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35851 https://de.wikipedia.org/wiki/Turul (Magyaren), Emese (I1196)
 
35852 https://de.wikipedia.org/wiki/Tuta_von_Formbach

Tuta von Formbach (* 1037[1]; † um 1100) war die Gründerin des Klosters Suben und möglicherweise die zweite Gemahlin König Bélas I. von Ungarn.

Leben
Tuta war die Tochter von Graf Heinrich I. (Hesso) von Formbach († um 1030 oder 1046[2]) und dessen Gattin Himildrud. Nach dem frühen Tod ihres einzigen Bruders Herimann († 1030) kamen die Besitzungen um Suben, einschließlich der Burg Suben, und die im Pramtal an Tuta. Ihre Schwester Himiltrudis erhielt vor allem Güter westlich des Inns. Den einträglichen Überfuhrzoll bei Schärding erhielten die Schwestern zu gleichen Teilen.
In der Burg Suben, die auch eine St. Lamberts-Kirche enthielt, richtete Tuta in der Mitte des 11. Jahrhunderts ein weltliches Kollegiatsstift (clerici communiter viventes) ein, wobei dies historisch aber nicht so einfach nachzuvollziehen ist.[33] Während des Investiturstreites (1076–1122) kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen König Heinrich IV. und Papst Gregor VII., in der die Grafen von Formbach, der Bischof Altmann von Passau und Herzog Welf von Bayern auf Seiten des Papstes standen. Dies hatte zur Folge, dass Heinrich IV. 1078 Passau besetzte und den Bischof vertrieb und auch die formbachschen Besitzungen Griesbach, Formbach, Neuburg und vermutlich auch Suben verwüstete. Tuta floh damals vermutlich mit ihrem Vetter Graf Eckbert I. nach Ungarn und kehrte von dort 1084 wieder zurück. Es könnte sein, dass zu dieser Zeit anstelle der Burg die Priestergemeinschaft in Suben gegründet wurde. (Ihre Schwester Himiltrud vollzog ein Gleiches mit der Burg FFormbach.) Das Kloster in Suben wurde vermutlich von ihrem Urenkel, Bischof Altmann von Trient, 1126/1142 neu gegründet.[4] Dazu heißt es in einer Urkunde des Salzburger Erzbischof Eberhard I. von 1153: „Tridentinus episcopus Altmannus Subenensem ecclesiam a quondam Regina Tuta nomine … primo fundatum restaravit“.
Nach dem Tode Richenza von Polens († 1058) wurde Tuta 1059 möglicherweise die zweite Gemahlin des ungarischen Königs Béla I. Wie Tuta an den ungarischen Königshof gelangt ist, ist nicht bekannt. Später heiratete sie Engelbrecht III., Graf im Pustertal und Pfalzgraf in Kärnten. Wann Tuta genau verstorben ist, ist nicht bekannt. Die Inschrift auf ihrer gotischen Grabplatte, die vermutlich unter Propst Matthäus Meermoser angeschafft wurde, enthält die Angabe MCXXXVI Kls May; dies kann aber nicht stimmen, da Tuta noch 1095 ihren Sohn Koloman als Vorsteher des Klosters in Suben einsetzte. Die ganze Umschrift auf der Grabplatte lautet: „Hye leyt die hochgeporen chünichleychis geschlechtes czu ungern genant Tuta stifterin decz gegenwertigen gotshaus hie czu Suben gestorben MCXXXVI KIs May“

Nachkommen
Aus der Ehe mit Béla I. (unsicher):
• Lambert († 1095), Herzog in Südungarn
• Sophia von Ungarn
• Adelheid (* um 1065; † 1122), 1. ∞ Friedrich II. Domvogt von Regensburg († 1080/96), 2. ∞ Udalschalk I. Graf im Lurngau (* um 1050; † 1115) [5] (Nach anderer Meinung ist diese Adelheid nicht eine Schwester, sondern eine Tochter von Sophia vn Ungarn.)
Aus der Ehe mit Engelbrecht III.:
• Koloman, Kleriker
• Adelheid († um 1125) ∞ 1. Ehe mit dem Domvogt Friedrich I. von Regensburg, ∞ 2. Ehe mit Udalschalk, Graf im Lurngau (Oberkärnten) († um 1124)



Literatur
• Franz Engl: Das ehemalige Augustiner Chorherrnstuft Suben am Inn. In: Land Oberösterreich (Hrsg.), 900 Jahre Stift Reichersberg. Augustiner Chorherren zwischen Passau und Salzburg. Ausstellung des Landes Oberösterreich, 26. April bis 18. Oktoer 1984 im Stift Reichersberg am Inn (S. 67–79). Linz, 1984.
• Wilhelm Wegener (Hrsg.): Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte. Heinz Reise Verlag, Göttingen: 1962–1969, S. 97.
Fußnoten
1 Engl (1984), S. 78 verweist hierzu auf Hans Rödhammer: Die Pröpste des Augustiner Chorherrenstifts Suben, In: Oberösterreichische Heimatblätter, Jg. 32, 1978, Heft 3/4, S. 225.(PDF)
2 Nach Engl (1984), S. 78 wird 1046 durch Lamprecht (1887) Stammtafeln der Formbacher, S. 26/27 belegt, für 1030 verweist er auf Franz Tyroller: Die Grafen von Formbach, Tafel 9, S. 136 ff. In: Wilhelm Wegener (Hrsg.): Genealogische Tafeln zuritteleuropäischen Geschichte, Göttingen 1962–1969.
3 Siehe Burg Suben, Kirche St. Lamprecht (Memento vom 3. November 2013 im Internet Archive)
4 Siehe Verwandtschaft Gründer Suben
5 Franziska Jungmann-Stadler: Hedwig von Windberg, in ZBLG 46 
von Formbach, Tuta (I7846)
 
35853 https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_I._von_der_Wetterau

Udo I. von der Wetterau (* um 900; † 949) aus der Familie der Konradiner war Graf der Wetterau und Herzog im Elsass. Er war ein Sohn des Herzogs Gebhard II. von Lothringen, sein Bruder war der Herzog Hermann I. von Schwaben.
In der Schlacht von Andernach am 2. Oktober 939 waren es Udo und sein Vetter Konrad Kurzbold, Graf im Niederlahngau, welche die beiden im Aufstand gegen den König und späteren Kaiser Otto I. befindlichen Herzöge Eberhard von Franken und Giselbert von Lothringen besiegten. Obwohl beide Konradiner und Vettern Eberhards waren, standen sie auf Ottos Seite. Sie waren den marodierenden Rebellen mit einer kleinen Streitmacht gefolgt, griffen aber erst an, als der Großteil der Gegner bereits üüber den Rhein gesetzt hatte, die beiden Anführer aber noch nicht. Eberhard fiel im Kampf, und Giselbert ertrank im Rhein bei dem Versuch, zur anderen Seite zu entkommen. Laut Thietmar von Merseburg soll Udo eigenhändig Eberhard erschlagen haben. Der Aufstand gegen Otto I. brach damit zusammen.
Udo erbte die Allodien seines Vetters Eberhard, nicht jedoch dessen Herzogswürde. König Otto dankte ihm außerdem für seine Loyalität, indem er Udo die Erlaubnis erteilte, seine Lehen und Grafschaften unter seine Söhne zu teilen, als ob es erbliche Eigengüter gewesen seien. 949 beerbte Udo auch seinen Vetter Konrad Kurzbold.
Udo hatte vier Kinder:
• Heribert von der Wetterau
• Gebhard († 938)
• Udo II. († 982)
• Judith, Gräfin von Stade
Mögliche Vaterschaft:
• Konrad, Herzog von Schwaben († 997) 
in der Wetterau, Graf Udo I. (I1063)
 
35854 https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_im_Lahngau

Udo (860 bis 879 bezeugt) war Graf im Lahngau.[1] Er war der Sohn des Grafen Gebhard und somit ein Angehöriger der Familie der Konradiner. In einer Urkunde aus dem Jahr 861 werden er und seine Brüder als propinqui (nahe Verwandte) des Seneschalls Adalhard bezeichnet.[2]
Obwohl sein Vater ein gutes Verhältnis zu König Ludwig dem Deutschen hatte, nahmen Udo und seine Brüder an einer Verschwörung gegen den König teil, die zur Folge hatte, dass sie zu Karl dem Kahlen ins Westfrankenreich flohen:[3] König Ludwig nahm ihnen auf dem Reichstag zu Regensburg Ämter und Lehen, woraufhin sie sich ins Lotharii Regnum zu ihrem Verwandten Adalhard begaben, bis ein Bündnis zwischen Ludwig und Lothar II. die Brüder und auch Adalhard zwang, das Mittelreich zu verlassen; da Adalhard der Onkel mütterlicherseits der westfränkischen Königin Irmentrud war, konnte er seine Verwandten sicher an den westfränkischen Hof geleiten, wo sie von Karl dem Kahlen mit Gütern und Lehen ausgestattet wurden.[4] Im Jahr 865 verlooren Adalhard und mit ihm seine Verwandten jedoch die Gunst des Königs, vermutlich wegen Fehlleistungen im Kampf gegen die Normannen.[5] Erst Ludwig der Jüngere, der Sohn Ludwigs des Deutschen, trat mit den ins Westfrankenreich geflohenen Brüdern in Verbindung und versprach ihnen die Wiedereinsetzung in Ämter und Lehen.[6]
Ludwig der Deutsche starb 876 und Ludwig der Jüngere machte seine Zusagen offenbar wahr, da im Jahr 879 Udo und seine Brüder ebenso wie ihr Vater im Zusammenhang mit dem Gründungsbrief für das Stift St. Severus in Kettenbach/Gemünden im Westerwald im Ostfrankenreich, allerdings auch letztmals, erwähnt werden.[7]
In der Forschung wird angenommen, dass Graf Odo von Orléans Udos Großvater väterlicherseits war.[8] Dies macht aus der Königin Irmentrud, die sicher eine Tochter Odos war, eine Tante Udos (und seiner Brüder) und aus Adalhard deren Großonkel als Bruder von Udos Großmutter Ingeltrud, wodurch die Bezeichnung propinquus und Udos Aufnahme am westfränkischen Hof erklärt werden.
Gleichzeitig wird angenommen, dass Udo mit einer namentlich nicht bekannten Tochter des Grafen Konrad I. von Auxerre verheiratet war,[9] wodurch er einen zentraler Platz im Verwandtschaftsgefüge (nicht nur) am westfränkischen Hof erlangte: er war nun
• Schwager von Hugo Abbas,
• Schwiegersohn von Adelheid von Tours, der zweiten Ehefrau Roberts des Tapferen und Mutter des späteren Königs Robert I. aus dieser Ehe.
• angeheirateter Neffe der Königin Hemma, der Ehefrau Ludwigs des Deutschen.
Durch diese Ehe wird zudem deutlich, wie die welfischen Leitnamen Konrad und Rudolf auf Udos Familie übergingen, in der der Name Konrad schließlich sogar zur Bezeichnung für die Familie selbst und zum Königsnamen im Ostfrankenreich und Heiligen Römischen Reich wurde.
Udos Söhne sind:
• Konrad der Ältere, X 906 Graf im Oberlahngau etc.
• Eberhard, X 902/903, Graf im Niederlahngau
• Gebhard, X 910, 903 Dux regni in Lothringen
• Rudolf, X908, 892/908 Bischof von Würzburg


Literatur
• Ernst Dümmler: Geschichte des Ostfränkischen Reiches, Band I, 1865.
• Friedrich Stein: Geschichte des Königs Konrad I. von Franken und seines Hauses, 1879.
• Eduard Hlawitschka: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9., 10. und 11. Jahrhundert, 1969, Seite 49–51.
• Eduard Hlawitschka: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk, 2 Teile in einem Band, 2006.
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Band I.1, 2005, Tafel 8.
• Alfred Friese: Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels. Der mainländisch-thüringische Raum vom 7. bis 11. Jahrhundert (1979) (Geschichte und Gesellschaft, Bochumer historische Studien, Band 18).
• Donald C. Jackman: Die Ahnentafeln der frühesten deutschen Könige. In: Herold-Jahrbuch. Neue Folge. 15. Band, 2010, S. 47–67.
Fußnoten
1 Schwennicke
2 Schwennicke; Hlawitschka, S. 189, aus: Annales Bertiniani zum Jahr 861 (S. 55) und zum Jahr 865 (S. 80).
3 Friese, S. 104, Hlawitschka, S. 164, aus: Annales Fuldenses zum Jahr 861 (S. 55).
4 Dümmler, S. 463.
5 Dümmler, S. 576.
6 Dümmler, S. 593.
7 Stein, S. 2.
8 ackman/Fried, zuletzt in Jackman (2010), abgelehnt von Hlawitschka.
9 Jackman (2010), S. 52, und zustimmend Hlawitschka (2006), S. 7–13. 
im Lahngau (Konradiner), Udo (I4965)
 
35855 https://de.wikipedia.org/wiki/Ufenau von Schwaben, Herzogin Reginlinde (I1953)
 
35856 https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_(Mecklenburg)

Ulrich, Herzog zu Mecklenburg [-Güstrow] (* 5. März 1527 in Schwerin; † 14. März 1603 in Güstrow) war Herzog zu Mecklenburg von 1555/56 bis 1603 und zuletzt Nestor des deutschen Reichsfürstenrates. Er wird einerseits (als Administrator des Bistums Schwerin) als Ulrich I., andererseits (als Herzog zu Mecklenburg) auch als Ulrich III. gezählt.[1]

Leben und Wirken
Ulrich war der dritte Sohn von Herzog Albrecht VII. dem Schönen (1488-1547) und dessen Gemahlin Anna von Brandenburg. Nachdem durch die Beteiligung Albrechts VII. an der dänischen Grafenfehde der Güstrower Landesteil völlig überschuldet war, überließ Ulrich nach dem Tod des Vaters die Regierung dieses völlig überschuldeten Teilgebietes zunächst seinem älteren Bruder Johann Albrecht I., wurde aber wie sein nächst jüngerer Bruder, Herzog Georg († 1552), vom Kaiser belehnt.
Ulrich kam 12-jährig zur Erziehung an den bayerischen Hof. 1539 studierte er zusammen mit Philippus Rudolf zu Herben-Schlüben Theologie und Rechtswissenschaft an der Universität Ingolstadt. Sein Mitstudent war dort auch sein Altersgenosse, Herzog Albert von Bayern. Nach dem Tod des Vaters verzichtete er zunächst auf eine Regierungsbeteiligung. Er nahm seinen Wohnsitz in Bützow und folgte 1550 seinem Vetter Herzog Magnus III. von Mecklenburg (1509-1550) als Administrator des Bistums Schwerin; am 15. Februar 1556 heiratete er auch dessen Witwe Elisabeth, eine Tochter König Friedrichs I. von Dänemark. Die Wahlhandlung durch das Domkapitel fand am 26. März 1550 im Dominikanerkloster zu Wismar statt[2]; die Postulation erfolgte einstimmig trotz Bedrohung des Wahlgremiums durch einen anderen Kandidaten, den Herzog Heinrich Georg; am folgenden Tag erhielt er die Niederen Weihen durch den Schweriner Weihbischof Magnus Haraldsson.[3]
Nach dem Tod seines Onkels Herzog Heinrich V. zu Mecklenburg (1503–1552) drang Ulrich vertragsgemäß auf eine Beteiligung an der Landesherrschaft, zumal sein Bruder Johann Albrecht I. auch wenig zur Tilgung der Schulden beitrug, sondern diese eher noch vermehrte durch seine Beteiligung am Schmalkaldischen Krieg gegen den Kaiser 1552 und durch großzügiges Mäzenatentum von Kunst und Wissenschaft. Es entbrannte ein heftiger Erbschaftsstreit, der 1556 mit dem Ruppiner Machtspruch des brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. beigelegt wurde.
Am 17. Februar 1555 wurde Ulrich Mitregent seines Bruders in Güstrow. 1556 erhielt er unter Beibehaltung der gemeinsamen Landesregierung mit seinem Bruder „Amt und Hauß“ Güstrow überwiesen als Regent des östlichen Landesteils, während Johann Albrecht I. den westlichen Landesteil mit der Residenz Schwerin wählte. Nach dem Tod des Bruders (1576) übernahm Ulrich mehrfach die vormundschaftliche Regierung für dessen Nachkommen. So für dessen Sohn Johann VII. von 1576–1585 und dessen Enkel Adolf Friedrich I. bis 1603. Ulrich errichtete das Güstrower Schloss als seine Hauptresidenz. Seine Nebenresidenzen waren die Burg Stargard, der Fürstenhof Neubrandenburg sowie die Schlösser Dargun, Doberan und Bützow.
1582 veranstaltete er die letzte prunkvolle Reichstagsfahrt eines mecklenburgischen Fürsten mit großem Gefolge zum Reichstag nach Augsburg.[4]
Ulrich verkörperte der Typus des universal gebildeten, neuzeitlichen Fürsten. Er entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Fürsten der mecklenburgischen Dynastie. Ihm kam dabei seine ruhige und bedachte Art, mitunter auch das Glück des Tüchtigen zugute. Ihm gelang es, seine Landeshälfte weitgehend schuldenfrei zu halten, er hinterließ bei seinem Tod sogar ein Vermögen von ungefähr 200.000 Gulden. Ulrich beteiligte sich im Austausch mit Tycho Brahe und David Chytraeus an der wissenschaftlichen Diskursen seiner Zeit und korrespondierte mit Humanisten wie Heinrich Rantzau und Johannes Caselius. Er organisierte 1594 als Oberster des Niedersächsischen Reichskreises die Militär- und Finanzhilfe gegen den drohenden Türkeneinfall uund war lange Nestor des deutschen Reichsfürstenrates. Er wurde einen Monat nach seinem Tod mit den prunkvollsten Begräbnisfeierlichkeiten, die Güstrow jemals erlebt hat, im dortigen Dom bestattet, wo Philipp Brandin ein monumentales Wandgrab für ihn und seine Gemahlinnen schuf, welches von dessen Nachfolger Claus Midow vollendet wurde.
„Anno 1603, den 14. Martij, ist der hochlobliche furst und herr hertzogh Ulrich von Meckelnburg gestorben zu Gustrow. Und ist die furstliche leiche den 14. Aprilius in großer solennitet und großer versamlung vieler vornehmer hern und leuten zu Gustrow in das furstliche begrebnißgewölbe in einem zinnern sarcke zu ihrer ruhe niedergesetzet worden. Die deutsche leichendpredige ist von doctor Luca Backmeistern [d.h. Lucas Bacmeister ] gehalten worden.“
– Vicke Schorler[5]

