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| 34351 | https://de.wikipedia.org/wiki/Harald_II._(England) Harald II. (* 1022; † 14. Oktober 1066; geboren als Harold Godwinson) war der letzte angelsächsische König vor der Eroberung Englands durch die Normannen. Familie Harald war der Sohn des angelsächsischen Earls Godwin Wulfnothson von Wessex (Godwins) und Gytha Thorkelsdóttir, Tochter von Torkel Björnsson und Schwester von Ulf Jarl von Dänemark. Er hatte zahlreiche Geschwister: die Brüder Sven, Tostig, Gyrth, Leofwine, Wulfnoth, Waeltheow, Morcar, Edwin, Herbert, Ælfgar und die Schwestern Edith, Elgiva, Gunhilda und Gytha. Er heiratete 1065 Ealdgyth von Mercia, Tochter von Earl Ælfgar und Witwe von Griffith ap Llywelyn, König von Gwynedd und Powys. Aus dieser Ehe hatte er möglicherweise einen Sohn, der ebenfalls Harold hieß. Zahlreiche Kinder hatte er von Eadgytyth Swannesha („Edith Schwanenhals“), mit der er jedoch nicht kirchlich verheiratet war: Godwin, Edmund, Magnus, Ulf, Gytha und Gunhild. Von den Söhnen weiß man nicht mehr als den Namen; Gunhild wurde Nonne in Wilton. Lediglich von seiner Tochter Gytha ist mehr bekannt: Sie heiratete um 1070 – vier Jahre nach Haralds Tod – Wladimir Wsewolodowitsch Monomach, 1113–1125 Großfürst von Kiew. Leben Nach dem Tod seines Vaters Godwin wurde Harald 1053 Earl of Wessex und damit zum zweitmächtigsten Mann in England. Kampf gegen Tostig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Er führte Feldzüge in Wales (1062–1063) und gegen seinen eigenen Bruder Tostig (1065). Tostig hatte als Hitzkopf der Familie eine Rebellion gegen sich verursacht. Harald stand vor der Wahl, seinen Bruder zu unterstützen oder sich nicht um die Faamilienbande zu kümmern und die Aufständischen für seine späteren Thronambitionen auf seine Seite zu bringen. Er entschied sich für letzteres und machte so seinen Bruder, der aus dem Land floh, zu einem Todfeind, eine Entscheidung, die vermutlich dazu beitrug, dass er schließlich Thron und Leben verlor. Reise in die Normandie Im Jahre 1064 oder 1065 sandte König Eduard der Bekenner Harald als Boten zu Wilhelm dem Bastard, der zu diesem Zeitpunkt Herzog der Normandie war (und später als „Wilhelm der Eroberer“ in die Geschichte einging) und von Rouen aus regierte – und dort übrigens Haralds Bruder Wulfnoth Godwinson als Geisel hielt. Die Überfahrt endete jedoch anders als geplant mit Schiffbruch und in kurzzeitiger Gefangenschaft bei dem Wilhelm-Abtrünnigen Guy de Ponthieu in Beaurain. Wilhelm befreite Haralld, als er davon erfuhr. Nachdem Harald in Rouen eingetroffen war und sich einem siegreichen Feldzug Wilhelms angeschlossen hatte, leistete er einen Treueeid. Dies war ein taktischer Schachzug Wilhelms, um seinen Anspruch auf den englischen Thron zu festigen, nach dem Harald, nun an den Treueeid gebunden, ebenso strebte. Die Absicht hinter der Reise Haralds ist nicht eindeutig zu bestimmen. Während manche Forscher davon ausgehen, dass er seinen anfänglichen Plan, Wilhelm als zukünftigen König zu akzeptieren, bestätigen wollte, sehen andere in der Reise den Versuch, die Geiseln, seinen Bruder Wulfnoth und seinen Neffen Hakon, zu befreien. König von England Nach dem Tod des kinderlosen Königs Eduard im Jahre 1066 wählten die englischen Witan (oberster Rat der Geistlichen und Adeligen) jedoch Harald zum Thronfolger. Seine kurze Regierungszeit war überlagert von der Diskussion um die Rechtmäßigkeit seiner Regentschaft. Eduard der Bekenner hatte Wilhelm zu seinem Nachfolger bestimmt (wohl 1052), angeblich dies jedoch auf seinem Sterbebett revidiert und Harald England anvertraut. Wilhelm fiel wenig später in England ein, um sein „Recht“ mit Gewalt einzufordern. Dazu ließ er sich eigens die Erlaubnis des Papstes geben. Kampf um England Harald postierte sein Heer an der Südküste und wartete auf Wilhelm, während Wilhelm auf der anderen Seite des Kanals auf günstigen Wind wartete. Anfang September musste Harald sein Heer entlassen. Die Soldaten hatten nur eine Wehrpflicht von zwei Monaten im Jahr, und die Ernte auf ihren Höfen stand an. In jenem Monat kam auch Tostig wieder. Er hatte sich inzwischen mit Harald Hardråde verbündet, der durch Knut den Großen ebenfalls einen gewissen Thronanspruch hatte. Mit 300 Schiffen (von denen weniger als 30 nach Norwegen zurückkehrten) landeten sie im Norden Englands. Nach Anfangserfolgen gelang es Harald jedoch in der Schlacht von Stamford Bridge am 25. September 1066, die Angreifer zu besiegen. Tostig und Hardråde fanden den Tod. Mittlerweile war Wilhelm von der normannischen Küste aufgebrochen. In der entscheidenden Schlacht bei Hastings am 14. Oktober 1066 unterlag Harald den normannischen Invasoren. Er wurde auf dem Schlachtfeld getötet. Die volkstümliche Überlieferung erzählt, seine Gefährtin Eadgyth Swannesha habe seine Leiche auf dem Schlachtfeld gefunden; anschließend sei er in seiner Gründung Waltham Abbey beigesetzt worden. Sein – sehr viel jüngeres – Epitaph wird dort bis heute gezeigt. Wilhelm, nunmehr bekannt als „der Eroberer“, ließ sich nach seinem Sieg zum König von England krönen. Eine eindrucksvolle künstlerische Umsetzung des Machtkampfes zwischen Harald und Wilhelm ist auf dem Teppich von Bayeux zu sehen. Literatur • Jörg Peltzer: 1066. Der Kampf um Englands Krone. C.H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69750-0. • Dominik Waßenhoven: 1066. Englands Eroberung durch die Normannen (= C.H.Beck Wissen 2866). C.H.Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69844-6. Weblinks Commons: Harold II of England – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien • Literatur von und über Harald II. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek • http://cunnan.sca.org.au/wiki/Harold_Godwinson • http://spartacus-educational.com/MEDharold.htm | von England (von Wessex), König Harald (Harold) II. (I6928)
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| 34352 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hardturm Der Hardturm ist ein Gebäude aus dem Mittelalter, welches zur vorgezogenen Verteidigungslinie von Zürich gehörte und der ganzen Umgebung den Namen gab. Er ist das einzige erhalten gebliebene profane Bauwerk aus dem Hochmittelalter in Zürich. Der Turmschaft besteht bis in eine Höhe von 6 m aus 3,5 m starkem Mauerwerk, was im Innern des Turms einen ursprünglich nur von oben zugänglichen, möglicherweise als Verlies genutzten Raum von nur 4 × 4 m frei lässt. In den unteren zwei Wohngeschossen beträgt die Mauerstärke auf den stadt- und flussabgewandten West- und Südseiten immer noch 2,5 m und weist gegen Westen ein schmales Schlitzfenster auf. Der quadratische, viergeschossige Turm mit Pyramidendach und Treppenturm gehörte zur äusseren mittelalterlichen Stadtbefestigung von Zürich und war Bestandteil der Letzimauer. Er wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut und urkundlich erstmals 1336 erwähnt. Bis 1461 hatte das Rittergeschlecht Manesse den Turm zu Lehen. Er diente vermutlich zur Kontrolle des Brückenübergangs über die Limmat und war von einer Ringmauer und einem Wassergraben umgeben. Seit dem 16. Jahrhundert ist das Gebäude im Privatbesitz. Im 17. Jahrhundert wurde es zu seiner jetzigen Form zur Wohnnutzung umgebaut. Ab 1882 diente der Turm als Wohn- und Versammlungsraum der Unternehmerfamilie Schoeller, die auf dem Hardturm-Areal eine florierende Kammgarnfabrik und Tuchfärberie betrieb. Im Zweiten Weltkrieg baute man als Teil der Limmatstellung zwei betonierte Unterstände als Beobachtungsstand mit freiem Schussfeld über den Fluss. Ab 1974 floss der gesamte Besitz in die Immobilien- und Verwaltungsgesellschaft „Hardturm AG“ ein, die Teil des Textilherstellers Albers & Co ist. Der Hardturm wurde 1964 unter Denkmalschutz gestellt und 1999 einer umfassenden Sanierung unterzogen. Hardturm in der Literatur Am Hardturm Gedicht von Jakob Christoph Heer Es steht der Turm am grünen Strand Der Efeu klettert an der Wand. Im Erker, den das Grün umspielt, Sitzt Mutter Zeit, sie seufzt und schielt. Sie spinnt und an des Turmes Fuss Hebt sich die Flut zum Wandergruss. Was je auf leichten Wellen glitt, Das sah zum Turm und grüsste mit. Koordinaten: 47° 23′ 38,54″ N, 8° 30′ 49,25″ O; CH1903: 681162 / 249802 | OSM | Weblinks Commons: Hardturm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Burgenwelt: Hardturm Hardturm | Ritter Johannes (I11207)
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| 34353 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hartmann_von_Habsburg Hartmann von Habsburg (* um 1263 in Rheinfelden; † 20. Dezember 1281 zwischen Breisach und Straßburg im Rhein; (nach der Chronik des Clevi Fryger im Rhein bei Kobolz, nach Moritz Hohenbaum van der Meer im Rhein bei Rheinau))[1] war ein Prinz und Graf von Habsburg. Leben Hartmann war ein Sohn von König Rudolf I. und dessen Frau Gertrud von Hohenberg. Politisch hoch talentiert, beriet der erklärte Lieblingssohn seinen Vater ständig bei den Regierungsangelegenheiten. Rudolf plante sogar, die Königswürde auf ihn und nicht auf seinen ältesten Sohn Albrecht zu übertragen. Um seiner Sonderstellung beim Vater Ausdruck zu verleihen, verlobte ihn dieser mit Johanna, einer Tochter König Eduards I. von England. Auf der Fahrt zu seinem Vater kenterte das Boot Hartmanns und der gerade 18-Jährige ertrank mit 13 anderen Adeligen zwischen Breisach und Straßburg im Rhein. Er wurde anschließend im Basler Münster bestattet. 1770 fand die feierliche Übersetzung der kaiserlich-königlichen-auch-herzoglich-österreichischen höchsten Leichen in den neuerbauten Dom St. Blasien statt. Nach der Aufhebung des Klosters St. Blasien erfolgte die Umbettung in das Stift St. Paul im Lavanttal. Nach Angaben bei Moritz Hohenbaum van der Meer wurden seine Weichteile im Kloster Rheinau separat bestattet und sein dortiges Grabmal 1770 durch Abt Januarius erneuert. Literatur • Constantin von Wurzbach: Habsburg, Hartmann. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 6. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1860, S. 276 (Digitalisat). • Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine Europäische Familiengeschichte. Graz/Wien/Köln 1992, ISBN 3-222-12107-9. Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] 1 Moritz Hohenbaum van der Meer: Kurze Geschichte der Tausendjährigen Stiftung des Gotteshauses Rheinau S.99 | von Habsburg, Graf Hartmann (I9920)
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| 34354 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hartwig_I._(Bayern) Hartwig I. (urkundlich erstmals 953; † 16. Juni 985) war 953–980 Gewaltbote im Kärntner Kroatengau sowie 977–985 Pfalzgraf von Bayern. Herkunft Hartwig wird im Allgemeinen der Aribonensippe zugeordnet und ist ihr auch verwandtschaftlich sehr nahe verbunden; er entstammt allerdings laut H. Dopsch dem Geschlecht der Hartwig-Engelbert-Gruppe im Salzburggau. Sein Großonkel war der Salzburger Vogt Hartwig († 925/930), ein proximus (sehr naher Verwandter) des Erzbischofs Odalbert. (Dieser Vorfahre Hartwig ist auch der Grund, dass Pfalzgraf Hartwig I. manchmal auch als Hartwig II. gezählt wird.) Leben 953 erscheint Hartwig als Inhaber eines ministerium (Amtsbereiches) in Kärnten; das Krappfeld liegt in seinem Bezirk; hier und auch im westlichen Grazer Feld sowie im Laßnitztal besaß Hartwig riesige Allodien. Um 960 wird Hartwig als Graf im Isengau genannt, 963 im unteren Salzburggau; 965 wird von seiner Mittel-Kärntner Grafschaft berichtet und von seinem Amt als Walpoto. Hartwig gilt auch als Neubegründer von Michaelbeuern (977). Von 976/977 – 976 wurde Kärnten als Herzogtum selbstständig, doch blieb Hartwig auch Kärntner Gewaltbote – bis zu seinem Tod um 985 war er Pfalzgraf von Bayern. Dieses Amt konnte er an seinen Schwiegersohn Aribo I. weitergeben. Weiters war er Graf in der Gegend von Freising sowie Vogt des Erzbischofs Friedrich I. von Salzburg. Familie Pfalzgraf Hartwig I. war verheiratet mit Wichburg von Bayern, Tochter des Luitpoldingers Eberhard. Sie hatten folgende Kinder: • Hartwig († 1023), Erzbischof von Salzburg • Adala († nach 1020), ∞ I. Pfalzgraf Aribo I. († nach 1000), Sohn des Chadalhoch, Nachkommen: pfalzgräfliche Aribonen ∞ II. Graf Engelbert III. vom Chiemgau († 1020) Nachkommen: Sieghardinger, Peilsteiner etc., Kärntner Spanheimer u. a. • Wichburg († 1020/30), ∞ Graf Ottwin im Lurngau und Pustertal († 1019) Nachkommen: Grafen von Heunburg u. a. | von Bayern, Hartwig I. (I6786)
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| 34355 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hathui Hathui, auch Hadwig, (* um 939; † 4. Juli 1014) war die erste Äbtissin des Klosters Gernrode am Nordrand des Harzes im Schwabengau. Leben Hathuis Eltern waren Graf Wichmann I. (* um 900; † 23. April 944?) und eine noch nicht ermittelte Schwester von Königin Mathilde. Von der Forschung wurden Bia und auch Friderun ausgeschlossen und eine Perechtheid als mögliche Frau Wichmanns dargestellt. Hathui hatte mindestens zwei Geschwister: Wichmann II. (* um 930; † 22. September 967) und Ekbert der Einäugige (* um 932; † April 994). Möglicherweise gehörte auch der Bischof Brun I. von Verden zu ihren Brüdern. 952 heiratete Hathui den hoch in königlicher Gunst stehenden Sohn des Markgrafen Gero, Siegfried, der allerdings bereits an einem 24. Juni vor oder genau 959 oder 961 verstarb. Hathui nahm unmittelbar nach dem Tode ihres Mannes den Schleier und wurde auf Wunsch ihres Schwiegervaters von Otto I. als Äbtissin im Stift Gernrode eingesetzt. Auch Geros zweiter Sohn Gero war 959 bereits verstorben, so dass die markgräflichen Eigengüter dem Stift übertragen wurden. Papst Johannes XII. bestätigte die Einsetzung und stellte das Stift unter päpstlichen Schutz. Hathui wurde im Jahr 962 vom Halberstädter Bischof Bernhard von Hadmersleben geweiht. Sie leitete das Stift 55 Jahre.[1] Hathui hatte auch das Äbtissinnenamt im Stift Vreden inne,[2] wo mit Wichmann III. ihr Neffe die Vogteirechte ausübte. Legende Hathui soll am Heiligen Teich südlich von Gernrode Kranke gepflegt und geheilt haben. Nach ihrem Tod im Jahr 1014 habe sich das Wasser des Teichs zunächst blutrot und dann leuchtend grün gefärbt, bis es dann wieder seine normale Farbe annahm.[3] Literatur • Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen, Wilhelm Fink Verlag, München, 1984 • Beumann, Helmut: Die Ottonen, Verlag W. Kohlhammer, 1991 • Bork Ruth: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert, Dissertation, Greifswald, 1951 • Freytag, Hans-Joachim: Die Herrschaft der Billunger in Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1951 • Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik, Böhlau Verlag, Köln Wien, 1989 • Hlawitschka, Eduard: Kontroverses aus dem Umfeld von König Heinrichs I. Gemahlin Mathilde, in Festschrift für Alfons Becker, Sigmaringen, 1987 • Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1971 • Ludat, Herbert: An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik des Ottonenreiches und der slavischen Mächte in Mitteleuropa, Böhlau Verlag, Weimar, 1995 • Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier, Siedler Verlag • Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH, Frankfurt am Main, 1998, Tafel 11 • Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag, Frankfurt/Main, 1993, Tafel 155 Einzelnachweise 1 Otto von Heinemann: Geschichte der Abtei und Beschreibung der Stiftskirche zu Gernrode. H. C. Huch, Quedlinburg 1877, S.15 f. 2 Charlotte Warnke Das Kanonissenstift St. Cyriacus zu Gernrode im Spannungsfeld zwischen Hochadel, Kaiser, Bischof und Papst von der Gründung 961 bis zum Ende des Investiturstreits 1122 in: Irene Crusius: Studien zum Kanonissenstift. Vandenhoek und Ruprecht, Göttingen 2001, S. 233. 3 Rosemarie und Gerhard Kellermann, Heiliger Teich in Chronik der Stadt Gernrode, Gernroder Kulturverein Andreas Popperodt e.V. 2013, Seite 173 | von Sachsen, Bia (Frideruna?) (I676)
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| 34356 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hattonen ausgestattet. Sie wurden als Statthalter und Königsboten (missus) in Bayern und Sachsen eingesetzt, nach dem Tod Ludwigs des Frommen dann aber wegen ihrer Treue zum Kaiser (und der Idee der Reichseinheit) abgesetzt: Eine der ersten Handlungen LuLudwigs des Deutschen nach dem Tod seines Vaters war es, die Hattonen aus Sachsen zu vertreiben und ihren Besitz dem Kloster Corvey zu geben (14. Dezember 840). Das Ende der hattonischen Macht kam spätestens mit der Schlacht an der Wörnitz am 13. Mai 841, in der die Verbündeten Lothars Ludwig dem Deutschen unterlagen. Stammliste 1 NN 1 Hatto (Ato, Uto), 831/854 und vielleicht noch 857 Graf in Alemannien 1 Lambert, Abt des Klosters Schienen (heute Öhningen) 2 Banzleib, 832 Graf von Le Mans, 838 Graf und Markgraf in Sachsen 3 Adalbert, 825 bezeugt, X 13. Mai 841 in der Schlacht an der Wörnitz, Graf von Metz, dux Austrasiorum[1][2] 4 ? Tochter; ∞ Poppo I., Graf im Grabfeld (Popponen)[3] Literatur • Ernst Dümmler: Geschichte des ostfränkischen Reichens. Band I, 1865 • Alfred Friese: Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels. Der mainländisch-thüringische Raum vom 7. bis 11. Jahrhundert. 1979 • Michael Borgolte: Die Grafen Alemanniens., 1986, S. 60–62 • Walter Kienast: Die fränkische Vasallität von den Hausmeiern bis zu Ludwig dem Kind und Karl dem Einfältigen. 1990 • Lexikon des Mittelalters. Band I, Spalte 97 (Adalbert) • Karl Schmidt: Kloster Schienen. S. 282–303 • Donald C. Jackman: Die Ahnentafeln der frühesten deutschen Könige. In: Herold-Jahrbuch. Neue Folge, 15. Band, 2010, S. 47ff Weblinks • Hattonen • Hatto • Uto • Adalbert von Metz • Lambert Fußnoten 1 Philippe Depreux: Prosopographie de l'entourage de Louis le Pieux (781-840). Sigmaringen 1997, ISBN 978-3-7995-7265-1, S. 69–72. 2 Eric J. Goldberg: Struggle for Empire. Kingship and Conflict under Louis the German. 817–876. Ithaca (New York) 2006, ISBN 978-0-8014-3890-5, S. 76,83,88–90,92–95,98–100,174. 3 Jackman, S. 64/65 | (Hattonen) (I6751)
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| 34357 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hattuarien | im Keldachgau und Bonngau, Graf Erenfried II. (I6740)
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| 34358 | https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Barcelona https://de.wikipedia.org/wiki/Adalbert_(Lothringen) | von Vienne (von Longwy?), Stephanie (I5990)
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| 34359 | https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Bourbon | von Bourbon, Herzog Ludwig I. (Louis) (I9250)
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| 34360 | https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Bourbon | von Dampierre (Bourbon), Herr Archambault VIII. (I8440)
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| 34361 | https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Chiny Das Haus Chiny ist eine Adelsfamilie aus den Ardennen, die im 10. oder 11. Jahrhundert in den Besitz der Grafschaft Chiny gelangte. Die ältere Linie starb 1226 im Mannesstamm aus, die Grafschaft wurde an das Haus Loon (auch Haus Looz) vererbt. Eine jüngere Linie in Mellier, Étalle und Neufchâteau existierte bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts. Herkunft Unsicherheit besteht über die Herkunft der Familie. Eine Auffassung sieht Otto, den ersten Grafen von Chiny aus der Familie, als Sohn eines Grafen Arnold, der Mathilde, die nicht weiter bekannte Erbin der Grafschaft Chiny, heiratete (siehe Schwennicke). Eine andere Auffassung (siehe Settipani) identifiziert Otto (von Vermandois), den Sohn von Graf Adalbert I. von Vermandois, mit Otto (von Warcq), dem Erbauer (971) der Burg Warcq nordwestlich von Charleville-Mézières und mit Otto (von Chiny), dem Urgroßvater des Grafen Arnold von Chiny, dem im Jahr 1066 die Burg Warcq gehörte. Diese doppelte Identifikation macht die Familie der Grafen von Chiny zu einem Ableger des karolingischen Kaiserhauses und führt die Existenz der Karolinger bis ins 14. Jahrhundert fort. Stammliste Ursprünge Alternative 1 (Schwennicke) 1 Arnold I., Graf, X Kalabrien 982; ∞ Mathilde, Gräfin von Chiny 1 Otto I., 971 bezeugt, † 1013, Graf von Chiny, ∞ Ermengarde 1 Ludwig I., † ermordet in der Abtei Saint-Vanne de Verdun 28. September 1025; ∞ Adelheid, vor 1040 bezeugt - Nachkommen siehe unten 2 Hugo 3 Clementia 2 Johanna 3 Gertrud 4 Clementia Alternative 2 (Settipani) 1 Adalbert (Albert) I., * wohl 915, † 8. September 987, 946 Graf von Vermandois (Stammliste der Karolinger); ∞ vor 954 Gerberga, * wohl 935, † nach 7. September 978, Tochter von Giselbert Herzog von Lothringen (Reginare) 1 Odo (Otto), * wohl 956, † 983/987 1 Ludwig I., † ermordet in der Abtei Saint-Vanne de Verdun 28. September 1025; ∞ Adelheid, vor 1040 bezeugt - Nachkommen siehe unten Die weitere Darstellung folgt der von Schwennicke 10.–12. Jahrhundert 1 Ludwig I., † ermordet in der Abtei Saint-Vanne de Verdun 28. September 1025; ∞ Adelheid, vor 1040 bezeugt – Vorfahren siehe oben 1 Ludwig II., † 1068, ∞ Sophie, † 1078 1 Arnold II., wohl 1066 bezeugt, 1069/95 bezeugt, † wohl 16. April 1106, ∞ Adelaide de Roucy, † kurz nach 1066, Tochter von Hilduin de Ramerupt (Haus Montdidier) und Alix Comtesse de Roucy (Haus Roucy) 1 Otto II., um 1079 bezeugt, † Dezember 1131, Graf von Chiny, 1097 Comte de Warcq, gründet 1131 die Abtei Orval, ∞ I Ermengarde; ∞ II Alix von Namur, 1097/1124 bezeugt, Tochter von Graf Albert (Haus Namur) und Ida von Sachsen (Billunger) - Nachommen siehe unten 2 Ludwig, 1097/1124 bezeugt, † 7. Mai… 3 Hedwige, 1088 bezeugt, † wohl vor 1100; ∞ Dudon de Cons, 1088 bezeugt, † wohl vor 1100 4 Clementia; ∞ Hugelin de Waha, Châtelain de Mirwart 5 Beatrix 6 (II) Albero, † 27. März 1145, 1135/45 Bischof von Lüttich 2 Manasse, 1066 bezeugt, † wohl vor 1070 3 Mathilde 4 Konrad 5 Robert 6 Jolande 2 Helwide 3 Liutgarde, ∞ Richero 12.–14. Jahrhundert 1 Otto II., um 1079 bezeugt, † Dezember 1131, Graf von Chiny, 1097 Comte de Warcq, gründet 1131 die Abtei Orval, ∞ I Ermengarde; ∞ II Alix von Namur, 1097/1124 bezeugt, Tochter von Graf Albert (Haus Namur) und Ida von Sachsen (Billunger) – Vorfhren siehe oben 1 (II) Hugo (de Wary) 1167/69 bezeugt 2 (II) Albert, 1097 bezeugt, † 29. September 1162, 1131 Graf von Chiny, bestattet in der Abtei Orval; ∞ um 1140 Agnes von Bar, † nach 1185, Tochter von Graf Rainald I. von Bar und Mousson (Haus Scarponnois) und Gisela von Vaudémont (Haus Châtenis) 1 Ludwig III., 1146/47 bezeugt, † Belgrad 10. August 1189 auf dem Dritten Kreuzzug; ∞ I Sophia, 1173/1207 bezeugt, † 13. August…, sie heiratete in zweiter Ehe 1193 Anseau II de Garlande, Seigneur de Tournon et de Possesse, 1175 bezeugt, † 1201Garlande), und in dritter Ehe vor 1204 Gaucher II., Sire de Nanteuil-la-Fosse, 1190/1224 bezeugt 1 Tochter, 1200 bezeugt, Dame d‘Orgeo; ∞ kurz vor 1200 Thierry II., Sire de Walcourt et de Rochefort, Comte de Montaigu, 1192/1234 bezeugt, † vor 21. Juni 1237 2 Ludwig IV., 1193 bezeugt, 1200 volljährig, † Herbst 1226, Graf von Chiny; ∞ 1205/Juli 1212 Mathildes d’Avesnes, † 5. November nach 1236, Tochter von Jacques, Seigneur d’Avesnes, Sire de Guise (Haus Avesnes), und Adèle de Guise, Witwe von Nicoas IV. de Rumigny 1 Jeanne, 1212/69 bezeugt, † 176. Januar 1271, 1226 Comtesse de Chiny; ∞ Arnold III., Graf von Loon, 1241 Graf von Chiny, † 24. November 1272/Februar 1273 (Haus Loon) 2 Agnès, 1212/53 bezeugt, Dame d‘Agimont et de Givet ; ∞ Hugues IV., 1274 Graf von Rethel, 1271/75 bezeugt, † vor 1277 (Haus Vitri) 3 Isabelle, † nach 1269, Dame de Florenville et de Chassepierre ; ∞ Otton de Trazegnies, de Braine-le-Château et de la Chapelle, 1206 minderjährig, † 12. August 1241/Apr 1242, Pair des Hennegau 2 Dietrich, 1171/1207 bezeugt, 1188 de Melier, Seigneur de Mellier, d’Étalle et de Neufchâteau ; ∞ Elisabeth, 1199 bezeugt 1 Hugo, 1199 bezeugt, † 1229, Ritter, ∞ Lucie de Mézières, 1229/44 bezeugt, † vor 3. April 1258, Tochter von Renaud 1 Theobald de Melier, 1224/71 bezeugt, 1224 Seigneur de Neufchâteau, 1238 Herr zu Falkenstein, 1258 Châtelain de Mézières et de Vringe ; ∞ Katharina, 1271/81 bezeugt, wohl Katharina von Meisenburg, Schwester von Joffrid von Bertringen 1 Arnold von Falkenstein und Neufchâteau, 1271 bezeugt, 1279 als Neffe von Gottfried von Bertringen genannt, † 15. März 1279/23. April 1281; ∞ Catherine d’Audun 1281/1300 bezeugt, sie heiratete in zweiter Ehe vor Januar 1290 Johann von Malber, 1290 Herr zu Falkenstein, 1281/1300 bezeugt, † vor 18. September 1302, und in dritter Ehe vor 1305 Robin, Herr von Esch, Useldingen und Bissen, 1255/1308 bezeugt 1 Theobald II., 1290/1301 bezeugt, † vor 5. März 1305; ∞ Elisabeth, 1301 bezeugt, † vor 1311 2 Jakob von Falkenstein, 1300/07 bezeugt, † vor 19. Juni 1311; ∞ Helvide de Crune, † 30. März/25. Juli 1346, Tochter von Poincignon le Borgne, sie heiratete in zweiter Ehe Johann von Falkenstein (aus der Nebenlinie Brandenburg der Grafen von Vinden), 1316 bezeugt, † 14. Mai/21. Dezember 1351 3 Boemund, 1305/17 bezeugt, letzter Angehöriger der Familie 2 Elisabeth 1271/80 bezeugt, † vor 1288; ∞ Jacques II. de Montchélons, Châtelain de Mézières, 1252/1304 bezeugt 3 Gille, † 9./10. Mai 1307, 1278/1303 Abt von Stablo 4 Theobald, 1290/99 bezeugt 5 ? Walter von Falkenstein, 1280 Propst in Kloster Echternach 6 ? Maha, Dame de Meisenburg 1281; ∞ Walter, Herr von Meisemburg 1265/76, † vor 1294 7 ? Bertram de Meliers, Ritter, 1304 bezeugt 2 Elisabeth, 1244 bezeugt; ∞ wohl Philippe, Châtelain de Bar, 1210/34 bezeugt 2 Arnold, 1199 bezeugt 3 Hawidis, 1199 bezeugt 3 Arnold, X vor Sainte-Menehould 14. August 1181, 1176 Bischof von Verdun 4 Hugo, † 1173/80, 1168 miles de Warcq; ∞ NN de Donchéry, Tochter von Renaud 5 Alix; ∞ Manassès de Hierges, † 1176 6 Ida, † 17. Oktober … ; ∞ 1168 Gobert V., Sire d‘Apremont, † 26. September 1190 auf dem Ersten Kreuzzug (Apremont (Adelsgeschlecht)) 7 Tochter; ∞ NN de Walhain 8 Tochter, 1187 bezeugt, Äbtissin von Juvigny-les-Dames 3 (II) Friedrich, 1120/24 Dompropst in Reims 4 (II) Albero, 1124 bezeugt, † 22. März 1145, bestattet in Orte, Provinz Viterbo, Primicerius in Metz, 1135 Bischof von Lüttich 5 (II) Ludwig, 1124 bezeugt 6 (II) Eustach, 1139/59 bezeugt, Obervogt des Haspengaus; ∞ NN de Waremme, Tochter von Wiger, Vogt der Lambertuskathedrale Lüttich 1 Ludwig von Lummen, 1163/1204 bezeugt, † 1207, Vogt des Haspengaus; ∞ NN de Rumigny, Tochter von Nicolas III., Sire de Rumigny, de Florennes et de Chièvres, und Eve de Chièvres 1 Tochter, Erbin von Lummen; ∞ Friedrich von Lummen, 1209 Vogt der Lambertuskathedrale Lüttich, 1196 bezeugt, † April 1211/Mai 1212 (Haus Limburg-Arlon) 7 (II) Ida, 1117/25 bezeugt; ∞ um 1105 Gottfried der Bärtige, Herzog von Niederlothringen, † nach 25. Januar 1139 (Stammliste der Reginare) 8 (II) Oda, 1134 bezeugt; ∞ Giselbert, Graf von Duras, † wohl 1138 (Stammliste der Reginare) 9 ? Tochter; ∞ um 1130 Hermann von Kuyc, 1121/67 bezeugt Literatur Zur Genealogie der Grafen von Chiny • Detlev Schwennicke, Europäische Stammtafeln, Band VII (1979), Tafel 42 (alt), Band XXVI (2009), Tafel 59 (neu) (auf Basis u.a. von Goffinet, Laret-Kayser und Vannérus), darin benutzt: • Pater Hippolyte Goffinet SJ, Les comtes de Chiny, Étude historique, Arlon 1935 • Arlette Laret-Kayser, Entre Bar et Luxembourg, le Comté de Chiny des origines à 1300, 1986 • Jules Vannérus, Les seigneurs de Melier, Neufchâteau et Falkenstein de la maison de Chiny, in : Annales de l’Institut archéologique de Luxembourg 42, Arlon 1907, S. 301–341 Zur Herkunft der Grafen von Chiny • Christian Settipani, La Préhistoire des Capétiens, 1993, S. 240–246, mit Hinweisen auf • Michel Bur, Chronique ou livre de fondation du monastère de Mouzon. Chronicon Mosomense seu Liber fundationis monasterii sanctae Mariae O.S.B. apud Mosomum in dioecesi Remensi, 1989, S. 122–125 (Zur Herkunft der Familie) • Ferdinand Lot, Les derniers Carolingiens. Lothaire, Louis V, Charles de Lorraine (954-991), 1891, S. 65 (Zur Herkunft der Familie) • Léon Vanderkindere, Histoire de la formation territoriale des principautés belges au moyen-âge, Band II, 1903, S. 344–345 (Zur Herkunft der Familie) | von Chiny, Ida (I7049)
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| 34362 | https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Folch_de_Cardona Das Haus Folch de Cardona (auch Folc de Cardona) war eine Familie des katalanischen Adels, die erstmals im 11. Jahrhundert bezeugt ist. Der ererbte Besitz der Vizegrafschaft Cardona – der Überlieferung zufolge eine der acht von Karl dem Großen iin der Spanischen Mark eingerichteten Vizegrafschaften – begründete die Stellung der Familie als einer der wichtigsten nach der Herrscherfamilie in Barcelona und Aragón; sie stellte je drei Vizekönige von Sizilien und Katalonien sowie je einen in Neapel und Navarra. Geschichte Hug de Cardona, 15. oder 20., auf jeden Fall letzter Vescomte de Cardona, unterwarf sich dem König Peter I. von Aragón und erhielt dafür am 4. Dezember 1357 den Grafentitel als 1. Comte de Cardona. Der 4. Graf von Cardona, Joan Ramon Folch III. († 1464), erbte die Grafschaft Prades, sein Sohn Joan Ramon Folc IV. de Cardona, 5. Graf von Cardona, wurde 1482 zum 1. Herzog von Cardona ernannt; 1491 folgte der Titel eines 1. Marqués de Pallars. Allerdings ging der Herzogstitel über die 3. Herzogin der Familie († 1564) bereits wieder verloren. Der in Mitteleuropa bekannteste Angehörige der Familie ist Ramón de Cardona (1467–1522), Vizekönig von Neapel (1509–1522) und Verlierer der Schlacht bei Ravenna (1512). Er wurde 1502 zum Herzog von Soma ernannt; der 4. Herzog von Soma erbte den Titel eines Herzog von Sessa und Baena. Die Linie und damit die Gesamtfamilie starben 1768 mit 9. Herzogin von Soma etc. aus. Übersicht 1 Hug, † 1341, 12. Vescomte de Cardona 1 Hug, † 1400, letzter souveräner Vescomte und erster Graf von Cardona 1 Joan Ramon Folc I de Cardona, † 1442, 2. Graf von Cardona 1 Joan Ramon Folc II de Cardona, † 1471, 3. Graf von Cardona 1 Joan Ramon Folch III de Cardona, † 1464, Graf von Cardona, 5. Graf von Prades 1 Joan Ramon Folc IV de Cardona, † 1513, 5. Graf und 1. Herzog von Cardona (1482) 1 Ferran de Cardona, † 1543, 2. Herzog von Cardona 1 Joana Folch de Cardona, † 1564, 3.Herzogin von Cardona 2 Pere de Cardona, † 1530, Erzbischof von Tarragona (1515–1530), Vizekönig von Katalonien (1521–1523) 2 Hug Folc de Cardona i Anglesola, † 14101, 5. Baron von Bellpuig 1 Ramon de Cardona, † 1460, 6. Baron von Bellpuig 1 Hug de Cardona, † 1463, 7. Baron von Bellpuig 2 Antonio de Cardona, † 1473, 4. Baron von Belpuig 1 Ramón III de Cardona y Requeséns, † 1522, 1. Herzog von Soma (1502), Vizekönig von Sizilien, Vizekönig von Neapel 1509, 1 Ferrán, alias Fernando Folch de Cardona Anglesola y Requeséns, † 1571, 2. Herzog von Soma 1 Luis de Cardona y Córdoba, † 1574, 3. Herzog von Soma 2 Antonio Fernández de Córdoba Cardona y Requesens† 1606, 4. Herzog von Soma, 5. Herzog von Sessa, 3. Herzog von Baena 1 Luis Fernández de Córdoba Folch de Cardona Aragón y Requesens, † 1642, 6. Herzog von Sessa, 4. Herzog von Baena, 5. Herzog von Soma 1 Antonio Fernández de Córdoba Folch de Cardona y Anglesola Aragón y Requesens II, † 1659, 7.Herzog von Sessa, 5. Herzog von Baena, 6. Herzog von Soma 1 Francisco Fernández de Córdoba Folch de Cardona Aragón y Requesens, † 1688, 8. Herzog von Sessa, 6. Herzog von Baena, 6. Herzog von Soma 1 Félix Fernández de Córdoba Cardona y Requesens, † 1709, 9. Herzog von Sessa, 7. Herzog von Baena, 8. Herzog von Soma 1 Francisco Javier Fernández de Córdoba Cardona y Requesens, † 1750, 10. Herzog von Sessa, 8. Herzog von Baena, 9. Herzog von Soma 1 Buenaventura Fernández de Córdoba Folch de Cardona Requesens y de Aragón, † 1768, 11. Herzogin von Sessa, 9. Herzogin von Baena , 9. Herzogin von Soma Stammliste Bis zur 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts Die familiären Beziehungen bis zum 14. Jahrhundert sind nur stückweise rekonstruiert. 1 Bernat de Claramunt 1 Deodat de Claramunt, † nach 1096 ; 2 3 ∞ Ermesinda de Cardona, Tochter von Ramon Folc de Cardona, Vescomte de Cardona, und Ermesinda 1 Bernat Amat, † nach 1135, Vescomte de Cardona, 2 ∞ Almodis 1 Guillem, † 1113/26 2 Ramon Folc (II.), † vor 1151, Vescomte de Cardona ; 3 ∞ Guillelma 1 Ramon Folc (III.), † 1176, Vescomte de Cardona; 2 ∞ Doña Isaneö Sibila de Urgell, Tochter von Ermengol VI., Graf von Urgell (Haus Barcelona), und Arsenda de Cabrera 1 Guillem, † nach 1209, Vescomte de Cardona, 2 ∞ Geralda, † nach 1187 1 Elisenda, 2 ∞ Arnaud de Castelbon 3 Anglesa, 4 ∞ Raimund (V.) Conde de Pallars, Sohn von Arnaldo Mirón (I.) Conde de Pallars, und Oria 4 Berenguer, † nach 1177 5 ? Père, † nach 1177 3 Ramon Folc , † nach 1151 4 Guillem, † nach 1151 • Beltrán de Cardona, † nach 1175 ; • ∞ Saurina, † nach 1175 1 Ramon Folc (VIII.) de Cardona, 15. Vesconde de Cardona ; 2 ∞ Doña Inés, Señora de Teroja 1 Ramon Folc (IX.) de Cardona, 16. Vesconde de Cardona ; 2 ∞ Esclarmonde de Foix, Tochter von Roger Bernard (II.), Graf von Foix (Haus Comminges), und Ermesinda de Castelbon. 3 Brunisenda, † 1289 ; 4 ∞ Roger de Foix, Graf von Foix, † 1265 (Haus Comminges) 1 Ramon Folc de Cardona, † 1276, Vescomte de Cardona ; 2 ∞ Sibila de Empuries, Tochter von Ponce (IV.) Graf von Empuries, und Doña Benita Fernández de Lara. 1 Sibila de Cardona ; 2 ∞ Álvaro (II.) de Cabrera, Vescomte de Ager, Sohn von Álvaro, Graf von Urgell, und Cécile de Foix 1 Bernat Amat de Cardona, † 1310/12 ; 2 ∞ Constanza de Pinos, Tochter von Galcéran de Pinos und Berengaria de Montcada 1 Raymonet de Cardona, X 1324 2 Sibila de Cardona ; 3 ∞ Raimondo Roger de Pallars 4 Constanza de Cardona ; 5 ∞ Gilabert de Cruïlles • Ramon Folc de Cardona, † 1320, Vescomte de Cardona, • ∞ Doña María Alfonso de Haro, Tochter von Juan Alfonso de Haro, Señor de Los Cameros, und Doña Constanza Alfonso de Meneses, Witwe von Don Felipe Fernández [de Aragón] Señor de Castro (Haus Barcelona) • Ramon de Cardona, † nach 1340; Señor de Torá; • ∞ Doña Beatrix de Aragón, uneheliche Tochter von Peter III., König von Aragón (Haus Barcelona), und Doña María Nicolau. Die Grafen von Cardona 1 Hug, † 1341, 12. Vizconde de Cardona; 2 ∞ Beatriu de Anglesola, 9. Baronesa de Belpuig, Schwester und Erbin von Ramón de Anglesola, 8. Barón de Bellpuig, Tochter von Guillem IV de Anglesola, 7. Señor de Belpuig, und Beatriu de Pallars 1 Hugo, * 1330, † 1400, 15. oder 20. und letzter Vizconde „Gratia Die“ de Cardona, unterwirft sich König Peter I. von Aragón und erhält dafür den Grafentitel: 1. Conde de Cardona (4. Dezember 1357), 10. Barón de Bellpuig; 2 ∞ I Beatriz alias Blanca Berenguer de Aragón, Tochter von Ramón Berenguer Infant von Aragón, Conde de Ampurias und Prades, Sohn von König jakob II. von (Haus Barcelona), und María Blanca von Sizilien; 3 ∞ II vor 1375 Beatriz de Ejérica Luna y Aragón, Tochter von Pedro Martínez de Luna, Señor de Almonacid y de Pola, und Elfa de Xérica y Aragón, * 1340, † nach 1380, Tochter von Pedro de Ejérica, Barón de Ejérica, * um 1302, † 1362, und Bonavenura de Arborea (Bas-Serra) 1 (I) Beatriu de Cardona, † um 1372; 2 ∞ Cardona 22. August 1363 Pere II, Conde de Urgel, Vizconde de Ager, Barón de Entenza y Antillón Sohn von Jaime Infant von Aragón, Conde de Urgel, Vizconde de Ager (Haus Barcelona), Barón de Entenza y Antillón, und Cecilia de Comminges 3 (II) Joan Ramón I Folc de Cardona, „la Cabeza de San Juan Bautista“, * 1375, † Cardona 1442, 2. Conde de Cardona ; 4 ∞ I 1392 Juana de Aragón y Castilla, Tochter von Alfonso de Aragón y Foix, Conde de Denia, 2. Conde de Ribagorza, Marqués de Villena, 1. Duque de Gandía (Haus Barcelona), und Violant de Arenós, Tochter und Erbin von Gonzalo Díez de Arenós, Seor de Val Guadalest; 5 ∞ II Beatriu de Pallars, Tochter von Hug Roger II, Graf von Pallars(-Subirá), und Violante d’Orcau 1 (I) Joan Ramón Folc II de Cardona, „el Celdonico Ermentero“, * 1400, † 1471, 3. Conde de Cárdona; 2 ∞ 1414 Juana de Aragón, 4. Condesa de Prades, Vizcondesa de Villamur, Señora de la Baronía inmemorial de Entenza, Señora de Arenós, * um 1392, † 1440, Schwester der Königin Margarita von Aragón, der Ehefrau des Königs Martin I. von Aragón ud Sizilien, Tochter von Pedro de (Aragón)-Prades, Barón de Entenza, und Juana de Cabrera 1 Juan Ramón Folch III de Cardona, * 1418, † 18. Juni 1464, Conde de Cardona, 5. Conde de Prades, Vizconde de Villamur, Señor de la Baronía de Entenza, Admiral von Aragón, Generalleutnant, Generalkapitän und Vizekönig von Katalonien, Generalkaptän und Vizekönig von Sizilien; 2 ∞ I 1444/1445 Juana de Aragón, * Sijena um 1413, † um 1445, Tochter von Jaime II de Aragón, Conde de Urgel, und Isabel de Aragón; 3 ∞ II Elisabet de Cabrera, Tochter von Bernat Joan de Cabrera, Vizconde de Cabrera y Bas, 2. Conde de Modica, 3. Conde de Osona, und Violant de Prades, Baronesa de Cacamo 1 (I) Joan Ramón Folc IV de Cardona, * 1446, † 1513, 5. Conde y 1. Duque de Cardona (1482), 1. Marqués de Pallars (1491), 6. Conde de Prades, Vizconde de Villamur, Barón de Entenza, Condestable y Almirante de Aragón, Generalleutnant von Aragó, Mayordomo mayor del principe de Asturias, Comendador de Barcelona; 2 ∞ 1457 Aldonza Enríquez de Quiñones, Señora de Elche y Crevillente, * 1450, Tochter von Bernardino Fadrique Enríquez, 1. Conde de Melgar, 1. Conde de Rueda, 2. Almirante de Castilla, 2. Señor de Medina del Río Seco, und Teresa de Quiñones – Nchkommen siehe unten 3 (I) Jaume de Cardona, Prior von Sant Lorenç de Morunys. 