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34301 https://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_Veldenz von Veldenz, Adelheid (I21773)
 
34302 https://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_von_Lechsgemünd-Graisbach von Horburg-Lechsgemünd, Adelheid (I11872)
 
34303 https://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_Weimar-Orlamünde

Die Grafschaft Weimar-Orlamünde war eine eigenständige politische Einheit auf dem Territorium des heutigen Thüringen. Sie bestand aus den nicht miteinander verbundenen Territorien der Grafschaft Weimar und der Grafschaft Orlamünde. Die Regenten wurden entweder Grafen von Orlamünde oder auch Grafen von Weimar-Orlamünde genannt.

Haus Weimar-Orlamünde
→ Hauptartikel: Orlamünde (Adelsgeschlecht)
Graf Otto I. aus der älteren Linie der Grafen von Weimar gelangte um 1060 in den Besitz der Grafschaft Orlamünde. Als 1062 Ottos älterer Bruder, der in Weimar regierende Graf Wilhelm IV., kinderlos verstarb, erhielt Otto auch die Grafschaft Weimar. Seitdem waren die beiden Gebiete als Grafschaft Weimar-Orlamünde verbunden. Mit dem Tode des Grafen Ulrich II. starb die ältere Linie der Grafen von Weimar-Orlamünde 1112 aus.

Haus Askanien
→ Hauptartikel: Askanier
Erbberechtigt war Pfalzgraf Siegfried von Ballenstedt, Sohn der Pfalzgräfin Adelheid von Weimar-Orlamünde († 28. März 1100), einer Tochter des vorgenannten Grafen Otto I. Da diese mit Graf Adalbert II. von Ballenstedt (dem Großvater von Albrecht dem Bären) aus der Familie der Askanier verheiratet war, fiel Weimar-Orlamünde nach einigen Erbstreitigkeiten, in die sich auch Kaiser Heinrich V. einschaltete, an Adalberts Sohn Siegfried von Ballenstedt († 1113). Nach dessen Tod kam es an eine Nebenlinie der Askanier und 1140 an Albrecht den Bären.
Bei den Erbteilungen im Hause Askanien nach dem Tod Albrecht des Bären im Jahr 1170 entstand eine jüngere Linie der Grafen von Weimar-Orlamünde nach Hermann I. (1140–1176), einem jüngeren Sohn Albrechts des Bären.
Unter dessen Enkelsohn Hermann II. (1180–1247), er regierte in Weimar ab 1206, kam es noch einmal zu einer kurzen Blüte der Grafschaft. Hermann II. war Gemahl der Beatrix, Erbtochter von Andechs-Meranien. Durch deren Erbe dehnte sich der Orlamünder Territorialbesitz von Weimar und der Burg Schauenforst über den Orlagau um Orlamünde und Rudolstadt und teilweise unzusammenhängenden Herrschaften, Gütern und Rechten im Thüringer Schiefergebirge und im Frankenwald bis in den Raum Kronach, Plassenburg und Nordhalben aus. Die Grafen von Weimar-Orlamünde begannen mit dem Aufbau einer eigenen Landesherrschaft, allerdings zu spät, um sich gegen die Thüringer Landgrafen aus dem aufstrebenden Geschlecht der Wettiner noch durchsetzen zu können. Nach Hermanns Tod wurde die Grafschaft auf seine beiden Söhne Hermann III. († 1283) und Otto III. († 1285) aufgeteilt. Durch die Teilung waren die Grafen in ihrer Auseinandersetzung mit den Wettinern zusätzlich geschwächt, dazu kamen drückende finanzielle Probleme. Diese führten dazu, dass die sich auf Hermann III. zurückführende Orlamünder Linie Orlamünde am 27. April 1344 an Wettin verkaufen musste.
Die von Otto III. gegründete Weimarer Linie hielt sich bis 1346, als Friedrich I., ein Enkelsohn Ottos III., den Wettinern im Thüringer Grafenkrieg unterlag und ihnen die Grafschaft Weimar als Lehen auftragen musste. Damit endete die Grafschaft Weimar als reichsunmittelbare, also selbständige politische Einheit. Die Grafen von Weimar waren noch bis zum Aussterben der Hauptlinie Vasallen der Wettiner. Nach dem Tode des letzten Weimarer Grafen zogen die Wettiner Weimar als erledigtes LLehen ein und gaben es nicht mehr heraus, Weimar wurde Teil des wettinischen Gesamtbesitzes. Seit der Leipziger Teilung 1485 in der Hand der Ernestiner, wurde es nach der Wittenberger Kapitulation 1547 deren Hauptsitz und Residenz des Herzogtums Sachsen-Weimar und später des Herzogtums bzw. Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach.
Die askanischen Grafen von Weimar-Orlamünde, zu denen auch Otto X. gehörte, existierten zunächst in Nebenlinien weiter, die allerdings 1467 ihre letzten Gebiete an die Wettiner verloren und 1486 endgültig ausstarben.
Zu ihren Besitzungen gehörten bis 1426 Gräfenthal, bis nach 1427 Lichtenberg, Magdala, bis 1430 Burg Lauenstein und bis 1432 Schauenforst.


Siehe auch
• Stammliste der Grafen von Orlamünde
Literatur
• Rudolf Endres: Orlamünde, Gafen v.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 591 (Digitalisat).
• C. Chl. Freiherr von Reitzenstein: Regesten der Grafen von Orlamuende aus Babenberger und Ascanischem Stamm mit Stammtafeln, Siegelbildern, Monumenten und Wappen. Historischer Verein für Oberfranken. Verlag Th. Burger, Bayreuth 1871.
Weblinks
 Commons: Orlamünde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Istrien (von Weimar), Markgraf Poppo II. (I38)
 
34304 https://de.wikipedia.org/wiki/Grandmesnil

Die Grentemesnil – oder in der modernen Form: Grandmesnil – waren eine Familie des anglonormannischen Adels, die aus dem Département Calvados stammt, und nach der Eroberung Englands 1066 auf die britische Insel übersiedelte, als Hugues de Grentemesnil in Leicestershire eine Hundertschaft von Landgütern geschenkt bekam.

Stammliste
1 Robert de Grentemesnil (Grandmesnil) (X 18. Juni 1036); ∞ Havois de Saint-Céneri, Tochter von Giroie, Herr von Échauffour und Montreuil-l’Argillé, und Gisele de Montfort-sur-Risle, sie heiratete in zweiter Ehe vor 1037 Guillaume d’Évreux auser Linie der Grafen von Évreux der Rolloniden
1 Hugues de Grentemesnil (Grandmesnil) (* um 1025, † 22. Februar 1093 als Mönch) gründet 1050 die Abtei Saint-Évroult neu, kämpft 1066 in der Schlacht von Hastings, Gouverneur von Winchester, begraben in Saint-Evroult; ∞ Adelise (Aelis) de Beauont-sur-Oise, † 11. Juli 1091 in Rouen, Tochter des Grafen Ivo III., begraben in Ouche (Haus Beaumont-sur-Oise)
1 Robert de Grentemesnil (1088 bezeugt, † 1. Juni 1136) begraben in Saint-Évroult; ∞ I Agnes de Bayeux, Tochter des Ranulph Vizegraf von Bayeux, begraben in Saint-Evroult; ∞ II Emma d'Estouteville, Tochter von Robert II., Seigneur d'Estoutevile (Haus Estouteville), Witwe von Errand Sire d'Harcourt, begraben in Saint-Evroult; ∞ III Lucie, Tochter von Savari aus der Familie der Vizegrafen von Beaumont-au-Maine
1 Hugues, 1177 bezeugt, wohl Seneschall von England
1 Pétronille (Pernel) († 1. April 1212); ∞ vor 1155/59 Robert de Beaumont, 3. Earl of Leicester, Truchsess (Steward) von England und Normandie, † 1190 in Durazzo
2 Agnes; ∞ Robert de Moulins
2 Guillaume, 1081 in Apulien, 1081/1130 bezeugt; ∞ wohl I Agatha, † 3. Oktober …; ∞ wohl II nach 1088 Mabilie de Hauteville, Herrin von Crotone, Tochter von Robert Guiscard, Herzog von Apulien und Kalabrien
3 Hugues, 1088 bezeugt, † jung, begraben in Saint-Evroult
4 Yves († auf dem Kreuzzug wohl nach 1102), 1088 bezeugt, Besitzer der Hälfte der Güter in Leicestershire, nimmt 1096 das Kreuz; ∞ NN von Gent (de Gand), Tochter von Gilbert und Alice de Montfort-sur-Risle, Herrin von Montfort-sur-Risle
1 Yves und 1 oder 2 Brüder, † ertrunken 25. November 1120 vor Barfleur (White Ship)
5 Albéric, 1088 bezeugt, nimmt 1096 das Kreuz
6 Adeline; ∞ Roher, Herr von Ivry, Mundschenk (Pincerna) des Königs von England, 1068 bezeugt, † nach 24. April 1089, gründet die Abtei Ivry-la-Ballule (Haus Ivry)
7 Rochesis; ∞ Robert II. de Courcy, 1088/1108 bezeugt
8 Mathilda († in Jaffa als Witwe); ∞ Hugues, Herr von Montpinçon, Seneschall der Normandie, 1082/1102 bezeugt, † in Rouen, begraben in Saint-Évroult
9 Agnes; ∞ vor 1098 Guillaume de Say, 1113-nach 1123 bezeugt
2 Robert († 15. November 1089 in Sant'Eufemia, Kalabrien) 1050 Mitbegründer von Saint-Évroult, Prior zu Malonville, 1059 Abt von Saint-Evroult, dann Abt von Sant'Eufemia, Bischof von Troina, dann Erzbischof von Messina
3 Ernault, um 1050 bezeugt, geht nach Italien
4 Adelise; ∞ Onfroy de Tilleul
5 2 Töchter


Literatur
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Band III.4. Klostermann, Frankfurt/M. 1984, Tafel 697.
darin benutzt:
• Auguste Molinier: Obituaires de la province de Sens, Bd. 1. Impr. Nat. Paris 1902.
• Henri Regnault du Motey: Origines de la Normandie et du duché d’Alençon ... de l’an 850 à l’an 1085. Picard, Paris 1920.
• Henri Regnault du Motey: Robert II de Bellême. Le champion de la Normandie. Champion, Paris 1923.
• V. Bourienne: Les seigneurs de Coulonces. Letellier, Mortain 1935.
• David C. Douglas: The Domesday Monachorum of Christ Church Canterbury. Royal History Society, London 1944.
• René Herval: Grandmesnil. In: Revue d’Avranchie, Bd 38 (1958).
• Ivor J. Sanders: English Baronies. A study of their origin and descent. Clarendon, Oxford 1960.
• George Edward Cokayne: The Complete Peerage. 
Grandmesnil (Grentemesnil), Pétronille (I9159)
 
34305 https://de.wikipedia.org/wiki/Grandvillars_(Adelsgeschlecht) von Granweiler, Anna (I21915)
 
34306 https://de.wikipedia.org/wiki/Griessheim_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Grießheim, auch von Griessen genannt, waren ein Süddeutsches Rittergeschlecht die ihren Ursprung in Grießen (Klettgau) hatten.

Herkunft
Das Rittergeschlecht von Grießheim erscheint erstmals 1050 mit Witilo von Giesen/ von Grießheim und 1096 mit Hiltiboldo de Criseheim der dem Kloster Allerheiligen Güter in Bahlingen verkaufte.[1] Urkundliche Nachweise / Regesten gibt es in der Zeit von 1124 (1096) bis in das 16. Jahrhundert. Ihren Ursprung haben die Herren von Grießheim in Griessen, in der Burg Grießen im Klettgau, so dass sie in diversen Urkunden auch “von Griessen” und nicht “von Grießheim” benannt werden. Das Geschlecht war sowohl in Tiengen als auch in Waldshut sesshaft. Ihre Besitzungen lagen zerstreut im Klett- und Albgau.
Der Historiker Josef Bader vermutete, dass die Herren von Griessheim einem Nebenzweig der Dynasten von Weissenburg entstammen, deren gleichnamiger Stammsitz, die Weißenburg sich bei Weisweil im Klettgau befand.[2]
Detaillierte Angaben zu diesem Geschlecht sind u. a. in dem Oberbadischen Geschlechterbuch,[3] und im Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur[4] von Emil Stauber dargelegt. Weitere Regesten sind in den Staatsarchiven der Kantone Zürich, Schaffhausen und Aargau zu finden. In der Kirche von Hausen bei Ossingen befindet sich eine Grabplatte des Hans von Griessen, Herr zu Widen, verstorben 1432.
Wappen
Das Stammwappen zeigt einen von Gold über Blau schrägrechts geteilten Schild. Auf dem Helm mit blau-goldenen Decken zwischen zwei von Gold über Blau geteilten Büffelhörnern der wachsende Rumpf einer Jungfrau mit zusammengestecktem blonden Haar, deren blaues Kleid oberhalb der Brust golden ist.
Geschichte
Im Jahr 1124 machte Bernhard von Grießheim eine umfangreiche Schenkung an Wilperz von Rheinau "de Alpegau nobilitate".[5] Anderen Aussagen zur Folge erscheint bereits 1096 ein Hiltiboldus von Grießheim in Verbindung mit dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen, welcher dem Kloster ein Feld zu seinem Seelenheil übertrug.[6]
Eine Urkunde, betreffend den Herren von Grießheim aus dem Jahre 1229, birgt eine Seltenheit. Seine Frau Gertraut trennte sich von ihrem Mann Ulrich und beschloss in das Kloster Berau einzutreten. Dabei nahm sie die Pfründe ihres Wittumguts in Anspruch, welches ihr Mann Ulrich und dessen Sohn nicht herausgeben wollten, was schlussendlich zum Streit zwischen den Herren von Griessen und dem Kloster Berau führte. Grund für den Streit war nicht etwa die Trennung sondern die durch den Beitriritt in das Kloster verbundene Schenkung Gertrauts. Die Pfründe die Gertraut in Anspruch nahm, war zugleich die Pfründe des Klosters in das sie selbst beitrat. Unter Abt Hermann II. des Klosters St. Blasien konnte schließlich zwischen dem Kloster Berau und den Edlen von Griessen ein Vergleich erzielt werden. Ulrich erhielt die Pfründe zurück, musste im Gegenzug auf das Vogtrecht für gewisse Klostergüter verzichten. Wie es scheint waren die Einkommensverhältnisse derer von Griessen zu dieser Zeit recht gering, was eventuell den Ausschlag dafür gegeben hatte, dass sich seine Frau von ihm trennte um im Kloster mit dem nötigsten versorgt zu werden. Dies war zur damaligen Zeit keine Seltenheit und mit dem erzielten Vergleich konnte somit die Familie überleben. Ulrich und dessen Sohn hielten sich jedoch nicht an die Absprache und gaben die Vogteirechte nicht auf. Darüber hinaus beuteten sie die Klosterleute aus, wodurch es nun zur öffentlichen Verhandlung in Tiengen kam.[7]
In den Jahren 1251, 1262, 1264, 1266, 1270, 1276, 1279,1280, 1282, 1285 treten die Herren von Grießheim in diversen Urkunden als Zeugen in Urkunden der Herren von Höwen, der Herren von Krenkingen, Gottfried III. von Habsburg-Laufenburg, der Herrrren von Gutenburg, des Klosters St. Blasien, der Stadt Waldshut, des Jakobus Edler von Wessenberch[8] und der Herren von Tiefenstein, auf. Danach erlosch der Hauptstamm der Edelfreien Herren von Grießheim, doch in zahlreichen Nebenlinien erhielt sich der Namen fort.[6]
In dem Bericht zum Zustand der Burg Hauenstein 1473 wird ein Wilhelm von Grießen († 1515 in Waldshut) als Lehnsmann Karls der Kühnen genannt, demnach besaß er die “Vorburg”. Sein Sohn, Rudolf von Grießen war von 1494 bis 1499 Waldvogt.[9] Die Waldvögte residierten schon vor dem Brand der Burg Hauenstein 1503 nicht mehr auf dieser, sondern in Waldshut im Waldvogteiamt.
Auch im Elsass waren Mitglieder des Geschlechtes ansässig. Achatius von Griessen/ Griessheim war in den Jahren von 1476 bis 1489 Fürstabt im Kloster Murbach.[10]
Im vierzehnten Jahrhundert findet ein wahrer Ausverkauf von Griessheimischen Besitzungen und Rechten statt. Mehrheitlich treten dabei als Käufer die verschiedenen Klöster wie das Kloster St. Blasien, die Deutschordenskommende Beuggen und Klingnau, das Kloster Berau aber auch das Kloster Reichenau auf. So verkauften Gotfried von Griessen und dessen Tochter Anna am St. Lorenztag des Jahres 1350 auch ihren Hof in Steinbach für 60 Mark Silber der Deutschordenskommende in Klingnau. In der RRegeste heißt es: „Gotfrid von Griezheim ze Tüngen sesshaft, und seine Tochter, frow Anna, wirthine herr Johan Wernhers von Rynach, versetzen für 60 M.S. ihren Hof zu Steinbach. Geben am mitwuchen nach St. Lorenz.“[11] Dieser Hof wurde vermutlich später in zwei Höfe aufgeteilt wovon Bastian Schäfer eine Hälfte im Jahre 1538 erwarb.[12]
Mit der Heirat Wilhelm von Griessen und der Appolonia von Erzingen kamen die Herren von Griessen an Besitzungen in direkter Nachbarschaft. Am 16. November 1489 verkaufte das Ehepaar Besitzungen in Birkingen. Eine Regeste dieser Urkunde lautet wie folgt: „Wilhelm von Griessen und seine Gattin Appolonia, geborene von Erzingen, bekennen, dass sie mit Zustimmung ihrer Schwiegermutter bzw. Mutter, der Frau Urselen von Erzingen, geborene von Höwdorff, an Hans Mutz zu Waldshut einen Vogtrechttszins von 3 Pfd. 7 Schilling Heller auf dorf und ganzer Gemeinde zu Birckingen, wie diese von ihrem Schwäher bzw. Vater Jörg von Erzingen an sie gekommen sind, um 67 Pfund Heller Konstanzer Währung verkauft haben. Es siegeln der Aussteller, Hans Imhoff, Altschultheiss, und Greorgius Autenriet, genannt Vogt, Schultheiss zu Waldshut. Geben mentag nach Sant Martins tag.“[13][14] Durch seine Gemahlin Appolonia von Erzingen erhielt Wilhelm von Griessen durch Kaiser Maximilian I. im Jahre 1499 das Lehen in Gurtweil verliehen. 1502 wurde Wilhelm sanktblasianischer Vogt zu Gutenburg. 1520 musste Wilhelm von Griessen von Geldnöten verfolgt das Lehen Gurtweil an St. Blasien verkaufen.[14][15][16]
Kurze Zeit nach 1520 starb Wilhelm von Griessen und somit erlosch das Geschlecht derer von Grießheim / Griessen im Mannesstamm.

Burgen und Sitze der Herren von Griessen
• Iburg (Görwihl) (vermutet)
• Burg Hauenstein oberhalb Laufenburg in Baden
• Schloss Gurtweil
• Schloss Girsberg (Waltalingen) in der Gemeinde Waltalingen
• Schloss Wyden
• Schloss Griessen
• Burg Altikon in Altikon (vor 1372 bis 1454 und kurzzeitig nochmals ab 1474) [17]


Literatur
• Jacob Christoff Beck (ADB:Beck, Jakob Christoph) und August Johann Buxtorff 1742: Neu vermehrtes Historisch und Geographisches Allgemeines Lexicon..., Dritter Teil D-Ha (ab Seite 897)
• Julius Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch, herausgegeben von der Badischen Historischen Kommission, bearbeitet von, Band 1, A-Ha. 1898, Universitätsbibliothek Tübingen
• Erhard Dürsteler: Stemmatologia Tiguriana, das Zürichsche Geschlechter-Buch, Signatur: Ms.E18, folio 154v-155r (1678-1766), Zentralbibliothek Zürich
Weblinks
• Die Herren von Erzingen und Griessheim (PDF; 1,5 MB)
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1 Franz Ludwig Baumann: Das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen, In: Quellen zur Schweizer Geschichte Bd. 3
2 Josef Bader: Aus der Geschichte des Pfarrdorfes Grießen im Klettgau, gedruckt in: Freiburger Diözesan Archiv, Bd. 4, 1869, S. 225 ff
3 Oberbadisches Geschlechterbuch. herausgegeben von der Badischen Historischen Kommission, bearbeitet von J. Kindler von Knobloch, Band 1, A-Ha. 1898, Universitätsbibliothek Tübingen
4 Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. 1910 Teil 1, Schloss Widen.
5 Hohenbaum van der Meer: Historia Monast. Rhenaug. I. S. 467.
6 Die Herren von Erzingen und von Grießheim: Vom Aufstieg und Fall zweier Adelsgeschlechter. (PDF; 1,5 MB)
7 ZGORh, Bd. 5, S. 224.
8 StAAG U.16/0017
9 Heinz Voellner, Die Burgen und Schlösser zwischen Wutachschlucht und Hochrhein, S. 40
10 Archives Departementales du Haut-Rhin: Urkunden Fürstabt Achatius von Griessen/ von Griessheim Kloster Murbach 1476-1489. Nr.9G 11/10 1478 und 9G 11/10 1478 mit Siegel.
11 ZGORh, Bd. 1, S. 466 und ZGORh, Bd. 5, S. 227.
12 ZGORh, Bd. 13, S. 357.
13 ZGORh, Bd. 30, 1878, S. 278.
14 ZGORh, Band 5, S. 228.
15 Stemmatologia Tiguriana, das Zürichsche Geschlechter-Buch, Signatur:Ms.E18,folio 154v-155r, angelegt von Erhard Dursteler (1678-1766),Zentralbibliothek Zürich.
16 Jacob Christoff Beck und August Johann Buxtorff 1742: Neu vermehrtes Historisch und Geographisches Allgemeines Lexicon..., Dritter Teil D-Ha, Seite 897 die Griesheims betreffend.
17 Altikon auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 30. Mai 2017). 
von Griessheim, Margaretha (I3246)
 
34307 https://de.wikipedia.org/wiki/Grifo

Grifo (* wohl 726; † 753 bei Saint-Jean-de-Maurienne) war der Sohn Karl Martells und seiner zweiten Ehefrau Swanahild. im Jahr 741 wurde Grifo im letzten Testament Karl Martells ein Teil des Frankenreiches zugesprochen. Ab diesem Zeitpunkt führte er einen lebenslangen Kampf um den Antritt seines Erbes. Grifo wurde von seinen Halbbrüdern Pippin der Jüngere und Karlmann als illegitim dargestellt und ihm das Erbe verwehrt.

