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35751 https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_I._(Mâcon)

Stephan I. genannt Tollkopf (Étienne I. Tête Hardie) (* 1065; † 18. Mai 1102 in Askalon) war ein Graf von Mâcon und Vienne aus dem Haus Burgund-Ivrea. Er war ein Sohn des Grafen Wilhelm I. von Burgund und der Étiennette von Longwy-Metz. Obwohl er selbst nie amtierender Graf von Burgund war, wird er in den Chroniken zumeist Stephan von Burgund genannt. Einer seiner Brüder war der Papst Kalixt II.

Der Kreuzzug von 1101
Stephan übernahm im Alter von 32 Jahren die Regentschaft in der Grafschaft Burgund nachdem sein älterer Bruder, Graf Rainald II., 1097 auf dem Ersten Kreuzzug zog und dabei starb. Stephan entschloss sich darauf, ebenfalls eine bewaffnete Pilgerfahrt zu begehen. Er schloss sich dabei dem Grafen Stephan von Blois an, der schon ein Teilnehmer des ersten Kreuzzuges war, diesen aber vorzeitig abbrach und dadurch Schande auf sich gezogen hatte. Mit dem sogenannten Kreuzzug von 1101 wollte der Graf von Blois seine Schmach vergessen machen.
In Kleinasien vereinten sie ihre Truppen mit denen des Grafen Raimund von Toulouse, ebenfalls ein prominenter Anführer des Ersten Kreuzzuges, der inzwischen im Dienste des byzantinischen Kaisers stand. Statt wie vorgesehen den Weg des Ersten Kreeuzzuges durch Kleinasien zu gehen, mussten sie auf Druck des überlegenen lombardischen Kontingentes ihres Heeres gegen den Emir der Danischmenden ziehen, um den gefangenen Bohemund von Tarent zu befreien. Nach der Einnahme von Ankara am 23. Juni 1101 zog das Heer nach Norden, Richtung Schwarzes Meer. Stephan von Burgund befehligte dabei die Vorhut und hielt mit seinen Rittern einen Angriff der Danischmenden stand, während seine ihm untergebenen Lombarden die Flucht ergriffen hatten. Bei Mersivan wurden die Kreuzfahrer dann von einem großen Heer der Danischmenden und Seldschuken gestellt und vernichtend geschlagen. Stephan, Raimund von Toulouse, Stephan von Blois und einige wenige Überlebende ihres Heeres gelang die Flucht nach Konstantinopel.
Kaiser Alexios I. sorgte im Frühjahr 1102 für ihre Überfahrt per Schiff nach Antiochia. Dort vereinten sie sich mit den Kreuzfahrern um den Grafen von Nevers und dem Herzog von Aquitanien, die ebenfalls kurz nach ihnen durch Kleinasien gezogen waren und dabei von den Seldschuken vollständig aufgerieben wurden. Der Graf von Vermandois und der Herzog von Burgund waren bei diesen Kämpfen getötet wurden. Gemeinsam zogen sie Richtung Süden und halfen Raimund von Toulouse bei der Eroberung der Hafenstadt Tortosa.
Von Raimund trennten sie sich darauf, weil dieser nicht bereit war mit ihnen nach Jerusalem zu ziehen. Dort traf die Kreuzrittergruppe im März 1102 ein und der Graf von Blois konnte durch die Erfüllung des 1097 abgelegten Gelübdes sein Ansehen wwiederherstellen. Im April 1102 entschloss man sich zur Rückreise per Schiff in die Heimat. Stephan nahm zusammen mit dem Graf von Blois ein Schiff, doch während das des Herzogs von Aquitanien die offene See erreichte, wurde ihres von einem Stururm an die Küste Palästinas gedrückt und erlitt bei Jaffa Schiffbruch. Bevor die beiden Grafen ein neues Schiff aufbringen konnten traf die Nachricht vom herannahen eines großen ägyptischen Heeres ein. Die beiden Stephane entschlossen sich darauauf dem König Balduin I. von Jerusalem im Kampf beizustehen und kämpften mit in der zweiten Schlacht von Ramla (17. Mai 1102). Graf Stephan von Blois wurde in der Schlacht getötet. Dem Chronisten Albert d'Aix zufolge geriet Stephan von Burgund in die Gefangenschaft der Ägypter und wurde wenig später von ihnen im nahen Askalon enthauptet.


Literatur
• Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge 
von Burgund, Graf Stephan I. Tollkopf (I7230)
 
35752 https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_I._(Ungarn)

Stephan I. der Heilige (lateinisch: Sanctus Stephanus, ungarisch: Szent István, slowakisch: Svätý Štefan; * 969 bei Esztergom; † 15. August 1038) war ein magyarischer Fürst aus der Dynastie der Árpáden und von 1000 bis 1038 erster König des von ihm begründeten Königreiches Ungarn. Er gilt als der Nationalheilige des heutigen Ungarn und christianisierte die heidnischen Magyaren. Sein Gedenktag ist der 20. August, der in Ungarn auch Staatsfeiertag ist. Die römisch-katholische Kirche gedenkt seiner als eines apostelgleichen Heiligen. Gedenktag ist der 16. August.

Zusammen mit seinem Vater Géza wurde Stephan 985 von Adalbert von Prag getauft. Während der Großfürst Géza trotz der Taufe im Grunde Heide blieb, erhielt Stephan eine christliche Erziehung. Diese wurde noch verstärkt durch die Heirat Stephans mimit der bayerischen Herzogstochter Gisela, der Schwester des späteren Kaisers Heinrich II. Zudem festigte die Hochzeit das Bündnis Ungarns mit den bayerischen Fürsten, die noch 991 einen Feldzug gegen die Ungarn geführt hatten, und besiegelte die Bindung der Ungarn an die Westkirche. Als Stephan 997 nach dem Tod seines Vaters Großfürst wurde, war er, auch dank des Einflusses von Adalbert von Prag, vermutlich überzeugter Christ. Am Anfang seiner Herrschaft musste er sich gegen seinen Onkel Koppány durchsetzen, der als Clanältester selbst den Anspruch auf den Fürstenstuhl erhob.
Im Jahr 1000 sandte Stephan den Abt Astricus (Anastasius) aus dem Gefolge Adalberts zu Papst Silvester II. mit der Bitte nach Gewährung der Königswürde. Unterstützt wurde dieses Anliegen vom deutschen Kaiser Otto III., der mit Stephan verwandt war und sich zur gleichen Zeit in Rom befand. Anastasius brachte schließlich die Krönungsinsignien nach Ungarn. Die Krönung Stephans durch einen päpstlichen Gesandten am 17. August 1000 in Gran war verbunden mit der Installierung einer Landeskirche und vermutlich auch mit der Schenkung des Königreichs Ungarn an den Papst, der es als Lehen an Stephan übergab. Dieser Schritt, analog zur Schaffung des Königreichs Polen, sollte die Herrschaft Stephans und die Kontinuität der Thronfolge in seiner Familie sichern. Anastasius wurde später zum Bischof von Gran (Esztergom) ernannt, und damit zum Oberhaupt der ungarischen Landeskirche.
Stephan setzte als König die Christianisierung fort. Er holte Missionare ins Land, vor allem deutsche Ordensleute. Er stand in Kontakt mit Bruno von Querfurt und Odilo von Cluny. Darüber hinaus ordnete er die politische Struktur Ungarns neu. Die alten Stammesgebiete ersetzte er durch rund 40 Gespanschaften (vármegye). Jeder Gespan (ispán) diente als Regionalverwalter und als Heerführer der freien Krieger, der Jobagionen, seiner Gespanschaft.
Am 2. September 1031 verunglückte Stephans einziger Sohn Emmerich (Imre) bei einer Bärenjagd tödlich, sodass nun die Söhne von Gézas Bruder Michael Thronfolger waren, die aber zum Heidentum neigten. Stephan I. machte seine Vettern regierungsunfähig, indem er sie blenden und ihnen Blei in die Ohren gießen ließ. Die anderen flohen daraufhin nach Polen und Russland. Er ernannte schließlich Peter Orseolo, den Sohn seiner Schwester Maria, zu seinem Nachfolger. 1038 verstarb Stephan und wurde neben seinem Sohn in der Marienkirche in Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) beigesetzt. Seine Gebeine wurden später nach Buda übertragen. Am 20. August 1083 wurde Stephan zusammen mit seinem Sohn heiliggesprochen.

Die Krone, die Stephan I. der Überlieferung nach trug, die Stephanskrone, war Staatsinsignie Ungarns als Königreich und in der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn und krönt auch das heutige Staatswappen Ungarns. Heute wird sie als Nationalschatz im ungarischen Parlamentsgebäude aufbewahrt. Tatsächlich sind jedoch alle ihre Teile jüngeren Datums, es kann sich daher nicht um Stephans Krone handeln.
Zu den Stephan I. gewidmeten Denkmälern zählt eine in Budapest zwischen der Fischerbastei und der Matthiaskirche aufgestellte Reiterstatue.
1983 wurde in Budapest die Rockoper István, a király (Stephan, der König) uraufgeführt. Die Filmfassung dieser Aufführung kam auch in die Kinos.
Der 20. August ist als Szent István Nap (Tag des hl. Stephan) ein nationaler Feiertag. Die Festlichkeiten in Budapest werden mit einem Feuerwerk an der Kettenbrücke beendet, das vom ungarischen Fernsehen ausgestrahlt wird.
Am 27. September 2013 wurde das Musical " Gisela & Stephan " in Pfaffenhofen a.d.Ilm welturaufgeführt.[1] 2016 gab es weitere Aufführungen in der ungarischen Stadt Veszprém sowie in Scheyern und Passau.


Literatur
Monographien
• Paul Lendvai: Die Ungarn. München 1999
Film
• Istvan a kiraly auf www.imdb.com
Lexikonartikel
• György Györffy: István I. (Ungarn). In: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Band 4. München 1981, S. 183 f.
• Gabriel Adriányi: Stefan I.. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 10, Bautz, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X, Sp. 1258–1261.
• János M. Bak: Stephan I. der Heilige. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 8, LexMA-Verlag, München 1997, ISBN 3-89659-908-9, Sp. 112–114.
Weblinks
 Commons: Stephan I. (Ungarn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Bibliographie bei LitDok Ostmitteleuropa
Einzelnachweise
1 Gisela und Stefan - Das Musical. In: v2.gisela-musical.eu. Abgerufen am 5. Juli 2016. 
von Ungarn (Árpáden), Grossfürst Stephan I. (Waik) der Heilige (I5077)
 
35753 https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_II._(Champagne)

Stephan II. (franz.: Étienne; † zwischen 1045 und 1048) war ein Graf von Meaux und Troyes. Er war der zweite Sohn des Grafen Odo II. von Blois (als Odo I., Graf von Meaux-Troyes) und dessen Ehefrau Ermengarde von Auvergne.

Leben
Stephan ist erstmals 1032 in einer Urkunde der Abtei von Épernay bezeugt. Nach dem Tod seines Vaters 1037 erbte er dessen neu gewonnene Territorien um Meaux und Troyes die den Kern der Region Champagne bilden. Sein älterer Bruder Theobald erhielt die Stammlande der Familie an der Loire um Blois-Chartres.
Stephan und sein Bruder waren sowohl mit König Heinrich I. als auch mit dem Kaiser Heinrich III. verfeindet. Er verlor die Grenzburg Donchery (Département Ardennes) an den Herzog Gotzelo I. von Lothringen, der diese Burg von König Heinrich als Lehen erhielt. Stephan unterstützte mit seinem Bruder 1041 die Revolte des Prinzen Odo gegen den König, verlor aber die Schlacht bei Nouy 1044 gegen den Grafen Gottfried Martel von Anjou.
Stephan starb zwischen den Jahren 1045 und 1048 und hinterließ einen unmündigen Sohn aus seiner Ehe mit einer Frau namens Adele:
• Odo II. († nach 1118), bis 1063 Graf von Meaux und Troyes
Die Vormundschaft für Stephans Sohn übernahm sein Bruder Theobald, der jedoch Odo bis 1063 aus der Champagne verdrängte. Odo schloss sich danach Wilhelm dem Eroberer an, wurde dessen Schwager und bekam um 1070 die Grafschaft Aumale. 
von Blois (von Champagne), Stephan II. (I7271)
 
35754 https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_III._(Auxonne)

Stephan III. (* um 1172, † 16. März 1241 in Marnay), war ein Graf von Auxonne und Chalon-sur-Saône (iure uxoris) aus dem Haus Burgund-Ivrea. Er war ein Sohn des Grafen Stephan II. von Auxonne († 1173) und der Judith von Lothringen, einer Tochter des Herzogs Matthäus I. von Lothringen.

Stephan führte eine Fehde gegen den staufischen Pfalzgrafen Otto I. von Burgund. Stephan selbst hatte die Pfalzgrafschaft Burgund beansprucht, nachdem die dortige Linie des Hauses Burgund-Ivrea ausgestorben war. Dazu verbündete er sich mit seinem französischen Nachbarn, Herzog Odo III. von Burgund, unter dessen Lehnshoheit er sich 1197 stellte.
Nach dem Tod Pfalzgraf Ottos versuchte Stephan die Pfalzgrafschaft über ein Ehebündnis an sein Haus zu bringen, durch eine Heirat seines Sohnes mit Ottos Erbtochter Beatrix. Verhandlungen mit dem Onkel der Erbin, König Philipp von Schwaben, schlugen allerdings bei einem Treffen 1207 in Straßburg fehl. Stattdessen wurde sie ein Jahr später in Bamberg mit Otto I. von Andechs-Meranien (Pfalzgraf Otto II.) verheiratet. Auf dieser Hochzeit fiel König Philipp einem Attentat zum Opfer, wodurch der neue Pfalzgraf seine wichtigste Stütze verlor. Stephan nutzte dies und eröffnete einen Krieg gegen seinen Rivalen, dessen Land er verwüstete. Nach der Vermittlung des Herzogs von Burgund konnte Stephan aus einem Friedensabkommen vom 18. Oktober 1211 Vorteile ziehen. Otto von Andechs verzichtete auf Schadensersatz und erklärte sich bereit, die Pfalzgrafschaft nicht ohne Stephans Einwilligung zu verpfänden, verkaufen oder zu vererben.
Als sich nach 1213 der Staufer Friedrich II. im Reich durchzusetzen begann, wendete sich die Lage für Stephan. Otto von Andechs kehrte nach Burgund zurück und eröffnete den Krieg von neuem, was erneute langjährige Verwüstungen zur Folge hatte. Im Jahr 1226 nahm Stephan am Albigenserkreuzzug des Königs Ludwig VIII. von Frankreich teil und kämpfte bei der Belagerung von Avignon. Der Krieg gegen Otto von Andechs aber neigte sich zu seinen Ungunsten, nachdem sein Feind bereits im Januar 1226 ein Bündnis mit Graf Theobald IV. von Champagne geschlossen hatte, das Stephan zur Aufgabe zwang. In dem 1227 zu Bèze ausgehandelten Frieden musste Stephan nicht nur seine Ansprüche auf die Pfalzgrafschaft fallen lassen, sondern wurde auch zur Anerkennung Ottos als seinen Lehnsherrn genötigt.
Stephan zog sich 1237 nach Marnay zurück, dem Witum seiner Tochter Beatrix, und überließ Auxonne wie auch Châlon-sur-Saône seinem Sohn. Der tauschte das Erbe sofort bei Herzog Hugo IV. von Burgund für die Herrschaft Salins ein, Stephan und seine zweite Frau gaben dafür ihr Einverständnis.

Stephan war in erster Ehe verheiratet mit Beatrix de Thiern († 1227), der Erbtochter des Grafen Wilhelm II. von Chalon aus dem Haus Thiern. Die Ehe wurde um 1200 geschieden, ihre Kinder waren:
• Agnes († 1223), Äbtissin von Baume-les-Dames; ∞ mit Richard III. de Montfaucon, Graf von Montbéliard
• Clementia (* um 1190; † nach 1235), 1212 ∞ mit Herzog Berthold V. von Zähringen
• Johann der Weise (* 1190; † 30. August 1267), Nachkommen Haus Chalon
• Beatrix († 20. März 1261), 1. ∞ 1210 mit Aimon II. de Faucigny; 2. ∞ 1224 mit Simon de Joinville

Seine zweite Frau war Agnes von Dreux († 1258), eine Tochter des Grafen Robert II. von Dreux.


Literatur
• Michel Roquebert: L'épopée cathare. L'Inquisition. Perrin, Paris 2001, ISBN 2-262-01829-4. 
von Auxonne (von Chalon), Graf Stephan III. (I4888)
 
35755 https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_III._(Bayern)

Stephan III. (auch Stephan der Kneißel oder Stephan der Prächtige; * um 1337; † 25. September 1413[1] in Kloster Niederschönenfeld) aus dem Hause Wittelsbach war seit 1375 Herzog von Bayern und seit der Landesteilung von 1392 Herzog von Bayern-Ingolstadt.

