von Flore und Blanziflor (Flore und Blanscheflur) angegeben, fast immer aber als Braut im Wald ausgesetzt und gegen eine falsche Bertha ausgetauscht, bis die echte gefunden und wegen ihrer Füße, von denen einer größer ist als der andere, identifiziert werden kann.




Romantische Bearbeitungen des Stoffes gibt es von:
• Friedrich de la Motte Fouqué in Karls des Großen Geburt und Jugendjahre, 1816
• Karl Simrock in Bertha, die Spinnerin, 1845
• Martina Kempff in Die Königsmacherin Roman über die Mutter Karls des Großen, München 2005
Quellen
• Annales regni Francorum (Annales Laurissenses maiores)
• Lorscher Annalen (Annales Laureshamenses)
Literatur
• Eduard Hlawitschka: Bertrada die Jüngere. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 1, Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, ISBN 3-7608-8901-8, Sp. 2038.
• Silvia Konecny: Die Frauen des karolingischen Königshauses. Die politische Bedeutung der Ehe und die Stellung der Frau in der fränkischen Herrscherfamilie vom 7. bis zum 10. Jahrhundert. Dissertation der Universität Wien 1976, S. 61–64.
• Gerd Treffer: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.–18. Jahrhundert). Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996, ISBN 3-7917-1530-5, S. 23–29.
• Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter. Kohlhammer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-018473-2, S. 95–98.
Weblinks
 Commons: Bertrada of Laon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Pippin und Bertrada bei Foundation for Medieval Genealogy (englisch)
Einzelnachweise
1 Eduard Hlawitschka: Bertrada die Jüngere. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 1, Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, ISBN 3-7608-8901-8, Sp. 2038.
2 Friedrich Kurze (Hrsg.): Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi 6: Annales regni Francorum inde ab a. 741 usque ad a. 829, qui dicuntur Annales Laurissenses maiores et Einhardi. Hannover 1895, S. 8 (Monumenta Germanie Historica, Digitalisat) zum Jahr 749.
3 Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter, S. 95ff.
4 Ludo Moritz Hartmann: Geschichte Italiens im Mittelalter Bd. II Teil 2, S. 251f.
5 Friedrich Kurze (Hrsg.): Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi 6: Annales regni Francorum inde ab a. 741 usque ad a. 829, qui dicuntur Annales Laurissenses maiores et Einhardi. Hannover 1895, S. 66 (Monumenta Germanae Historica, Digitalisat) zum Jahr 783.
6 Georg Heinrich Pertz u. a. (Hrsg.): Scriptores (in Folio) 1: Annales et chronica aevi Carolini. Hannover 1826, S. 164 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat) zum Jahr 783.
von Laon, Königin Bertrada die Jüngere (I6074)
 
33653 https://de.wikipedia.org/wiki/Bertrand_II._(Provence)

Bertrand II. von Provence († 29. April 1090 oder 28. Juli 1094) war ab 1051 Graf von Provence und ab 1061/62 Markgraf von Provence. Er war der Sohn und Nachfolger (als Graf von Provence) von Gottfried I. Erst mit dessen Tod ging dieser Titel auf Bertrand über.

Bertrand herrschte die ganze Zeit über gemeinsam mit seinem Onkel und seinen Vettern. 1081 – während der Kämpfe Heinrichs IV. mit der Fürstenopposition und gegen das Papsttum – entzog er dem Kaiser seine Loyalität und unterwarf sich dem Papst.
Als er starb, ging der Titel des Markgrafen an Raimund IV., den Grafen von Toulouse. Mit seiner Ehefrau Mathilde, mit der er seit Februar 1061 verheiratet war, hatte er die Tochter Cecilia († 1150), die 1083 Bernard Aton IV. Trencavel, Vizegraf von Nîmes und Graf von Carcassonne, aus der Familie Trencavel heiratete.


Weblink
• Foundation for Medieval Genealogy: Provence 
von der Provence, Markgraf Bertrand II. (I9822)
 
33654 https://de.wikipedia.org/wiki/Bertrand_V._de_La_Tour de La Tour, Graf Bertrand V. (I29626)
 
33655 https://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_St._Johann_im_Pongau von Tengling (Sieghardinger), Graf Friedrich (I21125)
 
33656 https://de.wikipedia.org/wiki/Bianca_Cappello

Bianca Cappello (* 1548 in Venedig; † 20. Oktober 1587 in Florenz) war eine italienische Mätresse und Renaissancefürstin.

Leben
Cappello wurde als Tochter von Bartolomeo Cappello und Pellegrina Morosini in eine angesehene venezianische Familie geboren. Sie war die Urenkelin der Elisabetta Cornaro, väterlicherseits mit den Nachkommen Vettor Pisanis und mütterlicherseits mit der Familie Morosini verwandt.

1563 lief sie mit ihrem florentinischen Geliebten, Pietro Bonaventuri (1546–1570), einem Angestellten der Salviati-Bank, von zu Hause fort. Ihre Eltern setzten eine hohe Belohnung auf ihre Ergreifung und die ihres Entführers aus. Mehrere Jahre lebte das junge Ehepaar unerkannt in Florenz; aufgrund der Armut ihrer Familie soll Bianca unglücklich gewesen sein. Sie gebar Bonaventuri eine Tochter, Virginia. Nach der Enthüllung ihrer Identität stellte Großherzog Cosimo I. sie unter seinen Schutz, um ihre Auslieferung an das Elternhaus zu verhindern. Der Regent des Großherzogs war sein Sohn Prinz Francesco I. de’ Medici, er war nach der Entdeckung Biancas ihr Liebhaber geworden. Kurz darauf wurde sie seine Mätresse. Er ließ 1570 ihren ersten Mann ermorden, um sich die Bezahlung der Abfindung zu ersparen[1]. 1574 wurde Francesco toskanischer Großherzog. Seine Ehefrau war bereits seit 1565 die Erzherzogin Johanna von Österreich, die ihm zwar sieben Kinder gebar, doch mit Ausnahme zweier Töchter starben sie im Kindesalter.
1576 gebar Bianca Cappello dem Großherzog einen Sohn, Antonio de' Medici (1576–1621). Die Geburt fand unter mysteriösen Umständen statt; so soll Bianca ihre Schwangerschaft und die Geburt nur vorgetäuscht haben. Drei schwangere Frauen wurden demmnach als Leihmütter gefunden, und unter Mittäterschaft der Hebamme soll ein neugeborener Säugling nach einer simulierten Geburt als Biancas Sohn präsentiert worden sein. Die anderen Schwangeren und die Hebamme starben kurz darauf. Francesco soll von dem Betrug nichts gewusst haben. Ferner soll er Bianca bereits insgeheim geheiratet haben. Sicher ist, dass die Existenz des Kindes jahrelang geheim gehalten wurde.
Nach dem Tode seiner Ehefrau im Kindbett am 10. April 1578 heiratete Großherzog Francesco öffentlich am 10. Juni 1579 seine vorherige Mätresse Bianca Cappello.[2] Ihre Eltern versöhnten sich mit der Tochter und die venezianische Regierung verlieh ihr einen Ehrentitel, in Florenz gab es jedoch Widerstand gegen diese Verbindung.

Bianca Cappello übernahm rasch eine Führungsposition bei der Leitung des Hofes und der auswärtigen Geschäfte.[1] 1583 erkannte Francesco Biancas mutmaßlichen Sohn Antonio als ehelich geboren an, weil sein einziger Sohn mit der ersten Frau Johanna im Jahr zuvor gestorben war.
1587 starben zuerst der Großherzog (19. Oktober) und Bianca Cappello wenige Stunden nach ihm (20. Oktober), nachdem sie mehrere Tage zuvor (8. Oktober) plötzlich erkrankt waren, nach einem Abendessen mit Ferdinando. Zum Hergang existieren mehrere Theorien:
• Bianca soll versucht haben, den Bruder ihres Gemahls und ihren Erzrivalen bei Hofe, Kardinal Ferdinando I. de’ Medici zu vergiften, doch stattdessen trank Francesco das Gift, worauf sich Bianca auf dieselbe Weise das Leben nahm[1].
• Kardinal Ferdinando selbst soll der Mörder gewesen sein[3], ein Verdacht, der auch schnell aufgrund des Krankheitsverlaufs und des offensichtlichen Motivs von Ferdinando bei den Zeitgenossen aufkam und durch das gespannte Verhältnis Ferdinands in der Vergangenheit zu dem Ehepaar und durch sein Verhalten während der Erkrankung des Ehepaares genährt wurde, als er die Aufsicht über den Haushalt übernahm, zu dem er erst wenige Wochen zuvor als Gast gehörte, und seine Machtposition sicherte. Die Vergiftungs-Theorie wird durch Analysen von Forensikern um Francesco Mari und der Historikern Donatella Lippi aus dem Jahr 2006 gestützt, die Arsen in tödlicher Dosis fanden[4]. Die untersuchten organischen Überreste fanden sich allerdings nicht in der Medici-Gruft, sondern in der Kirche Santa Maria Bonistallo, wo einer Legende zufolge das Fleisch von Francesco und Bianca beerdigt worden sein soll. Die Fundumstände und die behauptete Identifizierung durch DNA-Vergleich sind vom Leiter des Medici-Projekts der Untersuchung der Medici-Gräber und Pathologe der Universität Pisa Gino Fornaciari kurz darauf heftig kritisiert worden.
• Ein Ausbruch von Malaria wurde von damaligen Medizinern (von Ferdinando mit der Untersuchung beauftragt) als natürliche Todesursache festgestellt. Untersuchungen aus dem Jahr 2010 wiesen Malariaerreger in den Knochen von Francesco nach, woraauf Gino Fornaciari sich darauf festlegte, dass der Tod durch Malaria erfolgt sei[5][6]. Zuvor hatte er die Funde von Mari und Lippi heftig kritisiert, wobei er unter anderem darstellte, dass Arsen auf verschiedenste Arten vor und nach dem Tod iin die Körper gelangt sein könnte, ohne dass eine Vergiftung vorläge. Donatella Lippi kritisierte wiederum Fornaciari und sieht in dem Fund von Malariaerregern keinen zwingenden Hinweis auf die Todesursache, da Malaria dort damals endemisch war. Außerdem berief sie sich in einem Brief an den American J. Medicine 2015 auf den Fund eines Berichts des Kardinals Ferdinando an den Papst, in dem er Symptome der Erkrankten schildert, die auf Arsenvergiftung deuten.[7]

Ferdinando de' Medici wurde Thronerbe. Er kreierte – unter Hinweis auf eine Scheinschwangerschaft Biancas im Jahr 1586 – Beweise für die zweifelhafte Abstammung auch von Antonio, den er als Erben delegitimierte und mit großzügigen Schenkungen abfand. Da er seine Schwägerin zeitlebens – als mögliche Erbregentin – gehasst hatte, verfügte er, dass sie nicht mit Francesco gemeinsam bestattet werden dürfe. Biancas Grabstätte blieb unbekannt.



Literatur
• Pina Marzi Ciotti: Bianca Cappello. In: Die Frauen aus dem Hause Medici. Firenze 2003. S. 43–55. ISBN 88-8015-041-3
• Gaspare De Caro: BIANCA Capello, granduchessa di Toscana. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 10 (Biagio–Boccaccio), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1968.
• Ilaria Hoppe: Der Aufstieg einer Mätresse. Die Hochzeit von Großherzog Francesco I. de’ Medici und der Signora Bianca Cappello von 1579.
• Sigrid Ruby: Bianca Cappello: Favoritin und Großherzogin. in: Die Kunst des Regierens. Kunstaufträge von und für Medici-Frauen (1512–1743), hg. von Christina Strunck, Petersberg: Michael Imhoff 2011, S. 64–73
• Johann Philipp Siebenkees: Lebensbeschreibung der Bianca Capello de Medici Großherzogin von Toskana. Gotha 1789 (Digitalisat)
• Paul Gerhard Zeidler: "Bianca Capello - Die Zauberin von Venedig", Berlin-Schöneberg 1927
Weblinks
 Commons: Bianca Cappello – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Bianca Cappello in Meyers Konversationslexikon
Einzelnachweise
1 Antonius Lux (Hrsg.): Große Frauen der Weltgeschichte. Tausend Biographien in Wort und Bild. Sebastian Lux Verlag, München 1963, S. 94.
2 Edith Schlocker: Schloss Ambras: Des Kaisers unglückliche Töchter. Die Presse, 25. Juli 2010, abgerufen am 26. Juli 2010 (Die Ausstellung "Nozze italiane" illustriert die Heiratspolitik der Habsburger. Im Zentrum stehen drei nach Italien verhiratete Töchter Ferdinands I.).
3 Mordverdacht nach 400 Jahren.
4 Francesco Mari, Aldo Polettini, Donatella Lippi, Elisabetta Bertol: The mysterious death of Francesco I de' Medici and Bianca Cappello: an arsenic murder?, British Medical Journal, Band 333, 2006, S. 1299 (engl.)
5 G. Fornaciari, V. Giuffra, E. Ferroglio, R. Bianucci, Malaria was „the killer“ of Francesco I. de Medici (1531-1587), American J. Medicine, 2010, Nr. 1232, S. 568–569
6 Discovery: Medici Family Cold Case Finally Solved (engl.)
7 Donatella Lippi, Still about Francesco de Medici´s poisening (1587), American J. Medicine, Band 128, Oktober 2015, S. e61, Online 
Cappello, Bianca (I8845)
 
33657 https://de.wikipedia.org/wiki/Bianca_Lancia

Bianca Lancia die Jüngere (* um 1200/1210 in Agliano, Provinz Asti; † etwa 1244/1246 möglicherweise in Gioia del Colle, Provinz Bari)[2] war ab 1227 eine Geliebte des Kaisers Friedrich II. (HRR) und wurde auf ihrem Sterbebett seine Ehefrau.

Leben
Bianca Lancia die Jüngere könnte die Tochter von Bianca Lancia der Älteren gewesen sein. Womöglich war Manfred I. ihr Vater, ihre wirkliche Abstammung ist jedoch unsicher. Sie wohnte vermutlich im Schloss von Brolo.
Friedrich II. heiratete sie kurz vor ihrem Tod (confirmatio matrimonii in articulo mortis), wodurch ihre gemeinsamen Kinder nachträglich legitimiert wurden (legitimatio per matrimonium subsequens).
Ein paar Autoren haben behauptet, dass sie die einzige wahre Liebe von Friedrich war, jedoch ist wahrscheinlicher, dass die romantisch wirkende Heirat politischen Zweckes war, um die Bündnispartnerschaft zwischen Manfred II. Lancia und dem Kaiser zu bestärken. Beide waren 1245 exkommuniziert worden und die Familie Lancia bekleidet laut Houben [3] seit 1246 höchste Ämter in Sizilien.
Ihre gemeinsamen Kinder waren:
• Costanza (Anna) (1230/1232–1307)
• Manfred (1232–1266), ab 1258 König von Sizilien
• Violanta; (vor 1233 – nach Sommer 1264) heiratete um 1245 Ricardo Graf von Caserta, schreibt die ältere Literatur, jedoch finden sich dafür keine Belege; sie wird auch als Ehefrau des Grafen Corrado Gaetani d'Oriseo e Terriccio, Vizekönig vn Sizilien, erwähnt.
Nach einer örtlichen Überlieferung starb Bianca in Gioia del Colle bei Tarent, in der dortigen Pfarrkirche soll ihr Grab Anfang des 18. Jahrhunderts entdeckt worden sein.[4]

Legenden
Ein paar Legenden ranken sich um diese mögliche Liebesgeschichte:
• In Mazzarino (CL) wird erzählt, dass auf dem Schloss Castello di Grassuliato noch heute der Geist Friedrichs spukt, da dort Bianca und Friedrich sich liebten.
• Der Priester Bonaventura da Lama schrieb, dass Bianca während der Schwangerschaft mit Manfred von Friedrich im Turm von Gioia del Colle (BA) eingesperrt wurde, weil er eifersüchtig war. Als Beweis ihrer Treue überlieferte sie Friedrich nach dr Geburt Manfreds, das Kind und ihre abgeschnittenen Brüste auf einem Tablett.



Literatur[
• Uwe A. Oster: Die Frauen Kaiser Friedrichs II. Piper Verlag, München 2008. (populärwissenschaftlich)
• Gesellschaft für staufische Geschichte (Hg.): Frauen der Staufer. Göppingen 2006. (genealogische Forschungsbeiträge)
• Hubert Houben: Friedrich II. (1194–1250). Herrscher, Mensch und Mythos. Stuttgart 2008. (fachwissenschaftliche Monographie)
• Natale Ferro: Chi fu Bianca Lancia di Agliano. In: Bianca Lancia d'Agliano, fra il Piemonte e il regno di Sicilia. Atti Del Convegno. (Asti-Agliano, 28–29 aprile 1990), redigiert durch Renato Bordone, Ricerche di Storia Schauplatz 4 (Alessandia, 1992) S. 55–80. (italienisch)
• Aldo A. Settia: Lancia (Lanza), Bianca (Bianca d'Agliano). In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 63 (Labroca–Laterza), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2004, S. 320–322.
Anmerkungen
1 625.uni-heidelberg.de
2 Zeitgenössische Quellen, wie die "Annali Genovesi" gaben für den Tod Biancas die Jahre zwischen 1244 und 1246 an. Ebenso berichtete Matthäus von Paris, dass Bianca 20 Jahre nach dem ersten Zusammentreffen mit Friedrich II. verstarb. Dies wäe 1246 gewesen. aus: Uwe A. Oster; Die Frauen Kaiser Friedrichs II.; Piper Verlag GmbH München, ungekürzte Taschenbuchausgabe 2009, S. 214 - Oster hat jedoch keine neuen Forschungsergebnisse über das Leben Biancas zwischen 1233/34 und 1244/46 vorzuweisen. Betrachtet man jedoch die neuere italienische Forschung von Natale Ferro, gibt es genügend Belege, die den Anlass der Neudatierung weitaus mehr bestätigen, in der deutschen Literatur finden sich bei Armin Wolf Referenzen auf den italienischen Artikel. in der Fußnote Zitat von Tosco in "Frauen der Staufer"
3 Hubert Houben: Kaiser Friedrich II. 1194-1250: Herrscher, Mensch und Mythos, Kohlhammer, 2008, ISBN 978-3-17-018683-5, S.124
4 Olaf B. Rader: Friedrich II. Der Sizialianer auf dem Kaiserthron. München 2012, S. 256. 
Lancia, Bianca die Jüngere (I8343)
 
33658 https://de.wikipedia.org/wiki/Biederthal von Rotberg, Ritter Arnold (I21928)
 
33659 https://de.wikipedia.org/wiki/Biederthal von Rotberg, Margarethe (Gredanna) (I21936)
 
33660 https://de.wikipedia.org/wiki/Biederthal von Rotberg, Agnes (Engelin) (I21937)
 
33661 https://de.wikipedia.org/wiki/Bigorre#Grafen_von_Bigorre

Die Bigorre ist eine historische Provinz Frankreichs, die heute etwa drei Viertel des Départements Hautes-Pyrénées ausmacht.
Die wichtigsten Gemeinden der Bigorre sind: Tarbes, Lourdes, Bagnères-de-Bigorre, Vic-en-Bigorre, Rabastens-de-Bigorre.

Geschichte
Der Name der Landschaft rührt von den antiken Bigerrionen oder Bigerriones her, wohl von baskisch ibai-gorri (Fluss-roter, also „Rotfluss“ oder „Rotbach“), deren Hauptort zur Zeit der römischen Eroberung Galliens unweit der heutigen Stadt Tarbes, vielleicht bei Cieutat, lag.
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts schuf Loup Centulle, Herzog der Gascogne, für seinen Sohn Donat Loup († um 820), der mit der aquitanischen Prinzessin Faquilène verheiratet war, die Grafschaft Bigorre, wobei sie ohne Zweifel den größten Teil des Besitzes aus ihrer Mitgift beisteuerte.
Der Besitz, dessen Hauptstadt Tarbes war, wurde geschmälert durch die Großzügigkeit der Grafen Loup Donat († um 910), der seinem jüngeren Sohn die Vizegrafschaft Lavedan gab, und Donat Loup II. († um 930), dessen Sohn, der für einen seiner Söhne die Grafschaft Aure errichtete, für einen weiteren die Vizegrafschaft Aster und für einen dritten die Herrschaft Montaner.
Der Teil der Grafschaft Bigorre, die dem ältesten Sohn, Ramon Donat († um 947), blieb, ging im 11. Jahrhundert durch Hochzeit an die Grafen von Foix über, dann an die Vizegrafen des Béarn, im 12. Jahrhundert an die Vizegrafen von Marsan, anschließend an die Herren von Comminges und schließlich im 13. Jahrhundert an das Haus Montfort-l’Amaury.
Die Bigorre wurde nun Objekt eines Nachfolgestreits: Pétronille de Comminges, Erbin der Bigorre durch ihre Mutter, heiratete Guido von Montfort, den dritten Sohn von Simon IV. de Montfort, dem Anführer des Albigenserkreuzzugs, und Bruder von Simon V. de Montfort, der das Erbe Guidos beanspruchte, und dem Pétronille die Aufsicht über die Bigorre während der Minderjährigkeit ihres Enkels Esquivaut anvertraute. Beim Tod Pétronilles teilte sich das Haus Montfort in zwei Parteien auf: die Anhänger Esquivauts und die Anhänger des Königs Theobald II. von Navarra.
Esquivaut konnte sich durchsetzen, doch nach seinem Tod 1283 übernahm der König von England die Oberhoheit über die Bigorre. Esquivauts Schwester Loré, die mit Raymond VI. de Turenne verheiratet war, ging vor Gericht, mit dem Ergebnis, dass der König von Frankreich, Philipp IV., die Grafschaft beschlagnahmte und seiner Frau, der Königin Johanna I. von Navarra und Erbin Theobalds II., übergab. Johanna gab die Bigorre an ihren dritten Sohn weiter, den späteren König Karl IV. von Frankreich, der die Grafschaft bei seiner Thronbesteigung 1322 der Domaine royal hinzufügte.
Eine Zeit lang dem Grafen Jean I. von Armagnac gegeben, trat der französische König das Land im Frieden von Brétigny an den englischen König Eduard III. ab.
Zwischen 1360 und 1373 wurde die Bigorre von Karl V. von Frankreich zurückerobert. In der Folge erhoben sowohl die Grafen von Foix als auch die Grafen von Armagnac Anspruch auf die Bigorre, bis sie 1425 endgültig Foix zugesprochen wurde, während Jean II. von Armagnac in seinen Ansprüchen mit dem Rouergue abgefunden wurde.
Von nun an bis zum Ende des 18. Jahrhunderts teilt die Bigorre das Schicksal der Grafschaft Foix.
Bei der Schaffung der Départements während der Französischen Revolution setzte sich Bertrand Barrère, Abgeordneter für Tarbes, stark dafür ein, aus der Bigorre das Département Hautes-Pyrenées zu machen:
„Si ce pays, le Bigorre, est trop petit pour former un département, il convient de l’agrandir. Mais il serait très inique de n’en faire que des districts dépendant d'une ville étrangère; ce serait un meurtre politique que de faire de Tarbes le misérable chef-lieu d’un district.“
„Wenn dieses Land, die Bigorre, zu klein ist, um ein Département zu bilden, ist es angebracht, es zu vergrößern. Es wäre aber sehr ungerecht, aus ihm nur Distrikte zu machen, abhängig von einer fremden Stadt; es wäre politischer Mord, aus Tarbes den armseligen Hauptort eines Distrikts zu machen.“
Dieser Einsatz erklärt die erstaunliche Geographie des Départements Hautes-Pyrénées, das zwei kleine Enklaven im benachbarten Département Pyrénées-Atlantiques (Béarn) hat.

Grafen von Bigorre
Die Abstammung der Grafen von Bigorre in männlicher Linie von den Merowingern über eine Stammreihe von Herzögen von Aquitanien ist eine Fiktion, die im 17. Jahrhundert durch die gefälschte Charta von Alaon aufgebracht wurde:
• Chlothar II. († 629/630) König der Franken, ∞ II Bertetrud († 618)
• Charibert II. († 632), deren Sohn, Unterkönig in Aquitanien, ∞ Gisela von Gascogne
• Boggis, deren Sohn, ∞ Oda die Heilige von Gascogne
• Eudo Herzog von Aquitanien († 735), deren Sohn, ∞ Waltrude
• Hunoald Herzog von Aquitanien († 774), deren Sohn,
• Waifar, Herzog von Gascogne, dessen Sohn, ∞ Adele von Gascogne
• Adalrich von Gascogne, deren Sohn
• Centulle von Gascogne, dessen Sohn
• Loup Centulle, Herzog von Gascogne, dessen Sohn
• Donat Loup, dessen Sohn, Graf von Bigorre (815–) ∞ Faquilo (um 820–)
• Loup I., dessen Sohn, Graf von Bigorre (um 845–um 910) ∞ NN von Rouergue (um 840–)
• Donat Loup II., dessen Sohn, Graf von Bigorre (um 860-930) ∞ Lupa de Navarra, uneheliche Tochter von Sancho I. Garcés, König von Navarra (Haus Jiménez)
• Ramon Donat I., dessen Sohn, Graf von Bigorre (um 910–) ∞ Tachilène d'Astarac (um 920–)
• Arnaud, dessen Sohn, Graf von Bigorre (um 945–nach 980)
• Garcia Loup, dessen Sohn, Graf von Bigorre(um 965–nach 1030) ∞ Richarde d'Astarac (um 970–)
• Gersende, dessen Tochter, Gräfin von Bigorre (990–1003) ∞ Bernard Roger Graf von Foix (990–1037)
• Béatrix I., deren Tochter, Gräfin von Bigorre (1055–1095) ∞ Gaston Centulle V. Graf von Béarn
• Centulle II., Graf von Bigorre (1080–1130), deren Sohn ∞ Aimée de Trencavel
• Béatrix II., Gräfin von Bigorre (1104–1156), deren Tochter, ∞ Pierre de Marsan, Vizegraf von Marsan
• Centulle III., Graf von Bigorre, Vizegraf von Marsan (1130–1178), deren Sohn ∞ Matelle des Baux
• Stéphanie, Gräfin von Bigorre, dessen Tochter, ∞ Bernard IV. Graf von Comminges
• Pétronille, Gräfin von Comminges, Gräfin von Bigorre, Vizegräfin von Marsan (1186–1251), deren Tochter ∞ Guy de Montfort
• Alix de Montfort, Gräfin von Bigorre (1216–1255), deren Tochter, ∞ Jourdain de Chabanais
• Eschivat de Chabanais, Graf von Bigorre (1255–1283), deren Sohn
• Laure de Chabanais († 1316), Gräfin von Bigorre (1283–1302), dessen Schwester ∞ Raymond de Turenne
• Constance de Montcade († 1310), Gegengräfin von Bigorre (1283–1302), Vizegräfin von Marsan, Enkelin der Pétronille
• französische Krondomäne (1302–1425)
• Jean I., Graf von Foix-Grailly, Graf von Bigorre (1425–1436)
• Gaston IV., dessen Sohn, Graf von Foix und Bigorre, Vizegraf von Béarn, Nébouzan, Villemur und Lautrec, Pair von Frankreich, (1436–1472) ∞ Eleonore Königin von Navarra
• Gaston de Foix, Prinz von Viana deren Sohn, † 1470
• François-Febus, dessen Sohn, König von Navarra, Herzog von Nemours, Graf von Foix und Bigorre, Vizegraf von Béarn, Pair von Frankreich (1472–1482) – ohne Nachkommen
• Katharina, dessen Schwester, Königin von Navarra, Herzogin von Nemours, Gräfin von Foix und Bigorre, Vizegräfin von Béarn (1470–1517) ∞ Jean III. d'Albret (1483–1516)
• Heinrich II., deren Sohn, König von Navarra, Herzog von Nemours und Albret, Graf von Foix, Bigorre, Armagnac und Périgord, Vizegraf von Béarn und Limoges (1516–1555) ∞ Marguerite d'Orléans, Schwester des französischen Königs Franz I.
• Jeanne d'Albret, dessen Tochter, Königin von Navarra, Herzogin von Nemours und Albret, Gräfin von Foix, Bigorre, Armagnac und Périgord, Vizegräfin von Béarn und Limoges (1555–1572), ∞ Anton, Herzog von Bourbon und Vendôme
• Heinrich III., deren Sohn, König von Navarra, Herzog von Bourbon, Vendôme, Nemours und Albret, Graf von Foix, Bigorre, Armagnac und Périgord, Vizegraf von Béarn und Limoges (1572–1610), König Heinrich IV. von Frankreich ∞ Margarete von Valoi, Tochter des Königs Heinrich II. 
von Bigorre, Gräfin Arsinde (Gersende) (I9798)
 
33662 https://de.wikipedia.org/wiki/Bilgeri_von_Heudorf

Bilgeri von Heudorf, auch Pilgrim von Heudorf oder Peregrin von Heudorf, (* um 1406 in Salem; † 1476 auf Schloss Langenstein) war ein schwäbischer Ritter, Feudalherr und Kriegsherr, der eine 27-jährige Fehde mit der Stadt Schaffhausen führte.

Familie
Bilgeri von Heudorf entstammte einer der ältesten Geschlechter der schwäbischen Ritterschaft, den Rittern und Herren von Heudorf. Seine Eltern waren der Rat des Bischofs Heinrich IV von Hewen Bilgeri der Ältere von Heudorf und Katharina von Randegg. Er wird in der Chronik des Ulrich von Richental als Teilnehmer des Konstanzer Konzils genannt.

Hermann III. von Breitenlandenberg, Bischof von Konstanz von 1466 bis 1474 war der Schwager von Bilgeri von Heudorf.

Leben
Bilgeri von Heudorf wurde um 1406 in Salem geboren, wo er auch laut seines Testamentes begraben zu werden wünschte. Bilgeri trat zunächst die Nachfolge seines Vaters als Rat des durch seine Amtsführung berüchtigten Konstanzer Bischofs Heinrich von Hewen an. Von diesem erhielt er 1444 die bischöfliche Herrschaft über Schloss und Stadt Tiengen auf Lebenszeit. König Friedrich IV. verlieh Bilgeri von Heudorf auf Bitten des Bischofs das zugehörige Zoll- und Münzregal und die Hochgerichtsbarkeit. Der Erwerb der Herrschaft Tiengen wurde von Bilgeri von Heudorf mit der Herrschaft Küssaberg im Klettgau, die er seit 1429 pfandweise innehatte, abgelöst. 1452 gehörte Bilgeri von Heudorf zum Begleitzug König Friedrichs, der sich in Rom zu Kaiser Friedrich III. krönen ließ, und sich mit Eleonore Helena von Portugal vermählte. Bilgeri von Heudorf wurde bei diesem Ereignis nach altem Brauchtum auf der Tiberbrücke von Friedrich neben 300 anderen Teilnehmern des Zuges mit dem Schwert Karls des Großen zum Ritter geschlagen. Der Ritterschlag auf der Tiberbrücke hatte in der Zeit das höchste Ansehen. Bilgeri von Heudorf erhielt dazu eine Wappenmehrung und eine Bestätigung der Privilegien der Herrschaft Tiengen. 1452 trat Bilgeri von Heudorf als Rat in die Dienste des ab 1455 österreichischen Herzogs Sigmund. 1460 gehörte Bilgeri von Heudorf im Thurgauerkrieg zu den erfolgreichen Verteidigern der Stadt Winterthur gegen eine eidgenössische Übermacht. Er war zusammen mit Wilhelm von Heudorf Pfandinhaber der kleinen Herrschaft und Burg Allmut.

Ab 1449 verstrickte sich Bilgeri von Heudorf zunehmend in lokale Konflikte und in Auseinandersetzungen mit der Stadt Schaffhausen, die sich den Eidgenossen zugewandt hatte. Auslösend war ein Streit um das Schloss Laufen, das Bilgeri von Heudorf aufgrund ererbter Ansprüche besetzt hatte. Die Schaffhauser Edelknechte Hans und Konrad von Fulach, die ebenfalls Rechte beanspruchten, überfielen nächtlich das Schloss und töteten einen Verwandten des Heudorfers. Der daraus entstandene Konflikt wurde erst 1476 beigelegt. Bilgeri von Heudorf drangsalierte über die Jahre das Schaffhauser Territorium und erwirkte vor dem Hofgericht die Ächtung der Stadt Schaffhausen. Die Stadt erlitt in dieser Zeit einen hohen wirtschaftlichen Schaden. Zur Eskalation kam es 1467 als Bilgeri von Heudorf den Schaffhauser Bürgermeister Hans am Stad bei Anselfingen auf freiem Feld gefangen nahm und auf das Schloss Schauenburg verschleppte. Hans am Stad wurde körperlich misshandelt und kam erst nach der Zahlung eines Lösegeldes von 1800 rheinischen Gulden, das seinem gesamten Vermögen entsprach, frei. Die Eidgenossen, die erfolglos bei der vorderösterreichischen Regentin Eleonore von Schottland protestierten belagerten deshalb in der Folge 1468 fünfeinhalb Wochen die Stadt Waldshut. Die Herrschaft Tiengen wurde von Schaffhausen besetzt. Eine kleinere weitere Besitzung des Heudorfers im Fricktal wurde von Bern annektiert.