4 (I) Caterina de Cardona. 5 (I) Pere de Cardona, * Cardona, † 1530, Abt von Santa María de Solsona, Lavaix und Bages, Bischof von Urgell (1472–1515), Erzbischof von Tarragona (1515–1530), Leutnant, Generalkapitän und Vizekönigvon Katalonien (1521–1523). 4 Joana Folc de Cardona; 5 ∞ Arnau Roger IV, Graf von Pallars(-Subirá), † 1451, Sohn von Roger Bernat, Comte de Pallars (-Subirá), † 1424, und Beatriu de Cardona 6 Margarida Folc de Cardona; 7 ∞ Galcerán VII de Pinós, Vizconde de Illa und Canet, Sohn von Bernat Galcerán de Pinós, „el Cavaller“, Señor de Illa, Canet, Pinós y Mataplana, und Aldonza de Mur 8 Timbor de Cardona, Nonne. 9 Violant de Cardona, † um 1490. 10 Elisabet de Cardona. 11 (nat) Jaume de Cardona, Prior von Sant Miquel del Pal. 12 (nat) Elisabet de Cardona, Nonne in Vallbona. 13 (nat) Bernat Bord de Cardona. 3 (I) Hug de Cardona, † um 1470, 1. Señor de Guadalest,; 4 ∞ Blanca de Navarra, Señora de Caparroso, Tochter von Jean de Béarn, 1. Barón de Béhorléguy, 1. Vizconde de Arberoa, und Juana de Navarra (Haus Frankreich-Évreux) 5 (I) Jaime de Cárdona, * Cardona 1405, † 1. Dezember 1466, Kanoniker in Barcelona und Lleida, Erzdiakon in Barcelona, Kanzler von Katalonien (1440–1446), Bischof von Vic (1445–1459), Bischof von Girona (1459–1462), Bischof von Urgell (1462–146), Kardinaldiakon (18. Dezember 1461) 6 (I) Joana de Cardona; 7 ∞ Francesc Gilabert de Centelles, Señor y 1. Conde de Oliva, 6. Señor de Nules, Sohn von Bernat de Centelles, 5. Señor de Nules, Señor de Oliva y Rebollet, Señor de Monteagudo, Marguini, Osilo, Leilogo y Anglona en Cerdeña, Condestable de Araón, und Leonor de Queralt 8 (I) Elionor de Cardona. 9 (I) Pere de Cardona; 10 ∞ Joana N: 1 Beatriu de Cardona; 2 ∞ Hug de Serralunga. 11 (II) Beatriu de Cardona. 12 (II) Antonio de Cardona, † 1467, Bischof von Elne 13 (II) Violant de Cardona, † 1523; 14 ∞ Felip d’Albert, Señor de las Baronías de Ponts und Agramunt, Carlán de Força Reial, Generalgouverneur von Katalonien (1461), Sohn von Bernat d’Albert, Señor de las Baronías de Ponts und Maldá, Señor de Sant Hipolit, Bruder von Galcerán d’Abert, Bischof von Barcelona und Bischof von Elne 15 (nat) Joan Bastard de Cardona, † nach 1488, Señor de la Baronía de Lloberola (de iure uxoris),; 16 ∞ Agraida de Sacirera, Señora de la Baronía de Lloberola, alias Agraida Gilabert, alias Caterina 1 Elisabet de Cardona, Baronesa de Lloberola; 2 ∞I Arnau Alamany de Toralla, Sohn von Roger Alamany de Toralla, Señor de Toralla, und Sibilla; 3 ∞II Francesc Galceran de Pinós, Barón de Gironella und Peguera, † 1540, Tochter von Galceran VII Galceran de Pinós, Vizconde de Illa, Canet y Castellar, Barón de Pinós, Mataplana, la Portella, Lluçà Gironella, Peguera, y Bagá, Señor de Palmerla 6 (II) Elfa de Cardona, † 1420; 7 ∞ I Juan I de Aragón, Conde de Ampurias, * 1375, † Castellón de Ampurias 1401, Sohn von Juan de Aragón, Conde de Ampurias und Juana Infanta de Aragón ; 8 ∞ II Acardo Pere de Mur, Barón de l’Albí, Sohn von Lluis de Mur, Barón de l’Albí i de Cerviá, und N de Cerveló 1 (II) Violant Lluïsa de Mur i de Cardona, † 1467, Señora de las Baronías de l’Albí i de Cerviá,; 2 ∞ I Ponç de Perellós; 3 ∞ II Fadrique de Aragón, Conde de Luna y Ejérica, Señor de Segorbe, * 1400/3, † Ureña 1438, unehelicher von Martín II. „el Joven“, König von Sizilien, und Tarsia Rizzari 1 (I) Elfa de Perellós, Señora de las Baronías de l’Albí i de Cerviá; 2 ∞ Hug de Cardona, 7. Barón de Bellpuig, † 1463 9 Beatriu de Cardona; 10 ∞ Roger Bernat, Conde de Pallars(-Subirá), † 1424, Sohn von Hug Roger II, Conde de Pallars (-Subirá), und Blanca de Foix-Comminges 11 Hug Folc de Cardona i Anglesola, † 14101, Barón de Almonacid, 5. Barón de Bellpuig; 12 ∞ Francesca de Pinós, Tochter von Bernat Galcerán de Pinós i Fenollet, Señor de Pinós y Mataplana und Aldonça de Castro, Señora de Guimerá y las Baronías de Castro y Peralta, Tochter von Felip III, Señor de Castro y Peralta, und Francesca Almany, Señora de Guimerá 1 Ramón de Cardona, † 1460, 6. Barón de Bellpuig, de Linyola y d’Utxafava, Barón de Calonge; 2 ∞ Caterina de Centelles, Tochter von Francesc Gilabert de Centelles, Señor y 1. Conde de Oliva, 6. Señor de Nules, Señor de los Estados de su Casa, und Beatriz de Urrea y Centelles 1 Hugo de Cardona, † 1463, 7. Barón de Bellpuig, enteignet als Parteigänger des Prinzen von Viana, 2 ∞ 1444 Elfa de Perellós, Señora de las Baronías de l’Albí i de Cerviá, Tochter von Ponç de Perellós, und Violant Lluïsa de Mur i de Cardona, Señora de las Baronías de l’Albí i de Cerviá 1 Marciana de Cardona; 2 ∞ Gaspar Joan de Josa, Señor de la Baronía de Madrona. 3 Hug IV de Cardona, † 1514, Barón de l’Albi i de Cerviá; 4 ∞ Joana Ballester 1 Joana de Cardona-Anglesola, † 1560, Baronesa de l’Albí i de Cerviá; 2 ∞ Pere Lluis d’Erill-Orcau Argensola, Barón d’Erill, Orcau y la mitad de Anglesola ,† 1540, Sohn von Antonio I d’Erill, Barón d’Erill, und Antonia Roig 5 Tochter , † vor 1492. 6 Acard de Cardona, † nach 1492. 7 Paula de Cardona, † vor 1467. 8 Elionor de Cardona. 3 Antonio de Cardona, † 1473, 4. Barón de Belpuig, de Linyola und Utxafava; 4 ∞ Castellana de Requesens, Baronesa de Linyola, Schwester vonGalcerán de Requesens, 1. Conde de Palamós, Tochter von Galcerán de Requesens i de Sant Coloma, Barón de Molin el Rei, Senyor de Santa Creuy d’Olord, Vallvidera i Sant Bertomeu dea Quadra, Gouverneur von Katalonien, und Elisabet Joan de Soler, Señora de Martorell y Rosanés 1 Ramón III de Cardona y Requeséns, † 10. März 1522, 1. Duque de Soma (12. Dezember 1502), 1. Conde de Oliveto (22. Dezember 1515), Barón de Belpuig, Linyola y Utxafavá, Vizekönig von Sizilien, Gran Almirante de las Galeras de Nápoles, Vizeköng von Neapel 1509, Capitán general de Italia, Generalísimo de la Santa Liga; 2 ∞ Elisabet de Requesens, 2. Condesa de Palamós, de Avellino y Trivento, Baronesa de Calonge, Erbtochter von Galcerán de Requeséns i Joan de Soler, 1. Conde de Palamós, Avelino y Trivento, Capitán de la Armada del rey Fernando de Nápoles, undeatriz Enríquez – Nachkommen siehe unten 3 Castellana de Cardona; 4 ∞ Don Ferrante d’Aragona, Duca di Cajazzo, Conte di Arena e Stilo, unehelicher Sohn von Ferdinand I., König von Neapel, und Diana Guardato (Haus Barcelona) 5 Antonio de Cardona 6 Elisabet de Cardona; 7 ∞ Bernat de Vilamarí, 1. Conte di Capaccio (Neapel), Gran Almirante de Sicilia, Vizekönig von Neapel und Sizilien, Sohn von Joan de Vilamarí i de Boadella, Señor de Palau Severdera, 1. Barón de Palamós, Almirante y Capitán general de la Armaa catalana 1 Joana de Vilamarí i de Cardona; 2 ∞ Antonio de Cardona, 1. Marchese della Padula, Sohn von Artale de Cardona, 2. Conte di Colisano, Gran Cancelliere del Regno di Sicilia, † 1478, und Maria Ventimiglia, Baronessa di Pettineo 3 Elisabet de Vilamarí i de Cardona-Bellpuig, 2. Contessa di Capaccio, † nach 1556; 4 ∞ 1520 Ferrante Sanseverino d’Aragona, 4. Principe di Salerno, 3. Duque de Villahermosa, 14. Conte di Marsico, 3. Conde de Cortés, * 18. Januar 1507, † Avignon 1568 (Haus Sanseverino), Sohn von Roberto III di Sanseverino e Montefeltro, 3. Pricipe di Salerno, 13. Conte di Marsico, und Marina de Aragón, * 1485, † 1513 5 Guillen de Cardona, † 1463. 6 Elionor de Cardona, † um 1454; 7 ∞ 1451 Antonio Cubello, Marchese d’Oristano, Conte del Goceano, * Oristano 1396, † 27. April / 28. Mai 1463, Sohn von Leonardo Cubello, Marchese d’Oristano, Conte del Goceano, und Quirica Deiana 8 Pere de Cardona, † nach 1456. 9 Elfa de Cardona, † nach 1488; 10 ∞ Lluis de Requesens y Joan de Soler, 2. Conde de Palamós, Señor de las Baronías de Molins del Rei i de Castellvell de Rosanés, Señor de Martorell, Generalgouverneur von Katalonien, * um 1434,† 1509, Sohn von Galcerán de Requesens und Sant Cloma, und Isabel Joan de Soler 3 Joan de Cardona 13 Pere de Cardona, † 1411, Bischof von Lleida, Apostolischer Protonotar,. 14 Marquesa de Cardona; 15 ∞ Galcerán Ademar de Santapau, Barón de Santa Pau, Castellfollit, Mosset (Katalonien), Barone di Butera e di Licodia, Signore di Lentini (Sizilien), † um 1438, Sohn von Hug III Ademar de Santa Pau, Barón de Santa Pau, Señor de Finestres, Sat Aniol, Sanluri y Santa María dels Arcs, und Beatriu de Ribelles 16 Antonio de Cardona, Conte di Caltabellotta, en Sicilia, Vizekönig von Sizilien; 17 ∞ Leonor Manoel de Vilhena, * 1380, Tochter von Henrique Manoel de Vilhena, 1. Conde de Seia en Portugal 1 Pedro de Cardona y Villena, 1. Conte di Colisano (Collesano, Sizilien, 1444), † 1450; 2 ∞ NN: 1 Artale de Cárdona, † 1478, 2. Conte di Colisano, Gran Cancelliere del Regno di Sicilia ; 2 ∞ 1466 María Ventimiglia, Baronessa di Pettineo, Tochter von Antonio Ventimiglia, 2. Marchese di Geraci, Conte di Catanzaro, Signore di Castelbuono, Tusa, Gangi, S. Mauro e Pollina, Grande Almirante di Sicilia, Vicario del Regno, Capitano Genrale delle Armi , † 1480, und Margherita Chiaramonte e Orsini 1 Pietro de Cardona, 3.Cconte di Colisano, Gran Almirante e Gran Conestabile del Regno di Sicilia, † 1522; 2 ∞ Susanna Gonzaga, Tochter von Gianfrancesco Gonzaga, Signore di Sabbioneta, 1. Conte di Rodigo, und Antonia del Balzo, 1 Artale de Cardona ; 2 ∞ María de Cardona, Tochter von Antonio de Cardona, 1. Marchese della Padula 3 Diana di Cardona, † vor 1540, Baronessa di Caronia, signora di Marsa; 4 ∞ Don Ettore II Pignatelli, 2. Duca di Monteleone, 2. Conte di Borrello, Barone di Cinquefronde, Grande de España, † 16. Januar 1579 5 Donna Giulia Antonia di Cardona, 4. Contessa di Colisano; 6 ∞ Don Antonio d’Aragona, 2. Duca di Montalto, * 1506, † 6. Oktober 1543, Sohn von Don Ferrante d’Aragona, 1. Duca di Montalto (Haus Trastámara), und Donna Caterina de Cardona 3 Ugo de Cardona, X Gaeta. 4 Giovanni de Cardona, † nach der Schlacht von Ravenna 1512 5 Diana de Cardona; 6 ∞ Alfonso d’Ávalos e d’Aquino, 1. Marchese di Pescara, X 1495 7 Leonora de Cardona e Ventimiglia; 8 ∞ 1480 Enrico II Ventimiglia, 3. Marchese di Geraci, Signore di Castelbuono, Tusa, Gangi, S. Mauro e Pollina 9 Antonio de Cardona, 1. Marchese della Padula; 10 ∞ I N de Vilamarí i de Cardona, Tochter von Bernat de Vilamarí, alais Villamaríno, 1. Conte di Capaccio, Gran Almirante di Sicilia, Vizekönig von Neapel und Sizilien, und Elisabet de Cardona; 11 ∞II Francesca Orsini, Tochter von Gian Giordano Orsini, Signore di Bracciano, Campagnano, Trevignano, Scrofano, Galeria, Fornello e Vicovaro, † Castillo de Vicovaro 1517, und Felice della Rovere 1 María di Cardona, † 1563, 2. Marchesa di Padula, Contessa di Avellino; 2 ∞ I Artale de Cardona, Sohn von Pietro de Cardona, 3. Conte di Colisano, Gran Almirante e Gran Conestabile del Regno di Sicilia, Stratigoto de Mesina, und Susanna Gonzaga ; 3 ∞ II 1536 Francesco d’Este, Marchese di Massalombarda, * Ferrara 1. November 1516, † Ferrara 22. Februar 1578, Sohn von Alfonso I. d’Este, Duca di Ferrara, Modena e Reggio, und Lucrezia Borgia 18 Elionor de Cardona 19 Aldonça de Cardona, † 1445; 20 ∞ vor 1405 Guerau Alemany de Cervelló y de Queralt, Señor de las Baronías de Querol, Montagut y Sant Martí Sarroca, † 1418 , Sohn von Ramon Alemany de Cervelló, Señor de las Baronías de Querol, Montagut, Subirats y Sant Martí Sarroca, Gouvereur von Katalonien, und, Beatriu de Queralt 4 Ramón Folc de Cardona 5 Guillem Folc de Cardona 6 María de Cardona; 7 ∞ Alfonso Roger de Lauria, Señor de Cocentaina † 1355, Sohn von Jaime II de Aragón, Barón de Ejérica (Haus Barcelona), und Beatriz de Lloria, Señora de Cocentaina, 8 Beatriu de Cardona; 9 ∞ Pons de Cabrera, Vizconde de Cabrera y Bas, Sohn von Bernat II de Cabrera, 8. Vizconde de Cabera y Bas, Ricohombre de Aragón, Señor de Montoríu, de la Puebla de Alcocer, Hostalrich, Blanes, San Pol, Maresma, und Timbor de Fenollet Die Herzöge von Cardona 1 Joan Ramón Folc IV de Cardona, * 1446, † 1513, 5. Conde y 1. Duque de Cardona (1482), 1. Marqués de Pallars (1491), 6. Conde de Prades, Vizconde de Villamur, Barón de Entenza, Condestable y Almirante de Aragón, Generalleutnant von Aragón, Mayrdomo mayor del principe de Asturias, Comendador de Barcelona; 2 ∞ 1457 Aldonza Enríquez de Quiñones, Señora de Elche y Crevillente, * 1450, Tochter von Bernardino Fadrique Enríquez, 1. Conde de Melgar, 1. Conde de Rueda, 2. Almirante de Castilla, 2. Señor de Medina del Río Seco, und Teresa de Quiñones – Vrfahren siehe oben 1 Fernando de Cárdona, * um 1470, † Barcelona 13. November 1543, 2. Duque de Cardona, 2. Marqués de Pallars, 7. Conde de Prades, Vizconde de Villamur, Barón de Entenza, Gran Condestable y Almirante de Aragón; 2 ∞ I Epila, Provinz Saragossa, 17. Februar 1498 Francisca Manrique, † Arbeca, Provinz Lleida, 21. August 1529, Tochter von Pedro Manrique de Lara, 2. Conde de Treviño, 1. Duque de Nájera, 10. Señor de Amusco, Señor de Redecilla, Navarrete, Viloslada, Ricohombre de Castilla, * 1443, † 1. Februar 1515, und Guiomar de Castro (Haus Manrique de Lara); 3 ∞ II Isabel Agustí, † Barcelona 24. Februar 1576, Tochter von Antoni Agustí Sicar und Aldonça Albanell Durall 1 (I) Joana Folch de Cardona, * um 1500, † 16. Februar 1564, 3. Duquesa de Cardona, 3. Marquesa de Pallars, 8. Condesa de Prades, Vizcondesa de Villamur, Señora de la Baronía de Entenza; 2 ∞ um 1515 Alfonso de Aragón, 2. Duque de Segorbe, 32. Conde de Ampurias, * um 1490, † 16. Oktober 1562, Sohn von Enrique, Infante de Aragón, „el Infante de la Fortuna“, 1. Duque de Segorbe , * nach 1445, † um 1522 (Haus Trastámara), und Guiomr de Castro, alias de Portugal, alias de Braganza – Nachkommen 3 (I) Aldonça Folch de Cardona; 4 ∞ Luis V de Beaumont, 4. Conde de Lerín, 4. Condestable de Navarra, Chanciller mayor del Reino de Navarra, 3. Marqués de Huéscar, 5. Señor de las Baronías, Castillos y Villas de Dicastillo, San Martín, Curton, Guissens, etc., † 9. Januar 155 (Haus Frankreich-Évreux) 5 (I)María Folch de Cardona; 6 ∞ 1525 Francesc Gelabert II de Centelles, 3. Conde de Oliva, 8. Señor de Nules, Señor de los Estados de su Casa, Sohn von Querubín Joan de Centelles, Señor de la villa de Ayora, † X gegen die Mauren 7 (I) Anna de Cardona; 8 ∞ Joan de Montcada, 3. Conte di Marmilla, 11. Barón y 1. Conde de Aitona, Barón de Serós, Mequinensa y Soses, Señor de Vallobar, Palma, Ador y Beniarche, 3. Barón de Llagostera, Gran Senescal y Maestre Racional de Cataluña, Maestro Giustiziee del Regno de Sicilia 1529, Presidente del Regno 20. Dezember 1535, Generalkapitän und Vizekönig von Sizilien 12. Januar 1536, † nach 1536 9 (II) Hipólita de Cardona. 10 (II) Elisabet de Cardona, Äbtissin von Pedralbes. 11 (nat) Joana de Cardona. 4 Antoni Folc de Cardona, Barón de Sant Boi, Vizekönig von Cerdagne, Mayordomo mayor de la emperatriz María, † 1555; 5 ∞ Ana Maria Requesens de Soler y Enríquez de Velasco, Tochter von Galcerán de Requesens y Joan de Soler, 1. Conde de Palamós, und Beatriz Enríquez 1 Joan de Cardona y Requesens, * Barcelona, † 1572, Barón de Sant Boi, Generalkapitän der Galerren Siziliens und Neapels, Vizekönig von Navarra, 2 ∞ Francisca Guiso, alias María: 1 Antoni de Cardona; 2 ∞ NN: 1 Gabí de Cardona, Barón de Galtelli. 3 Margarita Folch de Cardona y Requesens, * Barcelona, † 23. Februar 1609; 4 ∞ 1553 Adam von Dietrichstein, Herr zu Nikolsburg, Majordomus des Kaisers Rudolf II. in Prag, * 9. Oktober 1527, † 5. Januar 1590 (Dietrichstein) 5 Francesc de Cardona. 6 Anna de Cardona, Baronesa de Sant Boi; 7 ∞ I Belasc d’Alagó Arborea, 2. Conde de Villasor (Cerdagne); 8 ∞ II Álvar de Madrigal y Cervelló, Barón de Alcalá y Mosquera (Königreich Valencia), Leutnant und Generalkapitän von Cerdagne (1556–1559), * Castelló d’Empuries, † Cáller, Cerdagne, 1569, Sohn von Pere de Madrigal i d’Ixer und Rafaela de Cervlló 9 Beatriu de Cardona; 10 ∞ Hugo IV de Urrìes y Ventimiglia, 10. Señor de la Baronía de Ayerbe, Comendador de Enguera, † 1605, Sohn von Pedro Jordán X de Urríes, 9. Señor de Ayerbe, Vizekönig von Kalabrien, und Ana de Ventimiglia 11 Jerónima de Cardona. 12 Joana de Cardona. 6 Alonso de Cardona; 7 ∞ Aldonça de Terrá. 8 Juana Folch de Cardona, † 30. Januar 1547; 9 ∞ 1503 Antonio Manrique de Lara, 2. Duque de Nájera, 3. Conde de Treviño, 11. Señor de Amusco, Vizekönig von Navarra, † 13. Dezember 1535 10 Elisabet Ramón Folch IV de Cardona, † 1512; 11 ∞ Alonso Felipe de Aragón y Gurrea, 2. Duque de Luna, 3. Conde de Ribagorza, Señor de la Baronía de Gurrea, * Saragossa 1487, † Saragossa 1550 12 Enric de Cardona, * La Seu d'Urgell 1485, † 7. Februar 1530, Bischof von Barcelona (1506–1512), Erzbischof von Monreale (Sizilien, 1512–1530), Kardinaldiakon (24. November 1527) 13 Lluis de Cardona, * Cardona 1487, † 1532, Abt von Santa María de Solsona, Bischof von Barcelona (1529–1531), Erzbischof von Tarragona (1531–1532) 14 Aldonça de Cardona: 15 ∞ 1493 Miguel Ximénez de Urrea, 2. Conde de Aranda 16 Teresa de Cardona, † 1562, Äbtissin von Pedralbes 17 Pere de Cardona, † nach 1546, Barón d’Assuévar, Gouverneur von Katalonien; 18 ∞ Joana de Requesens, † nach 1505, Tochter von Galceran Bernat, alias Bernat Galceran de Requesens, 1. Conde de Palamós, Conde de Trivento y Avellino, Barón de Calonge, † 1505, und Elena del Balzo 1 Ferrán de Cardona, * Barcelona, † nach 1548; Barón d’Assuévar i Soneja ; 2 ∞ Anna d’Oms, † nach 1543, Tochter von Berenguer d’Oms, Alcaide de Elna, General der Galeeren von Katalonien, und Joana d’Oms: 1 • Joana de Cardona; 2 ∞ Alfonso del Milá. 3 Galcerán de Cardona, † vor 1614, Barón d’Assuévar i Soneja; 4 ∞ Mariana de Cardona, † nach 1614 1 Violant de Cardona. 2 Josep de Cardona, † nach 1624, Barón de Soneja i d’Assuévar; 3 ∞ Jerónima Llull de Cabrera, Tochter von Joan Llull i Soler, und Elisabet de Cabrera 3 Galcerán de Cardona y Requesens, * Barcelona, † nach 1534. 4 Pere de Cardona y Requesens, * Barcelona, † 1593, Gouverneur von Katalonien, 5 ∞ María d’Erill, * Barcelona, Tochter von Pere Lluis d’Erill-Orcau Argensola, Barón d’Erill, Orcau y de la mitad de Anglesola, und Joana de Cardona-Anglesola, Baronesa de l’Albí i de Cerviá 1 Enric de Cardona y Erill, * Barcelona, † 1603, Gouverneur von Katalonien, Comendador de Biedma; 2 ∞ Violante de Centelles y Pinós, 4. Condesa de Centelles, Tochter von Ramón Guillén de Centelles y Carroz, 6. Conde de Quirra, Señor de la Baronía de Centelles en Cataluña, † 28. Juni 1565, und Juana de Pinós y Fenollet 3 Mariana de Cardona, † nach 1614; 4 ∞ Galcerán de Cardona, Barón d’Assuévar i Soneja, † vor 1614 5 Francesc de Cardona. 6 Elisabet de Cardona. 19 (nat) Jaume de Cardona, Barón de Verges, de Sant Morí, de Villahur, de Bellcaire i la Tallada; 20 ∞ Catalina de Rocabertí, Baronesa de Sant Mori, † 1545, Tochter von Bernat Hug de Rocabertí, Barón de Sant Mori, und Cecilia de Hostalric 21 (nat) Joan de Cardona, † 1546, Abt von Santa María de Bellpuig de les Avellanes (1520–1531), Abt von Santa María de Solsona (1532–1546), Bischof von Barcelona (1531–1546), Kanzler von Katalonien (1534–1546); 22 ∞ 1513 Luisa de Blanes i de Sentmenat, Tochter von Loan de Blanes i de Conesa, 1 Helena de Cardona, † nach 1565, Señora de la torre de Pallaresa; 2 ∞ Guillén de Josa, Señor de Madrona, Altés y Ogarn. 3 (nat) Lluisa de Cardona, † um 1575; 4 ∞ Joan d’Armengol i de Terré, Barón de Rocafort de Montagut und Salmella, Sohn von Joan Salvio d’Armengol i de Pons, Barón de Rocafort de Queralt, Señor de Rocafort de Montagut, Vallespinosa y Salmella, und Anna Elisabet Terré i Malet Die Herzöge von Soma und Sessa 1 Ramón III de Cardona y Requeséns, † 10. März 1522, 1. Duque de Somas (12. Dezember 1502), 1. Conde de Oliveto (22. Dezember 1515), Barón de Belpuig, Linyola y Utxafavá, Vizekönig von Sizilien, Gran Almirante de las Galeras de Nápoles, Vizeköng von Neapel 1509, Capitán general de Italia, Generalísimo de la Santa Liga; 2 ∞ Elisabet de Requesens, 2. Condesa de Palamós, de Avellino y Trivento, Baronesa de Calonge, Erbtochter von Galcerán de Requeséns i Joan de Soler, 1. Conde de Palamós, Avelino y Trivento, Capitán de la Armada del rey Fernando de Nápoles, undeatriz Enríquez – Vorfahren siehe oben 1 Ferrán, alias Fernando Folch de Cardona Anglesola y Requeséns, * Neapel, † 13. September 1571, 2. Conde de Oliveto, 3. Conde de Palamós, de Trivento y de Avellino 6. Barón de Bellpuig, Calonge, Liñola y Utxafavá, Señor de los Estados, Vills y Lugares de su linea en Cataluña, y del Valle de Almonacid en Valencia, Gran Ammiraglio de Nápoles, capitán general del Mar del Reino de Nápoles, 2. Duque de Soma; 2 ∞Beatriz de Figueroa, † 5. August 1553, Tochter von Luis Fernández de Córdoba, 4. Conde de Cabra, 4. Vizconde de Iznájar, 6. Señor de las Villas de Baena, Rute, Zambra, Albendín, y Doña Mencía, Duque consorte de Sessa 1 Ramón de Cardona II, * Barcelona, † Barcelona nach 8 Tagen um 1542 2 Ana de Cardona y de Córdoba, * Barcelona 16. November 1542, † nach 1616; 3 ∞ Juan Ramírez de Guzmán, 2. Marqués de Ardales, Conde de Teba, Mariscal de Castilla, 5. Alcaide perpetual de la Alcazaba y Gibralfaro de Málaga, Sohn von Luis de Guzmán, 1. Marqués de Ardales, Conde de Teba, Mariscal de Castilla, und Ana deoledo 4 Luis de Cardona y Córdoba, * Tarragona 7. November 1548, † Neapel 6. März 1574, 3 Duque de Soma, 3. Conde de Oliveto, Barón de Bellpuig, de Calonge, Uxafavá y Liñola, 4. Conde de Palamós, Trivento y Avellino, Señor del Valle de Almonacid 5 Antonio Fernández de Córdoba Cardona y Requesens, * Bellpuig 2. Dezember 1550, † Valladolid 6. Januar 1606, 4. Duque de Soma, Conde de Palamós, Conde de Oliveto, Conde de Avellino, Conde de Trivento, 5 Duque de Sessa, 3. Duque de Baena, 7. Code de Cabra, Vizconde de Iznájar, Señor de Doña Mencía, Rute, Zambra y Albendín, Comendador de las Casas de Sevilla y Niebla; 6 ∞ Tora (Katalonien), 19. Juni 1578 Juana de Córdoba Cardona y Aragón, Tochter von Diego Fernández de Córdoba, „el Africano“, 3. Marqués de Comares, Alcaide de los Donceles, Señor de Lucena, Espejo y Chillón, Gouverneur und Generalkapitän vonrán und Mazarquivir, und Juana Folch de Cardona, 4. Duquesa de Segorbe, 4. Duquesa de Cardona, Condesa de Ampurias y Prades, Marquesa de Pallars 1 Luis Paulo Andrés Fulgencio Fernández de Córdoba Folch de Cardona Aragón y Requesens, * Baena 25. Januar 1582, † Madrid 14. November 1642, 6. Duque de Sessa, 4. Duque de Baena, 8. Conde de Cabra, Vizconde de Iznájar, Señor de Rute, Zambra, Doa Mencía, y Albendín, 5. Duque de Soma, Conde de Palamós, Conde de Oliveto, Barón de Bellpuig, Barón de Liñola, Baron de Calonge, Gran Ammiraglio del regno di Napoli, Grande de España de 1. clase; 2 ∞ I 1598 Mariana de Rojas y Córdoba, 4. Marquesa de Poza, Señora de las villas de Monzón, Cavia, Valdespina, Serón y Santiago de la Puebla, Jefe y Cabeza de la Familia de Rojas, * Valladolid, getauft 5. Januar 1577, † Madrid 23. Mai 1630, Tocter von Francisco de Rojas y Córdoba, 3. Marqués de Poza, Señor de las villas de Monzón, Cavia, Valdespina, Serón y Santiago de la Puebla und Francisca Enríquez de Cabrera ; 3 ∞ II 1637 Francisca Luisa Portocarrero, 6. Marquesa de Villanueva del Fresno, 13. Señora de la villa de Moguer y de Villanueva de Barcarrota, * um 1609, † 1639, Tochter von Alonso Portocarrero II, 5. Marqués de Villanueva del Fresno, 12. Señr del Estado de Moguer y de Villanueva de Barcarrota, General der Galeeren von Portugal, „el marqués de Barcarrota“, † 1622, und Isabel de la Cueva 1 (I) Antonio Francisco Fernández de Córdoba Folch de Cardona y Anglesola Aragón y Requesens II, * Madrid, getauft 19. April 1600, † 20. Januar 1659, 7.Duque de Sessa, 5. Duque de Baena, 9. Conde de Cabra, 9. Vizconde de Iznájar, Señor de las vllas de Rute, Zambra, Doña Mencía, y Albendín, 6. Duque de Soma, Conde de Palamós, Conde de Oliveto, Barón de Bellpuig, Barón de Linola, Barón de Calonge, Gran Ammiraglio del Regno di Napoli, Grande de España de 1. Clase ; 2 ∞ 1619 Teresa Pimentel y Ponce de León, * 6. Juni 1596, † 30. August 1682, Tochter von Antonio Alonso-Pimentel de Quiñones, 9. Conde-Duque de Benavente, Conde de Luna, Conde de Mayorga, Grande de España de 1. clase, und María Ponce de León 1 Luis Fernández de Córdoba III, Conde de Palamós, † als Kind 2 Francisco María Dionisio Antonio Honorato Baltasar Fernández de Córdoba Folch de Cardona Aragón y Requesens, * Madrid, getauft 17. Oktober 1626, † Madrid 12. September 1688, Conde de Palamós, 8. Duque de Sessa, 6. Duque de Baena, 10. Condede Cabra, 10. Vizconde de Iznájar, 6. Duque de Soma, Conde de Palamós, Conde de Oliveto, Avellino y Trivento, Barón de Bellpuig, Linola, Uxafavá y Calonge, Señor de las villas de Rute, Zambra, Doña Mencía, y Albendín, de las de Serón, Malpartida, Santiago de la Puebla, y sus jurisdicciones, Gran Ammiraglio del Regno di Napoli, Capitán general del Mar de Nápoles, Grande de España de 1. clase, Marqués consorte de Távara, Conde consorte de Alba de Liste, y de Villada, Leutnant, Generalkapitän und Vizekönig von Katalonien (1669–1673), Comendador de Almagro y Obrería; 3 ∞ I Montilla (Santiago) 24. Februar 1642 Isabel Luisa María Fernández de Córdoba y Figueroa, Tochter von Alfonso Fernández de Córdoba y Figueroa, „el Mudo“, 5. Marqués de Priego, 5. Duque de Feria, Marqués de Montalbán, de Celada y de Villalb, Conde de Zafra, Señor de la casa de Aguilar y de la ciudad de Montilla, Grande de España de 1. clase, und Juana Enríquez de Ribera; 4 ∞ II (annulliert) Mencia Dávalos, † 1679 im Kloster 1679, Tochter von Pedro Dávalos de Segura y de Francisca Merino y Aranda; 5 ∞ III Ana María Manuela Josefa Dominga Benita Teresa Buenaventura Pimentel de Córdoba Enríquez de Guzmán, später 6. Marquesa de Távara, 2. Condesa de Villada, Señora de Villafáfila, * um 1639, † 16. März 1683, Tochter von Enrique Enríquez Pimntel y Osorio, alias Pimentel Enríquez de Guzmán, 5. Marqués de Távara, 1. Conde de Villada, Gouverneur von Sizilien, Generalkapitän von Altkastilien und Galicien, Vizekönig von Navarra und Vizekönig von Aragón, und Francisca de Córdoba y Rojas; 6 ∞ IV Madrid (Königspalast) 11. Dezember 1683 María Andrea de Guzmán y Zúñiga, Tochter von Manuel Luis de Guzmán y Manrique de Zúñiga, 4. Marqués de Villamanrique, Marqués de Ayamonte, und Ana Dávila y Osorio, 11. Marquesa de Astorga, Marquea de Velada, Condesa de Trastamara, Condesa de Santa Marta, Grande de España de 1. clase 1 (I) Antonio III María Francisco José Fernández de Córdoba Cardona Aragón y Requesens, Conde de Palamós, * Cabra, getauft 7. April 1643, † als Kind 2 (I) Alonso María José Francisco Antonio Fernández de Córdoba, getauft Cabra 1. April 1645, † als Kind 3 (I) Francisco María José Fernández de Córdoba, getauft 9. Jun 1647, † vor 1688, 11. Conde de Cabra, Conde de Palamós; 4 ∞ Leonor de Moscoso Rojas y Córdoba, Tochter von Lope Hurtado de Mendoza Moscoso Osorio, 4. Marqués de Almazán, Conde de Monteagudo, und Juana de Rojas y Córdoba 5 (I) Félix María Antonio Alonso Francisco Fernández de Córdoba Cardona y Requesens, * Cabra, getauft 11. Januar 1654, † Madrid 3. Juli 1709, 9. Duque de Sessa, 7. Duque de Baena, 12. Conde de Cabra, Conde de Iznájar, 8. Duque de Soma, Condede Palamós, Conde de Oliveto, Conde de Trivento, Conde de Avellino, Barón de Bellpuig, Liñola, Uxafavá y Calonge, Gran Ammiraglio del Regno de Napoli, Capitán general del Mar del Reino de Nápoles, Señor de la villas de Rute, Zambra, Doña Mencía, Albendín, Santiago de la Puebla, Serón y Malpartida, Grande de España de 1. clase, Capitán general del Mar Acéano y del Ejército y Costas de Andalucía, Comendador de Estriana (Provinz León); 6 ∞ I Madrid 15. August 1678 Francisca Fernández de Córdoba y Rojas Portocarrero y Manrique, 3. Condesa de Casa Palma, 5. Condesa y Señora de la villa de las Posadas, 5. Marquesa de Guadalcázar, Señora del mayorazgo de Guadalamena, † Madrid 1. September 1680, Tochter von José Diego Fernández de Córdoba y Rojas Portocarrero Manrique, 2. Conde de Casa Palma, 4. Conde de las Posadas, Marqués de Guadalcázar, Señor de Guadalamena, Alférez mayor perpetual de Málaga, und Leonor María de Zapata de Silva y Guzmán; 7 ∞ II Madrid (Königspalast) 4. März 1685 Margarita María Teresa de Aragón y Benavides, * um 1665, † Madrid 10. August 1702, Tochter von Luis Ramón de Aragón Folch de Cardona y de Córdoba III, 6. Duque de Segorbe, 7. Duque de Cardona, Marquése Comares y de Pallars, Conde de Ampurias y de Prades, Gran Condestable de Aragón, Alcaide de los Donceles, Grande de España de 1. clase, und María Teresa de Benavides Dávila y Corella 1 (I) Francisca María Manuela Fernández de Córdoba Portocarrero y Manrique, * Madrid 21. Juli 1679, † Madrid 30. März 1722, 4. Condesa de Casa Palma, 6. Condesa de las Posadas, 8. Marquesa de Guadalcázar, Señora del mayorazgo de Guadalamena ; 2 ∞ I Madrid 3. Mai 1693 Francisco Nicolás de Velasco Ayala y Cárdenas, 4. Conde de Colmenar de Oreja, 11. Conde de Fuensalida, Grande de España, 6. Señor del estado de Villerias, y de las villas de Lillo, Huecas, Humanes y Guadamar, Alguazil myor perpetual y hereditario de la imperial ciudad de Toledo ; 3 ∞ II Madrid 21. April 1710 Carlos Homodei Lasso de la Vega y Pacheco, 3. Marqués de Almonacid de los Oteros, Marchese della Piovera (Mailand), Conde de Pabias, Generalkapitän und Vizekönig von Katalonien, † Madrid 16. Januar 1725 4 (I) María Josefa Fernández de Córdoba, * Madrid September 1680, † bald 5 (II) Antonio Miguel Fernández de Córdoba y Aragón, alias Fernández de Córdoba Cardona y Requesens, * Madrid 15. Dezember 1685, † nach drei Tagen 6 (II) Francisco Javier Manuel María Esustaquio Benito Antonio José Joaquín Mateo Rafael Ignacio Félix Luis Melchor Gaspar Baltasar Fernández de Córdoba Cardona y Requesens, alias Fernández de Córdoba y Aragón Folch de Cardona Anglesola y Requeesens, * Cabra 20. September 1687, † Palacio Real de San Ildefonso 10. April 1750, 10. Duque de Sessa, 8. Duque de Baena, 13. Conde de Cabra, 13. Vizconde de Iznájar, 9. Duque de Soma, 15. Conde de Palamós, Conde de Oliveto, Barón de Bellpuig, de Calonge, Liñola y Uxafavá, de Monparler y Zeana, el Mor Ballestar, Almazola, Signoga y la Cendrosa, Gran Ammiraglio del Regno di Napoli, Capitán general del Mar del Reino de Nápoles, Señor de las villas de Serón, Santiago de la Puebla y Malpartida, y de las de Rute, Albendín y Doña Mencía con sus jursidcciones, Grande de España de 1. Clase ; 7 ∞ Teresa Manuela Antonia Fernández de Córdoba y Guzmán, Tochter von Francisco Fernández de Córdoba Folch de Cardona Anglesola y Requesens, 8. Duque de Sessa, Soma y Baena, und María Andrea de Guzmán y Zúñiga 1 Francisco Xavier María Francisco de Paula Félix Benito Bernardo Jerónimo José Joaquín Domingo Antonio Diego Buenaventura Fernández de Córdoba Folch de Cardona y Aragón Anglesola y Requesens II, * Ciempezuelos bei Madrid 2. Juli 1706, † Madrd 4. Mai 1735, 14. Conde de Cabra, 14. Vizconde de Iznájar, Conde de Palamós : 2 ∞ Madrid 27. Juli 1727 María Teresa Pimentel y Borja, * um 1715, † Madrid 28. Dezember 1727, Tochter von Antonio Francisco Alfonso-Pimentel de Quiñones IV, 13. Conde-Duque de Benavente, Conde de Luna y Mayorga, Marqués de Jabalquinto, Marqus de Villa Real, Grande de España de 1. clase, Merino mayor de León y de Asturias, und Ignacia Juana de Borja y Centellas Fernández de Córdoba; 3 ∞ II Madrid (San Martín) 1. Juli 1731 Teresa María Francisca Xaviera Bárbara Mariana Clara de Guzmán y de Guevara, * August 1715, † Madrid 5. August 1742, Tochter von Sebastián Antonio Domingo de Guzmán y Spínola Enríquez de Mójica y Porres,. Marqués de Montealegre, Marqués de Quintana, Conde de los Arcos, Conde de Añover de Tormes, Conde de Castronuevo, Grande de España de 1. clase, und Melchora de la Trinidad Vélez Ladrón de Guevara y de Ligne, 12. Condesa de Oñate, Condesa de Villamediana, Marquesa de Guevara, Grande de España de 1. clase 1 (I) José Fernández de Córdoba y Guzmán Folch de Cardona y Aragón Anglesola y Requesens, Conde de Palamós 4 Félix María Juan de la Cruz Nicasio Zavier Francisco de Paula Juan de Dios José Joaquín Benito Bernardo Vicente Ferrer Ignacio Antonio Ventura Fernández de Córdoba, * Madrid 14. Dezember 1709, † als Kind 5 Buenaventura ««««««««Ventura Francisca»»»»»»»» María Saturnina Manuela Joaquina Ana Josefa Margarita Andrea Benita Antonia Bernarda Nicolasa Francisca Melchora Gaspara y Baltasara Fernández de Córdoba Folch de Cardona Requesens y de Aragón, alias Ferrnández de Córdoba Folch de Cardona Anglesola y Requesens, * Madrid 2. Juni 1712, † Madrid 9. April 1768, 11. Duquesa de Sessa, 9. Duquesa de Baena , 15. Condesa de Cabra, 9. Duquesa de Soma, 15. Vizcondesa de Iznájar, 16. Condesa de Palamós, 10. Condesa de Oliveto, 16. Condesa de Trivento, Condesa de Avellino, 25. Baronesa de Bellpuig, Calonge, Liñola y Uxfavá; 6 ∞ Madrid (San Andrés) 10. Dezember 1731 Buenaventura Antonio Osorio de Moscoso Felípe de Guzmán Dávila y Aragón, 9. Conde de Altamira, Conde de Arzacóllar, Conde de Lodosa, Marqués de Leganés, Marqués de Morata de la Vega, Marqués de Poza, Marqués de Almazán, Duque de Sanlúcar la Mayor, Duque de Medina de las Torres, Príncipe di Aracena, Grande de España de 1. clase, * 1707, + 30. März 1734, Sohn von Antonio Domingo Mariano Osorio de Moscoso y Aragón, 8. Conde de Altamira, Marqués dde Leganés, Duque de Sanlúcar la Mayor, Grande de España de 1. clase, und Ana Nicolasa Margarita María Manuela Dominga de Guzmán Dávila y Osorio, 13. Marquesa y Señora de la villa de Astorga, Marquesa de Velada, Marquesa de Ayamonte, Marquesa de Villamanrique, Condesa de Saltés, Condesa de Nieva, 4. Duquesa y Señora de Atrisco, Grande de España de 1. clase; 7 ∞ II Madrid 21. September 1749, José de Guzmán Vélez Ladrón de Guevara y de Tassís, 12. Conde de Oñate, Conde de Castronuevo, Conde de los Arcos, Conde de Villamediana, Conde de Campo Real, 6. Marqués de Montealegre, Marqués de Quintana del Mrco, Marqués de Guevara, 3facher Grande de España de 1. clase, † 1781 – Nachkommen 8 (II) María del Pilar Francisca de Borja Ana Aleja Benita Bernarda Antonia Isabel Dominga Ignacia Fernández de Córdoba y Aragón, * Madrid 4. Oktober 1688, † 28. März 1712; 9 ∞ Madrid (San Justo y Pastor) 17. April 1702 Pedro Manuel Colón de Portugal y Ayala de la Cueva Fajardo de Mendoza, Marqués de la Jamaica, später 8. Duque de Veragua, Duque de la Vega de la Isla de San Domingo, Conde de Gelves, Conde de Ayal, Conde de Villalonso, Almirante y Adelantado mayor de las Indias, Grande de España, Minister, † Madrid 17. April 1702 10 (II) Buenaventura Manuel María Joaquín Eugenio José Francisco Gabino Antonio Ignacio Domingo Ramón Benito Ambrosio Bernardo Fernández de Córdoba y Aragón, * Madrid 6. September 1689, † Madrid 15. Mai 1735, Duque consorte de Atrisco; 11 ∞ 1708 Melchora Juana de Moctezuma Sarmiento de Valladares, 2. Duquesa de Atrisco, 5. Condesa de Moctezuma, Vizcondesa de Tula, Señora de Tultengo y de la Peza, Grande de España de 1. clase, † Madrid 21. Dezember 1717, Tochter von José Sarminto de Valladares, 1. Duque y Señor de Atrisco, Generalkapitän und Vizekönig von Neuspanien, Grande de España, und Jerónima María de Moctezuma y Jofre de Loaisa 12 (II) Joaquín José María Simón Antonio Francisco Xavier Pedro de Alcántara Diego Domingo Bernardo Cayetano Rafael Félix Alejo Juan de Dios Nicolás Ambrosio Fernández de Córdoba y Aragón, * Sanlúcar de Barrameda 20. Oktober 1699, † im Alter vn 3 Jahren. 