Jugend
Stephan III. wurde um 1337 als ältester Sohn des späteren Herzogs Stephan mit der Hafte und seiner ersten Ehefrau Elisabeth von Sizilien geboren. Er war damit der älteste Enkel Kaiser Ludwigs des Bayern († 1347). Sein Vater erhielt im Zuge der EErbteilungen nach dem Tod des Kaisers 1353 das Teilherzogtum Niederbayern-Landshut, zu dem er nach dem Tod Meinhards 1363 noch Oberbayern hinzugewann. Tirol, das ebenfalls von Meinhard regiert worden war, wurde jedoch nach langen Kämpfen 1369 im Frieden von Schärding den Habsburgern zugesprochen.
Am 12. August 1365 verlobte sich Stephan III. in Mailand mit Taddea Visconti, einer der Hunderttausend-Gulden-Töchter des Stadtherrn Bernabò Visconti, die er 1367 heiratete.[2] Taddeas Mitgift in Höhe von 100.000 Gulden erlaubte es ihm, die Stadt Neuburg an der Donau und mehrere Burgen und Gerichte, die sein Vater verpfändet hatte, wieder auszulösen. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, der Sohn Ludwig VII. und die Tochter Elisabeth. Daneben hatte Stephan noch einen weiteren Sohn, Johann von Moosburg, der später Bischof von Regensburg wurde.
1368 kämpfte Stephan in Italien an der Seite seines Schwiegervaters gegen die antimailändische Liga um Papst Urban V. und Kaiser Karl IV., 1371/72 unternahm er eine Preußenfahrt, um den Deutschen Orden gegen die heidnischen Litauer zu unterstützen.[3] Im Zuge der Aussöhnung zwischen dem Haus Luxemburg und den Wittelsbachern ernannte Karl IV. Stephan und seinen Bruder Friedrich 1374 zu Reichslandvögten in Oberschwaben und im Elsass. Danach plante Stephan eine Fahrt nach Palästina, auf die er jedoch verzichten musste, als sein Vater 1375 im Alter von 56 Jahren starb.

Herrschaft
Nach dem Tode seines Vaters regierte Stephan III. zunächst gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Friedrich und Johann II. und seinem Onkel Otto V., einem Halbbruder seines Vaters. Otto war bis 1373 Markgraf von Brandenburg gewesen, hatte die Mark dann aber im Vertrag von Fürstenwalde für 500.000 Gulden an den Kaiser verkauft. Für einen Teil des Kaufpreises hatte er böhmische Besitzungen im bayerischen Nordgau als Pfand erhalten, die er nun in die gemeinsame Regierung einbrachte. Die viier Herzöge einigten sich 1376 darauf, dass zunächst Oberbayern von Stephan und Johann und Niederbayern von Friedrich und Otto verwaltet wurde. Damit keine der beiden Parteien benachteiligt wurde, sollten die Regierungsgebiete im Zweijahresturnus wechseln. Diese ungewöhnliche Regelung wurde jedoch nicht verwirklicht.
Wegen seiner prächtigen Hofhaltung „der Kneißel“ genannt, engagierte sich Stephan III. auch nach Regierungsantritt weiter in Italien und im Elsass und holte in Rom bei Papst Bonifaz IX. die Erlaubnis zum abendlichen Aveläuten ein. 1387–1389 führte er gemeinsam mit seinen Brüdern den Städtekrieg gegen den Schwäbischen Städtebund und den Erzbischof von Salzburg. 1392 teilten die Brüder das ehemalige Herrschaftsgebiet Stephans II. in die Linien Bayern-München, Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt. Stephan III. erhielt dabei verstreute Gebiete Oberbayerns und des Nordgaus, die er von Ingolstadt aus regierte. Er fühlte sich bei der Aufteilung übervorteilt und so kam es 1394/95 im Ersten Bayerischen Hauskrieg zu kriegerischen Auseeinandersetzungen zwischen ihm und Herzog Johann. Stephans Sohn Ludwig VII. überfiel an Heiligabend 1394 Freising, dessen Bischof Berthold von Wehingen Kanzler der österreichischen Herzöge war, bedrohte Pfaffenhofen und plünderte am Dreikönigstag Neustadt an der Donau im Münchner Herzogtum. Im Gegenzug wandten sich Johann und seine Söhne gegen Aichach und Friedberg und brannten die Burg in Markt Schwaben nieder. Nach dem Ende der Feindseligkeiten vereinbarten die Herzöge im September 1395, durch gemeinsame äußere Feinde geeint, Bayern-München und Bayern-Ingolstadt wieder gemeinsam zu verwalten.
Zu Gegnern König Wenzels geworden, traten Stephan und sein Sohn Ludwig seit 1399 für ein Königtum des Pfälzer Kurfürsten Ruprecht ein. Stephan unterstützte auch die rebellischen Münchner Zünfte gegen seine Neffen Ernst und Wilhelm, die den Aufstand aber 1403 beenden konnten. Letzte Aktion der oberbayerischen Herzöge war 1410 ein vergeblicher Feldzug zur Rückeroberung Tirols. Bayerische Einfälle in das Unterinntal, die von Heinrich von Rottenburg, dem Haupt der Tiroler Adelsopposition gegen den habsburgischen Landesfürsten, unterstützt wurden, waren ohne bleibenden Erfolg.[4]
Stephan III. starb am 25. September 1413 im Kloster Niederschönenfeld, wo er auch bestattet wurde. Um 1430 ließ sein Sohn Ludwig VII. seine Gebeine in das neu erbaute Ingolstädter Liebfrauenmünster überführen.[5] Stephans zweite Ehefrau Elisabeth von Kleve konnte ihrem Stiefsohn Ludwig erst 1430 12.000 Gulden zu ihrer Versorgung abringen und starb nach 1439 in Köln.

Nachkommen

Herzog Stephan III. heiratete 1367 Taddea Visconti (1350–1381), Tochter des Visconte Bernabò Visconti und seiner Gattin Beatrice della Scala. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor:
• Ludwig VII. der Gebartete (1368–1447)
1 ∞ 1402 in Prag Anne de Bourbon (1380–1408), Witwe des Grafen Johann II. von Berry-Montpensier,
2 ∞ 1413 in Paris Catherine d’Alençon (1395–1462), Witwe von Peter von Navarra, Graf von Mortain;
• Elisabeth (Isabeau de Bavière, 1370–1435), Königin von Frankreich
1 ∞ 1385 in Amiens König Karl VI. von Frankreich (1368–1422).

In zweiter Ehe heiratete er am 17. Januar 1401 in Köln Elisabeth von Kleve. Die Ehe blieb kinderlos.
Sein unehelicher Sohn Johann von Moosburg war bis 1409 Bischof von Regensburg.


Literatur
• Helga Czerny: Der Tod der bayerischen Herzöge im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit 1347–1579. Vorbereitungen – Sterben – Trauerfeierlichkeiten – Grablegen – Memoria (= Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte. Band 146). C. H.eck, München 2005, ISBN 3-406-10742-7, S. 113–116 (zugleich Dissertation, Universität München 2004).
• Sigmund Ritter von Riezler: Stephan III. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 36, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 68–71.
• Theodor Straub: Bayern im Zeichen der Teilungen und Teilherzogtümer. In: Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Geschichte. 2. Auflage. 2. Band. C. H. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32320-0, S. 196–287, insbesondere S. 26.
• Theodor Straub: Herzog Stephan der Kneißel. In: Bayern-Ingolstadt, Bayern-Landshut. 1392–1506. Glanz und Elend einer Teilung. Stadtarchiv Ingolstadt, Ingolstadt 1992, ISBN 3-932113-06-3, S. 23–26.
• Inge Turtur: Regierungsform und Kanzlei Herzog Stephans III. von Bayern 1375–1413. München 1952 (zugleich Dissertation, München 1954).
• Joachim Wild: Die Herzöge von Straubing und Ingolstadt. Residenzstädte auf Zeit. In: Alois Schmid, Katharina Weigand (Hrsg.): Die Herrscher Bayerns. 25 historische Portraits von Tassilo III. bis Ludwig III. 2. Auflage. C. H. Beck, München 200, ISBN 3-406-54468-1, S. 118–129, insbesondere S. 123–124.
Weblinks
• Seite des Stadtmuseums Ingolstadt
Anmerkungen
1 Johannes Aventinus, Baierische Chronik, Buch VIII, Kap. 90 = Matthias Lexer (Hrsg.): Johannes Turmair’s genannt Aventinus sämmtliche Werke. Band 5. Christian Kaiser, München 1886, S. 538 (Digitalisat).
2 Zum Zeitpunkt der Eheschließung vgl. Theodor Straub: Die Mailänder Heirat Herzog Stephans III. des Kneißels und Das wirkliche Geburtsjahr Herzog Ludwigs des Bärtigen und seiner Schwester Isabeau de Bavière. In: Sammelblatt des Historischen Veeins Ingolstadt. Band 77, 1968, S. 5–12 (online).
3 Werner Paravicini: Die Preußenreisen des europäischen Adels. Teil 1 (= Beihefte der Francia. Band 17/1). Thorbecke, Sigmaringen 1989, ISBN 3-7995-7317-8, S. 149 (Digitalisat).
4 Zur Auseinandersetzung um Tirol siehe Klaus Brandstätter: Österreichischer Krieg, 1410–1413. In: Historisches Lexikon Bayerns.
5 Zu Stephans Tod und Grablege Helga Czerny: Der Tod der bayerischen Herzöge im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit 1347–1579. Vorbereitungen – Sterben – Trauerfeierlichkeiten – Grablegen – Memoria (= Schriftenreihe zur bayerischen Landeseschichte. Band 146). C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-10742-7, S. 114–116 (zugleich Dissertation, Universität München 2004). 
von Bayern (Wittelsbacher), Herzog Stephan III. der Prächtige (I9255)
 
35756 https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_III._(Ungarn)

Stephan III., ungarisch III. István, kroatisch Stjepan III. (kralj Hrvatske i Ugarske), (* 1147; † 4. März 1172) aus dem Hause der Árpáden, war König von Ungarn, Kroatien und Dalmatien von 1162 bis 1172. Er war der Sohn von Géza II. und Eufrozina, einer Kiewer Prinzessin.

Sein Weg zum Thron
Stephan III. wurde 1147 geboren. Der französische König Ludwig VII., der mit einem Kreuzzugsheer gerade durch Ungarn marschierte, wurde sein Taufpate. 1152 wurde Stephan zum offiziellen Thronfolger ernannt. Gézas Brüder, Ladislaus und Stephan lebten in Konstantinopel am Hof von Manuel I. und verfolgten ihre eigenen Ziele.
Géza starb am 31. Mai 1162. Stephan III. wurde einige Tage später gekrönt. Als König hatte er die Unterstützung seiner Mutter und des Esztergomer Erzbischofs Lukács. Prinzessin Eufrozina pflegte gute Kontakte zu den deutschen Gebieten. Hauptsächlich ihr war zu verdanken, dass Stephan 1166 die österreichische Prinzessin Agnes, Tochter von Herzog Heinrich II. zur Frau nehmen konnte.

Gegenkönige
Der byzantinische Kaiser Manuel I. war bestrebt, Ungarn zu einem Vasallenstaat zu machen. Deswegen unterstützte er den Prinzen Stephan (König Stephans III. gleichnamigen Onkel) militärisch. Nach einem erfolgreichen Feldzug im Jahre 1162 wurde jedoch dessen Bruder Ladislaus gekrönt, denn Stephan war unter den Ungarn sehr unbeliebt. Diese Wende führte zur Exkommunikation des neuen Königs Ladislaus durch den Erzbischof von Esztergom. Im Gegenzug ließ Ladislaus den Erzbischof Lukács gefangennehmen.
Stephan III. floh mit seinen Anhängern vor dem populären Ladislaus II. nach Pozsony, heute Bratislava.
Am 14. Januar 1163 starb Ladislaus. Neuer König wurde dessen Bruder Stephan unter dem Namen Stephan IV. Dieser nahm sowohl den Kampf gegen Byzanz als auch seinen Neffen Stephan III. auf. Letzterer siegte bei Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) am 19. Juni 1163. Die Kämpfe wurden jedoch fortgeführt, bis Friedrich Barbarossa auf Seiten von Stephan III. eingriff.
Stephan IV. wurde am 11. April 1165 von seinen eigenen Leuten vergiftet.

Seine Regierung
Nach dem Tod seines Onkels kam noch keine Ruhe in Stephans Leben. Sein Bruder Béla wurde am Byzanzer Hof erzogen, was Kaiser Manuel Gelegenheit gab, sich neuerlich in die ungarischen Angelegenheiten einzumischen. Umstritten waren Gebiete in Kroatien und Dalmatien.
Nach der Schlacht von Zimony (heute Zemun bei Belgrad) am 8. Juli 1167, die mit einem byzantinischen Sieg endete, schlossen König Stephan und Kaiser Manuel Frieden. Sie teilten die Südgebiete Ungarns untereinander auf. Spannungen mit der Republik Venedig, die sich in der Adria auszubreiten begann, endeten, als die Árpáden mit venezianischen Patrizierfamilien dynastische Kontakte schlossen.
Auch während der zahlreichen Kriege bemühte sich Stephan III., das Staatswesen neu zu ordnen. Er war der erste König, der den Bürgern, in diesem Fall den Einwohnern der Stadt Székesfehérvár, Privilegien einräumte. Er garantierte auch der Kirche ihren Besitz, außer in Notfällen.
Stephan III. starb im Alter von 25 Jahren am 4. März 1172, vielleicht ebenfalls infolge einer Vergiftung. Erzbischof Lukács ließ den König in Esztergom beisetzen. Als König folgte Stephans Bruder Béla III., denn Stephans Sohn, ebenfalls mit Namen Béla, erlebte die Volljährigkeit nicht.



Literatur
• György Györffy: István III., in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 4. München 1981, S. 185 f.
• Királyok könyve. Magyarország és Erdély királyai, királynői, fejedelmei és kormányzói. Hrsg. von Jenő Horváth. Helikon, Budapest 2004, ISBN 963-208-894-8
Weblinks
• Enciklopédia Humana 
von Ungarn (von Kroatien) (Árpáden), König Stephan III. (I8296)
 
35757 https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_IV._(Ungarn)