Nach der Übernahme der Vorlande durch Karl den Kühnen Burgund 1469 wurde die Provinz durch den burgundischen Landvogt Peter von Hagenbach verwaltet. Dieser versuchte erfolglos in der Streitsache des Heudorfers zu vermitteln. Am 3. April überfiel Bilgeri von Heudorf unterhalb von Breisach von burgundischem Gebiet aus ein Berner Schiff mit Kaufleuten, die auf dem Weg zur Frankfurter Messe waren. Bilgeri von Heudorf erhielt nicht nur Schutz von der Burgundischen Regierung, sondern wurde vom Landvogt als burgundischer Rat in Dienst genommen. Die Affäre trug zum Zusammenschluss der burgundischen Gegner in der Niederen Vereinigung bei. 1476 wurde durch die Niedere Vereinigung der Konflikt Bilgeri von Heudorfs mit Schaffhausen geschlichtet. Unter der Schlichtung des Königs von Dänemark wurde Bilgeri von Heudorf durch seinen früheren Dienstherrn Herzog Sigmund großzügig abgefunden. Wenige Wochen danach noch im Frühjahr 1476 verstarb Bilgeri von Heudorf auf seinem Schloss Langenstein, ohne direkte Nachkommen. Das Vermögen fiel an die verwandten männlichen Mitglieder der Familie von Heudorf.

Literatur
Peter Scheck: Heudorf, Bilgeri von. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Georg von Wyß: Heudorf, Bilgeri von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 13, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 502–506.
K. Ernst Girsberger: Bilgeri von Heudorf und die Schaffhauser. 1927
Hans-Jürgen Erwerth: Ritter Bilgeri von Heudorf (gest. 1476): ein Beitrag zur wirtschaftlichen Lage und sozialen Stellung des Adels im westlichen Bodenseeraum. Verein für Geschichte des Hegaus e.V, 1992, ISBN 978-3921413326
Weblinks
Bilgeri von Heudorf contra Schaffhausen auf www.regesta-imperii.de 
von Heudorf, Bilgeri (I11151)
 
33663 https://de.wikipedia.org/wiki/Bilichild_(Gattin_Childerichs_II.)

Bilichild (in Frankreich auch Bilichilde, wie auch Bilithilde, Bilichildis und Bilihildis) (* um 654; † (ermordet) 675) war eine fränkische Königin und Ehefrau von Childerich II., dem König von Austrasien.
Bilichilds Vater war Sigibert III. von Austrasien und ihre Mutter Chimnechild, deren Herkunft unbekannt ist. Ende des Jahres 662 heiratete Bilichild ihren Halbvetter Childerich II., der damit eine doppelte Legitimation für seine Erhebung zum Könönig hatte. Er war einer der drei volljährigen Söhne von Chlodwig II., dem König von Neustrien. Ende 662 wurde er zudem, vermutlich nach einem kurzen Zeitraum, in dem sein älterer Bruder Chlothar III. in Personalunion auch König von Neustrien und Austrasien war, zum König von Austrasien erhoben.
Im Herbst 675 wurden Bilichild und ihr Mann im Wald von Livry bei Lognes infolge einer Adelsverschwörung umgebracht, die vom neustrischen Adligen Bodilo ausging. Dieser war von Childerich zu einer ehrenrührigen Strafe verurteilt worden. Zu Bodilos Mitverschwörern zählten Amalbert, der vermutlich Graf von Noyon war, und Ingobert. Bei der Ermordung des Königspaars wurde auch Bilichilds etwa fünfjähriger Sohn Dagobert getötet. Des Weiteren wird berichtet, dass Bilichild damals mit einem weiteren Kind schwanger war. Lediglich ihr Sohn Chilperich, der vermutlich nicht bei der Jagdgesellschaft war, überlebte und wurde unter dem Namen Daniel zunächst in ein Kloster gebracht.
Bischof Ouen (Audoin) von Rouen ließ die Leichname der Königsfamilie nach Paris bringen und in der Abtei Saint-Germain-des-Prés beerdigen. Dort wurden ihre Särge 1656 wiederentdeckt.



Literatur
• Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter. Kohlhammer, Stuttgart 2009, S. 83ff. 
von Austrasien, Königin Bilichild (I6830)
 
33664 https://de.wikipedia.org/wiki/Billunger

Die Billunger waren ein sächsisches Adelsgeschlecht mit Herrschaftszentrum in Lüneburg, das von 936–1106 über fünf Generationen die Herzöge in Sachsen und 933–976 die Bischöfe von Verden stellte, ehe die Herzogslinie 1106 im Mannesstamm ausstarb. Der Name des Geschlechts ist nicht zeitgenössisch. Die moderne Geschichtswissenschaft leitet es von Billung ab, dem allerdings erst im 13. Jahrhundert in der Chronik des Michaelisklosters zu Lüneburg erwähnten, angeblichen Vaters von Hermann Billung. Die ältere Forschung unterteilte noch in die älteren und jüngeren Billunger, wobei ein verwandtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Angehörigen der beiden Gruppen nicht nachweisbar ist.

Auftreten
Die älteren Billunger sollen bereits zur Zeit Karls des Großen aufgetreten sein. Erster namentlich bekannter Billunger soll ein Graf Wichmann (Wychmannus comes) gewesen sein, der 811 an den Verhandlungen mit den Abgesandten des dänischen Königs Hemming über die Eider als Nordgrenze des fränkischen Reiches beteiligt war. Weitere Träger des Namens Wichmann aus dem Geschlecht der Billunger sind Graf Wichmann II. von Hamaland, Gründer des Stiftes Elten, und Wichmann III. († 1016), der den Ränkespielen seines Schwagers zum Opfer fiel und in Vreden beigesetzt worden sein soll. Zur Familie gehört auch der „princeps“ Billung, der durch seine Tochter Oda († 913) der Schwiegervater des sächsischen Grafen Liudolf († 866) wurde.

Herzogslinie
Sicher nachweisbar sind die Billunger erstmals im Jahre 936, als Otto I. den Billunger Hermann († 973) für einen Feldzug gegen die slawischen Redarier mit dem Amt des Heerführers („principes militiae“) betraute. Dabei trat Hermann die Nachfolge Bernhards († 935) an, wohl eines Verwandten, denn Hermanns älterer Bruder Wichmann I. erhob ebenfalls Anspruch auf den Posten und verließ aus Protest gegen die Entscheidung des Königs das Heer. Gleichzeitig mit der Ernennung zum Heerführer übebertrug Otto I. Hermann – wahrscheinlich – auch den Grenzschutz im nördlichen Sachsen. Als Markgraf belegt ist Hermann allerdings erst 953. In den königlichen Urkunden wird er als marchio oder comes tituliert. Auf welches Gebiet sich die Mark dek der Billunger erstreckte, geht aus den Quellen nicht hervor. Burgen oder auch nur Besitzungen der Billunger östlich der Elbe sind nicht belegt. Nach 953 vertrat Hermann mehrfach Otto I. in Sachsen (procuratio), übernahm also – vorübergehend (?) – herzogliche Funktionen, ab dieser Zeit wird er auch in den Quellen mehrfach dux genannt, ohne dass damit jedoch ein Bedeutungswandel verbunden gewesen sein muss.
Die Söhne Wichmanns I., Wichmann II. und Ekbert der Einäugige, begannen während des Konflikts Kaiser Ottos I. mit seinem Sohn Liudolf († 957) eine Fehde gegen ihren Onkel Hermann Billung, da er sie um ihr väterliches Erbe betrogen habe, und verbündeten sich in deren Verlauf mit den Abodriten.[1]
Hermann Billung folgte als Herzog sein Sohn Bernhard I., der durch Heirat mit Hildegard von Stade das Land Hadeln erwarb. Aus dieser Ehe stammt Herzog Bernhard II. († 1059). Sein Sohn, Herzog Ordulf, regierte bis 1072.
Der letzte männliche Billunger der Herzogslinie, Ordulfs Sohn aus der Ehe mit Wulfhild von Norwegen, eine Tochter des Königs Olav II. Haraldsson, Herzog Magnus (1072–1106), stand von 1073 bis 1075 in Opposition zu den Saliern, was den Rückgang des Einflusses der Familie zum Ende des 11. Jahrhunderts nach sich zog. Nach seinem Tod wurde der Besitz aufgeteilt: Das Herzogtum fiel an Lothar von Supplinburg (auch Süpplingenburg), den späteren Kaiser, die Familiengüter durch die Ehen der Töchter des Herzogs an die Askanier und Welfen, die dadurch ihre vorherrschende Stellung in Sachsen und Thüringen begründeten.
Machtbasis der Billunger waren der Eigenbesitz der Familie sowie die gräflichen Rechte an der Elbe, um Lüneburg und an der Oberweser.

Weitere Linien
Neben der Herzogslinie gab es eine auf Hermann Billungs Enkel Thietmar I. († 1. April 1048 in Pöhlde) zurückgehende Grafenlinie und die Abstammungsreihe der späteren Hamburger Hochvögte, die von Hermann Billungs Sohn Liudger I. († 26. Februar 1011) ausgeht.[2]

Forschung
Die wissenschaftliche Erforschung von Herrschaft und Herzogtum der Billunger begann 1813 mit Anton Christian Wedekinds „Hermann Herzog von Sachsen.“ 1863 folgte die grundlegende Dissertation Ernst Steindorffs mit dem Titel „De ducatu, qui Billingorum dicitur, in Saxoniae origine et progressu“. Die weiteren Untersuchungen von Gerd Tellenbach, Albert K. Hömberg und Karl Jordan führten zu allgemein akzeptierten Ergebnissen. Danach wandelte sich die Herrschaft der Billunger von der Vertretung des Königs gegenüber dem Stamm hin zur Vertretung des Stammes gegenüber dem König, ausgelöst durch wachsende Unterschiede zwischen den Zielen des sächsischen Adels und denen des Königtums. Anfang der 1950er Jahre folgten verschiedene Arbeiten zu Spezialthemen, die das Geschlecht der Billunger unter anderen Gesichtspunkten behandelten. Hans-Joachim Freytag beschäftigte sich mit den Problemen des billungischen Besitzes, mit ihren Lehen, Gütern und Ämtern jenseits der Herzogswürde. Ruuth Bork untersuchte das Herzogsgeschlecht vor allem unter personengeschichtlichen Fragestellungen und stellte die Quellenbelege zu sämtlichen bekannten Mitgliedern der billungischen Sippe zusammen. Die Arbeit von Ingrid Pellens schließlich hatte die billungische Slawenpolitik zum Gegenstand. Gerd Althoff erweiterte dann 1984 mit einer Untersuchung zur Memorialüberlieferung der Billunger die Quellenbasis und gelangte zu dem Ergebnis, dass das Geschlecht der Billunger nach deren Wahrnehmung erst nach 936 entstand.[3]




Literatur
• Gerd Althoff: Das Necrolog von Borghorst. Edition und Untersuchung (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. Bd. 40 = Westfälische Gedenkbücher und Nekrologien. Bd. 1). Aschendorff, Münster 1978, ISBN 3-402-05998-3 (Zugeich: Münster, Universität, Dissertation, 1974).
• Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen (= Münstersche Mittelalter-Schriften. Bd. 47). Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2267-2 (Zugleich: Freiburg (Bresgau), Universität, Habilitations-Schrift, 1981), Digitalisat.
• Gerd Althoff: Die Billunger in der Salierzeit. In: Stefan Weinfurter (Hrsg.): Salier, Adel und Reichsverfassung (= Die Salier und das Reich. Bd. 1). Thorbecke, Sigmaringen 1991, S. 309–329.
• Matthias Becher: Rex, Dux und Gens. Untersuchungen zur Entstehung des sächsischen Herzogtums im 9. und 10. Jahrhundert (= Historische Studien. Bd. 444). Matthiesen, Husum 1996, ISBN 3-7868-1444-9 (Zugleich: Paderborn, Universität, Habilitatios-Schrift, 1994/1995).
• Ruth Bork: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Greifswald 1951 (Greifswald, Universität, phil. Dissertation, 1951, maschinschriftlich).
• Wolfgang Giese: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Studien zum Einfluß des Sachsenstammes auf die politische Geschichte des deutschen Reichs im 10. und 11. Jahrhundert und zu ihrer Stellung im Reichsgefügeit einem Ausblick auf das 12. und 13. Jahrhundert. Steiner, Wiesbaden 1979, ISBN 3-515-02787-4 (Zugleich: München, Universität, Habilitations-Schrift, 1976/1977).
• Winfried Glocker: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Studien zur Familienpolitik und zur Genealogie des sächsischen Kaiserhauses (= Dissertationen zur mittelalterlichen Geschichte. Bd. 5). Böhlau, Köln u. a. 1989, IBN 3-412-12788-4 (Zugleich: München, Universität, Dissertation, 1986/1987).
• Hans-Werner Goetz: Das Herzogtum der Billunger – Ein sächsischer Sonderweg? In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Bd. 66, 1994, ISSN 0078-0561, S. 167–197, Digitalisat (PDF; 103 MB).
• Joachim Herrmann (Hrsg.): Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neiße vom 6. bis 12. Jahrhundert. Ein Handbuch (= Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Alte Geschichte und Archäologe der Akademie der Wissenschaften der DDR. Bd. 14). Neubearbeitung. Akademie-Verlag, Berlin 1985.
• Sabine Krüger: Studien zur sächsischen Grafschaftsverfassung im 9. Jahrhundert (= Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Norddeutschlands. Heft 19, ISSN 0933-2960 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen undremen. Bd. 2). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1950.
• Hans Jürgen Rieckenberg, Hans-Joachim Freytag: Billunger. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 240 (Digitalisat).
• Volker Tschuschke: Die Billunger im Münsterland. In: Quellen und Studien zur Geschichte Vredens und seiner Umgebung. Eine Aufsatzsammlung (= Beiträge des Heimatvereins Vreden zur Landes- und Volkskunde. Heft 38). Heimatverein, Vreden 1990, ISN 3-926627-06-9, S. 15–43.
• Reinhard Wenskus: Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 93). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1976, ISBN 3-525-82368-1.
Anmerkungen
↑ Johannes Laudage: Otto der Große. Eine Biographie. Regensburg 2001, S. 111 f.; 228 f.
↑ Günther Bock: Das Ende der Hamburger Grafen 1110. Eine historiographische Konstruktion. in: Oliver Auge, Detlev Kraack (Hrsg.): 900 Jahre Schauenburger im Norden. Eine Bestandsaufnahme. Wachholtz, Kiel u. a. 2015, S. 7–75, hier S. 48 f.
↑ Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen (= Münstersche Mittelalter-Schriften. Band 47). Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2267-2. 
(Billunger), Graf (princeps) Billung (I5611)
 
33665 https://de.wikipedia.org/wiki/Björn_der_Alte

Björn der Alte, auch Björn Eriksson, war nach der Hervarar-Saga um das 900 bis 950 König von Schweden und Vater von Olof II. Björnsson und Erik Segersäll. Björns historische Existenz ist umstritten. Deshalb wird er zu den sogenannten Sagenkönigen gerechnet.[1]

Hintergrund
Björn oder Emund Eriksson regierte nach den Sagas vermutlich von 882 bis 932 über das Volk Schwedens.[2] Er war nach der Hervarar Saga und der Saga von Harald Schönhaar (Haralds saga hárfagra) der Sohn von Erik. Nach diesen Berichten lebte Erik in Uppsala und sein Sohn Björn regierte das Reich lange Zeit. Dieser hatte zwei Söhne die Erik der Siegreiche und Olof hießen.[3]
Adam von Bremen gibt anstelle von Björn Emund Eriksson als König an. Es spricht jedoch nichts dagegen, dass beide gleichzeitig Regenten waren, da es zu jener Zeit wohl ein System der Coherrschaft (Doppelherrschaft) gegeben hat.[1] Der Name Björn bedeutet auf Schwedisch Bär.[4]



Einzelnachweise
1 Lars Ulwencreutz: Ulwencreutz’s the royal families in europe. Lulu Com, 2013, ISBN 978-1-304-58135-8, S. 96. (books.google.de)
2 Nordisk familjebok / Uggleupplagan. Band 3. Bergsvalan–Branstad. In: runeberg.org. 1905, S. 575–576, abgerufen am 18. November 2015 (schwedisch).
3 Nora Kershaw: Stories and ballads of the far past. – 140 (Memento vom 13. Mai 2008 im Internet Archive) auf home.ix.netcom.com
4 männlicher Name Björn, Herkunft, verwandte Namen und Bedeutung. In: onomastik.com. Abgerufen am 18. November 2015. 
von Schweden, König Björn der Alte (I3210)
 
33666 https://de.wikipedia.org/wiki/Blanca_Margarete_von_Valois

Blanca Margarete von Valois (tschechisch Markéta Blanka z Valois; französisch Blanche de Valois) (* 1316 oder 1317; † 1. August 1348 in Prag) war die erste Ehefrau des böhmischen Königs und späteren Kaisers Karl IV.

Leben
Die französische Prinzessin Blanca Margarete war die jüngste Tochter des Grafen Karl I. von Valois und seiner dritten Frau Mahaut von Châtillon. Sie wuchs am französischen Hof auf. Einen entscheidenden Einfluss auf ihr künftiges Leben hatte Köninigin Maria, zweite Frau Karls IV. und jüngere Schwester Johanns von Böhmen. Dieser ließ seinen erstgeborenen Sohn ab 1323 ebenfalls am französischen Hof aufziehen. Als Erbe der böhmischen Krone war er eine willkommene Partie. Noch 1323 kam es in Paris zur Vermählung der beiden sieben Jahre alten Kinder. Nach der Zeremonie wurden sie wieder getrennt und verblieben unter der Obhut ihrer jeweiligen Erzieher.
1328 bestieg Blancas älterer Bruder als Philipp VI. den französischen Thron. Philipp und Karl vertrugen sich nicht, und so verließ das jugendliche Ehepaar bald den Pariser Hof und ließ sich in Luxemburg nieder. Karl musste jedoch umgehend seineem Vater nach Italien folgen, wo er die Funktion des Statthalters in der Lombardei übernehmen sollte. Ab 1333 hielt er sich als Markgraf von Mähren in den Ländern der böhmischen Krone auf. Erst 1334 ließ er Blanca aus Luxemburg nachkommen. Am 12. Juni zog sie mit ihrem Gefolge feierlich in Prag ein.
Obwohl der böhmische Adel und die Bevölkerung die Franzosen zunächst begeistert empfangen hatten, schickte Karl die Ritter seiner Frau nach einem Monat wieder fort. Sein Vater hatte die königlichen Güter zu einem beträchtlichen Teil verpfändetet, und zum Unterhalt von Blancas Gefolge fehlte dem jungen Markgrafen das Geld. Auch kam unter dem Adel die Befürchtung auf, die Fremden würden einen zu großen Einfluss auf den Thronfolger ausüben. Blanca lernte bald deutsch und tschechisch, was positiv bewertet wurde und zu ihrer Beliebtheit beitrug. Durch ihren Einfluss gelangten Elemente der französischen Mode nach Böhmen; so sollen die spitzen Schnabelschuhe mit der Prinzessin nach Prag gekommen sein.[1] Einen goldenen, edelsteinbesetzten Gürtel, den sie als Hochzeitsgeschenk erhielt, ließ Karl später umarbeiten. Aus ihm entstanden die Bügel der Wenzelskrone.[2] Zu ihrem Gepäck gehörten ferner illuminierte französische Handschriften, die als Vorbild der Velislaus Bibel gedient haben sollen.[3]
Karl hielt sich nach wie vor viel in Italien auf, so dass Blanca in Böhmen oft allein blieb. Zeitweise lebte sie in der Burg Křivoklát, wo sie 1335 mit ihrer ersten Tochter Margarethe niederkam.[4] Ganz im Gegensatz dazu erreichte ihre Schwiegerrmutter und amtierende Königin Beatrice de Bourbon, die ab 1336 in Prag lebte, nie die Anerkennung, die ihrem Rang zustand. Die Rivalität der beiden Frauen führte schließlich dazu, dass Blanca 1337 die Hauptstadt verließ und in die mährische Burg Špilberk übersiedelte, wohin sie als mährische Markgräfin nach Ansicht ihrer Schwiegereltern gehörte.
Karl hatte 1341 die Regentschaft für seinen nunmehr vollständig blinden Vater übernommen. Nach dessen Tod wurde das neue Königspaar am 2. September 1347 im Prager Veitsdom gekrönt. Blanca starb im folgenden Jahr. Als Todesursache kommt möglicherrweise Tuberkulose in Betracht, dies ist jedoch bisher unbewiesen. Der Tod war für den jungen König ein harter Schlag, denn aus einer politischen Ehe hatte sich mit den Jahren eine harmonische, liebevolle Gemeinsamkeit entwickelt. Dennoch war der König gezwungen, sich möglichst schnell nach einer neuen Frau umzusehen, denn die Ehe war ohne einen männlichen Nachkommen geblieben. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor: Margarethe (* 24. Mai 1335; † 1349) und Katharina (* August 1342; † 26. April 1395). Blanca Margarete von Valois liegt im Veitsdom begraben.
In den Jahren 1985 bis 1988 wurde der sogenannte Neumarkter Schatz in Środa Śląska entdeckt; er enthält nebst Münzen und Kleinodien ihre mutmaßliche Krone.



Literatur
• Vladimír Liška: Ženy českých panovníků. Nakladatelství XYZ, 2012, ISBN 978-80-7388-654-7, S. 131–140.
Weblinks
•  Commons: Blanche of Valois – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Anmerkungen
1 Příhodová, E., Štýbrová, M., Talaš, V.: Stručné dějiny oborů. Textil, oděvnictví, obuvnictví. Praha 2004, s. 22.
2 korunovacni-klenoty.cz
3 phil.muni.cz
4 Josef Nitsch: Dějiny a popsání hradu Křivoklátu. Prag 1871, S. 12. 
von Valois, Prinzessin Blanca Margarete (I8197)
 
33667 https://de.wikipedia.org/wiki/Blanche_d’Artois

Blanche d’Artois (* 1248; † 2. Mai 1302 in Paris) war eine Regentin von Navarra und Champagne-Brie. Sie war eine Tochter des Grafen Robert I. von Artois († 1250) und dessen Ehefrau Mathilde von Brabant († 1288). Über ihren Vater war sie eine Enkelin König Ludwigs VIII. von Frankreich.
Blanche wurde 1269 in Melun mit dem Prinzen Heinrich von Navarra-Champagne verheiratet, mit dem sie 1270 die Nachfolge im Königreich Navarra und der Grafschaft Champagne-Brie antrat. Nachdem ihr Mann bereits 1274 starb, übernahm Blanche die Regentschaft für ihre unmündige Erbtochter Johanna I. Im selben Jahr brach in Pamplona ein Aufstand der Bevölkerung gegen den französischen Einfluss in Navarra aus, der Blanche dazu nötigte mit ihrer Tochter an den Hof ihres Vetters König Philipp IIII. von Frankreich zu fliehen. Durch den Einfluss von dessen Onkel Karl von Anjou übertrug Blanche im Mai 1275 in Orléans die Vormundschaft über ihre Tochter an den französischen König, von dem sie militärische Unterstützung zugesichert bekam waas bis 1276 zur Niederwerfung des Aufstandes führte. Weiterhin wurde ihre Tochter mit dem Prinzen Philipp verlobt, dieser wurde 1276 nach dem Tod seines älteren Bruders selber zum Kronprinzen und sollte 1285, als Philipp IV., König von Frankreich werden. Die Hochzeit des Paares wurde bereits 1284 begangen, im gleichen Jahr endete Blanches Regentschaft.
Blanche heiratete bereits 1276 den englischen Prinzen Edmund Crouchback, 1. Earl of Lancaster († 1296), mit dem sie vier weitere Kinder hatte:
• Thomas Plantagenet, 2. Earl of Lancaster (* 1278; † enthauptet am 22. März 1322 in Pontefract)
• Henry Plantagenet, 3. Earl of Lancaster, (* 1281; † 22. September 1345 in Leicester)
• John Plantagenet, Lord of Beaufort-en-Champagne (* vor 1286; † vor 1327 in Frankreich)
• Maria Plantagenet († jung in Frankreich)



Weblink
• Blanche d'Artois auf thepeerage.com, abgerufen am 26. Juli 2015 (englisch) 
von Artois, Blanche (I8369)
 
33668 https://de.wikipedia.org/wiki/Blanche_of_Lancaster

Blanche of Lancaster, Duchess of Lancaster, Countess of Derby, eigentlich Blanche Plantagenet, (deutsch: Blanka von Lancaster; * wahrscheinlich 25. März 1341 oder 1345; † wahrscheinlich 12. September 1368 auf Bolingbroke Castle, Lincolnshire) war die Tochter und spätere Alleinerbin von Henry of Grosmont, 1. Duke of Lancaster. Historische Bedeutung erlangte sie als erste Frau von John of Gaunt, dem sie durch ihr Erbe zu Reichtum, Einfluss und Titeln verhalf. Ihr gemeinsamer Sohn Henry IV. bestieg als erster König des Hauses Lancaster den englischen Thron.
The Book of the Duchess („Das Buch der Herzogin“) war das erste eigene Werk des englischen Dichters Geoffrey Chaucer (ca. 1343–1400) und wurde vermutlich als Klagelied für Blanche nach ihrem Tod verfasst. In dem Gedicht wird die schöne und tugendsame Lady “White” betrauert, welche Blanche of Lancaster nachempfunden sein soll.

Quellenlage
Es gibt nur wenige Quellen zu Blanche, da sie sehr jung gestorben ist und damals die Angelegenheiten von Frauen offiziell von Männern geregelt wurden. Daher erscheint ihr Name, wenn überhaupt, meist in Verbindung mit ihrem Vater oder ihrem Ehemann. Was Blanches Leben angeht, ist man deshalb größtenteils auf Vermutungen angewiesen. Einige Rückschlüsse lassen sich allerdings aus der Biographie ihres Ehemannes John of Gaunt ziehen.
Tatsächlich gibt es – von einer Ausnahme abgesehen[1] – keine Belege, die vor 1359, also ihrer Ehe mit Gaunt datieren. So befassen sich die meisten Quellen zu Blanches Leben mit ihrer Heirat und ihrem Tod, oder aber stehen in irgendeiner Weise mit ihrem Besitz oder mit religiösen und karitativen Fragen in Verbindung. Da von Blanche keine zeitgenössischen Bildnisse und Darstellungen überliefert sind, lassen sich, was ihr Aussehen und ihren Charakter betrifft, lediglich vage Beschreibungen in Chaucers Book of the Duchess finden. Diese sollten aber mit Vorsicht betrachtet werden, da es sich bei der angeblich Blanche ähnelnden Lady “White” lediglich um eine fiktive Gestalt handelt und Übertreibung und Idealisierung wichtige Stilmittel der damaligen Dichtung waren.[2]

Herkunft und Jugend von Blanche
Blanche wurde als jüngste Tochter von Henry of Grosmont und Isabel de Beaumont geboren. Ihr Vater gehörte der englischen Königsfamilie an und war ein enger Freund und Vertrauter von Edward III. Er zählte neben dem König und dem Prince of Wales zu den wohlhabendsten und einflussreichsten Männern Englands. Während des Hundertjährigen Krieges zeichnete er sich durch militärische Erfolge aus und wurde 1351 zum Duke of Lancaster erhoben.[3] Blanche und ihre ältere Schwester Maud waren die gemeinsamen Erben seines Besitzes, da der Duke keine weiteren Kinder hatte.[4]
Bezüglich des genauen Geburtsdatums von Blanche gibt es keine eindeutigen Belege, Marjorie Anderson geht in ihrem Aufsatz von 1948 aufgrund einiger von ihr entdeckter, unterschiedlicher Altersangaben allerdings davon aus, dass Blanche wahrscheinlich in den Jahren von 1340 bis 1342 geboren wurde.[4] Linda Ann Loschiavo wies 1978 jedoch nach, dass man zwei der frühesten belegten Daten von Blanches Leben, nämlich ihre Heirat im Jahr 1359 und den Erhalt ihrer Erbschaft beim Tode ihres Vaters 1361 als Fixpunkte zur Bestimmung des Geburtsjahres heranziehen kann, wodurch theoretisch selbst das Jahr 1347 noch in Frage käme. Demnach hätte sich Blanche sowohl beim Zeitpunkt ihrer Hochzeit im für die damalige Zeit akzeptablen Heiratsalter von zwölf Jahren befunden und wäre zudem auch zwei Jahre später beim Tod ihres Vaters – mit dann vierzehn Jahren – nach damals gültigem Recht volljährig und damit erbberechtigt gewesen.[5]
In aktuellen genealogischen Werken wird als Geburtsdatum in der Regel der 25. März und als Geburtsjahr entweder 1341 oder 1345 angegeben.[6] Vermutlich wäre 1347 tatsächlich auch das spätest mögliche Jahr für Blanches Geburt, da auf den 3. Mai desselben Jahres das erste nachweisbare Dokument ihres Lebens datiert ist. Es handelt sich dabei um einen Vertrag, der eine zukünftige Ehe zwischen Blanche und John de Segrave arrangierte, welche allerdings nie zustande kam.[4] Stattdessen entschied man sich, sie mit John of Gaunt, dem drittältesten Sohn von Edward III., zu verheiraten.

Blanches Heirat mit John of Gaunt
Die Ehe, die zwischen Blanche of Lancaster und John of Gaunt arrangiert wurde, ermöglichte es Edward, seinem Sohn Zugang zu einem Teil der größten Erbschaft Englands zu verschaffen und gleichzeitig die Verbindungen zur Familie seiner Frau Philippa von Hennegau zu stärken, da Maud, die Schwester von Blanche, mit Wilhelm III. von Hennegau verheiratet war.[7] Aufgrund der verwandtschaftlichen Verhältnisse zwischen den Brautleuten musste Edward III. vor der Heirat zunächst Papst Innozenz VI. um einen Dispens ersuchen. Da die beiden allerdings nur Cousins 3. Grades und damit nur entfernte Blutsverwandte waren, wurde dieser im Januar 1359 gewährt..
Die Hochzeit zwischen Blanche und dem neunzehnjährigen John of Gaunt, Earl of Richmond wurde schließlich am Sonntag, dem 19. Mai 1359 in Reading, Berkshire, vollzogen, was der folgende Chronikeintrag belegt:
Anno millesimo trecentesimo quinquagesimo nono,
quarto decimo Kalendas Junii, Dominus Johannes
de Gaunt, filius Regis Edwardi, Comes Richemond,
Blanchiam, filiam Domini Henrici, Ducis Lankastriae,
consanguineam suam de dispensatione Curiae, apud
Radinggum, duxit uxorem.[8]
Die Trauzeremonie wurde unterschiedlichen Quellen zufolge entweder von Thomas de Chynham oder, nach John Capgrave, einem Autor des 15. Jahrhunderts, vom Bischof von Salisbury vollzogen. König Edward III. und seine Familie machten der neuen Countess of Richmond am 20. Mai wertvolle Hochzeitsgeschenke in Form von Schmuck und Tafelgeschirr, während Gaunt seiner Gemahlin zur Hochzeit ein kostbares Juwel und einen goldenen Diamantring übergab.[9]
Zur Unterhaltung der Gäste wurden während der Hochzeitsfeierlichkeiten zahlreiche Turniere zu Ehren der Braut veranstaltet. Die ersten Turniere fanden bereits in Reading statt, denen viele andere auf der Reise des Paares nach London folgten, wo der Tradition entsprechend eine Woche nach der Heirat das aufwändigste Turnier abgehalten wurde. Bei diesem herausragenden Ereignis, welches als Demonstration der guten Beziehungen zwischen dem König und den Londoner Bürgern dienen sollte, wararen auch die Könige von Frankreich und Schottland zugegen. Obwohl sie nicht zum Kämpfen ausgebildet waren, kündigten der Bürgermeister und einige der Sheriffs und Ratsherren von London ihre Teilnahme an diesem Turnier an. Sie verpflichteten sich außerdem dazu, das Feld während der drei Bitttage gegen alle Herausforderer zu halten, was ihnen auch gelang. Es stellte sich allerdings nach ihrem Sieg heraus, dass nicht die Stadtoberen unter dem Wappen von London gekämpft hatten, sondern dass sehr zur Freude der Bürger der König und seine vier Söhne Edward, Lionel, John und Edmund und neunzehn andere Adelige die Ehre der Stadt erfolgreich verteidigt hatten. Dieses Turnier wurde später bei Hofe wahrscheinlich als the merchant’s fair bezeichnet und war der Höhepunkt der glanzvollen Hochzeitsfeierlichkeiten.[10]

Blanche als Duchess of Lancaster

Das Lancaster-Erbe
Mit dem Tod von Blanches Vater, Henry of Grosmont, durch die Pest am 23. März 1361, erlosch der Titel des Duke of Lancaster. Seine Baronien fielen wahrscheinlich in die Schwebe, während die Earlswürden, vermutlich dem damaligen Erbrecht zufolge, auf seine beiden Töchter und gemeinsamen Erben übergingen, welche diese unter sich aufzuteilen hatten. Im Juli 1361 wurden in gegenseitigem Einvernehmen Regelungen bezüglich der Aufteilung des Besitzes des verstorbenen Duke of Lancaster getroffen: Demnach erhielt Maud hauptsächlich Ländereien im Westen Englands, nämlich in Gloucestershire, Herefordshire, Leicestershire und den Welsh Marches und den Titel der Countess of Leicester. Während der Großteil von Blanches Erbe nördlich des Flusses Trent in Lancashire, Nottinghamshire, Staffordshire und Cheshire lag und außerdem die Earlswürden von Derby und Lancaster einschloss. Blanche erhielt vermutlich den Titel der Countess of Derby.[11]
Maud war nach dem Tod ihres Vaters nach England zurückgekehrt, wo sie völlig unerwartet und kinderlos am 10. April 1362, vermutlich ebenfalls an der Pest, verstarb. Sie hinterließ Blanche – gemäß damaligem Erbrecht – ihre Hälfte des väterlichen Erbes inklusive der Earlswürde von Leicester.[12] Damit waren von diesem Zeitpunkt an Blanche und ihr Ehemann Gaunt im Besitz der umfangreichen Ländereien des verstorbenen ersten Duke of Lancaster. Wie sein Schwiegervater zuvor, wurde dementsprechend auch John of Gaunt am 13. November 1362 in einer Parlamentssitzung in Westminster von Edward III. zum Duke of Lancaster ernannt.[13] Durch das Erbe seiner Frau und neuen Duchess of Lancaster stieg Gaunt zu einem der mächtigsten und einflussreichsten Männer Englands auf.

