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34451 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_(Brandenburg)

Der Askanier Hermann „der Lange“ (* um 1275; † 1. Februar 1308 bei Lübz) war ein Markgraf von Brandenburg. Andreas Thiele bezeichnet ihn als Hermann III. von Brandenburg,[1] in anderen Zählungen ist er auch als Hermann II. von Brandenburg zu finnden.[2] Er war der Sohn des brandenburgischen (Mit-)Markgrafen Otto V., genannt „der Lange“ und der Judith von Henneberg und von 1298 bis zu seinem Tod 1308 Mit-Regent seines Cousins Otto IV., „mit dem Pfeil“. 1300 erbte er auch das abgesonderte Herrschaftsgebiet seines Onkels, des Markgrafen Albrecht III. († 1300), dessen zwei Söhne 1299 gestorben waren. 1291 hatte Hermanns Vater Otto die Pflege Coburg geerbt; mit dem Tod des Vaters wurde er somit auch Herr der Pflege Coburg. Er führte auch die Titel Graf von Henneberg oder Graf von Franken.

Leben
Seine Mutter Judith war eine Tochter des Hermann I., Graf zu Heldburg, Strauf, Steinach, Kalenberg, Irmelshausen, Kissen sowie der Hälfte von Schweinfurth und Münnerstadt, und dessen Frau Margarete von Holland-Seeland. Hermann I. erbte 1248/49 BBesitzungen um Hildburghausen, Rodach und Coburg sowie Schmalkalden. Die Herrschaft Hermanns I. wurde auch als Neue Herrschaft oder später Neue Pflege bezeichnet. Sein Sohn Poppo VIII. erbte die Besitzungen seines Vaters, starb jedoch schon 12911. Daher fiel das Erbe an Hermanns Schwester Judith und deren Ehemann Otto V. Da Otto sich überwiegend in der Mark Brandenburg aufhielt, setzte er zur Verwaltung Administratoren oder Pfleger ein, was der Herrschaft Hermanns die Bezeichnungen Neue Pflege oder Pflege Coburg einbrachte.
Bereits 1290 erscheint Hermann erstmals in einer Urkunde zusammen mit seinem Vater Otto, als sein Vater sich wegen der ihm erblich zugefallenen Schlösser Kissingen, Steinach, Rotenstein und Königshofen mit Bischof Manegold von Würzburg verglich.[3]
1297 folgte er seinem Vater als Mitregent von Brandenburg,[4] das er dann nach dem Tod des Vaters - ein Jahr später - gemeinsam mit seinem Vetter Otto IV. regierte. Von seinem Vater erbte er die Pflege Coburg. In den brandenburgischen Urkunden bezeichnete er sich daher auch als dominus de Henneberg.[5]
Nach dem Tod des Schweidnitzer Herzogs Bolko I. 1301 übte Hermann die Vormundschaft über dessen unmündige Kinder aus. 1302 verkaufte der wettinische Markgraf der Lausitz, Dietrich IV., zunächst die Osthälfte der Markgrafschaft Lausitz (= Niederlrlausitz) an Markgraf Hermann, 1304 veräußerte er auch den Westteil an die Markgrafen Hermann und Otto IV. gemeinsam. 1303 (ohne Tag- und Monatsangabe) bezeichnete sich Hermann erstmals in einer Urkunde auch als Markgraf der Lausitz,[6] aber erst 1307 erhielten Hermann und sein neuer Mitregent, Markgraf Waldemar, die kaiserliche Belehnung mit der Markgrafschaft Lausitz.[7]
1304 unterzeichneten Hermann und Otto den Vietmannsdorfer Vertrag mit Heinrich II. von Mecklenburg, der dem mecklenburgischen Fürsten das Land Stargard auf Lebenszeit einräumte.
Chronisten beschreiben Hermann als weisen und kühnen Mann, der von seinen Gegnern gefürchtet war. Er war von kräftiger Statur, besaß aber auch nicht weniger Intelligenz. Er soll sein Land in Frieden regiert haben, war aber auch unnachgiebig gegen Adlige, die sich gegen ihn auflehnten. Er liebte durchaus auch die Annehmlichkeiten des Lebens. So ließ er kostspielige Ritterturniere ausrichten. Im Juli 1306 wurden Hermann und sein Neffe Waldemar vom polnischen König Wenzel III. mit Pomerellen belehnt. Wenzel wurde bald darauf ermordet und sein Nachfolger erkannte die Belehnung nicht an.
Hermann starb, als er gemeinsam mit Otto IV. während des Norddeutschen Markgrafenkrieges im Jahr 1308 in das mecklenburgische Fürstentum einfiel und die Burg Eldenburg (bei Lübz) belagerte. Bestattet wurde er im Kloster Lehnin.

Ehe
1295 vermählte er sich mit Anna von Österreich, Tochter des späteren römisch-deutschen Königs Albrecht I.



Literatur
• Otto von Heinemann: Hermann (der Lange), Markgraf von Brandenburg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 123 f.
• Johannes Schultze: Hermann. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 631 (Digitalisat).
Einzelnachweise
1 Andreas Thiele: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte, Band 1, Teilband I. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl., 333 Tafeln, R. G. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1997, Tafeln 277, 290.
2 Gudrun Pischke: Agnes, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg. In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent u. a. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon – 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans Verlag, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7, S. 9–30. (online)
3 Adolph Friedrich Johann Riedel: Codex Diplomaticus Brandenburgensis B. Zweiter Haupttheil oder Urkundensammlung für die Geschichte der auswärtigen Verhältnisse, 2. Band. 540 S., Berlin, F. H. Morin 1845 Online bei Google Books (S. 193)
4 Adolph Friedrich Johann Riedel: Codex Diplomaticus Brandenburgensis A. Erster Haupttheil oder Urkundensammlung zur Geschichte der geistlichen Stiftungen, der adlichen Familien, sowie der Städte und Burgen der Mark Brandenburg, 22. Band. Die Atmark (Fortsetzung des 17. Bandes) 508 S., Berlin, Reimer 1862 Online bei Google Books (S.16)
5 Adolph Friedrich Johann Riedel: Codex Diplomaticus Brandenburgensis B. Zweiter Haupttheil oder Urkundensammlung für die Geschichte der auswärtigen Verhältnisse, 2. Band. 540 S., Berlin, F. H. Morin 1845 Online bei Google Books (S. 246)
6 Adolph Friedrich Johann Riedel: Codex Diplomaticus Brandenburgensis Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellenschriften für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten. A. Erster Haupttheil oder Urkundensammlung für de Orts- und spezielle Landesgeschichte, 1. Band. 506 S., Berlin, F. H. Morin, 1841 Online bei Google Books (S. 125, Urkunde Nr. VI)
7 Adolph Friedrich Johann Riedel: Codex Diplomaticus Brandenburgensis B. Zweiter Haupttheil oder Urkundensammlung für die Geschichte der auswärtigen Verhältnisse, 2. Band. 540 S., Berlin, F. H. Morin 1845 Online bei Google Books (S. 143) 
von Brandenburg, Markgraf Hermann (III.) der Lange (I8169)
 
34452 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Billung

Hermann Billung († 27. März 973 in Quedlinburg) aus der Verwandtengruppe der Nachfahren Widukinds war Herzog in Sachsen.
Nach seinem Herrschaftsantritt im Jahr 936 bestellte König Otto I. Hermann zu seinem neuen Heerführer (princeps militiae). Die Entscheidung sorgte für Aufruhr im sächsischen Adel. Insbesondere Hermanns älterer Bruder Wichmann I. fühlte sich übergangen und schloss sich vorübergehend einem Aufstand gegen den König an. Trotz der Aufsehen erregenden Bevorzugung Hermanns wurde es anschließend auffällig still um den königlichen Heerführer. Erst knapp 20 Jahre später trat er im Zuge des Liudolfinischen Aufstandes von 953-955 wieder in Erscheinung. Hermann war nach dem Tod seines älteren Bruders offenbar zum Oberhaupt des Familienverbandes aufgestiegen. Otto I. übertrug ihm für die Dauer seiner kriegsbedingten Abwesenheit die Stellvertretung in Sachsen (procurator regis). Die erzählenden Quellen bezeichnen Hermann fortan als Herzog (dux), ohne von einer Befehlsgewalt über den sächsischen Adel zu berichten. Im nördlichen Sachsen verstrickte er sich in einen Machtkampf mit seseinen Neffen, deren Erbe er sich nach dem Tod seines älteren Bruders angeeignet hatte. Dort bestimmte Hermann Lüneburg zum Zentrum seiner Herrschaft und stiftete das Kloster St. Michaelis. Gegenüber den Abodriten an der unteren Elbe verfolgte er eine auf Ausgleich und Bindung bedachte Politik. Als Otto I. ihn vor seiner Abreise nach Italien 961 erneut zu seinem Stellvertreter bestellte, war Hermann der mächtigste Mann in Sachsen. Gegen Ende seines Lebens könnte er sogar nach der Herrsschaft gegriffen haben, als er für jedermann sichtbar in Magdeburg das königliche Zeremoniell usurpierte und anschließend im Bett des abwesenden Königs übernachtete. Hermann starb Ostern 973 in Quedlinburg. Seine männlichen Nachkommen stellten in grader Linie über vier Generationen die Herzöge in Sachsen.
Vorherrschende Forschungsperspektive ist Hermanns verfassungsrechtliche Stellung. Bereits Ludwig Weiland gelangte 1866 zu dem Ergebnis, Hermann sei als erster unter Gleichen in Sachsen kein „richtiger“ Herzog gewesen. Dafür habe es ihm an der Befehlsgewalt über den sächsischen Adel gefehlt. Diese Auffassung wirkt bis heute fort und kommt in der einschränkenden Bezeichnung Hermanns als „Herzog in Sachsen“ zum Ausdruck. Im Jahr 1984 konnte Gerd Althoff nachweisen, dass Hermann als Angehöriger der Nachfahren Widukinds zum bedeutendsten Geschlechterverband in Sachsen gehörte. Matthias Becher machte Hermann 1996 zum Kristallisationskern der Entstehung eines sächsischen Stammesbewusstseins.

Herkunft und Familie
Hermanns Herkunft ist durch zeitgenössische Quellen nicht überliefert. Spätere Nachrichten,[1] die ihn als Sohn armer Leute oder als edlen Abkömmling eines Billung oder Billing beschreiben, gehören in den Bereich der Sage oder gelten aufgrund dees großen zeitlichen Abstandes als zweifelhaft. Zur ersten Gruppe gehören insbesondere die Schilderung Adams von Bremen über eine angeblich „niedere Geburt“ Hermanns[2] und die Erzählung der Lüneburger Chronik über die Herkunft Hermanns von einem Meyerhof in Stübeckshorn bei Soltau.[3] Vermutungen, er sei der Sohn eines Billung gründen sich auf einen entsprechenden Eintrag in der Hauschronik des Klosters St. Michael in Lüneburg aus der Zeit zwischen 1229 und 1233.[4] Heute beschränkt ssich die Forschung auf die Aussage, Hermann entstamme der mit Abstand einflussreichsten und vornehmsten Verwandtengruppe des nördlichen Sachsen, nämlich den Nachfahren Widukinds.[5] Als nächste Verwandte aus der Elterngeneration werden die Grafen Ekbert und Bernhard von Borghorst angesprochen,[6] ohne dass das verwandtschaftliche Verhältnis zu ihnen sicher bestimmt werden könnte.[7]
Hermann hatte zwei ältere Brüder, Wichmann I. den Älteren, und Amelung, Bischof von Verden.
Aus der Ehe Hermanns mit Oda von Sachsen entstammten mindestens vier Kinder. Der älteste Sohn Bernhard I. wurde nach dem Tod des Vaters 973 Herzog in Sachsen. Über seinen Bruder Liutger (Liudger) ist wenig bekannt.[8] Die Tochter Mathilde I. heiiratete 961 Balduin III. und ehelichte nach dessen frühem Tod um das Jahr 963 Gottfried den Gefangenen. Suanhilde (Schwanhild) war zunächst verheiratet mit dem Markgrafen Thietmar I. und anschließend mit dessen Nachfolger, dem Markgrafen Ekkehard I. Die vielfach als Tochter Hermanns angesprochene Imma II.,[9] Äbtissin des Kanonissenstiftes Herford, wird in einer Urkunde Ottos III. als Tochter Bernhards I. bezeichnet.[10]
Eine zweite Ehe Hermanns mit Hildesuith (oder Hildegard) ist zweifelhaft. Bei der auf einer zwischen 1071 und 1086 im Kloster St. Michael in Lüneburg entstandenen Stammtafel der Billunger[11] aufgeführten Gräfin könnte es sich auch um die ansonsten unbekannte erste Frau von Hermanns Sohn Bernhard I. handeln.[12]
Bei dem Zunamen „Billung“ soll es sich nach verbreiteter Auffassung um ein Forschungskonstrukt handeln, das zur Unterscheidung der Verwandtengruppe von anderen Adelsgeschlechtern nach dem vermeintlichen Stammvater Billung gewählt wurde.[13] Dagegen hatte bereits Ruth Bork darauf hingewiesen,[14] der Name könne zeitgenössisch sein, weil der mit Hermann verbündete abodritische Samtherrscher Mistiwoj in der Hamburger Kirchengeschichte des Bremer Domscholasters Adams von Bremen aus der Zeit von 1070 den vielleicht auf Hermann zurückgehenden Taufnamen Billug trägt.

Die Bestellung zum Heerführer
Hermann wird erstmals[15] im Zusammenhang mit einem Feldzug der Sachsen gegen die Redarier[16] im Herbst des Jahres 936 erwähnt. Widukind von Corvey berichtet in seiner um 968 entstandenen Sachsengeschichte, nach dem Tod König Heinrichs I. habe dessen Sohn Otto I. als neuer König beschlossen, auch einen neuen Heerführer (‘‘principes militiae‘‘) zu bestellen.[17] Das Amt war mit dem Tod des Grafen Bernhard von Borghorst um die Jahreswende 935/936 vakant geworden. Die Wahl des Königs ffiel auf Hermann, der an der Spitze des Heeres in das Land der Redarier eindrang und diese im Kampf besiegte. Trotz dieses Erfolges führte Hermanns Berufung zu heftigen Reaktionen des sächsischen Adels, die schließlich in einen Aufstand gegen den König mündeten. Die Ursachen für diese Empörung sucht die Forschung nicht in der Person Hermanns, sondern in den Beweggründen des Königs für Hermanns Berufung und in dem Amt, das er Hermann übertrug.

Die Reaktion des sächsischen Adels
Hermanns älterer Bruder Wichmann entfernte sich noch vor Beginn des Feldzuges mit seinen Gefolgsleuten vom Heer. Als Grund täuschte er eine Krankheit vor. Tatsächlich sah er sich in seinem Rang übergangen und in seiner Ehre verletzt. Er war dadas Oberhaupt des mächtigsten und reichsten Geschlechterverbandes im nördlichen Sachsen.[18] Innerhalb der Sippe bekleidete er damit im Vergleich zu seinem wesentlich jüngeren Bruder eine herausragende Stellung, die ihm auch unter den sächsischen Adligen großes Ansehen verschaffte. Dieses Ansehen spiegelt sich in einer Lobpreisung Widukinds wider, der ihn als mächtigen und tapferen Mann beschreibt, kriegserfahren und von außergewöhnlicher Bildung.[19] Umgekehrt überzeichnet Adam von Bremen Hermanns relative Bedeutungslosigkeit, wenn er ihn als Sohn armer Eltern beschreibt, der von seinem Vater nur 7 Hufen Land geerbt habe.[20] Wichmanns Verbindungen reichten durch die Ehe mit einer zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen Schhwester der Königin Mathilde bis in die königliche Familie. Seine massierten Besitzungen im Bardengau, dem Grenzgebiet zu Slawen und Dänen, verliehen ihm reichspolitisch zusätzliches Gewicht.[21] Vor diesem Hintergrund war Wichmann offensichtlich nicht bereit, die vor dem versammelten sächsischen Adel erlittene Schmach seiner Zurücksetzung hinter den bis dahin unbedeutenden Bruder hinzunehmen.[22] Im folgenden Jahr schloss er sich dem Aufstand um Ottos I. Halbbruder Thankmar und den fränkischen Herzog Eberhard gegen den König an.
Die Empörung Wichmanns über den durch nichts gerechtfertigten Eingriff des Königs in die hierarchische Struktur des Geschlechterverbandes wurde von großen Teilen des sächsischen Adels geteilt. Widukind berichtet, auch die übrigen sächsischen Großen hätten die Entscheidung missbilligt.
Einer dieser Großen namens Ekkehard, mutmaßlich ein Cousin des Königs,[23] empfand die Ernennung Hermanns als eine derartige Demütigung, dass er gegen den Befehl des Königs das Heer verließ und auf eigene Faust eine slawische Burg angriff, um Ottos I. Gunst doch noch für sich zu gewinnen oder ruhmreich zu sterben. Er und seine Mitstreiter fanden vor der Burg den Tod.

Die Beweggründe König Ottos I.
Die Beweggründe Ottos I. für die Ernennung Hermanns sind rätselhaft.[24] Widukind zufolge war er für das Amt nicht besser geeignet als sein älterer Bruder. Die Forschung ist sich deshalb darin einig, dass Otto I. sich in erster Linie gegen Wichmann entschieden hat. Da Widukind für Hermanns Bevorzugung selbst keinen Grund anführt, wurden verschiedene Thesen zur Erklärung von Ottos I. Beweggründen entwickelt. Für Gerd Althoff handelte es sich bei der bewussten Übergehung Wichmanns um eine Maßnahme zur „Durchsetzung herrscherlicher Entscheidungsgewalt.“[25] Otto I. habe damit das neue königliche Selbstverständnis demonstrierten wollen, als Herrscher bei der Ämtervergabe nicht an erbrechtlich begründete Ansprüche des Adels auf bestimmte Positionen gebunden zu sein. Eine andere Erklärung liefert Matthias Becher.[26] Innerhalb der königlichen Familie habe bei der Wahl von Heinrichs I. Nachfolger keine Einigkeit geherrscht. Favorit der Königin Mathilde für die Thronfolge sei ihr Lieblingssohn Heinrich gewesen. Wichmann habe als Schwager der Königin, die wie er zu der Verwandtengruppe der Nachfahren Widukinds gehörte, im Lager der Königin gestanden. Mit der Zurücksetzung Wichmanns habe Otto I. einen potentiellen Gegner seiner Königsherrschaft ausgeschaltet. Noch einen Schritt weiter gehen Ernst Schubert und Johannes Laudage. Nach ihrer Auffassung beabsichtigte Otto I. eine Spaltung des gesamten Geschlechterverbandes, um ihn auf diese Weise zu schwächen.[27] Tatsächlich lässt sich eine solche Aufspaltung in den nachfolgenden Auseinandersetzungen Hermanns mit Wichmanns Söhnen Wichmann II., Ekbert und Brun erkennen, über die Widukind umfangreich berichtet.[28]

Das Amt des „princeps militiae“
Einen weiteren Grund für die Empörung des sächsischen Adels gegen die Bestellung Hermanns zum princeps militiae sieht die Forschung in damit verbundenen Sonderrechten. Dabei bedeutet princeps militiae in der wörtlichen Übersetzung schlicht Heerführer. Dem entsprechend wurde vereinzelt auch vertreten, Hermanns Befugnisse als princeps militiae hätten sich auf diejenigen eines militärischen Anführers im Feldzug gegen die Redarier beschränkt.[29] Inzwischen ist die Forschung jedoch einhellllig zu der der Auffassung gelangt, Hermann seien mit dem Amt des Heerführers zusätzliche Befugnisse verliehen worden. Die heftigen Reaktionen des sächsischen Adels auf Hermanns Ernennung zeigten, dass die Stellung weitaus bedeutsamer war als die eines lagebedingt berufenen Heerführers.[30] Umstritten ist dagegen, worin diese Befugnisse bestanden.
Die wohl herrschende Meinung geht davon aus, mit der Ernennung Hermanns zum Heerführer habe der König ihm zugleich den Auftrag zur dauerhaften Sicherung der Nordostgrenze des Ostfrankenreiches erteilt.[31] Die Annahme gründet sich vorrangig auf militärische Vorstöße Hermanns in die angrenzenden Gebiete der Dänen und Elbslawen. Dabei habe es sich um ein bereits unter Ottos I. Vater Heinrich I. gebildetes Amt gehandelt, das zuvor Hermanns Vorfahr Bernhard innegehabt hatte. Diese Argumentation wird bis heute verknüpft mit älteren Vorstellungen von einer planmäßigen Erweiterung des Reichsgebietes nach Norden und Osten durch Errichtung von Markgrafschaften. Darin kam Hermann die Rolle eines königlichen Amtsträgers, nämlich des Markgrafen in einer Mark der Billunger zu. Den Markgrafentitel verwendete Otto I. zunächst jedoch ganz bewusst nur für Gero und gewährte ihm damit einen Ehrenvorrang, ohne ihm jedoch zusätzliche Befugnisse oder einer Mark als Amtsgebiet einzuräumen.[32] Im Gegensatz zu Gero wird Hermann von der königlichen Kanzlei nur einmal und zudem in einer grade insoweit zweifelhaften Urkunde aus dem Jahr 956 als Markgraf bezeichnet.[33] Eine Bezeichnung seines Einflussgebietes als Mark erfolgt in den Schriftquellen nicht.[34]
Nach Auffassung von Albert K. Hömberg stellte die Verleihung des Feldherrentitels dagegen bereits die Begründung eines sächsischen Herzogtums dar.[35] Zu einem ähnlichen Ergebnis wie Hömberg gelangte Matthias Becher. Mit der Ernennung eines princeps militiae habe Otto I. eine Mittelinstanz zwischen dem Adel und dem Königtum eingerichtet, indem er seine eigene Befehlsgewalt dauerhaft auf Hermann übertragen hätte.[36] Die sächsischen Großen seien in der Folge verpflichtet gewesen, Befehle von dem bis dahin gänzlich unbedeutenden Hermann entgegen zu nehmen.

Herrschaft im Norden
Nach dem erfolgreichen Redarierfeldzug spielte Hermann auf Reichsebene fast zwanzig Jahre lang keine Rolle mehr. Dagegen söhnte sich sein älterer Bruder Wichmann I. 939 mit dem König aus und dürfte dem mächtigen Geschlechterverband bis zu seinem Tod 944 weiter vorgestanden haben. Erst danach finden sich wieder vermehrt Nachrichten über Hermann, der bis 953 in den Schriftquellen überhaupt nur noch ein einziges Mal erwähnt wird. Auffälliger Weise kämpfte Hermann weder während des Liudololfinischen Aufstandes 953 noch in den großen Schlachten des Jahres 955 Lechfeld über die Ungarn und an der Raxa über die Slawen an der Seite des Königs. Stattdessen festigt er in einer Reihe von Kämpfen gegen die Söhne seines Bruders Wichmann I. seinen Herrschaftsanspruch über den Geschlechterverband und die riesigen Besitzungen im Nordosten. Gegenüber den Slawen an der unteren Elbe, namentlich den Abodriten, wählte er eine völlig andere, auf Ausgleich und dynastische Bindungen bedachte Politik, als sie der Markgraf Gero an der mittleren Elbe verfolgte. Als Hermann 961 vom König für die Dauer von dessen Italienfeldzug die Vertretung in Sachsen erhielt, dürfte er bereits der mächtigste Große in Sachsen gewesen sein.

Der gefangene Heerführer
Über Hermann liegt bis zum Jahr 953 nur eine einzige Nachricht vor.[37] Sie stammt aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und wurde von Dudo von Saint-Quentin verfasst. Danach geriet Hermann sei zu einem unbekannten Zeitpunkt vor dem Jahr 94942 in dänische Gefangenschaft, in der er auch die dänische Sprache erlernte.[38] Matthias Becher leitet aus dieser Nachricht ein Handeln Hermanns in königlichem Auftrag ab. König Otto I. habe geplant, das dänische Festland politisch enger in den Reichsverband einzubinden. In diesem Zusammenhang habe Hermann mit dem königlichen Heer den erfolglosen Versuch unternommen, das von Gorm oder dessen Sohn Harald Blauzahn kontrollierte Jütland zu unterwerfen und sei dabei in Gefangenschaft geraten.[39] Tatsächlich berichtet Widukind von Corvey für das Jahr 939 davon, Sachsen hätte im Norden unter den Dänen zu Leiden gehabt.[40] Von einem Feldzug Hermanns gegen die Dänen, und dann noch in königlichem Auftrag, wissen jedoch weder Widukind noch andere Quellen zu berichten.

Der Kampf um die Macht
Nach dem Tod Wichmanns I. nutzte Hermann die Unmündigkeit seiner Neffen Wichmann II. und Ekbert und versuchte sich als Oberhaupt des Geschlechterverbandes zu etablieren, indem er sich die umfangreichen Besitzungen seines Bruders aneignete.[41] DDaraufhin begannen die Wichmannsöhne einen jahrzehntelangen Kampf um ihr Erbe, über den Widukind von Corvey in seiner Sachsengeschichte ausführlich berichtet. Die beiden Brüder warfen Hermann vor, er habe sie um ihr Erbe betrogen und bezeichneteen ihn öffentlich als Räuber ihrer Schätze, wobei sie im sächsischen Adel mit ihrer Anklage durchaus Rückhalt fanden. Während des Liudolfinischen Aufstandes 953 lief Wichmann II. in das Lager Liudolfs über, der ihm möglicherweise Unterstützung iin der Auseinandersetzung mit Hermann zugesagt hatte. Nach dem Scheitern des Aufstandes setzten Wichmann II. und Ekbert ihren Kampf gegen Hermann unbeirrt fort. Im Winter 954/955 bemächtigten sie sich in ihrer angestammten Heimat einiger Burgen, vermochten diese aber gegen Hermann nicht zu halten, vor dem sie sich mit ihren Gefolgsleuten über die Elbe auf slawisches Gebiet zurückzogen. Dort verschanzten sie sich mit Billigung des abodritischen Samtherrscher Nakon auf der ansonsten unbekannten Burg Suthleiscranne.[42] Auch Nakons Billigung dürfte Ausdruck eines vorangegangenen Freundschaftsbündnisses mit dem verstorbenen Wichmann I. gewesen sein.[43] Nachdem Hermann ein Heer aufgestellt hatte, rückte er im März 955 auf die voon den Brüdern verteidigte Burg vor, ohne diese einnehmen zu können. Im Gegenzug drang Wichmann II. nach dem Osterfest als Anführer einer nunmehr überwiegend slawischen Gefolgschaft in sächsisches Gebiet ein. Die Bevölkerung flüchtete sich in diie Burg Cocarescemier,[44] die anschließend belagert wurde. Hermann, dessen Heer sich nach dem Fehlschlag vor der Burg Suthleiscranne offenbar bereits aufgelöst hatte, leistete angesichts der Übermacht keinen Entsatz. Er riet den Eingeschlossenen gegen den Willen seiner Gefolgsleute zu Verhandlungen. Es wurde vereinbart, dass die Burg mit allem Hab und Gut gegen das Versprechen freien Abzugs an die Belagerer übergeben wird. Nach Öffnung der Tore kam es in der Burg zu einem Tumult, in ddessen Folge die Belagerten von den Siegern massakriert und versklavt wurden, ohne dass Hermann ihnen zu Hilfe eilte. Obwohl Widukind ausdrücklich erklärt, der abodritische Samtherrscher Nakon sei den Sachsen feindlich gesinnt, weiß er von dessen Teilnahme an den Auseinandersetzungen zwischen Hermann und seinem Neffen nichts zu berichten. Stattdessen hebt er hervor, die beteiligten Slawen seien Wichmann II. nur für diesen Raubzug gefolgt.