Stephan IV. (ungarisch IV. István, kroatisch Stjepan IV. (kralj Hrvatske i Ugarske); * um 1133; † 11. April 1165) war ungarischer Gegenkönig zu Stephan III. Er regierte ab 27. Januar 1163 bis ins Jahr 1165. Sein Vater hieß Béla II., seine Mutter hieß Ilona und war die Tochter des serbischen Herrschers Uros I. Er war der dritte Sohn von Béla, und die Kämpfe um die Macht füllten sein ganzes Leben aus.
Kampf um die Macht unter Géza II.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Stephan IV. wurde zum ersten Mal im Jahre 1152 erwähnt. Damals wurden die beiden Neffen von Géza II., d.h. Ladislaus und Stephan (IV.) zu ungarischen Prinzen ernannt. Unter der Regierung von Géza war die königliche Macht noch stabil, langsam aber entstand eine neue soziale Schicht, die den Titel des Königs beanspruchte und mit der Regierung von Géza II. unzufrieden waren.
Nach einem viertel Jahrhundert also flammten die Kämpfe um den Thron im monarchischen Ungarn wieder auf. Nach Angaben einer griechischen Quelle war Stephan (IV.) sehr machtgierig. Um seinen Anspruch auf den Thron zu unterstützen, verschwor Stephphan sich mit dem Ban Südungarns, Belos. Ihre Verschwörung gegen Géza II. im Frühjahr 1157 war fehlgeschlagen und sie mussten fliehen. Stephan suchte Schutz am Hof von Friedrich Barbarossa. Der Kaiser traf aber eine Entscheidung für König Géza am 13. Januar 1158, gleichzeitig erlaubte er Stephan, den Hof zu verlassen und nach Konstantinopel zu fliehen.
Friedrich I. war nämlich damals mit den italienischen Feldzüge beschäftigt, aber eine große Rolle spielte in dieser Entscheidung auch, dass Géza nach der Schlacht am Fischa im Sommer 1157 mit einer solchen Politik begann, die die deutsch-ungarisischen Kontakte sehr verbesserte. Er gab seine Tochter dem tschechischen Thronfolger, Friedrich Barbarossas Verbündeten (der übrigen auch Friedrich hieß). Außerdem bot Géza Heere zur Kaiser Friedrichs Verfügung an, um die italienische Feldzüge zu unterstützen.
Zeiten der byzantinischen Einmischung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Stephan wurde im byzantinischen Hof mit Freude empfangen. Manuels Nichte, Maria wurde zu Stephans Frau. Der kaiserliche Hof konnte sich aber noch mit Stephans Pläne nicht beschäftigen, denn Manuel I. führte bis 1161 Kämpfe, um die Osterweiterung zu sichern.
Währenddessen in Ungarn führte auch Ladislaus eine Verschwörung durch, die aber auch gescheiterte. 1160 musste der Prinz auch nach Konstantinopel fliehen. Ihm wurde auch eine Frau angeboten, Ladislaus wies das Angebot aber zurück.
Nach dem Tod von Géza II. entschloss Manuel, dass er Ungarn zum byzantinischen Vasall macht. Das Ungarische Königreich musste sich in den kommenden Perioden bemühen, seine Selbstständigkeit zu bewahren.
Überzeugen, militärische Aktionen und Korruption waren all die Mittel, mit denen Manual sein Ziel erreichen wollte. Nach den Kämpfen machten die Ungarn mit Byzanz einen Kompromiss, nach dem nicht Stephan (IV.), sondern Ladislaus König wurde. Stephan wurde Herzog, der die Macht über ein Drittel des Landes hatte. Stephan III. musste nach Pozsony fliehen.
Am 14. Januar 1163 starb Ladislaus, Stephan konnte jetzt seine Machtgier befriedigen und wurde der König von Ungarn. Er wurde von Miko, Erzbischof von Kalocsa am 27. Januar 1163 gekrönt. Lukács, der Erzbischof von Gran, erkannte aber diese Entscheidung nicht an. Stephan war sowieso sehr unbeliebt in Ungarn. Als ihm klar wurde, dass sich ein Aufstand gegen ihn richtete, rief er griechische Soldaten für seine Unterstützung.
Das gefiel aber Friedrich Barbarossa nicht, denn er wollte nicht, dass Byzanz zu viel Einfluss an der südöstlichen Grenzregion des Heiligen Römischen Reiches gewinnt. Der Kaiser unterstützte also Stephan III. in den Kämpfen und nachdem die griecchischen Armeen das Land verlassen hatten, marschierten die Armeen von Stephan III. in Richtung Landesinnere los. Am 19. Juni 1163 verlor Stephan IV. die Schlacht neben Székesfehérvár. In dieser Schlacht starb auch Ban Belos und Stephan IV. wurde gefangen, aber Stephan III. erlaubte ihm, nach Byzanz zu fliehen.
Noch dreimal, bis 1165 versuchte Manuel Ungarn unter seinen Einfluss zu zwingen, ohne Erfolg. Stephan IV. hatte damals schon keine Unterstützer im Lande. Im geschlossenen Frieden erkannte Manuel die Hoheit von Stephan III. an. Prinz Béla, Stephans Bruder ging auch an den byzantinischen Hof.
Stephan IV. wurde von seinen Anhängern ermordet in der Zimonyer (heute in Serbien: Zemun) Burg. Er wurde noch lange für die Instabilität des königlichen Thrones beschuldigt und man wollte ihn lange nicht begraben.
Schließlich wurde Stephan IV. in Székesfehérvár begraben.
Über die Thronfolgerung siehe: Stephan III. oder die Liste der Herrscher von Ungarn


Literatur
• Ferenc Makk: IV. István. In: Gyula Kristó, Ferenc Makk: Az Árpádok. Fejedelmek és királyok. Szukits Könyvkiadó, Budapest 2003, ISBN 963-9278-48-3.
• Ferenc Makk: Magyarország a 12. században. Gondolat, Budapest 1986, ISBN 963-281-660-9 (Magyar história).
• Kristó Gyula: Háborúk és hadviselés az Árpádok korában. 2. kiad. Szukits Könyvkiadó, Budapest 2003, ISBN 963-9441-87-2. 
von Ungarn, Stephan IV. (I7626)
 
35758 https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_V._(Ungarn)

Stephan V. (ungarisch V. István, kroatisch Stjepan VI.; * 1239; † 6. August 1272) war von 1270 bis 1272 König von Ungarn aus dem Haus der Árpáden.
Stephan war ein Sohn von Béla IV. und Maria Laskaris, einer byzantinischen Königstochter. Er trug zunächst den Titel eines Herzogs von Transsylvanien, dann den eines steirischen Herzogs.
Der Krieg zwischen Béla IV. und dem böhmischen König Ottokar II. Přemysl endete 1254 mit dem Budaer Pakt. Dadurch erwarb Béla den Großteil der Steiermark, während das restliche Österreich an Ottokar fiel. Die Steiermark rebellierte und der von Béla ernannte ungarische Gouverneur wurde vertrieben. Danach wurde Stephan Prinz der Steiermark. Seine Herzogswürde endete, als Ottokar die Steiermark angriff und der böhmische König als Sieger der Schlacht bei Kressenbrunn 1260 verlangte im Frieden von Wien (1261), dass Béla auf seine westlichen Gebiete verzichte. Stephan wurde wieder Herzog von Transsylvanien.
1255 arrangierte sein Vater die Hochzeit mit Elisabeth, der Tochter des kyptschakischen Häuptlings. Obwohl Elisabeth vor der Ehe getauft worden war, betrachtete man das Paar als halb-heidnisch. Die Bindungen zu den Kyptschaken belasteten auch die Beziehungen zu Ottokar II. nachhaltig.
1261 konnte Stephan seinen Vater überzeugen, ihm 29 Grafschaften als Belohnung für die Unterstützung im Krieg gegen Böhmen zu geben. Er wurde zum Juniorkönig gekrönt, und Ungarn de facto in zwei Teile gespalten, obwohl Stephan formal seinem Vater untergeordnet blieb. Dies endete im Bürgerkrieg, der mit einem Friedenspakt auf der Haseninsel (heute Margareteninsel) 1266 beigelegt wurde.
Stephan wurde 1270 gekrönt. Seine Kontakte zum böhmischen König verschlechterten sich infolge des Todes von Ulrich III., Herzog von Kärnten. Stephan und Ottokar schlossen zwar einen Waffenstillstand bei Pozsony (heute Bratislava) für zwei Jahrere, doch die ungarischen Truppen attackierten Österreich und die Steiermark, dem 1271 der böhmische Angriff auf Ungarn folgte. Die Kämpfe unterschiedlichen Ausgangs wurden am 7. Februar 1271 durch den Pozsonyer Frieden beendet, der den Status quo wiederherstellte.
Stephan schloss einen Heiratspakt mit Karl II., König von Neapel. Durch dessen Heirat mit seiner Tochter Maria und die Heirat dessen Schwester Isabella von Anjou mit seinem Sohn Ladislaus IV./III. sicherte er seine Dynastie ab, was nach dem Aussterben der Árpáden im Jahre 1301 für die weitere ungarische Geschichte von Bedeutung war.



Literatur
• Janos M. Bak: Stephan (István) V. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 8, LexMA-Verlag, München 1997, ISBN 3-89659-908-9, Sp. 114 f.
• Franz von Krones: Stephan V., König von Ungarn. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 36, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 78 f.
• Gerhard Seewann: István V., in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 4. München 1981, S. 186–188
• Vratislav Vanicek in Európa uralkodói (Europäische Herrscher). Maecenas Verlag 1999, ISBN 963-645-053-6.
Weblinks
 Commons: Stephan V. (Ungarn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Ungarn (Árpáden), König Stephan V. (I8290)
 
35759 https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_von_Joinville

Stephan von Joinville (fr. Étienne de Vaux; * um 1000; † um 1060) war der erste Herr von Joinville, sowie Stammvater der gleichnamigen französischen Adelssippe, deren bekanntestes Mitglied der Chronist Jean de Joinville war.

Er stammte aus der Ortschaft Vaux-sur-Saint-Urbain an der Maas zwischen Neufchateau und Vaucouleur im heutigen Département Haute-Marne. Der Chronist Alberich von Trois-Fontaines nannte ihn in seiner Chronik Stephanus de Vallibus, juxta abbatiam Sancti Urbani. Er wird auch Stephan von Neufchateau (Stephanus de Novo Castello) genannt.

Stephan hatte den Ruf eines besonders streitlustigen Kriegers, der sich, zusammen mit den Grafen von Brienne, mit denen er verschwägert war, durch seine Raubzüge in der Region einen Namen machte. Er gelangte in den Besitz der Abtei von Saint-Urbain und teilte sich die Einkünfte der Abtei Montier-en-Der mit den Grafen von Brienne. 1018 wurde er vom Bischof von Toul exkommuniziert, nachdem er die Mönche von Saint-Blin beraubt hatte.[1]

Mit Hilfe seines Schwiegervaters, Graf Engelbert II. von Brienne, erbaute Stephan die neue Burg (Novo Castello) von Joinville, von der aus er rücksichtslos die Klöster und Abteien der Umgebung ausraubte. Nachdem er trotz des Eingreifens der königlichen Autorität nur einen Teil des von ihm geraubten Kirchengutes zurückgab, drohte sogar Papst Leo IX. selbst, in dieser Angelegenheit zu intervenieren. Von König Robert II. wurde er schließlich 1027 angehalten, das von der Abtei Montier-en-Der rechtswidrig angeeignete Gut zurückzuerstatten.[2]

Stephan von Joinville war mit einer Tochter des Grafen Engelbert II. von Brienne verheiratet. Mit ihr hatte er einen Sohn und Erben, Gottfried. Die Mutter seiner Ehefrau war Adelaide (Alix) von Sens, ihrerseits Witwe des Grafen Gottfried I. von Joigny. Wie Alberich von Trois-Fontaines berichtet, beanspruchte Stephan nach dem Tod der Schwiegermutter mit Hilfe des Schwiegervaters die Herrschaft über die Burg Joigny gegen die Halbgeschwister seiner Frau, was seine Titulierung als comes Ioviniaci erklärt.[3] Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ihm dies auch gelang, allerdings dürfte die Herrschaft der Joinville auf Burg Joigny nicht von Dauer gewesen sein, da im März 1042 mit Graf Gottfried II. wieder ein Sohn der Adelaide aus deren erster Ehe über Joigny gebot.[4] Bei Alberich hat die Geschichte von der Erbfehde um Joigny wegen dessen im Lateinischen ähnlich lautenden Schreibweise mit Joinville zu einer Konfusion im genealogischen Sachverhalt zwischen den beiden Herrenfamilien geführt, indem er die ersten Generationen derer von Joinville als identisch mit denen von Joigny identifizierte. Tatsächlich aber waren es zwei unterschiedliche Familien, die einzig mit Adelaide von Sens als verbindendes Glied miteinander verschwägert waren. Die Herren von Joinville hatten sich in ihren Urkunden niemals als Grafen von Joigny tituliert.

Literatur
Jules Simonnet: Essai sur l’histoire de la généalogie des sires de Joinville (1008–1386) accompagné de chartes – Internet Archive. F. Dangien, Langres 1875, S. 1–18 ().
Henri-François Delaborde, Recherches critiques sur les premiers seigneurs de Joinville, in: Bibliothèque de l’école des chartes, Bd. 51 (1890). S. 618–629.
Einzelnachweise
Variorum Epistolæ IX, in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 10 (1874), S. 495. Hier Stephanus de Novo Castello genannt.
Variorum Epistolæ XLII, in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 10 (1874), S. 613
Vgl. Alberich von Trois-Fontaines, Chronica, hrsg. Paul Scheffer-Boichorst in: Monumenta Germaniae Historica SS 23 (1874), S. 790.
Vgl. Maximilien Quantin, Cartulaire générale de l’Yonne, Bd. 1 (1854), Nr. XCIII, S. 178f.
Weblink
Seigneurs de Joinville bei Foundation for Medieval Genealogy.ac (englisch)

 
von Joinville, Herr Stephan (I11040)
 
35760 https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftskirche_St._Juliana_(Mosbach) (Robertiner) (Babenberger/Popponen), Heim(e)rich (Heimo) (I6754)
 
35761 https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftskirche_St._Servatius_(Quedlinburg) von Quedlinburg (Liudolfinger / Ottonen), Äbtissin Mathilde (I2318)
 
35762 https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftskirche_St._Servatius_(Quedlinburg) von Deutschland (Quedlinburg), Äbtissin Adelheid (I6732)
 
35763 https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Essen von Deutschland (Gandersheim), Sophia (I6733)
 
35764 https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Gandersheim von Deutschland (Quedlinburg), Äbtissin Adelheid (I6732)
 
35765 https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Gandersheim von Deutschland (Gandersheim), Sophia (I6733)
 
35766 https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Gandersheim von Gandersheim, Gerberga (I6819)
 
35767 https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Gandersheim von Sommerschenburg, Äbtissin Adelheid (I21101)
 
35768 https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Quedlinburg von Sommerschenburg, Äbtissin Adelheid (I21101)
 
35769 https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_St._Alban_vor_Mainz von Thüringen (von Schauenburg) (Ludowinger), Ludwig der Bärtige (I7862)
 
35770 https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_St._Paul_im_Lavanttal von Lavant (Sieghardinger), Gräfin Richardis (Richgard) (I5183)
 
35771 https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_St._Paul_im_Lavanttal von Spanheim (Sponheim), Graf Engelbert I. (I4909)
 
35772 https://de.wikipedia.org/wiki/Stjepan_II._Kotromanić

Stjepan II. Kotromanić (* 1292; † 1353) war Ban(us) von Bosnien von 1314 bis 1353 und entstammte dem gleichnamigen Herrschergeschlecht, das in der Zeit von etwa 1250 bis 1463 die Geschicke einiger Staaten auf dem Balkan bestimmte. Seit 1377 waren sie Könige von Bosnien und Serbien und seit 1390 auch Könige von Kroatien. Seine Eltern waren Stjepan I. (* 1242, † 1314), Ban von Bosnien 1290–1314 und Prinzessin Jelisaveta (Elisabeth) von Serbien, Tochter des Königs Stefan Dragutin von Serbien und Prinzessin Katalin von Ungarn. Stjepan II. war vermählt Jelisaveta (Elisabeth), Tochter Herzogs Kasimir von Kujawien.

Zur Zeit Stjepans II. stand Bosnien noch unter der Obrigkeit des Königs von Ungarn und Kroatien. Trotz fremder Herrschaft erlebte Bosnien unter dem Banus Stjepan einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auf den Gütern der Großgrundbesitzer wuchs die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten, das Handwerk erblühte, neue Bergwerke wurden erschlossen und es entwickelten sich der Binnen- und der Außenhandel. Die Naturalwirtschaft wurde durch die Geldwirtschaft ersetzt, denn Stjepan war der ererste bosnische Herrscher, der eigene Münzen prägte. Auch politisch wollte Stjepan seinen Staat konsolidieren. Eine Maßnahme in diese Richtung war die Heirat seiner Tochter Katharina (* 1336, † 1396) mit dem mächtigen Grafen Hermann I. von Cilli. Seine zweite Tochter Elizabeta (Elisabeth) vermählte sich 1353 mit König Ludwig I. von Ungarn und Polen.

Zur Zeit des Banus Stjepan war Bosnien noch ein kleiner Staat, der nördlich der Flüsse Neretva und Drina lag und die Stadt Sarajevo zum Mittelpunkt hatte. Um seinen Herrschaftsbereich zu erweitern, nutzte Kotromanić die inneren Kämpfe in Kroatien aus. Er zog zunächst nach Südwesten, besetzte das Gebiet der großen Karstregionen (Zapadne strane - Westteile), die sich zwischen den Flüssen Cetina im Westen und Neretva im Osten erstreckten, und stieß bis zur Adria vor. Er erweiterte sein Gebiet aber auch nach Norden und Westen, so dass die Grenzen Bosniens schon damals etwa die heutigen Ausmaße erreichten.
Stjepans Nachfolger war Stjepan Tvrtko I. (* 1338, † 1391), Ban von Bosnien 1353–1365.und später erster König


Siehe auch
• Königreich Bosnien#Liste der Bane
Literatur
• Bogdan Binter: Zgodovina južnih Slovanov (Geschichte der Südslawen), Ljubljana 1956
• Lexikon der Geschichte, 2001, ISBN 3-572-01285-6
• Hermann Grote: Stammtafeln, Leipzig 1877
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Marburg 1984 (Tafel 45, Gefürstete Grafen von Cilli)
• Prinz zu Isenburg, Wilhelm Karl; Baron Freytag von Loringhoven; Schwennicke, Detlef (Hrsg.): Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten, Schwaben, Band 12, Marburg 1992
• Ignac Orožen: Celska Kronika, Cilli 1854 - Stammtafel der Cillier
• Frank Kämpfer: Stefan II. Kotromanić, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 4. München 1981, S. 176 f. 
von Bosnien, Stjepan II. Kotromanić (I9732)
 
35773 https://de.wikipedia.org/wiki/Sualafeldgau

Das Sualafeld bzw. der Sualafeldgau war ein nach der fränkischen Eroberung Bayerns im 8. Jahrhundert eingerichteter Gau in der Gegend um Lechsgemünd.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Sualafeldgau war nach dem Flüsschen Schwalb, einem Nebenfluss der Wörnitz, benannt, weshalb das entsprechende Donaugebiet zunächst „Schwalbfeld“ hieß. Die Franken sprachen das „Schwalb“ jedoch als „Swala“ aus, weshalb sich der Name „Swalafeld“ einbürgerte.

