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 #   Notizen   Verknüpft mit 
33751 https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Rothenstein von Rotenstein, Heinrich (I57561)
 
33752 https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Rothenstein von Rotenstein, Siguna (Sigonia) (I57556)
 
33753 https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Rötteln von Rotberg, Herr Hans Jakob (I21971)
 
33754 https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Schwarzenburg von Schwarzenburg (von Rötz), Margarete (I21069)
 
33755 https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Sponheim von Spanheim (Sponheim), Graf Siegfried I. (I3021)
 
33756 https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Stein_(Rheinfelden) von Ratolsdorf, Ritter Ulrich (I21867)
 
33757 https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Süpplingenburg von Sachsen (von Süpplingenburg), Kaiser Lothar III. (I7366)
 
33758 https://de.wikipedia.org/wiki/Burkhard_I._(Zollern)

Burkhard I. von Zollern (de Zolorin), auch Burchard von Zollern, († 1061) ist der erste in einer zuverlässigen Quelle genannte Hohenzoller.

Leben
Bei der Herkunft der Zollern bleibt vieles im Dunkeln.[1] Frühere Gelehrte hatten aufgrund des Namens fälschlicherweise angenommen, Burkhard würde dem mittelalterlichen Geschlecht der Burchardinger entstammen.[2] Historisch sichere Aussagen über die Herkunft Burkhards abzugeben, ist nicht möglich.
In den Annalen des Reichenauer Mönchs Berthold werden die 1061 getöteten Burchardus et Wezil de Zolorin erwähnt. Eine Verwandtschaft zueinander ist nicht belegbar, wenngleich in späteren Quellen diese unterstellt wird. Ob die Edlen in einer Fehde gefallen sind oder nicht, wird in der Niederschrift des Mönches nicht geklärt.
Bei seinem Vater könnte es sich um Friedrich handeln, einem Grafen im Sülichgau (entspricht etwa dem heutigen Landkreis Tübingen). Bei der Mutter wird Irmentrud, Tochter von Graf Burkhard von Nellenburg vermutet. Nächster bekannter Hohenzoller ist Friedrich I.


Siehe auch
• Stammliste der Hohenzollern
Literatur
• Rudolf Seigel: Ein Ereignis und seine Deutung. Vor 950 Jahren wurden Burchard und Wezel von Zollern getötet. In: Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte (ZHG). Bd. 46, 2010, S. 55–80 (PDF des gesamten Bandes; 9 MB)
Einzelnachweise
1 Georg Schuster: Der Urstamm Zollern und die Burggrafen von Nürnberg-Zollern, Giesecke und Devrient 1904, S. 19 (PDF; 457 kB)
2 Wolfgang Neugebauer, Die Hohenzollern, Band 1. Anfänge, Landesstaat und monarchistische Autokratie bis 1740, 1996, S. 12 
von Zollern, Burkhard I. (Burchard) (I9670)
 
33759 https://de.wikipedia.org/wiki/Burkhard_von_Avesnes

Burkhard von Avesnes (franz: Bouchard d'Avesnes, * um 1182; † 1244 in Rupelmonde) war ein französischer Adliger aus dem Haus Avesnes.
Er war der jüngste von vier Söhnen des Sire Jakob von Avesnes und der Adela von Guise. Als jüngster der Familie war er für eine geistliche Laufbahn vorgesehen, wurde Domkantor von Laon und erhielt die Weihe zum Subdiakon. 1211 verließ Burkhard den geistlichen Stand und befehdete seinen Bruder Walter. Er trat in den Dienst des Grafen Ferrand von Flandern, der ihn zum Bailli des Hennegau ernannte.
Dort wurde er mit der Obhut der jungen Margarete, der Schwester von Gräfin Johanna von Flandern, betraut. Stattdessen entführte er die erst zehnjährige Margarete und heiratete sie, in der Hoffnung, so deren flämisches Erbe übernehmen zu können. Gräfin Johanna erkannte die Ehe nicht an, da Burkhard als geweihter Subdiakon unter Eheverbot stand. 1214 nahm Burkhard an der Schlacht von Bouvines gegen die Franzosen teil. Unterstützt vom französischen König Philipp II. August erreichte Grääfin Johanna 1216 bei Papst Innozenz III. die Exkommunikation Burkhards, der sich darauf mit Margarete in das Exil nach Luxemburg begab. Obwohl jedem Exilort das Interdikt drohte, erhielt Burkhard nicht nur bei weltlichen Fürsten, sondern auch in den Bistümern Laon, Cambrai und Lüttich gastliche Aufnahme.
Um 1220 geriet er schließlich in einem Gefecht in Gefangenschaft und wurde in Gent festgehalten. Um seine Freilassung zu erreichen, stimmte Margarete der Aufhebung ihrer Ehe zu. Wenige Jahre später heiratete sie Wilhelm II. von Dampierre. Burkhard verließ nach seiner Freilassung seine Heimat und kämpfte in Italien für den Heiligen Stuhl. Als er 1244 nach Flandern zurückkehrte wurde er auf Befehl von Gräfin Johanna in Rupelmonde enthauptet.

Literatur
• Alberdingk Thijm: Avesnes, Burchart von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 704 f. 
von Avesnes, Burkhard (I8446)
 
33760 https://de.wikipedia.org/wiki/Burkhard_von_Erlach_(Offizier) Familie: Burkhard von Erlach / Adelheid Sigelmann (F28570)
 
33761 https://de.wikipedia.org/wiki/Burkhard_von_Erlach_(Offizier) Familie: Wolfgang von Erlach / Katharina von Diesbach (F28571)
 
33762 https://de.wikipedia.org/wiki/Büttikon von Büttikon (I21814)
 
33763 https://de.wikipedia.org/wiki/Buviniden

Die Buviniden sind die Familie des Grafen Buvinus (oder Bouvin) von Metz, die vom Beginn des 9. bis zur Mitte des 10. Jahrhunderts in der französischen, burgundischen und italienischen Geschichte eine herausragende Rolle spielte.

Die wichtigsten Familienmitglieder waren:
• Boso († 887) König von Niederburgund
• Ludwig der Blinde († 928) König von Niederburgund und Italien, römischer Kaiser
• Richard der Gerichtsherr († 921) Herzog von Burgund
• Rudolf († 936), Herzog von Burgund, König von Frankreich
• Hugo der Schwarze († 952), Herzog von Burgund

sowie in weiblicher Linie
• Giselbert († 956), Herzog von Burgund

Stammliste
1 Richard, Graf von Amiens 801/825 - vermutliche Vorfahren siehe Stammliste der Karolinger#Die Nachkommen des Abtes Hieronymus
1 Richard ostiarius, 834/839 bezeugt, geht 834 mit Lothar I. nach Italien
2 Buvinus (Bouvin), 842/862, Graf von Metz, Abt von Gorze ∞ NN, Tochter von Boso dem Alten Graf von Arles, Graf in Italien (Bosoniden)
1 Boso, † 1. November 887, 870 Graf von Vienne, 876 Herzog von Italien, 879 König von Niederburgund, ∞ März/Juni 876 Ermengarde von Italien, * wohl 852/855, † 896 (vor dem 22. Juni) Tochter des Königs und Kaisers Ludwig II. (Karolinger)
1 Engelburga, * wohl 877, † nach Januar 917; ∞ vor 910 Wilhelm I. Herzog von Aquitanien, † 6. Juli 918
2 Töchter, 887 bezeugt
3 Ludwig III. Bosonides genannt der Blinde, † 5. Juni 928 in Arles, 887 König von Provence, 900-905 König von Italien, 901/902 römischer Kaiser, 905 geblendet; ∞ I um 900 Anna von Byzanz, * 886/888, † vor 914, Tochter des Kaisers Leo VI.; ∞ IIor 18. Januar 914 Adelheid von Burgund, Tochter des Königs Rudolf I. (Welfen)
1 (I) Karl Konstantin, * wohl 901, † nach Januar 962, 928/930 Graf von Vienne; ∞ Teutberga von Troyes († nach 960) Tochter des Grafen Warnarius und Teutberga von Arles
1 Richard, † nach Januar 962
2 Robert, † wohl nach Mai 976
3 Konstanze (Constance); ∞ Boso II., † 965/967, 935 Graf von Avignon, 949 Graf von Arles (Haus Provence)
2 (II) Rudolf († nach 19. März 929)
2 Richilde (Richeut), † 2. Juni 910; ∞ 22. Januar 870 Karl der Kahle, † 6. Oktober 877, 843 König von Neustrien, 875 römischer Kaiser (Karolinger)
3 Richard der Gerichtsherr (Richard le Justicier), † 921, 876 Graf von Autun, wohl 880 Herzog von Burgund; ∞ Adelheid, 921-928/929 bezeugt, Schwester von Rudolf I. König von Burgund (Welfen)
1 Rudolf (Raoul), † 15. Januar 936, 921/936 Herzog von Burgund, 923/936 König von Frankreich, begraben in der Abtei Sainte-Colombe in Sens; ∞ 910/914 Emma, † Ende 934, Tochter des französischen Königs Robert I. (Kapetinger, Robertiner)
1 Sohn, † wohl 934
2 Richilde (Richeut), 948/955 bezeugt; ∞ Liétaud II. Graf von Mâcon, † 7. September 965
3 Hugo der Schwarze (Hugues le Noir), † 17. Dezember 952, 936 Graf und Markgraf von Provence, Herzog von Burgund
4 Boso I., † 935 nach 13. September, Graf von Provence; ∞ um 928 Bertha von Arles, † nach 18. August 965, Tochter von Boso, Markgraf von Tuscien (Bosoniden), heiratet in zweiter Ehe um 936 Graf Raimund von Rouergue, Markgraf von Septimanien, 96 Herzog von Aquitanien, † 961/965
4 Radbert, 859/879, Bischof von Valence
5 Tochter ∞ NN
1 Walo, Bischof von Autun
2 Manasse, Graf, wohl Manasses der Ältere von Vergy
1 Giselbert (Gilbert), † 956, Graf von Autun, 923 Herzog von Burgund, 952 Graf von Burgund
1 Liutgard (Liégard) ∞ um Ostern 955 Otto, * wohl 944, † 22./23. Februar 965, 956 Herzog von Burgund (Kapetinger, Robertiner)
2 Adelheid (Adélaide); ∞ I vor 950 Robert von Vermandois, † 19./29. August 967, 946 Graf von Meaux, 956 auch Graf von Troyes (Karolinger); ∞ II Lambert Graf von Chalon-sur-Saône, † 22. Februar 979 
von Metz, Graf Buvinus (Bovin, Bivin) (I5548)
 
33764 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich (Römer), Kaiser Theodosius II. (I24212)
 
33765 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich (Thraker), Kaiser Markian (I24224)
 
33766 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich Kaiser Anthemius (I24226)
 
33767 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich (Römer), Kaiser Leo I. (I24229)
 
33768 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich (Isaurier) (Römer), Kaiser Zenon (Tarasicodissa) (I24232)
 
33769 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich (Römer), Kaiser Anastasius I. (Anastasios) (I24252)
 
33770 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich#Oströmisches_Reich (Römerin), Augusta und Kaiserin Aelia Pulcheria (I24221)
 
33771 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantion
https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich
https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel 
Komnena (Komnenen), Anna (I7300)
 
33772 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantion
https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich
https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel 
Komnenos (Komnenen), Manuel (Michael) Erotikos (I7302)
 
33773 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantion
https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich
https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel 
Komnenos (Byzanz, Komnenen), Johannes (I7260)
 
33774 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantion
https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich
https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel 
Komnenos (Byzanz, Komnenen), Johannes II. (I7459)
 
33775 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantion
https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich
https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel 
Komnenos (Komnenen), Kaiser Isaak I. (I8342)
 
33776 https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantion
https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich
https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel 
Komnenos (Byzanz, Komnenen), Alexios I. (I7235)
 
33777 https://de.wikipedia.org/wiki/Caen de Caen, Robert 1. Earl of Gloucester (I12670)
 
33778 https://de.wikipedia.org/wiki/Cancor

Cancor, auch Kankor, Chancor, Chancoro, Chanchuro († 771/nach 782), war Graf in Alemannien und dann von 758 bis zu seinem Tod im oberen Rheingau. Er stammte aus dem Geschlecht der Robertiner, sein Vater war Graf bzw. Herzog Rupert/Robert I. vovom Haspengau, seine Mutter Williswint(h)/Williswinda. Er und seine Mutter stifteten 763/764 das Kloster Lorsch als Eigenkloster. Er war verheiratet mit einer Angilo. Seine beiden Töchter Rachilt und Eufemia traten in das Kloster Lorsch ein, sein Sohn Heimrich (Heimo) († 795) wurde sein Nachfolger.

Mit Graf Cancor sind außerdem verwandt:
• Graf Thüringbert/Thurinkbert/Thuringbert, Bruder
• Pfalzgraf Anselm († 778), Bruder
• Abt Robert von St. Germain des Fosses
• Bischof Chrodegang von Metz 
(Robertiner) (Babenberger/Popponen), Cancor (Rupert) (I6755)
 
33779 https://de.wikipedia.org/wiki/Cardigan_(Wales) de Clare (FitzRichard, de Tonbridge), Lord Gilbert (I27346)
 
33780 https://de.wikipedia.org/wiki/Cardigan_(Wales) de Clare, Lord Richard FitzGilbert (I27344)
 
33781 https://de.wikipedia.org/wiki/Caterina_de’_Medici

Caterina Maria Romula de’ Medici (französisch Catherine de Médicis, deutsch Katharina von Medici, * 13. April 1519 in Florenz; † 5. Januar 1589 in Blois) war Prinzessin von Urbino und entstammte der einflussreichen florentinischen Familie der Medici. Sie war durch Heirat mit Heinrich II. ab 1547 Königin von Frankreich und später auch Regentin für ihre minderjährigen Söhne. Bekannt wurde sie unter anderem durch ihren Befehl, in der sogenannten Bartholomäusnacht tausende Hugenotten zu ermorden. In der Folge kam es in Frankreich zu Pogromen gegen Protestanten.

Familie
Caterina de’ Medici entstammte der florentinischen Familie der Medici, die Florenz von 1434 bis 1737 bis auf zwei Unterbrechungen in den Jahren 1494–1512 und 1527–1530 beherrschte. Sie wurde in Florenz als Tochter von Lorenzo di Piero de’ Medici (1492–1519) und der französischen Bourbonen-Prinzessin Madeleine de la Tour d’Auvergne (1495–1519) am 13. April 1519 geboren. Die Ehe zwischen der französischen Hochadeligen und dem Abkömmling einer italienischen Familie, die von vielen in Frankreich lediglich als reiche Kaufmannsfamilie angesehen wurde, war auf Betreiben des französischen Königs Franz I. und des der Medici-Familie angehörenden Papstes Clemens VII., eines Onkels von Lorenzo di Piero, zustande gekommen. Franz I. beanspruchte mehrere italienische Fürstentümer, darunter unter anderem das italienische Herzogtum Mailand, benötigte aber einen starken Verbündeten, um diese Ansprüche durchsetzen zu können. Die Ehe sollte die Allianz mit dem Papst festigen.

Kindheit
Die Verwandte des Papstes
Caterina wurde als einzige Tochter von Herzog Lorenzo von Urbino aus der Familie der Medici und seiner Frau Madeleine de la Tour d’Auvergne am 13. April 1519 im Palast der Medici in Florenz geboren. Caterinas Mutter starb nur 15 Tage nach der GeGeburt der Tochter am 28. April 1519 an den Folgen der schweren Entbindung. Ihr Vater, der nach heutiger Ansicht wahrscheinlich an Syphilis und Tuberkulose litt, erlag nur wenige Tage darauf am 4. Mai 1519 seiner schweren Erkrankung. Nach dem Tod von Caterinas Vater übernahm ihr Großonkel, Papst Leo X., die Vormundschaft über seine junge Nichte.
Franz I. wünschte, dass die Waise – dank ihrer Mutter eine sehr wohlhabende Erbin – am französischen Hof aufwachsen sollte. Leo X. folgte diesem Wunsch jedoch nicht, sondern ließ das Kleinkind von Florenz nach Rom bringen, ernannte sie zur Herzogin von Urbino und plante, sie später mit dem Sohn seines gleichfalls früh verstorbenen Bruders Giuliano de’ Medici, Ippolito de’ Medici, zu verheiraten. Leo X. starb jedoch bereits am 1. Dezember 1521. In dem Konklave, das seinem Tod folgte, wurde überraschend Hadrian VI. zum neuen Papst gewählt. Kardinal Giulio de’ Medici, ein Cousin des verstorbenen Medici-Papstes, der bis zu diesem Zeitpunkt großen Einfluss im Vatikan hatte und sich Chancen auf die Papstnachfolge errechnet hatte, zog sich daraufhin nach Florenz zurück. Caterina de’ Medici wurde in seinem Gefolge in ihre Geburtsstadt zurückgebracht.
Papst Hadrian VI. starb nach nur zweijähriger Amtszeit und am 19. November 1523, knapp zwei Monate nach Hadrians Tod, wurde Giulio de’ Medici zum neuen Papst gewählt. Als Papst Clemens VII. regierte er bis zum Jahre 1534. Caterina war damit nicht nur aufgrund des Erbes ihrer Mutter eines der reichsten Mädchen Europas, sondern auch aufgrund ihrer Verwandtschaft zum Papst, der ein Sohn des Bruders ihres Urgroßvaters war, eine interessante Heiratskandidatin für europäische Fürstenhöfe. Clemens VII. ließ sie in einem der Medici-Paläste in Florenz unter Obhut ihrer Tante Clarice Strozzi aufziehen.

Geisel der Stadt Florenz
1526 ging Clemens VII. ein Bündnis mit Frankreich, Venedig, Florenz und England ein, um den Einfluss des Kaisers Karl V. in Italien zu begrenzen. In den folgenden militärischen Auseinandersetzungen unterlagen jedoch die Truppen des Bündnisses. Am 6. Mai 1527 fielen kaiserliche Truppen in Rom ein, plünderten im sogenannten Sacco di Roma die Stadt und belagerten die Engelsburg (Castel Sant’Angelo), in die der Papst geflohen war.
Die Niederlage, die Clemens VII. in Rom erlitt, führte auch zu Unruhen in Florenz und zu einem republikanischen Zwischenspiel in der Stadt, die bislang unter Einfluss der Familie Medici stand. Die achtjährige Caterina de’ Medici, nun eine wertvolle Geisel der Republik Florenz, wurde zuerst im Konvent Santa Lucia und dann im Konvent Santa Caterina da Siena gefangen gehalten. Auf Intervention des französischen Botschafters, der ihre Lebensumstände im Konvent Santa Caterina da Siena als unwürdig empfand, wurde Caterina am 7. Dezember 1527 in den vornehmen Konvent Santa Maria Annunziata delle Murate gebracht. In dem Konvent, eigentlich vor allem ein Rückzugsort für verwitwete und wohlhabende adlige Damen, wurden auch junge Mädcheen aus adeligen Häusern erzogen. Der Konvent war in der Vergangenheit immer wieder finanziell von der Medici-Familie unterstützt worden und die Äbtissin war Caterinas Taufpatin. Das Mädchen wurde entsprechend freundlich aufgenommen und bekam eine große und komfortabel eingerichtete Klosterzelle zugewiesen. Sie blieb dort die nächsten drei Jahre. Ihre Biografin Leonie Frieda führt ihre guten Umgangsformen, ihr sicheres und einnehmendes Auftreten und ihre Vertrautheit mit den Riten und Traditionen der katholischen Kirche auf diese drei Jahre im Konvent zurück. Welche formelle Erziehung Caterina de’ Medici genoss, ist weitgehend unbekannt. Gesichert ist nur, dass sie Griechisch, Latein und Französisch lernte und dass sie sich für Mathematik interessierte.
Am 29. Juni 1529 unterzeichneten Clemens VII. und Karl V. einen Friedensvertrag. Clemens versprach Karl V. die Krönung zum Kaiser. Karl V. wollte Clemens im Gegenzug dafür unterstützen, die Medici in Florenz wieder an die Macht zu bringen. Clemens’ illegitimer Sohn Alessandro de’ Medici sollte außerdem mit Karls illegitimer Tochter Margarete von Österreich verheiratet werden. Bereits im Oktober 1529 begann die Belagerung der Stadt Florenz durch kaiserliche Truppen, um die Medici-Familie dort wieder an die Macht zu bringen. Während Pest und Hungersnot in der belagerten Stadt Opfer forderten, wurde innerhalb der Regierung in Florenz auch diskutiert, was mit der nun elfjährigen Caterina geschehen solle. Zu den ernsthaft diskutieierten Vorschlägen gehörte es, sie nackt in einem Korb von den Stadtmauern herabzulassen, damit sie im Kanonenfeuer der kaiserlichen Truppen umkäme. Erwogen wurde auch, sie als Prostituierte in einem der Bordelle arbeiten zu lassen, um damit alle weiteren Heiratspläne zunichtezumachen, die Clemens VII. für sie hegen könnte. Entschieden wurde jedoch lediglich, sie wieder im Konvent Santa Lucia unterzubringen, wo man sie sicherer verwahrt glaubte. Als eine kleine republikanische Truppe am 20. Juli 1530 kam, um Caterina aus dem Konvent Maria Annunziata delle Murate abzuholen, war das junge Mädchen überzeugt, dass man sie zu ihrer Exekution führen wolle. In Vorbereitung darauf hatte sie sich die Haare geschoren und ein Nonnengewand angelegt. Auf einem Esel reitend wurde sie unter Schmährufen und Drohungen der hungernden florentinischen Bevölkerung durch die engen Straßen ins Konvent Santa Lucia überführt.

Päpstliche Heiratskandidatin
Am 12. August 1530 endete die Belagerung von Florenz; Clemens VII. nahm die Stadt wieder in Besitz. Caterina de’ Medici kehrte an den päpstlichen Hof in Rom zurück, wo sie bei ihrer Großtante Lucrezia Salviati, einer Schwester von Leo X., lebte. Nach Florenz kehrte sie erst anlässlich der Inthronisation von Clemens VII. unehelichem Sohn Alessandro im Jahre 1532 als Herzog von Florenz zurück. Dabei nahm sie das erste Mal in ihrem Leben repräsentative Pflichten wahr.
Währenddessen schmiedete Clemens VII. in Rom Heiratspläne für Caterina. Ippolito de’ Medici, den Papst Leo X. einst als ihren Ehemann vorgesehen hatte, war von Clemens VII. zum Kardinal ernannt worden und befand sich seit 1532 als päpstlicher Legat in Ungarn. Um Caterinas Hand hatten sich bereits mehrere italienische Fürsten beworben; als Heiratskandidat war auch der uneheliche Sohn von Heinrich VIII., der Herzog von Richmond, diskutiert worden. Auch der schottische König Jakob V. wurde erwogen. Kaiser Karl V. wünschte sich eine Heirat zwischen Caterina und Francesco II. Sforza, dem Herzog von Mailand. Für Clemens VII. hätte das nach der Heirat ihrer beiden unehelichen Kinder eine sehr enge Bindung an den Kaiser bedeutet. Gelegener war ihm daher der bereits 1531 unterbreitete Vorschlag des französischen Königs Franz I., seinen zweitgeborenen Sohn Heinrich, den Herzog von Orléans, mit Caterina zu verheiraten. Noch lebte dessen älterer Bruder, der der französische Thronfolger war; andernfalls wäre es nicht zu Heiratsüberlegungen mit einer „italienischen Krämerstochter“ gekommen, unabhängig davon, wie reichhaltig auch die Mitgift und das Erbe der Caterina de’ Medici waren.
Franz I. wünschte, dass seine präsumtive Schwiegertochter die Zeit bis zur Hochzeit am französischen Hof verbringen sollte. Clemens VII. ließ das jedoch nicht zu; er fürchtete den Zorn Karls V., der mit Franz I. um die Vorherrschaft in Italien stritt und für den die Hochzeit der Medici-Tochter mit Heinrich von Orléans eine Niederlage in diesem Kampf darstellte. Um Karl V. zu täuschen, setzte der Papst sogar seine Verhandlung mit dem Herzog von Mailand über eine Hochzeit mit Caterina de’ Medici fort. Karl V. erreichten zwar Gerüchte, dass eine Heirat mit dem französischen Königshaus bevorstand, hielt diese aber angesichts der Abstammung Caterinas für unvorstellbar.

Hochzeit mit Heinrich von Orléans
Die Hochzeit zwischen Heinrich von Orléans und Caterina de’ Medici fand im Oktober 1533 in Nizza statt. Caterina war erst 14 Jahre alt, ihr Bräutigam nur 14 Tage älter als sie. Clemens VII. ließ seine junge Verwandte überreich ausstatten: Er beaauftragte Isabella d’Este, die berühmt für ihren Geschmack war, die Kleider auszuwählen, die Caterina mit an den französischen Königshof nehmen sollte. Umfangreich war auch der Schmuck, den er seiner Verwandten mitgab. Gerühmt wurde besonders eiin großes Paar Ohrringe aus ungewöhnlich großen, birnenförmigen Perlen. Caterina schenkte sie später ihrer Schwiegertochter Maria Stuart. Diese nahm sie nach ihrer Verwitwung mit nach Schottland zurück und nach ihrer Hinrichtung trug Elisabeth I. diese Ohrringe.
Eine Flotte von mehr als vierzig Schiffen brachte Caterina nach Marseille. Begleitet wurde sie nicht nur von Papst Clemens VII und 13 Kardinälen, sondern auch einer großen Schar von Bischöfen und Mitgliedern des päpstlichen Hofes. In Marseille hatte man einen Palast aus Holz errichtet, um Caterina und ihre Begleiter zu empfangen. Der französische König Franz I., der Bräutigam Heinrich von Orléans und das französische Gefolge wohnten im Palast des Comte de Provence an der Place Neuve. Eine große Kammer war zwischen dem Palast des Comte de Provence und dem Holzpalast für die italienische Hochzeitsgesellschaft errichtet worden, um Begegnungen zwischen dem Papst und dem französischen König unbeobachtet von Außenseitern zu ermöglichen.
Am 12. Oktober 1533, einem Sonntag, zog zuerst Clemens VII. feierlich in die Stadt ein. Am 13. Oktober 1533 erfolgte der Einzug von König Franz I. und seinem zweitgeborenen Sohn, begleitet von 200 Soldaten, 300 Bogenschützen und der in Samt gekleideten Schweizer Leibwache des französischen Königs. Zehn Tage lang verhandelten sie die letzten Details des Heiratsvertrages, der Franz I. vor allem territoriale Ansprüche in Italien zusicherte. Von diesen Verhandlungen ist eine handschriftliche Notiz erhalten geblieben, die unter anderem festhält, dass päpstliche und französische Truppen Mailand zurückerobern wollten und Heinrich von Orléans dort zukünftig herrschen sollte. Parma und Piacenza sollten durch den Papst unter französische Herrschaft gestellt werden und Urbino zurückerobert werden.
Am 23. Oktober 1533, nachdem die Verhandlungen zwischen dem Papst und dem französischen König abgeschlossen waren, hielt auch endlich die Braut Einzug in Marseille. Am 27. Oktober 1533 wurde der Heiratsvertrag unterzeichnet und am 28. Oktober 1533 fand die kirchliche Trauung statt. Nach einem Maskenball wurden die beiden Vierzehnjährigen in die Hochzeitskammer geführt. Clemens segnete das Paar am nächsten Morgen und war erfreut darüber, dass er die beiden noch im Bett vorfand.