13 (II) Antonio José María Hermenegildo Francisco de Paula Blas Félix Domingo Francisco Xavier Benito Bernardo Ambrosio Nicolás Fernández de Córdoba y Aragón, * Sanlúcar de Barrameda 16. April 1692, † Madrid im Alter von vier Jahren 14 (II) Isabel Ana Isidora María Marina Benita Bernarda Micaela Josefa Fernández de Córdoba y Aragón,* Puerto de Santa María 15. März 1693, Nonne 15 (II) José Miguel Juan Ignacio Félix Francisco Xavier Esteban Benito Bernardo Ambrosio Domingo Luis Alejo Ramón Diego Joaquín Fernández de Córdoba y Aragón, * Puerto de Santa María 29. Juli 1694 16 (II) Luis Judas Tadeo Juan Pablo Pedro Francisco Xavier Benito Bernardo Ambrosio Melchor Baltasar Gaspar Miguel Gabriel Rafael Domingo Alejo Lázaro José Joaquín Fernández de Córdoba y Cardona, * Cabra 26. Juni 1695, † vor 1702. 17 (II) María Ana Lorenza Teresa Benita Bernarda Ambrosia Dominga Juliana Tadea Alberta Jacoba Francisca Xaviera Fernández de Córdoba y Aragón, * Madrid 6. September 1696 18 (II) Diego Pascual Pedro Juan Domingo Francisco Zavier Bernardo Benito Ambrosio Julián Melchor Gaspar Baltasar Judas Tadeo Fernández de Córdoba y Aragón, * Madrid 28. Juni 1698, † kurz nach seinem Vater 19 (II) Teresa María Josefa Gila Francisca Zaviera Librada Benita Bernarda Ambrosia Dominga Agustina Pascuala Alberta Vicenta Fernández de Córdoba y Aragón, * Madrid 1. September 1699, † als Kind 8 (II) María Regina Fernández de Córdoba y Dávalos, Nonne 9 (III) Antonio Pimentel de Córdoba, 4. conde de Villada, * Barcelona, + daselbst 10 (III) Luisa Pimentel, 7. Marquesa de Távara, 5. Condesa de Villada, 1693 Nonne 11 (III) María de Córdoba y Pimentel, † als Kind 12 (III) Teresa de Córdoba y Pimentel, Sor Teresa María de Jesús, † Februar 1694 als Nonne 13 (III) Ana María Manuela Úrsula Rosolea Francisca Teresa Pimentel de Córdoba, alias Fernández de Córdoba y Pimentel Enríquez de Guzmán, * Madrid 17. Juni 1668, † Tordesillas 22. Februar 1726, 8. Marquesa de Távara, 6. Condesa de Villada(1693) 14 ∞ I 1. August 1687 Antonio José Félix Francisco de Toledo Osorio, alias de Toledo y Córdoba, Sohn von Fadrique Lorenzo de Toledo Osorio, 7. Marqués de Villafranca del Bierzo, Duque de Fernandina, Príncipe di Montalbano, Grande de España, ud María Manuela de Jesús Fernández de Córdoba y Cardona ; 15 ∞ II Valerio Antonio de Zúñiga y Ayala, 7. Marqués de Aguilafuente, 6. Conde de Villalba, † 1712, Sohn von Manuel de Zúñiga y Enríquez, 5. Marqués de Aguilafuente, Señor del estado de Baza, und Francisca de Ayala y Osorio, 3. Condesa de Villlba, Señora de Abarca y de Villa Ramiro; 16 ∞ III Valladolid Gaspar de la Cerda y Leiva, unehelicher Sohn von Antonio Manuel Francisco José Joaquín de la Cerda y de Leyva 17 (IV) Manuel Miguel Francisca Antonio Nicolás José María Cayetano Wenceslao Elzeario Fermín Nicasio Fernández de Córdoba Guzmán y Dávila, * Madrid 28. September 1684, †Puebla de los Ángeles, México, 12. Juli 1702; 18 ∞ Puebla de los Ángeles, México, Mai 1702 Melchora Juana de Moctezuma Sarmiento de Valladares, 4. Condesa de Moctezuma, Vizcondesa de Ilucán, Señora de las provincias de Tula y Tultengo en México, y de la villa de Peza, später 2. Duquesa y Sñora de Atrisco Tochter von José Sarmiento de Valladares, 1. Duque y Señor de Atrisco, Generalkapitän und Vizekönig von Neuspanien, Grande de España, und Jerónima María de Moctezuma y Jofre de Loaisa, 3. Condesa de Moctezuma, Vizcondesa de Ilucán, Señora de Tula y Tultengo, y de la Peza 19 (IV) Diego de Córdoba y Guzmán, * Madrid 1688, Kanoniker 20 (IV) Teresa Manuela Antonia Francisca Mariana Josefa Juana Bernarda Benita Aleja Fernández de Córdoba y Guzmán, * Madrid 17. Juni 1688; 21 ∞ Francisco Javier Fernández de Córdoba Cardona y Aragón Folch de Cardona y Requesens, 13. Conde de Cabra, 10. Duque de Sessa 7 Diego Pedro Juan Honorato Antonio Francisco Argimiro Fernández de Córdoba, marqués de Huétor de Santillán, conde de Villaumbrosa, getauft Cabra 8. Juli 1630, † Madrid 7. Februar 1702; 8 ∞ I Königspaslst in Madrid 3. April 1661 María de Bazán Benavides y Dávalos, Señora y 1. Marquesa de Huétor de Santillán (2. April 1661), Tochter von Francisco de Benavides y de la Cueva, 7. Conde de Santisteban del Puerto, und Brianda Maríae Bazán; 9 ∞ II María Petronila Niño de Porres Enríquez de Guzmán, 3. Condesa de Villaumbrosa, Condesa de Castronuevo, Marquesa de Quintana del Marco, Erbtochter von García Niño de Ribera, 2. Conde de Villaumbrosa, Señor de Nuez, und Francisca de Porrs y Enríquez, 3. Condesa de Castronuevo, Marquesa de Quintana del Marco 10 Gonzalo Manuel Domingo Francisco Antonio Honorato Sixto Felicísimo Agapito Fernández de Córdoba y Pimentel, * Cabra, getauft 13. August 1631, † 7. Juni 1663 11 Mariana Fernández de Córdoba Cardona y Aragón, * Madrid, getauft 15. März 1628; 12 ∞ Cabra 3. Dezember 1641 Luis Ignacio Fernández de Córdoba y Figueroa, Marqués de Montalbán y Villalba, später 6. Marqués de Priego, 6. Duque de Feria, Señor y Pariente mayor de la casa de Córdoba, Señor del estado de Aguilar y de la ciudade Montilla, Grande de España de 1. clase, Sohn von Alonso Fernández de Córdoba y Figueroa II, „el Mudo“, 5. Marqués de Priego, Duque de Feria, und Juana Enríquez de Ribera y Girón 13 María Manuela Francisca de Jesús Fernández de Córdoba Cardona y Aragón, * Cabra, getauft 1. Januar 1634, † 1679; 14 ∞ Madrid, Fadrique Lorenzo de Toledo Osorio, 7. Marqués de Villafranca del Bierzo, Marqués de Villanueva de la Valdueza, Duque de Fernandina, Príncipe di Montalbano, Grande de España, Vizekönig von Sizilien, * 27. Februar 1635, † 1705, Sohnon Fadrique de Toledo Osorio, 1. Marqués de Villanueva de la Valdueza, und Elvira Ponce de León 4 Gonzalo Andrés Domingo Fernández de Córdoba, „el otro Gran Capitán“, * Cabra 31. Dezember 1585, † Montalbán de Aragón 16. Februar 1645, 1. Principe di Maratea (Sizilien, 1624), Reichsfürst (1625) 7 Jerónimo de Cardona y Córdoba, * Barcelona 5. Dezember 1552, † als Kind 3 Antoni de Cardona i Requesens, † nach 1543. 4 Caterina de Cardona i Requesens, † 1577; 5 ∞ Don Ferrante d’Aragona, 1. Duca di Montalto, † 1542, unehelicher Sohn von Ferdinando I., Duca di Calabria, König von Neapel 1458/1494 (Haus Trastámara) Weblinks • VESCOMTES de CARDONA bei Medieval Genealogy (für die Vescondes de Cardona) • Grandes de España : Cardona (für die Grafen und Herzöge von Cardona) • Grandes de España : Cabra (für die Grafen von Cabra und Herzöge von Sessa) | von Cordona, Rámon Folch VIII. (I9859)
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| 34363 | https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Scarponnois Das Haus Scarponnois war die Familie der Grafen von Pfirt (frz. Ferrette), Lützelburg (Lutzelbourg), Mömpelgard (Montbéliard) sowie der Grafen und späteren Herzöge von Bar (Bar-le-Duc). Ihren Namen trägt die Familie nach ihrer Herkunft aus dem Scarponnois im heutigen französischen Département Meurthe-et-Moselle. Da Pfirt im Sundgau liegt, wurde die Familie früher auch als Sundgaugrafen bezeichnet, obwohl sie diesen Titel niemals trug. Familiengeschichte Erstes greifbares Familienmitglied war Richwin, Graf im Scarponnois, der mit Hildegard von Egisheim verheiratet war, einer Schwester des Papstes Leo IX. († 1054). Deren Sohn war Ludwig von Mousson († 1073/76), Kastellan von Mömpelgard, Altkirch und Pfirt, der 1038 Sophia von Bar heiratete, eine Tochter des Herzogs Friedrich II. von Lothringen und der Mathilde von Schwaben. Sophia hatte nach dem kinderlosen Tod ihres einzigen Bruders, Herzog Friedrich III. († 1033) Amance, Bar und Saargemünd geerbt, war von ihrer Tante Gisela von Schwaben aufgezogen worden, der Ehefrau des Kaisers Konrad II., und dürfte somit sowohl aus finanzieller als auch verwandtschaftlicher Sicht eine begehrte Braut gewesen sein. Dass die Wahl des Kaisers auf Ludwig fiel, liegt darin begründet, dass Konrad mit der Ehe seine Position in Lothringen stärken wollte (so wie er mit der Verheiratung von Sophias Schwester Beatrix mit Bonifatius von Canossa seine Macht in Italien ausbauen wollte). Diese politische Ehe machte Ludwig und seine Nachkommen zu einer der wichtigsten Familien Lothringens – und löste den jahrhunderte andauernden Gegensatz zwischen den Grafen und Herzögen von Bar und den Herzögen von Lothringen aus. Ludwigs Sohn Dietrich I. war nun nicht mehr Kastellan, sondern Graf von Pfirt und Altkirch; er heiratete Ermentrude von Burgund, Tochter von Graf Wilhelm I. von Burgund und Erbin von Mömpelgard. Sein Bruder Friedrich heiratete Agnes von Maurienne, Tochter von Graf Peter I. von Savoyen, von dem er die Markgrafschaft Susa erhielt. Eine Erbteilung unter Dietrichs Söhnen Friedrich I. (der das großväterliche Erbe Pfirt erhielt), Rainald I. (der das großmütterliche Erbe Bar bekam) und Dietrich II. (dem das mütterliche Erbe Mömpelgard zufiel) zersplitterte dann die Macht der Familie. Die Linie Mömpelgard erlosch bereits 1148 mit der nächsten Generation, hier erbte das Haus Montfaucon. Die Nachkommen Friedrichs, die Grafen von Pfirt, starben 1352 mit Johanna von Pfirt aus, die mit Herzog Albrecht II. von Österreich verheiratet war, wodurch die Grafschaft an die Habsburger kam. Den längsten Bestand hatte die mittlere Linie; deren Besitz Pont-à-Mousson, wurde 1354 Markgrafschaft Pont-à-Mousson erhoben, obwohl es der Grafschaft Bar untertan war: die sich daraus ergebende Anomalie wurde noch im gleichen Jahr dadurch gelöst, dass der Graf von Bar zum Herzog von Bar ernannt wurde. Das Ende der Familie kam kurz nach dem Tod des ersten Herzog, Robert I. († 1411). Sein ältester Sohn Heinrich starb 1398, also vor seinem Vater. Sein zweiter Sohn geriet in türkische Gefangenschaft, die letzte Nachricht von ihm stammt aus dem Jahr 1404. Im Jahr 1401 gab Herzog Robert seinen Titel daraufhin seinem dritten Sohn Eduard, behielt aber den Nießbrauch des Herzogtums – eine Entscheidung, mit der er seinen Enkel Robert, den Sohn Heinrichs, überging; der Enkel Robert begehrte gegen die Entscheidung auf, strengte 1406 einen Prozess beim Parlement in Paris an, der 1409 erfolglos zu Ende ging – immerhin erhielt er 1413 als Entschädigung den Titel eines Grafen von Marle sowie (als Erbe seiner Mutter) den eines Grafen von Soissons. Den Titel behielt sein Onkel Eduard, der 1411 dann auch den Nießbrauch erhielt. Vier Jahre später fielen dann Robert von Marle, Herzog Eduard und ein weiterer Bruder, Jean de Puisaye, in der Schlacht von Azincourt. Einziges legitimes männliches Mitglied des Hauses war nun Ludwig von Bar, ein weiterer Sohn Herzog Roberts, der allerdings dem geistlichen Stand angehörte und seit 1387 sogar Kardinal war. Er übernahm den Herzogstitel, musste sich aber gegen seinen Schwager, Herzog Adolf von Jülich und Berg durchsetzen, welcher der Nachfolge mit Hinweis auf Ludwigs geistliches Amt widersprochen hatte. In Anbetracht seiner eigenen Ehelosigkeit und der Auseinandersetzung mit Herzog Adolf suchte Ludwig eine Lösung, und fand sie in seinem Großneffen René von Anjou (Renés Großmutter Violante von Bar war Ludwigs Schwester), dem er zudem 1419 – um die jahrhundertealten Differenzen zwischen den Herzögen von Bar und Lothringen zu beenden – die Hochzeit mit Isabella von Lothringen, der Erbtochter der Herzogs Karl II., vermittelte, und in diesem Zusammenhang (Vertrag von Saint-Mihiel vom 13. August 1419) das Herzogtum Bar übertrug. Ludwig starb 1430, und mit dem Tod von Robert von Marles einziger Tochter Johanna 1462 erlosch die Familie dann ganz; die Grafschaften Marle und Soissons gingen an Johannas Kinder und damit an das Haus Luxemburg-Ligny. Stammliste Die ersten Generationen Richwin (Ricuin), Graf im Scarponnois; ∞ Hildegard von Egisheim, Tochter von Hugo VI., Graf im Nordgau (Etichonen) Ludwig von Mousson, 1042/71 bezeugt, † 1073/76, in Mousson, 1042 „castellanus“ in Mömpelgard, Altkirch und Pfirt, Graf; ∞ 1038 Sophia, † 21. Januar 1093, als Witwe Gräfin von Mousson, in Amance, Bar und Saargemünd, Vögtin von Saint-Mihiel, Tochter von Friedrich II., Herzog von Oberlothringen, Graf von Bar (Wigeriche) Bruno, † jung Dietrich I., 1057 bezeugt, † 2. Februar 1102/1105, Graf in Altkirch und Pfirt, 1093 Graf in Bar, 1093 Stifter von Walbourg, um 1100 Stifter von Biblisheim, begraben in der Kathedrale von Autun; ∞ um 1065 Ermentrude von Burgund, † nach 3. Juli 1105, Erbin von Mömpelgard, Tochter von Wilhelm I., Graf von Burgund (Haus Burgund-Ivrea) Friedrich I., 1105 bezeugt, † 19. August wohl 1160, 1125 Graf von Pfirt, begraben in der Abtei Oelenberg; ∞ I vor 1101 Petrissa von Zähringen, † wohl 1115, Tochter von Berthold II., Herzog von Zähringen (Zähringer); ∞ II Stephanie von Vaudémont, † 4. Dezember 1160/88, Tochter von Gerhard I., Graf von Vaudémont (Haus Châtenois) – Nachkommen siehe unten Ludwig, † ermordet 1105/06 in Mömpelgard, nimmt 1095 das Kreuz Rainald I., † 10. März 1149, Graf von Bar und Mousson, Vogt von Saint-Pierremont, nimmt 1097 das Kreuz, ∞ I um 1110 NN, † vor 1120; ∞ II um 1120 Gisela von Vaudémont, † 26. Dezember nach 1141, Tochter von Gerhard I., Graf von Vaudémont (Haus Châtenois) – Nachkommen siehe unten Dietrich II., † Januar 1163, 1125 Graf von Mömpelgard, Stifter der Klöster Belchamp und Lieucroissant; ∞ NN Dietrich III., † vor 1160, Graf von Mömpelgard 1145/55; ∞ Gertrud von Habsburg, † 15. Januar 1132–1134, Tochter von Werner II., Graf im Oberelsass (Habsburger) Sophie, † April 1148; ∞ 1124/30 Richard II. de Montfaucon, gründet Kloster Lützel und Kloster La Grâce-Dieu (Franche-Comté), † 1162 (Haus Montfaucon) Stephanie, † nach 4. Dezember 1160; ∞ vor 1131 Folmar Graf von Saarwerden 1131/65 Ermentrude, † vor 1171; Eudes, Comte de La Roche-en-Montagne 1130/80, † 1181 Stephan, 1106 bezeugt, † 30. Dezember 1162, 1107 primicerius in Toul, 1120 Bischof von Metz und Kardinal, begraben in der Kathedrale von Metz Wilhelm, † nach 8. Februar 1105 Hugo, † nach 8. Februar 1105 Gunthilde, † 21. Februar 1131, erste Äbtissin von Biblisheim Agnes, 1135/47 bezeugt, 1140 Stifterin des Klosters Haute-Seille; ∞ Hermann I, Graf von Salm, 1095/1135 bezeugt, † vor 1138 (Haus Salm) Tochter (wohl Mathilde), † vor 1125; ∞ Adalbert Graf von Mörsberg, 1098/1124 bezeugt, † vor 1125 (Haus Nellenburg) Ludwig, 1080 bezeugt Friedrich, 1065 bezeugt, † 29. Juni 1092, 1073 Graf, Herr von Lützelburg, Markgraf von Susa; ∞ Agnes von Maurienne, † nach 1110, Tochter von Peter I., Graf von Savoyen (Haus Savoyen) Peter, † vor 1133, Herr von Lützelburg, Markgraf von Susa 1106/26; ∞ I NN; ∞ II Ita, 1125/43 bezeugt (I) Heinrich, 1119 bezeugt, † 1143 (II) Reinald, Graf von Lützelburg 1117, † 1150 Bruno, 1116/19 Domdekan in Straßburg Sophie; ∞ Volmar, Graf von Froburg, 1050/78 bezeugt Beatrice, † 26. Oktober 1092, begraben in Toul; ∞ (Ehevertrag 1056) Berthold I., Herzog von Zähringen, 1061/77 Herzog von Kärnten, Graf im Breisgau, † 5./6. November 1078, begraben in Kloster Hirsau Mechtild, † 1092/1105; ∞ Hugo VIII., Graf von Dagsburg 1074, † ermordet 5. September 1089 (Etichonen) Die Grafen von Pfirt (Auszug) Friedrich I., 1105 bezeugt, † 19. August wohl 1160, 1125 Graf von Pfirt, begraben in der Abtei Oelenberg; ∞ 1 vor 1101 Petrissa von Zähringen, † wohl 1115, Tochter von Berthold II., Herzog von Zähringen (Zähringer); ∞ II Stephanie von Vaudémont, † 4. Dezember 1160/88, Tochter von Gerhard I., Graf von Vaudémont (Haus Châtenois) – Vorfahren siehe oben (II) Ludwig I., 1144 bezeugt, † 1180, 1161 Graf von Pfirt, Vogt von Lüders (Lure (Haute-Saône); ∞ Richenza von Habsburg, 1168/80 bezeugt, † Dezember 1180, Tochter von Werner II., Graf im Oberelsass (Habsburger) Ulrich I., † ermordet 27. September 1197, 1194 Graf von Pfirt, 1160 Seigneur de Vadans Ludwig II., † 1189 auf dem Kreuzzug, Graf von Pfirt, Seigneur de Vadans 1187/88 Friedrich II., † 25. Januar 1234, 1194 Graf von Pfirt; ∞ I NN von Egisheim, Gründerin von Abtei Valdieu; ∞ II Heilwig von Urach, Tochter von Egino IV., Graf von Urach, 1215/62 bezeugt (I) Alix, † vor 1268, Dame de Belfort; ∞ Dietrich III., Graf von Mömpelgard, † 1283 (Haus Montfaucon) (I) Agnes, 1227/71 bezeugt, † vor Juli 1272, Frau von Münsterol (Montreux-Château); ∞ vor 1227 Friedrich V. Graf von Toul, 1194/1248 bezeugt, † vor 1250 (Haus Châtenois) (I oder II) Ulrich II., † 1. Februar 1275, 1216 Landvogt im Elsass, 1227 Graf von Pfirt, 1256 Herr von Blumenberg (Florimont) (I) Friedrich, 1232/67 bezeugt, Herr von Rougemont-le-Château (Rothenberg) (I) Agnes, † vor 1249; ∞ Wilhelm, Graf von Vienne, † 1255 (Haus Burgund-Ivrea) (II) Theobald, † 1310/11, 1271 Graf von Pfirt, 1292/97 Landvogt im Elsass, Ulrich III., † 11. März 1324, 1311 Graf von Pfirt; ∞ I Johanne von Mömpelgard, † 1347/49, Tochter von Reinald von Burgund, Graf von Mömpelgard (Haus Burgund-Ivrea) Johanna, † 15. Januar 1352; 1324 Gräfin von Pfirt, ∞ 1324 Albrecht II., Herzog von Österreich, 1324 Graf von Pfirt, † 1358 (Habsburger) Ursula, † 5. Mai nach 1367, 1347–1350 Dame de Belfort; ∞ I Hugo I Graf von Hohenberg, † 26. Mai 1354 (Stammliste der Grafen von Hohenberg); ∞ II Wilhelm II. Graf von Montfort in Bregenz, † 1373/74 (Montfort (Adelsgeschlecht)) (I) Fine (Sophie), † 25. März 1344; ∞ Ulrich III., Graf von Württemberg, † 11. Juli 1344 (Haus Württemberg) (II) Stephanie, † 23. September 1276; ∞ Konrad Werner III. von Hattstatt, 1274/80 Landvogt im Elsass, † wohl 1324 (II) Ludwig, 1259/62 bezeugt, Herr von Florimont; ∞ Gertrud, 1262/81 bezeugt, Tochter von Ulrich II. von Rappoltstein Ludwig III. der Grimmel, † 1236, Graf von Pfirt, Berthold, † 10. Dezember 1262, 1243/49 Propst von Moutier-Grandval, 1248 Koadjutor und 1248 Bischof von Basel Adalbert, 1235/51 bezeugt, 1241 Vogt von Masmünster; ∞ NN de Chalon, Tochter von Johann der Weise, Graf von Burgund, Herr von Salins (Haus Chalon) Die Grafen von Bar (Auszug) Rainald I., † 10. März 1149, Graf von Bar und Mousson, Vogt von Saint-Pierremont, nimmt 1097 das Kreuz, ∞ I um 1110 NN, † vor 1120; ∞ II um 1120 Gisela von Vaudémont, † 26. Dezember nach 1141, Tochter von Gerhard I., Graf von Vaudémont (Haus Châtenois) – Vorfahren siehe oben (II) Rainald II., 1135/70 bezeugt, † 25. November 1170, 1149 Graf von Bar und Mousson; ∞ 1155 Agnès de Blois, Dame de Ligny-en-Barrois, † 7. August 1207, Tochter von Theobald II., Graf von Blois und Troyes (Haus Blois) Jakob, genannt Heinrich I., † 14. oder 19. Oktober 1190 bei der Belagerung von Akkon, Graf von Bar und Mousson 1174 Johann, genannt Theobald I., † 12/13. Februar 1214, in Briey, Stenay und Longwy, 1190 Graf von Bar und Mousson, 1198 Graf von Luxemburg (uxor nomine); ∞ I um 1170 Laurette von Loon, Erbin von Longwy, † vor 1184, Tochter von Ludwig I, Graf von Loon und Rieneck, Stadtgraf von Mainz; ∞ II um 1189, um 1195 geschieden, Ermesinde de Bar-sur-Seine, Tochter von Guy, Graf von Bar-sur-Seine (Haus Brienne); ∞ III 1197 Ermesinde, Gräfin von Luxemburg, † 17. Februar 1247, Tochter von Heinrich dem Blinden, Graf von Luxemburg und Namur (Haus Namur) (I) Agnes (Tomasia), † 1226; ∞ Friedrich II., Herzog von Lothringen, † 1213 (Haus Châtenois) (II) Heinrich II., † 1239, 1210 Graf von Bar; ∞ Philippa von Dreux, † 1242, Tochter von Robert II., Graf von Dreux (Haus Frankreich-Dreux) Theobald II., † 1291, 1240 Graf von Bar; ∞ I Jeanne de Dampierre, Tochter von Guillaume II., Seigneur de Dampierre-sur-Aube; ∞ II Jeanne de Toucy, Erbtochter von Jean, Sire de Toucy, de Saint-Fargeau et de Puisaye Heinrich III., † 1302, 1291 Graf von Bar; ∞ Eleonore von England, † 1297, Tochter von Eduard I., König von England (Anjou-Plantagenet) Eduard I., † 1336, 1302 Graf von Bar; ∞ Marie von Burgund, † nach 1323, Tochter von Robert II., Herzog von Burgund (Älteres Haus Burgund) Heinrich IV., † 1344, 1337 Graf von Bar; ∞ Yolande von Flandern, † 1395, Tochter von Robert, Comte de Marle – Nachkommen siehe unten Aliénor, † 1333; ∞ Rudolf, Herzog von Lothringen, X 1346 (Haus Châtenois) Johanna, † 1361; ∞ John de Warenne, 8. Earl of Surrey, † 1347 (Anjou-Plantagenet) Jean, † 1311/14, Seigneur de Puisaye; ∞ Jeanne de Dreux, 1323 Comtesse de Braine, † 1325, Tochter von Robert IV., Graf von Dreux (Haus Frankreich-Dreux) Rainald, † 1316, 1302 Bischof von Metz Theobald, † 1312, 1302 Bischof von Lüttich Érard, † 1335, 1302 Seigneur de Pierrepont et d‘Ancerville; ∞ Isabella von Lothringen, † 1353, Tochter von Theobald II., Herzog von Lothringen (Haus Châtenois) – Nachkommen † nach 1411 Pierre I., † 1348/49, 1302 Seigneur de Pierrefort – Nachkommen † 1380 Philippa, 1272/83 bezeugt; ∞ Otto IV., Graf von Burgund, † 1302 (Stammliste des Hauses Burgund-Ivrea) Reinald, † 1271 Johanna, † vor 1299; ∞ I Friedrich von Salm, Herr von Blamont, † vor 1257; ∞ II Ludwig V. von Loon, Graf von Chiny, † 1299 (Haus Loon) Margarete, Dame de Ligny-en-Barrois, † 1273; ∞ Heinrich der Blonde, Graf von Luxemburg, † 1281 (Haus Limburg-Arlon) (II) Agnes, † vor 1225; ∞ Hugo I. von Châtillon, Graf von Saint-Pol, † 1248 (Haus Châtillon) (III) Elisabeth, † 1262; ∞ Walram V. der Lange von Limburg, Herr zu Monschau, † 1242 (III) Margareta, † vor 1270; ∞ I Hugo III.] Graf von Vaudémont, † 1243 (Haus Châtenois); ∞ II Henri de Dampierre-en-Astenois, † 1259 Rainald, † 1217, Thesaurarius von Saint-Martin de Tours, 1183 Bischof von Chartres Dietrich, † 1171, 1163 Bischof von Metz Agnes, † nach 1185; ∞ Albert Graf von Chiny, † 1162 (Haus Chiny) Clementia, † nach 1183; ∞ I Rainald II., Graf von Clermont-en-Beauvaisis, † vor 1162 (Haus Clermont); ∞ II Thibaut II. de Crépy, † vor 1183 Mathilde; ∞ Konrad I. Wildgraf und Graf von Kyrburg in Schmidtburg, 1128/70 bezeugt Die Herzöge von Bar (Auszug) Heinrich IV., † 1344, 1337 Graf von Bar; ∞ Yolande von Flandern, † 1395, Tochter von Robert, Comte de Marle – Vorfahren siehe oben Eduard II., † 1352, 1349 Graf von Bar Robert I., † 1411, 1352 Graf von Bar, 1354 Markgraf von Pont-à-Mousson, 1354 Herzog von Bar; ∞ Marie von Frankreich, † 1404, Tochter von Johann II., König von Frankreich (Stammliste der Valois) Jolande, † 1431; ∞ 1384 Johann I. König von Aragón, † 1395 (Haus Barcelona) Heinrich, † 1397, Herr von Oisy; ∞ Marie de Coucy, Comtesse de Soissons, † nach 1405, Tochter von Enguerrand VII. de Coucy, 1. Earl of Bedford, Comte de Soissons (Haus Gent) Robert, X 1415 in der Schlacht von Azincourt, 1413 Comte de Marle, Comte de Soissons, Großmundschenk von Frankreich; ∞ Jeanne de Béthune, 1406 Vicomtesse de Meaux, † 1459, Erbtochter von Robert VIII. (Haus Béthune) Jeanne, † 1462, Comtesse de Marle et de Soissons; ∞ Louis I. de Luxembourg, Graf von Saint-Pol etc., Connétable von Frankreich, † hingerichtet 1475 (Haus Luxemburg-Ligny) Philipp, † nach 1404 in türkischer Gefangenschaft nach der Schlacht von Nikopolis 1396; ∞ Yolande d’Enghien, Comtesse de Brienne, Tochter von Louis, Graf von Conversano und Brienne (Haus Enghien) Charles, † 1392, Herr von Nogent-le-Rotrou Marie; ∞ 1384 Wilhelm II., Markgraf von Namur, † 1418 (Haus Dampierre) Eduard III., X 1415 in der Schlacht von Azincourt, 1398 Markgraf von Pont-à-Mousson, 1401 Herzog von Bar Ludwig, † 1430, Bischof von Poitiers, Bischof von Langres, Bischof von Porto-Santa Rufina, Bischof von Châlons, Administrator von Verdun, Kardinal, 1415–1419 Herzog von Bar Jolande die Jüngere, † 1421; ∞ Adolf, Graf von Berg, Graf von Ravensberg, 1423 Herzog von Jülich, † 1437 Johann, † 1415 in der Schlacht von Azincourt, Herr von Puisaye Bona, † 1400; ∞ Walram III. von Luxemburg, † 1415, Graf von Ligny und Saint-Pol (Haus Luxemburg-Ligny) Johanna, † 1402; ∞ 1393 Theodor II. Paläologus, Markgraf von Montferrat, † 1418 (Palaiologen) Literatur Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten. Neue Folge, Band 1, 2: Přemysliden, Askanier, Herzoge von Lothringen, die Häuser Hessen, Württemberg und Zähringen. Klostermann, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-465-03020-6, Tafel 226–228. | von Pfirt, Graf Ludwig II. (I1981)
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| 34364 | https://de.wikipedia.org/wiki/Haziga_von_Diessen Haziga (Hadegunde) (* um 1040; † 1. August 1104) war durch Heirat mit Otto I. von Scheyern Gräfin von Scheyern. Die Abstammung der Haziga ist nicht eindeutig geklärt. Sie wird oft als Tochter des Grafen Friedrich II. von Diessen, Domvogt von Regensburg angenommen. Wahrscheinlich gemacht wurde aber auch die Herkunft aus dem Hause der sogenannten Grafen von Kühbach, die mit ihr ausstarben. Im 13. Jahrhundert verfassten Chronicon Schirense wird ihr Geburtsort mit der Burg Scheyern angegeben.[1] Sie war in erster Ehe mit Graf Hermann von Kastl († 27. Januar 1056) verheiratet. In zweiter Ehe heiratete sie Graf Otto I. von Scheyern († 4. Dezember 1078), der vorher auch schon verheiratet war. Sie gründete um 1076 ein Benediktinerkloster in Bayrischzell, das schon 1085 nach Fischbachau, 1104 auf den Petersberg bei Dachau und schließlich 1119 nach Scheyern verlegt wurde. Nachkommen Haziga hatte mit Hermann von Kastl wohl zwei Söhne und eine Tochter: • Hermann II. Graf von Cham († nach 1071) • Friedrich I. Graf von Kastl und Habsberg († 10. November 1103) • Mathilde, heiratete Rapoto III. Graf im oberen Traungau († 15. Oktober 1080) Die Kinder aus zweiter Ehe mit Otto lassen sich nach dem Erbgang und der Namensgebung erschließen:[2] • Ekkehard I., Graf von Scheyern (* nach 1050; † 1091 oder 1101) • Bernhard I., Graf von Scheyern († 2. März 1102) Einzelnachweise 1 Faussner, Hans C.: Zur Frühzeit der Babenberger in Bayern und Herkunft der Wittelsbacher: Ein Kapitel bayrisch-österreichischer Geschichte aus rechtshistorischer Sicht, Sigmaringen 1990. Gottfried Mayr: Die Grafen von Kühbach und ihr Verwandtchaftskreis, in: Störmer, Wilhelm; Kramer, Ferdinand (Hg.): Hochmittelalterliche Adelsfamilien in Altbayern, Franken und Schwaben, München 2005, S. 97–139. 2 Faußner 1990 Literatur Hans Constantin Faußner: Zur Frühzeit der Babenberger in Bayern und Herkunft der Wittelsbacher, Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-7995-2413-4 Weblinks • Eintrag von Haziga auf genealogie-mittelalter.de | von Diessen, Haziga (Hadegunde) (I6937)
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| 34365 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hedwig_von_Andechs Hedwig von Andechs (auch Hedwig von Schlesien, tschechisch Hedvika Slezská, polnisch Jadwiga Śląska; * 1174 in Andechs; † 15. Oktober 1243 in Trebnitz) war Herzogin von Schlesien. Sie wird in der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrt. Im römischen Generalkalender ist ihr Gedenktag am 16. Oktober, im evangelischen Namenkalender am 15. Oktober. Herkunft und Familie → Hauptartikel: Andechs (Adelsgeschlecht) Hedwigs Eltern waren der Andechser Graf Berthold IV., Graf von Tirol, Kärnten und Istrien, und dessen Frau Agnes von Rochlitz aus dem Geschlecht der Wettiner. Hedwigs Bruder Eckbert war Bischof von Bamberg, ein weiterer Bruder Berthold war Patriarch von Aquileia, ihre Schwester Agnes war mit König Philipp II. von Frankreich verheiratet. Eine weitere Schwester, Gertrud, war mit König Andreas von Ungarn verheiratet, deren Tochter war die heilige Elisabeth von Ungarn. Leben Hedwig wurde im Kloster der Benediktinerinnen von Kitzingen erzogen und mit zwölf Jahren mit dem Herzog von Schlesien Heinrich I. verheiratet, der 1233 auch Herzog von Polen wurde. Nach 22-jähriger Ehe hat sie der Überlieferung nach mit ihrem Mann enthaltsam gelebt. Ihrer Ehe entstammen vier Söhne und drei Töchter, dies sind u. a. • Heinrich II. († 1241), Herzog von Schlesien • Konrad († 1235/37) • Gertrud, verlobt mit dem Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach, nach dessen Tod Nonne in Trebnitz, später Äbtissin. Hedwig und Heinrich I. förderten die Vertiefung des christlichen Glaubens und die kulturelle Entwicklung Schlesiens. 1202 gründeten sie die Zisterzienserinnen-Abtei in Trebnitz. Als Vorbild christlicher Nächstenliebe unterstützte Hedwig die Kircche, half den Armen und soll selbst im Winter barfuß gegangen sein. Der Überlieferung nach ermahnte sie ihr Beichtvater, Schuhe zu tragen, woraufhin sie die Schuhe in die Hand nahm. Deshalb wird die heilige Hedwig häufig mit Schuhen in den Händen und einer Kirche in den Händen dargestellt. Nachdem ihr Mann 1238 gestorben war, trat Hedwig in das von ihr gegründete Kloster Trebnitz ein und musste erleben, dass 1241 ihr Sohn Heinrich II. in der Schlacht bei Wahlstatt getötet wurde. Deshalb gründete Hedwig zusammen mit Heinrichs Witwe Anna von Böhmen, der Tochter des böhmischen Königs Ottokar I. Přemysl, in Wahlstatt eine Benediktinerabtei, für die sie Mönche aus dem Kloster Opatowitz bei Königgrätz beriefen. Verehrung Hedwig von Andechs starb im Oktober 1243 und wurde in der Trebnitzer Klosterkirche bestattet. 1267 wurde sie heiliggesprochen. Reliquien befinden sich u. a. im Kloster Andechs, in der Sankt-Hedwigs-Kathedrale in Berlin und in der St.-Gangolfus-Stiftskirche („Selfkant-Dom“) in Heinsberg. Die heilige Hedwig ist Schutzpatronin von Schlesien und Andechs, des Bistums und der Stadt Görlitz und der ihr geweihten St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin, die Friedrich der Große als Hedwigskirche für die zugewanderten Katholiken aus Schlesien errichten ließ. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen die vertriebenen katholischen Schlesier die Hedwigs-Verehrung mit in ihre neuen Pfarrgemeinden; die hl. Hedwig wurde zur Symbolgestalt für die verlorene Heimat (z. B. St.-Hedwigs-Kirche in Görlitz). Heute gilt die hl. Hedwig auch als Patronin der Versöhnung zwischen Deutschen und Polen. Literatur • Friedrich Wilhelm Bautz: Hedwig, Herzogin von Schlesien, Heilige. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 636–638. • Johannes Derksen: Hedwig von Schlesien: Ein biografischer Roman. St.-Benno-Verlag, Leipzig 2008, ISBN 978-3-7462-2580-7. • Johannes Derksen: Sie liebte die Liebe. Ein Lebensbild der heiligen Hedwig. St.-Benno-Verlag, Leipzig 1975. • Joseph Gottschalk: Hedwig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 190 f. (Digitalisat). • Ida Friederike Görres: Hedwig von Schlesien und Polen. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 98–120. • Eckhard Grunewald, Nikolaus Gussone (Hrsg.): Das Bild der heiligen Hedwig in Mittelalter und Neuzeit. Oldenbourg, München 1996, ISBN 3-486-56178-2. • Colmar Grünhagen: Hedwig, die Heilige, Herzogin von Schlesien. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 229 f. • Augustin Knoblich: Lebensgeschichte der heiligen Hedwig, Herzogin und Landespatronin von Schlesien. 1174–1243. Schletter, Breslau 1860 (Digitalisat) • Gisbert Kranz: Hedwig von Schlesien (1174–1243). In: Ders.: Zwölf Frauen. Eos Verlag, St. Ottilien 1998. ISBN 3-88096-461-0. • Walter Nigg: Hedwig von Schlesien. 2. Aufl. Echter, Würzburg 1993, ISBN 3-429-01372-0 • Jelko Peters: Rudolf Wintnauers Übersetzung der „Legenda maior de beata Hedwigi“: Text und Untersuchungen zu einem Frühwerk der Wiener Übersetzungsschule unter Herzog Albrecht III. Edition Praesens, Wien 2003, ISBN 3-7069-0215-X. • Sabine Seelbach (Hg.): Die Legende der heiligen Hedwig, in der Übersetzung des Kilian von Meiningen. Aschendorff Verlag, Münster 2016, ISBN 978-3-402-13139-8 (die sogenannte „Vita maior“). Weblinks Commons: Hedwig von Andechs – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien • Literatur von und über Hedwig von Andechs im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek • Hedwig von Schlesien bei „Meister Eckhart und seine Zeit“ • Hedwig - Brückenbauerin zwischen Polen und Deutschen - Ein Beitrag des Kirchenhistorikers Rudolf Grulich | von Andechs, Hedwig (I8157)
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| 34366 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hedwig_von_Ballenstedt Hedwig von Ballenstedt (* um 1140; † Ende März 1203) war Markgräfin von Meißen. Leben Hedwig wurde um 1140 als Tochter Albrechts I. von Brandenburg und der Sophie von Winzenburg geboren. Im Alter von ungefähr 15 Jahren wurde sie vermutlich aus politischen Gründen mit Otto dem Reichen aus dem Geschlecht der Wettiner verheiratet. Wirken Die Kenntnisse über Hedwigs Wirken sind sehr spärlich vorhanden. Bekannt ist jedoch, dass sie im Jahre 1162 den Anstoß zur Gründung des Klosters Altzelle gab. Dadurch sollte den Meißener Markgrafen die Vogteirechte über den Ort ihrer Grablege und ihres Totengedächtnisses gesichert werden. Durch seine Lage war Altzella außerdem ein wichtiger Stützpunkt der Siedlungsentwicklung in Meißen. Hedwig galt im Allgemeinen als starke Frau, die einen nicht geringen Einfluss auf ihren Gemahl ausübte. So soll sie sogar auf die Nachfolgeregelung in der Markgrafschaft Meißen Einfluss genommen haben, sodass ihr Gatte nicht statt wie üblich den ältesten Sohn Albrecht als Nachfolger einsetzen wollte, sondern den jüngsten Sohn Dietrich. Dies führte sodann ab dem Jahre 1189 zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen dem Vater und dem Erstgeborenen, in deren Verlauf Albrecht seinen Vater sogar gefangen nahm. Tod Hedwig starb Ende März 1203 und wurde am 1. April 1203 im Kloster Altzella an der Seite ihres Ehemannes († 1190) bestattet. Nachkommen • Albrecht I. (Meißen) (1158–1195), ∞ Sophie von Böhmen • Adelheid von Meißen (1160–1211), ∞ Ottokar I. Přemysl, König von Böhmen • Dietrich (Meißen) (1162–1221), ∞ Jutta von Thüringen • Sophie, ∞ Udalrich II. (Mähren), Herzog von Mähren Weblinks • Christiane Weller: Hedwig von Ballenstedt. In: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.): Sächsische Biografie. • fabpedigree.com • Grabplatten Ottos und Hedwigs in Altzella | von Brandenburg (von Ballenstedt), Markgräfin Hedwig (I7940)
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| 34367 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hedwig_von_Gudensberg Hedwig von Gudensberg (* 1098; † 1148) aus dem Geschlecht der Gisonen war die Erbtochter von Giso IV. (* um 1070; † 12. März 1122), Gaugraf in Hessen bzw. Graf von Gudensberg, und dessen Frau Kunigunde von Bilstein, Gräfin von Gudensberg († 1138/40). Hedwig war seit 1110 mit dem späteren Landgrafen Ludwig I. von Thüringen, dem Sohn des Grafen Ludwig des Springers, verheiratet, und nach dem Tode ihres Bruders Giso V. 1137 kamen die Gaugrafschaft Hessen und die anderen weitläufigen Besitzungen der Gisonen durch diese Heirat an die thüringischen Ludowinger. (Hedwigs Mutter, Kunigunde von Bilstein, heiratete nach dem Tod Gisos IV. noch 1122 den Bruder Ludwigs, Heinrich Raspe I., und wurde damit zur Schwägerin ihrer Tochter.) Durch die Heirat Hedwigs, den frühen Tod ihres Bruders Giso V., und die zweite Ehe ihrer Mutter Kunigunde erwarben die Thüringer Grafen somit ein dreifaches und ausgedehntes Erbe: den gisonischen Besitz nördlich von Marburg mit der Stiftsvogtei Wetter, den bilsteinischen Erbteil Kunigundes südlich von Marburg und die Vogtei über die Abtei Hersfeld, und den gesamten hessischen Besitz der 1121 ausgestorbenen und von Giso IV. und Kunigunde beerbten Grafen Werner, insbesondere die Grafschaft Maden-Gudensberg mit den Vogteien des Stifts Fritzlar und der Klöster Hasungen und Breitenau. 1128 gebar Hedwig ihren Sohn Ludwig II., der nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1140 im Alter von zwölf Jahren von Konrad III. das Lehen über Thüringen erhielt. Hedwig war bis zu seiner Volljährigkeit Regentin. Hedwig stiftete 1148, während ihr zweiter Sohn Heinrich Raspe II. als Graf von Gudensberg die hessischen Landesteile der Ludowinger verwaltete, das Chorfrauenstift Ahnaberg. Aus der Ansiedlung, die sich zwischen diesem Stift und dem ehemals fränkischen Königshof „Chasalla“ (von lat. Castellum = Burg) am Fuldaufer entwickelte, entstand sehr bald die befestigte Stadt Cassel, die schon im nächsten Jahrhundert Residenz der Landgrafen von Hessen wurde. Weblinks • Genealogie-Mittelalter: Hedwig von Gudensberg (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive) | von Gudensberg, Hedwig (I7859)
