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34151 https://de.wikipedia.org/wiki/Gaston_IV._(Foix)

Gaston IV. (* 1423; † 25. Juli 1472 in Roncevalles) war von 1436 bis zu seinem Tod Graf von Foix und Bigorre, Vizegraf von Béarn, Marsan, und Castelbon sowie Co-Herr von Andorra. Durch Kauf war er seit 1447 auch Vizegraf von Narbonne. Er war der älteste Sohn seines Vorgängers Graf Johann I. und dessen Ehefrau Jeanne d’Albret.

Im Dienst einer Krone
Nach dem Tod seines Vaters am 4. Mai 1436 trat Gaston dessen umfangreiches Erbe, welches sich hauptsächlich am Nordhang der Pyrenäen befand, an. Er war damit neben dem Grafen von Armagnac einer der mächtigsten Feudalherren in Südfrankreich. Für die ersten Jahre seiner Regentschaft führte aufgrund von Gastons Unmündigkeit dessen Onkel Graf Mathieu de Comminges die Regierung für ihn.
Ab dem Jahr 1439 beteiligte sich Gaston im Dienste der französischen Krone am Hundertjährigen Krieg gegen England. Dabei wurde er zum Generalleutnant des französischen Heeres in der Guyenne ernannt, nachdem er dort 1442 Tartas, 1449 Mauléon sowie die Städte Saint-Sever und L’Isle-en-Dodon erobern konnte. Im Jahr 1451 half er dem Bastard von Orléans bei der Eroberung von Dax, Bayonne und Bordeaux und am 17. Juli 1453 nahm er an der siegreichen Schlacht von Castillon teil, der letzten großen Schlacht des Hundertjährigen Krieges, in welcher der englische Feldherr John Talbot getötet wurde. Danach nahm Gaston noch einige Städte in der Gascogne ein, wo er bei der Übergabeverhandlung für Cadillac beinahe von dem befehlshabenden Kommandanten der Stadt ermordet wurde, doch Gaston kam mit leichten Verletzungen davon.
Im Jahr 1462 betraute der König von Frankreich ihn mit der Führung eines Heereszuges nach Aragon. Dort sollte Gaston die in Girona vom Grafen von Pallars belagerte Königin Juana Enríquez und deren Sohn Prinz Ferdinand befreien. Ein Auftrag, den Gaston erfolgreich ausführen sollte.
Für seine treuen Dienste wurde Gaston reich belohnt, schon 1458 wurde er für die Grafschaft Foix mit der Würde eines Pairs von Frankreich ausgestattet, im selben Jahr wurde außerdem sein ältester Sohn mit einer Tochter König Karls VII. verlobt. Nach der erfolgreichen Mission nach Aragon bekam er auch die Herrschaft über die Stadt Carcassonne übertragen. Eine Ironie der Geschichte - hatten Gastons Urahnen einst auf den Besitz dieser Stadt verzichten müssen.

Im Kampf um eine Krone
Gaston war seit 1436 mit der aragonesischen Infantin Eleonore verheiratet. Diese war das jüngste Kind des Königs Johann II. von Aragon und dessen Ehefrau Königin Blanka von Navarra. Gaston unterstützte die Bestrebungen seiner Frau die Königswürde in Navarra zu erringen. Eigentlich wäre Eleonores älterer Bruder Carlos de Viana (Carlos IV.) seit dem Tod ihrer Mutter 1441 der rechtmäßige König gewesen, doch beider Vater König Johann usurpierte den Thron in Pamplona und enthielt diesen seiinem Sohn vor, angeblich weil dieser eine Ermordung des Vaters geplant habe. Gaston half nun seinem Schwiegervater im Bürgerkrieg gegen Prinz Carlos und wurde dafür belohnt, als im Vertrag von Barcelona am 3. Dezember 1455 die Erbfolgeregelung in Navarra zugunsten seiner Ehefrau und ihrer Kinder festgelegt wurde.
Carlos de Viana starb 1461, vermutlich durch Gift, womit nun rein erbrechtlich Eleonores ältere Schwester Blanca (Blanka II.) in der Thronfolge aufgerückt wäre, doch auch ihr wurde der Thron verwehrt, stattdessen soll beider Vater König Johann sseiner jüngsten Tochter die Erlaubnis gegeben haben, die Schwester in ein Gefängnis wegzusperren. Blanka starb darin wenig später. So wurde Eleonore endgültig die unangefochtene Anwärterin auf den Thron von Navarra, wo sie und Gaston bereits als Stellvertreter König Johanns die Regierung ausübten. Das Haus Foix sollte so nach über vierhundert Jahren seines Bestehens zu königlichen Würden aufsteigen, wenn auch das navarresische Königtum schon zu dieser Zeit ein Spielball der umliegenden Mächte war.

Für und wider die Krone
Als Motiv für das Handeln des aragonesischen Königs wird allgemeinhin das reiche Erbe des Hauses Foix angesehen, das der Aragonese durch eine enge familiäre und politische Bindung an sich ziehen wollte, was aber nur auf Kosten von Frankreichs Macht in der Pyrenäenregion zu bewerkstelligen gewesen wäre. Foix, welches fast den gesamten Nordhang der Pyrenäen beherrschte, wäre dadurch zu einem Pufferstaat für Aragon geworden. Gaston aber dachte nicht daran, sein gutes Verhältnis zu Frankreich zugunsten einer einseitigen Politik pro Aragon aufzugeben, gerade weil das aus dem Hundertjährigen Krieg siegreich hervorgegangene Frankreich die nun dominierende Macht Westeuropas war, deren Gegnerschaft sich das Haus Foix nicht leisten konnte.
Stattdessen blieb Gaston weiterhin ein treuer Diener des französischen Königs, den er in den letzten Kriegsjahren gegen England unterstützt hatte und so die bereits oben genannten Gunstbeweise von ihm empfang. Auch wahrte Gaston 1462 seine Neutralität, als König Ludwig XI. von Frankreich die politischen Unruhen in Aragon ausnutzte und das Roussillon und die Cerdanya besetzte. Während des Aufstandes der Ligue du Bien public 1465 gehörte Gaston zu den wenigen Verbündeten des Königs und unterstützte diesen im Kampf gegen Herzog Johann II. von Bourbon.
Doch auch Gaston zog sich die Feindschaft Ludwigs XI. auf sich, als er 1469 seine Tochter mit dem mächtigen Grafen von Armagnac verheiratete und damit vom Standpunkt des Königs aus zu einer zu machtvollen Gefahr für die königliche Autorität im Süden Frankreichs wurde. Diesen Bruch nutzte auch Gastons Schwiegervater Johann II. von Aragon aus, um diesen des Statthalterpostens in Navarra zu entsetzen, welcher an Gastons ältesten Sohn, der sich ebenfalls gegen den Vater gestellt hatte, übergeben wurde. Nach dem Tode Gastons de Viana in einem Turnier 1470 übernahm der König von Aragon selbst die Herrschaft in Navarra und entzog Gaston auch die Vormundschaft über seine Enkelkinder. In dieser Situation suchte Gaston ein engeres Bündndnis zum Prinzen Karl, duc de Berry, der sich im ständigen Aufstand gegen seinen königlichen Bruder befand. Ebenfalls verband sich Gaston mit dem revoltierenden Herzog von der Bretagne, dem er seine Tochter Marguerite zur Frau gab. Doch bevor es zum bewaffneten Zusammenstoß kam, brach die Revolte zusammen, nachdem Prinz Karl am 12. Mai 1472 in Bordeaux vergiftet wurde.

Tod und Fazit
Wenige Wochen später, am 9. Juli 1472, verstarb auch der Graf von Foix im Alter von beinahe 50 Jahren nach einer Krankheit. Da sein Schwiegervater noch lebte, blieb es Gaston zeit seines Lebens verwehrt, als Ehemann Eleonores die Mitkönigskrone von Navarra zu tragen.
Gaston IV. war das letzte bedeutende Oberhaupt eines der ruhmreichsten Adelsgeschlechter des französischen Mittelalters. Er konnte den Fortbestand des Erbes seiner Vorfahren bewahren und im Spannungsfeld zwischen Frankreich und Spanien weiter ausbauen. So sicherte er seiner Familie die Nachfolge in der navarresischen Königswürde, erwarb durch Kauf auch die Vizegrafschaft von Narbonne und erlangte durch die Verleihung der Pairswürde an sein Haus dessen hochadlige Anerkennung in der französischen Feudalwelt. Neben dem Königshaus und den Häusern Bourbon und Albret gehörte das Haus Foix seiner Zeit zu den letzten Vertretern der mittelalterlich-feudalen Ordnung, welche in Frankreich schon bald durch den Absolutismus abgelöst werden sollte.
Die Nachfolge von Gastons unmündigen Enkelsohn Franz Phoebus aber bedeutete zugleich auch das Ende seines Hauses. Denn nach dessen schnellem Tod nur zehn Jahre später, fiel das reiche Erbe von Foix an das Haus Albret, einem aus der Gascogne stammenden Geschlecht. Und weitere zwei Generationen später sollten dessen Besitzungen an die Bourbonen fallen und mit der Thronbesteigung deren Oberhauptes 1589 schließlich mit der französischen Krondomäne vereint werden.
Gaston war auch der letzte Graf, der den Stammsitz seiner Familie, die Burg von Foix, baulich erweitern ließ, indem er der Burg durch die Errichtung des dritten Turmes, dem tour ronde (der runde Turm, im Bild rechts), ihr heutiges Aussehen verlieh.

Ehe und Nachkommen
Graf Gaston IV. war seit dem 30. Juli 1436 verheiratet mit der Infantin Eleonore (Leonor) (* 2. Februar 1425; † 12. Februar 1479 in Tudela), einer Tochter König Johanns II. von Aragon und der Königin Blanka von Navarra. Beider Kinder waren:
• Gaston (* 1444; † 1470), Fürst von Viana
• Pierre der Jüngere (* 7. Februar 1449 in Pau; † 10. August 1490 in Rom), 1476–1490 Elekt von Vannes, 1476–1490 Bischof von Aire und Kardinal
• Jean (* nach 1450; † 1500), Vizegraf von Narbonne und Graf von Étampes
• Marie (* nach 1452; † 1467), ∞ 1465 Markgraf Guglielmo X. von Montferrat
• Jeanne (* nach 1454; † nach dem 10. Februar 1476 in Pau), ∞ 19. August 1469 in Lectoure Graf Johann V. von Armagnac
• Marguerite (* nach 1458; † 15. Mai 1486), ∞ 27. Juni 1471 in Clisson Herzog Franz II. von der Bretagne
• Catherine (* nach 1460; † vor 1494), ∞ 1469 Gaston II. de Foix, Graf von Candale und Bénauges, Captal de Buch, ihr Cousin
• Isabel (* nach 1462)
• Leonor (* nach 1466)
• Jacques (* um 1469; † 1500), ∞ Anna de Peralta y Foix, Tochter von Pedro de Peralta y Ezpeleta und Isabelle de Foix (Haus Frankreich-Évreux) 
von Foix, Graf Gaston IV. (I9298)
 
34152 https://de.wikipedia.org/wiki/Gausus (Gausus) (Langobarden), König Audoin (I24086)
 
34153 https://de.wikipedia.org/wiki/Gausus (Gausus) (Langobarden) (I24094)
 
34154 https://de.wikipedia.org/wiki/Gau_Pustertal von Spanheim (Sponheim), Graf Siegfried I. (I3021)
 
34155 https://de.wikipedia.org/wiki/Gau_Pustertal von Chiemgau (Sieghardinger), Graf Engelbert IV. (I21105)
 
34156 https://de.wikipedia.org/wiki/Gebhard_(Lothringen)

Gebhard (* 888 bezeugt; † im Juni 910, wohl am 22., gefallen bei Augsburg) aus der Familie der Konradiner war Herzog von Lothringen von 903 bis zu seinem Tod. Sein Vater war Udo im Lahngau.
Gebhard wird 897 und 906 als Graf im oberen Rheingau erwähnt, im Jahr 909 als Graf in der Wetterau. Er war ein Angehöriger einer der zu dieser Zeit mächtigsten Familien des Reiches, die als (einzige) Verwandte des Kaisers Arnulf und seines unmündigen Sohnes König Ludwig das Kind am Wechsel vom 9. zum 10. Jahrhundert eine zentrale Rolle spielten.
Arnulf hatte Gebhards älteren Bruder Konrad den Älteren in seinem Kampf gegen die fränkischen Babenberger als Markgraf in Thüringen eingesetzt, seinen jüngeren Bruder Rudolf als Bischof von Würzburg, und der Familie damit die vorherrschende Steltellung in Franken verschafft (siehe auch: Babenberger Fehde). Unter Ludwigs Königtum und der Herrschaft vor allem der Konradiner wurde Gebhard als drittem Bruder 903 der Titel, Graf in der Wetterau und ab 904 Herzog von Lothringen dux regni quouod a multis Hlotharii dicitur („Herzog des Königreiches, das von vielen dasjenige Lothars genannt wird“, gemeint ist das Lotharii Regnum, das spätere Lothringen)[1], mit dem er – neben dem Grafen Reginhar – der herzogliche Statthalter des Königs in Lothringen war. Er ließ in Wetzlar 897 eine Salvatorkirche (Erlöserkirche) an Stelle einer Vorgängerkirche auf dem späteren „Domberg“ weihen.
Gebhard fiel im Juni 910 beim Kampf gegen die Ungarn in der Nähe von Augsburg.
Gebhard hatte zwei Söhne:
• Udo († 949) 914 Graf in der Wetterau, 917 und 948 Graf in Rheingau, 918 Graf im Lahngau, stiftet 914/915 das Kloster St. Maria in Wetzlar, wo er auch begraben wurde.[1][2][3] ∞ NN von Vermandois, Tochter des Grafen Heribert I. (Karolinger)
• Hermann I. († 948), 926 Herzog von Schwaben, ∞ 926 Regelinde († 958), Witwe des Herzog Burchard II. von Schwaben, wohl Tochter des Grafen Eberhard II. im Zürichgau (Eberhardinger)



Einzelnachweise
1 Gebhard von Lothringen bei Genealogie Bohrer
2 Gebhard von Lothringen bei "Genealogie Mittelalter"
3 Das Haus der Konradiner bei "Genealogie Mittelalter"

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https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Lothringen

Das Herzogtum Lothringen entstand aus dem 843 gebildeten Lotharii Regnum (lateinisch für Reich des Lothar, auch Lotharingien) und war bis 1766 Teil des Heiligen Römischen Reiches. Das Gebiet im Nordosten des heutigen Frankreich entspricht teilweise der Region Lothringen.

Keltische, römische und merowingische Epoche
Schon in der Steinzeit sind erste Besiedlungsspuren nachweisbar. In keltischer Zeit wurde das Gebiet von den Stämmen der Treverer und Mediomatriker besiedelt, die nach der römischen Eroberung durch Caesar wie im übrigen Gallien in einer gallo-römischen Mischkultur aufgingen. In römischer Zeit gehörte Lothringen zur Provinz Gallia Belgica. In der fränkischen Landnahme unter den Merowingern gehörte Lothringen zum rheinfränkischen und alemannischen Einflussbereich. Die Grenze zum ursprünglichen Machtbereich Chlodwigs verlief relativ genau in Nord-Süd-Richtung entlang der Maas. Durch die Einigung der Franken unter Chlodwig und die nach seinem Tode einsetzenden Reichsteilungen wurde Metz die Hauptstadt des merowingischen Teilreiches Austrasien („Ostreich“). Erst mit dem Reich Karls des Großen entstand wieder eine Einheit der ost- und der westfränkischen Gebiete und Völker, so dass Lothringen plötzlich in die Mitte des Reiches rückte.
Entstehung Lotharingiens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nach dem Tode Kaiser Ludwigs des Frommen im Jahre 840 wurde das Fränkische Reich 843 im Vertrag von Verdun unter seinen Söhnen aufgeteilt. Das Mittelreich fiel zusammen mit der Kaiserwürde an Lothar I. und wurde als Lotharii Regnum, „Reich des Lothar“ bezeichnet. Es erstreckte sich von den „niederen Landen“, den heutigen Niederlanden und Belgien, über Burgund bis zur Kaiserstadt Rom in Italien. Die Söhne Lothars spalteten dessen Reich 855 in der Prümer Teilung erneut auf: Ludwig, der älteste, erhielt die italienischen Gebiete und die Kaiserkrone, Karl, der jüngste, die Provence und Burgund, Lothar II. dagegen den Teil zwischen Maas und Rhein, der Nordseeküste und Besançon. Nach ihm erhielt dieses Gebiet den Namen Lotharingien.
Das karolingische Lotharingien umfasste außer dem heutigen Lothringen noch das Saarland, Luxemburg, Trier und die Gebiete am Unterlauf der Mosel, Wallonien, den Niederrhein mit Aachen, Köln und Duisburg sowie den Süden der Niederlande im Bereich Maastricht, Eindhoven, Breda. Nach dem Tod Lothars II. wurde Lotharingien 870 im Vertrag von Mersen zunächst zwischen dem Ost- und dem Westfrankenreich geteilt. Der östliche Teil mit Utrecht, Köln, Straßburg und der Kaiserstadt Aachen war erheblich reicher als der westliche. Nach dem Tod des ostfränkischen Königs Ludwig des Deutschen im Jahr 876 versuchte daher sein westfränkischer Halbbruder, König Karl der Kahle, auch diese Osthälfte Lotharingiens zu erobern. In der Schlacht bei Andernach unterlag er aber seinem Neffen Ludwig III., einem Sohn Ludwigs des Deutschen.
Karl der Kahle starb 877, zwei Jahre darauf auch sein Sohn Ludwig der Stammler, so dass es Ludwig III. im Vertrag von Ribemont 880 gelang, auch den Westteil Lotharingiens für das Ostfrankenreich zu gewinnen. Zwischen 900 und 911, unter Ludwig dedem Kind, zerfiel jedoch dessen Zentralgewalt, so dass es zur Herausbildung von Stammesherzogtümern kam. Zu ihnen gehörte auch Lotharingien, das sich nach dem Aussterben der Karolinger im Ostfrankenreich 911 wieder dem Westfrankenreich anschloss. Nachdem König Heinrich I. die Zentralgewalt im Ostfrankenreich wiederhergestellt hatte, unterwarf sich ihm 925 auch Herzog Giselbert von Lothringen. Heinrich gliederte das Herzogtum Lothringen neben Franken, Schwaben, Sachsen und Bayern als fünftes Stammesherzogtum in das Ostfrankenreich ein und stellte damit die territorialen Verhältnisse des Jahres 880 wieder her. Die Karolinger aus dem Westfrankreich versuchten mehrfach, zuletzt 940, Lothringen zurückzugewinnen, 942 aber musste Ludwig IV. endgültig auf das Herzogtum verzichten.
Aufteilung in Ober- und Niederlothringen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
959 wurde das Herzogtum in zwei neue aufgeteilt: in das südliche Ober- und das nördliche Niederlothringen. Die Grenze verlief von der Mündung des Vinxtbachs in den Rhein in westlicher Richtung durch die Eifel bis in die Region um Bouillon. Nacch dem Tod Ottos des Großen versuchte König Lothar von Frankreich sich Lothringen anzueignen, und überfiel 978 Otto II. in Aachen. Dieser unternahm 980 einen Vergeltungszug bis kurz vor Paris, woraufhin Frankreich seine Eroberungsversuche vorersst einstellte. Wahrscheinlich im 12. Jahrhundert wurde der Grenzverlauf zwischen Ober- und Niederlothringen geändert: Luxemburg und die kurtrierischen Gebiete mit Prüm und Koblenz fielen an Niederlothringen. Im Zuge der Entwicklung eigenständiger Territorien innerhalb des Heiligen Römischen Reiches zerfiel Niederlothringen zwischen 1210 und 1360 in die Herzogtümer Luxemburg, Limburg, Jülich und Brabant sowie in zahllose weitere Herrschaften. Von Oberlothringen spaltete sich das Herzogtum Bar ab, ein großer Teil des Landes blieb aber als Herzogtum Lothringen eine politische Einheit. Seine Hauptstadt war Nancy. Metz, Toul und Verdun wurden freie Reichsstädte; die Bischöfe von Metz, Toul und Verdun erwarben ebenfalls kleinere reichsunmittelbare Territorien.
1380 wurde eine Hälfte des Herzogtums Bar mit dem Herzogtum Lothringen wiedervereinigt. Zwischen 1430 und 1473 erwarben die Herzöge von Burgund den größten Teil Niederlothringens, nämlich die Grafschaft Hennegau, das Herzogtum Brabant, das Herzogtum Limburg, Luxemburg, die Grafschaft Holland, die Provinz Zeeland und das Herzogtum Geldern. Diese bildeten 1477 das burgundische Erbe der Habsburger. Mit dieser Dynastie fielen sie später an Spanien, dann in Teilen auch an die Niederlande. Während sich diese Territorien allmählich dem Römisch-Deutschen Reich entfremdeten, blieb diesem der Rest Niederlothringens - der Niederrhein, Aachen und Kurtrier - erhalten. Der Name Niederlothringen kam jedoch außer Gebrauch, und die Bezeichnunung „Herzogtum Lothringen“ beschränkte sich nunmehr auf die oberlothringischen Gebiete. Als Herzog Karl der Kühne von Burgund 1475 auch dieses Herzogtum eroberte, erklärte die Schweizer Eidgenossenschaft ihm den Krieg und besiegte ihn 1477 in der Schlacht bei Nancy. Damit war die Unabhängigkeit Lothringens innerhalb des Reichs wiederhergestellt. Herzog Anton der Gute, der zuvor ein Übergreifen der Reformation auf Lothringen verhindern hatte, lockerte 1542 im Vertrag von Nürnberg die Bindung Lothringens ans Reich.
Wachsender Einfluss Frankreichs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1552 verkaufte Moritz von Sachsen in einem Komplott gegen den Kaiser Karl V. das Reichsvikariat über die drei Reichsstädte Metz, Toul und Verdun mit einer mehrheitlich französischsprachigen Bevölkerung für 70.000 Goldkronen monatliche Unterstützung an Frankreich: Es wird auch für gut erachtet, daß die Königl. Majestät zu Frankreich sofort die Städte, so zum Reich von alters her gehört haben und nicht deutscher Sprache sind, als nämlich Cambrai, Toul, Metz und Verdun, ohne Verzug einnehhme und die als Vikar des Reiches innehabe und behalte (Vertrag von Chambord). Der französische König Heinrich II. ließ Lothringen besetzen und Christina von Dänemark, eine Nichte Karls V., die für ihren minderjährigen Sohn Karl III. im Sinne der Habsburger regierte, vertreiben. Der Krieg zwischen dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und Frankreich um diese drei Städte dauerte bis 1556, als der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Ferdinand I. den Krieg einstellte. Die Städte blieben bei Frankreich. Auch die bischöflichen Territorien fielen an Frankreich. Karl III. wurde 1559 mit Claudia von Valois, der Tochter Heinrichs II. verheiratet.
Im Zuge der Fronde wurde Lothringen im September 1633 auf Geheiß Richelieus besetzt. Im Westfälischen Frieden von 1648 blieb es unberücksichtigt und erst im Frieden von Vincennes 1661 wurde der Abzug der Franzosen festgelegt. Dabei verblieben strategisch wichtige Orte bei Frankreich, das eine Landverbindung von Verdun und eine von Toul bis ins Elsass erhielt, wodurch Lothringen in drei unverbundene Territorien aufgespalten wurde.
Als Herzog Franz Stephan von Lothringen beabsichtigte, Maria Theresia zu heiraten, die nach dem Willen ihres Vaters Thronerbin von Österreich werden sollte (Pragmatische Sanktion), protestierte Frankreich, das ein Wiedererstarken der Macht Österreichs am Rhein befürchtete. Daraufhin tauschte Franz Stephan sein Land im Vertrag von Wien 1735, der den Polnischen Thronfolgekrieg beendete, gegen das Großherzogtum Toskana. Er heiratete 1737 Maria Theresia und wurde 1745 als Franz I. römisch-deutscher Kaiser. Stanislaus I. Leszczyński, König von Polen-Litauen, erhielt Lothringen auf Lebenszeit zugesprochen; nach seinem Tod am 23. Februar 1766 fiel es vereinbarungsgemäß an Frankreich (1715 bis 1774 regiert von Ludwig XV.).


Siehe auch
• Liste der Herzöge von Lothringen
• Abtei Sainte-Croix de Bouzonville als älteste Grablege des lothringischen Herzoghauses 
in der Wetterau (Konradiner), Graf Gebhard (I1337)
 
34157 https://de.wikipedia.org/wiki/Gebhard_II._von_Urach

Gebhard II. von Urach († 1. März 1110) war Benediktiner, Abt der Klöster Hirsau und Lorsch, sowie von 1105 bis 1107 Bischof von Speyer.