Bedeutung
Ulrich war vor allem Innenpolitiker. Sein besonderes Augenmerk galt dem gemeinen Nutzen. Er ordnete Landeskirche, Justiz und Landesverwaltung nicht allein auf dem Papier, sondern sorgte mit Strenge und Hartnäckigkeit dafür, dass vielem davon auch nachgekommen wurde. Besonders langlebig war die noch kurz vor seinem Tod veröffentlichte Revidierte Kirchenordnung, die bis zum Ende der Monarchie galt.
Auch die Außenpolitik Ulrichs wurde bedächtig geführt. Vom Regierungsantritt bis zum Tod führte er nicht einen Krieg. Noch weniger konnte er Konfessionskriegen abgewinnen, war daher auch nicht wie die Brüder am Schmalkaldischen Krieg oder dem Feldzug von 1552 beteiligt. Ulrich war strenggläubiger Lutheraner, weil er diesen Glauben durch Schriftgemäßheit fest begründet sah. Zugleich war er konfessionellen Eiferern aller Richtungen abhold. Er suchte die Lehrstreitigkeiten auf die Universsitäten zu begrenzen, sie waren der Ort für die Diskussion. In der Landeskirche galt dann die etablierte wissenschaftliche Meinung. Mithin hielt er sich zur Fraktion reichstreuer Lutheraner unter Führung seines Vetters Kurfürst August von Sachsen und unterstützte die Bewegung zur Konkordienformel von 1577 und zum Konkordienbuch von 1580, die er beide unterzeichnete – auch als Vormund seiner Neffen Johann VII. und Sigismund August von Mecklenburg -[6], weil er sie als ein Werk der Einigung und nicht der Spaltung verstand.
Aufgrund von Ulrichs Festhalten am Recht, wurde er auch zu etlichen Vermittlungen hinzugezogen. So war er insbesondere mit seinem Vetter Kurfürst August als Vermittler zwischen Friedrich II. von Dänemark und den Herzögen Johann und Adolf von Schleswig-Holstein tätig, zu denen er gleichfalls exzellente Beziehungen hatte. Zu weiterem Ansehen gelangte Ulrich, als er 1588 seinem Schwager Herzog Adolf von Schleswig-Holstein als Oberst des Niedersächsischen Reichskreises folgte.

Nachkommen
Sein einziges Kind aus der Ehe mit Elisabeth von Dänemark, Sophie, wurde mit König Friedrich II. von Dänemark verheiratet. Neben König Christian IV. ging aus dieser Ehe auch Prinz Ulrich von Dänemark hervor, seinem Großvater zu Ehren benannt. Dieser Ulrich folgte seinem Großvater auch als Administrator des Stifts Schwerin. Auch ein Sohn Christians IV. wurde zum Gedächtnis an den bedeutenden mecklenburgischen Herzog gleichfalls Ulrich genannt, dieser folgte als Ulrich III. im Stift Schwerin. Ulrichs zweite Ehe mit Anna von Pommern blieb kinderlos.



Literatur und Anmerkungen
• Karl Ludwig Grotefend: Ulrich III. (Herzog von Mecklenburg-Schwerin). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 225 f.
• Carsten Neumann: Die Kunst am Hofe Ulrichs zu Mecklenburg. Kiel: Verlag Ludwig 2009 (Bau + Kunst Band 15), ISBN 978-3-937719-64-1
Weblinks
 Commons: Ulrich (Mecklenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Literatur über Ulrich (Mecklenburg) in der Landesbibliographie MV
• Stammtafel des Hauses Mecklenburg
• Jan-Hendrik Hütten: Ulrich Herzog zu Mecklenburg (1527–1603). „Woher vnd von weme eine Christliche Obrigkeit komme“ – Die Leichenpredigt als Form politischer Kommunikation auf der Website der Forschungsstelle für Personalschriften
Einzelnachweise
1 Die dynastische Zählung als Ulrich III. ist zwar konsequent unter der Maßgabe, dass das mecklenburgische Fürstenhaus seine Dynasten stets und lehnsrechtlich korrekt auf das Gesamthaus zählte. Vorangegangen waren Ulrich die beiden namensgleichn (regierenden) Herzöge der Teilherrschaft Mecklenburg-Stargard, Ulrich I. und Ulrich II. Jedoch setzt mit der Ersten Mecklenburgischen Hauptlandesteilung eine Separatzählung von Regenten der entstandenen Teilherrschaften ein, die in der Folge zu Doppelzählungen führte (Beispiel: Johann II. (Mecklenburg-Stargard) und Johann II. (Werle)). Es hat sich deshalb in der Landesgeschichtsschreibung eingebürgert, Ulrich (III.) überwiegend ohne dynastische Zählung zu personalisieren.
2 Franz Schuldt: Das Bistum Schwerin in der evangelischen Zeit. In: Mecklenburgisches Jahrbuch MJB 49 (1884) S. 150–151.
3 Josef Traeger: Die Bischöfe des mittelalterlichen Bistums Schwerin. Mit einem Anhang: Administratoren und Kandidaten in nachreformatorischer Zeit. (1550–1648) St.-Benno-Verlag, Leipzig 1984, S. 225
4 Albrecht Friedrich Wilhelm Glöckler: Die Reichstags=Fahrt des Herzogs Ulrich von Mecklenburg im Jahre 1582. In: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 9 (1844), S. 166–214 (Volltext (Memento vom 14. Janar 2008 im Internet Archive))
5 Vicke Schorler: Rostocker Chronik 1584–1625. Hrsg.: Ingrid Ehler. S. 28.
6 Vgl. BSLK, S. 16 und S. 763. 
von Mecklenburg, Herzog Ulrich (I8125)
 
35857 https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_I._(Istrien-Krain)

Graf Ulrich I. (Udalrich I.) († 6. März 1070) aus dem Hause Weimar-Orlamünde war Markgraf von Krain (1050/58–1070), Markgraf von Istrien (1045/60–1070) und Graf von Weimar (1067–1070). Manche Quellen bezeichnen ihn auch als „Markgrafen von (Unter-)Kärnten“.[1]

Ulrichs Vater war Poppo I. von Weimar, seine Mutter Hadamut von Istrien († nach 1040), die Tochter des Grafen Werigand von Istrien-Friaul und der Willibirg, Tochter des Sieghardinger Grafen Ulrich von Ebersberg († 1029).
Im Kampf um das Erbe der Grafen von Ebersberg, die 1045 mit Adalbero II. von Ebersberg ausgestorben waren, konnte Ulrich sich nicht gravierend durchsetzen (12. Juli 1045 Erbverhandlungen unter Anwesenheit von König Heinrich III. auf der Burg Persenbeug, mit Einsturzunglück). Auch in Thüringen sollte sich erst sein Sohn Ulrich II. nach 1090 wieder etablieren können.
Sein Vatersbruder Wilhelm IV. war mit Sophia von Ungarn († 1095) verlobt, der Tochter des Ungarnkönigs Béla I., starb aber 1062, als er seine Braut heimholen wollte; Ulrich trat an seine Stelle und heiratete die Arpadentochter (Sophia ... cuidam de Carinthia copulata).
Ulrich, der Salier-Stütze war und ein gutes Verhältnis zu Ungarn hatte, vergrößerte sein istrisches Herrschaftsgebiet 1063 bis Fiume („Meranien“); seine Gegner waren Aquileia und Venedig.
1064 verlieh König Heinrich IV. Ulrich zusätzlich 20 Königshufen in Istrien (Štih).
1067 starb sein Onkel Otto I. und Ulrich beerbte ihn nominell als Graf von Weimar.
Nach Ulrichs Tod 1070 dürfte Graf Markwart IV. von Eppenstein - als mit den Ebersbergern verwandt - die Vormundschaft über Ulrichs Kinder geführt und auch die Markgrafschaften geleitet haben.


Literatur
• Peter Štih: Studien zur Geschichte der Grafen von Görz - Die Ministerialen und Milites der Grafen von Görz in Istrien und Krain. R. Oldenbourg Verlag, Wien-München 1996
• Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafeln 144
• Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XII, Schwaben Tafel 33
• Thiele Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I Tafel 167
• Wegener Dr. Wilhelm: GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE Seite 224, 237
Weblinks
• GenMA
Einzelnachweise
1 Die Bezeichnung "Markgraf von Kärnten" rührt nach K. Tangl daher, dass Krain und Istrien Marken des Herzogtums Kärnten waren. 
von Istrien und Krain (von Weimar), Markgraf Ulrich (Udalrich) (I4087)
 
35858 https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_I._(Württemberg)

Ulrich I. von Württemberg, genannt Ulrich der Stifter oder Ulrich mit dem Daumen, (* 1226; † 25. Februar 1265) war ab etwa 1241 Graf von Württemberg.

Leben und verwandtschaftliche Einordnung
Ulrichs verwandtschaftliche Beziehung zu seinen Vorgängern als Graf von Württemberg ist historisch nicht geklärt. Die These des Historikers Hansmartin Decker-Hauff, der Ulrich als Sohn Hermanns von Württemberg und der Irmengard, Tochter von Ulrich von Ulten, bezeichnete, gilt als nicht hinreichend belegt.[2] Hermann, der nur einmal 1231 urkundlich erwähnt wird, ist wahrscheinlich ein Sohn Hartmanns I.

Ulrich regierte, urkundete und siegelte 1241 gemeinsam mit seinem Bruder Eberhard von Württemberg.[3] Im Jahr 1243 werden beide als Neffen des ebenfalls aus dem Haus Württemberg stammenden Grafen Hartmann I. von Grüningen bezeichnet. Dieser verkaufte im April 1243 in Capua die „Grafschaft im Albgau“ nebst der Burg Eglofs mit Leuten, Besitzungen und allem Zubehör an Kaiser Friedrich II. Der in Raten zu zahlende Kaufpreis von 3200 Mark Silber – oder die als Pfand dienende Stadt Esslingen – sollte im Falle seines vorzeitigen Ablebens an seine Neffen, die Grafen von Württemberg übergehen, weil Hartmann I. offenbar keine männlichen Erben hatte.[4]

Das erste Lebenszeichen Ulrichs ist allerdings älter: ein Siegel von 1238, das einen Dreiberg mit jeweils einem Turm zeigt. Es wird angenommen, dass es Ludwig II. infolge seiner Hochzeit mit einer Tochter des Grafen von Kirchberg von diesem übernommen hatte.[5] Das ursprünglich nellenburg-veringische Hirschstangen-Wappen könnte Ulrich um 1247 als Erbe Graf Hartmanns I. von Grüningen übernommen haben, denn die Grüninger Linie führte die Hirschstangen bereits seit mindestens 1228 im Wappen.[6]

1255 verwies Graf Adalbert IV. von Dillingen in einem Schreiben an den Eichstätter Bischof Heinrich IV. von Württemberg auf seine Verwandtschaft mit Ulrich von Vatersseite her.[7] Nach Adalberts Tod (1257) ohne Nachkommen konnte neben Hartmann V., Bischof von Augsburg, und dessen Schwagern auch Ulrich Erbansprüche stellen und einige Dillingische Positionen wie die Vogtei über Ulm übernehmen.[8] 1256 bezeichnete Ulrich Graf Rudolf von Tübingen als seinen Oheim.[9] Das hieße streng genommen, dass sein Vater, der laut Ludwig Friedrich Heyd möglicherweise mit dem 1235 in Würzburg[10] und 1236 in Tübingen[11] erwähnten Grafen Eberhard von Württemberg[12] identifiziert werden könnte, mit einer Schwester des Tübinger Grafen verheiratet war.[13] Johann Steiner bezeichnete Ulrich 1583 zwar als Sohn eines Grafen Eberhards, der anstatt mit einer Tübingerin jedoch mit der Herzogstochter Agnes von Zähringen verheiratet gewesen sein soll.[14] Allerdings ist lediglich eine Tochter Agnes von Berthold V. von Zähringen bekannt, die den Grafen Egino IV. von Urach geheiratet hatte.[15] Da Eginos Enkel Heinrich von Fürstenberg-Urach im Januar 1265 Ulrich als Blutsverwandten („noster consanguineus“) bezeichnete, könnte Ulrichs Mutter eine Tochter Eginos IV. sein und mütterlicherseits auch von den Zähringern abstammen.[16] Andererseits soll der Schlüssel zu Ulrichs mütterlicher Verwandtschaft im Vornamen Ulrich liegen, der zuvor bei den Württembergern nicht üblich war und vermutlich vom Vater seiner Mutter stammt.

Ulrich war zweimal verheiratet. Aus der ersten Ehe mit Mechthild von Baden entstammen die Töchter Agnes und Mechthild sowie der spätere Graf Ulrich II. Aus der zweiten Ehe mit Agnes von Schlesien-Liegnitz stammen eine vermutete weitere Tochter namens Irmengard und der spätere Graf Eberhard I., bei dessen Geburt seine Mutter verstarb. Ulrich wurde wie seine beiden Gattinnen im Stift Beutelsbach begraben. Später wurde sein Leichnam in die Stiftskirche Stuttgart überführt. Graf Hartmann II. von Grüningen übernahm 1265 die Vormundschaft für Ulrichs verwaiste Söhne Ulrich II. und Eberhard I.

Politik
Die Auseinandersetzung zwischen dem Stauferkaiser Friedrich II. und den Päpsten Gregor IX. und Innozenz IV. hatte auch Auswirkungen auf die Verhältnisse im Herzogtum Schwaben. Nach der Absetzung Friedrichs II. durch das Konzil von Lyon (1245) gelang es der päpstlichen Diplomatie, einen großen Teil der Adligen des Herzogtums auf die Seite der Gegenkönige Heinrich Raspe und Wilhelm von Holland zu ziehen. Zu Beginn der Schlacht bei Frankfurt am 5. August 1246 traten Ulrich und Hartmann II. von Grüningen mit weiteren schwäbischen Adligen und 2000 Mann Gefolge zum „Pfaffenkönig“ Heinrich Raspe über, was die Niederlage des Staufers Konrad IV. besiegelte.[17][18] Ulrich und Hartmann nutzten anschließend die Situation, um mit päpstlicher Rückendeckung ihre Territorialmacht im Mittleren Neckarraum auszubauen.

Nach dem Tod Konrads IV. 1254 erkannte Ulrich dessen Erben Konradin formell als Herzog von Schwaben an. Im Gegenzug verzichtete Konradins Vormund Herzog Ludwig II. von Bayern auf dessen Ansprüche auf die Königskrone und die Rückforderung der nach dem Seitenwechsel erfolgten Annexionen Ulrichs und anderer schwäbischer Adliger. Ulrich gelang es so, die territorialherrschaftliche Basis für die Grafschaft Württemberg abzusichern. Die Heirat mit Mechthild von Baden half zudem, die territoriale Bereinigung beider Häuser mit dem Rückzug Badens aus dem Mittleren Neckarraum anzustoßen. So kam zum Beispiel die spätere württembergische Hauptstadt Stuttgart bei der Hochzeit der beiden von Baden nach Württemberg.[19] Kurz vor seinem Ableben konnte Ulrich sein Territorium um die restlichen Teile der Grafschaft Urach erweitern.[16] Ulrichs zweitem Sohn Eberhard I. gelang es, die Grafschaft trotz königlichen Gegenwinds weiter auszubauen.