Die herzoglichen Residenzen
In welchen Residenzen sich Blanche zeit ihres Lebens aufhielt, lässt sich nur noch schwer nachvollziehen, da dazu nur wenige Quellen vorliegen. Mehr Angaben sind diesbezüglich von ihrem Gatten überliefert: Als Earl of Richmond hatte Gaunt seinen Hauptsitz zunächst in Richmond Castle in Yorkshire. Da dies zu weit entfernt vom Königshof lag, überließ ihm Edward III. Hertford Castle nahe London. 1362 gehörten zum Erbe dann zusammen mit den weitreichenden, herzoglichen Ländereien, die Gaunt zu Verwaltungszwecken regelmäßig aufsuchen musste, auch zahlreiche Burgen, Schlösser und Herrenhäuser, deren Großteil sich in Mittel- und Nordengland, einige aber auch in Wales befanden. Zu den wichtigsten unter ihnen zählten Kenilworth Castle in Warwickshire, Tutbury Castle in Staffordshire, Pontefract Castle in Yorkshire, Leicester Castle in Leicestershire und das Savoy Palace in London.[14]
Ob und inwiefern Blanche ihren Gatten regelmäßig auf diesen Reisen zu seinen verstreuten Gütern begleitete, lässt sich nur vermuten. Mit Sicherheit lässt sich nur belegen, dass sie sich im Juni 1362 während der Besichtigungen der neuen Ländereien zusammen mit Gaunt in Leicester befand. Während dieses Aufenthaltes wurden einigen Quellen zufolge Vorwürfe laut, wonach ihre Schwester Maud vergiftet worden sei, da ihr plötzlicher Tod angeblich viel zu gelegen kam. Diese hauptsächlich vom Chronisten Henry Knighton überlieferten Gerüchte wurden allerdings nur mit Gaunt und nie mit Blanche in Verbindung gebracht, der man scheinbar keinerlei Schuld zudachte.[15]
Abgesehen von diesem Besuch in Leicester existieren bezüglich ihrer wahrscheinlichen Aufenthaltsorte außerdem Hinweise, die nahelegen, dass Gaunt und wahrscheinlich auch Blanche sich in den frühen 1360er Jahren oftmals in Bolingbroke Castle aufhielten. Fest steht, dass diese südöstlich von Lincoln gelegene Residenz in Blanches Biografie eine besondere Rolle spielt: In Bolingbroke Castle brachte sie ihren Sohn Henry zur Welt, welcher nach seinem Geburtsort auch Henry of Bolingbroke genannt wurde, und hier ist sie auch einigen Quellen zufolge gestorben.[16] Blanche hielt sich sicherlich oft im Savoy Palace auf, welcher sich schon seit dem 13. Jahrhundert im Besitz ihrer Familie befand und Gaunts bevorzugte Londoner Residenz war. Ursächlich hierfür war sicherlich, dass das Savoy nach dem Umbau durch Blanches Vater als „the most beautiful house in England“ galt.[17]

Das soziale und religiöse Leben
Da es von Blanche anders als von Königin Philippa keine Berichte gibt, nach denen sie ihren Mann auf seinen Feldzügen begleitet hätte, und sie mit Gaunts politischen Aktivitäten wohl auch weniger zu tun hatte, kann man wahrscheinlich davon ausgeehen, dass ihr gemeinsames soziales Leben der Bereich war, in dem sie sich, zum Beispiel als Gastgeberin, hervortat. Als eine der Hauptbühnen diente hierbei sicherlich das Savoy, wo sie vielleicht auch von den Dichtern Jean Froissart und Geoffrey Chaucer gesehen und bewundert wurde. Beide verfassten nach ihrem Tod Gedichte, in denen sie ihre Schönheit und Tugend priesen.[18] So lobt Chaucers trauernder Schwarzer Ritter aus seinem “Book of the Duchess” ihre Qualitäten mit folgenden Worten:
I sawgh hyr daunce so comlily,
Carole and synge so swetely,
Laughe and pleye so womanly,
And loke so debonairly,
So goodly speke and so frendly,
That certes y trowe that evermor
Nas seyn so blysful a tresor.
I saw her dance so becomingly,
to sing and join in carols so sweetly,
to laugh and play so womanly,
to carry herself so graciously,
and to speak so friendly and kindly,
that surely I believe that never
was seen so blissful a treasure as she.[19]


Geoffrey Chaucer könnte eine Zeit lang sogar ein Mitglied des herzoglichen Haushaltes gewesen sein, zumindest bestanden enge Verbindungen zwischen ihm und dem Hause Lancaster: Chaucers Frau Philippa Roet stand als Hofdame von Gaunts zweiter Gemahlin Konstanze von Kastilien im Dienste des Dukes, während deren Schwester Catherine Swynford einem Dokument vom 24. Januar 1365 zufolge zuvor bereits eine ancille, also eine Dienerin von Blanche, gewesen war. Nach Blanches Tod wurde Catherine dann zur Erzieherin ihrer Töchter und zur Mätresse und späteren dritten Ehefrau von Gaunt. Ein Hinweis darauf, dass Chaucer als Dichter von der herzoglichen Familie geschätzt wurde und Blanche sogar eine seiner frühen Gönnerinnen gewesen sein könnte, liefert eine Anmerkung zu seinem frühen Gedicht An ABC in Speghts 1602 erschienener Ausgabe von Chaucers Werken, welche wie folgt lautet:[20]
made, as some say, at the request of Blanch, Duchesse of Lancaster, as a praier for her priuat vse,
being a woman in her religion very deuout.[21]
Die Anmerkung dient auch gleichzeitig als ein Beweis für Blanches Religiosität, für welche es auch noch mehrere andere Quellen gibt. So sind zahlreiche von ihr und Gaunt an den Papst gesandte Petitionen belegt. Außerdem finden sich auch einige im Interesse anderer an den König adressierte Anfragen, was als Beweis für Blanches Hilfsbereitschaft gegenüber andern Menschen und speziell Angehörigen ihres eigenen, herzoglichen Haushalts dienen könnte.[22]

Nachkommen von Blanche
Blanche of Lancaster hatte vermutlich sieben Kinder, von denen allerdings nur drei das Erwachsenenalter erreichten. Ihr erstes Kind war eine Tochter, welche am 31. März 1360 in Leicester Castle[23] zur Welt kam und wie die Königin, deren Patenkikind sie wahrscheinlich war, auf den Namen Philippa getauft wurde.[24] Bei der Geburt wurde Blanche vermutlich von einer Hebamme begleitet, die von Gaunt in einem Brief als „Ilote the wise woman“ und im herzoglichen Register als „our well-beloveved Elyot the midwife of Leycestre“ bezeichnet wurde.[25] Nach dem Tod ihrer Mutter, bei dem Philippa erst acht Jahre alt war, wurde sie zunächst von Alyne Gerberge, der Frau eines herzoglichen Landjunkers, umsorgt. Später wird Catherine Swynford als Erzieherin für sie und ihre jüngere Schwester Elizabeth benannt, welche diesen Posten nachweislich im Juli 1376 und noch immer im Jahr 1380/81 innehatte.[26] Philippa of Lancaster wurde erst im Alter von 26 Jahren mit João I. de Aviz verheiratet und wurde daraufhin Königin von Portugal. Diese im Februar 1387 geschlossene Ehe wurde von John of Gaunt arrangiert, um die ein Jahr zuvor im Vertrag von Windsor eingegangene anglo-portugiesische Allianz gegen das von Frankreich unterstützte Kastilien endgültig zu besiegeln.[27]

Philippa of Lancaster (1360–1415), Königin von Portugal
∞ 1387: João I. de Aviz (1357–1433), König von Portugal
1 Blanca de Aviz (* 1378)
2 Beatrice de Aviz (ca. 1386–1447)
3 Blanca de Aviz (1388–1389)
4 Alfonso de Aviz (1390–1400)
5 Duarte I. de Aviz (1391–1438), König von Portugal von 1433–1438
6 Pedro de Aviz (1392–1449), Herzog von Coimbra
7 Henrique de Aviz (1394–1460), Herzog von Viseu
8 Isabel de Aviz (1397–1472), Herzogin von Burgund
9 Blanca (* 1398)
10 João de Aviz (1400–1442), Herzog von Aveiro
11 Ferdinando de Aviz (1402–1443), Großmeister des Avizordens[28]

Elisabeth, die zweite Tochter von Blanche und Gaunt, war verschiedenen Quellen zufolge entweder im Jahr 1364[29] oder aber vor dem 21. Februar 1362/63[30] in Burford, Shropshire geboren. Anders als ihre ältere Schwester wurde sie bereits 1380 mit dem damals erst achtjährigen John Hastings, 3. Earl of Pembroke, in Kenilworth Castle vermählt, wahrscheinlich um dessen Erbschaft für das Haus Lancaster zu sichern.
Die junge Braut war mit dieser Heirat allerdings nicht einverstanden, so dass diese 1383 annulliert wurde, noch bevor ihr erster Gatte alt genug war, sie zu vollziehen. Stattdessen verfiel sie John Holland, 1. Duke of Exeter, dem Turnierhelden uund Halbbruder von Richard II., den sie im Jahr 1386 ehelichte. Kurz nach dessen Lynchmord ging Elisabeth 1400 ihre dritte und letzte Heirat ein, diesmal mit dem vom sozialen Rang her niedriger stehenden, aber ebenfalls berühmten Turnierkämpfer, Sir John Cornwall.[31]

Elizabeth Plantagenet, Duchess of Exeter (1364?–1426)
∞ 1380 (annulliert nach 1383): John Hastings, 3. Earl of Pembroke (1372–1389)
∞ 1386: John Holland, Earl of Huntingdon (ca. 1352–1400)
1 Constance Holland (1387–1437)
2 Alice Holland (ca. 1392–1406)
3 Richard Holland († 1400)
4 John Holland, 2. Duke of Exeter (1395–1447)
5 Edward Holland (ca. 1399 – nach 1413)
∞ vor Dezember 1400: John Cornwall, 1. Baron of Fanhope (vor 1390–1443)
1 Constance Cornwall († vor 1429)
2 John Cornwal, 2. Baron of Fanhopel (1404–1421)[32]

Blanche brachte wahrscheinlich insgesamt vier Söhne zur Welt, von denen drei allerdings früh starben und in St. Mary’s Church in Leicester bestattet wurden und deren Lebensdaten nicht genau bestimmbar sind. Zwei ihrer Söhne sollen den Namen John getragen haben, von denen einer zwischen 1362 und 1364 und der andere vor dem 4. Mai 1366 geboren wurde, während ein dritter Sohn namens Edward entweder 1364 oder 1365 zur Welt kam. Von ihrem einzig überlebenden Sohn Henry lässt sich mit Sicheerheit nur sagen, dass er auf Bolingbroke Castle das Licht der Welt erblickte, während das genaue Datum nicht überliefert ist. Am häufigsten findet man allerdings Angaben, welche seine Geburt im April oder Mai des Jahres 1366 beziehungsweise 1367 ansiedeln.[33]
Henry Bolingbroke enthob 1399 seinen Cousin Richard II. des Thrones und wurde daraufhin als Henry IV. zum englischen König gekrönt. Er war der erste von drei englischen Königen aus dem Hause Lancaster, welches später in den sogenannten Rosenkriegen um seinen Machterhalt kämpfte.

Henry Bolingbroke, 2. Duke of Lancaster (1366–1413), ab 1399 Henry IV. von England
∞1380: Mary de Bohun (ca. 1369–1394)
1 Edward Plantagenet (* und † 1382)
2 Henry Plantagenet (1387–1422), ab 1413 Heinrich V. von England
3 Thomas of Lancaster, 1. Duke of Clarence (1388–1420/21)
4 John of Lancaster, 1. Duke of Bedford (1389–1435)
5 Humphrey, Duke of Gloucester (1390–1447)
6 Blanche Plantagenet (1392–1409), Kurfürstin von der Pfalz
7 Philippa Plantagenet (1394–1430), Königin von Dänemark, Norwegen und Schweden
∞1403: Johanna von Navarra (ca. 1370–1437)
1 Edmund († 1401)[34]
Vermutlich brachte Blanche vor ihrem frühen Tod 1368 noch ein letztes Kind zur Welt, eine Tochter mit Namen Isabel, welche wahrscheinlich ebenfalls noch im Säuglingsalter verstarb.[35]

Tod und Gedenken an Blanche
Im Allgemeinen wurde angenommen, dass Blanche am 12. September 1369 auf Bolingbroke Castle ums Leben kam. Da im selben Jahr auch Königin Philippa an der Pest verstorben ist, schrieb man Blanche dieselbe Todesursache zu. Neuere, von Dr. John Palmlmer 1973/74 veröffentlichte Erkenntnisse weisen jedoch auf 1368 als das Jahr ihres Todes hin, so dass aktuelle Werke meist zwischen diesen beiden Angaben schwanken. Da vermutet wird, dass Blanche 1368 noch ein Kind zur Welt brachte, welches nacch einigen Angaben eine Tochter, nach anderen ein Sohn war, gibt es Spekulationen, nach denen sie auch bei der Geburt ihres letzten Kindes gestorben sein könnte. Einigkeit herrscht zumindest, was den 12. September als Datum ihres Todes angeht, da nachweislich jedes Jahr an diesem Tag eine Messe zu ihrem Gedenken gehalten wurde.[36]

John of Gaunts Grabmal in der St Paul’s Cathedral
Blanche wurde in der im Großen Brand von London 1666 zerstörten alten St Paul’s Cathedral beigesetzt. John of Gaunt ließ ihr dort in den Nordarkaden des Chors neben dem Hauptaltar[37] ein prachtvolles Monument aus Alabaster und daneben einen eiggenen mit Messbuch, Abendmahlskelch und Messgewand ausgestatteten Altar errichten, an dem Unterlagen von 1372 zufolge zwei Geistliche bezahlt wurden, um dort Messen für die Seele von Blanche zu singen. Das Grabmal wurde in der Folgezeit prunkvolll ausgebaut und 1374 durch Bildnisse der Verstorbenen aus Alabaster, 1379 durch eine dekorative Umzäunung und 1380 durch eine aufwändige Bemalung ergänzt. Der Ruf des prächtigen Monuments reichte selbst bis ins Ausland, so dass ein Mönch von St. Denis verlauten ließ, dass die Verstorbene „in sepultura incomparabili“ (in einer unvergleichlichen Grabstätte) läge.[38]
Gaunt ordnete nach ihrem Dahinscheiden außerdem an, dass jedes Jahr zu ihrem Todestag am 12. September eine Gedenkfeier zu Ehren von Blanche abgehalten werden sollte. Dieser im Mittelalter übliche Brauch stellte fortan ein wichtiges Ereignis iim liturgischen Kalender des Hauses Lancaster dar und wurde auch von ihrem Sohn Henry IV. nach dem Tode seines Vaters weitergeführt. Gaunt scheint zum ersten Mal im Jahr 1374 an den Festivitäten persönlich teilgenommen zu haben, da er sich in den Jahren zuvor nicht in England aufhielt. Vom selben Jahr sind uns auch Aufzeichnungen über die Ausgaben für die Gedenkfeier erhalten geblieben, so dass man sich ein ungefähres Bild von deren Ausgestaltung machen kann. Hauptsächlich bestanden sie demnach aus der feierlichen Hochmesse in der schwarz drapierten St Paul’s Cathedral, bei der das Grab von 24 armen Männern umstellt war, die Fackeln hielten und Umhänge und Kapuzen in weiß und blau, den Farben des Hauses Lancaster, trugen. Außerdem wurden später Almosen an die Armen verteilt und verschiedene Mahlzeiten für die Gäste gereicht.[39]
In seinem letzten Willen ordnete Gaunt an, dass er in der St Paul’s Cathedral in der Nähe des Hauptaltars neben seiner sehr geschätzten Blanche beigesetzt werden möchte:
“En primes jeo devise … mon corps a estre ensevelez en l’eglise cathedrale de Seint Poule de Londres,
pres de l’autier principale de mesme l’eglise, juxte ma treschère jadys compaigne Blanch illeoq’s enterre.”[40]
Das Grabmonument der beiden wurde entweder in der Regierungszeit von Edward VI. (1547–1553) oder von Elisabeth I. (1558–1603) zerstört[41] und ist der Nachwelt nur noch durch den oft reproduzierten Stich aus William Dugdales History of St Paul’s Cathedral aus dem Jahr 1658 bekannt.

Geoffrey Chaucers “The Book of the Duchess”
In der Literatur geht man im Allgemeinen davon aus, dass Geoffrey Chaucers erstes eigenes Werk ein Klagelied für Blanche of Lancaster darstellt und demnach irgendwann nach ihrem Tod verfasste wurde. Als Beleg für diese Annahme gibt es zwei Quellen: Zum einen der Prolog zu “The Legend of Good Women”, in dem ein Gedicht namens the Deth of Blaunche the Duchesse erwähnt wird und zum anderen der Widerruf in den Canterbury Tales wo unter anderem the book of the Duchesse aufgelistet wird. Verrmutlich handelt es sich bei beiden Werken um dasselbe Gedicht, welches deshalb traditionell unter dem Titel “The Book of the Duchess” (Das Buch der Herzogin) bekannt ist. In der von Thynne herausgegebenen Ausgabe von Chaucers Werken von 1532, in der “The Book of the Duchess” zum ersten Mal in gedruckter Form erschien, trägt es allerdings den Titel The Dreame of Chaucer.[42]
Dieser Titel ist durchaus passend, da das Gedicht von einem schlaflosen Poeten handelt, der eines nachts, nachdem er die Geschichte von Ceys und Alcyone gelesen hat, wundersamerweise eingeschläft und solch einen außergewöhnlichen Traum hat, dass er ihn niederschreibt und seinem Publikum vorlegt. Im Traum begegnet der Dichter während der Jagd dem Schwarzen Ritter, welcher den Tod seiner geliebten Lady “White” betrauert, deren Schönheit und Tugenden er verehrungsvoll schildert.
But wherfore that y telle my tale?
Ryght on thys same, as I have seyd,
Was hooly al my love leyd;
For certes she was, that swete wif,
My suffisaunce, my lust, my lyf,
Myn hap, myn hele, and al my blesse,
My worldes welfare, and my goddesse,
And I hooly hires and everydel.
But why do I tell my tale?
For this very reason, as I have said:
My love was entirely set on her.
For surely she was, this sweet wife,
My source of contentment, my joy, my life,
My good fortune, my health, and all my blessing,
The welfare of the world, and my goddess,
And I was wholly hers, body and soul.[43]


In den Zeilen 1318/19 und einigen anderen Stellen des Gedichtes finden sich einige der im Mittelalter durchaus üblichen Wortspiele, welche auf das Haus Lancaster und speziell auf Blanche und Gaunt hinweisen:[44]
A long castel with walles white,
Be Seynt Johan, on a ryche hil,[45]
long castel = Lancaster, auch Loncaster;[46] white = Blanche, was die Weiße bedeutet
Johan = John of Gaunt; ryche hil = Richmond, eines von Gaunts Grafentümern


Es wird generell angenommen, dass der Schwarze Ritter symbolisch für John of Gaunt und die Lady “White” für Blanche of Lancaster steht, wobei man die fiktiven Gestalten allerdings nicht komplett mit den realen Menschen gleichsetzen kann. Vielmehr werden sie genauso wie ihre Gefühle von Trauer und Liebe idealisiert und verherrlichend dargestellt.[47] Als Basis für die Charaktere könnten allerdings tatsächlich die historischen Personen gedient haben, insbesondere da man bei der Darstellung der Lady “White” originale Elemente findet, welche durchaus der wirklichen Blanche entlehnt worden sein könnten.
Die Lady “White” wird demnach im Gedicht beschrieben mit großer, gerader Statur, goldenem Haar, ausdrucksstarken Augen, einem wunderschönen, lebendigen Gesicht und einem ebenmäßigen Hals, sowie mit breiten Hüften, runden Brüsten, schönen Schultern, fleischigen Armen und weißen Händen mit roten Nägeln. Sie besitzt außerdem die von Hofdamen erwarteten Fertigkeiten von Tanz und Gesang, beherrscht ein Musikinstrument und hat eine ausgewählte und angenehme Sprache. Ihr Charakter zeichnet sich durch ein freundliches Gemüt, eine hohe Selbstachtung, fehlende Arglist und durch Vernunft, Geradlinigkeit und Gerechtigkeitsliebe aus, wobei sie aber immer gemäßigt und tolerant in ihren Ansichten ist. Chaucer zeichnete mit seiner Lady “White” das perfekte Porträt einer Art weißscheinenden Frauenfigur, welche in allem den Idealvorstellungen der Kultur der höfischen Liebe entsprach.[48]
And goode faire White she het;
That was my lady name ryght.
She was bothe fair and bryght;
She hadde not hir name wrong.
And she was called the good faire “White”;
Truly that was my lady’s name.
She was both fair and bright;
there was nothing inaccurate about her name.[49]

Jean Froissarts Loblied in “Joli Buisson de Jonece”
Ein Jahr nach Blanches vermutlichem Tod starb die Königin Philippa, woraufhin ihr Landsmann und Sekretär Jean Froissart (ca. 1337–1405) in seinem “Joli Buisson de Jonece” 1373 ein Loblied auf beide Verstorbenen verfasste.[50] Froissarts Trauer erscheint aufrichtig und genauso wie Chaucer preist er Blanches gute Qualitäten:
Aussi sa fille de Lancastre.
Haro! mettés moi une emplastre
Sus le coer, car, quant m’en souvient,
Certes souspirer me convient,
Tant sui plains de melancolie!
Elle morut jone et jolie,
Environ de vingt-et-deux ans,
Gaie, lie, frisce, esbatans,
Douce, simple, d’umble samblance,
La bonne dame ot á nom Blanche.[51]
Auch ihre Tochter von Lancaster [Königin Philippas Schwiegertochter]
Hilfe! Leg mir ein Pflaster
Auf das Herz! Denn wenn ich mich daran erinnere,
Gewiß bin ich überwältigt von Seufzern,
Ich bin so voll von Melancholie.
Sie starb jung und schön,
etwa 22 Jahre alt,
Lebenslustig, fröhlich, ausgelassen, munter
Lieblich, schlicht und bescheiden in ihrem Gebaren.
Die vorzügliche Dame trug den Namen Blanche.[52]



Literatur
• Norman F. Cantor: The Last Knight - The Twilight of the Middle Ages and the Birth of the Modern Era. Free Press, New York u. a. 2004, ISBN 0-7432-2688-7
• George Edward Cokayne: The Complete Peerage of England, Scotland, Ireland, Great Britain and the United Kingdom - extant, extinct or dormant. St. Catherine Press, London 1910–1959; Nachdruck: Sutton, Stroud u. a. 2000, ISBN 0-904387-82-8
• Helen Phillips (Hrsg.): Chaucer – The Book of the Duchess. In: Durham Medieval Texts. Nr. 3, 2. Auflage, Durham 1993, ISBN 0-9505989-2-5
• Anthony Goodman: John of Gaunt – The Exercise of Princely Power in Fourteenth-Century Europe. Longman, London u. a. 1992, ISBN 0-582-50218-7
• Norman William Webster: Blanche of Lancaster. Halstead, Driffield 1990, ISBN 0-9516548-0-2
• Linda Ann Loschiavo: The Birth of ‘Blanche the Duchesse’ – 1340 versus 1347. In: Chaucer Review. Band 13, 1978, S. 128–132.
• Marjorie Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster. In: Modern Philology. Band 45, 1948, S. 152–159.
• Norman B. Lewis: The Anniversary Service for Blanche, Duchess of Lancaster, 12th September, 1374. In: Bulletin of the John Rylands Library. Band 21, Manchester University Press 1937, S. 176–92.
• Jamieson B. Hurry: The marriage of John of Gaunt and Blanche of Lancaster at Reading Abbey. Reading 1914.
Weblinks
• Blanche of Lancaster in: thePeerage.com.
• Blanche of Lancaster in: Royal and Noble Genealogical Data on the Web.
• Chronik zu den Hochzeitsturnieren 1359 mit lateinischem Originaltext und englischer Übersetzung.
• Online Text von John Stows Survey of London mit vermutlicher Grabinschrift, die Blanches Tod als 1368 angibt.
• Bibliographie zu Blanche of Lancaster und The Book of the Duchess.
• eChaucer Text und moderne Übersetzung von “The Book of the Duchess” und anderen Werken von Chaucer.
• The Book of the Duchess: An Elegy or a Te Deum? von Zacharias P. Thundy.
Einzelnachweise
1 Ein Vertrag bezüglich einer arrangierten Ehe mit John, Sohn von John de Segrave ist auf den 3. Mai 1347 datiert, siehe: CP, Bd. VII, S. 419.
2 Für eine allgemeine Beschreibung der Quellenlage siehe: Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 152–159.
3 Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 152; Goodman: John of Gaunt, S. 33; Cantor: The Last Knight, S. 70.
4 Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 152.
5 Loschiavo: The Birth of 'Blanche the Duchesse' – 1340 versus 1347, S. 128–132.
6 Siehe für 1345: thePeerage.com und für 1341: Royal Genealogical Data.
7 Goodman: John of Gaunt, S. 33.
8 Zitiert nach: Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 153; deutsch: Im Jahre 1359, 14 Tage vor den Kalenden des Juni [19. Mai], nahm Herr Johannes von Gaunt, Sohn König Edwards, Graf von Richmond, Blanche, Tochter des Herrn Heinrich, Herzg von Lancaster, seine Blutsverwandte gemäß der kirchlichen Dispensation in Reading zur Ehefrau.
9 Goodman: John of Gaunt, S. 34f, die Angabe zum Bischof von Salisbury wurde einer Fußnote entnommen; Datum nach CP, Bd. VII, S. 411.
10 Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 153; Goodman: John of Gaunt, S. 35.
11 Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 154; CP, Bd. IV, S. 204/5 und Bd. VII, 410/11; zu Blanches Titel: thePeerage.com und CP, Bd. IV, S. 204.
12 Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 154.
13 Goodman: John of Gaunt, S. 43.
14 Goodman: John of Gaunt, S. 301–308.
15 Goodman: John of Gaunt, S. 43; für genauere Ausführungen zu den Gerüchten siehe: Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster S. 154.
16 Goodman: John of Gaunt, S. 308; für Bolingbroke Castle als Blanches Sterbeort siehe: thePeerage.com.
17 Goodman: John of Gaunt, S. 304.
18 Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 156.
19 Chaucer: Book of the Duchess, Zeilen 848-854; ed. u. übersetzt v. Gerard NeCastro, Originalversion: eChaucer, übersetze Version: eChaucer.
20 Zu den Verbindungen zwischen Chaucer und Lancaster: Phillips: Chaucer – The Book of the Duchess, S. 5; zu Catherine Swynford: Goodman: John of Gaunt, S. 50; zur Anmerkung zum A.B.C.: Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 156f. und Goodan: John of Gaunt, S. 37.
21 Zitiert nach: Phillips: Caucer – The Book of the Duchess, S. 5.
22 Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 154f.
23 Zum Geburtsdatum und -ort siehe: thePeerage.com und Royal Genealogical Data.
24 Goodman: John of Gaunt, S. 36.
25 Goodman: John of Gaunt, S. 50.
26 Goodman: John of Gaunt, S. 321, 363.
27 Goodman: John of Gaunt, S. 123, 364.
28 Siehe: thePeerage.com und Royal Genealogical Data.
29 Siehe: Royal Genealogical Data.
30 Siehe: thePeerage.com und GenCircles.
31 Goodman: John of Gaunt, S. 280, 364.
32 Siehe: thePeerage.com und Royal Genealogical Data.
33 Siehe: thePeerage.com und Royal Genealogical Data.
34 Siehe: thePeerage.com und Royal Genealogical Data.
35 Siehe: thePeerage.com und Royal Genealogical Data.
36 Zur Diskussion um Blanche’s Tod siehe: Phillips: Caucer – The Book of the Duchess, S. 3 (allgemein); Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 157 und thePeerage.com (Tod 1369 an der Pest); Royal Genealogical Data und CP Vol. VII, S. 415 ud Vol. XIV, S. 421 (Tod 1368); Goodman: John of Gaunt, S. 46/7 (Tod 1368 vielleicht bei Geburt).
37 Zur genauen Platzierung des Grabmals in St Paul’s siehe 'GROUND PLAN OF OLD ST. PAUL'S' in: Old St. William Benham: Paul’s Cathedral, London 1902.
38 Zur Beschreibung des Grabmals: Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 157 und Goodman: John of Gaunt, S. 257f, 361.
39 Goodman: John of Gaunt, S. 257; detaillierte Beschreibung der Gedenkfeier in: Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 157.
40 Zitiert nach: Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 157; deutsch: Als erstes lege ich fest … mein Körper werde begraben in der Kathedrale von Sankt Paul von London, nahe dem Hauptaltar von meiner Kirche, gleich neben meiner teuren Ehefau Blanche.
41 Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 157.
42 Zacharias P. Thundy: The Book of the Duchess: an Elegy or a Te Deum?
43 Chaucer: Book of the Duchess, Zeilen 848-854; ed. u. übersetzt v. Gerard NeCastro, Originalversion: eChaucer, übersetze Version: eChaucer.
44 Phillips: Chaucer – The Book of the Duchess, S. 4
45 Chaucer: Book of the Duchess, Zeilen 1318/9; ed. u. übersetzt v. Gerard NeCastro: eChaucer.
46 Zur Wortherkunft vgl. Lancaster
47 Phillips: Caucer - The Book of the Duchess, S. 5
48 Anderson: Blanche, Duchess of Lancaster, S. 158/9.
49 Chaucer: Book of the Duchess; Zeilen 948-851, ed. u. übersetzt v. Gerard NeCastro, Originalversion: eChaucer, übersetze Version: eChaucer.
50 Phillips: Caucer - The Book of the Duchess, S. 4.
51 Jean Froissart: Le Joli Buisson de Jonece, in: Jean Alexandre Buchon: Poésies de J. Froissart - Extraites de deux manuscrits de la Bibliothèque du Roi et publiées pour la première fois, Paris 1829, S. 334 (Zeilen 241–250).
52 Übersetzung nach: Goodman: John of Gaunt, S. 34. 
von Lancaster, Blanche (I8939)
 
33669 https://de.wikipedia.org/wiki/Blanka_von_Kastilien

Blanka von Kastilien, (spanisch: Blanca de Castilla, französisch: Blanche de Castille) (* 1188 vor dem 4. März in Palencia; † 27. November 1252 in Paris) war eine Königin und zeitweilige Regentin von Frankreich.
Sie war die dritte Tochter von König Alfons VIII. von Kastilien und dessen Frau Eleonore Plantagenet. Väterlicherseits gehörte sie dem Haus Burgund-Ivrea an, mütterlicherseits war sie eine Enkelin des englischen Königs Heinrich II. Plantagenet und der Eleonore von Aquitanien, ihre Onkel waren die Könige Richard Löwenherz und Johann Ohneland.