Leben und Wirken
Gebhard II. von Urach, auch Gerhard, stammte aus dem Geschlecht der Grafen von Urach und wurde geboren als Sohn von Graf Egino I. von Dettingen (dem Älteren). Sein Bruder war Kardinalbischof Kuno von Urach († 1122), ein eifriger Förderer der gregorianischen Reformen und Vertrauter von Papst Paschalis II. (1099–1118). Zusammen mit seinem Bruder Liutold gründete Kuno im Jahre 1089 das Kloster Zwiefalten, das von Hirsauer Mönchen besiedelt wurde.[1]

Vor seiner Zeit im Kloster Hirsau dürfte Gebhard eine Ausbildung im Umfeld des Straßburger Domstiftes erhalten haben.[2] Sein Onkel väterlicherseits war Bischof Werner II. von Straßburg, der aufgrund einer Strafexpedition gegen das Kloster Hirsau unrühmlich in die Hirsau-nahe Geschichtsschreibung eingegangen ist.[3] Die Umstände seines Klostereintritts sind umstritten, da wir hierzu lediglich die Quellen aus dem Hirsauer Umfeld besitzen, die maßgeblich von den späteren Ereignissen um seine Person geprägt sind. Der Codex Hirsaugiensis beschreibt, dass Gebhard das Kloster zunächst um Besitz betrogen hatte, bevor er sich dem monastischen Leben zuwandte.[4] Die tendenziöse Vita Wilhelms von Hirsau berichtet obendrein von einem Straßburger Kanoniker, der für seine weltlichen Neigungen bestraft wird.[5] In dieser Schilderung könnte man durchaus eine späte Invektive gegen Gebhard sehen.[6]

Gebhard lebte als Benediktiner im Kloster Hirsau, wurde später Prior, 1091 Abt und Nachfolger des Wilhelm von Hirsau. Dieser wird als Seliger verehrt und soll Gebhard von Urach als seinen Prior und Vertrauten in die Abtei Cluny gesandt haben, um von dort Reliquien des Hl. Petrus für die neue Klosterkirche zu erbitten.[7] Nachdem sich Heinrich V. 1104 mit dem bayerischen und sächsischen Reformadel gegen seinen Vater Heinrich IV. verbündet hatte, besetzte jener Ende Oktober 1105 Speyer, den zentralen Ort salischer Herrschaft, und berief Gebhard, einen vehementen Gegner Heinrichs IV., zusätzlich zu seiner Hirsauer Abtswürde zum Bischof von Speyer[8] und Abt von Lorsch[9][10]. Im Kloster Hirsau kam es derweil zu interner Lagerbildung und man wählte Bruno von Beutelsbach († 1120) an seiner Stelle als Abt.

Gebhard war als Bischof von Speyer Lehnsherr der Burg Böckelheim, auf der Heinrich IV. seinen Vater zu Weihnachten 1105 internierte. 1106 begrub man unter seinem Episkopat den exkommunizierten Kaiser Heinrich IV. in Speyer, wobei der Oberhirte auf genauer Einhaltung der kanonischen Vorschriften bestand, nach denen jener als Gebannter nicht in der Familiengrablege des Speyerer Domes begraben werden durfte. Deshalb erbaute man an der Nordseite der Kathedrale die bis heute erhaltene Afrakapelle, wo der Herrscher vorläufig beigesetzt wurde, bis er posthum vom Kirchenbann befreit war.[11]

Gebhard von Urach verzichtete 1107 krankheitsbedingt auf sein Bischofsamt. Er wird als beleibt und von mittlerer Größe beschrieben, litt an Gicht und hatte eine daher rührende Gehbehinderung an einem Fuß.[12] Ebenso scheint diese Entscheidung maßgeblich durch die oppositionelle Haltung der Speyrer Bürger beeinflusst gewesen zu sein, die dem Bischof diesen Affront gegen den immer noch beliebten Salier nicht verziehen hatten.[13]

Laut Seelbuch des Speyerer Domes starb er am 1. März 1110, wurde jedoch seinem Wunsch gemäß in der Abteikirche von Hirsau bestattet.

Die Annales Hirsaugienses des Johannes Trithemius überliefern viele Einzelheiten zu Leben und Person des Bischofs Gebhard von Urach, die bei Domkapitular Franz Xaver Remling, in seiner Geschichte der Bischöfe zu Speyer (Band 1, 1852) mit entsprechender Quellenangabe vermerkt sind. Die historische Genauigkeit dieser Annalen ist jedoch zweifelhaft.

Gebhard von Urach († 1141), Neffe des Speyerer Bischofs, war von 1131 bis 1140 Bischof von Straßburg.

Literatur
Denis Drumm: Das Hirsauer Geschichtsbild im 12. Jahrhundert: Studien zum Umgang mit der klösterlichen Vergangenheit in einer Zeit des Umbruchs (=Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde 77). Thorbecke. Ostfildern 2016. ISBN 978-3-7995-5277-6
Franz Xaver Remling: Geschichte der Bischöfe zu Speyer, Band 1, Speyer, 1852, S. 334–345
Weblinks
Webseite zur Historie der Grafen von Urach
Anmerkungen
Die Zwiefalter Chroniken Ortliebs und Bertholds. In: Luitpold Wallach/Erich König/Karl Otto Müller (Hrsg.): Schwäbische Chroniken der Stauferzeit. Band 2. Sigmaringen 1978, S. 10.
Friedrich Knöpp: Gebhard, Abt von Hirsau 1091-1105, Bischof von Speyer 1105-1107. In: Friedrich Knöpp (Hrsg.): Die Reichsabtei Lorsch. Festschrift zum Gedenken an ihre Stiftung 764. Band 1. Darmstadt 1973, S. 353–356.
Denis Drumm: Das Hirsauer Geschichtsbild im 12. Jahrhundert: Studien zum Umgang mit der klösterlichen Vergangenheit in einer Zeit des Umbruchs. In: Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde. Band 77. Ostfildern 2016, S. 41.
Codex Hirsaugiensis. In: Eugen Schneider (Hrsg.): Württembergische Geschichtsquellen. Band 1. Stuttgart 1887, S. 5b.
Vita Willihelmi Abbatis Hirsaugiensis. In: Wilhelms Wattenbach (Hrsg.): MGH Scriptores in folio. Band 12. Hannover 1856, S. 214.
Denis Drumm: Das Hirsauer Geschichtsbild im 12. Jahrhundert: Studien zum Umgang mit der klösterlichen Vergangenheit in einer Zeit des Umbruchs. In: Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde. Band 77. Ostfildern 2016, S. 42.
Franz Xaver Remling: Geschichte der Bischöfe zu Speyer, Band 1, 1852, S. 338.
Annalista Saxo: Chronik. In: Klaus Naß (Hrsg.): MGH Scriptores. Band 37. Hannover 2006, S. 518.
Karl Glöckner (Hrsg.): Codex Laureshamensis. Darmstadt 1929, S. 417.
Denis Drumm: Das Hirsauer Geschichtsbild im 12. Jahrhundert: Studien zum Umgang mit der klösterlichen Vergangenheit in einer Zeit des Umbruchs. In: Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde. Band 77. Ostfildern 2016, S. 43–44.
Annales Hildesheimenses. In: Georg Waitz (Hrsg.): MGH Scriptores Rerum Germanicarum. Band 8. Hannover 1878, S. 57.
Franz Xaver Remling: Geschichte der Bischöfe zu Speyer, Band 1, 1852, S. 337.
Stefan Weinfurter: Salisches Herrschaftsverständnis im Wandel. Heinrich V. und sein Privileg für die Bürger von Speyer. In: Frühmittelalterliche Studien. Band 36, 2002, S. 332.

 
von Urach, Bischof Gebhard II. (I10862)
 
34158 https://de.wikipedia.org/wiki/Gebhard_im_Lahngau

Gebhard (832–879 bezeugt[1]) gilt als Ahnherr des Geschlechtes der Konradiner, war Graf im Niederlahngau und 845 Stifter von St. Severus in Kettenbach/Gemünden im Westerwald. Es wird angenommen, dass er ein Sohn des Grafen Udo (des Älteren) im Lahngau, besser als Odo von Orléans bekannt, war,[2] durch den die Konradiner eine jüngere Nebenlinie des fränkischen Geschlechts der Geroldonen darstellen.
Gebhard war als treuer Gefolgsmann des Kaisers Ludwig des Frommen bekannt. Dies führte dazu, dass er gemeinsam mit Abt Grimald von Weißenburg im Januar 834, als Ludwig zum zweiten Mal abgesetzt worden war, von dessen Sohn Ludwig dem Deutschen zzu ihm nach Aachen geschickt wurde, ohne jedoch aufgrund der Bewachung des alten Kaisers ihre Botschaften überbringen zu können.[3] Im Jahr 839 war es dann Ludwig der Fromme selbst, der Gebhard, Bischof Badurad und Markgraf Bernhard von Toulouse als seine Gesandten bei den Verhandlungen in Blois mit seinem Sohn Lothar einsetzte.[4] Das Vertrauensverhältnis Gebhards zu Ludwig dem Deutschen wurde allerdings stark belastet, als Gebhards Söhne sich 861 gegen den König erhoben, abgesetzt wurden und zu Karl dem Kahlen flüchteten.[5] 879 trat er in das Kloster Gemünden ein[6]
Gebhard hatte vier Söhne:
• Udo, Graf im Lahngau um 860/879
• Berengar, 860/879 bezeugt, 876 Graf im Hessengau
• Waldo, 839/879 bezeugt, 868/879 Abt der Reichsabtei St. Maximin in Trier
• Bertold, 879 bezeugt, Erzbischof von Trier
Da Udo, Berengar und Waldo im Jahr 861, als sie wegen Untreue von König Ludwig dem Deutschen verurteilt werden, als nepotes des mitverurteilten Nordgau-Grafen Ernst bezeichnet werden, geht man davon aus, dass Gebhard mit einer namentlich nicht bekannten Schwester des Grafen Ernst verheiratet war.[7] 
im Lahngau (Konradiner), Graf Gebhard (I3077)
 
34159 https://de.wikipedia.org/wiki/Gebhard_von_Urach

Gebhard von Urach (* im 11. Jahrhundert; † 11. Januar 1141[1]) war zwischen 1131 und 1141 Fürstbischof von Straßburg unter der Herrschaft von den Kaisern Lothar III. und Konrad III., dem Pontifikat von Innozenz II. und der Schirmherrschaft der Metropoliten Adalbert I. von Saarbrücken und Adalbert II. von Saarbrücken.

Eine schwäbische adelige Herkunft
Gebhard von Urach war der Sohn von Egino II. (1091–1105), Graf im Swiggerstal (Ermstal) und Kunigunde, Gräfin von Rheinfelden. Er war der Bruder von Egino III. dem Jüngeren, Udalhild (Gründerin des Klosters St. Nicholas) und Alberada und der Neffe des Bischofs von Speyer, Gebhard, und des Kuno von Praeneste. Sein Großvater war Egino I. von Dettingen, der Ältere, Graf von Achalm und Urach. Eine Seitenlinie der Uracher mündete in das Fürstenhaus Fürstenberg.

Ein weltlicher und welfischer kriegsführender Bischof
Weil Kaiser Lothar III. die Ernennung von Gebhard von Urach zum Bischof von Straßburg begünstigte, fühlte sich Letzterer dazu verpflichtet, die Interessen und die Politik von dem Kaiser zu verteidigen. Dabei geriet er in Konflikt mit dem Herzog von Schwaben und Elsass, Friedrich II. dem Einäugigen, dem ghibellinischen Gegner von Lothar, Herzog von Sachsen, in der Thronfolge von Heinrich V.
Die Heere des Straßburger Bischofs und des schwäbischen Herzogs stießen 1131 bei Gougenheim im elsässischen Kochersberg aufeinander. Gebhard von Urach siegte über den truppenmäßig stärkeren Friedrich den Einäugigen und bemächtigte sich mehrerer Burgen des Herzogs von Schwaben.
Die Auseinandersetzungen wurden damit nicht beigelegt, denn ein Jahr später nahm Gebhard von Urach die Reichsstadt vom Zehnstädtebund Rosheim ein. Dabei verbrannte ein Großteil der Stadt, unter anderen beide Pfarrkirchen, die Nieder- und Oberkirche.[A 1] 1136 erlitt der Herzog von Schwaben eine neue Niederlage gegen seinen Straßburger Kontrahenten in der Schlacht von Dunzenheim. Die Spannungen zwischen dem Bistum Straßburg und den Staufern legten sich, als Konrad III. zum Kaiser gekrönt wurde. 1139 besuchte Konrad III. das Elsass, hielt sich in der Reichsstadt Weißenburg auf und kam von dort aus nach Straßburg im Mai 1139, wo ihm zahlreiche Fürsten und Prälaten einen Besuch abstatten wollten. Der Kaiser kam 1140 erneut ins Elsass und residierte in Molsheim.

Verwaltung Gebhards
Im Jahre 1137 weihte Gebhard von Urach die Kirche des Nonnenklosters zu Sindelsberg nahe dem Benediktinerkloster von Marmoutier der allerheiligsten Jungfrau und dem heiligen Blasius zu Ehren ein. Das Nonnenkloster wurde 1115 von Richwin, dem Abt von dem altehrwürdigen Kloster Neuweiler, gestiftet. 1137 verließen einige Stiftsherren den Bruderhof und wandten sich von dem Gemeinschaftsleben ab. Sie zogen jeweils in eine eigene Wohnung in der Stadt ein. Parallel zu der verstärkten Emanzipation der Straßburger Bürger durch die Urkunde des 20. Januar 1129[2] auf Wunsch des Kaisers Lothar III., bildeten die Straßburger Stiftsherren das Hohe Stift (Grand chapitre), das aus 24 Adeligen bestand. Die Domherren verweltlichten sich zunehmend, sodass manche nicht mehr die geistliche Weihe empfingen. Präbendare erfüllten deren Funktionen und bildeten zu diesem Zweck den Hohen Chor (grand coeur). Die Zahl der Präbendare stieg von 9 auf 63 und wurde endlich auf 20 reduziert. Die älteste Urkunde, in der die Präbendare erwähnt sind, ist von 1231. Sie besaßen als Benefiziaten dieselben Rechte und Privilegien, wie die üblichen Stiftsherren der Kollegialen Sankt Thomas oder Sankt Peter. Der Hohe Chor übte Herrschaftsrechte in folgenden Ortschaften aus: Gambsheim, Wantzenau, Honau, Abretzheim, Killstett, Bettnhofen, Reichstett, Suffelweyersheim.

In dem Jahr 1140 geriet das Straßburger Münster wegen eines Blitzschlags in Brand, was zum Verlust aller Charten und Urkunden führte. Es soll Gebhard von Urach sehr geschmerzt haben.[1] Das Münster hatte innerhalb von 150 Jahren fünfmal gebrannt. 1176 blieben nur noch die Krypta und der Chor übrig. 1180 begann der Neubau der Kathedrale ohne Holzdecke und mit Steingewölben auf der Grundlage der Basilika, die der Bischof Werner I. von Habsburg am Anfang des 11. Jahrhunderts bauen ließ.[3]

Literatur
Ludwig Gabriel Glöckler: Geschichte des Bistums Straßburg. Druck Le Roux, Straßburg 1879, 484 Seiten
Henry Riegert: Le journal historique de l’Alsace. tome 1. 4ème édition. Editions L’Alsace, Mulhouse 1980, 1995, 120 Seiten.
Francis Rapp: Le Diocèse de Strasbourg. Editions Beauchesne, 1. Januar 1982 -, Kollektion Histoire des diocèses de France, Nummer 14, 352 Seiten
Werner von Achalm. In: Base numérique du patrimoine d’Alsace (BNPA), Histoire de Strasbourg, Centre régional et départemental de pédagogie (CRDP); abgerufen am 27. Juli 2014
Strasbourg: la ville au Moyen Age (Alsace). Kapitel 2, Le Moyen Age: la ville épiscopale 1002–1334, Kap. 2.1 La ville sous l’épiscopat de Wernher – Kap. 2.2. Strasbourg et la querelle des investitures. (französisch) abgerufen am 28. Juli 2014
Anmerkungen
Zitat: « A l’origine, la paroisse de Rosheim est formée de deux églises bien connues à partir du XIè: la Niederkirch, dédiée aux Saints Pierre et Paul, et l’Oberkirch s'honorant du vocable de Saint-Etienne. En 1051 l’église inférieure est possession de l’abbaye des moniales de Hesse. En 1132 les paroisses sont détruites au cours de la lutte entre Frédéric de Souabe et l’évêque Gebhard de Strasbourg. A la suite d’un l’incendie, l’église Saints-Pierre-et-Paul est reconstruite, mais seuls les murs de l’ancienne chapelle de la Vierge remontent à cette époque. En 1137 Saint-Etienne est agrandi, et vers 1150 s’ouvre le nouveau chantier des Saints-Pierre-et-Paul ». Aus: Base numérique du patrimoine d’Alsace. CNDP-CRDP, académie de Strasbourg, abgerufen 30. September 2014.
Einzelnachweise
1. Glöckler, S. 192
2. Riegert, S. 89
3. Riegert, S. 95

 
von Urach, Bischof Gebhard (I10865)
 
34160 https://de.wikipedia.org/wiki/George_Plantagenet,_1._Duke_of_Clarence

George Plantagenet, 1. Duke of Clarence KG (* 21. Oktober 1449 in Dublin; † 18. Februar 1478 in London), war ein Sohn von Richard Plantagenet, 3. Duke of York, Prinz von England. Er war Duke of Clarence und Earl of Salisbury. Beide Titel erloschen mit seinem Tode.

George war der sechste Sohn des Richard Plantagenet und Cecily Neville. Er war der drittälteste Sohn, der das Erwachsenenalter erreichte. 1461 wurde er zum Duke of Clarence erhoben.[1] 1469 vermählte er sich mit Isabella Neville, einer Tochter vvon Richard Neville, 16. Earl of Warwick, und Großnichte seiner Mutter, und beteiligte sich mit diesem an dem Aufstand gegen seinen Bruder Eduard IV. 1470 floh er nach Frankreich, kehrte aber schon im September nach England zurück. 1471 versöhnte er sich mit seinem Bruder und focht mit ihm bei Barnet und Tewkesbury gegen die Anhänger Heinrichs VI. 1472 wurde ihm der Titel Earl of Salisbury verliehen. Wegen seiner Habgier und Gewalttätigkeit entzweite er sich bald aufs Neue mit Eduard IV., wurde des Hochverrats angeklagt, 1478 zum Tod verurteilt und im Tower – angeblich auf eigenen Wunsch hin durch Ertränken in einem Fass mit Malvasierwein – getötet.

Siehe auch
Liste ungewöhnlicher Todesfälle
Weblinks
 Commons: George Plantagenet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Sir George Plantagenet, 1st Duke of Clarence auf thepeerage.com, abgerufen am 21. Juli 2015 (englisch)
Literatur
• Michael Hicks, George, duke of Clarence (1449–1478), Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, 2004 gesehen am 11. März 2012Lizenz erforderlich
Einzelnachweise
1 Powicke & Fryde: Handbook of British Chronology. Second Edition, London, 1961, S. 422
2 Royle, Trevor: The Wars of the Roses; England´s first civil war. Abacus, London, 2009, ISBN 978-0-349-11790-4, S. 374 
von England (von York) (Plantagenêt), Herzog George (I8952)
 
34161 https://de.wikipedia.org/wiki/Gepiden (Gepiden), König Turisind (I24095)
 
34162 https://de.wikipedia.org/wiki/Gepiden (Gepiden), Austrigusa (I24044)
 
34163 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerberga_(Frankreich)

Gerberga, mitunter auch Gerberga von Sachsen, (* 913 in Nordhausen[1]; † 5. Mai 969) war Herzogin von Lothringen und westfränkische Königin. Die älteste Tochter des deutschen Königs Heinrich I. und seiner zweiten Gemahlin Mathilde und damit Schwester Kaiser Ottos I. entwickelte sich dabei aus der Rolle der Ehefrau in einer politischen Zweckehe heraus zu einer selbständig Politik betreibenden Frau, die schließlich in Vertretung ihres minderjährigen Sohnes Frankreich regierte.

Gerberga wurde 913 auf der Burg Nordhausen geboren, die 910 von Heinrich I. errichtet wurde. Heinrich war bei ihrer Geburt noch Herzog der Sachsen, ihre Mutter Mathilde war seine zweite Ehefrau. Gerberga, die einen der Leitnamen des liudolfingischen Geschlechts erhielt, war das zweite Kind und die älteste Tochter Heinrichs aus dieser Ehe, lediglich ihr Bruder, der spätere Kaiser Otto I., war älter. Über Gerbergas Jugend ist nichts bekannt. Für hochadelige Töchter üblich und aufgrund dessen, dass Gerberga als hochgebildet beschrieben wurde, wahrscheinlich ist die Erziehung in einem Frauenstift.

Die Ehe mit Giselbert von Lothringen
Heinrich I. verheiratete Gerberga 928 mit dem Herzog Giselbert von Lothringen. Bei dieser Ehe handelte es sich um eine für die damalige Zeit übliche Zweckehe. Heinrich wertete Giselberts Ansehen dadurch auf, dass er ihm seine Tochter zur Frau gaab und band gleichzeitig Lothringens mächtigsten Adeligen an das ostfränkische Reich. Lothringen, an der Westgrenze des Ostfrankenreiches gelegen, war durch die Teilung von Prüm aus dem Lotharii Regnum hervorgegangen, das selbst erst 843 zusammen mit Ost- und Westfrankenreich durch die Teilung des Karolingischen Reiches unter den Söhnen Ludwigs des Frommen entstanden war. Seitdem war es Zankapfel zwischen den beiden Frankenreichen. Nach einer zeitweiligen Teilung war das Gebiet 880 aufgrund des Vertrags von Ribemont vollständig an das Ostfrankenreich gefallen. 911 hatte Giselberts Vater allerdings nach dem Tod des letzten ostfränkischen Karolingers dem neugewählten Konrad I. die Gefolgschaft verweigert und sich dem Westfrankenreich angeschlossen. Giselbert, Herzog ab 915, war jedoch auch mit den Westfrankenherrschern in Konflikt geraten, möglicherweise um sein Land aus der Abhängigkeit zu lösen, und hatte schließlich nach einigen politischen Schachzügen und Feldzügen 925 Heinrich I. die Treue geschworen. Gerbergas Verheiratung mit Giselbert war Teil der Anstrengungen Heinrichs, das neu geschaffene Herzogtum an sein Reich zu binden.
Ob Gerberga politischen Einfluss auf Giselbert hatte, ist fraglich. Eine Quelle des 11. Jahrhunderts, die Translatio s. Servatii des Iocundus, stellt Gerberga als treibende Kraft hinter Giselberts Entscheidung dar, den Aufstand ihres jüngeren Bruders Heinrich gegen ihren älteren Bruder Otto I. zu unterstützen, in dessen Verlauf Giselbert 939 im Rhein ertrank. Winfrid Glocker [2] hält diese Darstellung allerdings für nicht glaubhaft, da Giselbert sicher nicht eine Beeinflussung durch seine Ehefrau benötigte, um sein schon zuvor verfolgtes Ziel eines lothringischen Sonderkönigtums zu verfolgen. Allerdings belege diese Quelle, dass Gerberga nicht die ihr von Heinrich I. zugedachte Rolle, Giselbert an die Ottonen zu binden, erfüllte, sondern sich als Giselberts Ehefrau für dessen Ziele eingesetzt habe.

Die Ehe mit Ludwig IV. von Frankreich
Durch Giselberts Tod war Gerberga im Alter von etwa 26 Jahren Witwe und fiel damit unter die Munt des Familienoberhaupts ihrer Sippe, also die ihres älteren Bruders Otto I. Dieser plante, Gerberga oder deren Tochter mit dem Herzog von Bayern zu verheiraten. Hierzu kam es jedoch nicht, da Gerberga begann, eigene politische Entscheidungen zu treffen. Zunächst verweigerte sie ihrem Bruder Heinrich, dessen Aufstand mit Giselberts Tod zusammenbrach, ihren Schutz und distanzierte sich so von Giselberts Politik, um dann eine neue Ehe einzugehen.
Gerberga heiratete Ludwig IV. den Überseeischen, den König des Westfrankenreiches, der, wie der Chronist Richer von Reims berichtet, von Mitleid mit der schönen Witwe erfüllt war. Tatsächlich waren Ludwigs Ziele politischer Natur. Ludwig erhob mmit der Heirat den Anspruch auf Lothringen, zugleich holte er ein Statusdefizit gegenüber seinem innenpolitischen Widersacher Hugo von Franzien auf, der Gerbergas Schwester Hadwig geheiratet hatte. Der Name Lothar des 941 geborenen Sohnes Ludwigs und Gerbergas besagte programmatisch, dass der Anspruch des Westfrankenreiches auf Lothringen weiter bestand. Ludwigs Ambitionen auf Lothringen scheiterten allerdings an Ottos militärischer Überlegenheit. 942 verzichtete Ludwig für das Westfrankenreich auf Lothringen. Dieser Verzicht wird teilweise auf die Vermittlung Gerbergas zurückgeführt, die dabei im Sinne der ottonischen Machtpolitik gehandelt habe. Falls Gerberga ihren Ehemann Ludwig allerdings beeinflusste, dann eher in dessen eigenem Interesse: Ludwig IV. hatte innenpolitisch Schwierigkeiten, überhaupt gegen Hugo von Franzien eine Machtbasis zu erhalten, seine Gegner Hugo und Otto hatten sich zudem verbündet. Durch den Friedensschluss löste Ludwig Otto aus diesem Bündnis, so dass er sich auf seinen innenpolitischen Gegner und Schwager Hugo konzentrieren konnte.
945 geriet Ludwig bei Rouen in die Gefangenschaft von Normannen, die ihn später an Hugo auslieferten. Für die Freilassung forderte Hugo den Thronfolger Lothar als Geisel und politische Zugeständnisse, insbesondere die Herausgabe der sehr wichtigen Stadt Laon. Durch die Gefangenschaft ihres Mannes war Gerberga in Vertretung Lothars Regentin, und es gelang ihr, Ludwig frei zu bekommen, ohne Hugos Forderungen komplett zu erfüllen: Statt Lothar stellte sie dessen jüngeren Bruder Karl als Geisel. Allerdings musste sie Laon einem Vasallen Hugos übergeben. Anschließend überzeugte Gerberga Ludwig zu einer völligen politischen Kehrtwendung: Sie bat ihren Bruder Otto um Unterstützung für das weitgehende entmachtete westfränkische Königtum. Die Bündnissituation kehrte sich um, zwischen Ludwig und Otto entwickelte sich ein enges Bündnis, das über Jahre anhielt. Zwischen 946 und 950 trafen sich die beiden Könige fünfmal, zu Ostern 949 war Gerberga Gast ihres Bruders in Aachen, wo dieser sein Hilfeversprechen erneuerte. Der Druck, den das von Gerberga vermittelte Bündnis auf Hugo von Franzien ausübte, ermöglichte Gerberga 953 schließlich, einen Friedensschluss zwischen ihrem Mann Ludwig und ihrem Schwager Hugo zu vermitteln.