Lage
Die Grenzen zum östlich davon gelegenen bayerischen Nordgau verliefen etwa von Stepperg an der Donau über Wellheim, Dollnstein, Nennslingen und Roth nach Schwabach. Im Norden bildete der Fluss Schwabach die Grenze zum Rangau. Später jedoch umfasste der Gau nur noch den südlichen Teil mit Gebieten südlich der Donau. Das Zentrum bildete wohl ein fränkischer Königshof in Gosheim.[1][2]
Der Radenzgau stößt im Süden mit der Regnitz, der fränkischen Schwabach und der Pegnitz an den Nordgau. Die Fränkische Schwabach ist zugleich Grenze zum Sualafeld. Ein Altweg führt von Feuchtwangen über den Schleifenberg hinaus und weiter über SSt. Ulrich, Metzlesberg, die Obere Lottermühle, Schwaighausen, Langfurth und Ammelbruch bis hin zum Limestor bei Dühren. Zum Teil fällt dieser Altweg mit der Grenze des ehemaligen Landgerichtes Graisbach[3] gegen die Grafschaft Öttingen zusammen, die nach den Grenzbeschreibungen von 1315, 1419 und 1594 auf den Westgiebel der Feuchtwanger Stiftskirche als Festpunkt hinzieht. Dieser Weg scheidet die fränkischen Gaue Sualafeld und Riesgau, aus denen die Grafschaften Graisbach und Oettingen hervorgingen, und muss demnach vorfränkisch sein.[4]

Geschichte
Erstmals schriftlich wurde der vielleicht schon in alamannischer Zeit entstandene Gau in einer Urkunde von 793 erwähnt, in der Graf Hermoin ein Gebiet um den Ort Gosheim dem Bischof von Freising schenkt. Möglicherweise gab es noch einen Grafen OOrtleip vor dieser Zeit. Als Graf des Gaus nachgewiesen ist erst ein Erlvin für das Jahr 802. Die Grenzen des Sualafeldgaus lassen sich nicht genau bestimmen, wird er doch zwischen den Jahren 751/52 und 1188 insgesamt nur 34 Mal erwähnt.[5] Davon stammen nur fünf Erwähnungen aus dem 8. Jahrhundert.
Im Jahr 798, nach der Auflösung des Bistums Neuburg, gelang es Gerhoh von Eichstätt, den Sualafeldgau (mit Heidenheim und Solnhofen) für das Bistum Eichstätt zu gewinnen.[6] Das „Salafeld“ wurde vom Bistum Augsburg abgetrennt.
Bei der Teilung des Reiches im Jahr 839 wurde der Sualafeldgau nicht mehr zu Baiern gezählt.[7] Um 854 wird ein Graf Ernst I. vom Nordgau erwähnt, vielleicht auch Graf im Sualafeld. Er fiel 908 gegen die Ungarn. Ihm folgte Ernst II.,[8] dem wiedderum Ernst III., Ernst IV., Ernst V., Hartwig Graf im Sualafeld sowie Guntpold Graf im Sualafeld folgten.[9] In einer Urkunde aus dem Jahre 996 wird ein Adelhard als Gaugraf genannt.[10] Was Ernst II. 1007 in Beziehung zu den späteren Grafen von Hirschberg setzt, ist neben dem gleichen Namen die Tatsache, dass er im Besitz des Gutes Dollnstein im Sualafeldgau war, ein Besitz, der im 12. Jahrhundert sich in den Händen der Hirschberger befand.[11]
Der Gau befand sich lange Zeit im Besitz der Grafen von Lechsgemünd. Unter Heinrich II. wurde 1035 ein gewisser Liutgar von Lechsgemünd als Gaugraf erwähnt: Er gründete das Kloster St. Walburg in Eichstätt. 1053 verlieh Kaiser Heinrich III. deer bischöflichen Kirche zu Eichstätt den Forst- und Wildbann im Sualafeldgau. 1135 stifte Graf Heinrich von Lechsgemünd das Kloster Kaisheim. Sein Nachfolger Graf Volchrad ist von 1135 bis etwa 1145 überliefert. Sein Sohn Diepold war von 1149 bis 1187 Graf, ihm folgte der noch langlebigere Berchtold I. (1193–1253).[12]
Nach dem Aussterben der Grafen von Lechsgemünd fiel der Sualafeldgau 1342 an die Wittelsbacher.[13]



Anmerkungen
1 Der Sualafeld-Gau (PDF; 388 kB)
2 Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der Deutschen Länder. Beck, 2007, ISBN 3406549861, S. 66 und 264.
3 http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45953
4 http://www.geschichte-feuchtwangen.de/Funk/Funk041.htm
5 Dies und das Folgende nach: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 40 (2006), S. 51 ff.
6 Bruno W. Häuptli: GERHOH von Eichstätt. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 26, Bautz, Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8, Sp. 463–466.
7 Christofer Zwanzig: Gründungsmythen fränkischer Klöster im Früh- und Hochmittelalter, Steiner, 2010, S. 127, Amm. 586.
8 Andreas Kraus: Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, Bd. 1, Beck, München 1997, S. 225.
9 Dr. W. Wegener: Genealogische Tafeln zur Mitteleuropäischen Geschichte; Göttingen 1962; Seite 205
10 Urkunde des Adelhard Graf im Sualafeld
11 Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 28 (1965), S. 94.
12 Studien zur Bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte (1975), S. 44.
13 Andreas Thiele: Erzählende Genealogische Stammtafeln. Fischer, 1991, ISBN 3894064609, S. 22.
Weblinks
• Literatur zu Sualafeld im Opac der Regesta Imperii
• Fluss Schwalb (Karte)
• Informationen zur Geschichte des Gemeindegebietes auf gemeinde-marxheim.de 
von Sualafeldgau (Ernste), Ernst IV. (I7352)
 
35774 https://de.wikipedia.org/wiki/Sulzbach_(Adelsgeschlecht)

Die Grafen von Sulzbach waren ein Adelsgeschlecht aus dem Nordgau. Sie hatten ihren Stammsitz auf der Burg Sulzbach. Die Anfänge des Geschlechts gehen auf den Beginn des 11. Jahrhunderts zurück. Die Grafen von Sulzbach stiegen im 11. Jahrhundert zu einem der mächtigsten Adelsgeschlechter auf. 1188 starben sie im Mannesstamm aus.

Der namensgebende Stammsitz
Der Legende nach verdankt die Stadt Sulzbach-Rosenberg ihre Gründung dem Beschluss des als ersten Graf von Sulzbach bekannten Gebhard I., der nach einem Jagdunfall seinen Durst an einer der zahlreichen Quellen am Fuße des Schlossfelsens zu stillen vermochte.
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass ihm Kaiser Heinrich II. von den zerschlagenen Besitzungen derer von Schweinfurt Lehnsgüter und Allodialbesitz sowie ihre Hauptburg in Sulzbach zusprach. Im Falkensteiner Codex ist erwähnt, dass Gebhard I. von Sulzbach 400 Mansen an die Falkensteiner als Lehen übertrug.

Herausragende Familienmitglieder
Der Enkel von Gebhard I, Graf Berengar I. von Sulzbach, war maßgeblich am Sturz Kaiser Heinrichs IV.[1] und der Einsetzung von dessen Sohn Heinrich V. beteiligt.[2] Er war einer der wichtigsten Berater Heinrichs V. Vier seiner sechs Kinder gingen mit ihren Ehen höchst einflussreiche Verbindungen ein: Gebhard III. von Sulzbach war mit Mathilde, der Tochter des bayerischen Herzogs Heinrich IX. verheiratet, Gertrud von Sulzbach wurde als Gemahlin König Konrads III. deutsche Königin, Luitgart von Sulzbach war Herzogin von Niederlothringen und Bertha von Sulzbach wurde als Gemahlin Manuel I. Komnenos Kaiserin von Ostrom (Byzantinisches Reich).
Als Anhänger und Teil der adligen Führungsgruppe eines sich über Bayern, Schwaben und Sachsen erstreckenden kirchlichen Reformkreises (siehe auch: Hirsauer Reform)[3] gründete Berengar I. zudem unter anderem in Erfüllung der Gelübde seiner Mutter Irmgard von Rott und der ersten Ehefrau Adelheid von Lechsgemünd die Stifte Berchtesgaden und Baumburg sowie gemeinsam mit anderen das Kloster Kastl.[4][5]
Das Ende dieser Sulzbacher-Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bereits 1188 erlosch mit dem Tod von Berengars Sohn Gebhard III. das Geschlecht derer von Sulzbach „im Mannesstamm“.[6]
Ein Großteil der Besitzungen kam durch Verkauf an die Staufer unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Die östlichen Besitzungen um die Burg Murach bis an die böhmische Grenze, fielen mit der Heirat von Gebhards Tochter Elisabeth an Graf Rapoto I. aus dem Hause der Ortenburger.
Burg und Stadt Sulzbach gelangten über Sophie als Erbtochter von Gebhard III. an die Grafen von Grögling-Hirschberg. Von zweien ihrer Enkel ist bekannt, dass sie erneut den Titel Graf von Sulzbach führten. Am 4. März 1305 stirbt ihr Urenkel Gebhard VII. als letzter Graf von Hirschberg und es erlischt damit auch diese Linie. Im Oktober 1305 wurden dann nach einem Vergleich unter anderem die ehemals sulzbachischen Besitzungen den Wittelsbachern zugesprochen. Der Name „Sulzbach“ scheint erst wieder von 1569 bis 1808 in deren Seitenlinie der Pfalzgrafen und Herzöge von Pfalz-Sulzbach auf.

Wappen
Das heutige Stadtwappen von Sulzbach-Rosenberg scheint, wie es auch im Kloster Kastl zu Füßen der Stifterfigur des Berengar I. von Sulzbach zu sehen ist, exakt dem des Adelsgeschlechts Sulzbach nachempfunden zu sein. Die weißen Lilien der Sulzbacher finden sich zudem noch in weiteren Gemeindewappen des Landkreises Amberg-Sulzbach sowie im Gemeindewappen von Berchtesgaden, das wiederum dem Wappen der 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelösten Fürstpropstei Berchtesgaden entspricht.

Grafen von Sulzbach
Über den Stammbaum der Sulzbacher Grafen gibt es nur in Teilen Einverständnis unter den Historikern. So scheint derzeit lediglich über den Begründer dieser Linie Gebhard I. (1030–um 1071) und seiner Nachkommen wie auch über die seiner Geschwisteter Richwara († um 1070) und Hermann I. († 27. Januar 1056) halbwegs Einigkeit zu herrschen. Doch die im Stammbaum von Heinz Dopsch[6] ebenfalls aufgeführte Verbindung zu dem Herzog von Schwaben Hermann IV. († 28. Juli 1038) und Adelheid von Susa (1014/1020–1091) als deren Eltern hat Eduard Hlawitschka in einem Aufsatz von 2006 zurückgewiesen.[7] Stattdessen scheint laut Jürgen Dendorfer nach der Unterwerfung des Markgrafen Heinrich von Schweinfurt erstmals im Jahr 1007 in den Königsurkunden ein Graf mit Namen Berengar auf, der nach Lage seines Besitzes als Vorfahr der Sulzbacher ausgewiesen wird. Er zitiert ferner Heinrich Wanderwitz, wonach dieser Berengar nach der Restitution des Schweinfurters seine Grafschaft im westlichen Nordgau wieder verlor und dafür Bamberger Vogteigüter auf dem Nordgau erhielt und laut einem Zitat nach Erich Frhr. von Guttenberg um 1015 als Bamberger Vasall genannt wird.[8]

Stammliste der Grafen von Sulzbach
Stammbaum und seine Zuordnungen in der Hauptsache nach Jürgen Dendorfer,[9] ergänzt um Angaben nach Heinz Dopsch sowie vorhandenen Wikipedia-Artikeln – in Klammern und kursiv gesetzt ggf. alte Zählweise und Datumshinweise nach Heinz Dopsch.[6][10]
• Berengar (um 1007)
• Gebhard I. (II.) (1043/1071; † 1085), Graf von Sulzbach ∞ Irmgard von Rott († 14. Juni 1101)
• Adelheid († vor 1133) ∞ Graf Sigiboto II. von Weyarn
• Berengar I. (* vor 1080; † 3. Dezember 1125), Graf von Sulzbach, Stifter der Fürstpropstei Berchtesgaden und von Baumburg, Mitstifter des Klosters Kastl ∞ nach Februar 1099 Adelheid von Frontenhausen († 1105), Witwe des Ulrich von Passau (1, ∞ Adelheid von Wolfratshausen († 1126) (2)[11]
• (2) Adelheid, Äbtissin von Kloster Niedernburg in Passau
• (2) Gertrud (* um 1114; † 14. April 1146 in Hersfeld) ∞ Konrad III., Römisch-deutscher König
• Heinrich-Berengar, 1147 Mitkönig, gekrönt 1147
• Friedrich IV. von Rothenburg (* 1144/1145; † 1167), 1152–1167 Herzog von Schwaben, erhält das Egerland; ∞ 1166 Gertrud von Sachsen (* 1154; † 1197) (Welfen)
• (2) Bertha († 1158/1160) unter dem Namen Irene ∞ in dessen 1. Ehe mit Manuel I. Komnenos, Kaiser von Byzanz
• Maria „Porphyrogenita“ Komnene (* 1152; † Juli 1182), ∞ Rainer von Montferrat (* um 1162; † August 1182), aus dem Haus der Markgrafen von Montferrat
• Anna Komnene (* 1154, † 1158).[12]
• (2) Luitgard (auch: Luitgardis; † nach 1163) ∞ um 1139 Gottfried II. (* um 1110; † 13. Juni 1142), Graf von Löwen, Landgraf von Brabant, als Gottfried VII. auch Herzog von Niederlothringen und dadurch Markgraf von Antwerpen,(1) ∞ um 1143 Huo II., Graf von Dagsburg und Metz (2)
• (1) Nachfahren Grafen von Löwen und Herzöge von Niederlothringen
• (2) Als Nachfahren 1137/78 bezeugt: Etichonen
• (2) Mathilde († 1165) ∞ um 1139/40 Engelbert III. (* vor 1124; † 6. Oktober 1173), aus dem Hause der Spanheimer, Markgraf von Istrien, Markgraf von Tuscien, Graf von Kraiburg und Marquartstein)[13]
• Kinderlos, Keine Nachfahren
• (2) Gebhard II. (III.) (* um 1114 † 28. Oktober 1188), Graf von Sulzbach; im staufischen Dienst, Rivale der Diepoldinger-Rapotonen auf dem Nordgau; Regensburger Domvogt, Vogt von Niedermünster sowie von Passau-Niedernburg, Erbe der Burg Warbeg ∞ 1129 Mathilde († 16. März 1183), Tochter von Heinrich IX. (auch: Heinrich der Schwarze) Herzog von Bayern
• Berengar II. († 21. August 1167), Graf von Sulzbach 1156–1167
• Adelheid ∞ Dietrich IV. († 1172), Graf von Kleve
• Sophie († 1228), Erbtochter von Gebhard III. ∞ Gerhard I. von Grögling († 1170)
• Elisabeth († 1206) ∞ 1163 Graf Rapoto I. von Ortenburg († 26. August 1186), aus dem Hause der Spanheimer, Graf von Murach, Graf von Kraiburg und Marquartstein
• Bertha († nach 1200) ∞ 1173 Heinrich II. von Altendorf († 1194)[14]