Die Belagerung Oldenburgs
Zum Jahr 967 berichtet Widukind von Corvey von einem Eingriff Hermanns in das Herrschaftsgefüge der elbslawischen Wagrier, deren Fürsten Selibur er absetzte. Vorausgegangen war ein Streit Seliburs mit einem anderen elbslawischen Kleinkönig, dem späteren abodritischen Samtherrscher Mistiwoj.[45] Hermann ergriff Partei für Mistiwoj und verurteilte Selibur zu einer Zahlung von 15 Talenten Silber. Als Selibur sich daraufhin gegen Hermann auflehnte, drang dieser in Wagrien ein und eroberte Seliburs Burg, wahrscheinlich die Starigard, das heutige Oldenburg in Holstein. Anschließend setzte er den aufrührerischen Selibur ab und ernannte dessen Sohn Sederich zum Fürsten der Wagrier. Obwohl es sich dabei auf den ersten Blick um die Ausübung unmittelbarer Herrschaft Hermanns handelt, ist der Wert dieser Nachricht als Beleg für eine Stellung Hermanns als königlicher Grenzwächter in Zweifel gezogen worden. Zunächst berichtet Widukind nämlich, dass Mistiwoj die Burg belagerte und Hermann mit seinem Heer erst später dort eintraf. Daraus ist geschlossen worden, dass Selibur sich nicht gegen Hermann auflehnte, sondern gegen Mistiwoj.[46] Hermann habe keinen eigenen Herrschaftsanspruch durchsetzen wollen, sondern er sei Mistiwoj zu Hilfe geeilt,[47] dessen Oberherrschaft Selibur sich nach dem Tod von Mistiwojs Vorgänger Nakon habe entledigen wollen. Erich Hoffmann nimmt dagegen an, Selibur habe gleichzeitig sowohl Mistiwojs als auch Hermanns Oberherrschaft unterstanden.[48] Ausschlaggebend für Hermanns Eingreifen in den innerabodritischen Konflikt sei ein ganzes Motivbündel gewesen. Neben der Sicherung seines eigenen Herrschaftsanspruches habe er Mistiwoj nicht zuletzt deswegen unterstützt, weil Selibur sich mit Hermanns Erzfeind Wichmann II. verbündet hatte.

Stellvertreter des Königs
Für die Dauer seiner Italienaufenthalte 961–966 und 966–973 bestellte Otto I. Hermann zu seinem Vertreter (procurator regis). Bereits während des Luidolfinischen Aufstandes hatte Hermann diese Aufgabe im Jahr 953 kurzzeitig ausgeübt. Ob Hermannn zum Stellvertreter ernannt wurde, weil er bereits Herzog in Sachsen war, ob er durch die Stellvertretungen in das Amt des Herzogs hineinwuchs oder ob sich seine Stellung auf die eines Stellvertreters beschränkte ist in der Forschung noch nicht abschließend geklärt.

Stellvertretungen
Mit der Erhebung Heinrichs I. zum König hatte sich die verfassungsrechtliche Situation in Sachsen grundlegend verändert: Der sächsische Herzog war nun König.[49] Auch Otto I. übte dieses Amt in Personalunion aus. Für die Dauer seiner Abwesenheiit aus Sachsen ernannte er Stellvertreter. Ob und in welchem Umfang er diesen Vertretern herzogliche oder sogar königliche Herrschafts- und Gerichtsbefugnisse übertrug, so dass die Vertreter ihre Aufgaben mit Amtsautorität erfüllen konnten, lässt sich aufgrund der uneinheitlichen Quellenlage nur schwer beantworten. Die königliche Hofkanzlei vermied die Bezeichnung Hermanns als dux (Herzog) und verwendete den Titel comes (Graf).[50] Die Bezeichnung als marchio (Markgraf) in einer Königsurkunde aus dem Jahr 956 blieb einmalig.[51] In den zeitgenössischen erzählenden Quellen wurde Hermann demgegenüber als dux bezeichnet.[52]
Zunächst hatte Otto I. Siegfried von Merseburg, den älteren Bruder des späteren Markgrafen Gero, bei Abwesenheit als seinen Stellvertreter eingesetzt.[53] Nach Siegfrieds Tod im Sommer 937 wurde zunächst kein Stellvertreter mehr ernannt. Erst wäährend des Liudolfinischen Aufstands kam es zu einer erneuten Prokuration. Im Juli 953 zog Otto I. mit einem Heer nach Mainz, wo sich sein aufständischer Sohn Liudolf mit einem Heer verschanzt hatte. Otto I. ließ Hermann als seinen Stellvertreteter in Sachsen zurück und übertrug ihm möglicherweise das Aufgebotsrecht zur Aufstellung von Truppen. Denn nach wochenlangen, für beide Seiten verlustreichen Kämpfen vor Mainz forderte Otto I. bei Hermann die Entsendung eines Ersatzheeres an, das Hermann unter der Führung seines Neffen Wichmann II. und des Grafen Dietrich von Haldensleben in Marsch setzte, während er selbst in Sachsen verblieb.
Im August 961 brach Otto zu seinem zweiten Italienzug auf und ließ sich am 2. Februar 962 von Papst Johannes XII. in Rom zum Kaiser krönen; für die Zeit seiner Abwesenheit ernannte er Hermann zu seinem Stellvertreter in Sachsen, der diese Aufgabe bis zur Rückkehr des Kaisers 966 wahrnahm.
Vor dem abermaligen Aufbruch nach Italien ernannte der Kaiser Hermann auf dem Hoftag zu Worms im August 966 erneut zu seinem Stellvertreter in Sachsen. Hermann erwies sich keineswegs als willfähriger Statthalter des Kaisers. Offenbar war er miit zunehmender Abwesenheit Ottos I. immer weniger bereit, das Amt des procurator Saxoniae ausschließlich im Sinne seines Vollmachtgebers auszuüben. Stattdessen begann er, die Positionen und Ansprüche des sächsischen Adels ebenso wie seine eigenen Interessen gegenüber dem Königtum unabhängig und selbstbewusst zu vertreten.
Im ersten Jahr seiner Vertretung widersetzte er sich auf der von ihm geleiteten Stammesversammlung in Werla 968 offen den Anweisungen des Kaisers. Otto I. forderte Hermann und Thietmar in einem Brief auf, den slawischen Redariern keinen Frieden zu gewähren, sondern sie auch nach ihrer jüngsten Niederlage erneut anzugreifen. Der Brief wurde den versammelten sächsischen Adligen verlesen. Diese entschieden sich in Ansehung eines drohenden dänischen Angriffs dafür, den längst gewährten Frieden nicht zu brechen und ihre Kräfte nicht zu zersplittern. Wesentlich problematischer als diese Befehlsverweigerung dürfte für Otto I. jedoch eine andere Entscheidung gewesen sein, die Hermann auf dem Stammestag in Werla fällte. Das Halberstädter Kapitel hatte mit Hildeward von Halberstadt einen erklärten Gegner von Ottos I. Plänen für die Errichtung eines Magdeburger Erzbistums zum Nachfolger des im Februar verstorbenen Bischofs Bernhard von Hadmersleben gewählt. Hermann bestätigte diese Wahl, ohne mit dem Kaiser Rücksprache genommen zu haben.[54]
Im März 972 berief Hermann Billung als Stellvertreter Ottos I. zu einer Stammesversammlung nach Magdeburg ein, das politische und religiöse Zentrum von Ottos I. Königsherrschaft nördlich der Alpen. Absprachegemäß[55] wurde Hermann dort von seinem Verwandten, dem Magdeburger Erzbischof Adalbert, wie ein König empfangen: Er geleitete ihn in einer Prozession unter Glockengeläut an der Hand in die hell erleuchtete Kirche. Nach dem Gottesdienst nahm Hermann vor den Augen der anwesenden geistlichen und weltlichen Großen an der Tafel demonstrativ den Platz des Kaisers ein und übernachtete anschließend in dessen Haus, wo er im Bett des Kaisers schlief.[56] Die Ausübung des königlichen Zeremoniells sollte dem in Italien weilenden Kaisser den Unmut über die lange Abwesenheit des Königs von den sächsischen Stammlanden verdeutlichen. Damit Otto I. davon erfuhr, entsandte Hermann Heinrich von Stade nach Italien. Otto I. soll auf die Nachricht mit einem Wutausbruch reagiert haben, verstand aber die Botschaft und kehrte nach Sachsen zurück.[57]

Herzog in Sachsen
Nachrichten über eine Einsetzung Hermanns zum Herzog sind nicht überliefert. Dennoch geht der überwiegende Teil der Forschung heute davon aus, dass Hermann zumindest am Ende die Stellung eines Herzoges in Sachsen innehatte. Dabei soll Hermann in diese Position „hineingewachsen“ sein, ohne dass es zu einer förmlichen Einsetzung durch Otto I. gekommen wäre.
Demgegenüber hat Matthias Becher die These aufgestellt, Otto I. habe sich 953 angesichts der Bedrohung seiner Herrschaft durch den Luidolfinischen Aufstand dazu entschlossen, mit Hermann Billung einen bewährten Gefolgsmann zum sächsischen Herzog zu erheben.[58] Ziel dieser förmlichen Ernennung sei es gewesen, den Rücken freizubekommen für die Bekämpfung der Aufständischen in Ostfranken und in Baiern. Als Herzog habe Hermann die jahrelangen Auseinandersetzungen und die Italienaufenthalalte Ottos I. aber auch genutzt, seine Stellung immer mehr auszubauen, so dass er nach Bechers Auffassung am Ende sogar wie ein „königsgleicher Herzog“ aufgetreten sei. Als Beleg führt Becher Hermanns Auftreten auf der Versammlung der sächsischen Großen in Werla, die Einsetzung des Halberstädter Bischofs und die Usurpation des königlichen Zeremoniells beim Einzug in Magdeburg an. Da all dies ohne die Zustimmung des sächsischen Adels nicht möglich gewesen wäre, müsse in Herrmann der neue Repräsentant Sachsens erkannt werden, an dem es dem „sächsischen Volk“ seit der Abwendung Heinrichs I. von seiner Heimatprovinz gefehlt habe.

Tod und Gedenken
Hermann starb am 27. März 973 in Quedlinburg. Sein Leichnam wurde in der Stiftskirche des Michaelisklosters auf dem Kalkberg in Lüneburg beigesetzt.
Kaiser Otto I. hatte nach seiner Rückkehr aus Italien die Großen des Reiches in Quedlinburg versammelt, um mit ihnen das Osterfest zu feiern. Auch Hermann scheint an den Feierlichkeiten teilgenommen zu haben. Vier Tage nach dem Osterfest notieren die Quellen seinen Tod zum 27. März 973 in Quedlinburg. Sein Sohn Bernhard I. veranlasste die Überführung des Leichnams nach Lüneburg, wo die Grablege in der Kirche des von Hermann gestifteten Michaelisklosters erfolgen sollte. Dieses befand ssich bis 1376 auf dem Kalkberg, ehe es abgebrochen und in die Stadt verlegt wurde. Hermanns Bestattung scheiterte jedoch zunächst an einem durch den Verdener Bischof Brun gegen ihn ausgesprochenem Kirchenbann. Der Grund für diesen Bann ist nicht überliefert. Möglicherweise handelte Brun aus persönlichen Beweggründen. Denn bei ihm könnte es sich um einen Bruder Wichmanns des Jüngeren und Ekbert des Einäugigen handeln,[59] die Hermann angeklagt hatten, sie um ihr väterliches Erbe gebracht zu haben. Der Bann kann nicht von Dauer gewesen sein, da die Chronik im Nekrolog der Kirche St. Michael in Lüneburg von einer Bestattung Hermanns berichtet.[60] Möglicherweise erfolgte die Aufhebung nach dem Tod Bischof Bruns im Jahr 976, sodass Hermann erst Jahre nach seinem Tod medio monasteri, also in der Stiftskirche des Michaelisklosters, beigesetzt werden konnte.
Memorialeinträge zu seinem Gedenken finden sich neben dem Eintrag im Nekrolog der Kirche St. Michael in Lüneburg in den Totenbüchern von Fulda und dem des Klosters Möllenbeck.

Quellenlage
Die Quellenlage zu Hermann gilt trotz der Quellenrmut des 10. Jahrhunderts als verhältnismäßig günstig. Neben einigen Erwähnungen in Königsurkunden berichtet der Corveyer Mönch Widukind in seiner 967–973 abgefassten Sachsengeschichte sehr ausführlich von Hermann und seinen innerfamiliären Auseinandersetzungen. Dabei scheint eine auf Verwandtschaft begründete Zuneigung Widukinds zu Wichmann I. und seinen Söhnen eine Rolle zu spielen. Nach dem Ende des Berichtszeitraumes liegen mit der zzwischen 1012 und 1018 entstandenen Chronik des Thietmar von Merseburg und der Hamburger Kirchengeschichte Adam von Bremens aus der Zeit um das Jahr 1070 zwar ergiebige, aber keine zeitgenössischen Quellen mehr vor. Dasselbe gilt für die erst im 12. Jahrhundert entstandene Reichschronik des Annalista Saxo. Insbesondere der Bericht Adams von Bremen gilt in der Forschung aufgrund der vielen legendenhaften Ausschmückungen als fragwürdig.[61] Originäre Informationen zu Hermann enthalten dagegen wieder die Nekrologe von Lüneburg und Merseburg sowie verschiedene Annalen.

Forschungsperspektiven
Vorherrschende Forschungsperspektive ist Hermanns verfassungsrechtliche Stellung. Daneben hat sich die Geschichtswissenschaft mit Herrmann vorrangig im Rahmen personengeschichtlicher Untersuchungen und vor dem Hintergrund seines vermeintlichen Markgrafenamtes befasst.

Verfassungsrechtliche Stellung
Unter dem Titel „Hermann Herzog von Sachsen.“ legte der Archivar des Klosters St. Michaelis in Lüneburg, Anton Christian Wedekind, im Jahre 1817 eine der ersten wissenschaftlichen Arbeiten zu Hermann vor.[62] Darin gelangte er zu dem Ergebnis, Hermann sei vor dem zweiten Italienzug 961 zum erblichen Herzog von Sachsen ernannt worden.[63] Trotz der Ernennung durch den König habe er ausschließlich eigene, aber keine vom König verliehenen Herrschaftsbefugnisse ausgeübt.[64] Ernst Steindorff ergänzte dieses Ergebnis in seiner 1863 erschienen Dissertation[65] um das Verhältnis Hermanns zu den sächsischen Adeligen. Unter diesen sei Hermann nur erster unter Gleichen gewesen. Weder habe er alleine den Stamm gegenüber dem König noch umgekehrt den König gegenüber dem Stamm vertreten.[66] Daraufhin stellte Ludwig Weiland fest, Hermanns Herzogtum habe dem Wesen des Herzogsamtes nicht entsprochen.[67] Diese These vom „unechten Herzogtum“ Hermanns und seiner Nachfahren beeinflussst die Forschung bis heute.[68] Karl Jordan fasste Hermanns Herzogstellung als Ausgangspunkt einer Entwicklung zusammen, an deren Beginn er den König gegenüber dem Stamm der Sachsen vertrat, während sich das Herzogsamt unter seinen Nachkommen zum Vertreter des Stammes gegenüber dem König wandelte.[69] Bereits in einem Aufsatz aus dem Jahr 1966 hatte Jordan die verfassungsrechtliche Stellung Hermanns und seiner Nachfahren durch die Bezeichnung als eines Herzogs nicht von, sondern in Sachsen geprägt.[70] In seiner 1994 erschienen Habilitationsschrift befasste sich Matthias Becher mit Hermanns Aufstieg zum sächsischen Herzog. Nach seiner Auffassung wurde Hermann 953 zum ständigen vizeköniglichen Herzog für Sachsen ernannt. In seiner 2014 veröffentlichten Kaiserbiographie zu Otto dem Großen wiederholte Becher diese Einschätzung zwar, doch blieb ihr trotz einer anfänglich freundlichen Aufnahme durch die Kritik[71] eine breite Rezeption bislang versagt.

Personengeschichte
Nach dem Zweiten Weltkrieg legte Ruth Bork eine Dissertation über die personengeschichtlichen Verhältnisse der Billunger vor, in der sie Hermann und seine Familie ausführlich behandelte. Dabei stellte sie unter anderem fest, dass Hermann mit Oda und nicht mit Hildegard verheiratet war und es sich bei der Herforder Äbtissin Imma nicht um Hermanns Tochter, sondern um seine Enkelin handelte. Einen noch tieferen Einblick in die inneren Strukturen von Hermanns Familie gewann Gerd Althoff 1984 durch die Auswertung der Totenbücher von Lüneburg und Merseburg. Danach gehörte Hermann als Angehöriger der Nachfahren Widukinds zwar zum bedeutendsten Geschlechterverband in Sachsen, die Einträge im Nekrolog des St. Michaelisklosters in Lüneburg spiegeln jedoch zunächst vornehmlich die Gedenkbeziehungen seines älteren Bruders Wichmann wider, die durch Hermann oder sogar erst durch seinen Sohn und Nachfolger Bernhard I. von einem anderen Gedenkort nach Lüneburg übertragen wurden.

Markgraf über die Slawen
Obwohl Hermann nur in einer einzigen und grade auch noch insoweit zweifelhaften Urkunde als Markgraf bezeichnet wird, gilt er seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als Markgraf über die Slawen. Dabei soll er im Auftrag des Königs Grenzen des Reiches gegen die Slawen geschützt und die Siedlungsgebiete der Abodriten, Wagrier und Redarier für den König verwaltet haben.
Nach Hermann ist in Celle ein Gymnasium, in Soltau eine Straße und eine Schule, in Quedlinburg, Schneverdingen und Munster (Örtze) je eine Straße und der Hermann-Billung-Wanderweg benannt.



Quellen
• Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 12: Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (Conradi I., Heinrici I. et Ottonis I. Diplomata). Hannover 1879 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
• Paul Hirsch, Hans-Eberhard Lohmann (Hrsg.): Widukindi monachi Corbeiensis rerum gestarum Saxonicarum libri tres. = Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei (= Monumenta Germaniae Historica. Scriptores. 7: Scriptores rerum Germanicarumn usum scholarum separatim editi. Bd. 60). 5. Auflage. Hahn, Hannover 1935, (Digitalisat).
• Robert Holtzmann (Hrsg.): Thietmari Merseburgensis episcopi chronicon. = Die Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg und ihre Korveier Überarbeitung (= Monumenta Germaniae Historica. Scriptores. 6: Scriptores rerum Germanicarum. Nova Seris Bd. 9). Weidmann, Berlin 1935, (Digitalisat).
Literatur
Übersichtsdarstellungen
• Hans-Joachim Freytag: Hermann Billung. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 640 f. (Digitalisat).
Untersuchungen
• Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. (= Münstersche Mittelalter-Schriften. Band 47). Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2267-2 (Zugleich: Freiburg (Beisgau), Universität, Habilitations-Schrift, 1981), Digitalisat. (Rezension von Rudolf Schieffer)
• Matthias Becher: Rex, Dux und Gens. Untersuchungen zur Entstehung des sächsischen Herzogtums im 9. und 10. Jahrhundert (= Historische Studien. Bd. 444). Matthiesen, Husum 1996, ISBN 3-7868-1444-9 (Zugleich: Paderborn, Universität, Habilitatios-Schrift, 1994/1995).
Anmerkungen
1 Umfassende Zusammenstellung der späteren Quellen bei Rudolf Köpke, Ernst Dümmler: Kaiser Otto der Große. Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 570 f.
2 Adam II, 8: pauperibus ortus natalibus; zur mangelnden Glaubhaftigkeit der Nachricht und der davon abgeleiteten späteren chronikalischen Überlieferungen Bernd Schneidmüller: Billunger - Welfen - Askanier. Eine genealogische Bildtafel aus demraunschweiger Blasius-Stift und das hochadlige Familienbewußtsein in Sachsen um 1300. In: Archiv für Kulturgeschichte. Bd. 69 (1987), S. 30–61, hier S. 45 (Digitalisat)
3 Ernst Schubert: Die Billunger. In: Ernst Schubert (Hrsg.): Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert (= Geschichte Niedersachsens. Bd. II,1). Hahn, Hannover 1997, ISBN 3-7752-5900-7, S. 155.
4 Chronicon Sancti Michaelis Luneburgensis in: MGH SS 23, 1874, S. 391–397 hier S. 391: filio comitis Billingi.
5 Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. (= Münstersche Mittelalter-Schriften. Band 47). Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2267-2, S. 73.
6 Gerd Althoff: Die Billunger in der Salierzeit. In: Stefan Weinfurter (Hrsg.): Salier, Adel und Reichsverfassung (= Die Salier und das Reich. Bd. 1). Thorbecke, Sigmaringen 1991, S. 309–329, hier S. 311.
7 Als Annahme bezeichnet Christian Hanewinkel: Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887–936. Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jarhundert. Münster 2004, S. 217 die Abstammung Hermanns von dem Legaten Bernhard.
8 Die Söhne Bernhard und Liutger sind belegt durch eine Erwähnung bei Annalista Saxo a.A.1038: Machtildis, que filia fuit Herimanni ducis Saxonum de Liuniburch, soror Bennonis Sive Bernhardi ducis et Liudigeri comitis.
9 Hans-Joachim Freytag: Die Herrschaft der Billunger in Sachsen (= Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens. Bd. 20). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1951, S. 48; Günther Bock: Hammaburg und Domkirche in den frühen Jahrhuderten Hamburgs−Versuch einer historischen Neubewertung. In: Rainer-Maria Weiss, Anne Klammt (Hrsg.): Mythos Hammaburg. Archäologische Entdeckungen zu den Anfängen Hamburgs (= Veröffentlichung des Helms-Museums, Archäologisches Museum Hamburg, Stadtmuseum Harburg. Bd. 107). Archäologisches Museum, Hamburg 2014, ISBN 978-3-931429-27-0, S. 291–302, hier S. 293.
10 DO III, 179.
11 Der Tabula gentis Billingorum, abgedruckt in MGH SS 13, 344.
12 Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen (= Münstersche Mittelalter-Schriften. Bd. 47). Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2267-2, S. 376.
13 Nathalie Kruppa: Die Billunger und ihre Klöster.Beispiele zu den weitläufigen Verbindungen im frühmittelalterlichen Sachsen. in: Concilium medii aevi Bd. 12 (2009) S. 1–41, hier S. 4 Anmerkung 8.
14 Ruth Bork: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Greifswald 1951, S. 26; ihr folgend Bernhard Friedmann: Untersuchungen zur Geschichte des abodritischen Fürstentums bis zm Ende des 10. Jahrhunderts (= Osteuropastudien des Landes Hessen. Reihe 1: Giessener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europäischen Ostens. Bd. 197). Duncker & Humblot, Berlin 1986, ISBN 3-428-05886-0, S. 244.
15 Gerd Althoff: Amicitiae und Pacta. Bündnis, Eignung, Politik und Gebetsgedenken im beginnenden 10. Jahrhundert. Hahn, Hannover 1992, S. 121 hält die Identität Hermanns mit dem in einem Gedenkeintrag des St. Galler Verbrüderungsbuches verzeicneten Herimann für möglich und datiert den Eintrag in die Zeit vor dem Jahr 930.
16 Die nähere Bestimmung des bei Widukind von Corvey II, 4 lediglich als Barbaren bezeichneten slawischen Gegners als Redarier ergibt sich aus ihrer ausdrücklichen Nennung in DO I, 2 vom 14. Oktober 936.
17 Widukind II, 4.
18 Ernst Schubert: Die Billunger. In: Ernst Schubert (Hrsg.): Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert. (= Geschichte Niedersachsens. Bd. 2, Tl. 1.) Hahn, Hannover 1997, ISBN 3-7752-5900-7, S. 155–164, hier S.56.
19 Widukind II, 4: Wichmannus vir potens et fortis, magnanimus, belli gnarus et tantae scientiae, ut a subiectis supra hominem plura nosse predicaretur.
20 Adam II, 9; dazu Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen (= Münstersche Mittelalter-Schriften. Bd. 47). Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2267-2, S. 8. Anders neuerdings Günther Bock: Hammaburg und Domkirche in den frühen Jahrhunderten Hamburgs−Versuch einer historischen Neubewertung. In: Rainer-Maria Weiss, Anne Klammt (Hrsg.): Mythos Hammaburg. Archäologische Entdeckungen zu den Anfängen HaHamburgs (= Veröffentlichung des Helms-Museums, Archäologisches Museum Hamburg, Stadtmuseum Harburg. Bd. 107). Archäologisches Museum, Hamburg 2014, ISBN 978-3-931429-27-0, S. 291–302, hier S. 295, nach dessen Auffassung Adam von Bremen damit die Herkunft der der Bremer Kirche feindlich gesinnten Nachkommen Hermanns habe diskreditieren wollen.
21 Ernst Schubert: Die Billunger. In: Ernst Schubert (Hrsg.): Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert. (= Geschichte Niedersachsens. Bd. 2, Tl. 1.) Hahn, Hannover 1997, ISBN 3-7752-5900-7, S. 155–164, hier S.56.
22 Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen (= Münstersche Mittelalter-Schriften. Bd. 47). Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2267-2, S. 85 und 376.
23 Eduard Hlawitschka: „Merkst Du nicht, daß Dir das vierte Rad am Wagen fehlt?“ Zur Thronkandidatur Ekkehards von Meißen (1002) nach Thietmar, Chronicon IV c. 52. In: Karl Hauck, Hubert Mordeck (Hrsg.): Geschichtsschreibung und geistiges Lebn im Mittelalter. Festschrift für Heinz Löwe zum 65. Geburtstag. Böhlau, Köln u. a. 1978, S. 281–311, hier S. 293.
24 Ernst Schubert: Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert (= Geschichte Niedersachsens Bd. II,1). Hahn, Hannover 1997, ISBN 3-7752-5900-7 S. 155.
25 Gerd Althoff: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. 473). 3., durchgesehene Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2013, ISBN 978-3-17-022443-8, S. 81.
26 Matthias Becher: Loyalität oder Opposition?: Die Sachsen und die Thronfolge im Ostfrankenreich (929–939). In: Deutsche Königspfalzen. Bd. 7. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, S. 69–86, hier S. 80.
27 Ernst Schubert: Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert (= Geschichte Niedersachsens Bd. II,1). Hahn, Hannover 1997, ISBN 3-7752-5900-7 S. 159; ebenso Johannes Laudage: Otto der Große (912–973). Eine Biograhie. Pustet, Regensburg 2001, ISBN 3-7917-1750-2, S. 123.
28 Widukind III, 19, 24, 25, 29, 50, 52, 53, 59, 60.
29 Ruth Bork: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Greifswald 1951, S. 52.
30 Matthias Becher: Rex, Dux und Gens. Untersuchungen zur Entstehung des sächsischen Herzogtums im 9. und 10. Jahrhundert. Matthiesen, Husum 1996, ISBN 3-7868-1444-9, S. 256.
31 Hans-Werner Goetz: Das Herzogtum der Billunger – Ein sächsischer Sonderweg? In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Bd. 66, 1994, ISSN 0078-0561, S. 167–197, hier S. 168; Gerd Althoff: Die Billunger in der Salierzeit. In: Stefn Weinfurter (Hrsg.): Salier, Adel und Reichsverfassung (= Die Salier und das Reich. Bd. 1). Thorbecke, Sigmaringen 1991, S. 309–329, hier S. 311; Johannes Laudage: Otto der Große (912–973). Eine Biographie. Pustet, Regensburg 2001, ISBN 3-7917-1750-2, S. 226.
32 Andrea Stieldorf: Marken und Markgrafen. Studien zur Grenzsicherung durch die fränkisch-deutschen Herrscher Hahn, Hannover 2012, ISBN 978-3-7752-5764-0, S. 238–241 sowie 245.
33 DO I, 183: per interventum Herimanni marchionis. In den Urkunden DO I, 308 und 309 wird Hermann nicht als Markgraf, sondern als Graf bezeichnet. Dazu Andrea Stieldorf: Marken und Markgrafen. Studien zur Grenzsicherung durch die fränkisch-deuschen Herrscher Hahn, Hannover 2012, ISBN 978-3-7752-5764-0, S. 239.
34 Andrea Stieldorf: Marken und Markgrafen. Studien zur Grenzsicherung durch die fränkisch-deutschen Herrscher Hahn, Hannover 2012, ISBN 978-3-7752-5764-0, S. 114.
35 Albert K. Hömberg: Westfalen und das sächsische Herzogtum. Aschendorff, Münster 1963, S. 85 f.; ablehnend Ernst Schubert: Die Billunger. In: Ernst Schubert (Hrsg.): Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert.= Geschichte Niedersachsens. Bd. 2, Tl. 1.) Hahn, Hannover 1997, ISBN 3-7752-5900-7, S. 155–164, hier S. 159.
36 Matthias Becher: Rex, Dux und Gens. Untersuchungen zur Entstehung des sächsischen Herzogtums im 9. und 10. Jahrhundert. Matthiesen, Husum 1996, ISBN 3-7868-1444-9, S. 258.
37 Ob es sich bei dem in DO I, 72 vom 29. Dezember 945 genannten Herimmannus comes um Hermann handelt ist zweifelhaft.
38 Dudo, Gesta Normannorum Kap. 23.
39 Matthias Becher: Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63061-3, S. 156.
40 Widukind II, 20.
41 Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2267-2, S. 78.
42 Überlegungen zur Lage der Burg bei Wolfgang Brüske: Untersuchungen zur Geschichte des Lutizenbundes. Deutsch-wendische Beziehungen des 10.–12. Jahrhunderts (= Mitteldeutsche Forschungen. Bd. 3). 2., um ein Nachwort vermehrte Auflage. Böhla, Köln u. a. 1983, ISBN 3-412-07583-3, S. 220 f.; sollte es sich bei der Bezeichnung um eine Verderbtheit des slawischen Suislegrad (Burg Süsel) handeln, käme die Süseler Schanze in Betracht.
43 Ernst Schubert: Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert (= Geschichte Niedersachsens Bd. II,1). Hahn, Hannover 1997, ISBN 3-7752-5900-7 S. 160 f.
44 Zur Lage dieser Burg Wolfgang Brüske: Untersuchungen zur Geschichte des Lutizenbundes. Deutsch-wendische Beziehungen des 10.–12. Jahrhunderts (= Mitteldeutsche Forschungen. Bd. 3). 2., um ein Nachwort vermehrte Auflage. Böhlau, Köln u. a. 193, ISBN 3-412-07583-3, S. 198 f.
45 Widukind III, 68.
46 Wolfgang H. Fritze: Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat. In: Herbert Ludat (Hrsg.): Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder. W. Schmit, Gießen 1960, S. 141–219 hier S. 159; Peter Donat: Mecklenburg und Oldenburg im 8. bis 10. Jahrhundert. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 110, 1995, S. 5–20 hier S. 17.
47 Christian Lübke:Das östliche Europa. Siedler, München 2004 S. 181 interpretiert den Zuzug Hermann Billungs als zielgerichtete Unterstützung Mistiwojs.
48 Erich Hoffmann: Beiträge zur Geschichte der Obotriten zur Zeit der Nakoniden. In: Eckhard Hübner, Ekkerhard Klug, Jan Kusber (Hrsg.): Zwischen Christianisierung und Europäisierung. Beiträge zur Geschichte Osteuropas in Mittelalter und Frühr Neuzeit. Festschrift für Peter Nitsche zum 65. Geburtstag (= Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa. Bd. 51). Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-07266-7, S. 23–51, hier S.27.
49 Gerd Althoff: Saxony and the Elbe Slavs in the Tenth Century. In: The New Cambridge Medieval History. Band 3: Timothy Reuter (Hrsg.): c. 900 – c.1024 Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1999, ISBN 0-521-36447-7, S. 267–292, hier S. 28: Henry I's elevation to kingship at Fritzlar in 919 had a less-noticed consequence for the Saxon people: its duke was now king.
50 So in DO I, 72, 174, 308, 309 und 440.
51 In DO I,183 verleiht Otto I. auf Intervention Herimanni marchionis dem Kloster St. Michael den Salzzoll zu Lüneburg, in den weiteren Schenkungsurkunden für St.Michael DO I 308 und 309 wird Hermann als comes bezeichnet.
52 Widukind von Corvey II,11 und III, 6, 23, 50, 51, 52, 64, 68, 70, 75 sowie Continuator Reginonis a.A. 949.
53 Widukind II, 2 bezeichnet ihn als „Zweiten hinter dem König und Besten unter den Sachsen“.
54 Gerd Althoff: Das Bett des Königs in Magdeburg. Zu Thietmar II, 28. In: Helmut Maurer, Hans Patze (Hrsg.): Festschrift für Berent Schwineköper. Zu seinem siebzigsten Geburtstag. Thorbecke, Sigmaringen 1982, S. 141–153, hier S. 149 f.
55 Gerd Althoff: Das Bett des Königs in Magdeburg. Zu Thietmar II, 28. In: Helmut Maurer, Hans Patze (Hrsg.): Festschrift für Berent Schwineköper. Zu seinem siebzigsten Geburtstag. Thorbecke, Sigmaringen 1982, S. 141–153, hier S. 146 mit dem Hiweis auf die verwandtschaftliche Verbundenheit Hermanns und Adalberts.
56 Thietmar II, 28.
57 Gerd Althoff: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 473). 3., durchgesehene Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2013, ISBN 978-3-17-022443-8, S. 133.
58 Matthias Becher: Rex, Dux und Gens. Untersuchungen zur Entstehung des sächsischen Herzogtums im 9. und 10. Jahrhundert (= Historische Studien. Bd. 444). Matthiesen, Husum 1996, ISBN 3-7868-1444-9, S. 277; Matthias Becher: Volksbildung und Herzogtum in Sachsen während des 9. und 10. Jahrhunderts. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Bd. 108 (2000) S. 67–84, hier S. 83; Matthias Becher: Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63061-3, S. 203.
59 Dazu Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2267-2, S. 39 Anmerkung 144.
60 Chronicon Sancti Michaelis Luneburgensis in: MGH SS 23, 1874, S. 391–397 hier S. 396: Eisdem etiam temporibus inclitus vir, dux Hermannus obiit et in medio monasterio, quod ipse construxit, sepultus est.
61 Ruth Bork: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Greifswald 1951, S. 57.
62 Anton Christian Wedekind: Hermann Herzog von Sachsen. Erste Vorarbeit zur Geschichte des Königreichs Hannover. Herold und Wahlstab, Lüneburg 1817.
63 Anton Christian Wedekind: Hermann Herzog von Sachsen. Erste Vorarbeit zur Geschichte des Königreichs Hannover. Herold und Wahlstab, Lüneburg 1817, S. 41, 44.
64 Anton Christian Wedekind: Hermann Herzog von Sachsen. Erste Vorarbeit zur Geschichte des Königreichs Hannover. Herold und Wahlstab, Lüneburg 1817, S. 53.
65 Ernst Steindorff De ducatus, qui Billingorum dicitur, in Saxonia origine et progress. Schade, Berlin 1863.
66 Ernst Steindorff: De ducatus, qui Billingorum dicitur, in Saxonia origine et progressu. Schade, Berlin 1863, S. 90–98;
67 Ludwig Weiland: Entwickelung des sächsischen Herzogthums unter Lothar und Heinrich dem Löwen. Greifswald 1866, S. 1, 3 f.
68 Matthias Becher: Rex, Dux und Gens. Untersuchungen zur Entstehung des sächsischen Herzogtums im 9. und 10. Jahrhundert. Matthiesen, Husum 1996, ISBN 3-7868-1444-9 S. 13.
69 Karl Jordan: Sachsen und das deutsche Königtum im Mittelalter. In: Historische Zeitschrift Bd. 210 (1970) S. 529–559, hier S. 541.
70 Karl Jordan: Das sächsische Herzogtum und der Raum an der oberen Weser während des Hohen Mittelalters. In: Kunst und Kultur im Weserraum. Bd. 1, 1966, S. 127-133, hier S. 127
71 Klaus Nass: Rezension zu Matthias Becher: Rex, Dux, Gens. In: Deutsches Archiv Bd. 55, S. 731-732. 
von Sachsen (Billunger), Herzog Hermann (I767)
 