Quellen und Forschungsstand
Die beiden ausführlicher überliefernden Quellen zu Grifo sind die sogenannten Einhardannalen und die Metzer Annalen. In den Reichsannalen und der Fredegarchronik ist vom Erbe Grifos keine Rede. Dies verwundert, da der Halbbruder Karl Martells, Childebrand, die Leitung der Fredegarchronik innehatte und seinen Neffen eigentlich hätte kennen sollen. Obwohl einige Quellen aufeinander aufbauen, sind die Darstellungen sich nur in ihrer Grifofeindlichkeit einig. „Diese verschiedenen Darstellungen sind also nicht etwa auf Informationslücken zurückzuführen, sondern bewußt so gestaltet.“[1]
Bedeutung hat außerdem die Erwähnung von Grifos Namen im Brief des Missionserzbischofes Bonifaz, in dem er Unterstützung von den Thüringern erbat. Die Historiker sind sich zwar einig, dass die historischen Abläufe der Aufstände korrekt wiedergegeben wurden, aber keine der Quellen ist neutral, so dass eine einheitliche Interpretation der relevanten Texte immer noch nicht erreicht scheint und die Historiker bis heute beschäftigt.
Grifo wurde lange Zeit von den Historikern, den Quellen entsprechend, negativ beurteilt. Erst seit dem bekannten und noch heute vielzitierten Artikel von Mikoletzky werden Grifos Erbrechte und seine Handlungen differenzierter betrachtet. Doch auch trotz der Versuche, die Gültigkeit des Testamentes zu beweisen, diskutiert die modernere Forschung die Legitimitätsfrage und Gesamtbeurteilung Grifos zwiegespalten.

Kampf um das Erbe
Ein erster Rebellionsversuch endete damit, dass er in Klosterhaft gehalten wurde. Von dort gelang ihm die Flucht und er erhielt Unterstützung durch Herzog Odilo von Baiern.
Als sein Halbbruder Pippin nach dem Verzicht Karlmanns ab 747 alleine das Hausmeieramt ausübte, ließ Pippin Grifo frei. Grifo flüchtete über das Gebiet der Thüringer im Norden Baierns zu den Sachsen und kehrte erneut nach Baiern zurück. Pippin gelang es, seinen Aufstand zu unterdrücken, zumal Grifo mit dem Tod des bairischen Herzogs Odilo im Jahr 748 seinen wichtigsten Bündnispartner verlor und sich selbst zum Herzog von Baiern aufzuschwingen versuchte. Dieser Versuch war durchaus aussichtsreich, da Grifo über seine Mutter Swanahild von der bairischen Herzogsdynastie der Agilolfinger abstammte. Pippin schenkte Grifo Grafschaften in der Mitte des Reiches und setzte Odilos siebenjährigen Sohn Tassilo III. als Herzog ein, allerdings als fränkischen Vasallen. Auf der Flucht zu den Langobarden wurde Grifo bei Saint-Jean-de-Maurienne 753 von Pippins Grenzsoldaten erschossen.
Die karolingischen erzählenden Quellen (Fortsetzung Fredegars) aus dem 8. Jahrhundert, denen es vor allem darum geht, den Herrschaftsübergang von Karl Martell auf Karlmann und Pippin als reibungslos erscheinen zu lassen, verschweigen Grifos Exisistenz völlig. Eine offenbar nach dem Tod Karls des Großen im 9. Jahrhundert entstandene Redaktionsstufe der Annales regni Francorum bringt jedoch einige Informationen zu Grifos Person. Demnach scheint Grifo aus einer legitimen Ehe hervorgegangen und von seinem Vater durchaus mit einem Erbteil bedacht worden zu sein. Diesen enthielten ihm seine älteren Halbbrüder Karlmann und Pippin jedoch vor.



Quellen
• Annales regni francorum. In: Friedrich Kurze (Hrsg.): Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi 6: Annales regni Francorum inde ab a. 741 usque ad a. 829, qui dicuntur Annales Laurissenses maiores et Einhardi. Hannover 195 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)

Literatur
• Albrecht: Grifo. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 671.
• Matthias Becher: Eine verschleierte Krise. Die Nachfolge Karl Martells 741 und die Anfänge der karolingischen Hofgeschichtsschreibung. In: Johannes Laudage (Hrsg.): Von Fakten und Fiktionen – Mittelalterliche Geschichtsdarstellungen und ihreritische Aufarbeitung. Köln u.a. 2003, ISBN 3-412-17202-2, S. 95–133.
• Matthias Becher: Drogo und die Königserhebung Pippins. In: Frühmittelalterliche Studien 23, 1989, S. 131–152.
• Karl Brunner: Oppositionelle Gruppen im Karolingerreich. Wien 1979.
• Horst Ebling: Grifo. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 4, Artemis & Winkler, München/Zürich 1989, ISBN 3-7608-8904-2, Sp. 1712 f.
• Ingrid Heidrich: Grifo. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 67 f. (Digitalisat).
• Eduard Hlawitschka: Die Vorfahren Karls des Großen. In: Helmut Beumann (Hrsg.): Karl der Große – Lebenswerk und Nachleben. Bd. 1: Persönlichkeit und Geschichte. 3. Auflage, Düsseldorf 1967, S. 51–82.
• Jörg Jarnut: Untersuchungen zur Herkunft Swanahilds, der Gattin Karl Martells. In: Matthias Becher unter Mitarbeit von Stefanie Dick und Nicola Karthaus (Hrsg.): Herrschaft und Ethnogenese im Frühmittelalter. Gesammelte Aufsätze von Jörg Jarnt. Festgabe zum 60. Geburtstag. Scriptorium, Münster 2002, ISBN 3-932610-19-9, S. 101–105.
• Hanns Leo Mikoletzky: Karl Martell und Grifo. In: Festschrift Edmund Ernst Stengel zum 70. Geburtstag am 24. Dezember 1949 dargebracht von Freunden, Fachgenossen und Schülern. Münster u.a. 1952, S. 130–156.
• Engelbert Mühlbacher: Deutsche Geschichte unter den Karolingern. Stuttgart 1886 (Neudruck Darmstadt 1980).
• Rudolf Reiser: Grifo. In: Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. Pustet, Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0792-2, S. 274 (Digitalisat).
• Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 5., aktualisierte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u.a. 2014, ISBN 978-3-17-023383-6.
• Karl Ferdinand Werner: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-04653-8.
• Gunther Wolf: Grifos Erbe, die Einsetzung Childerichs III. und der Kampf um die Macht – zugleich Bemerkungen zur karolingischen „Hofhistiographie“. In: Archiv für Diplomatik 38, 1992, S. 1–16. 
von Franken, Grifo (I1701)
 
34308 https://de.wikipedia.org/wiki/Große_Ravensburger_Handelsgesellschaft Muntprat, Lütfried II (I21794)
 
34309 https://de.wikipedia.org/wiki/Großfürstentum_Litauen Sforza, Bona (I42809)
 
34310 https://de.wikipedia.org/wiki/Großmeister_von_Frankreich von Savoyen, Graf von Tenda René (Rainer) (I42680)
 
34311 https://de.wikipedia.org/wiki/Grossmünster Manesse, Otto (I24167)
 
34312 https://de.wikipedia.org/wiki/Grossmünster Manesse, Heinrich (I24168)
 
34313 https://de.wikipedia.org/wiki/Gudfred

Gudfred (lat. Godofridus, dänisch Godfred oder Gøtrik[1]) war ein dänischer König, der von 804 bis 810 in Haithabu residierte. Seine Herrschaft fiel in eine Zeit, in der es noch kein dänisches Einheitskönigtum gab. Gudfred ist als Herrscher über die dänischen Inseln und zudem über Teile Nordalbingiens, Norwegens und des heutigen Südschweden bekundet. Sein Reich soll sich von Schleswig über Fünen, Seeland und die übrigen Inseln bis ins heute schwedische Schonen erstreckt haben.[2] Gudfred gilt demnach als einer der frühen Reichseiniger Dänemarks.[3]

Leben
Gemäß der Darstellung der Sagas war Gudfred der Sohn des schwedischen Götar-Königs Sigurd Ring (bisweilen auch Siegfried genannt; ungefähr 750–800) aus Västergötland, von dem er Teile von Götaland im heutigen Südschweden sowie (durch Sigurds Heirat mit Alfhild von Nordalbingen) die Halbinsel Angeln in Jütland erbte. Sigurd Ring hatte sein Reich der Sage nach gewonnen, indem er in der Schlacht von Bråvalla den gealterten Harald Hildetand in der Nähe des seeländischen Lejre besiegte.
Gudfred heiratete Åsa und wurde damit Schwiegersohn des dänischen Königs Halfdan des Milden von Westerfold und der Lif von Westmare, Tochter von König Dag, wodurch er Fünen, Seeland (samt Hedeland) und die übrigen Inseln bis nach Schonen, das scschwedische Värmland sowie die norwegischen Provinzen Westerfold, Hedemarken und Westmare erbte. Dadurch wurde das Land bis zur Widuu Teil der dänischen Reichseinigung. Vermutlich galt der Besuch des sächsischen Herzogs Widukind 777–778 dem König Sigurd Ring und der Geburt seines Sohns Gudfred.
Die fränkischen Annales regni Francorum erwähnen Gudfred erstmals für das Jahr 804. Während Karl der Große nach dem endgültigen Sieg über die Nordalbinger südlich der Elbe bei Hollenstedt lagerte, kam der Dänenkönig mit seiner Flotte und der ganzen Ritterschaft seines Reichs nach Sliesthorp an der Schlei, der Grenze seines Gebiets zu Nordalbingen. Dieses Sliesthorp ist identisch mit Haithabu. Ursprünglich war ein Treffen mit Karl südlich von Hollenstedt am Danewerk vereinbart, aber Gudfred schickte aus Vorsicht nur Unterhändler und beschränkte sich darauf, den neuen Nachbarn im Süden zur Abschreckung von seinem Heeresaufgebot und damit von seiner Verteidigungsbereitschaft wissen zu lassen.
808 griff Gudfred die von Karl zum Schutz der fränkischen Nordgrenze in Ostalbingien angesiedelten Abodriten an und zerstörte bei Groß Strömkendorf den Fernhandelsplatz Reric. Die dort ansässigen dänischen Kaufleute siedelte er zwangsweise in Sliesthorp an. Zur Sicherung von Haithabu erweiterte er das Danewerk durch den Bau des Göttrikswalls. Karl der Große ließ als Reaktion auf den dänischen Angriff die Festung Esesfelth und 809 den Limes Saxoniae errichten.
Nachdem Gudfred 809 bei Karl dem Großen noch um Versöhnung wegen des Überfalls auf die mit den Franken verbündeten Abodriten nachgesucht hatte, plünderten die Dänen im darauf folgenden Jahr das von den Franken beanspruchte zu Friesland gehörende Nordfriesland einschließlich der vorgelagerten friesischen Inseln. Auf dem Festland besiegten die Nordmänner die von Franken unterworfenen Friesen in drei Feldschlachten und machten reiche Beute. Zu einer militärischen Auseinandersetzung mit den anrückenden Franken kam es jedoch nicht mehr, weil Gudfred noch 810 in einem innerdänischen Machtkampf von einem seiner Leute ermordet wurde. Nachfolger wurde sein Neffe Hemming. Dieser schickte umgehend Unterhändler aus und schloss mit dem Frankenkaiser Frieden.
Die Einschätzung Gudfreds in den zeitgenössischen Quellen ist zwiespältig: Während die offiziösen Annales regni Francorum ihn ob seiner Angriffe auf das Herrschaftsgebiet der fränkischen Großmacht als wahnsinnig[4], anmaßend und überheblich[5] bbeschreiben, hält Einhard es für möglich, dass der Dänenkönig Karl wirklich in Aachen angreifen wollte: „Er vermaß sich sogar, demnächst mit großer Heeresmacht in Aachen zu erscheinen, wo der König seinen Hof hielt. Und so prahlerisch auch seine Sprache, so wurde ihr doch nicht aller Glaube versagt; vielmehr war man der Ansicht, er hätte etwas der Art unternommen, wenn ihn nicht ein früher Tod daran verhindert hätte.“[6]

Erbfolgekrieg
Gudfred hatte mindestens fünf Söhne, die von Hemming nach Schweden vertrieben wurden, aber nach dessen Tod wieder nach Dänemark zurückkehrten und sich letztlich in einem erbitterten Erbfolgekrieg gegen Hemmings Nachfolger Harald Klak und dessen Sippe durchsetzen konnten und mit Horik I. den nächsten König stellten:
• Olaf, König von Westerfold († 827)
• Gottfried (* um 785, † 814 bei Haithabu)
• Horik I. (Erik I.) († 854)
• Rodulf (Rolf) († 836 in Friesland)
• Ragnar († 836 in Friesland)



Literatur
• Volker Helten: Zwischen Kooperation und Konfrontation: Dänemark und das Frankenreich im 9. Jahrhundert. Köln 2011.
• Sandra Polzer: Die Franken und der Norden. Über die Schwierigkeit der Interpretation von frühmittelalterlichen Quellen zur Geschichte Dänemarks. Wien 2008.
Anmerkungen
1 Weitere Schreibweisen sind Geoffrey, Godefred, Godefridus, Godofred, Gottfried, Göttrick und Guthfridius.
2 Vgl. Westermanns Großer Atlas zur Weltgeschichte.
3 Walter Markov, Alfred Anderle, Ernst Werner, Herbert Wurche: Kleine Enzyklopädie Weltgeschichte, Band 1. Bibliographisches Institut, Leipzig 1979, S. 236, 240.
4 Annales regni Francorum 808: „vesano regi“.
5 Annales regni Francorum 809: „de iactantia et superbia regis Danorum“.
6 Vita Karoli Magni, Kapitel 14. 
von Dänemark (von Norwegen), Gudfred (I7491)
 
34314 https://de.wikipedia.org/wiki/Guichard_IV._(Beaujeu)

Guichard IV. († September 1216 vor Dover) war ein Herr von Beaujeu und Montpensier (Guichard I.) aus dem Haus Beaujeu. Er war ein Sohn des Humbert IV. († 1189/90) und der Agnes von Montpensier.

Guichard folgte um das Jahr 1192 direkt seinem Großvater Humbert III. in der Herrschaft von Beaujeu nach, jedenfalls datiert die frühste von ihm gezeichnete Urkunde aus diesem Jahr.[1] Von seiner Mutter erbte er zu einem unbekannten Zeitpunkt Montpensier.

Im Jahr 1209 nahm er am Albigenserkreuzzug teil. Im Jahr 1216 begleitete Guichard seinen Neffen, den Kronprinzen Ludwig den Löwen, auf dessen Eroberungszug nach England. Dabei starb er im Kampf gegen die Anhänger des Johann Ohneland während der Belagerung von Dover. 
von Beaujeu, Guichard IV. (I8431)
 
34315 https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_I._(Blois)

Guido I. (Guy I. de Châtillon, 1298 bezeugt, † August 1342) war Graf von Blois und Dunois, Herr von Avesnes, Trélon, Guise etc. Er war der Sohn von Hugo II. von Châtillon, Graf von Blois und Dunois (Haus Châtillon), und Beatrix von Flandern (Haus Dampierre). Er ist nicht zu verwechseln mit Guy I. de Châtillon, Herr von Châtillon (1076 bezeugt) oder Guy I. de Châtillon, Graf von Saint-Pol (X 1226). 
von Châtillon (Blois), Graf Guy I. (Guido) (I8519)
 
34316 https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_I._(St._Pol)

Guido von Châtillon (* nach 1196; † August 1226 vor Avignon) war ab 1219 als Guido I. Graf von Saint-Pol und Auxerre, außerdem Herr von Montjay, Broigny und Crécy und durch Ehe Herr von Donzy und Saint-Aignan. Er war der älteste Sohn des Walter III. von Châtillon († 1219) und der Elisabeth von Saint-Pol († 1240).

Beim Tod seines Vaters erbte er 1219 dessen Herrschaften Montjay und Broigny. Ebenso übernahm er die Grafschaft von Saint-Pol von seiner Mutter.

Er heiratete 1221 Agnes de Donzy († 1225), Gräfin von Nevers. Diese war die Tochter und Alleinerbin ihrer Eltern Hervé IV. de Donzy († 1223) (Haus Semur) und Mathilde von Courtenay († 1257). Sie brachte die Herrschaften ihres Vaters, Donzy und Saint-Aignan mit in die Ehe. Außerdem hatte sie Erbansprüche auf die Ländereien ihrer Mutter, nämlich die Grafschaften Tonnerre, Auxerre und Nevers und die Herrschaften Montmirail, Perche-Gouet und Cosne.

Mit Agnes hatte Guido zwei Kinder:
• Gaucher de Châtillon (* um 1221; † 6. April 1250), Herr von Montjay, Broigny, Donzy, Saint-Aignan; ∞ 1236 Johanna († Januar 1252), Tochter von Philipp Hurepel
• Jolanthe de Châtillon (* um 1222; † 1254); ∞ 1228 Archambault IX. von Bourbon († 1249).

Guido nahm 1226 im Kreuzzug König Ludwigs VIII. von Frankreich gegen die Albigenser teil. Dabei starb er im August bei der Belagerung von Avignon.[1][2] Da sein Sohn Gaucher zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig war, gelang es Guidos Bruder Hugo I. von Châtillon und Bar, die Nachfolge als Graf von Saint-Pol anzutreten und Gaucher musste sich mit den Herrschaften Montjay, Broigny, Donzy und Saint-Aignan, sowie der Aussicht auf die Grafschaften Tonnerre, Auxerre und Nevers begnügen. Auch Gaucher konnte das Erbe in den drei Grafschaften aber nicht antreten, da seine Großmutter Mathilde auch ihn überlebte. Nach Gauchers Tod 1250 gingen die Erbansprüche auf Guidos Tochter Jolanthe über, die ebenfalls vor ihrer Großmutter 1254 starb. Immerhin hatte sie eine Tochter, die schließlich 1257 die drei Grafschaften erbte.


Literatur[
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln Band VII (1979) Tafel 17
Einzelnachweise
1 Chronicon Turonense, hrsg. von Léopold Delisle in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 18 (1879), S. 316
2 L'Estoire de Eracles empereur Liv. 32, Cap. XXII, in: Recueil des historiens des croisades (1859), Historiens Occidentaux II, S. 362. Hier fälschlich Hugo von Châtillon genannt. 
von Saint Pol (de Châtillon), Graf Guido I. (IV.) (I9091)
 
34317 https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_II._(St._Pol)

Guido II. von Châtillon (franz: Guy II. de Châtillon; † 12. Februar 1289) war ein Graf von Saint-Pol aus dem Haus Châtillon. Er war der jüngere Sohn des Hugo I. von Châtillon, Graf von Blois und Saint-Pol, und der Marie d'Avesnes, Gräfin von Blois. Nach dem Tod des Vaters 1248 bekam er die Grafschaft Saint-Pol sowie unter anderem die Herrschaften Ancre und Aubigny-en-Artois. 1253 nahm er an der Schlacht bei Westkapelle teil, dem militärischen Höhepunkts des flämischen Erbfolgekriegs.
Er heiratete am 16. Januar 1255 in Neapel Mathilde von Brabant (* wohl 1224, † 29. September 1288), Tochter des Herzogs Heinrich II. von Brabant und Witwe des Grafen Robert I. von Artois. Guido nahm 1270 im Heer König Ludwigs IX. am siebten Kreuzzug und 1284 im Heer König Philipps III. am aragonesischen Kreuzzug teil. Im Limburger Erbfolgestreit unterstützte er die brabantischen Verwandten seiner Frau.

Kinder
• Hugo II. von Châtillon († 1307), 1292 Graf von Blois und Dunois
• Guido III. von Châtillon († 1317), Graf von Saint-Pol
• Jacques de Châtillon († 1302 gefallen in der Sporenschlacht), Herr von Leuze, Condé etc.
• Beatrix († 1304), ∞ Graf Johann II. von Eu, † 1294
• Jeanne, ∞ Guillaume III. de Chauvigny, Herr von Châteauroux


Weblink
• Materialsammlung bei genealogie-mittelalter.de 
von Châtillon (Blois), Graf Guido II. (Guy) (I8472)
 
34318 https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_III._(St._Pol)

Guido III. von Châtillon (Guy III. de Châtillon) (1290 bezeugt; † 6. April 1317) war Graf von Saint-Pol. Er war der zweite Sohn von Guido II. von Châtillon, Graf von Saint-Pol, und Mathilde von Brabant. Während sein älterer Bruder die Grafschaft Blois erbte, bekam er die Grafschaft Saint-Pol, sowie die Herrschaften Ancre, Luceu und Doullenger.
Er kämpfte am 11. Juli 1302 in der desaströsen Schlacht der goldenen Sporen gegen die Flamen, die er überlebte.[1]
Er heiratete am 22. Juli 1292 Marie de Bretagne (* 1268, † 5. März 1339), Tochter von Johann II. Herzog von Bretagne aus dem Haus Frankreich-Dreux. Bestattet ist er im Kloster Cercamp.


Literatur
Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln Band I.2 (1999) Tafel 231-233
Einzelnachweis
1 Extraits de la Chronique attribuée a Jean Desnouelles, abbé de Saint-Vincent de Laon, in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 21 (1840), S. 191 
von Châtillon-Saint-Pol (Blois), Graf Guido III. (Guy) (I8424)
 
34319 https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_III._von_Châtillon

Guido III. von Châtillon (frz: Guy; † 1191 vor Akkon) war ein Herr von Châtillon, Troissy, Crécy, Montjay und Broigny. Er war ein Sohn von Guido II. von Châtillon († um 1170) und der Alix von Dreux, einer Tochter des Grafen Robert I. von Dreux.
Als Angehöriger eines Vorauskommandos französischer und englischer Kreuzritter nahm Guido am dritten Kreuzzug teil und erreichte im Juli 1190 die Belagerung von Akkon, in deren Verlauf er starb. Sein jüngerer Bruder Walter III. übernahm die Châtillon-Besitzungen.
Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
• Itinerarium peregrinorum et gesta regis Ricardi Liber I, Cap. XLII, hrsg. von William Stubbs in: Chronicles and Memorials of the Reign of Richard I, Rolls Series 38 (1864), Vol. 1, S. 93
• Gesta Regis Henrici Secundis et Gesta Regis Ricardi Benedicti abbatis, hrsg. von William Stubbs in: Rolls Series 49 (1867), Vol. 2, S. 149
• Roger von Hoveden, Chronica, hrsg. von Henry T. Riley: The annals of Roger de Hoveden (1853), Vol. 2, S. 188 
von Châtillon, Herr Guido III. (Guy) (I8505)
 
34320 https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_von_Lusignan

Guido von Lusignan (frz.: Guy de Lusignan; † 1194) war ein westfranzösischer Adliger aus dem Haus Lusignan. Im Heiligen Land wurde er durch Ehe König von Jerusalem und später König von Zypern.
Als König von Jerusalem führte er das Reich in die Niederlage bei Hattin, durch die 1187 Jerusalem an Sultan Saladin verloren ging.