Literatur
• Jürgen Dendorfer: Adelige Gruppenbildung und Königsherrschaft. Die Grafen von Sulzbach und ihr Beziehungsgeflecht im 12. Jahrhundert. München 2004, ISBN 3-7696-6870-7. (Rezension)
• Jürgen Dendorfer: Die Grafen von Sulzbach. In: Ferdinand Kramer/Wilhelm Störmer (Hrsg.), Hochmittelalterliche Adelsfamilien in Altbayern, Franken und Schwaben (Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte 20), München 2005, S. 17–212. (PDF-Datei, 35 Seiten)
Einzelnachweise
1 Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 233.
2 Stefan Weinfurter, Die Gründung des Augustiner-Chorherrenstiftes – Reformidee und Anfänge der Regularkanoniker in Berchtesgaden, in: Geschichte von Berchtesgaden: Zwischen Salzburg und Bayern (bis 1594), Bd. 1, hrsg. von W. Brugger, H. Dopsc, P. F. Kramml, Berchtesgaden 1991, S. 245–246.
3 Stefan Weinfurter, Die Gründung des Augustiner-Chorherrenstiftes – Reformidee und Anfänge der Regularkanoniker in Berchtesgaden, in: Geschichte von Berchtesgaden : Zwischen Salzburg und Bayern (bis 1594), Bd. 1, hrsg. von W. Brugger, H. Dopsc, P. F. Kramml, Berchtesgaden 1991, S. 230.
4 Manfred Feulner: Berchtesgaden – Geschichte des Landes und seiner Bewohner. S. 8.
5 Dieter Albrecht: Die Fürstpropstei Berchtesgaden in: Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Geschichte. S. 286–287.
6 Siehe Stammbaum Die „Grafen von Sulzbach, Kastl und Habsberg“ in: Heinz Dopsch: Siedlung und Recht. Zur Vorgeschichte der Berchtesgadener Stiftsgründer, in: Walter Brugger (Hrsg.): Geschichte von Berchtesgaden. Stift - Markt - Land, Bd 1, S.14
7 Eduard Hlawitschka: Zur Abstammung Richwaras, der Gemahlin Herzog Bertholds I. von Zähringen. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 154 (2006), S. 1–20.
8 Jürgen Dendorfer: Die Grafen von Sulzbach; PDF-Datei S. 5 von 35
9 Jürgen Dendorfer: Die Grafen von Sulzbach; PDF-Datei S. 11 von 35
10 Angaben aus dem jeweiligen Wikipedia-Artikel
11 Zur Anzahl und Namen ihrer gemeinsamen Kinder siehe Heinz Dopsch: Siedlung und Recht. Zur Vorgeschichte der Berchtesgadener Stiftsgründer, in: Walter Brugger [Hrsg.]: Geschichte von Berchtesgaden. Stift - Markt - Land, Bd 1, S. 214 und 221
12 Garland-Stone, Bertha-Irene of Sulzbach, first wife of Manuel I Comnenus
13 Beleg für Mathilde als Tochter Berengars siehe Friedrich Hausmann Die Grafen zu Ortenburg und ihre Vorfahren im Mannesstamm, die Spanheimer in Kärnten, Sachsen und Bayern, sowie deren Nebenlinien. In: Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbch für Geschichte Kunst und Volkskunde. Nr. 36, 1994, S. 16
14 Zu Heirat Heinrich II. von Altendorf mit Berta von Sulzbach siehe Literaturhinweis Jürgen Dendorfer: Die Grafen von Sulzbach, Seite 23 u. 24 von PDF-Datei mit 35 Seiten. 
von Sulzbach, Graf Gebhard I. (II.) (I7460)
 
35775 https://de.wikipedia.org/wiki/Supplinburger

Als Supplinburger (nach der Burg Süpplingenburg) wird die Familie des römisch-deutschen Königs und Kaisers Lothar III. bezeichnet.

Stammliste

1 Liutger, Graf (1013), Graf im Harzgau (1021), urkundlich 1013 bis 1031, († nach 1031)
1 Luther, Graf in Nordthüringen und Derlingau (1042–1062), († nach 1063)
2 Bernhard, Graf im Harzgau (1052), Graf von Süpplingenburg, urkundlich 1043 bis 1062, (* vor 1043; † vor 1069); ∞ () Ida von Querfurt, Tochter von Gebhard I. (um 975–um 1017) und N.N.
1 Gebhard, Graf von Süpplingenburg, Graf im Harzgau (1052), (⚔ 9. Juni 1075 in der Schlacht bei Homburg an der Unstrut); ∞ () Hedwig von Formbach, (* um 1050; † um 1090), (∞ I: () Graf Heinrich N.N.); (∞ III: (nach 3. März 1079) Herzog Dietrih von Oberlothringen, (* vor 1065; † 30. Dezember 1115); → Haus Châtenois, Sohn von Herzog Gerhard III. von Oberlothringen (1030–1070) und Hedwig von (Namur) (–)), Tochter von Graf Friedrich von Formbach (–(1059)) und Gertrud von Haldensleben (um 1035–1116)
1 Lothar von Supplinburg, Graf (1100), Herzog von Sachsen (1106), deutscher König 24. August 1125 in Mainz, Kaiser 8. Juni 1133 in Rom (* vor 9. Juni 1075; † 4. Dezember 1137 in Breitenwang, Tirol; ▭ in Königslutter); ∞ (1100) Richenza von Norteim, (* um 1089; † (9./10./11.) Juni 1141), Erbtochter von Heinrich von Northeim, Markgraf von Friesland, (um 1055–vor April 1101) und Gertrud die Jüngere von Braunschweig, Markgräfin von Meißen, (um 1060–1117)
1 Gertrud von Supplinburg, Herzogin von Bayern und Sachsen, Markgräfin von Österreich, (* 18. April 1115; † 18. April 1143; ▭ in Klosterneuburg); ∞ I: (29. Mai 1127 auf dem Gunzenle) Heinrich der Stolze, Herzog von Sachsen (1126–1138), Herzog vn Bayern und Markgraf von Tuscien (1137–1139), (* 1102 oder 1108; † 20. Oktober 1139 in Quedlinburg; ▭ in Königslutter), Sohn von Herzog Heinrich IX. dem Schwarzen von Bayern (1075–1126) und Wulfhild von Sachsen (um 1075–1126); → Welfen; ∞ II: (1. Mai 1142) Heinrich II. Jasomirgott, Markgraf (1141) und Herzog von Österreich (1156–), (* 1107; † 13. Januar 1177 in Wien; ▭ im Schottenstift, ebenda); → Babenberger, Sohn von Markgraf Leopold III. (1073–1136) und der Salierin Agnes von Waiblingen, Herzogin von Schwaben und Markgräfin von Österreich, (1074–1143)
2 Ida von Supplinburg, Gräfin von Burghausen, (* um 1073 oder 1080; † 3. März (1138); ▭ im Kloster Michaelbeuern); ∞ ((1074)) Sieghard IX., Graf von Tengling (1074), Graf von Burghausen-Schala, Graf von Pongau und Chiemgau, 1. Vogt von Michaelbuern; → Sieghardinger, († 5. Februar 1104 in Regensburg, enthauptet), Sohn von Graf Friedrich I. von Pongau, Graf von Tengling (1048), Graf im Salzburggau, (um 1030–1071) und Mathilde von Cham-Vohburg (–1125)
2 Thietmar, Bischof von Halberstadt (1. Februar 1089 bis 16. Februar 1089), († 1093)


Literatur
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Band I.1. 2005, Tafel 13a, darin benutzt:
• Herbert W. Vogt: Das Herzogtum Lothars von Süpplingenburg 1106-1125. (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens; Band 57). Hildesheim 1959
• Rudolf Meier: Die Domkapitel zu Goslar und Halberstadt in ihrer persönlichen Zusammensetzung im Mittelalter. (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte; 5). Göttingen 1967 
von Süpplingenburg, Graf Liutger (I9784)
 
35776 https://de.wikipedia.org/wiki/Sven_Gabelbart

Sven I. „Gabelbart“ (dänisch Svend Tveskæg; manchmal auch Sven Haraldsson; * um 965; † 3. Februar 1014 in Gainsborough) war ab 986 König von Dänemark und wurde 1013 zum König von England erklärt.

Leben
Sven I. soll seinen getauften Vater Harald I. Blauzahn in einem Aufstand im Jahre 986 vom Thron von Dänemark vertrieben haben, da Harald Sven nicht bei der Thronfolge berücksichtigen wollte. Angesichts der tendenziösen Berichte in den Quellen isst dies ungesichert.[1] Harald starb nach einem was die Länge angeht unklaren Aufenthalt im Exil 987 in der Jomsburg oder Vineta (Wolin, Julin, Jumne) im späteren Pommern. Nach einer kurzen schwedischen Invasion 991 unter König Erik Segersäll, in deren Folge er wahrscheinlich erst nach Zahlung eines Lösegeldes freikam, gelangte Sven wieder auf den dänischen Thron. Er führte das Heidentum wieder ein und vertrieb den christlichen Klerus. 994 war er zusammen mit Olav Tryggvason Führer eines Wikingerangriffs auf London. Er verwüstete dabei große Teile Südostenglands und erhielt zur Beendigung seiner Plünderungen im folgenden Jahr ein Danegeld von 16.000 Pfund Silber. Norwegen war nach der Schlacht bei Hjørungavåg 986 wieder eigenständig geworden und Olav Tryggvason wurde dort König. Er nahm an der Schlacht vor der Insel Svold am 9. September 1000 auf der wendischen Seite gegen Dänemark teil und starb in dieser Schlacht. Sven I. herrschte nunmehr über Norwegen mittels zweier Jarle.
Nach der Teilnahme an einigen von Norwegen geleiteten Raubzügen in den Jahren 994–995 führte Sven einige groß angelegte Invasionen gegen England durch (1003–1005, 1006–1007, 1009–1012 und 1013) in denen er das Danegeld eintrieb. Zuvor hatte deder englische König Æthelred II. das St. Brice’s Day Massaker befohlen, in dem am 13. November 1002 alle dänischen Bewohner Englands getötet werden sollten, wobei auch Gabelbarts Schwester Gunhilde ums Leben kam. Im Jahr 1013 gelang Gabelbart die Eroberung Englands, er vertrieb Æthelred II. in die Normandie. Am 25. Dezember 1013 wurde er zum König von England erklärt und er war bis zu seinem Tode der tatsächliche Herrscher in England.
Sven Gabelbart starb am 3. Februar 1014 in Gainsborough in der Grafschaft Lincolnshire, das er zu seiner Hauptstadt gemacht hatte, kurz vor seiner geplanten Krönung. Sven Gabelbart war mit einer Regierungszeit von 40 Tagen der englische König mit der kürzesten Regierungszeit.[2] Sein Leichnam wurde nach Dänemark überführt und in der Kathedrale von Roskilde bestattet. Nach der Biographie eines flandrischen Mönches König Knuts Taten oder eine Preisschrift für Königin Emma wurde er „in deer Kirche bestattet, die dieser König zu Ehren der Dreifaltigkeit hatte aufführen lassen, in dem Grab, das er sich eingerichtet hatte.“ Das wäre dann in Lund gewesen, dessen älteste Kirche von Sven aus Holz als Dreifaltigkeitskirche gebaut worden war. Bei den Ausgrabungen wurde unter dem Boden dieser Kirche eine grabförmige Grube gefunden. An solcher Stelle pflegten nur die Erbauer einer Kirche begraben zu werden, so dass es durchaus möglich ist, dass er zunächst dort begraben wurde.[3]
Nachfolger als König von Dänemark war zunächst sein ältester Sohn Harald II. Nach dessen Tod 1018 herrschte sein zweiter Sohn Knut der Große über ein Nordseereich, das neben Dänemark und Schleswig auch England und Norwegen umfasste.

Ehefrauen und Kinder
Nach Steenstrup war er erst mit Gunnhild, Tochter des Wendenkönigs (Gesamtherrschers der Abodriten) Mstislaw,[4] verheiratet, dann mit Sigrid Storråda, Sigrid der Stolzen.[5] Von anderer Quelle wird Świętosława von Polen wird als Ehefrau genannt, sie dürfte mit Sigrid der Stolzen identisch gewesen sein.
Kinder:
• Harald II.
• Knut der Große
• Estrid
1 ∞ Richard II., Herzog der Normandie, † 1027, verstoßen (Rolloniden)
2 ∞ Ulf Jarl, † 1026 - die Eltern von Sven Estridsson (Haus Estridsson)
• Santslaue
• eine weitere Tochter



Siehe auch[
• Stammtafel der dänischen Könige
• Stammtafel englischer Könige
Quellen
• Thietmar von Merseburg: Chronik (= Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Bd. 9), Neu übertragen und erläutert von Werner Trillmich, Darmstadt 1957; Textstelle VII. 36.
Literatur
• Martin Kaufhold: Europas Norden im Mittelalter. Die Integration Skandinaviens in das christliche Europa. Primus, Darmstadt 2001, ISBN 3-89678-418-8.
• Lutz Mohr: Drachenschiffe in der Pommernbucht. Die Jomswikinger, ihre Jomsburg und der Gau Jom. Reihe: edition rostock maritim, hrsg. von Robert Rosentreter. Rostock: Ingo Koch Verlag 2013. ISBN 978-3-86436-069-5
• Johannes C. H. R. Steenstrup: Artikel Svend Tveskjæg in: Dansk biografisk lexikon Bd. 17. Kopenhagen 1903, S. 1–3.
• Fredrik Svanberg: Vikingatiden i Skåne. Lund 2000.
Weblinks
 Commons: Sven Gabelbart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
1 M. Kaufhold: Europas Norden im Mittelalter: Die Integration Skandinaviens in das christliche Europa. S. 64.
2 Sweyn Forkbeard: England's forgotten Viking king auf BBC News, 25. Dezember 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013
3 Fredrik Svanberg: Vikingatiden i Skåne. Lund 2000, S. 89.
4 Steenstrup in Dansk Biografisk lexikon Bd. 6 S. 304: Erste Ehefrau Sven Gabelbarts.
5 Steenstrup S. &03: Zweite Ehefrau von Sven Gabelbart. 
von Dänemark, König Sven I. Gabelbart (I7469)
 
35777 https://de.wikipedia.org/wiki/Sven_III._(Dänemark)

Sven III. Grate (dän.: Svend Grathe) (* vor 1120; † 23. Oktober 1157 bei Viborg) wurde 1146/47 zum König von Dänemark erhoben. Anerkannt wurde er jedoch nur in Seeland und Schonen, in Jütland dagegen sein Vetter Knut V..
Sven war der Sohn von Erik II. Emune, entweder von dessen Ehefrau Malmfried von Kiew, Tochter von Großfürst Mstislaw I., oder aber aus der außerehelichen Beziehung zu Thunna.
Nach dem Tode König Erik III. Lam im Jahre 1146 ohne Leibeserben verstorben war, kam es zu Thronstreitigkeiten zwischen Sven und seinem Vetter, dem Prinzen Knut. Angesichts des bevorstehenden Kreuzzugs gegen die Wenden schlossen sie zunächst Frieden und stellten ein gemeinsames Heer gegen die Slawen auf. Zwei Jahre später flammten die Thronstreitigkeiten wieder auf. Sven gelang es mit Hilfe von Adolf II. von Schauenburg und Holstein, die Angriffe von Knut in den Jahren 1146/1147 und 1150 auf Seeland abzuwehren.
Auf dem Merseburger Reichstag 1152 konnte durch einen Schiedsspruch von Kaiser Friedrich Barbarossa ein Ausgleich zwischen den Widersachern erreicht werden. Sven, der in Begleitung des Bremer Erzbischofs Hartwig, dem Schwager von Erik Lam, gekomommen war, wurde alleiniger König von Dänemark. Knut, unter Geleitschutz Heinrichs des Löwen, wurde zum Thronverzicht bewogen und als Svens Vasall zum Herzog von Seeland erhoben. Waldemar, als Knud Lavards Sohn, Verwandter beider Konkurrenten und ebenfalls mit Thronansprüchen, erhielt das Herzogtum Schleswig.
Durch seine umstrittene Regierungspolitik (Steuererhöhungen und Streitigkeiten mit dem Schoner Bischof Eskil von Lund) konnte Sven seine Macht allerdings nicht festigen. Der Parteiwechsel von Waldemar 1153 führte zur Vertreibung Svens, während ssich Knut 1154 gemeinsam mit Waldemar vom Viborger Landesthing als König huldigen ließ. Sven III. betrieb aus dem Exil am Hofe seines Schwiegervaters, des Meißner Markgrafen Konrad I., mit Hilfe Heinrichs des Löwen seine Rückkehr. Dies gelang ihm schließlich 1156 mit Unterstützung der wendischen Flotte des abodritischen Fürsten Niklot. Keiner der drei Widersacher konnte danach jedoch eine Vormachtstellung etablieren, und Dänemark zerfiel in drei Teile. Im August des Jahres 1157 wurde auf Druck des Adels ein Friedensvertrag der drei Thronanwärter in Roskilde erreicht, in dem Waldemar Jütland, Knud Fünen, Seeland und die umliegenden Inseln und Sven Schonen zugesprochen wurde. Auf dem Fest am 9. August 1157, mit dem dieser Vertragsabschluss gefeiert werden sollte, fiel Knut einem Mordanschlag Svens zum Opfer.[1] Waldemar entkam dem Anschlag und konnte im Oktober in der Schlacht auf der Grathe Hede südlich von Viborg Sven vernichtend schlagen.[2] Auf der Flucht wurde Sven von Bauern erschlagen.