34453 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_I._(Baden)

Hermann I. von Baden (* um 1040; † 25. April 1074 in Cluny) war Markgraf von Verona von 1061 bis 1074 und Graf im Breisgau und Stammvater der Linie der Markgrafen von Baden.[1]

Herkunft
Hermann war der älteste Sohn von Berthold I. von Zähringen[2] und ein Bruder von Herzog Berthold II. von Zähringen und des Konstanzer Bischofs Gebhard III. von Zähringen.

Leben
Sein Titel des Markgrafen von Verona geht auf die Zugehörigkeit der Mark Verona zum damals zähringischen (Titular-)Herzogtum Kärnten zurück, während die Grafschaftsrechte im Breisgau Familienbesitz waren. Von seiner Gemahlin Judith ist nur ihr Vorname bekannt, eine Einreihung in eine der südwestdeutschen Adelsfamilien ist bisher noch nicht gelungen.
Aus der Erfahrung der Wirren des Bürgerkriegs während des Investiturstreits, der die schwäbischen Stammlande der Zähringer verwüstete, zog sich Hermann I. 1073 ins Kloster Cluny zurück, legte die Ordensgelübde ab und wurde Laienbruder. Er starb dort im folgenden Jahr. Die Katholiken gedenken des seligen Markgraf Hermann I. von Baden am 25. April.
Aus denselben Gründen verlagerte sein jüngerer Bruder Berthold II. von Zähringen ab 1079 den Schwerpunkt seiner Herrschaft an den Oberrhein.

In der Zählung der Markgrafen von Baden hat Hermann noch keine Ordnungszahl, in der Reihe der Träger des Namens Hermann ist er der erste.

In der Folgezeit scheint der Name Hermann als Titel des jeweils ältesten Sohnes verwendet worden zu sein, so dass ein eventuell jüngerer Sohn diesen Namen übernahm, wenn der ältere Bruder als Träger dieses Namens starb.
Aus der Ehe mit Judith ging mindestens ein Sohn, Hermann (II.), hervor. Dieser war der Erste, der sich Markgraf von Baden nannte.


Siehe auch
• Stammliste von Baden
Literatur
• Hansmartin Schwarzmaier u. a.: Geschichte Badens in Bildern. 1100–1918. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln 1993, ISBN 3-17-012088-3.
• Florian Lamke: Die frühen Markgrafen von Baden, die Hessonen und die Zähringer. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 154 (2006) (ISSN 0044-2607) S. 21–42.
• Arthur Kleinschmidt: Hermann I. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 120–122.
• Otto Gerhard Oexle: Hermann I. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 643 f. (Digitalisat).
• Julius Mayer: Markgraf Hermann I., der Stammvater des markgräflichen und großherzoglichen Fürstenhauses von Baden. In: Freiburger Diözesan-Archiv, Band 26, 1898, S. 241–266, freidok.uni-freiburg.de
• Johann Christian Sachs: Einleitung in die Geschichte der Marggravschaft und des marggrävlichen altfürstlichen Hauses Baden. in der Google-Buchsuche Frankfurt / Leipzig 1764, Erster Theil, S. 241–265
• Eduard Heyck: Geschichte der Herzoge von Zähringen. Aalen 1980 (Neudruck der Ausgaben Freiburg i.Br. 1891-92), S. 97–108, urn:nbn:de:hbz:061:1-97700
• Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050–1515. Erster Band. Herausgegeben von der Badischen Historischen Commission, bearbeitet von Richard Fester. Innsbruck 1900, S. 1–2, archive.org
Weblinks
 Commons: Hermann I. von Baden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Markgrafen von Baden auf Landeskunde online
• Lithographie auf Landeskunde online
Einzelnachweise und Anmerkungen
1 Wobei sich erst sein Sohn 1112 erstmals Markgraf von Baden nannte.
2 Seine Mutter Richwara wird in der Literatur teilweise als Tochter von Hermann IV. aus dem Haus Babenberg gesehen, was aber umstritten ist. 
von Verona (von Baden) (von Zähringen), Markgraf Hermann I. (I9875)
 
34454 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_I._(Meißen)

Hermann I. (* um 980; † 1. November 1038) war ab 1009 Markgraf der Mark Meißen und ab 1028 Graf im Hassegau. Er war der älteste Sohn von Markgraf Ekkehard I. und der Suanehild, Tochter von Herzog Hermann Billung von Sachsen. Verheiratet war er mit Reglindis, Tochter des polnischen Königs Bolesław I. Chrobry aus dem Adelsgeschlecht der Piasten.

Leben
Während die Markgrafschaft nach der Ermordung seines Vaters Ekkehards I. am 30. April 1002 an seinen Onkel Gunzelin überging, blieben der spätere Markgraf und sein Bruder Ekkehard II. zunächst auf ihre Eigengüter beschränkt. Schon seit 1004 lag die Schutzherrschaft über Bautzen im Milzener Land in seiner Hand.
1007 entbrannte erneut der Krieg Königs Heinrich II. gegen Bolesław von Polen, der sogleich in die Lausitz einfiel, die er verwüstete und die Hauptfeste Bautzen eroberte. Nach einer Fehde Hermanns gegen seinen - auch des Paktierens mit Polen bezichtigten - Onkel Gunzelin wurde dieser 1009 durch ein Fürstengericht abgesetzt, und Hermann erhielt die Markgrafschaft auf Intervention der Königin Kunigunde, des Erzbischofs Tagino von Magdeburg und auf Rat der Fürsten. Am Feldzug seines Stiefbruders Gero II. von 1015 nahm er nicht teil, geleitete aber zusammen mit seinen Brüdern Ekkehard und Gunther dessen Leiche nach dem Kloster Nienburg. Er beschwor 1018 den Frieden von Bautzen mit Polen und half 1030 Kaiser Konrad II. bei der Rückgewinnung aller verlorenen Gebiete im Krieg gegen König Mieszko II. Lambert von Polen. Er stand in Thüringen gegen die Grafen von Weimar-Orlamünde, plünderte Weimar und stritt jahrelang mit Bischof Thietmar von Merseburg um Forstrechte bei Rochlitz und andere Fragen.
Hermanns politisch-militärisches Handeln stand überwiegend im Zeichen der Abwehr der Angriffe Polens gegen die Marken Meißen und Lausitz, deren Besitz er in einer Reihe von Kämpfen sichern konnte. Mehrmals versuchte er in den Kriegen gegen Polenen, zwischen dem deutschen König und seinem Schwiegervater zu vermitteln. In seinen letzten Regierungsjahren, die aufgrund des Friedensschlusses von 1031 zwischen Konrad II. und Mieszko II. Lambert friedlicher verliefen, konnte der Markgraf erste Ansätze des Landesausbaus einleiten. Im Jahre 1028 ließ Hermann I. das Bistum Zeitz auf das ekkehardinische Allod Naumburg verlegen und mit Eigengut reich ausstatten. Seit 1032 führte sein Bruder Ekkehard die Geschäfte.



Literatur
• Heinrich Theodor Flathe: Hermann, Markgraf von Meißen. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 148 f.
• Herbert Helbig: Hermann, Markgraf von Meißen. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 637 f. (Digitalisat).
• Alfried Wieczorek, Hans-Martin Hinz: Europas Mitte um 1000, Beiträge zur Geschichte, Kunst und Archäologie. Band 2: Handbuch zur Ausstellung. Konrad Theiss Verlag GmbH, Stuttgart 2000, ISBN 3-8062-1544-8.
Weblinks
Commons: Hermann I. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• MEISSEN. In: Medieval Lands. Foundation for Medieval Genealogy, abgerufen am 23. März 2012 (englisch). 
von Meissen, Hermann I. (I6856)
 
34455 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_I._(Schwaben)

Hermann I. († 10. Dezember 949) aus dem Adelsgeschlecht der Konradiner war von 926 bis 949 als erster seiner Familie Herzog von Schwaben.


Hermann war ein Sohn des lotharingischen Herzogs Gebhard und ein Vetter des ostfränkischen Königs Konrad I.
Als im Jahre 926 Herzog Burchard II. von Schwaben in Italien fiel, entbrannte erneut der Kampf um den - bisher nicht erblichen - Titel eines Herzogs von Schwaben; dieser wurde von König Heinrich I. entschieden, indem er das Herzogtum auf dem Reichstag zu Worms im gleichen Jahr an einen außenstehenden Verwandten vergab – und damit endgültig klarstellte, dass für die Investitur der Herzöge von Schwaben der König zuständig war und nicht der Adel des Landes.
Heinrich bestimmte den Franken und Konradiner Hermann zum Herzog.
Hermann heiratete Burchards Witwe Regelinda und trat damit der wegen der Vorgehensweise des Königs aufkommenden Front der schwäbischen Adligen entgegen.
Allerdings musste Hermann weitere Konzessionen machen: St. Gallen wurde endgültig dem Schutz des römisch-deutschen Königs unterstellt, das Bistum Chur erhielt Reichsgut zugesprochen, das der Herzog bislang selbst genutzt hatte.
Andererseits avancierte das Land aufgrund der politischen Interessen der Ottonen zum Dreh- und Angelpunkt europäischer Machtpolitik: Die Herrschaft über die Alpenpässe unterstützte die Interessen in Italien, die Herrschaft über die Burgundische Pforte die Interessen in Burgund.
Neben seinem Herzogstitel war Hermann 939 Graf im Lahngau und 948 Graf im Auelgau; er wurde 947 Laienabt von Echternach und gründete das Stift St. Florin in Koblenz.
Hermann zählte gemeinsam mit seinem Bruder Udo I. von der Wetterau zu den engsten Beratern Ottos. Ottos Sohn Liudolf wurde um die Jahreswende 947/948 mit Hermanns einziger Tochter und Erbin Ida (Ita) († 17. Mai 986) vermählt.
Nach Hermanns Tod am 10. Dezember 949 übertrug König Otto der Große auf dem Reichstag zu Worms 950 das Herzogtum seinem eigenen Sohn Liudolf.
Hermann wurde in der – heute nicht mehr existenten – Erasmus-Kapelle der Kirche des Klosters Reichenau auf der im Bodensee gelegenen Insel Reichenau beigesetzt.



Literatur
• Otto Gerhard Oexle: Hermann I. (Schwaben). In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 641 (Digitalisat).
• Paul Friedrich von Stälin: Hermann I. (Herzog von Schwaben). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 153 f. 
in der Wetterau (Konradiner), Herzog Hermann I. (I3933)
 
34456 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_I._(Weimar-Orlamünde)

Hermann I. von Weimar-Orlamünde (* um 1130; † 19. Oktober 1176) war ein Graf von Weimar-Orlamünde aus dem Geschlecht der Askanier.
Hermann I. war der Sohn von Albrecht dem Bären und Sophie von Winzenburg, einer Schwester der Äbtissin Beatrix II. von Quedlinburg. Er war verheiratet mit Irmgard († 31. Juli (1174–1180)). Aus der Ehe war Siegfried III. hervorgegangen, der ihm als Graf folgte.
Hermann I. erhielt zu Lebzeiten von seinem Vater die Verwaltung Thüringens übertragen und wird ab 1167 als Graf genannt. 1174 wurde die Burg Weimar in der Auseinandersetzung mit dem Landgrafen Ludwig III. zerstört.



Literatur
• Otto von Heinemann: Hermann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 148 f. 
von Weimar-Orlamünde, Graf Hermann I. (I7912)
 
34457 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_I._von_Henneberg

Graf Hermann I. von Henneberg (* 1224; † 18. Dezember 1290) war verheiratet 1249 mit Margarete († 26. März 1276), der Schwester Wilhelms von Holland, des Grafen von Holland und römisch-deutschen Königs (bzw. Gegenkönigs). Er begründete die „Neue Herrschaft“ mit Gebieten um Coburg und Eisfeld, welche später mit Katharina von Henneberg als Pflege Coburg an die Wettiner gingen.

Er stammte aus der Ehe seines Vaters Poppo VII. von Henneberg mit Jutta von Thüringen (* 1184; † 6. August 1235 in Schleusingen), der ältesten Tochter des Landgrafen Hermann I. von Thüringen. Sowohl für Poppo, als auch für Jutta war es die zweite Ehe. Markgraf Heinrich III. (* um 1215 in Meißen?; † 15. Februar 1288 in Dresden) war mütterlicherseits sein Halbbruder. Graf Heinrich III. von Henneberg (* vor 1226; † 9. April 1262) war väterlicherseits sein Halbbruder, welcher bei der Besitzteilung die alte Grafschaft Henneberg erhielt. Hermann, dem zeitweise selbst die Kandidatur angetragen wurde, unterstützte die Wahl seines Onkels Heinrich Raspe zum deutschen (Gegen-)König.

Hermanns überregionale Bedeutung zeigte sich beispielsweise darin, dass sich sein Name in den Dichtungen des Tannhäusers überliefert hat (Nr. 6 Ich mouz clagen, Vers XXIX):

An Hennenberg vil êre lît,
mit tugenden wol beschoenet.
grâve Herman, ouwê der zît,
daz der niht wart gekroenet!


Literatur
• Bernhard Grossmann, Thomas Witter, Günther Wölfing: Auf den Spuren der Henneberger. Verlag Frankenschwelle 1996, ISBN 978-3861800545.
• Georg Gerland: Hermann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 124 f.
Weblinks
• Die Dichtungen des Tannhäusers – Kommentierte Kieler Online-Edition
• Graf Hermann I. bei „Genealogie Mittelalter“ 
von Henneberg-Coburg, Graf Hermann I. (I9452)
 
34458 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_II._(Cilli)

Hermann II. (* 1365; † 13. Oktober 1435 in Pressburg) war Graf von Cilli, Ortenburg und im Seger (Sagor, Zagorien) sowie seit 1406 erblicher Ban von Slawonien.

Graf Hermann II. war der Sohn Hermanns I. († 1385) und der Katharina, einer Tochter des Königs Stjepan II. von Bosnien. Er wurde der eigentliche Machtbegründer des Hauses Cilli. In der Schlacht von Nikopolis 1396 befehligte er das steierische Koontingent gegen die Türken. Zusammen mit Johann III. Burggraf von Nürnberg, deckte er die Flucht des König Sigismund von Ungarn und bewahrte ihn vor der Gefangenschaft. Nachdem die gerettete Gruppe zur See entkommen war, gelang es nach Umwegen am 21. Dezember 1396 in Ragusa zu landen und die Heimat zu erreichen. Nach der im Jahr 1401 erfolgten Gefangensetzung des Königs Sigismund durch die ungarischen Stände, erreichte Hermann von Cilli dessen Freilassung aus der Gefangenschaft des Palalatins Nikolaus von Gara. Hermanns Tochter Anna wurde dafür später zur festeren Bindung an das Haus Gara mit dem Palatin vermählt. Bereits 1402 begleitete Hermann seinen König bei der Verhaftung des Königs Wenzel auf dem Hradschin. Im Jahre 1403 gründete der Graf das Kartäuserkloster Pleteriach (slowenisch Pleterje) bei Šentjernej in Unterkrain. Hermanns dreizehnjährige Tochter Barbara wurde 1405 mit Sigismund von Ungarn vermählt, er selbst zum mächtigsten Ratgeber des Königs. Die Initiative zu dieser Verbindung ging dabei von Sigismund aus, der sich den großen Einfluss des Grafen in Ungarn sicherstellen wollte. Die starke Bindung der Cillier zum Hause Luxemburg führte aber zur Entfremdung mit dem bisher verbundenen Haus Habsburg, welche beide die Vorherrschaft im pannonischen Raum anstrebten.
Als sein Sohn Friedrich II. 1422 seine Gattin Elisabeth Frankopan beseitigte, um seine Konkubine Veronika von Deschenitz heiraten zu können, wurde der Frangepan-Clan schwer brüskiert. Hermann II. verstieß seinen Sohn und wollte darauf den jüngeren Hermann als Nachfolger sehen, jedoch starb dieser bereits 1426 bei einem Jagdunfall. Hermann II. ließ Veronika 1425 auf Burg Osterwitz gefangensetzen und ertränken. König Tvrtko II. Tvrtkovic von Bosnien erklärte 1427 im Falle seines kinderlosen Todes, Hermann II. und seine männlichen Erben zu den Erben seines Königreiches.

Um 1432 heiratete Hermanns Enkel Ulrich II. Katarina, Tochter des serbischen Königs Georg Branković. Die starke Stellung der nicht landesstämmigen Cillier in Südungarn und ihr starker Einfluss beim König machte die Familie aber bei den ungarischen Ständen unbeliebt. Am 27. September 1435 wurde Graf Hermann in Preßburg durch Kaiser Sigismund gemeinsam mit seinem Sohn Friedrich II. und seinem Enkel Ulrich II. in den Reichsfürstenstand erhoben. Durch ausgeklügelte Heiratspolitik waren bereits große Teile des heutigen Slowenien und Kroatien in die Hand der Cillier. Als Herzog Friedrich V. von Österreich als Oberherr von Kärnten und der Südsteiermark diese Erhebung der Cillier als unberechtigten Eingriff in seine Landesrechte ansah, wurde er vom Kaiser Sigismund in scharfer Form zurechtgewiesen. Als Hermanns Enkel Ulrich II. 1456 bei einem Anschlag durch die Hunyadis umkam, war der Aufstieg des Hauses abrupt beendet.

Hermann II. hatte sich 1377 mit Gräfin Anna († vor 1396), Tochter von Heinrich VII. von Schaunberg vermählt und erbte deren Landbesitz, der Verbindung entstammten fünf Kinder:
• Friedrich II. (* 1379, † 1454), vermählt mit Elisabeth Frankopan
• Hermann III. (* um 1380, † 1426)
• Anna, (* um 1384, † 1439) 1402 vermählt mit Nikolaus von Gara
• Barbara (* 1392, † 1451), vermählt mit König Sigismund von Ungarn
• Elisabeth († 1426), vermählt mit Graf Heinrich von Görz

aus illegitimer, aber nachträglich legitimierter Beziehung des Grafen Hermann stammte:
• Hermann († 1421), Fürstbischof von Freising 1412–1421, Fürstbischof von Trient 1421


Literatur
• Franz Krones: Cilli. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 257–266.
• Joachim Leuschner: Hermann II.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 631 f. (Digitalisat).
• Fritz Theuer: Der Raub der Stephanskrone. Roetzer Edition, Eisenstadt 1994
Weblinks
 Commons: Hermann II. (Cilli) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Cilli, Graf Hermann II. (I9705)
 
34459 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_II._(Lippe)

Hermann II. zur Lippe (* 1175 in Lippe (heute Lippstadt); † 25. Dezember 1229) war Landesherr der Herrschaft Lippe.