Ehejahre
Die italienische Mesalliance
Am 25. September 1534 starb Clemens VII. Die territorialen Versprechungen, die er gegenüber Franz I. eingegangen war, waren bislang unerfüllt geblieben und Caterinas Mitgift nur teilweise gezahlt worden. Paul III., der Clemens VII. auf dem Papstthron nachfolgte, weigerte sich, die territorialen Versprechungen seines Vorgängers gegenüber dem französischen König zu erfüllen; ebenso weigerte er sich, die noch ausstehende Mitgift Caterinas zu zahlen. Die Verheiratung des zweitgeborenen Sohnes mit Caterina de’ Medici hatte mit dem Tod Clemens’ VII. für den französischen Hof ihren politischen Wert verloren. Angesichts ihrer mangelnden Verbindung zu anderen europäischen Fürstenhäusern wurden in Frankreich Stimmen lauter, die die Heirat als Mesalliance oder politischen Fehlgriff empfanden.
Caterina de’Medici wäre am französischen Hof weitgehend isoliert gewesen, hätte sie sich nicht einen Platz in der engeren Gesellschaft rund um ihren Schwiegervater erobert. Sie galt zwar mit ihren etwas vorstehenden Augen und ihrer zur Fülligkeit neigenden Gestalt als nicht hübsch, war aber gesellschaftlich gewandt, eine geübte und beherzte Reiterin, eine gewitzte und einnehmende Gesprächspartnerin und bereit, bei den mitunter rauen Scherzen, die der französische König schätzte, mitzumachen. Mit dem Damensattel, den sie in Frankreich populär machte, war sie in der Lage, bei den Treibjagden zu Pferd mitzuhalten, und erwarb sich auch damit die Wertschätzung ihres königlichen Schwiegervaters. Politisch war sie klug genug, der Mätresse des Königs, Anne de Pisseleu, der Herzogin d’Etampes, mit größtem Respekt zu begegnen und eine freundliche Beziehung zu ihr aufzubauen. In ähnlicher Weise wusste sie sich bei Margarete von Navarra, der Schwester des Königs, beliebt zu macachen. Ihren Mann dagegen konnte sie nicht erobern – seine Verbindung zu Diana von Poitiers wurde immer enger und er reagierte mit Missfallen auf die enge Beziehung zwischen seiner Ehefrau und der königlichen Mätresse, die mit seiner Geliebten um Einfluss am französischen Königshof kämpfte.
Am Morgen des 10. August 1536 starb der französische Thronfolger unerwartet nach kurzer, heftiger Krankheit. Heinrich, Caterinas Ehemann, war nun der neue Anwärter auf die französische Königskrone. Ihre Situation verschlechterte sich dadurch; sisie war bereits seit drei Jahren verheiratet und bislang hatte sich nicht das geringste Anzeichen einer Schwangerschaft eingestellt. Nachdem Heinrich 1538 auch noch Vater einer unehelichen Tochter wurde, vermuteten alle am französischen Königshof bei ihr die Ursache dafür, dass bislang Kinder ausgeblieben waren. Zunehmend wurden Überlegungen laut, die Ehe aufgrund der Kinderlosigkeit zu scheiden.
Ausgerechnet Diana von Poitiers, die Mätresse Heinrichs, gehörte zu den Parteigängern am französischen Königshof, die sich für eine Fortsetzung der Ehe einsetzte. Eine neue, junge Braut hätte möglicherweise ihre Position unterminiert. Heinrich, der zu seinem Vater ein distanziertes Verhältnis hatte, überzeugte sie von einer Fortsetzung der Ehe mit dem Hinweis, dass es vor allem die Parteigänger seines Vaters waren, die sich für eine Scheidung einsetzten. Die letztendliche Entscheidung über eine Scheidung lag jedoch bei Franz I.:
„…Katharina setzte alles aufs Spiel in einer unvergleichlichen Schau weiblicher Unterwerfung gegenüber dem Mann, der sich selber als der größte Gentleman Frankreichs bezeichnete. Während sie sich schluchzend zu seinen Füßen warf, erklärte Kathararina, sie werde selbstverständlich zur Seite treten für eine neue Braut Heinrichs, die ihm Kinder gebären könne. Sie selber bäte nur darum, in Frankreich bleiben zu dürfen und der glücklichen Frau dienen zu dürfen, gleich welche Position ihr der König zuwiese.“
– zit. nach Frieda: S. 66
Die öffentliche Demütigung, der Caterina sich vor den Augen des französischen Königshofes unterwarf, rührte den französischen König dermaßen, dass er mit dem Hinweis, dass es Gottes Wille sei, dass sie seine Schwiegertochter und die Ehefrau Heinrichs sei, sich für eine Fortsetzung der Ehe aussprach. Die Erklärung des Königs stärkte Caterinas Position am Hofe. Margarete von Navarra, die Schwester des Königs, erinnerte ihren Neffen mehrmals in Briefen an die Qualitäten seiner Ehefrau. Diane de Poitiers sandte Caterina Medikamente, die ihre Empfängnisbereitschaft erhöhen sollten, und sorgte dafür, dass Heinrich regelmäßig Geschlechtsverkehr mit seiner jungen Frau hatte. Caterina de’ Medici unterzog sich gleichzeitig allen möglichen medizinischen Prozeduren, um endlich schwanger zu werden. Trotzdem dauerte es bis 1543, bis eine Schwangerschaft festgestellt wurde. Am 19. Januar gebar sie in Anwesenheit des französischen Königs endlich ihren ersten Sohn, der nach ihrem Schwiegervater Franz genannt wurde. In den nächsten 12 Jahren folgten neun weitere Kinder, von denen sechs ihre Kindheit überlebten.

Königin von Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mit der Geburt ihres ersten Sohnes veränderte sich Caterinas Position am französischen Hof signifikant. Sie hatte nun erstmals eine zentrale Rolle am königlichen Hof inne. Bestehen blieb jedoch die enge Bindung zwischen Heinrich und seiner Mätresse Diane de Poitiers, die nicht nur ebenso wie König Franz I. während der Geburt des ersten Sohnes anwesend war, sondern sich auch in die Erziehung der Kinder einmischte. Allerdings eskalierten zunehmend die Auseinandersetzungen zwischen der Mätresse des französischen Königs, Anne de Pisseleu, und Diane de Poitiers, bei denen sich die Mätresse des Königs durchsetzte und Diane de Poitiers für mehr als ein Jahr vom französischen Königshof verbannt wurde.
Am 31. März 1547 starb König Franz I. Caterinas Gatte Heinrich folgte ihm auf den Thron nach und wurde am 25. Juli 1547 in Reims zum König Heinrich II. gesalbt. Damit wurde Caterina Königin von Frankreich.
Auch durch die vielen Schwangerschaften war Caterina de’ Medici schon früh matronenhaft. Heinrich II. stand weiterhin unter starkem Einfluss seiner Mätresse, Diane de Poitiers. Caterina konnte sich mit dieser Situation arrangieren. Als Heinrich II. 1559 überraschend starb, war Caterina in Regierungsgeschäften völlig unerfahren.

Caterina während der Regierung ihres Sohnes Franz II. 1559–1560
Während der nur knapp eineinhalbjährigen Regierungszeit ihres Sohnes Franz II. (1544–1560) spielte Caterina nur eine untergeordnete Rolle. Dessen Frau war Maria Stuart (1542–1587), Königin von Schottland, zugleich katholische Anwärterin auf die englische Königskrone. Die Politik bestimmten deren Onkel, der Kardinal Charles de Guise und der Herzog Franz von Guise. Caterina de’ Medici stärkte vorsichtig die moderate Partei der sogenannten Politiques, indem sie im April 1560 die Ernennung von Michel de l’Hôpital zum Kanzler durchsetzte. Franz II. starb am 5. Dezember 1560 mit 16 Jahren an den Folgen einer Ohreninfektion.

Caterina während der Regierung ihres Sohnes Karl IX. 1560–1574
Während Franz II. als volljährig galt, war für den damals 10-jährigen Karl IX. eine Regentschaft unumgänglich. Dafür kamen die Guise nicht in Frage, da sie nicht Angehörige des Königshauses waren. Caterina de’ Medici gewann kampflos die Regentschaft, da sie die alternativen Anwärter aus dem Haus Bourbon an der Regentschaft beteiligte. Aus Rache für den Machtverlust organisierte Herzog Franz von Guise 1562 das Blutbad von Wassy an den französischen Protestanten, den sogenannten Hugenotten, und löste damit die Hugenottenkriege 1562–1598 aus. Franz von Guise wurde 1563 von einem Hugenotten aus dem Umfeld des Hugenottenführers Admiral Coligny ermordet.
Die ersten drei Hugenottenkriege 1562–1563, 1567–1568 und 1568–1570 waren verhältnismäßig harmlos und bestanden aus kleineren Gefechten und dauernden zähen Verhandlungen mit den zerstrittenen Adelsgruppen, die Caterina im Namen ihres Sohnes führte. Dann verlor sie die Kontrolle über ihren Sohn an den Hugenottenführer Admiral Coligny. Dieser favorisierte eine nationalistische, antispanische Politik, die wegen des niederländischen Freiheitskampfs (ab 1568) aussichtsreich erschien und potentiell Frankreich hinter dem König einen konnte. Ein solcher Kurs erforderte natürlich die Aussöhnung von Hugenotten und Katholiken innerhalb Frankreichs. Diese Aussöhnung sollte mit der Heirat von Caterinas Tochter Margarete mit dem jungen Hugenottenführer Heinrich von Navarra besiegelt werden. Das Hochzeitsfest schlug jedoch um in ein Massaker an den Hugenotten, die sogenannte Bartholomäusnacht, und den Vierten Hugenottenkrieg 1572–1573, der fast zur Vernichtung der Hugenotten führtrte. Nur die Wahl des späteren Heinrich III. zum polnischen König verhinderte deren völlige Vernichtung: Den Polen musste ein Land präsentiert werden, in dem Glaubensfreiheit galt. Caterina de’ Medici galt schon den Zeitgenossen als Drahtzieherin hinter der Bartholomäusnacht. Karl IX. starb am 30. Mai 1574 mit 23 Jahren an Tuberkulose.

Caterina während der Regierung ihres Sohnes Heinrich III. 1574–1589
Heinrich III. bevorzugte den französischen Thron vor dem polnischen Thron. Caterinas Position war jetzt delikater als je zuvor: Der Sohn war volljährig, regierte aber aus ihrer Sicht nicht. Auch aus der Perspektive ihres Sohnes Heinrich III. war die Situation delikat: Als volljähriger König durfte er nicht den Eindruck erwecken, unter der Fuchtel seiner Mutter zu stehen. Andererseits war seine Mutter die wohl einzige Person, deren guten Absichten er uneingeschränkt vertrauen konnte: Auf der Rückreise von Polen nach Frankreich zur Übernahme der Herrschaft konnte er etwa unbesorgt Venedig besichtigen, weil in Frankreich die loyale Mutter die Stellung hielt. In der Regel ließ Heinrich III. seine Mutter selbständig handeln, erteeilte aber keine Verhandlungsanweisungen und keine Verhandlungsvollmachten und konnte ggf. seine Mutter im Regen stehen lassen: Caterinas Verhandlungsmarathons ab 1576 mit dem zum Hugenottenführer aufgestiegenen Schwiegersohn Heinrich von Navarra trugen erheblich dazu bei, dass die Hugenottenkriege 1575–1576, 1576–1578, 1579–1580 verhältnismäßig harmlos verliefen. Insbesondere 1576, als die politisch Unzufriedenen sich um den Thronfolger Franz, den jüngsten Sohn Caterinas, scharten, zerschlug Caterina in Verhandlungen mit ihrem Sohn Franz die übermächtige Opposition: Franz gab sich zunächst mit einer großzügigen Apanage zufrieden.
Franz konnte durchaus noch hoffen, König zu werden, da sein älterer Bruder bisher nur Vater einer legitimen Tochter und illegitimer Söhne war. Doch mit erstaunlicher Rückendeckung des königlichen Bruders erstrebte Franz ein eigenes protestantisches Königreich: entweder durch Heirat mit der viel älteren Königin Elisabeth von England oder als erwählter Landesherr der aufständischen Vereinigten Niederlande. Anders als ihre Söhne fürchtete Caterina die Macht Spaniens und konnte zumindest ddurchsetzen, dass Frankreich offiziell mit den Aktivitäten ihres jüngsten Sohnes nichts zu tun hatte. Franz scheiterte jedoch an seiner eigenen Unfähigkeit und starb schon 1584. Französischer Thronfolger wurde der Hugenotte Heinrich von Navarrara. Dies führte zur Erneuerung der katholischen Liga durch Herzog Heinrich I. von Guise, der vor einem Bündnis mit Spanien nicht zurückschreckte, zur Entmachtung ihres königlichen Sohnes 1584 und zum Achten Hugenottenkrieg 1585–1598. Trotz seineer Entmachtung musste Heinrich III. vor dem aufständischen Pöbel aus Paris fliehen, wofür er die Guise verantwortlich machte. Kurz vor Caterinas Tod am 5. Januar 1589 ließ Heinrich III. im Dezember 1588 den Herzog Heinrich I. von Guise und dessen Bruder ermorden, ohne die Mutter konsultiert zu haben. Den Mord an ihrem Sohn im August 1589 und das Ende der Valois, das die Krönung von Heinrich von Navara zum König von Frankreich zur Folge hatte, erlebte Caterina nicht mehr.
Caterina de’ Medici starb im königlichen Schloss von Blois. Sie wurde in der Basilika Saint-Denis bestattet. Bei der Plünderung der Königsgräber von Saint-Denis während der Französischen Revolution wurde ihr Grab am 18. Oktober 1793 geöffnet unund geplündert, ihre Überreste wurden in einem Massengrab außerhalb der Kirche beerdigt. Während der bourbonischen Restauration nach 1815 wurden die in den beiden Gruben außerhalb der Kathedrale beerdigten Gebeine und sterblichen Überreste erneut geborgen und, da sie einzelnen Individuen nicht mehr zuzuordnen waren, in einem gemeinsamen Ossarium in einer Krypta der Kathedrale beigesetzt.

Kultureller Einfluss
Die Verbindung zu der italienischen Dynastie der Medici brachte es mit sich, dass eine Reihe italienischer Gewohnheiten, Lebensweisen und Alltagsgegenstände am französischen Hof Einzug hielten. So wird auf Caterina de’ Medici die Einführung des Damensattels in Frankreich zurückgeführt, der es ihr erst erlaubte, an den Jagden zu Pferd, die ihr Schwiegervater so genoss, teilzunehmen. In Frankreich nutzten bis zu diesem Zeitpunkt Damen eine stuhlartige und seitlich angebrachte Sänfte, die ihnen wenig Halt bot und bestenfalls langsamen Galopp eines regelmäßig gehenden Pferdes erlaubte. Auch war sie wohl eine der ersten Damen in Frankreich, die eine einfache Form von Unterhosen unter ihrer aufwendigen Garderobe trug.
Einen nachhaltigen Einfluss hatte Caterina auf die französische Küche, sie gilt als die Mutter der französischen Kochkunst.[1] War diese bis dato eher deftig-rustikal, so eröffneten die von ihr an den französischen Hof gebrachten italienischen Köche dem französischen Adel bisher völlig unbekannte Genüsse. Feines Essen mit erlesenen Zutaten und aufwendiger Zubereitung wurde in der Folge zu einem Statussymbol. Auch auf die Verbesserung der Tischsitten hatte Caterina nachhaltigen Einfluss, während es vorher nicht ungewöhnlich gewesen war, sich in das Tischtuch zu schnäuzen.
Darüber hinaus soll sie den Schnupftabak hoffähig gemacht haben.

Nachkommen
Aus der Ehe Caterinas mit Heinrich II. gingen zehn Kinder hervor, von denen drei als Säuglinge starben. Die drei letzten französischen Valois-Könige Franz II. 1559–1560, Karl IX. 1560–1574, Heinrich III. 1574–1589 waren Söhne Caterinas.
• Franz II. (* 19. Januar 1544; † 5. Dezember 1560), verheiratet mit Maria Stuart, Königin von Schottland
• Elisabeth (* 2. April 1545; † 3. Oktober 1568), verheiratet mit Philipp II., König von Spanien
• Claudia (* 12. November 1547; † 20. Februar 1575), verheiratet mit Herzog Karl III. von Lothringen
• Ludwig (* 3. Februar 1549; † 24. Oktober 1549)
• Karl IX. (* 27. Juni 1550; † 30. Mai 1574)
• Heinrich III. (* 19. September 1551; † 2. August 1589)
• Margarete (* 14. Mai 1553; † 27. März 1615), 1572 verheiratet mit Heinrich IV., König von Frankreich
• Hercule, nach dem Tod seines ältesten Bruders genannt Franz (* 18. März 1555; † 1. Juni 1584)
• Johanna (* 24. Juni 1556; † 24. Juni 1556)
• Viktoria (* 24. Juni 1556; † 17. August 1556)
Ihre älteste Tochter Elisabeth war mit dem spanischen König Philipp II. verheiratet und ihre jüngste überlebende Tochter Margarete heiratete den Protestanten Heinrich von Navarra, den späteren König Heinrich IV. Während der Hochzeitsfeiern im August 1572 fand ein Massaker an protestantischen Adeligen statt, das in der Geschichtsschreibung als Bartholomäusnacht bezeichnet wird und für das damals (und oft noch heute) die als Ausländerin diffamierte Caterina de’ Medici verantwortlich gemacht wird. Tatsächlich versuchte Caterina mehrfach durch oft zähe Verhandlungsrunden mit dem militarisierten französischen Adel das Ausmaß der französischen Bürgerkriege zu begrenzen.
Nur ihre Tochter Margarete – auch als Margot bekannt – erbte die robuste physische Konstitution ihrer Mutter. Ihre übrigen Kinder waren während ihres gesamten Lebens anfällig für Infektionen und zeigten im erwachsenen Alter gelegentlich Anzeichen geistiger Verwirrtheit. Einige Historiker sehen darin Anzeichen einer vererbten Syphilis. Die instabile Gesundheit insbesondere ihrer Söhne sorgte dafür, dass Caterina de’ Medici während eines großen Teils ihres Lebens eine zentrale Rolle in der Regierung Frankreichs wahrnahm.
Da keiner ihrer Söhne einen legitimen männlichen Nachkommen hatte, fiel die französische Krone 1589 an den Führer der französischen Protestanten, Heinrich von Navarra aus der Nebenlinie der Bourbonen, der durch Konversion zum Katholizismus die Krone gewinnen konnte und von 1589 bis 1610 als König Heinrich IV. regierte.



Literatur
• Denis Crouzet: Le haut cœur de Catherine de Médicis. Une raison politique aux temps de la Saint-Barthélemy (= Bibliothèque Albin Michel Histoire). Albin Michel, Paris 2005, ISBN 2-226-15882-0.
• Leonie Frieda: Catherine de Medici. Phoenix, London 2005, ISBN 0-7538-2039-0.
• Janine Garrisson: Catherine de Médicis. L'impossible harmonie (= Collection portraits intimes). Payot Rivages, Paris 2002, ISBN 2-228-89657-8.
• Sabine Frommel, Gerhard Wolf (Hrsg.): Il mecenatismo di Caterina de' Medici. Poesia, feste, musica, pittura, scultura, architettura (= Kunsthistorisches Institut in Florenz, Max-Planck-Institut. Studi e ricerche. Vol. 2). Marsilio, Venedig 208, ISBN 978-88-317-9352-0.
• Jean-Hippolyte Mariéjol: Catherine de Médicis (= Biographie). Tallandier, Paris 2005, ISBN 2-84734-226-5.
• Jean-François Solnon: Catherine de Médicis. Perrin, Paris 2003, ISBN 2-262-01834-0.
• Thierry Wanegffelen: Catherine de Médicis. Le pouvoir au féminin (= Biographie Payot). Payot, Paris 2005, ISBN 2-228-90018-4.
• Lorenzo de’ Medici: Die Medici Verschwörung. Historischer Roman, Verlagsgruppe Lübbe, Bergisch Gladbach 2007, ISBN 978-3-404-92297-0
Weblinks
 Commons: Caterina de’ Medici – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
• Literatur von und über Caterina de’ Medici im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
• Porträts von Caterina de’ Medici (französisch)
Anmerkungen
1 Katharina von Medici, die Mutter der französischen Kochkunst (Memento vom 7. Januar 2012 im Internet Archive) 
von Medici, Prinzessin Katharina (Caterina Maria Romula) (I8771)
 
33782 https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Carey

Catherine Carey (auch Katherine), verheiratete Knollys (* ca. 1523[1]; † 15. Januar 1569) war eine englische Adlige und sowohl eine Cousine als auch die Lady of the Bedchamber der englischen Königin Elisabeth I. Ihre Mutter Mary Boleyn, Schwester der Königin Anne Boleyn, war lange Zeit die Geliebte König Heinrichs VIII. Daher wurde oft spekuliert, dass nicht Marys Ehemann Sir William Carey, sondern der König selbst Catherines Vater war. Unter der Herrschaft der katholischen Königin Maria I. ging Catherine als überzeugte Protestantin mit ihrer Familie ins Exil. Erst mit der Thronbesteigung Elisabeths kehrte sie an den Hof zurück und blieb zeit ihres Lebens eine enge Freundin der Königin.
Sie ist nicht zu verwechseln mit ihrer gleichnamigen Nichte Catherine Carey, Tochter des Henry Carey, 1. Baron Hunsdon und Ehefrau des Charles Howard, 1. Earl of Nottingham.

Leben
Catherine Carey wurde ca. zwischen 1523 und 1524 geboren. Ihr genaues Geburtsdatum ist unbekannt, ihre Zeugung fand aber zu einer Zeit statt, in der ihre Mutter Mary Boleyn eine Affäre mit dem König Heinrich VIII. hatte. Obwohl sie also theoretisch eine uneheliche Tochter Heinrichs sein konnte, wurde sie von Mary Boleyns Ehemann Sir William Carey als sein Kind anerkannt.[1] Über ihre Kindheit ist nicht viel bekannt, und es ist ungewiss, ob sie älter oder jünger als ihr Bruder Henry Carey war, obwohl sie traditionell als die ältere betrachtet wird. In der viktorianischen Literatur wird mitunter behauptet, Catherine hätte ihre Tante Anne Boleyn in den Tower und sogar auf das Schafott begleitet, allerdings gibt es erst drei Jahre nach Anne Boleyns Hinrichtung Hinweise darauf, dass Catherine am Hof war. Im November 1539 wurde sie eine Maid of Honour der neuen Königin Anna von Kleve.[1] Ein Jahr später heiratete sie am 26. April Francis Knollys, einen späteren Wächter der schottischen Königin Maria Stuart.
Ab den 1540ern ging es für die Careys stetig bergauf. Das Parlament sprach ihnen 1540 die Rechte am Herrensitz der Familie Knollys in Oxfordshire zu und 1547 wurde Knollys zum Ritter geschlagen. Catherine selbst pflegte ihren Kontakt zu ihrer Cousine, Prinzessin Elisabeth, mit der sie von Anfang an eine feste Freundschaft verband. Sie und ihr Mann konvertierten zum Protestantismus, weshalb sie allerdings unter der Herrschaft von Königin Maria I. ins Exil gehen mussten. Zum Abschied schrieb Prinzessin Elisabeth Catherine einen Brief, den sie mit cor rotto (deutsch: gebrochenes Herz) unterzeichnete. [1] Traditionell wird das Jahr 1553 für ihre Flucht angegeben, Historiker halten es aber auch für möglich, dass sie erst im Frühling 1556 England verließen.[1] Knollys selbst hielt sich im Winter 1556 in Basel auf und Catherines Anwesenheit in Frankfurt am Main wird für Juni 1557 nachgewiesen, zusammen mit fünf ihrer Kinder.[1]
Wann genau die Familie zurückkehrte, ist nicht bekannt, aber am 3. Januar 1559 wurde Catherine als eine der vier bezahlten Damen des königlichen Schlafgemachs aufgelistet.[1] Sie diente Elisabeth in der Funktion der obersten Lady of the Bedchamber bis ans Ende ihres Lebens und ihre Kinder, unter anderem Lettice Knollys, erhielten gute Positionen bei Hofe. Die Hochzeit ihres ältesten Sohnes Henry im Jahr 1565 wurde mit einem großern Turnier gefeiert. Allerdings schien die Königin mitunter recht fordernd zu sein, denn in einem Brief heißt es, Catherine hätte „oft geweint wegen Unfreundlichkeit“.[1] Im Dezember 1568 schließlich wurde Catherine in Hampton Court Palace schwer krank, so dass Elisabeth ihr oft ihre „eigene tröstliche Gegenwart“[1] zukommen ließ. Ihr Ehemann Francis Knollys befand sich zu diesem Zeitpunkt als Wächter der gefangenen Königin Maria Stuart in Bolton Castle und bat Elisabeth vergeblich um Erlaubnis heimzukehren.
Francis Knollys schrieb in dieser Zeit Briefe an Catherine, in denen er ihr vorschlug, sich vom Hof zurückzuziehen und ein einfaches Leben auf dem Lande zu führen. William Cecil, 1. Baron Burghley versicherte ihm, dass Catherine gut versorgt wärre, doch sie starb am 15. Januar 1569. Zeitzeugen zufolge betrauerte Elisabeth den Verlust ihrer Cousine zutiefst, so dass sie „ihre eigene Gesundheit vernachlässigte“.[1] Sie richtete Catherine ein großzügiges Begräbnis in Westminster Abbey aus, für das sie deutlich mehr Geld ausgab als für die Begräbnisse ihrer königlichen Cousinen Frances Brandon und Margaret Douglas.[1] Auf ihrem Grab befindet sich ein Epitaph von Thomas Newton: „In favour with our noble queen, above the common sort“[1] - zu deutsch: „In der Gunst unserer edlen Königin, über das normale Maß hinaus“.