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| 34368 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hedwig_von_Kalisch Hedwig von Kalisch (polnisch Jadwiga Kaliska; * um 1266; † 10. Dezember 1339 in Stary Sącz)[1] war ab 1293 durch Heirat Herzogin von Kujawien in Brest und von Sieradz, ab 1306 Herzogin des Königreichs Polen und ab 1320 Königin von Polen. Leben Sie wurde als Tochter von Herzog Bolesław dem Frommen, Sohn von Herzog Władysław Odonic aus der großpolnischen Linie der Piasten und dessen Gemahlin Jolanda von Ungarn, Tochter von König Béla IV. von Ungarn und der Maria Laskarina, byzantinische Prinzessin aus dem Haus Laskaris, geboren.[1] Am 6. Januar 1293 heiratete sie den späteren König von Polen, Władysław, Herzog von Kujawien in Brest und von Sieradz, aus der kujawischen Linie der Piasten.[1] Nach dem Tod von König Przemysław von Polen, der ihr Cousin war, ergriff König Wenzel II. von Böhmen die Macht in Polen und ihr Gemahl musste das Land verlassen. Hedwig versteckte sich mit ihren Kindern in Radziejów. Nach vierjährigem Exil kehrte Władysław nach Polen zurück, um gegen den böhmischen Herrscher zu kämpfen. Nach dem Tod von Wenzel II. und Wenzel III. konnte Władysław den Thron zurückerobern und verfolgte mit Unterstützung von Hedwig eine Politik der Vereinigung der polniscchen Gebiete. Sie selbst überzeugte den Krakauer Bischof Johann Muskata, einen der größten Widersacher Władysławs und am 20. Januar 1320 wurden Władysław und Hedwig in der Kathedrale von Krakau durch Janisław, den neuen Erzbischof von Gnesen, zum König und zur Königin von Polen gekrönt. Nach dem Tod ihres Gemahls, im Jahre 1333, zog sich Hedwig in das Klarissinnenkloster von Stary Sącz zurück, wo sie am 10. Dezember 1339 verstarb und auch bestattet wurde. Nachkommen Das Paar hatte fünf Kinder: • Kunigunde (ca. 1295/1331–33),[1] verheiratet ca. 1310 mit dem Schweidnitzer Herzog Bernhard II., ab 1328 mit Herzog Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg, durch Heirat Herzogin von Schweidnitz und Sachsen-Wittenberg; • Stefan (1296–1300/1306), in jungen Jahren gestorben; • Władysław (1297–1311/1312), in jungen Jahren gestorben; • Elisabeth (1305/1380),[1] verheiratet mit König Karl I. von Ungarn, durch Heirat Königin von Ungarn; • Hedwig (1306–1309/1320–1325), in jungen Jahren gestorben; • Kasimir (1310/1370),[1] ab 1333 König von Polen; Einzelnachweise 1 Hedwig von Kalisch im Stamboom Jansen. genealogieonline.nl, abgerufen am 19. November 2015. | von Kalisch, Herzogin Hedwig (I8412)
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| 34369 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heggenzer_von_Wasserstelz_(Adelsgeschlecht) Heggenzer von Wasserstelz (Adelsgeschlecht) Die Heggenzer von Wasserstelz (auch: Hegezer, Heggenzi, Heggentz) waren ein Schaffhauser Patriziergeschlecht, das zwischen 1315 und 1587 urkundlich nachgewiesen ist. Geschichte 1315 kaufte Konrad Heggenzer das Dorf Altdorf von den Truchsessen von Diessenhofen. Das Geschlecht hatte Bürgerrecht in Zürich und Schaffhausen. In der Stadt Schaffhausen besetzten die Heggenzer Ämter als Rat und Schatzmeister. In der Schlacht bei Sempach ließ ein Hans Heggenzi 1386 sein Leben. 1451 kam die Burg Weißwasserstelz als reichenauisches Lehen an Hans Heggenzi. Später fügte das Geschlecht seinem Namen den Zusatz von Wasserstelz hinzu. Das Geschlecht der Hegenzer von Wasserstelz ist aber nicht verwandt mit den Herren von Wasserstelz. Das Schloss Schwarzwasserstelz verkauften sie 1587 an eine Familie Tschudi. Wappen In Rot auf blauem Dreiberg ein silberner Stern. Persönlichkeiten des Geschlechts Der Großprior der Johanniter Johann V. Heggenzer von Wasserstelz war 1505–1512 Großprior des deutschen Johanniterordens. Er verlegte den Sitz des deutschen Großpriorats nach Heitersheim, womit er einen Beschluss des Ordens von 1428 umsetzte. Er legte damit den Grundstein für das spätere Fürstentum Heitersheim. Seit 1506 war Johann auch Komtur des Ritterhauses Bubikon. Der Waldvogt Johann Melchior Heggenzer von Wasserstelz war von 1537 bis 1559 Waldvogt der Grafschaft Hauenstein. Die Äbtissin Agathe Heggenzer von Wasserstelz war 1550–1571 Äbtissin des Damenstifts Säckingen. Sie übernahm das Stift in einem desolaten Zustand. Nach der Reformation im Markgräflerland versuchte Markgraf Karl II. auch in dem dem Stift zugehörigen Dorf Lörrach-Stetten die Reformation einzuführen. Agathe gelang es jedoch diesen Versuch abzuwehren. Sie konnte auch sonst die Position des Stifts wirtschaftlich und politisch wieder verbessern. 1570 wurde sie von Kaiser Maximilian II. zum Reichstag in Speyer eingeladen. Literatur J. Kindler von Knobloch. Oberbadisches Geschlechterbuch, Heidelberg 1894, Band 2, S. 7–10 online Hans-Jakob Leu: Allgemeines Helvetisches, Eydgenössisches oder Schweitzerisches Lexicon X. Theil, He.-K., Zürich 1756, S. 14–15 online in der Google-Buchsuche Weblinks Landesarchiv Baden-Württemberg: Rechtsgutachten der Straßburger Gelehrten Dr. Ludwig Grempp von Freudenstein, Dr. Johann Bernhard Rüemlin und Dr. Bernhard Botzheim über die weibliche Sukzessionsfähigkeit in dem gegenwärtig von Johann Melchior Heggenzer von Wasserstelz besessenen reichenauischen Lehen Schloß Hohenwasserstelz (Weißwasserstelz) | Heggenzi, Agnes (I11475)
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| 34370 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heilika_von_Lengenfeld Heilika von Lengenfeld (auch Eilika; * um 1103; † 14. September 1170 in Lengenfeld[1]; begraben im Kloster Ensdorf) war durch Ehe Pfalzgräfin von Bayern. Sie war eine der beiden Töchter des Edelfreien (oder Grafen) Friedrich III. von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenohe, der 1112/1119 ohne männlichen Erben starb. Ihre Mutter, angeblich Heilika von Schwaben, wurde als Tochter Herzog Friedrichs I. von Schwaben angesehen. Diese These beruht aber auf Missinterpretationen und Belegfälschungen des Historikers Hansmartin Decker-Hauff und kann so nicht weiter aufrechterhalten werden.[2] Sie heiratete den Grafen Otto V. von Scheyern († 1156), der Pfalzgraf von Bayern war und 1124 die pfalzgräfliche Residenz von der Burg Scheyern auf die Burg Wittelsbach bei Aichach verlegte. Ihr gemeinsamer Sohn Otto „der Rotkopf“ (* um 1117; † 1183) folgte seinem Vater als Graf Otto VIII. von Scheyern, als Graf Otto V. von Wittelsbach, und als Pfalzgraf Otto VI. von Bayern. Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen 1180 erhielt er von Kaiser Friedrich I. Barbarossa das Herzogtum Bayern zu Lehen und nannte sich daraufhin Herzog Otto I. von Bayern. Mit ihm begann die Herrschaft der Wittelsbacher in Bayern, die bis zum Jahre 1918 dauerte. Ihre Tochter Hedwig (* um 1117; † 16. Juli 1174) heiratete um 1135 den späteren Herzog von Meranien und Markgrafen von Istrien-Krain, Berthold V. (* um 1112; † 14. Dezember 1188); seit 1151 Graf von Andechs, seit 1157 auch Graf von Dießen-Wolfratshausen. Heilikas Schwester Heilwig war mit dem Grafen Gebhard I. von Leuchtenberg († 1146) vermählt, der durch diese Heirat die Herrschaft Waldeck erbte. Nachweise 1 Ludwig Brandl (1968): Heimat Burglengenfeld. Geschichte einer Stadt. Burglengenfeld: Stadt Burglengenfeld, S. 45. 2 Tobias Weller: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Köln 2004, S. 29–34, 211–220; Tobias Weller: Auf dem Weg zum „staufischen Haus“. Zu Abstammung, Verwandtschaft und Konnubium der frühen Staufer. In: Hubertus Seiber, Jürgen Dendorfer (Hrsg.): Grafen, Herzöge, Könige. Der Aufstieg der Staufer und das Reich (1079–1152). Ostfildern 2005, S. 41–63, hier S. 56–63 (online). Weblinks • Heilika von Lengenfeld bei genealogie-mittelalter.de | von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenohe, Heilika (I6882)
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| 34371 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heilwig_von_der_Lippe_(1200–1248) Heilwig zur Lippe (* um 1200; † zwischen 1248 und 1250), auch Heilwig von der Lippe oder Heilwig von Schaumburg, war eine deutsche Zisterziensernonne und Gründerin des Klosters Herwardeshude. Familie Sie war die Tochter von Hermann II. von der Lippe und Oda von Tecklenburg und verheiratet mit Graf Adolf IV. von Schauenburg und Holstein-Kiel. Johann I. Graf von Holstein-Kiel war ihr gemeinsamer ältester Sohn, Gerhard I. der zweite Sohn, Mechthild von Holstein ihre gemeinsame Tochter. Leben Sie gründete am 24. Februar 1246 ein Zisterzienserinnenkloster in Herwardeshude, einem Flecken an der Mündung des Pepermölenbek in die Elbe, zwischen dem späteren Hamburg-St. Pauli und Altona. 1247 wurde das Kloster von Papst Innozenz IV. bestätigt. Aus der Gründung ging das spätere Kloster In Valle Virginum (Kloster Hervardeshude) am Harvestehuder Weg und nach der Reformation 1530 das Kloster St. Johannis hervor, das noch heute als Evangelischer Damenstift Kloster St. Johannis besteht. Nachwirkungen Seit 1870 ist nach ihr die Heilwigstraße in Hamburg-Eppendorf und Harvestehude benannt. Literatur • Ariane Knuth: Heilwig. In: Hamburgische Biografie. Band 5, Wallstein, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0640-0, S. 176–177. • Silke Urbanski: Geschichte des Klosters Harvestehude „In valle virginum“. Wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung eines Nonnenklosters bei Hamburg 1245-1530 (Dissertationsschrift), Münster 1996, ISBN 3-8258-2758-5. Weblinks • Homepage Kloster St. Johannis, abgerufen am 1. Oktober 2010 • Genealogie Bernhard IV zur Lippe, abgerufen am 1. Oktober 2010 | von der Lippe, Heilwig (I10111)
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| 34372 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heilwig_von_Holstein Heilwig von Holstein (* 1400; † 1436) war Gräfin von Oldenburg und Mutter des Christian I., des ersten Königs oldenburgischer Linie. Leben Heilwig von Holstein war eine Tochter von Gerhard VI. von Holstein-Rendsburg (* um 1367; † 4. August 1404) und Elisabeth von Braunschweig sowie eine Enkelin mütterlicherseits von Magnus II. von Braunschweig-Lüneburg. Heilwig war eine Schwester von Adolf, der nach ihrem frühen Tod die Erziehung ihrer Söhne übernahm. Am 23. November 1423 heirateten Heilwig von Holstein und Dietrich von Oldenburg. Der Ehe entstammten folgende Kinder: • Adelheid (* 1425; † 1475) - verheiratet mit 1. Ernst III., Graf von Hohnstein († 1454) und 2. Gebhard VI. von Mansfeld († 1492) • Christian I. (* 1426; † 1481), Graf von Oldenburg; König von Dänemark, Schweden, Norwegen; Herzog von Schleswig und Holstein • Moritz IV. (* 1428; † 1464), Graf von Delmenhorst • Gerhard der Mutige (* 1430; † 1500), Graf von Oldenburg und Delmenhorst Siehe auch • Stammtafel der dänischen Könige Literatur • Hartmut Platte: Das Haus Oldenburg. Börde, Werl 2006, ISBN 3-9810315-4-7. | von Holstein, Heilwig (I9572)
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| 34373 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_(Joinville) Heinrich von Joinville (fr. Henri de Joinville) (* 1327; † 1365) war Herr von Joinville und als Heinrich V. Graf von Vaudémont. Sein Vater war der Marschall Anseau de Joinville, von dem er die Herrschaft Joinville 1343 erbte. Seine Mutter war Margarete von Vaudémont. Da sein Onkel mütterlicherseits, Graf Heinrich IV., 1346 ohne Erben gestorben war, konnte er 1348 nach dem Tod seines mütterlichen Großvaters, Graf Heinrich III., die Grafschaft Vaudémont übernehmen. Heinrich nahm an den Kämpfen des Hundertjährigen Krieges auf französischer Seite aktiv teil und geriet nach der Niederlage in der Schlacht bei Maupertuis gegen den schwarzen Prinzen Edward of Woodstock in englische Gefangenschaft. Nachdem er durch Lösegeldzahlungen freikam, oblag ihm ab 1358 die Bekämpfung der Jacquerie in der Champagne. Zeitweise lag er im Krieg mit Herzog Johann I. von Lothringen. Ehe und Kinder Heinrich heiratete 1347 Maria von Luxemburg aus dem französischen Zweig des Kaiserhauses der Luxemburger. Ihr Vater war Graf Johann I. von Ligny. Mit Maria hatte er zwei Töchter: • Margarethe (* 1354; † 1418), Gräfin von Vaudémont und Herrin von Joinville, ∞ Friedrich I. von Lothringen († 1415), Herr von Rümmingen • Alix († 1413), ∞ Theobald VII., Herr von Neufchâtel Literatur • Bertold Spuler: Die Mongolen in Iran. Politik, Verwaltung und Kultur der Ilchanzeit 1220–1350. 4., verbesserte und erweiterte Auflage. Brill Academic Publishers, Leiden 1985, ISBN 90-04-07099-0, S. 15, 577. • Henri-François Delaborde: Jean de Joinville et les seigneurs de Joinville. Librairie Picard et fils, Paris 1894, S. 188–214. • Jules Simonnet:Essai sur l'histoire de la généalogie des sires de Joinville (1008–1386). Accompagné de chartes. F. Dangien, Langres 1875, (Digitalisat). | von Joinville, Heinrich (I8799)
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| 34374 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_(Salier) Heinrich, genannt Heinrich von Speyer oder auch Heinrich von Worms, († ca. Ende 990) aus dem Haus der Salier war der älteste Sohn des Otto von Worms († 1004), Herzog von Kärnten, und der Bruder des Papstes Gregor V. (regierte 996-999). Da er aber bereits vor seinem Vater starb, blieb das Amt des Grafen im Wormsgau, das er bekleidete, sein einziges. Er wurde im Dom zu Worms begraben. Heinrich heiratete Adelheid († 19. Mai wohl 1039/1046), eine Schwester der Grafen Adalbert und Gerhard aus dem Haus der Matfriede, die eine zweite Ehe mit einem fränkischen Grafen – möglicherweise mit Poppo (V.) – schloss. Sie wurde in der Stiftskirche Öhringen begraben. Heinrich und Adelheid hatten zwei Kinder, eine jüngere Tochter, Judith († wohl 998, sicher aber vor dem 30. April 1034), die ebenfalls im Dom zu Worms beerdigt wurde, sowie einen älteren Sohn, Konrad (* wohl 990; † 4. Juni 1039 in Utrecht), der 1024 als Konrad II. zum deutschen König gewählt und 1027 zum Kaiser gekrönt wurde. Literatur • Hansmartin Decker-Hauff: Der Öhringer Stiftungsbrief. In: Württembergisch Franken. Band 41 (Neue Folge 31). Historischer Verein für Württembergisch Franken, Schwäbisch Hall 1957, S. 17–31. | von Speyer (Salier), Graf Heinrich (I5288)
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| 34375 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_(V.)_der_Ältere_von_Braunschweig Heinrich (V.) der Ältere von Braunschweig (* um 1173/74; † 28. April 1227 in Braunschweig) aus der Familie der Welfen war von 1195 bis 1212 Pfalzgraf bei Rhein. Familie Der älteste Sohn Herzog Heinrichs des Löwen und Mathildes von England war seit Januar oder Februar 1194[1] mit Agnes von Staufen, der Erbtochter des rheinischen Pfalzgrafen Konrad von Staufen verheiratet. Aus dieser Ehe gingen mit Heinrich dem Jüngeren, Irmengard bei Rhein und Agnes drei Kinder hervor. In zweiter Ehe war er seit 1211 mit Agnes von Landsberg, Tochter des Markgrafen Konrad II. der Niederlausitz († 1266), verheiratet. Diese Ehe blieb kinderlos. Leben Heinrich begleitete seinen Vater 1182 und 1189 in die Normandie und nach England ins Exil. Nach der eigenmächtigen Rückkehr Heinrichs des Löwen im Herbst 1189 verteidigte er Braunschweig erfolgreich gegen Kaiser Heinrich VI. Beim Frieden von 1190 wurde er zusammen mit seinem Bruder Lothar († 1190) als Geisel an Heinrich VI. gegeben. Er musste Heinrich VI. 1191 auf seinem Italienzug begleiten und nahm an der erfolglosen Belagerung von Neapel teil. Schließlich flüchtete er und kehrte über Marseille nach Deutschland zurück, wo er (fälschlich) den Tod des Kaisers verkündete und sich selbst für die künftige Königswahl empfahl. Pfingsten 1192 wurde Heinrich der Ältere vom Kaiser geächtet. 1193/1194 heiratete er heimlich Agnes, Cousine des Kaisers und Tochter und Erbin des staufischen Rheinpfalzgrafen Konrad. Im selben Jahr versöhnte sich Heinrich wieder mit dem Kaiser, welcher ihn daraufhin begnadigte und nach dem Tod des Pfalzgrafen 1195 mit der Rheinpfalz belehnte. Im selben Jahr erbte Heinrich nach dem Tod seines Vaters die welfischen Hausgüter. Als neuer Parteigänger des Kaisers begleitete er diesen auf dessen Italienzug nach Sizilien. Er nahm am Kreuzzug Heinrichs VI. ins Heilige Land teil. Zusammen mit dem Bischof von Bremen führte er ein Kontingent an, mit dem er mit 44 Schiffen mit Zwischenhalten in Norwegen, England und Portugal nach Messina segelte, wo er sich im August 1197 mit dem Hauptheer des Kreuzzuges verband und nach Akkon weitersegelte, wo er im September eintraf. Als die Kreuzfahrer vom überraschenden Tod Kaiser Heinrichs VI. im Oktober 1197 erfuhren, wurde der Kreuzzug abgebrochen und Heinrich der Ältere kehrte spätestens im Sommer 1198 in die Heimat zurück. Im welfisch-staufischen Thronstreit um die Nachfolge Kaiser Heinrichs unterstützte Heinrich der Ältere zunächst seinen Bruder Otto IV. gegen dessen Rivalen Philipp von Schwaben. Im Paderborner Vertrag vom 1. Mai 1202 wurde der welfische Allodialbesitz zwischen ihm und seinen jüngeren Brüdern Wilhelm von Lüneburg und Otto IV. geteilt. Dabei fielen Heinrich neben anderen Gebieten die Stadt Stade, die Grafschaft Stade und Dithmarschen zu. Neben Altencelle war Stade bis 1204 seine wichtigste Residenz. In der Folge kam es mit Otto zusehends zu Streitigkeiten. Heinrich der Ältere sah das Schwergewicht seiner Herrschaft in der Pfalzgrafschaft, die er 1204 nach dem Frieden mit Philipp von Schwaben von diesem zurückerhielt. Nach dessen Tod im Jahre 1208 kehrte Heinrich der Ältere wieder auf die Seite seines Bruders Otto IV. zurück und wurde Reichsverweser im Rheinland. Er kämpfte dabei gegen die drei rheinischen Erzbischöfe und wurde endgültig aus dem Mosel- und Mittelrheinggebiet verdrängt. Schon sein Schwiegervater und Vorgänger als Pfalzgraf, Konrad der Staufer, hatte um 1182 seine Hofhaltung von der Burg Stahleck bei Bacharach am Mittelrhein auf die Burg Heidelberg verlegt.[2] 1212 verzichtete Heinrich zugunsten seines Sohnes Heinrich des Jüngeren auf die Pfalz. Nach dem Tod Wilhelms von Lüneburg erbte er 1213 umfangreichen Besitz zwischen Elbe und Weser, in welchem Gebiet ihn Kaiser Friedrich II. 1219 als Reichsvikar einsetzte. Da sein einziger Sohn 1214 im Alter von 17 Jahren kinderlos verstorben war, bestimmte Heinrich der Ältere 1223 seinen Neffen Otto das Kind, den Sohn Wilhelms von Lüneburg, zum Erben seiner Güter. Heinrich der Ältere wurde im Braunschweiger Dom begraben. „Mit aller Wahrscheinlichkeit“ stiftete Heinrich die St. Gallus-Reliquie für die Burgkapelle St. Galli der Burg Lauenrode vor Hannover, wodurch er seiner weltlichen Schutz- und Lehnsherrschaft über Konrad II. Ausdruck verlieh.[3] Literatur • Andrea Briechle: Heinrich Herzog von Sachsen und Pfalzgraf bei Rhein. Ein welfischer Fürst an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert (= Heidelberger Veröffentlichungen zur Landesgeschichte und Landeskunde. Schriftenreihe des Instituts für Fränisch-Pfälzische Geschichte und Landskunde. Bd. 16). Winter, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-88349-522-4. • Peter Fuchs: Heinrich (V.) der Lange (Ältere) von Braunschweig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 381–383 (Digitalisat). • Edgar N. Johnson: The Crusades of Frederick Barbarossa and Henry VI. In: Robert Lee Wolff, Harry W. Hazard (Hrsg.): The later Crusades, 1189–1311 (A History of the Crusades 2). University of Wisconsin Press, Madison 1969, S. 87 ff. • Gudrun Pischke: Heinrich V. In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon: 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans, Braunschweig 2006, S. 319. • Eduard Winkelmann: Heinrich von Braunschweig, Rheinpfalzgraf. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 559–561. Weblinks Commons: Heinrich V. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Anmerkungen 1 Ruth Gerstner: Die Geschichte der lothringischen und rheinischen Pfalzgrafschaft von ihren Anfängen bis zur Ausbildung des Kurterritoriums Pfalz. Bonn 1941, S. 111. 2 "de castrum Stalecka in castrum Heidelberg", Heiligenvita des Eberhard von Kumbd (von ca. 1220). Siehe dazu: Franz Schneider: Die Vita Eberardi de Commeda (auch de Stalecke genannt) als rheinische Geschichtsquelle für die zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 110 (1962), S. 37–72. 3 Helmut Plath: Die Frühgeschichte. in: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.), Dieter Brosius (Mitarb.): Geschichte der Stadt Hannover. Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Schlütersche, Hannover 1992, ISBN 3-87706-51-9, hier: S. 30; online über google books. | von Braunschweig (von Sachsen) (Welfen), Heinrich V. der Ältere (I8037)
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| 34376 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_(VII.)_(HRR) Heinrich (VII.) (* 1211 in Sizilien; † unsicher: 12. Februar 1242 in Martirano, Kalabrien) war römisch-deutscher König und König von Sizilien (wozu damals auch Unteritalien gehörte) aus der Dynastie der Staufer. Er war Sohn und Mitkönig Kaiser Friedrichs II. Unter Vormundschaft Heinrich, der erste Sohn Friedrichs II. und der Konstanze von Aragón, wurde 1211 in Sizilien geboren und bereits im Februar 1212, ein halbes Jahr nach der Wahl seines Vaters zum römisch-deutschen König, von Papst Innozenz III. zum König von Sizilien gekrönt. Die Regentschaft ging auf seine Mutter und nicht auf seinen Vater über. Dadurch wollte Innozenz die Vereinigung des deutschen und des sizilianischen Reichsteils verhindern. Nach dem Tod des Papstes 1216 rief ihn sein Vater nach Deutschland, entzog ihm und seiner Mutter den sizilianischen Königstitel, betraute Heinrich mit der Verwaltung des Herzogtums Schwaben und belehnte ihn nach dem Aussterben der Zähringer 1218 mit dem Rektorat Burgund. Er war der erste Staufer, der ein Siegel mit drei Löwen statt den zuvor bei den Staufern üblichen ein oder zwei Löwen verwendete, als er 1220 als Herzog von Schwaben eine Urkunde zu Gunsten des Klosters Wald ausstellte. Diese Stauferlöwen finden sich heute noch im Wappen Baden-Württembergs.[1] Am 20./26. April 1220 wählten ihn die deutschen Fürsten in Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König, wofür der Kaiser die die geistlichen Fürsten begünstigende Confoederatio cum principibus ecclesiasticis erließ. Die Wahl war eine Bedingunng dafür gewesen, dass Friedrich II. sein 1215 gegebenes Kreuzzugsversprechen einlöste, da durch sie die Nachfolgefrage für den Fall eines Todes des Kaisers auf dem Kreuzzug geklärt war. Papst Honorius III. erkannte seine Wahl jedoch nicht an und erkannte ihm auch das Recht auf den sizilianischen Königstitel ab, da er ebenso wie sein Vorgänger die Vereinigung beider Reichsteile verhindern wollte. Auch zahlreiche deutsche Fürsten hatten die Wahl zunächst abgelehnt. Nachdem Friedrich II. 1220 nach Italien zurückgekehrt war, übernahm Erzbischof Engelbert I. von Köln († im November 1225) die Reichsverweserschaft. Einen eigentlichen Vormund bekam Heinrich nicht, jedoch wurden die politischen Entscheidungen vovon Engelbert getroffen, der Heinrich am 8. Mai 1222 in Aachen zum deutschen König krönte und plante, ihn mit einer Tochter des englischen Königs zu verheiraten, wozu es jedoch nicht kam. Nach Engelberts Tod wurde 1226 Herzog Ludwig I. von Bayern Reichsverweser. Der unmündige König befand sich meist in der Obhut von Reichsministerialen. Aus dieser Schicht stammten auch die Verwalter des Herzogtums Schwaben, das Heinrich auch nach seiner Königskrönung offiziell innehatte. 1224 traf Heinrich in der nach ihm benannten Treuga Henrici rechtliche Bestimmungen. Trotz der Verlobung mit der gleichaltrigen Agnes, Tochter des böhmischen Königs Ottokar I. Přemysl, im Jahr 1220 heiratete Heinrich am 29. November 1225 in Nürnberg auf Wunsch seines Vaters die sieben Jahre ältere Margarethe, Tochter des Herzogs Leopold VI. von Österreich, die am 28. März 1227 in Aachen zur Königin gekrönt wurde. Regierungsübernahme und Zerwürfnis mit dem Vater 1228 wechselte Ludwig von Bayern von der kaiserlichen auf die päpstliche Seite. Darauf übernahm Heinrich (VII.) um Weihnachten dieses Jahres selbst die Regierung, zwang Ludwig zur Unterwerfung und zog gegen den Bischof von Straßburg. Darüber hinaus betrieb Heinrich, ähnlich wie einige Jahre zuvor sein Vater, eine Politik, die die Städte stark bevorteilte und von den Fürsten als Eingriff in ihre Rechte gesehen wurde. Sie zwangen ihn, in Worms am 1. Mai 1231 das gegen die staufische Bevorzugung der Städte gerichtete Statutum in favorem principum zu erlassen. Friedrich II. war in dieser Zeit besonders auf die deutschen Fürsten angewiesen, da er ihre Vermittlung gegenüber Papst Gregor IX. benötigte. Aus diesem Grund bestätigte Friedrich 1232 das „Statutum“, obwohl es die Gestaltungsmöglichkeiten des Königs einschränkte. Zusätzlich musste Heinrich (VII.) sich im gleichen Jahr in Cividale del Friuli eidlich zum Gehorsam seinem Vater gegenüber und zum Wohlverhalten den Fürrsten gegenüber verpflichten. Gregor IX. sollte den Kaisersohn bannen, falls er sich nicht daran halten sollte. Aus dieser Auseinandersetzung entwickelte sich ein tiefes Zerwürfnis zwischen Vater und Sohn, das sich unter anderem darin ausdrückte, dass Friedrich in den Folgejahren mehrere Verordnungen Heinrichs aufhob und auf der anderen Seite Graf Egino V. von Urach-Freiburg, ein erklärter Feind des Kaisers, zum wichtigsten Berater Heinrichs wurde. 1232 erneuerte Heinrich das Bündnis zwischen den Staufern und dem französischen Königshaus der Kapetinger. Im folgenden Jahr führte er Krieg gegen die Wittelsbacher und unterwarf Otto II. von der Pfalz, den Sohn Herzog Ludwigs von Bayern. Friedrich sah erneut das Verhältnis zu den Fürsten gefährdet und verlangte die Freilassung der von Otto gestellten Geiseln. Wie abgesprochen drohte der Papst mit der Exkommunikation Heinrichs. 1234 erließ Heinrich auf dem Frankfurter Hoftag Verfügungen gegen ungerechtfertigte Ketzerverfolgungen, mit denen unter anderem der Bremer Erzbischof 1232 gegen die Stedinger Bauern vorgegangen war. Der Papst, mit dem Friedrich über ein Bündnis gegen die lombardischen Städte verhandelte, bannte Heinrich sofort. Friedrich kündigte an, dass er nach Deutschland kommen würde. Heinrich reagierte mit offenem Aufstand: Im September schloss er in Boppard ein Bündnis mit Vertretern der fürstlichen Opposition gegen den Kaiser, unter anderen den Bischöfen von Augsburg, Würzburg, Worms, Speyer und Straßburg, dem Abt von Fulda sowie mehreren kleinen Adligen aus Schwaben. Mit den lombardischen Städten und Ludwig IX. von Frankreich verhandelte Heinrich ebenfalls, erzielte aber kein Bündnis. Die weltlichen Reichsfürsten verhielten sich abwartend oder kämpften gegen Heinrich. Vor allem Gottfried von Hohenlohe, Markgraf Hermann V. von Baden und die Stadt Worms verwickelten Heinrich in Kämpfe, so dass er seinem heranziehenden Vater nicht entgegentreten konnte. Friedrich scheint jedoch überhaupt keine militärische Kampagne geplant zu haben. Vielmehr setzte er auf die Prachtentfaltung seines Hofes und, vergleichbar seinem ersten Zug nach Deutschland, auf seine persönliche Wirkung. Bereits in Süddeutschland zeigte sich die Wirkung dieses Vorhabens: Der kleine Zug Friedrichs wuchs schnell zu einem großen Heer an. Im Swiggertal versuchte Heinrich (VII.) den Zug seines Vaters mit den eigenen Truppen aufzuhalten, unterlag jedoch in der Schlacht. Am 2. Juli 1235 musste er sich in Wimpfen Friedrich unterwerfen, da ihn die meisten seiner Verbündeten im Stich lließen. Friedrich II. hielt mit den Fürsten am 4. Juli 1235 in Worms über Heinrich Gericht, entthronte ihn und setzte ihn gefangen. Erst kam er nach Heidelberg ins Schloßverlies, dann nach Burg Alerheim im Ries und schließlich über Friaul, nun in der Obhut eines Lancia, zu Schiff nach Apulien, bis Ende 1235 wurde er dort an verschiedenen Orten festgehalten. 1240 wurde er von Rocca San Felice bei Melfi nach Nicastro (Kalabrien) verlegt. Als zwei Jahre später abermals das Gefängnis gewecchselt werden sollte, stürzte er mit seinem Pferd in einen Abgrund. Wohl am 12. (nach anderen Quellen am 10.) Februar 1242 starb Heinrich (VII.) in Martirano an den Folgen dieses Sturzes. Einige Chronisten berichten, dass es sich hierbei um einen Selbstmordversuch gehandelt habe, da Heinrich umsonst auf Vergebung gehofft hatte. Sein Vater ließ ihn mit königlichen Ehren im Dom von Cosenza in einem prachtvollen Grabdenkmal beisetzen, das aber 1574 abgebrochen wurde. Man vermutet heute seine sterblichen Reste in einem 1934 bei Grabungen im Dom entdeckten römischen Steinsaarg.[2] Eine Untersuchung des Leichnams durch ein italienisches Forscherteam im Jahr 2000 hat ergeben, dass Heinrich an Lepra erkrankt war.[3] Eine mögliche Begnadigung seitens des Kaisers war dadurch verhindert bzw. unmöglich geworden. Durch die Erkenntnis der Unheilbarkeit der Krankheit, die ein hohes Risiko der Ansteckungsgefahr für seine Umgebung und den drohenden Ausschluss aus der Gemeinschaft bedeutete, kann der Entschluss zum Selbstmord begründet sein. Es hätte den damaligen Vorstellungen eher entsprochen, wenn der Kaiser seinem Erstgeborenen nach kurzer Zeit verziehen und ihn in Gnaden wieder aufgenommen hätte; auch ist überliefert, wie tief bestürzt Friedrich II. über seinen Tod war. Die Verbündeten Heinrichs wurden weitestgehend begnadigt. Auf die Schwächung der königlichen Macht durch die Auseinandersetzungen mit dem Sohn reagierte Friedrich II. unter anderem mit der Reichsversammlung am 25. August 1235 in Mainz, auf der erstmals ein Landfriedensgesetz erlassen und das Regalienrecht grundlegend reformiert wurde. Als Nachfolger Heinrichs (VII.) ließ Friedrich 1237 in Wien seinen zweitgeborenen Sohn Konrad IV. zum römisch-deutschen König wählen. Zusätzlich hatte er noch 1235 in Worms Isabella, die Schwester Heinrichs III. von England geheiratet, um den Erbgang weiter abzusichern. Die beiden Söhne Heinrichs, Heinrich und Friedrich, starben 1242/45 bzw. 1251, ohne weitere Berücksichtigung gefunden zu haben. Bewertung Heinrichs (VII.), die Sieben in Klammern Die römische Sieben in Klammern erklärt sich dadurch, dass Heinrich sein Königtum nicht selbstständig ausübte und deshalb in der Zählung der Herrscher des Heiligen Römischen Reiches nur eingeschränkt mitgezählt wird. Er ist nicht zu verwechseln mit dem späteren Kaiser Heinrich VII. aus dem Geschlecht der Luxemburger, der als der tatsächliche siebente Herrscher namens Heinrich angesehen wird. Als Sprechweise dieser ungewöhnlichen Bezeichnung eines Königs wird deshalb auch „Heinrich der Klammersiebte“ verwendet, um einer Verwechslung bei der mündlichen Kommunikation vorzubeugen.[4] Über einen langen Zeitraum haben Geschichtswissenschaftler die Herrschaft Heinrich (VII.) als „glücklos“ oder sogar „verbrecherisch“ bezeichnet. Auch wurde er geringschätzend als „Klammerheinrich“ bezeichnet. Erst in jüngerer Zeit versuchen einige Forscher, die Betrachtungen über Heinrich (VII.) zu revidieren. Einige Historiker behaupten sogar, dass die Herrschaft Heinrichs (VII.) eine erfolgreiche Fortführung der staufischen Politik im „Regnum Teutonicum“ darstelle und keineswegs als unglücklich oder fehlgeschlagen zu bezeichnen sei. So bemerkte der Historiker Gunther Wolf in einem kurzen Aufsatz, dass die Klammer um die „VII“ wegfallen müsse, da Heinrich legitimer König der Jahre 1222 bis 1235 gewesen sei. In dieser Interpretation sprechen der Ausbau der Landesherrschaft, die Konsolidierung der eigenen Hausmacht und die Gründung und Unterstützung von Städten für ein starkes Königtum. Aber auch kurz nach dem Tod des Königs finden sich bereits vereinzelt positive Wertungen in der höfischen Literatur des Mittelalters: „Einen künec, dem zaeme wol nach im des riches krone! Owe daz er niht leben sol, dem si stuont also schone! Daz war der milte künec Heinrich, bei dem was fride staete. Daz nieman nu tuot dem gelich, der zuo dem riche traete und im mit triuwen waere bi!“ In diesem kurzen Vers wird der Regierungszeit Heinrichs (VII.) gedacht, die als mild, gnädig und friedlich, des Weiteren auch als dem Reich zuverlässig ergeben charakterisiert wird. Heinrich scheint ein lebensfroher und kunstsinniger Herrscher gewesen zu sein und zog viele Minnesänger an seinen Hof. Möglicherweise dichtete er auch selbst. Literatur • Emil Franzel: König Heinrich VII. von Hohenstaufen. Studien zur Geschichte des „Staates“ in Deutschland (Quellen und Forschungen aus dem Gebiete der Geschichte 7). Prag 1929. • Werner Goez: Lebensbilder aus dem Mittelalter. 3. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, S. 437–453. • Robert Gramsch: Das Reich als Netzwerk der Fürsten. Politische Strukturen unter dem Doppelkönigtum Friedrichs II. und Heinrichs (VII.) 1225–1235. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2013, ISBN 978-3-7995-0790-5. • Christian Hillen, Wolfgang Stürner, Peter Thorau: Der Staufer Heinrich (VII.). Ein König im Schatten seines kaiserlichen Vaters (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst, Bd. 20). Göppingen 2001, ISBN 3-929776-12-X. • Christian Hillen: Curia Regis. Untersuchungen zur Hofstruktur Heinrichs (VII) 1220-1235 nach den Zeugen seiner Urkunden (Europäische Hochschulschriften: Reihe 3, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, Bd. 837). Frankfurt a. M. u.a. 1999, ISN 3-631-34565-8. • Hans Martin Schaller: Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 326–329 (Digitalisat). • Wolfgang Stürner: König Heinrich (VII.) Rebell oder Sachwalter staufischer Interessen? In: Gesellschaft für staufische Geschichte (Hrsg.): Der Staufer Heinrich (VII.). Ein König im Schatten seines kaiserlichen Vaters., Schriften zur staufischn Geschichte und Kunst, Band 25, Göppingen 2001, ISBN 3-929776-12-X, S. 12–42. • Peter Thorau: König Heinrich (VII.), das Reich und die Territorien. Untersuchungen zur Phase der Minderjährigkeit und der „Regentschaften“ Erzbischofs Engelberts I. von Köln und Herzog Ludwigs I. von Bayern (1211) 1220 – 1228 (Jahrbücher dereutschen Geschichte, Jahrbücher des Deutschen Reichs unter Heinrich (VII.), Teil 1). Berlin 1993. • Eugen Thurnherr: König Heinrich (VII.) und die deutsche Dichtung. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 33, 1977, S. 522–542. • Eduard Winkelmann: Heinrich VII., römischer König. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 433–439. Weblinks Commons: Heinrich (VII.) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Einzelnachweise 1 Peter Koblank: Stauferwappen. Das Wappen von Baden-Württemberg mit den drei Löwen geht auf die Staufer zurück. auf stauferstelen.net. Abgerufen am 12. September 2014. 2 Peter Koblank: Staufergräber. Nur wenige der prominentesten Staufer sind in Deutschland bestattet. auf stauferstelen.net. Abgerufen am 15. April 2016. Foto des Sarkophags in der ital. Wikipedia. 3 Hans Uwe Ullrich: Gefangen in goldenen Ketten: Aus dem Leben Enzios, König von Sardinien. Berlin 2012, S. 54. 4 Peter Koblank: Heinrich der Klammersiebte. Wer war Heinrich (VII.) und was bedeuten die Klammern um die römische Sieben? auf stauferstelen.net. Abgerufen am 15. April 2016. | von Staufen, König Heinrich VII. (I7982)