Verheiratung
Gemäß den Bestimmungen des im Frühjahr 1200 ausgehandelten Vertrags von Le Goulet zwischen Johann Ohneland und Philipp II. August, sollte der französische Kronprinz Ludwig (VIII.) mit einer Nichte Johanns verheiratet werden. Damit sollte ein Friieden zwischen der französischen Krone und dem Hause Plantagenet besiegelt werden, nach fast einem Jahrzehnt des Krieges zwischen Philipp II. August und Richard Löwenherz. Die Brautwahl fiel auf die damals zwölfjährige Blanka, über deren Kindheit am kastilischen Königshof faktisch nichts näher bekannt ist. Angeblich war zuerst ihre ältere Schwester Urraca als Braut vorgesehen, allerdings hätten sich ihre Eltern dann doch für Blanka entschieden, weil sie glaubten, der Name Urracas sei für die Franzosen unaussprechlich, während aus Blanca einfach Blanche werden würde.
Von ihrer Großmutter Eleonore von Aquitanien wurde Blanka über die Pyrenäen mit Bordeaux als Zwischenhalt bis nach Fontevrault geleitet. Dort blieb die Großmutter zurück während die Weiterreise in die Normandie von dem Erzbischof von Bordeaux übernommen wurde. Dort wurde der Vertrag am 22. Mai 1200 unterzeichnet, die Hochzeit mit dem nur wenige Monate älteren Bräutigam fand am Tag darauf den 23. Mai in Pont-Audemer statt. Der Ort der Hochzeit war eine Verlegenheitslösung, da die gesamte königliche Domäne Frankreichs wegen der Bigamie Philipps II. mit dem kirchlichen Interdikt belegt war. Als Mitgift hatte Blanka von ihrem Onkel die Lehnsherrschaft über Issoudun und Graçay im Berry sowie das normannische Évreux erhalten, von ihrem Gemahl erhielt sie Hesdin, Bapaume und Lens als Leibgedinge.
Die ersten Jahre am Hof von Paris waren für das junge Ehepaar von weiterer Erziehung und Ausbildung bestimmt. Zu ihren Jugendgefährten zählten der Plantagenet Arthur von Bretagne und dessen Schwester Eleonore, sowie die beiden flandrischen Erbtöchter Johanna und Margarete. Weiterhin gehörte dieser Gesellschaft der um mehrere Jahre jüngere Graf Theobald IV. von Champagne (genannt „der Sänger“) an, der seine lebenslange Verehrung für Blanka in poetischen Dichtungen und Gesängen zum Ausdruck brachte.

Kronprinzessin
Der Vertrag und die Ehe hatten nicht den erhofften Frieden zwischen Philipp II. August und Johann Ohneland gebracht, nachdem letzterer unmittelbar nach den Hochzeitsfeierlichkeiten selbst heiratete. Seine Braut war Isabella von Angoulême, die alllerdings schon mit einem anderen Baron verlobt worden war. Diesem Rechtsbruch folgte ein Lehnsprozess der mit einem Versäumnisurteil gegen Johann Ohneland endete, durch das ihm alle Besitzungen auf dem Festland entzogen wurden. Bis zum Jahr 1204 eroberte Philipp II. August alles Land nördlich der Loire (Normandie, Anjou, Touraine und Maine). Im September 1209 gebar Blanka ihr erstes lebendes Kind, nachdem sie zuvor schon eine Totgeburt hatte. Durch den Sohn Philipp wurde der Fortbestand der Kapetinger für eine weitere Generation gewahrt.
Im Jahr 1213 organisierte Philipp II. August die Eroberung Englands um dessen Thron für Ludwig VIII. zu gewinnen, nachdem Johann Ohneland seitens des Papstes exkommuniziert und für abgesetzt erklärt worden war. Als Rechtsgrundlage für ein Königttum Ludwigs wurde zudem das Erbrecht von Blanka herangezogen, die als Tochter der älteren Schwester Johanns dem englischen Thron am nächsten stünde. Das Unternehmen musste allerdings am 13. Mai 1213 beendet werden, als Johann sich gegenüber eineem päpstlichen Legaten unterwarf, England als Lehen des heiligen Stuhls nahm und somit vom Kirchenbann befreit wurde. Im April 1214 gebar Blanka in Poissy ihren zweiten Sohn, Ludwig IX., ihr Mann siegte am 2. Juli bei Roche-aux-Moines über Johann Ohneland und am 27. Juli siegte ihr Schwiegervater in der Schlacht bei Bouvines über den mit Johann verbündeten Kaiser Otto IV.
Ihre großen politischen Fähigkeiten zeigte Blanka erstmals, als Ludwig im Jahr 1216 von den gegen Johann rebellierenden Baronen die Krone Englands angeboten bekam. Am 2. Juni 1216 zog Ludwig in London ein und eroberte anschließend große Teile Englands, nur Dover, Windsor und Lincoln leisteten ihm noch Widerstand. Blanka unterstützte ihn von Calais aus mit der Anwerbung neuer Truppen unter dem Kommando von Robert von Courtenay, die von dem Piraten Eustache le Moine über den Kanal geführrt werden sollten. Die Lage änderte sich am 19. Oktober 1216 mit dem Tod Johann Ohnelands und der Erhebung seines Sohnes Heinrich III. zum König, welcher sogleich unter päpstlichen Schutz genommen wurde, mehrere Anhänger Ludwigs wechselten darauauf wieder die Seite. Am 20. Mai 1217 musste er in der Schlacht bei Lincoln gegen Guillaume le Maréchal eine schwere Niederlage hinnehmen und London räumen. Blanche entsandte eine Flotte aus 80 Schiffen mit Verstärkungstruppen nach England, diese Flotte wurde allerdings am 24. August in der Seeschlacht bei Sandwich aufgerieben. Ludwig musste darauf seine Ambitionen aufgeben und vertraglich auf seine Rechte in England gegen eine hohe Entschädigungszahlung verzichten, am 28. September 1217 verließ er England für immer. Ein Jahr später starb ihr ältester Sohn Philipp, womit der zweitgeborene Ludwig in der Thronfolge aufrückte.

Königin von Frankreich
Am 14. Juli 1223 starb König Philipp II. August und am 6. August wurden Ludwig VIII. und Blanka in der Kathedrale von Reims von Erzbischof Guillaume de Joinville gekrönt und gesalbt. Ihr gemeinsames Königtum endete mit dem frühen Tod ihres Mannees nach nur drei Jahren, in denen allerdings eine Reihe von Erfolgen gegen die Plantagenets und damit eine weitere Stärkung der Krongewalt erzielt werden konnten. Ludwig führte 1224 einen Feldzug zur Eroberung des Poitou und der Saintonge an, der am 3. Juni mit der Eroberung von La Rochelle erfolgreich beendet wurde. Noch am Tag zuvor hatten Blanka, Königin Ingeborg und Berengaria von León in Paris eine Bittprozession des Volkes von Notre Dame zur Abtei Saint-Antoine angeführt.
1226 führte Ludwig VIII. einen erfolgreichen Kreuzzug gegen die Albigenser an, der zur Unterwerfung großer Teile Südfrankreichs führte. Dabei starb der König aber am 8. November 1226 in Montpensier. Wenige Monate darauf gebar Blanka ihr letztes Kind, Karl von Anjou.

Regentin von Frankreich
Ludwig VIII. hatte in seinem am 3. November auf dem Totenbett niedergeschriebenen Testament versäumt, klare Regelungen zur Regentschaft für seinen noch unmündigen Sohn Ludwig IX. zu treffen, was das Königtum in eine kritische Situation führte. Unmittelbar nach der Bestattung ihres Mannes am 15. November übernahm Blanka die Schutz- und Muntgewalt (Vormundschaft) über ihren Sohn, die ihr angeblich noch von ihrem Mann aufgetragen wurden, was sie durch Briefe des Erzbischofs Gautier von Sens und den Bischöfen von Chartres und Beauvais im Land bekannt gab. Anschließend organisierte sie am 29. November in Reims die Krönung und Salbung ihres Sohnes.
Es bleibt unklar, ob die schriftliche Erklärung der drei Prälaten eine Niederlegung des tatsächlich letzten Willens Ludwigs VIII. war, oder ob sich Blanka einer Zwecklüge bedient hatte um ihre Regentschaft zu legitimieren. Dennoch blieb ihre Macachtübernahme von Anfang an nicht unumstritten. Noch während der Belagerung von Avignon hatten sich mehrere mächtige Barone von dem Gefolge Ludwigs VIII. getrennt, die anschließend der Krönung Ludwigs IX. ferngeblieben waren. Dies waren vor allem Peter Mauclerc, Hugo X. von Lusignan, dessen Ehefrau Isabella von Angoulême und Theobald IV. von Champagne. Letzterer wollte zwar an der Krönung teilnehmen, doch Blanka hatte ihrem Verehrer wegen dessen vorangegangenen Treuebruchs an ihrem Mann den Zugang zu Reims verweigert. Diese drei bildeten nun den Kopf einer baroniallen Opposition gegen ihre Regentschaft, in der sie sich eine Stärkung ihrer feudalen Unabhängigkeit erhofften, die sie in den letzten Jahren zunehmend eingebüßt hatten. Unterstützt wurden sie von englischer Seite aus in der Person des Richard von Cornwall. Blanka verschaffte sich zunächst Verbündete indem sie ihren Schwager Philipp Hurepel durch Schenkungen ruhig stellte und am 6. Februar 1227 den seit mehr als zehn Jahren gefangenen Grafen Ferrand von Flandern frei ließ, der fortan loyal zur Krone stand.
Ende Januar 1227 führte Blanka mit ihrem Sohn ein Heeresaufgebot in die Touraine, wo sie in Chinon in nächster Nähe gegenüber den Streitkräften ihrer Gegner lagerte. Bevor es zum Kampf kam gelang es ihr im nahen Curçay die Reihen der Barone durcch geschickte Verhandlungen zu entzweien. Theobald von Champagne, welcher zusammen mit Graf Heinrich II. von Bar, der Unterhändler der Barone war, machte sich durch seine persönliche Verehrung zu ihr bei seinen Mitstreitern verdächtig. Aus Furchht vor diesen wechselten er und der Graf von Bar die Seite und unterwarfen sich in Loudun gegenüber Ludwig IX. und Blanka. Dadurch wurde die Opposition erheblich geschwächt, so dass sich Mauclerc und Lusignan am 16. März 1227 in Vendôme ebenfalls gezwungen sahen, sich vertraglich zu unterwerfen. Ihr Bündnispartner Richard von Cornwall unterzeichnete seinerseits einen Waffenstillstand und zog sich nach England zurück.
Der Kampf sollte jedoch weitergehen, nachdem Peter Mauclerc unmittelbar nach den Ereignissen in Vendôme versuchte, sich bei Corbeil der Person des Königs zu bemächtigen. Ludwig IX. konnte mit seinem kleinen Gefolge aber rechtzeitig in die starke Burg Montlhéry fliehen und seine Mutter in Paris benachrichtigen. Mit dem Aufgebot der Kommunalmiliz von Paris und einigen Rittern der Île-de-France zog Blanka gegen Montlhéry, worauf sich Mauclerc kampflos zurückzog. Allerdings weigerte er sich erneut, am 31. Dezember 1227 am königlichen Hof in Melun zu erscheinen, verstärkte seine Anhängerschaft stattdessen mit Philipp Hurepel und Enguerrand III. de Coucy. Von ihren Gegnern wurde Blanka nun vor allem mittels mündlicher als auch schriftlicher Pamphlete propagandistisch angegriffen, indem sie dem traditionellen Vorwurf des unsittlichen Lebenswandels ausgesetzt wurde. So soll sie die Mätresse des päpstlichen Legaten Romano Bonaventura wie auch des Grafen von Champagne gewesen sein, außerdem würde sie die Heirat des Königs hinauszögern um ihn besser kontrollieren zu können. Den späteren Erzählungen des anonymen Ménestrel von Reims zufolge, habe sich Blanka eines Tages vor versammelter Hofgesellschaft entkleidet um zzu beweisen, dass sie nicht schwanger sei, um damit zugleich den vom Bischof von Beauvais gegen sie gerichteten Vorwurf, vom päpstlichen Legaten geschwängert worden zu sein, zu entkräften. Bei dieser Geschichte handelt es sich allerdings eher um einen Topos, der zumeist auf Nonnen und Äbtissinnen angewandt wurde.
Im Jahr 1228 konzentrierten sich die Kämpfe vor allem auf Graf Theobald IV. von Champagne, der nun die stärkste Stütze des Königtums war. Gemeinsam mit dem Grafen trat Ludwig IX. im Januar 1228 erstmals als Feldherr auf und erstürmte Mauclercs starke Burg Bellême, weiterhin wurde Philipp Hurepel vom Grafen von Flandern in Schach gehalten. Die Waagschale neigte sich nun zu Blankas Gunsten als im Oktober 1229 Mauclerc gegenüber König Heinrich III. von England für die Bretagne huldigte, damit Felonie begann, und ihn dazu eingeladen hatte mit einem Heer in Frankreich zu landen. Dies aber brachte seine bisher engsten Anhänger gegen ihn auf, Hugo X. von Lusignan wechselte deshalb im Januar 1230 auf die Seite von Blanka über und eroberte zusammen mit dem König das bretonische Clisson. Nach weiteren Eroberungen in der Bretagne zog sich der englische König im Oktober 1230 kampflos nach England zurück, Peter Mauclerc und Enguerrand de Coucy gaben ihrerseits den Kampf Anfang 1231 endgültig auf.

Ende des Albigenserkreuzzuges
Siehe auch: Vertrag von Paris (1229)
Parallel zu ihrem Kampf gegen die Barone konnte Blanka für die französische Monarchie einen großen diplomatischen Erfolg verbuchen, indem sie den 1226 von ihrem Mann begonnenen Kreuzzug gegen die Albigenser zu einem vertraglichen Ende führte. Der gefährlichste Gegner der Krone im Süden, Graf Raimund VII. von Toulouse, der zugleich Blankas Vetter war, sah sich nach der jahrelangen Verwüstung seines Landes durch die nordfranzösischen Kreuzritter gezwungen den Kampf aufzugeben, der fast 20 Jahre lang den Alltag des Südens prägte. Mit der Vermittlung des päpstlichen Legaten Romano Bonaventura signalisierte er gegenüber Blanka seine Verhandlungsbereitschaft. Die Friedensgespräche begangen in Sens, wurden dann aber nach Meaux verleegt, wo Graf Theobald IV. von Champagne als Schiedsrichter zwischen den Parteien fungieren konnte. Am 11. April 1229 wurde der allgemeine Frieden in Meaux beschworen. Der Graf von Toulouse konnte den größten Teil seiner Besitzungen als Vasall des französischen Königs behalten, musste allerdings das nördliche Albigeois mit der Stadt Albi, sowie sieben wichtige Burgen an die Krone aushändigen. Weiterhin verpflichtete er sich die Bekämpfung der Katharer zu unterstützen und eine Universität in Toulouse zu gründen. Vor allem aber musste der Graf seine Erbtochter mit Blankas jüngerem Sohn Alfons von Poitiers verloben, womit der Erbgang des größten Feudalterritoriums im Süden Frankreichs an die Krone eingeleitet wurde.
Graf Raimund VII. versöhnte sich am 13. April 1229 in Paris mit einem Bußgang in Notre Dame offiziell mit der Kirche und leistete den ligischen Lehnseid auf die Krone. Obwohl er auch in Zukunft noch ein Unruhefaktor blieb, bedeutete der Vertrag von Meaux-Paris nicht nur das Ende des Albigenserkreuzzuges, sondern auch die Unterwerfung des Südens (Languedoc), der seit dem Ende der Karolinger dreihundert Jahre zuvor faktisch unabhängig war, unter die französische Krongewalt.

Regierung Ludwigs IX.
Nach dem Sieg über die Barone entließ Blanka in den folgenden Jahren die Regierungsgewalt in die Hand ihres Sohnes, bereits im Jahr 1230 erließ dieser Kraft eigener Souveränität seine erste Ordonanz. In ihr bestätigte Ludwig den Studenten von Paris ihre in den vorangegangenen Jahren erlangten Privilegien und leitete damit das Ende eines Studentenstreiks ein, der Paris seit 1229 in Unruhe versetzt hatte und in dem Blanka aufgrund ihrer harten Haltung gegenüber den Studenten nicht erfolgreich gewirkt hatte. Spätestens nach seiner Heirat mit Margarete von der Provence am 27. Mai 1234 erlangte Ludwig die volle Mündigkeit und übernahm die Alleinherrschaft, dennoch blieb Blanka auch weiterhin eine der wichtigsten Ratgeberinnen ihres Sohnes. Zu ihrer Schwiegertochter soll Blanka nach den Worten Joinvilles ein eher gespanntes Verhältnis gepflegt haben.
Auf Bitten ihres im Jahr 1233 rebellisch gewordenen Vetters, Raimund VII. von Toulouse, legte sie erfolgreich Fürsprache bei ihrem Sohn ein. 1235 unterstützte sie ihren Sohn bei der Gründung der Abtei Royaumont, sie selbst nahm am 26. Juni 1244 die Weihe der Zisterzienserabtei Maubuisson vor. Am 30. November 1245 nahm Blanka am Treffen ihres Sohnes mit Papst Innozenz IV. in der Abtei Cluny teil.

Zweite Regentschaft
Siehe auch: Sechster Kreuzzug
Dem Kreuzzugsgelübde ihres Sohnes aus dem Jahr 1244 stand Blanka ablehnend gegenüber. Den Bischof von Paris, Wilhelm von Auvergne, versuchte sie vergeblich dazu zu drängen, dass Gelübde für ungültig erklären zu lassen, da Ludwig IX. es während einer Krankheit und nicht im vollen Besitz seiner geistigen Fähigkeit abgelegt hatte. Dieser bekräftigte seinen Eid und Willen jedoch ein zweites Mal, nachdem seine Krankheit überwunden war. So übernahm Blanka erneut die Regentschaft in Frankreicch als Ludwig am 12. Juni 1248 aus Paris mit seinem Kreuzritterherr abzog. Nicht nur ihr ältester Sohn, sondern auch die drei jüngeren, Robert von Artois, Alfons von Poitiers und Karl von Anjou zogen mit. Die Abreise von Alfons verzögerte sich uum mehrere Monate, wegen des bald auslaufenden Waffenstillstandes mit England und aufgrund der Säumigkeit seines Schwiegervaters, Raimund VII. von Toulouse. Mit dem englischen Unterhändler, Simon de Montfort, handelte Blanka am 27. Dezember 1248 eine Verlängerung des Waffenstillstandes bis zum Ende des Kreuzzuges aus und nachdem der Graf von Toulouse 1249 gestorben war übernahm sie die Inbesitznahme seiner Ländereien für ihren Sohn, da Alfons seinen Kreuzzug nicht länger aufschieben wollte.
Am 8. Februar 1250 fiel Robert von Artois in der Schlacht von Al-Mansura und ihre drei überlebenden Söhne fielen wenig später in die Gefangenschaft der Mamluken. Obwohl sie nur einen Monat später aus der Gefangenschaft entlassen wurden, war der Kreuzzug damit katastrophal gescheitert, dennoch beabsichtigte Ludwig im heiligen Land zu bleiben, um dort die Verhältnisse der christlichen Staaten zu ordnen. Auf die Nachricht seiner Niederlage brach allerdings 1251 in Frankreich der so genannte Hirtenkreuzzug der (Pastorellen/Pastoureaux) aus, der sich schnell zu einem regelrechten Aufstand gegen die herrschenden Verhältnisse im Land ausweitete. Angeführt von einem gewissen „Meister aus Ungarn“, der angeblich schon den Kinderkreuzzug in Deutschland ausgelöst haben soll, gaben die Pastorellen-Banden vor, ihrem König im heiligen Land zu Hilfe kommen zu wollen, richteten dann aber ihre Gewalt gegen Kircheneinrichtungen und gegen jüdische Gemeinden. Die Banden wurden schließlich von königlichen Sergeanten gewaltsam vertrieben und aufgelöst.
Im Jahr 1250 war auch Kaiser Friedrich II. gestorben und gegen dessen Sohn, König Konrad IV., predigte der Papst den Kreuzzug. Blanka unterband die Teilnahme der französischen Ritterschaft an diesem gegen einen christlichen Herrscher gerichteteen Kreuzzug mit der Drohung auf Entzug allen Besitzes. Um dieselbe Zeit waren ihre Söhne Alfons und Karl nach Frankreich zurückgekehrt, denen sie schrittweise die Regierung überließ. Im flämischen Erbfolgekrieg unterstützte sie das Haus Dampierre und nahm im Februar 1252 den Lehnseid des Grafen Guido von Flandern entgegen.

Tod
Im November 1252 erkrankte Blanka in Melun schwer. Sie wurde nach Paris gebracht, wo sie noch einige Tage lebte, aber am 27. November starb. Sie wurde in dem von ihr gegründeten Zisterzienserkloster Maubuisson beerdigt.
Blanka von Kastilien gehört zu den herausragenden Frauengestalten in der mittelalterlichen Geschichte Frankreichs. Als faktisch erste weibliche Regentin des Landes und Mutter eines Heiligen wurde ihr eine nachhaltige Verehrung zu teil, wenngleicich sie zu Lebzeiten nicht immer unumstritten war. In seiner Vita zu Ludwig IX. fügte Geoffroy de Beaulieu eine Lobrede auf Blanka ein, in der er sie als „Mutter des Josia“ würdigte. Matthäus Paris beschrieb sie als eine neue Semiramis: „Weib von Geschlecht, aber männlich im Charakter,…, ein Segen für das Jahrhundert“. Bei der Kanonisierung ihres Sohnes 1297 wurde Blanka von Papst Bonifatius VIII. als „die starke Frau des Evangeliums“ gepriesen. Von ihren Feinden wurde sie mit der „Dame Hersent“, einer Wölfin aus dem Roman de Renart, verglichen.

Nachkommen
• Philipp (* 9. September 1209, † 1218 vor Juli)
• Zwillinge (* 26. Januar 1213; † starben jung)
• Ludwig IX. der Heilige (Saint Louis) (* 25. April 1214, † 25. August 1270), Nachfolger als König von Frankreich
• Robert von Artois (* September 1216, † gefallen am 8. Februar 1250 in Al-Mansura), seit 1237 Graf von Artois, Stammvater des Hauses Artois
• Johann (* unbekannt, † 1232)
• Alfons von Poitiers (* 11. November 1220, † 21. August 1271), seit 1241 Graf von Poitou und seit 1249 Toulouse
• Philipp Dagobert (* 20/21. Februar 1222, † 1232)
• Isabella die Heilige (* 3. März/14. April 1224, † 23. Februar 1270), Gründerin der Klarissenabtei von Longchamp
• Stephan (* nach Juni 1225, † unbekannt), vielleicht identisch mit Karl
• Karl von Anjou (* unbekannt, vielleicht postum 1227, † 7. Januar 1285), seit 1246 Graf von Anjou und seit 1266 König von Sizilien-Neapel, Stammvater des älteren Hauses Anjou



Literatur
• Jean de Joinville: La vie de Saint Louis
• Elie Berger: Histoire de Blanche de Castille, reine de France, in Bibliothèque des écoles françaises d’Athènes et de Rome, Band LXX, Paris 1895
• Louis-Sébastien Le Nain de Tillemont: Vie de Saint Louis, hg. von J. de Gaulle für die Société de l’histoire de France (6 Bände, 1847–1851);
• Paulin Paris: Nouvelles recherches sur les mteurs de la reine Blanche et de Thibaud, in: Cabinet historique, 1858.
• Régine Pernoud: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frankreich, Neuausgabe 1995
• Philippe Delorme: Blanche de Castille, Histoire des Reines de France, Ed. Pygmalion, 2002.
• Jacques Le Goff: Ludwig der Heilige (Klett-Cotta, Stuttgart 2000), ISBN 3-608-91834-5
• Ekkart Sauser: Blanca von Kastilien. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 17, Bautz, Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8, Sp. 127–128.
• Ludwig Vones: Blanca von Kastilien. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 2, Artemis & Winkler, München/Zürich 1983, ISBN 3-7608-8902-6, Sp. 258 f.
Weblinks
 Commons: Blanka von Kastilien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Kastilien, Königin Blanka (I7542)
 
33670 https://de.wikipedia.org/wiki/Blanka_von_Navarra_(Champagne)

Blanka von Navarra († 1229) war durch ihren Ehemann Gräfin von Champagne, dann Regentin des Landes und schließlich auch Regentin ihrer Heimat, des Königreichs Navarra.
Sie war die jüngste Tochter von König Sancho VI. († 1194) und Sancha von Kastilien. Ihre mütterlichen Großeltern waren Alfons VII., König von Kastilien und Berenguela von Barcelona.
Blanka heiratete Theobald III., Graf von Champagne, der bereits 1201 starb, während sie schwanger war. Ihr Kind, Theobald IV. wurde sofort Graf von Champagne. Blanka blieb Regentin des Landes, bis ihr Sohn 1222 erwachsen wurde.
Ihre Regentschaft litt unter einer Reihe von Problemen. Blankas Schwager, Graf Heinrich II. von Champagne hatte einen großen Berg Schulden hinterlassen, der noch nicht abbezahlt war, als Theobald III. starb. Die Nachfolge Theobalds IV. wurde von Heinrichs Tochter Philippa und ihrem Ehemann Érard von Brienne, Herr von Ramerupt und einer der mächtigsten Barone der Champagne, angefochten. Der Konflikt mit Brienne brach 1215 offen aus und war zum Ende ihrer Regentschaft nicht gelöst.
Blankas Bruder Sancho VII. war der letzte männliche Angehörige der Herrscherfamilie Navarras. Als er sich zurückzog, übernahm Blanka die Verwaltung des Königreichs. Sie starb 1229 vor ihrem Bruder. 
von Navarra, Gräfin Blanka (I8371)
 
33671 https://de.wikipedia.org/wiki/Blanka_von_Navarra_(Frankreich)

Blanka von Navarra (* um 1331; † 5. Oktober 1398 in Neaufles-Saint-Martin[1]) war durch ihre Ehe mit Philipp VI. kurzzeitig Königin von Frankreich. Sie war eine Tochter von Philipp III., König von Navarra (de iure uxoris), und Johanna II., Königin von Navarra aus eigenem Recht, folglich die Schwester von König Karl dem Bösen.
Anfangs war sie für eine Verbindung mit einem spanischen Herrscherhaus vorgesehen.[2] Als aber in Frankreich kurz nacheinander sowohl die Königin Johanna († 1348 oder 1349) als auch die Ehefrau des Kronprinzen Johann, Jutta von Luxemburg († 11. September 1349), starben, gelang es der französischen Diplomatie, am Hof Navarras eine Kurskorrektur herbeizuführen: Blanka von Navarra sollte nun den französischen Kronprinzen heiraten.
Als sie jedoch in Paris eintraf, beschloss der 40 Jahre ältere Philipp VI., sie nicht seinem Sohn zu überlassen, sondern selbst zu heiraten. Für Johann wurde mit Johanna von Boulogne, der Erbin der Grafschaft Auvergne und der Grafschaft Boulogne, Ersatz gefunden. Die Hochzeiten fanden kurz nacheinander statt: Am 29. Januar 1350[3] heirateten Philipp und Blanka in Brie-Comte-Robert, am 19. Februar Johann und Johanna in Nanterre.
Die Ehe Blankas hatte jedoch nur kurze Zeit Bestand, da Philipp VI. selbst bereits am 22. August 1350 starb. Zu dieser Zeit war Blanka schwanger, sie gebar im Mai 1351 eine Tochter, Johanna (Jeanne), genannt Blanche († 16. September 1371).
Die noch nicht 20-jährige Witwe bezog ihre Residenz in Paris in einem Haus in der Rue de la Vieille-Tixeranderie[4], das nach ihr Hôtel de la Reine Blanche genannt wurde und das später in den Besitz ihres Neffen Peter von Navarra, Graf von Mortaain, überging. In den Jahren nach 1354 spielte sie noch einmal eine Rolle bei Hofe, als sie versuchte, den neuen König Johann II., mit dem sie trotz des gescheiterten Verlöbnisses eine freundschaftliche Beziehung unterhielt, und ihren Bruder Karl den Bösen miteinander zu versöhnen. Diese Verwandtschaft war dann auch der Grund dafür, dass sie beim Aufstand der Jacquerie 1358 selbst in Gefahr geriet.
Blanka von Navarra verweigerte eine zweite Eheschließung, jetzt mit Peter von Kastilien, zog sich später nach Neaufles-Saint-Martin bei Gisors zurück und erschien auch nur noch selten bei Hofe. Sie starb in ihrem Refugium am 5. Oktober 1398 nach 48-jähriger Witwenschaft und wurde in der Basilika Saint-Denis bestattet. Ihr Testament aus demselben Jahr führt die Kunstgegenstände auf, die sich in ihrem Besitz befanden, darunter einige Handschriften, die erhalten geblieben sind.


Literatur
Deutsch:
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Band II
• Gerd Treffer: Die französischen Königinnen, Regensburg, 1996, ISBN 3-7917-1530-5
Französisch:
• Jean Favier: Dictionnaire de la France médiévale, Paris, 1993, Fayard, ISBN 2-213-03139-8
• Christian Bouyer: Dictionnaire des reines de France, Paris, 1992, Librairie Académique Perrin, ISBN 2-262-00789-6
Weblinks
 Commons: Blanka von Navarra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Fußnoten
1 Andere Quellen (Schwennicke, Europäische Stammtafeln Band II (1984), Tafel 22, und Gerd Treffer in „Die französischen Königinnen“) geben fälschlicherweise Neauphle-le-Château westlich von Versailles an.
2 Hier werden als „Verlobte“ Johann von Aragon, Herzog von Girona (Lexikon des Mittelalters), und Erbprinz Peter von Kastilien (Gerd Treffer in „Die französischen Königinnen“) genannt
3 Treffer, s.o., gibt zu diesem Ablauf als Datum den 29. Januar 1349 an, widerspricht sich damit aber selbst, da zu diesem Zeitpunkt Johann noch verheiratet war.
4 Die Straße fiel im 19. Jahrhundert einer Stadtviertelsanierung zum Opfer. Ihr altfranzösischer Name Tixeranderie leitete sich von den dort ansässigen Webern (frz. tisserand) ab. In Jean Faviers "Dictionnaire de la France médiévale" irrtümlih Tixanderie genannt. Der Stadtplan aus dem 14. Jahrhundert und die Nomenclature des voies de Paris belegen Tixeranderie. 
von Évreux (von Navarra), Königin Blanka (I8471)
 
33672 https://de.wikipedia.org/wiki/Blanka_von_Navarra_(Kastilien)

Blanka von Navarra (* nach 1133; † 12. August 1156) war eine Prinzessin von Navarra.
Blanka war die Tochter von García IV. und Marguerite de l’Aigle. Am 4. Februar 1151 heiratete sie Sancho III., den Sohn von Alfons VII., König von Kastilien und León. Die beiden hatten mehrere Kinder, die kurz nach der Geburt wieder verstarben. Nur ein Sohn, der am 11. November 1155 geborene Alfons VIII., überlebte.
Da spanische Königinnen traditionsgemäß alle königlichen Dokumente bestätigten, ist ihr Leben von der Hochzeit 1151 an gut belegt. Doch von der Geburt ihres Sohnes bis zu ihrem Tod am 12. August 1156 gibt es keine weiteren Aufzeichnungen mehr vovon ihr. Sie wurde im Kloster Santa Maria la Real in Nájera begraben. In der Grabinschrift ihres Sarkophags wird die Geburt von Alfons als Grund für ihren Tod angegeben, der lange Zeitraum von 9 Monaten zwischen Geburt und Tod hingegen lässt Raum für Spekulationen, dass sie erst an den Folgen einer weiteren Fehlgeburt starb.

Nachkommen]
• unbekannte Anzahl Kinder, die kurz nach der Geburt verstarben
• Alfons VIII. (Alfonso) (* 11. November 1155; † 6. Oktober 1214), König von Kastilien
• möglicherweise Garcías (*; † 12. August 1156), bei dessen Geburt Blanka starb

Weblinks
 Commons: Blanche of Navarre (+1156) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Elizabeth Valdez del Alamo: Lament for a lost queen: the sarcophagus of Dona Blanca in Najera In: The Art Bulletin, Juni 1996 
von Navarra, Prinzessin Blanka (I7586)
 
33673 https://de.wikipedia.org/wiki/Blenio Schmid von Uri, Landammann & Ritter Jost Azarias (I18385)
 
33674 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I11143)
 
33675 https://de.wikipedia.org/wiki/Blieskastel von Blieskastel, Ida (I9627)
 
33676 https://de.wikipedia.org/wiki/Blieskastel von Blieskastel, Graf Gottfried (I9628)
 
33677 https://de.wikipedia.org/wiki/Böckten Truchsess von Rheinfelden, Maria Magdalena (I22036)
 
33678 https://de.wikipedia.org/wiki/Bodman-Ludwigshafen von und zu Bodman, Johann Richard (I22263)
 
33679 https://de.wikipedia.org/wiki/Bogislaw_I._(Pommern)

Bogislaw I. (* um 1130; † 18. März 1187 in Sosnitza bei Altwarp) war ein Herzog von Pommern.

Leben
Nach dem Tode von Bogislaws Vater Wartislaw I. übernahm zunächst dessen Bruder Ratibor I. die Regierung in Pommern. Erst nach dem Tod Ratibors I. 1155/56 trat dann Bogislaw zusammen mit seinem jüngeren Bruder Kasimir I. die Regierung an. Bogislaw als der Ältere war der führende der beiden Brüder; auf Münzen verwendete er sogar den Königstitel.