Leben
Hermann II. zur Lippe (in den Quellen: "de Lippe") war der älteste Sohn des Edelherrn Bernhard II. zur Lippe und der Heilwig von Are-Hostaden, Tochter des Grafen Otto I. von Are-Hostaden.

Er war Mitregent seines Vaters und folgte ihm 1196 als Regent des Hauses Lippe. Weniger kriegerisch als sein Vater und Bruder versuchte er in seiner Gegend oft als Vermittler tätig zu werden. Im deutschen Thronkrieg 1198 stand Hermann auf welfischer Seite und ging erst 1214 zu Kaiser Friedrich II. über. Er gehörte wohl mit anderen der Großen Rittergesellschaft Ottos IV. (reg. 1198–1218) an, weshalb sein Wappen (hier erstmals die Lipper Rose) auch auf dem Quedlinburger Kästchen dieses Kaisers erscheint.

1217/18 wurde Hermann für den Bruder Otto II., Bischof von Utrecht, Stiftsverweser in Utrecht, förderte die Städte und gewann die Vogteien Clarholz und Herzebrock dazu. Ein besonderer Gegner Hermanns war der expandierende Erzbischof von Berg-Köln Engelbert I. von Köln, obwohl Hermann vorher dessen enger Gefolgsmann gewesen war. 1227 beteiligte sich Hermann an der Schlacht bei Bornhöved gegen Dänemark. Später unterstützte er seinen Bruder Gebhard II., Erzbischof von Bremen, in einer Fehde gegen die Stedinger Bauern. Als Anführer eines erzbischöflichen Heeres wurde er am 25. Dezember 1229 in der Schlacht bei Hasbergen getötet.

Ehe
Hermann war mit der Gräfin Oda von Tecklenburg, Tochter des Grafen Simon I. von Tecklenburg und der Gräfin Oda von Berg-Altena verheiratet. 
von der Lippe, Hermann II. (I10112)
 
34460 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_II._(Lothringen)

Hermann II. (* um 1049; † 20. September 1085 in Dalhem) war Pfalzgraf von Lothringen, Graf im Zülpichgau, Ruhrgau und Brabant.
Er war der Sohn des Pfalzgrafen Heinrich I. von Lothringen (Ezzonen) und Mathilde von Verdun, Tochter des Herzoges Gozelo von Lothringen (Wigeriche). Um 1080 heiratete er Adelheid von Weimar-Orlamünde († 1100), Tochter des Markgrafen Otto von Orlamünde-Weimar.

Als Nachfolger seines Vaters († 1060) ist Hermann ab 1064 als Pfalzgraf nachweisbar. Zwischen 1060 und 1064 stand er unten der Vormundschaft des Kölner Erzbischofes Anno II.
Hermann war in der Duisburg-Kaiserswerther Grafschaft vertreten (1065, 1071) und blieb Graf in den ezzonischen Grafschaften Ruhrgau und Zülpichgau.
Im Brabantgau wurde er durch Heinrich IV. eingesetzt (ab 1085/1086 Landgrafschaft Brabant) und gründete die Abtei Affligem.
Hermann II. fiel in einem Zweikampf gegen den niederlothringischen Vicedux Albert III. von Namur in der Nähe seiner Burg zu Dalhem in der Grafschaft Limburg (20. September 1085). Mit seinem Tod erlosch die alte lothringische Pfalzgrafenfamilie der Ezzonen, mit den Nachfolgern im Amt wandelte sich diese von der lothringischen zur rheinischen Pfalzgrafschaft.
Hermanns Witwe Adelheid heirate kurz nach seinem Tod Heinrich II. von Laach, der als erster Pfalzgraf bei Rhein geführt wird.



Literatur
• Ursula Lewald: Die Ezzonen. Das Schicksal eines rheinischen Fürstengeschlechts, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 43 (1979), S. 120–168.
• Meinrad Schaab: Geschichte der Kurpfalz. Band 1: Mittelalter, Stuttgart 1988, S. 18–35.
• Frans J. Van Droogenbroeck: Paltsgraaf Herman II (†1085) en de stichting van de abdij van Affligem (28 juni 1062), in: Jaarboek voor Middeleeuwse Geschiedenis 2 (1999), S. 38–95.
• Frans J. Van Droogenbroeck: 'De betekenis van paltsgraaf Herman II (1064-1085) voor het graafschap Brabant', Eigen Schoon en De Brabander 87 (Brussel 2004) 1-166.
• Frans J. Van Droogenbroeck: Het landgraafschap Brabant (1085-1183) en zijn paltsgrafelijke voorgeschiedenis. De territoriale en institutionele aanloop tot het ontstaan van het hertogdom Brabant (2004) 
von Lothringen, Pfalzgraf Hermann II. (I7838)
 
34461 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_II._(Schwaben)

Hermann II. († 4. Mai 1003) aus der Familie der Konradiner war seit 997 Herzog von Schwaben als Sohn und Nachfolger Konrads I.

Hermann führte wie schon sein Vater den Titel eines Herzogs im Elsass. Er zählte nicht zum engeren Umfeld des Kaisers Otto III., doch begleitete er Otto auf dessen zweitem Italienzug 997. Nach dem Tod Ottos III. im Jahre 1002 war Hermann - neben dem Bayernherzog Heinrich, dem Sohn Heinrich des Zänkers, und Ekkehard von Meißen - einer der Bewerber um die Königsnachfolge. Die Mehrzahl der Großen, darunter auch der einflussreiche Erzbischof Heribert von Köln, hatte beim Begräbnis Ottos IIII. in Aachen Hermann II. von Schwaben bevorzugt. Ihn, so erzählt Thietmar von Merseburg, hätten sie geschätzt, da er die Eigenschaften der Milde besessen habe.[1] Als weitere lobenswerte Eigenschaften des Thronkandidaten Hermann nennt Thietmar von Merseburg seine Demut und seine Gottesfurcht.[2] Bei seinem Streben nach der Königswürde versuchte Hermann dem Mitbewerber Heinrich den Rheinübergang nach Mainz zu versperren, was jedoch misslang. Heinrich konnte sich letztlich als Nachfolger Ottos III. durchsetzen.
Den Erfolg seines Konkurrenten akzeptierte Hermann zunächst nicht, so dass es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam, u. a. auch in Straßburg, wo die Bischofskirche von Hermanns Leuten geplündert wurde. Am 1. Oktober 1002 unterwarf er sich jedoch. Nach Thietmar von Merseburg musste Hermann bei der in Bruchsal vollzogenen deditio (Unterwerfung) gegenüber dem neuen König Heinrich II. Verzicht auf das Straßburger Kloster leisten und Wiedergutmachung des der Bischofskirche zugefügten Schadens versprechen.[3] Die deditio war häufig mit der Einbuße von Gütern und Herrschaftspositionen verbunden, stellte aber trotzdem die schonendste Form der Sanktion für den Unterlegenen dar. Schon am Weihnachtsfest 1002 suchte Hermann den Hof des Königs in Frankfurt auf und wurde von diesem huldvoll aufgenommen.
Den Schlusspunkt des Konflikts um die Herrschaftsnachfolge bildete die Diedenhofener Urkunde.[4] Nach ihr musste das bislang dem Schwabenherzog Hermann II. gehörende Nonnenkloster in Straßburg an Bischof Werner übertragen werden, dem damit der SSchaden vergolten werden sollte, den Hermanns Leute seiner Straßburger Bischofskirche zugefügt hatten. Die Plünderung der Bischofskirche war ein Sakrileg und hatte im Reich für große Empörung gesorgt. Mit der Abtretung des Klosters verlor Hermann den wichtigsten Stützpunkt in seinem Vorort Straßburg.
Hermann starb bald darauf, und die Vorgänge wurden weithin als Gottesgericht betrachtet. Die Annales Sangallenses maiores suggerieren einen direkten Zusammenhang zwischen dem Sakrileg der Kirchenschändung und dem baldigen Tod des Herzogs.[5] Die Quedlinburger Annalen, die ebenfalls Brandschatzung und Verwüstung von Kirchen als Hermanns wesentliche Aktionen nennen, konstatieren, dass Gott selbst die Rebellen schnellstmöglich gedemütigt habe.[6]
Nach Hermanns Tod übernahm Heinrich II. die Vormundschaft für seinen Sohn und Nachfolger Hermann III.

→ Für weitere genealogische Details siehe den Hauptartikel Konradiner

Hermann II. war seit etwa 986 mit Gerberga von Burgund († 7. Juli 1019), der Tochter Konrads III. des Friedfertigen (Pacificus), König von Burgund (Welfen), und Witwe von Graf Hermann I. von Werl, verheiratet, mit der er fünf Kinder hatte:
• Mathilde von Schwaben (* wohl 988; † 29. Juli 1031/1032), begraben im Dom zu Worms
• Gisela von Schwaben († 15. Februar 1043)
• Berchtold (* Anfang 992; † Anfang 993), getauft in Einsiedeln 992, begraben in Marchtal
• (umstritten) Beatrix († 23. Februar nach 1025)
• Hermann III. († 1012) 1003, Herzog von Schwaben


Quellen
• Thietmar von Merseburg: Chronik (= Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Bd. 9), Neu übertragen und erläutert von Werner Trillmich, Darmstadt 1957 (mehrere Neuauflagen).
Literatur
• Hagen Keller: Schwäbische Herzöge als Thronbewerber: Hermann II. (1002), Rudolf von Rheinfelden (1077), Friedrich von Staufen (1125). Zur Entwicklung von Reichsidee und Fürstenverantwortung, Wahlverständnis und Wahlverfahren im 11. und 12. Jarhundert, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 131, 1983, S. 123–162.
• Ludger Körntgen: Inprimis Herimanni ducis assensu. Zur Funktion von D. H.II. 34 im Konflikt zwischen Heinrich II. und Hermann von Schwaben, in: Frühmittelalterliche Studien, Bd. 34 (2000) S. 159–185.
• Helmut Maurer: Der Herzog von Schwaben. Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer und staufischer Zeit. Sigmaringen 1978, S. 87ff., 160ff. ISBN 3-7995-7007-1.
• Otto Gerhard Oexle: Hermann II. (Schwaben). In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 641 f. (Digitalisat).
• Thomas Zotz: Der Breisgau und das alemannische Herzogtum. Zur Verfassungs- und Besitzgeschichte im 10. und beginnenden 11. Jahrhundert, Sigmaringen 1974, S. 111ff.
Anmerkungen
1 Thietmar, V 3.
2 Thietmar, V 3.
3 Thietmar, V 12.
4 Ludger Körntgen: Inprimis Herimanni ducis assensu. Zur Funktion von D. H.II. 34 im Konflikt zwischen Heinrich II. und Hermann von Schwaben, in: Frühmittelalterliche Studien, Bd. 34 (2000) S. 159–185.
5 Annales Sangallenses maiores, a. 1002.
6 Annales Quedlinburgenses a. 1002. 
von Schwaben, Herzog Hermann II. (I2768)
 
34462 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_II._(Thüringen)

Hermann II. (* 28. März 1222 in Creuzburg; † 3. Januar 1241 ebenda) war Landgraf von Thüringen von 1227 bis 1241 aus der Familie der Ludowinger.

Leben
Der Sohn von Ludwig IV. und der Heiligen Elisabeth, Tochter des ungarischen Königs Andreas II., wurde auf der Burg Creuzburg in der gleichnamigen Stadt an der Werra, unweit von Eisenach geboren. Hermann war erst fünf Jahre alt, als sein Vater auf einem Kreuzzug starb und stand bis 1239 unter Vormundschaft seines Onkels Heinrich Raspe. Im selben Jahr heiratete er Helene von Braunschweig-Lüneburg, Tochter von Otto I. „dem Kind“, Herzog von Braunschweig und Lüneburg.
1241 starb Hermann im Alter von nur 19 Jahren. Manche Geschichtsschreiber behaupten, er wurde vergiftet. Hermann hinterließ keine Kinder. Seine Witwe ging 1247/1248 eine zweite Ehe mit Albrecht I., Herzog von Sachsen-Wittenberg, ein. Beigesetzt wurden Hermanns sterblichen Überreste im Kloster Reinhardsbrunn, dem Hauskloster der Ludowinger.

Am Hofe Frankreichs
Der französische Biograph Jean de Joinville berichtete in seinem Werk Vie de Saint Louis, dass sich am Hof des Königs Ludwig IX. (Saint Louis) von Frankreich der Sohn der heiligen Elisabeth von Thüringen aufgehalten habe.[1] Das konkrete Datum war der 24. Juni 1241, also mehrere Monate nach Hermanns Tod, anlässlich eines großen Hoftages in Saumur, an dem Joinville zugegen war. Dabei habe er beobachtet, wie die Königinmutter Blanka von Kastilien dem Achtzehnjährigen die Stirn küsste, nachdem sie gehört hatte, dass dies die Mutter des Jungen oft getan habe. Möglich, dass dies ein propagandistischer Trick Joinvilles war, um eine engere verwandtschaftliche Bande zwischen Ludwig und Elisabeth zu suggerieren, indem er Blanka in ihrer Handlung als Inkarnation Elisabeths darstellte und der Sohn, der nicht namentlich genannt wird, für Ludwig stehen könnte.
Aber das von Joinville angegebene Alter des Elisabeth-Kindes deutet auch auf einen Irrtum des greisen Chronisten hin (der mit seinem Werk 1305 begonnen hatte). Es könnte der Juni 1240 gewesen sein, da lebte Hermann noch und war achtzehn. Hermanns jüngere Schwester Sophie war zum betreffenden Zeitpunkt in ihrem sechzehnten Lebensjahr und dem Herzog von Brabant versprochen, der wiederum mit dem französischen Königshaus verwandtschaftlich verbunden war.

Titel
• 1227 Titular-Markgraf von Meißen
• 1234 Graf von Hessen-Gudensberg
• 1238 Landgraf von Thüringen

Eheschließung
1238/39 war Hermann kurzzeitig verlobt mit Margareta (* Ende 1237, † 8. August 1270 in Frankfurt am Main), Tochter Kaiser Friedrichs II. Roger
Am 9. Oktober 1239 fand die Hochzeit mit Helene von Braunschweig (* 18. März 1223; † 6. September 1273, begraben im Franziskanerkloster zu Wittenberg), Tochter von Otto dem Kind, Herzog von Braunschweig und Lüneburg, seit 1247/48 in zweiter Ehe verheiratet mit Herzog Albrecht I. von Sachsen-Wittenberg († 8. Dezember 1260) statt.

Geschwister
• Sophie (* 20. März 1224; † 29. Mai 1275), verheiratet 1240 mit Heinrich II., Herzog von Brabant (* 1207; † 1. Februar 1248)
• Gertrud (* 29. September 1227; † 13. August 1297), Äbtissin im Prämonstratenserinnenkloster Altenberg (Hessen)



Einzelnachweis
1 Joinville, II, §3, hrsg. von Ethel Wedgewood (1906)
Weblinks
 Commons: Hermann II of Thuringia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Thüringen, Hermann II. (I7827)
 
34463 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_III._(Weimar-Orlamünde)

Hermann III. von Weimar-Orlamünde (* um 1230; † 1283) war ein Graf aus dem Zweig Weimar-Orlamünde der Askanier.

Hermann III. war ein Sohn von Hermann II. von Weimar-Orlamünde und Beatrix von Andechs-Meranien. Mit seinen fränkischen Besitzungen trat Hermann III. gemeinsam mit seinem Bruder Otto III. über seine Mutter das Erbe Ottos VIII. von Meran an. Residenz war die Plassenburg. Nach dem Tod des Vaters 1278 erhielt Otto III. Weimar und die Plassenburg allein, Hermann III. erhielt die Grafschaft Orlamünde. Er starb 1283 an der Pest.


Literatur
• Hermann Grote, Stammtafeln, Leipzig 1877, S. 221.
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Neue Folge, Band I.2, Tafel 185, Vittorio Klostermann, Frankfurt a. M. 1999. 
von Weimar-Orlamünde (Askanier), Graf Hermann III. (I7920)
 
34464 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_IV._(Baden)

Markgraf Hermann IV. von Baden (* um 1135; im Jahre 1152 ist er zuerst mit seinem Vater erwähnt; † 13. September 1190 bei Antiochia am Orontes), war Titular-Markgraf von Verona und Markgraf von Baden seit 1160.

Leben
Des Weiteren hatte er Grafen- und Vogteirechte im Breisgau und in der Ortenau inne. Er ist der Sohn von Hermann III., Markgraf von Baden und der Bertha. Verheiratet war Hermann IV. seit etwa 1162 mit Bertha († 24. Februar 1169), Tochter eines Pfalzgrafen von Tübingen.

Gemeinsam mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa nahm er an der Belagerung und Zerstörung von Mailand teil. In den Jahren 1176 bis 1178 unternahm er mit dem Kaiser Feldzüge in Italien und war 1176 Teilnehmer an der Schlacht von Legnano. 1183 war er Garant im Konstanzer Frieden, bei dem die lombardischen Städte ihre Unabhängigkeit erhielten.

Hermann IV. nahm an der Seite des Kaisers am Dritten Kreuzzug teil. Dabei starb er 1190 im Heiligen Land in der Nähe der Stadt Antiochia vermutlich an der Pest.

Mehr unter obenstehendem Link..

Siehe auch:
• Stammliste von Baden
Literatur
• Gerhard Hartmann, Karl Rudolf Schnith: Die Kaiser – 1200 Jahre europäische Geschichte. Genehmigte Lizenzausgabe für Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg 2003, ISBN 3-8289-0549-8.
• Johann Christian Sachs: Einleitung in die Geschichte der Marggravschaft und des marggrävlichen altfürstlichen Hauses Baden, Frankfurt und Leipzig 1764, Erster Theil, S. 311–328 in der Google-Buchsuche
• Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050–1515, herausgegeben von der Badischen Historischen Commission, bearbeitet von Richard Fester, Erster Band, Innsbruck 1900, S. 11–13 online im internet archive
Weblinks
• The Descendants of Hermann I Markgraf von Verona, Count im Breisgau (Memento vom 7. August 2007 im Internet Archive) 
von Baden, Markgraf Hermann IV (I9865)
 
34465 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_Salm

Hermann von Lützelburg, Graf von Salm, (* um 1035; † 28. September 1088 auf der Reichsburg Cochem), Stammvater des Hauses Salm, war ein Sohn des Grafen Giselbert von Luxemburg und dessen Frau.
Hermann von Salm wurde am 6. August 1081, während Heinrich IV. in Italien weilte, von den in Ochsenfurt versammelten Sachsen und Schwaben als Nachfolger von Rudolf von Rheinfelden zum Gegenkönig gewählt. Erzbischof Siegfried I. von Mainz krönte ihn am 26. Dezember in Goslar zum König.
Hermann von Salm beschränkte sich allerdings nur auf seinen Einflussbereich Sachsen und konnte sich somit auch nicht gegen Heinrich IV. durchsetzen. Selbst seine Verwandten, die einflussreichen und im Reich weit verbreiteten Luxemburger, blieben ohne Ausnahme kaisertreu. Hermanns Plan, mit einem an der Donau versammelten Heer nach Italien aufzubrechen, wurde durch den Tod seines Hauptanhängers Otto von Northeim vereitelt. Als Heinrich 1085 mit Heeresmacht in Sachsen einrückte, flüchtete Hermann zu den Dänen, kehrte aber zurück. Mit Unterstützung des Herzogs von Bayern, Welf V., schlug er 1086 den Kaiser bei Bleichfeld am Main und gewann Würzburg. Sein Einfluss blieb aber weiterhin so gering, dass er für Heinrich zu keiner Zeit eine Gefahr darstellte.
Seiner Rolle als Schattenkönig, der nur ein Spielball in der Hand ehrgeiziger Großer war, überdrüssig, zog er sich 1088 in seine Erblande zurück und verlor noch im selben Jahr beim Kampf um Cochem das Leben. Er wurde in Metz beerdigt. Die Brüder Grimm überlieferten, dass Hermann von Salm von seinen Gegnern als „Knoblauchskönig“ oder „König Knoblauch“ verspottet wurde. In der Umgebung seiner Residenz Eisleben wuchs damals der Knoblauch.[1] Auf diesen Spott führen Chronisten die Tradition des Knoblauchsmittwochs zurück.[2]
Mit seiner Frau Sophia von Formbach hatte er folgende Kinder:
• Hermann II. von Salm,
• Otto I. von Salm und
• Dietrich von Salm.



Quellen
• Quellen zur Geschichte Kaiser Heinrichs IV. Lateinisch und deutsch. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe; 12). ISBN 3-534-19876-. Enthält u.a.: Bruno von Merseburg: Brunonis Saxonicum bellum. Brunos Sachsenkrieg (übersetzt v. Franz-Josef Schmale, S. 191–405) und Carmen de bello saxonico. Das Lied vom Sachsenkrieg (übersetzt v. Franz-Josef Schmale, S. 142–189).
Literatur
• Theodor Lindner: Hermann, deutscher Gegenkönig. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 147 f.
• Michaela Muylkens: Reges geminati. Die „Gegenkönige“ in der Zeit Heinrichs IV. Husuum 2012, ISBN 978-3-7868-1501-3.
• Theodor Schieffer: Hermann von Salm. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 628–630 (Digitalisat).
• Ulrich Schmidt: Die Wahl Hermanns von Salm zum Gegenkönig. In: Klaus Herbers et al. (Hrsg.): Ex ipsis rerum documentis, Beiträge zur Mediävistik, Festschrift für Harald Zimmermann zum 65. Geburtstag. Sigmaringen 1991, S. 477–491.
Einzelnachweise
1 Brüder Grimm (Hrsg.): Deutsche Sagen. Zweiter Teil, Nicolaische Buchhandlung, Berlin 1818, S. 185 (Google Books)
2 Heidi Driesner: Anrüchiges aus Halle. Artikel vom 7. Juni 2014 im Portal ntv.de, abgerufen am 23. Januar 2015 
von Salm, Hermann (I7345)
 
34466 https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Geroldseck

Die Herren von Geroldseck sind ein Adelsgeschlecht des Mittelalters in der Ortenau in Baden-Württemberg. Ihr Stammsitz ist Burg Hohengeroldseck in der Gemeinde Seelbach.

Ständische Qualität, Herkunft
Die Herren von Geroldseck gehören dem freien stiftsfähigen Hochadel an und sind nach einer Ersterwähnung in einer Zeugenliste in den 1080er Jahren seit 1139 in der Ortenau nachweisbar. Ihre Ursprünge liegen im Dunkeln, Vermutungen führen jedoch zu einer Verflechtung mit der aus dem Elsass wirkenden Führungsschicht der karolingischen und ottonischen Zeit. Grundlage der Herrschaftsbildung in der Ortenau dürften einerseits der Bergbau in der Region, andererseits nicht näher zu betitelnde Vogteirechte über das Kloster Schuttern, evtl. auch über Kloster Ettenheimmünster gewesen sein. Beide Klostervogteien sind erst im 13. Jahrhundert belegt.

Die Geroldsecker im 13. Jahrhundert
Aufstieg im Kampf um staufische Besitzungen
Die schriftliche Überlieferung setzt erst in der Mitte des 13. Jahrhunderts ein und zeigt ein Geschlecht, das die politische Situation des Interregnums nach 1245 zielstrebig zur Schaffung einer respektablen Machtbasis zwischen Hunsrück und Neckar ausnutzt. Aus staufischem Erbe gelangen die Rieddörfer zwischen Mahlberg und Ichenheim, seit 1312 als Reichslehen belegt, an die Familie. Ansprüche auf das Kinzigtal zwischen Zell am Harmersbach und Hausach können dagegen nicht durchgesetzt werden. Um 1252 erbt die Familie unter nicht näher zu klärenden Umständen den Kernbereich der Grafschaft Sulz am Neckar, zu dem die Schwarzwald-Herrschaften Schenkenzell und Lossburg, vielleicht auch Romberg gehören.

Der Straßburger Bischofskrieg
Reiche Silberfunde in Prinzbach ermöglichen 1260 die Wahl des Geroldseckers Walther zum Bischof von Straßburg, sein Bruder Hermann kann sich die Vogtei über das Reichsgut zwischen Selz und Basel sichern. Ebenfalls durch finanzielle Zuwendungen kann die Vogtei über das Kloster St. Gregorien im elsässischen Münstertal vom Bistum Basel abgepfändet werden. Verwandtschaftliche Bande führen zu einer Koalition mit Erzbischof Heinrich von Trier und öffnen politische Verbindungen in den Hunsrück-Raum. Das so gezimmerte Machtgefüge, das seinen Ausdruck in einer Koalition der Geroldsecker mit dem Erzbischof von Trier, dem Abt des Klosters Murbach, den Straßburger Vögten von Lichtenberg, den Markgrafen von Baden, den Landgrafen von Werd, den Herren von Eberstein, Landsberg, Andlau, Hüneburg, Wolfach und Üsenberg gegen die Stadt Straßburg und ihre Verbündeten fand, brach in der Schlacht von Hausbergen 1262, in der die Straßburger Bürger den Machtanspruch des Bischofs zurückwiesen, zusammen. Diese Niederlage beendete zwar die Großmachtträume der Geroldsecker, hatte jedoch keine Auswirkungen auf deren ständische Qualität, die bis weit ins 14. Jahrhundert als grafengleich angesehen wurde.

Die Geroldseckischen Linien
Hausteilungen 1277–1309
Die Hausteilung von 1277 installierte mit der Oberen und der Unteren Herrschaft zwei Linien, die sich ungeachtet der Pflege einer „Gesamtherrschaft“ in der weiteren Zeit verselbständigten. Die Obere Herrschaft umfasste die Rodungsgüter im Schuttertal sowie alle Besitzungen im Kinzigtal und die Herrschaft Sulz sowie die Vogteien über die Klöster Schuttern und Ettenheimmünster. Die Untere Herrschaft bestand aus den Besitzungen im Ried, den Breisgauer Gütern, dem Streubesitz in der nördlichen Ortenau sowie den Gütern im Elsass. Die 1270 durch Einheirat erworbene Grafschaft Veldenz blieb bei Hohengeroldseck. Die dortigen Grafen nannten sich jedoch von Veldenz-Geroldseck bzw. bald nur noch von Veldenz. Geroldsecker Abkömmlinge der ersten Generation waren hier Graf Georg I. von Veldenz und Bischof Walram von Speyer. Die Reichsgüter Friesenheim und Oberschopfheim, das Dorf Ottenheim sowie die elsässische Burg Schwanau am Rhein blieben gemeinsamer Besitz. Eine weitere Erbteilung zu Beginn des 14. Jahrhunderts splitterte die Obere Herrschaft weiter auf und richtete in Sulz eine eigene Linie im Kerngebiet der alten Grafschaft ein, die Grafschaft Veldenz verselbständigte sich. 1279 ging die Teilherrschaft der Geroldsecker Vettern auf Diersburg (Linie Tiersberg) an den Schwager des letzten Tiersbergers über und war für die Familie verloren. Ebenso erlitt die Untere Herrschaft durch einen – im Grunde widerrechtlichen – Verkauf des Breisgauer Besitzes im Jahr 1300 einen empfindlichen Verlust.