Ehe und Nachkommen
Sven heiratete um 1152 Adela, Tochter von Konrad, Markgraf von Meißen
• Luccardis, ∞ Berthold V. von Andechs, Herzog von Meranien
• Gunhild (oder Helena)[3]
• Sohn, Näheres unbekannt, früh gestorben



Siehe auch
• Stammtafel der dänischen Könige
Weblinks
• Sven Grathe auf danmarkshistorien.dk (dänisch)
• Svend 3. Grathe auf denstoredanske.dk (dänisch)
Einzelnachweise
1 Blutfest von Roskilde auf danmarkshistorien.dk (dänisch), abgerufen am 6. August 2015.
2 Slaget på Grathe Hede 1157 auf danmarkshistorien.dk (dänisch)
3 Gunhildkreuz auf denstoredanske.dk (dän.) 
von Dänemark, König Sven III. (I6884)
 
35778 https://de.wikipedia.org/wiki/Swanahild

Swanahild (Sunnichilde, Sonichilde, Serenahilt), war die zweite Ehefrau Karl Martells. Sie war die Nichte von Pilitrud, der Ehefrau des bayerischen Herzogs Grimoald, sowie die Nichte des Herzogs Odilo von Bayern.

Leben
Aus ihrer Ehe hatte sie den Sohn Grifo, der von seinen Halbbrüdern Karlmann und Pippin nach dem Tod des Vaters in seinen Erbansprüchen übergangen wurde.
Von einem Feldzug in Bayern 725, bei dem Grimoald gestürzt wurde, brachte Karl Martell dessen Ehefrau Beletrude sowie deren Nichte Sunnichilde als Gefangene mit ins Frankenreich[1]. Er heiratete sie nach dem Tod seiner Ehefrau Chrotrud[2]; wenig später wurde der gemeinsame Sohn Grifo geboren. Offenbar war die Ehe mit Swanahild (auch) ein Versuch, das bayerische Herzogshaus an die Karolinger zu binden[3].
Im Jahr 736 machte Karl ihren Onkel Odilo [4] zum Herzog von Bayern. Insgesamt wird in den letzten Lebensjahren Karls ein dominanter Einfluss Swanahilds gesehen, der sich auch in dem Versuch äußerte, ihrem Sohn ein Erbe zu sichern[5]. Letztendlich nicht geklärt ist dagegen der Einfluss, den Swanahild bei der Heirat Odilos mit ihrer Stieftochter Hiltrud ausübte – sicher ist lediglich, dass Hiltruds Brüder mit der Ehe nicht einverstanden waren. Einerseits wird berichtet, dass Odilo auf seiner Flucht vor der bayerischen Adelsopposition an den Hof Karls Hiltrud noch zu Lebzeiten Karls geheiratet habe[6], andererseits, dass sie nach dem Tod Karls ihrer Stieftochter geraten habe, zu ihrem Onkel Odilo nach Bayern zu fliehen, den Hiltrud dann heiratete[7].
Bei seinem Tod 741 hinterließ Karl Martell wie von Swanahild gewünscht das Reich seinen drei Söhnen, Karlmann, Pippin und Grifo, wobei Karlmann und Pippin allerdings bald übereinkamen (Vieux-Poitiers 742), den Erbanspruch des wesentlich jüngereren Grifo zu ignorieren und die Macht unter sich aufteilten. Swanahild unterstützte ihren Sohn bei dessen vergeblichen Versuch, sich gegen seine Halbbrüder zu behaupten. Nach Grifos Niederlage wurde sie in die Abtei Chelles verbannt[8], wo sie zu einem unbekannten Zeitpunkt auch starb und bestattet wurde.
Das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau gibt Swanahild den Titel regina[9], obwohl ihr der Titel einer Königin nicht zustand. Hierzu werden in der Forschung zwei Positionen diskutiert
1 zum einen, dass die Bezeichnung auf Karls Stellung im Frankenreich zurückzuführen ist[10],
2 zum anderen, dass die Bezeichnung innerhalb der Familie Swanahilds, der Agilolfinger, für die Töchter der Fürsten üblich war[11]



Quellen
• Fredegari Continuationes, 12,25 (MGH SRM II)
• Annales quae dicitur Einhardi (MGH SRG 6), 741, 742
• Annales Mettenses priores (MGH SRG 10)

Literatur
• Eduard Hlawitschka: Die Vorfahren Karls des Großen. Nr. 33, S. 79.
• Jörg Jarnut: Untersuchungen zur Herkunft Swanahilds, der Gattin Karl Martells. In: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte. Bd. 40, 1977, S. 245–249 (Digitalisat).
• Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 1992.
• Christian Settipani: La préhistoire des Capétiens. 1993, S. 172 f.
• Joachim Jahn: Hausmeier und Herzöge. Bemerkungen zur agilolfischen-karolingischen Rivalität bis zum Tode Karl Martells. In: Jörg Jarnut, Ulrich Nonn, Michael Richter (Hrsg.): Karl Martell in seiner Zeit (= Beihefte der Francia. Bd. 37). Thorbcke, Sigmaringen 1994, ISBN 3-7995-7337-2, S. 317–344 (Digitalisat).
• Ulrich Nonn: Swanahild. In: Lexikon des Mittelalters. Band VIII, Spalte 349.
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Band I.1 (2005), Tafel 3–7.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Agilolfinger

Die Agilolfinger (auch Agilulfinger genannt) waren eine vermutlich fränkische Adelsfamilie, die seit dem 6. Jahrhundert Herzöge von Baiern und Alamannien (Schwaben) und Könige der Langobarden stellte. Frühe Mitglieder waren wahrscheinlich als Ammtsherzöge von den Merowingern in Bayern eingesetzt worden (Lex Baiuvariorum, Titel III), danach war ihre Herrschaft erblich und unabhängig von den Merowingern. Die Hauptresidenz der Agilolfinger in Bayern befand sich in Regensburg, in Alemannien war ein Hauptort Cannstatt.

Hypothesen zur Herkunft
Zu der Herkunft der Agilolfinger gibt es nur mehr oder weniger überzeugende Hypothesen. Als Stammvater der Familie gilt legendär ein Agilulf (* um 420; † um 482), der ein Fürst der Sueben und Quaden war. Er könnte der Sohn des donau-suebischen Fürsten Hunimund Filius Hermanarici (* um 395; † nach 469 in Suavia) gewesen sein. Er bedrohte Passau und war wohl Arianer. Der Historiker Jörg Jarnut sieht in Bischof Agilulf von Metz († 602) ein frühes Mitglied der Familie. Als namensgebenden Stammvater schlägt er jenen Warnen Agiulf vor, der als Statthalter des Westgotenkönigs Theoderich II. für das iberische Suebenreich wirkte und 457 hingerichtet wurde.[1] Unter dem Vornamen Theodo werden drei Herzöge genannt, die von 508-565 in Baiern regiert haben sollen, wobei es fraglich bleibt, ob Theodo I. - III. tatsächlich regierten, oder nur Legende sind. Im folgenden Text werden sie bei der Nummerierung ignoriert.
Gut belegbar sind die frühen und intensiven dynastischen und politischen Beziehungen der Agilolfinger zu den Franken und Langobarden. Herzog Garibald I. von Bayern heiratete um 555 n. Chr. die Langobardin Walderada, die Witwe des merowingischen Königs Theudebald. Diese wurde zunächst von Chlothar I. geheiratet, die Ehe musste aber aufgrund kirchlicher Einwände wieder aufgelöst werden. Walderada wurde nun mit "uni ex suis, qui dicebatur Garipald" (nach Paulus Diaconus) verheiratet, mit dem Baiern-Herzog Garibald I. Diese Eheschließung deutet auf eine bereits in der Frühzeit weit gediehene und ebenso enge Verbindung zwischen den Bajuwaren und den Franken hin. Die innenpolitischen Schwierigkeiten des Frankenkönigs boten Garibald bald Gelegenheit zu einer eigenen, raffinierten Politik im Bunde mit den im Jahr 568 in Italien eingerückten Langobarden, mit denen ihn ein Interesse an der Brenner-Verona-Route verband. Er vermählte eine Tochter mit dem langobardischen Herzog Ewin (Eoin) von Trient, der etwa zur gleichen Zeit (575) von den Franken angegriffen wird. Das ist ein Hinweis darauf, dass der Langobarde sich durch ein Bündnis mit seinem nördlichen Nachbarn gegen ähnliche fränkische Angriffe abzusichern suchte.
Als die Franken im Jahr 584 erneut die Langobarden bedrohten, schloss sich der neue Langobardenkönig Authari, nachdem ihm die Verständigung mit den Franken misslungen war, an die Baiern an. Offenbar führte Garibalds Annäherung an die Langobarden dazu, dass die Franken im Jahr 589 auch gegen ihn militärisch vorgingen, jedenfalls flohen in diesem Jahr die Kinder Theodelinde und Gundoald nach Italien zu den Langobarden: Garibalds Tochter Theodelinde heiratete, da sie vom Frankenkönig verschmäht worden war, die langobardischen Könige Authari und, nach dessen frühen Tod, Agilulf. Diese Verbindung ist erstaunlich denn Theodolinde war katholischen Glaubens, die Langobarden hingegen Arianer. Garibalds Sohn Gundoald wird Herzog von Asti und als Vater König Ariperts I. Ahnherr und Stammvater der agilolfingischen Langobardenkönige.
Oft wird Herzog Garibald I. (auch Garipald) (548–590 n. Chr.) von Bayern als erstes gesichertes Mitglied der Familie angesehen. Dies ist aber heute nicht mehr aufrecht zu halten.[2]

Geschichte
Im Jahr 591 wurde Tassilo I. vom Frankenkönig Childebert II. über Baiern als rex (König) eingesetzt. Tassilo erhielt somit eine vergleichsweise starke Stellung, gleichberechtigt zu den merowingischen Königen in Neustrien, Austrasien und Burgunnd (Frankenreich).[3] Er führte kurz nach seiner Amtseinsetzung sowie Mitte der 590er Jahre Feldzüge gegen die Slawen, die in diesen Jahren aus ihrer östlichen Heimat westwärts gewandert und im Nordgau und Karantanien Nachbarn der Baiern geworden waren. Paulus Diaconus beschreibt den ersten Feldzug mit folgendem Satz: Er (Tassilo I.) zog alsbald mit Herresmacht ins Land der Slawen und kehrte siegreich und mit großer Beute wieder in sein eigenes Land zurück. Nach seinem siegreichen Feldldzug gegen die vordringenden Slawen im Alpenraum machte Tassilo I. um 595 erneut einen Einfall in das Land der Slawen. Dieser Feldzug endete mit einer Niederlage, da den Slawen die Awaren zu Hilfe kamen. Tassilo I. verlor bei diesem Feldzug etwa 2000 Krieger. Garibald II. war ein Sohn Tassilos I., dem er 610 im Amt folgte. Wie dieser war auch Garibald in Kämpfe mit seinen slawischen Nachbarn verwickelt. Dabei wurde er bei Aguntum in Osttirol von den Slawen geschlagen und das Gebiet deder Bajuwaren geplündert. Anschließend gelang es Baiern jedoch offenbar, die Slawen wieder teilweise zurückzudrängen.In dieser Zeit wurde Garibald zu Agunt (Osttirol) von den Slawen geschlagen und das Gebiet der Bayern geplündert. Doch die Bayern sammelten sich wieder, nahmen den Feinden die Beute ab und vertrieben sie aus dem Lande.[4] Diese Kriege besiegelten den Niedergang der romanischen Städte Aguntum und Lavant (Tirol), der romanischen Restbevölkerung war der Weg zu eigener Staatlichkeit verbaut.
Die süddeutschen Agilolfinger standen in der Regel auf Seiten der Merowinger, das Erstarken des Hausmeiertums der Karolinger konnte nicht in ihrem Sinn sein. Bereits 624 geriet die Familie, damals vertreten durch Chrodoald, einem austrischen Adligen (von dem Fredegar schreibt: „ex proceribus de gente nobili Agylolfingam“), in Konflikt mit den Karolingern, bzw. deren ältesten bekannten Vorfahren, dem Bischof Arnulf von Metz (Arnulfinger) und Pippin dem Älteren (Pippiniden), die im Bündnis miteinander die fränkische Reichspolitik zu dominieren trachteten. 632 entschloss sich König Dagobert I. zu einem großangelegten Feldzug gegen das Reich des Samo. Die mit ihm verbündeten Alamannen unter Herzog Chrodobert griffen die Randgebiete des Reichs an. Die verbündeten friulanischen Langobarden fielen sehr wahrscheinlich von Süden ein und besetzten die „regio Zellia“, wohl im heutigen Gailtal in Kärnten gelegen. Das vielleicht von Dagobert selbst angeführte austrasische Haupththeer sollte in das Herz des Reiches vordringen. Den einzelnen Heeren gelang es jedoch nicht, sich zu vereinigen. Von bairischen Truppen unter einem Agilofinger ist in diesem Zusammenhang nicht die Rede, obwohl Baiern unmittelbar an das Reich des Samo angrenzte. Wie die fränkischen und alamannischen Truppen an Baiern vorbei in das tschechische Reich eindringen konnten, bleibt gleichfalls ein Rätsel. Während die ersten beiden Teilheere siegreich mit vielen Gefangenen zurückkehrten, wurde das austrasische Hauptheer nach einer dreitägigen vergeblichen Belagerung eines castrum vuogastisburc genannten Ortes total geschlagen. Die übrig gebliebenen Kämpfer Dagoberts mussten flüchten und sämtliche Waffen und Zelte zurücklassen.[5] DiDie Autorität des merowingischen Königtums war danach schwer erschüttert. Der Hausmeier Grimoald, der Sohn Pippins des Älteren, schaffte es tatsächlich, seinen eigenen Sohn Childebertus adoptivus als König von Austrasien zu installieren. Grimoald hingegen wurde von König Chlodwig II., der in Neustrien regierte, aus einem Hinterhalt gefangen genommen, nach Paris gebracht und dort 656 oder 657 im Kerker hingerichtet.

Der Wandermönch Emmeram, der zunächst Bischof von Poitiers in Aquitanien war, gelangte während einer Missionsreise zur Verbreitung des Christentums Mitte des 7. Jahrhunderts aus dem westlichen Franken entlang der Donau an den bayerischen Herzogshof in Regensburg, wo der agilolfingische Herzog Theodo I. regierte. Dieser nahm Emmeram wohlwollend auf und bewog ihn zum Bleiben. Emmeram widmete sich daraufhin der Stärkung des Christentums in Regensburg und im weiteren Umland. Etwa drei Jahre nach seiner Ankunft in Regensburg vertraute sich Uta, die Tochter des Herzogs, ihm an. Sie hatte eine heimliche Liaison mit dem Sohn eines Beamten, von dem sie ein uneheliches Kind erwartete. Um das Paar vor einer wahrscheinlichen Strafe des HHerzogs zu schützen, riet Emmeram Uta, ihn selbst als Vater zu nennen. Er selbst reiste zu einer Pilgerreise nach Rom ab, sich vor dem Papst für den vermeintlichen Fehltritt zu verantworten und nach seiner Rückkehr auch vor dem Herzog den wahren Sachverhalt aufzuklären. Als Uta kurz nach Emmerams Abreise ihrem Vater die vereinbarte Geschichte eröffnete, erzürnte dieser. Zur Ehrenrettung seiner Schwester verfolgte daraufhin der Sohn des Herzogs, Lantpert, den in seinen Augen flüchtenden Wanderbischof. Am 22. September 652 stellte Lantpert mit seiner Truppe den Bischof in dem südöstlich von München gelegenen Ort Kleinhelfendorf. Er ließ ihn auf eine Leiter binden und ihm bei lebendigem Leibe nach und nach die Körperteile abschneiden, bis er ihn schließlich enthaupten ließ. Nachdem Herzog Theodo die Wahrheit erfahren hatte, ließ er Emmeram exhumieren und den Leichnam nach Regensburg überführen.[6]
Herzog Theodo II. griff in den langobardischen Thronstreit ein. Er verbündete sich wieder mit den Langobarden und gewährte um das Jahr 702 König Ansprand Asyl. Theodo unternahm im Jahr 715 eine Reise mit einer bairischen Gesandtschaft über die Alpen nach Rom. Im gleichen Jahr (715) verheiratete er auch seine Enkelin Guntrud mit Liutprand, dem Sohn von Ansprand. Er konnte sich zeitlebens nicht mit dem Erstarken der fränkischen Hausmeier (Pippin der Mittlere) abfinden. So plante er gemeiinsam mit Papst Gregor II. die Errichtung einer selbständigen bairischen Kirchenprovinz. Wohl wurde damals schon die Teilung in die vier Bistümer Regensburg, Freising, Passau und Salzburg durchgeführt. Wie ein unabhängiger Fürst konnte Theodo II. sein Herzogtum unter seinen Söhnen aufteilen, ohne die Einwilligung der merowingischen Frankenkönige.