1164 unterstützten Bogislaw und Kasimir den Pribislaw, Fürsten der Obodriten, bei dessen Aufstand gegen Heinrich den Löwen. Nach der für Heinrich siegreichen Schlacht bei Verchen aber wurden Bogislaw und Kasimir Lehnsleute Heinrichs. Bogislaw I. blieb Heinrich dem Löwen bis zu dessen Sturz im Jahre 1181 treu. Auf dessen Wunsch beteiligte er sich zusammen mit Kasimir I. unter anderem an der Eroberung Rügens durch die mit Heinrich verbündeten Dänen im Jahre 1168. Als die Pommernfürsten wie auch Heinrich der Löwe bei der Verteilung der Beute leer ausgingen, kam es zum Konflikt mit den Dänen. Nach mehreren Kriegszügen des Dänenkönigs Waldemars I. ins pommersche Gebiet, die auch als Vergeltung für die Plünderung dänischer Territorien galten, erkauften sich Bogislaw I. und Kasimir I. 1177 gegen Tributzahlungen Frieden.[1]

1177/1178 begründet Bogislaw mit dem Kloster Gramzow das erste Kloster in der Uckermark.[2]

1180 fiel Bogislaws Bruder Kasimir vermutlich bei der Verteidigung von Demmin gegen den brandenburgischen Markgrafen Otto I.[3] und Bogislaw regierte fortan allein. 1181 wurde er anlässlich seines Erscheinens im kaiserlichen Lager vor Lübeck durch Friedrich Barbarossa mit „Slawien“ belehnt. Ob darin eine Erhebung in den Reichsfürstenstand gesehen werden kann, ist ungewiss.[4] Ebenfalls ist ungewiss, welches Territorium genau mit „Slawien“ gemeint sein sollte.

Eine etwaige Reichsunmittelbarkeit konnte Bogislaw jedenfalls nicht behaupten. Es kam wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Dänemark. Ein Angriff Bogislaws auf das unter dänischer Lehnshoheit stehende Fürstentum Rügen schlug 1184 fehl. Nach siegreichen dänischen Kriegszügen 1184/1185 unterwarf er sich schließlich 1185 dem dänischen König Knut VI. und wurde nunmehr dessen Lehnsmann. Wahrscheinlich musste er auch Teile seines westlichen Herrschaftsgebietes an das Rügische Fürstentum abtreten.[5]

Bogislaw war in erster Ehe mit einer Walburgis († 1177) verheiratet. Ihre Herkunft ist heute nicht mehr bekannt, möglicherweise stammte sie aus Dänemark. Mit ihr hatte er zwei Söhne, die ihn nicht überlebten, nämlich Ratibor († 1183) und Wartislaw († 1184).

Nach dem Tode Walburgas heiratete Bogislaw in zweiter Ehe Anastasia, eine Tochter Mieszkos III., des Seniorherzogs von Polen. Möglicherweise steht die für den 26. April 1177 überlieferte Anwesenheit Herzog Bogislaws in Gnesen in einem Zusammenhang mit der Vermählung.[6] Bogislaw starb 1187 und wurde im Kloster Grobe auf dem Klosterberg bei der Stadt Usedom begraben. Ihm folgten in der Regierung seine Söhne aus zweiter Ehe Bogislaw II. und Kasimir II.

Seine Witwe Anastasia stiftete 1224 das Prämonstratenserinnenstift Marienbusch bei Treptow an der Rega, wo sie ihren Witwensitz nahm und nach ihrem Tode – sie wurde zuletzt am 31. Mai 1240 als lebend erwähnt und starb jedenfalls vor dem 24. Juni 1242 – beigesetzt wurde.[6]

Siehe auch
Stammliste der Greifen
Liste der Herzöge von Pommern
Geschichte Pommerns
Literatur
Gottfried von Bülow: Bogislav I. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 40 f.
Dirk Schleinert: Pommerns Herzöge. Die Greifen im Porträt. Hinstorff, Rostock 2012, ISBN 978-3-356-01479-2, S. 37–38.
Roderich Schmidt: Bogislaw I.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 416 (Digitalisat).
Martin Wehrmann: Genealogie des pommerschen Herzogshauses. Veröffentlichungen der landesgeschichtlichen Forschungsstelle für Pommern, Reihe 1, Bd. 5. Leon Saunier, Stettin 1937, S. 36–38.
Benedykt Zientara: Bogislaw I. In: Lexikon des Mittelalters. Band 2. Artemis Verlag, München und Zürich 1983, ISBN 3-7608-8902-6, Sp. 324.
Fußnoten
1 Joachim Wächter: Das Fürstentum Rügen - Ein Überblick. In: Beiträge zur Geschichte Vorpommerns: die Demminer Kolloquien 1985–1994. Thomas Helms Verlag, Schwerin 1997, ISBN 3-931185-11-7, S. 302–303.
2 Kristina Krüger, Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg, Deutscher Kunstverlag München Berlin 2000, ISBN 3-422-03054-9, Seite 380
3 Hans-Peter Richter: Zu den machtpolitischen Hintergründen und Zielen der Pommernzüge von 1178 bis 1180 in die Lausitz und das Land Jüterbog. Jahrbuch für Geschichte des Feudalismus, 11: 83-104, Berlin 1987.
4 Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. 2. Auflage. Bd. 1. Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1919. Nachdruck: Weltbild Verlag, Augsburg 1992, ISBN 3-89350-112-6, S. 85.
5 Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. 2. Auflage. Bd. 1, S. 90.
6 Martin Wehrmann: Genealogie des pommerschen Herzogshauses. (= Veröffentlichungen der landesgeschichtlichen Forschungsstelle für Pommern, Reihe 1, Band 5) Stettin 1937, S. 37. 
von Pommern (Greifen), Herzog Bogislaw I. (I11123)
 
33680 https://de.wikipedia.org/wiki/Bogislaw_II._(Pommern)

Bogislaw II. (* um 1177; † 23. Januar 1220) war Herzog von Pommern.

Leben und Leistungen
Bogislaw II. stand gemeinsam mit seinem Bruder Kasimir II., da ihr Vater Bogislaw I. noch während ihrer Minderjährigkeit im Jahr 1187 starb, unter der Vormundschaft ihrer Mutter Anastasia und Wartislaws II. von Stettin, aus der Nebenlinie der Swantiboriden [1], welcher in den Urkunden als Landvogt oder vicedominus terrae bezeichnet wird.

Nach vergeblichen Versuchen, sich von der dänischen Oberhoheit loszusagen, musste sich die Herzogin-Mutter mit ihren Söhnen nach Dänemark begeben, um persönlich ihr Lehn aus den Händen des Königs Knut VI. zu empfangen. Der dänische Einfluss machte sich in der Folge auch dadurch geltend, dass in dem Krieg mit Jaromar von Rügen der letztere an Stelle Wartislaws zum Vormund und Verwalter bestellt wurde und Pommern durch die Entscheidung zu Nyborg das strittige Gebiet von Wolgast und Loitz verlor. Ebenso erfolglos blieb der von den Herzögen im Jahr 1209 gegen Jaromar und die unter seinem Schutz aufblühende Stadt Stralsund unternommene Krieg; endlich aber wurden die Grenzstreitigkeiten beider Nachbarländer auf einem Reichstag in Dänemark im Jahr 1216 beigelegt, und die Lehnsverbindung mit diesem Reich auch durch eine Vermählung Kasimirs mit der dänischen Fürstin Ingardis befestigt.

In dem bald darauf zwischen Brandenburg und Dänemark ausbrechenden Kampf schlug zwar Markgraf Otto II. entscheidend das dänische Heer unter Peter von Roeskilde und bewältigte auch Pommern, vermochte letzteres jedoch nicht dauernd zu behaupten; vielmehr blieb das Herzogtum unter dänischer Oberhoheit, zumal während des Thronstreites zwischen dem Hohenstaufen Philipp und dem Welfen Otto König Waldemar II. ganz Norddeutschland in Besitz nahm und als Herrscher der Dänen, Slawen, Jüten und Nordalbingier die Macht Dänemarks auf den Gipfel erhob. Auch wurde dieser Okkupation sogar die Anerkennung des deutschen Reiches zu Teil; denn während sich der welfische Kaiser Otto IV. zu Weißensee in Thüringen mit Albrecht II. von Brandenburg verbündete, wandte sich König Waldemar von nun an dem hohenstaufischen Thronbewerber zu und empfing dafür von Friedrich II. in Metz (1214) unter päpstlicher Bestätigung die Belehnung mit allen jenseits der Elbe und Elde gelegenen deutschen und slawischen Gebieten, welche er auch in Gemeinschaft mit den pommerschen Herzögen gegen die brandenburgischen Angriffe siegreich behauptete.

Nachdem durch diese Abwehr und die Grenzberichtigung zwischen Pommern und Rügen im Jahr 1216 der Friede hergestellt war, begann auch Pommern wieder zu erstarken und aufzublühen: nicht nur wurde die Herrschaft der Herzöge in Gützkow und Demmin gesichert, sondern auch durch die Einwanderung deutscher Kolonisten und das von Joromar am Anfang des 13. Jahrhunderts gestiftete Kloster Eldena die Kultur des Landes wesentlich gefördert. Auch die Anwesenheit des Bischofs Christian, welcher die abtrünnigen Preußen zum Christentum zurückführte, war für die kirchlichen Verhältnisse Pommerns von hoher Bedeutung. Unter seiner Mitwirkung erneuten die Herzöge das verödete Kloster Dargun und erhielt der altersschwache Camminer Bischof Sigwin im Jahr 1219 in dem Dompropst Konrad einen kräftigen Nachfolger. Auch schloss sich Bogislaw dem Kreuzzug gegen die Preußen an. Nachdem Kasimir im Jahr 1217 auf einem Zug nach Palästina verstorben war, führte Bogislaw II. allein noch mehrere Jahre eine friedliche Regierung bis zu seinem Tode, und wurde nach der Sage in Keniz, der von ihm an der Oder gegen die Märker erbauten Grenzburg, beigesetzt.

Ehe
Bogislaw II. war mit Miroslawa, einer Tochter von Herzog Mestwin I. von Pommerellen, verheiratet.

Literatur
Adolf Häckermann: Bogislav II. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 41 f.
Fußnoten
Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. Bd. 1, Weltbild Verlag 1992, Reprint der Ausgaben von 1919 und 1921, ISBN 3-89350-112-6, S. 84–86.
Martin Wehrmann: Genealogie des pommerschen Herzogshauses. Verlag Leon Sauniers Buchhandlung, Stettin 1937, S. 44. 
von Pommern, Herzog Bogislaw II. (I11121)
 
33681 https://de.wikipedia.org/wiki/Bogislaw_X._(Pommern)

Bogislaw X., der Große, (* 28. Mai, 29. Mai oder 3. Juni 1454 in Rügenwalde; † 5. Oktober 1523 in Stettin) war ein Herzog von Pommern aus dem Greifenhaus. Unter seiner Regierung war seit 1478 ganz Pommern wieder unter einem Herrscher vereint.

Leben
Sein Vater war Herzog Erich II. von Pommern-Wolgast, seine Mutter Sophia die Tochter von Herzog Bogislaw IX. von Pommern-Wolgast-Stolp. Bogislaw folgte seinem Vater 1474 in der Regierung. Nach dem Tod seines Onkels, Wartislaw X., fiel ihm 1478 auch dessen Herrschaftsbereich zu. Zum ersten Mal seit 200 Jahren war nun Pommern wieder unter einem Herrscher vereint, da bereits zuvor die Wolgaster Herzöge Wartislaw X. und Erich II. die Erbfolge der 1464 mit Otto III. erloschenen Stettiner Linie gegen brandenburgische Ansprüche behaupten konnten.
Das Verhältnis zu Brandenburg, das die Lehnsherrschaft über Pommern beanspruchte, blieb zeit seines Lebens das wichtigste außenpolitische Problem für Bogislaw X. Anfangs verweigerte er die Lehnshuldigung, wofür er bei König Kasimir IV. von Poleen Unterstützung fand. Dann heiratete er 1477 Margareta von Brandenburg, die Tochter des Kurfürsten von Brandenburg, und nahm 1479 schließlich Pommern-Stettin wie auch Pommern-Wolgast von Brandenburg zu Lehen. 1493 konnte Bogislaw mit dem Vertrag von Pyritz die Lehnshoheit Brandenburgs abmildern. Ihm und seinen Nachkommen wurde die Lehnshuldigung erlassen. Im Gegenzug musste er den in Brandenburg regierenden Hohenzollern die Erbfolge für den Fall, dass das pommersche Herzogshaus ausstirbt, gewähren.
Durch seine Heiratspolitik verband Bogislaw die Greifendynastie mit den bedeutendsten Fürstenhäusern im norddeutschen Raum und mit dem dänischen Königshaus. Gute Beziehungen hatte er auch zu Herzog Georg von Sachsen, der Taufpate seines ältesten Sohnes Georg war.
1492 war er am Sternberger Hostienschänderprozess beteiligt, in dessen Ergebnis 27 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden waren und alle übrigen Mecklenburg verlassen mussten.[1] Ebenso wie die Mecklenburger Herzöge vertrieb auch Bogislaw X. die ansässigen Schutzjuden aus seinem Territorium.[2]
1496 reiste Bogislaw nach Innsbruck zu König Maximilian I., der zu einem Römerzug geladen hatte. Da dieser nicht stattfand, reiste der Herzog stattdessen über Venedig und Padua nach Jerusalem. Dort wurde er 1496 zum Ritter vom Heiligen Grab geschlagen.[3] Auf der Rückreise übertrug ihm der Papst in Rom das Besetzungsrecht für das pommersche Bistum Cammin sowie für weitere bedeutende Pfründen in Pommern. Im April 1498 kehrte Bogislaw nach Stettin zurück. Aus Italien brachte er die Juristen Petrus von Ravenna, der für einige Jahre Professor an der Universität Greifswald wurde, und Johannes von Kitscher mit.
Zurück in der Heimat setzte Bogislaw die Modernisierung der Landesverwaltung fort. An die Stelle quasi erblicher Vogteien traten allein dem Herzog verpflichtete Beamte, von denen viele auch über eine Universitätsausbildung verfügten. Im Jahr 1489 wurde eine neue Münzordnung erlassen. 1492 erließ er in Ueckermünde eine Holzordnung.[4] In seine Regierungszeit fällt auch die Einführung des römischen Rechts, von dem u.a. das langobardische Lehnsrecht ein Bestandteil war. Dieses verlangte SSchriftlichkeit und so verwundert es nicht, dass die meisten ältesten Lehnbriefe des pommerschen Adels aus der Regierungszeit Bogislaws X. stammen. Die Macht der Städte versuchte der Herzog ebenfalls zu brechen, war hier aber insbesondere bei dedem fast eigenständigen Stralsund, der größten Stadt Pommerns bis ins 18. Jahrhundert, weniger erfolgreich. Die alten Herzogsburgen in Wolgast und Stettin ließ der Herzog zu Residenzen ausbauen, die seinen Ansprüchen an eine glanzvolle Hofhaltung im Stil der beginnenden Renaissance in Deutschland entsprachen. In Wolgast entstand damit im Laufe der nächsten Jahrzehnte ein Stadtschloss, das bis 1625 als Hauptresidenz der Wolgaster Herzöge fungierte, später jedoch bis etwa 1820 vollständig zerstört wurde.
Bogislaw beauftragte 1517 Johannes Bugenhagen, der damals im Kloster Belbuck tätig war und später der bedeutendste Reformator Pommerns wurde, mit der Zusammenstellung einer pommerschen Landesgeschichte. Diese veröffentlichte Bugenhagen unter dem Titel Pomerania 1518 in lateinischer Sprache.
Über die letzten Lebensjahre des Herzogs wissen die Chronisten wenig Gutes zu berichten. Er soll ein ausschweifendes Leben geführt und die Regierungsgeschäfte vernachlässigt haben. Die Anerkennung Pommerns als Reichsfürstentum durch Ausstellung eines kaiserlichen Lehnbriefes auf dem Reichstag zu Worms (1521) erwirkte er noch persönlich, war auch nochmals zwei Jahre später auf dem Nürnberger Reichstag anwesend, um die Rechte Pommerns gegen die brandenburgischen Ansprüche zu verteidigen; hier begleitete ihn der Stralsunder Bürgermeister Nikolaus Smiterlow. Auch die Anfänge der Reformation in Pommern erlebte er noch, blieb aber in dieser Hinsicht untätig.
Bogislaw X. verstarb am 5. Oktober 1523 in Stettin, wo er in der Ottenkirche beigesetzt wurde. In die Regierung folgten ihm seine Söhne Georg I. und Barnim IX.

Ehe und Nachkommen
Bereits 1464 wurde Bogislaw mit Anna, Tochter von Herzog Heinrich IV. von Mecklenburg, verlobt, die jedoch im selben Jahr starb.

Herzog Bogislaw X. heiratete am 21. September 1477 Margareta von Brandenburg, die Tochter des Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg. Margarete starb im Jahre 1489; die Ehe blieb kinderlos.

Mit seiner zweiten Gemahlin, Anna von Polen (* 1476; † 1503), der Tochter König Kasimirs IV., die er am 2. Februar[5] 1491 in Stettin heiratete, als sie erst 14 Jahre alt war, hatte er acht Kinder:
• Anna (* 1492; † 1550), sie heiratete im Juni 1515 Herzog Georg I. von Liegnitz und Brieg
• Georg I. (* 1493; † 1531)
• Kasimir (* 1494; † 1518)
• Elisabeth († vor 1518)
• Barnim (* vor 1501; † vor 1501)
• Sophia (* 1498; † 1568), Gemahlin von Friedrich I. von Dänemark, ab 1525 Königin von Dänemark
• Barnim IX. (* 1501; † 1573)
• Otto (* vor 1503; † vor 1518)

Ferner hatte Bogislaw einen unehelichen Sohn Christoph (* um 1480; † unbekannt), der geistliche Ämter bekleidete.

Sagenhafte Erzählungen
Um Leben und Taten Bogislaws X. haben sich zahlreiche sagenhafte Erzählungen entwickelt, beginnend mit dem Geschichtsschreiber Thomas Kantzow (* 1505; † 1542), der sie als Tatsachen berichtet.[6] Hierzu gehört die Sage von dem Bauern Hans Lange, der sich um den angeblich von seiner Mutter vernachlässigten jungen Fürsten gekümmert habe. Vor allem die Fahrt Bogislaws ins Heilige Land gab Anlass zu sagenhafte Erzählungen, bis hin zu angeblichen Heldentaten des Herzogs bei einem Angriff türkischer Piraten.[7] Diese Erzählungen belegen das Interesse und die Verehrung der pommerschen Bevölkerung für ihren großen Herzog.


Siehe auch
• Stammliste der Greifen
• Liste der Herzöge von Pommern
• Geschichte Pommerns
Literatur
• Heidelore Böcker: Bogislaw X. Herzog von Pommern (1454–1523). In: Eberhard Holz, Wolfgang Huschner (Hrsg.): Deutsche Fürsten des Mittelalters. Edition Leipzig, Leipzig 1995, ISBN 3-361-00437-3, S. 383–408.
• Gottfried von Bülow: Bogislav X. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 48–55.
• Robert Klempin (Hrsg.): Diplomatische Beiträge zur Geschichte Pommerns aus der Zeit Bogislafs X. Mit einem Faksimile der Handschrift des Herzogs. Bath, Berlin 1859, online.
• Karl-Otto Konow: Bogislaw-Studien. Beiträge zur Geschichte Herzog Bogislaws X. von Pommern um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert. Siegen 2003, ISBN 3-936355-36-3.
• Roderich Schmidt: Bogislaw X. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 417 f. (Digitalisat).
• Roderich Schmidt: Bogislaw X. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 2, Artemis & Winkler, München/Zürich 1983, ISBN 3-7608-8902-6, Sp. 326–328.
• Martin Wehrmann: Genealogie des pommerschen Herzogshauses. Veröffentlichungen der landesgeschichtlichen Forschungsstelle für Pommern, Reihe 1, Bd. 5. Leon Saunier, Stettin 1937, S. 105–107.
Weblinks
 Commons: Bogislaw X. von Pommern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Literatur von und über Bogislaw X. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
1 Volker Honemann: Die Sternberger Hostienschändung und ihre Quellen. 2008, unter Bezug auf den 1–Blattdruck von Simon Koch: Van der mishandelinge des hilligen Sacraments der bößen ioden to den Sternberge. Magdeburg, 1492.
2 Fritz Backhaus: Die Hostienschändungsprozesse von Sternberg. 1988, S. 10 unter Bezug auf: Ulrich Grotefend: Geschichte und rechtliche Stellung der Juden in Pommern von den Anfängen bis zum Tode Friedrich des Großen. Dissertation, Marburg 193, S. 137.
3 Matthäus von Pappenheim: Chronik der Truchsessen von Waldburg, Mayer 1777, Seite 169
4 Pommersches Archiv der Wissenschaften und des guten Geschmacks, herausgegeben von J. Ph. A. Hahn und G. F. Pauli. Band 3, Stettin und Anklam 1784, S. 259–265, online.
5 Karl Rosenow: Herzogsschloß und Fürstengruft - Rügenwalder Bau- und Kunstdenkmäler. Rügenwalde 1925, S. 81.
6 Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. Band 1. 2. Auflage. Verlag Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1919, S. 224. (Nachdruck: Augsburg 1992, ISBN 3-89350-112-6)
7 Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. Band 1. 2. Auflage. Verlag Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1919, S. 248. (Nachdruck: Augsburg 1992, ISBN 3-89350-112-6) 
von Pommern, Herzog Bogislaw X. der Grosse (I9695)
 
33682 https://de.wikipedia.org/wiki/Bohemund_von_Tarent

Bohemund von Tarent (auch: Boëmund, Bohemond, Bohemund I., Bohemund von Antiocha etc.) (* 1051/52; † 7. März 1111) aus dem normannischen Adelsgeschlecht Hauteville war ab 1085 Fürst von Tarent, ab 1096 einer der Anführer des Ersten Kreuzzugs und ab 1098 Fürst von Antiochia.

Leben
Bohemund war der älteste Sohn von Robert Guiskard und dessen erster Frau Alberada von Buonalbergo (Aubrée de Bonauberge). Er wurde vermutlich in San Marco Argentano in Kalabrien geboren. Eigentlich auf den Namen Marcus getauft, gab ihm sein Vater, nachdem er eine Geschichte über einen Riesen Buamundus gehört hatte, dem von Geburt an riesigen Kind den Namen Bohemund.
Er nahm am griechischen Feldzug seines Vaters (1080–1085) gegen Alexios I. teil, und führte die Normannen während der Rückkehr seines Vaters nach Süditalien (1082–1084) bis nach Thessalien, wo er von Alexios schließlich zurückgeschlagen wurde.[1]

Fürstentum Tarent
Nach des Vaters Tod (1085) wurde Bohemund mit Tarent belehnt, nicht jedoch mit dem lukrativeren Apulien, das sein Halbbruder Roger Borsa erhielt.

Erster Kreuzzug
1096 griffen Bohemund und sein Onkel Roger I. Amalfi an, das sich erhoben hatte, als Gruppen von Kreuzfahrern auf dem Weg nach Konstantinopel durch Italien zogen. Bohemund schloss sich ihnen mit einem eigenen Kontingent an, setzte über die Adria in das heutige Albanien und zog über die alte Via Egnatia nach Osten. Er kam am 9. April 1097 in Konstantinopel an und war bei der Durchquerung Kleinasiens und der Schlacht von Doryläum dann der faktische Anführer des Ersten Kreuzzugs.[2]

Fürst von Antiochia
Als Politiker war Bohemund entschlossen, den Enthusiasmus der Kreuzfahrer für seine eigenen Ziele einzuspannen. Er war der erste, der (im Oktober 1097) vor Antiochia Stellung bezog und hatte großen Anteil an der Belagerung der Stadt. Durch Verraat gelang am 2. Juni 1098 die Eroberung Antiochias, aber erst der Sieg über Kerbogas großes Entsatzheer in einer folgenden zweiten Belagerung sicherte den Besitz der Stadt, die Bohemund auch gegen Raimund IV. von Toulouse im Folgenden als eigenes Fürstentum behauptete. Bohemund blieb in Antiochia, während die übrigen Kreuzfahrer sich auf den Weg nach Süden machten, zur Belagerung Jerusalems.
Erst zum Ende des Jahres 1099 pilgerte er zusammen mit Balduin von Boulogne nach Jerusalem und erfüllte damit sein Kreuzzugsgelübde. Im Dezember 1099 wurde er dort vom apostolischen Legaten und Patriarchen von Jerusalem Daimbert von Pisa offiziell mit dem Fürstentum Antiochia belehnt.[3]
Nach dem Tod des Gottfried von Bouillon am 18. Juli 1100 wurde Bohemund auch die Krone von Jerusalem angetragen. Die Annahme wurde ihm aber unmöglich, da er noch im selben Jahr in die Gefangenschaft des Danischmenden-Emirs Danischmend Ghazi geriet, aus der er sich erst 1103 mit Hilfe des Gregorios Taronites loskaufen konnte. Nach einer erfolglosen Unternehmung gegen Hârran (siehe Schlacht von Harran), die seine Pläne vereitelte, sein Herrschaftsgebiet nach Osten auszudehnen, kehrte Bohemund 1104 wieder nach Italien zurück, um ein Heer zu sammeln.

Ehe
Auf seiner Reise durch Europa gewann er 1106 die Hand von Konstanze, der Tochter des französischen Königs Philipp I. Abt Suger von Saint-Denis beschrieb die Hochzeit wie folgt:
Bohemund kam nach Frankreich, um mit allen Mitteln die Hand von Herrn Ludwigs jüngere Schwester Konstanze zu erlangen, einer jungen Frau von außergewöhnlicher Erziehung, eleganter Erscheinung und schönem Gesicht. So groß war der Ruf der Tapferkeeit des französischen Königreichs und des Herrn Ludwig, dass sogar die Sarazenen bei der Aussicht auf diese Hochzeit erschreckt waren. Sie war nicht versprochen, da sie die Vereinbarung mit Hugo, Graf von Troyes, gebrochen hatte, und eine weiterere ungeeignete Partie zu vermeiden wünschte. Der Fürst von Antiochia war erfahren und reich sowohl an Geschenken als auch Versprechen; er verdiente die Heirat völlig, die mit großem Prunk durch den Bischof von Chartres in Anwesenheit des Königs, der Herrn Ludwig und vieler Erzbischöfe, Bischöfe und Edelmänner des Reiches zelebriert wurde.
Mit Konstanze hatte er zwei Söhne. Der Ältere, Bohemund II. (* 1108; † 1130), wurde sein Erbe und Nachfolger. Der Jüngere, Johann (* vor 1111; † 1115/1120), starb jung in Apulien.

Kampf gegen Byzanz
Geblendet durch diesen Erfolg, entschloss sich Bohemund, seine Armee nicht für die Verteidigung Antiochias gegen die Griechen, die ihn nach Harran von Kilikien aus angegriffen hatten, sondern für den direkten Angriff auf sie einzusetzen. Er wandte sich gegen Dyrrhachion, aber Alexios I., unterstützt von Venedig, erwies sich als zu stark, so dass Bohemund sich 1108 dem erniedrigenden Vertrag von Devol unterwerfen musste, in dem er den byzantinischen Kaiser als Lehnsherren anerkannte.
Bohemund starb 1111, ohne in den Osten zurückzukehren, und wurde in Canosa in Apulien begraben.



Siehe auch: Geschichte von Tarent
Literatur
Die anonyme Gesta Francorum, geschrieben von einem von Bohemunds Gefolgsleuten, und Anne Komnenes Alexiade sind die Primärquellen für Bohemunds Leben.
• Bernhard Kugler: Boemund und Tankred, Fürsten von Antiochien. Ein Beitrag zur Geschichte der Normannen in Syrien. Fues, Tübingen 1862, (Digitalisat).
• Lothar von Heinemann: Geschichte der Normannen in Unteritalien und Sicilien bis zum Aussterben des normannischen Königshauses. Band 1. Pfeffer, Leipzig 1894, (Digitalisat).
• Reinhold Röhricht: Geschichte das Königreichs Jerusalem (1100–1291). Wagner, Innsbruck 1898, (Digitalisat).
• Reinhold Röhricht: Geschichte des ersten Kreuzzuges. Wagner, Innsbruck 1901, (Digitalisat).
• Ralph Bailey Yewdale: Bohemond I, Prince of Antioch. University Press, Princeton NJ 1924 (Princeton NJ, Universität, Dissertation, 1917).
• Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. Sonderausgabe in einem Band ohne Quellen- und Literaturangaben, 28.–32. Tausend der Gesamtauflage. C. H. Beck, München 1995, ISBN 3-406-39960-6.
• Alexios G. Savvides, Benjamin Hendrickx (Hrsg.): Encyclopaedic Prosopographical Lexicon of Byzantine History and Civilization. Band 2: Baanes – Eznik of Kolb. Brepols Publishers, Turnhout 2008, ISBN 978-2-503-52377-4, S. 124–127.
Weblinks
 Commons: Bohemund von Tarent – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Marco (Bohémond) of Apulia bei fmg.ac (englisch)
Einzelnachweise
1 Vgl. Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. 1995, S. 74.
2 Vgl. Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. 1995, S. 148 ff.
3 Vgl. Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. 1995, S. 292. 
von Antiochia, Fürst Bohemund I. (I7451)
 
33683 https://de.wikipedia.org/wiki/Boleslaw_I._(Schlesien)

Boleslaw I. (auch: Boleslaus der Lange; Boleslaus I. von Schlesien; polnisch: Bolesław I. Wysoki; * 1127; † 18. Dezember 1201) war Herzog von Schlesien mit Sitz in Breslau.

Herkunft und Familie
Boleslaw entstammte der polnischen Herrscherdynastie der Piasten. Sein Vater Władysław II. „der Vertriebene“ († 1159) war Begründer der Linie der schlesischen Piasten. Boleslaws Mutter war Agnes von Babenberg (ca. 1111–1163), Tochter des österreichischen Markgrafen Leopold III. Boleslaws Brüder waren:
• Mieszko I. († 1211), Herzog von Schlesien, ab 1202 Herzog von Oppeln
• Konrad I. († nach 1178), Herzog von Schlesien
• Boleslaws Schwester Richeza war seit 1152 mit König Alfons VII. von Kastilien verheiratet.
1163 heiratete Boleslaw Wenzlawa (Zvinislava/Anastasia) von Kiew. Dieser Ehe entstammte:
• Jaroslaw († 1201), Herzog von Oppeln, ab 1198 Bischof von Breslau.
Nach Wenzlawas Tod vermählte sich Boleslaw mit Adelheid, Tochter des Pfalzgrafen Berengar von Sulzbach. Dieser Ehe entstammten vier Söhne und zwei Töchter, darunter:
• Heinrich I. († 1238), Herzog von Schlesien und Herzog von Polen
• Adelheid, verheiratet mit Markgraf Diepold III. von Mähren

Leben
Boleslaw wurde 1146 zusammen mit seinen Eltern und seinem Bruder Mieszko von seinem Onkel Bolesław Kraushaar († 1173) vertrieben. Nachdem die Familie am Hof des römisch-deutschen Königs Konrad III. Aufnahme fand, verbrachte Boleslaw seine Jugend auf der kaiserlichen Pfalz Altenburg in Thüringen. Zusammen mit König Konrad III. nahm Boleslaw 1147 am Zweiten Kreuzzug teil. 1154/1155 und 1158/1162 begleitete er den Kaiser Friedrich I. Barbarossa auf dessen Italienzügen.
Erst vier Jahre nach dem Tode ihres Vaters durften Boleslaw und Mieszko mit Hilfe Kaiser Friedrichs I. 1163 nach Schlesien zurückkehren, das ihnen ihr Onkel Herzog Bolesław IV. „Kraushaar“ herausgeben musste. Sie erhielten ihr Gebiet innerhalb der polnischen Senioratsverfassung als selbständiges Herzogtum und waren gegenüber dem Kaiser tributpflichtig. Ihr Herrschaftsgebiet, das Mittel- und Niederschlesien sowie das Oppelner Land umfasste, regierten sie zunächst gemeinsam. 1172 wurde Boleslaw von seinem Onkel Boleslaw Kraushaar erneut verbannt, kehrte jedoch 1173 wiederum mit Hilfe des Kaisers Barbarossa zurück.
Nachdem es zwischen den Brüdern zu Streitigkeiten kam, wurde das Land geteilt. Boleslaw erhielt Mittel- und Niederschlesien mit den Gebieten von Liegnitz, Breslau und Oppeln. Das Glogauer Land regierte er vermutlich als Vormund seines minderjährigen Bruders Konrad. Mieszko erhielt die oberschlesischen Gebiete von Ratibor und Teschen. Da Boleslaw als Oberhaupt der älteren Piastenlinie den Krakauer Thron wiedergewinnen wollte, beteiligte er sich 1177 an der Verschwörung gegen den damaligen Senior Mieszko III. „den Alten“, weshalb er von diesem vertrieben wurde. Erst mit Hilfe des neuen Seniorherzogs, Kasimir des Gerechten, konnte Boleslaw zurückkehren. Mieszko erhielt von Kasimir die Gebiete von Beuthen, Auschwitz, Zator, Sewerien und Pleß.
Nachdem Boleslaw seinen Sohn Heinrich zum alleinigen Erben bestimmt hatte, empörte sich Jaroslaw, der Sohn aus Boleslaws erster Ehe, gegen seinen Vater. Zusammen mit seinem Onkel Mieszko kämpfte Jaroslaw gegen seinen Vater, der ihm schließlich 11180 auf Lebenszeit das Oppelner Gebiet als Herzogtum zuwies. Als Gegenleistung musste sich Jaroslaw verpflichten, in den geistlichen Stand zu treten. Nach Jaroslaws Tod am 22. März 1201 fiel das Herzogtum Oppeln vertragsgemäß an Boleslaw zurück. Da Boleslaw seinem Sohn Jaroslaw schon am 18. Dezember desselben Jahres im Tode folgte, eroberte sein Bruder Mieszko wenige Monate später das Oppelner Land und verband es auf Dauer mit seinem Herrschaftsgebiet.
Während seiner Regierungszeit setzte sich Boleslaw für den Landesausbau ein und förderte die Kolonisation des Landes mit deutschen Siedlern. Dabei mag sein 17-jähriger Aufenthalt in der Verbannung auf der kaiserlichen Pfalz in Altenburg eine Rolle gespielt haben. 1175 stellte er die Stiftungsurkunde für das Kloster Leubus aus, das bereits ab 1163 mit Zisterziensern aus Pforta in Sachsen besiedelt worden war. Er soll dazu vorher mit päpstlicher Genehmigung polnische Benediktiner aus Leubus vertrieben haben.[1] Mit Boleslaws Einwilligung wurde das Breslauer Vinzenzstift an der Elbing an die Prämonstratenser übergeben. Er wurde im Kloster Leubus bestattet.