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| 34377 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Borwin_I._(Mecklenburg) Heinrich Borwin I., Fürst zu Mecklenburg († 28. Januar 1227) aus dem Geschlecht der Niklotiden war von 1178 bis zu seinem Tode 1227 Herr zu Mecklenburg. Neben der latinisierten Form des Namens Borwin, Burwinus, Borwinus oder Boriwinus wird er auch 1219 von seinen Söhnen Buruwe genannt. Er wird auch als Henricus Buruwi, Heinricus Buriwoi, Hinricus Burwy (Burwi) erwähnt. Heinrich Borwin I. war der Sohn des Abodritenfürsten und Herren von Mecklenburg Pribislaw aus dessen erster Ehe mit einer unbekannten slawischen Adeligen. Nach dem Tod seines Vaters am 30. Dezember 1178 bei einem Turnier am Hof Heinrichs des Löwen in Lüneburg trat er dessen Nachfolge an. Er war verheiratet mit Mathilde, einer Tochter Heinrichs des Löwen aus dessen außerehelicher Verbindung mit Ida, einer Tochter des Grafen Gottfried von Blieskastel. Aus dieser Ehe gingen mit Nikolaus II. († 1225) und Heinrich Borwin II. († 1226) zwei Söhne hervor. In zweiter Ehe war Heinrich Borwin I. verheiratet mit einer ansonsten unbekannten Adelheid. Mit dieser hatte er eine Tochter Elisabeth († 1265), ab 1241 Äbtissin in Wienhausen. Heinrich Borwin stand jahrelang im Krieg mit seinem Vetter Nikolaus I. (Niklot), in dem ihn sein Schwiegervater nicht mehr unterstützen konnte. Dieser Familienkrieg in Mecklenburg und die fehlende Hilfe von außen verschafften dem dänischen König Knut VI. die Möglichkeit, seine Position an der Ostsee auszubauen. Den Dänen gelang es, Heinrich Borwin in Haft zu nehmen, woraufhin er sich – ebenso wie Nikolaus I. – als Vasall unterwarf und den Dänen Rostock abtrat. Dieses erhielt er im Jahr 1200 als Lehen zurück. 1201 beteiligte er sich an der Schlacht bei Stellau. Als Dank dafür erhielt er 1203 Gadebusch und Ratzeburg als Lehen. 1218/19 unterstützte er Dänemark bei der Eroberung Estlands und 1225–1227 gegen die Schauenburger. Auf Heinrich Borwin geht die Neugründung der Städte Rostock und Wismar zurück, sowie die Stiftung der Klöster in Dobbertin, Tempzin und Neukloster. Literatur • Ludwig Fromm: Heinrich Borwin I. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 183. Weblinks Commons: Henry Borwin I of Mecklenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien • Literatur über Heinrich Borwin I. in der Landesbibliographie MV • Stammtafel des Hauses Mecklenburg | von Mecklenburg, Herr Heinrich Borwin I. (Buruwe) (I9622)
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| 34378 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Borwin_II._(Mecklenburg) Heinrich Borwin II., auch Heinrich Burwy II. (* um 1170; † 5. Juni 1226[1]) aus dem Geschlecht der Niklotiden, war Herr zu Mecklenburg von 1219 bis 1226 und Herr von Rostock (1225–1226). Leben und Wirken Heinrich Borwin II. war ein Sohn des Heinrich Borwin I. und der Mathilde von Sachsen, einer außerehelichen Tochter Heinrichs des Löwen.[2] 1200 heiratete er Christine, deren Herkunft nicht endgültig geklärt ist. In einigen Quellen heißt sie Chriistine von Schottland († nach dem 20. Mai 1248) und ist die Tochter König Wilhelms I. von Schottland.[3][4] In anderen Quellen handelt es sich um Christine von Schweden, eine Tochter Sverkers II. von Schweden.[5] Heinrich Borwin II. war ein Enkel des slawischen Fürsten Pribislaw. Als er im Jahr 1226 in Güstrow starb, wurde das Land von seinen vier Söhnen gemeinsam verwaltet. Im Jahr 1234 kam es zum Bruch und das Fürstentum wurde in der Ersten Mecklenburgischen Hauptlandesteilung aufgeteilt. So entstanden die Teilfürstentümer (Herrschaften) Werle, Parchim-Richenberg, Rostock und Mecklenburg. Kinder • Johann I., der Theologe, Herr zu Mecklenburg (1227–1264) • Nikolaus I., Herr zu Werle (1227–1277) • Heinrich Borwin III., Herr zu Rostock (1227–1277) • Pribislaw I., Herr zu Parchim (1227–1256), † 1272 • Margarete († nach dem 18. August 1267) ∞ um 1230 Grafen Günzel III. von Schwerin • Mechtild († nach dem 23. November 1270) ∞ 1229 Sambor II., Herzog von Pommerellen in Liebschau Weblinks Commons: Heinrich Borwin II. (Mecklenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien • Literatur über Heinrich Borwin II. in der Landesbibliographie MV • Friedrich Wigger: Stammtafel des Hauses Mecklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 50 (1885), S. 111–326 (Volltext) • Foundations for Medieval Genealogy Anmerkungen 1 Das Sterbedatum folgt Friedrich Wigger (1885, S. 146), der gemeinhin als verlässlichste Quelle zur mecklenburgischen Fürstengenealogie gilt. Die Literatur liefert zahlreiche abweichende Angaben. 2 Ahnentafel des Hauses Mecklenburg 3 Ahnentafel Christine von Schottland 4 Ahnentafel der schottischen Könige (engl.) 5 Hinweis auf Christine von Schweden | von Mecklenburg, Heinrich Borwin (Burwy) II. (I7702)
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| 34379 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_der_Fette Heinrich der Fette (* um 1055; † vor dem 10. April 1101) war Graf im Rittigau und im Eichsfeld und Markgraf von Friesland. Er war der älteste Sohn von Otto von Northeim und dessen Gemahlin Richenza von Schwaben. In zeitgenössischen Quellen wird er als henricus crassus bezeichnet, wobei crassus die Bedeutung fett oder auch reich haben kann. Heinrich übernahm 1083 die väterlichen Hausgrafschaften im Rittigau und im Eichsfeld und war damit einer der einflussreichsten sächsischen Fürsten. Um das Jahr 1086 heiratete er die reiche Witwe Gertrud die Jüngere von Braunschweig, wodurch er zu den Northeimer Ländereien die der Grafen von Katlenburg und die der Brunonen hinzufügen und seinen Einfluss weiter ausbauen konnte. Von den Grafen von Bilstein erbte er Teile des Werratals, wodurch er dessen alleiniger Herr wurde. Ferner war er Vogt des Klosters Helmarshausen und des von ihm 1093 gegründeten Kloster Bursfelde. Heinrich gehörte zunächst zu den Unterstützern des Gegenkönigs Hermann von Salm, mit dem er verschwägert war. 1086 wechselten er und seine Brüder jedoch auf die Seite Heinrichs IV. Seine Frau Gertrud von Braunschweig war die einzige Schwester Ekberts II., dessen Ehe kinderlos blieb. Sie wäre damit nach dem Erbrecht die Erbin der Grafschaft Friesland gewesen, als ihr Bruder 1090 starb. Die Grafschaft gelangte jedoch unter die Verwaltung des Bischofs Konrad von Utrecht. Konrad wurde 1099 ermordet, und Heinrich gelang es 1101 durch die Gnade des Kaisers, die Grafschaft zu gewinnen. Die Ministerialen Utrechts, die ihre Stellung durch Heinrich bedroht sahen, die friesesischen Schiffer, deren Abgaben Heinrich neu regeln wollte, und die Stadt Staveren, deren Sonderrechte er nicht anerkannte, verbündeten sich gegen ihn. Sie empfingen Heinrich freundlich, doch mit Hinterlist. Als er dies merkte, versuchte er, auf das Meer zu fliehen, wurde aber von Schiffern ertränkt. Gertrud entkam dem Anschlag knapp. Heinrichs Todesdatum ist nicht überliefert, lediglich der Tag seiner Beisetzung im Bursfelder Kloster am 10. April 1101. Der katlenburgische und brunonische Besitz kam über Heinrichs Tochter Richenza, die mit Lothar von Süpplingenburg verheiratet war, an die Welfen. Weblinks • Quellensammlung bei genealogie-mittelalter.de | von Northeim, Graf Heinrich der Fette (I7344)
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| 34380 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_der_Jüngere_(England) Heinrich der Jüngere (* 28. Februar 1155; † 11. Juni 1183), auch genannt der junge König (englisch: the young King; französisch: le jeune roi), war ein König von England aus dem Haus Plantagenet. Er war der zweite Sohn des Königs Heinrich II. († 1189) und dessen Ehefrau Eleonore von Aquitanien († 1204). Leben Als er nur wenige Monate alt war, ließ sein Vater im April 1155 in Wallingford die englischen Barone auf ihn und seinen älteren Bruder Wilhelm einschwören, um ihnen die Erbfolgerechte in England zu sichern. Nach dem frühen Tod Wilhelms 1156 rückte Heinrich zum neuen Haupterben seines Vaters auf. Bis zu seinem siebten Lebensjahr wurde er von Thomas Becket erzogen. Im Zuge eines Ausgleichs seines Vaters mit König Ludwig VII. von Frankreich leistete der junge Heinrich im Oktober 1160 in Gisors den Lehnseid für die Normandie und wurde im folgenden November mit der Prinzessin Margarethe verheiratet. Von seinem Vater erhielt Heinrich 1169 die auf dem Festland liegenden Besitzungen der Familie um Normandie, Anjou und Maine übertragen, wofür er erneut König Ludwig VII. huldigen musste. Am 14. Juni 1170 wurde Heinrich vom Erzbischof Roger von York in der Westminster Abbey zum König von England gekrönt. Die Krönung war eine Machtdemonstration seines Vaters gegenüber dem Erzbischof von Canterbury, Thomas Becket, mit dem sich Heinrich II. in einem erbitterten Streit befand, der mit der Ermordung Beckets im Dezember des gleichen Jahres seinen Höhepunkt erreichte. Heinrich der Jüngere wurde am 27. August 1172 in der Kathedrale von Winchester ein zweites Mal gekrönt.[1] Doch bei der tatsächlichen Machtübergabe an seine Söhne legte Heinrich II. ein überaus zögerliches Verhalten an den Tag, was Heinrich zusammen mit seinen Brüdern Richard (der spätere Richard I. Löwenherz) und Gottfried sowie ihrer Mutter 1173 zur Rebellion gegen den Vater bewegte. Unterstützt wurden sie dabei von König Ludwig VII., der sich davon eine Schwächung der Plantagenets erhoffte, Graf Philipp I. von Flandern und König Wilhelm I. von Schottland. Zusammen mit seinem Schwiegervater belagerte Heinrich im April 1173 die Burg von Verneuil, während zugleich der Graf von Flandern Rouen belagerte. Die Revolte wurde jedoch von Heinrich II. schnell niedergeschlagen, der 20.000 Brabanzonen anheuerte und im August 1174 Rouen entsetzte, bis in das Poitou vorstieß und Saintes nahm, wo er seine Frau Eleonore gefangen setzte. Nachdem Richard die Waffen niedergelegt hatte, ergaben sich auch Heinrich und Gottfried und versöhnten sich am 30. September 1174 mit ihrem Vater in Montlouis. Im November 1179 nahm Heinrich an der Krönung Philipps II. von Frankreich in Reims teil und beteiligte sich anschließend mit 500 Rittern am Turnier von Lagny-sur-Marne, welches vom Grafen Heinrich I. von Champagne veranstaltet wurde und mit über 3000 beteiligten Rittern eines der größten Turniere des Mittelalters war. Heinrichs Verhältnis zum Vater blieb spannungsreich, da der Jüngere weiterhin eine Beteiligung an der Macht verlangte. Um seinem Sohn entgegenzukommen, forderte Heinrich II. zu Weihnachten 1182 in Caen seine jüngeren Söhne Richard und Gottfrieed dazu auf, ihrem ältesten Bruder für ihre jeweiligen Besitzungen auf dem Festland zu huldigen. Beide lehnten dies ab, worauf es nun zum Krieg zwischen den Brüdern kam. Heinrich verbündete sich mit Gottfried und gemeinsam griffen sie Richard an. Angeblich war Gottfried die treibende Kraft hinter Heinrich, da er Richard um das reiche Aquitanien beneidete. Zu Richards Gunsten schritt der Vater ein, weshalb Heinrich nun bei seinem Schwager König Philipp II. um Hilfe bat, der ihm auch Söldner schickte. Inmitten der Kämpfe erkrankte Heinrich plötzlich im Mai 1183 an der Ruhr, starb in der Burg Martel an der Dordogne und wurde in der Kathedrale von Rouen bestattet. Heinrich war ein ausgiebiger Anhänger der höfischen Kultur und stand ganz im ritterlichen Geist seiner Zeit. Sein Tutor war der berühmte Ritter William Marshal, von dem er 1173 selbst die Schwertleite empfing und der ihm auch bis zum Tod beistand. Heinrichs Tod wurde unter anderem von Bertran de Born lyrisch betrauert. Da sein Bruder Gottfried von der Bretagne ebenfalls 1186 noch vor dem Vater starb, sollte Richard Löwenherz als Haupterbe nachfolgen. Heinrichs Witwe wurde 1186 mit König Béla III. von Ungarn verheiratet. Literatur • Lindsay Diggelmann: Marriage as Tactical Response: Henry II and the Royal Wedding of 1160. In: The English Historical Review, Bd. 119 (2004), S. 954–964. Weblinks Commons: Heinrich der Jüngere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Anmerkungen 1 In zeitgenössischen Dokumenten wurde der jüngere Heinrich auch „Heinrich III.“ (Henricus tertius) genannt, da er aber nie Alleinherrscher wurde wird er in Königslisten der modernen Geschichtsschreibung in der Regel ignoriert. Siehe dazu: Gesa Regis Henrici Secundi Benedicti Abbas, Band 1, hrsg. von William Stubbs in Rolls Series (RS) 49 (1867), S. 301 | von England (Plantagenêt), König Heinrich der Jüngere (I4581)
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| 34381 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_der_Löwe Heinrich der Löwe (* um 1129/1130 oder 1133/35; † 6. August 1195 in Braunschweig), aus dem Geschlecht der Welfen, war von 1142 bis 1180 Herzog von Sachsen (Heinrich III.) sowie von 1156 bis 1180 Herzog von Bayern (Heinrich XII.). Heinrich der Löwe hatte 1152 als Herzog von Sachsen entscheidenden Anteil an der Königskrönung seines Vetters Friedrich Barbarossa. Dafür wurde er von Barbarossa in den folgenden Jahren intensiv gefördert. So erhielt er im Jahr 1156 auch das bayerische Herzogtum. In Norddeutschland konnte Heinrich eine königsgleiche Stellung aufbauen. Braunschweig machte er durch den Neubau der Stiftskirche St. Blasius und der benachbarten Burg Dankwarderode mit dem Standbild eines Löwen zu einem fürststlichen Repräsentationszentrum. Der aggressive Herrschaftsausbau des Herzogs in Sachsen und nördlich der Elbe rief allerdings den Widerstand der anderen sächsischen Großen hervor. Für die Unterstützung durch Barbarossa revanchierte sich Heinricch zunächst durch große Anstrengungen im Reichsdienst während der ersten Italienzüge. Im Jahr 1176 wurde das Verhältnis jedoch schwer belastet, als sich der Herzog weigerte, angesichts eines bevorstehenden Kriegs mit den lombardischen Städten den Kaiser in einer bedrohlichen Situation militärisch zu unterstützen. Nach der Niederlage Barbarossas, dem Scheitern der Oberitalienpolitik und dem Friedensschluss von 1177 mit dem lange bekämpften Papst Alexander III. wurde Heinrich der Löwe auf Bestreben mehrerer Fürsten gestürzt und musste ins Exil nach Südengland gehen, aus dem er erst Jahre später zurückkehren konnte. Neben Friedrich Barbarossa galt er lange Zeit als wichtigster Protagonist des staufisch-welfischen Gegensatzes, der die Reichspolitik im 12. Jahrhundert dominiert habe. Erst in jüngster Zeit wurde diese Einschätzung stark relativiert. Herkunft Heinrich der Löwe entstammte dem adligen Geschlecht der Welfen. Schon seit den zwanziger Jahren des 12. Jahrhunderts entstanden mehrere Schriften, in denen die Geschichte dieser Familie mit wechselnden Akzentsetzungen schriftlich fixiert wurde; die Welfen waren damit die erste Adelsfamilie im Reich, die ihre Geschichte aufzeichnen ließ.[3] Die Hausüberlieferung, die in der Genealogia Welforum, der so genannten Sächsischen Welfenquelle und der Historia Welforum zum Ausdruck kam, hob die Verbindung mit den Karolingern hervor und betonte die Bedeutung des Leitnamens Welf, der über die Namensetymologie catulus (= Welpe) einen Bezug zum antiken Rom ermöglichte. Die Vorfahren der Welfen traten bereits im 8. Jahrhundert im Umfeld der Karolinger auf. Der Aufstieg der Familie vollzog sich durch vorteilhafte Heiraten. Die Welfin Judith hatte als zweite Gemahlin des Kaisers Ludwig des Frommen maßgeblichen Einfluss auf die Geschichte des fränkischen Großreiches. Ihre Schwester Hemma wurde mit Judiths Stiefsohn, König Ludwig dem Deutschen, verheiratet. Die zweifache Eheverbindung mit dem karolingischen Herrscherhaus sicherte den Aufstieg im Umkreis der Könige. Nach dem Zerfall des fränkischen Großreiches stellte bis 1032 ein Zweig der Familie die Könige von Burgund. Nach dem Tod Welfs III. im Jahr 1055, der ohne Erben starb, geriet das Haus in eine Existenzkrise. Seine Schwester Cuniza heiratete den Markgrafen Azzo II. von Este, der aus heutiger Sicht das Geschlecht fortführte. Der Großvater Heinrichs des Löwen, der bayerische Herzog Heinrich der Schwarze, heiratete Wulfhild, die älteste Tochter des sächsischen Herzogs Magnus Billung und der ungarischen Königstochter Sophia. Größere Ländereien um Lüneburg, den Zentral- und Begräbnisort der Billunger, gelangten dadurch an die Welfen. 1123 steigerte die Heiligsprechung Bischof Konrads von Konstanz, eines Angehörigen des Hauses, das Ansehen der Familie. Die Welfin Judith, Tochter Heinrichs des Schwarzen, heiratatete den staufischen Herzog Friedrich II., den Vater Friedrich Barbarossas. Die Kandidatur Friedrichs II. als Nachfolger des kinderlos gestorbenen salischen Herrschers Heinrich V. blieb 1125 erfolglos. Gewählt wurde stattdessen der Sachsenherzoog Lothar III. Entscheidend dafür war der Parteiwechsel Heinrichs des Schwarzen, der nicht seinen staufischen Schwiegersohn, sondern den sächsischen Herzog Lothar bei der Königswahl unterstützte. Lothar gewann ihn für sich, indem er seine einzige Tochter Gertrud mit Heinrichs Sohn, Heinrich dem Stolzen, vermählte. Aus dieser Verbindung ging Heinrich der Löwe hervor. Sein Geburtsort ist ungewiss.[4] Nach der Steterburger Chronik müsste er 1129/1130 geboren sein.[5] Die Zeit bis zum Taufuftermin 1135/36 scheint jedoch zu lang zu sein und der Kopist der einzigen Sammelhandschrift könnte einen Übertragungsfehler begangen haben, so dass Heinrich auch 1133/35 geboren sein könnte.[6] Heinrich der Stolze erlangte in der folgenden Zeit eine überherzogliche, nahezu königsgleiche Stellung. Am Ende der Regierungszeit seines Schwiegervaters Lothar verfügte er über die Herzogtümer Bayern und Sachsen, über die Markgrafschaft Tuszien, die Mathildischen Güter sowie über umfangreichen Eigenbesitz in Schwaben, Bayern, Sachsen und Italien. Auseinandersetzung mit Konrad III. Lothar starb im Dezember 1137 auf dem Rückweg von Italien und übergab auf dem Sterbebett die Reichsinsignien an Heinrich den Stolzen. Als Schwiegersohn des Kaisers machte sich Heinrich der Stolze berechtigte Hoffnungen auf die Nachfolge. Seiner Herrschaft „von Meer zu Meer, von Dänemark bis Sizilien“, soll er sich, folgt man Otto von Freising, gerühmt haben.[7] Allerdings soll er sich auch „wegen seines Stolzes fast bei allen, die mit Kaiser Lothar an dem Zuge nach Italien teilgenommen hatten, verhaßt gemacht“ haben.[8] So gelang es dem Staufer Konrad trotz seiner schwachen materiellen Basis, mit einigen Fürsten Vereinbarungen für seine Königswahl zu treffen. Am 7. März 1138 wurde er in Koblenz von einer kleinen Fürstengruppe unter der Leitung des Erzbischofs AAlbero von Trier zum König gewählt. Heinrich der Stolze lieferte nach längerem Zögern die Reichsinsignien aus. Die Forderung des neuen Königs, auf eines seiner beiden Herzogtümer zu verzichten, wies er jedoch zurück. Konrad entzog daraufhin 1138 dem Welfen beide Herzogtümer. Noch im selben Jahr gab er dem Markgrafen Albrecht dem Bären Sachsen, im Frühjahr 1139 verlieh er Bayern seinem babenbergischen Halbbruder Leopold IV. Beim Tod seines Vaters im Oktober 1139 war Heinrich der Löwe ein unmündiges Kind. Der größte Teil des Besitzkomplexes, auf dem seine Hausmacht basierte, befand sich zwischen Oker, Fuhse, Aller und Bode mit Braunschweig und Königslutter sowie iim billungischen Zentralraum links von Elbe und Ilmenau nordwestlich von Lüneburg. Seine Ansprüche auf die umstrittenen Herzogtümer Bayern und Sachsen wurden von Lothars Witwe, der Kaiserin Richenza, und dann von seiner Mutter Gertrud in Sachsen vertreten. Heinrich wuchs im Umfeld geistiger und militärischer Berater des Hofs Lothars III. auf. Dazu zählten die bedeutenden sächsischen Ministerialen Anno von Heimburg, Liudolf und Balduin von Dahlum, Heinrich von Weida sowie Poppo von Blankenburg, auf die sich Heinrich stützte und die seine Persönlichkeit prägten. Das Heranziehen der Ministerialität führte aber auch dazu, dass der Einfluss des sächsischen Adels auf die Politik des Herzogs zurückging. Sofort nach dem Tod Heinrichs des Stolzen versuchte Albrecht der Bär, sich als Herzog in Sachsen durchzusetzen. Konrads Nachfolgeregelung wurde jedoch vom sächsischen Adel nicht akzeptiert. Albrecht konnte sich gegen die Anhänger Richenzas nicht durchsetzen und musste sich nach Kämpfen gegen Pfalzgraf Friedrich von Sommerschenburg, Graf Rudolf von Stade und Erzbischof Konrad von Magdeburg zurückziehen. Auch Konrads Pläne zur Neuordnung der Verhältnisse in Bayern trafen auf Widerstand. Nach dem Tod Heinrichs des Stolzen beanspruchte sein Bruder Welf VI. das Herzogtum für sich selbst. Im August 1140 besiegte er Leopold IV. bei Valley im Mangfalltal. Nach dem Tod Leopolds 1141 übertrug Konrad das Herzogtum 1142 an Leopolds Bruder Heinrich II. Jasomirgott. Ein Ausgleich wurde mit Hilfe des Mainzer Erzbischofs Markolf im Mai 1142 auf einem Hoftag in Frankfurt vereinbart. Albrecht der Bär verzichtete auf das Herzogtum Sachsen, das Heinrich dem Löwen übertragen wurde. Auf den Rat seiner Mutter Gertruud verzichtete Heinrich auf das Herzogtum Bayern. Gertrud heiratete Heinrich Jasomirgott; der erhoffte Sohn aus dieser Ehe sollte wohl die Herrschaft in diesem Herzogtum antreten. Das Bündnis hatte jedoch keinen langen Bestand, da Gertrud bereits im April 1143 starb und die Ehe mit Heinrich Jasomirgott damit kinderlos blieb. Förderung durch Friedrich Barbarossa Nach dem Tod Konrads III. im Jahr 1152 wählten die Fürsten seinen Neffen Herzog Friedrich III. von Schwaben zum neuen König, den Sohn Herzog Friedrichs II., des erfolglosen staufischen Thronkandidaten von 1125. Otto von Freising zeichnet das Bild einer einmütigen Königserhebung und zwangsläufigen Nachfolge durch Friedrich. Friedrich sei gewählt worden, da er den beiden verfeindeten Familien der Heinrici de Gueibelinga (Heinriche von Waiblingen) und der Guelfi de Aldorfio (Welfen von AlAltdorf) angehöre, er sei damit der „Eckstein“ (angularis lapis) der Versöhnung geworden. Tatsächlich dürften jedoch vielmehr intensive Verhandlungen, Zugeständnisse und Absprachen zwischen Friedrich und den Großen vor der Frankfurter Wahl vom 4. März 1152 und der Aachener Krönung vom 9. März 1152 geführt worden sein.[13] Die Unterstützung Heinrichs des Löwen hatte Barbarossa wohl durch die Zusage gewonnen, ihm das Herzogtum Bayern zurückzuerstatten. Mit der Königswahl setzte eine Verschiebung im Machtgefüge ein: Die Welfen als ehemalige Gegner des alten Königs wurden nun Freunde des neuen. Zwischen Friedrich und Heinrich begann eine 25 Jahre andauernde Zusammenarbeit. Heinrich war an allen wichtigen Entscheidungen des Königshofes beteiligt. In etwa zwei Dritteln aller Urkunden aus den ersten zehn Jahren findet er sich als Zeuge.[14] Heinrich begleitete nach der Aachener Krönung den neugewählten König über mehrere Wochen auf dessen Umritt durchs Reich. Am 8. oder 9. Mai 1152 belehnte Friedrich Barbarossa Heinrich mit der Reichsvogtei Goslar, die wegen ihres Silberabbaus am Rammelsberg hohe, kontinuierliche Einnahmen sicherte. Am 18. Mai 1152 fand ein Hoftag in Merseburg statt. Dort hatte Barbarossa einen Streit über die Plötzkauer und Winzenburger Grafschaften zwischen Heinrich dem Löwen und Albrecht dem Bären zu klären. Albrecht berief sich wohl auf Verwandtenerbrecht, Heinrich vertrat die Auffassung, dass nach dem Tod eines erbenlosen Grafen dessen Güter und Rechte an den Herzog übergehen. Durch diese Regelung der Erbfälle hätte Heinrich sich mit seiner Herzogsgewalt zwischen dem König und den Grafen positionieren können. Der sächsische Dukat wäre auf diese Art, wie in der spätkarolingischen Zeit, zu einem Vizekönigtum geworden. Die Erbstreitigkeiten konnten in Merseburg jedoch noch nicht geklärt werden. Der Konflikt wurde erst am 13. Oktober 1152 in Würzburg beigelegt. Heinrich erhielt das bedeutendere Winzenburger Erbe und Albrecht die Plötzkauer Grafschaften. In Merseburg muss auch über das bayerische Herzogtum verhandelt worden sein, denn am 18. Mai 1152 ist Heinrich erstmals in einer Urkunde für die Übertragung von Gütern und Rechten an das Prämonstratenserstift Weißenau bei Ravensburg als „Herzoog von Bayern und Sachsen“ bezeugt.[15] Die königliche Kanzlei führte ihn aber weiterhin nur als „Herzog von Sachsen“ (dux Saxonie).[16] Die Verhandlungen zwischen Barbarossa und Heinrich Jasomirgott zogen sich bis 1156 hin, ehe Heinrich der Löwe das Herzogtum Bayern erhielt. Im sogenannten Privilegium minus wurde am 17. September 1156 in Regensburg der Kompromiss fixiert. Heinrich der Löwe erhielt das Herzogtum Bayern. Einen Teil davon, die Mark Österreich, gab der Welfe an Kaiser Friedrich Barbarossa zurück. Die Mark wurde in ein Herzogtum umgewandelt (ducatus Austrie) und an Heinrich Jasomirgott vergeben, damit „die Ehre und der Ruhm unseres überaus geliebten Onkels (honor et gloria dilectissimi patrui nostri) in keiner WeWeise gemindert erscheinen.“[17] Durch die Abtrennung und Aufwertung Österreichs wurde Heinrich dem Löwen allerdings die Möglichkeit zu einer Expansion seines bayerischen Herzogtums nach Osten genommen. Als Heinrich neben dem sächsischen auch das bayerische Herzogtum erhielt, „wurde für ihn ein neuer Name geschaffen: Heinrich der Löwe“ (creatum est ei nomen novum: Heinricus leo). Das Löwenprädikat galt als Charakteristikum starker Herrschaft.[18] Nach seiner Rückkehr nach Sachsen im Herbst 1156 unterstützte Heinrich Sven Grathe, der von Barbarossa im dänischen Thronstreit in Merseburg als rechtmäßiger König anerkannt wurde. Sven konnte sich dennoch nicht gegen seinen Vetter Knut V. Magnunusson behaupten und musste ins sächsische Exil gehen. Heinrich versuchte mit einem großen Heer Sven wieder nach Dänemark zu bringen. Er eroberte zwar die Bischofssitze Schleswig und Ripen und drang bis Hadersleben vor, doch blieb das Unternehmen erfolglos. Im Januar 1157 zog sich Heinrich nach Sachsen zurück. Unterstützung Barbarossas in Italien Im Oktober 1152 setzte Barbarossa auf dem Hoftag in Würzburg den Termin für seine Romfahrt zur Kaiserkrönung auf den Herbst 1154 fest. Schon auf dem Konstanzer Hoftag im März 1153 wurde er mit den Konflikten zwischen den italienischen Städten konfrontiert, für die er in den nächsten Jahrzehnten die Hilfe Heinrichs des Löwen und anderer Großer benötigen sollte. Zwei Kaufleute aus Lodi erhoben Klage gegen Mailand wegen Behinderung ihres Handels. Der Konflikt zwischen Mailand und Lodi hatte seine Ursache im Aufstieg der städtischen Kommunen seit dem späten 11. Jahrhundert und der Tatsache, dass die größeren unter ihnen begannen, ein Territorium aufzubauen. Mailand hatte bereits 1111 Lodi und 1127 Como unterworfen. Im Oktober 11554 sammelte sich das Heer bei Augsburg. Auf dem ersten Italienzug 1154/55 stellte Heinrich der Löwe das größte Kontingent.[19] In Sachsen ließ er seine Frau als Regentin zurück. In Roncaglia wurde das Heer von zwei Mailänder Konsuln missgeleitetet, wodurch erhebliche Versorgungsprobleme entstanden. Zudem beschwerten sich mehrere lombardische Städte über Mailand und dessen Verbündeten Tortona. Nachdem Barbarossa Tortona erfolglos aufgefordert hatte, das Bündnis mit Mailand zu beenden und sich mit dem königstreuen Pavia zu verbünden, begann Heinrich der Löwe mit der Belagerung der Stadt. Am 17. Februar 1155 gelang es ihm, die am Fuß des Berges gelegene Unterstadt zu erobern und niederzubrennen. Die Oberstadt gab zwei Monate später auf. Heinrich nutzte den Italienzug auch um die Güter des Hauses Este einzufordern. Auch hier wurden erbrechtliche Argumente ins Feld geführt. Heinrichs Urgroßvater Welf IV. hatte die Güter aus dem Nachlass des Markgrafen Azzo II. erhalten. Nach dem Tod Heinrichs des Stolzen hatte das Haus Este die Güter wieder übernommen. Im Lager des Reichsheeres bei Povegliano einigte sich Heinrich mit den Markgrafen Bonifaz und Fulco, dass ihm die Burg Este mit den Orten Solesino, Arqua und „Merendola“ (wohl Mirandola) gehören sollte. Diese Güter wurden den Este-Brüdern als Lehen gegeben. Während Heinrich durch seine Nähe zum Herrscher im Reichsdienst seine Vorteile suchte, nutzte der Bremer Erzbischof Hartwig die Abwesenheit des Herzogs für den Ausbau seines Territoriums. Er nahm die Burgen Stade, Bremerhaven, Harburg und Freiburg/Elbe wieder ein. Außerdem sammelte sich im Böhmerwald eine Gruppe von bayerischen und ostsächsischen Großen zu Vorbesprechungen. Ein konkretes Ergebnis wurde jedoch nicht erzielt. Kurz vor der Kaiserkrönung durch Papst Hadrian IV. erschien eine Gesandtschaft der Römer bei Barbarossa. Die kommunale Bewegung hatte den altrömischen Senat erneuert und wollte die Rechte von Kaiser und Papst völlig neu definieren. Unter Berufung auf antike Traditionen bot sie Friedrich die Kaiserkrone aus der Hand des römischen Volkes gegen eine Zahlung von 5000 Pfund Silber an. Dies lehnte Barbarossa jedoch ab, zumal er dem Papst bereits die Niederschlagung der Kommune zugesagt hatte. Am 18. Juni 1155 wurde er zum Kaiser gekrönt. Kurz nach der Krönung brach der zu erwartende Aufstand der Römer aus, bei dem auch das Lager Heinrichs des Löwen angegriffen wurde. Heinrich gelang es, den Angriff abzuwehren. Sein militärischer Erfolg fand bei zeitgenössischen Chronisten vor allem in Sachsen bis hin zu der im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts abgefassten Braunschweigischen Reimchronik größte Aufmerksamkeit.[20] Der Papst weihte daraufhin Gerold zum Bischof von Oldenburg und entschied damit gegen den zuständigen Metropoliten Hartwig von Bremen, der den Kandidaten des Herzogs ablehnte. Heirat mit Mathilde 1164 begann der Konflikt zwischen dem englischen König Heinrich II. Plantagenêt und seinem Kanzler Thomas Becket, der die englische Kirche vom königlichen Einfluss befreien wollte und auf die Seite Papst Alexanders III. trat. Barbarossa versuchtte daraufhin, den englischen König für ein Bündnis zu gewinnen. Ein Sohn Barbarossas und Heinrich der Löwe sollten die beiden Töchter des englischen Königs heiraten. 1162 hatte Heinrich der Löwe seine erste Frau Clementia von Zähringen verstoßenn. Die Trennung wurde mit der zu nahen Verwandtschaft begründet, die nach kanonischem Recht ein Ehehindernis war. Für Heinrich dürften politisch-dynastische Gründe eine große Rolle für die Heirat mit der englischen Königstochter Mathilde gespiellt haben. Aus der vierzehnjährigen Ehe mit Clementia war kein männlicher Nachkomme hervorgegangen; durch eine anglonormannische Eheverbindung hoffte er sein Ansehen angesichts des zunehmenden Widerstands im sächsischen Adel zu steigern.[37] Zudem hatte sich das ehemals gegen die Staufer gerichtete welfisch-zähringische Zweckbündnis durch Heinrichs gutes Einvernehmen mit seinem Vetter Barbarossa überlebt. Die Ehe mit Mathilde wurde 1168 im Mindener Dom geschlossen, gefeiert wurde die Hochzeit in Braunschweig. Die Mindener Domkirche erhielt am 1. Februar 1168 einen Bauernhof geschenkt, an dem Tag „als Heinrich, Herzog von Bayern und Sachsen, Mathilde heiratete, die Tochter des Königs von England.“[38] Die Ehe brachte Heinrich neue Impulse aus der modernen anglonormannischen Zivilisation und einen erheblichen materiellen Gewinn. Nach den Abrechnungen des Exchequers betrug die Summe der Mitgift 5102£. Die Aussteuer Mathildes wurde auf der Reise nach Sachsen in je zwanzig Säcken und Truhen auf die Schiffe geladen.[39] Das englische Geld verwendete der Herzog für seine Bauten und Stiftungen sowie für seine große Pilgerreise nach Jerusalem 1172. Sturz Chiavenna[ Eine durch die Augusthitze begünstigte Ruhrepidemie forderte 1167 im kaiserlichen Heer vor Rom große Opfer, zu denen auch zahlreiche Erbsöhne adliger Dynastien zählten. Barbarossa begann daraufhin systematisch die Güter erbenloser Hochadliger iin Schwaben einzuziehen. Die Frage nach dem Schicksal des süddeutschen Besitzes Welfs VI., dessen gleichnamiger Sohn Welf VII. ebenfalls gestorben war, führte zur Konkurrenz zwischen Welfs Neffen Heinrich dem Löwen und Friedrich Barbarossa. Welf VI. vermachte zunächst mit einem Vertrag seinen gesamten Besitz in Oberschwaben gegen eine hohe Geldzahlung seinem welfischen Neffen Heinrich. Dieser aber zögerte die Zahlungen hinaus, da er vielleicht mit dem vorzeitigen Tod seines Onkels rechnete. Daraufhin schloss Welf VI. einen neuen Vertrag, in dem er Friedrich Barbarossa und dessen Söhne als Erben einsetzte. Diese erhebliche Machtverschiebung in Schwaben zugunsten des Kaisers war eine Voraussetzung für den Prozess gegen den Löwen. Heinrich trat am 6. Juli 1174 das letzte Mal als Zeuge in einem Diplom des Kaisers auf.[74] In den Folgejahren leistete er keine Heeresfolge in Italien und erschien nur noch selten am Königshof. Dagegen verpflichtete sich der Kölner Erzbischof Philipp, der zu den gefährlichsten Gegnern des Löwen gehörte und schon seit Jahren mit ihm um die Vormacht in Westfalen stritt, in Italien zu überdurchschnittlichen Leistungen. Philipp wollte Ausgaben leisten, „bis die kaiserliche Hoheit wieder im Vollbesitz ihrer Kraft das erhobene Haupt der Rebellen beugt und zu Boden wirft“.[75] Der Druck der Reichsverwaltung in Italien hatte bereits im Dezember 1167 zur Gründung des Lombardischen Städtebunds geführt, der Beziehungen mit Alexander III. knüpfte. Langwierige militärische Auseinandersetzungen mit dem Kaiser folgten. Im November 1175 forderte Barbarossa Unterstützung im Kampf gegen die lombardischen Städte, nachdem Verhandlungen gescheitert waren. Die nun folgenden Ereignisse sind nicht widerspruchsfrei zu rekonstruieren, da die Quellen unterschiedliche Deutungen zulassen und sich nicht nur in Einzelheiten widersprechen. Alle sächsischen Fürsten sollen der Bitte des Kaisers gefolgt sein, nur Heinrich der Löwe habe sich geweigert und sei von Barbarossa zu einer Unterredung gebeten worden. Anfang 1176 trafen sich beide wahrscheinlich in Chiavenna nördlich des Comer Sees. Da alle Quellen über die Vorgänge erst Jahre oder gar Jahrzehnte später abgefasst worden sind, ist die Historizität jedoch nicht gesichert und die Einzelheiten sind umstritten.[76] Möglicherweise fiel der Kaiser sogar vor dem Herzog auf die Knie, um die Dringlichkeit seiner Bitte zu verdeutlichen. Heinnrich lehnte diese jedoch ab und brach dadurch mit der gesellschaftlichen Konvention, ein durch Fußfall eines Höheren vor dem Rangniederen manifestiertes Ersuchen zu akzeptieren. Die Stellung eines Heereskontingents machte der Herzog wohl von der Übergabe der Stadt Goslar mit ihren reichen Silberminen abhängig. Dies jedoch lehnte Barbarossa ab. Über die Ursachen des Zerwürfnisses zwischen den beiden langjährigen Verbündeten stritten sich bereits die Zeitgenossen. In seiner zwischen März und August 1210 verfassten Darstellung versuchte der welfentreue Historiograph Arnold von Lübeck deden darauf folgenden Sturz des Herzogs zu „bewältigen“.[77] Das Ersuchen um Hilfe wird auf einen Hoftag verlegt, wo Barbarossa die Reichsfürsten zu einer Heerfahrt nach Italien aufgefordert habe. Heinrich habe mit dem Verweis auf sein hohes Alter die persönliche Heeresfolge nicht leisten wollen und dem Kaiser stattdessen Geld angeboten.[78] Die Weigerung Heinrichs des Löwen hatte gravierende Folgen für die Auseinandersetzung des Kaisers mit den lombardischen Städten und dem mit diesen verbundenen Papst Alexander III. Im Mai 1176 verlor das kaiserliche Heer die Schlacht von Legnano. Friedrich musste am 1. August 1177 in Venedig Frieden mit Alexander III. schließen. Unterhändler der kaiserlichen Seite waren die Erzbischöfe von Köln und Magdeburg. Beide waren Gegner des Löwen, der Herzog war an den Verhandlungen nicht beteiligt. Im Frieden wurde auch festgelegt, dass der auf Betreiben Heinrichs 1160 vertriebene Bischof Ulrich von Halberstadt sein altes Amt zurückerhalten sollte. Der „Prozess“ Im Herbst 1177 begann Ulrich von Halberstadt in Sachsen den Kampf gegen Heinrich den Löwen um die Halberstädter Kirchenlehen. Unterstützung erhielt er 1178 vom aus Italien heimgekehrten Philipp von Köln. Der Erzbischof fiel in den westfälischen Teil des Herzogtums ein. Im November 1178 erhob der Löwe auf einem Hoftag in Speyer vor Barbarossa Klage gegen Philipp wegen Landfriedensbruchs. Auf einem Hoftag in Worms sollte sich der Herzog für sein aggressives Auftreten gegenüber dem sächchsischen Adel verantworten. Heinrich erschien jedoch zwischen dem 6. und 13. Januar 1179 nicht in Worms. Vor Gericht zu erscheinen hätte bedeutet, dass er die gegen ihn geführte Klage als berechtigt anerkannt hätte.