Nachkommen
Die Ehe mit Francis Knollys brachte insgesamt sechzehn Kinder hervor, darunter fünfzehn namentlich bekannte:
• Sir Henry Knollys (* 12. April 1541[1]; † 1583) ∞ Margaret Cave (1549–1600)
• Mary Knollys (* 1542)
• Lettice Knollys (1543–1634)
1 ∞ Walter Devereux, 1. Earl of Essex
2 ∞ Robert Dudley, 1. Earl of Leicester
3 ∞ Christopher Blount
• William Knollys, 1. Earl of Banbury (1544–1632)
1 ∞ Dorothy Bray
2 ∞ Elizabeth Howard, Tochter von Thomas Howard, 1. Earl of Suffolk
• Elizabeth Knollys (* 15. Juni 1549; † 1605)[2] ∞ Sir Thomas Leighton
• Edward Knollys (1546–1580), Member of Parliament.
• Maud Knollys (* 1548)
• Sir Robert Knollys (1550–1626), Member of Parliament, ∞ Catherine Vaughan
• Richard Knollys (1552–1596), Member of Parliament, ∞ Joan Heigham
• Sir Francis Knollys, der Jüngere (1553–1643), Member of Parliament, ∞ Lettice Barrett
• Sir Thomas Knollys (* 1558), bekannt als Heerführer im achtzigjährigen Krieg, Gouverneur für Ostende, ∞ Odelia de Morana
• Anne Knollys (1555–1608) ∞ Thomas West, 2. Baron De La Warr
• Catherine Knollys (* 1560; † 30. Dezember 1632)
1 ∞ Gerald Fitzgerald, Baron Offaley
2 ∞ Sir Phillip Butler of Watton Woodhall.
• Cecily Knollys
• Dudley Knollys (* 1562)

Fiktive Darstellungen
In Margaret Georges fiktionaler Autobiographie Ich, Heinrich VIII. ist Catherine Carey eine uneheliche Tochter Heinrichs VIII. Sie steht im Briefwechsel mit Will Somers, dem alten Hofnarren des Königs und ist aufgrund ihres protestantischen Glaubens vor Königin Marias Ketzerverfolgungen auf den Kontinent geflohen. Will schickt ihr Heinrichs Tagebuch, um das Andenken des Königs vor der rachsüchtigen Maria zu schützen und offenbart der ungläubigen Catherine, dass sie Heinrichs Tochter ist.
In Karen Harpers Buch The last Boleyn ist Catherine die jüngere Tochter Mary Boleyns, die im Gegensatz zu ihrem Bruder allerdings von William Carey gezeugt wurde.
In Philippa Gregorys Roman Die Schwester der Königin ist Catherine ebenfalls die uneheliche Tochter des Königs, die allerdings hier von ihrem Vater anerkannt wird. Sie und ihr kleiner Bruder Henry wachsen getrennt von ihrer Mutter auf und werden von ihrem Großonkel Thomas Howard, 3. Duke of Norfolk häufig als Druckmittel verwendet, um Mary Boleyn zu erpressen. Mit knapp zwölf Jahren kommt sie an den Hof und wird Augenzeugin der Hinrichtung ihrer Tante Anne Boleyn.
Im darauf folgenden Roman Das Erbe der Königin kehrt Catherine an den Hof zurück, wo sie gemeinsam mit ihrer Verwandten Catherine Howard Königin Anna von Kleve dient. Sie erzählt Catherine Howard, dass Anne Boleyn unschuldig war und dass sie Jane Boleyn nicht vertrauen darf. Als die Situation sich bei Hofe zuspitzt, wird Catherine von ihrer Mutter Mary zurück nach Hause geholt.



Literatur
• Sally Varlow: Knollys, Katherine, Lady Knollys (c.1523–1569). In: Oxford Dictionary of National Biography. 2006 Oxford University Press
• Antonia Fraser: The 6 wives of Henry VIII. 1993 Vintage
Weblinks
• Catherine CAREY (Chief Lady of Bedchamber)
• Catherine Carey's birthdate on tudorhistory.org
• Catherines Grabmal in Westminster Abbey
Einzelnachweise
1 Sally Varlow: Knollys, Katherine, Lady Knollys (c.1523–1569). In: Oxford Dictionary of National Biography. 2006 Oxford University Press. Online edition: Januar 2009 Zugriff am 11. Januar 2012 Lizenz erforderlich
2 Catherine CAREY (Chief Lady of Bedchamber) Zugriff am 17. Januar 2012 
Carey, Catherine (I8898)
 
33783 https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_de_Courtenay

Catherine de Courtenay (eingedeutscht Katharina von Courtenay; * 1274; † 11. Oktober 1307 oder 2. Januar 1308[1]) war Titularkaiserin von Konstantinopel.

Leben
Catherine wurde 1274 als einzige Tochter des Titularkaisers von Konstantinopel Philippe de Courtenay und seiner ersten Frau Beatrix von Sizilien geboren. Sie wuchs am angevinischen Hof der Könige von Sizilien auf. Nach dem Tod ihres Vaters erbte sie 1283 den Kaisertitel sowie die Herrschaften Courtenay und Blaton[2]. Darüber hinaus war sie Titularmarkgräfin von Namur.
Nachdem sich Ehepläne mit Friedrich von Sizilien, Michael Palaiologos und dem ältesten Sohn des mallorquinischen Königs Jakob II. zerschlagen hatten, heiratete Catherine am 28. Februar 1301 in Saint-Cloud Charles de Valois, den zweiten Sohn dees französischen Königs Philipp III.[1] Für die Verbindung musste Papst Bonifatius VIII. eine Dispens erteilen,[3] denn die Eheleute waren im dritten Grad miteinander verwandt. Für den einige Jahre älteren Charles war es die zweite, für Catherine die erste Ehe. Am 23. April des gleichen Jahres übertrug sie ihm die geerbten Rechte an Courtenay, Namur und Konstantinopel. Aus der Verbindung gingen vier Kinder hervor:[4]
• Jean (1302–1308), Graf von Chartres
• Catherine (1303–1346), verheiratet mit Philipp von Tarent
• Jeanne (1304–1363), verheiratet mit Robert d’Artois
• Isabelle (1306–1349), seit 1342 Äbtissin von Fontevrault.
Catherine de Courtenay starb 1307 oder 1308 und wurde in der Kirche Saint-Jacques des Pariser Jakobinerklosters beigesetzt. Ihr Herz oder ihre Eingeweide fanden die letzte Ruhestätte in der Kapelle Saint-Hippolyte der Abtei von Maubuisson.[5][6] Das Grabmal aus schwarzem und weißem Marmor befindet sich heute in der Basilika Saint-Denis.


Literatur
• Alice Saunier-Séïté: Les Courtenay. Destin d’une illustre famille bourguignonne. Editions France-Empire, 1998, ISBN 2-7048-0845-7, S. 195 ff.
Weblinks
 Commons: Catherine de Courtenay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Biografische Informationen zu Catherine de Courtenay
Einzelnachweise
1 Biografische Informationen zu Catherine de Courtenay auf fmg.ac, Zugriff am 27. August 2011.
2 in der Literatur Blaton oder Blaçon. Die Bezeichnung "Blaçon" stammt aus Jean du Bouchet, Histoire généalogique de la maison royale de Courtenay (Paris 1661), Preuves, S. 22: "terram nostram de Cortenayo, de Blacon, de Hellebek et de Breville", so dann auch: Detlev Schwennicke, Europäische Stammtafeln Band II (1984) Tafel 22, Andreas Thiele, Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, Tafel 49, und Medieval Lands [1], hingegen "Blaton" bei Ersch/Gruber/Meier/Brockhaus e.a., Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Nachträge: Caberea – Cryptosoma (1830), S. 421, Patrick Van Kerrebrouck, Les Valois (2000), S. 70 und Jules Viard, Philippe de Valois avant son avènement au trône, in : Bibliothèque de l’école des chartes Band 91 (1930), S. 310, wo Blaton in Fußnote 3 präzisiert wird: "Blaton, Belgique, prov. de Hainaut, arr. de Tournai, cant. de Peruwelz"
3 Anselme de Sainte-Marie: Histoire généalogique et chronologique de la maison royale de France, des pairs, grands officiers de la couronne & de la maison du Roy, & des anciens barons du royaume. Band 1. Paris 1726 (online).
4 Biografische Informationen zu Charles de Valois auf fmg.ac, Zugriff am 27. August 2011.
5 Jules Jaquemet: L’Eglise de St-Denis. Sa crypte, ses tombeaux, ses chapelles, son trésor. Putois-Cretté, Paris 1867, S. 156 (online).
6 Ferdinand Guilhermy: Monographie de l'église royale de Saint-Denis: tombeaux et figures historiques. Didron, Paris 1848, S. 258 (online). 
de Courtenay, Catherine (I8460)
 
33784 https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_de_Valois_(1401–1437)

Catherine de Valois LG (* 27. Oktober 1401 in Paris; † 3. Januar 1437 in Bermondsey Abbey (heute: London)), auch Catherine de France genannt, war als Gattin Heinrichs V. von 1420 bis 1422 englische Königin. Sie war die Mutter Heinrichs VI. von England und gilt als Stammmutter der englischen Tudor-Dynastie.

Abstammung und Jugend
Catherine von Valois wurde am 27. Oktober 1401 in der königlichen Residenz Hôtel Saint-Paul in Paris geboren. Sie war die jüngste Tochter von König Karl VI. von Frankreich und dessen Gattin Isabeau de Bavière, Tochter des Herzogs Stephan III. voon Bayern-Ingolstadt. Catherine hatte 11 Geschwister, u. a. den späteren König Karl VII. von Frankreich. Sie wurde schon vor dem 18. Juni 1403 vorübergehend verlobt mit Karl, dem Enkel und Erben des Herzogs Ludwig von Bourbon. Weil ihr Vater seit 1392 immer stärker in eine Geisteskrankheit verfiel, regierten an seiner Stelle seine ehrgeizigen Verwandten und andere Hochadlige. Dabei kam es seit Beginn des 15. Jahrhunderts zu blutigen Machtkämpfen zwischen den politischen Parteien der Armagnacs und Bourguignons. Darüber hinaus wurde Frankreich von den Wirren des Hundertjährigen Krieges erschüttert.
Catherines Mutter Isabeau wird von den Quellen oft als ausschweifend, herrsch- und verschwendungssüchtig beschrieben, aber diese Charakterisierung scheint zu einem Gutteil auf feindliche Propaganda zurückzugehen. Laut späteren (nicht belegbaren) Gerüchten sei Catherine in ihrer Kindheit von ihrer Mutter vernachlässigt worden und habe mit ihren Geschwistern und ihrem geisteskranken Vater in unwürdigen Umständen leben müssen, die nur durch die Sorge mitleidiger Diener gelindert worden seien. Später wurde Catherine aus dem Einflussbereich ihrer Mutter entfernt und wahrscheinlich im Kloster von Poissy erzogen, wo ihre Schwester Marie als Nonne lebte.
Heiratsprojekt mit Heinrich V. von England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Am Anfang des 15. Jahrhunderts war der Plan des englischen Königs Heinrich IV. gescheitert, seinen Sohn Heinrich (der 1413 als Heinrich V. den englischen Thron besteigen sollte) mit Catherines älterer Schwester Isabella zu vermählen. 1408 schluug er zur Beendigung der langen militärischen Konflikte zwischen England und Frankreich vor, Heinrich (V.) mit einer anderen französischen Prinzessin zu verheiraten. Erstmals fanden 1409 Diskussionen darüber statt, dass Catherine diese Braut sein könnte. 1413 wurden ernsthafte diesbezügliche Heiratsverhandlungen aufgenommen. Doch anfangs waren die Forderungen der Engländer viel zu hoch, als dass die französische Seite darauf hätte eingehen können. Denn die am 8. April 1414 in Paris eingetroffenen englischen Gesandten verlangten als Mitgift für Catherine nicht weniger als zwei Millionen Goldkronen, die Normandie und alle französischen Besitzungen, die einst Eleonore von Aquitanien gehört hatten. Karl VI. war nur zur Zahlung von 600 000 Goldkronen bereit. Im Februar 1415 wurde ein Porträt der schönen jungen Prinzessin nach England geschickt. Im Laufe der Verhandlungen reduzierten sich zwar die englischen Forderungen, wurden aber von den Franzosen noch immer als zu hoch erachtet. Schließlich kam es im Juli 1415 zum Abbruch der Verhandlungen. Heinrich V. erneuerte daraufhin den seit einiger Zeit auf Sparflamme geführten Krieg und besiegte die vor allem von den Armagnacs geführte französische Armee in der Schlacht von Azincourt (25. Oktober 1415) entscheidend. Deshalb wurde das Heiratsprojekt zwischen Catherine und Heinrich V. für einige Jahre nicht weiter verfolgt.
In Frankreich gingen jedoch nicht nur die Kämpfe der Franzosen gegen die Engländer, sondern auch die innerfranzösischen Auseinandersetzungen weiter. Isabeau wurde 1417 von den Armagnacs völlig entmachtet und bei Tours unter Arrest gestellt, aus dem sie der Burgunderherzog Johann Ohnefurcht sechs Monate später befreite. Die Königin wurde nun seine Verbündete. Die beiden begannen im Oktober 1418 neue Verhandlungen mit dem englischen König über dessen Heirat mit Catherine, die nun offenbar Isabeaus Lieblingskind war. Am 2. Juni 1419 fand schließlich in Meulan ein Treffen des Burgunderherzogs, Isabeaus und Catherines mit Heinrich V. statt, der den adligen Damen zwar galant die Hand küsste, im übrigen aber weiterhin von seinen hohen Forderungen nicht Abstand nahm. Immerhin schien er tief beeindruckt von der Schönheit Catherines, die er damals zum ersten Mal persönlich kennenlernte. Es folgten weitere Verhandlungen und der englische König schickte Catherine Schmuck im WWert von 100 000 Écus, der aber angeblich im August 1419 feindlichen Truppen in die Hände fiel. Die Forderungen Heinrichs V. wurden aber nach wie vor als zu hoch betrachtet, so dass Johann Ohnefurcht nach einer heftigen Auseinandersetzung mit dem englischen König die Verhandlungen abbrach und stattdessen einen Ausgleich mit den Armagnacs suchte. Es kam zu Versöhnungsgesprächen, doch wurde am 10. September 1419 bei einem Treffen zwischen dem mit den Armagnacs verbündeten Dauphin, dem späteren Karl VII., und dem Burgunderherzog der letztere von Begleitern des Dauphins ermordet. Damit war der Bruch zwischen den Armagnacs und Bourguignons endgültig und Isabeau, die schon längere Zeit von ihrem Sohn und Thronfolger entfremdet worden war, lehnte ihn nach diesem Mord völlig ab und stellte sich ganz auf die Seite des neuen Burgunderherzogs Philipp des Guten.
Die französische Königin und Philipp der Gute nahmen nun die Verhandlungen mit den Engländern wieder auf. Am 2. Dezember 1419 wurde in Arras ein Grundlagenabkommen zur Heirat von Catherine und Heinrich V. getroffen und am 25. Dezember 1419 in Roouen ein Bündnisvertrag zwischen Philipp dem Guten und Heinrich V. zum gemeinsamen Kampf gegen den Dauphin vereinbart. Die zügig voranschreitenden Verhandlungen führten schließlich zum Vertrag von Troyes. Karl VII. wurde wegen Anstiftung zum Mord an Johann Ohnefurcht und anderer Delikte vom französischen Königspaar enterbt und des Thronfolgerechts verlustig erklärt, wohingegen Heinrich V. Catherine heiraten, bis zum Ableben Karls VI. Regent und nach dessen Tod neuer König von Frankreich werden sollte. Damit wäre er in Personalunion französischer und englischer Monarch gewesen. Auch die Kinder Heinrichs V. waren zur Erbfolge auf den französischen Thron berechtigt. Catherine sollte in England jährlich 40 000 Écus als Mitgift erhalten. Am 20. Mai 1420 kam der englische König zur Unterzeichnung des Vertrags in Troyes an, der in der Kathedrale dieser Stadt am nächsten Tag feierlich bestätigt wurde. Sofort danach fand die Verlobung der 18-jährigen Catherine mit dem 13 Jahre älteren Heinrich V. statt sowie zwölf Tage später (2. Juni) die Hochzeitszeremonie in der nahegelegenen, aber bescheidenen Johanneskirche von Troyes.
Der Krieg gegen den enterbten Dauphin und die mit ihm verbündeten Armagnacs ging aber weiter. Catherine war bei der Kapitulation von Sens am 11. Juni anwesend und blieb dann bei ihren Eltern in Bray und Corbeil, während Heinrich V. Melun belagerte und währenddessen seine neue Gattin öfters kurz besuchte. Anfang Dezember 1420 zog der englische König mit seinem Schwiegervater feierlich in Paris ein, am nächsten Tag folgten Isabeau und ihre Tochter Catherine. Diese verbrachte mit ihrem Gatten prunkvolle Weihnachten im Königspalast des Louvre, während der französische König Karl VI. relativ armselig im nahegelegenen Hôtel Saint-Pol verbringen musste.

Königin von England
Catherine verließ mit ihrem Gatten am 27. Dezember 1420 Paris und reiste mit ihm nach Rouen weiter, wo die Eheleute zu Silvester ankamen und Neujahr feierten. Das englische Parlament bat aber den König dringend, nach so langer Abwesenheit auf die Insel zurückzukehren. Also machte sich das Königspaar Mitte Januar 1421 auf den Weg und erreichte durch Amiens ziehend die Küstenstadt Calais, um überzusetzen und am 1. Februar in Dover an Land zu gehen. Langsam reiste es nach London weiter unnd wurde dort am 21. Februar feierlich mit außergewöhnlichem Pomp empfangen. Dabei traten z. B. Minnesänger und Hofnarren auf und die Zuschauer erhielten kostenlosen Weinausschank. Die städtischen Chroniken schildern diesen feierlichen Einzug dees Königspaares in die englische Hauptstadt äußerst detailliert. Zwei Tage später (23. Februar) wurde Catherine in der Westminster Abbey von Erzbischof Chichele gekrönt. Danach fand ein ausgiebiges Bankett in der Westminster Hall statt, wobei vor allem Fische und Schalentiere serviert wurden, da es gerade Fastenzeit war. Damit Catherine völlig im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, verzichtete ihr Gatte auf eine Teilnahme an der Krönungszeremonie. Dagegen leisteten etwa der Bischof von Winchester, Henry Beaufort, und der seit vielen Jahren in englischer Gefangenschaft lebende schottische König Jakob I. der neuen Königin Gesellschaft.
Danach beschloss Heinrich V., mit seiner Gattin bis in den Norden Englands zu reisen, um sie seinen Untertanen vorzustellen und um neue Gelder und Truppen für weitere Kriege gegen Karl VII. aufzutreiben. Catherine stieß am 15. März in Kenilworth zu ihrem Gatten. Die Eheleute feierten am 23. März in Leicester Ostern und zogen dann über Nottingham und Pontefract nordwärts nach York (2. April). Anschließend reisten sie über Lincoln, wo sie am 15. April Station machten, auf südlicher Route zurück. Auf ihrer Rundreise hatten sie auch zahlreiche Wallfahrtsorte besucht. Im Mai war das Königspaar wieder in Westminster. Heinrich V. verließ England im Juni wieder, um den Feldzug gegen den Dauphin zu erneuern. Catherine war damals schon längere Zeit schwanger. Obwohl ihr Gatte gewünscht hatte, dass sie ihr Kind nicht im Windsor Castle zur Welt bringen sollte, da er gegen diesen Ort astrologische Bedenken hegte, begab sich Catherine dorthin und gebar hier am 6. Dezember 1421 dden Thronfolger Heinrich (VI.). Damals lebte bei ihr die nach England geflüchtete Jakobäa von Bayern, Herzogin von Straubing-Holland, die 1422 Humphrey, Duke of Gloucester, einen jüngeren Bruder Heinrichs V., heiratete, wofür Catherine tatkräftig eintrat.
Ohne ihren kleinen Sohn wollte Catherine bald wieder ihren Gatten treffen, der sie nach Frankreich rief. Im Mai 1422 setzte sie mit einem jüngeren Bruder ihres Gemahls, John of Lancaster, 1. Duke of Bedford, sowie 20.000 Soldaten nach Harfleur üüber. Sie kamen am 14. Mai in Rouen an. Schließlich traf Catherine ihre Eltern und ihren Gatten am 26. Mai im Schloss Vincennes. Gemeinsam zogen sie vier Tage später in Paris ein. Heinrich V. und Catherine feierten das Pfingstfest mit prunkvolleen Feiern, zu denen auch Königin Isabeau eingeladen war. Der unglückliche Karl VI. dämmerte aber einsam und krank vor sich hin, welchen Umstand die Pariser ebenso wie den Hochmut der Engländer mit Missfallen registrierten. Catherine und ihr Gatte besuchten am 11. Juni die Abtei Saint-Denis und setzten dann ihre Feste in Senlis fort. Aber die Erkrankung von Heinrich V. – er hatte sich bei der Belagerung von Meaux die Ruhr zugezogen – zeigte nun schon sehr starke Symptome. Catherine blieb in Senlis und war ihrem Gatten in dessen letzten Stunden fern, als er am 31. August 1422 in Vincennes verstarb.
Königinwitwe, Beziehung zu Owen Tudor und Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Catherine begleitete mit ihrem Hofstaat den prächtigen Leichenzug ihres Gatten, der am 24. September 1422 in Rouen eintraf und über Abbeville, Hesdin und Montreuil nach Calais gelangte. Dort wurden die sterblichen Überreste Heinrichs V. nach England eingeschifft. In der Westminster Abbey fand am 7. November ein pompöses Begräbnis für den verstorbenen König statt. Später ließ Catherine ein prachtvolles silbernes Bildnis für das Grab ihres Gatten errichten. Vom Parlament erhielt sie ausgedehnte Landgüter in England als Wittum zugesprochen.
Da bereits am 21. Oktober 1422 – nur einige Wochen nach dem Tod des englischen Königs – auch Catherines Vater Karl VI. der Tod ereilt hatte, ging der Anspruch auf die französische wie die englische Thronfolge auf den knapp einjährigen Heinrich VI. über. Dessen Mutter Catherine wurde aber jede Beteiligung an der Regierung verweigert, die stattdessen die Brüder des verstorbenen englischen Königs führten. In England regierte Humphrey, Duke of Gloucester, (mit beschränkten Vollmachten), und in den besetzten Gebieten Frankreichs regierte John of Lancaster, 1. Duke of Bedford. Letzterer hatte aber gegen die national-französische Bewegung der Jeanne d’Arc zu kämpfen, die er 1431 hinrichten ließ.
In den ersten Witwenjahren bestand Catherines Haushalt hauptsächlich aus englischen Dienern. Sie war vor allem mit der Erziehung ihres Sohnes beschäftigt. Meist wird sie in den Quellen nur bei repräsentativen Aufgaben erwähnt. So begleitete sie etwa ihren kleinen Sohn zu Parlamentssitzungen, wo er auf ihrem Knie saß. In amtlichen Urkunden wird sie meist als „Queen of England, the King’s mother“ tituliert. Zu Weihnachten 1423 war der weiterhin gefangen gehaltene Jakob I. in Hertford Castle ihr Gast. 1424 bemühte sie sich um eine Schlichtung des Streites zwischen den Herzögen von Bedford und Gloucester. Sie begleitete 1425 ihren Sohn bei der feierlichen Prozession zur St Paul’s Cathedral vor der Eröffnung des Parlaments.
Catherine stand aber auch bald im Ruf, eine lebhafte und leidenschaftliche Dame zu sein. Bereits 1425 gab es Gerüchte über eine Liebesbeziehung der jungen Witwe. Ihr Auserwählter war der erst 19-jährige Edmund Beaufort. Dieser war der Neffe des Bischofs Henry Beaufort, der damals auch wieder als Lordkanzler Englands amtierte. Aber eine Ehe zwischen diesem Paar war unerwünscht, da Edmund aus einer niedrigeren sozialen Schicht als Catherine stammte. Ein 1426 gestellter Antrag des Unterhauses, der Königinwitwen gegen Zahlung eines Bußgeldes beliebige Heiraten erlauben sollte, nahm wohl auf Catherines Liaison mit Beaufort Bezug. Dagegen ist eine Anspielung auf die bereits ältliche Witwe Heinrichs IV., Johanna von Navarra, weniger wahrscheinlich. Im übernächsten Jahr wurde dieser Antrag auf Betreiben des Duke of Gloucester abgelehnt, der stattdessen ein Gesetz veranlasste, das eine Verheiratung von Königinwitwen ohne Zustimmung des Königs und seines Rats strengstens untersagte. Bei Zuwiderhandeln sollte der Gatte der Königinwitwe völlig enteignet werden.
Von 1427 bis 1429 lebte Catherine am Hof ihres Sohnes. Auch damals trat sie bei öffentlichen Anlässen auf, etwa bei der Krönung ihres Sohnes zum englischen König am 6. November 1429.
Die letzte – lange geheim gehaltene – Liebschaft Catherines war ihre Liaison mit einem ihrer Diener, dem Waliser Owen Tudor. Diese Verbindung wurde politisch höchst bedeutsam, weil ihr daraus hervorgegangener Enkel Heinrich VII. 1485 die Herrschaft der neuen Dynastie Tudor auf dem englischen Thron begründen sollte. Weder der Zeitpunkt noch die Umstände des ersten Treffens zwischen Catherine und Owen Tudor oder die Entstehung ihrer Beziehung sind bekannt. Später kursierten viele Legenden zu diesem Thema. Es wurde gedichtet, dass Catherine erstmals auf Owen aufmerksam wurde, als er betrunken vor dem Hof getanzt habe, dabei ausgeglitten und in ihren Schoß gefallen sei, oder als sie ihn mit ihren Hofdamen beim Schwimmen beobachtet habe. Es gab sogar die Theorie, dass sie in Wirklichkeit weiterhin nur Edmund Beaufort geliebt habe und ihn vor der Enteignung aufgrund des Gesetzes von 1428 habe retten wollen, indem sie statt ihm den (verhältnismäßig) armen Waliser heiratetete. Diese heimliche morganatische Ehe, die durch keine kirchliche oder staatliche Urkunde beglaubigt ist, wurde irgendwann zwischen 1428 und 1432 geschlossen und war zu dem letztgenannten Zeitpunkt am königlichen Hof bekannt, obwohl sie erst nach Catherines Tod öffentlich publik wurde. Owen Tudor hatte mehrere Kinder mit Catherine (s. u.) und erhielt 1432 alle Rechte eines Engländers.
Die Königinwitwe litt in ihren letzten Monaten an einer schweren Krankheit, zog sich zur Genesung in die Bermondsey Abbey in London zurück und starb dort am 3. Januar 1437. Zwei Tage vor ihrem Ableben hatte sie ihr Testament aufgesetzt, das nur Heinrich VI. als ihren Nachkommen nannte, während ihr zweiter Gatte und die mit ihm gezeugten Kinder mit keiner Silbe erwähnt wurden. Ihr Stundenbuch mit einigen wohl von ihr selbst verfassten Gebeten blieb erhalten.