Literatur
Dieter Mertens: Ulrich I. der Stifter (mit dem Daumen). In: Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1997, ISBN 3-17-013605-4, S. 20–22.
Karl Pfaff: Der Ursprung und die früheste Geschichte des Wirtenbergischen Fürstenhauses. Metzler, Stuttgart 1836.
Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 1: Das Haus Württemberg von Graf Ulrich dem Stifter bis Herzog Ludwig. 6. Auflage. Landhege, Schwaigern 2014, ISBN 978-3-943066-34-0, S. 3–35, (Zugleich: Tübingen, Universität, Dissertation, 1984: Das Haus Württemberg von Graf Ulrich I. dem Stifter, 1265, bis Herzog Ludwig, 1593.).
Harald Schukraft: Kleine Geschichte des Hauses Württemberg. Silberburg, Tübingen 2006, ISBN 3-87407-725-X.
Anmerkungen
1 Beschreibung: Ulricus Comes Würtembergensis Eberhardi et Agnetis Zäringiae Ducissae. F. Obijt .V. Kalen. Martij. Anno. M.CCLXV. Quelle: Johann Steiner: Memoriae posteritatique inclytae domus Wirtembergicae sacrum. Stuttgart 1583 (Nachbildungen alter Grabsteine des Württembergischen Fürstenhauses). Württembergische Landesbibliothek, Cod.hist.fol.130
2 Hansmartin Decker-Hauff: Die Anfänge des Hauses Württemberg. In: Robert Uhland (Hrsg.): 900 Jahre Haus Württemberg. Leben und Leistung für Land und Volk. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1984, ISBN 3-17-008930-7, S. 25–81, (Anfänge).
3 Königliches Haus- und Staatsarchiv (Hrsg.): Wirtembergisches Urkundenbuch. Band 4. Köhler, Stuttgart 1883, S. 31, Nr. 981.
4 Siehe Böhmer: Regesta Imperii. V, 1, 1, S. 586, Nr. 3358, und Königliches Haus- und Staatsarchiv (Hrsg.): Wirtembergisches Urkundenbuch. Band 4. Köhler, Stuttgart 1883, S. 54, Nr. 1004.
5 Das erste heraldische Zeugnis der Kirchberger ist ein Siegel um 1200, das drei überdachte Türme zeigt. Siehe auch Harald Schukraft: Kleine Geschichte des Hauses Württemberg. Silberburg, Tübingen 2006, ISBN 3-87407-725-X, S. 15.
6 Sein danach nicht mehr in Urkunden genannter jüngerer Bruder Eberhard könnte im Zuge dieses Erbgangs den Namen Hartmann angenommen haben. Vgl. Graf Hartmann II. von Grüningen.
7 Mit Bischof Heinrich IV. von Württemberg scheint Adalbert IV. demnach nicht verwandt gewesen zu sein.
8 Vgl. Karl Pfaff: Der Ursprung und die früheste Geschichte des Wirtenbergischen Fürstenhauses. Metzler, Stuttgart 1836, S. 63 f.; und Adolf Layer: Die Grafen von Dillingen. In: Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen an der Donau. Bd. 75, 1973, ISSN 0073-2699, S. 46–101, hier S. 97.
9 Königliches Haus- und Staatsarchiv (Hrsg.): Wirtembergisches Urkundenbuch. Band 4. Köhler, Stuttgart 1883, S. 176 f., Nr. 1412.
10 Ingrid Karin Sommer: Die Chronik des Stuttgarter Ratsherrn Sebastian Küng. Edition und Kommentar (= Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart. Bd. 24, ISSN 0934-8743). Klett, Stuttgart 1971, S. 49 und 174, (Zugleich: Tübingen, Universität, Dissertation, 1969).
11 Karl Pfaff: Der Ursprung und die früheste Geschichte des Wirtenbergischen Fürstenhauses. Metzler, Stuttgart 1836, S. 31 und 61.
12 Dieser Eberhard ist nur schwach belegt. In der Ahnenreihe wird erst sein möglicher Enkel als Eberhard I. gezählt.
13 Ludwig F. Heyd: Geschichte der Grafen von Gröningen, größtenteils nach Archival-Urkunden untersucht und dargestellt. Löflund, Stuttgart 1829, S. 33 ff.
14 Beschreibung: Ulricus Comes Würtembergensis Eberhardi et Agnetis Zäringiae Ducissae. F. Obijt .V. Kalen. Martij. Anno. M.CCLXV. Quelle: Johann Steiner: Memoriae posteritatique inclytae domus Wirtembergicae sacrum. Stuttgart 1583 (Nachbildungen alter Grabsteine des Württembergischen Fürstenhauses). Württembergische Landesbibliothek, Cod.hist.fol.130
15 Franz Ludwig Baumann (Hrsg.): Necrologium Tennenbacense. In: Monumenta Germaniae Historica. Necrologia Germaniae. Band 1. Weidmann, Berlin 1888, S. 338–342, hier S. 340: „Filia Bertoldi V. et ultimi ducis Brisgoiae soror, Egonis de Urach et Furstenberg coniunx, mater Bertoldi abbatis.“
16 Königliches Haus- und Staatsarchiv (Hrsg.): Wirtembergisches Urkundenbuch. Band 4. Köhler, Stuttgart 1883, S. 178, Nr. 1786.
17 Vgl. Böhmer: Regesta Imperii. V, 1, 2, S. 586, Nr. 4510b.
18 Sönke Lorenz: Graf Ulrich von Württemberg, die Schlacht von Frankfurt (1246) und der Aufstieg der Grafen von Württemberg. In: Karl-Heinz Rueß (Red.): Konrad IV. (1228–1254). Deutschlands letzter Stauferkönig (= Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst. Bd. 32). Gesellschaft für Staufische Geschichte, Göppingen 2012, ISBN 978-3-929776-24-9, S. 71–85.
19 Dieter Mertens: Ulrich I. der Stifter (mit dem Daumen). In: Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1997, ISBN 3-17-013605-4, S. 20.
Weblinks
Commons: Graf Ulrich I. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Württemberg, Graf Ulrich I. (I11100)
 
35859 https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_III._(W%C3%BCrttemberg)

Ulrich III. (* zwischen 1291 und 1296;[1] † 11. Juli 1344) war von 1325 bis 1344 Graf von Württemberg, wurde niederschwäbischer Reichslandvogt und ab 1336 Reichssturmfähnrich. Damit erhielt er die Reichsstadt Grüningen als Erblehen.

Expansion
Ulrich entstammt der zweiten Ehe Graf Eberhards I. von Württemberg mit Margarethe von Lothringen († 1296). Er war bereits zur Regierungszeit seines Vaters stark in die Politik eingebunden. 1319 handelte er mit König Friedrich dem Schönen einen Bündnisvertrag aus. Dieses Bündnis erneuerte er nach seinem Amtsantritt 1325, nachdem sich Württemberg zwischenzeitlich auf die Seite Ludwigs IV. begeben hatte. Ludwig und Friedrich erhoben in dieser Zeit beide Anspruch auf die Herrschaft im Reich.

Durch die Aussöhnung der beiden war es Ulrich möglich, auch nach dem Tod Friedrichs 1330 eng mit dem Reich verbunden zu bleiben. So bekleidete er auch unter Ludwigs Alleinherrschaft das von den Staufern eingeführte Reichsamt des niederschwäbischen Landvogts. Das damit erlangte politische Gewicht auf Reichsebene, seine regionale Bündnispolitik und das Heiratsgut und Erbe seiner Gattin ermöglichten es dem umsichtig agierenden Ulrich, das württembergische Territorium während seiner Regierungszeit deutlich zu vergrößern. Neben verschiedenen Erwerbungen im Elsass sind vor allem die erbliche Belehnung mit der Reichsstadt Grüningen, heute Markgröningen, und der Kauf der Grafenstädte Vaihingen an der Enz (1339) und Tübingen (1342) hervorzuheben.

Reichssturmfähnrich
Als dessen Landvogt und vorgesehener Heerführer brachte Ulrich Kaiser Ludwig den Bayern 1336 dazu, auf Konrad II. von Schlüsselberg einzuwirken,[2] dass dieser das prestigeträchtige Amt des Vorstreiters und Reichssturmfähnrichs mit dem damit verknüpften Grüninger Reichslehen gegen eine Entschädigung von 6000 Pfund Haller an Ulrich abtrat.[3] Der Kaiser verlieh ihm unmittelbar darauf die Reichssturmfahne samt Burg, Reichsstadt, Kirchenpatronat, Burggrafenamt und Stadtherrenrechten in Grüningen als Erblehen, weshalb die Württemberger Grafen, Herzöge und Könige bis ins 19. Jahrhundert den Nebentitel Grafen von Grüningen führten,[4] wie einst die Württemberger Seitenlinie der Grafen von Grüningen, die dieses Reichslehen bereits bis 1280 besessen hatten.[5]

Familie und Nachfolger
Verheiratet war Ulrich III. mit Sophie von Pfirt. Söhne aus dieser Ehe waren Graf Eberhard II. (Eberhard der Greiner) und der bis 1361 gemeinsam mit diesem regierende Graf Ulrich IV.

Ulrich III. hatte einen gleichnamigen unehelichen Halbbruder († 1348), der als Domherr in Speyer und Propst dreier Stifte wirkte.
Eine Nichte Ulrichs III., Agnes von Württemberg-Helfenstein (ca. 1305–1373), war in zweiter Ehe mit Konrad II. von Schlüsselberg verheiratet, der Ulrich 1336 das Reichslehen Grüningen abtrat.

Literatur
Ludwig Friedrich Heyd: Geschichte der vormaligen Oberamts-Stadt Markgröningen mit besonderer Rücksicht auf die allgemeine Geschichte Wirtembergs, größtentheils nach ungedruckten Quellen. Löflund, Stuttgart 1829. – Faksimileausgabe zum Heyd-Jubiläum, Arbeitskreis Geschichtsforschung, Heimat- und Denkmalpflege, Markgröningen 1992.
Johann Georg Kulpis: Gründliche Deduction Daß dem HochFürstl. Haus Würtemberg das Reichs-Pannerer- oder Reichs-Fendrich-Ambt, Prædicat und Insigne, schon von etlichen Seculis her, rechtmässig zustehe und dahero ohne Kränckung Desselben althergebrachter Prærogativen, keinem andern Chur- oder Fürsten erst neuerlich verliehen werden könne. Lorber, Stuttgart 1693. (Digitalisat)
Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 1: Das Haus Württemberg von Graf Ulrich dem Stifter bis Herzog Ludwig. 6. Auflage. Landhege, Schwaigern 2014, ISBN 978-3-943066-34-0, S. 110–119.
Wilfried Schöntag: Ulrich III. In: Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013605-4, S. 29f.
Anmerkungen
Quelle: Stammliste des Hauses Württemberg unter Eberhard I.
Siehe Urkunde von König Ludwig, der Bayer, vom 3. Oktober 1322 für Konrad II. von Schlüsselberg in: [RI VII] H. 1 n. 28 Regesta Imperii online
Quelle: [RI VII] H. 1 n. 264 Regesta Imperii online
Vgl. Zitat König Friedrichs von Württemberg als Graf zu Gröningen siehe BSZ-BW.de
Siehe Ludwig Friedrich Heyd: Geschichte der Grafen von Gröningen, größtenteils nach Archival-Urkunden untersucht und dargestellt. Löflund, Stuttgart 1829.
Weblinks
Commons: Ulrich III. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Württemberg, Graf Ulrich III. (I11093)
 
35860 https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_von_W%C3%BCrttemberg

Ulrich von Württemberg (* nach 1340; † 23. August 1388 in der Schlacht bei Döffingen) war der Sohn von Graf Eberhard II. von Württemberg und Elisabeth von Henneberg-Schleusingen.

Leben
Im Jahre 1362 heiratete Ulrich Elisabeth von Bayern (* 1329; † 1402), Tochter von Kaiser Ludwig IV. Aus dieser Ehe ging der spätere Graf Eberhard III. von Württemberg hervor. Verschiedene Quellen gehen noch von weiteren Söhnen mit den Namen Heinrich und Ulrich sowie von einer Tochter aus.

Nach dem Tod seines Onkels Ulrich IV. im Jahr 1366 regiert er Württemberg offensichtlich gemeinsam mit seinem Vater Eberhard II. Beide entkamen 1367 während eines Aufenthalts "im Wildbad" (vermutlich Wildbad oder Teinach) einem Attentat durch den Grafen Wolf von Eberstein. In der Zeit danach richtete Eberhard seine Politik stark gegen die einer weiteren Vergrößerung Württembergs im Weg stehenden Reichsstädte aus. 1372 kam es bei Altheim zu einer ersten für Württemberg siegreichen Schlacht gegen die Städte. Am 14. Mai 1377 befand sich Ulrich gemeinsam mit einer größeren Anzahl von Rittern auf der Burg Achalm, als Söldner aus der Freien Reichsstadt Reutlingen einen Plünderungszug auf württembergisches Gebiet unternahmen. Ulrich griff sie auf ihrem Rückmarsch unterhalb der Achalm an (Schlacht bei Reutlingen). Ulrichs Mannschaft zog sich nach hohen Verlusten auf die Achalm zurück; er selbst wurde in der Schlacht verwundet. Bereits 1380 kurz nach seiner Gründung trat Ulrich dem Löwenbund, einer Vereinigung des Adels gegen die Städte, bei. Ulrich wurde dadurch zu einer Art Bindeglied zwischen der Grafschaft Württemberg und dem in einer Frontstellung zu den Städten stehenden Niederadel. Am 23. August 1388 erreichten die militärischen Auseinandersetzungen Württembergs und weiterer Adliger mit dem 1376 gegründeten Schwäbischen Städtebund in der Schlacht bei Döffingen ihren Höhepunkt. Die Vorhut des adligen Heeres wurde von Ulrich geführt. Diese wurde im Verlauf der Schlacht nahezu aufgerieben und Ulrich fiel. Nach dem Eintreffen der Hauptarmee, die von seinem Vater geführt wurde, konnte Württemberg die Schlacht gewinnen. In Ulrichs 500. Todesjahr wurde bei Döffingen ein Gedenkstein zu seinen Ehren errichtet.

Literatur
Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 1: Das Haus Württemberg von Graf Ulrich dem Stifter bis Herzog Ludwig. 6. Auflage. Landhege, Schwaigern 2014, ISBN 978-3-943066-34-0, S. 181–188.
Eugen Schneider: Ulrich, Graf von Württemberg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 235.
Weblinks
Commons: Ulrich von Württemberg (–1388) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien 
von Württemberg, Ulrich (I11088)
 
35861 https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarische_Mark von Spanheim (Sponheim), Graf Siegfried I. (I3021)
 
35862 https://de.wikipedia.org/wiki/Urban_II.

Urban II., vormals Odo de Châtillon, Odo de Lagery oder Eudes de Châtillon, auch Eudes de Lagery, Otto von Lagery, Otto von Châtillon, Bischof Otto von Ostia (* um 1035; † 29. Juli 1099)[1] war Papst von 1088 bis 1099.
Er rief am 27. November 1095 zum Kreuzzug auf. Durch diesen ersten Kreuzzug sollte das morgenländische Christentum (unter anderem auch Jerusalem) von der Herrschaft der Muslime befreit werden. Urban wurde am 14. Juli 1881 von Leo XIII. seliggesprochen.

Eudes de Châtillon
Eudes entstammte einer Adelsfamilie aus Châtillon-sur-Marne. Er besuchte die Kathedralschule in Reims, wo der Gründer des Kartäuserordens, Bruno von Köln, sein Lehrer war. Später wurde er selber Domherr und Erzdiakon der Kathedrale. Dann zog ees Eudes erstmals nach Rom, wo er Kanoniker zu St. Johannes wurde. 1070 oder 1071 ist er von Abt Hugo in die Abtei Cluny aufgenommen worden, um nach kurzer Tätigkeit als Prior wieder (diesmal für den Orden) nach Rom entsandt zu werden. Dort wurdrde er 1078 von Gregor VII. zum Kardinalbischof von Ostia und Velletri ernannt. Von 1082 bis 1085 diente er dann der Kurie als päpstlicher Legat in Deutschland und Frankreich. Er war dabei einer der engsten Vertrauten Gregors.[2] Nach Gregors Tod 1085 wurde Desiderius als Viktor III. gegen seinen Willen zum Papst gewählt, und übte dieses Amt bis zu seinem Tod 1087 aus. Nach seinem Tod wurde Eudes, der als kräftiger und kahlköpfiger Mann mit langem Bart beschrieben wird, am 12. März 1088 vom Konklave in Terracina zu Papst Urban II. gewählt.

Papst
Urban II. galt unter Gregor VII. als besonnener Kirchenpolitiker, der durch Konzilianz und diplomatisches Geschick einige Verstiegenheiten Gregors ausgleichen konnte. Als Nachfolger fiel ihm die Aufgabe zu, das mit Gregors Vertreibung und Tod in Bedrängnis geratene Reformpapsttum zu retten.
Schon 1080 war Wibert von Ravenna mit kaiserlicher Unterstützung zum Gegenpapst gewählt worden und hatte 1084 als Clemens III. den Papstthron bestiegen, während Gregor für abgesetzt erklärt wurde und ein Jahr später starb. Clemens III. regierte während der gesamten Dauer von Urbans Pontifikat parallel zu diesem und hielt sich die längste Zeit in Rom auf, bis er 1096 endgültig aus der Stadt vertrieben wurde. Clemens konnte sich außerhalb Frankreichs zunächst auch weitgehend durchsetzezen; schon zu Urbans Amtsantritt hatte er in Deutschland und Oberitalien Fuß gefasst und etablierte sich zunehmend auch in England, Ungarn und Kroatien. Urban verbrachte sein Pontifikat zum größten Teil als Reisepapst, hauptsächlich in Frankreich und Italien.
1089 arrangierte Urban die Vermählung von Mathilde von Tuszien, der wichtigsten Stütze des Reformlagers in Italien, mit Welf V., dem Sohn des abgesetzten Herzogs von Bayern Welf IV., einem traditionellen Gegner des Kaisers. Ebenso bemühte er sich, die gespannten Beziehungen zum byzantinischen Reich zu verbessern, und hob 1089 den Bann gegen den byzantinischen Kaiser Alexios I. auf. Auch Urbans Initiative für einen Kriegszug in den Orient entstand im Zusammenhang mit seinen Ausgleichsbemühungen mit Byzanz.
Etwa ab Mitte der 1090er Jahre stabilisierte sich Urbans Position. Das überwältigende Echo auf seinen Aufruf zum Kreuzzug, der als „Kampfansage“ auch gegen seinen Rivalen Clemens III. gewertet werden kann,[3] trug zu dessen Niedergang bei. Besonders in Norditalien verlor Clemens an Unterstützung. Im Jahre 1096 vertrieben ihn die Normannen aus Rom, das von nun an in der Hand der Reformpäpste blieb.