Leben
Guido war ein jüngerer Sohn des Kreuzfahrers Hugo VIII. von Lusignan und dessen Frau Bourgogne, einer Tochter des Gottfried I. von Rancon. Seine Brüder waren Hugo, Gottfried und Amalrich, die ebenfalls historisch prominente Vertreter der Familie sind.

Karriere im Heiligen Land
Guido erreichte den Nahen Osten in den 1170er Jahren. 1180 arrangierte der von der Lepra gezeichnete König Balduin IV. die Heirat seiner Schwester Sibylle mit Guido und machte ihn zum Grafen von Jaffa und Askalon und Bailli von Jerusalem. Guido begann bald damit, sich mit seiner Frau Sibylle gegen Balduin und dessen Regenten Raimund III. Graf von Tripolis zu verbünden. 1182 brachte er Balduin IV. dazu, ihn zum Regenten zu ernennen und 1183 zugunsten von Sibylles kleinem Sohn Balduin V. zurückzutreten. Raimund III. war anfangs Regent für Balduin V., aber Guido war in der Lage, diese Position selbst zu übernehmen. Als Balduin V. 1186 starb, forderte Guido den Thron (begründet durch das Erbrecht seiner Ehefrau Sibylle) für sich. Mit Sibylle hatte er zwei Töchter, Alice und Marie, die aber schon jung starben.

König von Jerusalem
Guido kam an die Macht, als der Ayyubiden-Sultan Saladin seine erfolgreichen Angriffe auf das Königreich begann. Viele der Nachkommen der ersten Kreuzfahrer, die im Königreich aufgewachsen waren, wollten Frieden mit Saladin schließen, aber die NNeuankömmlinge wie Guido und Rainald von Chatillon suchten den Kampf. Rainald provozierte Saladin mit Überfällen auf Handelskarawanen, selbst als Frieden zwischen dem Königreich und dem Sultan herrschte. 1186 reagierte Saladin mit einer Invasion und dem Ziel, Jerusalem von den Christen zurückzuerobern. 1187 versuchte Guido entgegen Raimunds Rat, Saladins Belagerung von Tiberias aufzuheben; Guidos Armee wurde dabei eingekesselt und vom Wasser abgeschnitten. Am 4. Juli 1187 wurde die Armee des Königreichs in der Schlacht bei Hattin vollständig aufgerieben; Guido wurde gefangengenommen.
In der Folge fielen Jerusalem und der größte Teil des Königreichs an Saladin. Ausnahmen waren unter anderem Tyrus, das von einem anderen Neuankömmling, nämlich Konrad von Montferrat, verteidigt wurde. 1187 wurde Guido im Austausch für die kampflose Übergabe der Festungsstadt Askalon an Saladin freigelassen. Als Sibylle 1190 starb, verlor Guido seinen Anspruch auf den Thron. Konrad, der Sibylles jüngere Schwester Isabella heiratete, beanspruchte nun seinen Platz. Guido hielt seinen Anspruch auf den Thron jedoch aufrecht, worin er vom englischen König Richard Löwenherz, der sich mit dem Dritten Kreuzzug im Land aufhielt, bestärkt wurde. Die französischen und deutschen Kreuzzugsteilnehmer sowie der lokale Adel unterstützten hingegen Konrad. Schließlich, im April 1192, wurde Konrad von den Baronen und Prälaten des Königreichs Jerusalem an Stelle Guidos zum König gewählt.

Herr von Zypern
Richard, der auf dem Weg ins Heilige Land die Insel Zypern erobert hatte, verkaufte diese im Mai 1192 an Guido, um ihn aus den internen Streitigkeiten in Palästina herauszubringen. Guido gab daraufhin seinen Anspruch auf den Thron von Jerusalem auf und wurde der erste Herrscher des Königreichs Zypern. Er starb 1194 und wurde in der Templer-Kirche von Nikosia begraben. Nach seinem Tod folgte ihm sein Bruder Amalrich als Herrscher Zyperns, der 1197 auch die Krone Jerusalems wiedererlangte. Dessen Nachkommen regierten die Insel bis zum Jahr 1474, als der letzte männliche Nachkomme der Familie, Jakob III., minderjährig verstarb.


Literatur
• Hans Eberhard Mayer: Geschichte der Kreuzzüge. (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 86). 10., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018679-5.
• Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit, 1138–1193. Beck, München 2005, ISBN 3-406-50886-3.
• Peter W. Edbury (Hrsg.): The Conquest of Jerusalem and the Third Crusade. Sources in Translation (= Crusade Texts in Translation. 1). Reprinted edition. Ashgate, Aldershot u. a. 2004, ISBN 1-84014-676-1.
• Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. 4. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2003, ISBN 3-423-30175-9.
• Peter W. Edbury: The Kingdom of Cyprus and the Crusaders, 1191–1374. Reprinted edition. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2000, ISBN 0-521-26876-1.
• Bernard Hamilton: The Leper King and his heirs. Baldwin IV and the crusader kingdom of Jerusalem. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2000, ISBN 0-521-64187-X.
• Adolf Waas: Geschichte der Kreuzzüge. Band 2. Herder, Freiburg (Breisgau) 1956.
• René Grousset: Das Heldenlied der Kreuzzüge. Klipper, Stuttgart 1951.
Weblinks
 Commons: Guido von Lusignan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Guy de Lusignan bei fmg.ac (englisch) 
von Lusignan, Guido (I9189)
 
34321 https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_von_Montfort_(†_1228)

Guido von Montfort (* vor 1170; † 31. Januar 1228) war Herr von Castres, La Ferté-Alais und Bréthencourt, Kreuzfahrer und Regent der Grafschaft Sidon.

Er war ein Sohn von Simon (IV.) von Montfort und Amicia, der Schwester von Robert de Beaumont, 4. Earl of Leicester. Er war der jüngere Bruder von Simon IV. de Montfort, 5. Graf von Leicester.

Guido nahm 1189 am Dritten Kreuzzug teil und blieb wahrscheinlich bis 1192 im Heiligen Land, als auch Richard Löwenherz heim reiste.

Um 1202 war er Herr von La Ferté-Alais und Bréthencourt, in diesen Herrschaften, die er von seinem Vater erbte, hatte sein Stiefvater Guillaume II. des Barres zuvor die Regentschaft für ihn geführt. Im selben Jahr brach er zusammen mit seinem Bruder Simon zum Vierten Kreuzzug auf. Allerdings lehnten beide die Umleitung des Kreuzzuges gegen christliche Städte ab. Nach der Belagerung von Zara, bei der sie nicht an den Kämpfen teilnahmen, verließen sie das Kreuzzugsheer und reisten stattdessen über Ungarn ins Heilige Land. Nach ihrer Ankunft in Jaffa nahmen sie am Feldzug König Amalrichs II. von Jerusalem nach Tiberias teil.
Amalrich dankte Guido seine Dienste, indem er ihm die Ehe mit Helvis von Ibelin, Tochter des Balian von Ibelin, Witwe von Rainald Garnier und Gräfin von Sidon arrangierte. Guido war Regent von Sidon, bis sein Stiefsohn Balian Garnier 1210 volljährig wurde.
Guido kehrte später in die Heimat zurück und nahm zwischen 1212 und 1228 an einigen militärischen Unternehmungen des Albigenserkreuzzugs teil, den sein Bruder Simon anführte. Von ihm erhielt er das im Languedoc gelegene Castres als Lehen verliehehen. Bei der Belagerung von Toulouse 1218 wurde er von einem Armbrustbolzen schwer verwundet, während sein Bruder Simon von einem Wurfgeschoss erschlagen wurde. Gegen Jahresende 1224 trat Guido als Gesandter des französischen Königs Ludwig VIII. vor Papst Honorius III. in Erscheinung, um nach der Niederlage vom Jahresbeginn, als die letzten Kreuzfahrer das Languedoc nach der Eroberung Carcassonnes und der Kapitulation seines Neffen Amalrich VII. von Montfort verlassen mussten, das weitere Vorgehen gegen den exkommunizierten Grafen Raimund VII. von Toulouse abzustimmen und die vom Papst zu diesem Zeitpunkt erwogene Anerkennung des Friedensvertrags zwischen den Häusern Montfort und Toulouse zu verhindern.[1] Guido selbst kam im weiteren Verlauf des Kreuzzugs am 31. Januar 1228 bei der Verteidigung von Varilhes in der Nähe von Pamiers gegen den Grafen von Foix zu Tode.[2] Er wurde im Kloster Haute-Bruyère begraben.

Nachfahren
Mit seiner Frau Helvis hatte er zwei Kinder: Philipp von Montfort († 1270), Erbe von Castres, La Ferté-Alais und Bréthencourt, der im Heiligen Land blieb und dort Herr von Tyrus und Herr von Toron wurde, und Pernelle von Montfort, die Nonne im Kloster Saint-Antoine des Champs in Paris wurde.
Spätestens 1224 heiratete Guido Briende von Beynes, die Witwe des Lambert von Thury, Herr von Lombers. Mit Briende hatte er zwei Töchter und einen Sohn: Alicia und Agnes, die beide Nonnen im Kloster Port-Royal wurden, und Guido von Montfort († 1254), Herr von Lombers.


Einzelnachweise
1 Jörg Oberste: Der „Kreuzzug“ gegen die Albigenser. Ketzerei und Machtpolitik im Mittelalter. Primus-Verlag, Darmstadt 2003, ISBN 3-89678-464-1, S. 166.
2 Claude de Vic, Joseph Vaissète: Histoire générale de Languedoc. Band 5. Commentée et continuée jusqu'en 1830, et augmentée d'un grand nombre de chartes et de documens inédits par Alexandre Du Mège. J.-B. Paya, 1842, S. 355–356, Liv. XXIV, Ca. XXXVI. 
von Montfort, Guido (I9152)
 
34322 https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_von_Nevers

Guido (franz: Guy; † 1175) war ein Graf von Nevers, Auxerre und Tonnerre aus dem Haus Monceaux. Er war ein Sohn des Grafen Wilhelm III. und der Ida von Sponheim.

Nachdem sein älterer Bruder Wilhelm IV. im Jahr 1168 kinderlos gestorben war, trat Guido dessen Nachfolge an. Er stand in Konflikt mit dem ihm benachbarten Herzog Hugo III. von Burgund, der die Oberherrschaft über Nevers-Auxerre-Tonnerre beansprruchte. In der entscheidenden Schlacht wurde Guido am 30. April 1174 bei Beaune von seinem Feind geschlagen und gefangen genommen. Als Bedingung für seine Freilassung musste er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Burgund ablegen.[1] Kurz darauf starb Guido im Jahr 1175.[2]

Guido war seit etwa 1168 als deren zweiter Ehemann verheiratet mit Mathilde von Burgund, einer Tochter des Raimund von Burgund, Graf von Grignon. Über ihren Vater war sie eine Enkelin des Herzogs Hugo II. von Burgund und damit dem Geschlecht der Kapetinger (Haus Burgund) zugehörig. Der beiden Kinder waren:
• Agnes I. († 1193), Gräfin von Nevers-Auxerre-Tonnerre; ∞ mit Peter II. von Courtenay († 1119)
• Wilhelm V. († 1181), Graf von Nevers-Auxerre-Tonnerre


Einzelnachweise
1 Zum Friedensvertrag zwischen Burgund und Nevers siehe Jean Dumont: Corps universel diplomatique du droit des gens, contenant un recueil des traitez d'alliance, de paix, de trève, de neutralité, de commerce, etc., qui ont été faits en Europe,epuis le règne de l'empereur Charlemagne jusques à présent I (1726), Nr. CLVII, S. 90.
2 Robert von Torigni, Chronicorum, hrsg. von Léopold Delisle (1873), Vol. 2, S. 59 
von Nevers (Monceaux), Graf Guido (I7695)
 
34323 https://de.wikipedia.org/wiki/Guildford_Dudley

Guildford Dudley (manchmal auch Guilford; * ca. 1535; † 12. Februar 1554 in London) war der Sohn von John Dudley, 1. Duke of Northumberland, und Jane Guildford, und der jüngere Bruder von Robert Dudley, 1. Earl of Leicester.

Während der Regentschaft von Eduard VI. wurde Guildfords Vater nach der Hinrichtung des Lord Protectors Edward Seymour, 1. Duke of Somerset, Vorsitzender des Privy Councils. John Dudley fürchtete, dass mit Eduards Tod dessen katholische Halbschwester Maria Königin werden könnte. Er ließ darum die Thronfolge dahingehend ändern, dass Lady Jane Grey den Thron besteigen sollte. Um sicherzugehen, dass England nicht mehr unter katholische Herrschaft komme, vermählte er Lady Jane Grey mit seinem Sohn Guildford.
Nach Eduards Tod beeilte man sich, Lady Jane Grey zur Königin zu proklamieren. Ihre Herrschaft sollte jedoch nur neun Tage dauern. Die Familien Grey und Dudley einigten sich darauf, auch Guildford zum König zu krönen, Jane wollte ihn jedoch nur zum Herzog von Clarence ernennen. Dies führte zu einer Verstimmung mit der Familie ihres Mannes.
Jane Grey verlor jedoch den Thron an Maria I. Sie und ihr Mann wurden in den Tower of London gebracht, durften sich dort jedoch frei bewegen und residierten in den Gentleman-Gaolers-Gemächern. Nach dem Aufstand unter Thomas Wyatt im Jahre 1554 wurden Jane und Guildford jedoch als Gefahrenpotential für zukünftige Aufstände angesehen. Nach einigem Zögern unterzeichnete Königin Maria die Todesurteile, auch über Janes Vater, den Herzog von Suffolk.
Guildford wurde zum Tower Hill eskortiert und öffentlich hingerichtet. Sein Leichnam wurde in der Kapelle St Peter ad Vincula beigesetzt.
An der Wand des Tower of London befindet sich eine Eingravierung IANE (das J wurde erst ab dem 18. Jahrhundert verwendet), es wird vermutet, dass dies von Guildford eingraviert wurde. Es könnte damit jedoch auch seine Mutter gemeint sein, die ebenfalls Jane hieß.



Literatur
• G. J. Richardson: Dudley, Lord Guildford (c.1535–1554). In: H. C. G. Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-86411-X, oxforddnb.com (Lizenz erforderlich), Stand: Oktober 2008 (englisch, (nicht eingesehen) )
• (Richard Watson Dixon): Dudley, Guildford. In: Leslie Stephen (Hrsg.): Dictionary of National Biography (DNB), Band 16 (Drant – Edridge), MacMillan & Co, Smith, Elder & Co., New York City / London 1888, S. 102 (englisch)
Weblinks
• Lord Guilford Dudley auf thepeerage.com, abgerufen am 4. Oktober 2015 (englisch) 
Dudley, Guildford (I8890)
 
34324 https://de.wikipedia.org/wiki/Guise_(Adelsgeschlecht)

Guise war ein französisches Herzogsgeschlecht, deren Vertreter im Frankreich des 16. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle spielten. Es handelte sich bei dem Geschlecht um eine jüngere Linie des Hauses Vaudémont, der regierenden Herzöge von Lothringen seit 1483. Das Haus Guise teilte sich in die Linien der Herzöge von Guise († 1675), der Herzöge von Mayenne und Elbeuf († 1763) und der Herzöge von Lambesc († 1825).

Geschichte
Das Haus wurde begründet von Claude de Lorraine, duc de Guise (1496–1550), der in französische Dienste trat und von König Franz I. 1527 zum ersten Herzog von Guise erhoben wurde. Durch seine Ehe mit Antoinette de Bourbon war die Familie mit dem französischen Königshaus verwandt. Als jüngere Linie eines souveränen Hauses genossen die Herzöge von Guise in Frankreich den hohen Status eines Prince étranger. Herzog Claudes Tochter Marie de Guise heiratete den schottischen König Jakob V. uund war daher von 1538 bis 1542 Königin von Schottland. Ein gutes Jahrzehnt nach dem Tod Jakobs übernahm sie 1554 für ihre noch minderjährige Tochter Maria Stuart die Regentschaft von Schottland. Zu ihren Brüdern zählten u. a. Herzog Franz I. von Guise, Kardinal Karl von Lothringen und Herzog Claude von Aumale.
1558 heiratete der Dauphin Franz die 15-jährige Maria Stuart, Königin von Schottland. Als der kränkliche junge Mann 1559 als Franz II. den französischen Thron bestieg, beherrschten tatsächlich seine Onkel, Herzog Franz I. von Guise und der Kardinal von Lothringen das Land. Nach dem Tode Franz’ II. am 5. Dezember 1560 übernahm sein jüngerer Bruder Karl als Karl IX. den französischen Thron, die Königinmutter Katharina de Medici wurde Regentin und entmachtete den Herzog von Guise, indem sie sich den Bourbonen und Protestanten annäherte. Der Herzog von Guise organisierte daraufhin ein Massaker an den Protestanten, das Blutbad von Vassy. Damit begann eine Folge von Religionskriegen, die sogenannten Hugenottenkriege, in denen die Guise entschiedene Gegner der Hugenotten waren. Herzog Franz starb 1563 an seinen vor Orleans erlittenen Verwundungen. Sein Sohn, Henri I. (1550–1588) wurde der dritte Herzog von Guise. Er nahm an den Hugenottenkriegen, insbesondere am achten Hugenottenkrieg (auch: Krieg der drei Heinriche) teil und wurde zum Feind Heinrichs von Navarra, des späteren Königs von Frankreich, Heinrich IV. Er war in die Bartholomäusnacht verwickelt. 1588 wurden er und sein Bruder, Kardinal Louis II. de Lorraine-Guise, ermordet. Ihr Bruder Charles (1554–1611), Herzog von Mayenne, wurde zum militärischen Führer der katholischen Liga. Nach einem Frieden mit Heinrich IV. zogen sich die Guise aus der Politik zurück.
Die Linie der Herzöge von Guise starb 1675 aus, der Herzogstitel wurde 1688 an die Bourbon-Condé und später an die Bourbon-Orléans verliehen. Jüngere Zweige der Guise, die Herzöge von Mayenne und von Elbeuf, blühten bis 1763, die Linie der Herzöge von Lambesc bis 1825 weiter. Nach ihrem Erlöschen blieb (bis heute) die Hauptlinie der Herzöge von Lothringen, die späteren Kaiser von Österreich aus dem Hause Habsburg-Lothringen, die einzige noch blühende Linie des Hauses Lothringen (Vaudémont).

Berühmte Vertreter des Hauses Guise[
• François de Lorraine, duc de Guise, ältester Sohn von Claude I.
• Charles de Lorraine-Guise, seit 1547 Kardinal von Lothringen
• Marie de Guise, Regentin von Schottland (1542–1559), Mutter von Maria Stuart
• Henri I. de Lorraine, duc de Guise, Fürst von Joinville
• Charles II. de Lorraine, duc de Mayenne, Herzog von Mayenne sowie Graf von Maine
• Louis II. de Lorraine-Guise, Kardinal und Erzbischof von Reims


Stammliste
Die Stammliste enthält nur diejenigen Familienangehörigen, die erwachsen wurden, sofern sie nicht bereits in frühen Jahren einen Titel trugen.