Stammmutter der Tudor-Dynastie
Aus Catherines Beziehung zu Owen Tudor entstammen mit Sicherheit mindestens drei Kinder: Edmund und Jasper Tudor sowie eine jung verstorbene Tochter Margaret. Diese Kinder galten als nicht standesgemäß. Spätere Erfindung dürfte sein, dass ein weiterer Sohn namens Owen 1502 als Mönch der Westminster Abbey starb.[1]
Edmund Tudor heiratete Margaret Beaufort aus dem Haus Beaufort, einer Nebenlinie der Lancaster. Er starb 1456 in Gefangenschaft an der Pest. Aus der Ehe zwischen Edmund und Margaret entstammt der 1457 geborene Henry Tudor, der als Lancaster-Erbe 1485 in der Schlacht von Bosworth Field Richard III. von York besiegte und als König Heinrich VII. die Rosenkriege beendete. Er heiratete die York-Erbin Elizabeth, Tochter von Eduard IV. Beider Sohn ist der spätere König Heinrich VIII.
Catherine de Valois, Enkelin eines französischen Königs und Enkelin eines bayerischen Herzogs, ist somit die Stammmutter der englischen Tudor-Dynastie. Ihre Liebesbeziehung zu Owen Tudor galt zu ihrer Zeit als Skandal.

Grab
Catherines Leichnam wurde in der St. Katharine’s Chapel beim Londoner Tower feierlich aufgebahrt, dann in die St Paul’s Cathedral überführt und schließlich im Februar 1437 in der Lady Chapel der Westminster Abbey bestattet. Heinrich VI. ließ ihr ein Altargrab errichten, dessen Epitaph ihre Ehe mit Owen Tudor nicht erwähnte. Ihr Enkel, König Heinrich VII., stiftete ein neues Grab mit einer diese Ehe gebührend beschreibenden Inschrift. Beim Abriss der Lady Chapel wurde ihr nur lose eingehüllter Leichnam um 1503 neben dem Grab ihres ersten Gatten Heinrich V. beigesetzt und vom 16. bis 18. Jahrhundert häufig als Touristenattraktion gezeigt. Am 23. Februar 1669 küsste der englische Politiker und Tagebuchautor Samuel Pepys an seininem 36. Geburtstag laut seiner eigenen Notiz die schon lange verblichene Königin auf den Mund. Erst 1878, während der Regierungszeit von Königin Victoria, wurde Catherines Leichnam ordentlich unter einer marmornen Altarplatte in der Votivkapelle Heinrichs V. bestattet und befindet sich noch heute dort. Ein prächtiges hölzernes Grabgemälde, das bei ihrer ersten Bestattung verwendet wurde, ist heute im Museum der Westminster Abbey ausgestellt.

Nachkommen

Erste Ehe mit Heinrich V.:
• Heinrich VI. (* 1421, † 1471)

Aus der zweiten Ehe/Affäre mit Owen Tudor:
• Edmund Tudor, 1. Earl of Richmond (* 1430, † 1456), ∞ mit Margaret Beaufort, ihr gemeinsamer Sohn war der spätere König Heinrich VII.;
• Jasper Tudor, 1. Duke of Bedford (* 1431, † 1495), ∞ mit Katherine Woodville, Tochter von Richard Woodville, 1. Earl Rivers und Jacquetta von Luxemburg;
• Margaret Tudor (* um 1436), jung gestorben.

Mögliche weitere Kinder mit Owen Tudor:
• Owen Tudor (* 1429, † 1502), Mönch in Westminster Abbey;
• Tacinda Tudor (* um 1433, † 1469), ∞ mit Reginald Grey, der auch mit Thomasine Beaufort verheiratet war, der unehelichen Tochter von John Beaufort, 1. Duke of Somerset und Halbschwester von Margaret Beaufort;
• eine Tochter (* um 1435), die Nonne wurde.



Rezeption
Im Spielfilm Henry V. aus dem Jahr 1989, der auf dem gleichnamigen Stück von William Shakespeare beruht, wird Henry V von Kenneth Branagh und seine Gemahlin Catherine von Emma Thompson dargestellt.
Literatur
• Michael Jones: Catherine. In: Oxford Dictionary of National Biography. Bd. 10, 2004, S. 545–547.
• Karen E. Mura: Catherine of Valois (1401–1437). In: Women in World History. Bd. 3, 1999, S. 548–551.
Weblinks
 Commons: Catherine de Valois – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1 Michael Jones (s. Lit.), S. 546. 
von Frankreich (von Valois) (Kapetinger), Catherine (I8812)
 
33785 https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_de_Valois_(1428–1446)

Catherine de Valois (* 1428; † Juli 1446 in Brüssel), auch Catherine de France, war eine französische Prinzessin und durch Heirat Gräfin von Charolais.

Leben
Catherine kam als zweite Tochter und damit viertes Kind des französischen Königs Karl VII. und seiner Ehefrau Marie d’Anjou zur Welt. Als sie zwölf Jahre alt war, wurde sie am 19. Mai 1440 im flandrischen Saint-Omer mit dem einzigen legitimen Sohn des Herzogs Philipp des Guten von Burgund, Karl dem Kühnen, Graf von Charolais, verheiratet. Catherine war mit ihm entfernt verwandt, denn beide hatten mit König Johann II. von Frankreich den gleichen Ur-Urgroßvater. Der Heiratsvertrag war bebereits am 30. September 1438 in Blois unterzeichnet worden[1] und Bestandteil der Vereinbarungen, die 1435 zwischen dem französischen Königreich und dem Herzogtum Burgund im Vertrag von Arras festgelegt worden waren[2]. Durch die Ehe sollten die beiden Familien der Häuser Valois und Burgund wieder näher zusammengebracht werden. Karl war zum Zeitpunkt des Eheschlusses erst sieben Jahre alt.
Catherine starb 17-jährig im Juli 1446[3] in Brüssel, bevor sie von Karl ein Kind bekommen hatte, und wurde im August des Jahres[4] in der Kathedrale St. Michel et Gudule beerdigt.


Literatur
• Prosper Brugière, baron de Barante: Histoire des ducs de Bourgogne de la maison de Valois, 1364–1477. Band 7. Ladvocat, Paris 1826, S. 10, 17ff., 260f.
• Jiří Louda, Michael MacLagan: Lines of Succession. Heraldry of the Royal Families of Europe. 2. Auflage. Little, Brown and Company, London 1999, ISBN 0-316-84820-4, Tafel 65.
Weblinks
• Katharina von Valois auf mittelalter-genealogie.de
Einzelnachweise
1 Jean Dumont: Corps universel diplomatique du droit des gens. Band 3. Janssons à Waesberge, Amsterdam [u. a.] 1739, S. 58.
2 John Foster Kirk: History of Charles the Bold, Duke of Burgundy. Band 1. Murray, London 1863, S. 111–112 (PDF; 19,5 MB).
3 Prosper Brugière, baron de Barante: Histoire des ducs de Bourgogne de la maison de Valois, 1364–1477, S. 260–261.
4 Website der Kathedrale St. Michel et Gudule. Stand: 22. Juni 2008. 
von Valois, Prinzessin Catherine (I9035)
 
33786 https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Howard

Catherine Howard, auch Katheryn Howard oder Katherine Howard,[1] (* zwischen 1521 und 1525; † 13. Februar 1542 in London) war von 1540 bis zu ihrem Tod die fünfte Ehefrau des englischen Königs Heinrichs VIII.
Geburtsdatum und Geburtsort von Catherine Howard sind unbekannt. Sie war die Tochter von Lord Edmund Howard, einem jüngeren und mittellosen Sohn des zweiten Duke of Norfolk (Thomas Howard). Ihre Cousine Anne Boleyn war Heinrichs zweite Frau und wurde 1536 auf Befehl Heinrichs VIII. enthauptet. Heinrich VIII. und Catherine Howard heirateten am 28. Juli 1540 im Oatlands Palace in Surrey, unmittelbar nach der Annullierung der Ehe mit Anna von Kleve. Die Ehe blieb kinderlos. Keine zwei Jahre nach ihrer Hochzeit ließ der König Catherine Howard wegen Hochverrats enthaupten. Vorgeworfen wurden ihr vor- und außereheliche Beziehungen zu anderen Männern.
Ihr Wahlspruch lautete: „Kein anderer Wille als der seine“ [Heinrichs VIII.]

Frühes Leben
Familie und Geburt
Catherine Howard war das zehnte Kind von Lord Edmund Howard und seiner ersten Frau Joyce Culpeper[2], einer Tochter von Sir Richard Culpeper und Nachfahrin von Edward I.[3] Für Joyce Culpeper war die Ehe mit Edmund Howard, einem der jüngeren Söhöhne des Herzogs von Norfolk, die zweite Ehe. Die Verbindung mit dem Herzogssohn war für die Culpeper-Familie prestigeträchtig, auch wenn Edmund Howard als nachgeborener Sohn nicht erbberechtigt und damit mittellos war. Die Howards zählten zu den alten normannischen Adelsgeschlechtern, mit denen die meisten englischen Adelsfamilien verwandt waren. In der Schlacht von Bosworth hatte die Familie auf der Seite von Richard III. gestanden. Entsprechend verlor sie an Einfluss, als Heinrich VII., der Sieger der Schlacht, den englischen Thron bestieg und die Dynastie der Tudors begründete. Auch wenn Familienmitglieder der Howards weiterhin am englischen Königshof verkehrten und militärische Führungsämter übernahmen, blieb das Verhältnis zwischen den Tudors und Howards angespannt.[4]
Catherine Howard kam mit großer Sicherheit im Zeitraum 1520 bis 1525 zur Welt. Ihre Biografin Joanna Denny geht auf Basis von Testamenten davon aus, dass sie nicht vor 1524 geboren wurde, und führt weitere Indizien dafür auf, dass sie eher am Ende der Zeitspanne 1520 bis 1525 zur Welt kam. Eine zeitgenössische Quelle behauptet, dass sie 15 Jahre alt war, als sie 1540 das erste Mal Heinrich VIII. begegnete, und auch andere Quellen aus dieser Zeit betonen ihre Jugend. Dies wäre sicherlich nicht der Fall gewesen, wenn sie bereits 1520 geboren wäre, da eine Zwanzigjährige in diesem Umfeld nicht als auffällig jung empfunden wurde.[3]
Großen Einfluss auf den Lebensweg von Catherine Howard hatte die Ehe ihrer Cousine Anne Boleyn mit Heinrich VIII., die zu Beginn des Jahres 1533 geschlossen wurde. Die gebildete und schöne Anne Boleyn war die Tochter von Elizabeth Howard, einer der Schwestern von Catherine Howards Vater. Anne Boleyn hatte, anders als ihre Schwester Mary Boleyn, mehrere Jahre lang dem Werben des verheirateten englischen Königs widerstanden. Dank ihres Vaters Sir Thomas Boleyn hatte sie eine überdurchsschnittlich gute Erziehung genossen und unter anderem einige Zeit am französischen Hof gelebt. Sie stand dem protestantischen Glauben nahe und war selbstsicher genug, sich der Rolle einer königlichen Geliebten zu entziehen, obwohl sogar ihr Onkel Thomas Howard, 3. Duke of Norfolk, sie dazu drängte. Heinrich VIII. heiratete Anne Boleyn kurz nach der Annullierung seiner Ehe mit Katharina von Aragon und ließ sie zur englischen Königin krönen. Dem mittellosen Edmund Howard brachte die Verbindung zur englischen Königin eine Beamtenstelle in Calais ein. Seine junge Tochter Catherine fand Aufnahme im Haushalt ihrer Stiefgroßmutter Agnes Tilney, der verwitweten Duchess of Norfolk.[5]

Die Erziehung im Haushalt der Herzogswitwe
Der 2. Duke of Norfolk hatte seiner Witwe Agnes ein erhebliches Vermögen hinterlassen. Agnes Tilney konnte sich einer Wiederverheiratung entziehen und verfügte eigenständig über die Einkommen aus den zwei großen Landgütern Chesworth bei Horsham in Sussex und Lambeth in der Nähe von London.[6] Catherine Howard war nur eine unter den vielen Howard-Nachkommen, die in Lambeth aufwuchs. Nach Ansicht von Joanna Denny war die Bereitschaft von Agnes Tilney, auch Catherine Howard in ihrem großen Haushalt großzuziehen, darauf zurückzuführen, dass diese dank der Verbindung zum englischen Königshaus eine interessante Partie auf dem Heiratsmarkt darstellte, auch wenn sie keine große Mitgift zu erwarten hatte.[7] Das neue Oberhaupt der Howard-Familie, der 3. Duke of Norfolk, verfolgte eine gezielte Heiratspolitik, um den Einfluss seiner Familie auszudehnen, und dürfte darin die Unterstützung seiner Stiefmutter gehabt haben. Zu den Heiratsprojekten des Herzogs zählte die Verehellichung der Herzogschwester Catherine mit dem jungen Edward Stanley, 3. Earl of Derby, die Ehe seiner Tochter Mary Howard mit dem außerehelichen Königssohn Henry Fitzroy, 1. Duke of Richmond and Somerset sowie seine gescheiterten Versuche, seineen Sohn Henry mit der für illegitim erklärten Königstochter Mary und die Königsnichte Margaret Douglas mit seinem Halbbruder Thomas Howard zu verheiraten.[8] Für Catherine Howard war eine solche prestigeträchtige Verbindung nicht zu erwarten. Sie hatte aber gute Aussichten, Anne Boleyn als Hofdame dienen zu können und dann in eine der weniger bedeutenden englischen Adelsfamilien einzuheiraten.
Die Erziehung der Kinder und Jugendlichen im Haushalt der Agnes Tilney erfolgte nicht sehr gezielt. Catherine Howard erlernte zwar offenbar Lesen und Schreiben, erhielt aber nicht die sorgfältige Erziehung, die ihre jungen Verwandten Mary Sheltoon, Mary Howard oder die Königsnichte Margaret Douglas durchlaufen hatten, die als Hofdamen bei Anne Boleyn dienten.[9] Durch den Prozess gegen Catherine Howard weiß man, dass die Erziehung im Haushalt der Herzogswitwe moralisch nicht sehr strikkt war. Dem Haushalt gehörten neben einer großen Anzahl von Männern auch Dutzende von Frauen an. Einige dienten der Herzogin als Hofdamen oder arbeiteten als Kammerfrauen, eine weit größere Anzahl arbeiteten als Wäscherinnen oder Küchenmägde. DiDie zum Teil verheirateten und sexuell erfahrenen Frauen und Mädchen schliefen in der Regel gemeinsam in großen Räumen, in denen nur ein paar dünne Vorhänge zwischen den Betten hingen. In einigen der großen Adelssitze wurden nachts die Innentüren abgeschlossen, um Affären zwischen den männlichen und weiblichen Haushaltsangehörigen zu verhindern. Einige wiesen separate Trakte für die beiden Geschlechter auf, die nur über separate Treppenaufgänge erreichbar waren. Die Herzogswitwe, die sich häufig am Königshof aufhielt, hatte vergleichbare Maßnahmen in ihrem Haushalt nicht umgesetzt und überließ ihre Schützlinge der Aufsicht einiger älterer Damen in der „unklugen Annahme, dass sie den Kindern auch korrektes und moralisches Benehmen beibringen würden“[10]. In den Schlafsälen in Lambeth war mitternächtlicher Besuch von Männern nicht selten. Es kann davon ausgegangen werden, dass Catherine Howard nach ihrer Aufnahme im Hause Agnes Tilneys Ohren- und möglicherweise Augenzzeuge sexueller Handlungen war. Treffen die Annahmen ihrer Biografin Joanna Denny zu, war Catherine Howard zu diesem Zeitpunkt erst acht Jahre alt. Ihr könnte nicht hinreichend klar gewesen sein, dass außerehelicher Geschlechtsverkehr für sie als weibliches Mitglied der englischen Oberschicht gravierende Auswirkungen haben könnte.[11]

Henry Manox und Francis Dereham
Ab 1536 erhielt Catherine Howard Musikunterricht, wie für Frauen ihrer Schicht üblich. Ihr Lehrer war Henry Manox. Noch im selben Jahr kam es zu erotischen Spielereien zwischen ihnen. Catherine Howard war zu diesem Zeitpunkt zwischen 11 und 16 Jahren alt. Sowohl Henry Manox als auch Catherine Howard gestanden diese Spielereien im Ehebruchsprozess ein. Zum Geschlechtsverkehr kam es nach den Aussagen von beiden nicht.[12] Catherine Howard und Henry Manox wurden von Agnes Tilney bei Tändeleien überrascht. Henry Manox wurde daraufhin aus dem Dienst der Herzogswitwe entlassen.[13] Catherine Howard entging – abgesehen von den zwei oder drei Schlägen, die sie von Agnes Tilney erhielt – einer körperlichen Bestrafung. Im Auftrag von Agnes Tilney hielt William Howard, der älteste Sohn der Herzogswitwe, seiner Stiefnichte eine Strafpredigt, indem er sie unter anderem darauf hinwies, welche Schande ein uneheliches Kind für die Familie Howard bedeutete.[13]
Ihre zweite Affäre hatte sie ab 1538 mit dem ehrgeizigen Francis Dereham, der im Dienst des Duke of Norfolk stand. Das genaue Geburtsjahr von Francis Dereham ist unbekannt. Er war aber vermutlich deutlich älter als Catherine Howard. Er kam aus einer verarmten Familie und zählte als sogenannter Gentleman zum niederen Adel. Er hatte zunächst eine Affäre mit Joan Bulmer, verließ diese jedoch zugunsten von Catherine Howard, mit der er schlief. Die Beziehung war vielen Mitgliedern des Haushshalts von Agnes Tilney bekannt. Für Francis Dereham stellte Catherine Howard wegen ihrer familiären Verbindungen eine sehr attraktive Partie dar. Im späteren Ehebruchsprozess versuchte Francis Dereham deutlich zu machen, dass er ältere Ansprüche auf Catherine Howard hatte. Ein gegenseitiges Eheversprechen und die vollzogene Ehe war auch in den Augen der Kirche bindend. Eine später eingegangene Ehe konnte für ungültig erklärt werden, wenn eine solche Beziehung zuvor bestanden hatte.
Agnes Tilney hatte von den Vorgängen in ihrem Haus zunächst keine Kenntnis.

Catherine am Königshof
1539/40 wurde Catherine als Hofdame für die vierte Frau Heinrichs, Anna von Kleve, an den Hof des Königs gerufen. Hier lernte sie auch den Höfling Thomas Culpeper kennen und verliebte sich in ihn. Bevor sich daraus eine Beziehung oder gar eine Heirat entwickeln konnte, bemerkte der englische König Catherine. Agnes Tilney bemerkte dazu: „Seine Hoheit der König fasste eine Neigung zu Catherine Howard beim ersten Mal, da er sie sah.“ Heinrich, 30 Jahre älter als Catherine, war von der Jugend und Natürlichkeit der jungen Frau schnell bezaubert.
Als das Interesse des Königs an Catherine am Hof bekannt wurde, wurde sie darin unterwiesen, wie sie sich dem König gegenüber zu benehmen habe. Bereits im April 1540 erhielt sie von Heinrich einen Landsitz. Seine damalige Frau, Anna von Kleve, musste unter dem Vorwand, vor der in London ausgebrochenen Pest in Sicherheit gebracht zu werden, den Hof in London verlassen. Obwohl seit ihrer Hochzeit nur rund sechs Monate vergangen waren, ließ Heinrich die Ehe am 9. Juli 1540 für ungültig erklären. Er heiratete Catherine Howard am 28. Juli 1540, rund drei Wochen nach der Annullierung. Catherine verpflichtete sich dem König gegenüber, „frisch und munter im Bett und bei Tisch zu sein“.
Heinrich nannte Catherine laut zeitgenössischer Berichte „Rose ohne Dornen“, oder „errötende Rose ohne Dornen“ und überschüttete die junge Frau mit Geschenken. So soll Heinrich ihr zu Neujahr 1541 ein Übergewand mit acht Diamanten und sieben Rububinen sowie eine Halskette mit sechs erlesenen Tafeldiamanten und fünf sehr schönen Rubinen mit Perlen dazwischen geschenkt haben. Mit Catherine erlebte Heinrich einen zweiten Frühling und hoffte, sie werde ihm einen weiteren Sohn schenken. Docch Catherine wurde nicht schwanger, was vielleicht auch an der nachlassenden Fruchtbarkeit des wahrscheinlich an Syphilis leidenden Königs lag. Die lebenslustige junge Frau fand sich weder in ihrer Rolle als erste Dame Englands, noch in jener der Ehefrau des stark gealterten Königs zurecht. Während ihr Mann sich wegen Migräne und eines Beingeschwürs oft früh zurückzog, tanzte Catherine auf Bällen.

Prozess und Hinrichtung
Im Frühjahr 1541 begann Catherine eine Affäre mit ihrem Verehrer Thomas Culpeper. Feinde der Howards bei Hofe hatten diese Verliebtheit bemerkt und inszenierten eine Intrige. Als Heinrich mit Catherine auf einer Rundreise war, durchsuchte man auaufgrund einer Denunziation das Vorleben Catherines. Der Musiklehrer Henry Manox und der Sekretär Francis Dereham wurden befragt und gestanden ihre Affären mit Catherine. Diese Abenteuer fanden jedoch alle vor der Hochzeit mit dem König statt. Am 1. November 1541 nach Hampton Court zurückgekehrt, überbrachte man dem König die Erkenntnisse der Nachforschungen. Doch dieser reagierte erst, als der Verdacht der Treulosigkeit während der Ehe hinzukam. Am 5. November verließ der König plötzlich nach dem Abendessen ohne ein Wort Hampton Court und reiste nach Whitehall. Catherine wurde am 12. November verhaftet und nach Syon House gebracht. Man hoffte, die Ungültigkeit der königlichen Ehe beweisen zu können. Dereham gab bei den Verhören zwar einen intimen Umgang mit der jungen Catherine zu, bestritt aber ein Eheversprechen. Culpeper gestand seine Zuneigung zu Catherine, bestritt aber ein vollständiges „fleischliches Erkennen“ standhaft. Lady Rochford, der nachgesagt wird, schon bei dem Prozess gegen Anne Boleyn sehr belastende Aussagen gemacht zu haben und die die Vertraute von Catherine war, spielte auch in diesem Prozess eine Schlüsselrolle. Sie belastete Catherine und ihre Liebhaber schwer. Dereham wurde zum Tood durch Hängen und Vierteilen verurteilt und hingerichtet, Culpeper erhielt auf Grund seiner ehemals guten Beziehung zum König eine Umwandlung seiner Strafe in Enthauptung. Am 10. Februar 1542 wurde Catherine in den Tower von London gebracht und ihre Hinrichtung auf den 13. Februar festgesetzt.
In der Nacht vor ihrer Hinrichtung wurde der Richtblock auf ihren Wunsch in ihre Zelle gebracht. Sie übte ihre Hinrichtung, indem sie ihren Kopf immer wieder auf den Block legte. Am Morgen des folgenden Tages wurde sie im Tower enthauptet. Ihr Leichnam wurde ohne Erinnerungstafel neben ihrer Cousine Anne Boleyn unter dem Kirchenschiff der Kapelle des Towers (St. Peter ad Vincula) bestattet. Im Jahre 1876 wurden die sterblichen Überreste in die Gruft der Kapelle überführt.

Das Porträt der Catherine Howard?
Von Catherine Howard ist kein Porträt erhalten geblieben. Erst 1840 wurde ein Miniaturbild von Hans Holbein dem Jüngeren von 1541 mit Catherine in Verbindung gebracht. Holbein war zu dieser Zeit Hofmaler des Königs. Die unbekannte Frau auf diesem Miniaturporträt trägt Schmuck, der im Besitz von Catherine gewesen sein soll. Aufgrund einer großen Ähnlichkeit mit der Frau auf der Miniatur wird auch ein weiteres von Holbein gemaltes größeres Porträt Catherine zugeordnet. Möglicherweise handelt es sich aber um Elizabeth Seymour, die Schwester von Jane Seymour.