Die Witwenzeit
954 fiel Ludwig IV. vom Pferd und starb an den Folgen der Verletzung. Gerberga war zum zweiten Mal Witwe und Regentin des Westfrankenreiches, da ihr Sohn Lothar mit 13 Jahren noch nicht regierungsfähig war. Zudem musste Lothar durch den Adel zum König gewählt werden. Gerberga gelang es, dieses zu erreichen, indem sie Hugo von Franzien, den größten Rivalen ihres Mannes, aber auch ihren Schwager, um Unterstützung bat. Gerbergas Entscheidung, nicht ihren Bruder Otto, sondern Hugo um Hilfe zu bitten, war politisch weitblickend. Ein Einfluss Ottos bei der Wahl Lothars hätte das westfränkische Königtum völlig vom ostfränkischen abhängig gemacht. Mit der Bitte an Hugo machte sie zwar das Königtum ihres Sohnes von diesem abhängig und gestand ihre politisch schwache Position ein. Hugo, der in dieser Situation selbst nach dem Königtum hätte greifen können, unterstützte dennoch Gerbergas Sohn Lothar, der König von Frankreich wurde, während Hugo bis zu seinem Tod 956 der mächtigste Mann im Westfrankenreich blieb.
Hugos Tod brachte das Westfrankenreich in die Situation, dass Gerberga und ihre Schwester Hadwig an der Spitze der beiden mächtigsten Familien standen, jeweils in Vertretung für ihre Söhne. Gerberga arbeitete in dieser Phase eng mit ihrer liudollfingischen Verwandtschaft zusammen, die Macht im Westfrankenreich wurde von ihr, Hadwig und ihrem jüngeren Bruder Brun, der auf sich die Ämter des Erzbischofs von Köln und des Herzogs von Lothringen vereinte und Otto I. in vielen Angelegenheiten als Kanzler vertrat, ausgeübt. Durch die Anlehnung an ihre Familie sicherte Gerberga den status quo im Westfrankenreich, bis ihr Sohn Lothar selbst die Regierung führen konnte.
Auch wenn Gerberga ab 959 als Äbtissin von Notre-Dame in Soissons eine traditionelle Position für eine Witwe übernahm, blieb sie politisch aktiv, 961 kümmerte sie sich um die Nachfolge des Erzbischofs von Reims. 965 nahm sie an dem Kölner Hoftag ihres Bruders Otto I. teil, auf dem ihr Sohn Lothar ein Ehebündnis mit Ottos Stieftochter Emma einging.
Gerberga starb am 5. Mai, vermutlich im Jahr 969[3] und wurde in der Abtei Saint Rémi in Reims begraben.

Gerberga hatte aus ihren beiden Ehen insgesamt elf Kinder.
Aus der Ehe mit Giselbert von Lothringen stammen:
• Heinrich († vor 944)
• Hadwig (starb jung)
• Alberada, ∞ mit Graf Rainald von Roucy
• Gerberga († nach 978), ∞ mit Graf Albert I. von Vermandois
Aus der Ehe mit Ludwig IV. von Frankreich stammen:
• Lothar (Frankreich) (* 941, † 986), König von Frankreich 954, ∞ 966 Emma von Italien, Tochter des Königs Lothar II. von Italien
• Mathilde (* Ende 943, † nach 26. November 981), ∞ um 964 Konrad III. König von Burgund († 993) (Welfen)
• Karl (* Januar 945, † vor 953)
• eine Tochter (Name nicht überliefert) (* Anfang 948)
• Ludwig (* Dezember 948, † vor 10. September 954)
• Karl (* 953, † nach 991) Zwilling, Herzog von Niederlothringen (977–991)
• Heinrich (* Sommer 953, † bald nach der Taufe) Zwilling

Rezeption
Gerberga war wie ihre Zeitgenossinnen Adelheid von Burgund und Theophanu eine hochgebildete Frau, die politische Verantwortung übernahm. Von der deutschen Geschichtsschreibung wird Gerberga überwiegend als Ottonin behandelt, die dabei im Interesse einer ottonischen Familienpolitik gewirkt habe. Die französischsprachige Geschichtsschreibung sieht Gerberga als die Person, die die Herrschaft der Karolinger im Westfrankenreich gefestigt und für einige Jahrzehnte erhalten hat, und sich dabei ihrer ostfränkischen Familie bedient hat.




Literatur
• Winfrid Glocker: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag, Köln 1989, ISBN 3-412-12788-4
• Eduard Hlawitschka: Gerberga. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 256 f. (Digitalisat).
Weblinks
 Commons: Gerberga (Frankreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
↑ Nordhäuser Persönlichkeiten aus elf Jahrhunderten. Horb am Neckar, Geiger, 2009. S. 78
↑ Glocker (1989) S. 32.
↑ Zur Datierung siehe Ferdinand Lot, Les derniers Carolingiens, Paris 1891, S. 62 und Anm. 2; Glocker (1989) S. 272. 
von Sachsen, Prinzessin Gerberga (I5337)
 
34164 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerberga_II._(Gandersheim)

Gerberga von Gandersheim. auch Gerbirg, Gerburg, (* um 940; † 13./14. November 1001 in Stift Gandersheim) war die zweite Tochter des bayerischen Herzogs Heinrich I. und dessen Gemahlin Judith von Bayern. Die Nichte Kaisers Otto I. entstammte der bayrischen Nebenlinie der Liudolfinger.
Von 949 bis 1001 war sie Äbtissin des Stiftes Gandersheim.

Leben
Gerbergas Lebensdaten sind nicht exakt bekannt. Das ungefähre Geburtsjahr 940 muss aus Quellen erschlossen werden; als Todestag gibt eine Quelle den 13. November 1001, eine andere den 14. November 1001 an. Gerberga wurde sehr früh in das Stift Gandersheim zur Erziehung übergeben und wurde 956 dort Äbtissin. Politisch unterstützte sie ihren Bruder Heinrich „den Zänker“ bei seinen Versuchen, eine größere Beteiligung an der Macht im Reich für die Nachkommen Heinrichs I. zu erreichen.
Gerbergas Abbatiat war dadurch geprägt, dass König Heinrich I. 936 das Stift Quedlinburg als zweiten Ort der liudolfingischen Memorialpflege gegründet hatte, mit dem Gandersheim um die Gunst der Familienoberhäupter rang. Weitere Konkurrenz um die herrschaftliche Gunst bestand durch das Stift Essen, das zwar keine liudolfingische Gründung war, aber mit Hadwig, Ida und besonders Mathilde ebenfalls von Äbtissinnen aus der Familie geführt wurde. Vor diesem Hintergrund entstanden in Gandersheim die geschichtlichen Werke Hrotsvits: Die „Gesta Ottonis“ sollten die Gunst Otto I. gewinnen, die „Primordia coenobii Gandeshemensis“ ihm die Tradition Gandersheims als ältester liudolfingischer Gründung vorhalten. Durch Gerbergas Unterstützung für Heinrich den Zänker verlor Gandersheim die unmittelbare Herrschernähe zeitweise, dennoch erhielt Gerberga die Tochter Ottos II. Sophia zur Erziehung, die damit wahrscheinlich bereits als Nachfolgerin Gerbergas ausgewählt wurde. Bei der Einkleidung Sophias als Sanctimoniale brach der „Große Gandersheimer Streit“ aus, in dem es thematisiert wurde, ob das Stift Gandersheim dem Bistum Hildesheim oder direkt dem Erzbistum Mainz unterstellt war. Es wird angenommen, dass Sophias Weigerung, sich vom Bischof von Hildesheim einkleiden zu lassen, durch Gerberga beeinflusst war.
Gegen Ende ihres Lebens scheint Gerberga länger krank gewesen zu sein. Ihr Bruder Heinrich „der Zänker“ starb 995 bei einem Besuch der Erkrankten in Gandersheim. Ihre auserkorene Nachfolgerin Sophia, die sich am Hofe ihres Bruders Ottos III. aufgehalten hatte, kehrte 997 nach Gandersheim zurück, dabei ist allerdings unklar, ob Sophia in Ungnade fiel oder tatsächlich ihre erkrankte Äbtissin pflegen wollte. Nach Quellen, die allerdings Sophia auch sonst ungünstig schildern, soll Sophia noch zu Lebzeiten Gerbergas die Regierung des Stifts Gandersheim übernommen haben.



Literatur
• Winfrid Glocker: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Studien zur Familienpolitik und zur Genealogie des sächsischen Kaiserhauses (= Dissertationen zur mittelalterlichen Geschichte. Bd. 5). Böhlau, Köln u. a. 1989, ISN 3-412-12788-4 (Zugl.: München, Universität, Dissertation, 1986/87). 
von Gandersheim, Gerberga (I6819)
 
34165 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerberga_von_Burgund

Gerberga von Burgund (* 965 oder 966; † 7. Juli 1019) stammte aus dem burgundischen Königshaus. Sie war in erster Ehe mit Graf Hermann I. von Werl und in zweiter Ehe mit Herzog Hermann II. von Schwaben verheiratet.

Sie war eine Tochter des Königs Konrad III. des Friedfertigen (Pacificus), Herzog von Burgund (Welfen), und dessen zweiter Ehefrau Mathilde von Frankreich, einer Tochter von Ludwig IV. von Frankreich. Sie war des Weiteren eine Nichte der Kaiserin Adelheid und König Lothars von Frankreich sowie eine Nichte von Otto I. Somit war sie sowohl mit dem Karolingern wie auch mit den Ottonen verwandt.

Sie war in erster Ehe seit etwa 978 (?) verheiratet mit Hermann I., Graf von Werl, der um 985 starb. Aus dieser Ehe hatte sie bereits mehrere Kinder: Hermann, der als Hermann II. Nachfolger seines Vaters wurde, sowie dessen Brüder Rudolf (auch Ludolf genannt) und Bernhard (I.). Nach heutigen Erkenntnissen stammt die Tochter Gisela von Schwaben nicht aus dieser Ehe.[1]
Auf ihr Bitten schenkte Otto III. das Gut Stockhausen, das zuvor ein verstorbener Geächteter besessen hatte, dem Stift Meschede.[2] Sie war die Stifterin des Klosters Oedingen, gelegen in der Grafschaft ihres Sohnes Hermann II von Werl im Gau Lochtrop.[3]

In zweiter Ehe heiratete sie um 988 Hermann II., Herzog von Schwaben († 4. Mai 1003), einen Konradiner.
Mit ihm hatte sie weitere fünf Kinder:
• Mathilde (* wohl 988; † 29. Juli 1031/1032), begraben im Dom zu Worms, ∞ I Konrad I., Herzog von Kärnten († 12. Dezember 1011, vielleicht auch 15. Dezember) (Salier), ∞ II Friedrich II., Herzog von Oberlothringen († 1026) (Wigeriche), ∞ III Eiko, Graf von Ballenstedt, Graf im Schwabengau und im Gau Serimunt († wohl 1059/1060)
• Gisela († 15. Februar 1043, ∞ I um 1002 Bruno, Graf (von Braunschweig) († 1012/1014)), ∞ II um 1014 Ernst I., Herzog von Schwaben († 1015) (Babenberger), ∞ III Konrad II., deutscher Kaiser († 1039) (Salier)
• Berchtold (* Anfang 992; † Anfang 993), getauft in Einsiedeln 992, begraben in Marchtal
• (umstritten) Beatrix († 23. Februar nach 1025), ∞ Adalbero von Eppenstein, Herzog von Kärnten (1000 bezeugt, † 28. November 1039), (Eppensteiner)
• Hermann III. († 1012) 1003, Herzog von Schwaben


Einzelnachweise
1 Paul Leidinger: Die Grafen von Werl und Werl-Arnsberg (ca. 980-1124): Genealogie und Aspekte ihrer politischen Geschichte in ottonischer und salischer Zeit, In: Harm Klueting (Hrsg.): Das Herzogtum Westfalen, Band I, Das kurkölnische Herzogtm Westfalen von den Anfängen der kölnischen Herrschaft im südlichen Westfalen bis zur Säkularisierung 1803. Münster 2009 ISBN 978-3-402-12827-5 S.129
2 Otto III. (RI II) n. 1236 997 September 29, Aachen RI-online
3 Otto III. (RI II) n. 1370 1000 Mai 18, Elspe RI-Online
Literatur
• Johann Suibert Seibertz: Diplomatische Familiengeschichte der alten Grafen von Westfalen zu Werl und Arnsberg. Arnsberg, 1845 (Digitalisat) S.21ff. 
von Burgund, Prinzessin Gerberga (I4930)
 
34166 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerberga_von_Provence

Gerberga von Provence (* um 1060; † 3. Februar 1112 oder Januar 1118) war von 1093 bis 1111 oder 1112 Gräfin von Provence und Arles. Sie war die Schwester des Grafen Bertrand II und Tochter des Grafen Gottfried I.

1073 heiratete sie Gilbert, Graf von Gévaudan, mit dem sie die zwei Töchter Dulcia von Gévaudan und Stephanie von Gévaudan hatte. Nachdem Gilbert 1110/12 ermordet worden war, verheiratete sie Dulcia mit Raimund Berengar III., Graf von Barcelona, dem sie darauf auch die Provence übergab. Ihre zweite Tochter Stephanie, die später Raimund I. von Les Baux heiratete, gab ihre Ansprüche auf das Land aber nicht auf, was die sogenannten Guerres Baussenques (1144 bis 1162) zwischen den Provenzalen und den eingeheirateten Katalanen auslöste. 
von der Provence, Gräfin Gerberga (I9862)
 
34167 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_(Lothringen)

Gerhard (* um 1030; † 14. April 1070 in Remiremont) war Herr von Châtenois und ab 1048 Herzog von Lothringen. In zeitgenössischen Quellen wird er Gerhard von Elsass und Gerhard von Châtenois (nach seinem Besitz in der Nähe von Neufchâteau) genannt. Seine Eltern sind Graf Gerhard und Gisela, die manchmal – allerdings ohne Beleg – als Tochter des Herzogs Dietrich I. von Oberlothringen († 1026/27) bezeichnet wird.
Sein Bruder Adalbert wurde 1047 von Kaiser Heinrich III. zum Herzog von Lothringen ernannt, nachdem dieser das Herzogtum Gottfried III. abgenommen hatte. Gottfried akzeptierte die Entscheidung nicht, rebellierte und tötete Adalbert. Heinrich III. gab das Herzogtum an Adalberts Bruder Gerhard weiter. Gottfried setzte seinen Kampf und Unterstützung des lothringischen Adels fort, und es gelang ihm bald, Gerhard gefangen zu nehmen. Gerhard hatte jedoch die Unterstützung von Papst Leo IX. ((Bruno von Egisheim-Dagsburg und ehemaliger Bischof von Toul), der – auf der Durchreise in Lothringen – 1049 die Freilassung Gerhards erreichte. Je mehr der Kaiser ihn nun mit Soldaten unterstützte, umso stärker wurde Gerhard, bis es ihm gelang, seinen Gegner zu überwinden. Der lothringische Adel jedoch setzte seinen Widerstand fort.
Gerhards Herrschaft wurde somit durch seine Treue zu Heinrich III. und später Heinrich IV. geprägt. Durch seine Zusammenarbeit mit der Kirche wurde er Vogt von Moyenmoutier (Mittelmünster), Saint-Mihiel und Remiremont. Er ließ das Château de Prény bauen sowie eine Stadt im Zentrum des Herzogtums an einer Stelle, die Nancy genannt wurde, und die sich bald zur Metropole Lothringens entwickelte.

Die Kinder aus seiner Ehe mit Hedwig, der Tochter Alberts II. von Namur waren:
• Dietrich II., 1065 bezeugt, 1070 Herzog von Lothringen, 1114 Markgraf, † 30. Dezember 1115; ∞ I 1079 Hedwig von Formbach, Tochter des Friedrich von Formbach und der Gertrud von Haldensleben, Witwe von Gebhard von Süpplingenburg, Mutter des Kasers Lothar III.; ∞ II 1095 Gertrud von Flandern, † 1115/26, Tochter von Tochter Robert der Friese, Graf von Flandern und Holland, Witwe von Heinrich III. Graf und Vogt von Brabant.
• Gerhard I., 1073 Graf von Vaudémont – Nachkommen † 1346
• Gisela, um 1079/1114 Äbtissin von Remiremont
• Beatrix, 1102/17 bezeugt; ∞ Stephan I. Tollkopf, Graf von Vienne und Mâcon, † 1102 (Haus Burgund-Ivrea)

Er starb in Remiremont während er eine weitere Revolte des lothringischen Adels bekämpfte, eine Vergiftung ist nicht ausgeschlossen. Er wurde in der Abtei Remiremont bestattet.


Literatur
• Hans Jürgen Rieckenberg: Gerhard. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 268 (Digitalisat).
• Henry Bogdan: La Lorraine des ducs. Sept siècles d'histoire. Perrin, Paris 2005, ISBN 2-262-02113-9.
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Neue Folge Band 1, 2: Přemysliden, Askanier, Herzoge von Lothringen, die Häuser Hessen, Württemberg und Zähringen. Klostermann, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-465-03020-6, Tafel 204. 
von Oberlothringen (von Elsass) (Haus Châtenois), Herzog Gerhard (I5808)
 
34168 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_I._(Vaudémont)

Gerhard von Elsass (* um 1057; † 1108) war ab 1070 der erste Graf von Vaudémont. Er war der zweite Sohn von Herzog Gerhard von Lothringen.
Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1070 beanspruchte er einen Teil des Erbes für sich, und verwüstete, um seinen Anspruch zu bekräftigen den südlichen Teil Lothringens. Herzog Dietrich II., sein Bruder, war so stark in seine Auseinandersetzungen um die Nachfolge mit Ludwig, Graf von Mömpelgard und Bar eingebunden, dass er ihm das Saintois überließ, den pagus rund um Vaudémont; Kaiser Heinrich IV. gestand ihm den Titel eines Grafen zu. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete er eng mit seinem Bruder zusammen und erfüllte die Aufgabe, die Südgrenze des Herzogtums zu sichern.
Jean de Bayon berichtet einige Jahrhunderte später, Gerhard sei im Kampf gegen den Herzog von Burgund um 1080 in dessen Gefangenschaft geraten, doch ist er der einzige, der diesen Punkt erwähnt. Tatsächlich jedoch wechselte in dieser Zeit die Oberhoheit über Charmes und Ramberailles, vom Grafen von Vaudémont zum Herzog von Burgund, was Bayons Bericht einige Glaubwürdigkeit verleiht.
Gerhard wird in vielen klösterlichen Dokumenten erwähnt, als Unterzeichner oder als Zeuge, mit Ausnahme der Zeit zwischen 1097 und 1101 – die Zeit des Ersten Kreuzzugs, was wiederum nahelegt, dass er daran teilgenommen hat, auch wenn kein Chronist eine Teilnahme erwähnt.
Um 1080 heiratete er Hedwig von Egisheim († um 1126), Tochter von Gerhard, Graf von Egisheim und Dagsburg. Ihre Kinder waren:
• Hugo I. († 1155)
• Gisela (1090 † 1141), ∞ I Renard III. Graf von Toul; ∞ II Rainald I. († 1149), Graf von Bar (Haus Scarponnois)
• Stephanie († 1160/88), ∞ Friedrich I. († 1160), Graf von Pfirt (Haus Scarponnois)
• Judith († um 1163), Äbtissin von Remiremont, dann Äbtissin von Saint-Pierre-aux-Nonnains in Metz


Literatur
• Michel François: Histoire des comtes et du comté de Vaudémont des origines à 1473. Humblot, Nancy 1935. 
von Vaudémont (von Lothringen), Graf Gerhard I. (I2867)
 
34169 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_II._(Geldern)

Gerhard II. von Geldern Graf von Wassenberg, genannt der Lange (* um 1090/1095; † am 24. Oktober um das Jahr 1131) war ein geldrischer Regent.
Gerhard II. von Geldern war in der Zählung derer von Wassenberg Gerhard IV. Sein Vater war Gerhard I. von Geldern bzw. Gerhard III. von Wassenberg, der mindestens bis 1129 gelebt haben muss. Es lässt sich nicht feststellen, wann die beiden Gerhaharde gestorben sind und ob Gerhard II. die Grafenrechte ausgeübt hatte. Zwischen März 1131 und dem 9. April 1138 findet sich kein Quellenbeleg für einen geldrischen Grafen, bis dann zu Ostern 1138 Heinrich I., der Sohn Gerhards II., als Graf von Geldern erwähnt wird. Ob die zwischen 1085 und 1131 belegten Gerharde eine Person sind oder nicht, ist nach bisheriger Quellenlage nicht entscheidbar.
Gerhard II. heiratete Ermengarde († 1138), die Tochter des Grafen Otto II. von Zutphen und Erbin der Grafschaft Zutphen, deren östlich der mittleren Ijssel gelegenes Territorium über zahlreiche Außenposten in Friesland, Westfalen und den Rheinlanden verfügte. Gerhard behauptete diese Erbschaft gegen den Bischof von Münster und stützte sich vorwiegend auf Brabant.
Gerhard liegt begraben in der Kirche zu Wassenberg.



Literatur
• Ralf G. Jahn: Die Genealogie, der Vögte, Grafen und Herzöge von Geldern. In: Johannes Stinner, Karl-Heinz Tekath (Hrsg.): Gelre – Geldern – Gelderland. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern (= Herzogtum Geldern. Bd. 1 = Veröffentlichunen der Staatlichen Archive des Landes Nordrhein–Westfalen. Reihe D: Ausstellungskataloge staatlicher Archive. Bd. 30). Verlag des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, Geldern 2001, ISBN 3-9805419-4-0, S. 29–50 und S. 489–517.
• Pieter Lodewijk Muller: Gerhard II., Graf von Geldern und Zutphen. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 8, Duncker & Humblot, Leipzig 1878, S. 737. 
von Geldern (von Wassenberg), Gerhard II. (I7521)
 
34170 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_II._(Holstein-Plön) (Jul 2023)

Gerhard II. (* 1254; † 28. Oktober 1312), genannt der Blinde, war Graf von Holstein-Plön.

Leben
Er war der zweite Sohn von Gerhard I. von Holstein-Itzehoe und Elisabeth von Mecklenburg.

Die Grafschaft seines Vaters wurde bei dessen Tod 1290 unter den noch lebenden Söhnen aufgeteilt so, dass ab 1290 Gerhard II. Graf von Holstein-Plön war, während seine jüngeren Brüder Adolf VI. als Graf von Holstein-Schauenburg und Heinrich I. als Graf von Holstein-Rendsburg regierten.

Siegel Umschrift: S(IGILLUM)*GERARDI*COMITIS*HOLTSACIE*ET*IN*SCHOWENBURCH
(Siegel Gerhards Graf von Holstein und in Schauenburg)
 
von Holstein (von Plön), Graf Gerhard II. der Blinde (I9749)
 
34171 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerichtsherrenstand_im_Thurgau Epp (von Rudenz), Landammann Johann Joachim (I18442)
 
34172 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerlach_I._(Limburg)

Gerlach I. (auch: Gerlach von Ysenburg) (* vor 1227; † Januar 1289 im Schwarzwald) war Gründer des Hauses Limburg und seit 1258 Herr der Stadt Limburg an der Lahn und einiger Dörfer in ihrem Umland.

Leben
Nach dem Tod seines Vaters Heinrich I. von Isenburg 1227 regierte Gerlach gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich II. von Isenburg das väterliche Erbe. Seit 1247 führte Gerlach den Titel des ’’Herrn von Limburg’’. Am 22. Mai 1258 wurde die Erbteilung des Hauses Isenburg endgültig besiegelt: Gerlach erhielt die Herrschaft über Limburg, Heinrich II. die Grafschaft Isenburg in alleinigem Besitz.

Von einer Italienreise brachte Gerlach um 1231 Franziskanerbrüder mit, denen er in Limburg den Bau eines Klosters ermöglichte. Bei dieser Gründung handelte es sich um eines der ältesten Klöster dieses Ordens in Deutschland. Das Kloster wurde auch später noch durch das Haus Limburg gefördert.

Als Herr von Limburg schloss sich Gerlach den Gegnern der Staufer an. Gerlach war vermutlich an einer Plünderung von Worms 1243/44 beteiligt. Nach dem Interregnum unterstützte er König Rudolf von Habsburg. Im Jahr 1276 wurde er vom König beauftragt, die Grafen von Diez in ihrem Reichslehen zu bestätigen.

Im Jahr 1279 kam es in der Stadt Limburg zu einem Aufstand der Bürger, und Gerlach wurde aus der Stadt vertrieben. Erst nach langen Verhandlungen konnte er in seine Burg Limburg über der Stadt zurückkehren, musste der Stadt jedoch weitreichende Freiheiten zugestehen. Diese Freiheiten umfassten das Recht zur Steuererhebung, die innere Gerichtsbarkeit, die Eheschließungen und das Wohnungswesen. Im Streitfall zwischen dem Haus Limburg und der Stadt sollten die Schöffen der Stadt Frankfurt entscheiden. Nach seiner Rückkehr ließ Gerlach die Burg Limburg ausbauen; der von ihm errichtete Wohnturm ist noch heute vorhanden.