Europäische weltliche Konflikte
Exil und der Italienkrieg
1090 befand sich Heinrich IV. auf einem zweiten Italienfeldzug (bis 1097), nachdem die Opposition im Reich zuvor fast vollständig zusammengebrochen war. Bis 1092 vermochte sich Heinrich zu halten, erfuhr dann aber durch die Truppen Mathildes eine empfindliche Niederlage bei Canossa, so dass Urban den Lombardischen Städtebund reaktivieren konnte: Mailand, Cremona, Lodi und Piacenza standen jetzt gegen den Kaiser und 1093 wechselte auch Heinrichs Sohn Konrad ins reformpäpstliche Lager über.
Während Konrad in Mailand zum König von Italien gekrönt wurde, zeigten in Deutschland die Predigten der Hirsauer Reformer erste Erfolge und zogen u. a. Welf IV. auf die Reformerseite. Heinrich IV. war nun gezwungen, sich nach Venetien zurückzuziehen, und Urban konnte sich schon 1093 in Rom einrichten. 1093 exkommunizierte der Papst Heinrich IV. und 1095 auch Philipp I. von Frankreich: Der französische König war mit Urban in Konflikt geraten, nachdem er seine Frau verstoßen hatte. Der Streit ließ sich jedoch bald beilegen. Philipp I. wurde schon 1096 wieder in die Kirche aufgenommen, ein Investiturstreit blieb hier noch aus.

England
In England wurde aber dann Anselm von Canterbury, der sich geweigert hatte, sich durch Wilhelm II. investieren zu lassen, des Landes verwiesen. Auch hier war die Kurie erst einmal daran interessiert, den Konflikt zu begrenzen – nun aber vielleicht schon, um die Kräfte gegen Heinrich zu bündeln. 1095 wurde auf der Synode von Piacenza Clemens III. in Bestätigung eines Simonie-Urteiles noch einmal gebannt. Die Erlasse gegen Simonie und auch gegen die Ehe von Geistlichen wurden für die gesamte Kirche verbindlich.

Kreuzzugsaufruf
Kurz darauf erschienen Gesandte des byzantinischen Kaisers Alexios I., berichteten über die Bedrohung durch die Seldschuken und boten Unierungsverhandlungen an, um die Waffenhilfe der lateinischen Christen gegen die Muslime zu erlangen.
In Cremona traf Urban dann auf König Konrad, den er dazu verpflichten konnte, ihm einen Sicherheitseid zu leisten und das officium stratoris abzulegen, indem er des Papstes Pferd als dessen Marschall am Zügel führte. Dafür sagte Urban ihm die Hilfe gegen seinen Vater zu und arrangierte die Vermählung mit einer Tochter Rogers von Sizilien.
Die Bedrängnis der Byzantiner wurde in einem Brief des Alexios an Robert von Flandern bestätigt. Manche Historiker vermuten, dies habe Urban den entscheidenden Anstoß zu seinem Aufruf zum Ersten Kreuzzug gegeben, der am 27. November 1095 auf der Synode von Clermont an die französischen Ritter erging.
Zeitzeugen berichteten, dass die versammelte Menschenmenge zu groß war, um in der Kathedrale Platz zu finden, weswegen Urban seinen leidenschaftlichen Aufruf auf freiem Feld vor den Stadttoren an die Menge richtete. Urbans stark dramatisierende Rede von den Leiden der Christenheit im Osten, der Misshandlung durch die Andersgläubigen sowie der Notwendigkeit der Befreiung der heiligen Stadt Jerusalem – davon ist aber in einer der überlieferten Fassungen des Wortlauts der Rede, die allesamt voneinander abweichen, überhaupt nichts erwähnt – wurde den Chronisten zufolge begeistert aufgenommen. Angeblich wurde hier bereits das spätere Motto der Kreuzzüge – „Gott will es!“ – geprägt. Adhemar de Monteil, Bischof von Le Puy, der später zum Führer des Zugs ernannt wurde, kniete in einem zuvor abgesprochenen Auftritt unmittelbar nach dem Ende der Rede vor Urban nieder und bat als erster um die Erlaubnis, ziehen zu dürfen, und viele andere sollen sich ihm umgehend angeschlossen haben. Danach hielt er noch in Tours und Rouen Synoden ab, die den Aufruf verbreiteten. Ein Übriges taten die über das Land gesandten Wanderprediger der Kirche.

Erfolg und Auswirkungen
Der Aufruf zum Kreuzzug war in weiten Teilen Europas sehr erfolgreich und erhielt große Resonanz. Urbans Projekt einte erstmals die seit langem in Streitereien untereinander verstrickten französischen Adeligen und gab ihnen mit dem Ziel eines „ggerechten“ Kampfes im Dienste der christlichen Sache eine ideelle Grundlage, die zugleich den Suprematieanspruch seines Amtes stärkte: Der vor dem Aufruf geforderte Gottesfrieden, der die Begrenzung der noch ausstehenden Fehden brachte, bestärktkte gleichzeitig die Autorität der hier eingreifenden Kirche und stellte ein wesentliches Ereignis der machtpolitischen Rolle der Kirche und des Papsttums in der mittelalterlichen Geschichte Europas dar. Die den Teilnehmern vom Papst versprochenene Sündenvergebung wirkte als äußerst attraktiver Anreiz für eine Teilnahme. Die vom Papst möglicherweise angestrebte Versöhnung mit der Ostkirche blieb dagegen wegen anhaltender machtpolitischer Differenzen und Interessengegensätze aus, ganz im Gegenteil führten die Kreuzzüge letztlich zur völligen Entfremdung der Kirchen. Auch schon kurzfristig verschärfte das Kreuzzugsunternehmen den lateinisch-griechischen Gegensatz, da auch die mit dem Papsttum seit Jahrzehnten verbündeten normannische Ritter, die ausgewiesene Feinde des byzantinischen Reiches waren und den Kreuzzug für ihren Kampf gegen Byzanz nutzten, darin eine maßgebliche Rolle spielten.
Urban II. selbst erlebte den Erfolg des 1096 aufgebrochenen Ritterheeres selbst nur noch zum Teil mit. Von der Einnahme Antiochias 1098 und auch vom Beginn der Belagerung Jerusalems hat er wohl erfahren, die Meldung von der Einnahme der Stadt erreichte ihn aber nicht mehr, da er am 29. Juli 1099 starb.


Literatur
• Alfons Becker: Papst Urban II. (= Schriften der Monumenta Germaniae Historica. 19). 3 Teile. Hiersemann, Stuttgart 1964, 1988, 2012.
• Heinrich Hagenmayer: Epistulae Et Chartae – Ad Historiam Primi Belli Sacri Spectantes – Quae supersunt aevo aequales ac genuinae – Die Kreuzzugsbriefe aus den Jahren 1088–1100. Eine Quellensammlung zur Geschichte des ersten Kreuzzuges mit Erluterungen. Innsbruck 1901.
• Walther Holtzmann: Die Unionsverhandlungen zwischen Kaiser Alexios I. und Papst Urban im Jahr 1089. In: Byzantinische Zeitschrift. 28, 1928, S. 105–157.
• Georg Gresser: Die Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums in Deutschland und Italien von Leo IX. bis Calixt II. 1049–1123. Paderborn 2006.
• Georg Gresser: Die Kreuzzugsidee Papst Urbans II. im Spiegel der Synoden von Piacenza und Clermont. In: Peter Bruns, Georg Gresser (Hrsg.): Vom Schisma zu den Kreuzzügen 1054–1204. Paderborn 2005, S. 133–154.
• Georg Kreuzer: Urban II (Memento vom 13. Juni 2007 im Internet Archive). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. (BBKL). Band 15, Bautz, Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8, Sp. 1391–1394.
Weblinks
 Commons: Urbanus II – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
• Urbans Aufruf zum Kreuzzug 1095
• Urban II. im Repertorium „Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters“
• Literatur von und über Urban II. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
• Werke von und über Urban II. in der Deutschen Digitalen Bibliothek
• Der tatsächliche Bestand der DNB
• Veröffentlichungen über Urban II. im Opac der Regesta Imperii
Anmerkungen
1 Georg Kreuzer: Urban II (Memento vom 13. Juni 2007 im Internet Archive). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. (BBKL). Band 15, Bautz, Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8, Sp. 1391–1394.
2 Rudolf Pörtner: Operation Heiliges Grab – Legende und Wirklichkeit der Kreuzzüge (1095–1187). 1. Auflage. Econ Verlag, Düsseldorf/ Wien 1977, S. 14, 15.
3 Christiane Laudage: Das Geschäft mit der Sünde. Ablass und Ablasswesen im Mittelalter. Herder, Freiburg im Breisgau 2012, ISBN 978-3-451-31598-5, S. 148 f. 
von Châtillon, Papst Urban II. Odo (I8504)
 
35863 https://de.wikipedia.org/wiki/Uroš_I._(Raszien)

Uroš I. war serbischer Groß-Župan von etwa 1118 bis 1140.
Nachdem sein Vater Vukan von Byzanz geschlagen wurde, wurde Uroš I. mit der Unterstützung von Đorđe Vojisavljević, dem König von Dioklitien, um 1118 Župan von Raszien. Er sagte sich los von Byzanz, suchte ein Bündnis mit Ungarn, und erneuerte den Einfluss Rasziens auf Dioklitien und die Küstenländer.
Mit dem Ableben von Đorđe Vojisavljević (ca. 1131) brachte Uroš Dioklitien und die Küstenländer ganz unter die Herrschaft von Raszien, unter der sie bis 1360 blieben. Er selbst wurde serbischer Groß-Župan. Uroš I. hatte zwei Söhne und eine Tochter. Sein ältester Sohn Uroš II. folgte ihm als serbischer Groß-Župan, der jüngere Sohn Beloš wurde Prinzregent Ungarns (siehe Geschichte der Serben der Vojvodina), seine Tochter Jelena wurde die Gemahlin des ungarischen Königs Béla II. 
von Serbien, Uroš I. (I7299)
 
35864 https://de.wikipedia.org/wiki/Urraca_von_Kastilien_(Portugal)

Urraca von Kastilien (* 1186 oder 1187 in Coimbra; † 3. November 1220 in Lissabon) war eine Prinzessin von Kastilien und von 1211 bis zu ihrem Tode Königin von Portugal.
Urraca wurde als Tochter König Alfons VIII. von Kastilien und seiner Ehefrau, Eleonore Plantagenet (eine geborene englische Prinzessin, Tochter König Heinrich II. von England) geboren. Urraca hatte neun Geschwister, darunter Berenguela von Kastilien, Blanka von Kastilien, Eleonore von Kastilien und Heinrich I. von Kastilien.[1]
1208 heiratete sie den portugiesischen Thronfolger, der 1211 als Alfons II. den Thron bestieg. Damit wurde Urraca als Ehefrau, nicht aber als Herrscherin eigenen Rechts Königin. [2]
Sie hatte politischen Einfluss auf den König und förderte verschiedene Orden darunter die Franziskaner und Dominikaner.[3]
Nicht zu verwechseln ist sie mit ihrer Ururgroßmutter Urraca von León und Kastilien (1080–1126), die von 1106 bis 1126 regierende Königin von Kastilien und León war.

Nachkommen
Urraca von Kastilien hatte mit Alfons II. fünf Kinder:
• Sancho II. (* 8. September 1207; † 4. Januar 1248), König von Portugal
• Alfons III. (* 5. Mai 1217; † 16. Februar 1279), König von Portugal
• Leonor (* 1211; † 13. Mai 1231), ∞ 1229 König Waldemar III. von Dänemark
• Fernando (* 1217; † 1246), Herr von Serpa
• Vicente (* 1219)
Siehe auch: Liste der Königinnen Portugals, Liste der Könige Portugals, Geschichte Portugals, Zeittafel der Geschichte Portugals, Portugal unter den Burgunderherrschern.



Einzelnachweise
1 Fernando Maria Cornet: Cosas de Familia: Historia Genealogica de los Cornet del Tucuman, S. 164 (Online)
2 Karl H. Schneider: Geschlechterrollen in der Geschichte aus polnischer und deutscher Sicht, S. 103 (Online)
3 Carles A Rabassa i Vaquer: Heilige Herrscher, göttliche Monarchen. Universität Jaume, 2002 S.248 
von Kastilien (von Portugal), Prinzessin Urraca (I8025)
 
35865 https://de.wikipedia.org/wiki/Uta_von_Ballenstedt

Uta von Ballenstedt (* um 1000 in Ballenstedt; † 23. Oktober vor 1046) aus dem Geschlecht der Askanier war vermählt mit Markgraf Ekkehard II. von Meißen.

Leben
Sie war eine Tochter des Grafen Adalbert von Ballenstedt und dessen Frau Hidda, Tochter des Markgrafen Hodo I. (930–993) der sächsischen Mark Lausitz. Ihr Bruder Esico von Ballenstedt ist der Stammvater der Askanier. Ihr Vater verheiratete sie wohl aus machtpolitischen Gründen um das Jahr 1026 mit dem Meißner Markgrafen. Die Ehe blieb kinderlos. Mit Ekkehard II. endete das Geschlecht der Ekkehardiner.
Utas Mitgift fiel nach dem Tode ihres Gatten Ekkehard II. im Jahre 1046 teils an das Stift Gernrode, wo ihre Schwester Hazecha spätestens 1044 zur Äbtissin gewählt worden war, und an die Kaiserin Agnes.
Als Mitstifterin des Naumburger Doms wurde ihr die Plastik Uta von Naumburg, eine von 12 Stifterfiguren, neben der Figur ihres Ehegatten im Westchor des Doms gewidmet.



Literatur
• Helmut Assing: Die frühen Askanier und ihre Frauen. Kulturstiftung Bernburg, Bernburg 2002, ISBN 3-9805532-9-9, S. 6.
• Michael Imhof, Holger Kunde: Uta von Naumburg. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-655-8.
• Andreas Thiele: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte. Band 1: Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser. Teilband 1. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. R. G. Fischer, Frankfurt am Main 1993, ISBN-89406-965-1, Tafel 217.
• Wolfgang Ullrich: Uta von Naumburg. Eine deutsche Ikone (= Wagenbachs Taschenbücherei. 523). 3. Auflage. Wagenbach, Berlin 2011, ISBN 978-3-8031-2523-1.
• Hermann Wäschke: Anhaltische Geschichte. Band 1: Geschichte Anhalts von den Anfängen bis zum Ausgang des Mittelalters. Otto Schulze, Cöthen 1912, S. 67–69. 
von Ballenstedt, Uta (I7832)
 
35866 https://de.wikipedia.org/wiki/Uta_von_Schauenburg

Uta von Schauenburg (* ca. 1115 oder 1120; † ca. 1197) war Gründerin des Klosters Allerheiligen im Schwarzwald und Ehefrau von Welf VI.
Sie war eine Tochter des Pfalzgrafen bei Rhein Gottfried von Calw und deshalb auch als Uta von Calw bekannt. Gottfried hatte keine männlichen Nachkommen, aber reiche Besitztümer, was Uta zu einer begehrten Partie machte. Bereits im Alter von etwtwa sechs Jahren wurde sie Welf VI. als Ehefrau versprochen, der von den Welfen bereits als späterer Gegenspieler der Staufer in Schwaben aufgebaut worden war und durch das Calwer Erbe gestärkt werden sollte. Vollzogen wurde die Heirat vielleicht fünf Jahre später. Diese Heirat wurde aus rein politischen und territorialen Motiven geschlossen. Aber dadurch wurde Uta von Schauenburg dynastische Tante des späteren Kaisers Friedrich Barbarossa und Heinrich dem Löwen, den Vertretern der beddeutendsten Adelshäuser der damaligen Zeit. Um 1140 kam Welf VII., ihr einziger (überlebender) Sohn, zur Welt. In den Berichten über die Streitigkeiten um Utas Erbe, die ihr Mann Welf VI. mit ihrem Vetter Graf Adalbert von Calw austrug, wurde Uta selbst nie erwähnt, obwohl um ihre Rechte gestritten wurde. Erst Jahrzehnte später, nach dem Tod des Sohnes 1167, wurde wieder über sie berichtet. Die Historia Welforum schreibt, Welf VI., der von ihr keinen Erben mehr erwarten konnte, habe sich von ihr abgewandt und den Verkehr mit anderen Frauen ihr vorgezogen. Erst 1180 habe er sie reuevoll wieder zu sich gerufen. Ob er sie zuvor verstoßen hatte oder ob sie von selbst ging, und wo sie in diesen Jahren lebte, wird nicht erwähnt. Unter den Besitzungen, die Welf von seinem Schwiegervater erbte, befand sich auch die Burg Schauenburg bei Oberkirch in der Ortenau. Auch um sie wurde im Zuge der Erbstreitigkeiten gekämpft. Welf konnte sich behaupten, behielt die Burg und wies sie seiner Frau zu, die deshalb auch als Herzogin von Schauenburg in die Überlieferung einging, was auf einen längerwährenden Wohnsitz Utas dort hindeutet. Nach dem Tod Welfs VI. 1191 stiftete Uta das Kloster Allerheiligen im Lierbachtal bei Oppenenau. Von dort stammt auch eine Statue aus der Zeit um 1300, die sie als Stifterin des Klosters mit dem Kirchenmodell in der Hand zeigt. Schon bald nach der Gründung Allerheiligens 1196 starb Uta. Die Fertigstellung des Klosters erlebte sie nicht mehr. Ihre Statue ist heute über dem Portal der Fürstenkapelle des Klosters Lichtenthal zu sehen.