Die Untere Herrschaft Lahr im 14. Jahrhundert
Mittelpunkt der Unteren Herrschaft wurde die Stadt Lahr mit der Stadtburg der Geroldsecker. Die Stadt konnte durch kluge Privilegienpolitik einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben, der bis ins 19. Jahrhundert anhalten sollte. Auf die Auseinandersetzungen der Lahrer Bürger mit ihren (inzwischen fremden) Stadtherren gehen wesentliche Elemente des badischen Liberalismus im 19. Jahrhundert zurück.

Die Obere Herrschaft Hohengeroldseck
Während sich die Untere Herrschaft im ganzen 14. Jahrhundert ruhig entwickeln konnte und auch Ansätze zu einer Verschriftlichung der Herrschaft fand, wurde die Obere Herrschaft um 1370 von Erbstreitigkeiten erschüttert. Dennoch gelang mit dem (auf ungeklärte Weise zustande gekommenen) Pfandbesitz des herzoglich-teckischen Schiltach (um 1370) noch einmal eine wesentliche Bereicherung des Territoriums.

Lahrer Erbfolge und Verlust der Herrschaft
1428 starben die Geroldsecker in Lahr im Mannesstamm aus. Der eigentlich legitime Übergang an den Erben, den Grafen Johann von Moers-Saarwerden, wurde durch Erbansprüche des Hohengeroldseckers Diebold gestört. Im Verlauf der dadurch entstehenden Erbauseinandersetzungen ruinierten sich beide Parteien wirtschaftlich, so dass Moers-Saarwerden eine Hälfte der Herrschaft an Baden verpfänden musste. Nach der Reformation und dem Übergang der Moers-Saarwerdenschen Hälfte an Nassau wurde 1628 auf konfessioneller Basis die Realteilung durchgeführt, Lahr mit dem evangelischen Ried wurde nassauisch, Mahlberg mit dem südlichen, katholischen Ried baden-badisch. Das letztlich unkluge Taktieren Diebolds von Hohengeroldseck zwischen Österreich und der Kurpfalz in den 1480er Jahren führte zur handstreichartigen Eroberung der Burg Geroldseck durch die Pfalz 1486, erst deren Niederlage im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 brachte – über das Zwischenspiel einer badischen Verwaltung – die Rückgabe an die Familie. Inzwischen war der gesamte Kinzigtäler Besitz verkauft worden.

Wiederaufstieg im 16. Jahrhundert
Die Hohengeroldsecker Familie erlebte dann eine kurze Blüte und konnte im Dienst für Habsburg und das Reich wieder an Ansehen gewinnen. Ausdruck dieses neu gewonnenen familiären Selbstbewusstseins ist die Abfassung einer Familienchronik als eines der seltenen Beispiele für adliges „Herkommen“ im Zeichen des Humanismus. Die Stammburg Hohengeroldseck musste jedoch Österreich zu Lehen aufgetragen werden. 1519 gelang im Gefolge der Exekution des Schwäbischen Bundes gegen Württemberg die Wiedergewinnung der 1478 verloren gegangenen Herrschaft Sulz, die allerdings 1534 wieder an Württemberg zurückgegeben werden musste. Übrig blieb der Anspruch auf einen Titel „von Hohengeroldseck und Sulz“.

Die Herrschaft im 17. und 18. Jahrhundert
Nach dem söhnelosen Tod Jakobs von Hohengeroldseck 1634 überging Österreich die Erbansprüche der Tochter Anna Maria auf die Allodien der Herrschaft und gab den ganzen Komplex an die Grafen von Kronberg als Lehen aus. Anna Maria heiratete den Markgrafen Friedrich von Baden-Durlach, um ihren Erbanspruch besser durchsetzen zu können. Zwar war diesem Bestreben kein Erfolg beschieden, aber Baden-Durlach konnte den Erbanspruch, den Jakob von Hohengeroldseck aus dem Erbfall von 1428 gegenüber den Grafen von Nassau durchgesetzt hatte, in einen Pfandbesitz der nassauischen Hälfte der Unteren Herrschaft umsetzen. Nassau konnte dieses Pfand erst 1725 auslösen. Im Besitz der Herren, später der Reichsgrafen von der Leyen, überlebte die dann so genannte „Grafschaft Hohengeroldseck“ die Flurbereinigung des Reichsdeputationshauptschlusses und wurde als „Fürstentum von der Leyen“ und „Grafschaft Hohengeroldseck“ souveränes Mitglied des Rheinbundes. Der Wiener Kongress machte allerdings 1815 diesem Sonderfall, der auf die Protektion Napoleons zurückging, ein Ende. 1819 wurde der Zwergstaat mit dem Hauptort Seelbach endgültig badisch.

Persönlichkeiten
Elisabeth von Hohengeroldseck (* vor 1480; † 1540), Äbtissin des freiweltlichen Damenstifts Buchau im heutigen Bad Buchau am Federsee
Literatur
Christoph Bühler: Die Herrschaft Geroldseck: Studien zu ihrer Entstehung, ihrer Zusammensetzung und zur Familiengeschichte der Geroldsecker im Mittelalter. (= Veröffentlichung der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg: Reihe B, Forschungen; Bd. 96). Kohlhammer, Stuttgart 1981, ISBN 3-17-005147-4
Thomas Foerster: Die Eroberung der Burg Hohengeroldseck 1486. In: ZGO 152 (2004), S. 165–187
Arthur Kleinschmidt: Geroldseck. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 43 f.
Heinrich Freiherr von Lersner: Geroldseck, Herren von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 317 (Digitalisat).
Gottlieb Konrad Pfeffel: Walther von Geroldseck, Badisches Sagen-Buch II, S. 8–14
Seelbach im Schuttertal. Marktflecken und Luftkurort im Geroldseckerland. 1179-1979. Hrsg. von der Gemeinde Seelbach. ISBN 3-921340-37-3
Johannes Jacobus Reinhard: Pragmatische Geschichte des Hauses Geroldseck, wie auch derer Reichsherrschaften Hohengeroldseck, Lahr und Mahlberg in Schwaben, Frankfurt und Leipzig 1766 online in der Google-Buchsuche
Quellen
Christoph Bühler: Regesten zur Geschichte der Herren und der Herrschaft Geroldseck. Internet-Publikation. 2004ff.
Reinhard, Johann Jakob: Pragmatische Geschichte des Hauses Geroldseck wie auch derer Reichsherrschaften Hohengeroldseck, Lahr und Mahlberg in Schwaben. Frankfurt und Leipzig 1766. Beigebunden: Urkundenbuch.
Verzeichnis der wesentlichen Quellen zur Geschichte der Herren von Geroldseck (PDF-Datei; 26 kB)
Teilnahme an der Schlacht bei Sempach, siehe Liste der gefallenen Adeligen auf Habsburger Seite in der Schlacht bei Sempach
Teilnahme an der Reform in Zürich, siehe Diebold von Geroldseck
Julius Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch. Drei Bände. Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1898–1919. Hier Band 1, S. 433–436 online
Geroldsecker Land "Die Herren von Geroldseck" - Ursprünge - Heft 5 1962/63 - Dr. Heinrich Freiherr von Lersner
Geroldsecker Land "Die Herren von Geroldseck" - Die Grafen von Veldenz - Heft 6 1963/64 - Dr. Heinrich Freiherr von Lersner
Geroldsecker Land "Die Herren von Geroldseck" - Diepold I - Heft 7 1964/65 - Dr. Heinrich Freiherr von Lersner
Weblinks
Commons: Herren von Geroldseck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Literatur über Geroldseck in der Landesbibliografie Baden-Württemberg unter Geroldseck und Hohengeroldseck
Geroldsecker Land Website über das Land und seine Geschichte
Burg Hohengeroldseck
Homepage mit den Geroldsecker Regesten, abgerufen am 9. Oktober 2013

 
von Geroldseck (Hohengeroldseck), Adelheid (I1576)
 
34467 https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Krumau

Das böhmische Adelsgeschlecht der Herren von Krumau (tschechisch Páni z Krumlova) entstammte dem Geschlecht der Witigonen, deren ältester bekannter Vertreter Witiko von Prčice war. Der Geschlechtername von Krumau (z Krumlova) leitet sich von der südböhmischen Burg Krumau ab, die Mitte des 13. Jahrhunderts in ihrem Besitz war und unterhalb derer sich die Stadt Krumau entwickelte.

Geschichte
Nach dem Tod des Witiko von Prčice 1194 spaltete sich das Geschlecht der Witigonen in vier Familienzweige auf. Stammvater des Familienzweiges der „Herren von Krumau“ wurde dessen ältester Sohn
• Witiko II. (auch Witiko der Ältere; tschechisch Vítek II., auch Vítek starší).
Dessen Sohn Zawisch von Nechanitz war von 1233 bis 1236 Unterkämmerer des böhmischen Königs Wenzel I. Auch Zawischs Söhne Budiwoj und Witiko standen in königlichen Diensten. Vermutlich wegen Auseinandersetzungen des Königs mit Kaiser Friedrich II. um das Erbe der Babenberger mussten sie den königlichen Palast vorübergehend verlassen und durften erst nach 1242 auf den Königshof zurückkehren. Budiwojs Sohn Zawisch von Falkenstein, dessen Beiname sich von der Burg Falkenstein ableitet, war ein Widersacher des Königs Ottokar II. Přemysl. Dieser wollte mit den Gründungen des Klosters Goldenkron 1263 und der Königsstadt Budweis 1265 die weitere Expansion der mächtigen witigonischen Familienzweige der Herren von Krumau, der Rosenberger und der von Neuhaus verhindern, die jedoch nicht bereit waren, bei dem von ihnen verfolgten Landesausbau Einschränkungen hinzunehmen. Der Aufstand gegen den König, an dem auch andere böhmische Adlige teilnahmen, wurde von Zawisch von Falkenstein angeführt. Er wurde 1289 gefangen genommen, des Hochverrats angeklagt und 1290 hingerichtet.
Letzter Nachkomme im Mannesstamm aus der Krumauer Linie der Witigonen war Wok II. von Krumau. Mit ihm erlosch 1302 der Familienzweig der Herren von Krumau[1]. Seine Besitzungen fielen zunächst als erledigtes Lehen an den böhmischen König Wenzeel II. Er übertrug die Burg Krumau („castrum Crumnaw“) mit zugehörigem Gut mit einer am 8. April 1302 in Brünn ausgestellten Urkunde an seinen Oberstkämmerer Heinrich I. von Rosenberg aus dem ebenfalls witigonischen Familienzweig der Rosenberger. Dieser verlegte nachfolgend seine Residenz von der Burg Rosenberg auf die Burg Krumau.

Stammlinie der Herren von Krumau
Gegründet von Witiko II. (auch Witiko der Ältere; tschechisch Vítek II., auch Vítek starší), belegt 1213–1236
1 Zawisch von Nechanitz (Záviš z Nechanic), belegt 1216–1257
1 Budiwoj von Krumau (auch Budiwoj von Krumau, Skalitz[2] und Sepekau; tschechisch Budivoj z Krumlova; auch Budivoj z Krumlova, ze Skalice, ze Sepekova); belegt 1220–1272. Er war mit Perchta von Falkenstein verheiratet.
1 Zawisch von Falkenstein († 1290)
1 N. N., Tochter aus Zawischs erster Ehe, († nach 1306), verheiratet mit Heinrich Kruschina von Lichtenburg (Jindřich Krušina z Lichtenburka)
2 Johann von Falkenstein (Jan „Ješek“ z Falkenštejna; † 1337), Deutschordensritter
2 Witiko II. von Krumau (auch Witiko von Krumau, Hluboká, Skalitz und Ledenitz; tschechisch Vítek z Krumlova; auch Vítek z Hluboké, ze Skalice, z Ledenic), belegt 1272–1290.
3 Wok I. von Krumau (auch Wok von Krumau, Skalitz und Ledenitz; tschechisch Vok z Krumlova; auch Vok z Krumlova, ze Skalice, z Ledenic), † 5. Januar 1300[3]
4 Tochter N. N.
5 Tochter N. N.
6 Tochter N. N.
7 Johann (Henclinus) von Skalitz; auch Johann von Skalitz und Ledenitz; tschechisch Jan (Henzlín) ze Skalice, auch Jan (Henzlín) ze Skalice a z Ledenic; † 1300 in Polen
8 Budiwoj von Skalitz; auch Budiwoj von Skalitz und Ledenitz; tschechisch Budivoj ze Skalice, auch Budivoj ze Skalice a z Ledenic; † 1300 in Polen
2 Witiko I. von Krumau (auch Witiko von Krumau, Sepekau und Načeradec tschechisch Vítek z Krumlova, ze Sepekova a z Načeradce), belegt 1220–1277, verheiratet mit Sybila N. N.
1 Heinrich von Krumau (Jindřich z Krumlova; † 1301), verheiratet mit Ofka
2 Wok II. von Krumau (Vok z Krumlova, † 1302), mit ihm starb der witigonische Familienzweig Krumau aus.



Literatur
• Anna Kubíková: Rožmberské kroniky. Krátky a summovní výtah od Václava Březana. České Budějovice 2005. ISBN 80-86829-10-3.
Weblinks
• Genealogie
• Genealogie
Einzelnachweise
1 Die häufig anzutreffende Vermengung der Rosenberger Linie mit den Herren von Krumau entspricht nicht den Tatsachen. Sie kam dadurch zustande, dass der Rosenberger Archivar Václav Březan irrtümlicherweise zwischen diesen beiden Familienzweign nicht unterschieden hat.
2 Dieses Skalitz ist vermutlich identisch mit dem späteren Sepekov. Ursprünglich nannten sich die Grundherren „von Skalitz“ (ze Skalice) nach einem benachbarten Hügel, der zuerst besiedelt war. Siehe [1]
3 Valentin Schmidt und Alois Picha: Urkundenbuch der Stadt Krummau in Böhmen. I. Band. 1253–1419. Prag, 1908, S. 7 
von Krumau (Witigonen), Witiko II. (I8187)
 
34468 https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Neuffen

Die Herren von Neuffen (ältere Schreibweise von Neifen oder von Neyffen) waren eine Adelsfamilie schwäbischer Grafen, die im 12. und 13. Jahrhundert zu den wichtigsten Familien im Herzogtum Schwaben gehörten.

Geschichte
Das Geschlecht taucht in den Quellen erstmals mit Mangold von Sulmetingen aus dem edelfreien Geschlecht der Herren von Sulmentingen auf, der als Anhänger der päpstlichen Partei im Investiturstreit zwischen 1100 und 1120 die Burg Hohenneuffen erbaute. Durch die Heirat mit Mathilde aus der Familie der Grafen von Urach verband er sich mit einem der wichtigen schwäbischen Adelsgeschlechter. Mangolds Sohn Egino benannte sich als erster der Familie nach der Burg Neuffen. Er und seine Nachkommen sind mehrfach im Gefolge der Welfen und Zähringer zu finden. Über Bertholds I. Heirat mit Adelheid, der Tochter des letzten Grafen von Gammertingen fiel ihm 1170 die Grafschaft Achalm und der Grafentitel zu.

Im letzten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts vollzog die Familie unter Berthold I. einen Schwenk hin zu den Stauferherzögen von Schwaben, Bertholds gleichnamiger Sohn wurde Protonotar Friedrichs II. und Bischof von Brixen, seine beiden weiteren Söhne Heinrich und Albert sind ebenfalls häufig am Königshof bezeugt. In der späten Regierungszeit Friedrichs sind Heinrich und seine Söhne jedoch auf der Seite der Gegner des Kaisers zu finden und unterstützen zuerst den Aufstand Heinrichs (VII.), später den Papst und den Gegenkönig Heinrich Raspe.

Die Hauptlinie der Familie erlosch bereits mit Heinrichs Söhnen Heinrich II. und Gottfried von Neuffen. Ihr Besitz, die Grafschaften Neuffen und Achalm, fielen an die von Albert begründete Marstetter Linie. Zwar verkaufte Alberts Enkel Berthold IV. 1284 die Burg Neuffen an seinen Schwager Konrad von Weinsberg, jedoch gelang es ihm ansonsten, den Familienbesitz um Weißenhorn zu konsolidieren. Er selbst heiratete mit Jutta die Erbtochter des Grafen Gottfried von Marstetten, seinen Sohn Albert II. konnte er mit Elisabeth, Erbtochter des Grafen Berthold III. von Graisbach, vermählen. Aus dieser Ehe ging mit Berthold V. das wohl bedeutendste Mitglied der Familie hervor. Er war als Reichsvikar für Italien und Hauptmann von Oberbayern einer der engsten Vertrauten Kaiser Ludwigs des Bayern.

Bertholds einziger legitimer Sohn Berthold konnte als Domherr zu Augsburg die Linie genauso wenig fortsetzen wie der illegitime Sohn Konrad von Weißenhorn. Die Töchter Elisabeth und Margarete traten als Äbtissin von Niederschönenfeld bzw. Klarissin zu München ebenfalls in den geistlichen Stand. Bertholds dritte Tochter Anna schließlich heiratete Friedrich den Weisen, so dass die Allodialgüter der Familie wie die Grafschaften Marstetten und Graisbach an die Wittelsbacher fielen.

Wappen
Das Wappen zeigt drei Hifthörner mit Schnüren. Man findet sie in verschiedenen Kolorierungen, so etwa in Silber mit roten Schnüren auf blauem Schild oder in Gold mit silbernen Schnüren auf rotem Schild. Das Wappen in Nikolaus Thomans Weissenhorner Chronik zeigt silberne Hörner mit goldenen Schnüren auf rotem Grund[1]. Die Zürcher Wappenrolle wiederum zeigt drei silberne Hifthörner mit roten Schnüren in Schwarz. Auf dem Helm zwei solche Hifthörner.[2]

Stammliste siehe unter obenstehendem Link..

 
von Neuffen, Adelheid (I1743)
 
34469 https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Pfirt

 
von Pfirt, Graf Ludwig II. (I1981)
 
34470 https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_Châtillon

Der Herrschaft Châtillon mit dem Hauptort Châtillon-sur-Marne war der Stammsitz des Hauses Châtillon, einer der mächtigsten Familien des französischen Mittelalters.

Sie ist seit dem Ende des 9. Jahrhunderts bezeugt, und umfasste anfangs nicht einmal den ganzen Ort, nach dem sie sich benannte: der Rest gehörte dem Grafen von Champagne. Die Herren von Châtillon erwarben durch Heirat eine Reihe von Grafschaften, die aber wieder verloren gingen. Bei mehreren Teilungen der Güter (1249, 1333 und 1416) ging die Herrschaft Châtillon dann jeweils an eine jüngere Linie und dann im 16. Jahrhundert durch Erbschaft verloren.

Die Herren von Châtillon
• NN von Châtillon, Vidâme de Reims
• Milo, dessen Sohn, Herr von Châtillon und Bazoches, Vater von Papst Urban II.
• Guido I., dessen Sohn, Herr von Châtillon 1076
• Walter I. (Gaucher), dessen Sohn, Herr von Châtillon 1089/1096
• Heinrich, dessen Sohn, Herr von Châtillon 1117/27, Vater des Rainald von Chatillon, Fürst von Antiochia
• Walter II. († 1148), dessen Sohn, Herr von Châtillon
• Guido II. († 1170/1172), dessen Sohn, Herr von Châtillon
• Guido III. († 1191 bei Akkon), dessen Sohn,
• Walter III. († 1219), dessen Bruder, Graf von Saint-Pol, Herr von Châtillon 1205-1219 ∞ Elisabeth, Tochter des Hugo IV., Graf von Saint-Pol
• Hugo I. († 1248), dessen jüngerer Sohn, als Hugo V. Graf von Saint-Pol 1226-1248, Graf von Blois 1231-1248, ∞ 1225 Maria von Avênes, Gräfin von Blois 1231-1241
• Walter IV. († 1261), dessen jüngerer Sohn, Herr von Châtillon
• Walter V. († 1329), dessen Sohn, Graf von Porcéan, Herr von Châtillon etc., Connétable von Frankreich
• Johann I. († 1363), dessen Sohn, Herr von Châtillon etc. 1333-1363
• Walter VI. († 1377), dessen Sohn, Herr von Châtillon etc.
• Johann II. († 1416), dessen Sohn, Herr von Châtillon etc.
• Walter VII. († 1413), dessen Bruder, 1407 Herr von Châtillon
• Wilhelm († 1440), dessen Sohn, 1416 Herr von Châtillon
• Johann III. († 1443), dessen Bruder, Herr von Châtillon etc.
• Arthur († vor 1470), dessen Sohn, Herr von Châtillon etc.
• Margarete († 1519), dessen Schwester, Erbin von Châtillon etc. ∞ Pierre de Roncherolles



Literatur
• Jean Favier: Dictionnaire de la France médiévale, Stichwort Châtillon
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln Band VII (1979) Tafel 17-23 
von Châtillon, Walter II. (Gaucher) (I8499)
 
34471 https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_Salins

Die Herrschaft Salins um die Stadt Salins-les-Bains im Département Jura war eines der reichsten Besitztümer des mittelalterlichen Burgund. Grundlage des Wohlstands war die Saline, eine der ergiebigsten Mitteleuropas, die seit dem Hochmittelalter industriell ausgebeutet wurde. Aufgrund ihrer wirtschaftlichen und politischen Bedeutung gehörten die Herren von Salins zu den Fürsten von Burgund.
Graf Aubry von Mâcon kaufte die Herrschaft Salins im Jahr 942, deren Bedeutung seinerzeit vor allem auf der verkehrsgünstigen Lage zwischen Frankreich, Deutschland und Italien beruhte. Erst im 11. Jahrhundert wurde so umfangreich in den Salzabbau investiert, dass eine Massenproduktion möglich wurde. Mitte des 13. Jahrhunderts erreichten die wirtschaftliche Bedeutung des Ortes und die Macht des Herrn von Salins ihren Höhepunkt. Der Herzog von Burgund kaufte Salins 1224 und tauschte es 1237 mit Jean de Châlon gegen zwei Grafschaften. Die Heirat von Johanns Sohn Hugo mit Alix, der Erbin der Freigrafschaft Burgund vereinte die Herrschaft Salins dann erst mit der Freigrafschaft und später mit dem Herzogtum Burgund.
Neben der Herrschaft Salins gab es ab dem 11. Jahrhundert auch eine wesentlich weniger bedeutende Vizegrafschaft Salins, die 1280 zur Hälfte von Pfalzgraf Otto IV., dem auch die Herrschaft Salins gehörte, erworben wurde. Der Titel Vicomte de Salins wird ab dem 16. Jahrhundert im noch existierenden Haus Bauffremont geführt.

Haus Mâcon
• Aubry I. († wohl 943) Graf von Mâcon, Herr von Salins
• Humbert I., 944 bezeugt, dessen jüngerer Sohn, Herr von Salins
• Humbert II., 958/971 bezeugt, dessen Sohn
• Gaucher II., nach 1039 bezeugt, dessen Sohn
• Gaucher III., † nach 1084, dessen Sohn
• Humbert III., dessen Sohn
• Gaucher IV., dessen Sohn
• Maurette, † nach 1218, Erbin von Salins; ∞ Gerhard I., Graf von Mâcon und Vienne

Haus Burgund-Ivrea
• Gaucher von Vienne († 1219) Herr von Salins, Sohn von Gerhard I.; ∞ I Mahaut de Bourbon, Tochter von Archambault VII.; ∞ II Adelaide de Dreux, Tochter von Graf Robert II.
• Margarete († 1257/59) 1219/25 Dame de Salins, Tochter von Gaucher IV., verkauft 1225 Salins

Älteres Haus Burgund
• Hugo IV. (1212–1272) Herzog von Burgund, kauft 1225 Salins

Haus Burgund-Ivrea, Linie Chalon
• Johann der Weise († 1267) Graf von Auxonne und Chalon 1213–1237, tauscht 1237 mit Herzog Hugo IV. Chalon und Auxonne gegen Salins
• Hugo († 1266) Herr von Salins, Sohn Johanns, 1248 Graf von Burgund; ∞ Adelheid von Andechs-Meranien, Pfalzgräfin von Burgund
• Otto IV. († 1302) 1266–1302 Herr von Salins, 1379–1302 Pfalzgraf von Burgund, Sohn Hugos und Adelheids ∞ Mathilde von Artois
• Robert, 1302–1315 Pfalzgraf von Burgund, Sohn Ottos und Mathildes
• Johanna II. († 1330) 1315–1330 Herrin von Salins, Pfalzgräfin von Burgund, Tochter Ottos IV.; ∞ Philipp V., König von Frankreich

Kapetinger
• Johanna III. (1308–1343) 1330–1347 Pfalzgräfin von Burgund, Gräfin von Artois, Herrin von Salins, Tochter Johannas II. ∞
• Odo IV. (1295–1350) 1315 Herzog von Burgund, 1330 Pfalzgraf von Burgund, Graf von Arois, Auxonne und Chalon, Herr von Salins

Älteres Haus Burgund
• Philippe Monsieur (1323–1346) Herr von Salins, Erbherzog von Burgund, Sohn Johannas und Odos
• Philipp von Rouvres (1346–1361) Herzog von Burgund, Sohn von Philippe Monsieur; ∞
• Margarete von Burgund (um 1312–1382) Gräfin von Artois, Pfalzgräfin von Burgund, Herrin von Salins, Tochter Johannas II. (erbt die Pfalzgrafschaft und Salins als nächste Erbin Johannas und nicht als Ehefrau Philipps), ∞ Ludwig I., Graf von Flndern (1330–1383)

Haus Flandern
• Ludwig II. (1330–1384) Graf von Flandern, Pfalzgraf von Burgund, deren Sohn
• Margarete von Flandern (1350–1405), Gräfin von Flandern, Artois, Nevers, Rethel, Pfalzgräfin von Burgund etc.; ∞ Philipp der Kühne, Herzog von Burgund

Die Herrschaft Salins geht im Besitz und Erbe des Hauses Burgund auf. 
von Salins (Vienne), Gaucher IV. (Gauthier) (I8451)
 
34472 https://de.wikipedia.org/wiki/Heruler (Heruler), Silinga (I24047)
 
34473 https://de.wikipedia.org/wiki/Hervé_IV._(Donzy)

Hervé IV. de Donzy (1194 bezeugt; † 21. Januar 1222[1] oder 23. Januar 1223 auf Burg Saint-Aignan[2], wohl vergiftet) war ein Herr von Donzy und Gien und de iure uxoris ein Graf von Nevers. Er war ein jüngerer Sohn von Hervé III. de Donzy († 1187) aus dem Haus Semur und Mathilde Goet.

Er nahm am dritten Kreuzzug teil und erreichte im Herbst 1189 als Angehöriger eines Vorauskommandos die Belagerung von Akkon.[3] Zurück in der Heimat geriet er in eine Auseinandersetzung mit Peter II. von Courtenay um den Besitz der Burg von Gien, bei der es ihm gelang, seinen Gegner bei Cosne zu besiegen und gefangen zu nehmen. Durch Vermittlung des Königs Philipp II. August kam es 1199 zu einer Verständigung. Peter von Courtenay wurde freigelassen, musste seine Tochter Mathilde von CCourtenay, seit dem Tod ihrer Mutter Agnes I. von Nevers 1192 Gräfin von Nevers, Auxerre und Tonnerre, Hervé zur Frau geben. Hervé erhielt aber nur die Grafschaft Nevers zur Verwaltung, Peter selbst trug seitdem die Titel eines Grafen von Auxerre und Tonnerre. Die Ehe wurde im Oktober 1199 geschlossen, obwohl die dazu nötige päpstliche Dispens erst am 20. Dezember 1213 erteilt wurde.[2] Hervé wiederum willigte ein, dass der König die Burg von Gien an sich nahm.