Zur Absicherung seiner Stellung suchte er die dynastische Verbindung mit benachbarten Herrscherhäusern, darunter Nassau, Westerburg und Diez. Seine Tochter Anges heiratete um 1267 Heinrich I. von Westerburg. Etwa im Jahr 1270 kam es zur Hochzeit seiner Tochter Imagina mit dem Grafen und späterem König Adolf von Nassau. Durch Adolf von Nassau wurde Gerlach 1287 zum Burgmann auf der Reichsburg Kalsmunt bei Wetzlar berufen. Am 5. Juni 1288 nahm Gerlach gemeinsam mit Adolf von Nassau und Heinrich von Westerburg an der Schlacht von Worringen teil. Sie unterstützten Heinrichs Bruder, den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg. Die Niederlage in der Schlacht blieb für Gerlach ohne erhebliche Folgen.

Gerlach I. von Limburg starb im Jahr 1289 während seiner Teilnahme an einem Kriegszug König Rudolfs im Schwarzwald. Sein Sohn Johann I. übernahm die Herrschaft in Limburg.


Quellen
Literatur
G. Ulrich Großmann: Limburg an der Lahn, Führer durch die Stadt und ihre Geschichte. 5. Auflage. Trautvetter & Fischer, Marburg 2000, ISBN 3-87822-114-2.
Franz-Karl Nieder: Die Limburger Dynasten und die deutschen Könige 1292 bis 1356. In: Nassauische Annalen. Band 117. Verlag des Vereines für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, 2006, ISSN 0077-2887.
Wilhelm Crecelius: Gerlach (von Limburg). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 5.
Weblinks
Burg Limburg auf www.burgenwelt.de
Stammbaum 
von Limburg (von Isenburg), Herr Gerlach I. (I11142)
 
34173 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerloc

Gerloc (Geirlaug, † nach 969) war die Tochter von Rollo, Jarl der Normannen und Graf von Rouen, und Poppa von Bayeux, somit die Schwester von Graf Wilhelm Langschwert aus der Familie der Rolloniden. Ihr Geburtsname Gerloc wurde bei ihrer Taufe im Jahr 912 in Adele geändert, in der Literatur wird sie daher oft mit dem Doppelnamen Gerloc-Adele angesprochen. Im Jahr 935 heiratete sie Wilhelm Werghaupt († 3. April 963) aus der Familie der Ramnulfiden, seit 934 Graf von Poitou, 959/962 Herzog von Aquitanien.
Am 14. Oktober 962 gab ihr König Lothar von Frankreich das Recht, über ihren Besitz im Poitou selbst zu verfügen, womit er einen langen Streit zwischen ihrem Ehemann und den Robertinern beendete. Mit diesem Besitz gründete sie das Kloster Sainte-Trinité in Poitiers.
Gerloc-Adele und Wilhelm hatten zwei Kinder:
• Wilhelm Eisenarm (* um 937; † 995/996), Graf von Poitou, Herzog von Aquitanien
• Adelheid (* wohl 950, † 15. Juni 1006); ∞ um Sommer 968 Hugo Capet († 996), 987 König von Frankreich (Robertiner, Stammliste der Kapetinger)

Literatur
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Band II (1984), Tafel 79
Weblink
• Gerloc bei Medieval Lands 
von der Normandie, Prinzessin Gerloc (Adela) (I2957)
 
34174 https://de.wikipedia.org/wiki/Germaine_de_Foix

Germaine de Foix (* 1488 oder 1490 in Foix, Narbonne; † 15. Oktober 1538 in Liria (Valencia)) war eine französische Adlige und die zweite Ehefrau von König Ferdinand II. von Aragón.

Leben
Germaine de Foix im wurde Jahr 1488 oder 1490 als Tochter von Jean de Foix, Graf von Étampes und Vizegraf von Narbonne, und dessen Frau Maria von Orléans, Schwester von König Ludwig XII. von Frankreich, geboren.[1]
Nach dem Tod seiner ersten Frau, Königin Isabella von Kastilien, heiratete Ferdinand im Oktober 1505 (Trauung per Stellvertreter) bzw. am 22. März 1506 in Dénia die wesentlich jüngere Germaine de Foix in der Hoffnung auf einen Erben, der in der Thronfolge von Aragón vor seiner Tochter Johanna stehen würde.[1][2]
Die politische Verbindung sollte den Frieden zwischen König Ludwig XII. von Frankreich und König Ferdinand von Aragón, der im Vertrag von Blois vereinbart worden war, besiegeln. Der Vertrag beinhaltete, dass der französische König seiner Nichte die dynastischen Rechte am Königreich von Neapel und den Titel eines Königs von Jerusalem übertrug. Diese Rechte sollten im Falle der Kinderlosigkeit des Paares an die französische Krone zurückfallen. Im Gegenzug musste Ferdinand von Aragón versprechen, einen Sohn aus dieser Beziehung zum König von Aragón zu ernennen. Die politische Verbindung verursachte Widerstände bei den Mitgliedern des Adels von Kastilien, da man glaubte, dass Ferdinand verhindern wollte, dass seine Tochter Johanna und ihr Ehemann Philipp den Königstitel von Aragón erbten.
Am 3. Mai 1509 wurde in Valladolid der erste Sohn des Paares, Juan, Príncipe de Gerona, geboren. Der Prinz war der zukünftige König von Aragón, Valencia und Katalonien in Spanien, und Neapel, Sizilien und Sardinien in Italien und hätte die Verschmelzung der Königreiche Aragón und Kastilien verhindert. Der Säugling verstarb allerdings schon wenige Stunden nach seiner Geburt. Nach anderen Quellen starb er im Alter von vier Tagen am 7. Mai 1509.[1][2]
Ferdinand diplomatische Doppelzüngigkeit und die wechselnden Allianzen mit Frankreich, verärgerten den englischen König Heinrich VIII., der mit Ferdinands jüngster Tochter Katharina von Aragón verheiratet war. Deshalb verheiratete er 1514 seine Schwester Maria mit dem 52-jährigen König Ludwig XII. von Frankreich, der bereits drei Monate nach der Hochzeit starb.
Am 15. Januar 1516 starb König Ferdinand II. von Aragón. Der König hatte schon seit zwei Jahren an gesundheitlichen Problemen gelitten und starb angeblich nach dem Genuss von aphrodisierenden Kräutern, die seine Zeugungsfähigkeit verbessern sollten. Ferdinand versprach Germaine in seinem Testament eine jährliche Witwenrente von 50.000 Florins, die allerdings im Falle einer Wiederverheiratung der Witwe aufgelöst werden sollte. Nach dem Tod ihres Gemahls übersiedelte Germaine nach Kastilien.
Ferdinands Enkel und Nachfolger, König Karl I. von Spanien, arrangierte für Germaine am 17. Juni 1519 in Barcelona eine Hochzeit mit dem Markgrafen Johann von Brandenburg, einem Sohn von Friedrich V., Markgraf von Brandenburg-Ansbach und seinener Ehefrau Zofia Jagiellonka, Prinzessin von Polen. Er war somit Cousin des Kurfürsten Joachim von Brandenburg.[1][2] Germaine bekleidete das Amt des Generalkapitäns und der Vizekönigin von Valencia, welches Karl am 27. März 1523 auch auf Johann ausweitete. Das Paar leistete am 11. Dezember 1523 in der Kathedrale von Valencia den feierlichen Amtseid. Während revolutionärer Unruhen in Valencia, wurden fast alle Paläste der dort ansässigen Edelleute zerstört, Johanns Palast wurde allerdings verschont. Als Kaiser Karl 1524 gegen Frankreich rüstete, versetzte Johann seine und seiner Gemahlin Kleinodien sowie Gold- und Silbergeschirre um Karl mit Geldmitteln auszuhelfen.[3] Nach dem Tod Johanns am 5. Juli 1525 in Valencia heiratete Germaine am 1. August 1526 in Sevilla Fernando, Herzog von Kalabrien und Prinz von Tarent. Er war am 15. Dezember 1488 in Andria als Sohn von König Friedrich I. von Neapel und Isabella del Balzo geboren worden.[1][2] Das Paar war Vizekönig und Vizekönigin von Valencia und waren die Förderer von Kunst und Musik. Das Vizekönigspaar regierte autoritär und wurden im Zuge seiner Regierungstätigkeiten mit Banditen, internen Konflikten, der Piraterie von Nordafrika, der Verschuldung des Adels und der Rebellion der Morisken konfrontiert. Zudem schlug das Paar den Germanías-Aufstand nieder, konfiszierte die Güter der Aufständischen und führte einen Refeudalisationsprozess durch.
Germaine de Foix starb im Alter von 49 Jahren am 15. Oktober 1538 in Liria und liegt im Kloster San Miguel de los Reyes in Valencia begraben. Der Herzog von Kalabrien heiratete am 1. Februar 1540 in zweiter Ehe Mencia de Mendoza Fonseca, zweite Marquesa del Cenete, und war bis zu seinem Tod am 26. Oktober 1550 oder 5. August 1550 in Valencia Vizekönig von Valencia. Er hatte einen unehelichen Sohn, Juan Pablo de Matarredona.[1][2]

Mythos
Germaine de Foix und Karl I. von Spanien sollen nach zeitgenössischen Quellen ein Liebespaar gewesen sein.
Im Jahr 1517 traf der junge König Karl I. von Spanien nach seiner Ankunft in Spanien das erste Mal auf Germaine. Die Witwe war zu diesem Zeitpunkt eine attraktive Frau von 29 Jahren, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht unter Fettleibigkeit litt. Karl veranstalte zu Ehren von Germaine Bankette und Turniere. Bald soll sich eine Liebesbeziehung zwischen dem König und Germaine entwickelt haben, der eine Tochter namens Isabel entstammen soll. Obwohl sie nie offiziell anerkannt wurde, nanntnte Germaine de Foix dieses Mädchen in ihrem Testament „Infanta Isabel“ (einen Titel, den sie nicht tragen konnte) und den Vater des Kindes „den Kaiser“. Das Mädchen wurde am Königshof von Kastilien erzogen. Isabella, Infantin von Kastilien, soll am 20. August 1518 in Valencia geboren worden sein und starb im Jahr 1537 in Perpignan.[1]
Im Jahr 1519 begleitete Germaine de Foix Karl und dessen Schwester Eleonore nach Saragossa und Barcelona, wo der König gekrönt und die Königsfamilie gefeiert wurde. Bevor die Liebesaffäre zwischen der Witwe und dem jungen König öffentlich bekannnt werden hätte können, wurde die Heirat von Germaine mit Johann, Markgraf von Brandenburg-Ansbach, beschlossen. Johann von Brandenburg war ein treuer Gefolgsmann des Königs und wurde im Zuge der Heirat zum Vizekönig und Hauptgeneral von Valencia und zum Oberbefehlshaber der spanischen Armee ernannt.



Belege
1 Stammbaum der Ursula Germaine de Foix unter http://www.geneall.net
2 Stammbaum der Germaine de Foix unter http://gw1.geneanet.org
3 Friedrich von Raumer, Wilhelm Heinrich Riehl, Wilhelm Maurenbrecher: Historisches Taschenbuch, Band 6, F.A. Brockhaus, 1835, S. 246 (Digitalisat) 
von Foix, Germaine (I8863)
 
34175 https://de.wikipedia.org/wiki/Gero

Gero, auch Gero I. oder Gero der Große, († 20. Mai 965 in Gernrode) war ein ostsächsischer Graf, der von 939 bis 965 als Markgraf König Ottos I. die Tributherrschaft über die slawischen Stämme östlich der mittleren Elbe und der Saale ausübte („Sächsische Ostmark“).
Gero entstammte einem hoch angesehenen ostsächsischen Adelsgeschlecht. Aufgrund seiner Herkunft und der persönlichen Nähe zum König erhielt er nach dem Tod seines Bruders das prestigeträchtige Amt eines militärischen Oberbefehlshabers (Legat). In dieser Funktion sicherte er ab dem Jahr 937 von Sachsen aus den Anspruch Ottos I. auf die Oberhoheit über die elbslawischen Stämme. Damit trug Gero die Hauptlast der sächsisch-slawischen Grenzkämpfe und hielt dem König den Rücken frei für andere Aufgaben. Dafür zeichnete ihn Otto I. um das Jahr 940 mit dem ursprünglich karolingischen Markgrafentitel aus. Diese Auszeichnung hob Gero nochmals aus der Menge der sächsischen Grafen hervor, verlieh ihm aber keine zusätzlichen Befugnisse oder eine Mark als Amtsgebiet. Nachdem Gero fast 20 Jahre zu den engsten Vertrauten Ottos I. gehört hatte, kam es im Zuge des Liudolfinischen Aufstandes zu einer tiefgreifenden Entfremdung zwischen König und Markgraf, in deren Folge Otto I. sich von Gero abwandte und Hermann Billung zu seinem Stellvertreter in Sachsen machte. Gero wurde in seinem Amt belassen, spielte aber bis zu seinem Tode für die Königsherrschaft Ottos I. keine Rolle mehr. Von Geros Selbstverständnis und dem sich daraus ergebenden Repräsentationsanspruch zeugt mit der romanischen Stiftkirche St. Cyriakus in Gernrode eines der bedeutendsten ottonischen Baudenkmäler.
Während mittelalterliche sächsische Quellen Geros Tatkraft rühmten, galt er national gesinnten Historikern des 19. und 20. Jahrhunderts in Deutschland und Polen als Prototyp des Markgrafen und Symbolfigur einer mittelalterlichen „deutschen“ Eroboberungspolitik im Osten. Heute geht die Geschichtswissenschaft davon aus, dass die Verleihung des Markgrafentitels ehrenhalber erfolgte und Geros Kämpfe mit den Elbslawen keine Eingliederung der slawischen Gebiete in das Ostfrankenreich zum Ziel hatten, sondern vorrangig der gewaltsamen Durchsetzung von Tributzahlungen durch die unterworfenen Slawen dienten.

Herkunft und Familie
Gero entstammte einem der mächtigsten und angesehensten Adelsgeschlechter Ostsachsens. Sein Vater Thietmar[3] diente am Hof als Erzieher und Berater des sächsischen Herzogs und späteren ostfränkisch-deutschen Königs Heinrich I. und führte in der Schlacht bei Lenzen im Jahr 936 ein sächsisches Heer zum Sieg gegen die slawischen Redarier. Über seine Mutter Hildegard, Schwester der Gemahlin des Grafen Erwin von Merseburg, war Gero mit Thankmar verwandt, dem erstgeborenen Sohn König Heinrichs I. aus dessen erster Ehe mit Hatheburg, die wiederum eine der beiden Töchter Erwins war. Donald C. Jackman hält Geros Mutter für eine Schwester König Konrads I.[4] und erklärt auf diese Weise die Herkunft des Namens Gero als Kurzform von Gerold aus dem konradinischen Namensgut.
Geros älterer Bruder Siegfried von Merseburg[5] stand wie sein Vater hoch in der Gunst König Heinrichs I., mit dessen Halbschwester er in erster Ehe verheiratet war. Unter Otto I. verwaltete er das östliche Sachsen bei Abwesenheit des Königs als dessen Vertreter.[6] Die Söhne von Geros Schwester Hidda aus der Ehe mit dem Grafen Christian erlangten bedeutende kirchliche und weltliche Ämter: Der gleichnamige Gero wurde Erzbischof von Köln, und Thietmar beerbte seinen Onkel Gero als Markgraf von Meißen.[7]
Geros eigene Nachkommen aus der Ehe mit der ansonsten unbekannten Judith[8] verstarben noch zu seinen Lebzeiten kinderlos. Sein Sohn Siegfried, Patenkind König Ottos I., heiratete zwar um 952 die zu diesem Zeitpunkt 13-jährige Hathui,[9] eine Tochter des Billungers Wichmann I.,[10] verstarb aber bereits am 25. Juni 959 oder 961.[11] Über den Sohn Gero ist nichts bekannt.[12] Ein weiterer Sohn Christian wird vereinzelt vermutet, ist aber nicht belegbar.[13]

Aufstieg zum Markgrafen
Nach dem Herrschaftsantritt Ottos I. begann für Gero ein beispielloser Aufstieg. In den Quellen erscheint er zunächst als Graf, dann als Legat, schließlich als Markgraf und vorübergehend sogar als Markgraf und Herzog. Bereits mit der Erhebung vovom gewöhnlichen Grafen zum Legaten erhielt Gero vom König das bis dahin höchste Amt in Sachsen verliehen. Kurz darauf führte Otto I. für Gero den ursprünglich karolingischen Markgrafentitel wieder ein und hob ihn damit nochmals aus der Menge deer sächsischen Grafen hervor. Bis zu seinem Tod blieb Gero einer von nur drei oder vier[14] ottonischen Amtsträgern, die in den Chroniken und königlichen Urkunden als Markgraf bezeichnet werden.[15] Gleichzeitig verdeutlichte Otto I. mit der Wahl dieses Titels aber auch die Bindung des Markgrafen an den König und unterschied ihn damit erkennbar von den eigenständigen Herzögen mit ihren teilweise königsgleichen Herrschaften.[16]

Graf
Gero wurde urkundlich erstmals im Jahr 937 als Graf (comes) erwähnt.[17] Er war einer von mehreren Grafen in dem westlich von Magdeburg gelegenen Nordthüringgau. Vermutlich hatte er die Grafenwürde mit dem Tod seines Vaters Thietmar im Jahr 932 geerbt. Als Graf war Gero ein eigenständiger Herrschaftsträger. Ihm standen die gerichtlichen, militärischen und administrativen Befugnisse über die auf seinem allodialen Grund und Boden arbeitenden und wohnenden Menschen zu. Anfangs bestand ssein Besitz nur aus einigen wenigen Dörfern im Südosten des Nordthüringgaues.[18] Ein Zuwachs an Besitz und Macht konnte nur durch königliche Verleihung zusätzlicher Kompetenzen erfolgen, die eine besondere Nähe zum Herrscher voraussetzte. Diese Nähe zu Otto I. muss früh bestanden haben, denn bereits vor seinem Herrschaftsantritt hatte Otto die Patenschaft für Geros 934/935 geborenen Sohn Siegfried übernommen.[19]

Legat
Mit dem Tod von Geros Bruder Siegfried im Sommer 937 wurde dessen Legation für das östliche Sachsen vakant. Als Legat hatte Siegfried im Verteidigungsfall die militärische Gewalt über die Merseburg benachbarten Grenzgrafschaften ausgeübt.[20] Nach einer neueren Forschungsmeinung war mit der Legation zudem die Ausübung der Tributherrschaft über die unterworfenen Slawenstämme östlich von Elbe und Saale verbunden.[21] Das Legatenamt übertrug Otto I. auf dem Hoftag zu Magdeburg am 21. September 937 auf Gero.[22] Damit kennzeichnete er ihn als einen seiner engsten Vertrauten. Dennoch blieben Geros Befugnisse auffällig hinter denen seines Bruders zurück.[23] Anders als dieser wurde er nicht mit der Stellvertretung des Königs beauftragt. Außerdem scheint die Vergabe des Legatenamtes an Gero mit einer Herrschaftsverlagerung verbunden gewesen zu sein.[24] Hatte nämlich Siegfried das Amt von Merseburg aus ausgeübt, scheint Geros Ausgangspunkt Magdeburg gewesen zu sein. Dort unterhielt er einen befestigten Wirtschaftshof[25] mit einer dem heiligen Cyriakus geweihten Kapelle. Die Ursache dieser Verschiebung könnte auf ein vorangegangenes Amt Ottos I. in Magdeburg zurückzuführen sein: Otto hatte von dort aus zu Lebzeiten seines Vaters Heinrich I. selbst die Stellung eines Grenzhüters ausgeübt.[26] Dann wäre Gero nicht nur in das Amt seines Bruders, sondern auch in Ottos Funktion eingerückt.
Als Legat war Gero bestimmten Grafen übergeordnet.[27] Diese Unterstellung beschränkte sich auf den militärischen Oberbefehl. Eine lehnsherrliche oder gerichtliche Gewalt Geros über die ihm unterstellten Grafen ist nicht erkennbar. Von diesen Grafen sind sein Schwager Christian, dessen Sohn Thietmar, Dietrich von Haldensleben sowie Adalbert und Bruno namentlich bekannt.[28]
Die Vergabe der herausragenden Stellung eines Legaten an Gero führte zu einem Konflikt Ottos I. mit seinem älteren Halbbruder Thankmar, der die legatio für sich selbst erwartet hatte. Die Empörung Thankmars führte schließlich zu einem bewaffneten Aufstand der mit ihm verschworenen Adelskreise gegen den König. Sie endete erst mit dem Tod Thankmars auf der Eresburg am 28. Juli 938. Gero beteiligte sich nicht an den Kämpfen des Königs gegen Thankmar.[29] Stattdessen wehrte er damals möglicherweise einen Einfall der Ungarn in den Schwabengau ab, der zu seiner legatio gehörte.[30]

Markgraf
In einer Urkunde Ottos I. aus dem Jahr 941 wird Gero erstmals als Markgraf (marchio) bezeichnet.[31] Die Bestellung zum Markgrafen könnte der König bereits anlässlich des Magdeburger Hoftages am 7. Juni 939 vorgenommen haben.[32] Sie war nicht mit einer Erweiterung von Geros Rechten verbunden. Anders als das Amt des Legaten erhielt Gero den Markgrafentitel als Zeichen einer sozialen Rangerhöhung innerhalb der Hierarchie des ostsächsischen Adels.[33] Mit der Ernennung eines Markgrafen wwollte Otto I. die Verringerung seiner Präsenz in Sachsen ausgleichen, dem Kerngebiet seiner Herrschaft. Dazu installierte er mit Gero einen seiner engsten Vertrauten als Mittelgewalt zwischen Adel und König, ohne dabei durch die Bestellung eines Herzogs eigene Befugnisse aufgeben zu müssen oder andere sächsische Adlige durch die Vergabe eines Herzogtitels zu brüskieren.[34]
Lange war die Forschung davon ausgegangen, Gero sei mit der Verleihung des Markgrafentitels auch eine Markgrafschaft (marca oder marchia) als räumlich definierter Amtsbereich zugewiesen worden. Diese Vorstellung beruhte auf einer Übertragung der Staatsorganisation des 19. und 20. Jahrhunderts auf die mittelalterlichen Verhältnisse und einer daran ausgerichteten Interpretation der mittelalterlichen Schriftquellen. Danach stand der König als Herrscher einem hierarchisch aufgebautem Apparat von Amtsträgern mit eindeutig geregelten sachlichen und örtlichen Zuständigkeiten vor. In dieser gedachten Struktur gebot Gero über einen militärischen Verwaltungsbezirk auf slawischem Siedlungsgebiet östlich der mittleren Elbe und der Saale. Es sollte sich um ein riesiges Territorium handeln, das im Norden an Elde und Ucker oder wahlweise sogar an die Ostsee grenzte und sich im Osten entlang von Havel und Spree bis zur Oder ausdehnte, während es im Süden bis an das Herrschaftsgebiet der Böhmen reichte. In Anlehnung an die beiden Gründungsurkunden der Bistümer Havelberg[35] und Brandenburg[36] wurde das Gebiet als „Mark des Gero“ oder „Geromark“ bezeichnet, bis sich in der modernen Geschichtswissenschaft der Name „Sächsische Ostmark“ durchsetzte. Diese Wortschöpfung bezieht sich auf Thietmar von Merseburg, der Gero als marchio orientalis („östlicher Markgraf“) bezeichnete.[37] Weiterhin gebräuchlich waren die Namen „Elbmark“ und „Nordmark“.
In der neueren Forschung wird die Existenz einer Markgrafschaft als Amtsgebiet Geros zunehmend in Frage gestellt. Zu sehr unterscheide sich die ottonische Königsherrschaft mit ihrem labilen Gleichgewicht der unterschiedlichen Herrschaftsträger und den immer wieder neu zwischen König und Großen auszuhandelnden Aufgabenfeldern von der Struktur moderner Staaten, als dass sich darin die Vorstellung von Amtsträgern mit geregelten und räumlich bestimmten Kompetenzen einfügte.[38] Darüber hinaus lasse sich den Schriftquellen keine unmittelbare Aussage über die königliche Zuweisung einer Markgrafschaft an Gero entnehmen.[39]

Herzog und Markgraf
In der 946 ausgestellten Gründungsurkunde des Bistums Havelberg wird Gero schließlich als Herzog und Markgraf (dux et marchio) bezeichnet.[40] Dieselbe Titelkombination führt Gero in der Stiftungsurkunde des Bistums Brandenburg aus dem Jahr 948.8.[41] Die Echtheit beider Urkunden ist bis heute umstritten.[42] Soweit die Verwendung des Herzogtitels nicht als weiteres Argument gegen die Echtheit der Urkunden angeführt wird,[43] gibt es für die Titulierung unterschiedliche Erklärungen. Diie ältere Forschung war zunächst von einer nochmaligen Erhöhung zum „Markenherzog“ und einer Zuweisung der Mark als Herrschaftsgebiet ausgegangen.[44] Zumindest werde damit Geros Vogtei über die beiden Bistümer Havelberg und Brandenburg kenntlicch gemacht. In der neueren Forschung wird die Bezeichnung als dux nicht mehr als Herrschaftstitel, sondern nur noch als militärische Führerstellung gedeutet.[45] Neben Otto I. habe es keinen Herzog in Sachsen gegeben. Vereinzelt wird erörtert, ob die Bezeichnung als dux auf dem Höhepunkt seiner Macht und als einer der engsten Vertrauten des Königs 946/948 nicht zumindest auf eine Stellung Geros als Stellvertreter des Königs hindeuten könnte,[46] immerhin eine Position, wie sie zuvor sein Bruder Siegfried innegehabt hatte. Gero, nach eigenem Selbstverständnis „Markgraf von Gottes Gnaden“[47] und von den Zeitgenossen als „Gero der Große“ bezeichnet,[48] führte in seinen Privaturkunden keinen Herzogstitel.[49]

Mehr unter oben stehendem Link der Wikipedia.. 
von Ostsachsen, Markgraf Gero I. der Grosse (I4912)
 
34176 https://de.wikipedia.org/wiki/Geroldonen

Die Geroldonen (auch Geroldinger) waren eine Familie des fränkischen Adels aus der Zeit der Karolinger, die vor allem in Schwaben begütert waren, aber im gesamten süddeutschen Raum eine große Bedeutung hatten. Sie treten vor allem aufgrund ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Karolingern hervor, die
• mit Gerold dem Jüngeren, X 799, Fränkischer Präfekt in Bayern und Schwager Karls des Großen ihren Anfang hatten,
• mit dessen Schwester Hildegard, † 783, der Ehefrau Karls des Großen und Mutter Ludwigs des Frommen, † 840, kulminierten,
• in ihrer Stellung im Umfeld der Kaiserin Judith, † 843, Ludwigs Ehefrau, eine Fortsetzung fanden, und
• in Irmintrud (Ermentrud), † 869, der Ehefrau von Ludwigs und Judiths Sohn Karl der Kahle, † 877, ihren Abschluss fanden.[1]
Die Gleichsetzung des Grafen Udo im Lahngau (dort 821/826 bezeugt) mit dem Grafen Odo von Orléans (dort ab 828, X 834), dem Vater Irmintruds, dessen (vermutete, aber nicht nachgewiesene) Zugehörigkeit zu den Geroldonen sowie die Identifizierung Udos/Odos als Vater des Grafen Gebhard im Lahngau († 879) (Jackman/Fried), machen die Geroldonen schließlich zu den Vorfahren der Konradiner[2]
Darüber hinaus besteht die Vermutung, dass Graf Udalrich im Alpgau, Breisgau, Hegau, Thurgau etc. der Stammvater der Udalrichinger ist, den späteren Grafen von Bregenz.