Literatur
• Hansmartin Schwarzmaier: Uta von Schauenburg, die Gemahlin Welfs VI. In: Rainer Jehl (Hrsg.): Welf VI. Wissenschaftliches Kolloquium zum 800. Todesjahr vom 5. bis 8. Oktober 1991 im Schwäbischen Bildungszentrum Irsee (= Irseer Schriften. Bd.). Thorbecke, Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-4173-X, S. 29–42.
• Josef Bader: Frau Uta, Herzogin zu Schauenburg. In: Badenia oder das badische Land und Volk. Jg. 1, 1839, ZDB-ID 531249-8, S. 114–118, Digitalisat.
Weblinks
 Commons: Uta von Schauenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Materialsammlung 
von Schauenburg (von Calw), Uta (I7889)
 
35867 https://de.wikipedia.org/wiki/Valentina_Visconti

Valentina Visconti (* 1368; † 4. Dezember 1408 im Schloss Blois) war Tochter von Gian Galeazzo Visconti, Herzog von Mailand, und der französischen Prinzessin Isabella von Valois. Ihre Brüder Giovanni Maria Visconti und Filippo Maria Visconti waren die beiden letzten Visconti-Herzöge von Mailand.

Leben
Valentina wurde am 17. August 1389 mit ihrem Vetter, dem 17-jährigen jüngeren Bruder von König Karl VI., Herzog Ludwig von Orléans (1372–1407) vermählt.
1396 zog sich Valentina mit ihrem Sohn Karl vom Pariser Hof in die Provinz zurück, weil ihre Schwägerin, Königin Isabeau behauptete, sie trage die Schuld an der zunehmenden geistigen Verwirrung König Karls. Während ihr Gatte als Regent für den geistesgestörten König am Hof blieb, widmete sie sich der Erziehung ihrer Kinder sowie eines legitimierten außerehelichen Stiefsohns, des späteren Grafen von Dunois. Ab 1406 bemutterte sie Isabella von Valois, die Verlobte ihres Ältesten, seine Base.
Am 23. November 1407 wurde ihr Gatte Ludwig im Auftrag seines Cousins, des burgundischen Herzogs Johann Ohnefurcht, seinem schärfsten Rivalen um die Regentschaft, in Paris auf offener Straße ermordet. Valentina versuchte, die Bestrafung der Mörder und ihres Anstifters durchzusetzen, scheiterte aber und erlag erschöpft einer Krankheit, kaum mehr als ein Jahr nach dem Tod ihres Gatten.
Valentina Visconti wurde 1408 in der Kirche des Couvent des Cordeliers in Blois beigesetzt und vermutlich im Jahr 1446 in die Kirche des Pariser Couvent des Célestins überführt, um in der Kapelle des Hauses Orléans an der Seite ihres Gatten zu ruhen.[1]

Nachkommen
Valentina Visconti gebar Ludwig von Orléans zehn Kinder, von denen nur vier überlebten.
• NN († 1390), beigesetzt in der Kirche St-Paul in Paris
• Ludwig (1391–1395)
• Johann († 1393)
• Karl, Herzog von Orléans (1391–1465)
• Philipp, Graf von Vertus und Porcien (1396–1420)
• Marie (1401–1401)
• Johann, Graf von Angoulême (1400–1462)
• Margarete von Orléans, Herzogin von Vertus (1406–1466) heiratete 1423 Richard d’Étampes (Richard von Bretagne)
Ihr Enkel Ludwig von Orléans (Sohn ihres Sohnes Karl) gelangte 1498 als Ludwig XII. auf den französischen Thron, als Nachfolger des ohne männlichen Erben verstorbenen Karl VIII.
Ihr Urenkel Franz von Angoulême (Enkel ihres Sohnes Johann) gelangte 1515 auf den Thron als Franz I., Schwiegersohn und Nachfolger des ohne männlichen Erben verstorbenen Ludwig XII.
Valentinas Sohn Karl hatte die von ihr ererbten Ansprüche auf das norditalienische Asti oder gar Mailand nicht hatte durchsetzen können. Dies versuchten ab 1499 ihr Enkel Ludwig und später ihr Urenkel Franz nachzuholen. Sie lösten damit eine Serie von letztlich erfolglosen Kriegen aus, durch die Italien weitgehend unter österreichische und spanische Herrschaft geriet und politisch wie wirtschaftlich abstieg.

Grabmal
Im Jahr 1502 gab Ludwig XII. ein aufwendiges Grabmal mit zwei Gisants für seine Großeltern bei den in Genua niedergelassenen italienischen Bildhauern Michele d'Aria (1446–1500), Girolamo Viscardi (1467-nach 1522) aus Mailand sowie Donato di Battista Benti und Benedetto da Rovezzano aus Florenz in Auftrag. Das Werk traf 1516 in Frankreich ein und wurde im Zölestinerkloster in der Grablege des Hauses Orléans aufgestellt. Es befindet sich heute im südlichen Seitenschiff der Basilika-Kathedrale von Saint-Denis.[2]



Siehe auch
• Grafschaft Vertus
Literatur
• Alfred Coville: Valentine Visconti et Charles d'Orléans [Émile Collas: Valentine de Milan, duchesse d'Orléans] in Journal des savants, 12e année, Janvier 1914 online
• Léon Palustre: L'Architecture de la Renaissance, Librairies-imprimeries réunies, Paris, 1892 online
Weblinks
 Commons: Valentina Visconti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Fußnoten
1 Vgl. Coville, p 25
2 Vgl. Léon Palustre, p 284 
Visconti, Valentina (I8761)
 
35868 https://de.wikipedia.org/wiki/Vandalen (Vandalen) (Arianer), König Thrasamund (I24189)
 
35869 https://de.wikipedia.org/wiki/Vandalen (Vandalen) (Arianer), König Gunthamund (I24191)
 
35870 https://de.wikipedia.org/wiki/Vandalen (Vandalen) (Arianer), König Hunerich (I24193)
 
35871 https://de.wikipedia.org/wiki/Vandalen (Vandalen), König Gunderich (I24209)
 
35872 https://de.wikipedia.org/wiki/Vandalenfeldzug (Vandalen), rex Geiserich (I24192)
 
35873 https://de.wikipedia.org/wiki/Vazul

Vazul oder Vászoly (manchmal auch Wacilo, deu.: Vasul, griech.: Basilios) war ein ungarischer Fürst im 11. Jahrhundert, Sohn von Fürst Mihail, Enkelsohn des Großfürsten Taksony.
Über sein Leben weiß man sehr wenig. Sein Sohn, Wancel, oder Wancil war Vetter Stephans I. Als solcher hatte er Anspruch auf den ungarischen Thron nach dem Tod Prinz Emmerichs. Um zu verhindern, dass Vazul, der nach der Überlieferung ein wüstes Leben führte und Heide war, tatsächlich König von Ungarn würde, ließ Stephan I. ihn festnehmen und blenden. Jedoch beschuldigte man später die bayrische Königin, Stephans I. Ehefrau, Gisela dieser Tat. Vazuls Söhne wurden aus dem Land vertrieben.

Familie
Vazul hatte drei Söhne: Andreas, Béla und Levente, von denen zwei später Könige von Ungarn wurden.



Literatur
• Pallas' Online Großlexikon 
von Ungarn (Árpáden), Fürst Vazul (Wasul) (I5070)
 
35874 https://de.wikipedia.org/wiki/Venner_(Bern) von Frisching, Hans (Janno) (I51014)
 
35875 https://de.wikipedia.org/wiki/Vercelli von Savoyen, Herzog Amadeus IX. (I13012)
 
35876 https://de.wikipedia.org/wiki/Vignory

Vignory liegt in der französischen Region Grand Est im Département Haute-Marne. Das Dorf mit 253 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) gehört zum Arrondissement Chaumont und war bis 2015 Zentrum des Kantons Vignory. Seit März 2015 gehört es zum Kanton Bologne. Vignory liegt in einem kleinen Seitental der Marne und wird überragt von den Ruinen einer im 11. Jahrhundert vom normannischen Ritter Raoul Barbeta errichteten Burg.

Sehenswürdigkeiten
Kulturhistorisch von Bedeutung ist die Kirche St-Étienne, die zwischen 1032 und 1057 mit einem Priorat erbaut wurde. Sie ist ein Beispiel für die romanische Architektur im 11. Jahrhundert. Ein viereckiger Glockenturm, den ein achtseitiger Helm bekrönt, trägt auf jeder Seite der beiden oberen Stockwerke zwei gekreuzte Zwillingsbögen.

 
von Vignory, Adélaïde (I10994)
 
35877 https://de.wikipedia.org/wiki/Villnachern von Schönau genannt Hürus, Hans (I21654)
 
35878 https://de.wikipedia.org/wiki/Violante_von_Bar

Violante von Bar (auch Jolanthe oder Yolande) (* 1365; † 13. August 1431) war Gemahlin von Johanns I. und Königin von Aragón.

Leben
Violante war die älteste Tochter des Herzogs Robert I. von Bar und dessen Gemahlin Maria, Prinzessin von Frankreich (1344–1404). Sie heiratete im Mai 1380 in Montpellier den aragonesischen Thronfolger Johann I.
Violantes Mann widmete sich auch nach seiner Thronbesteigung 1387 mit Vorliebe der Jagd. Er war jedoch auch hochgebildet und kunstinteressiert. Er war bereits einmal verheiratet gewesen, ehe er gegen den Willen seines Vaters Violante von Bar heiratete.

Diese wurde von den aragonesischen Zeitgenossen und Geschichtsschreibern als Fremde negativ bewertet. Man warf ihr ein verschwenderisches Leben und eine unangemessene Einflussnahme auf die Politik vor. Der Hof des Paares wurde zu einem geistigen Zentrum, war aber enorm kostspielig, was von den Zeitgenossen vor allem Violante angelastet wurde. Ihr Ehemann überließ ihr einen Großteil der Regierungsgeschäfte. Aber sie handelte nicht gegen seinen Willen.
Ihr gelang es die Familie de Fortià zu entmachten, die mit der vierten Eheschließung Peters IV. von Aragón mit Sibila de Fortià (1350–1406) wichtige politische Schlüsselpositionen besetzt hielt. Violante gelang es weitestgehend ohne die Cortes zu regieren.

Sie löste Aragón außenpolitisch aus seinen alten Verbindungen und drängte es vermehrt an die Seite Frankreichs. Während des hundertjährigen Krieges stand das Land nunmehr klar an der Seite Frankreichs. Im Jahr 1390 arrangierte Violante eine Ehe ihrer Tochter Jolanthe mit dem Erben von Neapel Ludwig.
Nach dem Tod ihres Mannes 1396 kam es zu Erbfolgeproblemen. Aus den vorangegangenen Ehen hatte der König nur Töchter. Die Tochter Johanna war seit 1392 mit Graf Mathieu von Foix verheiratet. Violanta und der Graf versuchten vergeblich, den Erbanspruch von dessen Frau durchzusetzen. Auch der Versuch ihre Tochter Jolanthe als Erbin durchzusetzen, war nicht erfolgreich. Bis zu ihrem Tod gab sie den Kampf um den Erbanspruch der Tochter nicht auf und blieb politisch aktiv. In der Erbfrage setzte sich Martin I. durch.

Ihr Marmorgrabmal befindet sich bei den 'Königsgräbern' im Monestir de Santa Maria de Poblet.
Es ist eine umfangreiche Korrespondenz von Violante de Bar im Staatsarchiv, Barcelona, erhalten.


Literatur
• Raphaela Averkorn: Herrscherinnen und Aussenpolitik. Hochadlige Frauen als Handlungsträgerinnen der auswärtigen Beziehungen auf der Iberischen Halbinsel (13. bis 15. Jahrhundert). In: Karl H. Schneider (Hrsg.): Geschlechterrollen in der Geschchte aus polnischer und deutscher Sicht (= Politik und Geschichte. Bd. 5). Lit, Münster u. a. 2004, ISBN 3-8258-7732-9, S. 91–138, hier S. 133–135.
• Dawn Bratsch-Prince: The Politics of Self-Representation in the Letters of Violant de Bar (1365–1431). In: Medieval Encounters. Bd. 12, Nr. 1, 2006, S. 2–25, doi:10.1163/157006706777502505.
• Isabel de Riquer: Los libros de Violante de Bar. In: María del Mar Graña Cid (Hrsg.): Las sabias mujeres. Band 1: Educación, saber y autoría (siglos III–XVII) (= Colección Laya. 13). Asociación Cultural Al-Mundayna, Madrid 1994, ISBN 84-8709013-3, S. 161–173.
Weblinks
• Violant, de Bar Reina de la Corona d'Aragó (katal.)
• Kurzbiographie auf der Seite des Brooklyn Museum 
von Bar-Scarponnois, Violante (Jolande) (I8931)
 
35879 https://de.wikipedia.org/wiki/Viridis_Visconti

Viridis Visconti (* um 1350; † 1. März 1414), Herzogin von Mailand und Herzogin von Österreich, entstammte der Verbindung von Bernabò Visconti, Herr von Mailand, und der Beatrice della Scala, Tochter von Mastino II. von Verona.

Abstammung
Väterlicherseits entstammte Viridis dem ghibellinisch, also kaiserlich gesinntem Adelsgeschlecht der Visconti. Sie waren ein lombardisches Adelsgeschlecht, das um 1277 die Herrschaft über Mailand gewann. Gian Galeazzo Visconti (1351–1402) wurde von König Wenzel zum Herzog von Mailand gemacht.
Mütterlicherseits entstammte Viridis der ebenfalls kaiserlich gesinnten adligen Familie der Scaliger (Scaligeri, della Scala, deutsch oft auch Skaliger); sie waren Herren von Verona von 1260 bis 1387. Die Brüder Alberto II. und Mastino II., letzterer Großvater der Viridis, galten als die reichsten und mächtigsten Fürsten ihrer Generation in Italien. Mitregentschaft aber auch Verwandten- und Brudermord waren innerhalb des Geschlechts im Kampf um die Macht üblich.

Familie
Viridis heiratete 1365 Leopold III., Herzog von Steiermark (* 1. November 1351; † 9. Juli 1386) aus dem Hause Habsburg, der in der Schlacht bei Sempach fiel. Aus dieser Verbindung gingen folgende Kinder hervor:
1 Wilhelm der Ehrgeizige/Freundliche (1370–1406)
2 Leopold IV. der Dicke (1371–1411)
3 Ernst der Eiserne (1377–1424)
4 Friedrich IV. mit der leeren Tasche (1382–1439)

Viridis und das Kloster Sittich
Auch Viridis gilt als Wohltäterin des Klosters Sittich. Valvasor hat sie bei der Beschreibung des Klosters in der Auflistung der Donatoren dreimal aufgeführt, für die Jahre 1397, 1404, 1414 als „Viridis geborene Hertzoginn von Mayland / und Hertzoginn in Österreich“. Nach dem Tod ihres Mannes ließ sie sich in einem Vorwerk in der Nähe des Klosters nieder; sie besaß aber auch ein Haus in Laibach. Dem Abt Albrecht von Lindeck, der aufgrund seines schlechten Wirtschaftens das Kloster stets in finanzielle Schwierigkeiten brachte, lieh sie öfter hohe Summen Geldes gegen die Verpfändung von klösterlichen Ländereien. Die Abmachung war stets, dass das Kloster Messen lesen musste für ihr und das Seelenheil ihrer Eltern und ihres gefallenen Mannes. Nach ihrem Tod sollen alle Ländereien an das Kloster zurückfallen und sie solle im Kloster beigesetzt werden; ein Wunsch, der auch erfüllt wurde. (Nach anderen Quellen soll sie in der Familiengruft zu Mailand beigesetzt worden sein).


Literatur
• Lexikon der Geschichte. Gütersloh / München 1998, ISBN 3-572-01285-6
• Jože Gregorič: Cistercijani v Stični (Zisterzienser in Sittich). Ljubljana 1980.
• Jože M. Grebenc: Gospodarska ustanovitev Stične ali njena dotacija 1135 (Die wirtschaftliche Gründung Sittichs oder dessen Dotation). Samostan Stična (Kloster Sittich) 1973.
• Jože Mlinarič: Kostanjeviška opatija 1234–1786 (Die Landstrasser Abtei 1234–1786). Ljubljana 1987.
• J.W. von Valvasor: Ehre. Band III, Faksimile, Heppenheim 1971.
• Richard Reifenscheid: Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I. Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1982, S. 46, 53, 72.
• Andreas Thiele: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte. Band II, Teilband 2: Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa. R.G. Fischer Verlag, 1994, Tafel 441a.
• Hellmut Andics: Die Frauen der Habsburger. 1. Auflage, Wien 1969, ISBN 978-3-8000-3746-9.
Weblinks
 Commons: Viridis Visconti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Barbara Tuchman in: http://www.wfelix.org/tuchman.html 
Visconti, Herzogin Viridis (I9100)
 
35880 https://de.wikipedia.org/wiki/Vitale_Candiano

Vitale Candiano († 979 in Venedig) war der 24. Doge von Venedig. Er regierte von 978 bis 979.
Vitale war wahrscheinlich der Sohn des 21. Dogen, Pietro III. Candiano und der letzte der Candiano-Dogen. Er wurde im September 978 als Kandidat der Opposition gegen die Partei der Orseolo gewählt, dankte aber nach nur wenigen Monaten im Amt im November 979 ab und zog sich als Mönch in das Kloster San Ilario zurück. Er starb bereits vier Tage nach seinem Eintritt ins Kloster, wo er auch begraben wurde. Vitales Tochter Maria Candiano heiratete den 26. Dogen von Venedig, Pietro II. Orseolo.