Durch eine Militärintervention während eines Machtstreits innerhalb der Herzogsfamilie 725 setzte Karl Martell den Herzog Hugbert, ebenfalls ein Enkel Theodos II., in Bayern ein. Die Lex Baiuvariorum ist die in der Zeit des 6. bis 8. Jahrhunderts entstandene Sammlung des Volksrechtes der Bajuwaren, das heißt die älteste Sammlung von Gesetzen des frühen bairischen Stammesherzogtums. Der Text ist auf Latein verfasst, enthält jedoch bajuwarische Fragmente. Es ist das älteste und wichtigste Denkmal der Bajuwaren.[7] Abt Eberswind des neu gegründeten Klosters Niederaltaich gilt vielen als der Bearbeiter dieses ersten bairischen Stammesrechts (um 741/743). Ebenso kann die Lex Baiuvariorum in St. Emmeram in Regensburg oder im Bischofskloster auf dem Freisinger Berg entstanden sein. Die Initiative dazu soll von Herzog Odilo ausgegangen sein. Die Lex Baiuvariorum war bis 1180 in Kraft. 743 überfielen die Franken, jetzt unter der Führung von Karls Söhnen, Herzog Odilo, der ihnen in der Schlacht bei Epfach am Lech unterlag, und zwangen ihn, die Oberhoheit des fränkischen Reichs anzuerkennen. Um das Jahr 740 gerieten andererseits die Karantanen unter bairische Kontrolle, 772 schlug Herzog Tassilo III. im späteren Kärnten einen Aufstand der heidnischen Slawen nieder.

Da Bayern der Expansionspolitik der Franken eher im Weg stand, es hatte verwandtschaftliche Bindungen zu den Langobarden und hielt mit den Awaren jahrzehntelang Frieden, setzte Karl der Große 788 Herzog Tassilo III. in einem Schauprozess ab, blendete ihn und verbannte ihn und seine Familie in Klöster, woraufhin Karl das Herzogtum Bayern aufhob und dem fränkischen Reich als Präfektur einverleibte. Zuvor war Tassilo 787 durch massiven militärischen Druck gezwungen worden, Baiern von seinem Vetter Karl als Lehen zu nehmen und seinen Sohn und Mitregenten Theodo als Geisel zu stellen. Karl verbrachte danach zwei aufeinanderfolgende Winter (791–793) in der alten bairischen Residenzstadt Regensburg, um die Einverleibung Baierns in das Fränkische Reich persönlich abzusichern.
Die historische Leistung der Agilolfinger besteht in
• der Vollendung der Ethnogenese der Baiern
• ihrer Siedlungspolitik im Nordgau und im Alpenraum, insbesondere in Tirol und Oberösterreich
• der Christianisierung des Landes einschließlich der kirchenrechtlichen Gründung der Bistümer Regensburg, Freising, Passau und Salzburg,
• der Gründung von Klöstern,
• der Abwehr slawischer und awarischer Invasionen,
• der Annexion Kärntens und
• der Niederschrift der Lex Baiuvariorum, des baierischen Stammesrechts.

Herzöge (ab 591 auch als Rex bezeichnete Herrscher) von Baiern aus der Familie der Agilolfinger
• ca. 548–591: Garibald I.
• 591–610: Tassilo I., der Sohn Garibalds
• 610–6??: Garibald II., der Sohn Tassilos
• ca. 6??–680: Theodo I.
• ca. 680: Lantpert, Sohn Theodos
• ca. 680–717: Theodo II., ein Enkel Garibalds II., er ernannte seine 4 Söhne zu Mitherrschern und Erben
• 711-719: Theudebald in Regensburg
• 711–717/18: Theudebert (Theodo III.) in Salzburg
• 717–719: Tassilo II. in Passau (?)
• 702-725: Grimoald II. in Freising
• 724–736: Hugbert (auch Hucbert), der Sohn Theudeberts
• 736–748: Odilo, aus einer Nebenlinie der Familie
• 748–788: Tassilo III., der Sohn Odilos
• 776-788: Theodo III., nur Mitregent seines Vaters Tassilo

Generell gilt es bei der Genealogie der bayerischen Agilolfinger darauf hinzuweisen, dass bisweilen große Lücken (v. a. im 6. Jahrhundert) die genaue Rekonstruktion des Stammbaums erschweren. Zwischen dem Ende von Tassilo I. (um 610 n. Chr.) und Theodo (ca. 680 n. Chr.) klafft eine nicht eindeutig schließbare Lücke in der Herrschaftsfolge. In dieser Zeit ist über die bayerische Geschichte, abgesehen von einigen, allerdings wenigen Erwähnungen aus fränkischen Quellen, kaum etwas überliefert. Die o. a. Genealogie muss somit vorläufig bleiben, die zwischen 610 und 680 konstruierten Herrscher sind aus Schlussfolgerungen und vereinzelten Hinweisen aus Quellen entstanden. Bisweilen wird auch vermutet, dass der Agilolfinger Fara (um 630–640), der nachweislich im Rheinland begütert war, Herrscher über das bairische Herzogtum war. Dies gilt jedoch als unwahrscheinlich.

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aus Bayern, Schwanhilde (Swanahild) (I4733)
 
35779 https://de.wikipedia.org/wiki/Swantopolk_II.

Swantopolk II. oder Swantopolk der Große (auch Suantipolk, Zwantepolc de Danceke,[1] Swantepolk, Svatopluk, Swietopelk, Swatopolk, polnisch Świętopełk II Wielki; * um 1195; † 10. Januar 1266) war ein Herzog von Pommerellen. Er entstammte der Dynastie der Samboriden.

Leben und politischer Werdegang
Swantopolk II. war der Sohn von Herzog Mestwin I. aus der ehelichen Verbindung mit der Zwinisława. Nach dem Tode seines Vaters wurde das Herrschaftsgebiet unter seinen Söhnen zunächst aufgeteilt. Swantopolk erhielt das nördliche Pommerellen miit der Burg Danzig, Wartisław das Gebiet um Schwetz, Sambor II. das Gebiet um Dirschau und Ratibor Burg und Bezirk von Belgard. Mestwin hatte bestimmt, dass Swantopolk als der Älteste zwanzig Jahre lang die Vormundschaft über seine Brüder ausüben sollte. Das tat er aber nur zwölf Jahre lang. Differenzen zwischen den Brüdern führten zu einem jahrelangen Bruderkrieg.
Bevor Swantopolk II. 1220 an die Regierung kam, war sein Herrschaftsbereich Pommerellen unter polnische Lehnshoheit gezwungen worden. Er weigerte sich, den von Polen geforderten Tribut zu zahlen und die Lehnspflicht zu leisten. Als er im Jahr 1227 deswegen vor den polnischen Reichstag geladen wurde, fand er sich mit einem Heer ein und überfiel den polnischen Seniorherzog Leszek den Weißen, der bei dem Treffen den Tod fand.[2] Er erlangte 1227 seine volle Unabhängigkeit als Herzog von Pommerellen durch.[3][4] Im selben Jahr nahm er den Dänen die Burg und Ortschaft Danzig wieder ab.[2]

Erwerb des Stolper- und Schlawerlandes
Als durch die Schlacht bei Bornhöved 1227 die Vorherrschaft des Königreichs Dänemark über das Greifen-Pommern zusammengebrochen war, erweiterte Swantopolk II. seinen Besitzstand um die ursprünglich pommerschen Länder Stolp und Schlawe beträchtlich.

Innerpolnische Parteinahme
Im selben Jahr unterstützte er seinen Schwager Władysław Odonic, in dessen Streit mit Władysław III. Dünnbein um die Vorherrschaft im Herzogtum Großpolen. Sie überfielen die in Gąsawa (einer Ortschaft im heutigen Powiat Żnin) zu einem Wiec (deututsch: Wetsche) versammelten polnischen Herzöge, Ritter und Bischöfe. Leszek, der amtierende Princeps und Senior von Polen, fand dabei den Tod, angeblich durch einen von Swantopolk initiierten Mordanschlag. Władysław III. Dünnbein jedoch war noch nicht am Ort der Versammlung eingetroffen, entging dadurch dem Anschlag der beiden und übernahm das Seniorat, das er vor Leszek schon einmal innehatte. Der Zusammenhalt der von Polen dominierten Herzogtümer wurde durch den Anschlag auf den Wiec weiter geschwächt. Kirchlich war das ostpommersche Herzogtum vorläufig weiter an das polnische Bistum in Włocławek als Teil des Erzbistums Gnesen angegliedert.

Ausbau staatlicher Strukturen
Swantopolk und sein Bruder Sambor führten seit 1227 den Titel „Dux Pomeranorum“, den ihr Vater nur kurzzeitig 1212 nach seinem Sieg über die Dänen geführt hatte. Swantopolk baute ein eigenes Verwaltungssystem auf. Die lateinische Inschrift seines Siegels von 1228 bedeutet „S(iegel) des Herren Swantopolk von Danzig“.

Kämpfe gegen die Prußen
1224 fielen die heidnisch-baltischen Prußen (oft fälschlich Pruzzen) in sein Gebiet ein und zerstörten die Klöster Oliva und Zuckau. Swantopolk verbündete sich daraufhin mit dem Deutschen Orden, der 1231 im Kulmer Land auf dem rechten Weichselufer die Burg Thorn erbaut hatte, und führte mit den Ordensrittern Krieg gegen die Prußen. Swantopolk besaß die Burgen Zantir (im Knie zwischen der Weichsel und dem Nogat), Sartowitz und Schwetz am Weichselufer. Im Winter 1233/1234 führte er mit seinem Bruder Sambor gemeinsam mit vielen anderen polnischen Fürsten und mit dem Deutschen Ritterorden einem Kriegszug gegen die Prußen durch. In der Winterschlacht bei Christburg hatten Swantopolk und Sambor maßgeblich zum Siege beigetragen, weil sie „Erfahrung im Kampf mit den Prußen hatten“, wie der Ordenschronist Peter von Dusburg schreibt.

Gebietsänderungen
Im Jahre 1236 tauschte Swantopolk mit dem Orden seine Besitzungen im Gebiet von Kulm gegen einen Teil des Ermlandes am Frischen Haff. 1237 eroberte er das zu Großpolen gehörende Nakel.

Bruderkrieg und im Krieg gegen den Deutschen Ritterorden
Die Expansionspolitik Swantopolks, der als oberster Landesherr alle festen Plätze in Pommerellen zur besseren Landesverteidigung für sich beanspruchte, machte auch vor seinen Brüdern nicht Halt. 1236 bis 1238 kam es zum Bruderkrieg. Swantopolk eeroberte 1238 Belgard, den Sitz seines Bruders Ratibor, verbrannte die Burg und fügte das eroberte Gebiet seiner Herrschaft hinzu. Er hielt Ratibor eine Zeit lang gefangen, während Sambor, der mit Unterstützung des Ordens südlich von Dirschau die Burg Gerdin gebaut hatte, bereits 1236 seinen Machtbereich verlor und bei den Deutschrittern Schutz und Asyl fand. Erst 1248 versöhnte sich Swantopolk mit seinen Brüdern.
Im Jahre 1242 kam es unter Swantopolks Mitwirkung oder Führung zum ersten großen Prußenaufstand gegen den Orden.[5] Der Ordenschronist Peter von Dusburg berichtet im dritten Teil seiner „Chronica Terre Prussie“ von den schweren und wechselvolleen Kämpfen, die der Orden im Bund mit polnischen Herzögen aus Großpolen, Kujawien und Masowien von 1242 bis 1253 gegen Swantopolk geführt hat. Am 28. August 1243 schloss der Orden mit Herzog Kasimir von Kujawien und Swantopolks Brüdern Sambor und Ratibor ein Bündnis gegen ihn und seine prußischen Verbündeten. Der päpstliche Nuntius und Archidiakon, Jakob von Lüttich, vermittelte einen Vorfrieden, der am 24. November 1248 zwischen dem Herzog und dem Orden und am 7. Februar 1249 im Friededenstraktat zu Christburg zwischen dem Orden und den Prußen geschlossen wurde. Nochmals einsetzende Feindseligkeiten 1252 wurden durch den Vertrag vom 30. Juli 1253 endgültig beigelegt. Swantopolk trat alle prußischen Gebiete mit der Burg Zantiir an den Orden ab, behielt aber das Weichseldelta. Die Grenze des Herzogtums verlief an der Weichsel und Nogat in der Mitte der Flüsse. Swantopolk trat auch das eroberte Nakel an das Herzogtum Großpolen und die Kastellanei Wyszogród, das heutige Fordon auf dem linken Weichselufer bei Bromberg, an Kujawien ab. Innenpolitisch jedoch stärkte er seine Position und bewahrte die Zusammenhalt und Handlungsfähigkeit des ostpommerschen Herzogtums einschließlich Schlawe und Stolp.

Landesausbau und Gründung der Stadt Danzig
Im Inneren stärkte Swantopolk seinen Herrschaftsbereich durch Förderung der Wirtschaft, indem er durch Zölle auf den Handel seine Einkommensbasis stärkte. Außerdem förderte er die Ordensgemeinschaften durch den Bau zweier Zisterzienserklosteranllagen in Zarnowitz und Buckow und eines Dominikanerordens in Danzig. Am 22. Januar 1227 übergab er den Dominikanern die zur deutschen Kolonie gehörende Nikolaikirche mit dem umliegenden Grund. In der Schenkungsurkunde tritt als Zeuge ein „Schulzlze Andreas“ auf. Das wird, neben anderen Indizien, von einem Teil der Forscher als Beweis dafür angesehen, dass es zu diesem Zeitpunkt schon eine sich selbst verwaltende deutsche Gemeinde neben der alten slawischen Grodstadt gab. Andere Forscheher setzen die Gründung der nach dem Lübischen Recht relokalisierten Stadt später an, spätestens für 1263 ließen sich die Bürger auf Veranlassung Swantopolks eine Abschrift des Lübecker Rechts schicken. Eine Stadtgründungsurkunde ist jedoch nichht erhalten. Das „moderne“ Danzig entstand auf dem breiten Sandrücken, der sich von Neugarten bis an die Mottlau erstreckt, zunächst auf dem oberen Langen Markt. Der 4. August ist der Tag des Heiligen Dominikus. Seit dem 5. August 1260, also seit den Tagen Swantopolks, werden alljährlich um diese Zeit der „Dominik“, ein Jahrmarkt und vierzehntägiges Volksfest gefeiert.

Klostergründungen
Im Jahr 1228 stiftete er das schwarze Dominikaner-Mönchskloster zu Danzig.[2] Im Jahr 1248 gründete er das Benediktinerkloster Buckow, eine Filiale des Klosters Dargun.

Tod und Nachfolge
Swantopolk starb am 10. Januar 1266. Es fand eine prunkvolle Zeremonie statt, wie es in den Olivaer Tafeln aufgezeichnet ist. Von der Burg wurde der Leichnam in die Katharinenkirche getragen. Dort wurde eine Totenmesse gehalten. Dann wurde der Leichnam in der Nikolaikapelle zu den Dominikaner Brüdern überführt, die ebenfalls eine Messe zelebrierten. Anschließend wurde der Leichnam „zu den Bürgern“ geführt, in deren Kirche der Priesterorden nochmals eine Messe las. Es heißt, dass bei dieser Totenfeier alles Volk, Kaschuben, Polen und Deutsche, Junge und Alte, weinte und heulte. Den Leichnam trugen Vertreter der edelsten Geschlechter der Kaschuben. Swantopolk wurde in der Klosterkirche in Oliva beigesetzt.
Bereits im Laufe seiner langen Herrschaft hatte Swantopolk seine Söhne an der Herrschaft teilnehmen lassen. Er übertrug seinem Sohn Mestwin II., dem Ältesten, das Gebiet um Schwetz, Wartisław II., dem Jüngsten, Danzig. Das führte zu einem Bruderkrieg nach Swantopolks Tod, in dessen Verlauf Mestwin II. Danzig 1271 einnahm. Wartisław II. floh nach Kujawien, wo er bald um 1271 verstarb.

Ehen und Nachkommen
Swantopolk war mehrmals verheiratet. In erster Ehe mit Euphrosyne (Eufrozyna; † 1230), Tochter von Odon, Herzog in Großpolen. In zweiter Ehe ab etwa 1230 mit Ermengard (Ermengardis; † nach 1270), Tochter von Heinrich, Graf von Schwerin.