Literatur
• Joanna Denny: Katherine Howard. A Tudor Conspiracy. Portrait, London 2005, ISBN 0-7499-5120-6 (englisch).
• Antonia Fraser: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Classen, Berlin 1995, ISBN 3-546-00081-1.
• Marita A. Panzer: Englands Königinnen. Piper, München / Zürich 2003, ISBN 3-492-23682-0.
• Lacey Baldwin Smith: A Tudor Tragedy. The life and times of Catherine Howard. Pantheon Books, New York 1961 (englisch).
• Helga Thoma: Ungeliebte Königin. Ehetragödien an Europas Fürstenhöfen. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3783-1 (als Taschenbuch: Serie Piper 3526, München/Zürich 2003, ISBN 3-492-23526-3).
Weblinks
 Commons: Catherine Howard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Katharina Howard – Zitate
• Katharina Howard auf der Webseite der Familie Culpepper (englisch)
• umfangreiche Internetseite(n) über das Haus Tudor und seine Zeit (englisch)
• informative Internetseite über Heinrichs sechs Frauen (englisch)
• Internetseite über Katharina Howard (englisch)
Einzelnachweise
1 Sowohl im 16. Jahrhundert als auch bei Historikern heute wird der Vorname unterschiedlich geschrieben. Nach ihrer einzigen überlieferten Unterschrift buchstabierte sie selber ihren Namen Katheryn, aber diese altertümliche Schreibweise ihres Nmens wird selten verwendet. Ihre Biografin Lacy Baldwin Smith verwendete die moderne Schreibweise Catherine, Antonia Fraser und Joanna Denny haben sich für die traditionellere Schreibweise Katherine entschieden.
2 Der Vorname von Catherine Howards Mutter wird gelegentlich mit Jocasta angegeben. Siehe beispielsweise Denny, S. 8
3 Denny, S. 8
4 Denny, S. 19–31
5 Denny, S. 45–46
6 Denny, S. 45–47
7 Denny, S. 46
8 Denny, S. 57–58
9 Denny, S. 58–59
10 Denny, S. 61. Vollständig lautet die Passage: The duchess was almost 60 and uninterested in the upbringung and instruction of so many of her minor relatives. She was content to leave supervision to the older women, in the altogether not wie assumption that they teach them correct and moral behaviour.
11 Denny, S. 62
12 Denny, S. 85 und S. 86; Panzer, S. 56
13 Denny, S. 89 
Howard, Catherine (I8877)
 
33787 https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Parr

Catherine Parr, zeitgenössische Schreibweise Katherine Parr(e) (* 1512 entweder auf Kendal Castle, Westmorland oder in London; † 5. September 1548 auf Sudeley Castle bei Winchcombe, Gloucestershire) war die sechste und letzte Gattin von König Heinrich VIII. und für vier Jahre Königin von England und Irland. Sie wurde 1512 als erstes Kind von Sir Thomas Parr († 1517) aus Kendal und Maud Greene († 1529) geboren und hatte zwei Geschwister, William (* 1513) und Anne (* 1514). Catherine Parr heiratete Heinrich VIII. am 12. Juli 1543 als dritten von vier Ehegatten.
Catherine hatte eine enge Beziehung mit Heinrichs drei Kindern und sorgte persönlich für die Ausbildung von Edward und Elizabeth, die beide auf dem englischen Thron folgen sollten. Sie vollzog auch den Ausgleich Heinrichs mit seinen Töchtern und hatte Anteil an deren Wiedereinsetzung in die Thronfolge im Rahmen des 3. Thronfolgegesetzes von 1543.[1]
Auf Heinrichs Befehl regierte Catherine während seiner Abwesenheit von Juli bis September 1544 und hätte im Fall seines Todes die Regentschaft bis zu Edwards Volljährigkeit beibehalten sollen. Sie war eine Vertreterin der protestantischen Fraktion des englischen Hofes und veröffentlichte das erste von einer englischen Königin geschriebene Buch Prayers or Meditations.

Abstammung
Catherine Parrs Vorfahren waren über vielfältige Verbindungen mit dem englischen Adel und auch der königlichen Familie verbunden. Catherines Vater, Sir Thomas Parr als Herr des Hauses von Kendal in Westmorland (heute Cumbria), war ein Nachfahre von König Eduard III. Ihr Großvater William Parr konnte sich väterlicherseits mit König John, König Wilhelm 'dem Löwen' von Schottland und der Familie Bruce auf Vorfahren mit königlichem Geblüt berufen.[2] Catherines Mutter und Thomas’ Frau, Maude Green, war Tochter und Erbin von Sir Thomas Green, dem Lord von Greens Norton in Northamptonshire.
Da Catherines Familie auch aus dem Hause Beaufort abstammte, war Catherine über Heinrichs Vater eine Cousine vierten Grades sowie über dessen Mutter eine Cousine zweiten Grades von Heinrich VIII. Über ihre Mutter war Catherine durch deren Vorfahrin Joan Wydville, der Schwester von Richard Woodville, mit dem Vater von Königin Elizabeth Woodville verwandt.

Kindheit
Catherine Parr wurde im Jahr 1512, wahrscheinlich im August, geboren, ihr genauer Geburtstag ist jedoch unbekannt. Sie war das älteste überlebende Kind der Parrs, die bereits zu dieser Zeit eine der wichtigsten Familien des nördlichen englischen Landadels waren und einen weitverzweigten Familienstamm besaßen. Zur Zeit von Catherines Geburt war ihr Vater Sir Thomas Parr der Sheriff von Northamptonshire, hatte das Amt des Buchprüfers am Hof von König Heinrich VIII. inne und war ein enger Freund Heinrichs. Catherines Mutter Maude Parr war eine häufige Begleiterin und enge Freundin von Königin Katharina von Aragon und so wurde Catherine vermutlich nach Königin Katharina benannt, die auch als ihre Taufpatin fungierte.[3] Catherine hatte einen jüngeren Bruder, William, den späteren Marquess of Northampton sowie eine Schwester, Anne, die spätere Countess of Pembroke.
Ebenso wie die Familien Seymour und Howard (zu der auch die Familie Boleyn gehörte) gelangten die Parrs durch königliche Gunst und erfolgreiche Heiratsstrategien, bspw. mit der Familie Ros (oder Roos), zu Ansehen und Wohlstand.[4][5] Insgesamt wwaren die Parrs angesehener als bspw. der Familienzweig von Heinrichs zweiter Frau Anne Boleyn und am Hof auch erheblich besser etabliert und vernetzt.[5][6] Obwohl die Parrs zur Zeit von Catherines Kindheit kein Teil der englischen Aristokratie waren, so standen sie doch seit langem im Dienst der königlichen Familien. Catherines Großvater William Parr als 1. Baron Parr von Kendal war Mitglied am Hof des Königs Eduard IV. und hatte von 1471 bis 1475 und dann wieder von 1481 bis zum Tod des Königs 1483 das Amt des Königlichen Buchprüfers inne.[7][8][9] Sir William stand bei König Eduard IV. in hoher Gunst und war einer von lediglich zwei Höflingen, die zu dessen Herrschaftszeit in den Hosenbandorden aufgenommen wurden. Als 14483 Richard III. König wurde, wurden Sir Williams Frau Elizabeth sowie deren Mutter Alice zu Hofdamen von Alices Nichte, Königin Anne Neville. Die Berufung der jeweiligen weiblichen Mitglieder der Familie Parr zu Hofdamen sollte fünf Generationen überdauern, bis hin zu Catherines Schwester Anne, die ebenfalls mehreren Ehefrauen von Heinrich VIII. diente.
Ursprünglich war angenommen worden, dass Catherine Parr auf Kendal Castle geboren wurde. Jedoch war die Burg bereits zur Zeit ihrer Geburt in schlechtem Zustand und wurde spätestens 1572 aufgegeben.[10] Auch weilte Maude Parr zur Zeit ihrer Schwangerschaft zu Besuch am Hof von Königin Katharina und die Familie Parr lebte in ihrem Haus in Blackfriars in London. Historiker sehen es als unwahrscheinlich an, dass Thomas Parr seine schwangere Frau auf eine eher beschwerliche, zweiwöchige Reise in den englischen Norden und in eine verfallende Burg geschickt haben könnte, in der die Familie auch insgesamt kaum Zeit verbracht hatte.[11] Daher wurde Catherine vermutlich in London geboren.[12]
Catherines Vater starb 1517, als sie 5 Jahre alt war, und so wurde sie hauptsächlich von ihrer Mutter erzogen.[12] „Her father died when she was young and she was close to her mother as she grew up.“[13] Catherines Ausbildung und Erziehung waren dabei der anderer hochgeborener Frauen ihrer Zeit ähnlich, jedoch zeigte sich die junge Frau bspw. vom Nähen wenig begeistert und meinte oft ironisch zu ihrer Mutter, dass „meine Hände dazu bestimmt sind, Kronen und Zepter statt Spindeln und NNadeln zu berühren.“[3] Sie entwickelte schon früh ein Interesse an stetigem Lernen und sollte dies für ihr ganzes Leben beibehalten. Catherine sprach fließend Französisch, Lateinisch und Italienisch und begann nach ihrer Krönung damit, Spanisch zu lernen. Insgesamt war sie David Starkey zufolge besser ausgebildet als ihre wortgewandte Vorgängerin Anne Boleyn.[5]

Erste Heirat
Ursprünglich ging man davon aus, dass Catherine im Jahr 1529 im Alter von 17 Jahren Edward Burgh, den 2. Baron Burgh, heiratete.[3][14] In den Büchern Die Frauen von Heinrich VIII. von Antonia Fraser (1994) sowie David Starkeys Buch über dasselbe Thema (2004) wurde Catherines erster Ehemann jedoch als der gleichnamige Enkel des genannten Edward Burgh identifiziert. Einige Historiker vermuten, dass dieser Fehler auf die Historikerin Agnes Strickland aus dem 19. Jahrhundert zurückgeht. Jüngere Untersuchungen durch Susan James und Linda Porter für deren Biographien über die Königin belegten dann auch, unter anderem durch Maude Parrs Testament, dass Catherine statt des greisen Baron Burgh dessen Enkel Edward Burgh heiratete.[3] Edward war in seinen 20er Jahren und somit in etwa in Catherines Alter, jedoch möglicherweise von nicht allzu guter Gesundheit. Er diente als Friedensrichter und sollte seinem Vater Sir Thomas Burgh als Verwalter der Gerichtsbarkeit von Kirton-in-Lindsey folgen. Die ersten Monate der Ehe scheinen nicht frei von Problemen gewesen zu sein, wobei Catherine insbesondere und nun ebenso wie zeit seines Lebens ihr Mann Edward unter dessen tyrannischem Vater Thomas litt. Dieser erwartete von alllen Familienangehörigen strikten Gehorsam und von Catherine, rasch Kinder zu gebären und ansonsten eine fügsame Ehefrau zu sein. Im Oktober 1530 zog das Paar aus der direkten Reichweite des Vaters von Gainsborough Old Hall nach Kirton-in-Lindsesey um. Catherine übernahm dort rasch die Haushaltsführung und beide scheinen eine zufriedenstellende, wenngleich auch kinderlose Ehe geführt zu haben.[15] Mit Edwards frühem Tod im Jahr 1533 war Catherine bereits im Alter von 21 verwitwet und da keine tiefere Bindungen zur Familie ihres verstorbenen Mannes bestanden, verließ sie Kirton wieder und kehrte auch nicht nach Gainsborough zurück.

Lady Latimer (Zweite Heirat)
Es wird angenommen, dass Catherine nach dem Tod ihres Mannes die folgende (Trauer-)Zeit bei der Witwe ihres Cousins Sir Walter Strickland, Catherine Neville, auf deren Residenz Sizergh Castle in Westmorland und somit in unmittelbarer Nähe zu Kenendal Castle verbrachte. Catherines Verwandtschaft mit Lady Neville beruhte auf mehreren Wegen: zum einen war Catherines Großtante Agnes Parr mit Sir Thomas Strickland, dem Sohn von Walter Strickland und Douce Crofte, verheiratet.[18] Zum anderen war ihr Großvater väterlicherseits, Sir William Parr, mit Elizabeth Ros, der Tochter von Sir John Ros von Kendal und eben Catherine Strickland, verheiratet gewesen.[19] Und schließlich war Lady Strickland auch mit Parrs nächstem Ehemann verwanandt, dem 3. Baron Latimer, John Neville, welchen Catherine im Sommer 1534 heiratete. Im Alter von 40 Jahren war der bereits zweimal geschiedene Neville knapp doppelt so alt wie die 22-jährige Catherine und hatte aus seiner ersten Ehe mit Dorothy de Vere zwei Kinder mitgebracht, John und Margaret. Ihr neuer Mann John war seinerseits eines von 15 Kindern von Richard Neville, dem 2. Baron Latimer, und er hatte aufgrund der großen Geschwisterschar mit einigen familiären Rivalitäten und auuch finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Als Lady Latimer verfügte Catherine dennoch nun über ein eigenes Haus und hatte einen Gatten mit gewissem Einfluss und einen Adelstitel. Außer ihrer Großtante Mabel blieb sie damit die einzige Frau der Parr-Familie, die in die Peerage einheiratete.
Vom Beginn der Ehe an versuchte Catherine eine vorbildliche Ehefrau zu sein. Ihre Zuneigung zu ihrem Mann war zumindest so groß, dass sie als Gedenken an ihn sein Neues Testament mit seinem Namen darin bis zu ihrem Tod aufbewahrte. Sie erwies sich auch als gute Stiefmutter für ihre beiden Stiefkinder, ein Verhalten, das sie auch nach der Hochzeit mit König Heinrich VIII. dessen Kindern gegenüber an den Tag legen sollte. Dabei war das Verhältnis zu ihrem Stiefsohn John vermutlich schwieriger als das zu Margaret, auch weil es Anzeichen gibt, dass das Mädchen von seinem Vater als bevorzugtes Kind behandelt wurde. Nichtsdestotrotz pflegte Catherine die Beziehung zu ihren beiden Stiefkindern auch nach ihrer Heirat mit König Heinrich. So rief sie Margaret als Hofdame zu sich an den Hof und verschaffte Johns Frau eine Position in ihrem Haushalt.[20]
Catherines Mann John Latimer war ein Anhänger des alten katholischen Glaubens und hatte sowohl des Königs Scheidung von Katharina von Aragon, die Heirat mit Anne Boleyn wie auch die allgemeinen religiösen Umstürze des Königs, die dieser seit mehreren Jahren betrieb, bitterlich bekämpft. Während eines zunächst lokalen Aufstandes Anfang Oktober 1536 in Louth wurde das Heim der Latimers von einem wütenden Mob bedroht und John Latimer wurde gezwungen, sich der Sache der Aufständischen anzuschließen. Catherine musste dabei mitansehen, wie ihr Mann von den Rebellen verschleppt wurde. Als der Louther Aufstand nach nur wenigen Tagen zusammenbrach erhob sich jedoch gleichzeitig die ungleich heftigere und gefährlichere Rebellion der Pilgerreise der Gnade um deren Anführer Robert Aske. Noch während Latimer Gefangener der Louther Aufrührer war, begannen unterschiedliche Versionen über seine Loyalität in dieser Sache den Lordkanzler Thomas Cromwell und den König in London zu erreichen. Latimer befand sich nun in einem furchtbaren Dilemma: die Rebellen hielten ihn als Geisel und zwangen ihn zur Unterstützung ihrer Sache. Sollte er jedoch vom König des Verrats für schuldig befunden werden, so würden seine Ländereien eingezogen und seine Familie mittellos zurückgelassen werden. Heinrich selbst schrieb an den Herzog von Norfolk, dass dieser Latimer dazu zwingen solle, 'den Verräter Aske zu verdammen und sich meiner Gnade zu unterwerfen'.[21] Sowohl Catherines Bruder William Parr wie auch ihr Onkel William Parr, 1. Baron Parr von Horton, kämpften an der Seite des Herzogs von Norfolk sowie des Herzogs von Suffolk gegen die Rebellion. Nach seiner Freilassung durch die Aufständischen unterschrieb Latimer umgehend die geforderte Erklärung und wurde vom König verschont und so ist es wahrscheinlich, dass sich auch Catherines Verwandten für sein Leben eingesetzt haben.[20]
Zwischen Oktober 1536 und April 1537 lebte Catherine allein und in Angst mit ihren beiden Stiefkindern in Snape Castle und kämpfte dabei um ihrer aller Überleben. Es ist denkbar, dass diese schwere Zeit, verursacht durch den Aufstand und die ständige Bedrohung, ihre eigene Befürwortung der Reformation der englischen Kirche verstärkte.[20] Im Januar 1537 wurden Catherine und die Kinder von den Rebellen in ihrem Schloss als Geiseln gehalten. Die Aufständischen plünderten das Haus und sandten dem nach London reisenden Lord Latimer eine Nachricht, dass er sofort zurückzukehren habe, anderenfalls würden sie seine Familie töten. Als Latimer zurückkehrte, konnte er die Rebellen zwar überreden, seine Familie freizulassen, und sie flohen gemeinsam in den Süden, jedoch sollten die Folgen dennoch die gesamte Familie treffen.[20]
Denn nach dem Zusammenbruch der Revolte und der Exekution vieler Tausender Aufständischer waren Heinrich und Cromwell zwar grundsätzlich besänftigt, jedoch war Latimers Reputation und somit auch der Ruf seiner Familie dauerhaft beschädigt. So fand er sich die letzten sieben Jahre seines Lebens erpresst von Cromwell und musste oft nach London reisen, um im Parlament anwesend zu sein und für Cromwell zu stimmen. Erst nach Cromwells Hinrichtung im Jahr 1540 konnte die Familie Latimer ihren Ruf zum Teil wiederherstellen. Den Winter 1542 verbrachte das Paar in London, wo auch Catherines Bruder William und ihre Schwester Anne am königlichen Hof weilten. Anne stand bereits seit 1531 als Hofdame in den Diensten von Heinrichs Königinnen und hier machte Catherine Bekanntschaft mit ihrem späteren vierten Ehemann, Sir Thomas Seymour, dem Bruder der verstorbenen Königin Jane Seymour. Das Leben am Hof war deutlich anders als die ländliche und provinzielle Umgebung, in der Catheriine die letzten Jahre verbracht hatte, und es ist anzunehmen, dass sich Catherine hier nicht nur mit Neuerungen in weltlichen Dingen wie Mode und Schmuck befassen konnte, sondern auch in regen Kontakt mit den aufkeimenden reformatorischen Kreisen der Hauptstadt kam.[20]
Im Winter 1542/1543 verschlechterte sich Lord Latimers Gesundheit zunehmend und Catherine verbrachte ihre Zeit damit, ihn zu pflegen. Er starb am 2. März 1543 und bestimmte durch sein Testament Catherine als Vormund für seine Tochter Margaret bis zu deren Volljährigkeit. Er überließ ihr Stowe Manor und andere Besitztümer sowie Geld für die Versorgung seiner Tochter. Somit war Catherine im Alter von 31 Jahren eine vermögende Witwe mit der Möglichkeit, zurück zu ihrer Familie in den Norden zu gehen.[20]
Sie nutzte stattdessen die Verbindung ihrer verstorbenen Mutter mit der früheren Königin Katharina von Aragon und erneuerte ihre Freundschaft mit Lady Mary. Am 16. Februar 1543 wurde Catherine in den Haushalt von Mary und somit in die unmittelbare Nähe von König Heinrich aufgenommen. Catherine pflegte dabei zunächst die bereits begonnene Beziehung mit Sir Thomas Seymour weiter. Als sich jedoch des Königs Aufmerksamkeit auf sie richtete und er Gefallen an ihr fand, betrachtete sie es als ihre Pflicht, Heinrichs Antrag zu akzeptieren und schrieb an Thomas Seymour, dass ihr eigener Wille von einer 'höheren Macht’ besiegt worden sei. Thomas Seymour wurde zur selben Zeit vom König mit einer Position in Brüssel beauftragt und dadurch langfristig vom Hof entfernt.

Königin von England und Irland (Dritte Heirat)
Catherine heiratete König Heinrich VIII. am 12. Juli 1543 in Hampton Court Palace. Sie war die erste Königin von England, die auch den Titel der Königin von Irland verliehen bekam, nachdem Heinrich den Titel des Königs von Irland selbst erst 1542 angenommen hatte. Sie ernannte ihren Onkel William Parr zu ihrem Hofmarschall und entwickelte ein gutes Verhältnis mit Heinrichs Kindern, vor allem mit Elizabeth und Edward. Sie beeinflusste den König auch dahingehend, seine Töchter mit dem Thronfolgegesetz von 1543 wieder zu potentiellen Thronfolgerinnen zu machen. Zu dieser Zeit pries Thomas Wriothesley, der Lordkanzler König Heinrichs, Catherine Parr als „Frau, die meinem Urteil zufolge wegen ihrer Tugend, Weisheit und Sanftmut für Seine Hoheit am besten geeignet ist, und ich bin sicher, dass Seine Majestät nie eine Gemahlin hatte, die Seinem Herzen angenehmer ist als sie.“[25]
Als sich Heinrich von Juli bis September 1544 während eines Feldzuges in Frankreich aufhielt, ernannte er Catherine zur Regentin und zum Vormund seiner Kinder. Die Königin konnte sich während dieser Zeit auf ihr zugetane Berater stützen, vor allem ihren Onkel Lord Parr sowie den Erzbischof von Canterbury Thomas Cranmer und den 1. Duke von Somerset, Edward Seymour, den Bruder des verbannten Thomas Seymour und mächtigsten Mann des Kronrates. Dadurch war sie in der Lage, effektiv Herrschaaft auszuüben. So organisierte sie die Versorgung und die Finanzen für Heinrichs Feldzug in Frankreich, unterzeichnete fünf königliche Proklamationen und hielt stetigen Kontakt mit ihrem Vertreter in den nördlichen Marken, Lord Shrewsbury, um die schwierige und instabile Situation in Schottland im Blick zu behalten. Es wird allgemein angenommen, dass die spätere Königin Elizabeth von der Tätigkeit ihrer Stiefmutter als Regentin stark beeinflusst wurde und sie sich an der charakterlichen Stärke, dem würdevollen Auftreten und auch den religiösen Überzeugungen ihrer Stiefmutter ein Beispiel nahm.
Zunehmend und endgültig im Jahr 1545 geriet Catherine bei der einflussreichen Fraktion des englischen Hofes, die die katholische bzw. die nun im Entstehen begriffene anglikanische Staatskirche unterstützte, unter den Verdacht, eine Protestantin zu sein. Obwohl, ihr Geburtsdatum berücksichtigend, Catherine als Katholikin erzogen worden sein muss, sympathisierte sie offenbar bereits früh mit der Reformation und dem neuen Glauben. Während der Zeit ihrer Regentschaft begann sie, Gebete auf Englisch abzufassen, was man als Zeichen für ihre modernen religiösen Anschauungen werten kann, da Gebete bis dahin üblicherweise auf Lateinisch geschrieben worden waren. Ihre Neigung wurde noch deutlicher, als sie 1545 ihr erstes Buch (dt. GGebete und Meditationen) veröffentlichte. Das Buch wurde ein großer Erfolg und Catherine war damit die erste englische Königin und eine von nur acht Frauen, die während der Regierungszeit von Heinrich VII. und Heinrich VIII. überhaupt Drucksachehen veröffentlicht hatten. Catherine begann nun, an ihrem zweiten Buch Lamentations of a Sinner (dt. Die Klage eines Sünders) zu arbeiten, worin sie die protestantische Idee des Sola fide unterstützte. Das jedoch wurde von der katholischen Kirchhe als Häresie verdammt. Heinrich wiederum, der zwar die anglikanische Kirche begründet hatte, sah sich selber weiterhin als Katholik und Catherine versuchte nun, den alten König in Gesprächen und teils auch öffentlichen Disputen zum Konvertieren zu bewegen.
Stephen Gardiner, der Bischof von Winchester, und Lordkanzler Wriothesley sahen hierdurch sowie auch wegen Catherines Sympathie für Anne Askew, einer protestantischen Märtyrerin, und wegen ihrer Freundschaften mit mehr oder minder bekennenden Prrotestanten am Hof ihr Misstrauen bestätigt. Gardiner und Wriothesley gelang es schließlich, des Königs Zustimmung zu einer Untersuchung gegen Catherine zu erhalten, an deren Ende Gardiner im Sommer 1546 einen Haftbefehl gegen die Königin erließ. Zur gleichen Zeit gingen an den europäischen Höfen Gerüchte um, dass der König von Catherines enger Freundin, der 1545 verwitweten Herzogin von Suffolk angetan war.[26] Catherine erfuhr durch ihr zugetane Vertraute von dem Haftbefehl und dessen bald vorgesehener Vollstreckung und konnte den König im letzten Moment beschwichtigen. Sie unterwarf sich ihm mit der Aussage, dass „ihre Worte nur der Unterhaltung dienten und sie als Frau nur von ihm lernen, ihn aber niemals unterweisen könne“ und dass ihre Streitgespräche über Religion weiterhin nur die Absicht gehabt hätten, den König von seinen Schmerzen abzulenken, die er durch die Wunde an seinem Bein schon seit Jahren hatte.[27] Heinrich akzeptierte diese Erklärung und ändertte seine Meinung. Als er am nächsten Tag mit Catherine im Schlosspark spazieren ging und eine Wache (bzw. vermutlich der Lordkanzler selbst[28]) in Unkenntnis der Versöhnung den Haftbefehl gegen die Königin vollstrecken wollte, wies der König das Vorhaben brüsk und wütend ab.[29] Catherine hatte durch ihre Unterwerfung unter Heinrichs Willen ihr Leben oder zumindest ihre Stellung gerettet, Stephen Gardiner fiel jedoch in Ungnade und wurde vom König seiner Ämter enthoben. Als Heinrich vvor Weihnachten 1546 seinen Tod nahen spürte, sandte er Catherine und seine Töchter vom Hof. Er gewährte Catherine eine Rente von 7.000 Pfund jährlich, erlaubte ihr eine erneute Heirat und ordnete an, dass sie auch nach seinem Ableben den Respekt einer Königin von England erfahren solle.