Die Herzöge von Guise (1527–1671
1 Claude (1496–1550), 1506 comte de Guise, 1513 comte d’Aumale, 1527 1. duc de Guise; ∞ Antoinette de Bourbon (1493–1583), Tochter von François, comte de Vendôme (1470–1495). Vorfahren siehe Stammliste des Hauses Vaudémont.
1 Marie (1515–1560); ∞ I Louis d’Orléans, 4. duc de Longueville († 1537) (Haus Orléans-Longueville); ∞ II Jakob V., König von Schottland († 1542)
2 François I. (1519–1563), 1547 duc d’Aumale, 1550 2. duc de Guise, 1552 prince de Joinville; ∞ Anna d’Este (1531–1607), Tochter von Ercole II. d’Este (1508–1559), Herzog von Ferrara
1 Henri I. le Balafré (1550–1588), 1563 2. duc de Guise, 2. prince de Joinville; ∞ Catherine de Clèves (1548–1633), 9. comtesse d’Eu, Tochter von Franz von Kleve, duc de Nevers
1 Charles I. (1571–1640), 1588 3. duc de Guise, 3. prince de Joinville, 8. comte d’Eu; ∞ Henriette Catherine de Joyeuse (1585–1656), 5. duchesse de Joyeuse, Tochter von Henri de Joyeuse, 4. duc de Joyeuse
1 François (1612–1639), prince de Joinville
2 Henri II. (1614–1664), 1629–1640 Erzbischof von Reims, 1640 4. duc de Guise, 9.comte d’Eu, 4. prince de Joinville; ∞ I Anna Gonzaga; ∞ II Honorine von Glymes († 1679), Tochter von Gottfried von Glymes, 1. Graf von Grimbergen (Haus Glymes)
3 Marie (1615–1688), 1675 duchesse de Guise, 5. princesse de Joinville
4 Charles (1618–1637), 6. duc de Joyeuse
5 Françoise Renée (1621–1682), Äbtissin in Reims
6 Louis (1622–1664), 1637 7. duc de Joyeuse, 1643 10. comte d’Eu, duc de Angoulême; ∞ Marie Françoise de Valois (1632–1696), duchesse d’Angoulême, Erbtochter von Louis Emmanuel, 2. duc d’Angoulême
1 Louis Joseph (1650–1671), 1664 5. duc de Guise, 1654 8. duc de Joyeuse, 1660 comte d’Eu, duc de Angoulême; ∞ Elisabeth d’Orléans (1646–1696), 1667 duchesse d’Alençon, Tochter von Gaston, duc d’Orléans
1 François Joseph (1670–1675), 1671 6. duc de Guise, 9. duc de Joyeuse
7 Roger (1624–1653)
2 Louis (1575–1621), 1605 Erzbischof von Reims, 1614 Kardinal; vielleicht ∞ Charlotte des Essarts († 1651)
1 Charles Louis de Lorraine († 1688), Bischof von Condom
2 Charlotte de Lorraine († vor 1664)
3 Achille de Lorraine (1648), prince de Guise, comte de Romorantin; ∞ Anna († nach 1682), Tochter von Johann Georg in Neuviller
1 Charlotte Louise (1642–1677); ∞ Ignace Renault, marquis d’Acy, vicomte de Lévignan († nach 1677)
4 Henri Hector (1620–1668)
5 Louise (1621–1652), ∞ Claude Pot, seigneur de Rhodes († 1642)
3 Claude (1578–1657), prince de Joinville, 1612 duc de Chevreuse; ∞ Marie de Rohan-Montbazon (1600–1679), Tochter von Hercule de Rohan, 1. Duc de Montbazon
1 Anne Marie († 1652)
2 Charlotte Marie (1625–1652)
3 Henriette (1693–1693), Äbtissin von Jouarre
4 Renée (1585–1626), Äbtissin in Reims
5 Jeanne (1586–1638), Äbtissin von Jouarre
6 Louise Marguerite (1588–1631); ∞ François de Bourbon, prince de Conti († 1614)
7 François Alexandre (1589–1614)
2 Catherine (1552–1596), ∞ Louis III. de Bourbon, duc de Montpensier († 1582)
3 Charles (1554–1611), 1573 duc de Mayenne; ∞ Henriette von Savoyen (1541/42–1611), Tochter von Honorat von Savoyen, marquis de Villars
1 Henri (1578–1621), 1600 duc d’Aiguillon, 1611 2. duc de Mayenne; ∞ Henriette Gonzaga (1571–1614), Tochter von Lodovico Gonzaga, duc de Nevers, und Henriette von Kleve, 11. duchesse de Nevers
2 Charles Emanuel (1581–1609), comte de Sommerive
3 Catherine (1585–1618); ∞ Carlo I. Gonzaga (1580–1637), 12. duc de Nevers, Herzog von Mantua
4 Renée († 1638); ∞ Mario Sforza, duca d’Ognano e Segni, conte de Santafiore († 1658)
4 Louis (1555–1588), 1583 Erzbischof von Reims, 1578 Kardinal, genannt Kardinal von Guise
1 (unehelich) Louis (1588–1631), genannt Louis d’Ancerville, 1624 Fürst von Pfalzburg und Lixheim; ∞ Henriette von Lothringen (1611–1660), Tochter von Franz II., Herzog von Lothringen
3 Louise (1521–1542); ∞ Charles II. de Croÿ, 2. Herzog von Aarschot († 1551)
4 Renée (1522–1602)
5 Charles (1524–1574), 1546 Erzbischof von Reims, 1550 Bischof von Metz, 1555 duc de Chevreuse, 1562 Kardinal, genannt Kardinal von Lothringen
6 Claude (1526–1573), 1550 2. duc d’Aumale; ∞ Louise de Brézé († 1577), Tochter von Louis de Brézé, Graf von Maulévrier (Haus Brézé), und Diane de Poitiers, duchesse de Valentinois (Haus Poitiers-Valentinois)
1 Henri (1549–1559), comte de Valentinois
2 Catherine Romula (1550–1606); ∞ Nicolas de Lorraine († 1577), 1569 duc de Mercœur († 1577)
3 Charles (1556–1631), 1573 3. duc d’Aumale; ∞ Marie de Lorraine, Tochter von René II., marquis d’Elbeuf
1 Marie ∞ Ambrosio Marchese de Spinola
2 Anne († 1638), 1631 4. duchesse d’Aumale; ∞ Heinrich von Savoyen († 1632), 1595 duc de Nemours, 1631 duc d’Aumale
4 Diane (1558–1586); ∞ 1576 François de Luxembourg († 1638), Herzog von Piney-Luxembourg
5 Antoinette Louise (1561–1643), Äbtissin in Soissons
6 Claude (1564–1591), Abt der Abtei von Bec
7 Marie (1565–1627), Äbtissin von Chelles
7 Louis (1527–1578), 1545 Bischof von Troyes, 1550 Bischof von Albi, 1553 Kardinal, 1560 Erzbischof von Sens, tritt 1562 zurück, 1568 Bischof von Metz
8 Antonie (1531–1561)
9 François (1534–1563)
10 René II. (1536–1566), marquis d’Elbeuf; ∞ Louise de Rieux, Tochter von Claude de Rieux, comte d’Harcourt. Nachkommen siehe unten.

Die Linie Elbeuf
1 René II. (1536–1566) ∞ Louise de Rieux, Tochter von Claude, comte d’Harcourt – Vorfahren siehe oben.
1 Marie ∞ Charles de Lorraine, duc d’Aumale († 1631), 3. duc d’Aumale
2 Charles I. de Lorraine, duc d’Elbeuf (1556–1605), 1582 duc d’Elbeuf, comte d’Harcourt, de Lillebonne et de Rieux ∞ Marguerite Chabot (1565–1652), Tochter von Léonor, comte de Charny
1 Claude Éléonore († 1654) ∞ Louis Gouffier († 1642), 1612 duc de Roannais
2 Henriette (1592/93–1669), Äbtissin in Soissons
3 Charles II. de Lorraine, duc d’Elbeuf (1596–1657), 1605 2. duc d’Elbeuf, comte d’Harcourt, de Lillebonne et de Rieux ∞ Catherine Henriette de Bourbon (1596–1663), Tochter von König Heinrich IV. (Frankreich) und Gabrielle d’Estrées
1 Charles III. de Lorraine, duc d’Elbeuf (1620–1692), 1657 3. duc d’Elbeuf ∞ (I) Anne Elisabeth de Lannoy (1626–1654), Tochter von Charles, comte de Lannoy; ∞ (II) Elisabeth de la Tour (1635–1680), Tochter von Frédéric-Maurice de La Tour d’Auvegne, duc de Bouillon; ∞ (III) Françoise de Montault (1653–1717), Tochter von Philippe, 2. duc de Navailles
1 Anne Elisabeth (1649–1714) ∞ Charles Henri de Lorraine-Vaudémont († 1723), Graf von Vaudémont, Sohn von Herzog Karl IV. (Lothringen) (1604–1675)
2 Charles (1650–1690)
3 Henri Frédéric (1657–1666), comte de Rieux
4 Marie Éléonore (1658–1731)
5 Marie Françoise (* 1659)
6 Henri de Lorraine, duc d’Elbeuf (1661–1748), 1692 4. duc d’Elbeuf ∞ Anne Charlotte de Rochechouart (1660/61–1729), Tochter von Louis Victor, 2. Duc de Mortemart et de Vivonne (Haus Rochechouart)
1 Philippe (1678–1705), prince d’Elbeuf
2 Armande Charlotte (1683–1701)
3 Charles (1685–1705)
7 Louis (1662–1693)
8 Emmanuel Maurice de Lorraine, duc d’Elbeuf (1677–1763), 1748/52 5. Duc d'Elbeuf ∞ (I) Maria Teresa Stramboni († 1745), Tochter von Gian Vincente Duca di Salsa; ∞ (II) Innocente Catherine de Rougé (1704–1794) Marquise du Fay, Tochter von Jeanilles de Rougé, Marquis du Plessis Bellière, genannt Le Marquis du Fay
9 Suzanne Henriette (1686–1710) ∞ Carlo IV. Gonzaga († 1708), Herzog von Mantua
10 Louise Anne Radegonde (1689–1726)
2 Henri (1619/20–1648)
3 François Louis (1623–1694), genannt prince d’Harcourt, comte d’Harcourt, de Rochefort, de Rieux, de Saint-Rmèze et de Montlaur, Marquis de Maubec ∞ Anne d’Ornano († 1695), Tochter von Henri François Alphonse, comte de Montlaur, de Maubec etc.
1 Marie Angélique († 1674) ∞ Nuno II. Alvarez Pereira de Melo, 1648 1. Duque de Cadaval († 1727)
2 Alphonse Henri Charles (1648–1719), genannt Prince d’Harcourt, prince de Guise, comte de Montlaur et de Saint-Rmèze, marquis de Maubec ∞ Françoise de Brancas († 1715), Tochter von Charles, comte de Brancas
3 César (X 1675), comte de Montlaur
4 Marie Anne Françoise (1656/57–1699)
5 Charles (1660/61–1683)
4 François Marie (1627–1694), prince de Lillebonne ∞ (I) Christine d’Estrées († 1658); ∞ (II) Anne von Lothringen (1639–1720), Tochter von Herzog Karl IV. (Lothringen) (1604–1675)
1 Karl von Lothringen-Commercy (1661–1702), 10. duc de Joyeuse, kaiserl. Feldmarschall
2 Béatrice Hiéronyme (1662–1738), comtesse de Walhain, 1711 Äbtissin von Remiremont
3 Marie Elisabeth (1664–1748), comtesse de Walhain ∞ Louis de Melun († 1704), 7. prince d’Épinoy (Haus Melun)
4 Jean François de Paul (1672–1693)
5 Catherine († 1645)
6 Marie Marguerite Ignace (1628/29–1679)
4 Françoise (1599–1626)
5 Henri (1601–1666), comte d’Harcourt, d’Armagnac et de Brionne, vicomte de Marsan ∞ Marguerite Philippe du Cambout (1622–1674), Tochter von Charles – Nachkommen siehe unten, Linie Lambesc

Die Linie Lambesc
1 Henri (1601–1666), comte d’Harcourt, d’Armagnac et de Brionne, vicomte de Marsan; ∞ Marguerite Philippe du Cambout (1622–1674), Tochter von Charles. Vorfahren siehe oben.
1 Armande Henriette (1640–1684)
2 Louis (1641–1718), comte d’Armaganc, de Charny et de Brionne, genannt Monsieur le Grand; ∞ Catherine de Neuville (1639–1707), Tochter von Nicolas, 1. duc de Villars
1 Henri (1661–1712), comte de Brionne; ∞ Marie Madeleine d’Épinay († 1714), Tochter von Louis Marquis d’Épinay de Broon
1 Louis (1692–1743), prince de Lambesc (1453 von den Grafen von Lothringen erworben), comte de Brionne et de Braine; ∞ Jeanne Henriette Marguerite de Durfort (1691–1750), Tochter von Jacques Henri II., duc de Duras
1 Charlotte Louise (1726–1747), comtesse de Lambesc; ∞ Alexander Ferdinand, 3. Fürst von Thurn und Taxis († 1773)
2 Henriette Julie Gabrielle (1724–1761), genannt Mademoiselle de Braine; ∞ Jaime Alvarez Pereira de Melon, 3. duque de Cadaval († 1749)
3 Louis Charles (1725–1761), prince de Lambesc, comte de Brionne; ∞ I Louise Charlotte de Gramont (1725–1742), genannt Mademoiselle de Guiche, Tochter von Louis Antoins VI. Armand, 5. duc de Gramont; ∞ II Augustine de Coetquen (1722–1746), Tocher von Jules Malo, marquis de Coëtquen, comte de Combourg; ∞ III Louise Julie Constance de Rohan-Rochefort (1734–1815), Tochter von Charles, prince de Rochefort
1 Charles Eugène (1751–1825), prince de Lambesc, duc d’Elbeuf, comte de Brionne; ∞ I Anna Zetzner (1764–1814); ∞ II Viktoria Gräfin Folliot de Crenneville (1766–1845), Tochter von François Mérédic Folliot
2 Marie Josèphe Thérèse (1753–1797); ∞ Viktor Amadeus von Savoyen, Fürst von Carignan († 1780)
3 Anna Charlotte (1755–1786), Äbtissin von Remiremont
4 Joseph Marie (1759–1812), prince de Vaudémont; ∞ Louise Auguste Elisabeth Marie Colette de Montmorency-Logny (1763–1832), Tochter von Louis Ernest Gabriel, comte de Logny (Stammliste der Montmorency)
4 François Camille (1726–1788)
5 Henriette Agathe (1731–1756)
2 Marie Louise (1693–1724), genannt Mademoiselle de Brionne
2 Marguerite (1662–1730); ∞ Nuno II. Alvarez Pereira de Melo, 1. duque de Cadaval († 1727)
3 François Armand (1665–1728), Bischof von Bayeux
4 Camille (1666–1715)
5 Marie (1674–1724); ∞ Antoine I. Grimaldi, Fürst von Monaco, 3. duc de Valentinois († 1731)
6 Louis Alphonse (1675–1704)
7 Charlotte (1678–1757), genannt Mademoiselle d’Armagnac
8 François Louis Anne Marie (1680–1712), genannt l’Abbé d’Armagnac
9 Charles (1684–1751), comte d’Armagnac; ∞ Françoise Adélaide de Noailles (1704–1776), Tochter von Adrien Maurice, 3. duc de Noailles
3 Philippe (1643–1702), genannt Chevalier de Lorraine, Abt
1 (unehelich), Alexandre de Lorraine († vor 1725), genannt de Beauvernois; ∞ um 1700 Eva Antoinette von Uffeln († nach 1725), Tochter von Jobst Moritz von Offen (1635–1692)
1 Friederike Wilhelmine (1702–1751); ∞ Friedrich Ulrich Graf von Oeynhausen († 1776)
2 Sophie Friederike (1708–1730); ∞ George Ludwig Graf von Platen Hallermund (1704–1772)
3 Caroline († nach 1748)
4 Alphonse Louis (1643/44–1689), genannt Chevalier d’Harcourt
5 Raymond Béranger (1647–1686)
6 Charles Louis (1648–1708), comte de Marsan; ∞ I Marie Françoise d’Albret († 1692), Tochter von César Phoebus, comte de Marennes (Haus Albret); ∞ II Catherine Thérèse Goyon de Matignon (1662–1699), Tochter von Henri, comte de Thorigny, Witwe vn Jean-Baptiste Colbert, Marquis de Seignelay
1 Léopoldine Elisabeth Charlotte (* 1716); ∞ 1733 Joachim de Zuniga de Bejar et de Bellecazar († 1777, 102 Jahre alt)
2 Louise Henriette Gabrielle (1718–1788); ∞ Godefroid Charles Henri de la Tour d’Auvergne, 10. duc de Bouillon, 5. duc d’Albret et de Château-Thierry († 1792)
3 Gaston Jean-Baptiste Charles (1721–1743); ∞ Marie Louise Geneviève de Rohan (1720–1803), comtesse de Walhain, Tochter von Jules François Louis, 3. Prince de Soubise
4 Marguerite Louise Elisabeth (* 1723), genannt Mademoiselle de Mirambeau
5 Louis Camille (1725–1782), comte de Marsan, prince de Puyguilhem, comte de Pontgirault; ∞ Jules Hélène Rosalie Mancini-Mazarin (* 1742), Tochter von Louis Jules Mancini, duc de Nevers, prince de Vergagne (Haus Mazarin-Mancini)


Literatur
• Ronny Baier: Guise, französisches Herzogsgeschlecht. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 23, Bautz, Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3, Sp. 568–593.
• Stuart Carroll: Martyrs and murderers. The Guise Family and the Making of Europe. Oxford University Press, Oxford 2009, ISBN 978-0-19-922907-9
• Jean-Marie Constant: Les Guise. Hachette Littérature, Paris 1984, ISBN 2-01-008933-2
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Band I.2, 1999, Tafeln 209–213. 
von Guise, Burchard (I8481)
 
34325 https://de.wikipedia.org/wiki/Gündelhart-Hörhausen von Beroldingen, Joseph Eusebius Antonius (I2432)
 
34326 https://de.wikipedia.org/wiki/Gündelhart-Hörhausen von Beroldingen, Freiherr Hektor (I3774)
 
34327 https://de.wikipedia.org/wiki/Gündelhart-Hörhausen von Beroldingen, Ritter Joseph Anton (I4320)
 
34328 https://de.wikipedia.org/wiki/Gündelhart-Hörhausen von Beroldingen, Freiherr Kaspar Konrad (I6209)
 
34329 https://de.wikipedia.org/wiki/Gunther_von_Merseburg

Gunther von Merseburg, auch Günther von Merseburg, (* vor 949; † 13. Juli 982 bei Crotone, Kalabrien, Italien) aus dem Adelsgeschlecht der Ekkehardiner war von 965 bis 976 und wieder von 981 bis 982 Markgraf der Mark Meißen und der Mark Merseburg.

Leben
Gunther, Sohn des Grafen Ekkehard von Merseburg, wurde von König Otto I. im Jahre 965 mit der Mark Merseburg belehnt. In Ottos Auftrag kämpfte er 966 in Kalabrien gegen Byzanz.
Weil er sich in den Jahren 974 bis 976 an den Aufständen Heinrichs des Zänkers gegen König Otto II. beteiligte, wurde er 976 seiner Markgrafschaft enthoben; mit seinem Sohn Ekkehard von Meißen ging er in die Verbannung. Erst 981 versöhnte er sich mit dem Kaiser und wurde nach dem Tode Thietmars I. erneut in seine Markgrafschaft eingesetzt.
Nach dem Tode des Markgrafen Wigger I. im Jahre 981 erhielt Gunther auch die Herrschaft über die Mark Zeitz.
Als Teilnehmer am Italienzug Ottos II. gegen die Sarazenen unter Emir Abu al-Qasim kam er am 13. Juli 982 in der Schlacht am Kap Colonna in Kalabrien ums Leben.

Ehe und Nachkommen
Gunther war mit Dubrawka von Böhmen verheiratet, die ihm einen Sohn gebar:
• Ekkehard von Meißen (* ca. 960; † 30. April 1002), den späteren Herzog von Thüringen
Dubrawka heiratete um 965 den polnischen Herzog Mieszko I. aus der Herrscherfamilie der Piasten. 
von Merseburg, Gunther (I6965)
 
34330 https://de.wikipedia.org/wiki/Guta_von_Habsburg

Guta (Jutta, eigentlich Juditha) von Habsburg (* 13. März 1271 in Rheinfelden; † 18. Juni 1297 in Prag) war durch Heirat eine Königin von Böhmen.

Leben
Guta war die Tochter des Grafen Rudolf von Habsburg und seiner ersten Frau Gertrud von Hohenberg. Sie wurde nach einer Vereinbarung mit Kunigunde von Halitsch mit sieben Jahren dem gleichaltrigen böhmischen König Wenzel II. versprochen. 1285 wurde sie auf der Burg Eger ihrem Gatten zugeführt, bei dem ihr Vater König Rudolf dem Sohn Ottokars Burg und Stadt Eger zu Reichslehen vermutlich als Hochzeitsgabe übergab. Dabei wohnte man der Wiedereinweihung der 1260 gegründeten und 1270 abgebrannten Franziskanerkirche durch den Regensburger Bischof Heinrich am 26. Januar 1285 bei. Die Hochzeit war von einem großen Treffen europäischen Adels begleitet. Der Hochzeitszug zog dann weiter nach Prag, wo am 7. Februar die Vermählung stattfand.[1] Endgültig in Prag zog die Königin erst zwei Jahre später ein.
Sie nahm, gelenkt durch ihre Familie, Einfluss auf den jungen König und schürte seine Expansionspläne Richtung Schlesien und Polen. Während der neunjährigen Ehe brachte sie zehn Kinder zur Welt, von denen jedoch nur der Sohn Václav und die Töchter Anna, Elisabeth und Margarethe überlebten.[2][3] Beide erstgenannten Töchter wurden später böhmische Königinnen. Am Königshof führte Guta deutsche Sitten ein. Die wichtigste war die Anwesenheit der Ritter. Sie führte damit die Öffnung Prags gegenüber dem Westen fort, die bereits Kunigunde von Schwaben betrieben hatte, und nach und nach wurde die Stadt ein Zentrum mitteleuropäischer hochmittelalterlicher höfischer Kultur.
Guta bemühte sich um die Versöhnung zwischen Wenzel II. und ihrem Bruder, Herzog Albrecht von Österreich. Durch sie wurden die Schwager über einige Jahre Verbündete, was jedoch mit dem Einfall Albrechts nach Böhmen 1304, kurz vor Wenzels Tod, enendete. Albrecht brachte diese Verbindung die Römisch-deutsche Königskrone und Wenzel freie Hand, um nach Polen zu expandieren. Die Königin spielte dabei eine nicht unwesentliche Rolle in der böhmischen Außenpolitik. 1297 wurde sie gekrönt, starb aber am 18. Juni des gleichen Jahres nach der Geburt der Tochter Guta.

Guta von Habsburg in der Literatur
In dem sich stark an Wolfram von Eschenbach anlehnenden Versroman Wilhelm von Wenden des Ulrich von Etzenbach werden Wenzel II. und Guta als heidnischer Fürst Wilhelm mit Gemahlin Bene in einem Schicksal nach dem Muster der christlichen Eustachiiuslegende dargestellt: Das Fürstenpaar muss auf einer Pilgerreise ihre Zwillinge bei fremdem Menschen zurücklassen. Die Kinder, getrennt erzogen, werden gefürchtete Räuber und erst als sich die Eltern zum Christentum bekennen, in Reue wieder mit ihren Eltern vereint. Guta (die Fürstin Bene) wird in diesem Schlüsselroman in deutscher Sprache als Idealtypus einer christlichen Fürstin dargestellt.[4][5]



Literatur
• Bertold Bretholz: Geschichte Böhmens und Mährens bis zum Aussterben der Przemysliden (1306)., Band I, 1. Abschnitt, München und Leipzig 1912, darin: S. 95, 96 und 162
• Marianne Wintersteiner: Guta von Habsburg: biographischer Roman, Verlag Salzer, Heilbronn 1994, ISBN 978-3-7936-0327-6. 275 Seiten
Weblinks
• kulturportal-west-ost.eu/biographien: Guta von Habsburg
Einzelnachweise
1 Ferdinand B. Mikovec: Malerisch-historische Skizzen aus Böhmen, Wien und Olmüz 1860, darin: Die Burg Eger, S. 228 (siehe online)
2 Hermann von Liebenau: Lebens-Geschichte der Königin Agnes von Ungarn, der letzten Habsburgerin des erlauchten Stammhauses aus dem Aargaue, Regensburg 1868, S. 30
3 Die Tochter Wenzels II. Agnes war die Stiefschwester aus der Verbindung Wenzels mit seiner zweiten Ehefrau Elisabeth Richza von Polen. Siehe dazu: Václav Vladivoj von Tomek: Geschichte der Stadt Prag, Band 1, Prag 1856, S. 523 (online)
4 Gerhard Eis: Kleine Schriften: zur altdeutschen weltlichen Dichtung, Verlag Rodopi N.V., Amsterdam 1979, ISBN 90-6203-418-7, S. 419
5 Anne Silbereisen: Bene – die gute Frau in Ulrich von Etzenbachs 'Wilhelm von Wenden, Studienarbeit, GRIN Verlag, 2003, ISBN 978-3-640-09907-8. S. 11 f. 
von Habsburg, Königin Guta (Jutta, Juditha) (I7987)
 
34331 https://de.wikipedia.org/wiki/Gutenburg_(Hochrhein) von Gutenburg, Kunigunde (I21668)
 
34332 https://de.wikipedia.org/wiki/Gytha_von_Wessex

Gytha von Wessex (Altenglisch: Gȳð, auch bekannt als Gyda Haraldsdatter), * vor 1066[1]; † 10. März 1098 oder 7. Mai 1107,[2] war eine Tochter von Harald II., dem letzten angelsächsischen König von England, und seiner Lebensgefährtin Edith Swanneck und durch Heirat mit Wladimir II. eine Fürstin der Kiewer Rus und Mitglied des Fürstengeschlechts der Rurikiden.
Saxo Grammaticus zufolge entkamen Gytha und zwei ihrer Brüder zunächst zu ihren Verwandten nach Flandern, und dann zum Hof ihres Onkels, König Sven Estridsson von Dänemark.[3] Die beiden Brüder wurden gastfreundlich aufgenommen. Gytha wurde um 1070 mit dem ruthenischen Fürsten Wladimir Wsewolodowitsch Monomach verheiratet, einem der bekanntesten Herrscher der Kiewer Rus.
Gytha war die Mutter von Mstislaw dem Großen, dem letzten Herrscher der vereinigten Kiewer Rus. In der altnordischen Literatur ist Mstislaw nach seinem Großvater Harald benannt.[4]
Über ihr Todesdatum gibt es zwei unterschiedliche Angaben. Einer Inschrift in der Kirche St. Pantaleon in Köln starb „Gytha die Königin“ am 10. März 1098 als Nonne.[4] Zu dieser Zeit soll ein Gottesdienst zum Gedenken an die Zeit, die sie in Flandern verbrachte, das damals noch zum Erzbistum Köln gehörte, für sie stattgefunden haben. Sie soll während des Ersten Kreuzzugs Gottfried von Bouillon begleitet haben, um eine Pilgerreise ins Heilige Land zu unternehmen und dort gestorben sein.[4] Außerdem hat Wladimir II. ein Jahr später eine andere Frau namens Eufimia geheiratet. Andererseits wird sie mit der in der Nestorchronik erwähnten unbenannten Ehefrau von Wladimir II. gleichgesetzt, die am 7. Mai 1107 in Smolensk gestorben sein soll.[4][2]

Kinder
Ihre Kinder waren:
1 Mstislaw der Große (1076–1132)
2 Izjaslaw Wladimirowitsch, Fürst von Kursk († 6. September 1096)
3 Svjatoslaw Wladimirowitsch, Fürst von Smolensk and Perejaslaw († 16. März 1114)
4 Jaropolk II. von Kiew († 18. Februar 1139)
5 Wyscheslaw I. von Kiew († 2. Februar 1154)



Einzelnachweise
1 Tod ihres Vaters
2 Wladimir Paschuto. Внешняя политика Древней Руси. Наука. Seite 135.
3 George Vernadsky: Kievan Russia. Yale University Press (1973). ISBN 0300016476. Seite 358.
4 Alexander Nazarenko. Древняя Русь на международных путях. Moskau. 2001. ISBN 5-7859-0085-8. Seiten 589, 596-597, 600-601, 606-608. 
von Wessex, Gytha (I6927)
 
34333 https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburg-Laufenburg

Das Haus Habsburg-Laufenburg war von 1232/34 bis 1408 eine Seitenlinie der Habsburger, die jedoch nie die Bedeutung und Macht ihrer Verwandten erlangte. In der Schweiz und im heutigen Südbaden erlangten die Grafen von Habsburg-Laufenburg eine gewisse Bedeutung.