Literatur
• Colmar Grünhagen: Boleslaw, der Lange. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 98–100.
• Hans Jürgen Rieckenberg: Boleslaw I., der Lange, Herzog von Schlesien. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 430 (Digitalisat).
• Historische Kommission für Schlesien (Hrsg.): Geschichte Schlesiens, Bd. 1, Sigmaringen 1988, ISBN 3-7995-6341-5, S. 86–91
• Hugo Weczerka: Handbuch der historischen Stätten: Schlesien. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart, 2. verbesserte Auflage 2003.
Einzelnachweise
1 Hugo Weczerka: Handbuch der historischen Stätten: Schlesien. S. 277 
von Schlesien (von Polen) (Piasten), Herzog Boleslaw I. der Lange (I8158)
 
33684 https://de.wikipedia.org/wiki/Boleslaw_II._(Schlesien)

Boleslaw II. (auch Boleslaus II., Boleslaw/Boleslaus der Wilde; polnisch Bolesław II Rogatka, tschechisch Boleslav II. Lysý Rohatka (Calvus); * um 1217; † 1278) war von 1242 bis 1248 Herzog von Schlesien und ab 1248 bis zu seinem Tod 1278 erster Herzog von Liegnitz.

Herkunft und Familie

Boleslaw entstammte dem Geschlecht der Schlesischen Piasten. Seine Eltern waren der Seniorherzog von Polen und Herzog von Schlesien Heinrich II. und Anna von Böhmen, Tochter des böhmischen Königs Ottokar I. Přemysl. Seine Geschwister waren u. a.:
• Mieszko († 1242), Herzog von Lebus
• Heinrich III. († 1266), Herzog von Breslau
• Konrad II., erwählter Bischof von Passau (resignierte 1249), Herzog von Schlesien, ab 1251 Herzog von Glogau
• Wladislaw von Schlesien, Kanzler des böhmischen Königs Ottokar II. Přemysl, Erzbischof von Salzburg, Administrator von Breslau
• Elisabeth, verheiratet mit dem großpolnischen Herzog Przemysł I.

1242 vermählte sich Boleslaw mit Hedwig († 1259), Tochter des Grafen Heinrich von Anhalt. Dieser Ehe entstammten die Kinder
• Heinrich V. († 1296), Herzog von Liegnitz
• Bolko I. († 1301), Herzog von Jauer und Schweidnitz
• Bernhard I. (1253/57–1286), Herzog von Jauer und Löwenberg
• Agnes (1253/57–1265), seit 1259/60 verheiratet mit Ulrich I. von Württemberg († 1265)
• Hedwig (* vor 1259; † nach 1280), seit 1265/70 verheiratet mit Konrad II., Herzog von Masowien († 1294)
• Elisabeth, seit 1268 verheiratet mit Ludwig von Hakeborn

Nach Hedwigs Tod vermählte sich Boleslaw um 1261 in zweiter Ehe mit Alenta/Adelheid (Euphemia) (ca. 1254–1296/1309), Tochter des Herzogs Sambor von Pommerellen, und der Mathilde von Mecklenburg. Dieser Ehe entstammte die Tochter
• Katharina († nach 1270), die im Kindesalter verstarb; ihr Leichnam wurde in der Klosterkirche von Trebnitz beigesetzt.
Die Ehe mit Alenta/Adelheid soll unglücklich gewesen, nachdem der Herzog mit Sophia von Dyhrn ein Liebesverhältnis aufgenommen hat. Herzogin Adelheid, die mit dieser Beziehung nicht einverstanden war, verließ ihren Ehemann und kehrte, gänzlich erkrankt, nach Pommerellen zurück. Ihre Ehe mit Boleslaw wurde 1275 annulliert.
Um 1277 heiratete Herzog Boleslaw in morganatischer Ehe seine Mätresse Sophia von Dyhrn (1255/57-1323), die Tochter des Konrad von Dyhrn und der Elisabeth von Haugwitz. Dieser Ehe entstammte nur ein Sohn, Jaroslaw, der jung gestorben ist.

Leben
Nach dem Tod seines Vaters Heinrich 1241 übernahm Boleslaw die Regentschaft über das Herzogtum Schlesien zugleich für seine minderjährigen Brüder. Bei der Teilung von 1248 erhielt Boleslaw das Herzogtum Liegnitz, sein Bruder Heinrich das Herzogtum Breslau. Nach Streitigkeiten mit seinem Bruder Konrad, der 1249 auf das Passauer Bischofsamt resignierte, erhielt Konrad das Herzogtum Glogau. Weitere Auseinandersetzungen führte Boleslaw mit dem Breslauer Bischof Thomas um die kirchlichen Immunitätsrechte. Dabei geriet er in Gefangenschaft und wurde mit dem Interdikt belegt. 1252 bestimmte er Liegnitz zu seiner Residenzstadt, die er mit deutschem Recht ausstattete. 1274 kam er mit seinem Neffen Heinrich IV. von Breslau in Streit, warf diesen ins Gefängnis und wurde durch den böhmischen König Ottokar II. zu dessen Freilassung gezwungen.



Literatur
• Colmar Grünhagen: Boleslaw II., Herzog von Schlesien, der Kahle. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 100 f.
• Hans Jürgen Rieckenberg: Boleslaw II., der Kahle. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 430 f. (Digitalisat).
• Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, Stammtafeln auf S. 590 und 593.
• Karl Friedrich Pauli: Allgemeine preußische Staats-Geschichte etc., 7. Band. Verlag C.P.Franckens, Halle 1767.
Weblinks
• Genealogie
Normdaten (Person): GND: 120032430 | VIAF: 25423502 | Wikipedia-Personensuche 
von Schlesien (Piasten), Herzog Boleslaw II. (I8355)
 
33685 https://de.wikipedia.org/wiki/Bolesław_I._(Polen)

Bolesław I. (genannt „der Tapfere“, polnisch Bolesław I Chrobry, lateinisch Boleslaus; * 965/967; † 17. Juni 1025) aus der Herrscherfamilie der Piasten war ab 992 Herzog von Polen und im Jahr 1025 erster König von Polen. Er war ab 1003 bis 1004 als Boleslav IV. Herzog von Böhmen.

Bolesław war der Sohn des polnischen Herzogs Mieszko I. aus dessen Ehe mit Dubrawka, der Tochter des böhmischen Herzogs Boleslav I. von Böhmen und der Bigota.
Mitte des 10. Jahrhunderts hatte Bolesławs Vater die verschiedenen westslawischen Stämme zwischen Oder und Bug unter seiner Herrschaft geeint. Nach dem Tode des Vaters im Jahre 992 folgte ihm Bolesław zunächst als Herzog von Polen.
Bereits zuvor hatte Bolesław im Rahmen der Heiratspolitik seines Vaters eine wichtige Rolle gespielt: Um 984 war es Mieszko gelungen, Bolesław mit einer Tochter des Markgrafen Rikdag von Meißen zu verheiraten. Boleslav II. von Böhmen betrachtete Meißen jedoch als sein Einflussgebiet und besetzte mit Erlaubnis Heinrichs des Zänkers 984 die Burg Meißen. Damit waren die Pläne der Piasten zur Einflussnahme in der Region vorerst gescheitert; Bolesław löste die Ehe mit der Meißnerin.
Um 985/86 heiratete er eine Fürstentochter aus der ungarischen Herrscherfamilie der Árpáden, um Böhmen durch dieses Bündnis einzukreisen. Allerdings wurden die Ungarn gegen Böhmen militärisch kaum aktiv, so dass Bolesław 987 auch diese Ehe auflöste.
Er heiratete Emnilda, die Tochter des einflussreichen sorbischen Adligen Dobromir. Damit rückten die elbslawischen Grenzmarken des Heiligen Römischen Reichs, die Mark Meißen, die Mark Lausitz und die Nordmark, ins Zentrum des polnischen Expansionsinteresses.
Kurz vor seinem Tode scheint Mieszko I. versucht zu haben, Bolesław zu Gunsten seiner Söhne aus zweiter Ehe aus der polnischen Erbfolge auszuschließen. Das geht aus dem Dagome Iudex hervor, in dem Mieszko sein Reich darüber hinaus dem Papst übereignete. Die Gründe für den versuchten Ausschluss Bolesławs sind unklar. Umstritten ist, ob Dagome tatsächlich Mieszko I. war und es sich um das Gebiet des Herzogs der Polanen handelt, dem späteren Polen, obwohl dieser Name nicht erwähnt ist.

Sofort nach dem Tod seines Vaters vertrieb Bolesław seine Stiefmutter Oda von Haldensleben und ihre noch minderjährigen Kinder in ihre sächsische Heimat und setzte so die eigene Erbfolge durch. Die genauen Umstände sind nicht bekannt; da aber in jener Epoche die unmittelbare fürstliche Gefolgschaft an slawischen Fürstenhöfen eine entscheidende Rolle spielte, ist anzunehmen, dass Bolesław in dieser Gruppe mehr Anhänger gewinnen konnte als Oda.
Kurz nach seinem Herrschaftsantritt begann Bolesław mit der Ausweitung seines Territoriums, indem er gleich seinem Vater mit den Reichsregenten und dem römisch-deutschen Kaiser Otto III. gegen die heidnischen Lutizen kämpfte. Darüber hinaus wuchs sein Einfluss bei den Elbslawen; im Gegenzug schwand der Einfluss Böhmens, das diese Gebiete ebenfalls beanspruchte. Wichtigster Verbündeter Bolesławs wurde der Meißner Markgraf Ekkehard I.
Gleichzeitig war der junge Herrscher auch auf kirchlichem Gebiet aktiv: Er ließ die Gebeine des 997 ermordeten Missionars Adalbert von Prag nach Gnesen überführen; die nun beginnenden Wallfahrten bestärkten Bolesław darin, die Stadt zum Erzbistum zu erheben, das an die Stelle des alten Missionsbistums Posen treten sollte. Aus dem Jahre 999 ist eine Urkunde überliefert, die Adalberts Bruder Gaudentius als Erzbischof bezeichnet, allerdings noch ohne Angabe eines festen Bistumssitzes.
Im Jahr 1000 erschien Kaiser Otto III. als Pilger in Gnesen. Dort kam es zum „Akt von Gnesen“. Die genaue Bedeutung dieses Vorgangs ist umstritten. In der polnischen Geschichtsschreibung wurde traditionell davon ausgegangen, dass Otto Bolesław zum König erhob[1] Allerdings ist dies nicht zweifelsfrei nachweisbar, da es keine ausdrücklichen Berichte darüber gibt und Bolesław die Krönung 1025 (noch einmal?) vollziehen ließ. Unbestreitbar bedeutete der Besuch Ottos eine deutliche Aufwertung des polnischen Fürsten: Bolesław wurde mit königlichen Rechten versehen, z. B. dem Recht zur eigenständigen Einsetzung von Bischöfen; laut einem frühen Papstdekret war dies ausschließlich Königen vorbehalten. Ebenso unbestritten ist die endgültige Einrichtung des Erzbistums während des „Akts von Gnesen“. Gaudentius wurden als Suffragane die Bischöfe von Kolberg, Krakau und Breslau zugeordnet. Das alte Missionsbistum Posen blieb entweder unabhängig, das heißt, es unterstand der direkekten Kontrolle des Heiligen Stuhls, oder es wurde dem Erzbistum Magdeburg unterstellt. Darüber hinaus erhielt Otto III. einen Arm Adalberts als Reliquie und es wurde die Eheschließung zwischen Bolesławs Sohn Mieszko II. und Richeza, einer Nichte des Kaisers, vereinbart.

Nach dem Tode Ottos III. im Jahr 1002 bewarb sich Ekkehard von Meißen um die Königskrone, wurde aber von einer gegnerischen Partei ermordet. Im Einverständnis mit den Ekkehardinern versuchte Bolesław daraufhin, sein Territorium im Grenzgebiet auf die Marken Lausitz und Meißen auszudehnen. Die Meißener hofften dadurch, die dort lebenden heidnischen Stämme der Lusitzi und Milzener unter ihrer Kontrolle zu halten.
Im Juli 1002 traf sich Bolesław in Merseburg mit dem neu gewählten König Heinrich II., um über die Zukunft Meißens zu beraten. Noch am Verhandlungsort wurde der Polenfürst, der als Gast unter dem Schutz des Gastgebers stand, von Bewaffneten angegriffen und konnte nur mit knapper Not entkommen. Die Hintergründe dieses Angriffs sind nicht geklärt. Das Verhältnis zwischen Heinrich und Bolesław aber war nachhaltig gestört.
Schon wenige Wochen später heiratete Ekkehards Sohn, Graf Hermann, Bolesławs Tochter Reglindis. Kurz darauf versuchte Bolesław durch die Unterstützung des Thronprätendenten Vladivoj auch Böhmen in ein anti-kaiserliches Bündnis einzubeziehen, was jedoch scheiterte. Im März 1003 übernahm Bolesław dann selbst die Herrschaft über Böhmen. Damit entstand ein Bündnis, das von Böhmen über die Territorien der Ekkehardiner, der Grafen von Schweinfurt und möglicherweise der Billunger bis nach Polen reichte. Im Norden schloss sich Dänemark unter Bolesławs Schwager Sven Gabelbart an, der ebenfalls als Gegner Heinrichs auftrat.
Heinrich II. versuchte zunächst, Bolesław zur Entgegennahme Böhmens als Lehen aus seiner Hand zu bewegen, was dieser verweigerte. Daraufhin schloss er Ostern 1003 ein Bündnis mit den heidnischen Lutizen. Kurz darauf begannen die ersten Kämpfe im südlichen Elbmarkgebiet, um Meißen und in den angrenzenden heidnischen Territorien. Zunächst konnte Bolesław Meißen halten. Zum wichtigsten Kampfgebiet wurde aber Böhmen, vor allem die Region um Prag. Dort hatte Bolesław in Adel und Stadtbevöllkerung wenig Unterstützung, so dass beide Gruppen aktiv zu Gunsten des deutschen Königs in die Kämpfe eingriffen. Heinrich hatte darüber hinaus den legitimen Thronfolger Jaromir an seiner Seite. 1005 brach Heinrich mit böhmischer und lutizischer Unterstützung zu einem Kriegszug auf polnisches Territorium auf. Militärisch waren beide Seiten gleich stark, so dass der Frieden von Posen geschlossen wurde. Als Bolesław neue Züge gegen die Lutizen unternahm, brachten diese Heinrich dazu, 101007 den Frieden aufzukündigen. Bolesław reagierte mit einem Feldzug, der ihn bis vor Magdeburg brachte. Kurz darauf eroberte er die Lausitz mit Bautzen zurück. Erst 1010 unternahm Heinrich einen eigenen Feldzug nach Osten, der aber keine Erfolge brachte. 1013 wurde der Friede von Merseburg geschlossen: Bolesław erhielt die Lausitz und das Milzenerland als Reichslehen, die Ehe zwischen seinem Sohn Mieszko II., dem späteren Nachfolger und König und Richeza von Lothringen, der Nichte Kaiser Ottos III., wurde geschlossen, ebenso gegenseitige Militärhilfe vereinbart.
Im gleichen Jahr gab Heinrich Bolesław ein Hilfskontingent auf einen – gescheiterten – Feldzug gegen Kiew mit. Auch wegen dieser Niederlage konnte und wollte Bolesław im Gegenzug keine Truppen für einen Italienzug Heinrichs stellen. Dies führtrte zu neuen Spannungen, in deren Verlauf der polnische Thronfolger Mieszko zunächst gefangengenommen wurde, dann aber als Vermittler auftrat. 1015 kam es dennoch zu Kämpfen, die trotz hoher Verluste keine Entscheidung brachten. Danach verlagerte sich der Konflikt zunächst nach Kiew, wo Bolesław seinen Schwiegersohn Swjatopolk I. unterstützte, Heinrich dagegen Jaroslaw den Weisen. Im Sommer 1017 zogen Heinrichs Truppen zu einem neuen Feldzug gegen Polen aus, bei dem aber wenig mehr geschah als die Belagerung der Burg Nimptsch in Schlesien. Gleichzeitig griff Jaroslaw, entsprechend einer Absprache mit dem Kaiser, Polen von Osten an, während Bolesław in das Gebiet zwischen der Elbe und Mulde einfiel und zahlreiche Gefangene machte. Mieszko plünderte zur selben Zeit in Böhmen. In die Friedensverhandlungen kam eine neue Dynamik, so dass 1018 der Frieden von Bautzen geschlossen wurde. Der Inhalt des Friedens ist weitgehend unbekannt, allerdings stellte Heinrich Truppen für einen diesmal erfolgreichen Feldzug Bolesławs gegen Kiew. Bolesław brach sein Wort, Swjatopolk zum Thron zu verhelfen und entschied sich, selbst über Kiew zu herrschen. Allerdings lösten nach einigen Monaten die hemmungslosen Plünderungen seiner Truppen einen Aufstand in der Stadt aus, so dass Bolesław hastig fliehen musste. Er konnte jedoch für einige Jahre die Kontrolle über die Gebiete in Rothreußen sichern.

aus den vier Ehen Bolesławs gingen mindestens die folgenden Kinder hervor
• Tochter N.N. (* vor 985; † ?) des Markgrafen Rikdag von Meißen
• Ehe wurde aufgelöst
• Judith; * ?, † nach 988, Tochter Gézas Großfürst von Ungarn (Árpáden)
• Bezprym (auch Bezprem, Wezprem; * 986; † 1032), ab 1031 Herzog von Polen
• Emnilda (auch Emnildis oder Emnild; * um 973; † um 1017), Tochter des sorbischen Fürsten Dobromir aus der Lausitz
• Tochter N. N. (* um 988; † nach 1013), Äbtissin eines namentlich unbekannten Klosters;
• Reglindis (* um 989; † nach 21. März 1016), verheiratet 1002 mit Markgraf Hermann von Meißen;
• Mieszko II. (* 990; † 10. Mai 1034), ab 1025 König von Polen, verheiratet 1013 mit Richeza, Nichte Kaiser Ottos III.;
• Tochter N. N. (* um 995; † nach 1018), verheiratet zwischen 1009/1012 mit Swjatopolk I., Großfürst der Kiewer Rus;
• Otto (* um 1000; † 1033), ab 1031/1032 Herzog von Polen;
• Oda, Eheschließung am 04. Februar 1018, Tochter des Markgrafen Ekkehard I.
• Mathilde

Nach dem Frieden von Bautzen und seinem Zug nach Kiew befand sich Bolesław auf dem Höhepunkt seiner Macht und war, bis zum erneuten Erstarken Jaroslaws des Weisen der Kiewer Rus und des Reiches unter Kaiser Konrad II., der mächtigste Herrscher MMittel- und Osteuropas. Nach dem Tod Heinrichs II. im Jahr 1024 wurde er von einem päpstlichen Gesandten (erneut) 1025, also kurz vor seinem Tode, zum polnischen König gekrönt. Die Erhebung in den Stand eines Königs hatte Bolesław bereits vorher angestrebt. Sie war aber erst zu diesem Zeitpunkt möglich geworden, da Heinrich II. bis zu seinem Tod beim Papst gegen Bolesław opponiert hatte.
Boleslaw liegt im Posener Dom begraben.

Bolesław war ein eifriger Verbreiter des Christentums in Polen. Durch die erfolgreiche Gründung einer unabhängigen polnischen Kirchenprovinz mit dem Erzbistum Gnesen, die nur dem Papst in Rom direkt unterstand, wurde die Auflösung der Abhängigkeit vom deutschen Kirchenklerus des Magdeburger Erzbistums ermöglicht. Allerdings versuchte der Erzbischof zu Magdeburg, Norbert von Xanten, noch um 1130, die polnische Kirche seinem Primat zu unterwerfen. Die Entscheidung Kaiser Ottos III., Polens Souveränität anzuerkennen, vor allem aber die Gründung des Erzbistums in Gnesen zu befürworten, stieß somit lange Zeit beim hohen deutschen Klerus auf Ablehnung. Mit der Gründung eines unabhängigen Erzepiskopats und seiner Krönung zum König begründete Bolesław die polnische Emanzipation vom Heiligen Römischen Reich. Auch war er der Initiator der später wichtigen Kastellaneiverfassung. Jedoch folgte bereits unter seinem Sohn und Nachfolger Mieszko II. ein rascher Niedergang der polnischen Großmachtstellung, da die Mittel und Ressourcen des noch jungen Staates aufgrund der massiven und plötzlichen Expansion in alle Himmelsrichtungen erschöpft waren. Es breiteten sich zusätzlich sozial-religiös motivierte Unruhen innerhalb der Bevölkerung aus, die zehn Jahre nach dem Tod des Königs die heidnische Reaktion in Polen und eine Abkehr vom Christentum begünstigten. Die Entwicklung zur Großmacht führte auch zu dauerhaften militärischen Auseinandersetzungen mit den Nachbarstaaten, im Osten mit dem Reich der Kiewer Rus und im Westen mit dem Heiligen Römischen Reich, die nicht bereit waren ein zu starkes Polen zu tolerieren. Dieses Misstrauen wurde durch Boleslaws Angriffe auch gerechtfertigt.
Freilich kann man dem entgegenhalten, dass weder die Kiewer Rus noch das deutsche Reich ein einheitlicher Staat waren, sondern aus einer Vielzahl von autonomen Fürstentümern bestanden – eine Tatsache welche eine Expansionspolitik Bolesławs ermöglichte. Speziell der östliche Nachbar war nicht in der Lage, dem westslawischen Staat etwas entgegenzusetzen und befand sich selbst ab Hälfte des 11. Jh. im Zustand zunehmender feudaler Zersplitterung, die zur endgültigen Auflösung der Kiewer Rus durch die Mongolen 1240 (Zerstörung von Kiew) führte.
Die „boleslawische Expansion“ war mit dem Ziel verbunden, alle westslawischen Stämme unter einem einzigen Herrscher in einem christlichen großwestslawischen Reich zu vereinen, ein Ziel, das mit der ottonisch-salischen Ostpolitik des Reiches teilweise im Konflikt stand. Streitpunkte waren vor allem die unter deutscher Herrschaft stehenden Elbslawen zwischen der Elbe und Oder, die sogenannte Germania Slavica und südlich von Polen die Böhmen, Mähren und Slowaken. Um die Grenze im Osten gegen die Rurikiden der Kiewer Rus zu sichern, wurden 1018 die Tscherwenischen Burgen in Rotrussland besetzt, die Polen im Jahr 981 an diese verloren hatte. Da sich bereits die ersten Verfallserscheinungen in den letzten Jahren der Herrschaft Bolesławs abzeichneten – durch den wahrscheinlichen Abfall des slawischen Pommerns oder eines Teils davon – war es nach seinem Tod nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der Rest des Reiches unter der fiskalischen Belastung, der militärischen und geografischen Ausdehnung einerseits und des gleichzeitigen Zusammenschlusses seiner Feinde andererseits, kollabieren musste.
Freilich ist festzuhalten, dass das von ihm geschaffene Königreich diese Auflösungserscheinungen überdauert hat, selbst wenn nicht alle Eroberungen von Dauer waren.


Quellen
• Thietmar von Merseburg: Chronik (= Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe. Bd. 9). Neu übertragen und erläutert von Werner Trillmich. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 157, (mehrere Neuauflagen).
Literatur
• Johannes Fried: Otto III. und Boleslaw Chrobry. Das Widmungsbild des Aachener Evangeliars, der „Akt von Gnesen“ und das frühe polnische und ungarische Königtum. Eine Bildanalyse und ihre historischen Folgen (= Frankfurter historische Abhandlugen. Bd. 30). Steiner, Stuttgart 1989, ISBN 3-515-05381-6.
• Jerzy Strzelczyk: Bolesław Chrobry. Wydanie 2, zmienione i rozszerzone. WBP, Poznań 2003, ISBN 83-85811-88-5.
Weblinks
Commons: Boleslaus I of Poland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Publikationen über Bolesław I. (Polen) bei Litdok Ostmitteleuropa / Herder-Institut (Marburg)
Fußnoten
1 vgl. Geschichte der Polnischen Nation von Adam Naruszewicz; ab dem 19. Jh. ist es allerdings auch unter den polnischen Historikern umstritten: vgl. Bolesław Chrobry Wielki von Stanisław Zakrzewski, ebenso Henryk Łowiański und Gerard Labuda. 
von Polen (Piasten), König Boleslaus I. (Boleslaw) (I4852)
 
33686 https://de.wikipedia.org/wiki/Bolesław_III._Schiefmund

Bolesław III. Schiefmund (polnisch Bolesław III Krzywousty, lateinisch Boleslaus; * 20. August 1085 in Krakau; † 28. Oktober 1138 eventuell in Sochaczew, Polen) war ab 1102 Herzog von Polen, ab 1107 Alleinherrscher. Als Sohn von Herzog Władysław I. Herman aus seiner zweiten Ehe mit Judith von Böhmen (* ca. 1056; † 25. Dezember 1086), Tochter von Herzog Vratislav II. aus seiner Ehe mit Adelheid von Ungarn (1040–1062), entstammte er der Dynastie der Piasten.

Gemeinsame Herrschaft mit Zbigniew
Seitdem Bolesławs älterer Halbbruder Zbigniew mit Unterstützung des polnischen Adels und Episkopats 1096 zum legitimen Nachfolger des Vaters erkoren worden war, wuchs während der anhaltenden Kämpfe Władysław I. Hermans und seines Palatins Sieciech mit den beiden Prinzen und der Adelsopposition das Ansehen Bolesławs, der nach dem Tode des Vaters 1102 aber nur zwei Provinzen (Schlesien und Kleinpolen), das heißt etwa ein Drittel des Piastenstaates, erhielt, während Zbigniew aufgrund seiner Herrschaft über den Rest der Gebiete die Oberhoheit beanspruchte.
Bolesławs Kriegszüge gegen das heidnisch-slawische Pommern 1102–1106 verschafften ihm Beliebtheit bei der Ritterschaft, der die friedfertige Politik Zbigniews nicht gefiel. Es gelang ihm 1107, mit ruthenischer und ungarischer Hilfe, den Halbbruder aus dessen Anteil zu vertreiben und ganz Polen allein zu beherrschen. Als Bolesław aber 1108 in Böhmen einfiel, um seinem Verbündeten König Koloman von Ungarn, der gegen ein deutsch-böhmisches Heer kämpfte, zu helfen, fand Zbigniew die Unterstützung des deutschen Kaisers Heinrich V. und des Herzogs Svatopluk von Böhmen, deren Einfall in Schlesien 1109 jedoch missglückte. Um sich Frieden zu erkaufen und weitere kriegerische Auseinandersetzungen mit dem Heiligen Römischen Reich zu vermeiden, erklärte sich Bolesław zur Zahlung eines Tributs von 500 Mark Silber jährlich an König Heinrich bereit. Zusätzlich war er 1110 zum Abschluss einer ungleichen Allianz (amicicia) mit ihm bereit. Gleichzeitig aber nutzte Bolesław die nach der Ermordung Svatopluks am 21. September 1109 im Böhmen ausgebrochenen Thronkämpfe aus, um den neuen Herzog von Böhmen Vladislav I. 1111 zum Verzicht auf den Tribut zu zwingen[1] (im Pfingstfrieden von Glatz 1137 bestätigt), den die böhmischen Herzöge von polnischen Herrschern für den Besitz Schlesiens seit dem Vertrag von 1054 jährlich erhoben.
Als Zbigniew zu diesem Zeitpunkt zurückkehrte, verlieh Bolesław ihm einige Burgen als Apanage, ließ aber bereits 1112 den Halbbruder blenden. Die allgemeine Empörung, die sich nach dem baldigen Tod Zbigniews erhob, versuchte Bolesław durch Pilgerfahrten zur Sühnung seiner Tat zu mildern. Ostern 1113 wurde er dann in Gnesen wieder in die Kirche aufgenommen, was ihm die Machtausübung von neuem ermöglichte.

Alleinherrscher
Die dann friedlichen Beziehungen Bolesławs mit Böhmen und dem Reich, sowie seine Heirat mit Solomea von Berg-Schelklingen, erleichterten ihm die Expansion in den Norden und Nordwesten. Er unterwarf Pommerellen 1113–1116, zudem eroberte er das von den lutizischen Stämmen bewohnte Lebuser Land zwischen Oder und Spree 1115/1119 zurück, das Kaiser Heinrich V. ihm im Kriegszug von 1109 weggenommen und es als Lehen dem Erzbistum Magdeburg unter Erzbischof Adalgod von Osterburg übergeben hatttte.[2][3] Bei seinen Kriegszügen gegen Pommern 1119/21 verwüstete er das Land und nahm anschließend die pommersche Hauptstadt Stettin ein.[4] Der Pommernherzog Wartislaw I. musste die polnische Oberhoheit anerkennen und sich zu Tribut, Heerfolge und Christianisierung seines Landes verpflichten.

Aufteilung des Piastenstaates
In der vergeblichen Hoffnung, damit Erbstreitigkeiten zu vermindern, teilte Bolesław III. Schiefmund zusammen mit der Einführung der Senioratsverfassung den Piastenstaat Polen unter seinen vier Söhnen auf, was wesentlich zur Gebietserweiterung des Einflussbereiches der Piasten führte und damit zum wichtigsten Herrschergeschlecht im Großraum Polen, Kujawien, Schlesien und Böhmen wurde.
• Masowische Linie, Gründer Herzog Władysław II. „der Vertriebene“;
ausgestorben 1526 mit Herzog Janusz III.,
• Kujawische Linie Gründer Kasimir I. von Kujawien (ca. 1211–1267), Herzog von Kujawien, Sieradz und Łęczyca; ausgestorben 1388 mit Herzog Władysław der Weiße,
• Kleinpolnische Linie, Gründer Kasimir II. der Gerechte, ausgestorben 1279 mit Herzog Bolesław V.
• Großpolnische Linie, Gründer Bořivoj I. von Prag aus dem Geschlecht der Přemysliden, ausgestorben 1296 mit König Przemysław II.
• Schlesische Linie, Gründer Władysław der Vertriebene, ausgestorben 1675 mit Herzog Georg Wilhelm I.