Königinwitwe, Vierte Heirat und Tod
Heinrich starb am 28. Januar 1547. Nach der Krönung von Prinz Edward zog sich Catherine am 31. Januar 1547 vom königlichen Hof in ihr Haus Chelsea Manor in Chelsea zurück. Bereits im Jahr vor Heinrichs Tod war auch Thomas Seymour nach England zurückgekehrt und als dieser bald um die Hand einer der reichsten und angesehensten Frauen Englands anhielt, akzeptierte Catherine seinen Antrag bereits im Frühjahr 1547. Beiden war jedoch bewusst, dass der Kronrat einer erneuten Heirat der Königinwitwe so kurz nach dem Tod Heinrichs keine Genehmigung erteilen würde. Seymour holte diese Erlaubnis im Nachhinein direkt bei seinem Neffen König Edward ein, der sie nur wenig wohlwollend und im Stillen gab. Der beiden heimliche Heirat im Mai 1547 verursachte daher einen kleinen Skandal am Hof, als das Ereignis im Sommer publik wurde. Insbesondere Lady Mary war sehr verärgert und verbot ihrer Halbschwester Elizabeth den weiteren Kontakt mit Catherine.[30]
Während dieser Zeit, als Catherine und Thomas am Königlichen Hof in Ungnade gefallen waren, geriet sie auch mit ihrem früheren Vertrauten und Bruder ihres Mannes, dem jetzigen Lord Protector und somit De-facto-Regenten Englands, Edward Seymourr, und dessen Frau, ihrer früheren Hofdame Anne Seymour, in Streit über den Verbleib bestimmter königlicher Juwelen. Diesen verlor Catherine letztlich, und sowohl die Freundschaft der beiden Frauen als auch die Beziehung der beiden Seymour-Brüder sollte sich von diesem Zwist nicht wieder erholen.[30]
Im November 1547 veröffentlichte Catherine ihr zweites Buch, das bereits genannte Lamentations of a Sinner, welches große öffentliche Zustimmung erhielt. Im Frühjahr 1548 lud sie ihre Stieftochter Elizabeth und ihre Cousine Lady Jane Grey in ihren Haushalt nach Sudeley ein. Die Königinwitwe wollte ihr Versprechen einlösen, für die Ausbildung der beiden zu sorgen, und im Folgenden wurde ihr Haus zu einem bekannten Ort für die Ausbildung junger Damen.
Als Catherine schließlich im März 1548 im Alter von 35 Jahren zum ersten Mal schwanger wurde, war dies nicht zuletzt deswegen eine Überraschung, weil sie in ihren vorherigen drei Ehen keine Kinder geboren hatte. Während Catherines Schwangerschaft begann ihr Mann sein von machtpolitischen Erwägungen getriebenes Interesse an der zu diesem Zeitpunkt 15-jährigen Lady Elizabeth wieder aufzufrischen. Angeblich hatte er bereits vor seiner Heirat mit Catherine Pläne verfolgt, Elizabeth zu ehelelichen, um hierdurch den Zugriff auf die potentielle Thronerbin zu erlangen und seine Position zu stärken. Vermutlich um die für sie unkomfortable Situation nicht völlig ihrer Kontrolle entgleiten zu lassen, scheint Catherine ihren Mann zunächsst mehr oder weniger stillschweigend darin unterstützt zu haben, Elizabeth in diverse sexuell aufgeladene Situationen zu verwickeln.[31] Vermutlich um den Ruf Elizabeths zu schützen, wurde sie schließlich von Catherine im Mai 1548 in den Haushalt von Sir Anthony Denny nach Cheshunt gesandt. Sie sollte Catherine nie wieder sehen, wenngleich die beiden Frauen fortfuhren, einander zu schreiben.
Catherine gebar am 30. August 1548 auf Sudeley Castle ihr einziges Kind, Mary Seymour, und starb lediglich sechs Tage später am Kindbettfieber (das auch schon Heinrichs dritter Frau Jane zum Verhängnis geworden war). Aufgrund damaligen Unwissens über die Notwendigkeit strikter hygienischer Maßnahmen bei einer Geburt war diese Todesursache nicht selten und ist daher als Erklärung ihres Todes plausibel, jedoch gibt es auch Theorien, dass Catherine von ihrem Mann vergiftet worden sein könnte, damit dieser seine ehrgeizigen Pläne zur Heirat von Elizabeth weiterverfolgen konnte.

Nachruf
Catherine Parr war dreieinhalb Jahre Königsgemahlin. Sie galt als vorbildliche Gattin für Heinrich VIII., die nicht nur ergeben den kranken und gefährlich launischen König pflegte, sondern sich auch um seine Kinder kümmerte. Catherine förderte Gelehrte und Geistliche. Sie spielte keine unwichtige Rolle bei der Durchsetzung der protestantischen Partei am Hofe. Catherine lebte und wirkte gemäß ihrem Motto: „Nützlich sein in allem, was ich tue.“ (engl.: To be useful in all that I do.).
In ihrem Testament vermachte sie ihren Besitz Thomas Seymour. Er sollte seine Frau jedoch nicht lange überleben, da er am 20. März 1549 wegen Verrats enthauptet wurde. Die Tochter der beiden, Mary, wurde in die Obhut von Catherines Freundin, der 12. Baroness Willoughby de Eresby, Catherine Willoughby nach Grimsthorpe Castle gegeben. Catherines übrige Juwelen wurden wie auch ihre Manuskripte und Kleider zur Verwahrung in den Tower von London gesandt.[32] Im März 1550 erließ das Parlament einen Beschluss, dass Mary das Erbe ihrer Eltern antreten dürfe, vermutlich auch, um damit Lady Willoughby zu unterstützen. Die letzte Erwähnung Marys findet sich zu ihrem zweiten Geburtstag. Obwohl es Gerüchte über ihr späteres Leben gibt, so wird doch allgemein angenommen, dass sie noch als Kind auf Grimsthorpe Castle starb.[33]
Die sterblichen Überreste Catherines wurden in der Schlosskapelle St. Mary von Schloss Sudeley (St. Mary’s Sudeley) beigesetzt. Ihr Grab geriet bald in Vergessenheit. Erst 1782 wurde ihr Sarg von einem Mann namens John Locust in der verfallenen Schlosskapelle entdeckt. Er öffnete den Sarg und fand eine nach 234 Jahren noch sehr gut erhaltene Leiche. Nach der Entnahme einer Haarlocke wurde der Sarg wieder ins Grab verbracht. Während der nächsten Jahrzehnte folgten einige weitere, unsaachgemäße und teils rohe Öffnungen. Erst 1817 wurde der Sarg wieder offiziell geöffnet, wobei man aber nur noch ein Skelett vorfand. Zunächst wurden die sterblichen Überreste in die Gruft des damaligen Schlossherrn überführt.[34] Später wurde das Grabmal auf Anweisung von Lady Anne Greville, der Tochter des 3. Herzogs von Chandos, restauriert.[35] Schließlich wurde die Kapelle von Sir George Gilbert Scott wieder aufgebaut und eine würdige Grabstätte angelegt.[36]

Literatur
• George Ballard: Memoirs of several ladies of Great Britain, who have been celebrated for their writings, or skill in the learned languages, arts and sciences. Printed by W. Jackson, for the author, Oxford 1752, S. 79ff.
• Antonia Fraser: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Claassen Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-546-00081-1.
• Helga Thoma: Ungeliebte Königin. Piper Verlag, München 2003, ISBN 3-492-23526-3.
• Marita A. Panzer: Englands Königinnen. Piper Verlag, München 2003, ISBN 3-492-23682-0.
• Anna Eunike Röhrig: Parr, Katherine. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 14, Bautz, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5, Sp. 1353–1355.
Darüber hinaus ist Catherine Parrs Leben Inhalt der Romane
• Charlotte Lyne: Die zwölfte Nacht. Blanvalet, München 2008, ISBN 978-3-442-36717-7.
• Suzannah Dunn: The Sixth Wife, 2007
• Elisabeth Fremantle: Spiel der Königin, C. Bertelsmann Verlag, München 2014, ISBN 978-3-570-10177-3.
• C. J. Sansom: Das Buch des Teufels, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 2010. ISBN 978-3-596-18671-6.
• C. J. Sansom: Pfeil der Rache, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 2011. ISBN 978-3-596-19105-5.
• C. J. Sansom: Die Schrift des Todes, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 2015. ISBN 978-3-5960-3337-9.
Weblinks
 Commons: Catherine Parr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Aufwendige Tudor-Seite (englisch)
• Catherine Parr, Kurzbiografie (englisch)
• Ausführliche Biografie von Catherine Parr (englisch)
Einzelnachweise
1 Phillipa Jones: Elizabeth: Virgin Queen. New Holland Publishers Ltd, 2010, ISBN 1-84773-515-0.
2 Douglas Richardson, Kimball G. Everingham, Magna Carta ancestry: a study in colonial and medieval families, Genealogical Publishing Com, 2005. pg 701.
3 Linda Porter. Katherine, the Queen. Macmillan. 2010.
4 Linda Porter. Katherine, the queen, Macmillan, 2010. pg 8.
5 David Starkey. Six Wives: The Queens of Henry VIII, HarperCollins, 2004. pg 690.
6 Agnes Strickland, Lives of the queens of England, Vol V, Colburn, 1842. pg 10.
7 Sir Leslie Stephen, editor, Dictionary of National Biography, Volume 43, Smith, Elder & Co., 1895. pg 366.
8 The Household of Edward IV, Manchester University Press ND. Google ebook
9 D.N.B. führt Sir William Parr als Buchprüfer des königlichen Haushaltes von 1471 bis 1483. Der königliche Haushalt selbst führt ihn zu den Zeiten 1471–1475 und 1481–1483.
10 J. Nicholson & R. Burn: 1777, 45-46, and the archaeological findings during the excavation of Kendal Castle by Barbara Harbottle as published in Abbot Hall Quarto, V, no.4 (January 1968); VI, no. 4 (January 1969); VII, no.4 (January 1970);, no.1 (August 1972), Kendal.
11 William Farrer, Records Relating to the Barony of Kendal, John F. Curwen (ed.), 3 vols, Kendal (1923–26), I, 54.
12 James, Susan E. Catherine Parr: Henry VIII's Last Love. Gloucestershire, England: The History Press, 2009. pg. 60–63.
13 Robin, Larsen and Levin: {{{title}}}, S. 289.
14 Charles Mosley, editor, Burke’s Peerage, Baronetage & Knightage, 107th edition, 3 volumes (Wilmington, Delaware, U.S.A.: Burke’s Peerage (Genealogical Books) Ltd, 2003), volume 1, page 587.
15 James, Susan E. Catherine Parr: Henry VIII's Last Love Gloucestershire, England: The History Press 2009. pg. 60-63.
16 James, Susan. Catherine Parr: Henry VIII's Last Love. (2009), pg 176.
17 Katherine Parr (Lambeth Palace Portrait). Lambeth Palace. Abgerufen am 19. Oktober 2010.
18 Douglas Richardson, Plantagenet Ancestry, p. 188.
19 Daniel Scott. The Strickland’s of Sizergh Castle, Kendal, 1908, 82, 84, 88-89; L&P, 4, iii, no. 680(10).
20 Susan E. James. Catherine Parr: Henry VIII's Last Love, History Press, 2009 US edition. pg 61–73.
21 Letters and Papers, Foreign & Domestic of the Reign of Henry VIII, II, no. 1174.
22 David Williamson, Kings and Queens, 2010, p. 91.
23 Clare Gittings. The National Portrait Gallery Book of The Tudors, 2006, p. 14.
24 James, S.: "Lady Jane Grey or Queen Kateryn Parr?", The Burlington Magazine, CXXXVIII, 1114 (January 1996), pp. 20–24.
25 Marita A. Panzer, Englands Königinnen
26 Kelly Hart: The Mistresses of Henry VIII., First. Auflage, The History Press, June 1, 2009, ISBN 0-7524-4835-8.
27 Foxe’s Book of Martyrs
28 Foxe’s Book of Martyrs
29 David Starkey: Reign Of Henry VIII: The Personalities and Politics. Vintage, 2002, ISBN 0-09-944510-7.
30 James, Susan. Catherine Parr: Henry VIII's Last Love. (2009). pg 268–276.
31 Deposition of Katherine Ashley in A Collection of State Papers Relating to Affairs during the reigns of King Henry VIII, King Edward VI, Queen Mary and Queen Elizabeth, ed., Samuel Haynes, (1740) pp. 99–101; Christopher Hibbert (1990) The Virgin Queen; Antonia Fraser (1992) The Six Wives of Henry VIII; Alison Weir (1996) Children of England; David Starkey (2000) Elizabeth; Linda Porter (2010) Katherine the Queen. Die meisten Biographen von Catherine, Seymour und Elizabeth sagen ausus, dass Catherine und Thomas Elizabeth in ihrem Bett gekitzelt hätten, oder dass Catherine Elizabeth festgehalten hätte, während ihr Mann die Kleidung Elizabeths zerschnitt. Es gibt jedoch weder Beweise für eine weitergehende ménage à trois noch für eine sexuelle Beziehung zwischen Seymour und Elizabeth. Insgesamt bleibt angesichts der sich widersprechenden Quellen auch unklar, welchen Anteil Catherine an den Geschehnissen hatte. Unklar bleibt ferner, auch wenn man Thomas Seymors Einfluss und Stellung berücksichtigt, ob Elizabeth an diesen Ereignissen freiwillig, aus Neugier, unwillig oder sogar gezwungermaßen teilgenommen hat.
32 Starkey, David, The Inventory of Henry VIII, vol. 1, Society of Antiquaries (1998), pp. 94–96; jewel inventory of 116 items; pp. 434–437, wardrobe 133 items.
33 James, Susan, (2009), 299-300.
34 Sudeley Castle, Timeline, 2011. Official site
35 Dukes of Buckingham and Chandos: Sudeley Castle
36 A Handbook for Travellers in Gloucestershire, Worcestershire and Herefordshire.. John Murray, London 1867, S. 32 (Zugriff am 23 October 2011). 
Parr, Catherine (I8878)
 
33788 https://de.wikipedia.org/wiki/Chalpaida

Chalpaida, auch Alpais (lateinisch Chalpaidis; † vermutlich vor 714) war die Mutter von Karl Martell. Über Chalpaida gibt es kaum gesicherte Informationen.
Der Ort ihrer Herkunft und ihr Adelsgeschlecht sind unbekannt. Es wird angenommen, dass sie die Schwester des Hausmeiers Dodo oder eine Cousine zweiten Grades von Bertrada der Älteren war. Ihr Geburtsort wird in der Nähe von Prüm vermutet.
Aus einer Verbindung mit Pippin dem Mittleren ging Karl Martell hervor. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine sogenannte Friedelehe, deren Existenz die Forschung als quellenfernes Konstrukt der 1930er Jahre verworfen hat.[1] Umstritten ist aber, ob es sich bei der Verbindung Chalpaidas zu Pippin um eine Ehe oder um ein Konkubinat handelt.[2] Der fränkische Hausmeier Karl Martell wurde namensgebend für das Geschlecht der Karolinger, er ist der Vater Pippins des Jüngeren und Großvater Karls des Großen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen ihrem Sohn Karl Martell und Plektrud wird sie nicht mehr erwähnt. Daher vermutet man, dass sie vor ihrem Gatten verstorben ist.



Literatur
• Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart 2006, ISBN 3-17-019099-7, S. 33, 35, 37.
Anmerkungen
1 Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter. Stuttgart 2009, S. 91 und 144f.; Andrea Esmyol: Geliebte oder Ehefrau? Konkubinen im frühen Mittelalter. Köln 2002, S. 13–36. Matthias Becher: Merowinger und Karolinger. Darmstadt 2009, S.0.
2 Waltraud Joch: Legitimität und Integration. Untersuchungen zu den Anfängen Karl Martells. Husum 1999, S. 21–24. Waltraud Joch: Karl Martell - ein minderberechtigter Erbe Pippins? In: Jörg Jarnut, Ulrich Nonn, Michael Richter (Hrsg.): Karl Marell in seiner Zeit. Sigmaringen 1994, S. 149–169. Kritisch zur Ehe Sören Kaschke: Die karolingischen Reichsteilungen bis 831. Herrschaftspraxis und Normvorstellungen in zeitgenössischer Sicht. Hamburg 2006, S. 76–81. 
Alpheid (Chalpais) (I2297)
 
33789 https://de.wikipedia.org/wiki/Champigny-sur-Veude von Beauvau, Dame Isabelle (Isabeau) (I13263)
 
33790 https://de.wikipedia.org/wiki/Chanteuges von Toulouse (Raimundiner), Graf Raimund III. Pons (I41822)
 
33791 https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Brandon,_1._Duke_of_Suffolk

Charles Brandon, 1. Duke of Suffolk KG (* um 1484; † 22. August 1545 auf Guildford Castle in Surrey) war ein englischer Adeliger, Feldherr und Günstling Heinrichs VIII. Geboren als Sohn eines einfachen Ritters stieg er innerhalb kürzester Zeit weit auf, der König erhob ihn 1514 zum Erstaunen vieler Zeitgenossen zum Herzog von Suffolk. 1515 heiratete er ohne Erlaubnis die Schwester des Königs, Mary Tudor, Witwe des französischen Königs Ludwig XII., Heinrich verzieh den Eheleuten aber. Über beider Tochter Frances Brandon, sind sie die Großeltern der Königin Jane Grey.
Als Feldherr stand Charles Brandon dreimal an der Spitze einer englischen Invasionsarmee in Frankreich (1513, 1523 und 1544).

Herkunft und Kindheit
Charles Brandon war der Sohn des William Brandon und der Elizabeth Bruyn, Tochter und Erbin des Sir Henry Bruyn of South Ockendon in Essex. William und sein Bruder Thomas setzten auf den Sturz König Richard III. und beteiligten sich an der Rebelllion von Edward Stafford, Herzog von Buckingham. Nach deren Scheitern flohen sie in die Bretagne und schlossen sich dort Heinrich Tudor, Earl of Richmond an, der ebenfalls Anspruch auf den englischen Thron erhob. Williams Frau folgte ihm dorthin und nach einigen Quellen kam 1484 ihr erster Sohn in Paris zur Welt, entweder Charles oder sein Bruder William. Es gibt Hinweise, dass Charles nach dem französischen König Karl VIII. benannt wurde. 1485 kehrte William Brandon mit Heinrich Tudors Invasionsarmee nach England zurück. In der Schlacht von Bosworth Field wurde er als Heinrichs Bannerträger von Richard III. höchstpersönlich getötet.

Frühe Jahre bei Hofe
Als im März 1494 seine Mutter starb, wurde Charles Brandon zur Waise.[1] Höchstwahrscheinlich auf Betreiben seines Onkels Sir Thomas Brandon, der mittlerweile ein wichtiges Amt bei Hofe innehatte, kam er an den Hof Heinrichs VII. 1501 bediente er den Kronprinzen Arthur am Morgen nach dessen Hochzeitsnacht, begleitete ihn aber anschließend nicht in seine neue Residenz nach Ludlow. Es gibt auch keinen Hinweis, dass er jemals im Haushalt Prinz Heinrichs gewesen oder gar mit ihm erzogen worden ist, wie später vielfach behauptet wurde, unter anderem von dem Chronisten William Dugdale, der aber erst weit über ein Jahrhundert später lebte und kein Zeitzeuge war. Brandon hatte dennoch enge Verbindungen zu Heinrichs Haushalt, über seiine Tante Mary Redyng, die als Edeldame in dessen Haushalt diente und ihrem Mann, der dessen Kämmerer war. Ab etwa 1503 war Charles bei Hofe einer der Diener, die den König bei Tisch bedienten und zwischen 1505 und 1509 war er Rittmeister für den Earl of Essex.[2] Mit Heinrich sollten ihn später vielfältige Interessen verbinden, vor allem die Liebe zu sportlichen Betätigungen wie dem Tjosten und Real Tennis und es entstand eine lebenslange Freundschaft.

Der Aufstieg
Als Heinrich 1509 zum König gekrönt wurde, stand Charles Brandon bereits hoch in dessen Gunst. Was folgte, war ein kometenhafter Aufstieg – typisch für die Tudorzeit. In nur fünf Jahren brachte Charles es vom einfachen Esquire zum Herzog, einer der höchsten Würden in England. Seit 1505 war Charles mit Anne Browne verlobt, der Tochter des Gouverneurs von Calais. Anne und Charles waren sich „per verba de praesenti“ versprochen, nach kanonischem Recht ein bindender Vertrag. 1506 wurde iihre Tochter Anne Brandon geboren (nachmals Gemahlin des Edward Grey, 3. Baron Grey of Powys), doch Charles heiratete 1506 Anne Brownes reiche Tante Margaret Neville (* 1466), Nichte des „Königsmachers“ Richard Neville, 16. Earl of Warwick. Diese Ehe wurde auf Betreiben der Familie Browne 1507 aber aufgelöst und 1508 heiratete Charles Anne Browne schließlich offiziell. Eine weitere Tochter Mary (nachmals Gemahlin des Thomas Stanley, 2. Baron Monteagle) wurde 1510 geboren. Zwei Jahre später starb Anne Browne.
1512 verlobte Charles sich mit seinem Mündel, der 8-jährigen Waisen Elizabeth Grey, Tochter und Erbin des Lord Lisle of Sparsholt in Berkshire. König Heinrich VIII. verlieh ihm deshalb am 15. Mai 1513 den Titel des Viscount Lisle. Elizabeth weiggerte sich bei Erreichen der Volljährigkeit jedoch, Charles zu heiraten, und wurde später Gemahlin des Henry Courtenay, 1. Marquess of Exeter. Der neue Viscount Lisle begleitete den König sowohl nach Frankreich als auch in die Niederlande, wo mit Kaiser Maximilian I. und dessen Tochter, der Statthalterin Margarete über eine Ehe von Maximilians Enkel Karl und Heinrichs Schwester Mary verhandelt wurde. Bei dieser Gelegenheit war Charles durch sein vertrautes Verhalten zur Statthalterin aufgefallen.
Herzog von Suffolk und Schwager des Königs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Am 1. Februar 1514 wurde Charles durch den König zum Herzog von Suffolk erhoben. Der Titel und der damit verbundene umfangreiche Besitz stammte von der enteigneten Familie de la Pole. Damit war Brandon einer von nur drei Herzögen in England (neben Norfolk und Buckingham). Sein und der Einfluss Wolseys auf den König wurden außerordentlich hoch eingeschätzt.
Im selben Jahr wichen die Habsburger von dem Eheprojekt mit Mary zurück und als Ludwig XII. von Frankreich neben Frieden auch um die Hand der Prinzessin bat, wurde sie diesem versprochen. Mary, Lieblingsschwester des Königs, war unter der Bedingung einverstanden, dass sie sich ihren nächsten Ehemann selbst aussuchen könnte. Zu jener Zeit bestand schon ein Liebesverhältnis zwischen ihr und Charles Brandon. Mary heiratete den französischen König am 13. August 1514.
Ludwig XII. starb plötzlich kurz darauf am 31. Dezember 1514. Den neuen französischen König Franz I. weihte Mary in ihre Liebe zu Brandon ein, da er daran interessiert war, die französische Exkönigin mit einem seiner Landsleute zu verheiraten oder sie gar selbst zu ehelichen. Auch die Ehe mit dem Habsburger Karl kam wieder ins Gespräch.
Die diplomatische Mission, die Königin nach England zurückzuholen und dem neuen König von Frankreich Heinrichs VIII. Glückwünsche zu überbringen, wurde Charles Brandon übertragen. Nach einem Zusammentreffen mit Franz I. am 1. Februar 1515 in Senenlis heirateten Charles und Mary heimlich im Februar 1515 in Cluny. Franz I. verlangte als Gegenleistung für seine Zustimmung zur Ehe die Aufgabe der englischen Forderungen nach Marys Mitgift. Ebenso forderte die englische Seite durch Wolsey und Heinrich die volle Rückzahlung der Aussteuer der Prinzessin.
Am 13. Mai 1515 fand die offizielle Vermählung Brandons mit Prinzessin Mary unter Anwesenheit des Königspaares in Greenwich Palace statt. Obwohl Brandon nun offiziell der Schwager des Königs war, musste er sich nach wie vor dem Hofprotokoll unteerwerfen und seiner Frau bei feierlichen Anlässen den Vortritt bei Hofe überlassen. Ihm wurde also keinesfalls der gleiche Status eingeräumt wie Mary. Deutlich wird dieses Verhältnis durch ein Motto, unter dem Charles Brandon nach der offiziellen Eheschließung in ein Turnier ritt:[3]
Cloth of gold, do not despise
Though thou be match'd with cloth of frieze;
Cloth of frieze, be not too bold
Though thou be match'd with cloth of gold
Goldbrokat, verachte nicht
Dass sich Leinen mit dir flicht;
Leinen, triumphiere nicht
Dass Goldbrokat sich mit dir flicht.

Goldbrokat war ein edler, kostbarer Stoff und somit eine Umschreibung für Mary, die im Gedicht gebeten wird, das schlichte Leinen, mit dem sie sich zusammentat, nicht zu verachten. Leinen war ein billiger, weit verbreiteter Stoff, der auch vom einfachen Volk getragen wurde. Der Stoff symbolisiert somit Charles Brandon, der im Gedicht trotz seiner Verbindung zum Goldbrokat - also Prinzessin Mary - ermahnt wird, nicht überheblich zu werden.
Am 11. März 1516 gebar die Prinzessin das erste Kind der Ehe, einen Sohn, der nach dem König Henry genannt wurde, jedoch schon 1522 verstarb. 1517 und etwa 1519 folgten noch zwei Töchter Frances Brandon und Eleanor Brandon und 1523 ein zweiter Sohn, der ebenfalls Henry Brandon genannt wurde.[4][5] Die genauen Geburtsdaten der beiden jüngeren Kinder sind nicht bekannt.
Brandon nahm am Treffen Heinrichs VIII. und Franz I., dem sogenannten Camp du Drap d’Or, 1520 teil und seine Frau half dabei, Anne Boleyn in den Hofstaat der Königin Katharina aufzunehmen. Im Rahmen der für Königin Katharina demütigenden Erhebunng des Henry Fitzroy zum Duke of Richmond and Somerset wurde auch Brandons Sohn zum Earl of Lincoln ernannt. Zu jener Zeit erkrankte Mary schwer, die Rückzahlung ihrer Mitgift ließ die Prinzessin zunehmend verschulden. Sie starb am 26. Juni 1533, während Brandon für die Krönungsfeierlichkeiten von Anne Boleyn verantwortlich war.
Anfang September 1533, kurz nach dem Tod von Mary, heiratete Charles Brandon die reiche, vierzehnjährige Katherine Willoughby, 12. Baroness Willoughby de Eresby. In einem Brief an Kaiser Karl V. erwähnt der spanische Botschafter Eustace Chapuys die Eheschließung mit den Worten: "Nächsten Sonntag wird der Herzog die Tochter einer spanischen Dame namens Lady Willoughby heiraten", und kommentiert ironisch: "Damit hat der Herzog den Damen einen Dienst erwiesen. Wenn sie wie üblich getadelt werden, dass sie sofort nach dem Tod ihres Mannes erneut geheiratet haben, können sie sich auf sein Beispiel berufen."[6]
1534 starb auch Brandons zweiter Sohn Henry, Earl of Lincoln, im Alter von nur zehn oder elf Jahren. Brandon blieb dem König verbunden, er stand am Schafott bei der Hinrichtung von Anne Boleyn und führte Maßnahmen gegen die Pilgrimage of Grace. Die letzten Jahre verbrachte Suffolk ruhig und vermögend, Heinrich hatte ihm reichlich eingezogenes Kirchenvermögen übereignet. Die beiden Söhne seiner vierten Ehe, Henry und Charles, starben am 14. Juli 1551 am Englischen Schweiß.