Philippe-Augustes Interesse an Hervé de Donzy lag vor allem an alten Verpflichtungen der Familie, die sie an das englische Königshaus, die Plantagenet band. Durch die erfolgreiche Vermittlung des Königs schienen diese durch neue Verpflichtungen den Kapetingern gegenüber in den Hintergrund zu treten. Tatsächlich nahm Hervé de Donzy wenige Jahre später an der Eroberung der Normandie (1203/04) auf französischer Seite teil, ebenso wie an den anschließenden Feldzügen in der Touraine und im Poitou sowie ab 1209 auch dem Albigenserkreuzzug.

Da Hervé sich später wieder den Engländern zuwandte und in der Schlacht bei Bouvines am 27. Juli 1214 somit auf der Seite der Verlierer stand,[4] zog König Philippe-Auguste die Ländereien Hervés ein, die an englischen Besitz in Frankreich grenzten, und strebte gleichzeitig danach, seiner Familie den Rest durch familiären Bindungen zu sichern. Hervé wurde am 8. September 1217 gezwungen, die Hand seiner Erbtochter Agnes und damit Nevers, Auxerre und Tonnerre Philippe-Augustes gleichnamigem Enkel zu versprechen, was nur dadurch nicht zur Ehe führte, weil der zukünftige Ehemann im Jahr darauf bereits verstarb. Hervé musste daraufhin zusagen, Agnes nur mit Zustimmung des Königs zu verheiraten.

1218 nahm Hervé am Kreuzzug von Damiette teil, kehrte aber nach Europa zurück, als er erfuhr, dass sein Schwiegervater gestorben 1219 sei, um dessen Besitz in Frankreich an sich zu nehmen. Zwei Jahre später verheiratete er seine Erbtochter mit Guy IV. de Châtillon, Graf von Saint-Pol. Gerüchten zufolge starb er weitere zwei Jahre später durch Gift.

Hervé und Mathilde hatten zwei Kinder:
• Guillaume, 1207 bezeugt, † jung
• Agnès, † 1225, Dame de Donzy; ∞ 1221 Guy IV. de Châtillon, Graf von Saint-Pol

Er wurde im Kloster Pontigny bestattet. Seine Witwe heiratete 1226 in zweiter Ehe Guigues IV., Graf von Forez



Literatur
• Ulrich Mattejiet: Hervé IV. v. Donzy. In: Lexikon des Mittelalters. Band 4. dtv, München 2002, Spalte 2185–2186.
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Band 3, Teil 3. 1985, Tafel 435.
Weblink
• Materialsammlung zu Hervé IV. von Donzy (Archiv-Version vom 30. September 2007) (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive)
Einzelnachweise und Anmerkungen
1 U. Mattejiet: Hervé IV. v. Donzy, Sp. 2185.
2 Biografische Informationen zu Hervé IV. von Donzy auf fmg.ac, Zugriff am 28. August 2011.
3 Itinerarium peregrinorum et gesta regis Ricardi Liber I, Cap. XXXI, hrsg. von William Stubbs: Chronicles and Memorials of the Reign of Richard I, in: Rolls Series 38 (1864), Vol. 1, S. 74. Hier „Hervé von Gien“ (Herveius de Gienis) genannt.
4 Schwennicke notiert, dass die Ehe von Hervé und Mathilde am 20. Dezember 1213 geschieden worden sei. 
von Donzy (Semur), Graf Hervé IV. (I9897)
 
34474 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Aquitanien von Aquitanien, Königin Eleonore (I7020)
 
34475 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Berg von Berg, Adolf II. (I21094)
 
34476 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Brabant

Brabant ['bra:bant] ist ein historisches Gebiet, das in etwa aus den belgischen Provinzen Antwerpen und Brabant (heute in Flämisch-Brabant, Wallonisch-Brabant und die Region Brüssel-Hauptstadt geteilt) sowie der im Süden der Niederlande gelegenen Provinz Nordbrabant (Noord-Brabant) besteht.

Altertum und Frühmittelalter
Brabant war zur Zeit des Römischen Reiches von Menapiern bewohnt, nach deren Unterwerfung durch die Römer es zur Provinz Gallia Belgica gehörte. Im 5. Jahrhundert bemächtigten sich die Franken Brabants.
870 kam es als Teil Lothringens zum ostfränkischen Reich und wurde dann schon als Gaugrafschaft bezeichnet. Die Bezeichnung Pagus Bracbantensis, auf die der spätere Landesname zurückgeht, wird auf braecbant zurückgeführt, was sumpfige Gegend bzw. Sumpfland bedeutet (braec: Bruch bzw. Sumpf; bant: Gegend).[1][2][3] Zwischen 900 und 923 kam Lothringen an den westfränkischen König Karl den Einfältigen. Seit 959 wurde der Brabantgau von den Grafen von Verdun (Wigeriche, Herzöge von Niederlothringen) beherrscht.
Im 11. Jahrhundert wurden die vier Grafschaften im Brabantgau auf drei Landesherrschaften verteilt:
• Um 1000 wurde die Grafschaft Brüssel (zwischen den Flüssen Zenne und Dijle) von Graf Lambert I. von Löwen († 1015) (aus dem Geschlecht der Reginare) erworben.
• Um 1024 ging der südliche Teil des Brabantgaus an den Grafen Reginar V. von Bergen, Schwiegersohn des Grafen Herman von Verdun († 1028), dessen Geschlecht vordem Grafen im Brabantgau (Wigeriche) stellte. Seither blieb diese Grafschaft ein Tel der Grafschaft Hennegau.
• Zwischen 1056 und 1059 wurde die sogenannte Grafschaft Ename (zwischen Schelde und Dender) als Reichslehen Graf Balduin V. von Flandern (aus dem Haus Flandern) anvertraut (man nannte dieses Gebiet darum später Reichsflandern).
• Bis 1085 blieb die vierte Grafschaft (zwischen den Flüssen Dender und Zenne) ein Reichslehen des Pfalzgrafen Hermann II. von Lothringen (aus dem Geschlecht der Ezzonen). Nach seinem Tod († 20. September 1085) wurde es durch Kaiser Heinrich I. als Landgraf­schaft dem Grafen Heinrich III. von Löwen (aus dem Geschlecht der Reginare) zugewiesen, der auch schon Graf von Löwen und Brüssel war.

Hoch- und Spätmittelalter
Graf Gottfried I. von Löwen erhielt 1106 das Herzogtum Niederlothringen. Sein Urenkel Heinrich I. nahm 1183 auch den Titel des Herzogs von Brabant in der Landgrafschaft Brabant an. In 1190, nach Herzog Gottfrieds III. Tod, wurde er auch Herzog von Niederlothringen, aber die herzogliche Gewalt wurde auf seine eigene Gebiete beschränkt (Landtag von Schwäbisch Hall).
Die Herzöge von Brabant gelangten bald zu Macht und Selbständigkeit, wurden aber mit den Nachbarn in vielfache Fehden verwickelt und schwankten zwischen der Hinneigung zum Heiligen Römischen Reich und Frankreich. Von ihnen sind besonders hervorzuheben:
• Johann I., der durch den Sieg bei Worringen (1288) die Herzogtümer Limburg und Brabant vereinigte und auch als Minnesänger bekannt ist.
• Sein Sohn Johann II., welcher 1312 den Grund zu einer ständischen Verfassung legte, die später in der Blijde Inkomst (Joyeuse Entrée) geregelt wurde.
• Johann III., welcher die Bestimmungen erweiterte durch die so genannte Brabanter Goldene Bulle 1349, wonach die Brabanter nur von einheimischen Gerichten nach Brabanter Recht gerichtet werden durften, was Kaiser Karl IV. bestätigte.
Nach Johanns III. Tod 1355 und damit dem Erlöschen der älteren Linie der Reginare vereinigte der Gemahl seiner Tochter Johanna, Wenzel von Luxemburg, Bruder Kaiser Karls IV., Brabant mit seinem eigenen Erbland. Unter ihm aber kam das Land in große Verwirrung. Nach Wenzels Tod 1383 setzte seine Witwe Johanna ihre Nichte Margarete von Flandern und deren Gemahl, Herzog Philipp den Kühnen von Burgund, als Erben ein. Die Regierung übernahm zunächst Philipps zweiter Sohn, Anton, 1404, der auch Luxemburg mit Brabant vereinigte. Anton fiel 1415 bei Azincourt. Seine beiden Söhne und Nachfolger starben kinderlos, und so fielen Brabant, Limburg und Luxemburg 1430 an Philipp den Guten von Burgund, und schließlich durch die Vermählung Marias von Burgund mit Erzherzog Maximilian 1477 mit den übrigen niederländischen Provinzen an das Haus Österreich.
Brabant war das Hauptland der Spanischen Niederlande, Brüssel deren Hauptstadt. Mit der Kreiseinteilung des Heiligen Römischen Reiches kam es zum Burgundischen Reichskreis.

Neuzeit
Durch den Aufstand der Niederlande wurde der nördliche Teil (’s-Hertogenbosch) vom Herzogtum getrennt und 1648 als Teil der Generalitätslande der niederländischen Union einverleibt (was für die Bevölkerung bis 1816 bedeutete, dass sie den katholischen Glauben nicht ausüben durften), während Südbrabant bis 1714 bei der spanisch-österreichischen Linie verblieb. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg 1714 fiel Brabant mit den übrigen südlichen Provinzen der Niederlande an das deutsch-österreichische Kaiserhaus zurück. Als sich unter Joseph II. ein heftiger Streit über die Rechte Brabants entspann, welche es in der Joyeuse entrée besaß, sagten sich die Stände Brabants 1790 von dem Haus Österreich los, fügten sich aber wieder, als Leopold II. ihnen die verlangten Rechte zurückgab.
1795 wurden die Österreichischen Niederlande, damit auch Brabant, von Frankreich annektiert und in den französischen Staat integriert. Im Frieden von Campo Formio (1797) trat der österreichische Kaiser Franz I. seine niederländischen Besitzungen formal an Frankreich ab. Das nördliche Brabant wurde zum Département Deux-Nèthes mit der Präfektur Antwerpen, das südliche wurde zum Département Dyle mit der Präfektur Brüssel.
Als Napoleon I. 1810 auch das niederländische Brabant mit dem französischen Kaiserreich vereinigte, wurde aus demselben nebst einem Teil von Geldern das Département Bouches-du-Rhin gebildet. Infolge des Pariser Friedens von 1814 und der Beschlüsse des Wiener Kongresses wurde Brabant Teil des Vereinigten Königreichs der Niederlande und bildete die drei Provinzen Nordbrabant, Antwerpen und Südbrabant. Südbrabant mit Brüssel, der Hauptstadt Brabants, war 1830 der Mittelpunkt des belgischen Aufstandes. Südbrabant (als Provinz Brabant) und die Provinz Antwerpen wurden Teil des neuen Königreichs Belgien, während Nordbrabant bei den Niederlanden verblieb. 1995 wurde im Zuge der Föderalisierung des belgischen Staates die Provinz Brabant in die Provinzen Flämisch-Brabant, Wallonisch-Brabant und in die Region Brüssel-Hauptstadt geteilt.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Titel „Herzog von Brabant“ dem jeweils ältesten Sohn des Königs oder, falls dieser keinen Sohn haben sollte, dem ältesten Enkel des Herrschers verliehen. Erster Träger des Titels war in dieser Tradition der spätere König Leopold II.[4] Mittlerweile trägt auch die älteste Tochter des Königs Philippe, Elisabeth, diesen Titel.

Landgrafen und Herzöge von Brabant
Landgrafen von Brabant
• Heinrich III. von Löwen, 1085/1086–1095 (schon Graf von Löwen und Brüssel ab 1078)
Herzöge von Niederlothringen und Landgrafen von Brabant
• Gottfried I. von Löwen, 1095–1139 (Herzog von Niederlothringen ab 1106)
• Gottfried II. von Löwen, 1139–1142
• Gottfried III. von Löwen, 1142–1190
Herzöge von Brabant und Niederlothringen
• Heinrich I., 1190–1235 (schon Herzog von Brabant ab 1183/1184)
• Heinrich II., (* 1207), 1235–1248, verh. in 1. Ehe mit Maria von Staufen Tochter König Philipps, in 2. Ehe mit Sophie, Tochter der Hl. Elisabeth von Thüringen, gem. Sohn Heinrich d. Kind (* 1244), später Landgraf Heinrich I. von Hessen, Stammater der hessischen Landgrafen
• Heinrich III., 1248–1260
• Heinrich IV., 1261–1267
Herzöge von Brabant, Limburg und Niederlothringen
• Johann I., 1267–1294, ab 1288 auch Herzog von Limburg
• Johann II., 1294–1312
• Johann III., 1312–1355
• Johanna, 1355–1406 (∞ Wenzel von Luxemburg 1355–1383)
• Margarete von Flandern, deren Nichte, 1404 zur Erbin eingesetzt; † 1405; ∞ Philipp den Kühnen aus dem Haus Burgund
• Anton von Burgund 1404 zum Erben eingesetzt, Herzog 1406–1415
• Johann IV., 1415–1427
• Philipp von Saint-Pol, 1427–1430
Herzöge von Burgund
• Philipp der Gute, 1430–1467
• Karl der Kühne, 1467–1477
• Maria von Burgund, 1477–1483, heiratete Maximilian I. Das Herzogtum Brabant fällt zusammen mit allen Ländern der Herzöge von Burgund an das Haus Habsburg (Spanische Niederlande)
Herzöge von Brabant in der Neuzeit
• Leopold II., 1835–1865 Herzog von Brabant
• Leopold (ältester Sohn Leopolds II.), 1865–1869 Herzog von Brabant
• Leopold III. (1901–1983), 1901–1934 Herzog von Brabant
• Baudouin (1930–1993), 1934–1951 Herzog von Brabant
• Philippe (* 1960), 1993–2013 Herzog von Brabant
• Elisabeth (* 2001), seit 2013 Herzogin von Brabant[5]



Siehe auch
• Geschichte Belgiens
• Liste der Kanzler von Brabant
• Der deutsche Komponist Richard Wagner benannte in seiner 1850 uraufgeführten romantischen Oper Lohengrin eine Figur Elsa von Brabant.
• Genoveva von Brabant – Überlieferte Figur, Tochter eines Herzogs von Brabant
Anmerkungen
1 Noord-Brabant bijzonder en bourgondisch. Abgerufen am 13. November 2014.
2 Wat is het favoriete en mooiste Brabantse woord? Abgerufen am 13. November 2014.
3 Zondag 5 juni 2011: 3e Algemene meeting Noord Brabant. Abgerufen am 13. November 2014.
4 Herzog von Brabant
5 Gesetzesänderung aus dem Jahr 2001 (Text in Französisch): «««««««« Le titre de Duc de Brabant ou de Duchesse de Brabant sera toujours porté, à l’avenir, par le Prince ou la Princesse, fils aîné ou fille aînée du Roi, et, à défaut, par le Princeu la Princesse, fils aîné ou fille aînée du fils aîné de la fille aînée du Roi. »»»»»»»» 
von Brabant (Löwen), Adela (I6949)
 
34477 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Braunschweig-Lüneburg von Braunschweig (von Lüneburg), Mathilde (I7894)
 
34478 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Friaul von Kärnten (von Eppenstein), Herzog Heinrich III. (I29565)
 
34479 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Masowien

Das Herzogtum Masowien (polnisch Księstwo Mazowieckie) entstand als feudales Staatswesen im Verlauf des 12. Jahrhunderts auf dem Gebiet des heutigen Masowiens nach der Erbteilung des Königreichs Polen 1138 in Teilherzogtümer durch das Testament von Herzog Bolesław III. Schiefmund.
Masowien war ursprünglich ein Stammesterritorium, das den Landstrich am rechten Weichselufer in der Umgebung von Płock umfasste. Die Herkunft des Namens ist nicht ganz geklärt, es wird eine Beziehung zum Namen des Mundschenks von König Mieszko III. Lambert angenommen, der Masos, Maslao, Masław († 1047) hieß und der sich in den Jahren nach dem Tod des Königs, 1034, das Gebiet zuvor angeeignet hatte. Seit dem 10. Jahrhundert gehörte es zum Staat der Piasten und bildete eine der Provinzen mit dem Zentrum in Płock.
Infolge des Testaments von Bolesław III. Schiefmund wurde unter der Herrschaft von Herzog Bolesław Kraushaar Masowien mit Kujawien und den mittelpolnischen Herrschaften Sieradz und Łęczyca zu einem Herzogtum vereinigt. In der Regierungszeit von Herzog Konrad I. (reg. 1200–1247) verselbständigte sich Masowien vom Krakauer Seniorat, und es teilte sich nach 1313 in drei Teilherzogtümer mit den Zentren Płock, Czersk-Warschau und Rawa Mazowiecka.
Die Herzöge Masowiens wurden ab 1351 zu Vasallen des vereinigten Königreichs Polen. Nach dem Aussterben der masowischen Linie der Piasten im Mannesstamm durch den Tod von Herzog Janusz III. fiel das Herzogtum als erledigtes Lehen 1526 an das Königreich Polen heim. Das Territorium wurde am 27. Dezember 1529 in eine Wojewodschaft umgewandelt und damit dem Königreich direkt administrativ einverleibt, bei dem sie bis zu den Teilungen (1772, 1793, 1795) verblieb.
Die Erinnerung an das Herzogtum war in den folgenden Jahrhunderten sowohl im Namen der Wojewodschaft erhalten, als auch in der Titulatur der polnischen Herrscher. So erhob König Sigismund II. August in seiner Titulatur Anspruch auf folgende Gebiete:
Sigismundus Augustus Dei gratia rex Poloniae, magnus dux Lithuaniae, nec non terrarum Cracoviae, Sandomiriae, Siradiae, Lanciciae, Cuiaviae, Kijoviae, Russiae, Woliniae, Prussiae, Masoviae, Podlachiae, Culmensis, Elbingensis, Pomeraniae, Samogitiae, Livoniae etc. dominus et haeres.


Bemerkungen
1 Kujawien und Dobrin gehörten erst ab 1343 (Frieden von Kalisch) zum Königreich Polen.
Literatur
• Dymek D.: Historia i kultura Mazowsza do 1526 r. Wyższa Szkoła Rozwoju Lokalnego, Warszawa 2005, ISBN 8372044368
• Dymek D.: Udzielne Księstwo Mazowieckie: 1247–1381: zarys dziejów. Wydawn. MOBN, Warszawa 1996, ISBN 8390064774
• Kozłowski F. A.: Dzieje Mazowsża za panowania książat. Nakl i druk S. Orgelbranda, Warszawa 1858 
von Masowien, Konrad II. (I9751)
 
34480 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Masowien von Masowien, Anna (I9750)
 
34481 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Meranien#Istrien-Meranien von Kärnten (von Eppenstein), Herzog Heinrich III. (I29565)
 
34482 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Rethel

Rethel ist der Name eines historischen Territoriums um die Stadt Rethel in der nördlichen Champagne.

König Heinrich III. erhob 1581 die Grafschaft Rethel zugunsten Karls von Gonzaga, Herzog von Nevers, zu einem Herzogtum, das später durch Kauf an Mazarin überging. Dieser vermachte es 1661 Armand Charles de La Porte, dem Ehemann seiner Nichte und Erbin Hortensia Mancini, der seit der Heirat den Titel „Herzog von Mazarin“ trug.

Grafen von Rethel

Die Familie des Königs Balduin II. von Jerusalem
Hugo I., Graf von Rethel von 1094 bis nach 1118 ∞ Mélisende de Montlhéry, Tochter des Guy (Haus Montlhéry)
Balduin du Bourg († 21. August 1131), Graf von Edessa, König von Jerusalem 1118 ∞ Morphia, Tochter des Gabriel von Melitene
Melisende (* 1105, † 1. September 1161) Regentin in Jerusalem 1142–1153 ∞ Fulko von Anjou, König von Jerusalem 1131–1143
Elise (Alix, Alice) ∞ 1126 Bohemund II. Fürst von Antiochia († 1131)
Hodierna ∞ Raimund II. Graf von Tripolis
Joveta (Jutta) Äbtissin von Bethanien
Gervasius († 1124) Graf von Rethel
Mathilde ∞ Eudo de Vitri - Nachkommen siehe unten
Hodierna/Cäcilie ∞ Roger von Salerno († 28. Juni 1119), Regent von Antiochia
Die Grafen von Rethel aus dem Haus Vitri
Eudo de Vitri ∞ Mathilde von Rethel, Tochter des Grafen Hugo I. - siehe oben
Withier de Vitri, Graf von Rethel von 1124 bis nach 1158, ∞ Beatrix von Namur († 1160), Tochter des Grafen Gottfried
Manasse I. († vor 1200) Graf von Rethel ∞ Wildgräfin Mathilde
Hugo II. († vor 1228) Graf von Rethel ∞ Felicité de Broyes († 1257) zu Beaufort etc., Tochter des Simon
Manasse II. († 1273) Graf von Rethel
Johanna († nach 1325) ∞ Ludwig Erbgraf von Flandern († 1322) - Nachkommen siehe unten
? Hugo III. († 1243) ∞ 1239 Johanna von Dampierre, Tochter des Wilhelm II. von Dampierre
Beatrix (* 1130/35, † 31. März 1185) ∞ 1151 Roger II., König von Sizilien
Die Grafen von Rethel aus dem Haus Dampierre
Ludwig I. († Juli 1322) Erbgraf von Flandern, Graf von Nevers 1280, Graf von Rethel 1290 - siehe oben
Ludwig II. (* um 1304, † 25. August 1346) Graf von Flandern (Ludwig I.), Nevers und Rethel 1322
Ludwig III. (* 25. Oktober 1330, † 30. Januar 1384) folgt 1346, 1382 Graf von Burgund (Freigrafschaft)
Margarethe (getauft 13. April 1350, † 16. März 1405) Gräfin von Flandern (Margarethe III.), Nevers, Rethel und der Freigrafschaft Burgund, Herrin von Salins ∞ 1) 21. März 1356 Philipp I. Herzog von Burgund (1345–1361) ∞ 2) 19. Juni 1369 Philipp II. Herzog von Burgund (1342–1404)

Mehr unter obenstehendem Link..

 
von Rethel (Haus de Vitri), Graf Günther (Gonthier, Withier) (I8315)
 
34483 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Schwaben von Schwaben (Hunfriedinger / Burchardinger), Herzog Burkhard II. (Burchard) (I5204)
 
34484 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Schwaben von Schwaben, Herzogin Reginlinde (I1953)
 
34485 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Spoleto

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das unabhängige Herzogtum Spoleto in Mittelitalien war ein langobardisches Fürstentum, das um 570 von einem dux Faroald I. gegründet wurde. Eine Dekade des Interregnums nach dem Tod von Alboins Nachfolger ließ die langobardischen Herzöge in relativer Unabhängigkeit vom Zentralstaat in Pavia zurück. In der Stadt Spoleto war das römische Capitolium, das Jupiter, Juno und Minerva gewidmet war, schon in die bischöfliche Kathedrale (heute die Kirche San Ansano) umgewidmet worden (die Diözese wurde im 4. Jahrhundert gegründet), die die heidnischen Strukturen dabei übernahm. Die langobardischen Herzöge stellten die Befestigungsanlagen auf dem hohen Rocca wieder her, deren Mauern von Totila während der Gotenkriege geschleift worden waren.
Die Herzöge von Spoleto führten mit Unterbrechungen Krieg gegen das byzantinische Exarchat Ravenna, ihre Besitzungen umfassten je nach Kriegsglück große Teile Umbriens, der Marken und der Abruzzen. Niemals so bedeutend wie das Herzogtum Benevent, liegt die Geschichte Spoletos ziemlich im Dunkel. Der zweite Herzog, Ariulf, unternahm mehrere Feldzüge gegen die Byzantiner (579–592 gegen Ravenna, 592 gegen Rom). Ariulf folgte Theudelapius, der Sohn Faroalds, der mit dem ersten Bau der heutigen Kathedrale in Verbindung gebracht wird. Ihm folgten Atto (653), Transamund I. (663), der gemeinsam mit seinem Bruder Wachilap regierte, und Faroald II. (703). Faroald eroberte Classis, den Hafen Ravennas, so Paulus Diaconus in seinen Schrifften: „In dieser Zeit fiel auch Faroald, der erste Herzog der Spoleter, mit einer langobardischen Armee in Classis ein, ließ die reiche Stadt geplündert und bar aller Reichtümer zurück.“ Er wurde vom langobardischen König Liutprand gezwungen, diie Stadt wiederherzustellen, ein Hinweis auf die lose Kontrolle der langobardischen Zentralregierung, deren Kräftigung Liutprands Aufgabe war, wie es Paulus Diaconus für seine fränkischen Auftraggeber interpretierte. Faroald wurde von seinem Sohhn Transamund II. (724) abgesetzt, der sich auch gegen Liutprand erhob und mit Papst Gregor III. verbündete, der ihm 738 in Rom Schutz bot. Hilderic, der ihn als Herzog ablöste, wurde von Transemund 740 erschlagen, der zwei Jahre (742) später von Liutprand gezwungen wurde, sich in ein Kloster zurückzuziehen, der das Herzogtum, das er mit Waffengewalt zurückgewonnen hatte, an Agiprand weitergab. Bei Liutprands Tod 744 stand Spoleto unter der Zentralgewalt Pavias, so dass Theodicus friedlich die Nachfolge antreten konnte. Drei Herzöge des 8. Jahrhunderts waren auch Könige der Langobarden, ein Zeichen, dass Spoleto stärker in das Königreich eingebunden war als Benevent.
776, zwei Jahre nach dem Fall Benevents, wurde Spoleto von Karl dem Großen unterworfen, der auch den Titel eines Königs der Langobarden annahm. Obwohl er das Gebiet der Kirche übereignete, behielt er das Recht, die Herzöge zu ernennen, eine wichtige Konzession und vermutlich ein Anlass zu Auseinandersetzungen, da Papst Hadrian I. bereits einen Herzog von Spoleto installiert hatte.
842 wurde das früherer Herzogtum von den Franken als Grenzmark wiederhergestellt, mit einem abhängigen Markgrafen an seiner Spitze. Unter den herausragenden der fränkischen Herzöge ist Guido I. aus der Familie der Guidonen, der das Herzogtum unter seine beiden Söhne Lambert und Guido II. aufteilte, letzterer mit der Herrschaft Camerino als Herzogtum. Lambert war ein furchtloser Kämpfer gegen die sarazenischen Räuberbanden, der 867 aber gleichermaßen die Römer niedermetzelte und 871 abgesetzt, 876 wieder eingesetzt und schließlich von Papst Johannes VIII. exkommuniziert wurde. 883 vereinte Guido II. das Herzogtum wieder, ab jetzt als Herzogtum von Spoleto und Camerino. Nach dem Tod Karls des Kahlen 888 ließ Guido sich selbst durch Papst Stephan VI. zum Römischen Kaiser und König von Italien krönen (891). Im folgenden Jahr krönte Papst Formosus Guidos Sohn Lambert II. zum Herzog, König und Kaiser.
Die Herzöge von Spoleto hörten nicht auf, sich in die gewaltsame Politik in der Stadt einzumischen. Alberich I., Herzog von Camerino (897) und später von Spoleto, heiratete die bekannte römische Adlige Marozia, Geliebte des Papstes Sergius III. (904–911) und wurde von den Römern 924 getötet. Sein Sohn Alberich II. unterwarf die Senatrix 932, obwohl ihr Sohn, sein Halbbruder, als Johannes XII. Papst war. Um 949 nahm Berengar II., der fränkische König von Italien und Römische Kaiser, Spoleto von seinem letzten Markgrafen zurück.
Später löste Kaiser Otto I. die sogenannte Sabina Langobardica vom Herzogtum ab und übergab sie dem Heiligen Stuhl. Ab nun wurde die Regierung in Spoleto mehr und mehr ein Gunstbeweis der Kaiser. 967 führte Otto II. kurzzeitig Spoleto mit dem Herzogtümern Capua und Benevent zusammen, die dann von Pandolfo Testa di Ferro regiert wurden; nach Pandolfos Tod gliederte er Spoleto wieder aus und gab es Hugo, dem Herzog von Tuscien. Das Herzogtum wurde 1057 ein zweites Mal mit der Toskana vereinigt, als Gottfried der Bärtige von Niederlothringen Beatrix heiratete, die Witwe des Herzogs Bonifazius von Spoleto; die Einheit hatte dann Bestand bis zum Tod der Gräfin Mathilde von Tuscien.
Während des Investiturstreits zwischen Papst und Kaiser ernannte Heinrich IV. eigene Herzöge von Spoleto. Das Herzogtum kam in die Familie Urslingen, Markgrafen von Ancona. Kaiser Friedrich I. zerstörte die Stadt 1155, ließ sie aber wieder aufbauen. 1158 gab er das Herzogtum an Welf VI., Heinrich VI. dann an Konrad von Urslingen, nach dessen Tod 1198 es Papst Innozenz III. gegeben wurde; 1209 wurde Spoleto von Otto IV. besetzt, der den Rapotonen Diepold VII. von Vohburg zum Herzog machte.
Otto IV. übertrug 1201 kaiserliche Recht in Spoleto an den Papst, kurze Zeit später wurde das Herzogtum der direkten Kontrolle der Kirche unterstellt mit einem Gouverneur, üblicherweise einem Kardinal an der Spitze, obwohl es in den Kämpfen Friedrich II. bis zum Ende der Staufer ein Zankapfel blieb.
Die Urslinger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Urslingen ist der Name einer hochmittelalterlichen adeligen Familie. Sie wird im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt und kam im Gefolge der Staufer vor allem in Italien schnell zu Machtpositionen. Wie verbunden sie mit den Staufern waren, zeigt die Aufnahme des zweijährigen Friedrich II. (HRR) zu Foligno wo er in Obhut der Herzogin von Spoleto, der Frau des Konrad von Urslingen (Vater) gegeben war.[1]
Der Name der Familie leitet sich von der Burg Urslingen am oberen Neckar her, von dessen Burg nur noch wenige Trümmer erhalten sind.
In der dritten Generation bereits besaßen die Urslinger das Herzogtum Spoleto, das sie mit dem Ende der Staufer abgeben mussten, wonach sie mit dem Titel eines Herzogs von Urslingen entschädigt wurden. Bekannter Vertreter des Geschlechts war Reinold VI. von Urslingen.