In den Jahren zwischen 1232 und 1234 erfolgte eine Besitz- und Verwaltungsteilung zwischen den Brüdern Albrecht IV. von Habsburg (dem Begründer der älteren Stammlinie) und Rudolf III. von Habsburg (dem Begründer der Laufenburger Linie, dann also Rudolf I. von Habsburg-Laufenburg). Die Teilung, von der wir nur aus einer um 1238/39 ausgestellten Schiedsurkunde Kenntnis besitzen, zeigte erst ab etwa 1270 tatsächliche territoriale Auswirkungen. Die Laufenburger Besitzungen befanden sich im Frickgau mit dem Sitz auf der Burg Laufenburg, im Albgau mit der Burg Hauenstein, im Aargau mit der Burg Stein sowie in Obwalden, der Ostschweiz und in der Grafschaft Klettgau. Der Aufbau einer flächendeckenden Territorialherrschaft gelang nicht. Die Zubenennung nach Laufenburg ist eine nur selten belegte, erstmals 1257 verwendete Fremdbezeichnung. Die Grafen selbst benannten sich stets nur nach Habsburg, im 14. Jahrhundert teilweise mit dem Zusatz Herr zu Laufenburg.

Durch die Heirat Rudolfs III. von Habsburg-Laufenburg († 1315) mit Elisabeth von Rapperswil, der Schwester des letzten Grafen von Rapperswil, erbte Johann I. die umfangreichen Besitzungen der Rapperswiler im Zürichgau und die Stadt Rapperswil. JJohann wurde 1336 wegen seiner Schulden in die Auseinandersetzungen um die Zürcher Zunftrevolution hineingezogen und fand 1337 in der Schlacht bei Grynau gegen den Zürcher Bürgermeister Rudolf Brun den Tod. Seine minderjährigen Kinder wuchsen am Hof der Habsburger auf.
Johann II. beteiligte sich 1350 an dem Versuch (Mordnacht von Zürich), Bürgermeister Brun in Zürich zu stürzen, weil ihm dessen Gegner einen Schuldenerlass zugesichert hatten. Der Plan wurde jedoch verraten, und der Graf geriet dadurch in Züricich im Wellenberg für drei Jahre in Gefangenschaft. Dort schrieb er das Minnelied Blümli blawe, welches Goethe auf seiner dritten Schweizer Reise entdeckte und zu seinem Gedicht Das Blümlein wunderschön/Lied des gefangenen Grafen umarbeitete. Diie Festungen in Rapperswil und Altendorf wurden von Brun zerstört. Erst nach einer Intervention seiner Verwandten wurde Johann wieder freigelassen, musste jedoch 1354 seine Güter am oberen Zürichsee an Herzog Albrecht von Österreich verkaufen und der Stadt Zürich Urfehde schwören.
Das Münzrecht der Grafen wurde 1363 an die Stadt Laufenburg verpfändet, 1408 ging es endgültig an die Stadt. Bis 1386 gingen die meisten Besitzungen des Hauses Habsburg-Laufenburg an die Hauptlinie der Habsburger, darunter Stadt und Burg Laufenburg. Johann IV., der letzte der Laufenburger Linie, starb 1408 ohne erbberechtigte männliche Nachkommen. Durch die 1410 erfolgte Heirat seiner Tochter Ursula mit Graf Rudolf III. von Sulz kam die Landgrafschaft Klettgau an die Grafen von Sulz.

Stammliste der Linie Habsburg-Laufenburg (Rudolfinische Linie)

1 Rudolf der Schweigsame, III. Graf von Habsburg, dann I. Graf von Habsburg-Laufenburg (1227–1249) ∞ Gertrud (belegt 1243–1253), Tochter des Lütold VI. Freiherren von Regensberg
1 Wernher († wohl Juli 1253)[1]
2 Gottfried I. (gen. 1239, † 1271), Graf von Habsburg-Laufenburg ∞ Adelheid, Tochter des Egino (Egon) V. Graf von Urach-Freiburg (?∞ II Elisabeth von Ochsenstein)[2]
1 Rudolf III. (1270–1314), Graf von Habsburg-Laufenburg ∞ (I) 1296 Elisabeth († 1309), aus dem Haus der Grafen Rapperswil (Witwe des Ludwig I. Grafen von Homberg)
∞ (II) Maria von Oettingen († 1369) 

1 Johann I. (1310–1337), Graf von Habsburg-Laufenburg, Landgraf des Klettgau, ∞ Agnes von Werd († nach 1354), Tochter des Sigismund von Werd, Landgraf im Unter-Elsaß[3]
1 Johann II., Il Conte Menno (1337 (unmündig) – † 1380), Graf von Neu-Rapperswil (Wellenberg) ∞ Verena von Neufchatel-Blamont
1 Johann III. († 1392), Graf von Rotenberg im Sundgau bis 1389, dann im Klettgau zu Krenkingen
2 Rudolf IV. (1337 (unmündig) – 1383), Graf von Habsburg-Laufenburg, Landgraf im Sisgau und Klettgau, Landvogt in Schwaben und Oberelsaß ∞ 1354 Elisabeth Gonzaga von Mantua (1354–1384)
1 Johann IV. (um 1355–1408),[4] Graf von Habsburg-Laufenburg, Landgraf im Klettgau, Landvogt der Herrschaft Österreich im Thurgau, Aargau und Schwarzwald ∞ Agnes von Landenberg-Greifensee
1 Ursula ∞ Rudolf III. Landgraf im Klettgau († zw. 1434/54, Landgraf ab 1408), aus dem Haus der Grafen von Sulz, Linie Klettgau
1 Johann
2 Rudolph
3 Alwig (X. von Sulz)
2 Agnes († wohl bald nach 1409)
2 •unehelich:

1 Mauriz (1409, 1415)
3 ausgestorbene Linie

4 N.N. († 1451) ∞ (um 1400) Maximilian (Smasmann) von Rappoltstein
5 Elisabeth ∞ (um 1362) Johannes II. (um 1346–1424) Truchsess von Waldburg
3 Gottfried II. (1337 (unmündig)–1375), Landgraf im Klettgau bis 1365, Graf von Alt-Rapperswil ∞ (I) Agnes von Teck ; (II) N.N.[2] von Ochsenstein
4 Adelheid († vor 1370) ∞ Heinrich IV. Graf von Montfort-Tettnang
5 Agnes, Chorfrau im Damenstift Säckingen (belegt 1354)
6 Katharina, Nonne im Kloster Königsfelden
7 Verena († nach 1356) ∞ (I) Philippino Gonzaga von Mantua (1328–1356) ; (II) Burkhard VIII. Graf von Hohenberg zu Nagold (1346/57–1362/81 ?)
2 • unehelich mit Elisabeth von Strättlingen

1 Petrus von Dietikon
3 Gottfried († 1271)
3 Rudolf II. († 1293), Bischof von Konstanz
4 Otto (belegt 1252-1254), Deutschordensritter
5 Eberhard I. (?nach 1253–1284), Graf von Kyburg ∞ 1273 Anna von Kyburg → Begründer des Hauses Habsburg-Kyburg (Neu-Kyburg) (erloschen 1417, dann zu Habsburg)
2 • unehelich, Zuordnung unsicher:

1 Rudolf von Dietikon, Chorherr zu Zürich
Die Laufenburger-Linie starb – im männlichen Stamm – am 18. Mai 1408 mit dem Tode von Johann IV. aus.


Literatur
• Alex Baumgartner: Was Habsburg im Habsburgeramt zu suchen hat. In: Rontaler Brattig. 2002, S. 63–67 (ortsnamen.ch [PDF; 2,5 MB; abgerufen am 21. August 2010]).
• Christoph Brunner: Zur Geschichte der Grafen von Habsburg-Laufenburg. Aspekte einer süddeutschen Dynastie im späten Mittelalter, Samedan 1969.
• Andre Gutmann: Habsburg-Laufenburg. In: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Grafen und Herren, hg. von Werner Paravicini, bearb. von Jan Hirschbiegel, Anna Paulina Orlowska und Jörg Wettlaufer (= Residenzenforschung Bd. 15.I, hg. von der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen), Ostfildern 2012, S. 541–550.
• Bruno Meyer: Studien zum habsburgischen Hausrecht II/III. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 27 (1947), S. 36–60 (doi:10.5169/seals-76468).
• Bruno Meyer: Habsburg-Laufenburg und Habsburg-Österreich. In: Zeitschrift für Schweizerische Geschichte 28 (1948), S. 310–343 (doi:10.5169/seals-76876).
• Arnold Münch: Die Münze zu Laufenburg: Beiträge zur Geschichte des schweizerisch-oberrheinischen Münzwesens vom 14. bis 17. Jahrhunderts nebst einem Abriß der Geschichte der Grafen von Habsburg-Laufenburg. In: Argovia 8 (1874), S. 318–418 (do:10.5169/seals-21231).
• Arnold Münch: Regesten der Grafen von Habsburg, laufenburgischer Linie 1198–1408. In: Argovia, 10 (1879), S. 123–298 (doi:10.5169/seals-22568)
• Arnold Münch: Regesten der Grafen von Habsburg, laufenburgischer Linie 1198–1408 – Zweiter Theil. In: Argovia, 18 (1887), S. 1–100 (doi:10.5169/seals-28008)
• Arnold Münch: Regesten der Grafen von Habsburg, laufenburgischer Linie 1198–1408 – Zweiter Theil, II. Hälfte. In: Argovia, 19 (1888), S. 1–42 (doi:10.5169/seals-28571)
• Fridolin Jehle: Laufenburg – Die gemeinsame Stadt. 1979, div Ss.
• Georg von Wyß, Karl Bartsch: Habsburg-Laufenburg, Graf Rudolf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 284–288. (Familienartikel)
Weblinks
• Habsburg-Laufenburg und Neu-Kyburg, auf Habsburg.net
Einzelnachweise
1 in jugendlichem Alter; in einem Brief vom 30. Juli 1253 machen „Gotfrid, Rudolf, Otto und Eberhard, Grafen von Habsburg, Gebrüder nebst ihrer Mutter Gertrud“ Schenkungen an Wettingen zum Seelenheil des Verstorbenen. Angabe nach Graf Eberhardnd Anna v. Kyburg, Kapitel in Argovia, Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, 10 (1879), S. 166 (pdf, dort S. 11) – Bestandsaufnahme aller Urkunden der Zeit.
2 Elisabeth von Ochsenstein nach Gottfried II., Graf von Habsburg-Laufenburg, Eintrag in geneall.net (dort auch die Ehen in anderer Reihenfolge; diese könnte auch die unklare zweite Gattin des Gottfried I. sein).
3 Reihenfolge der Kinder unklar; möglich: Johann – Adelheid – Agnes – Rudolf – Elisabeth – Katherina – Gottfried
4 Nach Habsburg-Laufenburg und Neu Kyburg (pdf, auf habsburg.net) erlosch das Geschlecht mit Mauritius † 1408. 
von Habsburg-Laufenburg, Eberhard I. (I5520)
 
34334 https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburger_im_Elsass von Granweiler, Anna (I21915)
 
34335 https://de.wikipedia.org/wiki/Habsheim von Rotberg, Herr Jakob (I22023)
 
34336 https://de.wikipedia.org/wiki/Habsheim von Rotberg, Hans Othmar (I22027)
 
34337 https://de.wikipedia.org/wiki/Habsheim von Rotberg, Herr Hans Adam (I22022)
 
34338 https://de.wikipedia.org/wiki/Habsheim von Rotberg, Jakob Christoph (I22029)
 
34339 https://de.wikipedia.org/wiki/Habsheim von Rotberg, Hans Friedrich (I22028)
 
34340 https://de.wikipedia.org/wiki/Hadrian_V.

Hadrian V. (* um 1205, (nach anderen Angaben 1215[1] in Genua); † 18. August 1276 in Viterbo) hieß ursprünglich Ottobono Fieschi dei Conti di Lavagna, Graf von Lavagna und war im Jahr 1276 für 38 Tage Papst.

Herkunft
Ottobono entstammte der genuesischen Adelsfamilie Fieschi. Seine Schwester Beatrice war die zweite Frau von Graf Thomas II. von Savoyen, sein Onkel Sinibaldo Fieschi wurde im Juni 1243 als Innozenz IV. Papst.

Karriere im Dienst der Kirche
Sein Onkel Innozenz IV. ernannte ihn im November 1243 zum päpstlichen Kaplan. In den nächsten Jahren wurde er zum Archidiakon von Reims und Parma ernannt, ehe er 1252 Kardinaldiakon von Sant’Adriano al Foro in Rom wurde. Auch nach dem Tod seines Onkels 1254 behielt er eine wichtige Stellung bei der römischen Kurie. Ab 1262 war er Erzpriester der Basilika Santa Maria Maggiore.[2] Er gehörte zu den Unterhändlern, die mit Richard von Cornwall und anschließend mit dessen Neffen Edmund bzwzw. dessen Vater, dem englischen König Heinrich III., über eine Kandidatur als König von Sizilien verhandelten (→ Sizilianisches Abenteuer). Die dadurch geschaffenen Verbindungen führten zweifelsfrei dazu, dass er am 4. Mai 1265 von Papst Clemens IV. zum päpstlichen Legaten für England ernannt wurde.

Legat für England
Ankunft in England
Als Legat hatte Ottobono drei Hauptaufgaben: er sollte die Bürgerkriegsparteien des Zweiten Kriegs der Barone versöhnen, er sollte die Geistlichkeit und die Arbeit der Kirche reformieren und er sollte für einen Kreuzzug ins Heilige Land werben. Nach dem 19. Juli 1265 verließ er Rom und erreichte vor dem 30. August Paris, wo er vom Tod von Simon de Montfort, dem Führer der Adelsopposition erfuhr, der im Kampf gegen die königliche Partei gefallen war. Am 29. Oktober erreichte er England, wo er aufgrund der unsicheren Lage zunächst im Tower of London Quartier bezog. Am 1. November 1265 traf er König Heinrich III. in Canterbury.

Mithilfe bei der Beendigung des Bürgerkriegs
Auch wenn der Krieg der Barone durch die Schlacht von Evesham militärisch entschieden worden war, führte die Rachsucht des Königs und seiner Anhänger, die unbarmherzig die besiegten Rebellen enteigneten, zu Unruhen und Kämpfen in weiten Teilen ddes Landes. Ottobono wurde rasch klar, dass zunächst der Streit zwischen den verbliebenen Rebellen, den sogenannten Enterbten, und den Anhängern des Königs beigelegt werden musste, bevor er sich seinen anderen beiden Aufgaben zuwenden konnte. Am Tag nach seinem Treffen mit dem König berief er ein Konzil der englischen Geistlichen nach London oder Westminster ein. Auf dem Konzil, das am 1. Dezember 1265 stattfand, erklärte Ottobono seinen Auftrag, aber auch die Vollmachten, die er dafür vom Papst erhalten hatte. Deshalb suspendierte er vier Bischöfe als Unterstützer der Rebellen und verkündete eine generelle Exkommunikation aller Feinde des Königs. Diese eindeutige Parteinahme für den König bestätigte die Befürchtungen der Rebellen, die aufgrund seiner Verwandtschaft mit dem ebenfalls mit dem englischen König verwandten Grafen von Savoyen seine Ernennung zurückhaltend aufgenommen hatten.
Für August 1266 berief der König während der langwierigen Belagerung von Kenilworth Castle ein Parlament ein, bei dem Ottobono die Aufnahme von Verhandlungen mit den Enterbten verlangte. Der König berief daraufhin einen Ausschuss ein, der einen Friedensplan erarbeiten sollte. Ottobono diente selbst als einer der beiden Schlichter, die bei Streitigkeiten innerhalb des Ausschusses vermittelten. Nachdem der König das Ergebnis, das Dictum of Kenilworth, am 30. Oktober erlassen hatte, wurde es vom folgenden Tag von Ottobono während eines Konzils der Kirche im nahen Coventry verkündet. Auch wenn Ottobono während eines Parlaments in Bury St Edmunds im Februar 1267 für das Versöhnungsangebot des Königs warb, wiesen viele der Enterbrbten die strengen Regelungen des Dictum zurück und setzten den Kampf fort. Daraufhin ergriff der Earl of Gloucester Partei für die Enterbten und besetzte im April 1267 London. Ottobono, der zu dieser Zeit in London weilte, widersetzte sich nicht den Truppen Gloucesters, sondern zog sich zu seiner Sicherheit in den Tower zurück. Dort wurden ihm die Kronjuwelen und andere Schätze anvertraut, die der König als Sicherheit für seine Schulden verpfändet hatte. Später zog Ottobono in das Zisterzienserkloster Stratford Langthorne in Essex, wo er im Mai 1267 den König traf. In eiligen Verhandlungen wurde schließlich ein Ausgleich zwischen den Enterbten und dem König vereinbart, so dass auch die verbliebenen Enterbten das Dictum of Keenilworth akzeptieren konnten. Ottobono war eng an den Verhandlungen beteiligt, dabei stimmte er einer Steuer auf die englische Geistlichkeit zu, mit deren Einnahmen die Enterbten unterstützt werden konnten, um ihre Güter zurückzukaufen. Ottobono schrieb, vermutlich im Juni 1267, einen Brief an Papst Clemens IV., in dem er die Versöhnung als Gottes Fügung bezeichnete.
Anschließend wandte sich Ottobono den stockenden Verhandlungen zwischen dem walisischen Fürsten Llywelyn ap Gruffydd und dem englischen König zu, die bereits seit Februar 1267 geführt wurden. Nach viertägigen Verhandlungen hatte er am 25. September den Vertrag von Montgomery ausgehandelt, in dem der König dem walisischen Fürsten weitreichende Zugeständnisse machte. Im Gegenzug erkannte dieser den englischen König als seinen Oberherrn an. Als am 18. November 1267 das Statut von Marlborough endgültig den Krieg der Barone beendete, hatte Ottobono seinen ersten Auftrag erfüllt.

Reform der englischen Kirche
Nun konnte sich Ottobono seiner zweiten Aufgabe widmen, einer Reform der englischen Kirche. Da sich Bonifatius von Savoyen, der Erzbischof von Canterbury und Primas der englischen Kirche, noch im Exil befand, konnte der Legat seinen Führungsanspruch über die englische Geistlichkeit durchsetzen. Ohne seine Zustimmung konnte keine Wahl eines Abtes oder Bischofes stattfinden. Für April 1268 berief er ein dreitägiges Konzil in die Londoner St Paul’s Cathedral ein, an dem alle Geistlichen teilnehmen oder einen Vertreter schicken sollten. Nachdem er exkommunizierten ehemaligen Rebellen die Absolution erteilt hatte, erließ Ottobono 53 Regeln für die Geistlichen. Die Grundlage dieser Regeln waren die Regeln, die 1237 Legat Oddone erlassen hatte, doch Ottobono hatte sie wesentlich erweitert. Seine Regeln beinhalteten Vorschriften sowohl für Säkularkleriker wie auch für die Ordensgeistlichkeit. Den Säkularklerikern verbot er beispielsweise, weltliche Urteile zu fällen oder überhaupt an Prozessen der Blutgerichtsbarkeit teilzunehmen. Die Regeln verboten den Geistlichen Simonie, Konkubinat und das Tragen von Waffen. Der Ämterhäufung wurden Begrenzungen gesetzt. Ottobono versuchte, die Stellung von Pfarrern zu verbessern, verlangte aber auch, dass sie an ihrem Amtssitz wohnen sollten. Auch die Bischöfe sollten in ihren Diözesen dauerhaft wohnen, und die Möglichkeit, dass Geistliche sich in ihren Ämtern vertreten ließen, sollte eingeschränkt werden. Weitere Regeln betrafen die Instandhaltung von Kirchengebäuden und das Recht auf Kirchenasyl.
Die letzten dreizehn Regeln betrafen die Ordensgeistlichen, die traditionelle Regeln wie Fleischverzehr, den Umfang des privaten Besitzes und die Möglichkeit von Handel durch Geistliche. Ottobono zeigte dabei, dass er profunde Kenntnisse der Klöster hatte. Dabei erließ er auch nach Visitationen, die seine Beauftragten in den Klöstern durchführten, für diese spezielle Vorschriften. Die Bischöfe wurden angewiesen, die Regeln auf den jährlichen Diözesansynoden wörtlich vorzutragen. Ottobonos Regeln blieben bis ins 16. Jahrhundert die rechtliche Grundlage der Kirche von England.