Stammliste
Die Stammliste folgt grundsätzlich der Darstellung bei Schwennicke, Abweichungen davon sind quellenmäßig belegt. Nicht bei Schwennicke finden sich die Nachkommen Adrians bzw. Erbios.
1 Gerold I., † wohl vor 795 [3][4], Graf im Mittelrheingebiet 777/784, im Kraichgau und im Anglachgau [5]; ∞ Imma, 778/786 bezeugt [6], Tochter des Alamannen-Herzogs Hnabi, Schwester des Grafen Ruadpert[7]
1 Gerold II., X 1. September 799 in Pannonien gegen die Awaren, 786 als Graf bezeugt, 796 als fränkischer Präfekt in Bayern, begraben im Kloster Reichenau [8]; ∞ NN
1 Kind , 786 bezeugt
2 Udalrich I., 778/817 bezeugt, † wohl vor 824, 780/781 als Graf im Alpgau und Breisgau, bezeugt, 787-791 als Graf im Hegau, 787 als Graf im Thurgau, 805/817 als Graf am Nordufer des Bodensees, Graf im Elsass[9]
1 Bebo, 803 bezeugt
2 Gerold, 803 bezeugt
3 Udalrich, 800/803 bezeugt
4 Radbert (800/803) bzw. Ruadbert, † wohl 817, 806/813–814 Graf, 806 Graf im Thurgau, 807/813–814 Graf am Nordufer des Bodensees, 807 Graf im Argengau, 813–814 Graf im Linzgau, bestattet wohl in Lindau – vermutliche Nachkommen: siehe Udalrichiner
5  ? Erih
3 Voto (Uto), 788 bezeugt, † wohl vor 803
4 Hildegard, * wohl 757, † 7. April 783[10]; ∞ 771 vor dem 3. April Karl der Große, 768 König der Franken, 774 König der Langobarden, 800 römischer Kaiser, † 28. Januar 814 (Karolinger)
5 Megingoz, 784/795 bezeugt[11]
6 Hadrian (Adrianus), 793 bezeugt, * nach 772, † nach 793, vor 821 [12]; ∞ Waldrat, † nach 824, wohl Tochter von Erphold und Waldrat [13], vielleicht auch Schwester Wilhelm von Aquitaniens, Graf von Toulouse (Wilhelmiden)[14]
1 (Tochter von Adrian und Waldrat[15]) Wialdrut, 834 bezeugt; ∞ Robert III. Graf im Oberrheingau und Wormsgau, 812 bezeugt, † vor 834 (Robertiner)[16]
7 Erbio, † vielleicht vor 793 oder aber nach 808[17]; ∞ NN, vielleicht Schwester von Wilhelm von Aquitanien, Graf von Toulouse (Wilhelmiden);
1 (Tochter Erbios) Eugenia, 808 bezeugt
2 (Sohn Hadrians oder Erbios) Odo, X 834, 821/826 Graf im Lahngau, ab 828 Graf von Orléans [18];∞ Ingeltrud, † nach 834, Schwester des Seneschalls Adalhard, Tochter von Leuthard Graf von Fézensac (Matfriede) [19]
1 Irmintrud (Ermentrud), * 27. September wohl 830, † 6. Oktober 869 [20]; ∞ 13. Dezember 842 Karl der Kahle, * 13. Juni 823, † 6. Oktober 877, 843 König der Westfranken (Karolinger)
2 Wilhelm, † hingerichtet 866[21]
3 Gebhard [22], 832/879 bezeugt, Graf im Niederlahngau, Vogt des Stifts St. Severus in Kettenbach/Gemünden [23]; ∞ NN, Schwester des Markgrafen Ernst im Nordgau (Ernste) - Nachkommen: siehe Konradiner
3 (Bruder Odos) Wilhelm, X 834 Graf von Blois [24]



Literatur
• Michael Borgolte:
• Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit. Eine Prosopographie. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1986
• Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit. Vorträge und Forschungen Sonderband 31 Jan Thorbecke, Sigmaringen 1984
• Egon Boshof: Ludwig der Fromme. Primus Verlag Darmstadt 1996
• Irmgard Dienemann-Dietrich: Der fränkische Adel in Alemannien im 8. Jahrhundert. in: Grundfragen der Alemannischen Geschichte. Vorträge u. Forschungen, Bd 1, Jan Thorbecke, Sigmaringen
• Ernst Dümmler: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865
• Michael Mitterauer: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz Wien Köln 1963
• Eduard Hlawitschka: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9., 10. und 11. Jahrhundert. Kommissionsverlag: Minerva-Verlag Thinnes Nolte OHG Saarbrücken 1969
• Michael Gockel: Karolingische Königshöfe am Mittelrhein. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1970. ISBN 3226006568, Gerolt und seine Zeugen, ab S. 275.
• Roland Rappmann, Alfons Zettler: Die Reichenauer Mönchsgemeinschaft und ihr Totengedenken im frühen Mittelalter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1998
• Pierre Riché: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991
• Rudolf Schieffer: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992
• Karl Schmid: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983
• Karl Rudolf Schnith: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln Band XII (1992) Tafel 24: „Verwandte der Königin Hildergard † 783“
• Reinhard Wenskus: Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1976
• Karl Ferdinand Werner: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1995
• Lexikon des Mittelalters (Einzelnachweise bei den jeweiligen Links)
• Willi Alter:
• Graf Gerold und Frau Imma - Besitz, Familie und personelles Umfeld, in: Mitt. des Hist. Vereins der Pfalz, 94 Band, Speyer 1996, S. 7 – 80.
• Gerold und seine Söhne Adrian und Eribo von 793, Ergänzung zur Familie des Grafen Gerold, in: Mitt. des Hist. Vereins der Pfalz, 98. Band, Speyer 2000, S. 83 – 96.
Weblinks
• Materialsammlung
Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1 http://www.manfred-hiebl.de/genealogie-mittelalter/geroldonen/geroldonen.html
2 Die Söhne Graf Gebhards werden 861 als „Propinquii“ (nahe Verwandte) des Seneschall Adalhard bezeichnet; bei der Konstellation hier wäre Adalhard der Großonkel der Brüder
3 Schenkung von Egilolf und Gerold: 12. Juni 767 an Kloster Lorsch, 7 Morgen (Worms-)Ibersheimer Land, Urk. 1493 und Willi Alter, Graf Gerolf und Frau Imma, in Mitt.des Hist. Vereins der Pfalz, Bd. 94, S. 36, 38, 44, 45,75
4 Mitterauer: „Graf Gerold dürfte kurz nach 784 gestorben sein.“
5 Mitterauer: „Der Amtsbezirk Gerolds umfaßte den Kraich- und Anglachgau.“ Siehe: [1] und [2]
6 "Thegan verfolgte jedoch bloß die Linie ihrer Mutter Imma zurück, die eine Tochter Herzog Hnabis, des Mitbegründers der Reichenau war. Imma schenkte 784 zusammen mit ihrem Gatten Gerold reiche Besitzungen im Worms-, Lobden-, Anglach-, Uff- ud Kraichgau an das Kloster Lorsch. Die Güter lagen hauptsächlich zwischen Worms und Oppenheim sowie zwischen Heidelberg und Bruchsal." (Mitterauer, S. 8), [3]
7 [4]
8 Lexikon des Mittelalters; [5], Schwennicke: X 1. November 799
9 [6]
10 [7]
11 "Megingoz gibt 784 Besitz im Lobdengau an Lorsch und wird bei dieser Gelegenheit als Sohn eines verstorbenen Gerold bezeichnet. Dazu kommt noch, dass Megingoz 801 Besitz im Wormsgau tradiert, den ihm sein Bruder Gerold hinterlassen hatte. Zwi Jahre vorher war Präfekt Gerold gefallen." (Mitterauer, S. 16), [8]
12 [9]
13 [10]
14 Jackman
15 Jackman
16 Mitterauer, S. 208
17 „Dass Erbio 793 schon tot war, wie angenommen wurde, geht aus der Schenkungsurkunde Hadrians keineswegs hervor. Es ist vielmehr wahrscheinlich, dass er mit jenem Erbio identisch ist, der in Fuldaer Urkunden des ausgehenden 8. und beginnendn 9. Jahrhunderts einige Male genannt wird. Vor allem aber ist er aus einer Urkunde des elsässischen Klosters Weißenburg bekannt. 808 schenkte er nämlich diesem Kloster unter der Bedingung lebenslänglicher Nutznießung für sich und seine Kinder Uado und Eugenia Besitz in Kühlendorf, in dem nach ihm benannten Hermersweiler (Erbenwilare), in Semheim, Osterendorf, Carlbach, Ottersheim, Knittelsheim und Hochstadt. Die Identität mit dem Sohne Gerolds scheint dadurch außer Zweifel gestellt, dass dieser einen Bruder Uoto hatte, der ebenfalls im Elsaß begütert war und hier an das Kloster Fulda tradierte, in dessen Urkunden auch Erbio wiederholt genannt wird.“ (Mitterauer, S. 14); [11]
18 [12]
19 [13]
20 [14]
21 Jackman/Fried
22 die Filiation ist umstritten, Details siehe beim Artikel zu Gebhard im Lahngau
23 Jackman/Fried, [15]
24 [16] 
von Anglachgau (Geroldonen), Gerold I. (I3519)
 
34177 https://de.wikipedia.org/wiki/Gero_(Lausitz)

Gero (* um 970; † 1. September oder 1. Oktober 1015 bei Krossen) war Graf im Gau Serimunt, Schwabengau, ab 992 im Hassegau und ab 993 Markgraf der Mark Lausitz, die er aber an der Ostflanke zu großen Teilen 1002 an den polnischen König Bolesław verlor. Er herrschte über ein Gebiet, das ungefähr der heutigen Niederlausitz entspricht.
In der älteren Literatur wird er unter dem Namen Gero II., Markgraf der Sächsischen Ostmark, geführt. Dies ist nicht richtig, da die Sächsische Ostmark nach dem Tod Geros „des Großen“ 965 aufgelöst und in fünf kleinere Verwaltungseinheiten (Marken) geteilt wurde.

Abstammung
Gero war der einzige Sohn des Markgrafen Thietmar I. von Meißen und der Suanehild vom Stamm der Billunger, Tochter von Herzog Hermann von Sachsen. Er war ein Großneffe des Markgrafen Gero der Ostmark und Neffe des Erzbischofs Gero von Köln.
Herrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nach Thietmars Tod, 979, trat Gero, der zu diesem Zeitpunkt noch sehr jung war, des Vaters Nachfolge im Gau Serimunt und bald auch im Schwabengau an, während die Marken Meißen und Merseburg von Kaiser Otto I. wieder an den zwischenzeitlich verbabannten Gunther von Merseburg gegeben wurden. Gero konnte jedoch im Laufe der Zeit seinen Herrschaftsbereich und seine Stellung erheblich ausbauen. Als Graf im Hassegau ist er ab 992 urkundlich belegt. Eine ihm nach Erbrecht zustehende Grafschaft besaß er nördlich vom Serimunt im slawischen Gau Zitizi an der Elbe, um das heutige Zerbst. Vom Vater stammte auch eine Grafschaft im Gau Coledizi. Nach dem Tod des nahe mit ihm verwandten Markgrafen Hodo I., 993, erhielt Gero dessen Mark Lausitz und den slawischen Gau Nizizi sowie Teile von Hodos Allodien; seitdem führte er den Titel marchio (Markgraf).

Reichspolitik
Gero war eine treue Stütze der Ottonen, gehörte zu den Vertrauten von Kaiser Otto III. und war ein Anhänger von dessen Politik der Renovatio imperii („Wiederherstellung des Römischen Reiches“) und damit ein Befürworter des Aktes von Gnesen, der im Jahre 1000 das Erzbistum Gnesen begründete. Als Herr über wichtige Grenzmarken pflegte Gero sehr gute Kontakte zu König Bolesław I. von Polen, die sich auch in der hohen Achtung erkennen lassen, die Bołeslaw und seine Leute 1015 dem gefallenen Gero und seinen Mannen erwiesen.

Polenfeldzüge
Wohl um diese guten Beziehungen nicht zu gefährden und sein Herrschaftsgebiet damit zu schützen, hielt sich Gero in den sogenannten Polenkriegen zwischen Kaiser Heinrich II. und Bolesław I. sehr zurück. Die Grenzlage und die andauernden Feindseligkeiten erforderten militärisches Handeln, aber Gero war als Heerführer wenig erfolgreich. Es ist auch nicht bekannt, dass Gero versucht hätte, die Lausitzen von Bolesław zurückzuerobern. Seine Gebiete erlitten häufige Verwüstungen, nicht nur durch einfallende Slawen, sondern auch durch deutsche Truppen, die sich plündernd bereicherten; so verwüstete z. B. ein von Heinrich II. im Jahre 1010 gegen Bolesław versammeltes Heer die markgräflichen Besitzungen um Belgern, nachdem Heinrich wegen Krankheit abgereist war, ehe es nach dem abgebrochenen Polenfeldzug den Heimzug antrat. Zu diesem Zeitpunkt scheint Gero bei Heinrich nicht mehr in gutem Ruf gestanden zu haben, und er wurde für den entstandenen Schaden vom Kaiser nicht entschädigt. Ebenso wird er seitdem in den Kaiserurkunden nicht mehr erwähnt.
Fünf Jahre später, bei Heinrichs viertem Feldzug gegen Bolesław, verwüstete und brandschatzte das kaiserliche Heer, unter der persönlichen Führung Heinrichs, im Juli 1015 die Mark Geros um „Sclaucisvordi“[1]. Dies wird von manchen Historikern als „zielbewusst durchgeführte Strafaktion des Kaisers“ betrachtet, mit der Gero zur Teilnahme an dem bevorstehenden Feldzug gezwungen wurde.

Tod
Auf diesem letzten Feldzug befehligte Gero beim Rückzug über die Burg Strehla nach Merseburg die kaiserliche Nachhut. Als Heinrichs Heer bei einer Rast am 1. September (oder 1. Oktober) 1015 bei Krossen an der Oder in einen Hinterhalt geriet, fiel Gero mit 200 seiner Leute. Er wurde im Kloster Nienburg an der Saale beigesetzt.

Familie
Geros Ehe mit Adelheid entstammte ein Sohn, Thietmar, Markgraf der Lausitz († 10. Januar 1030), der seinem Vater im Amt als Markgraf in der Lausitz folgte.



Literatur
• Ernst Karpf: Gero II. In: Lexikon des Mittelalters. Band 4: Erzkanzler bis Hiddensee. Artemis, München u. a. 1989, ISBN 3-7608-8904-2, Sp. 1349.
Weblinks
Gero II. in der Genealogie des Mittelalters
Anmerkungen
1 Vermutlich eine heute unbekannte Wüstung links der Elbe zwischen Riesa und Wittenberg. 
von Lausitz (von Meissen), Markgraf Gero II. (I6860)
 
34178 https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_(Bayern_und_Sachsen)

Gertrud von Bayern und Sachsen (* wohl 1154; † 1. Juli 1197) war eine Tochter Heinrichs des Löwen, Herzog von Sachsen und Herzog von Bayern, und dessen erster Ehefrau Clementia von Zähringen. Als Ehefrau war Gertrud kurze Zeit Herzogin von Schwaben, später dann Königin von Dänemark.

Im Jahr 1166 war Gertrud Teil einer Schlichtung in den Auseinandersetzungen zwischen den Staufern und den Welfen, die Kaiser Friedrich Barbarossa auf dem Hoftag zu Ulm gelang: die zwölfjährige Tochter Heinrichs des Löwen wurde mit dem etwa zehn Jahre älteren Friedrich IV., seit 1152 Herzog von Schwaben, verheiratet. 1167 zog Friedrich IV. mit dem kaiserlichen Heer unter Führung Barbarossas nach Italien, wo ein Großteil des Heeres im August 1167 an Malaria erkrankte. Am 19. August 1167 verstarb Friedrich IV. infolge seiner Erkrankung. Die kurze Ehe zwischen Friedrich und der minderjährigen Gertrud blieb kinderlos.
1171 vereinbarte Heinrich der Löwe im Rahmen seiner Friedensvereinbarung mit König Waldemar I. von Dänemark die Verlobung seiner verwitweten Tochter mit dem damals noch acht oder neun Jahre alten dänischen Thronfolger Knut.[1] Die Hochzeit fand 1176 oder 1177 statt.[1] Gertruds zweiter Ehemann war 1170 zum König von Dänemark gekrönt worden, zur Zeit der Heirat Statthalter in Schonen und folgte 1182 seinem Vater als Knut VI. im Amt. Auch diese Ehe blieb kinderlos, da – wie der Chronist Arnold von Lübeck berichtet – das Paar in Keuschheit lebte.[2]
Gertrud starb am 1. Juli 1197 und wurde in Vä begraben.[2] Dieser Ort liegt in Schonen, einer historischen Provinz im Süden Schwedens, die bis ins 17. Jahrhundert zu Dänemark gehörte. Ihr Grab existiert nicht mehr. Wahrscheinlich wurde sie in der romanischen Marienkirche,[3][4] die aus dem frühen 12. Jahrhundert stammt, bestattet.[5] Bei dieser Kirche wurde von Erzbischof Eskil von Lund, der 1170 Gertruds Ehemann Knut VI. in Ringsted zum König krönte, um 1170 ein Prämonstratenserkloster gegründet. Dieses Kloster wurde 1213 durch einen Brand zerstört, woraufhin die Chorherren in das nahegelegene Bäckaskog wegzogen.[5] Knut VI. starb 1202 und wurde in der St.-Bendts-Kirche in Ringsted, der damaligen Grablege der Könige von Dänemark bestattet.



Einzelnachweise
1 Tobias Weller: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Köln/Weimar/Wien 2004, S. 270-272 u. S. 801.
2 Johannes C. H. R. Steenstrup: Gertrud, in: Dansk biografisk Lexikon. Band 6. Erste Auflage. Kopenhagen 1887–1905, S. 10.
3 Vä kyrka auf schwed. Wikipedia. Abgerufen am 16. Juli 2014.
4 Vä kyrka auf stopogse.dk. Abgerufen am 16. Juli 2014.
5 Peter Koblank: Staufergräber. Nur wenige der prominentesten Staufer sind in Deutschland bestattet auf stauferstelen.net. Abgerufen am 16. Juli 2014. 
von Bayern (von Sachsen), Königin Gertrud (I7902)
 
34179 https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_die_Ältere_von_Braunschweig

Gertrud die Ältere von Braunschweig († 21. Juli[2] 1077, bestattet im Braunschweiger Dom) stiftete zusammen mit ihrem Mann Liudolf von Braunschweig die Kollegiatkirche St. Blasius in Braunschweig und begründete den später sogenannten Welfenschatz.

Leben
Geburtsort und -jahr Gertruds sind unbekannt. Ihr Vater war Dirk III., Graf von Holland.[3] Verheiratet war sie mit dem Brunonen Liudolf von Braunschweig, Graf im Derlingau und im Gundigau, einziger Sohn Bruns I. von Braunschweig und dessen Ehefrau Gisela von Schwaben.[4] Gertrud überlebte ihren Mann um fast 40 Jahre. Aus der Ehe gingen die Kinder Brun(o), Ekbert I. und Ida (Irmingart) hervor.[5]
Gertrud galt als gebildet. Nachdem sie nach Braunschweig gekommen war, ließ sie zunächst die dortige Burg Dankwarderode baulich verbessern. 1030 stiftete sie zusammen mit ihrem Mann auf einem Nachbargrundstück der Burg die Kollegiatkirche St. Blasius, den Vorgängerbau des ab 1173 unter Heinrich dem Löwen errichteten Braunschweiger Doms. Das Stift war der Jungfrau Maria, Johannes dem Täufer sowie den Heiligen Peter und Paul geweiht. Das Gebäude war als Grablege der Brunonen konzipiert.[3]
Darüber hinaus stiftete Gertrud einige Altargerätschaften,[6] die als Reliquien des späteren Doms den Grundstock des Welfenschatzes kommender Jahrhunderte bildeten. De Winter nennt vier Stücke, die Gertrud wohl in Auftrag gegeben hat: zwei große Kreuze (das sogenannte „Gertrudiskreuz“ und „Liudolfkreuz“, beide kurz nach 1038 entstanden), einen Tragaltar und das Armreliquiar des heiligen Blasius.[3] Lediglich das Armreliquiar befindet sich heute noch in Braunschweig im Herzog Anton Ulrich-Museum, in das es 1829 gelangte.[7] Das als „Gertrudistragaltar“ bekannte Objekt hingegen befindet sich seit seinem Verkauf im Jahr 1930 in den USA, im Cleveland Museum of Art.[8] Dort befinden sich auch die beiden Vortragekreuze.[9]
Liudolf starb bereits 1038 und war der erste, der in der neuen Grablege beigesetzt wurde.[3] Fortan kümmerte sich Gertrud um die Erziehung der gemeinsamen, minderjährigen Söhne und versuchte dabei die brunonischen Familientraditionen zu pflegen und zu stärken. 39 Jahre später wurde Gertrud an der Seite ihres Mannes zur letzten Ruhe gebettet. Als ihr Grab 1668 geöffnet wurde, fand man darin Fragmente einer kleinen Bleitafel (7,5 × 10,5 cm),[10] die wohl Teil eines Epitaphs war, mit der Aufschrift:
„Hic requiescit Gertrudis devota Christi famula. XII Kal. Augusti“
– Hermann Dürre: Geschichte der Stadt Braunschweig im Mittelalter. S. 51.
„Hier ruht Gertrud, ergebene Dienerin Christi.“
Die Tafel befindet sich heute ebenfalls im Herzog Anton Ulrich-Museum.[11]
1173 begann Heinrich der Löwe mit dem Neubau des Doms wahrscheinlich an derselben Stelle, wo sich bis dahin die Stiftskirche Gertruds, samt ihrem Grabmal, befunden hatte.[12] 1935 kam es unter den Nationalsozialisten zu einer Exhumierung der steerblichen Überreste Gertruds, Heinrichs des Löwen sowie dessen zweiter Ehefrau Mathilde. Gertrud wurde anschließend in einer neuen Krypta in einem gemeinsamen Steinsarg zusammen mit den Überresten Markgraf Ekberts II. von Meißen und ihrer Enkelin Gertrud d.J. von Braunschweig beigesetzt.
Die Braunschweiger „Gertrudenstraße“ ist nach ihrer 1117 verstorbenen Enkelin Gertrud der Jüngeren von Braunschweig benannt.[13]



Literatur
• Ernst Döll: Die Kollegiatstifte St. Blasius und St. Cyriacus zu Braunschweig. In: Braunschweiger Werkstücke. Band 36. Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1967.
• Hermann Dürre: Geschichte der Stadt Braunschweig im Mittelalter, Braunschweig. Braunschweig 1861.
• Regine Marth: Gertrud (d.Ä.). In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent u. a. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon – 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans Verlag, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7, S. 258 f.
Einzelnachweise
1 Claudia Märtl: Ostsachsen zur Zeit der Salier (1024–1125), In: Horst-Rüdiger Jarck, Gerhard Schildt (Hrsg.): Die Braunschweigische Landesgeschichte. Jahrtausendrückblick einer Region. 2. Auflage. Appelhans Verlag, Braunschweig 2001, ISBN 3-93292-28-9, S. 167.
2 Dürre: Geschichte der Stadt Braunschweig im Mittelalter, Braunschweig, Braunschweig 1861, S. 51
3 Patrick M. de Winter: Der Welfenschatz. Zeugnis sakraler Kunst des Deutschen Mittelalters. Hannover 1986, ISBN 3-924415-07-2, S. 29.
4 Gudrun Pischke: Gisela, Herzogin von Schwaben. In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent u. a. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon – 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans Verlag, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7, S. 264.
5 Peter Aufgebauer: Liudolf, Graf von Braunschweig, Graf im Derlingau und im Gundigau. In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent u. a. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon – 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans Verlag, Braunschweig 2006,SBN 3-937664-46-7, S. 449 f.
6 Döll: Die Kollegiatstifte St. Blasius und St. Cyriacus zu Braunschweig. S. 21.
7 Gisela Bungarten, Jochen Luckhardt (Hrsg.): Welfenschätze. Gesammelt, verkauft, durch Museen bewahrt. Ausstellungskatalog Herzog Anton Ulrich-Museum, Michael Imhof Verlag, Braunschweig 2007, ISBN 978-3-86568-262-8, S. 44.
8 Dietrich Kötzsche: Der Welfenschatz. In: Jochen Luckhardt, Franz Niehoff (Hrsg.): Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125–1235. Katalog der Ausstellung Braunschweig 1995, Band 2, München 1995, ISBN 3-774-6900-9, S. 513.
9 http://www.inschriften.net/braunschweig-bis-1528/inschrift/nr/di035-0001.html#content und http://www.inschriften.net/braunschweig-bis-1528/inschrift/nr/di035-0002.html#content Webseiten zu den Inschriften des Kreuzes
10 Patrick M. de Winter: Der Welfenschatz. Zeugnis sakraler Kunst des Deutschen Mittelalters. Hannover 1986, ISBN 3-924415-07-2, S. 32.
11 Marth: Gertrud (d.Ä.). S. 259.
12 Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-787-1, S. 254.
13 Jürgen Hodemacher: Braunschweigs Straßen – ihre Namen und ihre Geschichten, Band 2: Okergraben und Stadtring. Cremlingen 1996, ISBN 3-927060-12-7, S. 192f. 
von Braunschweig, Gertrud die Ältere (I6953)
 
34180 https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_die_Jüngere_von_Braunschweig

Gertrud die Jüngere von Braunschweig (* um 1060; † 9. Dezember 1117 in Braunschweig) aus der Familie der Brunonen war Markgräfin von Meißen.
Gertrud war die Tochter des Markgrafen Ekbert I. von Meißen und der Irmgard von Susa. Sie war zunächst verheiratet mit Graf Dietrich II. von Katlenburg († 1085). Nach dem kinderlosen Tod ihres älteren Bruders Ekbert II. im Jahre 1090 erhielt sie die brunonischen Güter um Braunschweig. In zweiter Ehe war Gertrud mit Graf Heinrich dem Fetten von Northeim († 1101) verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Richenza von Northeim († 1141) heiratete Lothar von Süpplingenburg, Herzog von Sachsen und späterer Kaiser. Dieser erbte den brunonischen Besitz um Braunschweig. Der dritte Ehemann Gertruds war der Wettiner Heinrich I. von Eilenburg († 1103), Markgraf von Meißen. Ihrem minderjährigen Sohn, dem späteren Markgrafen Heinrich II., sicherte sie die Herrschaft über die Markgrafschaft Meißen.
Für die Geschichte Braunschweigs ist sie als Gründerin des im Jahre 1115 gegründeten Aegidienklosters von Bedeutung.