Liste der Herzöge von Spoleto
zum Reich der Langobarden
• Faroald I. 570–591
• Ariulf 591–601
• Theudelapius 601–653
• Atto 653–663
• Transamund I. 663–703
• Faroald II. 703–720
• Transamund II. 720–739 († ca. 745)
• Hilderic 739–740
• Transamund II. 740–742 (erneut), († ca. 745)
• Agiprand 742–744
• Transamund II. 744–ca. 745 (erneut)
• Lupus 745–752
• Unnolf 752
• Aistulf 752–756 (König der Lombardei 749–756)
• Ratchis 756–757 (König der Lombardei 744–749)
• Alboin 757–759
• Daufer (auch Desiderius) 758–759 († 774) (König der Lombardei 756–774)
• Gisulf 758–763
• Theodicius 763–773
zum Reich der Franken ab 774
• Hildeprand 774–788
• Winiges 789–822
• Suppone I. 822–824
• Adelard 824
• Mauring 824
• Adelchis I. 824–834
• Lambert 834–836
• Berengar 836–841
zum fränkischen Lotharii Regnum bis 855 und danach zu Italien bis 964
• Guido I., wohl ab 842 bis 858/860 (Guidonen)
• Lambert I. 860–871
• Suppone II., Graf von Camerino, Schwiegervater des Königs Berengar I.
• Suppone III. 871–874 ∞ NN, Schwester des Markgrafen Eberhard von Friaul (Unruochinger)
• Lambert I. (erneut) 875–879 gemeinsam mit
• Guido II. 876–882 gemeinsam mit
• Guido III. 880–894
• Lambert II. 894–898 (römischer Kaiser)
• Guido IV. 895-898 (Herzog von Benevent 895–897)
• Alberich I. 898–922 ∞ Marozia (Haus Tusculum)
• Bonifatius I. 923–928
• Peter 924–928
• Theobald 933–93
• Anscar von Ivrea, Markgraf von Camerino und Spoleto 937–940, Bruder König Berengars II. (Haus Burgund-Ivrea)
• Sarlione 940–943
• Hubert 943–946, Schwiegersohn des Bonifacius (Bosoniden)
• Bonifatius II. 946–953
• Theobald II. 953–959
• Thrasimund III. 959–967
• Konrad von Ivrea, Graf von Camerino und Spoleto vor 966–1001, Sohn König Berengars II. (Haus Burgund-Ivrea)
• Pandulf I. Eisenkopf 967–981 (Herzog von Benevent 943–981)
• Thrasimund IV. 982–989 (Herzog von Camerino)
gehört zu Toskana 989–ca. 1020
• Hugo 989-996 (auch Markgraf von Tuszien)
• Ademar 999– ?
• Romanus 1003– ?
• Rainier 1010–ca. 1020 († 1027) (Herzog der Toskana 1014–1027)
• Hugo II. ca. 1020–1035
• Hugo III.1036–1043
gehört zu Toskana 1043–1056
• Gottfried 1057–1070 (Herzog von Niederlothringen)
gehört zu Toskana 1070–1082
• Rainier II. 1082–1086
gehört zu Toskana 1086–1093
• Werner II. 1093–1119 (Markgraf von Ancona)
gehört zu Toskana 1119–1171
• Ridelulf 1172– ?
• Konrad von Urslingen, 1177–1198 bezeugt
• Pandulf II. 1190–1195
• Heinrich von Urslingen, Konrads Sohn, 1205
• Konrad von Urslingen, Heinrichs Bruder, 1198–1205 bezeugt
• Diepold von Schweinspeunt (Diepoldinger-Rapotonen), Herzog ab 1210, † 1225
• Rainald von Urslingen, Konrads Bruder, 1223–1230 bezeugt
• Konrad Guiskard von Urslingen, Konrads Sohn, 1227–1267 bezeugt
• Berthold von Urslingen, Neffe Rainalds, 1251–1276 bezeugt
Liste der Generalvikare oder Reichsverweser des Herzogtum Spoleto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
• von 1247 bis 1249 Richard von Chieti (ital: Riccardo; * zwischen 1222 und 1225; † Mai 1249)



Weblinks
• Liste der langobardischen Herzöge von Spoleto, 570 – 774
• Catholic Encyclopedia: Spoleto; eine weitere Liste von Herzögen, wohl aus dem Liber Pontificalis stammend
Einzelnachweise
1 Petrus von Eboli: Liber ad honorem Augusti. Bern, Burgerbibliothek, Codex 120. II, fol. 138r. 
von Camerino und Spoleto, Graf Suppo (I5857)
 
34486 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog_von_Montalto Ruffo, Graf Carlo (I42099)
 
34487 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog_von_Montmorency von Montmorency, Mathieu (Matthias) II. (I29717)
 
34488 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog_von_Montmorency von Montmorency, Herr Mathieu (Matthias) I. (I29721)
 
34489 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog_von_Montmorency von Montmorency, Herr Bouchard (Burkhard) IV. (I29719)
 
34490 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog_von_Montmorency von Montmorency, Bouchard (Burkhard) III. (I29724)
 
34491 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog_von_Montmorency von Montmorency, Herr Hervé (I29726)
 
34492 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog_von_Montmorency von Montmorency, Herr Bouchard (Burkhard) II. (I29728)
 
34493 https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog_von_Montmorency von Montmorency, Herr Bouchard (Burkhard) I. (I29729)
 
34494 https://de.wikipedia.org/wiki/Hesso_I._von_Backnang

Hesso I. von Backnang, auch Hesso der Ältere, gilt als erster Herr von Backnang aus der Dynastie der Hessonen.
Er wird im Nekrolog des Stifts Backnang, wo ihm der Beiname "der Gute" gegeben wird, als Vater des Hesso II. genannt. Die genaue zeitliche Einordnung ist mangels eindeutiger Quellen unsicher.

Vermutlich ist er mit dem Hesso identisch, der zusammen mit seinem Sohn (dann Hesso II.) im Jahr 1067 eine Schenkung bezeugt. Zeitlich müsste er dann auch mit dem letzten hessonischen Grafen im Sülchgau (1057 bezeugt) identisch sein, was bedeutetet, dass während seiner Herrschaft um die Mitte des 11. Jahrhunderts der Familienschwerpunkt nach Backnang verlagert wurde. Seine Eltern wären dann höchstwahrscheinlich der 1027 belegte Hesso, Graf im Sülchgau und Murrgau, und dessen Frau Gisela von Backnang, die die Stadt Backnang in die Dynastie einbrachte. Hesso I. wäre damit wohl auch mit deren um 1050 genannten Sohn Hesso von Blansingen identisch, der einen Bruder namens Gerung hatte und bedeutende Ländereien am südlichen Oberrhein besaß.
Die Durchnummerierung der Hessonen-Herrscher ist nicht einheitlich, gelegentlich wird bereits sein Vater, der Ehemann der Gisela, als Hesso I. von Backnang gezählt, die Ordnungszahlen verschieben sich in diesem Fall um eine Generation.


Literatur
• Florian Lamke: Die frühen Markgrafen von Baden, die Hessonen und die Zähringer In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 154 (2006)
• Ottilie Kilian: Sülchgau - Wolfsölden - Schauenburg: Das machtpolitische Streben eines mittelalterlichen Adelsgeschlechts (1000-1300) In: Mannheimer Geschichtsblätter Neue Folge Band 6 (1999) 
von Backnang (Hessonen), Hesso I. (I9873)
 
34495 https://de.wikipedia.org/wiki/Hesso_II._von_Backnang

Hesso II., auch Hesso der Jüngere (* vor 1067; † vermutlich nach 1111), war als Sohn und Nachfolger von Hesso I. Herr von Backnang aus der Dynastie der Hessonen.

Da die Durchnummerierung der Familienmitglieder nicht eindeutig ist, ist die genaue zeitliche Einordnung unsicher. Im Folgenden soll davon ausgegangen werden, dass sein Vater Hesso I. der Hesso war, der um die Mitte des 11. Jahrhunderts herrschte.
Erstmals tritt Hesso II. im Jahr 1067 an der Seite seines Vaters bei der Bezeugung einer Schenkungsurkunde in Augsburg auf. Danach erscheint 1075 bei der Wiederherstellung des Klosters Hirsau durch Adalbert II., Graf von Calw, ein Hesso von Sülchen, der wahrscheinlich mit Hesso II. identisch ist. Da dieses Mal nur ein Hesso auftritt, kann man davon ausgehen, dass inzwischen der Vater gestorben war.

Hesso II. war mit einer nicht näher identifizierbaren Judith verheiratet, das Paar hatte mehrere Kinder: Judith (von Backnang-Sulichgau), ein weiterer Hesso (III.), Pilgerinus, sowie Siegehard (von Wolfsölden), wobei besonders bei letzterem die Abstammung umstritten ist, da er nie gemeinsam mit den restlichen Geschwistern genannt wird. Hesso II. verheiratete seine Kinder mit den mächtigen Familien der Region, so heiratete Siegehard in den 1080er-Jahren eine Calwer Grafentochter und Judith um das Jahr 1111 den Markgrafen Hermann II. von Baden. Bei letzterer Ehe fiel die Stadt Backnang selbst als Mitgift an Baden und die Hessonen verlagerten ihre Herrschaft auf die Burg Wolfsölden.
Hessos II. Nachfolger wurde vermutlich sein historisch kaum fassbarer Sohn Hesso III.


Literatur
• Florian Lamke: Die frühen Markgrafen von Baden, die Hessonen und die Zähringer In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 154 (2006)
• Ottilie Kilian: Sülchgau - Wolfsölden - Schauenburg: Das machtpolitische Streben eines mittelalterlichen Adelsgeschlechts (1000-1300) In: Mannheimer Geschichtsblätter Neue Folge Band 6 (1999) 
von Backnang (Hessonen), Hesso II. der Jüngere (I9871)
 
34496 https://de.wikipedia.org/wiki/Hettlingen_ZH

Hettlingen ist eine Gemeinde im Bezirk Winterthur des Kantons Zürich in der Schweiz. Das Dorf gehört zur Agglomeration der Stadt Winterthur.

Wappen
Blasonierung

Geteilt, oben in Gold ein halber blauer Adler an der Teilung, unten geschacht von Silber und Rot
Geographie
Hettlingen liegt nördlich von Winterthur in der hügeligen Gegend des südlichen Zürcher Weinlandes am Ostfuss der Irchelkette.

Die Gemeinde Hettlingen grenzt im Nordwesten an Henggart, im Nordosten an Dägerlen, im Südosten an Seuzach, im Süden an Winterthur, und im Westen Neftenbach.

Politik
Seit 2010 ist Bruno Kräuchi (FDP) Gemeindepräsident (Stand Dezember 2017).

Es gibt folgende Parteien: FDP, GLP, PFH (Politisches Forum Hettlingen) und SVP.

Geschichte
Die ersten Besiedelungsspuren in Hettlingen gehen auf die Jungsteinzeit zurück. Aus römischer Zeit wurden in der Nähe der Kirche Reste eines römischen Gutshofes gefunden. Um 700 gab es in Hettlingen eine frühmittelalterliche Kapelle und es wurden alemannische Gräber aus dieser Zeit gefunden.

1223 werden die Herren von Hettlingen erstmals erwähnt, kyburgische Gefolgsleute, die im 1752 abgebrochenen Wasserschloss Hettlingen residieren. 1434 erwirbt die Stadt Winterthur Hettlingen, in dessen Besitz das Dorf bis zum Ende der alten Herrschaft 1798 bleibt. 1857 wurde das Dorf durch die Rheinfallbahn erschlossen. Heute ist das Dorf eine Agglomerationsgemeinde der Stadt Winterthur.

Schulen und Kindergärten
2 Kindergärten
Primarschule
Naturschutzgebiete
Baldisriet
Mädlesten
Mittelfeld
Verkehr
Hettlingen ist Haltepunkt an der S-Bahn-Linie 33 von Winterthur nach Schaffhausen. Es bestehen auch zwei Haltepunkte der Postauto-Linie Winterthur – Henggart. Der nächste Autobahnanschluss zur N 1 (St. Gallen – Bern) und N 4 (Winterthur – Schaffhausen) in Ohringen ist drei Kilometer entfernt.

Freizeiteinrichtungen
Sportanlagen
Turnhalle
Freibad mit Sprungturm (1 m und 3 m), Beachvolleyballfeld. 25-m-Schwimmbecken, Nichtschwimmerbecken und ein Planschbecken für die Kleinen
Tennisanlage mit drei Plätzen
Schiesssportanlage „Witerig“ (Gemeinschaftsanlage der Dörfer Ohringen, Seuzach und Hettlingen)
Sehenswürdigkeiten
Siehe auch: Liste der Kulturgüter in Hettlingen ZH
Persönlichkeiten
Peter Spälti (1930–2010), Politiker und Manager
Literatur
Hans Martin Gubler: Kunstdenkmäler der Schweiz Band 79 "Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 8: Der Bezirk Winterthur Nördlicher Teil" Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 1986 ISBN 3-7643-1812-0 S. 118–144.
Weblinks
Commons: Hettlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Website der Gemeinde Hettlingen
Statistische Daten des Kantons zur Gemeinde Hettlingen
Ueli Müller: Hettlingen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Einzelnachweise
Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 20. September 2017.

 
von Hettlingen, Verena (I11210)
 
34497 https://de.wikipedia.org/wiki/Heudorf_(Adelsgeschlecht)

Heudorf (Adelsgeschlecht)

Das seit dem 13. Jahrhundert in Urkunden bezeugte Rittergeschlecht von Heudorf (auch Houdorf, Höwdorff, Hödorf oder Heydorf), dem schwäbischen Uradel angehörend, hatte seinen Stammsitz in der heute nicht mehr existierenden Burg in Heudorf unweit von Stockach im Hegau und war Sitz des weitverzweigten und mächtigen Adelsgeschlechtes. Durch die in der Region weitverbreitete Ortsbezeichnung Heudorf (beispielsweise Heudorf im Hegau, Heudorf bei Meßkirch, Heudorf bei Dürmentingen oder Heudorf bei Scheer), fällt die eindeutige Zuordnung des Adelsgeschlechtes von Heudorf als ursprünglicher Namensgeber für den Ortsnamen Heudorf schwer.

Geschichte
1262 wird Hainricus de Houdorf urkundlich erwähnt. Die Brüder Hainricus und Burchardus de Hödorf 1288 als ritterbürtige Ministerialen des Mangold von Nellenburg. Herren von Heudorf waren ein „rathsfähiges“ Geschlecht der Stadt Überlingen und treten auch in mehreren Städten des Bodenseegebietes auf. Erwähnt um 1280 wird Berchtold von Hödorf in Pfullendorf. Albert von Höwdorff, Bürger in Überlingen, Ratsherr 1291, von den Herren von Bodman 1282 mit Gütern in Bischoffingen belehnt. Die Brüder Heinricus und Albertus de Hödorf erhielten 1303 vom Bischof von Konstanz die Burghut („Custodia castri“) über Walsperg (Waldsberg, jetzt Ruine bei Krumbach, Ortsteil der Gemeinde Sauldorf). Heinrich und Berthold von Heudorf kauften 1346 ein Gut in Garmenswiler (Gallmannsweil) und Vogtrechte in Schwandorf, sowie 1353 den „Stuckihof“ in Krumbach als Lehen von Reichenau. 1356 wird die den Brüdern Ortolf und Heinrich von Heudorf versetzt gewesene Burg Waldsberg an Bilgri von Heudorf verpfändet. 1354 war Heinrich Ritter von Heudorf Klosterherr in Salem. Johann von Heudorf empfing 1363 die Reichenauer Lehen des verstorbenen Heinz von Heudorf. Ulrich und Albert von Heudorf sprechen 1377 den großen Zehnten in Bettmaringen an. 1386 fielen Conrad, Dietrich und Hans von Heudorf in der Schlacht bei Sempach. Um 1406 wird Ritter Bilgeri von Heudorf als Sohn des Bilgeri des Älteren von Heudorf und der Katharina von Randegg und 1429 Hans von Haidorf in Waldsberg urkundlich erwähnt. Hans von Heudorf, in Mettenbuch sesshaft, wird 1413 vom Kaiser Sigismund belehnt. Heinrich Hödorffer war Frei-Landrichter im Hegau und Madach in den Jahren 1412 und 1415. Hans von Heudorf war 1424 Bürgermeister in Überlingen.


Wappen derer von Heudorf
Das Geschlecht teilt sich fortan in mehrere Stammlinien, so in die Linien (Stammtafeln) Heudorf zu Schenkenberg, zu Aulfingen und in Waldsberg. Hans Conrad von Heudorf, Fürstlich Kemptenscher Rat und Vogt zu Sulzberg ist, infolge Auswanderung seines Sohnes Christoph Friedrich von Heudorf (Anfang des 16. Jahrhunderts), Stifter einer Tiroler Linie. Dieser zog ins damalige Tirol und wurde 1550 vom Hochstift Trient mit dem Schloss Ursäna in Ossana[1] auf dem Nons und 1555 vom Hochstift Brixen mit dem Schloss Gärnstein bei Latzvons belehnt. Fortunat von Heudorf kaufte vom geheimen Rat des Kaisers Maximilian, Stredele, die Burg Obermontan. 1647 erwarb die offenbar im Verfall begriffene Burg der Historiker Graf Maximilian von Mohr.[2]

Wappen
In von Rot und Silber gespaltenem Schild rechts drei aufwärts gerichtete silberne „Heulicher“ übereinander, links ohne Bild. Auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein Mannesrumpf mit einem rot-silbernem Hut oder mit einer mit drei roten und drei silbernen Pfauenfedern besteckten Krone. (Zur Erklärung: Heulicher oder Häulicher sind ein zum Ausraufen des Heus aus dem Heuhaufen dienendes Werkzeug. Hewrewffen; lüchen oder liechen, althochdeutsch: zupfen).

Literatur
Oberbadisches Geschlechterbuch, Hrsg.: Badische Historische Kommission unter Bearbeitung von J. Kindler von Knobloch, Zweiter Band, He – Lysser, Heidelberg, Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung 1905, S. 51 – 58.
Einzelnachweise
1 Beda Weber: Das Land Tirol. Ein Handbuch für Reisende. Band 3. 1838, S. 233 online
2 Beda Weber, Das Land Tirol. Ein Handbuch für Reisende, Band 3. 1838 S. 307 
von Heudorf, Agnes (I4369)
 
34498 https://de.wikipedia.org/wiki/Hidda

Hidda, urkundlich auch Hitta genannt, (* in Ostfalen; † 969 oder 970 in Jerusalem), war eine ostfälische Gräfin und frühmittelalterliche Jerusalem-Pilgerin.

Herkunft
Hidda war die Tochter des ostfälischen Grafen Thietmar († 1. Juni 932) und der Hildegard. Donald C. Jackman hält Hildegard für eine Tochter Glismuts und damit eine Schwester König Konrads I.[1] Hidda wäre nach ihrer Mutter benannt, denn bei dem Namen handelt es sich um die zeitgenössische Koseform der mit Hild- beginnenden Frauennamen, bei Hildegard abgeleitet von ahd. hiltja = Kampf und ahd. gard = Hort, Schutz. Hidda hatte zwei Brüder, Siegfried von Merseburg († 1. Juni 937), den späteren Legaten, und Gero († 20. Mai 965), den späteren Markgrafen.

Leben
Nach 900 wurde ihr der erste Sohn Gero von ihrem Gemahl Christian geboren, so dass eine bereits zu dieser Zeit bestehende Ehe anzunehmen ist. Christian war vermutlich ein Billunger und schon damals mit Nienburg (Saale) an der Grenze des Nordthüringgaus zum Schwabengau begütert.
Im Jahre 906 verschwägerten sich Hiddas Familie und die Liudolfinger durch die Heirat Heinrichs (des späteren Königs Heinrich I.) mit Hiddas Cousine Hatheburg von Merseburg. Hiddas Vater Thietmar war als ehemaliger Erzieher Heinrichs zu dessen Ratgeber auserkoren worden.
Um das Jahr 920 wurde ihr ein zweiter Sohn Thietmar geboren, der das Erwachsenenalter erreichte. Über dazwischen geborene weitere Söhne, die jung gestorben sein sollen, oder über Töchter, welche in andere Adelsgeschlechter einheirateten, ist in der Forschungsgeschichte viel spekuliert wurden, ohne dass jemals ein eindeutiger Beleg erbracht werden konnte.
932 starb ihr Vater, wobei die Grafschaft des Nordthüringgaus an ihren Bruder Gero geht. Nach dem Tode ihres Bruders Siegfried 937 folgte Gero diesem als Markgraf nach und überließ ihrem Gatten Christian den Nordthüringgau, der nunmehr im Altsiedelland der Sachsen weit jenseits der neuen Ostgrenze liegt. Bei dieser Gelegenheit wurde Christian auch Graf im Schwabengau genannt, wo er in die Rechte der den Liudolfingern zunächst unterlegenen suebischen Grafen eingetreten war. Schon 944 übbertrug Christian die Grafschaft im Nordthüringgau an seinen damals noch sehr jungen Zweitgeborenen Thietmar, da sich sein Erstgeborener Gero für die Klerikerlaufbahn entschieden hatte und es dabei auch bis zum bedeutenden Amt des Erzbischofs von Köln brachte. Zu Christians Grafschaft im Schwabengau kam 945 auch noch die des benachbarten Gaues Serimunt hinzu, nachdem auch dort die angestammten suebischen Grafen zunächst verdrängt werden konnten.
950 starb ihr Gatte Christian und wurde vermutlich in dem um 869/870 gegründeten ehemaligen Reichsstift Ludwigs des Deutschen zu Frose im Schwabengau beigesetzt. Dieses Stift war kurz vor 950 von ihrem Bruder Gero erneuert worden. Das Kloster Nienburg existierte erst ab 975.
959 starb ihr Neffe Siegfried, Geros letzter Sohn, kinderlos. Zuvor war schon Geros anderer Sohn, der Diakon Gero, ebenfalls kinderlos gestorben. Da dies ein Aussterben der Linie des mächtigen Markgrafen bedeutete, kam es zur Gründung des Memorial-Stiftes Gernrode, dem auch das Kloster Frose unterstellt wurde. Bereits im ersten Bau der Gernroder Stiftskirche gab es eine Heilig-Grab-Nische (später zu dem berühmten Heiligen Grab ausgebaut). Hier wurde der Wunsch des Stifters Gero deutlich, möglichst nahe am Heiligen Grab bestattet zu werden, um so am Tod und an der Auferstehung Jesu Christi teilzuhaben. Gero hatte zwar zwei Pilgerfahrten nach Rom unternommen, aber keine in das Heilige Land.
Aus demselben zeittypischen Impuls heraus unternahm Hidda nach dem Tod ihres jüngsten Bruders 965 eine Pilgerreise nach Jerusalem, wo sie 969 oder 970 erkrankte und verstarb. Ihr frommer Wunsch, möglichst nahe bei Christus begraben zu werden, ging so ganz real in Erfüllung. Sie wies ihre Begleiterinnen an, nach ihrer Beerdigung Jerusalem möglichst schnell zu verlassen, das auch nicht lange darauf von den Fatimiden unter Brandschatzung auch des Heiligen Grabes erobert wurde (979). Außerdem wünschte sie, dass ihr Sohn Gero ihr in der Kölner Klosterkirche St. Cäcilien einen Altar zum Gedächtnis errichten solle. Damals war Bereswinta Äbtissin (962-982) des Damenstiftes, eine Tochter des bereits 936 verstorbenen Königs Heinrich. EErst 965 hatte Bereswintas Bruder Erzbischof Brun diesem Stift 50 Pfund Silber zur Vollendung des Kirchenbaues vermacht, sodass die Kirche mit neuer Krypta als eine gute Basis für eine Memorialstätte erschien. Diese ottonische Stiftskirche wurde jedoch im 12. Jahrhundert durch einen staufischen Neubau ersetzt, sodass der Altar Hiddas seither nicht mehr erhalten ist.