Werben für einen Kreuzzug
Als Legat war Ottobono dazu auch für Irland und Schottland zuständig, wohin er jedoch nie reiste. Stattdessen ließ er sich dort durch Gesandte vertreten. Sein erster Gesandter nach Schottland wurde noch durch König Alexander III. empfangen, docch der König weigerte sich, auch den folgenden Gesandten zu empfangen. Als Ottobono einen dritten Gesandten schickte, drohte der König diesem Gewalt an. Dennoch nahmen schottische Bischöfe an den von Ottobono einberufenen Konzilen teil. Er zeigte jedoch kein besonderes Interesse an Irland und Schottland, sondern begnügte sich damit, dass dort von Bischöfen für einen Kreuzzug geworben wurde.
Trotz seines Engagements für die Beendigung des Bürgerkriegs und für eine Reform der Geistlichkeit vernachlässigte Ottobono nicht, für einen Kreuzzug zu predigen. Der Papst hatte verfügt, dass die bislang in England für einen Kreuzzug gesammelten Gelder, die für 500 Ritter ausreichten, von anderen Kreuzfahrern verwandt werden dürften. Aufgrund der durch den andauernden Bürgerkrieg fortdauernden Kämpfe konnten jedoch zunächst überhaupt keine Kreuzfahrer gewonnen werden, so dass Papst Urban IV. sich über die mangelnde Beteiligung englischer Kreuzfahrer beschwerte und Ottobono zu mehr Anstrengungen aufforderte. Nachdem Ottobono bereits auf dem Parlament in Bury St Edmunds, in London und in Lincoln für einen Kreuzzug gepredigt hatte, konnte er schließlich im Juni oder Juli 1268 in Northampton den Thronfolger Lord Eduard und zahlreiche weitere Barone bewegen, ein Kreuzzugsgelübde abzulegen. Wenig später endete seine Amtszeit als Legat in England, und Ottobono konnte in der Gewissheit nach Italien zurückkehren, seine Aufträge erfüllt zu haben.

Aufstieg zum Papst
Nach seiner Rückkehr nach Rom, im Juni 1268, avancierte Fieschi rasch zu einem der angesehensten Mitglieder der Kurie, der das Haus Anjou in Italien maßgeblich unterstützte. Er nahm 1274 am zweiten Konzil von Lyon teil. Nach dem Tod von Innozenz V. gehörte er mit elf anderen Kardinälen dem Konklave an, das am 2. Juli 1276 im Lateran[3] zusammenkam. Karl von Anjou überwachte als Senator von Rom das Konklave und ließ angeblich die italienischen Kardinäle nur mit Wasser und Brot versorgen, um einen französischen Kardinal zum Papst wählen zu lassen. Am 11. Juli wurde mit Ottobono Fieschi jedoch ein Italiener zum neuen Papst gewählt.[4]
Pontifikat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Als Papst wählte Ottobono den Namen Hadrian V. Trotz seines Ranges als Kardinaldiakon war er bislang nicht zum Priester geweiht worden, weshalb er die Konklaveordnung Gregors X. aufhob. Es sollte seine einzige schriftlich fixierte Amtshandlung sein, die heute noch nachweisbar ist. Ohne noch geweiht oder gekrönt worden zu sein, zog er sich, bereits krank, nach Viterbo zurück, wo er am 18. August starb.

Beisetzung und Nachwirkung
Hadrian V. wurde in der Kirche San Francesco in Viterbo beigesetzt, wo ein Grabdenkmal des Florentiner Bildhauers Arnolfo di Cambio an ihn erinnert. In seinem Vermächtnis hatte Hadrian V. Gebete für den verstorbenen englischen König Heinrich IIIII. und dessen Familie eingeschlossen, dazu stiftete er in seiner Heimat Ligurien ein Thomas Becket gewidmetes Hospital, das besonders englischen Pilgern offenstehen sollte. In seinem persönlichen Besitz fand sich ein kostbarer Edelstein, der aus der englischen Königskrone stammte.
Im 19. Gesang der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri tritt Hadrian V. als Büßer auf, der für seine Habgier und seinen Geiz büßt und zunächst unerkannt bleibt.[5][6]



Literatur
• Natalie Schöpp: Papst Hadrian V. (Kardinal Ottobuono Fieschi). C. Winter, Heidelberg 1916
• Ludovico Gatto: Adriano V. In: Massimo Bray (Hrsg.): Enciclopedia dei Papi, Istituto della Enciclopedia Italiana, Band 2  (Niccolò I, santo, Sisto IV), Rom 2000, OCLC 313581688
• John N. D. Kelly: Reclams Lexikon der Päpste. Reclam, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-010588-9, S. 381, (= The Oxford dictionary of popes.)
• Agostino Paravicini Bagliani: Cardinali di curia e „familiae“ cardinalizie dal 1227 al 1254. Padua 1972, S. 358–365.
• Friedrich Wilhelm Bautz: Hadrian V. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 429.
• James Loughlin: Pope Adrian V.. In: Catholic Encyclopedia, Band 1, Robert Appleton Company, New York 1907.
Weblinks
 Commons: Hadrian V. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• FIESCHI, Ottobono (ca. 1205/1215-1276). In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. fiu.edu, Website der Florida International University
• Brenda M. Bolton: Ottobuono (c.1205–1276). In: H. C. G. Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X, oxfordnb.com (Lizenz erforderlich), Stand: 2004 (englisch)
Einzelnachweise
1 A. P. Bagliani: Cardinali di curia e „familiae“ cardinalizie dal 1227 al 1254. S. 358.
2 G. Ferri: Le carte dell'Archivio Liberiano dal secolo X al XV (= Archivio della Societa Romana di storia patria. Bd.. 30, 1907). S. 121–130.
3 Christopher Kleinhenz: Medieval Italy. An Encyclopedia. Routledge, New York 2004. ISBN 0-415-93929-1, S. 488
4 Kirchengeschichte bei VaticanHistory.de: Hadrian V. Abgerufen am 12. Mai 2016.
5 Hermann Gmelin: Dante Alighieri, Die göttliche Komödie. Kommentar. 2, Der Läuterungsberg. Klett, Stuttgart 1955. S. 309–311
6 Karlheinz Stierle: Dante Alighieri. Dichter im Exil, Dichter der Welt. Beck, München 2004. ISBN 978-3-406-66817-3 (E-Book) 
de Fieschi, Papst Ottobono (Hadrian V.) (I8101)
 
34341 https://de.wikipedia.org/wiki/Hadwig_(Schwaben)

Hadwig, auch Hedwig, (* 938/939/940/945; † 28. August 994 auf dem Hohentwiel) war als Gemahlin Herzogs Burchard III. Herzogin von Schwaben.

Leben und Wirken
Hadwig war eine Tochter des späteren bayerischen Herzogs Heinrich I. und dessen Gemahlin Judith und eine Nichte des ostfränkischen Kaisers Otto I.

Ursprünglich war wohl eine Ehe mit dem byzantinischen Kaiser Romanos II. vorgesehen, die jedoch an Hadwigs standhafter Weigerung scheiterte.

Hadwig und ihr Gemahl Burchard III. sind untrennbar mit der Geschichte des Hohentwiel bei Singen verbunden, da sie dem „Twiel“ eine erste Blüte bescherten, indem sie ihn zur Herzogsresidenz ausbauen ließen. Nach dem Tod Burchards wurde der Twiel zum Witwensitz der Herzogin. Fraglich bleibt der genaue Ort, an dem sich dieses erste Bauwerk befunden haben soll.

Um 970 wurde in der Herzogsresidenz das Kloster St. Georgen gegründet. Im Kloster Reichenau wurde eine Konventsliste der Brüder auf dem Twiel geführt, die noch bis heute erhalten ist.

Tod des Herzogs 973
Die Ehe war kinderlos geblieben und der Kaiser Otto II. nutzte die Situation, um einen neuen Herzog nach seinen Vorstellungen zu ernennen. Nach alter Tradition wäre es Brauch gewesen, dass die Witwe des verstorbenen Burchard III. einen neuen Schwabenherzog aus einheimischem Adel heiraten würde. Sie war nach Burchards Tod im Jahre 973 auch erst 34 Jahre alt. Der Kaiser vergab das Herzogtum jedoch an den Sohn seines Halbbruders Luidolf, Otto I. von Schwaben, der aus dem Adelsgeschlecht der Ottonen stammte.

Hadwig ging jedoch ihre eigenen Wege: In kaiserlichen Urkunden wird sie weiterhin als dux (Herzog) bezeichnet, obwohl sie noch zwei legitime schwäbische Herzöge erlebte. Sie mischte sich aktiv in das politische Geschehen ein und versuchte auch, ihren Lehrer und Vertrauten, den Mönch Ekkehard von St. Gallen, als Erzieher für den künftigen König Otto III. zu empfehlen.

Hadwig verfügte über Amtsgut und Territorien aus ihrer Erbschaft aus dem Testament Burchards und beschenkte Klöster in der Umgebung mit Besitz, der seit der Praxis Kaisers Ottos I. umstritten war.

Nach einer älteren, regionalen Überlieferung (war) „außer verschiedenen kleineren Schenkungen [..] der Herzogin nur der erbliche Besitz ihres Gemahls frei und ungeschmälert zur Verwaltung überlassen. Dem Kloster Reichenau waren die Ort- und Talschaften Schleitheim, Beggingen, Brunthofen, Thalen, Schlatt und Grimmelshofen, einst Gut der fränkischen Krone, als Eigentum bestimmt, jedoch mit dem Beding, daß die Nutznießung desselben der Herzogin Hadewig Zeit ihres Lebens zustehe.“

Orte und Talschaften waren jedoch nach der Überlieferung, die mit einem Besuch Ottos I. „im August des Jahres 972 aus Italien“ einsetzt, und die Situation nach dem Tod Burchards III. 973 beschreibt, in desolatem Zustand – „während des Hunnenzuges und der darauffolgenden Zeit der Not war alles liegen geblieben.“ Dabei muss es sich um den Ungarneinfall 954 gehandelt haben. Dem Reichenauer Abt Witigowo (985–996) sei es gelungen, Hadwig zur Einsicht zu bringen, dass die Reichenau den Aufbau der Talschaft eher zu bewerkstelligen in der Lage sei und sie habe daraufhin „ihre Ansprüche an das Kloster“ abgetreten.

Respekt vor der Alt-Herzogin
Der Beitrag reflektiert auch den beginnenden Umbruch unter den Ottonen im Prinzip der Vergabe von territorialem Eigentum, von Ämtern – am Beispiel des Widerstands von Hadwig, die sich noch traditionell als Erbin Alamanniens sieht: Von „der uralten Freiheit der Stämme“ hin zur „Allgewalt, mit der die Ideen des Lehenswesens vordringen“.[1] Da diese Entwicklung am Ende des 10. Jahrhunderts noch in den Anfängen stand, ist die Rücksichtnahme der Herrscher auf die angesehene Herzogin nachvollziehbar:

Sowohl der Kaiser Otto II. als auch der neue bestimmte Schwabenherzog Otto I. ließen sie gewähren.

Sie verbündete sich in der Folgezeit – wie auch ihre Schwester Gerberga II., Äbtissin des Stifts Gandersheim – mit ihrem jüngeren Bruder, Herzog Heinrich II. von Bayern, der wegen Hadwig immer wieder den Anspruch auf den Schwäbischen Herzogstitel anmeldete.

Herzog Heinrich, auch der Zänker genannt, wurde 984 zum zweiten Mal besiegt, als der neue Schwabenherzog Konrad I. eine Allianz mit dem französischen König rechtzeitig vereiteln konnte. Mit der endgültigen Niederlage ihres Bruders verlor auch Hadwig ihren politischen Einfluss.

Als Hadwig im Jahre 994 starb, kümmerte sich König Otto III. persönlich um den Nachlass der einflussreichen Herzogswitwe und reiste an den Twiel, den er aller Wahrscheinlichkeit nach zum Reichsgut machte, da er sich bereits im Jahre 1000 noch einmal dort aufhielt, um seinen Anspruch zu unterstreichen.

Rezeption
Vor allem die Beziehung zwischen der Herzogin Hadwig und dem Mönch Ekkehard, den sie zu sich auf den Twiel holte, hat in der Romantik seinen Niederschlag in der Literatur gefunden. Joseph Victor von Scheffel schuf mit seinem Roman „Ekkehard“ eines der meistgelesenen Bücher im 19. Jahrhundert.
Johann Joseph Abert schuf aus dieser Vorlage eine Oper in 5 Akten „Ekkehard“ (11. Okt. 1878 Berlin, Hofoper).
1999 kam es in Singen zur Uraufführung von Gerhard Zahners Theaterstück „Hadwig, Herzog von Schwaben“ (Regie: Peter Simon).
In den Jahren 1989–1990 wurde die Geschichte der beiden historischen Personen in einer sechsteiligen Fernsehserie „Ekkehard“ verfilmt und in der ARD ausgestrahlt (im Original von Joseph Victor von Scheffel; Coautor: Diethard Klante; Regie: Diethard Klante; Produktion: 1989 André Libik, RB) [1]



Quellen
• Otto Feger (Hrsg.): Die Chronik des Klosters Petershausen, Schwäbische Chroniken der Stauferzeit (= Schwäbische Chroniken der Stauferzeit. Bd. 3). Thorbecke, Sigmaringen 1978, ISBN 3-7995-6040-8.
• Ekkehard IV., Hist. Verein St. Gallen (Hrsg.), Casus Sancti Galli, Bd. XV - XVII.
• Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 13: Die Urkunden Otto des II. und Otto des III. (Ottonis II. et Ottonis III. Diplomata). Hannover 1893 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
Literatur
• Jürgen Dendorfer: Herzogin Hadwig auf dem Hohentwiel - Landesgeschichtliche Perspektiven für das Früh- und Hochmittelalter. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 161 (2013), S. 11–42 (online)
• Karl Schmid: Hadwig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 419 (Digitalisat).
• Hansmartin Schwarzmaier: Hadwig und Ernst II. Schwäbische Herzogsbilder zwischen Geschichtsforschung, Legende und Dichtung. In: Frühmittelalterliche Studien, Bd. 36 (2002), S. 285–315.
• Patricia Tesch-Mertens: Hadwig von Schwaben - War die Herzogin eine Frau? In: Susanne Blumesberger, Ilse Korotin (Hrsg.): Frauenbiografieforschung. Theoretische Diskurse und methodische Konzepte. (= BiografiA. Neue Ergebnisse der Frauenbiograieforschung. Bd. 9). Praesens-Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-7069-0676-0, S. 601–628.
• Alfons Zettler: Geschichte des Herzogtums Schwaben. Kohlhammer, Stuttgart, 2003, ISBN 3-17-015945-3, S. 150ff.
Weblinks
• Hadwig von Schwaben im Lexikon der Geschichte Baden-Württemberg
• Hadwig von Schwaben auf der Webseite der Festungsruine Hohentwiel
Anmerkungen 
↑ Der TV-Sechsteiler "Ekkehard" im IMDB 
von Bayern, Herzogin Hadwig (I6821)
 
34342 https://de.wikipedia.org/wiki/Hadwig_von_Sachsen

Hadwig von Sachsen, Herzogin von Franzien (* zwischen 914 und 920; † 959) war eine Tochter des ostfränkischen Königs Heinrich I. und seiner zweiten Gemahlin Mathilde, Schwester von Kaiser Otto I. und die Mutter von Hugo Capet, dem Begründer der Kapetinger.
Hadwig war jünger als ihr Bruder Otto (* 912) und ihre Schwester Gerberga, aber älter als ihr Bruder Heinrich (* 921). 937 oder 938 wurde sie mit Hugo dem Großen, Herzog von Franzien, vermählt. Ihr Sohn Hugo Capet, der 987 französischer König wurde, kam um 940 zur Welt. Weitere Söhne sind Odo (von 956 bis 965 Herzog von Burgund) und Odo-Heinrich (von 965 bis 1001 Herzog von Burgund).
Beim Tod Hugos des Großen 956 war ihr Sohn Hugo Capet noch nicht volljährig, deshalb übernahm ihr Bruder Brun die Vormundschaft. Brun hatte bereits 954 die Vormundschaft für seinen Neffen Lothar, den Sohn seiner Schwester Gerberga, übernommen und bekam dadurch eine sehr einflussreiche Stellung in Frankreich.



Literatur
• Helmut Beumann: Die Ottonen; Verlag W. Kohlhammer; Stuttgart Berlin Köln; 4. Auflage 1997; ISBN 3-17-014802-8.
• Joachim Ehlers: Die Kapetinger; Verlag W. Kohlhammer; Stuttgart Berlin Köln; 2000; ISBN 3-17-014233-X.
• Rudolf Schieffer: Die Karolinger; Verlag W. Kohlhammer; Stuttgart Berlin Köln; 2. Auflage 1997; ISBN 3-17-014584-3.
• Carlrichard Brühl: "Lothar 954-986 und Ludwig V. 986-987" in „Die französischen Könige des Mittelalters“, herausgegeben von Joachim Ehlers, Heribert Müller, Bernd Schneidmüller; Verlag C.H.Beck München; 1996; ISBN 3-406-40446-4.
Weblinks
 Commons: Hadwig von Sachsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Franzien (von Sachsen), Herzogin Hadwig (I1856)
 
34343 https://de.wikipedia.org/wiki/Hagenau von Ottenheim, Bärbel (I21772)
 
34344 https://de.wikipedia.org/wiki/Hagenbach_(Haut-Rhin) von Hagenbach, Georg Philipp (I22122)
 
34345 https://de.wikipedia.org/wiki/Hagenbach_(Haut-Rhin) von Hagenbach, Maria Anna (I22064)
 
34346 https://de.wikipedia.org/wiki/Hagenbach_(Haut-Rhin) von Hagenbach, Johann Leopold (I22123)
 
34347 https://de.wikipedia.org/wiki/Haithabu

Haithabu (altnordisch Heiðabýr, aus heiðr ‚Heide‘, und býr ‚Hof‘; dänisch/schwedisch Hedeby, lateinisch Heidiba; auch Haiðaby, Haidaby) war eine bedeutende Siedlung dänischer Wikinger bzw. schwedischer Waräger. Der Ort gilt als frühe mittelalterliche Stadt in Nordeuropa und war ein wichtiger Handelsort und Hauptumschlagsplatz für den Fernhandel zwischen Skandinavien, Westeuropa, dem Nordseeraum und dem Baltikum.
Haithabu lag auf der Kimbrischen Halbinsel am Ende der Schlei in der Schleswigschen Enge (Isthmus) zwischen Nordsee und Ostsee in der Nähe des historischen Ochsenwegs (oder Heerweg). Der Ort gehörte wohl zur damaligen Verwaltungseinheit Arensharde. Heute gehört das Gebiet zu Deutschland, das Gelände ist ein Teil der Gemeinde Busdorf bei Schleswig im Kreis Schleswig-Flensburg.
Der seit über neun Jahrhunderten verlassene Ort Haithabu ist gemeinsam mit dem Danewerk das bedeutendste archäologische Bodendenkmal in Schleswig-Holstein.