Aus seinen Ehen gingen mehrere Kinder hervor:
• Mestwin II. (ca. 1220–1294), Herzog in und von Pommerellen;
• Euphemia (ca. 1225–1270), als Gattin von Fürst Jaromar II. durch Heirat Fürstin von Rügen;
• Jan (ca. 1230–1248), starb in jungen Jahren;
• Wartisław (ca. 1237–1271), Herzog in Pommerellen;



Literatur
• Oskar Eggert: Geschichte Pommerns.. Hamburg 1974, ISBN 3-9800036, S. 106–110.
• Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Gottfried Wilhelm Strehlke: Scriptores rerum Prussicarum: Die Geschichtsquellen der preussischen Vorzeit.
Einzelnachweise
1 Marian Gumowski: Handbuch der polnischen Siegelkunde, 1966
2 Christian Friedrich Wutstrack: Kurze historisch- geographisch- statistische Beschreibung von dem königlich-preußischen Herzogthume Vor- und Hinter-Pommern. Maurer, Berlin und Stettin 1793, S. 46.
3 James Minahan: One Europe, Many Nations: A Historical Dictionary of European National Groups. Greenwood Publishing Group, 2000, ISBN 0-313-30984-1, S. 375.
4 Oskar Eggert: Geschichte Pommerns. Hamburg 1974, S. 107.
5 Reinhard Barth: Die Chronik der Kreuzzüge
Weblinks
 Commons: Swantopolk II. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Normdaten (Person): GND: 124364411 | VIAF: 47692334 | Wikipedia-Personensuche 
von Pommerellen (Samboriden), Herzog Swantopolk II. (Świętopełk) (I10121)
 
35780 https://de.wikipedia.org/wiki/Swatawa_von_Polen

Swatawa von Polen (polnisch Świętosława, tschechisch Svatava Polská; * vor 1050; † 1. September 1126) war die zweite Gemahlin des böhmischen Königs Vratislav II. und die erste böhmische Königin.

Leben
Sie wurde vor 1050 als Tochter des polnischen Herrschers Kasimir I. Karl und seiner Frau Maria Dobronega, Tochter des Großfürsten Wladimir I. von Kiew, geboren. Dubravka, ihre Ururgroßmutter väterlicherseits, war Tochter des Přemysliden-Fürsten Boleslav I. Swatawa war also weitläufig mit den böhmischen Herrschern verwandt. Sie heiratete etwa fünfzehnjährig im Winter 1062, ein Jahr nach dem Ableben von Vratislavs II. erster Ehefrau Adelheid von Ungarn. Vratislav hatte zu diesem Zeitpunkt bereits vier Kinder. Um 1063 kamen aus der zweiten Ehe Sohn Boleslav hinzu, dem noch Bořivoj, Vladislav, Soběslav und Judith folgten.
Ostern 1085 erhielt Vratislav II., seit 1055 Herzog von Olmütz, von Heinrich IV. in Mainz die Königskrone ad personam als Vratislav I (erster) König von Böhmen. Im Juni wurde er zusammen mit seiner Ehefrau in Prag vom Trierer Erzbischof Egilbert gekrönt und gesalbt. Swatawa wurde so die erste böhmische Königin. Sie unterstützte die Einrichtung und den Bau des neuen Kollegiatkapitels auf dem Vyšehrad und stattete es großzügig mit Ländereien aus, unter anderem mit einem Gebiet um das Städtchen Dolní Kralovice an der Želivka, das nach der ursprünglichen Besitzerin den Namen Svatavin újezd erhielt.
Nach dem Tod Vratislavs 1092 lebte sie noch 34 Jahre als Witwe in Böhmen. Sie war an der Schlichtung der Streitigkeiten ihrer Söhne Vladislav und Soběslav beteiligt. Nach der Chronica Boemorum spielte sie 1125 sogar die entscheidende Rolle bei dder Schlichtung eines Erbfolgestreits, der sich zum Krieg auszuweiten drohte. Vladislav I., damals todkrank, bestimmte seinen Cousin Otto II. zum Nachfolger. Dieser war älter als der eigene Bruder Soběslav. Die Königin mischte sich ein und machtte die Entscheidung rückgängig. Mit dem Spruch „das Hemd ist näher als der Mantel“ lässt sie der Chronist für ihren Sohn Partei ergreifen.[1] Nachfolger und gesetzlicher Vertreter der Kinder Vladislavs wurde Soběslav I. Swatawa hatte nach dem Tod ihres Mannes sechs nachfolgende Herrscher Böhmens erlebt, darunter drei eigene Söhne als Herzöge und Fürsten von Böhmen. Obwohl keiner dieser Herrscher die Königswürde wiedererlangte, behielt sie zeit ihres Lebens den Titel einer Königin bei.



Literatur
• Karel Stloukal: Svatava, první česká královna. In: Zdena Karešová, Jiří Pražák: Královny a kněžny české. Praha X-Egem, Nova Kniž. klub 1996, ISBN 80-7199-010-8, S. 51-55.
• V. V. Tomek: Újezd Svatavin na řece Sázavě. In: Památky archaeologické, Band 1 Archeologický ústav ČSAV, 1855, S. 320-321. (online)
Anmerkungen
1 Chronica Boemorum in der Ausgabe von Berthold Bretholz, Berlin 1923, III, 58, S. 235. Der Spruch ist allerdings eine gelehrte Anspielung des Cosmas an den antiken Komödiendichter Plautus. 
von Polen, Königin Swatawa (I8045)
 
35781 https://de.wikipedia.org/wiki/Swjatopolk_II._(Kiew)

Swjatopolk II. Isjaslawitsch (* 1050; † 1113) war Großfürst der Kiewer Rus von 1093 bis 1113. Er war ein Sohn von Isjaslaw I. und der Nachfolger seines Onkels Wsewolod I. als Großfürst.

Leben
Swjatopolks Herrschaft über die Kiewer Rus begann mit einer Reihe von verheerenden Niederlagen gegen die Kumanen im Jahr 1093, die Swjatopolk zwangen, im Jahr 1094 einen Frieden mit dem Kumanenkhan Tugorkan zu schließen. Zur Festigung dieses Friedens heiratete Swjatopolk eine Tochter Tugorkans. Im Jahr 1099 zahlte sich dieses Bündnis aus, als ein Kumanenheer unter Bönek-Khan auf der Seite Kiews bei Przemyśl ein ungarisches Heer unter König Koloman schlug. Dennoch scheint das Bündnis nicht allzu fest gewesen zu sein, da etwa zur gleichen Zeit Teilstämme der Kumanen erneute Raubzüge nach Russland hinein unternahmen.
Das zweite große Problem waren die durch das Senioratsprinzip begünstigten Auseinandersetzungen unter den zahlreichen Mitgliedern der Rurikiden-Dynastie, die ein Anrecht auf Fürstentitel in der Rus hatten. Auf einem Fürstentag, den Swjatopolk II. 1093 auf Anregung Wladimir Monomachs nach Ljubetsch einberief, wurden die ersten Versuche unternommen, das Senioratsprinzip einzuschränken. Trotz der verschiedenen getroffenen Vereinbarungen zur Verstetigung der Herrschaftsaufteilung kam es schnell wieder zu Kämpfen zwischen den Rurikiden, die Wladimir Monomach durch sein militärisches Geschick für sich entschied. Dies verschaffte ihm so großes Ansehen, dass er 1113 zum unangefochtenen Nachfolger Swjatopolks II. wurde, obwohl dies das Senioratsprinzip durchbrach.
Swjatopolk hatte eine Tochter, Preslava/Pre(d)slava, die im August 1104 den ungarischen Fürsten Álmos heiratete.



Literatur
• A. Polowzow: Russkj biografitscheskj slowar. Tom XVIII. Isd. Imperatorskago Russkago istoritscheskago obschtschestwa, 1904, S. 242-244. (russisch)
Weblinks
 Wikisource: Swjatopolk II. – Quellen und Volltexte (russisch)
• Swjatopolk II. auf encyclopediaofukraine.com (englisch) 
von Kiew (Rurikiden), Grossfürst Swjatopolk II. (Michael) (I3512)
 
35782 https://de.wikipedia.org/wiki/Taddea_Visconti

Taddea Visconti (* um 1352; † 28. September 1381), eine der Hunderttausend-Gulden-Töchter[1] des Mailänder Stadtherrn Bernabò Visconti, war von 1367 bis zu ihrem Tod als Ehefrau Stephans III. Herzogin von Bayern.

Leben
Taddea wurde um 1352 als eines von mindestens 15 Kindern Bernabò Viscontis geboren. Als sich die bayerischen Herzöge 1365 mit ihrem Vater verbündeten, wurde dieses Bündnis durch eine Doppelverlobung besiegelt: Am 12. August 1365[2] verlobten sich in Mailand Taddea und Stephan III. von Bayern sowie ihr jüngerer Bruder Marco und Stephans Nichte Elisabeth, die vierjährige Tochter seines Bruders Friedrich. Die weiteren Verhandlungen zwischen Wittelsbachern und Visconti sind in neun Urkunden aus den Jahren 1366 und 1367 dokumentiert: Im Oktober 1366 gewann eine bayerische Gesandtschaft Graf Meinhard von Görz als Brautwerber[3] und klärte in Mailand noch offene Fragen,[4] im November schickte Bernabò zum Vertragsabschluss bevollmächtigte Gesandte nach Bayern,[5] die auch die Zustimmung der Habsburger einholten,[6] und im April 1367 wurde schließlich in Mailand die Mitgift übergeben,[7] die stattliche 100.000 Gulden betrug. Auch nach Abzug des Geldes, das seine Nichte Elisabeth mit in die Ehe mit Marco Visconti brachte, blieben Stephan 55.000 Gulden, die er wohl in den Aufbau einer eigenen Teilherrschaft investierte.[8]

Nachdem die Verhandlungen zum Abschluss gekommen waren, machte sich Taddea auf den Weg nach Bayern, wo noch 1367 die Hochzeit stattfand. Danach lebte sie mit ihrem Ehemann Stephan in den verschiedenen Residenzen der bayerischen Herzöge in München, Landshut, Burghausen und Ingolstadt und begleitete ihn auf seinen Reisen. Am 29. September 1376 ist sie mit ihrem Mann und dessen Bruder Friedrich, die seit 1374 schwäbische Reichslandvögte waren, in Augsburg nachgewiesen. Taddea und ihre Schwiegermutter Margaretha von Zollern erhielten an diesem Tag ein Weingeschenk von der Stadt und nahmen an einer abendlichen Tanzveranstaltung zu Ehren der herzoglichen Gäste teil.[9] Als sie 1380, wohl nach längerer Abwesenheit, wieder nach München zurückkehrte, bekam sie von der Bürgerschaft ein Geldgeschenk in Höhe von 10 Pfund.[10] Am 28. September 1381 starb Taddea im Alter von nur 29 Jahren.[11]

Vielleicht wurde Taddea in der Münchener Frauenkirche begraben,[12] ihr Grab wurde bisher jedoch noch nicht gefunden.[13] Ihre beiden Kinder mit Stephan III., Herzog Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt (1368–1447) und Königin Isabeau von Frankreicich (1370–1435), bewahrten ihr ein ehrendes Andenken. Ludwig setzte sie in den Fürbitten, die zu seinem Gedächtnis gesprochen werden sollten, an erste Stelle und Isabeau ließ sie in Paris wie die Eltern und Großeltern des Königs mit einem Jahrtag ehren.[14] Noch heute erinnert ein reich verziertes Stundenbuch aus dem 14. Jahrhundert im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek, das die Wappen der Wittelsbacher und der Visconti trägt, an die Verbindung der beiden Familien.[15]


Literatur
• Hans Patze: Die Wittelsbacher in der mittelalterlichen Politik Europas. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Band 44, 1981, S. 33–79, insbesondere S. 72–73 (online).
• Beatrix Schönewald: Die Herzoginnen von Bayern-Ingolstadt. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt. Band 113, 2004, S. 35–54, insbesondere S. 36–38.
• Theodor Straub: Bayern im Zeichen der Teilungen und Teilherzogtümer. In: Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Geschichte. 2. Auflage. 2. Band. C. H. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32320-0, S. 196–287, insbesondere S. 14.
• Theodor Straub: Die fünf Ingolstädter Herzoginnen. In: Bayern-Ingolstadt, Bayern-Landshut. 1392–1506. Glanz und Elend einer Teilung. Stadtarchiv Ingolstadt, Ingolstadt 1992, ISBN 3-932113-06-3, S. 43–50, insbesondere S. 43–44.
• Theodor Straub: Die Mailänder Heirat Herzog Stephans III. des Kneißels und Das wirkliche Geburtsjahr Herzog Ludwigs des Bärtigen und seiner Schwester Isabeau de Bavière. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt. Band 77, 1968, S. 512 (online).
Einzelnachweise
1 Aufgrund der Höhe ihrer Mitgift so bezeichnet etwa von Benno Hubensteiner, Bayerische Geschichte, München 1952, S. 126. Ebenso Karin Kaltwasser, Herzog und Adel in Bayern-Landshut unter Heinrich XVI. dem Reichen (1393–1450), Regensburg 2004,. 8, Anm. 57 und S. 40, Anm. 201 (PDF).
2 Straub, Teilungen und Teilherzogtümer, S. 214, Anm. 3, nach Bernardino Corio, Storia di Milano, 2. Band, Milano 1865, S. 220; Straub, Mailänder Heirat, S. 7.
3 Urkunde vom 7. Oktober 1366, Österreichisches Hauptstaatsarchiv Wien; Brief vom selben Tag, Landesregierungsarchiv Innsbruck (nach Straub, Mailänder Heirat, Anm. 8).
4 Urkunde vom 7. Oktober 1366, Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Staatsverwaltung, Nr. 3582 (nach Straub, Mailänder Heirat, Anm. 7).
5 Urkunde vom 17. November 1366, Bibliothèque Nationale Paris, Manuscript Français 20780, fol. 351 (nach Straub, Mailänder Heirat, Anm. 9).
6 Urkunde vom 13. November 1366, Bibliothèque Nationale Paris, Manuscript Français 6537, fol. 19 (nach Straub, Mailänder Heirat, Anm. 10).
7 Urkunde vom 10. April 1367, Bibliothèque Nationale Paris, Manuscript Français 20780, fol. 350 (nach Straub, Mailänder Heirat, Anm. 13).
8 Laut Straub, Mailänder Heirat, Anm. 25a löste er für mehr als 55.000 Gulden Pfandschaften aus und erhielt so unter anderem die Stadt Neuburg an der Donau und den Zoll zu Ingolstadt.
9 Stadtarchiv Augsburg, Baumeisterrechnungen 1376, fol. 240v (nach Straub, Mailänder Heirat, Anm. 24).
10 Stadtarchiv München, Kammerrechnung 1380, fol. 36 (nach Straub, Mailänder Heirat, Anm. 25).
11 Seligenthaler Nekrolog. In: Monumenta Boica, Band 15, S. 539 (nach Straub, Mailänder Heirat, Anm. 27).
12 So Christian Häutle, Genealogie des erlauchten Stammhauses Wittelsbach, München 1870, S. 123.
13 Straub, Mailänder Heirat, S. 10.
14 Archives Nationales Paris, KK 45, fol. 15, 47, 75v, 106v, 142; KK 46, fol. 7, 131v (nach Straub, Mailänder Heirat, Anm. 29).
15 Bayerische Staatsbibliothek München, Clm 6116 (laut Schönewald, Herzoginnen von Bayern-Ingolstadt, Anm. 7). Schönewald nennt es ihr [Taddeas] Gebet- und Stundenbuch (ebenda, S. 36), Straub, Mailänder Heirat, S. 11 sieht nur seine Herkunft as einer der drei bayrisch-mailändischen Ehen als gesichert an. 
Visconti, Taddea (I9440)
 
35783 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung
 
Püntener, Landammann Johann Ulrich des Raths (I18398)
 
35784 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Püntener, Emanuel Stanislaus (I18405)
 
35785 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Schmid von Uri II., Landammann Karl Franz (I7767)
 
35786 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Püntener, Landammann Karl Anton II. (I7804)
 
35787 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Bessler von Wattingen, Landammann Karl Alfons (I7736)
 
35788 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Schmid von Uri, Landammann Jost Anton (I17646)
 
35789 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Arnold, Johann des Raths (I4818)
 
35790 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Schmid von Uri, Landammann & Ritter Jost Azarias (I18385)
 
35791 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Schmid von Uri, Landammann Johann Franz des Raths (I7780)
 
35792 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Crivelli, Landammann Sebastian Heinrich (I7818)
 
35793 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Schmid von Uri, Landammann Jost Franz Anton (I18381)
 
35794 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung von Roll, Landammann & Ritter Franz Martin (I18414)
 
35795 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Scolar, Landammann Johann Josef Florian (I18430)
 
35796 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Schmid von Uri, Landammann Johann Franz Martin (I7734)
 
35797 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Crivelli, Landammann Franz Maria Josef Leonz (I7727)
 
35798 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Epp (von Rudenz), Landammann Johann Joachim (I18442)
 
35799 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Bessler von Wattingen, Landammann Konrad Emanuel (I16682)
 
35800 https://de.wikipedia.org/wiki/Tagsatzung Brand, Landammann Fridolin Martin Josef (I18484)
 

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