Literatur
• Gudrun Pischke: Gertrud die Jüngere von Braunschweig. In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7, S. 259 f.
• Friedrich Wilhelm Schirrmacher: Gertrud. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 71 f.
Weblinks
Commons: Gertrude of Brunswick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Braunschweig, Gertrud die Jüngere (I6951)
 
34181 https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_von_Andechs

Gertrud von Andechs, auch Gertrude von Andechs-Meranien (* um 1185 in Andechs; † 28. September 1213 im Wald Pilis) war Gräfin von Andechs-Meranien und Königin von Ungarn. Ihr Gemahl war Andreas II. (Ungarn).

Familie
Gertrud von Andechs-Meranien erblickte ungefähr um 1185 als Tochter des Herzogs Berthold IV. von Andechs-Meranien und seiner zweiten Gemahlin Agnes von Rochlitz in Andechs das Licht der Welt.[1]
Berthold IV. von Andechs-Meranien war Graf von Andechs und Herzog von Meranien. Andechs war ein Schloss und eine Gegend nahe dem Ammersee in Bayern. Meranien liegt an der Adriaküste bei Fiume (Rijeka). Berthold war ein direkter Vasall des Kaisers somit von den großen Herzogtümern in Deutschland unabhängig. Sein Sohn, ebenfalls Berthold, wurde zum Erzbischof von Kalocsa in Ungarn und 1218 zum Patriarch von Aquileia ernannt.[1]
Agnes von Rochlitz war die Tochter von Graf Dedo V. von Rochlitz (Markgraf Dedi V., der Feiste, von der Ostmark aus dem Hause Wettin) und seiner Gemahlin Mathilde von Heinsberg, Tochter von Graf Goswin II. von Heinsberg. Dedo V. von Rochlitz und seine Gemahlin Mathilde hinterließen sechs Kinder: Konrad, der seinem Vater in der Markgrafenwürde folgte, Dietrich, der spätere Graf von Groitzsch, Philipp, der vor 1190 Propst des Stiftes St. Viktor in Xanten war, Heinrich, Goswin und Agnes.[1]
Agnes wurde die Ehefrau des Herzogs von Meranien und brachte vier Söhne, nämlich Otto VII. Herzog von Meranien, Heinrich, Markgraf von Istrien, Ekbert, Bischof von Bamberg und Berthold V., Patriarch von Aquileja, sowie vier Töchter zur Welt: Mechthild, Äbtissin im Kloster Kitzingen, Agnes, (dritte) Gemahlin des französischen Königs Philipp II., Augustus, Hedwig, Gemahlin des Herzogs Heinrich I. von Schlesien, und Gertrud, Gemahlin König Andreas II. von Ungarn. (vgl. Alois Schütz. Das Geschlecht der Andechs-Meranier im europäischen Hochmittelalter. In: Herzöge und Heilige. Das Geschlecht der Andechs-Meranier im europäischen Hochmittelalter, Regensburg 1993, S. 22 - 187.)

Königin von Ungarn
Die Töchter Hedwig, Gertrud und Agnes wurden von ihrem Vater mit Mitgliedern der bedeutendsten Adelsfamilien verheiratet. Gertrud heiratete um 1203 Andreas, den jüngeren Bruder König Emmerichs von Ungarn. Mit dieser Eheschließung stellte Andreaas sich politisch auf die Seite des deutschen Königs Philipp während sein Bruder, König Emmerich von Ungarn, Otto IV. unterstützte. Andreas lehnte sich im Jahre 1203 gegen seinen Bruder, König Emmerich von Ungarn, auf. Er wurde gefangen genommenen, Gertrud zu ihrem Vater zurückgeschickt. Als König Emmerich im Jahr 1204 starb, ließ er vorher seinen Bruder frei und bestimmte ihn zum Vormund für seinen kleinen Sohn. Gertrud kehrte nach Ungarn zurück. Andreas gab sich jedoch nicht mit einer Regentschaft zufrieden. Die Witwe Emmerichs floh mit ihrem Sohn nach Österreich. Als er im folgenden Jahr starb, war der Thron für Andreas frei. Die Krönung ihres Mannes zum König von Ungarn zu Pfingsten 1205 verschaffte ihr schließlich die Möglichkeit, über Jahre hinweg entscheidend Einfluss auf die Gestaltung der ungarischen Politik zu nehmen. Nach dem Herrschaftsantritt von Andreas führte Gertrud aufgrund der häufigen Abwesenheit ihres Gatten die Regierungsgeschäfte. Sie war von starkem Ehrgeiz und Familiensinn geprägt und wird von Dietrich von Apolda mit folgenden Worten beschrieben: „sie habe, von männlichem Geist erfüllt, selbst die Staatsgeschäfte geführt“. Die Rolle der Königin wird in den ungarischen Chroniken meist negativ beurteilt. Besonders die Bevorzugung der in ihrer Umgebung lebenden Deutschen, an erster Stelle die ihres Bruders Berthold V. wurde ihr vorgeworfen.[1]

Ermordung im Wald Pilis
Im Jahre 1213, König Andreas befand sich auf einem Kriegszug nach Halitsch in Galizien, wurde Gertrud von ungarischen Adeligen während einer Hofjagd im Wald Pilis ermordet. Grund dafür war die Empörung des ungarischen Adels gegen die üppigen Zuteilungen königlicher Ländereien an fremdländische Adlige aus dem Günstlingskreis Gertruds. So hatte Andreas 1206 Gertruds Bruder Berthold im Widerspruch zum Kirchenrecht als Erzbischof von Kalocsa eingesetzt. 1212 wurde Berthold sogar zum Woiwoden von Siebenbürgen und zum Stellvertreter des Königs ernannt. Im Folgejahr nutzte der Adel die Abwesenheit Andreas’, der sich auf einem Feldzug in Halitsch befand, um das Gefolge der Königin zu überfallen, das gerade zu Ehren Leopold VI. von ÖsÖsterreich eine Jagd veranstaltete. Die meisten fremden Adligen wurden erschlagen, die Königin regelrecht zerstückelt. Berthold und Leopold konnten sich mit Verletzungen retten. Anderen Beichten zufolge wurde Gertrud in ihrer Burg überfallen. Sie wurde in der Zisterzienserabtei Pilisszentkereszt begraben. Fragmente ihres Grabmals in französischer Hochgotik wurden in den Jahren zwischen 1967 und 1980 ausgegraben.[1]

Nachkommen
• Maria (* 1204; † 1237), verheiratet seit 1221 mit Iwan Assen II., Zar von Bulgarien (um 1190–1241)[1]
• Béla IV. (* 1206; † 1270), König von Ungarn[1]
• Elisabeth (* 1207; † 1231) verheiratet mit Ludwig IV., Landgraf von Thüringen[1]
• Koloman (* 1208; † 1241), Fürst von Halitsch[1]
• Andreas (* unbekannt; † 1234), Fürst von Halitsch-Przemysl, verheiratet seit 1221 mit Maria (Helena) von Nowgorod, Tochter des Fürsten Mstislaw[1]



Literatur
• Hans Wagner: Gertrud, Königin von Ungarn. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 333 f. (Digitalisat).
• Heinrich von Zeißberg: Gertrud von Meran. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 72 f.
 Commons: Gertrud von Andechs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Belege
1 Quellensammlung der Gertrud von Andechs-Meranien bei Genealogie Mittelalter unter http://www.manfred-hiebl.de 
von Andechs, Gertrud (I7689)
 
34182 https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_von_Babenberg

Gertrud von Babenberg, auch Gertrud von Österreich (* 1226; † 24. April 1288), (nach anderen Quellen: * ca. 1228; † 24. April 1299), Herzogin von Mödling, Titularherzogin von Österreich und der Steiermark, war die Nichte Herzog Friedrichs II. des Streitbaren von Österreich, des letzten Herrschers aus dem Haus der Babenberger in Österreich. Sie war aufgrund des Privilegium minus ebenso wie ihre Tante Margarete erbberechtigt nach dem Tod des kinderlosen Friedrich.

Herkunft
Gertrud von Österreich stammte aus dem Haus der Markgrafen (seit 963) und Herzöge (seit 1156) von Österreich. Ein Zusammenhang mit den bayrischen Liutpoldingern ist durch verschiedene Theorien und Indizien wahrscheinlich. Die Familie ist unter dem Namen „Babenberger“ bekannt, eine Bezeichnung, die – ähnlich wie die „Konradiner“ oder „Ottonen“ erst lange nach dem Erlöschen der Familie gebräuchlich wurde, nie als Familiennamen verwendet wurde. Gertrud war das einzige Kind des Herzogs Heiinrich von Österreich, genannt der Grausame und dessen Gemahlin, Agnes Landgräfin von Thüringen (* 1205; † v. 1247).[1] Diese war eine Tochter von Landgraf Hermann I. von Thüringen (1190–1219), und damit eine Schwester von Landgraf Ludwig IV. dem Heiligen.[2]

Leben
Die 19-jährige Gertrud sollte als futura consors nostra den Streit zwischen ihrem Onkel Herzog Friedrich dem Streitbaren und dem 51-jährigen, dreimal verwitweten Kaiser Friedrich II. durch eine Heiratsvereinbarung bereinigen, und gleichzeitig die Herrschaftsansprüche des böhmischen Königs Wenzel I. auf Österreich zunichtemachen, die er aufgrund einer älteren Vereinbarung mit den Babenberger Friedrich über die Verlobung von Gertrud mit seinem erstgeborenen Sohn Vladislav von Mähren betrtrieb. Ob die junge Dame sich nicht mit dem von der Absetzung bedrohten Kaiser verehelichen wollte, sie seine Exkommunikation störte oder ob sie ihren langjährigen Verlobten Vladislav so sehr liebte, verschweigt die Fama – jedenfalls erschien sie überraschenderweise nicht im Juni 1245 zur Vertragsunterzeichnung auf dem Hoftag in Verona.
Wenzel wollte unbedingt die Heirat mit Vladislav erzwingen, weshalb er sogar ein Heer 1246 nach Österreich schickte, welches allerdings eine schwere Niederlage bei Staatz erlitt.
Nach dem Tod des Herzogs Friedrichs in der Schlacht an der Leitha (1246), mit der das Geschlecht der Babenberger erlosch, war jedes Hindernis beseitigt, und durch die schnell vollzogene Eheschließung Vladislavs mit Gertrud waren die – mit vielen Opfern und Rückschlägen verbundenen – Versuche der Inbesitznahme Österreichs durch Wenzel endlich von Erfolg gekrönt. „Per hoc Wladislaus habebat Austriae ducatum“ jubelte Böhmen und, gestützt auf das reiche Erbe seiner Gemahlin und auf das böhmische Erbpotential, wurde Vladislav auch schnell vom österreichischen Adel anerkannt. Gertrud war nunmehr regierende Herzogin von Österreich geworden, die sie nominell bis 1269 auch blieb. Nach kurzer Krankheit ihres Gatten wurde sie aber schon bald, am 3. Januar 1247, zum ersten Mal Witwe.
Die nunmehr 22-jährige Ducissa Austrie verheiratete sich Mitte 1248 mit dem Markgrafen Hermann VI. von Baden, dem sie 1249 in Alland den männlichen Erben Friedrich gebar. Aus Freude über die glückliche Geburt schenkte sie den 30 Allander Bauerern ausgedehnte Gründe, die bis heute Basis der Agrargemeinschaft der Allander Urhausbesitzer sind. Hermann konnte sich aber in Österreich gegenüber dem Adel nicht durchsetzen, weshalb sie mit den beiden Kindern Friedrich und Agnes nach Meißen in Sachsen zu ihrer Verwandtschaft zog. Dort erfuhr sie vom angeblichen Gifttod ihres zweiten Mannes am 4. Oktober 1250.
Die Gunst der Kurie und damit die Chance auf Durchsetzung ihres Herrschaftsanspruchs verlor sie, indem sie sich weigerte, dem Wunsch des Papstes Innozenz IV. nachzukommen, den Bruder des Gegenkönigs Wilhelm, Florens von Holland, zu heiraten.
Die mittlerweile in Kahlenberg bei Wien residierende Ducissa Austrie et Stirie Gertrud verlor durch die Heirat ihrer Tante Margarete mit Přemysl Ottokar II., dem zweitgeborenen Sohn Wenzels, den Erbfolgestreit und auch die Unterstützung Böhmenss, verbündete sich mit dem König von Ungarn Bela IV., und heiratete im Sommer 1252 in dritter Ehe dessen Verwandten Roman von Halicz. Da sich der – nunmehr gemeinsame – Herrschaftsanspruch als nicht durchsetzbar erwies, verließ Roman sie und ihre gemeinsame Tochter aber schon ein Jahr später wieder, um nach Ungarn zurückzukehren.
Herzogin Gertrud erhielt 1254 im Frieden von Ofen als Trostpflaster für den Verzicht auf Österreich Teile der Steiermark, 400 Mark Silber jährlich Apanage, und lebte zurückgezogen in Voitsberg und Judenburg. Da aber weder sie noch ihr Sohn Frieddrich bereit waren, ihren Rechtsanspruch auf die beiden Herzogtümer Steiermark und Österreich aufzugeben, ging König Ottokar II. – der nunmehr auch ins ungarische Königshaus einheiraten wollte, weil er mit der um 20 Jahre älteren Margarete keinen Erben erwarten konnte – ab 1262 gegen sie vor, entzog ihr 1267 diesen Besitz und 1269, ein Jahr nach dem Tod ihres Sohnes Friedrich, der zusammen mit Konradin von Hohenstaufen in Neapel hingerichtet wurde, wurde sie verbannt und verlor auch das ihr zugewiesene Amt Windisch-Feistritz. Sie starb 1288 (oder 1299) als Äbtissin des Klarissinnenklosters St. Afra in Seußlitz bei Meißen.

Nachkommen
Aus Gertruds Ehe mit Hermann von Baden entsprossen:
• Friedrich (* 1249, + 29. Oktober 1268 Neapel, enthauptet mit Freund Konradin)
• Agnes (* 1250, + 2. Jänner 1295), ∞ I. 1263 Herzog Ulrich III. von Spanheim († 1269), ∞ II. 1270 Graf Ulrich III. von Heunburg († 1308)
Aus Gertruds Ehe mit Roman von Halicz entspross:
• Maria (* 1253), ∞ Joachim von Guthkeled, Sohn des Banus Stephan von Slavonien, des früheren ungarischen Landeshauptmanns in der Steiermark



Literatur
• Friedrich Wilhelm Schirrmacher: Gertrud. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 70 f.
Weblinks
• Eintrag zu Gertrud von Babenberg in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
• Gertrud von Mödling in Voitsberg
Einzelnachweise
1 Detlev Schwennike Europäische Stammtafeln Band I. Tafel 39; Marburg 1980
2 Detlev Schwennike Europäische Stammtafeln Band I. Tafel 40; Marburg 1980 
von Österreich (Babenberger), Herzogin Gertrud (I7593)
 
34183 https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_von_Hohenberg

Gertrud von Hohenberg (* um 1225 in Deilingen; † 16. Februar 1281) war als Gemahlin Rudolfs von Habsburg ab 1253 Gräfin von Habsburg, Kyburg und Löwenstein und ab 1273 als Anna von Habsburg römisch-deutsche Königin.
Anna von Habsburg gilt als Stammmutter der Dynastie der Habsburger in Österreich.

Leben
Zur Abstammung
Gertrud von Hohenberg war die älteste Tochter des Grafen Burkhard V. von Hohenberg und dessen Ehefrau Pfalzgräfin Mechthild von Tübingen, Tochter von Pfalzgraf Rudolf II. von Tübingen.
Die Acta Murensia nennt sie ux. Gertrudis, quae et Anna, Ludovici, Comitis Froburgi et Hochbergi Comitis filia, also als Tochter Ludwigs von Frohburg-Hochberg. Der Schweizer Historiker Aegidius Tschudi († 1572) stellte folglich die These auf, dass Gertrud von Hohenberg, die Ehefrau Königs Rudolf von Habsburg, nicht, wie allgemein angenommen wird, aus dem schwäbischen Hause Hohenberg, sondern aus dem Hause Homberg-Frohburg stammt.[1] Gemäß Tschudi war Gertrud die Tochter († 1274) des Grafen Ludwig und die Schwester von Graf Hartmann und Graf Herman IV. Wie es jedoch kam, dass sich Gertrud (angeblich) auch von Hohenberg nannte, bliebe unerklärlich. Die Grafschaft Homberg kam nämlich erst durch Heirat ihres (von Tschudi vermuteten) Bruders Herman IV. mit der Erbtochter des Grafen Werner III. von Homberg an die Frohburger. Weiters scheint in diesem Stammbaum keine Anna auf. Zweifelsfrei widerlegt wird die Theorie Tschudis durch eine Urkunde vom 27. Februar 1271. Darin verkauft ihr Ehemann Rudolf, Graf von Kyburg[2] und Habsburg dem Kloster St. Märgen einen Hof in Tiengen (Freiburg im Breisgau), der ihm als Heiratsgut seiner Gemahlin Gertrud („Nobilis mulieris Gertrudis uxoris“) verpfändet war. Dieser Transaktion stimmten die Brüder Gertruds „… Nobilium virorum fratrum suorum Alberti, Burchardi et Vlrici Comitum de Hohinberg“ ausdrücklich zu.[3] Demzufolge stammte Gertrud mit Gewissheit aus dem Haus der Schwäbischen Hohenberg.[4]

Ehe und Nachkommen
Gertrud heiratete um 1253 im Elsass Graf Rudolf von Habsburg, Sohn des Grafen Albrecht IV. und dessen Gemahlin Gräfin Heilwig von Kyburg.
Zwanzig Jahre lang war Gertrud von Hohenberg eine brave Burggräfin und hielt das Hauswesen auf der Burg Stein zusammen. Am 1. Oktober 1273 wählten die Kurfürsten ihren Mann in Frankfurt am Main einstimmig zum deutschen König. Nach dessen Krönung in Aachen nannte sie sich Königin Anna.
Aus dieser Ehe mit Rudolf gingen vierzehn Kinder hervor (sechs Söhne, acht Töchter), unter anderem:
• Mathilde (1253–1304) ∞ 1273 in Heidelberg mit Ludwig II., dem Strengen, Pfalzgraf bei Rhein und Herzog in Bayern
• Albrecht I. (1255–1308) ∞ 1276 in Wien mit Elisabeth von Kärnten, Görz und Tirol
• Katharina (1256–1282) ∞ 1279 in Wien mit Otto III., Herzog von Niederbayern
• Agnes Gertrud (1257–1322) ∞ 1273 in Wittenberg mit Albrecht II. von Anhalt, Herzog von Sachsen-Wittenberg
• Hedwig (1259–1303) ∞ 1279 in Lehnin mit Otto IV., Markgraf von Brandenburg
• Klementia (1262–1293) ∞ 1281 in Neapel mit Karl Martell, Titularkönig von Ungarn. Sohn von Karl II. von Neapel aus dem Haus Anjou.
• Hartmann (1263–1281 ertrunken) verlobt mit Prinzessin Johanna, Tochter König Eduard I. von England
• Rudolf II. (1270–1290) ∞ 1289 in Prag mit Agnes von Böhmen, Tochter König Ottokar II. Přemysl
• Guta (Jutta) (1271–1297) ∞ 1285 in Prag mit Wenzel II., König von Böhmen
• Karl (*/† 1276)

Tod und Bestattung
Die Gemahlin König Rudolfs I. hatte das Basler Münster zu ihrer Grabstätte bestimmt. Ausführlich schildert der Chronist von Colmar die Vorbereitungen für ihren letzten Weg sowie die Umstände der Leichenkonservierung: "Ihrem Leichnam wurden die Eingeweide entnommen, die Bauchhöhle wurde mit Sand und Asche gefüllt, das Gesicht einbalsamiert. Dann übergab man den Körper mit einem Wachstuch und hüllte ihn in prächtige seidene Gewänder. Eine goldene Kette zierte das verschleierte Haupt. Dann legte man die tote Königin in den Sarg, der aus Buchenholz gefertigt war, ihre Arme waren über die Brust gekreuzt. So sah der König seine Gemahlin zum letzten Male, ehe der Sarg mit eisernen Bändern verschlossen wurde." Der Leichenzug kam am 20. März 1281 in Basel an. "Drei Bischöfe zelebrierten das Totenamt, bei dem der Sarg senkrecht aufgestellt wurde und der Deckel geöffnet war, damit alle Anwesenden die hohe Verstorbene noch einmal sehen konnten."[5][6]

Grabstätte
Im Chorgang des Basler Münsters befindet sich ihr Sarkophag und der ihres jüngsten Sohns Karl. Ihr Grab wurde zusammen mit dem Grab ihres Sohnes Karl nach dem Erdbeben von 1356 auf die linke Chorseite verlegt. Erstmals nach dieser Umbettung wurdde das Grab 1510 durch den Basler Chorherren geöffnet. Dabei wurden die Königskrone, ein Ring und eine Halskette entnommen. Eine weitere Öffnung der Gruft folgte 1770. Dabei wurden ihre Gebeine, sowie die Gebeine ihrer verstorbenen Söhne Karl und Hartmann durch die Feierliche Übersetzung der kaiserlich-königlichen-auch-herzoglich-österreichischen höchsten Leichen in das Kloster St. Blasien verlegt; heute ruhen sie im Stift St. Paul im Lavanttal in Kärnten.

Siehe auch
• Liste der Ehefrauen der römisch-deutschen Herrscher
• Stammliste der Habsburger
Literatur
• Constantin von Wurzbach: Anna, nach Anderen Gertrude von Hohenberg. Nr. 18. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 6. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1860, S. 149 (Digitalisat).
• Fritz Trautz: Gertrud, Gräfin von Hohenberg. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 333 (Digitalisat).
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
 Commons: Gertrud von Hohenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Vereinigung Auf den Spuren der Habsburger: Gertrud von Hohenberg (abgerufen am 12. Juli 2010; PDF-Datei; 116 kB)
Einzelnachweise
1 Aegidius Tschudi: Chronicon Helveticum, Band I., S. 141 und 182
2 Die ursprünglichen Kyburger wie auch die habsburgischen Grafen von Kyburg aus der Nebenlinie Laufenberg waren eigentlich immer Widersacher der österreichischen Habsburger; das Haus (Alt-)Kyburg erlosch aber 1264 im Mannesstamme, der Laufenburer Eberhard I. begründete das Haus Neu-Kyburg 1273 durch die Hochzeit mit der Erbtochter Anna von Kyburg. Dazwischen war aber Rudolph I. der gesetzliche Vormund, und damit war er 1271 auch der amtierende Graf von Kyburg.
3 Dr. Z. Schmid: Geschichte der Grafen von Zollern-Hohenberg und ihrer Grafschaft, nebst Urkundenbuch, Stuttgart, Gebrüder Scheitlin, 1882, S. 37
4 Möglich erscheinen diverse Verwechslungen des zu der Zeit häufigen Namens, so war die Gemahlin des Ludwig Grafen von Froburg-Homberg – und Mutter der nämlichen Gertrude – die Tante des Rudolf I., Gertrude von Habsburg († 1241).
5 Franzl, Johann: Rudolf I. Der erste Habsburger auf dem deutschen Thron, Verlag Styria 1986, S. 60, 201-204; siehe auch hier
6 Die Odyssee einer toten Königin 
von Hohenberg, Königin Gertrud (Anna) (I7880)
 
34184 https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_von_Sachsen

Gertrud (auch Gertraud von Süpplingenburg oder von Supplinburg genannt;* 18. April 1115; † 18. April 1143) war das einzige Kind des Kaisers Lothar III. (Lothar von Süpplingenburg), Herzog von Sachsen, und der Richenza von Northeim.