Siehe auch: Haus Brandon
Darstellung in Film und Buch
Die Liebesgeschichte zwischen Charles Brandon und Mary Tudor und seine Freundschaft zu Heinrich VIII. regten vielfach zu Verfilmungen und Romanen an, ebenso taucht er als Nebencharakter in historischen Romanen und Filmen der Tudorzeit auf:
Belletristik
• Heinrich VIII. (Drama) von William Shakespeare, 1612/13
• English Adventures, by a Person of Honour, Novelle, vermutlich von Roger Boyle, in der Liebesgeschichten am Hof Heinrich VIII. erzählt werden, darin auch die fiktionale 'History of Brandon', Kurzzusammenfassung in Thomas Othway, Edgar Schumacer auf googlebooks, 1676
• When Knighthood was in Flower (Als das Rittertum in Blüte stand) von Charles Major, Online auf Archive.org zu lesen (englischsprachig), 1898
• Mary, Queen of France von Jean Plaidy, 1964
• The Reluctant Queen von Molly Costain Haycraft, 1974
• Princess of Desire von Maureen Peters, 1978
• The Secret Bride: In the Court of Henry VIII. von Diane Haeger, 2008
• Nebencharakter in Wolf Hall von Hilary Mantel, über das Leben Thomas Cromwells, das 2009 den Booker Prize gewann, 2009
Film
• Henry VIII., gespielt von Edward O'Neill, 1911
• When Knighthood Was in Flower, gespielt von Forrest Stanley, Schwarz-Weiß-Film, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Charles Major, 1922
• Eine Prinzessin verliebt sich (The Sword and the Rose), gespielt von Richard Todd, basiert ebenfalls auf dem Roman von Charles Major, 1953
• The Six Wives of Henry VIII - Catherine of Aragon, Fernsehserie, gespielt von Raymond Adamson, 1970
• Henry VIII and His Six Wives, gespielt von Brian Blessed, 1972
• The Famous History of the Life of King Henry the Eight, gespielt von Lewis Fiander, 1979
• Die Tudors, historische Fernsehserie, gespielt von Henry Cavill, 2007–2010
Literatur
• Gunn, Steven J.: Charles Brandon, Duke of Suffolk, C. 1484-1545 Blackwell Publishing, Williston 1988, ISBN 0631157816
Weblinks
• Kurzbiografie auf Luminarium.org (english)
• Charles Brandons Grab in der St. George's Chapel, Windsor (english)
Einzelnachweise
1 Tod Elizabeth Brandons In: George Edward Cokayne at al.:The Complete Peerage of England, Scotland, Ireland, Great Britain and the United Kingdom, Extant, Extinct or Dormant, Band II, 1910, S. 358.
2 Steven J. Gunn: Charles Brandon, Duke of Suffolk, C. 1484-1545 Blackwell Publishing, Williston 1988, S. 7
3 Steven J. Gunn: Charles Brandon, Duke of Suffolk, C. 1484-1545 Blackwell Publishing, Williston 1988, S. 55
4 Stammbaum der Brandons In: Starkey, David (Hg): Rivals in Power: Lives and Letters of the Great Tudor Dynasties Macmillan, London 1990, S. 39
5 Perry, Maria: The Sisters of Henry VIII: The Tumultuous Lives of Margaret of Scotland and Mary of France, Da Capo Press Edition, 2000, S. 136/154
6 [1] „On Sunday next the duke of Suffolk will be married to the daughter of a Spanish lady named lady Willoughby... The Duke will have done a service to the ladies who can point to his example when they are reproached, as is usual, with marryig again immediately after the death of their husbands. “ Brief des kaiserlichen Botschafters Chapuys an Karl V. vom 3. September 1533 In: 'Henry VIII: September 1533, 1-10', Letters and Papers, Foreign and Domestic, Henry VIII, Volume 6: 1533 (1882)
7 Stammbaum 'The Ducal Family' In: Gunn, Steven J.: Charles Brandon, Duke of Suffolk, c. 1484-1545 Blackwell Publishing, Williston 1988, S. 94
8 Sir Charles Brandon auf The History of Parliament, Zugriff am 30. August 2016 
Brandon, Herzog Charles (I8886)
 
33792 https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_III._(Rouen) Familie: Titularkönig von Navarra Anton (Antoine) von Bourbon (Vendôme) / Louise de La Béraudière du Rouhet (F6760)
 
33793 https://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_von_Savoyen

Charlotte von Savoyen (französisch Charlotte de Savoie, italienisch Charlotte di Savoia, * 11. November 1441;[1] † 1. Dezember 1483 auf Schloss Amboise) war durch Heirat mit Ludwig XI. von 1461 bis zu dessen Ableben im Jahr 1483 Königin von Frankreich. Bis zum Tod ihres Schwiegervaters Karl VII. teilte sie das Exil ihres Mannes in Brabant, ehe sie mit diesem nach Frankreich zurückkehren konnte. Ab Ende der 1460er Jahre lebte sie recht bescheiden und zurückgezogen im Schloss Amboise.

Familie
Charlotte war das sechste von insgesamt 18 Kindern des Herzogs Ludwig von Savoyen und dessen Frau Anne de Lusignan (1418–1462) aus der Familie der zypriotischen Ramnulfiden (Haus Lusignan). Sie hatte über ihre Eltern familiäre Verbindungen zum Königshaus von Zypern und dem Herrscherhaus von Burgund.

Charlotte heiratete am 9. März 1451 den französischen Kronprinzen Ludwig, der 1461 als Ludwig XI. König von Frankreich wurde. Mit ihm hatte sie sieben oder acht Kinder, von denen aber nur drei das Erwachsenenalter erreichten:[2]
• Joachim (* 15. Juli 1459;[3] † 29. November 1459)
• ein Kind (* Juli 1460; † 1460)[4]
• Anne (* April 1461; † 14. November 1522), ∞ 1474 Pierre de Beaujeu
• Jeanne (* 22. oder 23. April 1464; † 4. Februar 1505), ∞ 1476 Louis dʼOrléans, König von Frankreich
• François (*/† 4. Dezember 1466)
• Charles VIII. (* 30. Juni 1470; † 7. April 1498), König von Frankreich
• François (* 3. September 1472;[3] † Juli 1473)
In der Nouvelle histoire généalogique wird dem Königspaar zudem ein erster Sohn namens Ludwig zugeschrieben, der im Oktober 1458 in Genappe geboren worden sein soll.[5] Da aber keine Archivale bekannt ist, welche die Existenz dieses Kindes bestätigt, geht die neuere Forschung von einem Fehler der Autoren aus.

Leben
Ihre frühe Kindheit verbrachte Charlotte von Savoyen zwischen 1444 und 1447 gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Margarete und fünf Brüdern meist in Gaillard in der Nähe von Genf.[1][6] Ihre Eltern sah sie in jener Zeit kaum. Im Mai 1447 erfolgte dann ein Umzug nach Thonon-les-Bains.[6] Bereits im Alter von einem Jahr wurde Charlotte mit Friedrich, dem ältesten Sohn des sächsischen Kurfürsten Friedrich II., verlobt. Der entsprechende Heiratsvertrag datiert auf den 11. März 1443.[7] DiDieser Vertrag wurde aber aufgelöst, denn am 14. Februar 1451[7] unterzeichneten die Beauftragten des französischen Dauphins Ludwig und Vertreter des savoyardischen Herrscherhauses in Genf einen anderen Heiratsvertrag, der die Hochzeit Charlottetes mit dem Thronfolger Frankreichs vereinbarte. Eigentlich hätte Ludwig eine Schwester seiner ersten Frau Margarete von Schottland heiraten sollen, doch politische und finanzielle Gründe ließen ihn diese Vereinbarung aus seinem ersten Ehevertrag vergessen. Charlotte wurde mit einer Mitgift in Höhe von 200.00 Écus ausgestattet.[8] Im Gegenzug sicherte ihr Verlobter ihr bis zum Vollzug der Ehe eine Pension von 5000 Écus zu und sah für sie ein Wittum in Höhe von 10.000 Écus vor.[9][8] Ludwigs Vater, der französische König Karl VII., war jedoch strikt gegen diese Verbindung, denn er hielt die erst neunjährige Braut für zu jung und sah für das französische Königshaus keine politische Notwendigkeit für diese Ehe, weil schon Ludwigs Schwester Jolande mit Amadeus, dem ältesten Sohn des Herzogs von Savoyen, verlobt war.
Ludwig ließ sich jedoch nicht von seinen Heiratsplänen abbringen. Am 9. März 1451 heiratete Charlotte in der Kapelle des Schlosses Chambéry den wesentlich älteren französischen Thronfolger und wurde seine zweite Frau. Die Braut war erst neun, der Bräutigam 27. Mit Rücksicht auf das noch kindliche Alter Charlottes wurde mit dem Vollzug der Ehe aber bis 1457 gewartet.[10] Karl VII. versuchte noch, die Eheschließung zu verhindern, indem er einen Abgesandten nach Chambéry schickte, doch dieser vermochte nichts auszurichten. Das frisch vermählte Paar verließ Savoyen direkt nach der Hochzeit und nahm Residenz in Ludwigs Stammland, der Dauphiné.[11] Dort unterhielt Charlotte bereits einen kleinen eigenen Hofstatt, der mindestens 16  Personen[12] umfasste, in späterer Zeit aber beträchtlich anwuchs. Da ihr Mann aber weiterhin gegen seinen Vater opponierte, rückte dieser im Sommer 1456 mit Truppen auf die Dauphiné vor, und Ludwig floh ins Exil nach Brabant an den Hof Philippps des Guten. Seine jugendliche Frau ließ er zunächst in Frankreich zurück, ließ sie jedoch einige Wochen später folgen. Im Juli 1457 traf Charlotte ihren Mann in Namur wieder. Von dort begab sich das Paar nach Genappe in die Nähe von Brüssel und bezog die dortige Burg. Die beiden blieben dort bis zum Tod von Charlottes Schwiegervater und vertrieben sich die Zeit mit Jagden und Empfängen, um freundschaftliche Kontakte zu ortsansässigen Adeligen zu knüpfen.[13]
Als Ludwigs Vater im August 1461 verstorben war, begab sich Charlotte gemeinsam mit ihrem Mann nach Reims, um an der Krönung Ludwigs am 15. August dabei zu sein[14]. Sie selbst wurde an diesem Tag jedoch nicht gekrönt.[15] Es ist nicht einmal überliefert, ob Charlotte überhaupt zur Königin gesalbt wurde.[16] In den ersten Jahren nach seiner Thronbesteigung begleitete sie Ludwig oft auf seinen Reisen. Wenn sie nicht unterwegs war, hielt sie sich meist auf Schloss Amboise auf, der bevorzugten Residenz ihres Mannes, ehe er das Schloss Plessis-lès-Tours für sich entdeckte. Ab 1469 hielt sich Charlotte fast ausschließlich in Amboise auf, um sich dort um die Erziehung ihrer Töchter und anderer weiblicher Familienmitglieder zu kümmeern, denn viele Verwandte gaben ihre Töchter in die Obhut Charlottes. So wuchsen zum Beispiel ihre jüngeren Schwestern Maria und Bona am Hofe Charlottes auf, und auch ihre Nichten Anna und Luise erhielten eine Erziehung in Amboise.[17] Anfänglich sorgte sie auch für die Erziehung des Thronfolgers Karl, doch als dieser acht Jahre alt war, wurde er dem Einfluss seiner Mutter entzogen.[18] Er blieb zwar im gut bewachten Amboise, doch wuchs Karl anschließend unter der Aufsicht männlicher Erzieher auf. Den König sahen Charlotte und ihre Kinder nur noch bei seinen seltenen Besuchen in Amboise.[19]
Der Einfluss der Königin auf das politische und gesellschaftliche Geschehen in Frankreich war nur gering, denn Ludwig XI. war zeit seines Lebens darauf bedacht, mit niemandem seine Macht zu teilen. So spielte Charlotte zwar keine große Rolle in der Politik, war aber bei offiziellen Anlässen als Repräsentantin Frankreichs und des Königshauses zugegen. Außerdem fungierte sie regelmäßig als Unterhändlerin für Verwandte und Vermittlerin zwischen ihrem Mann und seinen zahlreichen Kontrahenten.[20] Als Ludwig im August 1483 starb, beanspruchte Charlotte mit Unterstützung ihres Schwagers François I. d’Orléans-Longueville, dem Ehemann ihrer Schwester Agnes, die Vormundschaft für ihren noch unmündigen Sohn Karl und trat damit in Konkurrenz zu ihrer eigenen Tochter Anne, die ebenfalls die Regentschaft für ihren noch nicht volljährigen Bruder ausüben wollte. Noch ehe der Konflikt zwischen den beiden Frauen beigelegt werden konnte, starb Charlotte von Savoyen nach nur dreimonatiger Witwenschaft am 1. Dezember 1483 in Amboise an einer Krankheit, von der kaum etwas bekannt ist. Weil die Chronisten berichteten, dass sie seit September an einem schlimmen Husten gelitten hat, wird vermutet, dass es sich um eine Lungenkrankheit gehandelt haben könnte.[21][22] Ihr wurde ein aufwändiges und kostspieliges Begräbnis zuteil, bei dem ihr Leichnam zuerst drei Tage lang öffentlich im Schloss Amboise aufgebahrt wurde, um anschließend noch einmal in einem geschlossenen Sarg in der Kirche Saint-Florentin aufgebahrt zu werden.[23] Das Gotteshaus wurde dafür zu einem großen Teil mit kostbaren schwarzen Stoffen ausgehangen und durch hunderte von Kerzen beleuchtet.[24] Am 10. Dezember[24] startete – begleitet von achcht Mönchen, 100 dafür bezahlten Klagenden, ihrem gesamten Hofstaat sowie weiblichen Verwandten  –[25] ihr Leichenzug nach Cléry (heute Cléry-Saint-André), wo Charlotte von Savoyen am 14. Dezember 1483 neben ihrem Mann in der Kirche Notre-Dame de Cléry beigesetzt wurde. Ihr Herz und ihre Eingeweide wurden in der Kirche Saint-Florentin in Amboise bestattet.[26]

Das Bild Charlottes in Forschung und Literatur
Zeitgenossen beschrieben Charlotte von Savoyen als klein und brünett sowie geduldig, zurückhaltend, bescheiden und sehr fromm.[27][28] Nach den moralischen Vorstellungen ihrer Zeit verbrachte sie ihr Leben geradezu vorbildhaft: tugendsam, ihrerem Ehemann treu ergeben und wohltätig.[29] Die Königin hatte ein großes Interesse für Malerei, Musik und Literatur. Ihr Vorliebe für Bücher schlug sich in einer über 100 Werke umfassenden persönlichen Bibliothek wieder, deren Großteil sich heute im Bestand der Bibliothèque nationale de France und im Musée Condé im Schloss Chantilly wiederfindet.[30][31]
In historiographischen Werken wurde Charlotte bis in das 19. Jahrhundert meist als verarmte und als von ihrem kontrollbesessenen Ehemann von der Öffentlichkeit isolierte Frau dargestellt. Dieses Bild wurde durch Brantômes Werk Vies des dames galantes et des dames illustres in Europa weiterverbreitet.[32] Die Darstellungen gelten heute jedoch als stark übertrieben.[31] Fakt ist, dass die Königin – genau wie Ludwig XI. selbst auch – ein sehr bescheidenes Leben führte. Zwar umfasste ihr Hofstaat im Jahr 1483 immerhin über 137 Personen, doch war dies im Vergleich zu anderen französischen Königinnen ein eher kleiner Haushalt.[17][32] Die Behauptungen, dass sie unter chronischer Geldnot litt und ein Leben in Armut fristen müsse, waren jedoch nicht wahr. Erhaltene Einnahmenaufstellungen zeigen, dass sie über eine jährliche Pension von mehr als 32.000 Livres verfügen konnte.[32] Nach dem Tod ihres Mannes standen Charlotte durch ihr großes Wittum sogar noch wesentlich mehr Einkünfte zur Verfügung. Trotzdem besaß die Königin bei ihrem Tod nur wenige wertvolle Schmuckstücke und hinterließ Schulden in Höhe von mindestens 7278 Livres.[33]



Literatur
• François Avril: Un portrait inédit de la reine Charlotte de Savoie. In: Études sur la Bibliothèque nationale et témoignages réunis en hommage à Thérèse Kleindienst, secrétaire général honoraire de la Bibliothèque nationale. Bibliothèque natioale, Paris 1985, S. 255–262.
• Nathalie Blancardi: Les petits princes. Enfance noble à la cour de Savoie (XVe siècle) (= Cahiers lausannois dʼhistoire médiévale. Band 28). Universität Lausanne, Lausanne 2001, ISBN 2-940110-41-7, S. 7, 64–65, 86, 103, 113, 269–270.
• Christian Bouyer: Dictionnaire des Reines de France. Perrin, Paris 1992, ISBN 2-262-00789-6, S. 228ff.
• Gilbert Coutaz: Ch. v. Savoyen. In: Lexikon des Mittelalters. Band 2. dtv, München 2002, ISBN 3-423-59057-2, Sp. 1370–1371.
• Murielle Gaude-Ferragu: «««««««« L’honneur de la reine »»»»»»»». La mort et les funérailles de Charlotte de Savoie (1er-14 décembre 1483). In: Revue historique. Nr. 652, 2009, ISSN 2104-3825, S. 779–804 (online).
• Christine Juliane Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. Rolle und Position der Königinnen und Mätressen am französischen Hof (1422–1483). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2012, ISBN 978-3-412-20879-0, S. 25–26, 34–35, 53–56, 69–76, 89–94, 11–116, 168–183, 192–195, 206–209, 217–219, 246–251 (Digitalisat bei De Gruyter (kostenpflichtig)).
• Anne-Marie Legaré: Charlotte de Savoie (v. 1442-1483). Aimoit fort la lecture et les livres… In: Christian Freigang, Jean-Claude Schmitt (Hrsg.): Hofkultur in Frankreich und Europa im Spätmittelalter. La culture de cour en France et en Euroe à la fin du Moyen Age. Akademie, Berlin 2005, ISBN 3-05-004105-6, S. 101–121 (auszugsweise bei Google Books).
• Gerd Treffer: Die französischen Königinnen. Von Betrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert). VMA, Wiesbaden 2001, ISBN 3-928127-80-2, S. 212–215.
• Alexandre Tuetey: Inventaire des biens de Charlotte de Savoie. In: Bibliothèque de l’École des chartes. Jg. 26, Reihe 6, Band 1. L. Herold & F. Amyot, Paris 1865, S. 338–366, 423–442 (Digitalisat).
Weblinks
 Commons: Charlotte von Savoyen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Materialsammlung zu Charlotte von Savoyen
• Informationen zu Charlotte von Savoyen auf der Website der Foundation for Medieval Genealogy
Fußnoten
1 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 34.
2 Angaben, sofern nicht anders angegeben, nach C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 69–73.
3 Angaben zu den Kindern Ludwigs XI. auf der Website der Foundation for Medieval Genealogy, Zugriff am 27. Januar 2016.
4 Charlotte hatte eine Tochter namens Louise, die aber schon kurz nach der Geburt verstarb. Es ist unklar, ob es sich bei ihr um das im Juli 1460 geborene Kind handelt oder ob Louise ein achtes Kind des Paars war. Vgl. C. J. Henzler: Die Fraun Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 70–71.
5 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 70, Anm. 163.
6 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 246, Anm. 52.
7 Informationen zu Charlotte von Savoyen auf der Website der Foundation for Medieval Genealogy, Zugriff am 27. Januar 2016.
8 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 168.
9 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 110.
10 A.-M. Legaré: Charlotte de Savoie (v. 1442-1483). 2005, S. 101.
11 Vgl. C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 192, Anm. 44. In älteren Publikationen wird oft behauptet, Charlotte sei vorerst noch in Savoyen geblieben.
12 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 89.
13 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 193.
14 Sylvia Jurewitz-Freischmidt: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Maitressen um den Lilienthron. 3. Auflage. Piper, München 2006, ISBN 3-492-23805-X, S. 76.
15 Angabe nach M. Gaude-Ferragu: «««««««« L’honneur de la reine »»»»»»»». 2009, S. 779. Im Gegensatz dazu gibt Gilbert Coutaz in seinem Artikel zu Charlotte von Savoyen im Lexikon des Mittelalters an, sie sei am gleichen Tag wie Ludwig XI. gekrönt wordn. Vgl. G. Coutaz: Ch. v. Savoyen. 2002, Sp. 1371.
16 M. Gaude-Ferragu: «««««««« L’honneur de la reine »»»»»»»». 2009, S. 779.
17 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 90.
18 Sylvia Jurewitz-Freischmidt: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Maitressen um den Lilienthron. 3. Auflage. Piper, München 2006, ISBN 3-492-23805-X, S. 101.
19 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 78.
20 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 179.
21 M. Gaude-Ferragu: «««««««« L’honneur de la reine »»»»»»»». 2009, S. 783.
22 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 35.
23 M. Gaude-Ferragu: «««««««« L’honneur de la reine »»»»»»»». 2009, S. 791.
24 M. Gaude-Ferragu: «««««««« L’honneur de la reine »»»»»»»». 2009, S. 792.
25 M. Gaude-Ferragu: «««««««« L’honneur de la reine »»»»»»»». 2009, S. 793.
26 M. Gaude-Ferragu: «««««««« L’honneur de la reine »»»»»»»». 2009, S. 789.
27 G. Coutaz: Ch. V. Savoyen. 2002, Sp. 1371.
28 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 25.
29 M. Gaude-Ferragu: «««««««« L’honneur de la reine »»»»»»»». 2009, S. 780.
30 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 206.
31 A.-M. Legaré: Charlotte de Savoie (v. 1442-1483). 2005, S. 104.
32 M. Gaude-Ferragu: «««««««« L’honneur de la reine »»»»»»»». 2009, S. 781.
33 C. J. Henzler: Die Frauen Karls VII. und Ludwigs XI. 2012, S. 114–115. 
von Savoyen, Charlotte (I9340)
 
33794 https://de.wikipedia.org/wiki/Château-du-Loir

Château-du-Loir war eine französische Gemeinde mit zuletzt 4750 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Sarthe und der Region Pays de la Loire. Sie war Hauptort des Kantons Château-du-Loir. Château-du-Loir ist ein Ortsteil der Gemeinde Montval-sur-Loir.
Benachbarte Gemeinden waren: Luceau, Flée, Vouvray-sur-Loir, Nogent-sur-Loir und Montabon. Château-du-Loir ist ein Weinbauort, dessen Weine zur Appellation Coteaux du Loir gehören.

Geschichte
Das Land zwischen Maine und Touraine hat über Jahrhunderte hinweg Begehrlichkeiten auf Seiten der französischen und englischen Könige ausgelöst, die in der Festung Château-du-Loir bis 1789 andauerten. Die Französische Revolution wiederum, während der die Stadt die Hälfte ihrer Einwohner verlor, erzeugte einen deutlichen Niedergang, der erst mit dem Bau der Eisenbahn und der Einrichtung eines Eisenbahndepots in Château-du-Loir ein Ende fand.
Während der Renaissance andererseits war Château-du-Loir der Treffpunkt der Männer der Pléiade: Pierre de Ronsard, der in der Kirche Saint Guingalois von 1569 bis 1585 Prior war, Racan de Bueil, die Brüder Lazarre, Jean-Antoine de Baïf, Joachim du Bellay und sogar gelegentlich Jacques Peletier du Mans.
Vor 1789 war Château-du-Loir Sitz eines königlichen Gouverneurs, dessen Gerichtsbezirk 78 Gemeinden umfasste, und damit eine der wichtigsten Städte der Provinz Maine.
Nachdem der letzte Herr von Château-du-Loir um 1095 ohne männliche Erben gestorben war, ging der Ort auf Gottfried V. Plantagenet (der hier am 11. September 1151 starb) und dessen Nachkommen über. 1161 wurde Château-du-Loir von Philipp August eingenommen und kam später an Guillaume des Roches, Seneschall von Anjou, Maine und Touraine, der 1219 die Abtei Bonlieu gründete. Die Königin Berengaria, Witwe von Richard Löwenherz, der Philipp August die Grafschaft Maine im Tausch gegen ihre Besitzungen in der Normandie gegeben hatte, trat dem Seneschall alle ihre Rechte als gräfliche Witwe ab, darunter auch die bezüglich Château-du-Loir und des Waldes von Bercé.
Im Mai 1337 ging Château-du-Loir an Philipp von Valois, der es für 31.000 Livres an den Grafen von Dreux verkaufte, später wurde der Ort als Apanage an Ludwig I. von Anjou gegeben, fiel dann unter König Ludwig XI. ein zweites Mal an die Krone zurück.
Der Hundertjährige Krieg sparte die befestigte Stadt nicht aus, die von den Engländern geplündert und zerstört wurde. Im 16. Jahrhundert erlebte Château-du-Loir einen erneuten Aufschwung und wurde ein wichtiges Zentrum der Leinweberei, der Spinnerei und der Gerberei.
Die Gemeinde Château-du-Loir wurde am 1. Oktober 2016 mit Montabon und Vouvray-sur-Loir zur neuen Gemeinde Montval-sur-Loir zusammengeschlossen.