Literatur
• Andrea da Mosto: I dogi di Venezia. Milano 2003, ISBN 88-09-02881-3. 
Candiano, Vitale (I6214)
 
35881 https://de.wikipedia.org/wiki/Vizegrafschaft_Béziers

Die Vizegrafschaft Béziers um die Stadt Béziers bestand bereits zur Zeit Karls des Großen, damals zusammen mit Agde als Grafschaft Béziers. Sie wurde in die Markgrafschaft Gothien integriert und später in die Grafschaft Toulouse.

Der Vizegraf und der Bischof von Béziers teilten sich die Herrschaft in der Stadt seit dem 8. Jahrhundert. Nachdem seit dem 12. Jahrhundert die Katharer den Ton angaben, wurde Béziers am 22. Juli 1209 von Simon IV. de Montfort geplündert und 1229 in die Domaine royal eingegliedert.
Vizegraf Roger Trencavel gab seine Ansprüche auf Béziers 1247 auf.

Vizegrafen von Béziers

• Antonius, Vizegraf von Beziers (in der gefälschten Charta von Alaon erwähnt)
• Rainard I., 897 Vizegraf von Béziers und Adge
• Boson, Vizegraf von Béziers und Agde, dessen Schwiegersohn
• Rainard II., Vizegraf von Béziers 967, dessen Sohn
• Guillaume, † nach 993, Vizegraf von Béziers und Agde, dessen Sohn
• Peter Raimund (Pedro Ramón), † wohl 1060, dessen Enkel, Graf von Carcassonne, Vizegraf von Béziers und Agde
• Roger (Ramón Roger), † 1067, Graf von Carcassonne und Rasès, Vizegraf von Béziers und Agde
• Bernard Aton IV. Trencavel, † 1129, dessen Neffe, Vizegraf von Albi, Nîmes, Carcassonne, Béziers und Agde
• Raimund I. Trencavel, † 1167, Vizegraf von Albi, Carcassonne, Béziers, Agde und Rasès
• Roger II. Trencavel, † 1194, Vizegraf von Carcassonne, Béziers und Rasès
• Raimund-Roger, † 1209, Vizegraf von Carcassonne, Béziers und Rasès
• Raimund II. Trencavel, † vor 1267
• Roger III. Trencavel, verzichtet 1247
• Simon IV. de Montfort
• Amalrich VII. von Montfort 
von Béziers, Wilhelm II. (I9833)
 
35882 https://de.wikipedia.org/wiki/Vizegrafschaft_Castelbon

Die Vizegrafschaft Castelbon wurde erstmals Ende des 10. Jahrhunderts erwähnt. Sie befand sich im Tal von Castelbon (katalanisch Castellbò) südlich von Andorra.
Im Jahr 989 erhielt Guillermo, Vizegraf von Urgell und Sohn des Vizegrafen Miró, vom Grafen Borrell II. von Barcelona das Tal von Castelbon. Der Titel eines Vizegrafen von Castelbon wurde jedoch erstmals von Guillermos Nachkommen Pere Ramón geführt, nachdem der Vizegrafen von Urgell zum reinen Titel geworden war. Pere Ramón heiratete 1126 Sibila von Cerdanya, wodurch er seine Vizegrafschaft mit der Vizegrafschaft Cerdanya vereinigte – und damit ein Konkurrent des Bischofs von Urgell wurde, der den Machtzuwachs der Vizegrafen mit Argwohn verfolgte.
Pere Ramóns Enkel Arnau heiratete um 1183 Arnalda de Caboet, durch die die Täler von Cabo, Sant-Juan und Andorra an die Vizegrafen von Castelbon kamen. Mit ihm erreichte die Macht der Vizegrafen von Castelbon ihren Höhepunkt – auch gegenüber dem Bischof, zumal Arnau Katharer war (was dazu führte, dass sein Leichnam 40 Jahre nach seinem Tod exhumiert und verbrannt wurde). Arnauds einzige Tochter Ermessende[1] heiratete 1208 den Erbgrafen von Foix, Roger Bernardo II., † 1241. Die Dynastie der Vizegrafen von Castelbon erlosch.
Die Nachkommen Ermessendes und Roger Bernardos herrschten in Castelbon über zwei Jahrhunderte. Als Graf Gaston III. Fébus 1391 ohne legitime Nachkommen starb, vermachte er seinen Besitz dem König von Frankreich – was nun allerdings den König von Aragón dazu veranlasste, einen Verwandten Gastons, Mathieu de Foix einzusetzen, um zu verhindern, dass die Vizegrafschaft in den Besitz der französischen Krone geriet. Mathieu starb 1398 ebenfalls ohne Nachkommen, so dass seine einzige Schwester Isabelle († 1412) die Nachfolge antrat. Sie war mit Archambaud de Grailly († 1413) verheiratet, von ihr stammt das Haus Foix-Grailly ab.
Ihr Nachkomme Gaston IV. († 1472) war gleichzeitig Graf von Foix und Bigorre, Vizegraf von Béarn, Castelbon und Narbonne. Sein Sohn François Fébus wurde König von Navarra, dessen Nachkomme Heinrich 1589 König von Frankreich, wodurch Castelbon erneut an die französische Krone fiel. Aufgrund dieses Heimfalls ist das französische Staatsoberhaupt heute noch eines der beiden Staatsoberhäupter Andorras.

Vizegrafen von Castelbon

Dynastie der Vizegrafen von Urgel
• Miró I., vor 953 - nach 977
• Guillermo, vor 981 - 1037
• Miró II., 1037 - 1079
• Ramón I., 1079 - 1114
• Pere Ramón, 1114 - ...

Dynastie des Vizegrafen von Castelbon
• Pere Ramón, ... - 1150
• Ramón II., 1150 - 1185
• Arnau, 1185 - 1226
• Ermessende, ∞ Roger Bernardo II. de Foix, † 1241.

Dynastie der Grafen von Foix
• Roger Bernardo II., † 1241, Graf von Foix, Vizegraf von Castelbon; ∞ I Ermessende, Vizegräfin von Castelbon, † 1229, Erbtochter von Vizegrafen Arnau; ∞ II Ermengarde, Tochter von Aimery Manrique de Lara, Vicomte de Narbonne
• Roger IV., † 1265, dessen Sohn, Comte de Foix, Vizegraf von Castelbon
• Roger Bernard III., † 1303, dessen Sohn, 1265 Graf von Foix und Vizegraf von Castelbon; ∞ Margarita de Moncada, 1311 20. Vicomtesse de Béarn, Comtesse de Bigorre, Erbtochter von Gaston VII. de Moncada, 19. Vicomte de Béarn
• Gaston I., † 1315, dessen Sohn, 1302 Graf von Foix und Bigorre, 21. Vizegraf von Béarn und Castelbon; ∞ 1301 Jeanne d’Artois, 1315/24 Comtesse de Foix, † nach 1348, Tochter von Philippe d’Artois, Seigneur de Conches-en-Ouche (Haus Frankreich-rtois)
• Roger-Bernard IV., dessen Sohn, † 1352, Vizegraf von Castelbon; ∞ Geraude de Navailles
• Roger Bernard V., † 1381, Vizegraf von Castelbon
• Mathieu, † 1398, dessen Sohn, Vizegraf von Castelbon und Béarn; ∞ Juana Infantin von Aragón, † 1407, Tochter von Juan I., König von Aragón (Haus Barcelona)
• Isabelle de Foix, † 1428, dessen Schwester, seit 1398 Gräfin von Foix, Vizegräfin von Béarn, Marsan und Lautrec sowie Co-Herrin von Andorra, ab 1400 Vizegräfin von Castelbon; ∞ Archambaud de Grailly Captal de Buch, † 1413 (Haus Grailly)
• Jean I. de Foix († 1436), deren Sohn, Graf von Foix, Vizegraf von Béarn, Marsan, Lautrec und Castelbon sowie Co-Herr von Andorra
• Gaston IV., † 1472, dessen Sohn, Graf von Foix und Bigorre, Vizegraf von Béarn, Marsan und Castelbon und Co-Herr von Andorra; ∞ Eleonore von Navarra, † 1479 Königin von Navarra
• Gaston de Foix, † 1470, 1462 Prinz von Viana, Vizegraf von Castelbon,
• François Fébus, † 1483, König von Navarra


Weblink
• Geschichte Castelbons (frz.)
Einzelnachweise
1 Auch Ermessenda / Ermessent / Ermessinde / Ermesinde / Ermesinda / Ermessinda (vgl. Florence Le Bras: 30.000 prénoms du monde entier. Stichwort Ermessende). 
von Castelbon, Arnaud (I9804)
 
35883 https://de.wikipedia.org/wiki/Vizegrafschaft_Narbonne von Narbonne, Aimery I. (I9816)
 
35884 https://de.wikipedia.org/wiki/Vladislav_II._(Böhmen_und_Ungarn)

Vladislav II. von Böhmen und Ungarn (poln. Władysław II. Jagiellończyk, ung. Ulászló, dt. Ladislaus Jagiello, tsch. Vladislav Jagellonský; * 1. März 1456 in Krakau; † 13. März 1516 in Ofen) war der König von Böhmen, Kroatien und Ungarn. Er war der Sohn von Kasimir IV. Jagiełło, König von Polen und Großfürst von Litauen, und der Elisabeth von Habsburg. Vladislav II. entstammte dem Adelsgeschlecht der Jagiellonen.

Leben
1465 bildete sich in Böhmen, angeführt von der katholischen Bewegung Grünberger Allianz (Jednota zelenohorská), eine Opposition gegen König Georg von Podiebrad. Wunschkandidat als dessen Nachfolger war der polnische König Kasimir IV., der jedoch eine Kandidatur ablehnte. Ein Jahr später rief der Papst Paul II. gegen das ketzerische Böhmen einen Kreuzzug aus, angeführt durch den ungarischen König Matthias Corvinus, der dann 1469 von der Grünberger Allianz zum König ausgerufen wurde. Geeorg verzichtete auf das Erbrecht der Krone und bot diese dem Geschlecht der Jagiellonen an. Fünf Wochen nach der Wahl des ungarischen Königs durch die Aristokraten der Grünberger Allianz in Olmütz verweigerte Georg diesem die Krone und bestimmte als seinen Nachfolger Vladislav, den ältesten Sohn des polnischen Königs Kasimir. Die Wahl wurde nach des Königs Tod durch die Wahl am 27. Mai 1471 in Kuttenberg bestätigt.
Von seinem Vorgänger Georg von Podiebrad erbte Vladislav den Krieg gegen den Gegenkönig Matthias Corvinus, der im Gegensatz zu Vladislav (welcher auch Katholik war) nicht bereit war, die utraquistische Konfession landesrechtlich anzuerkennen. Mit dem Frieden von Olmütz wurde dieser Krieg 1479 beendet. Matthias behielt die böhmischen Nebenländer Mähren, Schlesien, Ober- und Niederlausitz und durfte wie Vladislav den Titel eines Königs von Böhmen führen. Nach dem Tod des einen Königs sollte die böhmische Krone in der Hand des anderen wiedervereinigt werden. Dies geschah nach dem Tod von Matthias Corvinus. Am 21. September 1490 wurde Vladislav in Székesfehérvár auf Grundlage des Frieden von Olmütz von 1479[1] zum König von Ungarrn gekrönt. Er setzte sich zudem als König in Ungarn gegen den Habsburger Maximilian I. und seinen Bruder Johann I. Albrecht durch. Ein Erbvertrag mit dem Habsburger und die arrangierte Hochzeit seiner Tochter Anna mit Maximilians Enkel Ferdinand und seines Sohnes Ludwig mit Maria von Österreich 1515 schufen die dynastische Voraussetzung für den Aufstieg des Hauses Habsburg in Ostmitteleuropa.
Sowohl in Ungarn als auch in Böhmen war die Herrschaft Vladislav II. stark vom Adel abhängig. Die böhmischen Stände setzten 1500 die nach dem König benannte Vladislavsche Landesordnung durch, die ihnen weitgehende Mitsprache bei der Regierung des Landes sicherte.

Die Prager Burg ließ Vladislav II. im Stil der Renaissance weiter ausbauen. Bedeutendstes Denkmal dieser Zeit ist der so genannte Vladislav-Saal, in dessen Bauschmuck sich spätgotische und Renaissance-Formen mischen.

Ehe und Nachkommen
Vladislav II. war seit dem 29. September 1502 mit der französischen Prinzessin Anne de Foix-Candale (* 1484; † 26. Juli 1506 in Ofen) verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor:
• Anna (1503–1547), Erbin von Böhmen und Ungarn ∞ 1515 Ferdinand I. (1503–1564), Erzherzog von Österreich und deutsch-römischer König
• Ludwig II. (1506–1526), letzter König aus dem Geschlecht der böhmisch-ungarischen Jagiellonen ∞ 1515 Erzherzogin Maria (1505–1558)


Literatur
• Winfried Eberhard: Konfessionsbildung und Stände in Böhmen 1478–1530. München 1981.
• Karel Malý (Hrsg.): Vladislavské zřízení zemské. A počátky ústavního zřízení v českých zemích (1500–1619). Praha 2001, ISBN 80-7286-035-6.
• Felix Priebatsch: Wladislaw II. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 43, Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 688–696.
Anmerkungen
1 František Palacký: Archiv český 
von Böhmen (von Ungarn), König Vladislav II. (I2501)
 
35885 https://de.wikipedia.org/wiki/Vogt#Landvögte von Roll (Böttstein), Johann Peter (I7745)
 
35886 https://de.wikipedia.org/wiki/Vohburg_an_der_Donau von Vohburg, Markgraf Diepold IV. (I12250)
 
35887 https://de.wikipedia.org/wiki/Vukan_(Raszien)

Vukan (auch Bolkan; deutsch Volf/Wolf, * um 1080; † 1114) regierte als serbischer Fürst von etwa 1080 bis 1114.
Vukan wurde von Konstantin Bodin, dem König von Dioklitien, zum Župan von Raszien eingesetzt. Nach dem Ableben Konstantin Bodins verlagerte sich der Schwerpunkt des frühen Serbiens ins Landesinnere, nach Raszien. Vukan wurde zum bedeutendsten Fürsten Rasziens, führte Kriege gegen Byzanz und hatte bestimmenden Einfluss auf das Königreich Dioklitien. Er wurde schließlich um 1114 von Byzanz geschlagen, ihm folgte als Župan von Raszien sein Sohn Uroš um 1118. 
von Raszien, Vukan (I7303)
 
35888 https://de.wikipedia.org/wiki/Vulgrin_I._(Angoulême)

Vulgrin I. (auch Wulfgrin; † 3. Mai 886) war ein Graf von Angoulême, Agen, Périgord und vermutlich der Saintonge. Außerdem war er der Stammvater des Hauses Taillefer.

Er stammte aus höchstem fränkischem Adel. Seine Eltern waren der comes Vulfard und Suzanne, die eine Tochter des Grafen Beggo von Paris und der Alpheidis war, die wiederum dem karolingischen Herrschergeschlecht angehörte. Seine Brüder waren der Abt Hilduin von Saint-Denis und der Pfalzgraf Adalhard, die herausragende Vertrauensleute des westfränkischen Königs Karl dem Kahlen waren. Sein Neffe war der Abt Wulfhard von Flavigny und seine Nichte Adelheid heiratete später König Ludwig den Stammler.
Diesem familiären Hintergrund verdankte Vulgrin seine Einsetzung als Graf in den aquitanischen Grafschaften Angoumois und Périgord, nachdem dort 866 der Graf Emenon gefallen war. Dieser war zuvor einer der wichtigsten Anhänger des von Karl dem Kahlen abgesetzten Königs Pippin II. und damit ein ständiger Unruhefaktor gegen Karl den Kahlen gewesen. Zu Vulgrins wichtigsten Aufgaben zählte die Bekämpfung der in jener Zeit in Aquitanien einfallenden Wikinger, gegen die er einen umfangreichen Burgenbau betrieb. Er wurde nach seinem Tod in der Abtei Saint-Cybard in Angoulême bestattet.

Vulgrin war verheiratet mit Regelindis, einer Tochter des Grafen Bernhard von Septimanien.


Quellen
• Ademar von Chabannes, Chronicon III §19, hrsg. von Jules Chavanon (1897), S. 137
• Chronicon sancti Maxentii Picravensis, Chroniques des Eglises d'Anjou, hrsg. von P. Marchegay und E. Mabille (1869), S. 369
• Annales Engolismenses, hrsg. von Georg Heinrich Pertz in: Monumenta Germaniae Historica SS 4 (1841), S. 5 
von Périgord (von Angoulême), Graf Vulgrin I. (I9205)
 
35889 https://de.wikipedia.org/wiki/Walaho_IV.

Walaho IV., auch als Werner IV. bekannt († wohl vor 891), aus dem Geschlecht der Walahonen, war nach 840 Graf im Wormsgau. Er war wahrscheinlich der Stammvater der Salier.
Walaho heiratete Oda, eine Tochter des Rupertiners Rutpert III. (Robert III.) († vor 834), Graf im Wormsgau und im Oberrheingau, und der Wiltrud (Waldrada) von Orleans. Oda war eine Schwester von Guntram und Robert dem Tapferen. Auf Robert III. folgten zunächst seine Söhne Guntram (bis 837) und Robert der Tapfere (bis nach 840) als Grafen im Wormsgau, ehe dann ihr Schwager Walaho nach dem Weggang Roberts des Tapferen ins Westfränkische Reich die Grafschaft übernahm.
Eine wahrscheinliche Tochter Walahos war Wiltrud (903–933 bezeugt), die den Konradiner-Grafen Eberhard († 902/903) vom Niederlahngau und in der Ortenau heiratete und also wohl die Mutter von Konrad Kurzbold war.