Geschichte
Nach der "Völkerwanderung", in deren Verlauf viele Angeln und Sachsen nach England auswanderten, drangen Dänen und Jüten in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts von Norden bis zur Schlei und zur Eckernförder Bucht vor. Das Gebiet scheint zu diesem Zeitpunkt nur noch dünn besiedelt gewesen zu sein. Spätestens um 770 wurde dann Haithabu gegründet und sehr bald der bedeutendste Handelsplatz der Dänen. Im 9. Jahrhundert entstand eine zweite Siedlung weiter nördlich und eine weitere Siedlung am Haithabu-Bach dazwischen. Ende des 9. Jahrhunderts wurden der nördliche und südliche Teil der Siedlung aufgegeben. Der mittlere Teil am Haithabu-Bach wurde weiter benutzt und durch Wälle in die dänischen Grenzanlagen des Danewerks eingebunden.
Durch die Zerstörung des konkurrierenden slawischen Handelsortes Reric in der Nähe von Wismar durch den dänischen König Gudfred im Jahr 808 und die anschließende Zwangsumsiedlung der Kaufleute nach Haithabu entwickelte sich die Stadt rasch zur Handelsstadt, noch bevor Dänemark Einheit erlangte. Seit 811 markierte die einige Kilometer südlich fließende Eider die Grenze zum Frankenreich, was die Bedeutung Haithabus noch vergrößerte. Die Lage des Ortes war sehr günstig, denn die Schlei, ein langer Arm der Ostsee, war schiffbar, und zugleich verlief hier die uralte Nord-Süd-Route, der Ochsenweg. Wahrscheinlich wurden hier zudem Handelsgüter verladen, die über Land nur wenige Kilometer weit bis zur Eider gebracht und von dort weiter zur Nordsee verschifft wurden – und umgekehrt.
Vom 9. bis ins 10. Jahrhundert war Haithabu mit seinen mindestens tausend ständigen Einwohnern ein wichtiger, überregional bekannter Handelsplatz. Hier wurden auch eigene Münzen geprägt. Andere Handelszentren in Nord- und Westeuropa, ohne die Haithabu keine solche Bedeutung hätte erlangen können, waren zu dieser Zeit u. a. Västergarn (zuvor Paviken) und Vallhagar auf Gotland, Avaldsnes, Kaupang, Spangereid und Steinkjer (Norwegen), Birka, Löddeköpinge und Sigtuna (Schweden), Domburg, Dorestad und Witla (Niederlande), Quentovic (Frankreich), Nowgorod (Russland), Ribe und Tissø (Dänemark) und an der südlichen Ostseeküste Jomsburg (Vineta), Menzlin, Ralswiek, Truso (bei Elbing) und Wiskiauten (bei Cranz), beide Orte im Preussenland, sowie Seeburg im Baltikum. Um 890 unternahm Wulfstan von Haithabu im Auftrag Alfred des Großen eine Reise nach Truso.
Um 800 beherrschten von Dänemark unabhängige schwedische Wikinger (Waräger) die Region. Sie wurden aber nur wenige Jahre später vom dänischen König Gudfred unterworfen, der Haithabu zum Zentrum seines Reiches machte. Um 900 übernahmen schwedische Wikinger erneut die Macht in Haithabu. Im Jahr 934 besiegte der ostfränkisch-sächsische König Heinrich I. die Dänen unter König Knut I. in der „Schlacht von Haithabu“ und eroberte die Stadt anschließend. Damit fiel das Gebiet zwischen der Eider und der Schlei zunächst an das Ostfränkische bzw. Römisch-Deutsche Reich, bis 945 der dänische König Gorm den wichtigen Handelsplatz eroberte.[1][2] Gorms Sohn Harald verlor Haithabu 974 zunächst wieder an Heinrichs Sohn Otto I., 983 fiel es an den dänischen König. Das lokale skandinavische Herrschergeschlecht blieb bis zu diesem Zeitpunkt im Amt.
Haithabu war jetzt wegen seiner Lage an den Handelswegen zwischen dem Fränkischen Reich und Skandinavien sowie zwischen Ostsee und Nordsee endgültig ein Haupthandelsplatz. Adam von Bremen bezeichnet „Heidiba“ als portus maritimus, von dem aus Schiffe bis nach Schweden und in das Byzantinische Reich geschickt wurden. Besonders die Herstellung und Bearbeitung von Tonwaren (Geschirr), Glas und Werkzeug wurde wichtig für die Bedeutung Haithabus, das auch vom arabisch-jüdischen Reisenden Ibrahim ibn Jaqub um 965 besucht und beschrieben wurde.
948, nach einem Besuch Kaiser Ottos I. wurde Haithabu Bischofssitz. Schon um 850, wahrscheinlich durch Erzbischof Ansgar von Hamburg, war die erste christliche Kirche errichtet worden. Die Existenz dieses Baus ist zwar in den Schriftquellen sicher belegt, konnte aber noch nicht archäologisch nachgewiesen werden. Allerdings wurde eine aus dem frühen 10. Jahrhundert stammende Kirchenglocke geborgen.
Im 10. Jahrhundert erreichte Haithabu seine Blütezeit und war mit mindestens 1500 Einwohnern der bedeutendste Handelsplatz für den westlichen Ostseeraum. Im Jahre 983 eroberte der dänische König Harald Blauzahn (auch: Harald I. Gormson; dänisch Harald Blåtand), der seit 948 die Hoheit des Kaiserreiches anerkannte, Haithabu, und in den Jahrzehnten um 1000 gehörte die Siedlung zum Machtbereich des römisch-deutschen Kaisers Otto III., der allerdings aufgrund seines jungen Alters und anderer Auseinandersetzungen (Slawenaufstand von 983) keinen Einfluss nahm. Unter Kaiser Konrad II. wurde die Grenze vermutlich durch eine von Sven Gabelbart unternommene Kriegshandlung von der Schlei wieder an die Eider zurückverlegt (→ Mark Schleswig).
Obwohl ein neun Meter hoher Wall mit Palisade die Handelsstadt umgab, wurde sie im Jahr 1050 in einer Schlacht zwischen Harald Hardrada von Norwegen und Sweyn II. zerstört;[3] sie wurde danach nur teilweise wiederaufgebaut und 1066 von den Westsslawen geplündert und gebrandschatzt, die damals in den Gebieten östlich der Kieler Förde lebten. Die Einwohner verlegten die Siedlung daraufhin nach Schleswig – auf das andere Ufer der Schlei – und bauten Haithabu nicht wieder auf. Gemeinsam mit der Schlacht von Stamford Bridge im selben Jahr markiert die Zerstörung und Aufgabe von Haithabu das Ende der Wikingerzeit.
Ausführliche Erwähnung findet Haithabu (Heidiba) in der Chronik des Erzbistums Hamburg, die Adam von Bremen im Jahr 1076 fertigstellte. Die Sachsen und Franken nannten eine neuere Siedlung nahe Haithabu Sliaswig und Sliaswich (Siedlung oder Bucht an der Schlei), wovon der Name der Stadt Schleswig und des Herzogtums Schleswig abgeleitet ist.
Heute befindet sich in der Nähe des Halbkreiswalles das Wikinger-Museum Haithabu. Auf dem Gelände Haithabus wurden von 2005 bis 2008 sieben aus Befunden rekonstruierte Wikingerhäuser errichtet. Am 7. Juni 2008 wurden alle sieben Häuser in einem Festakt der Öffentlichkeit präsentiert. Im gleichen Jahr wurde auf der Museumswerft in Flensburg ein rund 6,50 m langes Wikinger-Boot gebaut.[4] Seit Mitte Mai 2009 liegt es in Haithabu an der Landebrücke.[5] Zusammen mit dem Danewerk und weiteren wikingerzeitlichen Stätten in Nordeuropa ist Haithabu im Rahmen des transnationalen Projektes „Wikingerzeitliche Stätten in Nordeuropa“ für das Weltkulturerbe der UNESCO nominiert [6].

Ausgrabungen
Die aufgegebene Siedlung Haithabu verfiel am Ende des 11. Jahrhunderts auf Grund des Wasseranstiegs von Ostsee und Schlei. Die Anlagen und Bauten im Siedlungs- und Hafengelände, mit Ausnahme des Walls, vergingen oberirdisch vollständig. Schließlich geriet sogar in Vergessenheit, wo sich der Ort am Haddebyer Noor befunden hatte.
Für die Arbeit der Archäologen gab es in Haithabu günstige Voraussetzungen: Der Platz war nie überbaut worden, und infolge der Nässe waren die ufernahen Partien noch sehr gut erhalten, sodass das Grabungsfeld noch viele Details erkennen ließ. 181897 gelangte der dänische Archäologe Sophus Müller zu der Annahme, das Gelände innerhalb des Halbkreiswalles sei der Siedlungsplatz des alten Haithabus gewesen. 1900 wurde dies von Johanna Mestorf bestätigt. Sie ließ erste Ausgrabungen innerhallb des Walles durchführen, und Funde bestätigten die Annahme. Von 1900 bis 1915 fanden alljährlich Ausgrabungen mit dem Ziel statt, die Bedeutung Haithabus für die dänische Geschichte und seine Rolle in der Welt der Wikingerzüge zu klären. In den Jahren von 1930 bis 1939 wurde unter der Leitung von Herbert Jankuhn intensiv gegraben.
In der Zeit des Nationalsozialismus standen die Grabungen seit 1934 unter Schirmherrschaft von Heinrich Himmler[7] und wurden anfangs finanziert durch die Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe.[8] 1938 übernahm die Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe Haithabu.[9] Für die Nationalsozialisten hatten die Grabungen eine hohe ideologische Bedeutung bei ihrer Suche nach einer vermeintlich „germanischen“ Identität.[7][10] In Haithabu investierte das SS-Ahnenerbe über die Hälfte seines Ausgrabungsetats.[7] Nach dem Krieg wurden die Arbeiten unter Kurt Schietzel fortgesetzt.
Im Sommer 1949 entdeckte der Schleswiger Rechtsanwalt Otto von Wahl bei Tauchgängen die Palisaden der Hafenbefestigung von Haithabu, die Schiffsnieten im Hafengrund liegender Wracks von Wikingerschiffen und diverse Kleinfunde wie z. B. Glasperlen und ein Bronzearmband. Otto von Wahl drängte daher die Archäologen, die Unterwassersuche wieder aufzunehmen.
Umfangreiche Untersuchungen des Haddebyer Noores im Hafengebiet vor Haithabu erfolgten dann ab 1953 unter der Leitung von Karl Kersten und Hans Hingst vom Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Schleswig.
Seit 1959 hat man die gesamte Südsiedlung vor dem Halbkreiswall sowie einen großen Teil des alten Siedlungskerns im Halbkreiswall ausgegraben. Auch die Untersuchung des 11 ha großen Hafenbeckens wurde vorangetrieben. Erfolgreiche Tauchfahrten fanden 1953 statt. Dabei wurden Reste der Hafenpalisade und das Wrack des Wikingerschiffes Haithabu 1 entdeckt. 1979 konnte es nach der Errichtung eines Bergebauwerkes (Spundkasten) geborgen werden.
Die Bergung des Wracks, seine Konservierung und die danach erfolgte Rekonstruierung des Wikingerschiffes wurden von der Film-AG im Studentenwerk Schleswig-Holstein unter Leitung von Kurt Denzer mit 16-mm-Film festgehalten. Als Ergebnis dieser filmischen Dokumentation erschien 1985 der 30-minütige Dokumentarfilm Das Haithabu-Schiff.
Haithabu ist der besterforschte frühmittelalterliche Hafen in Deutschland. Mit Schiffsbergungen und Hafenuntersuchungen bis 1980 fanden die Ausgrabungen ein vorläufiges Ende. Bislang sind fünf Prozent des Siedlungsareals und ein Prozent des Hafens intensiv untersucht worden. Mit Hilfe der Dendrochronologie hat man festgestellt, dass die einzelnen Gebäude auf dem feuchten Boden nur eine kurze Lebenszeit hatten und mehrmals überbaut wurden.
Seit 2002 wurde mit Hilfe magnetischer, geophysikalischer Prospektion eine Art Stadtplan von Haithabu erstellt. Dabei macht man sich zunutze, dass die Überreste menschlichen Tuns andere magnetische Strukturen aufweisen als das umgebende Erdreich. Zur Überprüfung und Bestätigung der Ergebnisse wurde ab 2005 bis 2010 erneut in Haithabu gegraben. Dabei wurde u. a. ein auf den Überresten eines abgebrannten Grubenhauses errichteter Kuppelofen gefunden, der zur Herstellung von Glasperlen gedient haben könnte. Im Rahmen einer dreijährigen Förderung durch die Volkswagenstiftung werden die Funde und Befunde aus der Grabung ausgewertet.[11]
Die wichtigsten Funde, darunter die Runensteine von Haithabu, sind seit 1985 im Wikinger-Museum Haithabu ausgestellt. Direkt am Danewerk liegt das Danewerkmuseum. Ein Wikingerhaus von Haithabu ist im Museum von Moesgård in Dänemark rekonstruiert worden.

Mehr unter obenstehendem Link.. 
von Haithabu, Gisela (I7489)
 
34348 https://de.wikipedia.org/wiki/Hake_(Adelsgeschlechter) von Hacke, Freiin Hedwig Charlotte (I22096)
 
34349 https://de.wikipedia.org/wiki/Håkon_Håkonsson_unge

Håkon Håkonsson unge (* 11. November 1232 in Bergen; † 5. Mai 1257 in Tønsberg) war Mitkönig neben seinem Vater Håkon Håkonsson und Skule Bårdsson.

Seine Eltern waren König Håkon IV. Håkonsson (1204–1263) und dessen Frau Margarete Skulesdatter († 1270). Im Herbst 1251 heiratete er in Oslo Rikitsa Birgersdatter († 1288), Tochter von Birger Jarl und dessen Frau Ingeborg Eriksdatter
Håkon Håkonsson Unge erhielt am 1. April 1240 auf dem Øyrathing den Königsnamen vor dem entscheidenden Kampf zwischen seinem Vater und Skule Bårdsson. Am 12. April 1240 wurde diese Zeremonie in Bergen feierlicher und durch eine Versammlung, die das Reich in höherem Maße repräsentierte, wiederholt. Grund dafür war der Aufstand Skule Bårdssons. Die Nachfolge sollte für den Fall, dass der Vater Håkon Håkonson sterben sollte, feststehen. Gleichzeitig wurde das Legitimitätsprinzip akzeptiert, da die Kandidatur seines unehelichen Halbbruders Sigurd nicht erneuert wurde.[1] Ebenso war das Erbrecht das Grundprinzip der Thronfolge. Nach der Håkon Håkonssons saga lehnte es der Vater allerdings ab, das Prinzip des Einkönigtums einzuführen, so dass sowohl Håkon unge als auch Magnus den Königsnamen erhielten. Das Problem löste sich aber, als Håkon unge 1257 starb.
Er übernahm wichtige politische und militärische Aufgaben in der Reichsregierung. Håkon unge wird urkundlich erstmals bei der Krönung des Vaters 1247 als „weltlicher Häuptling“ erwähnt, und er trug die Krone in der Prozession vom Königshof zur CChristkirche. Sobald er volljährig war, kam er als Mitkönig in den Regierungszirkel um den König. Er siegelte am 6. Oktober 1250 zusammen mit dem Vater den Handelsvertrag mit Lübeck vertreten durch den Ratsendboten Johann von Bardewik, wo er als erster in der Zeugenliste erwähnt wird.[2]
Seine Heirat mit Rikitsa Birgersdatter war ein Bestandteil der neuen Außenpolitik Norwegens, die Dänemark unter militärischen und politischen Druck setzen sollte. Dazu bedurfte es der Beilegung der Streitigkeiten zwischen Norwegen und Schweden.
Nach 1249 nahm er regelmäßig an den Kriegszügen in den Grenzgebieten am Göta älv teil. 1255 verhandelte er mit dem König Ferdinand III. von Kastilien über die Bedingungen des Ehevertrages mit seiner Schwester Kristin. Im Sommer 1256 war er auf dem Kriegszug in Halland und machte im Herbst bei einem weiteren Zug große Beute. Er konnte offenbar eine ziemlich selbständige Politik betreiben.
Noch im Januar sollte Håkon unge sich mit einem Abgesandten Ferdinands III. wegen dessen Hochzeit mit Kristin treffen.[3] Er erkrankte im Frühjahr 1257 und starb am 5. Mai im Munkelivkloster in Tønsberg. Er wurde in der Hallvardskirche in Oslo an der Seite von König Sigurður Jórsalafari begraben. Ein Jahr später reiste Rikitsa nach Schweden, wo sie einige Jahre später den norddeutschen Grafen Heinrich I. von Werle heiratete. Der einzige Sohn von Håkon und Rikitsa war Sverre Magnus Håkonsson. Er lebte in Bergen bei seinem Großvater und starb im Winter 1260/1261.


Einzelnachweise
1 Diplomatarium Islandicum Bd. 1. Kopenhagen 1876. S. 542.
2 Regesta Norvegica Bd. 1 Nr. 829.
3 Regesta Norvegica Bd. 1 Nr. 941 = Diplomatarium Norvegicum Bd. 5 Nr. 4
Literatur
• Narve Bjørgo: „Håkon Håkonsson Unge“ in Norsk biografisk leksikon. 
von Norwegen, Håkon Håkonsson unge (I9624)
 
34350 https://de.wikipedia.org/wiki/Harald_I._(Norwegen)

Harald Hårfagre (norweg., schwed. Harald Hårfager), auch Harald Schönhaar oder Haarschön (Haraldr hinn hárfagri), (* ca. 852; † 933) war der erste König des größten Teils der Küste Norwegens.

Sagas
Über Harald Schönhaar ist wenig Sicheres überliefert. Das meiste ist Herrscherlob ohne historische Relevanz. So heißt es bei Snorri, er habe viele Skalden um sich versammelt, die im Volke bekannte Gedichte verfertigt hätten. Er vermag aber nur sehr wenige zu zitieren. Wahrscheinlich hat erst sein Sohn Olav Haraldsson die Skalden in größerer Zahl um sich versammelt. In den Sagas wurden viele märchenhafte Züge eingebaut, so in der Ágrip über den Liebeswahn, in den Harald zur Samin Snæfriid Svåsedotter verfiel. Die Fagrskinna beschreibt Harald auf 10 Druckseiten, Snorri weitet seine Quelle auf 30 Druckseiten aus. Und in der Fagrskinna wird eigentlich nicht mehr gesagt, als dass Harald der Gründer des Königshauses von Norwegen und der erste Reichskönig gewesen sei. Der Skalde Thorbjørn Hornklove soll das Gedicht Glymdråpa über Haralds Kämpfe gedichtet haben. Das Lobgedicht spricht in acht Strophen von klaffenden Wunden und Strömen von Blut. Fagrskinna übernahm die Strophen und bezog sie alle auf die Schlacht bei Hafrsfjord. Snorri verwendet das Gedicht als Quelle für mehrere Schlachten Haralds und geht davon aus, dass einige Strophen mit dieser Schlacht nichts zu tun haben. Die Interpretations- und Zuordnungsprobleme haben sich seit damals nicht wesentlich verändert.
Von den Skaldengedichten über ihn sind 11 Fragmente mit etwa 50 Strophen überliefert. Sie sind über 8 Sagas verstreut. Diese Gedichte sind von unterschiedlichem Quellenwert, insbesondere, da sie bis zu ihrer Verschriftlichung zwischen 1210 und 1230 schon eine mehrhundertjährige mündliche Weitergabe hinter sich hatten. So dürften die Harald selbst zugeschriebenen Strophen nicht von ihm stammen.
Ein zeitgenössisches Skaldengedicht Haraldskvæði, das ebenfalls Torbjørn Hornklove zugeschrieben wird, berichtet, dass Harald ein Sohn Halvdans gewesen sei, und alle Quellen stimmen darin überein, dass er der Sohn des Königs Halvdan Svarte im (norwegischen) Ostland gewesen sei. Allerdings ging die literarische Entwicklung dahin, die Familie immer weiter in den Westen zu verlagern. Bei Snorri ist Halvdan dann König von Vestfold.
Der Isländer Sæmundur fróði, der Vater der isländischen Geschichtsschreibung, hat die Stammlinie Haralds offenbar nicht weiter als bis zu seinem Vater Halvdan zurückgeführt, höchstens bis zu dessen Vater Gudrød Veidekonge (sein auf Latein geschrriebenes Werk ist verloren gegangen). Ein Werk von seinem Enkel Jón Loptsson Noregs Konungatal aus dem Ende des 12. Jahrhunderts gibt eine Zusammenfassung des Werkes seines Großvaters. Er beginnt mit Halvdan. Erstmals wurde in Ynglingatal, dessen Autor und Entstehungszeit umstritten sind, das Geschlecht der Vestfoldkönige, als deren letzter der Vetter Haralds Ragnvald Hederhög genannt wird, auf die sagenhaften Könige Uppsalas zurückgeführt, was dann Snorri in die Heimskringla übernahm.
Sæmundur fróði und die zeitgenössischen Gelehrten um ihn machten die späteren norwegischen Könige Olav Tryggvason, Olav Haraldsson und Harald Hardråde zu Nachfahren Harald Hårfagres. Damit hatten sie eine lange Kontinuität der Herrschaft hergestellt. Aber man weiß nicht, wie viel Söhne Harald wirklich hatte. Die Zahlen variieren zwischen 11 und 20. Aber selbst die niedrigste Zahl wird als zu hoch angesehen. Harald wurde bald eine Sagengestalt, und es liegt nahe, ihn mit vielen Frauen in verschiedenen Landesteilen in Verbindung zu bringen, die teilweise selbst Sagengestalten sind. Viele spätere Könige waren bemüht, ihre Vorfahren zu ihrer Legitimation ihrer Herrschaft auf Harald zurückzuführen. Einen Anhaltspunkt, der eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich hat, bietet das Hákonarmál von Øyvind Skaldespiller. Es handelt sich um ein Gedächtnisgedicht auf Håkon den Guten vom Beginn des 10. Jahrhunderts. Dort heißt es, dass er, als er nach Walhall kam, von 8 Brüdern begrüßt wurde. Wenn man davon ausgeht, dass Håkon von allen Brüdern am längsten lebte, muss Harald also 9 Söhne gehabt haben. Die Namen kennt man kaum. Nur 4 oder 5 sind bekannt: Erik, Håkon, Ragnvald, Bjørn und Halvdan, möglicherweise zwei verschiedene mit diesem Namen. Damit, dass Harald einen Sohn Bjørn hatte, ist auch nicht gesagt, dass es sich um den oben in der Nachfahrentafel genannten sagenhaften Bjørn Farmann handelt.
Dass Harald seinen Sohn Erik zum Nachfolger wählte, wird in den Sagas darauf zurückgeführt, dass seine Mutter eine Königstochter, nämlich Ragnhild die Mächtige von Jylland gewesen sei.
Auch hinsichtlich der Mutter gibt es Widersprüchliches: Sæmundur berichtet nur, dass Halvdan Ragnhild, die Tochter des Königs von Sogn geheiratet habe und dass Harald ihr Sohn gewesen sei. Fagrskinna und Snorri geben sich damit nicht zufrieden. Sie berichten, Ragnhild sei die erste Frau Halvdans gewesen. Sie und ihr Sohn Harald seien aber bald darauf gestorben. Daraufhin habe Halvdan eine andere Ragnhild geheiratet; diese stammte von dem legendären Skjoldunger Ragnar Lodbrok ab. Deren Sohn Harald sei Harald Hårfagre gewesen. So wurde ihm neben der Ynglingen-Abkunft noch eine weitere ruhmreiche Ahnenreihe zugeteilt.
Neuere Ansichten vermuten, dass die Abkunft Haralds von Halfdan und den Ynglingen eine spätere Konstruktion aus dem 13. Jahrhundert sei, um ihn mit Vestfold zu verknüpfen und den Einfluss der Dänen in der Umgebung Oslos und die dahingehenden Gebietsansprüche zurückzuweisen.[1] Es wird auch für möglich gehalten, dass er aus dem mächtigen Karmøy-Geschlecht stammte, da sein Machtzentrum Avaldsnes auf Karmøy lag.[2]
Snorri berichtet auch, dass Harald sich die Haare so lange nicht pflegen wollte, bis er Norwegen unterworfen habe. Nach der Schlacht am Hafrsfjord habe er sich erstmals die Haare kämmen lassen und daraufhin den Beinamen "Schönhaar" erhalten. Hier findet sich das Motiv wieder, das auch bei Gregor von Tours und im Alten Testament zu finden ist: Samsons Kraft lag in seinen Haaren, und die Königswürde der Merowinger war mit ihrer Haarpracht verknüpft. Aber ob dies eine ubiquitäre Auffassung war und sich Harald deshalb die Haare tatsächlich nicht schor, oder ob dies eine spätere gelehrte Zutat zu seinem Lebensbild ist, lässt sich nicht mehr entscheiden. In der zeitgenössischen Skalden-Dichtung wird der Beiname nicht verwendet. Außußer in der Heimskringla kommt diese Bezeichnung noch in deren Vorlage Ágrip vor. Diese ist in einer Abschrift überliefert, aber hier sieht es so aus, als ob es sich um eine fehlerhafte Abschrift für den norrønen Ausdruck "afaraudga" handelt, was "Der außerordentlich reiche und glückliche" bedeutet. Aber auch dieser Ausdruck kommt bei den Skalden nicht vor.[3]