[79] Der Ladungsungehorsam und die demonstrative Missachtung von Kaiser, Fürsten und Gericht traf Barbarossas Herrschaftsanspruch und war eine Verletzung der Ehre des Reiches (Honor Imperii).[80] Heinrichs Verhalten durfte nicht ungesühnt bleiben. Es erging daraufhin auf dedem Wormser Hoftag vom Januar 1179 ein „Feststellungsurteil“, wonach ihm im Wiederholungsfall die Acht angedroht wurde. Auch auf einem am 24. Juni 1179 stattfindenden Hoftag in Magdeburg erschien Heinrich jedoch nicht. In Magdeburg erhob Markgraf Dietrich von der Lausitz Anklage gegen den Löwen wegen Hochverrats und forderte ihn zu einem gerichtlichen Zweikampf auf. Den ausführlichsten Bericht über die Ereignisse überliefert Arnold von Lübeck etwa dreißig Jahre später. Für Arnold war der Prozess kein Musterbeispiel konsensualer Herrschaft, sondern Resultat einer Verschwörung gegen den Herzog.[81] Arnold versucht in seiner Darstellung den Eindruck zu vermitteln, dass Heinrich mit seiner Argumentation die herrschende Rechtsauffassung wieder gab und sich damit im Einklang mit den Vorstellungen seiner Zeitgenossen befand.[82] Diese Version spricht Heinrich von jeder Schuld frei und macht Barbarossa zum Schuldigen: Der Kaiser habe eine berechtigte Weigerung des Herzogs genutzt, um dessen Sturz zu betreiben. Nach Arnold gab es in Haldensleben ein zweites vertrauliches Gespräch. Dort soll Heinrich den Kaiser durch Vermittler um die Beilegung des Konflikts gebeten haben. Angeblich verlangte Barbarossa 5.000 Mark Silber, um dem Herzog durch seine Vermittlung die Huld der Fürsten, denen er Unrecht angetan habe, wieder zu sichern. Heinrich lehnte diese Forderung jedoch ab.[83] Der Herzog erschien auch nicht auf den Hoftagen im Juli 1179 in Naumburg (oder Neunburg), im August desselben Jahres in Kayna und im Januar 1180 in Würzburg. Um die Unterstützung größerer Kreise der Fürsten zu erlangen, musste sich Barbarossa verpflichten, den Herzog ohne ihre Zustimmung nicht wieder in den Stand seiner früheren Ehre zu setzen. Die Fürsten wollten damit möglichen Vergeltungsmaßnahmen eines später durch Barbarossa restituierten unund weiterhin übermächtigen Doppelherzogs vorbeugen.[84] Friedrich büßte dafür das traditionelle Vorrecht herrscherlicher Verzeihung ein. Seit dem Würzburger Hoftag vom Januar 1180 war Heinrich kein Reichsfürst mehr, sondern hatte als „der adlige Heinrich von Braunschweig“ (nobilis vir Hainricus de Bruneswic) eine Namensform inne, die auch bessere Ministeriale führten.[85] Die Zukunft des sächsischen Herzogtums wurde auf einem Hoftag in Gelnhausen Ende März 1180 geregelt. Heinrich der Löwe wurde als Majestätsverbrecher verurteilt und seine Reichslehen wurden eingezogen. In der für den Erzbischof Philipp von Köln ausgestellten Gelnhäuser Urkunde[86] werden die Vorwürfe, die zur Verurteilung führten, aufgelistet: die Unterdrückung der Freiheit (libertas) der Kirchen Gottes und der Adligen, die Missachtung der nach Lehnrecht ergangenen dreimaligen Ladung vor das Hofgericht und die mehrfache Verachtung der kaiserlichen Majestät (pro multiplici contemptu nobis exhibito).[87] Als Nutznießer dieses Konfliktes erhielt Erzbischof Philipp von Köln am 13. April 1180 das westliche Sachsen als neu geschaffenes Herzogtum Westfalen-Engern. Der östliche Teil fiel an Graf Bernhard von Anhalt, der Herzog von Sachsen wurde. Ende September 1180 wurde auf einem Hoftag in Altenburg auch über das Herzogtum Bayern entschieden. Die Steiermark wurde zum Herzogtum erhoben und dem bisherigen Markgrafen Ottokar von Steier verliehen, Graf Berthold IV. von Andechs erhielt die Herzogswürde für Meranien. Mit dem verkleinerten Herzogtum Bayern wurde der bisherige bayerische Pfalzgraf Otto von Wittelsbach belehnt, die Wittelsbacher regierten in Bayern fortan bis 1918. Mit der Teilung Sachsens und Bayerns ging die Geschichte der großen karolingerzeitlichen regna des ostfränkischen Reiches endgültig zu Ende; an ihre Stelle traten fürstliche Herrschaftsbereiche, von denen sich einige zu Landesherrschaften entwickelten. Die Neuordnung begrenzte aber auch die Königsgewalt und begünstigte sowohl in Bayern als auch in Sachsen regionale Adelsdynastien.[88] Exil Das Urteil musste durch eine Heerfahrt durchgesetzt werden. Heinrich eröffnete schon im April 1180 die entscheidenden Kämpfe mit einem Angriff auf die staufische Pfalzstadt Goslar und mit der Gefangennahme des Landgrafen Ludwig III. von Thüringen. Der Kaiser führte im Sommer einen zweimonatigen Verwüstungsfeldzug in Sachsen. Ein Hoftag am 15. August in der Königspfalz Werla forderte Heinrichs Anhänger auf, ihn spätestens bis zum 11. November zu verlassen, wenn sie ihre Lehen und Dienstgüter behalten wollten. Heinrichs Herrschaftssystem, das zu wenig Rücksicht auf Gefolgs- und Dienstleute genommen hatte, brach nun rasch zusammen. Der Großteil der welfischen Burgen fiel sofort an den Kaiser (Ilfeld, Scharzfeld, Herzberg, Staufenberg, Heimburg, Blankenburg, Regenstein, Lauenburg). Heinrichs Ministerialen Anno II. von Heimburg, Heinrich III. von Weida, Ekbert II. von Wolfenbüttel und Liudolf II. von Peine wechselten innerhalb weniger Wochen auf Friedrichs Seite. Heinricch verblieben nur die Hauptorte Lüneburg, Braunschweig und Haldensleben. Aus diesem Grund konnte Barbarossa sein Heer bereits im Herbst 1180 entlassen. Im November 1181 unterwarf sich Heinrich der Löwe auf dem Hoftag von Erfurt. Seine sächsischen Eigengüter durfte er behalten, seine beiden Herzogtümer waren jedoch verloren. Heinrich musste ins Exil zu seinem Schwiegervater nach Südengland gehen, weil er bei der politischen Neuordnung als Unruhestifter angesehen wurde. Die Verbannung sollte drei bis sieben Jahre dauern.[89] Am 25. Juli 1182 begab sich Heinrich mit seiner Gemahlin, seinen beiden Söhnen Heinrich und Otto, seiner Tochter Richenza und wenigen Getreuen von Braunschweig zu seinem Schwiegervater in die Normandie. Im Herbst 1182 unternahm er eine Pilgerreiise ins spanische Santiago de Compostela zur Förderung seines Seelenheils.[90] Möglicherweise hatte der Erfurter Hoftagsbeschluss Heinrich eine Bußwallfahrt auferlegt.[91] Ab Weihnachten 1182 lebte der Löwe am Hof Heinrichs II. Für den englischen König wurde dies zu einer kostspieligen Angelegenheit. Auch im Exil unterhielt der Löwe einen eigenen Hof mit Hofämtern und eine vom englischen König bezahlte Leibgarde. In Winchester wurde 1184 mit Wilhelm das vierte Kind von Mathilde und Heinrich geboren. Nach dem Tod Ottos I. von Wittelsbach im Juli 1183 hoffte Heinrich, das Herzogtum Bayern wiederzubekommen. Zu Pfingsten 1184 besuchte er, wohl als Vermittler für seinen Schwiegervater Heinrich II., den Mainzer Hoftag. Das bayerische Herzogtum wurde jedoch an Ottos Sohn Ludwig I. vergeben. Durch diplomatische Bemühungen bei Kaiser und Papst erreichte Heinrich II. die Rückkehr Heinrichs des Löwen ins Reich. Im Frühjahr 1185 landete der ehemalige Herzog in der Normandie, Ende September 1185 kehrte er mit seiner Frau und dem ältesten Sohn Heinrich nach Braunschweig zurück. Sein Löwensiegel zeigte nun statt der Formel Heinrich von Gottes Gnaden Herzog von Bayern und Sachsen nur noch die Umschrift Herzog Heinrich. Ein räumlicher Bezug fehlte. Die staufische Kanzlei verweigerrte ihm allerdings den Herzogstitel.[92] Die enorme Beschränkung seiner Herrschaft nach seinem Sturz stärkte aber auch von 1185 bis 1189 die Sonderstellung Braunschweigs.[93] Auf dem Mainzer Hoftag wurde am 27. März 1188 ein Kreuzzug beschlossenn. Barbarossa lud Heinrich im Juli 1188 zu einem Hoftag nach Goslar ein. Bei dieser Gelegenheit stellte er ihn vor die Wahl, ob er sofort wieder in Teile seiner früheren Würde eingesetzt werden wolle oder aber am Kreuzzug teilnehme und danach die volle Restitution erlange. Wünsche er aber weder das eine noch das andere, so möge er für die Dauer von drei Jahren erneut ins Exil gehen. Der ehemalige Herzog wählte das Exil, „als zu gehen, wohin er nicht wollte oder die einstige Würde in irgendeiner Weise durch Minderung verletzt zu sehen“.[94] Ostern 1189 kehrte er mit seinem Sohn Heinrich nach England zurück. Seine Gemahlin blieb in Braunschweig. Nach dem Tod Heinrichs II. am 6. Juli schloss sich Heinrich der Löwe dem neuen König Richard I. „Löwenherz“ an. Der Tod seiner Gemahlin am 28. Juni 1189 bewog Heinrich gegen alle Abmachungen ins Reich zurückzukehren. Nach seiner Ankunft in Sachsen belehnte ihn Erzbischof Hartwig II. von Bremen erneut mit der Grafschaft Stade. Der Kaiser und seine wichtigsgsten Fürsten waren unterdessen zur Reise ins Heilige Land aufgebrochen. Heinrich gelang es daher zunächst, große Teile seines ehemaligen Herrschaftsgebiets in Sachsen einzunehmen. Barbarossas Sohn Heinrich VI. führte ein Heeresaufgebot gegen den Löwen nach Sachsen, musste sich aber schon bald mit anderen Problemen befassen. Nach dem Tod Wilhelms II. von Sizilien besaß für ihn die Erbfolge in Sizilien Priorität, dort musste er seine aus der Ehe mit der normannischen Königstochter resulultierenden Erbansprüche durchsetzen. Daher legte er die Auseinandersetzung mit Heinrich dem Löwen bei und schloss mit ihm in Fulda Frieden. Heinrich von Braunschweig, der älteste Sohn Heinrichs des Löwen, begleitete Heinrich VI. nach Italien. Am 5. August 1191 gelang es ihm von Papst Coelestin III. das wichtige Privileg zu erhalten, dass Heinrich der Löwe und seine Söhne nur vom Papst oder von einem päpstlichen Legaten exkommuniziert werden durften. Zudem konnten durch die Heirat Heinrichs von Braunschweig mit der Stauferin Agnes Ende 1193 wieder verwandtschaftliche Beziehungen mit den Staufern geknüpft werden. Im März 1194 wurde Heinrich der Löwe in der Pfalz Tilleda in die volle Gnade des Kaisers aufgenommen. Als Zeichen der Aussöhnung wurde Heinrichs gleichnamiger Sohn mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt. Tod In der Chronik Gerhard von Steterburgs heißt es, Heinrich habe sich in seinem letzten Lebensjahr „alte Chronik sammeln, zusammenschreiben und vorlesen lassen und mit dieser Beschäftigung oft die ganze Nacht schlaflos verbracht“.[95] Nach seinem Tod wurde er an der Seite seiner Gemahlin Mathilde in der von ihm ausgestatteten Blasius-Kirche in Braunschweig bestattet. Die welfische Memoria konzentrierte sich fortan auf die sächsischen Vorfahren des Herzogpaars. Die Datierung der heute noch erhaltenen Grabbilder ist umstritten. Ob sie spätestens 1210[96] oder aber zwischen 1235 und 1240[97] gefertigt wurden, ist unklar. Die Grabanlage für Heinrich und seine Gemahlin ist jedenfalls das älteste erhaltene Doppelgrab eines Ehepaares in Deutschland.[98] Bereits kurze Zeit nach Heinrichs Tod konnte sein Sohn Heinrich von Braunschweig 1195/1196 die rheinische Pfalzgrafenwürde übernehmen und damit in die Spitzengruppe des Adels im Reich zurückkehren. Heinrichs Heiratsverbindung mit dem englischehen Königshaus war die wohl wichtigste Voraussetzung für die Königswahl seines Sohnes Otto. Bereits drei Jahre nach Heinrichs Tod wurde Otto von niederrheinisch-westfälischen Großen unter Führung des Erzbischofs von Köln gegen den Staufer Philipp von Schwaben zum König erhoben. Ab 1208 wurde er allgemein anerkannt. Papst Innozenz III. krönte Otto 1209 zum Kaiser. 1235 erhob Friedrich II. Heinrichs Enkel Otto das Kind zum ersten Herzog im neu geschaffenen Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Damit gelang den Welfen die Rückkehr in den Kreis der Reichsfürsten. Mehr unter obenstehendem Link.. Quellen • Matthias Becher (Hrsg.): Quellen zur Geschichte der Welfen und die Chronik Burchards von Ursberg (= Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe; Bd. 18b), Wissenschaftliche Buchgesellschft, Darmstadt 2007. (Rezension) • Helmold von Bosau: Chronica Slavorum, ed. Bernhard Schmeidler, MGH SSrG 32, Hannover 1937, S. 1–218 / Helmold von Bosau: Slawenchronik. Neu übertragen und erläutert von Heinz Stoob, 7. Auflage. (Unveränd. Nachdr. der 6. gegenüber der 5. um eien Nachtr. erw. Auflage. 2002) Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-21974-2. • Arnold von Lübeck: Chronica Slavorum, ed. Georg Heinrich Pertz, MGH SSrG 14, Hannover 1995 (Unveränd. Nachdr. der Ausg. von 1868), ISBN 3-7752-5307-6. • Annales stederburgenses: Annales stederburgenses auctore Gerhardo praeposito a. 1000–1195. ed. Georg Heinrich Pertz (= MGH SS XVI), Hannover 1859, S. 197–231. • Die Urkunden Heinrichs des Löwen, Herzogs von Sachsen und Bayern. bearbeitet von Karl Jordan (MGH Laienfürsten- und Dynastenurkunden der Kaiserzeit 1), Leipzig 1941–1949 (ND 1957–1960). Literatur Überblicksdarstellungen • Werner Hechberger, Florian Schuller (Hrsg.): Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2168-2. (Rezension) • Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). 2. Auflage. Kohlhammer. Stuttgart 2014, ISBN 3-17-026104-5. • Bernd Schneidmüller (Hrsg.): Die Welfen und ihr Braunschweiger Hof im hohen Mittelalter (= Wolfenbütteler Mittelalter-Studien. Band 7). Harrassowitz, Wiesbaden 1995, ISBN 3-447-03705-9. Monografien • Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter. Muster-Schmidt, Göttingen 1997, ISBN 3-7881-0149-0. • Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-787-1. (Rezension) (Standardwerk) • Johannes Fried, Otto Gerhard Oexle: Heinrich der Löwe. Herrschaft und Repräsentation (= Vorträge und Forschungen. Band 57). Thorbecke, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-6657-0. • Karl Jordan: Heinrich der Löwe. Eine Biographie. 4. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1996, ISBN 3-423-04601-5. (lange Zeit das maßgebliche Referenzwerk) • Jochen Luckhardt, Franz Niehoff (Hrsg.): Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125–1235. Katalog der Ausstellung Braunschweig 1995. 3 Bde. Hirmer, München 1995, ISBN 3-7774-6900-9. • Leila Werthschulte: Heinrich der Löwe in Geschichte und Sage. Winter, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-8253-5387-2. (Rezension sehepunkte) / (Rezension) Lexikonartikel • Hans Prutz: Heinrich der Löwe. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 589–601. • Karl Jordan: Heinrich der Löwe. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 388–391 (Digitalisat). • Bernd Schneidmüller: Heinrich der Löwe. In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent u. a. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon: 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans Verlag, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7, S. 317–319. • Sebastian Sobecki: Heinrich der Löwe. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 26, Bautz, Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8, Sp. 629–656. Weblinks Commons: Heinrich der Löwe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Wikisource: Heinrich der Löwe – Quellen und Volltexte • Literatur von und über Heinrich der Löwe im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek • Werke von und über Heinrich der Löwe in der Deutschen Digitalen Bibliothek • Veröffentlichungen zu Heinrich dem Löwen im Opac der Regesta Imperii • Urkunde betreffs möglicher Exkommunikation Heinrichs des Löwen 1191 auf kulturerbe.niedersachsen.de | von Sachsen (von Bayern) (Welfen), Herzog Heinrich der Löwe (I7017)
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| 34382 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_der_Stolze Heinrich der Stolze (* 1102 oder 1108; † 20. Oktober 1139 in Quedlinburg) war von 1126 bis 1138 als Heinrich X. Herzog von Bayern und von 1137 bis zu seinem Tode 1139 als Heinrich II. Herzog von Sachsen. Außerdem war er Markgraf von Tuszien. Er kam aus dem Hause der Welfen und war 1138 Kandidat (Thronprätendent) für die Wahl zum römisch-deutschen König. Leben Heinrich war der Sohn von Herzog Heinrich IX. dem Schwarzen von Bayern und Wulfhild von Sachsen und älterer Bruder von Welf VI. Aus seiner Ehe mit Gertrud von Sachsen, Tochter König Lothars III. von Supplinburg vom 29. Mai 1127, ging Heinrich der Löwe hervor. Durch die Ehe mit Gertrud von Sachsen, Kaiser Lothar III. von Supplinburgs einziger Tochter, erhielt Heinrich nach dessen Tod die supplinburgischen, braunschweigischen und northeimischen Allodialgüter in Sachsen. Hier zeigen sich die Anfänge wellfischer Machtausdehnung im Norden des Reiches, wovon memorialgeschichtlich auch die zwischen 1132 und 1137 in Lüneburg entstandene sächsische Welfenquelle Zeugnis ablegt. Heinrich unterstützte Lothar im Kampf gegen die Staufer und begleitete ihn 1136/37 auf dessen zweiten Italienzug. Hierbei wurde Heinrich mit der Markgrafschaft Tuszien belehnt und erhielt vom Papst die Mathildischen Güter. 1137 verlieh ihm Lothar kurz vor seinem Tod auch das Herzogtum Sachsen und designierte ihn zu seinem Nachfolger. Nach Otto von Freising rühmte er sich nach der Einsetzung zum Herzog von Sachsen, dass seine Besitzungen von Dänemark bis Sizilien reichten: „A mari usque ad mare, id est a Dania usque in Siciliam.“[1] Dennoch wurde – wohl aufgrund Heinrichs hochfahrenden Wesens und seiner bisherigen Machtfülle – nicht er, sondern der Staufer Konrad III. gewählt. Heinrich lieferte Konrad zwar die von Lothar empfangenen Reichskleinodien aus, weigerte sich jedoch – wie von Konrad gefordert – auf eines seiner Herzogtümer zu verzichten. Als Heinrich auch noch die Huldigung des neuen Königs verweigerte, ächtete Konrad ihn, gab Bayern an Leopold IV. von Österreich, Sachsen an Albrecht den Bären. Heinrich konnte sich in Sachsen jedoch gegen alle Angreifer und selbst gegen König Konrad behaupten, starb aber am 20. Oktober 1139 plötzlich in Quedlinburg. Er wurde neben seinen Schwiegereltern Lothar III. und Richenza von Northeim im Kaiserdom Königslutter bestattet. Literatur • Sigmund Ritter von Riezler: Heinrich X., der Stolze. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 462–466. • Kurt Reindel: Heinrich X., der Stolze. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 343 f. (Digitalisat). • Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 162–182. Weblinks Commons: Heinrich X. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Anmerkungen 1 Otto von Freising, Chronica, lib. VII, cap. 23. | Welf (von Bayern), Heinrich der Stolze (I7015)
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| 34383 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Bayern) Heinrich I. (* 919/922 in Nordhausen; † 1. November 955 in Pöhlde) aus der Familie der Liudolfinger war Herzog von Bayern. Heinrich war der zweite Sohn des deutschen Königs Heinrich I., Bruder des ostfränkischen Königs Otto I., und seiner Gemahlin Mathilde. 938 verschwor er sich im Bunde mit Eberhard von Franken und Giselbert von Lothringen gegen seinen Bruder Otto, da er eigene Ansprüche auf den Thron erhob. Zuvor war er im Aufstand Thankmars von Eberhard gefangengenommen worden. Im Jahre 939 wurde er bei Birten geschlagen und gezwungen, das Reich zu verlassen. Er floh zu König Ludwig IV. ins Westfrankenreich, unterwarf sich aber, nachdem dieser mit Otto Frieden geschlossen hatte. 940 erhielt Heinrich das Herzogtum Lothringen, konnte seine Herrschaft jedoch nicht behaupten und verlor sie noch im selben Jahr. Ostern 941 versuchte er, Otto in der Königspfalz in Quedlinburg zu ermorden. Der Anschlag wurde entdeckt, Heinrich in Ingelheim gefangengehalten und zu Weihnachten 941 in Frankfurt am Main nach reuevoller Buße begnadigt. Durch die Vermittlung seines Bruders heiratete Heinrich Judith von Bayern aus der bayrischen Herzogsdynastie der Luitpoldinger und wurde 948 mit dem Herzogtum Bayern belehnt. In Bayern stieß seine Ernennung zum Herzog weitgehend auf Ablehnung. IIn den Ungarnkriegen konnte er sich 949/50 als erfolgreicher Heerführer bewähren. Als Brautwerber seines Bruders geleitete er die Königin Adelheid im Jahr 951 nach Pavia. 952 vergrößerte er sein Herzogtum um die Marken Verona und Aquileja. Einen Aufstand Liudolfs und Konrads von Lothringen konnte er blutig unterdrücken. Er starb am 1. November 955 im Kloster Pöhlde an einer schweren Krankheit. Er wurde im Niedermünster in Regensburg beigesetzt, wo auch seine Frau Judith begraben ist. Der Mensch Heinrich ist relativ unbekannt. Widukind von Corvey zeichnet ein, aus seiner Sicht, wohl negatives Bild, was aber mit einer Abneigung gegenüber Heinrich zu tun haben mag. Heinrich I. war verheiratet mit Judith von Bayern. Mit ihr hatte er drei Kinder: • Hadwig (ca. 939–994) • Gerberga (ca. 940–1001) • Heinrich II. (951–995) | von Bayern (Liudofinger), Herzog Heinrich I. (I4529)
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| 34384 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Brabant) Heinrich I., genannt der Mutige (* um 1165; † 5. September 1235 in Köln) war seit 1179 Graf von Brüssel, seit 1183 Herzog von Brabant sowie seit 1190 Graf von Löwen, Markgraf von Antwerpen und Herzog von Niederlothringen. Er war der Sohn von Gottfried III., Graf von Löwen und Brüssel, Landgraf von Brabant, Markgraf von Antwerpen und Herzog von Niederlothringen, und der Margarete von Limburg. Leben und Wirken Der Vater beteiligte Heinrich früh an den Regierungsgeschäften des Herzogtums, schon 1172 wurde er – an dessen Seite – als Herzog bezeichnet. 1179 heiratete er Mathilde von Boulogne, eine Nichte Philipps von Elsass, Graf von Flandern, und erhiellt zu diesem Anlass von seinem Vater die Grafschaft Brüssel. Er hatte mehrere militärische Auseinandersetzungen mit den Grafen von Hennegau und vertrat seinen Vater, als dieser 1182 bis 1184 im Heiligen Land war. Der Kaiser erhob Brabant 1183 zum Herzogtum. 1185 gründete er ’s-Hertogenbosch. Beim Tod seines Vaters 1190 trat er dessen Nachfolge an. Schnell fand er sich im Gegensatz zu Kaiser Heinrich VI., zuerst anlässlich der Wahl seines Bruders Albrecht zum Bischof von Lüttich (die Auseinandersetzung führte 1192 zur Ermordung des Bischofs, woraufhin sich Brabant und Hennegau vier Jahre llang der Wahl des Nachfolgers widersetzten), des Weiteren dann wegen des englischen Königs Richard Löwenherz, den Herzog Leopold V. von Österreich gefangen genommen und dem Kaiser ausgeliefert hatte: Heinrich VI. wollte ihn an Philipp II. August von Frankreich weiterreichen, da er die lothringischen Fürsten als pro-englisch ansah. Richard Löwenherz wurde schließlich gegen ein enormes Lösegeld freigelassen. Auch er zog mit dem Kreuzzug Heinrichs VI. ins Heilige Land, wo er die Städte Sidon und Beirut für die Christen eroberte, musste aber nach Europa zurückkehren, nachdem Kaiser Heinrich 1197 gestorben war. Seine Ehefrau und er unterstützten in der Nachfolgefrage – so wie die meisten norddeutschen Barone – die Wahl des Welfen Otto IV. (der mit Heinrichs Tochter Maria verlobt war), während die Barone Süddeutschlands sich mehrheitlich für den Staufer Philipp von Schwaben, den Bruder des verstorbenen Kaisers, aussprachen. 1204 wechselte Heinrich von Brabant die Seiten und verbündete sich mit Philipp II. von Frankreich und Philipp von Schwaben gegen den Welfen. Nach dem Mord an Philipp 1208 fand er die Aussöhnung mit Otto IV., an dessen Seite er am 27. Juli 1214 in der Schlacht bei Bouvines kämpfte, wo er fast in Gefangenschaft geraten wäre. Wenig später schloss er ein Bündnis mit Kaiser Friedrich II., wonach seine Regierung in eine friedlichere Politik mündete. In den Jahren 1217 bis 1218 nahm Heinrich am Kreuzzug von Damiette nach Ägypten teil. Im April 1235 reiste Heinrich zusammen mit dem Erzbischof Heinrich I. von Köln im Auftrag Friedrichs II. nach England, um die Verlobte des Kaisers, Isabella, Tochter des Königs Johann Ohneland, nach Deutschland zu holen. Auf dem Rückweg erkrankte der Herzog von Brabant in Köln und starb. Sein Grab befindet sich in der St.-Pieters-Kirche in Löwen. Nachkommen In erster Ehe war Heinrich seit 1179 mit Mathilde von Boulogne (* 1170, † 1210) verheiratet, der jüngsten Tochter von Matthäus von Elsass und Maria von Blois, Graf und Gräfin von Boulogne; Kinder von Heinrich und Mathilde waren: • Adelheid (* 1190, † 1265), Gräfin von Boulogne, ∞ 1 1206 Arnold III. († 1223), Graf von Looz 2 1225 Wilhelm X. von Clermont (* 1195, † 1247), Graf von Auvergne 3 Arnold von Wesemaele • Maria (* 1190, † 1260), ∞ 1 Otto IV. (* 1177, † 1218), Kaiser 2 1220 Wilhelm I. (* 1167, † 1223), Graf von Holland • Margarete (* 1192, † 1231), ∞ 1206 Gerhard IV. († 1229), Graf von Geldern • Mathilde (* 1200, † 1267), ∞ 1 1212 Heinrich II. († 1214), 1212 Pfalzgraf bei Rhein 2 1224 Florens IV. (* 1210, † 1234), Graf von Holland • Heinrich II. (* 1207, † 1248), Herzog von Brabant • Gottfried (* 1209 † 1254), Herr von Gaasbeek Nach dem Tod Mathildes heiratete er 1213 Maria von Frankreich (* 1198 † 1224), Tochter des Königs Philipp II. August und der Agnes-Maria von Andechs-Meranien. Kinder von Heinrich und Maria waren: • Elisabeth († 1272), ∞ 1 1233 Dietrich von Kleve (* 1214 † 1244), Herr von Dinslaken 2 1246 Gerhard II. von Wassenberg († 1255) • Maria, † jung Literatur • Karl Theodor Wenzelburger: Heinrich I., Herzog von Brabant. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 480 f. • Heinrich Neu: Heinrich I., Herzog von Brabant. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 346–348 (Digitalisat). Weblinks Commons: Heinrich I. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien | von Brabant (Löwen), Herzog Heinrich I. (I7330)
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| 34385 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Braunschweig) Heinrich I. der Milde, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (* um 1355; † 14. Oktober 1416) aus dem Geschlecht der Welfen, war von 1400 bis 1409 Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel sowie von 1388 bis zu seinem Tode im Jahre 1416 Fürst von Lüneburg. Er war ein Sohn Magnus’ II. Leben Herzog Heinrich I. von Braunschweig und Lüneburg, „der Milde“, war der Stifter der mittleren Braunschweiger Linie und führte bei seinen Zeitgenossen den Beinamen „König von der Haide“. Er regierte in Lüneburg von 1388 bis 1400, dann in Braunschweig und Lüneburg mit seinem Bruder Bernhard gemeinschaftlich bis 1409, dann in Lüneburg allein bis zu seinem Tod am 14. Oktober 1416. Im Gegensatz zu seinem Vater war der Welfenherzog streng darauf bedacht, den Landfrieden zu wahren, Recht und Gerechtigkeit walten zu lassen und friedliche Arbeit vor jeder Gewalttat zu schützen. Im Verlauf einer Reise nahm er einem Pferd die Halfter vom Kopf und ließ den ihn begleitenden Vogt von Celle damit am nächsten Baum aufknüpfen, weil dieser einem Bauern den Mantel weggenommen hatte. Hierüber berichtete zunächst Heinrich Bünting im zweiten Teil seiner Braunschweigisch-Lüneburgischen Chronik (1620).[1] Margarete von Hessen, Mutter bzw. Stiefmutter der Braunschweiger Fürsten, behielt als Witwe Celle als Witwensitz.[2] Dass ihr diese Rechte 1428 gewahrt blieben, dafür hatte ihr Vater, der Landgraf von Hessen, in dem Teilungsvertrag gesorgt, den er zwischen den Welfen vermittelt hatte.[3] Mit Urkunde vom 27. Februar 1443 schlossen die Herzöge Otto und Friedrich mit ihrer Schwägerin Margarete eine Vereinbarung.[4] Ehen Heinrich war mit Sophie von Pommern (um 1370–1406), Tochter von Wartislaw VI., Herzog von Pommern, verheiratet. Danach heiratete Heinrich am 30. Januar 1409 Margarethe von Hessen (1389–1446), eine Tochter des Landgrafen Hermann II. und dessen zweiter Frau, Margarethe von Hohenzollern. Schrifttafel Heinrich der Milde, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Herzogs Magni Sohn, regierte 16 Jahr, starb ao. Christi 1416, liegt zu Braunschweig begraben.[8] Literatur • Christa Geckler: Die Celler Herzöge. Leben und Wirken, Zeitgeschichte 1371–1705. Georg Ströher, Celle 1986, ISBN 3-921744-05-8 • Wilhelm Havemann: Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg. Erster Band. Göttingen 1853. • Ferdinand Spehr: Heinrich, Herzog von Braunschweig. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 486–488. Einzelnachweise 1 Blazek, Matthias: „Herzog Heinrichs Standgericht in der Heide – Eine lüneburgische Begebenheit aus dem Leben Herzog Heinrichs von der Haide“. In: Braunschweiger Kalender 2010. Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 2010, S. 99ff. 2 Brigitte Streich, Magdalene Gärtner: Stadt – Land – Schloss, Celle als Residenz: Begleitband zur Ausstellung. Celle 2000, S. 37. 3 Historische Kommission für Niedersachsen, Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Band 61, Hannover 1989, S. 40. 4 Dieter Brosius: Urkundenbuch der Stadt Celle. Hannover 1996 (Lüneburger Urkundenbuch; Abt. 17), S. 93. 5 Princess Margarethe zu Hessen. 6 Jarck, Horst-Rüdiger; Schildt, Gerhard (Hrsg.): Die braunschweigische Landesgeschichte: Jahrtausendrückblick einer Region. Appelhans Verlag, Braunschweig 2000, ISBN 3-930292-28-9, S. 240. Helene, geb. Herzogin von Kleve, Gräfin von der Mark,ochter des Herzogs Adolf von Kleve (* 18. August 1423, † 3. Juli 1471). 7 Otto von Heinemann: Geschichte von Braunschweig und Hannover. Band 1–2. Gotha 1882, S. 210. Adolph Friedrich Heinrich Schaumann schreibt 1864, S. 173: „Mit seiner schon 1471 gestorbenen Gattin, Helene von Cleve, hatte er nur eine Tochter, Mararethe, an Friedrich, Graf von Henneberg vermählt, und keine weiteren männlichen Erben.“ 8 Hans Georg Gmelin: Spätgotische Tafelmalerei in Niedersachsen und Bremen. München 1974, S. 685. | von Braunschweig-Wolfenbüttel, Fürst Heinrich I. der Milde (I9611)
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| 34386 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Champagne) Heinrich I. (franz.: Henri; * 1126; † 16. März 1181 in Troyes), genannt der Freigiebige (le Libéral), war seit 1151 ein Graf von Champagne aus dem Haus Blois. Er war der älteste Sohn des Grafen Theobald II. des Großen und dessen Ehefrau Mathilde von Kärnten. Biographie Stellvertretend für seinen Vater nahm Heinrich im Gefolge König Ludwigs VII. am zweiten Kreuzzug teil, wo er in Konstantinopel von Kaiser Manuel I. Komnenos zum Ritter geschlagen wurde. 1151 unterstützte er gemeinsam mit dem König den Grafen Gottfried VI. von Anjou gegen dessen älteren Bruder Heinrich Plantagenet. Beim Tod seines Vaters übernahm Heinrich die Champagne und überließ die anderen Herrschaften, darunter Blois, Chartres, Châteaudun und Sancerre seinen jüngeren Brüdern, womit er für sich den durch die großen Messen wirtschaftlich bedeutenderen Teil des Familienbesitzes auswählte. Durch diese Teilung wurde auch die Personalunion der Territorien der Blois dauerhaft aufgelöst, doch versicherte sich Heinrich weiterhin der ungeteilten Macht seines Hauses indem er seine jüngeren Brüder zur Gefolgschaftspflicht ihm gegenüber verpflichtete. Dieses Lehnsverhältnis sollte auch auf ihre Nachkommen übergehen und wurde erst 1234 durch Heinrichs Enkel Theobald IV. beendet. Unter Heinrich vollzog das Haus Blois eine Revision seiner traditionell königsfeindlichen Haltung, was 1160 zur Ehe von Heinrichs Schwester, Adela, mit dem König führte. Durch seine Schwester erlangte das Haus Blois einen dominierenden Einflusss auf den königlichen Hof, da sie schon zu Lebzeiten ihres Mannes die Regentschaft führte. Heinrich selbst heiratete dazu vier Jahre später Prinzessin Marie, eine Tochter des Königs aus dessen erster Ehe mit Eleonore von Aquitanien. In der Rolle eines Vermittlers vertrat Heinrich seinen König in Konflikten mit Heinrich Plantagenet oder Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Besonders während des Schismas zwischen Papst Alexanders III. und dem Kaiser, versuchte sich Heinrich als Schlichter unnd bot dem Kaiser die Huldigung an falls es ihm nicht gelinge seinen König, der Papst Alexander unterstützte, mit dem Kaiser zu versöhnen. Tatsächlich scheiterte am 9. August 1162 ein Ausgleich zwischen den beiden Parteien bei Saint-Jean-de-Losne an der Weigerung Alexanders III., wonach Heinrich sich zum Vasallen des Kaisers erklärte. 1179 zog Heinrich ein zweites Mal in das heilige Land. Auf seiner Rückreise über Kleinasien geriet er in die Gefangenschaft des Seldschuken Kılıç Arslan II., wurde aber nach einer Intervention Kaiser Manuels wieder freigelassen. Seine Abwesenheit hatte zur Folge, dass der Einfluss seiner Familie auf die Krone nach dem Tod König Ludwigs VII. 1180 zusammenbrach. Denn der neue König Philipp II., Heinrichs Neffe, entledigte sich der Bevormundung durch die Familie seiner Mutter und verbündete sich mit dem Grafen Philipp I. von Flandern. Heinrich kehrte 1181 in seine Heimat zurück, wo er aber wenig später verstarb und in der von ihm gestifteten Kirche Saint-Etienne zu Troyes bestattet wurde. Er errichtete eine geordnete Herrschaft über den Adel der Champagne und konnte sich auuf die Hilfe von etwa 2000 Vasallen stützen, was ihn wiederum zu einem Adligen machte, dem in Frankreich kaum jemand gleichstand. Die Champagne wurde ein sicherer Ort für Kaufleute, die in der Champagne abgehaltenen Messen ein zentraler Punkt des Handels und der Finanzwelt im mittelalterlichen Europa. Darüber hinaus wurde sein Hof in Troyes ein berühmtes literarisches und geistiges Zentrum, das bedeutende Gelehrte wie Walter Map anzog. Heinrich selbst war eher an geistiger Bildung interessiert und begründete eine große Bibliothek, weiterhin war er von frommer Natur und beschenkte freigiebig religiöse Einrichtungen, was ihm seinen Beinamen einbrachte. Zugleich war seine Frau in Troyes Herrin eines der glänzendsten Höfe des hochmittelalterlichen Frankreichs, an dem bedeutende Dichter wie Chrétien de Troyes oder Conon de Béthune protegiert wurden. | von Champagne (Blois), Graf Heinrich I. (I7241)