Literatur
• Andreas Thiele: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte, Band I, Teilband 1, 1993
• Rüdiger E. Barth: Der Herzog in Lotharingien im 10. Jahrhundert. 1990
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Neue Folge Band I. 1, 1998 
(Walahonen), Walaho IV. (Werner IV.) (I3898)
 
35890 https://de.wikipedia.org/wiki/Waldemar_(Schleswig)

Waldemar von Schleswig (* 1209; † 28. November 1231 auf Refsnæs), auch „Waldemar der Junge“ (dänisch: „Valdemar den Unge“[1]) oder Valdemar III.[2] genannt, war von 1209 bis 1215 Herzog von Schleswig und als Mitregent seines Vaters Waldemar II. König von Dänemark von 1215 bis zu seinem Tod.

Leben
Waldemar war der älteste Sohn von Waldemar II. und dessen erster Ehefrau Dagmar von Böhmen. Im Alter von sechs Jahren wurde er Mitregent, überlebte aber seinen Vater nicht und wurde deshalb weder dessen Nachfolger noch alleinregierender Monarch. Er wird manchmal auch Waldemar III. genannt, zum Beispiel lautet die lateinische Inschrift auf seinem Grabstein:
„Waldemarus Tertius Rex Daniae, Filius Waldemari Secundi (deutsch: Waldemar III., König von Dänemark, Sohn von Waldemar II.)“
Trotzdem wird die Bezeichnung „Waldemar III.“ meist verwendet, um entweder seinen Neffen als Herzog Waldemar III. von Schleswig oder dessen Urgroßneffen als späteren König Waldemar III. von Dänemark zu bezeichnen. Auch darf der junge König nicht mit dem ein halbes Jahrhundert älteren, aber gleichzeitig agierenden ehrgeizigen Bischof Waldemar von Schleswig (* 1157/58; † 1235/1236) verwechselt werden.

Kindheit
Waldemar wurde 1209 geboren. Er war der älteste Sohn aus erster Ehe des Vaters. Seine Mutter, Königin Dagmar, starb im Kindbett 1212 und hinterließ ihren Ehemann als Witwer mit einem jungen Sohn. Sie war im dänischen Volk wegen ihrer Frömmigkeit und Güte sehr beliebt gewesen. König Waldemar heiratete zwei Jahre später Berengaria von Portugal. Aus dieser Ehe bekam Waldemar von Schleswig vier Halbgeschwister: Erik, Sofie, Abel und Christoffer. Seine neue Stiefmutter, eine schöne und stolze Frau, unbeliebt und wenig geachtet im dänischen Volk, war ein großer Kontrast zu Waldemars Mutter Dagmar. Berengaria starb 1221 im Kindbett, König Waldemar heiratete nicht wieder.

Junior-König
Bei einem Treffen der dänischen Magnaten, welche König Waldemar auf Samsø 1215 einberufen hatte, erklärten sich alle bereit, einen Eid auf den jungen Waldemar zu leisten. Kurz danach wurde er beim Viborger Landsthing zum Mitkönig von Dänemark gegewählt, ein ursprünglich in Frankreich von den Kapetingern und später in vielen europäischen Monarchien praktiziertes Verfahren. Waldemar übergab zum gleichen Zeitpunkt das Herzogtum Schleswig an seinen jüngeren Bruder Erik. Während eines großen Festes in Schleswig im Sommer 1218, bei dem 15 Bischöfe und 3 Herzöge anwesend waren, wurde Waldemar im Schleswiger Dom zum Junior-König von Dänemark gesalbt und gekrönt.[3]

Geiselhaft
Zusammen mit seinem Vater nahm der junge Waldemar an der unglücklichen Jagd auf der Insel Lyø 1223 teil, bei der beide Könige von Heinrich I. von Schwerin gefangengenommen wurden. Beide wurden in den Jahren 1224 und 1225 im Waldemarturm der Burg Dannenberg gefangen gehalten. Nach einer Haft in Schwerin war der junge Waldemar bis Ostern 1226 inhaftiert. Graf Heinrich forderte für die Freilassung von Vater und Sohn, dass Dänemark die vor 20 Jahren in Holstein eroberten Ländereien übergibt und Vasall des Heiligen Römischen Reiches wird. Dänische Gesandte lehnte diese Bedingungen ab, und Dänemark erklärte den Krieg. Während die Könige im Gefängnis saßen, sagten sich die meisten deutschen Gebiete von Dänemark los. Dänische Truppen wurden entsandt, um sie „bei der Stange“ (Fahne) zu halten. Der Krieg endete mit der Niederlage der dänischen Truppen unter dem Kommando von Albrecht von Orlamünde in Mölln 1225. Um ihre Freigabe zu erreichen, musste Waldemar II. die Gebietsabtretungen an Deutschland anerkennen, 40.000 Pfund Silber zahlen und das Versprechen unterschreiben, keine Rache an Graf Heinrich zu nehmen und seinen Sohn Erik stattdessen ins Gefängnis zu schicken.

Heirat
Der junge König Waldemar heiratete am 24. Juni 1229 in Ribe Eleonore von Portugal, Tochter von Alfons II. von Portugal und Nichte von Waldemars Stiefmutter. Das Treffen der beiden war von Bischof Gunner von Viborg arrangiert worden, der das Paar wie ein Vater liebte. Sie waren erst zwei Jahre verheiratet, als Königin Eleonore am 28. August 1231 im Kindbett starb. Das Kind lebte nur kurze Zeit.

Tod
Am 28. November 1231 wurde der junge Waldemar während der Jagd auf Refsnæs in der Nähe von Kalundborg versehentlich erschossen. Er starb am selben Tag. Waldemar wurde gelobt für seine Milde und Freundlichkeit in jeder Richtung und war sehr populär. Die lateinische Elegie eines geistlichen Autors, die dieser schrieb, als die Könige gefangengenommen wurden, erwähnt ihn mit den besten Worte des Lobes. Es war eine große Trauer im Land, als er getötet wurde. Er wurde in der Kirche St. Bendts in Ringsted neben seiner Frau, Königin Eleonore, beigesetzt. Sein Vater machte dann seinen jüngeren Halbbruder Erik zum Mitkönig. König Waldemar II. starb zehn Jahre später, und Erik wurde sein Nachfolger.



Siehe auch
• Stammtafel der dänischen Könige
Einzelnachweise
1 Artikel: Valdemar den Unge. In: Den Store Danske. Gyldendals åbne encyclopædi.
2 Artikel Valdemar (III) in Dansk biografisk lexikon
3 Ellen Jørgensen (Hrsg.): Annales Danici medii aevii, Kopenhagen 1920, S. 151; Dietrich Ellger: Die Kunstdenkmäler der Stadt Schleswig. Zweiter Band: Der Dom und der ehemalige Dombezirk, Deutscher Kunstverlag, Berlin 1966, S. 4. 
von Schleswig (von Dänemark), Herzog Waldemar (I8022)
 
35891 https://de.wikipedia.org/wiki/Waldemar_I._(Dänemark)

Waldemar I. der Große (Valdemar I. den Store; * 14. Januar 1131; † 12. Mai 1182 in Vordingborg) aus dem Haus Estridsson war König von Dänemark von 1157 bis 1182.

Jugend und Nachfolge Eriks III.
Waldemar war der Sohn von Knud Lavard, Herzog von Südjütland (Dux Danicae) und Samtherrscher der Abodriten, und Enkel von König Erik Ejegod. Er wurde eine Woche, nachdem sein Vater von König Magnus von Schweden getötet worden war, geboren. Seinine Mutter Ingeborg von Kiew, Tochter von Mstislaw I., Großfürst von Kiew, gab ihm den Namen ihres Großvaters, des Großfürsten Wladimir II. Er wuchs in Fjenneslev auf, am Hof von Asser Rig, einem seeländischen Häuptling aus der Familie der Hvide, zusammen mit dessen Söhnen Esbern und Absalon, dem späteren Bischof von Roskilde (1158) und Erzbischof von Lund (1177), die beide zu seinen Freunden und Beratern wurden.
Als es 1146 nach dem Rücktritt des Königs Erik III. zu Nachfolgestreitigkeiten kam, bei denen die beiden Prätendenten Sven III. Grate, Sohn von Waldemars Onkel Erik II. Emune, und Knut V., der Sohn von Magnus, dem Mörder seines Vaters, waren, stellte sich der 15-jährige Waldemar auf die Seite Svens, der ihm dafür das Amt eines praefectus in Schleswig gab.
1153 überwarf sich Sven mit der Familie Hvide, woraufhin sich Waldemar von ihm trennte und Knut Magnusson anschloss, mit dessen Halbschwester über die Mutter Sophia von Minsk er sich 1154 verlobte und die er 1157 heiratete. Im gleichen Jahr 11554 wurden Knut und Waldemar auf dem Viborger Landesthing zu Königen von Dänemark gewählt. Als Sven, der 1153 ins Exil hatte ausweichen müssen, 1157 zurückkehrte, einigten sich die nunmehr drei Prätendenten auf eine Landesteilung, bei der Waldemar Jütland erhielt. Allerdings versuchte Sven auf einem Bankett, das er für Knut und Waldemar abhielt, sich der Konkurrenz zu entledigen (Blutfest von Roskilde (dän. Blodgildet i Roskilde) am 9. August 1157). Knut wurde bei diesem Anschlag enthauptet, Waldemar konnte verwundet entkommen und rüstete sich zur Entscheidungsschlacht, die am 23. Oktober 1157 bei Grathe Hede stattfand. Sven unterlag und wurde auf der Flucht getötet, so dass Waldemar nun alleiniger König von Dänemark war.

König Waldemar
Waldemars Regierung ist gekennzeichnet durch eine Politik der Versöhnung im Inneren und durch seine Beziehungen zu Kaiser Barbarossa, dem er 1158 und 1162 huldigte, und dem Sachsenherzog Heinrich dem Löwen, mit dem er 1159 einen Freundschaftsvertrag schloss. Unklar ist dabei allerdings, inwieweit Waldemars Politik auf letzteren zurückging oder durch seine Freunde Absalon von Lund und Esbern Snare bestimmt wurde.
1160 zogen Waldemar und Heinrich gemeinsam gegen die Abodriten in Mecklenburg. Im Jahr zuvor hatte der Dänenkönig seine nun fast jährlich wiederholten Flottenangriffe gegen die Ranen auf Rügen begonnen, die ihrerseits regelmäßig die Küsten Dänemmarks verwüstet hatten, und die am 15. Juni 1168 in der Eroberung und Zerstörung ihres Heiligtums der Jaromarsburg und Inbesitznahme deren Schätze am Kap Arkona gipfelte – die Christianisierung Rügens ging somit vor allem auf Waldemars Herrschaft zurück.
Parallel zu seinen Aktivitäten jenseits der Landesgrenzen sicherte er die Zugänge zu seinem Reich durch den Ausbau des Danewerks (Waldemarsmauer) und den Bau von militärischen Anlagen, mit denen die Meerengen zwischen Ostsee und Kattegat beherrscht werden konnten (Kalundborg, Korsör (Tårnburg), Nyborg, Sprogö und Vordingborg am Großen Belt, Kopenhagen und Helsingborg am Öresund).
Zu seinen innenpolitischen Erfolgen gehört auch, dass es ihm gelang, die Monarchie in Dänemark erblich zu machen und das Wahlkönigtum abzulösen. Waldemar hatte einen langjährigen Streit mit Bischof Eskil von Lund beendet und war 1165/66 im Gegenzug von Papst Alexander III. als erblicher König anerkannt worden. Waldemar bekräftigte dies, indem er 1166 seinen Sohn Knut VI. zum König ausrufen ließ. Am 25. Juni 1170 wurde Knud VI. in Ringsted gekrönt. Gleichzeitig wurde Waldemars Vater Knud Lavard heiliggesprochen und die dänische Monarchie damit um ein religiöses Fundament erweitert.

Familie
Waldemar heiratete 1157 Sophia von Minsk (* wohl 1141; † 1198), eine Tochter des Fürsten Wolodar von Minsk und der polnischen Prinzessin Richeza. Da Sophias Mutter zuvor mit Magnus I. verheiratet gewesen war, war Sophia die Halbschwester von Knut V. Ihre Kinder waren:
• Sophia (* wohl 1159; † 1208), ∞ 1181 Siegfried III., Graf von Orlamünde († 1206)
• Knut VI. (wohl 1162; † 1202), 1182 König von Dänemark; ∞ 1177 Gertrud von Sachsen, Tochter von Heinrich dem Löwen (Welfen)
• Margareta und Maria, um 1188 Nonnen in Roskilde
• Waldemar II. der Sieger (* 1170; † 1241), 1202 König von Dänemark; ∞ I 1205 Dagmar (Margareta), Tochter von Ottokar I. Přemysl, König von Böhmen (Przemysliden); ∞ II 1214 Berengaria von Portugal; † 1221, Tochter von Sancho I., König von Portual
• Ingeborg († 1237/38); ∞ 1193 Philipp Augustus, König von Frankreich; † 1223 (Stammliste der Kapetinger)
• Helena († 1233), ∞ 1202 Wilhelm, Herzog von Lüneburg († 1213) (Welfen)
• Rikissa von Dänemark († 1220), ∞ 1210 Erik X., 1208 König von Schweden († 1216)
Waldemar hatte mit Tove zudem einen unehelichen Sohn, Christoph (* wohl 1150; † 1173), Herzog von Südjütland (dux Iuciae[1]). Die unglückliche Liebe von Waldemar und Tove wurde als Legende ausgestaltet und diente dem Komponisten Arnold Schönberg als Grundlage für die Gurre-Lieder.
Waldemar wurde in der Marienkirche (heute St. Bendt) in Ringsted bestattet. Sophia heiratete um 1184 in zweiter Ehe Ludwig III., Landgraf von Thüringen.


Siehe auch
• Stammtafel der dänischen Könige
Literatur
• Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Band II (), Tafel 100
• Thomas Riis: Waldemar I. der Große, in: Lexikon des Mittelalters, Band VIII, Spalte 1946/47
• Oskar Eggert: Die Wendenzüge Waldemars I. und Knuts VI. von Dänemark nach Mecklenburg und Pommern
Weblinks
 Commons: Waldemar I. (Dänemark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Fußnoten
1 Esben Albrectsen, „Das Abel-Geschlecht und die Schauenburger als Herzöge von Schleswig“, Marion Hartwig and Frauke Witte (Übers.), in: Die Fürsten des Landes: Herzöge und Grafen von Schleswig, Holstein und Lauenburg [De slevigske hertuger], Crsten Porskrog Rasmussen (Hg.), Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (2008), S. 52–71, hier S. 52. ISBN 978-3-529-02606-5 
von Dänemark, König Waldemar I. der Grosse (I7707)
 
35892 https://de.wikipedia.org/wiki/Waldrada

Waldrada († 9. April nach 869) war eine Konkubine (ältere Forschung: Friedelfrau) des fränkischen Königs Lothar II. von Lothringen.
Sie entstammte einer adligen Familie aus dem Maas-Mosel-Raum.
Die 855 geschlossene Ehe Lothars mit Theutberga blieb kinderlos. Ab 857 bis zu seinem Tod 869 versuchte Lothar erfolglos, sich von Theutberga scheiden zu lassen, um eine gültige Ehe mit Waldrada einzugehen. Die Scheidung wurde insbesondere von Papst Nikolaus I. abgelehnt. Nikolaus I. setzte ein Konzil ab, das sich für die Scheidung ausgesprochen hatte, exkommunizierte die Abgeordneten und annullierte die Beschlüsse des Konzils. Auch eine Belagerung Roms durch die Karolinger änderte seine Entscheidung nicht.
Lothar II. und Waldrada hatten vier Kinder:
• Hugo (* 855/860; † nach 900), Herzog im Elsass
• Gisela von Nivelles (* 860/865; † 907), Äbtissin von Nivelles und Fosses
• Berta von Lotharingen (863–925), Gräfin von Arles und Markgräfin von Tuszien
• Ermengard († 6. August nach 895/898), Nonne
Nach Lothars Tod zog Waldrada sich in das Kloster Remiremont zurück, wo sie auch begraben wurde.


Literatur
• Reinhold Rau (Hrsg.): Quellen zur Karolingischen Reichsgeschichte. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt (Latein, deutsch, 1961/62; über Waldrada berichten die Annales Xantenses und ausführlich die Annales Bertiniani).
• Bernd Schneidmüller: Waldrada. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 8, LexMA-Verlag, München 1997, ISBN 3-89659-908-9, Sp. 1958 f. 
(Maas-Mosel), Walrada (I4705)
 
35893 https://de.wikipedia.org/wiki/Walperswil von Walperswil, Rilenta (I12394)
 
35894 https://de.wikipedia.org/wiki/Walram_IV._(Limburg)

Walram IV. von Limburg (* ca. 1160; † 1226, begraben in der Abtei Rolduc) war seit 1214 Graf von Luxemburg und seit 1221 Herzog von Limburg und Markgraf von Arlon und bis 1221 Herr von Monschau.