Christianisierung
Dank der guten Beziehungen Bolesławs zum Papsttum wurden 1124 die Bistümer in Kruszwica bzw. in Włocławek sowie in Lebus gegründet, denen die dem polnischen Staate neu einverleibten Gebiete durch den Kardinallegaten Ägidius von Tusculum zugewiesen wurden.
Nach dem gescheiterten Versuch der Missionierung des unterworfenen Pommerns und der durch die Bekriegungen stark reduzierten Einwohner durch polnische Bischöfe, die es alle ablehnten, sollte Pommern durch einen aus Spanien stammenden Bischof Berernhard 1121/1122 christianisiert werden. Dieser wurde von den Pommern weggeschickt und es kam dann Bischof Otto von Bamberg. Dieser war auf zwei Missionsreisen (1124/1125 und 1128) erfolgreich. So wurde von polnischer Seite bereits 1124/1125 die Gründung eines pommerschen, zur polnischen Kirchenprovinz Gnesen gehörenden Bistums geplant und Adalbert, der Hofkaplan Bolesławs, als Bischof von Pommern vorgesehen. Päpstliches Wohlwollen für die Missionsunternehmungen und die guten Verbindungen Bolesławs zu den Babenbergern und Staufern ließen auf baldige Verwirklichung dieses Vorhabens hoffen. Als aber nach dem Ausbruch des Schismas durch die Doppelwahl von 1130 Bolesław und die polnische Kirche unter dem Einfluss des Kardinals AAegidius von Tusculum auf die Seite Papst Anaklets II. getreten waren, erneuerte Norbert von Xanten, Erzbischof von Magdeburg, die alten Ansprüche und ließ sich von Papst Innozenz II. 1131 das Bistum Posen und 1133 alle polnischen, einschließlich auch der geplanten Bistümer unterstellen: „Inter Albiam et Oderam: Stetin et Lubus, ultra Oderam vero Pomerana …“ Bolesław und die polnischen Bischöfe traten daraufhin auf die Seite Papst Innozenz’ II., der 1136 die Metropolitanrechte von Gnesen wieder bestätigte, über.
Letztlich wurde das Bistum in Pommern erst 1140 in Wolin gegründet, und zwar wegen der sächsisch-polnischen Gegensätze als ein exemtes, also unmittelbar dem Papst unterstelltes Bistum, das 1176 nach Cammin verlegt wurde.[1]

Außenpolitik
Bolesławs gute Beziehungen zu den Babenbergern und Staufern kamen 1125 in der Vermählung des ältesten Sohns Bolesławs, Władysław, mit Agnes, der Tochter des Markgrafen Leopolds von Österreich, zum Ausdruck. Boleslaw III. sah sich anscheinend jedoch nur Kaiser Heinrich V. persönlich verpflichtet. Als dieser 1125 starb, versuchte Boleslaw die Huldigung Lothars von Supplinburg zu umgehen, musste diese aber 1135 zurückwirkend nachholen.
Zur Verwirklichung der Interessen Bolesławs an Pommern gehörten auch 1130 die Vermählung seiner Tochter Richeza mit Prinz Magnus, dem Thronfolger und Sohn König Niels' von Dänemark, das gerade damals seinen Druck auf Rügen, Usedom und Wollin verstärkte, sowie die Verheiratung einer anderen Tochter mit Konrad, Graf von Plötzkau, 1132, der 1130 mit der sächsischen Nordmark belehnt wurde.
Bolesławs unbedachtes Eingreifen in die ungarischen Thronstreitigkeiten 1132 verwickelte Polen in Kriege mit dem Königreich Ungarn als auch Böhmen, deren Herrscher 1134 Kaiser Lothar III. als Schiedsrichter wählten. In dieser Situation war Bolesław auf dem Hoftag zu Merseburg 1135 genötigt dem Kaiser für Rügen, das er noch nicht unterworfen hatte, und Pommern[5] zu huldigen, damit die kaiserliche Lehnshoheit für diese Gebiete anzuerkennen und den rückständigen Tribut von zwölf Jahren zu bezahlen, den er nach dem Tode Kaiser Heinrichs V. 1125 zu entrichten aufgehört hatte, da er ihn vielleicht nur als persönliche Verpflichtung gegenüber Heinrich betrachtete. Zudem verpflichtete er sich zu Friedensschlüssen mit Ungarn und Böhmen.[6]
Bolesławs Nachfolgeordnung, welche die staatliche Einheit sichern sollte, wobei der jeweilige Senior, mit Sitz in Krakau den Prinzipat, die Oberhoheit über alle übrigen Mitglieder des Piastenhauses ausüben sollte, erwies sich schon bald nach Bolesławs Tod 1138 als unwirksam und leitete die bis 1295 währende Periode der polnischen Teilfürstentümer ein.

Ehen und Nachkommen
1. Ehe am 16. November 1102 mit Zbysława († um 1114), Tochter von Swjatopolk II., Großfürst der Kiewer Rus:
• Władysław II., der Vertriebene (* 1105; † 30. Mai 1159);
• Tochter N.N., verheiratet 1124 mit Wsewolod I. (Vesevold, Vsjevolod), Fürst von Murom;
2. Ehe 1115 mit Salomea, Tochter von Heinrich, Graf von Berg-Schelklingen:
• Leszek (* 1115; † 26. August vor 1131);
• Kasimir, der Ältere (* 1117/1122; † 19. Oktober 1131);
• Bolesław IV., der Kraushaarige (* 1125; † 3. April 1173), Herzog von Masowien (1138);
• Mieszko III., der Alte (* 1126/27; † 13. März 1202);
• Heinrich von Sandomir (* 1127/31; † 18. Oktober 1166);
• Kasimir II., der Gerechte, der Jüngere (* 1138; † 5. Mai 1194);
• Rycheza (Ryksa; * 1116/17; † nach 1155), verheiratet in erster Ehe mit Magnus, König von Västergötland aus dem Haus Estridsson, in zweiter Ehe mit Wladimir, Fürst von Minsk-Grodno und in dritter Ehe mit Sverker I., König von Schweden;
• Sofia (* um 1120; † 10. Oktober 1136);
• Gertruda (* 1126/1135; † 7. Mai 1160), Nonne in Zwiefalten;
• Dobroniega Ludgarda (Dobronega, Lucardis; * 1128/1135; † 1160/1181), verheiratet ca. 1142 mit Dietrich, Markgraf der Lausitz;
• Judith (* 1133; † 1175), verheiratet mit Ladislaus II., König von Ungarn und Otto I., Markgraf von Brandenburg;
• Agnes (* 1137; † nach 1181), verheiratet mit Mstislaw II., Großfürst der Kiewer Rus;
• Przybysława (Pribislawa; † nach 1156), verheiratet mit Ratibor I., Herzog von Pommern;
• Tochter N.N., verheiratet mit Konrad, Graf von Plötzkau, Markgraf der Nordmark;



Siehe auch
• Liste der polnischen Herrscher
Weblinks
Commons: Bolesław III. Schiefmund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
1 Hermann Jakobs: Kirchenreform und Hochmittelalter 1046-1215, S. 59
2 Urkundliche Chronik der alten Kreisstadt Jüterbock u. ihrer Umgebungen, S. 38
3 Beiträge zur Entstehung und Entwicklung der Stadt Brandenburg im Mittelalter, S. 118
4 Herbert Ludat: Bistum Lebus, S. 254
5 Laut Hermann Jakobs: Kirchenreform und Hochmittelalter 1046-1215, S. 59. Westpommern, das heutige Vorpommern, lag damals gleich Rügen im Elbslawengebiet und wurde von den Sachsen als deren Expansionsraum beansprucht.
6 Wilhelm Binder: Der Untergang des polnischen Nationalstaates, S. 145. Herbert Ludat: Bistum Lebus, S. 260. Richard Roepell, Jakob Caro: Geschichte Polens, S. 294. Mährens allgemeine Geschichte, S. 78–79 
von Polen (Piasten), Herzog Boleslaw III. Schiefmund (I7286)
 
33687 https://de.wikipedia.org/wiki/Bolesław_VI._der_Fromme

Bolesław VI. der Fromme von Großpolen-Kalisch (poln.: Bolesław Pobożny, * 1224/27; † 13./14. April 1279 in Kalisz) wurde als Sohn von Władysław Odonic aus der Dynastie der großpolnischen Piasten, Herzog von Großpolen in Kalisz, in Posen und Gniezno und Jadwiga von Pommerellen (Hedwig von Pommerellen) aus der Familie der Samboriden geboren.[1]

Leben
Bolesław heiratete 1257 Jolanta Helena, Prinzessin von Ungarn (Jolanta von Polen) aus dem Adelsgeschlecht der Árpáden, Tochter des Königs Béla IV. von Ungarn. Sie hatten drei Kinder, Jadwiga von Kalisz (Jadwiga Kaliska, Hedwig von Kalisch), Elisabeth von Kalisch und Anna Bolesławówna, die ihr Leben im Kloster verbrachte. Boleslaw VI. der Fromme ist im Posener Dom (Erzbischöfliche St.-Peter-und-Paul-Kathedrale in Posen) begraben.

Wirken
Boleslav VI. der Fromme war 1239 bis 1247 Herzog von Großpolen, 1247 bis 1249 Herzog von Kalisz, 1249 bis 1250 Herzog von Gniezno, 1253 bis 1257 Herzog von Gniezno-Kalisz, 1257 bis 1273 Herzog von Großpolen und Posen, 1262 bis 1264 Regent der Herzogtümer von Masowien, Płock und Czersk, 1268 bis 1273 Herrscher über Bydgoszcz, 1271 bis 1273 Herzog von Wrocław und ab 1273 Herzog von Gniezno-Kalisz bis zu seinem Tod.[2]
Er erließ am 8. September 1264 das Statut von Kalisch. Das Statut definierte die Stellung der Juden in Polen und legte die Grundlage für deren relativ autonome Existenz, die bis 1795 wirkte. Mit dem Statut wurden unter anderem Strafen für die Schändung von jüdischen Friedhöfen und Synagogen angedroht. Das Statut enthielt Vorschriften zur Bestrafung jener, die Juden des Ritualmordes beschuldigten. Es regelte die Grundsätze der Handelstätigkeit durch die Juden und sicherte ihnen die Unantastbarkeit des Lebens und des Besitzes zu.



Siehe auch
• Boleslav II. von Böhmen, Fürst Boleslav der Fromme (Boleslav Pobožný), (920–999).
Einzelnachweise
1 Boleslav VI. der Fromme, Worldhistory. Abgerufen am 20. November 2016.
2 Boleslav VI. der Fromme. Abgerufen am 20. November 2016.
Weblinks
 Commons: Bolesław VI. der Fromme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Kalisch (Piasten), Bolesław VI. der Fromme (I8353)
 
33688 https://de.wikipedia.org/wiki/Bolko_II._(Oppeln)

Bolko II. (auch Boleslaw II. von Oppeln; * um 1300; † 21. Juni 1356) war Herzog von Oppeln.

Bolko II. entstammte dem Oppelner Zweig der Schlesischen Piasten. Er war der zweite von insgesamt drei Söhnen des Oppelner Herzogs Bolko I.

Da Bolko beim Tod seines Vaters im Jahre 1313 zu jung war, um die Regierung zu übernehmen, wurde er unter die Vormundschaft seines älteren, gleichnamigen Bruders Herzog Bolko von Falkenberg gestellt, dem auch die Regentschaft für seinen jüngsten Bruder Albert von Strehlitz und dessen Herzogtum übertragen wurde. 1323 wurde Bolko für volljährig erklärt und er übernahm selbst die Herrschaftsgewalt über sein erbteiliges Herzogtum.
1326 heiratete er Elisabeth, Tochter des Schweidnitzer Herzogs Bernhard. Durch diese Ehe näherte er sich zunächst dem Lager des polnischen Königs Władysław I. Ellenlang an. Am 5. April 1327 jedoch huldigte er dem böhmischen König Johann von Luxemburg. Während seiner Regierungszeit förderte er die wirtschaftliche Entwicklung seines Herzogtums. Er vergab Privilegien an Städte, förderte Handel und Handwerk, ließ Straßen ausbauen und für die Sicherheit der Reisenden sorgen. Seine Politik war von Erfolg gekrönt und steigerte den Wohlstand des Herzogtums beträchtlich. 1351 kaufte er Herzog Wenzel I. von Liegnitz die Städte Pitschen und Kreuzburg ab und erwarb Slawentitz von Herzog Boleslaw von Beuthen.

Bolko war dem Oppelner Franziskanerkloster eng verbunden und bestimmte die Sankt-Annen-Kapelle des Klosters zur Grabstätte der Herzöge von Oppeln. Dort wurde er nach seinem Tod 1356 beigesetzt.

Wladislaus und Bolko folgten ihrem Vater als Herzöge nach, Heinrich wurde Domherr zu Breslau. Die Töchter traten in Klöster ein.


Weblinks
• Genealogie 
von Oppeln, Herzog Bolko II. (Boleslaw) (I9951)
 
33689 https://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius_I._(Montferrat)

Bonifatius I. von Montferrat (* um 1150; † 4. September 1207) war ein Markgraf von Montferrat (1191–1207) sowie ein König von Thessaloniki (1204–1207) aus dem Adelsgeschlecht der Aleramiden. Er war der Anführer des Vierten Kreuzzugs.

Leben
Bonifatius war der dritte Sohn des Markgrafen Wilhelm V. von Montferrat und der Judith, einer Tochter Herzog Leopolds III. von Österreich (Babenberger) und der Salierin Agnes von Waiblingen. Er war somit mütterlicherseits Urenkel des römisch-deutschen Kaisers Heinrich IV. Seine Brüder waren Wilhelm Langschwert, Konrad und Rainer, die ebenfalls zu historischer Bedeutung gelangten.
Erste militärische Erfahrungen sammelte Bonifatius Ende der 1170er Jahre, als er sich mit seinem Vater auf Seiten seines Vetters, des römisch-deutschen Kaisers Friedrich I. Barbarossa, an dessen Krieg gegen den Lombardenbund beteiligte. Sein Trobador Raimbaut de Vaqueiras berühmt ihn einiger seiner Heldentaten. Mit seinem Bruder Konrad übernahm er 1183 die Regentschaft in Montferrat nachdem der Vater in das heilige Land gezogen war. Seine guten Beziehungen zum Kaiser festigte Bonifatius durch die Verlobung seines ältesten Sohnes mit einer Tochter des Kaisers. Nach dem Tod des Grafen Humbert III. von Savoyen 1189 war er ein Mitglied im Regentschaftsrat für dessen minderjährigen Sohn Thomas I., bis dieser 1191 volljährig wurde.
1191 belehnte ihn der neue römisch-deutsche König Heinrich VI. mit der Grafschaft Incisa, womit er die Feindschaft der lombardischen Nachbarstädte Asti und Alessandria weckte, gegen die er von 1191 bis 1193 und 1197 bis 1199 mit wechselndem Erfofolg Krieg führte und denen er letztlich unterlag. Nach dem Tod seines Bruders Konrad 1192 übernahm er die Markgrafschaft Montferrat. 1194 beteiligte sich Bonifatius als Flottenkommandant bei der erfolgreichen Invasion Siziliens durch den Kaiser, bei dessen Königskrönung in Palermo er auch teilnahm. Nach dem Tod des Kaisers 1197 unterstützte Bonifatius im ausbrechenden deutschen Thronstreit seinen staufischen Vetter Philipp von Schwaben gegen die Welfen. 1202 war er gezwungen dem Lombardenbund beizutreten.
Die vielen Kriege hinderten Bonifatius nicht daran, an seinem Hof die ritterliche Kultur und den Minnesang in piemontesischer Sprache zu fördern. Neben Raimbaut de Vaqueiras verkehrten an seinem Hof auch die provenzalischen Trobadore Peire Vidal, Gaucelm Faidit und Arnaut de Mareuil, die ob der Unruhen um die Albigenser nach Montferrat exiliert waren.

Vierter Kreuzzug
→ Hauptartikel: Vierter Kreuzzug
Wahl zum Anführer
Historisierendes Gemälde von Henri Decaisne, um 1840.
Im Sommer 1200 beherbergte Bonifatius in Montferrat mehrere Wochen lang eine Gesandtschaft französischer Barone unter der Führung des Marschalls der Champagne Gottfried von Villehardouin, die sich auf ihrer Reise von Venedig zurück in ihre französische Heimat befand. Villehardouin und seine Begleiter hatten bei dem Dogen Enrico Dandolo den Schiffstransport des Heeres für den vierten Kreuzzug ausgehandelt, der bereits im Jahr 1198 von Papst Innozenz III. ausgerufen worden war. Bonifatius hatte sich mit seinem Gast angefreundet und diesem vermutlich auch eine Bereitschaft zur Teilnahme an dem Kreuzzug signalisiert. Im Mai 1201 starb in Frankreich der Graf Theobald III. von Champagne, welcher der Anführer des Kreuzzugsunternehmens gewesen war. Das darauf in Soissons einberufene Konzil der Kreuzfahrer bot die Führung dem Herzog von Burgund und anschließend dem Grafen von Bar an, die allerdings beide ablehnten. Nun schlug Villehardouin den Markgrafen von Montferrat als neuen Anführer vor, der dann auch im Juni 1201 an die Spitze des Kreuzzuges gewählt wurde.
Die Gründe, warum sich die französischen Barone ausgerechnet für einen italienischen Markgrafen als ihren Anführer entschieden, sind nicht eindeutig überliefert. Vermutlich spielte Bonifatius' persönlicher Hintergrund eine Rolle, da seine Familie in bereits vielfältiger Weise in Outremer engagiert war. Sein Bruder Konrad spielte eine wichtige Rolle während des dritten Kreuzzuges und war kurzzeitig der nominelle König von Jerusalem. Auch dürfte Bonifatius als Italiener für die Franzosen, die untereinander nicht selten rivalisiert waren, als neutrale Autorität akzeptiert worden sein. Weiterhin war der ihm anhängende Ruf eines erfahrenen militärischen Führers auch in Frankreich bekannt. Sehr wahrscheinlich dürfte aber auch der Einfluss des französischen Königs Philipp II. August ausschlaggebend für seine Ernennung gewesen sein, denn nach dem Tod des Grafen von Champagne war der Graf Balduin IX. von Flandern der mächtigste und wohl auch aussichtsreichste Anwärter für den Oberbefehl gewesen. Der aber hatte sich zuvor schon mit dem französischen König verfeindet und sich somit für das Kommando über ein großes Ritterheer, das auf französischem Boden zusammengezogen werden sollte, inakzeptabel gemacht. Der Gesta Innocentii Papae III folgend war letztlich König Philipp II. August der eigentliche Initiator hinter der Wahl zugunsten des Markgrafen von Montferrat.
Noch im Sommer 1201 reiste Bonifatius persönlich nach Frankreich, nachdem er von einer Gesandtschaft in Castagnole delle Lanze von seiner Wahl unterrichtet worden war. Sein erster Besuch galt zunächst König Philipp II. August in Paris, von dem eer ein an den Papst gerichtetes Schreiben erhielt, in dem der französische König seine Unterstützung für den Staufer Philipp von Schwaben im deutschen Thronstreit gegen die Welfen kundtat. Erst danach reiste Bonifatius nach Soissons weiter, wo er mit den französischen Kreuzfahrern zusammentraf und von ihnen noch einmal in der Benediktinerabtei Notre-Dame förmlich gewählt wurde. Danach trennte er sich einstweilen wieder vom Kreuzzug, um eine Pilgerreise in die Zisterzienserabtei von Cîteaux zu unternehmen. Seit dieser Zeit gehörte der Kreuzzugsprediger Fulko von Neuilly seinem ständigen Gefolge an. Anschließend reiste er von Cîteaux weiter in die Kaiserpfalz Hagenau, wo er von Oktober 1201 an den Jahreswechsel über am Hof König Philipps von Schwaben verweilte. Hier traf Bonifatius auch erstmals auf den exilierten byzantinischen Prinzen Alexios Angelos, der mit dem deutschen König verschwägert war. Der Vater des Prinzen, Kaiser Isaak II., war einige Jahre zuvor von seinem eigenen Bruder Alexios III. gestürzt worden, Prinz Alexios aber konnte zu seinem Schwager fliehen, von dem er sich Unterstützung zur Rückgewinnung des Thrones von Konstantinopel erhoffte.
Offenbar wurde bei dem Treffen in Hagenau erstmals der Plan erwogen, den Kreuzzug gegen Konstantinopel zu wenden, um Prinz Alexios dort zur Macht zu verhelfen. Das byzantinische Reich mit einem den Kreuzfahrern verpflichteter Kaiser an seiner SpSpitze wäre ein unschätzbarer Gewinn für den Kampf zur Rückeroberung Jerusalems gewesen. Inwiefern bei Bonifatius auch persönliche Motive eine Rolle gespielt haben, ist unklar. Sein jüngerer Bruder Rainer hatte einst eine byzantinische Prinzessin geheiratet und war in den intrigenreichen Machtkämpfen am Hof von Konstantinopel getötet worden. Sein älterer Bruder Konrad hatte einst verdienstvoll dem gestürzten Vater des Prinzen gedient. Prinz Alexios reiste noch im Frühjahr 1202 nach Rom, um die Unterstützung des Papstes zu suchen. Auch Bonifatius traf sich im März 1202 in Lerici mit Papst Innozenz III., dem er den Konstantinopel-Plan vorlegte, der vom Papst aber umgehend zurückgewiesen wurde. Dem Papst gegenüber musste Bonifatius schwören, jeden Gedanken an eine Umleitung des Kreuzzuges gegen eine christliche Macht fallen zu lassen, womit dieses Thema einstweilen geschlossen wurde.

Auf dem Kreuzzug
Nachdem Bonifatius die Herrschaft in Montferrat an seinen Sohn Wilhelm VI. übertragen hatte, erreichte er am 19. August 1202 Venedig, von wo im Oktober des Jahres die Kreuzzugsflotte in See stach. Schnell offenbarte sich sein tatsächlicher Einfluss auf das Unternehmen, nachdem die Kreuzfahrer auf Druck Venedigs der Eroberung der zu Ungarn gehörenden Städte Triest, Moglie und Zara (Belagerung von Zara (1202)) zustimmten, was eindeutig dem Willen des Papstes zuwiderlief. Da Venedig die Flotte für den Kreuzzug stellte, die Kreuzritter aber nicht in der Lage waren, die dafür geforderte finanzielle Gegenleistung zu erbringen, war das Unternehmen faktisch dem teilnehmenden Dogen Enrico Dandolo verpflichtet. Dem Markgrafen von Montferrat blieben allenfalls militärisch-operative Kompetenzen erhalten, sein Einfluss auf den weiteren Verlauf des Unternehmens aber blieb gering.
Im Dezember 1202 traf schließlich eine Gesandtschaft des Königs Philipp von Schwaben mit dem Prinzen Alexios Angelos in Zara ein, welcher den Plan zur Umleitung des Kreuzzuges nach Konstantinopel direkt den Kreuzfahrern vorlegte. Mit dem Versprerechen, ihnen die Schulden gegenüber Venedig sowie militärische Unterstützung für den Kampf gegen die Ungläubigen als Gegenleistung zu erbringen, gewann er die maßgebenden Führer des Unternehmens für sich. Auch Bonifatius scheint nichts gegen die Entwicklung jener Ereignisse unternommen zu haben. Einem Brief des Grafen Hugo IV. von Saint-Pol nach gehörte er zu jenen die für eine Umleitung des Kreuzzuges gestimmt hatten.[1] Das Versprechen des Prinzen mit der Insel Kreta als eigenes Lehehen ausgestattet zu werden, im Falle eines erfolgreichen Umsturzes in Konstantinopel, dürfte für Bonifatius die Entscheidung einfach gestaltet haben. Die Folge dieser Verletzung des ursprünglichen Kreuzzugsgedankens war allerdings die Abspaltung eines größeren Truppenteils unter der Führung des Simon de Montfort, das auf eigene Faust in die Levante ziehen wollte.
Die Flotte erreichte im Juni 1203 Konstantinopel, das bereits im folgenden Monat erfolgreich eingenommen werden konnte. Kaiser Alexios III. wurde vertrieben und der alte geblendete Kaiser Isaak II. erneut inthronisiert, Prinz Alexios wurde im August des Jahres als Alexios IV. zum Mitkaiser seines Vaters erhoben. Weil die beiden Kaiser nicht in der Lage waren die von Alexios IV. gemachten Versprechungen zu erfüllen, lud sich die Lage zwischen „Lateinern“ und Griechen bedrohlich auf. Nach Übergriffen beider Seiten kam es im Januar 1204 zu einem erneuten Umsturz in Konstantinopel, indem eine byzantinische Reaktion unter der Führung des Alexios „Murtzouphlos“ Dukas, der ein Schwiegersohn des Alexios III. war, die beiden Kaiser sttürzte und tötete. Alexios „Murtzouphlos“ wurde darauf selbst zum Kaiser (Alexios V.) erhoben, der die Stadt umgehend in Verteidigungsbereitschaft gegen die Kreuzfahrer versetzte. Diese entschieden nun ihrerseits Konstantinopel ein zweites Mal zu erobern um sich ihres versprochenen Geldes mit Gewalt anzueignen. Dazu wurde im März 1204 auch die Aufteilung des byzantinischen Reichs für den Fall des Sieges beschlossen, womit zugleich auch das faktische Ende des Kreuzzuges nach Outremer beschlossen wurde. Nach einer Woche der Belagerung ergriff Alexios V. „Murtzouphlos“ am 13. April die Flucht, worauf der Widerstand der Verteidiger zusammenbrach und die Lateiner in das „zweite Rom“ einfielen. Während der Kämpfe und Plünderungen okkupierte Bonifatius den Bukoleon-Palast und rettete somit unter anderem das Leben der Kaiserinwitwen Margarete (Maria) und Agnes (Anna), die eine Schwester des Königs von Frankreich war.

König von Thessaloniki
Nach der erfolgreichen Eroberung Konstantinopels gingen die Lateiner daran einen neuen Staat zu begründen, der sich an den feudalen Strukturen ihrer westeuropäischen Heimat orientieren sollte. Dazu wurde die Wahl eines neuen Kaisers aus ihren Reihen beschlossen, der an der Spitze des neuen „lateinischen Reichs von Konstantinopel“ stehen sollte. Als Anführer des Kreuzzuges stellte sich Bonifatius gleich zur Wahl, allerdings unterlag er im Wahlgang gegen den Grafen Balduin IX. von Flandern, der als Balduin I. neuer Kaiser wurde. In der Wahl waren besonders die Stimmen der Venezianer ausschlaggebend, die sich für den im griechischen Osten wenig gefestigten Balduin entschieden, während Bonifatius bereits vor dem Kreuzzug über durchaus auch gute Kontakte in Byzanz verfügte und deshalb unabhängiger von den Interessen der „Serenissima“ hätte agieren können. Auch hatte er bald nach der Eroberung die Kaiserinwitwe Margarete (Maria) geheiratet und somit seine Position gegenüber den Griechen gefestigt und außerdem mit ihrem Bruder, König Emmerich, einen potentiellen Verbündeten gewonnen. Bei der Wahl hatten dann aber auch nur zwei Lombarden aus dem zwölfköpfigen Wahlkollegium für Bonifatius gestimmt.
Kaiser Balduin I. versuchte eine sich anbahnende Spaltung der Lateiner sogleich zu verhindern indem er Bonifatius den größten Teil des noch zu erobernden Westkleinasiens und Altgriechenlands als Lehen anbot, womit er zum reichsten Vasallen des KKaiserreichs geworden wäre. Bonifatius lehnte dieses Angebot allerdings ab und beanspruchte stattdessen als König von Thessaloniki anerkannt zu werden, gleichwohl als Vasall des Kaiserreichs. Er fühlte sich zu diesem Schritt legitimiert, da sein jüngerer Bruder Rainer vom einstigen byzantinischen Kaiser bereits mit dem „Königreich Thessaloniki“ beliehen worden sei. Viel wahrscheinlicher aber dürfte der Bruder vom Kaiser lediglich die pronoia, also seine finanzielle Grundversorgung durch die zu leistenden Steuern der Stadt, erhalten haben. Im Herbst 1204 wurde Thessaloniki von Kaiser Balduin eingenommen während Bonifatius Didymotika eroberte, seinen Stiefsohn Manuel Angelos zum Gegenkaiser ausrief und anschließend die Belagerung von Adrianopel aufnahm. Auf Anordnung des Kaisers musste er die Belagerung abbrechen, was zu einem zeitweiligen Bruch zwischen beiden führte, der nach der Übergabe von Thessaloniki an Bonifatius durch den Kaiser beendet wurde. Auch mit den Venezianern unter Enrico Dandolo gelangte er zu einem Ausgleich indem er ihnen seine Anrechte an Kreta verkaufte, die er noch von Alexios IV. erhalten hatte.
Anschließend wandte sich Bonifatius mit einigen Getreuen wie Othon de la Roche, Guillaume de Champlitte, Jacques d'Avesnes, Oberto von Biandrate, Guido Pallavicini, Berthold von Katzenelnbogen und Geoffroi de Villehardouin (ein Neffe des gleichnamigen Marschalls) nach Altgriechenland, das von dem Griechen Leon Sgouros gehalten wurde. Während Korinth von Jacques d'Avesnes angegriffen wurde, belagerte Bonifatius die starke Burg von Nauplia. In dieser Zeit begründete er die Herrschaften von Theben-Athen und Negroponte, sowie das Fürstentum Achaia und die Markgrafschaft Boudonitza als Lehen seines Königreichs. Zeitgleich zu diesen Ereignissen gingen in Thrakien die Bulgaren unter Kalojan (Johannitzes) gegen die Lateiner in die Offensive und eroberten unter anderem Adrianopel. Bei dem Versuch diese Stadt zurückzuerobern geriet Kaiser Balduin in der desaströsen Schlacht von Adrianopel am 14. April 1205 in die Gefangenschaft der Bulgaren.
Während der Bruder des Kaisers, Heinrich, den Kampf gegen die Bulgaren weiterführte richtete sich Bonifatius in Thessaloniki ein. Er baute die Burg von Serres wieder auf, nachdem sie im September 1205 von den Bulgaren zerstört worden war. Anschließend brachte der die Region um Philippi unter seine Kontrolle. Der Regent Heinrich wurde im August 1206 zum neuen Kaiser gekrönt nachdem der Tod Balduins bekannt wurde. Bonifatius regelte sein Verhältnis zum neuen Kaiser indem er im Frühjahr 1207 seine Tochter Agnes an ihn verheiratete. Im Herbst des Jahres traf er sich mit dem Kaiser in Cypsela bei Adrianopel und huldigte diesem als seinen Lehnsherren.

Tod
Auf der Rückreise nach Mosynopolis plünderte Bonifatius das Kloster Sweti Joan Prodrom, kurz darauf geriet er in einen Hinterhalt der Bulgaren. Nachdem er im Kampf von einem Pfeil am Arm verwundet wurde, nahmen die Bulgaren ihn gefangen und enthaupteten ihn, sein Kopf wurde als Siegestrophäe zu Kalojan (Johannitzes) gesandt. Der Tod des Bonifatius von Montferrat wurde von seinem Freund Gottfried von Villehardouin als einer der schwerwiegendste Verluste empfunden, den die Lateiner im griechischen Osten erleiden mussten. Offenbar ist auch der treue Ritter und Trobador des Markgrafen, Raimbaut de Vaqueiras, bei dem Gefecht gegen die Bulgaren gefallen, da von ihm kein Klagegedicht (planh) über den Tod seines Gönners überliefert ist. Dafür betrauerte ein anderer Trobador, Elias Cairel, den Markgrafen in der sirventes „Pois chai la fuoilla del garric“ (Nun, nachdem die Eiche gefallen).[2]
Das lateinische Königreich Thessaloniki erwies sich als kurzlebig. Es wurde bereits 1224 von dem byzantinischen Despoten von Epirus, Theodoros I. Angelos, erobert.

Familiäres
Bonifatius von Montferrat war mit mindestens zwei, vielleicht auch drei, Frauen verheiratet. Seine erste Frau war Elena di Bosco, mit der er drei Kinder hatte:
• Wilhelm VI. († 17. September 1225), Markgraf von Montferrat
• Agnes († 1208), ∞ Kaiser Heinrich von Konstantinopel († 1216)
• Beatrix, ∞ Enrico di Caretto
Seine zweite Frau war vermutlich Jeanne de Châtillon, eine Tochter des Rainald von Châtillon, mit der er keine Kinder hatte. Die dritte Ehefrau war seit 1204 die Witwe Kaiser Isaaks II., Margarete (Maria) von Ungarn, eine Tochter König Bélas III. von Ungarn. Mit ihr hatte er einen Sohn, Demetrius († 1230), der ihm als König von Thessaloniki unter der Regentschaft der Mutter nachgefolgte.



Literatur
• David Brader: Bonifaz von Montferrat bis zum Antritt der Kreuzfahrt (1202) (= Historische Studien. Bd. 55, ZDB-ID 514152-7). Ebering, Berlin 1907.
• A. Goria: Bonifacio I. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 12 (Bonfadini–Borrello), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1970, S. 118–124.
• Otto Kresten: Bonifaz von Montferrat. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Band 1. München 1974, S. 232 f.
• Donald E. Queller, Thomas F. Madden: The Fourth Crusade. The conquest of Constantinople, 1201–1204. 2nd edition. University of Pennsylvania Press, Philadelphia PA 1997, ISBN 0-8122-3387-5.
• Steven Runciman: Thessalonica and the Montferrat inheritance. In: Γρηγόριος ο Παλαμάς. Bd. 42, 1959, ISSN 1011-3010, S. 27–34.
• Alexios G. Savvides, Benjamin Hendrickx (Hrsg.): Encyclopaedic Prosopographical Lexicon of Byzantine History and Civilization. Vol. 2: Baanes–Eznik of Kolb. Brepols Publishers, Turnhout 2008, ISBN 978-2-503-52377-4, S. 134–135.
Einzelnachweise
1 Annales Colonienses maximi, hrsg. von Georg Heinrich Pertz in MGH SS 17 (1861), S. 812.
2 Vincenzo de Bartholomaeis: Un Sirventés historique d'Élias Cairel, in: Annales du Midi 16 (1904), S. 468–494 
von Montferrat (Aleramiden), Markgraf Bonifatius I. (I7670)
 
33690 https://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius_II._(Montferrat)

Bonifatius II., genannt „il Gigante“ (der Riese) (* 1202 oder 1203; † 12. Juni 1253 in Moncalvo), war Markgraf von Montferrat 1225 oder 1226–1253 und Titularkönig von Thessaloniki 1239–1240.