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| 34387 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Frankreich) Heinrich I. (* 1008 vor dem 17. Mai; † 4. August 1060 in Vitry-aux-Loges bei Orléans) war von 1031 bis 1060 ein König von Frankreich aus der Dynastie der Kapetinger. Heinrich gehört zu den am wenigsten bekannten mittelalterlichen Königen Frankreichs, wofür das Fehlen einer ihm gewidmeten Biographie mitverantwortlich sein dürfte. Unter seiner Herrschaft nahm der Zerfall der königlichen Autorität gegenüber dem erstarkenden Lehnsadel zu, gegen den er lange Zeit anzukämpfen versuchte. Dies schlug sich unter anderem in seinem zu Lebzeiten beigegebenen, heute aber kaum bekannten, Beinamen Municeps nieder, der so viel wie „Unterwerfer“ bedeutet. Der Mönch Andreas von Fleury, der diesen Beinamen in den Miracula Sancti Benedicti festgehalten hatte, erklärte ihn wegen des ständigen Eroberns (sprich Unterwerfens) von Burgen, mit dem Heinrich zeit seines Lebens beschäftigt war.[1] Leben Heinrich war der zweite Sohn des westfränkischen, d. h. französischen Königs Roberts II. des Frommen und dessen dritter Frau Konstanze von der Provence. Sein älterer Bruder Hugo Magnus wurde 1017 zum (Mit)König gekrönt und damit zum designierteen Nachfolger in der Alleinherrschaft bestimmt. Nachdem der Vater bereits bis 1016 das burgundische Dukat seiner Herrschaft unterworfen hatte, wurde Heinrich in einer Kompromisslösung mit dem auf Autonomie bestehenden burgundischen Adel zu dessen Herzog eingesetzt. Als Hugo Magnus bereits 1025 gestorben war, wurde Heinrich vom Vater als nun ältester Sohn zum Nachfolger bestimmt, was durch seine am 14. Mai 1027 in Reims erfolgte Krönung bekräftigt wurde. Nachfolgekampf Die Nachfolgeregelung Roberts II. fand innerhalb der königlichen Familie keine ungeteilte Zustimmung. Königin Konstanze favorisierte den dritten Sohn, Robert, als Nachfolger auf dem Thron und konspirierte folglich gegen Heinrich. Als König Robert II. 1031 starb, entbrannte der Kampf um den Thron, durch den die Autorität der Krone schweren Schaden erlitt, denn die mächtigen Vasallen des Reiches wussten dies zur eigenen Machterweiterung zu nutzen. Die Partei Konstanzes und Roberts erhielt die Unterstützung des Grafen Odo II. von Blois, der bereits unter der Herrschaft Roberts II. gegen die Krone aufgetreten war und mit dem Erwerb der Champagne das Königtum geographisch in der sogenannten Île-de-France in seine Schranken gewiesen hatte. Gegen ihn konnte Heinrich aber mit dem Grafen Fulko III. Nerra von Anjou und dem Normannenherzog Robert dem Prächtigen zwei mächtige Anhänger für sich gewinnen. Die Situation kulminierte sich im Kampf um den Sitz des französischen Kirchenprimas in Sens, der von Graf Odo gehalten aber ab 1032 von Heinrich belagert wurde. Der konnte die Koalition seiner Gegner im selben Jahr schwächen indem er seinen Bruder Robert zur Aufgabe seiner Thronansprüche bewegte und ihn mit dem Herzogtum Burgund entschädigte. Die endgültige Entscheidung wurde aber indirekt durch den Tod des Königs Rudolf III. von Burgund im Jahr 1033 herbeigeführt. Graf Odo II. von Blois hoffte diesen als König im Königreich Burgund (regnum Aerelatense) nachfolgen zu können, stieß dort aber in die Interessensphären des römisch-deutschen Kaisers Konrad II. hinein, der selbst das burgundische Regnum seinem Reich hinzuzufügen beabsichtigte, aufgrund einer Erbverfügung die der verstorbene König einst mit seinem Amtsvorgänger Kaiser Heinrich II. dem Heiligen getroffen hatte. Im Mai 1033 kamen Heinrich und Kaiser Konrad II. im lothringischen Deville zusammen und vereinbarten ein gemeinsames Vorgehen gegen Odo. Der Kaiser fiel darauf in die Champagne ein, was Odo schließlich 1034 zu einem Ausgleich mit Heinrich nötigte, indem er seinen endgültigen Verzicht auf die Herrschaft in Sens einräumen wie auch seine Unterstützung für die Königinmutter Konstanze aufgeben musste. Heinrich hatte sich damit auf dem Thron behaupten können, gegenüber den großen Lehnsfürsten blieb er allerdings nur in einer Position als „erster unter gleichen“ verhaftet. Dem mit ihm verbündeten Normannenherzog musste er das südliche Vexin (noormannisches Vexin) als Aufwandsentschädigung überlassen, woraus später ein generationenlanger Streitfall zwischen der Krone und den Normannen erwachsen sollte. Aus dem Tod des Grafen Odo II. von Blois im Jahr 1037 konnte er nicht profitieren, da dessen Söhne ungehindert in dessen Ländereien nachfolgen konnten. Wilhelm der Bastard Im Jahr 1035 war der Herzog Robert der Prächtige von der Normandie gestorben und gemäß seinem Willen folgte ihm sein noch unmündiger Bastardsohn Wilhelm (der spätere „Eroberer“) nach. Für Heinrich eröffnete sich nun die Chance zu einer Stärkung der königlichen Position innerhalb der Normandie, da er nun als Schutzpatron des jungen Wilhelm und als Verteidiger dessen Rechte gegenüber seinen Konkurrenten auftreten konnte. Tatsächlich versank die Normandie in den kommenden Jahren in Anarchie und die Schutzbefohlenen des jungen Herzogs fielen nacheinander den blutigen Machtkämpfen zum Opfer. Im Jahr 1047 entschloss sich Heinrich persönlich die Lage zu regeln indem er mit einem Heer in die Normandie zog, in der Schlacht von Val-èès-Dunes die Rebellen vernichtend schlug und Wilhelm somit das Herzogtum sicherte. Mit ihm als loyalen Verbündeten wandte sich Heinrich nun gegen den zu mächtig gewordenen Grafen Gottfried II. Martel von Anjou, der sich allerdings als militärisch starker Gegner erwies und bis zum Jahr 1052 über das Maine hinaus bis in die Normandie hinein expandieren konnte. Das Jahr 1052 wurde zum Wendejahr im Verhältnis zwischen Heinrich und Herzog Wilhelm, als dieser eine Tochter des mächtigen Grafen Balduin V. von Flandern heiratete. Diese Absicht hatte Wilhelm schon einige Jahre lang verfolgt, dabei aber auf dem zweiten Konzil von Reims (1049) von Papst Leo IX. persönlich ein Verbot zu dieser Verbindung eingefahren. Der Bruch dieses Gebots kam faktisch auch einer Emanzipation von den Interessen Heinrichs gleich, denn der war aus machtpolitischen Motiven heraus an ein gutes Einvernehmen mit seinem Klerus und dem Papst gelegen, zumal dieser ein Vertrauensmann Kaiser Heinrichs III. war, mit dem wiederum Heinrich durch seine Ehe verwandtschaftlich verbunden war. Außerdem ließ die Verbindung zwischen Normandie und Flandern im Norden Frankreichs einen Machtblock entstehen, gegenüber dem das Königtum in der Île-de-France unterlegen war. Heinrich reagierte auf Wilhelms eigenmächtiges Handeln durch eine Versöhnung mit Graf Gottfried II. von Anjou, mit dem er ein militärisches Vorgehen gegen Wilhelm vereinbarte um diesen wieder unter seine Botmäßigkeit zu zwingen. In der Schlacht von Mortemer 1054 erlitten sie jedoch überraschend eine empfindliche Niederlage gegen Wilhelm und die 1057 folgende Niederlage in der Schlacht von Varaville besiegelte das Ende der königlichen Autorität in der Normandie. Heinrich war danach außerstande noch etwas gegen Wilhelm unternehmen zu können, vor allem nachdem 1060 mit Graf Gottfried II. von Anjou sein einziger nennenswerter Verbündeter gestorben war und dessen Erben sich gegenseitig bekämpften. Letzte Jahre Die letzten zehn Jahre seines Lebens verfiel Heinrich in eine weitgehende Tatenlosigkeit in der sich der Machtverfall des Königtums gegenüber den Fürsten des Königreichs manifestierte, gegen welche die Krone faktisch handlungsunfähig war. Selbst innerhalb der Île-de-France, die den unmittelbaren Machtbereich des Königs (Krondomäne) darstellte, traten die lokalen Burgherren zunehmend eigenständig auf und führten blutige Fehden untereinander, ein Zustand, der noch für Heinrichs Enkel, König Ludwig VI. den Dicken, bestimmend in seiner Herrschaft war. Den überhandnehmenden Fehden unter dem Feudal- und Burgadel stand Heinrich teilnahmslos gegenüber. In erster Linie ging dagegen, wenn auch nur begrenzt erfolgreich, die Geistlichkeit des Landes vor durch erste Proklamationen des Gottesfriedens (französisch: Paix de Dieu) und später dann der Waffenruhe Gottes (französisch: Trêve de Dieu). Auch die Beziehungen zum ostfränkischem Reich hatten sich zunehmend verschlechtert, als Heinrich nach dem Tod seiner ersten Frau eine Tochter des Großfürsten von Kiew geheiratet hatte und damit in einem Bündnisnetz antikaiserlicher Mächte eintrarat. Die Verhältnisse wurden weiter getrübt als 1052 die Mönche des Klosters Sankt-Emmeram zu Regensburg die Behauptung aufstellten, die Gebeine des Märtyrers und Heiligen Dionysius würden sich in ihrem Besitz befinden. Angeblich habe einst König Arnulf die Gebeine nach einem Feldzug in die westliche Francia als Beutegut nach Regensburg transferieren lassen. Nachdem Kaiser Heinrich III. diesen Behauptungen sein Gehör geschenkt hatte und damit eine Patronage des östlichen Regnums auf den ersten Heiligen des westlichen Regnums reklamierte, fühlten sich Heinrich und die Mönche von Saint-Denis zu einer Herausforderung provoziert. Denn schließlich lagen an der Seite des Dionysius schon fränkische Könige aus den Dynastien der Merowinger, Karolinger und jüngst auch Kapetinger bestattet. Für die westliche Francia kam dies einem Angriff auf ihr Prestige und für die Abtei selbst eine existenzielle Beschädigung ihres Ansehens gleich. Um die Falschheit dieser Behauptung zu beweisen, ließ Heinrich das Grab des Dionysius öffnen um sich dem Verbleib seiner Gebeine darin zu vergewissern. Anschließend reiste er gar persönlich nach Regensburg um mit den Mönchen und dem Kaiser diesen Streit zu regeln. Der ebenfalls dort anwesende Papst Leo IX. wusste schließlich die Situation für alle Parteien annehmbar zu lösen, indem er die zwei ehemaligen Regensburger Bischöfe Erhard und Wolfgang heiligsprach und so die Mönche von Sankt-Emmeram zur Aufgabe ihrer Ansprüche auf die Gebeine des Dionysius bewegte. Die Beziehungen zu Kaiser Heinrich III. blieben allerdings weiter getrübt. Bei einem 1056 in Ivois einberaumten Treffen kam es zu einem Eklat, nachdem Heinrich dem Kaiser Vertragsbruch vorgeworfen hatte. Vermutlich hatten sich die Verstimmungen zwischen König und Kaiser an der wenige Jahre zuvor erfolgten Lehnsnahme des Grafen Theobald I. von Champagne gegenüber dem Kaiser entzündet, obwohl er ein Vasall des westfränkischen Reichs war. Das Treffen in Ivois endete zwischen Ost- und Westherrscher im Streit, angeblich habe der Kaiser sogar einen Zweikampf mit Heinrich austragen wollen, dem er sich durch Flucht entzogen habe. Das weitere Auseinanderdriften der beiden fränkischen Reichsteile wurde damit zusätzlich befördert. Erfolgreich konnte Heinrich allerdings seine Nachfolge regeln, indem er die Zustimmung der Großen und besonders des Klerus zur Krönung seines Sohnes Philipp I. zum (Mit)König im Jahr 1059 erhielt. Bei seinem Tod 1060 war sein Sohn allerdings noch unmündig, weshalb seine Witwe Anna von Kiew formell die Regentschaft übernahm. Ehen und Nachfahren In Deville hatte Heinrich 1033 mit Kaiser Konrad II. sein Verlöbnis mit dessen Tochter Mathilde vereinbart. Diese starb allerdings wohl schon 1034, ohne dass die Ehe geschlossen werden konnte. Noch im selben Jahr heiratete er eine weitere ostfränkische Adlige namens Mathilde, die vermutlich eine Tochter des Markgrafen Liudolf von Friesland und eine Nichte des Kaisers Heinrich III. war. Sie starb 1044, kurz nach ihrer gemeinsamen mit Namen unbekannten Tochter. In zweiter Ehe heiratete Heinrich am 19. Mai 1051 die Prinzessin Anna, eine Tochter des Großfürsten Jaroslaw der Weise von Kiew. Mit ihr hatte er folgende Kinder: • Philipp I. (1053–1108), 1059 König und Mitregent, 1060 König von Frankreich • Robert (* um 1055–um 1065) • Hugo (1057–1102), Herr von Chaumont-en-Vexin, 1087 Graf von Vermandois Literatur • Jan Dhondt: Les relations entre la France et la Normandie sous Henri Ier. In: Normannia. Nr. 12, 1939, S. 465–486. • Andreas Kraus: Saint-Denis und Regensburg. Zu den Motiven und zur Wirkung hochmittelalterlicher Fälschungen. In: Fälschungen im Mittelalter. Internationaler Kongreß der Monumenta Germaniae Historica München, 16.–19. September 1986. Teil 3, Han, Hannover 1988, ISBN 3-7752-5158-8, S. 535–549. • Rolf Grosse: Saint-Denis zwischen Adel und König. Die Zeit vor Suger 1053–1122 (= Beihefte der Francia. Band 57). Thorbecke, Stuttgart 2002, ISBN 3-7995-7451-4, S. 19–24. Weblinks Commons: Heinrich I. von Frankreich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien • Literatur von und über Heinrich I. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] 1 Adrevald, Aimon, André, Raoul Tortaire et Hugues de Sainte-Marie, Moines de Fleury: Les Miracles de Saint Benôit, hrsg. von E. de Certain in: La Société de l'histoire de France (1858), sechstes Buch, Kap. XIV, S. 240 | von Frankreich (Kapetinger), Heinrich I. (I7021)
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| 34388 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Geldern) Heinrich I. von Geldern (* um 1117; † 27. Mai oder 10. September 1182) war Graf von Geldern und Zutphen. Er war der Sohn des Grafen Gerhard II. von Geldern († 1131) und Ermgard von Zutphen († 1138). Von seinem Vater erbte er die Grafschaft Geldern, von seiner Mutter die Grafschaft Zutphen. Er schob durch Rodungen einen großen Keil in das Utrechter Bistumsgebiet, musste aber auf holländischen Druck hin ein Bündnis mit der Stadt Utrecht gegen den Bischof aufgeben. Um 1135 heiratete er Agnes von Arnstein, ihr gemeinsamer Sohn und Erbe war Graf Otto I. von Geldern. Heinrich liegt im Kloster Kamp begraben. Nachkommen • Gerhard III ∞ Ida von Elsass, Tochter von Matthäus von Elsass, Gräfin von Boulogne • Otto • Agnes ∞ Heinrich IV von Namur-Luxemburg • Adelheid ∞ Gerhard II. von Loon • Margaretha ∞ Engelbert I. von Berg Literatur • Pieter Lodewijk Muller: Heinrich, Graf von Gelder. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 516. • Ralf G. Jahn: Die Genealogie, der Vögte, Grafen und Herzöge von Geldern. In: Johannes Stinner, Karl-Heinz Tekath (Hrsg.): Gelre – Geldern – Gelderland. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern (= Herzogtum Geldern. Bd. 1 = Veröffentlichunen der Staatlichen Archive des Landes Nordrhein–Westfalen. Reihe D: Ausstellungskataloge staatlicher Archive. Bd. 30). Verlag des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, Geldern 2001, ISBN 3-9805419-4-0, S. 29–50. | von Geldern, Heinrich I. (I7512)
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| 34389 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Meißen) Markgraf Heinrich I., genannt der Ältere (* um 1070; † 1103) war Graf auf Eilenburg, ab 1081 Markgraf der Lausitz und ab 1089 Markgraf von Meißen, aus dem Adelsgeschlecht der Wettiner. Er war der erste Wettiner, der die Mark Meißen vom Kaiser zu Lehen bekam, die ab dann langfristig in den Händen dieser Dynastie verblieb und zur Hausmacht ausgebaut wurde. Leben Heinrich wurde um 1070 als Sohn des Grafen Dedo II. von Wettin, Markgraf der Lausitz, und seiner zweiten Ehefrau Adela von Brabant (Witwe des Markgrafen Otto von Orlamünde-Meißen, † 1067) geboren. Im Jahr 1075 kam er durch den missglückten Aufsttand seines Vaters Dedo II. in Geiselhaft des Kaisers Heinrich IV. Dieser belehnte ihn 1081 mit der Lausitz. Nach dem Tod seines Vaters, 1075, wurde er, als dessen einziger überlebender Sohn, zu dessen Erben in der Markgrafschaft Lausitz, nachdem Heinrich IV. sie erst König Vratislaw von Böhmen zugesprochen hatte. Heinrich I. galt als wichtige Stütze von Heinrich IV. im Reich. Als Dank wurde er 1089 noch mit der Markgrafschaft Meißen belehnt, womit erstmals ein Angehöriger des Hauses Wettin diesen Landstrich regierte. Verehelicht war er mit Gertrud der Jüngeren von Braunschweig, der Tochter des Markgrafen Ekbert I. von Meißen, aus welcher Ehe nur der Sohn Heinrich II. der Jüngere hervorging. Heinrich I. fiel im Kampf gegen die Elbslawen an der Neiße. Literatur • Heinrich Theodor Flathe: Heinrich I. (Markgraf von Meißen und der Lausitz). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 543 f. • Herbert Helbig: Heinrich I. Graf von Eilenburg. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 372 f. (Digitalisat). | von Wettin (von Lausitz), Heinrich I. (I6950)
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| 34390 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Navarra) Heinrich I. der Dicke (französisch: Henri le Gros, Spanisch: Enrique el Gordo) (* um 1244; † Juli 1274) war (als Heinrich III.) Graf der Champagne und Brie sowie König von Navarra von 1270 bis 1274 aus dem Haus Blois. Er war der jüngste Sohn des Grafen Theobald IV. von Champagne, der 1234 als Theobald I. König von Navarra wurde, und Margarete von Bourbon. Er wurde mit der Grafschaft Rosnay apanagiert und übernahm 1270 die Regentschaft in Navarra, nachdem sein älterer Bruder Theobald II. (Theobald V. von Champagne) zum siebten Kreuzzug aufbrach. Als dieser dort im Dezember 1270 erbenlos verstarb folgte ihm Heinrich als König von Navarra und Graf der Champagne. Seine Proklamation in Pamplona fand im März 1271 statt, seine Krönung erst im Mai 1273. Nach einer kurzen Regierung, in welcher Navarra gänzlich unter den Einfluss Frankreichs geriet, starb er bereits im Juli 1274, der Überlieferung nach aufgrund seiner eigenen Körperfülle. Nach seinem Tod brachen in Pamplona Aufstände gegen die Franzosen aus, worauf seine Witwe und Erbtochter zur Flucht an den Hof des französischen Königs genötigt waren. Mit seinem Tod erlosch die männliche Linie der Grafen der Champagne und Könige von Navarra. Heinrich heiratete 1269 in Melun Blanche d’Artois († 2. Mai 1302), Tochter des Grafen Robert I. und Nichte des französischen Königs Ludwig IX. Sein einziges eheliches Kind, seine Tochter Johanna I. wurde seine Nachfolgerin. Ihre 1284 geschlossene Ehe mit Philipp IV., der im gleichen Jahr König von Frankreich wurde, vereinigte das Königreich Navarra mit Frankreich und machte die Champagne zum Teil der französischen Krondomäne. In Dantes Göttlicher Komödie tritt Heinrichs Geist vor den Toren des Fegefeuers auf, wo er sich zusammen mit einer Reihe weiterer europäischer Monarchen des 13. Jahrhunderts aufhält. Er wird nicht direkt genannt, sondern lediglich als „mit dem freundlichen Gesicht“ und „Schwiegervater der Pest von Frankreich“ bezeichnet. Weblinks • Kurzbiographie zu Heinrich I. von Navarra | von Navarra (von Champagne), König Heinrich I. (I8368)
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| 34391 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Österreich) Heinrich I., der Starke († 1018) war von 994 bis 1018 Markgraf von Österreich. Zu seiner Zeit wurde ein Gebiet in der Mark erstmals Ostarrîchi genannt. Schenkungen des Kaisers Heinrich II. belegen die Vergrößerung der Mark nach Norden und Osten. Ladislaus Sunthaym nennt ihn später den Widerspenstigen. Leben Heinrich folgte im Jahre 994 als ältester Sohn auf seinen Vater Markgraf Luitpold I., als Markgraf von Österreich ohne Schwierigkeiten nach, da seine jüngeren Brüder anderweitig versorgt wurden. Ernst, war durch seine Ehe mit Gisela, einer Tochter von Herzog Hermann von Schwaben von 1012 bis 1015 Herzog von Schwaben, Poppo, war Geistlicher und von 1016 bis 1047 Erzbischof von Trier, Adalbert, war Heinrichs designierter Nachfolger und folgte auf ihn von 1018 bis 1055 als Markgraf von Österreich und Luitpold I. war Geistlicher, und von 1051 bis 1059 Erzbischof von Mainz.[1] Ottonische Kirchenpolitik in der Mark Kurz nach der Übernahme der Mark durch Markgraf Heinrich I. im Jahre 994 kam es auch an der Spitze des Reiches zu einem Wechsel, da nach dem Tod von Kaiser Otto II. Otto III. 983 zum römisch-deutschen König gewählt wurde, im Jahre 995 die selbsttändige Regierung übernahm und sich 996 in Rom zum Kaiser krönen ließ, wo er seinen Cousin Bruno von Kärnten aus dem Haus der Salier als Gregor V. zum Papst machte. Die enge Verbindung von Kirche und Staat war Teil der ottonischen Kirchenpolitik, die darauf abzielte, die Bischöfe als vom Herrscher bestimmte temporäre Amtsträger gegenüber den dynastisch verwurzelten Stammesherzögen zu begünstigen. In diesem Sinn gewährte der damals fünfjährige König Otto III. unter der Regentschaft seiner Mutter Theophanu dem ehrgeizigen Bischof Pilgrim von Passau († 991) im Jahre 985 umfangreiche Privilegien in der von den Ungarn verwüsteten Mark. [2] Vermutlich spielte dabei auch die Herkunft von Bischof Pilgrim I. eine Rolle, der aus dem määchtigen Haus der Sieghardinger stammte, das in der Mark über Grafschaftsrechte verfügte, und zugleich ein Enkel von Sieghard IV. Graf an der Melk, an der Mank und an der Pielach († 980) war, der von Heinrichs Vater, Markgraf Leopold I. bald nach der Übertragung der Mark aus der Burg Melk an der Donau vertrieben worden war, die seitdem zur Residenz der Markgrafen - und damit auch zu der von Markgraf Heinrich I. - geworden war. [3] Während es keine Hinweise auf eine Förderung von Markgraf Heinrich I. durch Schenkungen oder Privilegien von Kaiser Otto III. gibt, zeigen etliche Urkunden, dass Otto III. durch Schenkungen von Königsland Bischöfe und geistliche Institutionen gegenüber dem Markgrafen stärkte. Selbst die erste urkundliche Erwähnung von Markgraf Heinrich I. im Jahre 995 erfolgte im Zusammenhang mit einer solchen Transaktion. Es ging dabei um den Tausch von Liegenschaften zwischen König Otto III. und Gottschalk von Hagenau Bischof von FFreising (994 bis 1005), wobei der König sechs Königshufen an der Ybbs in und um Ulmerfeld – sehr großzügig - gegen ein kleines Gut beim königlichen Burgort Krems an der Donau tauscht. Die Lage der sechs Königshufen wird dabei als in marcha et in comitatu Henrici comitis, d. h., als in der Mark und in der Grafschaft des Grafen Heinrich gelegen, beschrieben. [4] Erste Nennung von Österreich Nicht nur Markgraf Heinrich verdankt seine urkundliche Erstnennung einem Gnadenakt von Otto III., sondern auch der Name „Österreich“, für das bescheidene Kernland der Markgrafschaft, ein Name, der Jahrhunderte der später als Haus Österreich Kontinente überspannen und im 19. Jahrhundert als Kaisertum Österreich die multinationale Donaumonarchie bezeichnen sollte. Diese Erstnennung von Österreich als „Ostarrichi“ findet sich in einer Schenkungsurkunde, die Kaiser Otto III. auf Ersuchen seines Cousins Heinrich II. von Sachsen, der von 955 bis 976 und wieder von 985 bis 995 Herzog von Bayern und von 989 bibis 995 Herzog von Kärnten war, am 1. November 996 in Bruchsal (heute im Landkreis Karlsruhe) zugunsten von Gottschalk von Hagenau, Bischof von Freising (994 bis 1005) ausstellen ließ. In dieser sogenannten „ Ostarrichi-Urkunde“ wird die Lage des geschenkten Guts „in loco Niuuanhova dicto“ bei Neuhofen an der Ybbs in Niederösterreich als in regione vulgari vocabulo Ostarrîchi in marcha et in comitatu Heinrici comitis filii Liutpaldi marchionis (etwa: in der Region, die im Volksmund Osttarrichi genannt wird, in der Mark und in der Grafschaft des Grafen Heinrich, des Sohnes des Markgrafen Luitpald) beschrieben. Das bedeutet, dass der Namen Ostarrichi damals eine Region bezeichnete, die über die Markgrafschaft hinausging, während diese selbst erst ab der Mitte des 11. Jahrhunderts so bezeichnet wurde, wo dann von comitatus bzw. marca Ostarrichi die Rede ist.[5] Im Jahre 1979 wurde in Neuhofen eine „Ostarrichi-Gedenkstätte“ eröffnet. Eine weitere Nennung von Markgraf Heinrich und von Österreich erfolgte im Jahre 998 anlässlich einer Schenkung, die Kaiser Otto III. seinem Verwandten Heinrich II. von Sachsen genannt Heinrich der Zänker.[6] In dieser Urkunde wird das geschenkte Gut Nöchling, d. h., das Gebiet zwischen Ysper und Sarmingbach an der späteren Grenze zwischen Oberösterreich und Niederösterreich, als gelegen in pago Osterriche vocitato ac comitatu Heinrici marchionis (etwa: in der Provinz, die Osterriche genannt wird und in der Grafschaft des Markgrafen Heinrich) bezeichnet.[5] Dieser Besitz kam später über die Grafen von Ebersberg, die 1045 erloschen, an die Burggrafen von Regensburg. Vergabe von Königsgut unter König Heinrich II.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Nach dem Tod von Kaiser Otto III. im Jahre 1002 folgte auf ihn dessen Cousin 2. Grades, Heinrich von Sachsen († 1024), (der Sohn von Heinrich dem Zänker) der seit 995 als Heinrich IV. Herzog von Bayern war, 1002 als Heinrich II. römisch-deutscher König wurde und ab 1014 als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches regierte. In diesem Jahr 1002 erfolgte durch König Heinrich II. die erste - und einzige - [7] große Schenkung von Königsgut an Markgraf Heinrich I. Diese Schenkung unterstreicht die Funktion Heinrichs, die Grenze der Markgrafschaft nach Osten zu erweiternn, denn das Heinrich übertragene Gut lag außerhalb des damaligen Altlandes, d. h. nicht mehr im nördlichen Grenzbereich im Viertel ob dem Wienerwald, sondern an der damaligen Ostgrenze der Mark. König Heinrich II. schenkte dem Markgrafen Heinrich ein Gut zwischen der sogenannten Dürren Liesing und der Triesting und damit in einem Gebiet, das erst 991 gesichert worden war. Es handelt sich dabei nicht um den Raum um Mödling sondern um den von Gaaden, Heiligenkreuz, Alland und Klein-Mariazell im Wienerwald. Dazu erhielt er noch 20 Königshufen, die er sich nördlich der Donau zwischen dem Kamp und der March - die damals schon als Grenzfluss gesehen wurde - beliebig aussuchen konnte. Es wird vermutet, dass Heinrich diese Hufen im Grenzbereich der Mark, im Raum von Weikersdorf und Stockerau auswählte, wo 1011 auch das Kloster Niederaltaich am Wagram Besitz erhielt.[7] Diese wichtige Schenkung an Markgraf Heinrich I. wird jedoch durch den Umstand relativiert, dass König Heinrich II. an der ottonischen Politik festhielt, bevorzugt kirchliche Stiftungen mit Königsgut auszustatten. So erhielt das Bistum Passau 1007 an der Mündung der Enns und der Erla Besitz, das Erzbistum Salzburg erhielt Besitz zwischen Traisen und Perschling und im Steinfeld, die Bistümer Freising und Regensburg im südlichen Marchfeld, Stift Tegernsee erhielt 1002 Besitz in Unter-Loiben in der Wachau und 1011 60 Königshufen vom sogenannten Ennswald zwischen der Enns und der Ybbs bei Kroisbach, 1011 erhielt das Kloster Niederaltaich, das bereits zur Zeit der Karolinger im östlichen Grenzland reich bedacht worden war, am nördlichen Donau-Wagram bei Absdorf 10 Königshufen.[8] Eine weitere wichtige Königsschenkung in der Mark erfolgte 1014 durch König Heinrich II. an den Bischof Berengar von Passau (1013–1045), wobei an fünf Orten Land zur Gründung von Kirchen übergeben wurde, was zu einer wesentlichen Vermehrung der Passauer Eigenpfarren und damit zur Stärkung der Passauer Bistumsorganisation in der Mark führte. In der Folge wurden an den Orten Herzogenburg, Krems an der Donau, Altenwörth (=Kirchberg am Wagram), Tulln und Jedlesee (=Stockerau) Kirchen errichtet, die jeweils dem Passauer Stiftungsheiligen Stephan geweiht wurden. Aus der Sicht von Markgraf Heinrich I. waren diese königlichen Schenkungen nur bedingt erfreulich, da die geschenkten Gebiete seiner Kontrolle weitgehend entzogen waren und dies dauerhaft, da etwa der dem Kloster Tegernsee 1002 übertragene Besitz bei Kroisbach bis zum Jahr 1803 (!) im Besitz der des Klosters blieb. Vereinzelt kam es auch zu Schenkungen an weltliche Herren. So erhielt 1002 ein gewisser Pilgrim, vermutlich aus dem Geschlecht der späteren Grafen von Formbach, Besitz beim Ort „Uuvizinesdorf“ d. i. die Rotte Winnersdorf bei Haag, und 100 Hufen vom anliegenden Ennswald. Das Gut ging jedoch bald an das von König Heinrich II. gegründete Bistum Bamberg über.[8] Verteidigung der Nordgrenze Zwischen 1004 und 1018 kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen König Heinrich II. und Bolesław I. Chrobry (Boleslaw I. der Kühne) aus dem Haus der Piasten, der von 992 bis 1025 Herzog von Polen war, 1025 zum ersten König von Polen gekrönt wurde, jedoch im selben Jahr am 17. Juni verstarb. Markgraf Heinrich I. war von diesen Auseinandersetzungen direkt betroffen. Einerseits, da er als Lehensträger auf der Seite von König Heinrich II. stand und andererseits, da die Mark damals an das Territorium angrenze, das der polnische Herrscher Boleslav I. Chrobry kontrollierte. Diese ungewöhnliche Situation erklärt sich daraus, dass das ursprüngliche Territorium der Mark bloß aus einem ein relativ schmaler Streifen Land zu beiden Seiten der Donau zwischen Enns und Tulln bestand, wobei deren nördliche Grenze entlang dem Höhenzug des Wagram, wenige Kilometer nördlich der Donau verlief und dort - zwischen Krems an der Donau und Stockerau an die damals weit nach Süden reichende Provinz Mähren angrenzte. Mähren war zwar seit etwa 955 unter böhmischer Oberhoheit, wurde jedoch von 999 bis 1019 von dem kriegerischen polnischen Herzog Boleslaw I. kontrolliert, der ab 1003 auch Herzog von Böhmen war. [9] Der zeitgenössische Chronist Thietmar von Merseburg († 1018) [10] ein Verwandter von Markgraf Heinrich I., hebt in seiner Beschreibung der Feldzüge von König Heinrich II. gegen Polen in den Jahren 1015 und 1017 den Einsatz von Markgraf Heinrich, der einen bayrischen Heerbann anführte, besonders hervor. Er nennt ihn einen "tapferen Kriegsmann" und spricht von ihm als "Inhaber der zwischen den Ungarn und den Bayern gelegenen Mark" [11] Militärisch war der Feldzug von Markgraf Heinrich I. nur ein halber Erfolg, denn beide Male kam ihm Herzog Bolesław I. von Polen mit einem Angriff zuvor und führte anschließend ein Heer gegen die Markgrafschaft Heinrichs. Dieser konnte zwar beide Angriffe auf seine Mark erfolgreich abwehren, wurde aber dadurch daran gehindert, auf dem Hauptkriegsschauplatz im heutigen Schlesien einzugreifen. Die Nachbarschaft der Markgrafschaft Österreich zum polnischen Machtbereich endete erst nach dem Ableben von Markgraf Heinrich I. als es durch innere Kämpfe zum Zusammenbruch des polnischen Reiches kam, wodurch es Oldrich aus der Dynastie der Přemysliden, der von 1012 bis 1034 als Herzog von Böhmen regierte, im Jahre 1019 gelang, Mähren zu erobern und wieder in die Länder der Böhmischen Krone einzufügen, wodurch das Herzogtum Böhmen neuerlich zum direkten Nachbarn der Mark wurde. Martyrium des Heiligen Koloman Der Chronist Thietmar von Merseburg berichtet zum Jahr 1017 über den irischen Pilger Koloman, der in den damals unruhigen Zeiten im Grenzgebiet zwischen Bayern und Mähren mangels Verständigungsmöglichkeit als ungarischer Spion verdächtigt, daheer gefangen genommen, gefoltert und an einem dürren Baum aufgehängt wurde. Als sich an seinem Grab Wunder ereigneten und u. a. der dürre Baum wieder zu grünen begann zeigte sich, dass er als Märtyrer gestorben war, weshalb der Leichnam im Auftrag von Markgraf Heinrich I. feierlich in Melk an der Donau bestattet wurde. [12] Die ältesten Melker Annalen, die zwar erst ab 1122/23 an zeitgenössisch geschrieben wurden, aber wohl ältere hausinterne Quellen benützten, nennen Stockerau als Ort des Martyriums Colomans und geben als Zeitpunkt den 16. Juli 1012 an, wobei die Bestattung in Melk "in Mezilecun sepelivit"(wohl eher Einsegnung)am 13. Oktober 1014 durch Bischof Megingaud (auch Mengingoz) von Eichstätt (991–1015) erfolgt sein soll, der selbst ein Verwandter von Kaiser Heirich II. war.[13] Nach der in der Mitte des 12. Jahrhunderts entstandenen „Passio S. Cholomanni“ deren älteste Handschrift aus der Benediktinerabtei Admont stammt,[14] wurde der Leichnam Kolomans in der „civitas Medelicha“ (Melk an der Donau) und zwar in der Kirche des Apostelfürsten Petrus beigesetzt. Diese war damals eine Eigenkirche des Hochstiftes Eichstätt, was die Einsegnung durch Bischof Megingaud von Eichstätt erklärt. Heute ist dies die barocke Stiftskirche von Melk. Zugleich ergibt sich aus der Passio S. Cholomanni, dass Markgraf Heinrich seinen Sitz in Melk hatte, da im Text mit Bezug auf ihn Melk als „civitas sua“ (d. h. als seine Stadt) bezeichnet wird. Allerdings wirkte er dort nicht als Eigentümer, denn Melk wies besitzmäßig eine Dreiteilung auf, denn es gehörte teils dem Reich, teil dem Erzbistum Salzburg und teils dem Bistum Eichstätt, wodurch Heinrich dort nur in seiner Eigenschaft als Reichsbeamter bzw. als Stellvertreter des Königs wirken konnte.[13] Koloman wurde von der Bevölkerung spontan als Heiliger verehrt, ist der Schutzpatron von Stift Melk und war von 1244 bis 1663 offizieller Landespatron von Österreich ob der Enns und von Österreich unter der Enns, bis er in dieser Funktion von Markgraf Leopold III. von Österreich († 1136) abgelöst wurde, der 1465 heiliggesprochen worden war. Koloman wurde aber auch im Königreich Ungarn verehrt, wo der älteste Sohn von König Géza I. von Ungarn aus dem Haus der Arpaden Koloman genannt wurde, der von 1095 bis 1116 als König von Ungarn regierte und im Byzantinischen Kaiserreich eine Nachkommenschaft hinterließ, die den Familiennamen Dukas Kalomanos trug.[15] [16] Ein anderer Namensträger aus dem Haus der Arpaden war Prinz Koloman (Ungarische Sprache: Kálmán) der zweite Sohn von König Andreas II. von Ungarn, der als der erste gekrönte König von Galizien und Lodomerien,von 1212 bis 1219 regierte und später bis 1241 Herzog von Slawonien war. Ableben Thietmar von Merseburg berichtet zum Tod von Markgraf Heinrich I., dass dieser im Jahr 1018 "plötzlich und unerwartet" erfolgt sei. Eine Todesursache wird in seiner Chronik nicht erwähnt. Der Markgraf wurde in Melk begraben, wie einer handschriftlich aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts überlieferten Grabinschrift zu entnehmen ist.[17] Allerdings lasst sich dafür anhand der untersuchten Gebeine kein anthropologischer Nachweis erbringen.[13] Familie Von einer Gemahlin und Kindern Heinrichs gibt es keine Aufzeichnungen in Nekrologen. Erst eine der ältesten Grabsteininschriften Melks aus dem 13. Jahrhundert nennt eine "Suanhilt", welche Heinrich zugeordnet wird. Diese Quelle wird aber wegen nachgewiesener Fehler als sehr zweifelhaft eingestuft. Mit Sicherheit hatte Heinrich keine überlebenden Kinder. Nach dem Ableben von Markgraf Heinrich I. folgte ihm sein Bruder Adalbert der Siegreiche als Markgraf von Österreich. Analyse Es gelang Heinrich in seiner Amtszeit die recht junge Mark zu sichern und die Grenzen gegen Norden und Osten vorzuschieben. Dabei erwies er sich als treuer Gefolgsmann der Kaiser und bayrischen Herzöge. Urkundlich belegt ist der Amtssitz in Melk und die erste Nennung Österreichs als Ostarrîchi. Einzelnachweise 1 Europäische Stammtafeln, Neue Folge, Band I.: Die deutschen Staaten. Tafel 39; Verlag J. A. Stargardt, Marburg, 1980 2 Karl Lechner: Die Babenberger: 'Markgrafen und Herzoge von Österreich 976 -1246. 6., unveränd. Aufl.; S. 52; Verlag Böhlau, Wien.Köln.Weimar, 1996, ISBN 3-205-98569-9 3 Karl Lechner op. cit. S. 49, Anm. 7, laut dem „Breve chronicon Mellicense“ MGH SS XXIV, 70 4 Karl Lechner op. cit.S. 57 5 Karl Lechner: op- cit. S. 58; 6 Nach den Europäischen Stammtafeln Band I, Tafel 3 war Heinrich II. „der Zänker“ Herzog von Bayern († 995) ein Cousin 1. Grades von Kaiser Otto II. und daher zu dessen Sohn Kaiser Otto III. ein Onkel (2. Grades) 7 Karl Lechner, op. cit. S. 62 8 Karl Lechner, op. cit. S. 61 9 „Niederösterreich, Geschichte und Kultur in Bildern und Dokumenten“, Seite 60; Otto Müller Verlag, Salzburg 1982, ISBN 3-7013-0637-0 10 Thietmar von Merseburg: Chronik (= Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Bd. 9); Neu übertragen und erläutert von Werner Trillmich, Darmstadt 1957 (mehrere Neuauflagen). 11 Karl Lechner, op. cit. S. 60 12 Niederösterreich, op. cit. Seite 60 13 Karl Lechner, op. cit. S. 63 14 MGH SS IV, 676 f. 15 Europäische Stammtafeln, Neue Folge, Band II. Tafel 154; 16 Europäische Stammtafeln Neue Folge, Band II. Tafel 178 17 Urkundenbuch zur Geschichte der Babenberger (BUB) Band IV/1 "Ergänzende Quellen 976 - 1194"; Nr. 557; 1968 Literatur • Karl Lechner: Die Babenberger: 'Markgrafen und Herzoge von Österreich 976 -1246. 6., unveränd. Aufl.. Böhlau, Wien; Köln; Weimar 1996, ISBN 3-205-98569-9 • Sigmund Ritter von Riezler: Heinrich I. (Markgraf von Österreich). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 453. • Karl Lechner: Heinrich I.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 375 (Digitalisat). Weblinks Commons: Heinrich I. (Österreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien • Eintrag zu Heinrich I. (Österreich) im Austria-Forum (in AEIOU Österreich-Lexikon) • Eintrag zu Heinrich I. (Österreich) in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich) | von Österreich (der Ostmark) (Babenberger), Markgraf Heinrich I. der Starke (I7351)