Leben
Er war der zweitälteste Sohn des Herzogs Heinrich III. von Limburg und der Sophie von Saarbrücken, einer Tochter des Grafen Simon I. von Saarbrücken. Am 1. August 1194 kämpfte er mit in der Schlacht von Noville gegen Graf Balduin V. von Hennegau.[1] Nachdem 1214 sein Bruder Heinrich (IV.) gestorben war, ist Walram zum Haupterben seines Vaters aufgerückt.
Walram nahm zusammen mit seinem Vater Heinrich III. am Dritten Kreuzzug teil; sie reisten unabhängig vom Hauptheer Kaiser Barbarossas und schlossen sich im Heiligen Land dem Heer von Richard Löwenherz an. 1196/97 rebellierte er zusammen mit seinnem Vater gegen Kaiser Heinrich VI. und nahm im Jahre 1206 an der Schlacht bei Wassenberg teil. Durch seine zweite Eheschließung im Jahr 1214 mit der Gräfin Ermesinde von Luxemburg (Haus Namur) wurde Walram IV. Graf von Luxemburg (de iure uxoris) und wurde somit in die Erbstreitigkeiten um Luxemburg und Namur verwickelt. Ebenfalls 1214 nahm er auf welfischer Seite an der Schlacht von Bouvines teil. In den Jahren 1217 und 1218 nahm er am Fünften Kreuzzug teil und kämpfte bei der Belagerung von Damiette. Nach dem Tod seines Vaters Heinrich III. im Jahre 1221 wurde Walram Herzog von Limburg und Graf von Arlon, zugleich gab er seine Herrschaft über Monschau an seinen ältesten Sohn Heinrich ab.

Literatur
• Otto Reinhard Redlich: Walram III., Herzog von Limburg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 40, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 774 f.
Anmerkung
1 Vgl. Gislebert von Mons, Chronicon Hanoniense, in: MGH SS 21, S. 587f.
Weblinks
• Waleran de Limbourg bei Foundation for Medieval Genealogy 
von Limburg, Herzog Walram IV. (I8256)
 
35895 https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_I._(Brienne)

Walter I. (franz: Gautier Ier de Brienne; † ca. 1090) war ein Graf von Brienne aus dem Haus Brienne. Sein Vater war wahrscheinlich Graf Engelbert III.

Walter I. tritt erstmals am 28. Dezember 1035 als Graf von Brienne urkundlich auf, als er gemeinsam mit seiner Mutter Petronilla vom Bischof von Troyes die Abgabenfreiheit der Priorei von Requignicourt (heute Saint-Léger-sous-Brienne) gegenüber der Abtei Montier-en-Der zu Ehren des heiligen Leodegar von Autun erwirkt hat.[1] Am 6. Juni 1050 haben Mutter und Sohn zusätzlich die Befreiung der Priorei von der Gerichtshoheit der Abtei erreicht.[2] Offenbar hatten diese Entscheidungen zum Nachteil der Abtei einen Konflikt des Hauses Brienne mit dieser zur Folge gehabt, in welchem die Abtei die Unterstützung des mächtigen Grafen Theobald I. von der Champagne gewinnen konnte. Dieser hat jedenfalls auf einem 1082 zu Meaux abgehaltenen Kirchenkonzil vom päpstlichen Legaten, Bischof Hugo von Die, eine Exkommunizierung Walters zu erwirken gesucht, doch hat der Legat die diesbezüglichen Streitfragen zwischen der Abtei und Graf Walter zu schlichten vermocht.[3]

Verheiratet war Walter mit Eustachia von Tonnerre, Erbin ihres Bruders Hugo Rainald von Tonnerre († 1084), Bischof von Langres. Die Ehe muss um den Zeitraum 1055 eingegangen sein, zumindest war ihr ältester gemeinsamer Sohn Engelbert im Jahr 1072 alt genug, um als urkundlicher Zeuge fungieren zu können.[4] Nach dem Tod des Schwagers hat Walter im Namen seiner Frau die Grafschaft Bar-sur-Seine übernehmen und sich in seiner letzten zwischen den Jahren 1085 und 1089 zu datierenden Urkunde entsprechend titulieren können (Walterio, comite brenensi et barrensi).[5]

Bis spätestens 1090 muss Walter gestorben sein, seine Witwe hat ihn noch bis mindestens 1101 überlebt. Aus der Ehe sind drei Söhne und zwei Töchter hervorgegangen, wobei der älteste Sohn letztmals um 1080 als Mönch bezeugt ist:[6]

Engelbert.[7]
Erhard I. († ~1114/25), Graf von Brienne.
Milon II. († ca. 1126), Graf von Bar-sur-Seine.
Mantia.[8]
N. N.; ∞ mit Graf Fulko IV. von Anjou (Ehe annulliert).[9]
Literatur
Henri d’Arbois de Jubainville, Catalogue d’actes des comtes de Brienne 950–1356, in: Bibliothèque de l’école des chartes, Bd. 33 (1872), S. 141–186.
Louis Le Clert, Saint-Léger-sous-Brienne (Aube), in: Revue de Champagne et de Brie, Bd. 11 (1881), S. 124–139.
Anmerkungen
Vgl. Charles Lalore, Collection des principaux cartulaires du diocèse de Troyes, Bd. 4 (1878), S. 157f.
Vgl. ebd., S. 163ff. Zu diesem Anlass wird Petronilla letztmals genannt.
Vgl. ebd., S. 182ff.
Vgl. ebd., S. 173f.
Vgl. Émile Socard, Chartes inedites extraites des cartulaires de Moléme, in: Mémoires de la Société d’agriculture, sciences et arts du département de l’Aube, Série 3, Bd. 1 (1864), S. 228f.
Vgl. ebd., S. 227f. Zwei Schwestern (due sorores mee) werden von Erhard I. bestätigt. Vgl. ebd., S. 239.
In alten historischen Abhandlungen und Lexika wird Engelbert von Brienne, der noch um 1080 als Mönch erscheint, als Stammvater des Hauses Conflans aufgeführt, der noch im Jahr 1138 gelebt habe. So bei Guillaume Marlot, Metropolis Remensis Historia, Bd. 2 (1679), S. 666; Louis Moréri, Le grande dictionnaire historique ou le mélange curieux de l’histoire sacrée et profane, Bd. 3 (1731), S. 292 und schließlich bei Père Anselme, Histoire genealogique et chronologique de la maison royale de France, 3. Ausgabe, Bd. 6 (1730), S. 142. Sie alle bleiben den Nachweis dieser Angabe durch einen Beleg schuldig.
Vgl. Émile Socard, Chartes inedites extraites des cartulaires de Moléme, in: Mémoires de la Société d’agriculture, sciences et arts du département de l’Aube, Série 3, Bd. 1 (1864), S. 261.
Vgl. Louis Halphen und René Poupardin, Genealogiæ comitum Andegavensium, in: Chroniques des comtes d’Anjou et des seigneurs d’Amboise, (1913), S. 249.
Weblink
COMTES de BRIENNE bei fmg.ac

 
von Brienne, Graf Walter I. (I10807)
 
35896 https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_II._von_Avesnes

Walter II. von Avesnes (Gautier II. d’Avesnes) (* um 1170; † 1245/46) war ein französischer Adliger aus dem Haus Avesnes. Er war Herr von Avesnes, Leuze, Condé und Guise, darüber hinaus durch Hochzeit Graf von Blois und Chartres.

Leben
Er war der Sohn von Jakob von Avesnes und Adele von Guise.
Er kämpfte 1214 auf französischer Seite in der Schlacht bei Bouvines, beteiligte sich danach am Fünften Kreuzzug. Im Heiligen Land wurde er gefangen genommen und von Tempelrittern befreit, denen er daraufhin 1218 beim Bau des Château Pèlerin half.
Nachdem er nach Guise zurückgekehrt war, ließ er die Burg modernisieren. Des Weiteren baute er eine Burg in Englancourt, um die Straße in den Hennegau überwachen zu können, und kaufte 1226 die Herrschaft Bohain. Im selben Jahr begleitete er König Ludwig VIII. auf den Albigenserkreuzzug und kämpfte bei der Belagerung von Avignon.[1]
Als Walter 1245 oder 1246 starb, trat der Sohn seiner ältesten Tochter Marie, Johann I. von Châtillon, sein Erbe an.
Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Er heiratete Margarete von Blois (* 1170; † 1230), Gräfin von Blois und Chartres, Tochter des Grafen Theobald V. und der Alix von Frankreich.
Ihre Kinder waren:
• Theobald, † jung
• Marie († 1241), Gräfin von Blois 1231–1241; ∞ Hugo I. von Châtillon, Graf von Saint-Pol (* 1196 † 1248) (Haus Châtillon)
• Isabelle, ∞ Johann, Herr von Oisy und Montreuil



Einzelnachweis
1 Vgl. Michel Roquebert: L'épopée cathare. Band 3: Le Lys et la Croix, 1116–1229. Perrin, Paris 2007, ISBN 978-2-262-02652-3 (Tempus 171). 
von Avesnes, Walter II. (I7669)
 
35897 https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_III._von_Châtillon

Walter III. von Châtillon (frz. Gaucher; † Oktober 1219) war ein Herr von Châtillon, Troissy, Crécy, Montjay, Broigny und Pierrefonds, sowie durch Heirat Graf von Saint-Pol.
Er war ein Sohn von Guido II. von Châtillon und der Adèle von Dreux, einer Tochter des Grafen Robert I. von Dreux.

Leben
Zusammen mit seinem älteren Bruder, Guido III. von Châtillon, begleitete Walter den König Philipp II. von Frankreich auf den Dritten Kreuzzug, wo der Bruder bei der Belagerung von Akkon 1191 starb. Nach seiner Rückkehr unterstützte er den Köninig im Kampf gegen die Plantagenets in der Normandie. 1192 erbte er von einer entfernten Verwandten die Burg von Pierrefonds, die er aber schon ein Jahr später beim König für Clichy eintauschte.[1] Walter heiratete 1196 Elisabeth († um 1240), die Erbtochter des Grafen Hugo IV. von St. Pol. Nachdem dieser 1205 gestorben war, übernahm das Paar die Grafschaft Saint-Pol als Erbe.
Walter förderte die Gründung eines Trinitarierklosters in der Nähe von Cerfroi durch den heiligen Felix von Valois. Von Graf Theobald III. wurde er zu einem Großkämmerer der Champagne und von Herzog Odo III. zu einem Seneschall von Burgund ernannt. Während des Erbfolgekrieges in der Champagne unterstützte er die Partei der Gräfin Blanka und deren Sohn.
1209 nahm Gaucher am Albigenserkreuzzug teil und kämpfte bei den Belagerungen von Béziers und Carcassonne. Im Jahr 1214 kämpfte er in der siegreichen Schlacht bei Bouvines für den König von Frankreich. Im Jahr 1219 nahm er mit dem Prinzen Ludwig den Löwen erneut das Kreuz zum Albigenserkreuzzug und nahm an dem Massaker von Marmande teil.[2] Kurz danach starb er.


Literatur
• Theodore Evergates: The aristocracy in the county of Champagne. 1100–1300. University of Pennsylvania Press, Philadelphia PA 2007, ISBN 978-0-8122-4019-1.
Einzelnachweise
1 Catalogue des actes de Philippe Auguste, hrsg. von Léopold Delisle (1856), Nr. 394, S. 95
2 La Chanson de la Croisade contre les Albigeois, tome second, hrsg. von Paul Meyer (1879), §CCXII, S. 461 
von Châtillon-Saint Pol, Graf Walter III. (Gaucher) (I8484)
 
35898 https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Stewart,_6._High_Steward_of_Scotland

Walter Stewart (* um 1296; † 9. April 1327 auf Bathgate Castle) war ein schottischer Adliger aus dem Haus Stuart, 6. High Stewart von Schottland und Guardian of Scotland.

Leben
Walter Stewart war der Sohn von James Stewart, 5. High Steward of Scotland, und Cecilia Dunbar. Nach dem Tod seines Vaters 1309 folgte er ihm als High Steward von Schottland. In der für Schottland siegreichen Schlacht von Bannockburn 1314 kommandierte Stewart zusammen mit James Douglas den linken Flügel. Nach anderen Quellen soll Stewart eine eigene, vierte Schiltron-Einheit befehligt haben, dies wird aber heute angesichts seiner Jugend und den sonstigen Quellen über die Schlacht für unwahrscheinlich gehalten. Nachdem die Ehefrau und die Tochter von Robert the Bruce aus englischer Gefangenschaft freigelassen wurden, gehörte Stewart zu der Gruppe von Vertrauten, die sie an der schottischen Grenze empfingen.
Während des Irland-Feldzugs von Robert und dessen Abwesenheit übte Stewart 1316 bis 1317 als Guardian of Scotland die Regentschaft aus. 1318 gelang es ihm Berwick von den Engländern zu erobern und in der Folge kommandierte er diese. 1319 verteidigte er die Stadt erfolgreich gegen eine englische Belagerung. 1322 führte er zusammen mit James Douglas und Thomas Randolph ein Kommandounternehmen an, das den englischen König Edward III. gefangen nehmen sollte. Der Angriff war zwar erfolgreich, aber Edward gelang die Flucht nach York.
Walter Stewart starb am 9. April 1327 auf Bathgate Castle.

Familie

Walter Stewart heiratete 1315 in erster Ehe Marjorie Bruce, die Tochter von Robert the Bruce. Als Mitgift wurde ihm die – seinem Vater von John Balliol entzogene – Herrschaft über Largs wieder verliehen. Zudem erhielt er den Landsitz Farme Castle in Rutherglen und wurde zum Baron of Bathgate und Linlithgowshire ernannt. Marjorie Bruce starb 1316 hochschwanger an den Folgen einer durch einen Reitunfall ausgelösten Frühgeburt. Ihr gemeinsamer Sohn überlebte die Geburt.
• Robert Stewart (1316–1390), bestieg 1371 als Robert II. den schottischen Thron

In zweiter Ehe heiratete Walter Stewart Isabella, Tochter von Sir John Graham mit der er drei Kinder hatte:
• Andrew
• John Stewart of Ralston
• Egidia (ca.1327–ca.1406), heiratete in erster Ehe Hugh Eglinton of that Ilk; in zweiter Ehe 1346 James de Lindsay of Crawford; in dritter Ehe James Douglas of Dalkeith

In dritter Ehe heiratete Walter Stewart Alice, Tochter des John Erskine mit der er eine Tochter hatte:
• Jean, heiratete Hugh de Ross, 4. Earl of Ross


Siehe auch
• Stammtafel der Könige von Schottland
Weblinks
• Walter Stewart, 6th High Steward of Scotland auf thepeerage.com, abgerufen am 10. September 2016 (englisch) 
Stewart (Stuart), Walter (I9359)
 
35899 https://de.wikipedia.org/wiki/Waltheof_II.,_Earl_of_Northumbria

Waltheof (* 1050; † 31. Mai 1076) war Earl of Northumbria und der letzte angelsächsische Earl. Darüber hinaus war er der einzige Aristokrat, der zur Zeit des Königs Wilhelm der Eroberer hingerichtet wurde. Er war von großer Körperkraft, gleichzeitig aber charakterlich schwach und unzuverlässig, und wird als fromm und mildtätig beschrieben.
Um 1065 bekam er den Grafentitel Earl of the Honour of Huntingdon and Northampton, mit dem er Northamptonshire und Huntingdonshire regierte. Nach der Schlacht von Hastings (1066) unterwarf er sich dem neuen König und wurde im Gegenzug in seinen Ämtern und seinem Besitz bestätigt.
Als der dänische König Sven Estridsson 1069 in Nordengland einfiel, schlossen sich Waltheof und Edgar Ætheling dessen Angriff auf York an. Als die Dänen das Land 1070 wieder verließen, unterwarf sich Waltheof erneut, und wurde daraufhin in seiner Grafschaft auch wieder eingesetzt. Eine Heirat mit Wilhelms Nichte Judith von Lens sollte die Verbindung sichern. 1072 wurde er zum Earl of Northampton ernannt.[1]
1075 schloss sich Waltheof dem Aufstand der Grafen gegen Wilhelm an, verlor aber bald den Mut. Er offenbarte sich erst Lanfrank von Bec, dem Erzbischof von Canterbury, und später dann auch Wilhelm, der zu dieser Zeit in der Normandie war. Gemeinsam mit dem König kehrte er nach England zurück, wo er dann aber verhaftet und zwei Mal vor den königlichen Gerichtshof gestellt wurde. Waltheof wurde zum Tode verurteilt und am 31. Mai 1076 auf dem St. Giles’s Hill bei Winchester geköpft.
Die Angelsachsen betrachteten ihn in der Folge als Märtyrer, an dessen Grab in Crowland Wunder geschehen sollten.

Familie
Waltheof war ein Sohn von Earl Siward von Northumbria und der Ælflaeda, einer Tochter des Earl Ealdred von Bernicia und Enkelin des Uhtred, Earl von Northumbria. Im Jahr 1070 heiratete er Judith von Lens, Tochter von Lambert von Boulogne, Graf von Lens, und Adelheid, einer Schwester Wilhelms. Das Paar bekam drei Töchter, von denen die älteste, Maud, in zweiter Ehe den schottischen König David I. heiratete und dadurch die Grafschaft Huntingdon an das schottische Königshaus brachte. Einer von Waltheofs Enkeln war Waltheof, der gewählte, aber vom König abgelehnte Erzbischof von York.



Einzelnachweise
1 Powicke & Fryde: Handbook of British Chronology. Second Edition, London, 1961, S. 440
Literatur
• Encyclopædia Britannica Eleventh Edition,
• Marilu Burch Smallwood, Tad Evans: Burch, Harrell and allied families. Band 1, 1992, S. 499 f. 
von Northumbria, Waltheof II. (I7378)
 
35900 https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_von_Klingen von Klingen, Verena (I21695)
 

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