Nachkommen
Ihr Sohn Gero stiftete um 969 den Gero-Codex und wurde im gleichen Jahr zum Erzbischof von Köln gewählt (970 durch den Kaiser Otto I. bestätigt). Es ist unwahrscheinlich, dass Hidda hiervon noch erfahren hat. Gero verstarb am 28. Juni 976 im Ruf der Heiligkeit und wurde im Kölner Dom beigesetzt, wo er um 1260 sogar eine Grabtumba in der Stephanskapelle erhielt. Sein Festtag als katholischer Heiliger ist der 29. Juni.
Ihr Sohn Thietmar wurde auf Grund seiner Machtfülle in mehreren Grafschaften nach dem Tode des Markgrafen Geros 965 Markgraf eines Teilgebietes seines Onkels, der Nordmark. 970 gelang ihm noch der Erwerb der Grafschaft im Gau Serimunt, 976 sogaar noch der Markgrafschaften Meißen und Merseburg. Diese vielen und hohen Ämter, die ihn zum Haupterben Geros machten, konnte er nicht lange ausüben, denn er verstarb kurz darauf im Jahre 978 und wurde in der Klosterkirche Nienburg begraben. Erst drei Jahre zuvor hatte er zusammen mit seinem Bruder, dem Erzbischof Gero von Köln, das Kloster von Thankmarsfelde im Harz dorthin verlegt. Nur Teile seiner umfangreichen Besitzungen gingen an seinen einzigen Sohn Gero, die Markgrafschaften dagegen wieder an den Ekkehardiner Gunther von Merseburg. 993 konnte Gero wenigstens Markgraf der Mark Lausitz werden.

Nachwirkung
Nach Hidda wurde eine um 970 geborene Tochter des Lausitzer Markgrafen Hodo I., eines engen Verwandten des Markgrafen Gero, benannt.
Mit dem kinderlosen Markgrafen (der Lausitz) Hodo II., ihres einzigen männlichen Ururenkels, starb kurz nach 1032 ihre Linie im Mannesstamm aus, worauf die genuin suebischen Wettiner zunächst dessen Markgrafschaft und 1089 auch die wichtige Markgrafschaft Meißen erwarben. Dieses Geschlecht stellte in der Folge die sächsischen Kurfürsten und Könige bis 1918.
Der Schwabengau und der Gau Serimunt entwickelten sich zum Stammland der genuin suebischen Askanier, welche in der Folge das Fürstentum Anhalt (bis 1918), die Markgrafschaft Brandenburg (bis 1320) und das Herzogtum Sachsen (bis 1423) besaßen.
Die mit Hiddas Familie verschwägerten einst so mächtigen sächsischen Adelsgeschlechter der Liudolfinger (Ottonen) und der Billunger starben bereits 1024 (Ottonen) bzw. dann 1106 (Billunger) im Mannesstamme aus.



Quellen
• Annalista Saxo: Reichschronik a. 965
• Thietmar von Merseburg: Chronik. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft, Darmstadt 1992.
Literatur
• Herbert Ludat: An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik des Ottonenreiches und der slavischen Mächte in Mitteleuropa. Böhlau, Weimar 1995.
• Lutz Partenheimer: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2001.
• Ruth Schölkopf: Die sächsischen Grafen 919-1024 (= Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens. Band 22). Göttingen 1957
Anmerkungen
1 Donald C. Jackman: König Konrad, die letzten Karolinger und ihre sächsischen Verwandten. in: Hans-Werner Goetz (Hrsg.): Konrad I. - Auf dem Weg zum "Deutschen Reich"? Winkler, Bochum 2006, ISBN 3-89911-065-X, S.77–92 hier S. 90. (Rezension; PF; 111 kB) 
(Ostfalen), Hidda (Hitta) (I6957)
 
34499 https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_(Karolinger)

Hildegard (* ca. 758[1]; † 30. April 783 in Diedenhofen[2] an der Mosel in der Lothringer Pfalz) war die dritte[3] Frau Karls des Großen und Mutter Ludwigs des Frommen. Es lassen sich zu ihrem Leben nur wenige Informationen finden, denn wie alle Frauen Karls stand sie im politischen Hintergrund und fand nur bezüglich ihrer Hochzeit, ihres Ablebens und als Mutter Erwähnung.[4]

Sie war die Tochter des schwäbischen Grafen Gerold aus dem Geschlecht der Agilolfinger und der Imma, Tochter des alemannischen Grafen Hnabi und Hereswintha vom Bodensee.[5] Ihrem Vater gehörten weitläufige Besitztümer im Herrschaftsgebiet von Karls jüngerem Bruder Karlmann, was diese Ehe langfristig zur bedeutsamsten Beziehung Karls macht, da er so seine Position in den Gebieten östlich des Rheins stärken und den alemannischen Adel an sich binden konnte.[6]

Es ist nicht bekannt, ob diese Verbindung bereits vor dem plötzlichen Tod Karlmanns von Karl dem Großen geplant wurde oder nur Teil der zielstrebigen Einverleibung des Reiches seines jüngeren Bruders war, bei Übergehung etwaiger Ansprüche seiner Neffen.[7] Jedenfalls kam es Ende 770/Anfang 771 zur Trauung Karls und Hildegards. Zuvor hatte Karl seine bisherige Frau Desiderata verstoßen.
Da von Hildegard keine genauen Geburtsdaten überliefert sind, bleibt davon auszugehen, dass sie zu diesem Zeitpunkt zwischen 12 und 14 Jahre alt war. Eine Vermählung in diesem Alter ist für die damalige Zeit nicht ungewöhnlich, da das heiratsfähige Alter mit der Geschlechtsreife festgesetzt wurde. Im römischen Recht, welches von der Kirche stark rezipiert wurde, war das Mindestalter für eine Ehe bei Mädchen auf 12 Jahre festgelegt.[8]
Eine intensive körperliche Beziehung der Ehepartner ist dadurch belegt, dass Hildegard in 12 Ehejahren 8 Schwangerschaften, darunter eine mit Zwillingen, erlebte, eventuelle Fehlgeburten nicht mit einbezogen. Sie begleitete Karl auf vielen seiner Feldzüge. So ließ er sie 773/774 hochschwanger nachkommen, während er die Hauptstadt des Langobardenreiches, Pavia, belagerte. Dort wurde seine erste Tochter Adelhaid geboren, die jedoch bereits auf dem Rückweg über die Alpen verstarb. 778 begleitete Hildegard den König bis nach Aquitanien, wo sie die Zwillinge Lothar und Ludwig zur Welt brachte.[9] 780/781 reiste sie gemeinsam mit Karl und vier ihrer Kinder nach Rom. Dort wurden die Söhne Ludwig und Karlmann zu Unterkönigen über eigene Gebiete gesalbt. Ludwig erhielt Aquitanien und Karlmann wurde auf den Namen Pippin getauft und Unterkönig über Italien. Dies trug zur Stärkung des Bündnisses zwischen den Karolingern und den Päpsten bei.[10] Wegen der häufigen Schwangerschaften kann vermutet werden, dass sie Karl auf weiteren Feldzügen zumindest zeitweise begleitet hat.
Hildegard starb am 30. April 783 kurz nach der Geburt ihrer letzten Tochter und wurde am 1. Mai, in der Abtei Sankt Arnulf in Metz beigesetzt. Es war Karls Wunsch, dass an ihrem Grab immer Kerzen brennen und täglich Gebete für die Verschiedene gesprochen werden sollten.[11]

Wirken und Nachleben
Hildegard machte verschiedene Schenkungen an die Klöster St. Denis und St. Martin in Tours.[12] Sie war mit der heiligen Lioba befreundet, die für einige Zeit bei ihr am Hof gelebt haben soll. Sie vermittelte Hildegard religiöse Bildung und bot ihr geistlichen Rat.[13] Gemeinsam mit ihrem Mann gab sie das Godescalc-Evangelistar in Auftrag[14] und findet erstmals ausdrücklich Erwähnung als Königin – auch der Langobarden – durch das gemeinsame Unterzeichnen von Urkunden mit ihrem Gemahl.[15]
Hildegard genoss bereits zu Lebzeiten hohes Ansehen und erfuhr in ihrem Nachruf von Paulus Diaconus verschiedene Würdigungen.[16] Diese sind jedoch mit gewisser Skepsis zu betrachten. In ihrem Epitaph sind unterschiedliche, zu dieser Zeit gängige Floskeln und Topoi enthalten, die möglicherweise eingebracht wurden, um Karl zu schmeicheln. So findet sich zum Beispiel der Verweis darauf, dass Hildegard der Inbegriff von Schönheit, Weisheit und Tugend gewesen sei. Es handelt sich hierbei um feststehende Redewendungen, die von mittelalterlichen Autoren verwendet wurden, um die Herrscherinnen standesgemäß zu umschreiben.[17] Papst Hadrian I. drückte in einem Brief an Karl sein Beileid über den frühen Tod Hildegards aus.
Hildegard nutzte ihre königliche Stellung und die damit verbundenen Möglichkeiten, um ihren Bruder von der Absetzung des Tassilo III. von Bayern profitieren zu lassen. Soweit bekannt, war sie die einzige von Karls Ehefrauen, der es gelang, einem Familienmitglied nach der Heirat ein Amt zu verschaffen.[18] Außerdem kann angenommen werden, dass sie wie andere frühmittelalterliche Königinnen verschiedene Aufgaben wahrnahm, zum Beispiel als Vorstand der königlichen Hofhaltung an unterschiedlichen Entscheidungen etwa über die Aufenthalte des Hofes beteiligt wurde, oder als Vertreterin des Herrschers bei dessen Abwesenheit. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass sie bei allen Entscheidungen mit ihm in engem Kontakt stand.[19]
Zusammen mit ihrem Mann stattete sie das bereits seit 752 bestehende Kloster zu Kempten reich aus. Aus Italien brachte sie nach dem Langobardenfeldzug 773/774 die Reliquien der Märtyrer St. Gordian und St. Epimachus nach Kempten, die seitdem die Patrone der Klosterkirche sind (zusammen mit der Gottesmutter Maria).
Hildegard wurde in Kempten als Stifterin intensiv verehrt; ihre Bildnisbüste zierte das Stiftswappen und einige Münzen der Fürstabtei. Im Spätmittelalter wurde behauptet – und durch Chronikfälschungen untermauert, Hildegard sei in Kempten bestattet worden (ebenso wie ihr Sohn Ludwig der Fromme); man baute ihre Grabkapelle (Hildegardkapelle) zu einem Wallfahrtsort aus, für den auch Mirakellisten überliefert sind. Dadurch erklärt sich, dass die Königin Hildegard im Allgäu wie eine Heilige verehrt und auch stets mit Nimbus dargestellt wurde. Noch in der barocken Residenz wurde im 17. Jahrhundert in einem der Innenhöfe eine Grabkapelle für Hildegard errichtet, die nach der Säkularisation abgebrochen wurde. Auch im modernen Kempten sind Hildegard und ihre Bedeutung für die Stadtentwicklung immer noch stark wahrnehmbar: Der zentrale Platz vor der ehemaligen Klosterkirche St. Lorenz ist nach ihr Hildegardplatz genannt. 1862 wurde auf dem Platz der neugotische Hildegardsbrunnen aufgestellt, der in den 1950er Jahren abgebrochen wurde. An einigen Hausfassaden ist ihr Bild aufgemalt, z. B. am Landhaus vom Kunstmaler Franz Weiß. Das ursprünglich Mädchen vorbehaltene Hildegardis-Gymnasium ist ein weiterer Erinnerungsort in Kempten. An der Lindauer Straße in direkter Nähe zu der Schule steht der Hildegard-Brunnen. An den Fassaden einiger Häuser ist sie dargestellt. Am Rande des Kemptener Wald stand die Hildegardseiche, die vor einigen Jahren durch eine Neupflanzung ersetzt wurde. Bis in die 1950er wurden viele in Kempten geborene Mädchen nach Hildegard benannt.

Kinder
Obwohl Karl bereits von seiner ersten Frau einen Sohn hatte, wurde das Reich im Testament von 806 (Divisio Regnorum) unter den drei Söhnen Hildegards aufgeteilt, die das Erwachsenenalter erreichten.[20] Weil ihr Sohn Ludwig der Fromme Karl als Kaiser nachfolgte, wurde Hildegard als „Mutter von Königen und Kaisern“ bezeichnet.
• Karl der Jüngere (* 772/773, † 4. Dezember 812) erbte den Kernbereich Neustrien und war – lange Zeit gemeinsam mit Pippin dem Buckligen (vor dessen Rebellion und Abschiebung ins Kloster) – als Haupterbe vorgesehen, starb jedoch vor seinem Vatr.[21]
• Adelhaid (* 773/774, † Juli/August 774) wurde nach einer früh verstorbenen Schwester Karls benannt.[22]
• Rotrud (* 775, † 6. Juni 810), benannt nach der Großmutter Karl des Großen, wurde in Rom im Alter von 6 Jahren mit dem damals etwa 10-jährigen Kaiser Konstantin VI. von Byzanz verlobt. Die Ehe kam jedoch aufgrund zunehmender Entfremdung der biden Reiche nicht zustande.[23]
• Karlmann (* 777, † 8. Juli 810) wurde am 15. April 781 von Papst Hadrian I. in Rom auf den Namen Pippin getauft und zum König von Italien gekrönt.
• Lothar (* 16. April 778, † 779/780)
• Ludwig (* 16. April 778, † 20. Juni 840) wurde in Rom zum Unterkönig von Aquitanien ernannt und später als Kaiser Ludwig der Fromme bekannt.
• Bertha (* 779/780, † nach 14. Januar 823) wurde nach der zum Zeitpunkt ihrer Geburt noch lebenden Mutter Karls benannt. Sie sollte mit einem angelsächsischen Thronerben verheiratet werden. Der König Offa von Mercien schlug vor, Karl den Jüngeen mit einer der angelsächsischen Prinzessinnen zu vermählen, dies wurde von Karl jedoch als Zumutung empfunden, und er ließ das Frankenreich für angelsächsische Kaufleute sperren.[24]
• Gisela (* vor Mai 781, † nach 800) wurde nach der noch lebenden Schwester Karl des Großen benannt und in Rom getauft, mit dem Erzbischof von Mailand als Paten.
• Hildegard (* 782, † 8. Juni 783), für die damalige Zeit unüblicherweise nach ihrer noch lebenden Mutter benannt, folgte dieser bald ins Grab und wurde mit ihr in St. Arnulf in Metz beigesetzt.




Quellen
• Einhard: Vita Karoli Magni (Kapitel 18)
• Notker: Gesta Karoli Magni (Buch I, Kapitel 4)
• Paulus Diaconus: Epitaphium Hildegardis reginae
• Annales regni Francorum (Jahre 780, 781 und 783)
• Thegan: Vita Hludowici (Kapitel 2)
• Annales Mettenses priores (Jahr 780 und 783)
• Annales mosellani
Einzelnachweise
1 Es ist kein genaues Geburtsdatum überliefert. Dies ist für eine angeheiratete Königin zu diesem Zeitpunkt nicht ungewöhnlich, da sie bei der Geburt noch nicht Teil der Herrscherfamilie und somit für deren Chroniken unbedeutend war, siehe Achm Thomas Hack: Alter, Krankheit, Tod und Herrschaft im frühen Mittelalter, (= Monographien zur Geschichte des Mittelalters 56), Stuttgart 2009, S. 42.
2 Reinhard Barth: Karl der Große, München 2000, S. 97.
3 Es gibt in der Forschung eine Diskussion darüber, ob es sich bei der ersten Frau Karls des Großen, Himiltrud, möglicherweise nur um eine Konkubine gehandelt habe, wie Einhard und Notker behaupten. Es gibt verschiedene Punkte, die gegen diesehese sprechen, so die Tatsache, dass der gemeinsame Sohn den Namen Pippin erhielt, den Namen des Vaters von Karl, sowie ein Brief von Papst Stephan III., in dem er gegen die Heirat Karls und einer langobardischen Prinzessin protestiert und sowohl Karl als auch Karlmann daran erinnert, dass sich beide bereits in festen Eheverhältnissen befinden. Zumindest nach Auffassung des Papstes war Karl also verheiratet. Siehe Silvia Konecny: Die Frauen des karolingischen Königshauses. Die politische Bedeutung der Ehe und die Stellung der Frau in der fränkischen Herrscherfamilie vom 7. bis zum 10. Jahrhundert, Wien 1976, S. 65 und Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter, Stuttgart 2009, S. 90–91.
4 Ingrid Heidrich: Von Plectrud zu Hildegard. Beobachtungen zum Besitzrecht adliger Frauen im Frankenreich des 7. und 8. Jahrhunderts und zur politischen Rolle der Frauen, in: Rheinische Vierteljahresblätter 52 (1988), S. 10.
5 Reinhard Barth: Karl der Große, München 2000, S. 97–98.
6 Matthias Becher: Karl der Große, München 1999, S. 108.
7 Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter, Stuttgart 2009, S. 97.
8 Achim Thomas Hack: Alter, Krankheit, Tod und Herrschaft im frühen Mittelalter, (= Monographien zur Geschichte des Mittelalters 56), Stuttgart 2009, S. 51.
9 Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter, Stuttgart 2009, S. 100.
10 Wilfried Hartmann: Karl der Große, Stuttgart 2010, S. 50–51.
11 Klaus Schreiner: „Hildegardis regina“. Wirklichkeit und Legende einer karolingischen Herrscherin, in: Archiv für Kulturgeschichte 57 (1975), S. 10.
12 Klaus Schreiner: „Hildegardis regina“. Wirklichkeit und Legende einer karolingischen Herrscherin, in: Archiv für Kulturgeschichte 57 (1975), S. 8.
13 Rosamond McKitterick: Karl der Grosse, Darmstadt 2008, S. 91.
14 Klaus Schreiner: „Hildegardis regina“. Wirklichkeit und Legende einer karolingischen Herrscherin, in: Archiv für Kulturgeschichte 57 (1975), S. 9–10.
15 Silvia Konecny: Die Frauen des karolingischen Königshauses. Die politische Bedeutung der Ehe und die Stellung der Frau in der fränkischen Herrscherfamilie vom 7. bis zum 10. Jahrhundert, Wien 1976, S. 65.
16 Klaus Schreiner: „Hildegardis regina“. Wirklichkeit und Legende einer karolingischen Herrscherin, in: Archiv für Kulturgeschichte 57 (1975), S. 4–5. - Das „Epitaphium Hildegardis reginae“ ist abgedruckt in MGH poat. lat. aevi Carolini I, S.8–59. Vgl. dazu Franz Bittner: Studien zum Herrscherlob in der mittelalterlichen Dichtung, Dissertation Würzburg 1962, S. 43–44.
17 Klaus Schreiner: „Hildegardis regina“. Wirklichkeit und Legende einer karolingischen Herrscherin, in: Archiv für Kulturgeschichte 57 (1975), S. 4–5.
18 Rosamond McKitterick: Karl der Grosse, Darmstadt 2008, S. 91.
19 Matthias Becher: Karl der Große, München 1999, S. 111.
20 Geburtsdaten wurden aus Rosamond McKitterick: Karl der Grosse, Darmstadt 2008, S. 92 entnommen.
21 Silvia Konecny: Die Frauen des karolingischen Königshauses. Die politische Bedeutung der Ehe und die Stellung der Frau in der fränkischen Herrscherfamilie vom 7. bis zum 10. Jahrhundert, Wien 1976, S. 65.
22 Wilfried Hartmann: Karl der Große, Stuttgart 2010, S. 50.
23 Rosamond McKitterick: Karl der Grosse, Darmstadt 2008, S. 91.
24 Wilfried Hartmann: Karl der Große, S. 50ff.
Literatur
• Reinhard Barth: Karl der Große, München 2000.
• Matthias Becher: Karl der Große, München 1999.
• Hans-Werner Goetz: Frauen im frühen Mittelalter. Frauenbild und Frauenleben im Frankenreich, Weimar (u.a.) 1995.
• Achim Thomas Hack: Alter, Krankheit, Tod und Herrschaft im frühen Mittelalter, (= Monographien zur Geschichte des Mittelalters 56), Stuttgart 2009.
• Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter, Stuttgart 2009.
• Wilfried Hartmann: Karl der Große, Stuttgart 2010.
• Ingrid Heidrich: Von Plectrud zu Hildegard. Beobachtungen zum Besitzrecht adliger Frauen im Frankenreich des 7. und 8. Jahrhunderts und zur politischen Rolle der Frauen, in: Rheinische Vierteljahresblätter 52 (1988), S. 1–15.
• Silvia Konecny: Die Frauen des karolingischen Königshauses. Die politische Bedeutung der Ehe und die Stellung der Frau in der fränkischen Herrscherfamilie vom 7. bis zum 10. Jahrhundert, Wien 1976.
• Rosamond McKitterick: Karl der Grosse, Darmstadt 2008.
• Michael Richter: Karl der Große und seine Ehefrauen. Zu einigen dunkleren Seiten Karls des Großen anhand von Quellen des ausgehenden achten und beginnenden neunten Jahrhunderts. S 17-24, in: Franz-Reiner Erkens (Hrsg.): Karl der Große und ds Erbe der Kulturen, Berlin 2001.
• Rudolf Schieffer: Die Karolinger, 3. überarb. Auflage, Stuttgart 2000.
• Klaus Schreiner: „Hildegardis regina“. Wirklichkeit und Legende einer karolingischen Herrscherin, in: Archiv für Kulturgeschichte 57 (1975), S. 1–70.
Weblinks
Commons: Hildegard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
(Alemannin) (Geroldonen), Kaiserin Hildegard (I1203)
 
34500 https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_von_Egisheim

Hildegard von Egisheim, auch Hildegard von Schlettstadt, (* um 1024/1025/1028/1035; † Herbst 1094/vor dem 4. Februar 1095 in Schlettstadt) aus dem Adelsgeschlecht der Grafen von Egisheim war Pfalzgräfin im Breisgau und Gräfin im Riesgau.
Als Gemahlin Friedrichs von Büren gilt sie als Stammmutter der Staufer.

Abstammung
Hildegards Abstammung ist nicht eindeutig überliefert: Nach neueren Forschungen[1] wird sie als „Hildegard von Egisheim“ (* um 1028, † Herbst 1094), Tochter des Grafen Gerhard I. von Egisheim-Dagsburg, bezeichnet. In der älteren Literatur wird ssie auch „Hildegard von Schlettstadt“ genannt oder den Grafen von Mömpelgard, Bar und Mousson zugeordnet. Die Benennung nach Schlettstadt ergibt sich aus dem von ihr um 1087 bis um 1094 in Schlettstadt gestifteten Kloster St. Fides, der ältesten Grablege der Staufer im Elsass, in dem sie auch begraben liegt. Die Linie Mousson-Bar war die Linie ihres Vetters Ludwig von Mousson, der Sophia von Bar heiratete. Deren Sohn Dietrich I. vermählte sich mit Irmintrud, Tochter von Graf Wilhelm I. von Burgund und Erbin von Mömpelgard.
Jedenfalls gehörte Hildegard einer der vornehmsten Familien im Elsass an; ihr Onkel väterlicherseits war Bischof Bruno von Toul, der spätere Papst Leo IX. Neuen Forschungen von Eduard Hlawitschka zufolge war Hildegard über ihre Mutter Bertha auch eine Urenkelin Königs Konrad III. von Burgund.

Wäscherburg
Legendenhaft wird erzählt, dass anlässlich ihrer Hochzeit mit Friedrich von Büren (1042/1044/1049/1050) die Wäscherburg bei Wäschenbeuren erbaut wurde, in der sie mit ihrem Gatten gelebt haben soll. Dass sich der Beiname ihres Gatten „von Büren“ auf die Wäscherburg bezieht, wird von vielen Historikern angenommen, ist jedoch nicht nachgewiesen.

Büste
Bei der Restaurierung der Kirche des ehemaligen Kloster St. Fides in Schlettstadt im Jahre 1892 wurde die Krypta wiederentdeckt und untersucht. In einem gemauerten Grab vor dem Altar wurden die Überreste einer Frau gefunden, welche mit einer dicken Kalkschicht bedeckt war, woraus man schloss, dass sie ein Opfer der Pest wurde. Ihre Gesichtszüge hatten sich in dem Kalk abgedrückt, so dass Abgüsse ihrer Büste hergestellt werden konnten. Aufgrund der bevorzugten Lage des Grabes wird vermuutet, es handle sich um Hildegard. Allerdings starb diese im Alter von etwa siebzig Jahren, während die Büste eher auf eine vierzigjährige Frau hindeutet. Es wird daher auch vermutet, dass es sich um ihre kurz vor ihr verstorbene Tochter Adelheieid handelt.[2] Die auf diese Weise entstandene Totenmaske wäre somit das einzige lebensecht erhaltene Porträt eines namentlich bekannten Menschen aus dem Mittelalter. Ein Abguss der Büste ist in der Krypta ausgestellt. Weitere Exemplare befinden sich u.a. im Staufer-Dokumentationszentrum am Hohenstaufen, im Steinhausmuseum in Bad Wimpfen[3] und im Museum der Wäscherburg bei Wäschenbeuren.

Nachkommen
Friedrich und Hildegard hatten sieben gemeinsame Kinder:[4]
• Manegold (* um 1043; † kurz vor Sommer 1094),[4] 1070/75-1094 Pfalzgraf in Schwaben, evtl. personengleich mit Manegold dem Älteren von Sigmaringen[5]
∞ Adelheid aus der Sippe der Adalberte bzw. Hupaldinger (Vorfahren der Grafen von Dillingen)
• Ludwig (* um 1044; † spätestens Mitte 1103),[4] 1094–1103 Pfalzgraf in Schwaben und Mitgründer von St. Fides zu Schlettstadt, evtl. personengleich mit Ludwig dem Älteren von Sigmaringen[5]
• Adelheid (* um 1045; † nach Sommer 1094)[4]
∞ I. Pfalzgraf Otto (unsicher) oder Otto, Edelfreier von den Fildern[5]
∞ II. Berengar der Ältere von Stubersheim
• Otto (um 1046/1047; † 3. August 1100),[4] 1083/1084–1100 Bischof von Straßburg, 1094 Mitgründer des Klosters St. Fides in Schlettstadt
• Friedrich (* um 1047/1048; † 1105 vor dem 21. Juli),[4] ab 1079 Herzog von Schwaben
∞ 1086/1087 Agnes von Waiblingen (* Ende 1072; † 24. September 1143), Tochter Kaisers Heinrich IV. aus dem Adelsgeschlecht der Salier
• Konrad/Kuno (* um 1048/1049, † nach Herbst 1094, wohl vor Juli 1095)[4]
• Walther (* um 1049/1050, † nach 23. Juli 1095, vor 1103)[4]
Literatur
• Manfred Akermann: Die Staufer. Ein europäisches Herrschergeschlecht, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 2006; ISBN 3-8062-2052-2.
Einzelnachweise
1 u.a. Manfred Akermann: Die Staufer. Ein europäisches Herrschergeschlecht
2 Peter Koblank: Staufergräber. Nur wenige der prominentesten Staufer sind in Deutschland bestattet. auf stauferstelen.net. Abgerufen am 29. September 2014.
3 Die Totenmaske der Hildegard von Egisheim auf burgerbe.wordpress.com. Abgerufen am 10. September 2014.
4 Hansmartin Decker-Hauff: Das Staufische Haus, in: Württembergisches Landesmuseum (Hrsg.): Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur, Stuttgart 1977, Band III, S. 339–374, hier: S. 343–347
5 Rolf Deutschle/Herbert Raisch: Kloster Denkendorf, die Württemberger und die Staufer, in: Hohenstaufen/Helfenstein, Band 7, 1997, S. 47 u. S. 52

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http://www.burgerbe.de/2007/11/20/die-totenmaske-der-staufer-stammmutter/ 
von Egisheim (von Schlettstadt), Hildegard (I5450)
 

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