Die Eroberungen
Snorri berichtet, dass Harald Schönhaar den Plan zu seinen Eroberungen gefasst habe, weil dies die Bedingung dafür war, dass er Gyda Eiriksdóttir heiraten konnte. Der wahre Grund kommt aber in ihrer von Snorri überlieferten Antwort auf Haralds Werbung zum Ausdruck: "Es erscheint mir doch merkwürdig, dass sich kein König findet, der sich Norwegen genauso als Alleinherrscher unterwerfen will, wie das König Gorm [der Alte, † nach 935] mit Dänemark und König Erich [Eymundsson † 882] mit Schweden gemacht haben." Das Vorbild des Frankenreichs wirkte mächtig nach.
Weiter berichtet Snorri, dass Harald nach dieser Bedingung Gydas einen Eid leistete, sein Haar nicht zu scheren und nicht zu kämmen, ehe er sich "ganz Norwegen, Abgaben, Einkünfte und Herrschaft" angeeignet habe. Daher habe er bald den Namen Haraldur lufa [Strubbelkopf] bekommen. Nachdem er die letzten Widerstände beseitigt habe, habe er anlässlich eines Besuchs beim Jarl Røgnvald in Møre ein Bad genommen, sein Haar geschnitten und gekämmt und daraufhin vom Jarl den Beinamen Hårfagre erhalten. Einen besonderen Prestigegewinn im In- und Ausland konnte er dadurch verzeichnen, dass es ihm gelang, einen seiner jüngsten Söhne Håkon bei König Æthelstan von England zur Erziehung unterzubringen.
Harald I. schlug viele Schlachten, um die Herrschaft über ganz Norwegen zu erlangen, die berühmteste war die Schlacht am Hafrsfjord vermutlich im Jahr 872. Die Zahl ist aber aus den Angaben von Ari fróði und den Sagas errechnet. Andere Forscheer gehen von dem Jahr 900 oder kurz davor aus.[4] Die Herrschaft "über ganz Norwegen" dürfte dem späten Herrscherlob für das Harald-Geschlecht von Snorri geschuldet sein und der Wirklichkeit nicht entsprechen. Sein Herrschaftsbereich wird als auf Vestlandet und die südliche Küste rund um Lindesnes bis zur Grenze zu Grenland am Oslofjord hin beschränkt angesehen. Auch geht man heute davon aus, dass Harald seine Eroberungen von Sogn aus startete und die Schlacht am Hafrsfjord den Abschluss bildete.[5] Wenn damit auch die Bedeutung Haralds als Einiger des norwegischen Reiches verkleinert wird, so bleibt er dennoch der Initiator dieses Prozesses.
Dort unterlagen ihm die Großen von Vestland, angeführt von König Erik von Hardanger, Skuli, der König von Stavanger, der König von Agder und dessen Sohn von Telemark und von Sørland, auch Häuptlinge, von denen Kjotve und Haklang genannt werden. In Dänemark gibt es einen Runenstein, der für einen Haklang errichtet worden ist. Ob es sich um die gleiche Person handelt, ist nicht sicher.
Jedenfalls ist Harald historisch keine „Reichseinigung“ zuzuschreiben. Dieser Begriff „Reich“ wurde nicht einmal von Snorri in seiner Heimskringla (um 1230) verwendet. Dort heißt es nur: „Nach dieser Schlacht fand König Harald keinen Widerstand mehr in Norwegen.“[6] Und wenig später: „König Harald war nun Alleinherrscher ganz Norwegens geworden.“[7] Später behauptet die Heimskringla, er habe seine Söhne als Unterkönige auf ganz Norwegen verteilt.[8] Diese Aussage entspringt dem Wunsch der örtlichen Jarle im 12. Jahrhundert, ihr Geschlecht auf Harald zurückzuführen.
Gemäß der Färingersaga führte seine Herrschsucht zu einer Auswanderungswelle auf die Färöer und vor allem nach Island. Aber die realen Verhältnisse zu seiner Zeit dürften dem entgegenstehen. Das Landnámabók über die Besiedlung Islands weiß davon nichts und nennt andere Gründe.
Näheres siehe unter Geschichte Norwegens und der Schlacht am Hafrsfjord.
Im Jahre 880 soll Harald laut der Heimskringla und den Annalen von Irland, die Orkneys erobert und Rognvald Eysteinsson (Rognvald von More) zum ersten Jarl eingesetzt haben.

Innenpolitische Veränderungen
Snorri berichtet über die innenpolitischen Veränderungen:
„Haraldr konungr setti þann rétt alt þar er hann vann ríki undir sik, at hann eignaðist óðul öll, ok lét alla bœndr gjalda sér landskyldir, bæði ríka ok úríka. Hann setti jarl í hverju fylki, þann er dœma skyldi lög ok landsrétt ok heimta sakeyrri ok landskyldir, ok skyldi jarl hafa þriðjung skatta ok skylda til borðs sér ok kostnaðar. Jarl hverr skyldi hafa undir sér 4 hersa eða fleiri, ok skyldi hverr þeirra hafa 20 marka veizlu. Jarl hverr skyldi fá konungi í her 60 hermanna af sínum einum kostnaði, en hersir hverr 20 menn. En svá mikit hafði Haraldr konungr aukit álög ok landskyldir, at jarlar hans höfðu meira ríki en konungar höfðu fyrrum. En er þetta spurðist um Þrándheim, þá sóttu til Haralds konungs margir ríkismenn ok gerðust hans menn.“
„König Harald gab nun dem ganzen Land, das er sich unterworfen hatte, Recht und Gesetze: Er machte sich alle freien Bauerngüter zu eigen und ließ sich von allen Bauern Abgaben zahlen, von den reichen wie von den armen. Über jeden Gau setzte er eeinen Jarl, der Recht und Gesetz im Lande aufrechterhalten und Lehngeld und Abgaben für den König einziehen sollte. Die Jarle sollten den dritten Teil der Zölle und Abgaben für ihren Tisch und ihre Beköstigung haben. Jeder Jarl sollte vier Herseen oder mehr unter sich haben, und jeder von ihnen sollte 20 Mark für seinen Unterhalt bekommen. Jeder Jarl sollte dem König 60 Kriegsmannen insd Heer liefern, jeder Herse aber 20. So aber hatte Harald die Steuern und Abgaben vermehrt, dass seine Jarle mehr Reichtum und Macht denn vordem die Könige. Als man dies in Drontheim erfuhr, da suchten viele vornehme Männer König Harald auf und wurden seine Vasallen.“
– Heimskringla – Haralds saga hins hárfagra Kap. 6 übersetzt von Felix Niedner
Damit wird die Einleitung der Reichseinigung zum Ausdruck gebracht. Die Reichseinigung war ja mehr, als die Alleinherrschaft eines Königs über ein Land. Die Entwicklung ging zu einem Systemwechsel der Herrschaftsausübung hin.
Dass der Harald dem Volk "Recht und Gesetze" gegeben habe, ist sicher eine Rückprojektion aus der Zeit des Verfassers. Denn zu Lebzeiten Haralds hatte der König keine allgemeine Rechtssetzungsbefugnis. Allerdings konnte er Anordnungen über die SStaats- und Herrschaftsorganisation erlassen. Aber schon die Streitigkeiten unter seinen Söhnen nach seinem Tode und vor allem der spätere Bürgerkrieg zeigt, dass bereits die Thronfolge nicht der Regelungsbefugnis der ersten Könige unterlag. Abeer die örtliche Thingeinteilung dürfte in gewissen Grenzen auf ihn zurückgehen. Harald hat sicherlich das bereits bestehende Gulathing aufgewertet. Zwar ist erst von Håkon dem Guten berichtet, dass er auf dem Gulathing Gesetze erlassen habe, aber die Grundeinheit des Gulathings Firdafylke,Sygnafylke und Hordafylke waren bereits vor 930 und zu Lebzeiten Haralds zu einem Thing zusammengeschlossen. Und dieser Zusammenschluss setzte seine zwangsweise Befriedung der Region voraus.[9]
Die Enteignung der freien Bauerngüter (Odal) in großem Stil war Teil der Konsolidierung der Königsherrschaft. Harald beanspruchte ein feudales Obereigentum, und alle freien Männer erhielten ihr Eigentum als Lehen vom König. Dieser Vorgang wurde von den Historikern sehr unterschiedlich bewertet und ist immer noch in der Diskussion.[10] Streitig ist, ob Harald nur die Güter seiner Feinde oder aller Untertanen konfisziert hat, wie es die Quelle darstellt. Wenn es nur die Güter der Feinde waren, dann handelte es sich bei der Abgabe um einen Tribut, wie später das Danegeld in England. Wenn er aber alle Güter konfiszierte und als Lehen neu ausgab und außerdem Abgaben erhob, dann musste er dafür eine Leistung erbringen im Sinne von Gabe und Gegengabe. Diese bestand dann in der Außenverteidigung gegen Wikinger. Letzteres ist gegenwärtig die überwiegende Meinung. Dafür spricht auch die spätere Hirðskrá aus dem 13. Jahrhundert:
„... atkonongr hafe i sinu vallde at söma þann mæst af sinni faður læifð oc fræia þann sem hann finnr se(r) hollaztan [...] þui at hans æign oc oðall er allt landið.“
„...dass der König es in seiner Gewalt habe, den vor allen zu ehren aus seinem Vatererbe und den zu erheben, den er als den ihm ergebensten findet ... Denn sein Eigen und Odal ist das ganze Land.“
– Hirdskraa § 13 in: Norges gamle Love indtil 1387 Bd. 2 Christiania 1848. S. 403 übersetzt von Rudolf Meißner
Die Formulierung, dass das ganze Land Odal des Königs sei, lässt in ihrer fast beiläufigen Erwähnung als allbekannte Tatsache darauf schließen, dass es sich um eine sehr alte und gefestigte Vorstellung handelt.

Ahnen
Die Vorfahren Harald Hårfagres sind bis auf seinen Vater Halvdan Svarte (Halvdan den Schwarzen) und dessen Mutter Åsa unbekannt. (Nach dem Auffinden des Oseberg-Schiffs im Jahre 1904 vermutete man zunächst, dass es sich bei dem in der Grabkammemer auf dem Schiff gefundenen Frauenskelett um Åsa handeln könnte.) Die Stammliste wurde erst spät konstruiert und entstammt dem Bestreben, die Herrschaftslegitimation durch vornehme Abstammung von Alters her zu untermauern. Der Isländer Sæmundur fróði hatte ein lateinisches Werk über die norwegischen Könige geschrieben, das verloren ist. Sein Enkel Jón Loptsson benutzte das Werk im 11. Jahrhundert für sein Gedicht Konungatal. Dort wird nur Halvdan svarte genannt. Auch der Skalde Torbjørn Hornklove bezeichnet Harald als Halvdansson. Die Fagrskinna beginnt mit dessen angeblichem Vater Gudrøð Veiðikonung. Ari fróði, ein etwas jüngerer Zeitgenosse Sæmundurs, war wohl der Erste, der die Stammlinie Haralds weit zurückführte bis auuf die sagenhaften Könige Schwedens und Uppsalas. Diese Könige hießen ursprünglich Skilvinger. Ari benannte sie in Ynglinge um und führte sie auf den Gott Yngvi-Freyr zurück, der in alter Zeit der Hauptgott in Uppsala gewesen sein sollte. Bei deer Gelegenheit knüpfte er sich selbst auch in das Ynglinge-Geschlecht. Vorbild mag Sæmunds Ahnenreihe für die dänischen Könige mit ca. 30 Generationen gewesen sein, die er auf die Skjoldungen zurückführte, wobei auch er sich in die Ahnenreihe als Abkömmling selbst einbaute.
Die Ahnenreihe wird in 20 Generationen von Odin, Njörd und Freyr hergeleitet.
dann folgen:
1 Ingjald Illråde
1 Olav Tretelgjá
1 Halfdan Kvítbein
1 Øystein
1 Halvdan
1 Guðrøð Veiðikongur
1 Olav Geirstaðalv
1 Ragnvald Heiðumhære
2 Halvdan svarte
1 Harald Hårfagre
2 Ingjald (Vorfahr Ari Froðis)

Nachkommen
Harald hatte nach den Sagas viele Kinder mit verschiedenen Frauen, wie viele genau, ist unbekannt. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass sich viel später viele Familien auf irgendeine Weise auf Harald zurückführen wollten, so dass auch erdichtete Verbindungen nicht auszuschließen sind.
• mit Gyda Eiriksdottir:
• Ålov Årbot ∞ um 890 Thore den Tause, d. h. der Schweigsame Møre-Jarl, Bruder von Rollo, Graf von Rouen (Rolloniden)
• Rørek Haraldsson
• Sigtrygg Haraldsson
• Frode Haraldsson
• Torgils Haraldsson
• mit Åsa Håkonsdottir:
• Guttorm Haraldsson
• Halvdan Svarte Haraldsson
• Halvdan Kvite Haraldsson
• Sigrød Haraldsson
• mit Ragnhild Eiriksdottir:
• Erik Blodøks
• mit Svanhild Øysteinsdotter:
• Bjørn Farmann
• Olav Haraldson
• Ragnar Rykkel
• mit Åshild Ringsdotter:
• Dag Ringsson
• Dag Haraldsson
• Gudrød Skirja
• Ingegjerd Haraldsdotter
• mit Snøfrid Svåsedotter:
• Sigurd Haraldsson Rise
• Halvdan Hålegg
• Gudrød Ljome
• Ragnvald Rettilbeine
• mit Tora Mostertong
• Håkon der Gute (Håkon Adalsteinsfostre)

Die Könige, die Sagas als Nachfahren Haralds vorstellen (in Klammern die Regierungszeiten; ? bedeutet zweifelhafte Abstammung)
1 Harald Hårfagre (872?–932)
1 Erik Blodøks (930–934)
1 Harald Gråfell und die Erikssöhne (961–965/970)
2 Håkon der Gute (934–961)
3 ? Olav
1 Tryggve
1 Olav Tryggvason (995–1000)
4 ? Björn Farmann
1 Gudrød
1 Harald Grenske
1 Olav Haraldsson (1015–1028)
1 Magnus der Gute (1035–1047)
5 ? Sigurd Rise
1 ? Halvdan
1 Sigurd Syr
1 Harald Hardråde (1046–1066)

Der Reichseinigungsmythos
Der Reichssammlungsmythos ist in mehreren Quellentexten überliefert, die alle mehr oder weniger von Ágrip abhängen. Hervorzuheben sind Snorris Heimskringla, die Flateyjarbók und die Historia Norwegiæ. Dabei geht es um die Stellung der Samen innerhalb des norwegischen Reiches und das Verhältnis der beiden Völker zueinander.

Der Mythos um Halvdan Svarte[
Nach der Vorstellung der Norweger der Wikingerzeit und des frühen Mittelalters lebten die Samen im für sie unzugänglichen Binnenland der skandinavischen Halbinsel und damit außerhalb der geordneten Welt. Die geordnete Welt war Midgard, das Binnenland gehörte zu Utgard, wo das Chaos herrschte und Riesen (Jöten), Trolle und Zwerge wohnten. Die Samen werden in den Quellen oft auch als Jöten oder Zwerge bezeichnet.
In der Heimskringla wird in der Geschichte von Halvdan Svarte berichtet, dass Halvdan, der Vater Haralds, einmal den Weihnachtsabend in Hadeland (heute ein Teil von Oppland) verbrachte. Als der Festschmaus beginnen sollte, war plötzlich das gesasamte Festmahl verschwunden. König Halvdan ließ einen zauberkundigen Samen ergreifen, brachte aber trotz Folter nichts aus ihm heraus, was das Verschwinden des Festmahls betraf. Sein Sohn Harald, der spätere König, befreite den Samen und floh mit ihm. Er kam zu einem Samenhäuptling und verbrachte den Winter bei ihm. Dieser Häuptling hatte das Festmahl verschwinden lassen. Der Häuptling entließ Harald nach dem Tode Halvdans, damit er die Regierung in Norwegen übernehme. Nach der Flateyjjabók wurden dem König nach dieser Episode noch Gold und Wertgegenstände gestohlen. Der Dieb, ein Same der als Jötunn bezeichnet wird, wird gefasst und in Eisen gelegt. Der Samenhäuptling schickt Harald bereits vor dem Tode Halvdans zurück, damimit er den Samen rette. Harald befreit den Samen, indem er die Eisenfesseln mit einem Schwert zerschlägt, das ihm der Same, den er früher gerettet hatte, geschenkt hatte, und zieht mit diesem abermals davon. Dieser Jötunn heißt Dovre und wohnt in einer Höhle in Dovrefjell. Hier verbringt Harald fünf Jahre. Dann teilt ihm Dovre mit, dass Halvdan gestorben sei, und beauftragt ihn, Norwegen zu einen und verspricht ihm, ihn unsichtbar dabei zu unterstützen.[11]

Der Mythos um Harald
In der Flateyjabók wird Harald deutlicher als bei Snorri als Ziehsohn der Samen geschildert.
Eine wesentliche Strategie Haralds ist die Heirat der Töchter der Kleinkönige und Häuptlinge Norwegens. Nach Ágrip hatte Harald mit vielen Frauen 20 Söhne, ohne dass die Frauen namentlich genannt werden. Nur von einem Sohn heißt es, er sei zauberkundig und ein Sohn von Snøfrid Svasisdotter gewesen. In der Heimskringla werden die Frauen und deren Kinder aufgezählt, die alle bei den Familien der jeweiligen Frauen aufgewachsen seien. Hier wird deutlich, dass die Ehen Allianzen mit den Häuptlingen begründen sollten. Auf diese Weise gründete Harald eine neue Dynastie. Erster Nachfolger wurde Erich Blutaxt. Sein Stamm starb mit Harald Gråfell aus. Sein Nachfolger Håkon der Gute, ein anderer Sohn Haralds, hatte keine Söhne. Olav Tryggvason, ein Enkel Olav Haraldssons, hatte ebenfalls keine Söhne. Für Olav den Heiligen wurde von den Gelehrten im 12. Jahrhundert angenommen, dass er Nachkomme Harald Hårfagres sei. Sein Sohn Magnus der Gute hatte ebenfalls keinen Sohn. Sie alle waren Nachkommen von Müttern aus norwegischen Häuptlingsgeschlechtern. Das Volk der Samen war außen vor geblieben.
An diesen Umstand knüpft der Mythos mit Snøfrid an. Der König befindet sich zu Weihnachten in Oppland, einem Gebiet auf der Grenze zwischen Midgard und Utgard. Am Weihnachtsabend kommt Svasi, ein König der Samen, und bittet ihn heraus (in den Quuellen wird Svasi mal als Finnenkönig, also König der Samen, mal als Jötunn, mal als Zwerg bezeichnet). Er nimmt Harald zu seiner Gamme mit. Dort trifft dieser auf Snøfrid, die Tochter Svasis. Bei ihrem Anblick verfällt Harald ihr auf der Stelle, was auf einen Zauber Svasis zurückgeführt wird. Er will sofort mit ihr schlafen, doch der Vater stellt zur Bedingung, dass er sie vorher gesetzlich heirate. Harald willigt ein und bleibt bei ihr bis zu ihrem Tod nach drei Jahren. In dieser Zeit gebiert sie ihm vier Söhne. Einer von ihnen ist Sigurd Haraldsson Rise, von dem dann Harald Hardråde, Halbbruder und Nachfolger von Magnus dem Guten, abstammt. Er hatte reiche männliche Nachkommenschaft. Die Samen zogen also den jungen Sohn von König Harald auf und sorgten dafür, dass er den Thron nach seinem Vater erhielt, auch halfen sie ihm unsichtbar bei der Reichseinigung. Am Ende saßen nach der gelehrten Königsgenealogie also die Nachkommen der Samin Snøfrid auf dem norwegischen Thron. Diese Genealogie mit einer Samin als Stammmutter muss bei ihrer Abfassung bereits die Zustimmung des Königshauses gehabt haben.[12]
Als Snøfrid gestorben war, blieb Harald noch jahrelang in tiefster Trauer bei der Leiche, bis ein Gefährte deren Kleider wechseln wollte. Da bemerkte der König die Verwesung und wurde von seinem Wahn geheilt. Wach geworden wurde er so zornig, dass er seine Söhne von Snøfrid verstieß. Erst nach gutem Zureden seines Freundes, des Skalden Þjóðólfr, nahm er sie wieder auf. In dieser Episode mit Liebeswahn und anschließendem Hass spiegelt sich auch das ambivalente Verhältnis zwischen Norwegern und Samen: gleichzeitige magische Anziehungskraft und Furcht.
Das Muster dieses Mythos ist deutlich dem Muster der Ehen zwischen Asen (in Midgard) und Jöten (in Utgard) nachgebildet. Der Ase Freyr heiratet die Tochter des Riesen Gymir, Gerda aus Jötunheim. Sowohl Snøfrid als auch Gerda werden mit dem gleichen Attribut „sólbjǫrt“ (Sonnenuntergang) gekennzeichnet. Harald wurde wie auch Freyr sofort blind vor Liebe. Von diesem Paar leitete sich das Geschlecht der Ynglinger ab. Von Odin und der Jötin Skade leitete sich das mächtige Geschlecht der Jarle von Trøndelag und Lade her.[13] Im Mythos um Harald nimmt die Utgard-Frau den Platz der Jötinnen in den Göttermythen ein und dient neben der Verhältnisbestimmung zwischen zwei Völkern auch der Herrschaftslegitimation des Königshauses.



Literatur
• Snorri Sturluson: Snorris Königsbuch (Heimskringla). Bd. 1. Felix Nieder (Übs.). Darmstadt 1965.
• Eldbjørg Haug: "Kongsgårdstid". In: Eldbjørg Haug (Hrg.): Utstein Kloster - og Klosterøys historie. 2005. S. 55–86.
• Kim Hjardar: Harald Hårfagre og slaget ved Hafrsfjord. In: Per Erik Olsen (Hrg.): Norges Kriger. Fra Hafrsfjord til Afghanistan. Oslo 2011. ISBN 978-82-8211-107-2. S. 10–17.
• Claus Krag: Vikingtid og Rikssamling 800–1130. In: Aschehougs Norges Historie. Bd. 2 Oslo 1995
• Else Mundal: Kong Harald hårfagre og samejenta Snøfrid. Samefolket sin plass i den norske rikssamlingsmyten. In: Nordica Bergensia 14 (1997) S. 39–53.
• Fritz Petrick:Norwegen. Regensburg 2002
• Sverre Bagge: Harald Schönhaar (anord. hárfagri), König von Norwegen († ca. 930). In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 4, Artemis & Winkler, München/Zürich 1989, ISBN 3-7608-8904-2, Sp. 1930.
Weblinks
 Commons: Harald I. (Norwegen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Anmerkungen
1 Kim Hjardar, Endnote 3.
2 Kim Hjardar S. 11.
3 Haug S. 58.
4 Petrik S. 32; Thuesen S. 37.
5 Eldbjørg Haug 2005, S.56.
6 Heimskringla Kap. 19
7 Heimskringla Kap. 20
8 Heimskringla Kap. 33
9 Haug S. 68.
10 Haug S. 64.
11 Mundal S. 47 f.
12 Mundal S. 51.
13 Mundal S. 50 und Lofotr Vikingmuseum Abgerufen am 26. September 2012. 
von Norwegen, König Harald I. Schönhaar (I7486)
 

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