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| 34392 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Polen) Heinrich I. (auch: Heinrich I. von Schlesien; Heinrich I. von Polen; Heinrich der Bärtige, polnisch: Henryk I Brodaty; * um 1165 in Glogau; † 19. März 1238 in Crossen an der Oder) war ab 1201 Herzog von Schlesien und ab 1232 Princeps von Polen. Herkunft und Familie Heinrich entstammte der Dynastie der Schlesischen Piasten. Seine Eltern waren Bolesław I. „der Lange“ von Schlesien und wahrscheinlich Adelheid von Sulzbach, Tochter des Pfalzgrafen Berengar I. von Sulzbach oder auch Christina [1]. Heinrich hatte drei Brüder und zwei Schwestern, u. a.: • Jaroslaw († 1201), Herzog von Oppeln und Bischof von Breslau und • Adelheid, verheiratet mit Markgraf Diepold III. von Mähren. 1186 vermählte sich Heinrich mit Hedwig, Tochter des Andechser Grafen Berthold IV. Der Ehe entstammten vier Söhne und drei Töchter, u. a. • Heinrich II. († 1241), Herzog von Schlesien • Konrad († 1235/37) • Gertrud, verlobt mit dem Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach, nach dessen Tod wurde sie Äbtissin von Trebnitz. Leben Nach dem Tode seines Vaters 1201 erbte Heinrich dessen Besitzungen als Alleinerbe. Schon 1202 eroberte sein Onkel Mieszko I. das Gebiet von Oppeln. Mit einem Vergleich vom 22. November d. J. musste ihm Heinrich das Oppelner Land abtreten und gleichzeitig einwilligen, dass zukünftig das gegenseitige Erbrecht zwischen den beiden schlesischen Herzogslinien nicht mehr gelten sollte. Damit trennten sich die Linien in das • Herzogtum Schlesien (ducatus Slezie) mit Mittel- und Niederschlesien und • Herzogtum Oppeln (ducatus Opol), das aus den Gebieten Oppeln-Ratibor, Teschen, Beuthen, Pleß, Auschwitz und Sewerien bestand. Zwischen 1201 und 1206 gewann Heinrich, anscheinend auf friedlichem Wege, einen Teil Großpolens mit Kalisch und erlangte im nächsten Jahrzehnt das Land Lebus. 1222–1223 kämpfte er mit Herzog Konrad I. von Masowien gegen die heidnischen Pruzzenen. Er stand im guten Einvernehmen mit dem Deutschen Ritterorden und soll sich für die Verleihung des Kulmer Landes an diesen eingesetzt haben. Vermutlich wegen eines Konflikts zwischen den Adelsfamilien Grzyfita und Odrowąż zog er 1225 mit einem Heer vor Krakau. Nach dem Tod des polnischen Herzogs Leszek I. „der Weiße“ 1227 gelang es Heinrich, Krakau mit Kleinpolen und Sandomir sowie Großpolen bis zur Warthe zu gewinnen und somit große Teile Polens in seiner Hand zu vereinigen. Im Zuge der Kämpfe um Großpolen und den Streit um den Krakauer Thron wurde Heinrich 1229 von Konrad von Masowien während einer kirchlichen Feier in Spytkowice gefangen genommen und auf die Burg Płock in Masowien entführt. Durch Vermittlung der Herzogin Hedwig wurde er freigelassen, musste jedoch auf Krakau verzichten. Ab 1230 führte er die Regentschaft in Oppeln, da ihm die Vormundschaft über die unmündigen Söhne Mieszko II. und Wladislaus I. des Herzogs Kasimir I. übertragen wurde. Nach dem Tod Wladislaws III., der 1229 von Konrad I. von Masowien aus Krakau vertrieben worden war, erbte Heinrich 1231 Großpolen und übernahm 1232 die Regentschaft über Krakau. Damit wurde er Princeps von Polen, dessen Wiedervereinigung er anstrebte, wodurch er wiederum in einen Konflikt mit Herzog Konrad I. von Masowien geriet. Heinrich förderte die deutsche Ostsiedlung, die bereits von seinem Vater begonnen worden war, und die in der Folge eine Loslösung Schlesiens aus dem polnischen Reichsverband förderte. Er veranlasste umfangreiche Rodungsarbeiten und gründete die Städte Goldberg, Neumarkt sowie Löwenberg. Die kolonisatorische Tätigkeit des Klosters Leubus wurde von ihm unterstützt. Bereits bestehende slawische Siedlungen wurden teilweise nach dem Magdeburger Recht relokalisiert. Vermutlich unter dem Einfluss seiner Frau Hedwig, die später heiliggesprochen wurde, gründete er das Zisterzienserinnenkloster Trebnitz und genehmigte die Gründung und Besiedlung des Klosters Heinrichau mit Zisterziensern. Obwohl er selbst tief religiös war, wurde er 1237 exkommuniziert, da er die kirchlichen Forderungen nach Immunität ablehnte. Mit dem Bistum Breslau geriet er in Auseinandersetzungen wegen der Zehntleistungen der deutschen Neusiedler. Heinrich starb am 19. März 1238 in Crossen an der Oder. Sein Leichnam wurde vor dem Hauptaltar der Klosterkirche von Trebnitz beigesetzt. Literatur • Heinrich Appelt: Heinrich I. der Bärtige. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 393 (Digitalisat). (und Stammtafel S. 395) • Colmar Grünhagen: Heinrich I., genannt der Bärtige, Herzog von Schlesien. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 602–604. • Josef Joachim Menzel: Heinrich I., Herzog von Schlesien (1168/70–1238). In: Joachim Bahlcke (Hg.): Schlesische Lebensbilder. Bd. 9. Insingen 2007. ISBN 978-3-7686-3506-6, S. 15–22. • Historische Kommission für Schlesien (Hrsg.): Geschichte Schlesiens, Bd. 1, Sigmaringen 1988, ISBN 3-7995-6341-5, S. 88, 91–107, 109, 111, 114, 123–126, 246f. 256, 258f., 304, 327f., 331f., 336, 400, 414, 416, 431. Weblinks Commons: Heinrich I. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Einzelnachweise 1 Mutter's Name anstatt Adelheid von Sulzbach evtl Christina | von Polen (von Schlesien) (Piasten), Herzog Heinrich I. der Bärtige (I8156)
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| 34393 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._(Schwerin) Heinrich I., Graf von Schwerin, (* um 1155; † 17. Februar 1228), auch der Schwarze genannt, war ein Graf von Schwerin. Er hatte einen wichtigen Anteil an der Beendigung der dänischen Vormachtstellung im südlichen Ostseeraum. Leben Heinrich von Schwerin war der vierte Sohn des Gunzelin von Hagen, der von Heinrich dem Löwen mit der Grafschaft Schwerin belehnt worden war. Nach dem Tod Gunzelins 1185 hatte zuerst der älteste Bruder Helmold I. die Herrschaft übernommen. Als dieser sich 1194 zurückzog, übernahmen der dritte Bruder Gunzelin II. und Heinrich die Führung der Grafschaft. Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen hatten die Dänen die Vorherrschaft im Norden des Reiches und an der südlichen Ostseeküste erlangt. Deer dänische König war bestrebt, seinen Einflussbereich stetig auszubauen. So griff er 1208 in Streitigkeiten zwischen den Grafen und einem ihrer Lehnsmänner ein und vertrieb die beiden Grafen aus ihrem Besitz. Erst 1214 konnten sie, nach Leistunung des Lehnseides gegenüber König Waldemar II. von Dänemark, wieder zurückkehren. Zudem wurde die Schwester der Grafen, Ida (Oda), mit dem unehelichen Sohn Waldemars, dem Grafen Niels (Nikolaus) von Halland verheiratet, mit der halben Grafschaft Schwerin als Mitgift. Während Heinrich sich an dem Kreuzzug von Damiette beteiligte, starben sein Bruder Gunzelin II. 1221 und, auf dem Kreuzzug, sein Schwager Niels von Halland. Waldemar II. trat als Vormund seines minderjährigen Enkels Nikolaus von Halland-Schwerin auf, bestimmte seinen Neffen Albert von Orlamünde zum Statthalter und nahm durch diesen das „halbe Amt“ Schwerin, wie in einer Urkunde vom 28. Februar 1221 bestätigt, in Besitz. Heinrich kehrte erst im folgenden Jahr vom Kreuzzug zurück. Da Verhandlungen mit dem König nichts bewirkten, fasste er einen Entschluss, der weitgehende Folgen für die politischen Verhältnisse im Norden des Reiches und für Dänemark haben sollte. In der Nacht vom 6. zum 7. Mai 1223 entführte er Waldemar II. und dessen Sohn von der dänischen Insel Lyø, wo diese unbewacht von der Jagd ausgeruht hatten. Per Schiff gelangte er mit seinen Gefangenen an die deutsche Küste. Da Schwerin von den Dänen besetzt war, wurden Waldemar und sein Sohn zuerst in Lenzen in der Mark Brandenburg und bald darauf in der Burg Dannenberg versteckt. Nach der Rückeroberung der Grafschaft Schwerin 1225 wurden die beiden schließlich in der Schweriner Burg festgehalten. Für die Freilassung stellte Heinrich hohe Forderungen, von denen er sich weder durch Drohungen Dänemarks noch des Papstes Honorius III. abbringen ließ. Heinrich fand Unterstützung bei Heinrich Borwin II. von Mecklenburg, dem Grafen Adolf IV. vovon Holstein und dem Bischof Gebhard II. von Bremen. Da Waldemar nicht auf Heinrichs Forderungen einging, spitzte sich die Lage zu und es kam schließlich im Januar 1225 zur Schlacht bei Mölln. Die Dänen wurden geschlagen, und Albert von Orlamünde wurde wie sein König Gefangener Heinrichs von Schwerin. Waldemar willigte schließlich in die Forderungen Heinrichs ein, zu denen auch noch die seiner Bundesgenossen kamen. Im November 1225 wurde im Vertrag von Bardowick die Freilassung Waldemars und seines Sohnes gegen die Zahlung von 45.000 Mark Sillber, die Abtretung von Schwerin und Holstein, Verzicht auf alle deutschen Lehensgebiete außer dem Fürstentum Rügen und Gewährung völliger Handelsfreiheit für die deutschen Städte vereinbart. Außerdem musste Waldemar auf Rache verzichten und drei seiner Söhne als Geiseln stellen. Durch die Gefangenschaft Waldemars war die dänische Großmachtstellung im Ostseeraum schwer erschüttert. Das Streben nach Rückgewinnung gipfelte schließlich am 22. Juli 1227 in der Schlacht von Bornhöved. Waldemar II. wurde durch das Koalitionsheer geschlagen, der Herzog Otto von Braunschweig gefangen genommen und nach Schwerin gebracht. Waldemar war gezwungen, den Vertrag von Bardowick zu erneuern. Das dänische Großreich im Ostseeraum zerbrach. Heinrich von Schwerin starb am 17. Februar 1228 und wurde im Schweriner Dom bestattet. Erst nach seinem Tode ließen seine Witwe Audacia und sein Sohn Gunzelin III. den Herzog von Braunschweig frei, der zuvor noch die mit Heinrich getroffenen Vereinbarungen bestätigen musste. Am 3. Dezember 1228 forderte der Papst Gregor IX. von Heinrichs Witwe die Freilassung der von ihr noch gefangen gehaltenen Fürsten. Waldemar II. hatte für die Freilassung 1230 seiner drei als Geiseln in Schwerin festgehaltenen Söhne weitere 7.000 Mark Silber zu zahlen. Literatur • Karl Jordan: Heinrich I.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 401 (Digitalisat). • Georg Christian Friedrich Lisch: Zur Genealogie der Grafen von Schwerin und über den Verlauf der Grafschaft Schwerin. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 15, Aufsatz 2, S. 23–42, Schwerin 1850 • Georg Christian Friedrich Lisch: Audacia, Gemahlin des Grafen Heinrich I. von Schwerin. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 27, Aufsatz 6, S. 131–162, Schwerin 1862 • Ludwig Schultz: Heinrich I. (Graf von Schwerin). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 618–621. • Friedrich Wigger: Ueber die Stammtafel der alten Grafen von Schwerin In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 34, Aufsatz 3, S. 55–140, Schwerin 1869 | von Schwerin, Graf Heinrich (I10124)
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| 34394 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._von_Lothringen Heinrich I. († 7. März 1061 im Kloster Echternach) war Pfalzgraf von Lothringen von 1045 bis 1060. Er war der Sohn von Hezzelin, Graf im Zülpichgau, und Neffe des Pfalzgrafen Ezzo. Der Pfalzgraf Hermann I. war sein Großvater. Von den Historikerrn bekam er gleich mehrere Beinamen zugewiesen: zum einen Furiosus (der Rasende, aber auch der Wahnsinnige), weil er am 27. Juli 1060 auf der Burg Cochem seine Ehefrau ermordete, sowie Monachus (der Mönch), weil er ins Kloster geschickt wurde, um seinen Geisteszustand behandeln zu lassen. Um 1048 heiratete er Mathilde von Lothringen, Tochter von Gotzelo I., Herzog von Niederlothringen aus der Familie der Wigeriche und Schwester des Papstes Stephan IX. Sein einziges Kind war Hermann II., der 1064 sein Nachfolger als Pfalzgraf von Lothringen wurde. Erste Anzeichen seiner Geisteskrankheit zeigten sich kurz nach 1058, woraufhin er gezwungen wurde, zur Behandlung das Kloster Gorze aufzusuchen. Er entfloh jedoch aus Gorze, als er hörte, dass seine Ehefrau eine Affäre mit einem seiner Verwandten angefangen hatte, kam nach Cochem und tötete seine Frau mit einer Axt. Heinrich wurde danach endgültig ins Kloster gesperrt, diesmal ins Kloster Echternach, wo er auch starb. Sein Besitz und sein Amt wurden von Anno II., Erzbischof von Köln als Vormund von Heinrichs und Mathildes Sohn Hermann treuhänderisch übernommen, bis Hermann 1064 die Nachfolge seines Vaters als Pfalzgraf antrat. Literatur • Peter Fuchs: Heinrich (I.), Pfalzgraf von Lothringen. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 380 f. (Digitalisat). • Georg Irmer: Heinrich I. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 558. • Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln Band I.2 (1999) Tafel 201 | von Lothringen, Pfalzgraf Heinrich I. der Rasende (I7839)
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| 34395 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I._von_Montfort Heinrich, III. von Tübingen, I. von Montfort († 14. November 1272) war von 1251 bis zu seinem Tod Bischof von Chur. Familie Heinrich entstammte dem von den Pfalzgrafen von Tübingen abstammenden Geschlecht der Grafen von Montfort. Seine Eltern waren Hugo, I. Graf von Montfort, und dessen zweite Gemahlin Mechthild von Wangen,[1] der Churer Bischof Friedrich, I. von Montfort war sein Neffe. Zwei weitere Neffen (Kinder seiner Schwester Elisabeth) waren Friedrich Wildgraf von Kyrburg († nach 1310), Provinzmeister bzw. Großprior des Templerordens für Oberdeutschland und Emicho Wildgraf von Kyrburg († 1311), Bischof von Freising. Leben Heinrich war Dominikaner und von 1248 bis 1249 päpstlicher Pönitentiar. 1251 wurde er zum (Fürst)Bischof von Chur ernannt, jedoch erst 1268 geweiht. Im Konflikt mit den Staufern stand er auf der Seite der Päpste. Es gelang ihm, sich gegen den rätischen Adel zu behaupten. 1255 besiegte er bei Domat/Ems mit Hilfe seines Bruders Hugo II. von Montfort ein Bündnis der Freiherren von Rhäzüns, Freiherren von Belmont und der Montalt. Er sicherte das Bistum durch den Bau von Burgen, z.B. der Churburg und förderte die Gründung von Klöstern. 1269 nahm er am Reichstag in Worms teil und weihte 1272, kurz vor seinem Tod, die Kathedrale von Chur. Einzelnachweise 1 Foundations of Medieval Genealogy: Swabian Nobility. Ch. 5 B: Grafen von Montfort. Literatur • Erwin Gatz: Heinrich von Montfort. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1198 bis 1448. Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-10303-3, S. 139. Weblinks • Veronika Feller-Vest: Montfort, Heinrich von. In: Historisches Lexikon der Schweiz | von Montfort, Bischof Heinrich I. (I8014)
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| 34396 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_II._(Bayern) Heinrich II., genannt der Zänker (* 951; † 28. August 995 im Stift Gandersheim) aus dem Adelsgeschlecht der Liudolfinger war von 955 bis 976 und wieder von 985 bis 995 Herzog von Bayern und von 989 bis 995 Herzog von Kärnten. Heinrich war der Sohn Herzog Heinrichs I. von Bayern und dessen Ehefrau Judith sowie Neffe des römisch-deutschen Kaisers Otto I. Unter Vormundschaft seiner Mutter Judith folgte Heinrich vierjährig seinem Vater als Herzog von Bayern. Seine ältere Schwester Hadwig wurde 954 mit Burchard III., Herzog von Schwaben, vermählt. Heinrich vermählte sich 972 mit Gisela von Burgundnd, einer Nichte von Kaiserin Adelheid. Heinrich hatte also beste Verbindungen mit den gesamten Herrscherfamilien im Süden des Reiches. Bayern, Schwaben und das Königreich Burgund bildeten eine ernst zu nehmende Zentralisierung politischer Macht, der sich Kaiser Otto II. zu erwehren hatte. Als zentrales Jahr seiner Laufbahn sticht das Jahr 973 hervor: Nicht nur Kaiser Otto I. stirbt, sondern auch Heinrichs Schwager Herzog Burchard III. Die Ehe seiner Schwester Hadwig mit ihm blieb kinderlos und damit war kein legitimer Nachfolger für das Herzogtum Schwaben vorhanden. Als Bruder der Herzogswitwe konnte Heinrich deswegen durchaus begründet Anspruch auf das Herzogtum Schwaben erheben, zumal im selben Jahr sein ältester Sohn Heinrich geboren wurde. Ebenfalls im Jahre 973 überging Heinrich das Recht der Investitur des Kaisers und setzt seinen luitpoldingischen Vetter Heinrich auf den Bischofsstuhl von Augsburg. Kaiser Otto II. wird die weitreichenden Ambitionen seines Vetters erahnt haben und überging jetzt seinerseits die Ansprüche Heinrichs. Darum besetzte er den schwäbischen Dukat im November 973 mit einem seiner Neffen Otto, dem Sohn Liudolfs. Damit begann eine in der frühen mittelalterlichen Geschichte wohl einzigartige Doppelregentschaft. Herzogin Hadwig war nicht bereit abzutreten, sondern regierte de facto bis zu ihrem Tod 994 von der Festung Hohentwiel aus weiterhin den Süden dedes Reiches. Die kaiserliche Hofkanzlei erkannte ihr sogar den offiziellen Dux-Titel zu. Hadwig ihrerseits unterstützte ihren Bruder Heinrich so gut es ging, was umgekehrt dazu führte, dass der designierte Herzog Otto einer seiner ärgsten Rivalen wurde. Heinrich begehrte offen auf und fand nicht nur bayrische, sondern auch sächsische Anhänger. Auch Herzog Boleslaw II. von Böhmen und Mieszko von Polen standen auf seiner Seite, seine schwäbische Herzogsschwester nicht zu vergessen. Was er tatsächlich damit bezweckte und ob er wirklich zu diesem frühen Zeitpunkt schon nach der Kaiserkrone greifen wollte, ist unklar. 974 gelang es Otto II. den Zänker in Ingelheim festzusetzen und glaubte die bayrische Gefahr dadurch gebannt zu haben. Im Zuge der Auseinandersetzung musste Otto II. auch Aufrührer im Hennegau und bei Cambrai niederringen, den Einfall von Dänenkönig Harald Blauzahn abwehren und Böhmenherzog Boleslaw II. wegen des Komplotts mit Heinrich in die Schranken weisen. Heinrich gelang jedoch 976 die Flucht. Sofort kam es wieder zu Aufständen in Bayern. Die Residenzstadt Regensburg musste im gleichen Jahr im Herbst von den Kaiserlichen erobert werden. Otto II. nutzte die Gelegenheit, den gesamten Südostraum neu zu ordnen. Er trennte Kärnten von Bayern und erhob es zu einem eigenen Herzogtum. Die bayrische Ostmark – die Keimzelle von Österreich - wurde dem Babenberger Luitpold als Lehen übertragen, einem erklärten Gegner Heinrichs. Die Ostmark blieb zwar formell noch im Verband des Herzogtums Bayern, erhielt aber weitgehende Unabhängigkeit. Außerdem setzte der Kaiser seinen Vetter Heinrich als Herzog ab. Das verkleinerte Herzogtum Bayern wurde zu allem Überfluss ausgerechnet seinem Rivalen HHerzog Otto von Schwaben unterstellt. Von den Bischöfen wurde er zusätzlich mit dem Kirchenbann belegt. Noch wollte Heinrich sich aber nicht geschlagen geben. 978 setzte er den Kampf, dem sich nun der neue Herzog Heinrich von Kärnten und Bischof Heinrich I. von Augsburg anschlossen, fort. Nach seiner erneuten Niederringung wurde er schließlich Bischof Folkmar von Utrecht zur Bewachung übergeben. Nach dem Tod Ottos II. 983 in Italien wurde Heinrich von Bischof Folkmar aus der Haft entlassen. Sofort versuchte Heinrich 984, sich an Stelle des noch unmündigen Otto III. zu setzen und sich damit des kaiserlichen Thrones zu bemächtigen. Er ließ sich sogar von seinen Anhängern zum König ausrufen. Über Heinrichs Absichten gibt es in der Forschung eine Diskussion (Erkens, Laudage), folgt man Thietmar von Merseburg und der Tatsache, dass mittelalterliche Kommunikation vor allem durch Symbole und Gesten geschah, so wird Heinrichs Intention wohl dadurch greifbar, dass er am Palmsonntag in Magdeburg [1] und am Ostersonntag in Quedlinburg[2] sich zum König ausrufen und huldigen ließ. Diese beiden Orte waren zentral für die ottonische Dynastie: sie waren Grablege von Heinrich I. (Quedlinburg) und Otto I. (Magdeburg). Die Großen des Reiches distanzierten sich aber zunehmend von Heinrich dem Zänker. Zugleich bekämpfte er den Nachfolger seines ehemaligen Rivalen, der 982 gestorben war, Herzog Heinrich III. von Bayern. Willigis, der Erzbischof von Mainz, rief nun die Kaiserwitwe Theophanu und Kaiserin Adelheid, die Mutter Ottos II., aus Italien nach Deutschland. Die Anhängerschaft Heinrichs wurde kleiner. Auf dem Hoftag in Rara (Rohr bei Meiningen) unterwarf er sich endgültig und übergab den schon zum König gekrönten dreijährigen Otto III. an Theophanu. Dafür erhielt er Bayern als Herzogtum zurück. Er enthielt sich jetzt jeder weiteren Rebellion, erwarb 989 Kärnten und bekam schließlich sogar die italische Mark zurück. In seinen späteren Jahren konzentrierte sich Heinrich II. auf den inneren Ausbau seiner Territorien (Ranshofener Gesetze, 995) und förderte die Anfänge der Kirchenreform. Heinrich II. starb am 28. August 995 in Gandersheim. Er wurde in der Stiftskirche in Gandersheim beigesetzt, wo seine zweite Schwester Gerberga II. Äbtissin war. Ein bedeutendes Hochgrab befindet sich im Kloster Sankt Emmeram in Regensburg. Was ihm immer vorenthalten blieb, wurde seinem ältesten Sohn Heinrich zu teil. Nachdem er seinem Vater auf den Herzogsthron von Bayern folgte, wurde er 1002 römisch-deutscher König und 1014 Kaiser des ostfränkisch-deutschen Reiches. Heinrich II. heiratete Gisela von Burgund. • Heinrich II. (971–1024), Kaiser • Bruno († 1029), Bischof von Augsburg • Gisela, verheiratet mit Stephan I., König von Ungarn Quellen • Thietmar von Merseburg: Chronik., übersetzt von Werner Trillmich (Freiherr vom Stein- Gedächtnisausgabe 9) Darmstadt 1957. Literatur Lexikonartikel • Kurt Reindel: Heinrich II., der Zänker. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 341–351 (Digitalisat). • Hubertus Seibert: Heinrich d. Zänker, Herzog v. Bayern, in: Lexikon für Theologie und Kirche Bd. 11, 2001, Sp. 125f. • Alois Schmid: Heinrich II. "der Zänker", Hzg. v. Bayern und Kärnten. In: Lexikon des Mittelalters, Band 4, Sp. 2063–2064. • Sigmund von Riezler: Heinrich II., Herzog von Baiern. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 457–459. Darstellungen • Franz-Reiner Erkens: Zur Legitimation Heinrichs des Zänkers im Thronstreit von 984. In: Frühmittelalterliche Studien 27, (1993), S.273–289. • Winfrid Glocker: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik: Studien zur Familienpolitik und zur Genealogie des sächsischen Kaiserhauses, Köln 1989, ISBN 3-412-12788-4. • Hubertus Seibert: Bavvarica regna gubernans. Heinrich der Zänker und das Herzogtum Bayern (955–995) In: Hubertus Seibert (Hrsg.), Von Sachsen bis Jerusalem. Menschen und Institutionen im Wandel der Zeit. Festschrift für Wolfgang Giese zum 6. Geburtstag. München 2004, S. 123–142, ISBN 3-8316-0312-X Weblinks • Literatur von und über Heinrich II. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. • Eintrag an der Universität Passau über Heinrich II. der Zänker. Einzelnachweise 1 Thietmar von Merseburg: Chronik. IV, 1: "Zu der in Magdeburg geplanten Feier des Palmsonntagsfestes hatte er [Heinrich der Zänker] alle Fürsten der Umgebung geladen und zu Verhandlungen entboten, sich seiner Gewalt unterzuordnen und ihn zur Hhe der Königswürde zu erheben." 2 Thietmar von Merseburg: Chronik. IV, 2: "Von da begab sich Heinrich zur Feier des bevorstehenden Osterfestes nach Quedlinburg. Hier kamen viele Große des Reiches zusammen; einige aber, die es vorzogen, nicht zu erscheinen, entsandten Beobachtr, die sorgsam auf alles Acht geben sollten." | von Bayern (Liudolfinger), Heinrich II. der Zänker (I2641)
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| 34397 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_II._(Frankreich) Heinrich II. (französisch Henri II; * 31. März 1519 in Saint-Germain-en-Laye; † 10. Juli 1559 im Hôtel des Tournelles in Paris) war von 1547 bis 1559 König von Frankreich. Er entstammte der Dynastie der Valois-Angoulême. Leben bis zum Herrschaftsantritt Herkunft[ Heinrich wurde am 31. März 1519 im Schloss von Saint-Germain-en-Laye geboren. Er war der Sohn von König Franz I. und Königin Claudia. Zur Thronfolge war zunächst sein älterer Bruder Franz III., der Herzog der Bretagne, vorgesehen. Als Herzog von Orléans verfügte aber auch der junge Heinrich über eine bedeutende Stellung im Königreich. Gefangenschaft Nachdem König Franz I. in der Schlacht bei Pavia (1525) in spanische Kriegsgefangenschaft geraten war, mussten sich entsprechend dem Frieden von Madrid die beiden ältesten Söhne des Königs als Geisel des spanischen Königs in kastilische Festungen in Haft begeben, um die Rückkehr von Franz I. zu ermöglichen. Um einen Fluchtversuch der französischen Thronfolger auszuschließen, war der junge Heinrich dort Bedingungen ausgesetzt, die nicht seinem Rang entsprachen.[1] Diese Ehrverletzung sollte Heinrich dem römischen Kaiser Karl V., der als Karl I. zugleich spanischer König war, niemals verzeihen. Ehe Für die Rückeroberung italienischer Besitzungen war Franz I. auf ein Bündnis mit dem Papsttum angewiesen. Zu diesem Zweck ließ er seinen Sohn am 28. Oktober 1533 mit Katharina de Medici, einer Verwandten von Papst Clemens VII., verheiraten. Der frühe Tod von Clemens VII. vereitelte jedoch das französisch-päpstliche Bündnis. Da Katharina keinen politischen Wert für Frankreich mehr hatte und ihr Rang nicht dem eines französischen Thronprinzen angemessen war, verschlechterte sich das Verhältnis zwischen ihr und Heinrich. Aufstieg zum ersten Thronprinzen Am 10. August 1536 verstarb der ältere Bruder Franz im Alter von nur 18 Jahren. Daraufhin rückte Heinrich in die unmittelbare Position des Thronfolgers auf. In dieser Zeit machte er Diana von Poitiers zu seiner Geliebten, während seine Ehefrau Katharina nicht mehr in Erscheinung trat. Protest gegen den Frieden von Crépy Im Frieden von Crépy vereinbarten Franz I. und Karl V. am 18. September 1544, sich die gegenseitig eroberten Territorien zurückzugeben. Frankreich gab zudem Ansprüche auf das Königreich Neapel und die Grafschaften von Asti, Flandern und Artois auf. Heinrich legte gegen diesen Friedensvertrag vor ausgesuchten Zeugen einen geheimgehaltenen Protest ein. Das Verhältnis zu seinem Vater Franz I. blieb politisch distanziert. Heinrich II. als König Am 25. Juli 1547 wurde er in der Kathedrale Notre-Dame de Reims zum König gesalbt. Innenpolitisch setzte er die zentralistischen Bestrebungen seines Vaters fort. Mit den Edikten von Châteaubriant (1552) und Écouen (1559) verfolgte er die Hugenotten, erlebte den Ausbruch der Religionskriege (1562) jedoch nicht mehr. Heinrichs Außenpolitik war vor allem durch Kriege mit dem Haus Habsburg (Kaiser Karl V. und dessen Sohn König Philipp II. von Spanien) geprägt, die um die Vorherrschaft in Mitteleuropa geführt wurden und überwiegend auf italienischem Boden stattfanden. 1552 verbündete er sich mit den im „Fürstenaufstand“ gegen Karls Religionspolitik aufbegehrenden protestantischen Reichsfürsten, die ihm für Geldzahlungen widerrechtlich die Bistümer Metz, Toul und Verdun überließen, wo Heinrich formal als Vikar fungieren sollte. 1548 schloss er eine Allianz mit der schottischen Königinwitwe Marie de Guise, deren Tochter Maria Stuart seinen Sohn, den Thronfolger Franz (II.), heiratete; dafür ließ er den Schotten französische Militärhilfe gegen die Engländer zuteilwerden. 1554 gelang es ihm, die Engländer aus Boulogne und 1558 auch aus Calais zu vertreiben, die ihnen nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges als letzte Brückenköpfe in Frankreich verblieben waren. Heinrich war ein begeisterter Jäger und beteiligte sich gern an Turnieren. Seine Mätresse Diana von Poitiers bestärkte ihn in dieser Leidenschaft. Während eines Tjost am 30. Juni 1559 anlässlich der Feier des Friedensvertrags mit Habsburg (Frieden von Cateau-Cambrésis) durchbohrte ein Splitter des zerbrochenen Lanzenstumpfes von Graf Montgomery das Visier von Heinrichts Helm und drang durch das Auge in sein Gehirn ein. Trotz einer Notoperation durch die besten Ärzte seiner Zeit starb er nach entsetzlichen Leiden am 10. Juli 1559 und wurde in der Basilika St. Denis beigesetzt. Bei der Plünderung der Königsgräber von Saint-Denis während der Französischen Revolution wurde sein Grab am 18. Oktober 1793 geöffnet und geplündert, seine Überreste wurden in einem Massengrab außerhalb der Kirche beerdigt. Während der Restauration nach 1815 wurden alle noch vorhandenen Überreste aus dem Massengrab exhumiert. Da keine genaue Zuordnung zu einzelnen Individuen mehr möglich war, wurden sie in einem gemeinsamen Ossarium in der Krypta der Kathedrale beigesetzt. Nach Heinrichs Tod verfiel Frankreich unter seinen drei als Könige aufeinander folgenden Söhnen Franz II., Karl IX. und Heinrich III. in eine mehr als vierzigjährige Periode dynastischer Instabilität und religiöser Auseinandersetzungen. Ehe und Nachkommen Heinrich wurde am 28. Oktober 1533 mit Katharina von Medici (1519–1589) verheiratet, als beide 14 Jahre alt waren. 1536 rückte er nach dem Tod seines älteren Bruders Franz zum Thronfolger (Dauphin) und Herzog der Bretagne auf. Heinrich und Katharina hatten zusammen die Kinder: • Franz II. (1544–1560, ab 1559 König von Frankreich) ∞ Maria Stuart, Königin von Schottland (24. April 1558) • Isabelle (Elisabeth von Valois) (1545–1568) ∞ Philipp II., König von Spanien • Claudia (1547–1575) ∞ Herzog Karl III. von Lothringen • Ludwig (3. Februar 1549–1550) • Karl IX. (1550–1574, ab 1560 König von Frankreich) • Heinrich III. (1551–1589, ab 1574 König von Frankreich) • Margarete (1553–1615) ∞ 1572 Heinrich, König von Navarra, ab 1589 als Heinrich IV. König von Frankreich • Franz Herkules später Franz (1555–1584), Herzog von Alençon und Château-Thierry, Graf von Perche, Mantes, Meulan (1566–1584), Herzog von Évreux und Graf von Dreux (1569–1584), Graf von Maine, Herzog von Anjou, Touraine und Berry (1576–1584) • Johanna (24. Juni 1556 – 24. Juni 1556) • Victoria (24. Juni 1556 – 26. Juli 1556) Zudem war er Vater der unehelichen Kinder Diane (1538–1619), Heinrich von Angoulême (1550–1586) und Heinrich von Saint-Rémi (1557–1621). Literatur • Rainer Babel: Heinrich II. In: Peter Claus Hartmann (Hrsg.): Französische Könige und Kaiser der Neuzeit. Beck, München 1994, ISBN 3-406-38506-0, S. 71–90. Weblinks Commons: Heinrich II. (Frankreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien • Literatur von und über Heinrich II. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Anmerkungen 1 Rainer Babel: Die französischen Könige und Kaiser der Neuzeit. C. H. Beck Verlag, München 2006, S. 74. | von Frankreich (von Valois) (Kapetinger), Heinrich II. (Henri) (I8770)
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| 34398 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_II._(Hoya) Heinrich II. von Hoya († 25. Januar 1290), genannt Heinrich mit dem Beile, war 1235 bis 1290 regierender Graf von Hoya. Leben und Wirken Als Sohn von Heinrich I. von Hoya und Richenza von Wölpe übernahm Heinrich II. nach dem Tode seines Vaters 1235 die Herrschaft über die Grafschaft Hoya. Seinen Beinamen erhielt er in zeitgenössischen Chroniken deshalb, weil er bei kriegerischehen Auseinandersetzungen mit besonderer Gewalt und Rohheit vorgegangen sein soll. Vor allem ging er gegen die Bischöfe von Minden vor, indem er das Territorium seiner Grafschaft Richtung Süden ausweitete. Mit Errichtung von Burgen in Liebenau und Steyerberg sicherte er die neue Grenze gegen Minden und festigte seine Macht. Heinrich wurde im Kloster Loccum beigesetzt. Nachkommen Mit Jutta von Ravensberg, Tochter von Ludwig von Ravensberg, soll Heinrich 25 legitime Kinder gehabt haben, von denen mindestens 8 das Erwachsenenalter erreichten: • Elisabeth († 1320) ∞ Heinrich V. von Regenstein • Ermengard ∞ Heinrich V. von Oldenburg-Bruchhausen • Gerhard († 1313), regierte 1290–1313 die Grafschaft Hoya • Heinrich († 1302), Dominikaner und Domherr in Bremen • Jutta ∞ Ludolf von Steinfurt • Otto (1271–1324), regierte nach seinem Bruder Gerhard 1313–1324 die Grafschaft Hoya • Richza (Richenza) ∞ Johann I. von Oldenburg • Sophie († 1324), 1294–1301 Äbtissin in Bassum Literatur • Heinrich Gade: Historisch-geographisch-statistische Beschreibung der Grafschaften Hoya und Diepholz. Nienburg 1901. • Wilhelm Hodenberg (Hrsg.): Hoyer Urkundenbuch. Hannover 1848–1856. • Bernd Ulrich Hucker: Die Grafen von Hoya. Hoya 1993. • Museum Nienburg: Die Grafschaften Bruchhausen, Diepholz, Hoya und Wölpe. Nienburg 2000. | von Hoya, Graf Heinrich II. mit dem Beile (I9585)
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| 34399 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_II._(HRR) Heinrich II. (* 6. Mai 973 oder 978 in Abbach oder Hildesheim; † 13. Juli 1024 in Grone), Heiliger (seit 1146), aus dem Adelsgeschlecht der Ottonen, war als Heinrich IV. von 995 bis 1004 und wieder von 1009 bis 1017 Herzog von Bayern, von 1002 bis 1024 König des Ostfrankenreiches (regnum Francorum orientalium), von 1004 bis 1024 König von Italien und von 1014 bis 1024 römisch-deutscher Kaiser. Als Sohn des bayerischen Herzogs Heinrich II., genannt „der Zänker“, und seiner Frau Gisela von Burgund war er Urenkel Heinrichs I. und stammte somit aus der bayerischen Nebenlinie der Ottonen. Am 7. Juni 1002 wurde er zum ostfränkischen König ggekrönt, am 14. Februar 1014 krönte ihn Papst Benedikt VIII. zum Kaiser. Heinrich II. war mit Kunigunde von Luxemburg verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos, Heinrich II. war damit der letzte Kaiser aus dem Geschlecht der Ottonen. Papst Eugen III. sprach ihn 1146 heilig, einige spätere Geschichtsschreiber bedachten ihn daher mit dem Beinamen „der Heilige“. Sein Gedenktag (evangelisch und römisch-katholisch) ist der Todestag, der 13. Juli. Anders als sein Vorgänger Otto III. konzentrierte sich Heinrich auf das Reichsgebiet nördlich der Alpen. Sein Hauptaugenmerk galt den Kriegen gegen den polnischen Herrscher Bolesław I. Chrobry. Die drei Italienzüge dienten primär dem Erwerb der Kaiserwürde sowie der Etablierung seiner Herrschaft in diesem Teil des Imperiums. Heinrichs Regierung gilt als eine Zeit der Intensivierung und der Zentralisierung der Königsherrschaft. Er festigte das Reich durch noch engere personelle und politische Verflechtungen mit der Kirche. Durch Schenkungen und Neugründungen wurden insbesondere die Bistümer im Reich als Stützen der königlichen Herrschaft gestärkt. 1007 gründete Heinrich das Bistum Bamberg. Der König beanspruchte in zunehmendem Maße Dienstleistungen der Kirchen (servitium regis). Zudem förderte er die beginnende Klosterreform. Die Chronik des Thietmar von Merseburg, der 1009 von Heinrich zum Bischof von Merseburg ernannt wurde, gilt als eine der wichtigsten Quellen zu Heinrich II. und wird geradezu als Leitüberlieferung angesehen. Unter Heinrichs II. Urgroßvater Heinrich I. aus dem Geschlecht der Liudolfinger wurden – anders als noch bei den Karolingern im 9. Jahrhundert – nicht mehr alle Söhne zu Königen erhoben, sondern nur noch der älteste Sohn Otto I. Der jüngere gleieichnamige Sohn, der Großvater Heinrichs II., hatte spätestens 936 auf die Königsherrschaft verzichten müssen und sich später mit dem Herzogtum Bayern begnügt. Die bayerische Linie der Liudolfinger wurde dadurch von der Herrschaft ausgeschlossen. Heinrich der Zänker, der Vater des späteren Kaisers Heinrichs II., versuchte eine königsgleiche Stellung einzunehmen. Nach langjährigen Auseinandersetzungen mit Kaiser Otto II. wurde er zunächst in Ingelheim und ab April 978 dann in Utrecht auf unbegrenzte Zeit inhaftiert. Während der Haft seines Vaters lebte Heinrich in Hildesheim. Als Kind wurde er zur Erziehung dem Bischof Abraham von Freising übergeben und anschließend in der Hildesheimer Domschule für den geistlichen Stand ausgebildet. Dies geschah vielleicht auf Anweisung Ottos II., der auf diese Weise den Sohn seines Gegners von jeder Teilhabe an der Königsgewalt ausschalten wollte.[1] An einer der besten Schulen des Reiches lernte Heinrich lesen, schreiben und die lateinische Sprache. In Regensburg beendete er ab 985 unter Bischof Wolfgang seine Ausbildung. Beeinflusst wurde er in dieser Zeit auch von Abt Ramwold von St. Emmeram, der, wie der Bischof selbst, ein Befürworter der Klosterreform von Gorze war. Nach dem Tod Ottos II. wurde Heinrich der Zänker aus der Haft entlassen. Seine Bemühungen um die Königskrone scheiterten, die Herrschaft im Herzogtum Bayern jedoch konnte er 985 erneut erlangen. Sein Sohn wurde in einer Urkunde Ottos III. aus dem Jahr 994 als Mitherzog (condux)[2] bezeichnet. Nach dem Tod des Vaters Ende August 995 fiel Heinrich das Herzogtum Bayern zu. Im Jahr 1000 oder kurz vorher heiratete Heinrich Kunigunde aus der Herrscherfamilie der Grafen von Luxemburg.[3] Durch seine Verbindung mit diesem Adelshaus stärkte Heinrich seine Stellung im rheinisch-lothringischen Raum. Mehr unter obenstehendem Link.. | von Bayern (Ottonen), Kaiser Heinrich II. (I753)
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| 34400 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_II._(Limburg) Heinrich II. von Niederlothringen (* um 1110; † August 1167 bei Rom) war Herzog von Limburg. Um 1135 heiratete er Mathilde von Saffenberg (* um 1120; † 2. Januar 1145), Tochter des Grafen Adolf I. von Saffenberg. In zweiter Ehe heiratete er Laurette von Flandern, Tochter von Dietrich von Elsass. Aus der ersten Ehe stammt Heinrich III. von Limburg (* um 1140; † 21. Juli 1221 Rolduc), der 1167 Sophia von Saarbrücken (* 1155; † 1226) (Tochter von Simon I. von Saarbrücken) heiratet, und Margarethe von Limburg (∞ Gottfried III. von Löwen). Ab Heinrich II. führt die Familie nicht mehr die Bezeichnung Herzöge von Niederlothringen sondern Herzöge von Limburg. Heinrich führte diesen Titel von 1139 bis 1167. Literatur • Heinrich Neu: Heinrich II.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 367 (Digitalisat). | von Limburg, Herzog Heinrich II. (I7434)
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