Sie heiratete am 29. Mai 1127 auf dem Gunzenle den Welfen Heinrich den Stolzen, der seit 1126 Herzog von Bayern war und nach dem Tod seines Schwiegervaters auch Herzog von Sachsen wurde. Heinrich und Gertrud sind die Eltern des Sachsen- und Bayernherzogs Heinrich der Löwe.
Nach Heinrichs Tod 1139 heiratete Gertrud am 1. Mai 1142 in zweiter Ehe Heinrich II. Jasomirgott, den Markgrafen von Österreich († 1177). Sie starb am 18. April 1143 bei der Geburt des ersten Kindes.
Begraben wurde sie in der Grablege der Babenberger im Kapitelsaal des Stiftes Heiligenkreuz.


Literatur
• Heinrich von Zeißberg: Gertrud. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 70.
Weblinks
 Commons: Gertrud of Supplinburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Sachsen (von Süpplingenburg), Gertrud (Gertraud) (I6947)
 
34185 https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_von_Sulzbach

Gertrud von Sulzbach (* um 1110; † 14. April 1146 in Hersfeld) war römisch-deutsche Königin.
Gertrud war Tochter des Sulzbacher Grafen Berengar I. und der Adelheid von Dießen-Wolfratshausen. Zu ihren Geschwistern zählte unter anderem Bertha von Sulzbach, die unter dem Namen Irene Gattin von Kaiser Manuels von Byzanz war.[1] Wohl 1135/36 wurde die Ehe mit dem späteren römisch-deutschen König Konrad III. geschlossen. Weniger plausibel sind Datierungsversuche zu den Anfängen des Klosters Ebrach aus spätmittelalterlicher Überlieferung, wonach eine angeblich um 1132 anzusetzende Mitwirkung Konrads und Gertruds an der Gründung der Zisterze eine bereits zu diesem Zeitpunkt geschlossene Ehe vermuten lasse.[2] Aus ihrer Ehe mit Konrad III. hatte sie die beiden Söhne Heinrich-Berengar und Friedrich IV. Nach der Geburt ihres Sohnes Friedrich erkrankte Gertrud und starb vermutlich im Alter von 36 Jahren im Kloster Hersfeld.[3]
Sie wurde im Zisterzienserkloster Ebrach beigesetzt, wo ihr Grab seit 1650 in der südlichen Nische hinter dem Choraltar der Abteikirche stehend eingemauert ist. Rechts davon befindet sich das ihres Sohnes Friedrich von Rothenburg. Ihr Gisant stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert, der ihres Sohnes aus dem 17. Jahrhundert.[4]



Literatu
• Elke Goez: Königin Gertrud - Die Gemahlin Konrads III. In: Frauen der Staufer, hg. v. d. Gesellschaft für staufische Geschichte, Göppingen 2006, S. 28–42.
Weblinks
 Commons: Gertrude of Sulzbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1 Zu Todesdatum, Ehe und den Eltern Gertruds sowie Anzahl und Namen ihrer Geschwister und Schwäger siehe Heinz Dopsch: Siedlung und Recht. Zur Vorgeschichte der Berchtesgadener Stiftsgründer. In: Walter Brugger, Heinz Dopsch, Peter F. Kramml (Hsg.): Geschichte von Berchtesgaden. Stift - Markt - Land. Bd. 1: Zwischen Salzburg und Bayern (bis 1594). Berchtesgaden 1991, S. 175–228, hier: S. 214 und 221.
2 Jürgen Dendorfer: Adelige Gruppenbildung und Königsherrschaft. Die Grafen von Sulzbach und ihr Beziehungsgeflecht im 12. Jahrhundert. München 2004, S. 93f.
3 Eine Zusammenstellung der Quellen über ihren Tod bei: Wilhelm Bernhardi: Konrad III. Jahrbücher der Deutschen Geschichte. Berlin 1975, S. 471, Anm. 11.
4 Markus Hörsch: Die mittelalterlichen Bildwerke in der Abtei Ebrach und ihre Bedeutungen. Interessen und Hierarchien in einer Grabeskirche. In: Achim Hubel (Hrsg.): Neue Forschungen zur mittelalterlichen Bau- und Kunstgeschichte in Franken. Voträge der Ringvorlesung des Zentrums für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg im Sommersemester 2010. Bamberg 2011, S. 77–112, hier: S. 89–97. 
von Sulzbach, Gertrud (I7331)
 
34186 https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Kantons_Thurgau Püntener, Landammann Johann Ulrich des Raths (I18398)
 
34187 https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Kantons_Thurgau Crivelli, Landammann Franz Maria Josef Leonz (I7727)
 
34188 https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Kantons_Thurgau Jauch, Landammann Joseph Stephan (I7721)
 
34189 https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Sachsens#Die_Pfalzgrafschaft_Sachsen von Sommerschenburg, Friedrich II. (I21086)
 
34190 https://de.wikipedia.org/wiki/Géza_(Ungarn)

Géza (* ca. 940; † 1. Februar 997), Sohn des Großfürsten Taksony von Ungarn und Großfürst von Ungarn 971 bis 997 aus dem Geschlecht der Arpaden.

Als Thronfolger stand Géza 965 als Heerführer an der Spitze eines ungarischen Kriegszuges, den er gemeinsam mit dem Bulgarenzar Peter gegen Byzanz unternahm. Kurz darauf führte er einen weiteren Feldzug gegen Byzanz, diesmal gemeinsam mit dem Kiewer Fürsten Swjatoslaw I. Als dieser 970 mit einer Niederlage bei Arkadiopolis endete, gaben die Ungarn für lange Zeit Feldzüge in das Ausland auf.
Gleichzeitig fühlten sich die Ungarn von Westen bedrängt, da 967 die Regentschaft in Bayern geendet und der junge Heinrich „der Zänker“ dort selbst das Fürstenamt übernommen hatte. Nachdem er 971 zum König erhoben worden war, trieb Géza die unter seinem Vater begonnenen Bemühungen um die Taufe voran. Kurz nach seinem Regierungsantritt muss er Sarolt geheiratet haben, die Tochter eines bereits orthodox getauften Adligen. Beim deutschen Kaiser Otto I. bat Géza um Missionare. Otto ernannte darauf den Sankt Galler Mönch Brun zum Bischof für Ungarn. Im Herbst 972 traf dieser in seinem neuen Zuständigkeitsbereich ein und taufte Géza, worauf auch ein Großteil des ungarischen Adels die Taufe empfing. Durch die katholische Taufe näherte sich Géza dem Westen an und versetzte den Bemühungen Byzanz' um Einfluss bei den Ungarn einen schweren Schlag.[1]
Auch was die innere Struktur des ungarischen Reiches anging, setzte Géza den Kurs seines Vaters fort. Géza ließ seine Vormachtstellung durch die Sippenvorsteher anerkennen, beschlagnahmte große Teile ihres Landes und setzte Statthalter in ihren Burgen ein. Als eigenen Sitz wählte er Esztergom. Zudem schwächte er den ungarischen Kriegeradel weiter, indem er Kämpfer aus anderen Ländern in seine Gefolgschaft aufnahm. Dazu gehörten sowohl Angehörige türkischer Steppenvölker als auch Adlilige aus Süddeutschland. Darüber hinaus ließ er einen Großteil der weit verzweigten Arpaden-Sippe und andere einflussreiche Sippen töten, die den Zentralisierungsbestrebungen entgegenstanden, und schränkte somit den Einfluss der Heeresversammlung ein.
Die endgültige Bindung an das ostfränkisch-deutsche Reich festigte Géza kurz vor seinem Tod, indem er eine Ehe seines Sohnes Stephan I. mit der bayrischen Prinzessin Gisela (995), der Schwester des zukünftigen deutschen Königs Heinrich II., vermittelte.[2] Damit waren auch die kriegerischen Auseinandersetzungen mit Bayern beendet, die noch 991 zu Kämpfen im Wiener Becken geführt hatten. Durch seine eigene zweite Ehe (um 985) und die - allerdings nur kurzzeitige - Ehe einer seiner Töchter mit Boleslaw von Polen wollte Géza die polnisch-ungarischen Beziehungen ausbauen, um den Einfluss des deutschen Königs zu kompensieren.


Literatur
• Miguel de Ferdinandy: Géza, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 2. München 1976, S. 43–45
Weblinks
Commons: Géza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Zur Geschichte Ungarns
Anmerkungen
1 http://mek.oszk.hu/01900/01994/html/index1.html
2 http://epa.oszk.hu/01500/01536/00006/pdf/UJ_1974_1975_024-037.pdf

 
von Ungarn (Árpáden), Grossfürst Géza (Geisa) (I4775)
 
34191 https://de.wikipedia.org/wiki/Géza_I.

Géza I. (* um 1044 bis 1048; † 25. April 1077[1]) aus dem Geschlecht der Árpáden[2] war Herzog des Herzogtums Nitra (1060 bis 1074) und König von Ungarn (1074 bis 1077). Er war der Sohn von König Béla I. und Ryksa, einer polnischen Prinzessin. Géza wurde während des Aufenthalts seines Vaters in Polen geboren.

Mit seinem Vater kehrte Géza 1048 aus Polen zurück. Zuerst widersprachen er und sein Bruder Ladislaus nicht der Krönung ihres Cousins Salomon, doch 1059, nach einem erfolglosen Putsch in Tiszavárkony, mussten die beiden Brüder und ihr Vater nach Polen fliehen. Von da aus griffen sie mit polnischen Truppen erfolgreich Ungarn an und 1061 wurde Béla I. gekrönt.
Nach dem Tod von Béla I. 1063 kehrte der Gegenkönig Salomon mit deutschen Truppen nach Ungarn zurück. Nach Auseinandersetzungen während der Krönung flohen die Brüder nach Polen, und kehrten von dort mit Truppen zurück. Nach kurzen Kämpfen erhielt Salomon im Győrer Frieden vom 20. Juni 1064 von Géza und seinen Brüdern Ladislaus und Lambert die ungarische Königswürde zugesichert. Im Gegenzug erkannte Salomon die Herzogtümer Gézas und seiner Brüder an.
Am 11. April krönte Géza eigenhändig Solomon, später wiederholte er diesen Akt in Anwesenheit Heinrich IV., des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches in Székesfehérvár.
Die so wiedervereinigte Königsfamilie führte 1071 erfolgreiche Kämpfe gegen die Griechen und die Petschenegen. 1072 gewannen die griechischen Truppen Nándorfehérvár (heute Belgrad) wieder. Géza schied in dieser Zeit aus den Kämpfen im Süden Ungarns aus, um einen Aufstand gegen Salomon vorzubereiten. 1073 kam es zu einer letzten Zusammenkunft der Brüder auf der Graner Insel, bevor im folgenden Jahr Kämpfe zwischen ihnen ausbrachen.
1074 gelang es Géza, die Macht in Zentralungarn zu übernehmen und den Thron zu besteigen. Salomon floh in die westlichen Grenzgebiete, von wo er erfolglos versuchte, die Herrschaft zurückzugewinnen. Er bat Heinrich IV. um Hilfe, doch auf Betreiben von Papst Gregor VII. griff der Kaiser nicht ein. Papst Gregor VII. beauftragte Géza am 23. März 1075 demonstrativ Ungarn zu beschützen, während er Heinrich am 22. Februar 1076 exkommunizierte.
Als König erkannte Géza den byzantinischen Kaiser Michael VII. an. Géza I. starb bereits am 25. April 1077. Seine Nachfolge trat sein Bruder Ladislaus I. an.[3]
Géza hatte zwei Kinder von seiner ersten Frau Sophie von Looz, darunter Koloman, den späteren König. Gézas zweite Frau war Synadene von Byzanz, die Nichte des griechischen Feldherren und späteren Kaisers Nikeforos Botaneiates.[4]



Literatur
• János M. Bak: Géza I. In: Mathias Bernath, Felix von Schroeder (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Band 2. München 1976, S. 45–46 [Onlineausgabe] (online)
Weblinks
Commons: Géza I of Hungary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Pallas’ Großlexikon
• Geza I – 1074–1077. (PDF, S. 11.) auf numismatas.com 
von Ungarn (Árpáden), König Géza I. (Geisa) (I992)
 
34192 https://de.wikipedia.org/wiki/Gilbert_de_Clare,_6._Earl_of_Hertford

Gilbert de Clare, genannt der Rote (the Red), (* 2. September 1243 in Christchurch, † 7. Dezember 1295 in Monmouth) war ein englischer Magnat.

Herkunft
Gilbert de Clare entstammte der anglonormannischen Familie Clare. Er war der älteste Sohn von Richard de Clare, 5. Earl of Hertford und 2. Earl of Gloucester, und von Maud de Lacy, einer Tochter von John de Lacy, 1. Earl of Lincoln. Sein Vater wwar als Earl of Hertford und Earl of Gloucester einer der reichsten Magnaten Englands. Zu seinen umfangreichen Besitzungen gehörten Ländereien in Südostengland und in Gloucestershire, aber auch die Herrschaft Glamorgan und weitere Gebiete in den Welsh Marches sowie Besitzungen in Irland.
Seine Brüder waren ebenfalls einflussreiche Personen; die Familie unterstützte sich regelmäßig bei Vorhaben der anderen: Thomas de Clare stieg zum engen Vertrauten des Prinzen Eduard auf und wurde schließlich Lord von Thomond. Der jüngere Bruder Bogo de Clare häufte geistliche Ämter auf und nutzte diesen Einfluss gewinnbringend.

Haltung im Krieg der Barone
Sein Vater gehörte während der Verfassungskrise Englands im 13. Jahrhundert der oppositionellen Partei der Barone um Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester gegen König Heinrich III. an. Kurz vor seinem Tod 1262 wechselte Richard de Clare auf die Seite des Königs über. Nachdem Gilbert sein Erbe angetreten hatte, positionierte er das Haus de Clare aber umgehend wieder in den Reihen der Barone. Zusammen mit Montfort war er einer der mächtigsten Führer der Adelsopposition im Krieg der Bararone, die am 14. Mai 1264 in der Schlacht von Lewes einen vollständigen Sieg über den König errang. Im Verlauf der Kämpfe war er auch für ein Pogrom an der jüdischen Bevölkerung von Canterbury verantwortlich. Vonseiten des Papstes wurde er wegen seiner Haltung gegen den König im Oktober 1264 exkommuniziert. Danach aber entfremdete er sich von Montfort, welcher zunehmend als faktischer Alleinherrscher Englands auftrat und ein Bündnis mit dem walisischen Fürsten Llywelyn ap Gruffydd einging. Llywelyn ap Gruffydd, der seit 1255 alleiniger Herrscher von Gwynedd war, hatte bereits 1262 Brecknockshire in Wales besetzt und bedrohte nun den Norden von Gilberts Herrschaft Glamorgan. 1265 suchte Gilbert den König 1265 in Evesham auf und bat ihn um Unterstützung gegen den walisischen Fürsten. Anschließend begab er sich nach Wales, um seine Besitzungen gegen die Waliser zu verteidigen. In Ludlow verbündete er sich mit dem Kronprinzen Eduard, dem die Flucht aus der Gefangenschaft Montforts geglückt war, und den königstreuen Earls von Warenne und Pembroke, die mit einem Heer an der Küste von Pembrokeshire gelandet waren. Am 14. August 1265 konnten sie in der Schlacht von Evesham Montfort besiegen und töten. Anschließend unterstützte Gilbert de Clare den König bei der Belagerung von Kenilworth Castle, wo sich Montforts Sohn Simon verschanzt hatte.
Nach dem Sieg des Königs setzte sich Gilbert allerdings weiterhin für die Wahrung der freiheitlichen Rechte der Barone gegenüber der wiederhergestellten königlichen Autorität ein, die ihnen einst in der Magna Carta zugestanden worden waren. Durch seine Besetzung Londons im April 1267 nötigte er König Heinrich III. die Anerkennung des Statuts von Marlborough ab, womit er die Rechte der Barone anerkannte.

Konflikt mit Llywelyn ap Gruffydd in Wales und weiterer Konflikt mit der Krone
Im selben Jahr musste der durch den Konflikt mit den Baronen geschwächte König im Vertrag von Montgomery Llywelyn ap Gruffydd als Fürsten von Wales anerkennen. In dem Vertrag wurde Llywelyn auch die Herrschaft über Brecknockshire bestätigt, dazu war er Oberherr aller walisischen Fürstentümer. In dem Vertrag wurden diese Fürstentümer jedoch nicht genauer genannt, womit es zum Konflikt mit Gilbert de Clare kam. Dieser war als Lord of Glamorgan auch Oberherr der walisischen Lords von Senghenydd, Miskin und Gwynllŵg. Gilbert de Clare hatte bereits 1266 das walisische Machen Castle erobert und dessen Lord Maredudd ap Gruffudd vertrieben. im Januar 1267 besetzte er Senghenydd und nahm dessen Lord Gruffydd ap Rhys gefangen. Zur Sicherung seiner Eroberungen begann Gilbert 1268 mit dem Bau des mächtigen Caerphilly Castle, bei dessen Errichtung er seine Erfahrungen aus der langen Belagerung von Kenilworth mit berücksichtigte. Llywelyn ap Gruffydd protestierte bei König Heinrich III. gegen Gilberts Aggressionen und die Behandlung seiner Vasallen. Der König vermied eine Entscheidung und verwies die Klage an das königliche Gericht. Als Kronprinz Eduard in einem Schiedsspruch Llywelyn als Oberhaupt der walisischen Herrscher von Glamorgan bestätigte, weigerte sich Gilbert, dies anzuerkennen. Der König sah sich außerstande, seine Autorität gegenüber seinem mächtigsten Vasallen durchzusetzen und wies Llywelyns Klage an das Parlament weiter. Daraufhin fiel Llywelyn 1270 in Glamorgan ein und zerstörte das im Bau befindliche Caerphilly Castle. Er konnte Glamorgan jedoch nicht dauerhaft besetzt halten, und nach seinem Abzug setzte Gilbert den Bau der Burg fort. Llywelyn wollte nun den Krieg fortführen, stimmte dann jedoch auf Vermittlung des Königs Verhandlungen zu. Danach sollte die Burg einer unabhängigen Kommission übergeben werden, doch als König Heinrich III. 1272 starb und sich der Kronprinz auf einem Kreuzzug in Palästina befand, wurde Gilbert de Clare einer der Regenten des Reiches. Er übernahm wieder die Burg und vollendete sie.

Verhältnis zu König Eduard I.
Bereits 1268 hatte Gilbert de Clare zusammen mit dem Kronprinzen gelobt, einen Kreuzzug ins Heilige Land zu unternehmen. 1270 hatte der römische König Richard von Cornwall Gilbert erneut aufgefordert, das Kreuz zu nehmen, doch dieser wollte trotz einer hohen Geldbuße wegen der angespannten Lage in Wales seine Besitzungen nicht verlassen und nahm nicht an dem Kreuzzug von Prinz Eduard teil. Als dieser im August 1274 als neuer König wieder nach England zurückkehrte, empfing ihn Gilbert in seiner Burg Tonbridge in Kent.
Nicht zuletzt wegen Gilbert de Clares Politik in Wales spitzte sich das Verhältnis zwischen König Eduard I. und Llyweln ap Gruffydd, dem Prinzen von Wales zu. 1277 unterwarf der König Wales in einem groß angelegten Feldzug, bei dem Gilbert de Clare jedoch kaum in Erscheinung trat. Als die Waliser 1282 gegen die neue englische Oberherrschaft rebellierten, unternahm König Eduard einen erneuten Feldzug gegen Wales. Bei diesem Feldzug befehligte Gilbert de Clare die königlichen Armeen in WWestwales und führte sie nach Carmarthenshire, wo er jedoch am 6. Juni 1282 in einem walisischen Hinterhalt bei Llandeilo so entscheidend geschlagen wurde, dass er sich zurückziehen musste. Er wurde seines Kommandos enthoben, blieb jedoch bei den königlichen Truppen und besetzte im Januar 1283 mit Dolwyddelan Castle.
Nach dem englischen Sieg unternahm der König 1284 eine Rundreise durch Wales. Bevor er jedoch die Besitzungen des Marcher Lords Gilbert de Clare bereisen wollte, musste er diesen formal um Erlaubnis fragen und wurde von ihm zu Grenze zu Grenze eskortiert. Der König versuchte nun, seinen übermächtigen Vasallen enger an sich zu binden. Da er aus seiner Ehe keinen männlichen Erben hatte, ließ Gilbert sich scheiden, um Johanna, eine Tochter des Königs zu heiraten. Der Papst verzögerte seine Zustimmung zu dieser Ehe, so dass sie erst am 2. Mai 1290 heiraten konnten. Bei der Eheschließung wurde vereinbart, dass die Töchter aus Gilberts erster Ehe enterbt werden und dass im Falle einer Kinderlosigkeit der Ehe mit Johanna die Ländereien Gilberts an die potentiellen Kinder aus einer zweiten Ehe seiner Frau fallen würden.

Rückschläge in Wales
Trotz der vollständigen Eroberung von Wales durch die Truppen des Königs kam es in Gilbert de Clares walisischen Besitzungen zu weiteren Unruhen. Als 1287 der walisische Lord Rhys ap Maredudd in Südwestwales rebellierte, beteiligte sich Gilbert mit einem großen Truppenkontingent an der Niederschlagung des Aufstands. Zur Sicherung der Nordgrenze von Glamorgan begann Gilbert um 1287 mit dem Bau von Morlais Castle. Dabei kam es zum Streit mit Humphrey de Bohun, dem Lord of Brecknockshirre, der behauptete, die Burg läge auf seinem Grund. Als es 1290 zur offenen Fehde zwischen den beiden Magnaten kam, griff der König rasch ein. Wegen der Fehde mussten sich beide vor einem Gericht der anderen Marcher Lords und anschließend vor dedem königlichen Gericht verantworten. Sie wurden zum Verlust ihrer walisischen Besitzungen verurteilt und im Tower of London inhaftiert.[1] Zwar ließ der König sie rasch wieder frei, doch Gilbert erhielt erst gegen Zahlung einer Strafe von 10.00000 Mark seine Besitzungen zurück. Damit hatte sich der König eindeutig gegenüber seinem mächtigen Vasallen durchgesetzt. Gilberts Ehre und Ansehen hatten dagegen erheblichen Schaden erlitten. Seine Stellung wurde weiter geschwächt, als 1294 auch in Glamorgan ein walisischer Aufstand unter Morgan ap Maredudd ausbrach. Gilbert gelang es nicht, die Rebellen zu schlagen, und erst die Rebellion in ganz Wales niedergeschlagen wurde, brach der Aufstand in Glamorgan zusammen. Morgan ap Mareduudd ergab sich dem König und betonte, er habe nicht gegen den König, sondern gegen die ungerechte Herrschaft von Gilbert de Clare rebelliert.[2] Der König begnadigte Morgan und stellte Glamorgan unter königliche Verwaltung. Gilbert de Clare starb kurz nach dieser erneuten Demütigung in Monmouth Castle in Wales. Er wurde in Tewkesbury Abbey begraben.

Ehen

Nach dem 2. Februar 1253 heiratete Gilbert Alice de Lusignan, eine Tochter des französischen Grafen Hugo XI. von Lusignan und von Yolande von Dreux. Als Verwandte des Königshauses besaß ihre Familie auch in England über einen einflussreichen Anhang, darunter ihren Onkel William de Valence, 1. Earl of Pembroke.

Nach dem am 16. November 1289 erteilten päpstlichen Dispens heiratete Gilbert im Mai 1290 in Westminster Abbey in zweiter Ehe die fast 30 Jahre jüngere Prinzessin Johanna (Joan of Acre).

Seine Witwe heiratete 1297 Ralph de Monthermer, welcher bis zu Johannas Tod 1307 die Vormundschaft über Gilberts gleichnamigen Erbsohn führte. Dieser fiel kinderlos in der Schlacht von Bannockburn. Gemäß der Vereinbarung mit König Eduard I. wurden darauf die Besitzungen der Familie Clare unter den drei Töchtern von Gilbert und seiner zweiten Frau Johanna aufgeteilt.


Weblinks
• Robert Thomas Jenkins: Clare (Welsh Biography Online)
• Royal Berkshire History: Gilbert 'the Red' De Clare, Earl of Gloucester (1243-1295)
• Gilbert de Clare, 6th Earl of Gloucester auf thepeerage.com, abgerufen am 26. Juli 2015 (englisch)
Einzelnachweise
1 Castles of Wales: Morlais Castle. Abgerufen am 9. April 2015.
2 Thomas Jones Pierce: Morgan, Rebel of 1294 (Welsh Biography Online). Abgerufen am 9. April 2015. 
de Clare, Graf Gilbert der Rote (I9922)
 
34193 https://de.wikipedia.org/wiki/Gilbert_de_Clare,_Lord_of_Thomond

Gilbert de Clare, Lord of Thomond (* 1281; † zwischen 20. Juli und 16. November 1307) war ein anglo-irischer Adliger.