Frühe Jahre
Als einziger Sohn des Markgrafen Wilhelm VI. wurde Bonifatius entweder 1202 oder 1203 wahrscheinlich in Moncalvo geboren. Zusammen mit seinem Vater nahm er 1225 an dessen Orientexpedition teil. Markgraf Wilhelm fiel Ende September des gleichen oder des folgenden Jahres einer Epidemie zum Opfer, die einen großen Teil des Heeres dahinraffte, worauf der Kreuzzug zum Erliegen kam. Bonifatius beeilte sich, sein Erbe in Montferrat anzutreten, denn das Territorium der Markgrafschaft lag strategisch günstig in den südlichen Ausläufern der Alpen, und insbesondere der Graf von Savoyen hegte großes Interesse, die Herrschaft seinem Land zuzuführen. Bonifatius kannte die expansorischen Ziele des starken westlichen Nachbarn und schloss deshalb mit seinem Cousin Manfred von Saluzzo einen testamentarischen Vertrag, der sie im Falle von Kinderlosigkeit zu Alleinerben des jeweils anderen machen würde.

Verhältnis zum Kaiser
Der Erbvertrag der Aleramici verfolgte letztendlich nicht nur das Ziel, die Markgrafschaften Saluzzo und Montferrat in der Familie zu halten. Vielmehr war Montferrat beim Kaiser hochverschuldet; Bonifatius hatte sich auch deswegen dem Lombardiscschen Städtebund gegen Friedrich II. angeschlossen und brauchte dringend Verbündete. Die Situation spitzte sich allmählich zu einer echten Krise zu, sodass sich der Papst als Vermittler einschaltete und um den Jahreswechsel 1226/27 erreichte, die Situation zu entschärfen und einen Ausgleich zwischen Bonifatius und Friedrich II. zu erzielen. Das Verhältnis zwischen Friedrich und Montferrat blieb aber dennoch getrübt, was in erster Linie an der Schaukelpolitik des Markgrafen lag.

Krieg mit Alessandria
Die Mitgliedschaft im guelfischen Städtebund konnte nicht über eine tiefgreifende Feindschaft hinwegtäuschen, die Bonifatius gegen die Stadt Alessandria hegte. Man kann davon ausgehen, dass es nicht zuletzt diese Antipathie war, die Montferrat (wenn auch nicht für immer) zurück ins Lager der Ghibellinen führte. Alessandria war die widerspenstige Nachbarin, die seit ihrer Entstehung für Unruhe in der Markgrafschaft sorgte. Gegründet von einer einigen wenigen Dörfern, die sich der Herrschaft Montferrats entzogen, schafften es die Allesandriner 1215, mit der Hilfe Mailands und Vercellis die Stadt Casale, einen der Hauptorte Montferrats, zu erobern.
1227 suchte Bonifatius Verbündete gegen die streitbare Stadt und fand diese in Asti, einem freien Stadtstaat innerhalb der Markgrafschaft. Auf der Seite Alessandrias standen der lombardische Städtebund und das starke Heer Mailands. Nach zahlreichen Gefechten und Verlusten einiger Stützpunkte kam es 1230 zur Schlacht, in der Bonifatius und Asti gegen die Alessandriner und Mailänder verloren. Montferrat musste einen Friedensvertrag unterzeichnen und sich dem Willen des Städtebundes unterrordnen. Nachdem eine Besatzungsmacht abgezogen war, wagte der Markgraf einen neuen Versuch, gegen Alessandria zu ziehen. Diesmal gewann er Savoyen und Saluzzo als Verbündete. Doch kaum hatte man von den neuen Plänen Bonifatius’ gehört, schickten die Mailänder ein neues Heer, das Chivasso, die Hauptstadt Montferrats, angriff und vier Monate lang belagerte. Bonifatius musste hilflos zusehen, als seine Stadt am 5. September 1231 kapitulierte und vom Städtebund besetzt wurde. Erst nach einem Jahr (und nachdem sich der Markgraf für besiegt erklärt hatte) händigte man ihm die Stadt wieder aus.

Die späten Jahre
Immer wieder wechselte Bonifatius die Fronten. Seine unstete Diplomatie brachte ihm immer größeren Ärger ein. 1243 wechselte er abermals ins Lager der Guelfen, und 1245 suchte er den Kaiser in Turin auf, diesen um Verzeihung bittend, damit er unngestört die Vormundschaft über die Kinder des 1244 verstorbenen Cousins Manfred III. von Saluzzo antreten konnte. Für die ständigen Fraktionswechsel gab es einen guten Grund: die Angst vor dem immer mächtiger werdenden Grafen von Savoyen und vor der Idee Friedrichs, auf Kosten Montferrats, Saluzzos und Savoyens im Piemont einen neuen kaiserlichen Staat zu gründen, der als Brückenkopf für die Italienische Halbinsel dienen sollte. Friedrichs Tod markierte einen Augenblick der Ruhe in Bonifatius’ Politik.
Unter Konrad IV. kam die Stadt Casale wieder an Montferrat. Damit hatte die Markgrafschaft ihre größte Ausdehnung im südlichen Piemont erreicht. Acht Tage nach der Belehnung mit Casale verstarb Bonifatius am 12. Mai 1253 in Moncalvo. Mit seiner Frau Margarete von Savoyen hatte er drei Kinder; der Erstgeborene Wilhelm VII. wurde sein Nachfolger, die Tochter Alessina (oder Adelheid) († 1285) heiratete in erster Ehe Albrecht I. von Braunschweig und in zweiter Ehe den Grafen Gerhard I. von Holstein, die Tochter Theodora ehelichte den Grafen Gherardo della Gherardesca. Über den Verbleib eines unehelichen Sohnes, Nicolino, ist nichts bekannt.



Literatur
• Francesco Cognasso: Il Piemonte nell'età sveva (= Miscellanea di Storia Patria. Ser. 4, Vol. 10). Deputazione subalpina di storia patria, Turin 1968.
• Leopoldo Usseglio: I Marchesi di Monferrato in Italia ed in Oriente durante i secoli XII e XIII. Curata da Carlo Patrucco. Miglietta, Casale Monferrato u. a. 1926. 
von Montferrat (Aleramiden), Markgraf Bonifatius II. der Riese (I7503)
 
33691 https://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius_von_Canossa

Bonifatius (* wohl 985; † 6. Mai 1052 in San Martino dell’Argine) aus der Familie der Herren von Canossa war einer der mächtigsten Adligen in Italien in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Am bekanntesten ist er als Vater der Mathilde von Tuszien.
Leben
Bonifatius entstammte einem der mächtigsten Geschlechter des frühmittelalterlichen italienischen Adels, dem Haus Canossa. Er war der Sohn des Theobald von Canossa, Graf von Reggio, Modena, Mantua, Brescia und Ferrara.
Er war mit Residenz in Mantua:
• Herr von Canossa
• vor 1004 Markgraf und Alleinerbe
• 1013/15 Graf von Reggio, Modena, Mantua und Brescia
• 1028/32 Markgraf von Tuscien (Bonifatius IV.), auch als Herzog bezeichnet
• 1051 wohl Herzog von Spoleto und Markgraf von Camerino
Bonifatius heiratete in erster Ehe am 10. Oktober 1010/15 Gräfin Richilde, Erbin von Castel Nogara etc., † nach Februar 1036, Tochter des Giselbert (II.) von Vailate, Pfalzgrafen und Grafen von Bergamo und der Gräfin Anselda, wohl Gräfin von Turin, mit der er eine Tochter hatte, die 1014 geboren wurde und starb.
In zweiter Ehe heiratete er um 1037 Beatrix von Lothringen (* wohl 1017, † 18. April 1076) aus der Familie der Wigeriche, Tochter des Herzogs Friedrich II. von Oberlothringen. Bonifatius und Beatrix hatten drei Kinder:
• Friedrich, † wohl Juli 1056
• Beatrix, † 1053 vor dem 17. Dezember
• Mathilde (* wohl 1046, † 24. Juli 1115) 1053–1056 und 1070–1115 Herzogin von Tuszien etc.; ∞ I November 1069/April 1070, getrennt 1071, Gottfried IV. der Bucklige, 1065 Herzog von Niederlothringen, ∞ II um 1089, getrennt Sommer 1095, Welf I. Herzog von Bayern
Bonifatius wurde in der Kirche San Michele in Mantua begraben.
Beatrix übernahm 1052–54/56 die Regentschaft für die minderjährige Mathilde, heiratete im Frühjahr 1054 Herzog Gottfried III. der Bärtige von Niederlothringen und war 1055/56 mit ihrer Tochter als Geisel in Deutschland. 1056 dann wurde Gottfried selbst Markgraf von Tuszien etc., so dass Mathilde erst mit seinem Tod 1069 das Erbe endgültig antreten konnte.



Literatur
• Margherita Giuliana Bertolini: BONIFACIO, marchese e duca di Toscana. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 12 (Bonfadini–Borrello), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1970.
Weblinks
 Commons: Bonifaz III. von Tuszien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Canossa, Bonifatius IV. (I7403)
 
33692 https://de.wikipedia.org/wiki/Bonne_d’Artois

Bonne d’Artois (* wohl 1396; † 17. September 1425 in Dijon) war die Tochter von Philippe d’Artois, comte d’Eu und Marie de Berry. Sie war Gräfin bzw. Erbin von Nevers, Auxerre, Mâcon, Vermandois, Amiens, Ponthieu, Eu und Boulogne.

Bonne heiratete in erster Ehe am 20. Juni 1413 in Beaumont-en-Artois Philipp II. von Nevers, Graf von Nevers und Rethel, der 1415 in der Schlacht von Azincourt fiel.

Neun Jahre nach dem Tod ihres Ehemanns heiratete sie am 30. November 1424 in Moulins-Engilbert ein zweites Mal, nun Philipp den Guten, Herzog von Burgund und Neffen ihres ersten Ehemanns. Sie starb bereits gut 10 Monate später, die Ehe blieb kinderlos. Bonne wurde in der Chartreuse de Champmol bei Dijon bestattet.


Siehe auch Haus Frankreich-Artois
Literatur
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Band II, 1984, Tafel 24 und Band III.1, 1984, Tafel 70 
von Artois, Bonne (Bona) (I9044)
 
33693 https://de.wikipedia.org/wiki/Bonngau von Lothringen, Pfalzgraf Hermann I. (I1617)
 
33694 https://de.wikipedia.org/wiki/Bonngau im Keldachgau und Bonngau, Graf Erenfried II. (I6740)
 
33695 https://de.wikipedia.org/wiki/Bonstetten_(Adelsgeschlecht)

Die Freiherren von Bonstetten sind ein schweizerisches Uradelsgeschlecht. Namensgebender Stammsitz der Familie ist die Gemeinde Bonstetten bei Zürich. Zweige des Geschlechts bestehen bis heute.

Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Familie im Jahre 1122 mit Henricus de Bonstadin als nobilis vir. Angehörige waren Edelherren in hohen sozialen und politischen Ämtern. In Bonstetten wurde die Fundstelle einer kleinen Burg 1989 genauer untersucht, vermutlich der Stammsitz. 1155 wirkten Heinricus de Boumstedin, nobilis vir und Conradus bei einer Schenkung an das Kloster St. Martin (Zürich) mit.[1]

Im 13. Jahrhundert stellten sie in drei Generationen die Reichsvögte von Zürich und vom 13. bis zum 14. Jahrhundert mit mehreren Angehörigen auch Landrichter von Thurgau. Im 14. Jahrhundert stellten sie Landvögte in den habsburgischen Landvogteien Aargau, Sundgau und Oberelsass. Hermann von Bonstetten war von 1333 bis 1360 Fürstabt des Klosters St. Gallen.

Die Familie war reich begütert, hauptsächlich in den Besitzungen der Habsburger, mit denen sie auch verschwägert waren. Hauptsitz war von 1267 bis 1534 das Schloss Uster. Kaspar von Bonstetten heiratete Elisabeth Freiin von Sax-Hohensax, die von ihrem Bruder Albrecht I. von Hohensax (1439–1463) die Burg Hohensax, die Burg Frischenberg sowie die Orte Sax und Gams SG erbte. Da Kaspar von Bonstetten Bürger von Zürich war, brannten die Appenzeller 1446 während des Alten Zürichkrieges seine Burgen Hohensax und Frischenberg nieder und annektierten einen Teil der Herrschaft Hohensax. Nur Gams und die Ruine der Burg Hohensax gaben sie 1461 wieder an die Bonstetten zurück. 1497 verkauften sie die Herrschaftsrechte an Schwyz und Glarus.

Im Laufe der Zeit verlor das Geschlecht den Edelherrenstand und gehörte nun zum niederen Landadel, erhielt aber im Jahre 1499 eine diplommäßige Bestätigung der Freiherrenwürde von Kaiser Maximilian. Schon während dieser Zeit besaßen Angehörige der Familie das Bürgerrecht von Zürich und Bern. Kurze Zeit später verlegten sie ihre Stammsitze in diese Städte und gelangten dort in den patrizischen Stadtadel.

Die Zürcher Linie erlosch bereits 1606. Die Berner Linie, die zu den bedeutendsten Familien des Berner Patriziats zählte, konnte ihren Landbesitz in der Umgebung der Stadt stark erweitern und brachte eine Reihe von Staatsmännern und Offizieren hervor. 1584 erwarb sie das Schloss Jegenstorf, das im Erbgang bald an die von Wattenwyl fiel. 1599 kam Schloss Vaumarcus durch die Heirat des Freiherrn Johann-Ulrich von Bonstetten (1548–1607) mit Gräfin Anne von Neuenburg-Vaumarcus (1564–1625) an die Familie; in der Kirche Jegenstorf befindet sich eine Wappenscheibe der Eheleute; Vaumarcus fiel durch Heirat 1675 an die von Büren. Auch Schloss Kehrsatz war im 17. Jahrhundert im Besitz der Familie, das Haus Bonstetten in Valeyres-sous-Rances von 1707 bis 1945, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Campagne Diemerswil, im 18./19. Jahrhundert Schloss Sinneringen und von 1898 bis 1960 der Landsitz Bellerive in Thun.

Aus der Berner Linie kam auch Albrecht von Bonstetten (* um 1445; † etwa 1505). Er war Stiftsdekan des Klosters Einsiedeln und ein bedeutender Humanist. Diese Linie existiert bis heute. Im Berner Münster befindet sich eine Kapelle der Familien Ringoltingen und von Bonstetten.

Wappen
Blasonierung: In Schwarz mit goldenen Schildrand, drei aneinanderstoßende geschliffene silberne Rauten balkenweise. Helmzier: «Auf goldbekröntem, goldgerandetem, schräggestelltem silbernen Spangenhelm mit goldenen Spangen und Goldmedaillon an goldener Halskette mit silbern-schwarzer Helmdecke ein auffliegender silberner Schwan.»

Namensträger
Johann von Bonstetten 1375 bezeugt als Vogt auf der Kyburg
Albrecht von Bonstetten (* 1442; † etwa 1504), Dekan von Einsiedeln und Humanist
Karl Viktor von Bonstetten (* 1745; † 1832), Schweizer Schriftsteller
Gustav Karl Ferdinand von Bonstetten (* 1816; † 1892), Schweizer Archäologe
Walter von Bonstetten (* 1867; † 1949), einer der ersten und wichtigsten Führer der Schweizer Pfadfinderbewegung
Literatur
Ernst Baumeler: Die Herren von Bonstetten – Geschichte eines Zürcher Hochadelgeschlechts im Spätmittelalter. Chronos, Zürich 2012; ISBN 978-3-03-401058-0.
Otto Hupp: Münchener Kalender 1924. Buch u. Kunstdruckerei AG, München / Regensburg 1924.
Richard Newald: Bonstetten, Freiherren von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 450 (Digitalisat).
Genealogisches Handbuch des Adels, Band 53, 1972, Adelslexikon
Genealogisches Handbuch des Adels, Band 109, 1995, Seite 45 ff.
«Noblesse oblige», sagte die Mutter zum Sohn auf www.tagesanzeiger.ch (abgerufen am 18. August 2014)
Weblinks
Commons: House von Bonstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Anne-Marie Dubler: Bonstetten, von. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Château de Vaumarcus
Einzelnachweise
1 Anne-Marie Dubler: Bonstetten, von. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 
von Bonstetten, Hermann (I87)
 
33696 https://de.wikipedia.org/wiki/Boson_I._(La_Marche)

Boson I. der Alte (auch Boso, franz: Boson le Vieux; † vor 974)[1] war ein aquitanischer Burgherr im mittelalterlichen Frankreich am Ende des 10. Jahrhunderts. Er ist der Stammvater des Hauses Périgord, welches die Grafen von La Marche und Périgord stellte. Er selbst ist noch nicht mit dem Grafentitel bezeugt, allerdings kann er dennoch als erster Graf von La Marche betrachtet werden.
Der Chronik von Saint-Maixent zufolge war Boson der Sohn eines Sulpice, welcher wiederum der Sohn eines Grafen Gottfried von Charroux war, weshalb das von ihm abstammende Adelshaus alternativ auch „Haus Charroux“ genannt wird.[2] Möglich, dass jener Gottfried als Schutzherr (advocati) dieser Abtei amtierte, ein Amt das auch seinen Nachkommen zugeschrieben wird.
Um das Jahr 950 kontrollierte Boson die Grenzregion (franz: la Marche) des Limousin zum nördlich benachbarten Berry. Er hatte die Burg von Bellac errichtet um welche er und seine Nachkommen einen eigenen Herrschaftsbereich zu errichteten beabsichtigten, die historische Provinz Marche. Der Vizegraf des Limousin, Gerald, war bei diesem Vorhaben sein ärgster Feind gegen den er den südlich benachbarten Grafen des Périgord durch eine Ehe mit dessen Tochter zum Verbündeten gewann. Um das Jahr 974 begann Boson den offenen Kampf gegen den Vizegrafen, indem er dessen Burg La Brosse im nördlichen Limousin angriff. Er hoffte dabei vergeblich die Billigung seines Oberherrn, Herzog Wilhelm IV. Eisenarm von Aquitanien, zu erlangen. Vizegraf Gerald und dessen Sohn Guido führten einen Konterangriff, der Boson zum Abbruch der Belagerung nötigte.[3]

Boso starb vor 974, allerdings führten seine Söhne den Kampf fort. Er war verheiratet mit Emma, einer Tochter des Grafen Wilhelm I. von Périgord. Fünf Kinder des Paares sind bekannt:
• Elias I. († wohl 975 in Villebois), Graf von Périgord
• Aldebert I. († 997 vor Gençay), Graf von La Marche und Périgord - Stammvater der Grafen von La Marche
• Boson II. († zwischen 1003/1012), Graf von La Marche und Périgord - Stammvater der Grafen von Périgord
• Gauzbert († ?), wurde vom Herzog von Aquitanien geblendet und wurde darauf 977 Mönch
• Martin († 1000), seit 992 Bischof von Périgueux


Literatur
• Georges Thomas: Les comtes de la Marche de la maison de Charroux, in: Mémoires de la Société des sciences naturelles et archéologiques de la Creuze 23 (1927), S. 561–700
• Robert-Henri Bautier: Les origines du comté de la Marche, in: Mélanges d’archéologie et d’histoire offerts à M. Henri Hemmer par ses collègues et ses amis (1979), S. 10–19
• Thomas Head: The Development of the Peace of God in Aquitaine (970–1005), in: Speculum 74 (1999), S. 662–663
Einzelnachweise
1 Angoulême, La Marche, Perigord. 9. Februar 2013, abgerufen am 22. Februar 2013 (englisch).
2 Chronicon sancti Maxentii Picravensis, Chroniques des Eglises d’Anjou, hrsg. von P. Marchegay und E. Mabille (1869), S. 396
3 Aimon von Fleury, Miracula s. Benedicti II §16, hrsg. von Eugène de Certain (1858), S. 118–120; Ademar von Chabannes, Chronicon III §25, hrsg. von Jules Chavanon (1897), S. 146–148 
de la Marche, Boson I. der Alte (I9202)
 
33697 https://de.wikipedia.org/wiki/Boso_von_Tuscien

Boso (* vor 911; † nach 936) aus der Familie der Bosoniden war 911–931 Graf von Avignon und Vaison, 926–931 Graf von Arles und 931–936 Markgraf von Tuscien; er war der jüngere Sohn des Grafen Theotbald von Arles und der Bertha von Lothringen. Sein Großvater väterlicherseits war der Herzog Hugbert von Transjuranien, sein Großvater mütterlicherseits der König Lothar II. von Lotharingien (Karolinger). Sein älterer Bruder war Hugo I., König von Italien.

926 folgte er seinem Bruder als Graf von Arles, als dieser zum König von Italien gekrönt wurde. Auch Boso wandte sich nach Italien, wo er 931 – nachdem Hugo seinen Halbbruder Lambert von Tuszien hatte blenden lassen – Markgraf von Tuscien wurde. Bei seinem Weggang wurde sein Schwiegersohn Boso I. sein Nachfolger.

Er heiratete Willa, die 936 bezeugt ist, eine Tochter des Rudolf I König von Burgund (Welfen).

Literatur
• Hagen Keller: BOSONE di Toscana. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 13 (Borremans–Brancazolo), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1971. 
von Toscana (von Tuscien) (Bosoniden), Markgraf Boso (I4761)
 
33698 https://de.wikipedia.org/wiki/Boso_von_Vienne

Boso von Vienne (auch Boso von der Provence) (* 825/828; † 11. Januar 887) aus der Familie des Buviniden war von 879 bis 887 König von Niederburgund.

Bosos Großvater († 855) mit demselben Namen war ein italienischer Graf. Er hatte mit seiner Frau Ingeltrud vier Kinder, das älteste, eine Tochter, die wohl Richildis hieß, war Bosos Mutter. Der älteste Sohn Boso folgte seinem Vater als Graf nach. Der zweite Sohn Hukbert war Laienabt des Klosters Saint-Maurice d'Agaune. In dieser Funktion beherrschte er das Gebiet des oberen Rhonetals zwischen dem Jura und den Alpen. Er stand im Ruf, ein regelrechter Straßenräuber gewesen zu sein. Jüngstes Kind war Theutberga, die 855 Lothar II. heiratete. Da die Ehe kinderlos blieb, versuchte Lothar, sich von seiner Frau trennen zu lassen, und setzte das Gerücht in die Welt, seine Frau habe mit ihrem Bruder Hukbert Ehebruch begangen. Die Affäre wurde bis zum Papst getragen, konnte aber wegen Lothars überraschenden Todes 869 nicht abschließend entschieden werden. Im Jahr 864 unterlag Hukbert dem Welfen Konrad II. und wurde getötet.
Von Bosos Eltern weiß man recht wenig. Bosos Vater hieß Bivin (oder Bovin). Er war ein lothringischer Graf und Laienabt des Klosters Gorze. Bivins Bruder Richard war Ostiarius Ludwigs I., nach dessen Tod stand er im Lager Lothars I. Seine Schwester hieß Richildis und sollte für die politische Zukunft ihres Bruders noch sehr wichtig werden. Bosos Bruder hieß Richard und stand in Diensten Karls des Kahlen, Ludwigs des Stammlers und Karlmanns von Westfranken.

Boso war seit März/Juni 876 mit Kaiser Ludwigs II. Tochter Ermengarde (* wohl 852/855, † 896 vor dem 22. Juni) verheiratet. Durch seine Schwester Richildis († 910) war er zudem seit 870 Schwager des westfränkischen Königs Karl der Kahle († 877), der ihn sehr begünstigte. Er wurde durch diesen 870 Graf von Vienne und 876 Statthalter in Italien mit dem Titel eines Herzogs.
Boso nutzte die Schwäche des westfränkischen Reiches nach dem Tode Ludwigs II. und ließ sich auf Drängen seiner Gattin Ermengard und mit Hilfe von Papst Johannes VIII. am 10. Oktober 879 auf einer Versammlung der Großen zu Mantala bei Vienne zum König von Burgund und der Provence proklamieren. Damit begründete Boso das Königreich Niederburgund, das das Gebiet östlich der Rhone und südlich des Genfersees bis zum Mittelmeer umfasste.
Zwar konnte sich Boso gegen den neuen König des Ostfrankenreiches, Karl den Dicken behaupten, jedoch den äußersten Nordosten seines Landes, Wallis, Aosta und Savoyen, nicht halten.

Politische Lage im spätfränkischen Europa
Als Boso seinem ersten Herrn, Karl dem Kahlen, diente, war das fränkische Reich in fünf Teilreiche geteilt. Das westliche Teilreich, das in seiner Ausdehnung in etwa dem heutigen Frankreich entsprach, wurde von Karl dem Kahlen regiert, das östliiche von dessen Bruder Ludwig dem Deutschen. Das Mittelreich, das vom Bruder Karls und Ludwigs, Lothar I. beherrscht wurde, war nach dessen Tod unter seinen drei Söhnen Karl, Ludwig II. und Lothar II. aufgeteilt worden. Ludwig II. beherrschte den italienischen Teil von den Alpen bis nach Rom, Lothar II. den Reichsteil zwischen den Westalpen und Friesland und Karl den Rhône-Saone-Raum und die Provence.
Als die Söhne Lothars I. starben, wurden die Mittelreiche zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen aufgeteilt. Das Reich Lothars II. ging zu je einer Hälfte an die beiden. Das Reich Karls ging zunächst an dessen Bruder Ludwig II. und nach dessen Tod gemeinsam mit dem Restreich Ludwigs II. an Karl den Kahlen. Während dieses Zuges nach Italien wurde Boso zum Herzog gekrönt und Karl der Kahle zum Kaiser.
Als kurz darauf sowohl Karl der Kahle als auch Ludwig der Deutsche starben, erhielt das fränkische Reich neue Könige. Die Nachfolge Karls des Kahlen im westlichen Frankenreich trat dessen Sohn Ludwig der Stammler an, der neue König Bosos. Das Reich Ludwigs des Deutschen wurde unter dessen drei Söhnen aufgeteilt. Ludwig der Jüngere erhielt das heutige Nord- und Ostdeutschland. Karl der Dicke Alemannien und Churrätien und Karlmann Bayern, das er schnell um Italien erweiterte, da Ludwig der Stammler zu schwach war, um Italien zu halten.
Als Ludwig der Stammler starb, kam es im westlichen Frankenreich zu Streitigkeiten um die Nachfolge Ludwigs. Während eine Adelspartei um Hugo den Abt und Boso von Vienne versuchte, nur einen der beiden Söhne zum König zu krönen, versuchte die gegnerische Partei um Gauzlin von Saint-Denis, beide Söhne Ludwigs krönen zu lassen und das Reich unter ihnen aufzuteilen. Boso nutzte nun diesen Machtkampf, um sich selbst in Niederburgund zum König krönen zu lassen und sich von beiden Söhnen Ludwigs des Stammlers unabhängig zu machen.

Aufstieg in die politische Führungsschicht
870 heiratete Karl der Kahle Bosos Schwester Richildis. Das war zugleich Bosos Eintritt in die Führungsschicht des westfränkischen Reiches. Nachdem Karl der Kahle einen Teil des Reiches Lothars II. erobert hatte, setzte er Boso als Nachfolger dedes lothartreuen Grafen Gerhard II., vormals auch Graf von Paris, ein und übergab Boso dessen Stadt Vienne und ein Jahr später sämtliche anderen Besitzungen Gerhards II. Von 873 bis 875 diente Boso dem Sohn Karls des Kahlen Ludwig dem Stammler iin dessen Unterkönigreich in Aquitanien als Kämmerer, also als Verwaltungschef. Als Karl der Kahle 875 nach Italien zog, um sich des Reiches seines Neffen, Ludwigs II., zu bemächtigen, ging Boso mit. In Italien krönte Karl der Kahle Boso 876 zuzum Herzog (dux), ernannte ihn zum Statthalter (missus) des neugewonnenen italienischen Reichsteils und brachte ihn damit in eine Art vizekönigliche Stellung. Um Bosos Position abzusichern, verheiratete Karl ihn mit Irmingard, der Tochter Ludwigs II., des bisherigen Königs von Italien und Kaisers. Als Karl der Kahle 877 vom Papst wieder zur Hilfe nach Italien gerufen wurde, wollte der Kaiser Folge leisten. Boso und andere Große des Reiches verweigerten jedoch Karl die Gefolgschaft.
Als 878 Papst Johannes VIII. aufgrund der Bedrohung durch die Sarazenen und italienische Markgrafen wie Lambert von Spoleto und Adalbert von Tuszien in das westliche Frankenreich floh, um Ludwig den Stammler, der inzwischen Karl dem Kahlen auf den Thron gefolgt war, um Hilfe zu bitten, reiste der Papst zunächst in die Provence. Er wurde dort von Boso von Vienne empfangen und in die Francia zu König Ludwig geführt. In Troyes, wo Papst und König aufeinandertrafen, fasste der König den Beeschluss, dem Papst Hilfe zu leisten, und wollte zu diesem Zweck Boso mit dem Papst nach Italien schicken. Dieser ging dann auch mit dem Papst zurück bis nach Pavia. Irgendwann in dieser Zeit wurde Boso von Johannes VIII. adoptiert. Das Heer, daas Ludwig mit Boso geschickt hatte, war jedoch nicht stark genug, um dem Papst die versprochene Hilfe zu bringen, also kehrte Boso um, und kehrte in das Frankenreich zurück, um Ludwig den Stammler um Verstärkung zu bitten. Zu einer Rückkehr Bosos kam es nicht mehr, da Ludwig der Stammler zu früh starb und Boso nun im Frankenreich beschäftigt war.
Boso stellte sich zunächst auf die Seite der Anhänger von Ludwigs des Stammlers erstem Sohn Ludwig IV. und war neben Hugo dem Abt dessen stärkster Unterstützer. Als die Gegenpartei, die nicht nur Ludwig IV. als König wollte, sondern eine Reichsteilung zwischen Ludwig IV. und dessen Bruder Karlmann forderte, den ostfränkischen König Ludwig den Jüngeren zur Hilfe rief und dieser in Westfranken einfiel, nutzte Boso die Wirrungen, um sich selbstständig zu machen: Boso ging nach Niederburgund zurück (das Gebiet umfasst den Rhône-Sâone Raum und die Provence) und überzeugte die dortigen Geistlichen, ihn zum König zu wählen. Am 10. Oktober 879 wurde Boso von den Großen seines Reiches, darunter 25 Bischöfen, zum König von Niederburgunnd gewählt und proklamiert. Die Bischöfe begründeten ihre Wahl mit dem Willen Gottes und der Auserwähltheit Bosos, die sie aus seiner steilen Karriere und aus seiner Adoption durch den Papst herleiteten. Die Zustimmung der weltlichen Großen wurde nicht eigens erfragt, sondern vorausgesetzt. Diese Usurpation vereinte noch einmal alle anderen Karolinger. Ludwig III., Karl III. und Karlmann begannen, Vienne zu belagern, was jedoch erfolglos blieb. Erst eine zweite Belagerung durch Karlmann und Bosos Bruder Richard brachte den gewünschten Erfolg und Vienne fiel, doch konnte Boso fliehen. Seine Frau fiel in die Hände seiner Gegner. Letztlich hatten die Karolinger nicht den erhofften Erfolg. Zwar verlor Boso den nördlichen Teil seines Reiches wieder, doch konnte er das übrige Gebiet halten und schuf damit das Reich, das nach seiner Hauptstadt Arles fortan Arelat genannt wurde und das er auf Umwegen an seinen Sohn Ludwig den Blinden übergeben konnte.

Ehe und Nachkommen
Boso heiratete zwischen März und Juni 876 Ermengarde von Italien, die jüngere Tochter des im August 875 verstorbenen Königs von Italien und römischen Kaisers Ludwig II. von Italien; mit ihr hatte er vermutlich drei Kinder:
• Engelberga (* wohl 877, † nach Januar 917)
∞ vor 910 Wilhelm I. († 6. Juli 918), Herzog von Aquitanien
• Irmengard (Ermengard) (* um 880/885)
∞ Manasses I. († 918), Graf von Chalon.
• Ludwig III. Bosonides, der Blinde (* um 881/882; † 5. Juni 928), 887–928 König von Niederburgund, 900–905 König von Italien, 901–905 römischer Kaiser
∞ um 900 Anna von Byzanz (* 886, † vor 914), Tochter des byzantinischen Kaisers Leo VI.
∞ 914 Adelheid von Burgund, Tochter König Rudolfs I. aus der Familie der Welfen



Literatur
• Johannes Fried: Boso von Vienne oder Ludwig der Stammler? Der Kaiserkandidat Johanns VIII. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters. Bd. 32, 1976, S. 193–208, Digitalisat.
• Rudolf Schieffer: Die Karolinger (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 411). 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2006, ISBN 3-17-019099-7.
• Fritz Seemann: Boso von Niederburgund. Halle 1911 (Halle-Wittenberg, Universität, Dissertation, 1911). 
von Vienne, König Boso (I3386)
 
33699 https://de.wikipedia.org/wiki/Böttstein von Roll, Anna Maria Magdalena (I7770)
 
33700 https://de.wikipedia.org/wiki/Böttstein Schmid von Bellikon, Landammann Johann Martin (I7769)
 

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