Städtepartnerschaften
• Ganderkesee (Deutschland) seit 1979
• Westbury (Großbritannien) seit 2000
Persönlichkeiten
• Stéphane Petilleau (* 1971), Radrennfahrer
• Angélique Roujas (* 1974), Fußballspielerin
• Lionel Royer (1852–1926), Maler
Weblinks
Commons: Château-du-Loir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Website von Château du Loir 
von Château-du-Loir, Mathilde (I7162)
 
33795 https://de.wikipedia.org/wiki/Châtenois_(Adelsgeschlecht)

Châtenois (auch Haus Elsass) ist die Bezeichnung für die Familie der Herzöge von (Ober-)Lothringen von 1048 bis 1452.

Geschichte
Sie stammen in direkter (d.h. männlicher) Linie von den Matfrieden ab, eine ihrer Nebenlinien war die Familie der Grafen von Vaudémont, die das Herzogtum – nach dem kurzen Zwischenspiel durch das Haus Anjou – durch Erbschaft 1473 zurückerhielt (siehe auch Stammliste des Hauses Vaudémont).
Das Haus Châtenois ist somit ein Zwischenglied einer der ältesten dokumentierten und heute noch bestehenden Familien Europas, deren Bezeichnung seit der Mitte des 18. Jahrhunderts Habsburg-Lothringen ist.
Die Stammburg stand in Châtenois (Vosges).

Stammliste (Auszug)

Adalbert bis Friedrich I.
1 Gerhard II., Graf 1033, † 1044/45 aus der Familie der Matfriede; ∞ Gisela von Oberlothringen, Tochter von Dietrich I., Graf von Bar, Herzog von Oberlothringen
1 Adalbert, 1033 bezeugt, 1047 Herzog von Oberlothringen, X 11. November 1048 bei Thuin
2 Gerhard, 1033 bezeugt, 1048 Herzog von Oberlothringen, † um 14. April 1070 in Remiremont; ∞ Hadwide, † 28. Januar 1075/80
1 Dietrich II., 1065 bezeugt, 1070 Herzog von Lothringen, 1114 Markgraf, † 30. Dezember 1115; ∞ I 1079 Hedwig von Formbach, Tochter des Friedrich von Formbach und der Gertrud von Haldensleben, Witwe von Gebhard von Süpplingenburg, Mutter des Kasers Lothar III.; ∞ II 1095 Gertrud von Flandern, † 1115/26, Tochter von Tochter Robert der Friese, Graf von Flandern und Holland, Witwe von Heinrich III. Graf und Vogt von Brabant (Haus Flandern)
1 (I) Gertrud genannt Petronilla, † 23. Mai 1144; ∞ Florens II., Graf von Holland, † 1121 (Gerulfinger)
2 (I) Simon I., 1115 Herzog von Lothringen, † 13./14. Januar 1139, stiftet Abtei Stürzelbronn; ∞ Adelheid von Brabant, † 4. November kurz nach 1158, Tochter von Graf Heinrich III. und Gertrud von Flandern (Reginare)
1 Agathe, 1130/48 bezeugt; ∞ Rainald III., Graf von Mâcon, Graf von Burgund, † 1148/49 (Haus Burgund-Ivrea)
2 Hadwide, 1128/49 bezeugt, ∞ Friedrich II., Graf von Toul, 1112/42 bezeugt
3 Matthäus I., Herzog von Lothringen, † 1176, stiftet Abtei Clairlieu; ∞ Bertha von Schwaben, † 1194/95, Tochter von Friedrich II., Herzog von Schwaben (Staufer)
1 Simon II., Herzog von Lothringen, † 1206; ∞ I Agnes von Veldenz, Tochter von Gerlach I., Graf von Veldenz; ∞ II Ida von Vienne, † 1224, Tochter von Gerald I., Graf von Mâcon und Vienne.
2 Friedrich I., † 1206, Herr von Bitsch, Gerbéviller, Ormes, 1196 Herzog von Bitsch; ∞ Ludmilla von Polen, † vor 1211, Tochter von Mieszko III., Fürst von Großpolen (Piasten) – Nachkommen siehe unten
3 Matthäus, † 1208, Graf von Toul – Nachkommen, † Anfang des 14. Jahrhunderts
4 Dietrich, † 1181, Elekt von Metz 1174–1179
5 Alix, † 1200; ∞ Hugo III., Herzog von Burgund, † 1192 (Älteres Haus Burgund)
6 Judith, † 1170/3; ∞ Stephan II. (Étienne II.), Graf von Auxonne, † nach 1173 (Haus Burgund-Ivrea)
4 Robert, 1194 Herr zu Flörchingen (Florange), † vor 1208; ∞ Euphemia – Nachkommen, † 1412/20
3 (II) Dietrich, 1128 Graf von Flandern, † 1168; ∞ Swanhilde, † 1132; ∞ II Sibylle von Anjou, † 1165, Tochter von Fulko, König von Jerusalem
1 (I) Lauretta, † wohl 1175; ∞ I Iwan, Graf von Aalst, † 1145; ∞ II Heinrich II., Graf von Limburg, † 1167; ∞ III Raoul I. Graf von Vermandois, † 1152 (Haus Frankreich-Vermandois); ∞ IV Heinrich IV. der Blinde, Graf von Luxemburg, † 1196
2 (II) Philipp I., Grafvon Vermandois und Flandern, Regent von Frankreich, † 1191; ∞ I Mabile, Gräfin von Vermandois, Valois etc., † 1183, Tochter von Graf Raoul I. (Haus Frankreich-Vermandois); ∞ II Mathilde (Therese) von Portugal, † 1218, Tocter von Alfons I., König von Portugal
1 Dietrich von Flandern (unehelich) 1197/1207 bezeugt, Prätendent von Zypern; ∞ NN, genannt „La Damsel de Chypre“, † nach 1204, Tochter von Isaakios Dukas Komnenos, Kaiser auf Zypern
3 (II) Matthäus, † 1173, Graf von Boulogne; ∞ I Marie de Boulogne, Tochter von Stephan von Blois, König von England (Haus Blois); ∞ II Eleonore von Vermandois, † nach 1221, Tochter von Graf Raoul I.
1 Ida, † 1216 Gräfin von Boulogne; ∞ I Matthäus, 1194 bezeugt; ∞ II Gerhard von Geldern, † kurz vor 1181; ∞ III Berthold IV., Herzog von Zähringen, † 1186; ∞ IV Renaud Graf von Dammartin und Boulogne, † 1227 (Haus Mello)
2 Mathilde, † um 1211; ∞ Heinrich I., Herzog von Brabant, † 1235
4 (II) Peter, † 1176, 1167 Elekt von Cambrai, Graf von Nevers; ∞ Mathilde von Burgund, † 1192, Tochter von Raimund, Witwe von Eudes III. von Issoudun und Guido, Graf von Nevers, heiratet in vierter Ehe Robert II., Graf von Dreux.
1 Sibylle, † nach 1236, Erbin von Saint-Vaast, Lillers und Vladslo; ∞ Robert I. de Wavrin, Seneschall von Flandern, † 1192/97
5 (II) Gertrude; ∞ I Humbert III. Graf von Savoyen, † 1189; ∞ II Hugues III. d’Oisy, † vor 1182
6 (II) Margarete I., † 1194, Gräfin von Flandern; ∞ I Raoul II., Graf von Vermandois; ∞ II Balduin V., Graf von Hennegau, Markgraf von Namur, Graf von Flandern, † 1195
7 (II) Mathilde, Äbtissin von Fontevrault
4 (II) Heinrich, † 7. Juni 1165, Bischof von Toul 1126–1165
2 Gerhard I., 1073 Graf von Vaudémont – Nachkommen † 1346
3 Gisela, um 1079/1114 Äbtissin von Remiremont
4 Beatrix, 1102/17 bezeugt; ∞ Stephan I. Tollkopf, Graf von Vienne und Mâcon, † 1102 (Haus Burgund-Ivrea)
3 Oda, 1048/70 Äbtissin von Remiremont

Friedrich I. bis Friedrich IV.
1 Friedrich I., † 1206, Herr von Bitsch, Gerbéviller, Ormes, 1196 Herzog von Bitsch; ∞ Ludmilla von Polen, † vor 1211, Tochter von Mieszko III., Fürst von Großpolen (Piasten) – Vorfahren siehe oben
1 Friedrich II. (Ferry), Herzog von Lothringen, † 1213; ∞ Agnes von Bar, Tochter von Theobald I., Graf von Bar und Luxemburg, † 1226 (Haus Scarponnois)
1 Theobald I., Herzog von Lothringen, † 1220; ∞ I Gertrud von Dagsburg, † vor 1225, Tochter von Graf Albrecht II.
2 Matthäus II., Herzog von Lothringen, † 1251; ∞ Katharina von Limburg, † 1255, Tochter von Herzog Walram IV. und Emesinde, Gräfin von Luxemburg
1 Friedrich III. (Ferry), Herzog von Lothringen, † 1303; ∞ Margarete von Champagne, † 1307, Tochter von Theobald I. König von Navarra, Graf von Champagne (Haus Blois)
1 Matthäus, † 1282; ∞ Alix von Bar, Tochter von Graf Theobald II., † 1307 (Haus Scarponnois)
2 Theobald II., Herzog von Lothringen, † 1312; ∞ Isabelle de Rumigny, † nach 1325, Tochter von Hugues II.
1 Friedrich IV. (Ferry), Herzog von Lothringen, † 1329; ∞ Isabella von Österreich, † 1353, Regentin von Lothringen 1329–1331, Tochter von König Albrecht I. (Habsburg) – Nachkommen siehe unten
2 Matthäus, † wohl 1330, Herr von Warsberg, Darney, Boves und Blainville; ∞ Mathilde de Dampierre, † nach 1331, Tochter von Robert de Béthune, Graf von Flandern (Haus Dampierre)
3 Hugo, † nach 1337, Herr von Rumigny, Martigny und Aubenton
4 Margareta, † 1348/49; ∞ I Guy de Dampierre, Graf von Seeland, † 1311 (Haus Dampierre)
3 Friedrich (Ferry), † 1299, vor 1280 Elekt von Auxerre, 1296 Elekt von Metz, 1297–1299 Bischof von Orléans
4 Friedrich (Ferry), † 1317/20, Herr von Plombières, Romont und Brémoncourt – Nachkommen † um 1320
5 Isabelle, † 1335; ∞ Ludwig III., Herzog von Bayern, † 1290 (Wittelsbacher)
6 Katharina, † nach 1316; ∞ Konrad II. Graf von Freiburg, † 1350
7 Agnes, ∞ Jean II. d‘Harcourt, genannt Le Preux, Marschall von Frankreich, Admiral von Frankreich, † 1302
8 Johann von Lothringen (unehelich) genannt Jean de Neuviller und Jean de Toul, † 1295 – Nachkommen † um 1400
2 Isabella, † 1266; ∞ I Wilhelm IV. von Vienne, † 1255 (Haus Burgund-Ivrea); ∞ II Johann I. von Chalon, Graf von Auxerre, † 1307 (Haus Chalon)
3 Jakob, † 1260, 1239–60 Bischof von Metz
4 Reinald, † 1274, Herr von Stenay und Bitsch, Graf von Blieskastel; ∞ Elisabeth Gräfin von Blieskastel, † 1273, Tochter von Graf Heinrich
5 Laurette; ∞ Simon III., Graf von Saarbrücken, † vor 1240
6 Alix, † 1242; ∞ Werner I. Graf von Kyburg, † 1228;
2 Matthäus, † 1217, 1198/um 1107 Elekt von Toul
3 Heinrich, Herr von Bayon – Nachkommen die Herren von Le Chastelet † 1667
4 Dietrich, Herr von Antigny – Nachkommen † vor 1390
5 Philipp, † vor 1240, Herr von Gerbéviller, Damelevières und Blainville
6 Judith, † nach 1242; ∞ Heinrich III. Graf von Salm, † 1246 (Wigeriche)
7 Kunigunde, † vor 1213; ∞ Walram IV., Herzog von Limburg, † 1226
8 Hedwig, † nach 1228; ∞ Heinrich I., Graf von Zweibrücken, † 1228
9 Tochter, 1209–1233 Äbtissin von Remiremont
10 Agathe, † 1242, 1232 Äbtissin von Remiremont

Friedrich IV. bis René II.
1 Friedrich IV. (Ferry), Herzog von Lothringen, † 1329;
2 ∞ Isabella von Österreich, † 1353, Regentin von Lothringen 1329–1331, Tochter von König Albrecht I. (Habsburg) – Vorfahren siehe oben
1 Rudolf (Raoul), Herzog von Lothringen, † 1346 in der Schlacht bei Crécy;
2 ∞ I Aliénor von Bar, † 1333, Tochter von Eduard I., Graf von Bar (Haus Scarponnois);
3 ∞ II Marie de Châtillon, genannt Marie de Blois, † 1363, Regentin von Lothringen 1346, Tochter von Guy I. de Châtillon, Graf von Blois und Dunois (Haus Châtillon)
1 (II) Johann I., Herzog von Lothringen, † 1390;
2 ∞ Sophie von Württemberg, † 1369, Tochter von Eberhard II. der Greiner, Graf von Württemberg (Haus Württemberg)
1 Karl II.[1], Herzog von Lothringen, † 1431; ∞ Margarete von der Pfalz, † 1434, Tochter von König Ruprecht (Wittelsbacher)
1 Isabella, † 1453; ∞ René d’Anjou, † 1480, Graf von Guise, Graf von Bar, Herzog von Lothringen etc. (Jüngeres Haus Anjou)
2 Katharina, † 1439; ∞ Jakob I. Markgraf von Baden, † 1453 (Zähringer)
3 Ferry de Lorraine (Mutter: Alison du May) † 1453/56, Herr von Villacourt, Vaxoncourt, Pallegney und Zincourt – Nachkommen † nach 1717
4 Jean Bâtard de Lorraine (Mutter: Alison du May) † wohl 1460, Herr von Darnieulles – Nachkommen † 1546
2 Friedrich (Ferry) I., X 1415 in der Schlacht von Azincourt, Herr von Rumigny, Boves, Aubenton, 1394 Graf von Vaudémont;
3 ∞ Margarete von Joinville, 1415 Gräfin von Vaudémont, † 1417, Tochter von Henri, Sire de Joinville; – Nachkommen siehe Haus Vaudémont
4 Isabelle, † nach 1423; ∞ Enguerrand VII. de Coucy, Earl of Bedford, Graf von Soissons, † 1397 (Haus Gent)
3 (unehelich) Aubert Bâtard de Lorraine, 1346/1406 bezeugt – Nachkommen die Herren von Essey, † nach 1474
4 Margarete, † nach 1376;
5 ∞ I Jean de Chalon, Herr von Auberive, † 1360 (Haus Burgund-Ivrea);
6 ∞ II Konrad Graf von Freiburg, Herr von Romont, † vor 1362;
7 ∞ III Ulrich IV. Herr von Rappoltstein, † 1377 
von Lothringen, Herzogin Alix Berta (I908)
 
33796 https://de.wikipedia.org/wiki/Chaworth de Chaworth, Maud (Matilda) (I8948)
 
33797 https://de.wikipedia.org/wiki/Chiemgau von Burghausen-Schala (Tengling) (Sieghardinger), Graf Sieghard IX. (I21124)
 
33798 https://de.wikipedia.org/wiki/Childebert_III.

Childebert III. (* um 678/679; † 711 vor dem 2. März) war Frankenkönig von 694 bis 711 aus dem Geschlecht der Merowinger. Er war der Sohn von Theuderich III. und der Chrodechild.
694 folgte er seinem Bruder Chlodwig III. auf dem Thron. Er war aber vermutlich wie seine Vorgänger nur noch de iure König des Frankenreiches, tatsächlich herrschte der mächtige Hausmeier und princeps francorum Pippin der Mittlere. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern und Nachfolgern wurde Childebert in Choisy-au-Bac bei Compiègne beerdigt und nicht in der Merowinger-Grablege, der Basilika Saint-Denis.
Kurz vor seinem 16. Geburtstag wurde er mit „einer Frau fränkischen Ursprungs, vom Herzog Adalrich (Eticho?) wegen ihrer übertriebenen Unkeuschheit verstoßen“, verheiratet.[1] Über diese Frau, die Mutter seiner Kinder, ist aber weiter nichts bekannt (siehe auch: Falsche Merowinger). Seine Kinder sind Dagobert III. und (vermutlich) Chlothar IV.
Auch über eine politische Tätigkeit Childeberts ist nichts Konkretes bekannt. Allerdings nennt ihn der Liber Historiae Francorum („Frankenchronik“) von 727 einen vir inclytus („berühmter Mann“) und bonae memoriae gloriosus dom(i)nus Childebertuus rex iustus („der ruhmreiche Herr guten Andenkens Childebert, der gerechte König“).[2] Wie es zu diesem ungewöhnlichen Urteil kam – die übrigen späten Merowinger werden vom Liber Historiae Francorum nie in vergleichbarer Weise beschrieben – isist bislang völlig ungeklärt. Gleiches gilt für die Frage, wieso dem König die Beisetzung in der Familiengrabstätte der Merowinger verwehrt wurde. Nach Ansicht einiger Gelehrten begehrte Childebert 698, anlässlich der Feierlichkeiten nach Pippins Sieg über den Friesen Ratbod, gegen den Hausmeier auf. Dieser Versuch einer Emanzipation schlug offenbar fehl, und Childebert wurde anschließend, wie es heißt, bis zu seinem Tode in einem Adelshof bei Compiègne interniert, was die Wahl des Ortes seiner Beisetzung erklären würde.
Auguste Trognon übersetze 1825 alte, lateinisch verfassten Manuskripte aus der Abtei Saint-Julien in Brioude ins Französische. Eines davon befasst sich mit dem kompletten Leben Childeberts III.


Einzelnachweise
1 Manuscrits de l'ancienne Abbaye de Saint-Julien à Brioude, Seconde Partie: le livre des gestes du Roi Childebert III, S. 242.
2 Monumenta Germaniae Historica, Scriptores rerum Merovingicarum, Bd. II, S. 323–324.
Literatur
• Dieter R. Bauer, Rudolf Histand, Brigitte Kasten, Sönke Lorenz: Mönchtum – Kirche – Herrschaft 750–1000. Josef Semmler zum 65. Geburtstag. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1998, ISBN 3-7995-7140-X.
• Felix Dahn: Childebert III. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 47, Duncker & Humblot, Leipzig 1903, S. 472 f.
• Felix Dahn: Die Völkerwanderung. Germanisch-romanische Frühgeschichte Europas. Kaiser Verlag, Klagenfurt 1977, ISBN 3-7043-3060-4.
• Eugen Ewig: Die Merowinger und das Frankenreich. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1993, ISBN 3-17-012557-5 (Urban-Taschenbücher 392).
• Rudolf Schieffer: Die Karolinger. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1992, ISBN 3-17-010759-3 (Kohlhammer-Urban-Taschenbücher 441).
• Monumenta Germaniae Historica, Scriptores rerum Merovingicarum, t. II, pp. 215–328 (Liber Historiae Francorum).
• Auguste Trognon: Manuscrits de l'ancienne Abbaye de Saint-Julien à Brioude, Seconde Partie: le livre des gestes du Roi Childebert III. 1825, Editions Brière, Paris, pp. 15–422, im Besitz der bayerischen Staatsbibliothek. 
von Neustrien (Merowinger), Childebert III. (I2396)
 
33799 https://de.wikipedia.org/wiki/Childerich_II.

Childerich II. (* um 655; † Herbst 675) war ein merowingischer Frankenkönig von 662 bis 675 in Austrasien, zwischen 673 und 675 des Gesamtreiches.

Childerich war der jüngere Sohn des Frankenkönigs Chlodwig II. und der Balthild. Im Zeitraum zwischen dem 18. Oktober und dem 9. Dezember 662 ehelichte er Bilichild, Tochter des Königs Sigibert III. Der Ehe entsprangen um 670 die beiden Söhne Dagobert und Chilperich II.
Nach dem Tod des Pippiniden Childebertus adoptivus im Jahr 662 wurde Childerich II. zum König im Osten des Merowingerreiches (Austrasien) erhoben; allerdings stand er unter der Vormundschaft seiner Tante und späteren Schwiegermutter Chimnechildld, der Witwe Sigiberts III. sowie des Hausmeiers Wulfoald. Der Wechsel ging friedlich vor sich, die Großen des Reiches begrüßten wohl das Ende des Intermezzos der Pippiniden. Die darauf folgenden Handlungen, Schenkungen und Verfügungen richteten sich recht eindeutig gegen die Pippiniden und Arnulfinger. Als sein Bruder Chlothar III. 673 starb, wurde Childerich von der neustrischen Opposition gegen seinen vom Hausmeier Ebroin ausgerufenen anderen Bruder Theuderich III. nach Neustrien gerufen. Childerich setzte sich durch, Ebroin und Theuderich wurden ins Kloster verbannt und das Reich wurde noch einmal für kurze Zeit auch faktisch von einem Merowinger regiert.
Doch bereits kurz darauf, im Herbst 675, fiel Childerich zusammen mit seiner schwangeren Ehefrau und seinem Sohn Dagobert einem Mordkomplott zum Opfer. Grund waren Streitigkeiten zwischen der neustrischen und der austrasischen Partei am Königshoof. Childerichs damals etwa fünfjähriger zweiter Sohn Chilperich wurde, wie damals üblich, ins Kloster verbannt. Dort lebte er als „Bruder Daniel“ bis 715, um anschließend von Gegnern der Arnulfinger als Marionette auf den Merowingerthron gesetzt zu werden.
Childerich wurde ebenso wie seine Ehefrau in St. Germain-des-Prés in Paris begraben.



Literatur
• Eugen Ewig: Die Merowinger und das Frankenreich (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 392). 4. ergänzte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2001, ISBN 3-17-017044-9
• Pierre Riché: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1991, ISBN 3-423-04559-0.
• Rudolf Schieffer: Die Karolinger (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 441). Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1992, ISBN 3-17-010759-3.
• Reinhard Schneider: Königswahl und Königserhebung im Frühmittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern (= Monographien zur Geschichte des Mittelalters. Bd. 3). Hirsemann, Stuttgart 1972, ISBN 3-7772-203-5 (Zugleich: Berlin, Freie Universität, Habilitations-Schrift, 1970/71).
• Erich Zöllner: Geschichte der Franken bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts. Auf der Grundlage des Werkes von Ludwig Schmidt unter Mitwirkung von Joachim Werner neu bearbeitet. Beck, München 1970, ISBN 3-406-02211-1. 
aus Burgund, Liuthericus (I6829)
 
33800 https://de.wikipedia.org/wiki/Childerich_II.

Childerich II. (* um 655; † Herbst 675) war ein merowingischer Frankenkönig von 662 bis 675 in Austrasien, zwischen 673 und 675 des Gesamtreiches.

Leben
Childerich war der jüngere Sohn des Frankenkönigs Chlodwig II. und der Balthild. Im Zeitraum zwischen dem 18. Oktober und dem 9. Dezember 662 ehelichte er Bilichild, Tochter des Königs Sigibert III. Der Ehe entsprangen um 670 die beiden Söhne Dagobert und Chilperich II.
Nach dem Tod des Pippiniden Childebertus adoptivus im Jahr 662 wurde Childerich II. zum König im Osten des Merowingerreiches (Austrasien) erhoben; allerdings stand er unter der Vormundschaft seiner Tante und späteren Schwiegermutter Chimnechildld, der Witwe Sigiberts III. sowie des Hausmeiers Wulfoald. Der Wechsel ging friedlich vor sich, die Großen des Reiches begrüßten wohl das Ende des Intermezzos der Pippiniden. Die darauf folgenden Handlungen, Schenkungen und Verfügungen richteten sich recht eindeutig gegen die Pippiniden und Arnulfinger. Als sein Bruder Chlothar III. 673 starb, wurde Childerich von der neustrischen Opposition gegen seinen vom Hausmeier Ebroin ausgerufenen anderen Bruder Theuderich III. nach Neustrien gerufen. Childerich setzte sich durch, Ebroin und Theuderich wurden ins Kloster verbannt und das Reich wurde noch einmal für kurze Zeit auch faktisch von einem Merowinger regiert.
Doch bereits kurz darauf, im Herbst 675, fiel Childerich zusammen mit seiner schwangeren Ehefrau und seinem Sohn Dagobert einem Mordkomplott zum Opfer. Grund waren Streitigkeiten zwischen der neustrischen und der austrasischen Partei am Königshoof. Childerichs damals etwa fünfjähriger zweiter Sohn Chilperich wurde, wie damals üblich, ins Kloster verbannt. Dort lebte er als „Bruder Daniel“ bis 715, um anschließend von Gegnern der Arnulfinger als Marionette auf den Merowingerthron gesetzt zu werden.
Childerich wurde ebenso wie seine Ehefrau in St. Germain-des-Prés in Paris begraben.



Literatur
• Eugen Ewig: Die Merowinger und das Frankenreich (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 392). 4. ergänzte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2001, ISBN 3-17-017044-9
• Pierre Riché: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1991, ISBN 3-423-04559-0.
• Rudolf Schieffer: Die Karolinger (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 441). Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1992, ISBN 3-17-010759-3.
• Reinhard Schneider: Königswahl und Königserhebung im Frühmittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern (= Monographien zur Geschichte des Mittelalters. Bd. 3). Hirsemann, Stuttgart 1972, ISBN 3-7772-203-5 (Zugleich: Berlin, Freie Universität, Habilitations-Schrift, 1970/71).
• Erich Zöllner: Geschichte der Franken bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts. Auf der Grundlage des Werkes von Ludwig Schmidt unter Mitwirkung von Joachim Werner neu bearbeitet. Beck, München 1970, ISBN 3-406-02211-1. 
Austrasien (Merowinger), König Childerich II. (I7973)
 

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