Gilbert de Clare entstammte der anglonormannischen Familie Clare. Er war der älteste Sohn von Thomas de Clare und von Juliana FitzMaurice. Sein Vater Thomas de Clare, ein jüngerer Sohn von Richard de Clare, 5. Earl of Hertford, hatte ab 1276 Thomond in Irland erobert. Er starb 1287. Obwohl er noch nicht offiziell volljährig war, erhielt Gilbert 1299 das Erbe seines Vaters, zu dem neben Thomond in Irland auch einige englische Güter gehörten. Im folgenden Jahr erhielt er nach dem Tod seiiner Mutter auch deren Wittum. In diesem Jahr trat er jedoch in England in den Haushalt von Eduard, dem Thronfolger und künftigen Prince of Wales, ein. Er wurde Kammerdiener und zu einem der engsten Freunde des Prinzen. Dabei wird er gelegentlich mit seinem namensgleichen Vetter Gilbert de Clare, dem späteren Earl of Hertford verwechselt, der ebenfalls ein Freund von Eduard wurde, jedoch jünger war. Gilbert de Clare nahm mit dem Prinzen von 1303 bis 1304 am englischen Feldzug gegen Schottland teil. 1306 sollte er erneut an einem Feldzug nach Schottland teilnehmen, doch wie Piers Gaveston, Roger Mortimer und andere junge Adlige verließ er das englische Heer, um in Frankreich an Turnieren teilzunehmen. Der erzürnte englische König Eduard I. ließ daraufhin die englischen Güter von Gilbert zeitweise beschlagnahmen, ehe er ihm verzieh.

Gilbert heiratete vermutlich 1306 Isabel le Despenser, eine Tochter von Hugh le Despenser dem Älteren und von Isabella de Beauchamp. Er starb jedoch bereits vor dem 16. November 1307 kurz nach der Krönung von Eduards II. zum englischen König. Da er ohne Nachkommen blieb, erbte sein jüngerer Bruder Richard seinen Besitz. Seine Witwe heiratete in zweiter Ehe John Hastings, 1. Baron Hastings.


Literatur
• Michael Altschul: A baronial family in medieval England. The Clares. The Johns Hopkins Press, Baltimore 1965, S. 195–196 
de Clare, Lord Gilbert (I9929)
 
34194 https://de.wikipedia.org/wiki/Gildegau im Keldachgau und Bonngau, Graf Erenfried II. (I6740)
 
34195 https://de.wikipedia.org/wiki/Gildegau vom Keldachgau, Erenfried I. (I21068)
 
34196 https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_di_Bicci_de’_Medici

Giovanni di Bicci de’ Medici (* 1360; † 1429) war ein Florentiner Händler und Bankier, der sich durch geschickte Geschäftsbeziehungen ein großes Vermögen erworben hatte. Er war Neffe des Bankiers Vieri di Cambio de’ Medici und Vater von Cosimo de’ Medici.

Giovanni stammte aus einem relativ unbedeutenden Zweig der Medici-Familie, den Bicci (de’ Medici). Sie waren weitgehend durch den politischen Prestigeverlust infolge des Ciompi-Aufstandes und der anschließenden Diktatur Salvestro de’ Medici verschont geblieben.

Er begann 1380 als kleiner Geldverleiher und stieg dann in die römische Niederlassung der Bank seines Onkels, Vieri de’ Medici, ein, wo er später zum Minderheitspartner wurde und die Filiale in Rom unter dem Namen Vieri e Giovanni de’ Medici iin Roma führte. Dank einem kleinen Vermögen aus der Heirat mit Piccarda Bueri, kaufte sich Giovanni di Bicci de’ Medici 1393 die Filiale in Rom. 1397, zwei Jahre nach dem Tod seines Onkels, verlegte er seine Aktivitäten nach Florenz und gründete gemeinsam mit der Familie Bardi die Banco Medici. Diese bildete die Grundlage des späteren Aufstiegs der Medici zu einer der mächtigsten Familien der damaligen Zeit in Europa. Giovanni di Bicci de’ Medici stieg in der Folge, u. a. auch dank seinen Diensten für die päpstlichen Finanzen, zu einer der bedeutendsten und einflussreichsten Personen auf. 1420 überließ er die Geschäftsführung und das Vermögen seinen Söhnen Lorenzo und Cosimo de’ Medici. Nach seinem Tod festigte Cosimo die Machtposition der Medici weiter aus.


Weblinks
 Commons: Giovanni di Bicci de’ Medici – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Kurzbiografie in der Mediateca Palazzo Medici Riccardi, Firenze (italienisch) 
von Medici (di Bicci), Giovanni (I8841)
 
34197 https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_di_Pierfrancesco_de’_Medici

Giovanni di Pierfrancesco de’ Medici (* 21. Oktober 1467 in Florenz; † 14. September 1498 in Santa Maria in Bagno), seit 1494 Il Popolano genannt, war ein Angehöriger der jüngeren Linie der Medici. Er heiratete im September 1497 Caterina Sforza (1463–1509), beider Sohn war der spätere Condottiere Giovanni dalle Bande Nere (1498–1526).

Leben
Herkunft
Giovanni wurde als zweiter Sohn von Pierfrancesco di Lorenzo de’ Medici (1430–1476/77) und dessen Ehefrau Laudomia, einer Tochter von Agnolo Acciaioli († nach 1467), in Florenz geboren.
Die Familie von Giovannis Mutter gehörte zum Adel von Florenz, ein Zweig der Acciaioli herrschte von 1388 bis 1460 im Herzogtum Athen. Agnolo Acciaioli war Geschäftspartner und politischer Verbündeter von Giovanni di Bicci de’ Medici (1360–1429) und unterstützte später auch dessen Sohn Cosimo (1389–1464). Er führte jedoch 1466 den Aufstand des florentinischen Patriziats gegen die Herrschaft von Piero di Cosimo de’ Medici an und wurde nach dessen Scheitern 1467 lebenslang aus Florenz verbannt.
Giovannis Vater Pierfrancesco, der mit den Frondeuren des Jahres 1466 sympathisierte, war der einzige Sohn von Lorenzo di Giovanni de’ Medici (1395–1440) und dessen Ehefrau Ginevra Cavalcanti, die dem Florentiner Patriziat entstammte. Lorenzo di Giovanni war der jüngere Sohn von Giovanni di Bicci sowie der jüngere Bruder von Cosimo den Alten und begründete die jüngere Linie der Medici.
Giovannis älterer Bruder war Lorenzo di Pierfrancesco de’ Medici (1463–1503).

Die Vormundschaft Lorenzos des Prächtigen
Pierfrancesco de’ Medici regelte kurz vor seinem Tod († 1476/77) testamentarisch, dass nach seinem Ableben die Brüder Lorenzo il Magnifico (1449–1492) und Giuliano di Piero de’ Medici (1453–1478) aus der älteren Linie der Medici die Vormundschaft über seine minderjährigen Söhne Lorenzo und Giovanni erhalten. Lorenzo der Prächtige übernahm die Verwaltung ihres Erbes und gewährte den verwaisten Verwandten eine gute Erziehung. So zählte zu ihren Lehrern die bedeutenden italienischen Humanisten Angelo Poliziano und Marsilio Ficino.
Lorenzo der Prächtige hatte sich schon bei Pierfrancesco größere Summen Geld ausgeliehen, die er bei dessen Tod noch nicht zurückgezahlt hatte. Die Pazzi-Verschwörung von 1478 brachte Lorenzo weitere finanzielle Schwierigkeiten, die er nur durch das Zugreifen auf das Vermögen der Söhne Pierfrancescos überwinden konnte. Später zwang er seine Mündel, ihm weitere beträchtlichen Bargeldbestände zur Verfügung zu stellen. Im Jahre 1480 schuldete der Prächtige den Brüdern Lorenzo und Giovanni Zehntausende Fiorini. Deren finanzielle Lage war nun ebenfalls prekär, sie konnten ihre Steuern nicht bezahlen. Steuerschulden führten aber in Florenz zum Ausschluss aus allen öffentlichen Ämtern und somit zum Verlust von politischer Macht. Letztlich folgte daraus das Zerwürfnis zwischen Pierfrancescos Söhnen und ihrem Vormund.
Im Jahr 1484 verklagte Lorenzo di Pierfrancesco Lorenzo den Prächtigen zur Herausgabe des ererbten Vermögens. Ein Jahr später kam es zum Vergleich. Der Schiedsspruch des Gerichts zwang den Prächtigen, den Söhnen Pierfrancescos zum Ausgleich für seine Schulden, seinen Besitz im Mugello zu überlassen. Lorenzo der Prächtige bemühte sich den Familienzwist zu überwinden und verlobte deshalb 1487 seine Tochter Luisa mit Giovanni. Aber Giovannis Braut starb wenige Monate später, das Verhältnis zwischen Lorenzo den Prächtigen und den Söhnen Pierfrancescos blieb weiterhin zerrüttet.

Il Popolano
Nach dem Tod ihres einstigen Vormunds († 8. April 1492) bekannten sich Lorenzo und Giovanni offen gegen den neuen Herrscher von Florenz Piero de’ Medici (1472–1503). Im Frühjahr 1494 kam es zum endgültigen Bruch zwischen Giovanni und Piero. Giovvanni warb um eine junge Frau, die sich Piero ebenfalls zur Favoritin erkoren hatte. Piero ohrfeigte deswegen Giovanni öffentlich und beschuldigte ihn dann, ein Verbündeter des in Italien einmarschierenden französischen Königs Karl VIII. zu sein. Giovanni musste daraufhin – da diese Anschuldigungen als Verrat an die Republik Florenz gewertet wurden – um sein Leben fürchten, er verließ mit seinem Bruder und seinen Anhängern fluchtartig Florenz und schloss sich dem französischen Heer an.
Dort änderten Lorenzo und Giovanni ihren Familiennamen in Popolani, das ‚die Volkstümlichen‘ oder ‚dem Volke wohlgesinnt‘ bedeutete. Diese Namensänderung sollte einerseits ihre Verbundenheit zum Volk, andererseits ihre Distanz zur Politik der Medici dokumentieren. Nach dem Einmarsch der Franzosen in Florenz und dem Sturz Pieros im November 1494, stimmten Lorenzo und Giovanni für die Verbannung Pieros und seiner Brüder Giovanni (1475–1521) – der spätere Papst Leo X. – und Giuliano di Lorenzo de’ Medici (1479–1516) – der spätere Herzog von Nemours – aus Florenz.
Karl VIII. ernannte Giovanni zum Maître d’Hôtel und gewährte ihm eine stattliche Rente. Giovanni zog es deswegen vor, sich auf seine Güter zurückzuziehen, seinen Wohlstand zu genießen und sich fern von der republikanischen Politik zu halten. Er entzog sich dem Wirken Savonarolas (1452–1498), widmete sich seinen Geschäften in der Romagna und begann, den Maler Sandro Botticelli (1445–1510) finanziell zu unterstützen. Botticelli, der unter Savanorolas Einfluss ein religiöser Fanatiker wurde und die Malerei aus religiöser Überzeugung fast aufgab, wäre wohl ohne die Hilfe Giovannis verhungert. Der geniale Schöpfer von Werken wie Allegorie des Frühlings, Die Geburt der Venus oder Venus und Mars blieb bis zu seinem Tod in finanzieller Abhängigkeit des Popolani-Zweiges der Medici.

Die Liebe zu Catarina Sforza
Im Sommer 1496 erwartete die Republik Florenz eine schlechte Ernte. Die Behörden, aber auch Spekulanten, begannen Getreide aufzukaufen. Die Florentiner Regierung wollte infolge der unruhigen politischen Lage nicht riskieren, ihre Bevölkerung hungern zu lassen und ernannte Giovanni de’ Medici deswegen zum offiziellen Beauftragten für den Aufkauf von Getreide.
Giovanni kam im August 1496 in Forlì an und begann mit Caterina Sforza, der Herrin von Forli und Imola, die er wenige Wochen vorher in Rom kennengelernt hatte, über dem Aufkauf von Weizen zu verhandeln. Er erreichte, dass zwischen Dezember 1496 und Mai 1497 über tausend Tonnen aus Forli und Imola nach Florenz geliefert wurden. Caterina zögerte anfänglich, so große Menge an Florenz zu liefern, da die Weizenerträge in der Romagna auch nicht so hoch waren, dass eine Hungersnot im kommenenden Jahr völlig auszuschließen war. Aber die zweifach verwitwete Gräfin (und siebenfache Mutter) fand rasch Gefallen an den gutaussehenden, charmanten und intelligenten Gesandten der Republik Florenz und wenige Tage nach seiner Ankunft in Forli waren Caterina – der boshaft nachgesagt wurde, sie fürchte nichts so sehr wie ein kaltes Bett – und Giovanni ein Liebespaar.
Die Liebesbeziehung konnte nicht lange verheimlicht werden. Florenz war darüber erfreut, die Stadt verlieh Caterina das Bürgerrecht – dies war eine Voraussetzung für ihre spätere Heirat mit dem Florentiner Bürger Giovanni de’ Medici - und gewährte ihrem ältesten Sohn Ottaviano Riario (* 1479) ein stattliches Honorar als Söldnerführer im Dienste der Republik. Der Papst, Alexander VI. (1431–1503), reagierte 1497 noch nicht auf die Verbindung zwischen der Sforza und dem Medici. Venedig war jedoch schockiert. Eine Verbindung der kriegerischen „Tigerin“ mit dem vermögenden Giovanni de’ Medici wurde als Gefahr für die Hegemonialansprüche der Serenissima im nördlichen Italien aufgefasst. Der Herzog von Mailand, Ludovico il Moro (1452–1508), geriet in Besorgnis und entsandte seinen Botschafter Tranchedini nach Forli, um genauere Informationen zu erhalten. Caterina musste ihrem Onkel Ludovico schriftlich versichern, dass ihre Loyalität gegenüber Mailand sowie den Sforzas ungetrübt sei und ihre Beziehung zu Giovanni nur auf geschäftliche Grundlagen beruhe.
Sie stellte allerdings im August 1497 ihre Schwangerschaft fest und heiratete daraufhin im September 1497 heimlich Giovanni de’ Medici. Die Herrin von Forli und Imola bestritt aber in der Öffentlichkeit ihre dritte Eheschließung, der ausgetrickste Mailänder Botschafter Tranchedini schrieb deswegen später erbost an Ludovico il Moro: „Verflucht sei, wer einem Mann traut, aber noch mehr, der einem Weibe traut.“ (Zitat aus Klaus Schelle, Die Sforzas, S. 210: Maledictus homo, qui confidit in homini et maxime in muliere.)
Am 6. April 1498 gebar Caterina Sforza ihren jüngsten (und Giovannis einzigen) Sohn, den sie Ludovico nannte. Sie wollte mit dieser Namenswahl ihre Verbundenheit mit dem Herzog von Mailand öffentlich bekunden, dessen militärische und politischhe Hilfe sie bald benötigen würde. Cesare Borgia (1475–1507), Sohn des Papstes Alexander VI., begann im Sommer 1498 Forli zu belagern. Ludovico il Moro beauftragte daraufhin seinen Condottiere Gaspare Sanseverino (1458–1519), genannt il Fracassa, Caterina militärisch zu unterstützen.
Giovanni erlitt im August 1498 einen schweren Gichtanfall (ein erblich bedingtes Leiden der Medici) und reiste auf Anraten seiner Ärzte, die seine Erkrankung als nicht lebensgefährlich diagnostizierten, nach San Pietro in Bagno, einen bekannten Badeort, um dort Linderung zu finden. Dort verstarb Giovanni di Pierfrancesco de’ Medici, genannt il Popolano, unerwartet in den späten Abendstunden des 14. September 1498.

Epilog
Die trauernde Witwe Caterina ließ zu Ehren ihres verstorbenen Mannes Münzen mit der Umschrift Caterina Sfortia Medices prägen und demonstrierte so ihre Verbundenheit zu Giovanni. Ihren Sohn Ludovico benannte sie in Giovanni um. Er sollte später unter dem Namen Giovanni dalle Bande Nere der letzte bedeutende Condottiere der italienischen Renaissance werden.
Lorenzo di Pierfrancesco de’ Medici stritt sich mit Caterina um das Erbe seines Bruders. Caterina erhielt schließlich die Villa von Castello, aber wenig später entführte Lorenzo ihren Sohn Giovanni. Caterina gelang es aber, ihren Sohn freizukaufen. Sie versteckte dann Giovanni aus Furcht vor weiteren Nachstellungen und gab ihn schließlich aus Sicherheitsgründen in fremde Hände. Nach ihrem Tod (1509) wuchs Giovanni im Haus von Lucrezia (1470–1553), der ältesten Tochter Lorenzos des Prächtigen, und Jacopo Salviati (1461–1533) auf. Er heiratete 1516 Maria Salviati (1499–1543), eine Tochter seiner Zieheltern, und wurde Vater des späteren ersten Großherzoges der Toskana, Cosimo I. de’ Medici (1519–1574).



Literatur
• Franco Cesati: Die Medici. Die Geschichte einer europäischen Dynastie. La Mandragora, 1999, ISBN 88-85957-39-0.
• James Cleugh: Die Medici. Macht und Glanz einer europäischen Familie. Bechtermünz, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-155-4.
• Hubert Fink: Machiavelli. Droemer-Knaur, München 1990, ISBN 3-426-02400-4.
• Klaus Schelle: Die Sforza. Bauern, Condottieri, Herzöge. Die Geschichte der Renaissancefamilie. Magnus-Verlag, Essen 1980, ISBN 3-88400-099-3.
• Ingeborg Walter: Der Prächtige. Lorenzo de’ Medici und seine Zeit. Piper, München 2005, ISBN 3-492-24204-9.
Normdaten (Person): GND: 139611924 | VIAF: 101333446 | Wikipedia-Personensuche 
von Medici, Giovanni di Pierfrancesco Il Popolano (I8849)
 
34198 https://de.wikipedia.org/wiki/Gisela_von_Backnang

Gisela von Backnang (* vor 1027; † vor 1050) war eine schwäbische Adlige in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Durch ihre Ehe mit dem Sülchgau-Grafen Hesso in den 1020er-Jahren gelangten vermutlich die Stadt Backnang und weitere Besitzungen im Murrgau als Mitgift an die Dynastie der Hessonen. Gisela ermöglichte somit durch ihre zugebrachten Güter die hessonische Herrschaftsbildung am mittleren Neckar; Backnang wurde bis zum Ende des Jahrhunderts zum Zentrum des Adelsgeschlechts.

Ihr Beiname „von Backnang“ ist nicht zeitgenössisch belegt, Backnang wurde erst 1067 als Baccananc ersterwähnt. Gisela selbst wird erstmals im Jahr 1027 in einer Quelle genannt; ihr Mann – über den wenig mehr als sein Name bekannt ist – gehört dort zu den Anwesenden bei der Festlegung eines Wildbanns im Murrhardter Wald.

Aufgrund des großen Umfangs ihrer Besitzungen geht man davon aus, dass Gisela einem bedeutenden Adelsgeschlecht entstammt. Möglicherweise gehört sie den frühen Grafen von Calw an. Da der Name „Gisela“ zur damaligen Zeit häufig im Umfeld der Herzöge von Schwaben vorkam, wird auch über eine Herkunft aus diesem Bereich spekuliert, so könnte sie eine Verwandte der Kaiserin Gisela von Schwaben sein, eventuell sogar deren Tochter aus zweiter Ehe mit Herzog Ernst I.

Bekannt ist, dass Gisela und ihr Mann zu den Förderern des Klosters Einsiedeln (in der heutigen Schweiz) gehörten; nach ihrem Tod vor 1050 wurde ihnen von den dortigen Mönchen als verstorbene Wohltäter im Jahrzeitbuch im Monat März gedacht. Gisela wurde des Weiteren auch in Einsiedeln begraben. Um 1050 schenkten ihre beiden Söhne, Gerung und Hesso von Blansingen, zum Wohle des mütterlichen Seelenheils dem Kloster Ländereien in Stetten bei Lörrach. Letzterer Sohn ist vermutlich mit Hesso I. von Backnang identisch.


Literatur
• Ottilie Kilian: Sülchgau - Wolfsölden - Schauenburg. Das machtpolitische Streben eines mittelalterlichen Adelsgeschlechts (1000-1300). In: Mannheimer Geschichtsblätter/Neue Folge, Band 6 (1999), S. 126–127, ISSN 0948-2784 (Abschnitt Gisela vn Backnang - Beziehung zur schwäbischen Herzogsfamilie) 
von Backnang, Gisela (I9874)
 
34199 https://de.wikipedia.org/wiki/Gisela_von_Bayern

Gisela von Bayern (* um 984 oder 985 vermutlich auf der Burg Abbach bei Regensburg; † 7. Mai um 1060 in Kloster Niedernburg in Passau) war Königin von Ungarn. In der katholischen Kirche wurde sie seliggesprochen.

Sie war die älteste Tochter des bayerischen Herzogs Heinrich des Zänkers aus dessen Ehe mit Gisela von Burgund und die Schwester Kaiser Heinrichs II. Ihre Erziehung erfolgte in einem Regensburger Kloster. Gisela war Schülerin des heiligen Wolfgang von Regensburg.
Gisela heiratete um 995 vermutlich im Alter von zehn Jahren Stephan, den späteren König von Ungarn.
Nach Stephans Tod 1038 wurde sie verfolgt und gefangen genommen. Nachdem sie 1042 durch König Heinrich III. befreit worden war, brachte er Gisela zurück nach Bayern. Dort scheint sie sich eine Zeit lang im Kloster Kochel am See als Nonne aufgehalten zu haben,[1] bevor sie Äbtissin des Benediktinerinnen-Klosters Niedernburg in Passau wurde. Durch sie erhielt das Kloster zahlreiche Schenkungen. In Niedernburg blieb sie bis zu ihrem Tod. Ihr Grab, ein Hochgrab aus der Spätgotik über dem originalen Grabstein aus dem 11. Jahrhundert, in der Klosterkirche ist erhalten. Gisela setzte sich für die Christianisierung Ungarns ein, was ihr die Feindschaft der heidnischen Nationalpartei eintrug, und stiftete mehrere Klöster und Kirchen. SSo gilt sie auch als Stifterin der Domkirche in Veszprém („Gisela-Kapelle“), wohl daher der Kirchturm in ihrer Hand auf dem ungarischen Krönungsmantel, der ursprünglich ein von ihr nach Stuhlweißenburg geschenktes Messgewand war. Das Giselakreuz in München stiftete sie für das Regensburger Grab ihrer Mutter.
Gisela wird als Selige verehrt (Fest am 7. Mai und 1. Februar). Ihr Grab ist Ziel zahlreicher Pilger aus Ungarn. Seit 1995 besitzt auch die Kathedrale von Veszprém Reliquien von ihr.[2] In Wien Penzing (14. Bezirk) ist die Giselagasse nach ihr benannt. Am 27. September 2013 wurde das Musical „Gisela & Stephan“ in Pfaffenhofen an der Ilm welturaufgeführt.[3] 2016 gab es weitere Aufführungen in der ungarischen Stadt Veszprém sowie in Scheyern und Passau.

Nachkommen
• Emmerich (Imre) (* 1007, † 2. September 1031)
• Otto
• Agathe, Ehefrau Eduards von England


Nachkommen
• Emmerich (Imre) (* 1007, † 2. September 1031)
• Otto
• Agathe, Ehefrau Eduards von England
Weblinks
Commons: Gisela von Bayern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Literatur von und über Gisela von Bayern im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
• Die Erhebung der Gebeine der seligen Gisela
• Das Musical
Literatur
• Egon Boshof: Gisela – eine bayerische Prinzessin auf dem ungarischen Königsthron. In: Passauer Jahrbuch, 52 (2010), S. 91–103.
• Ludwig Holzfurtner: Gisela von Bayern. In: Katharina Weigand (Hrsg.): Große Gestalten der bayerischen Geschichte. Utz, München 2011, ISBN 978-3-8316-0949-9
Anmerkungen
1 Johann W. Melchinger: Geographisches-Statistisch-Topographisches Lexikon von Baiern. Band 2, Spalte 63–64.
2 seeuinhungary.com
3 Gisela und Stefan - Das Musical. In: v2.gisela-musical.eu. Abgerufen am 5. Juli 2016. 
von Bayern, Königin Gisela (I2915)
 
34200 https://de.wikipedia.org/wiki/Gisela_von_Burgund

Gisela (* um 950; † 21. Juli 1006 oder 1007 in Regensburg) war Herzogin von Bayern und die Mutter Kaiser Heinrichs II. Sie war älteste Tochter des Königs Konrad III. von Burgund aus dem Geschlecht der Welfen, vermutlich aus dessen erster Ehe mit einer schlecht bezeugten Adelana. Sie war Nichte der Kaiserin Adelheid, der Gemahlin Ottos des Großen.
Gisela war verheiratet mit Herzog Heinrich dem Zänker von Bayern. Die Verlobung fand wohl schon 965 statt, die Ehe wurde wohl im Sommer 972 vollzogen. Am 6. Mai 973 wurde ihr ältester Sohn, der spätere Kaiser geboren. Die Zeit während der Haft ihres Mannes verbrachte sie in Merseburg.
Gisela wurde im Niedermünster in Regensburg begraben. Für ihr Grab gab ihre Tochter das prachtvolle Giselakreuz in Auftrag.

Nachkommen
Gisela war verheiratet mit Heinrich dem Zänker. Ihre Kinder waren:
• Heinrich II. (* 973/978; † 1024), Kaiser
• Bruno († 1029), Bischof von Augsburg
• Gisela – verheiratet mit Stephan I., König von Ungarn



Literatur
• Rudolf Reiser: Gisela. In: Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. Pustet, Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0792-2, S. 256 (Digitalisat).
• Egon Boshof: Gisela von Burgund, Herzogin von Bayern: Zum 1000. Todestag einer unbekannten Persönlichkeit, einer großen Frau. (Kulturführer Regensburg Band 5) Amt für Archiv und Denkmalpflege, Regensburg 2007, ISBN 978-3-935052-63-4.
Weblinks
• Gisela von Burgund, Herzogin von Bayern bei genealogie-mittelalter.de (Memento vom 27. Oktober 2009 im Internet Archive) 
von Burgund, Gisela (I4803)
 

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