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48251 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burgen-_und_Klostergeschichte_der_Gemeinde_Pettendorf#Die_Burg_der_Herren_von_Pettendorf_(1000_bis_1119)

Von Friedrich I. von Pettendorf bis zu Pfalzgräfin Heilika

Friedrich I. von Pettendorf (* um 1025; † um 1060) war seit etwa 1050 mit Sigena von Leinungen (* um 1025; † vor 1110), der Tochter von Graf Goswin dem Älteren von Groß-Leinungen und Erbin von Morungen und Gatersleben verheiratet.[18]

Für Sigena war es die zweite Ehe, nachdem ihr erster Ehemann Gaugraf Wiprecht I. von Groitzsch zuvor verstorben war. Sigena überlebte auch ihren zweiten Mann und war zuletzt die 3. Äbtissin des Klosters Vitzenburg.[19] Aus der Ehe von Sigena mit Wiprecht I. ging unter anderem der bedeutende Wiprecht II. von Groitzsch hervor. Zu ihm schienen die Pettendorfer Herren auch nach dem Tod von Friedrich I. noch engen Kontakt gehalten zu haben. So rief Sigena zwischen 1085 und 1106, also schon lange nach dem Tod von Friedrich I., Siedler aus der Herrschaft Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenohe nach Weißbach, ins Herrschaftsgebiet ihres ersten Sohns Wiprecht von Groitzsch.[20]

Aus der Ehe von Friedrich I. mit Sigena entstammte Friedrich II. von Pettendorf (* um 1050) und die Tochter Isingardis (* um 1050), die Ruotger von Veltheim (* 1048) heiratete. Über Friedrich II. gibt es kaum Aufzeichnungen und es steht nur fest, dass er ohne Nachkommen verstarb.[9] Aus der Ehe von Ruotger mit Isingardis entstammten unter anderem Friedrich III. von Pettendorf (* um 1070; † 1112–1119) sowie Rudgar (* um 1072; † 1125), der spätere Erzbischof von Magdeburg. Die Wahl Rudgars zum Erzbischof von Magdeburg wurde von dessen Onkel, Wiprecht von Groitzsch, durchgesetzt. Der unmittelbare Vorgänger von Rudgar im Bischofsamt, Adalgod, war auch bereits ein Verwandter der Markgrafen von Groitzsch. Dies ist ein weiterer Beleg für die geschickte Familienpolitik der Sippen Groitzsch-Pettendorf. Zudem sollen Friedrich II. und Isingardis noch einen Bruder namens Gorwin gehabt haben.[21]

Der letzte Pettendorfer Dynast, Friedrich III., soll nach älterer Auffassung mit Heilika von Schwaben († nach 1110), einer angeblichen und nicht eindeutig nachweisbaren Tochter von Herzog Friedrich von Schwaben verheiratet gewesen sein. Diese Annahme geht auf Hansmartin Decker-Hauff zurück und wird heute meistens angezweifelt.[22] Friedrich III. hatte zwei Töchter - Heilika (* um 1103; † 1170) und Heilwiga († 1160).[23]

Heilika war eine Erbtochter der Pettendorfer und heiratete Otto V. von Scheyern, den ersten der Grafen von Scheyern, der sich nach seiner neuen Burg Wittelsbach (bei Aichach) nennt.[24] Gemeinhin gilt Heilika als Stammmutter der Wittelsbacher und ermöglichte durch ihre Mitgift den Wittelsbachern die erste Besitzerwerbung nördlich der Donau im Nordgau (Bayern). Bei der Hochzeit war wohl schon absehbar, dass der letzte Herr von Pettendorf bald ablebt und den Wittelsbachern, für die es eine rangniedere Verbindung darstellte, so das Erbe anheimfällt. Das Abbild von Heilika wurde durch ein Frauensigel erhalten, welches als Vorlage für das Wappen der heutigen Gemeinde Pettendorf diente und auch relativ detailgetreu als Logo der im Hauptort gelegenen Heilika-Apotheke gegenwärtig geführt wird. Ein Frauensigel war für das Mittelalter sehr ungewöhnlich und deutet auf eine wichtige Stellung Heilikas zur damaligen Zeit hin.

Die zweite Tochter von Friedrich III., Heilwiga, war mit Gebhard I. von Leuchtenberg verheiratet, der 1146 starb. Als Mitgift brachte Heilwiga die Herrschaft Waldeck (Oberpfalz) in die Ehe ein.[16] Heilwiga war damit Stammmutter der Landgrafen von Leuchtenberg, deren Herrschergeschlecht bis ins Jahr 1646 die Oberpfalz prägte.

Aus dem Testament von Otto I. aus dem Jahr 1170 mit Verfügungen über Besitzungen im Nordgau lässt sich ableiten, dass der um 1119 von seinem Großvater, Friedrich III. von Pettendorf, ererbte Besitz 6 Forste und 80 Orte in Streulage sowie die an die Landgrafen von Leuchtenberg vererbten Gebiete umfasst haben muss.[25]

Darüber hinaus unterhielten die Herren von Pettendorf enge Beziehungen zu den Bischöfen von Bamberg, deren Lehensträger sie beispielsweise im Raum Abbach und Auerbach (bei Amberg) waren. Nach dem Erlöschen der Linie der Herren von Pettendorf war Bischof Otto I. von Bamberg in Sorge, dass Pfalzgraf Otto V. die Lehen seines verstorbenen Schwiegervaters für sich beanspruchen könnte. Durch Verhandlungen zwischen Pfalzgraf und Bischof konnte um 1121 ein Vergleich erreicht werden, der den Wittelsbachern einige Güter zusprach sowie andere Ländereien zur Stiftung dem Benediktinerkloster Michelfeld, dem Kloster Ensdorf und dem Kloster Prüfening übereignete.[26] Vor allem die Urkunde vom 25. April 1124 mit der kaiserlichen Anerkennung des Klosters Ensdorf trägt mit einer bereits vorgefertigten "Traditionsnotiz", welche die Reichskanzlei nur noch ausfertigen musste, alle Zeichen eines Kompromißpapiers zwischen Otto I. von Bamberg und Pfalzgraf Otto V.[27]

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von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenohe, Graf Friedrich III. (I12276)
 
48252 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burghausen-Schala

Das Geschlecht der Grafen von Burghausen-Schala ist eine Nebenlinie des Geschlechts der Sieghardinger und leitet sich von Graf Friedrich I. von Tengling ab. Seine Söhne Sieghart I. und Friedrich II. gründeten die Linien Burghausen-Schala und Peilstein. Sein Sohn Heinrich I. war Bischof von Freising.

1168 sollen die Grafen von Burghausen ausgestorben sein, in Wahrheit wurden sie um diese Zeit aber wohl nur aus ihrem Besitz verdrängt. Vermutlich in Zusammenhang mit seinem Kampf um die Kontrolle des Salzhandels in seinem Herzogtum Bayern hatte Heinrich der Welfe die Grafschaft Burghausen eingezogen, obwohl noch Abkömmlinge der Familie Burghausen-Schala am Leben waren.

Bereits 1191/92 waren die Grafen von Schala der österreichischen Linie ausgestorben. 
von Burghausen-Schala (Sieghardinger), Helmburgis (I11843)
 
48253 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burgruine_Marstetten

Burgruine Marstetten

Die Burgruine Marstetten liegt nordwestlich von Aitrach auf der Gemarkung von Marstetten, einem Ortsteil von Aitrach im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg. Die Anlage befindet sich im Besitz des Hauses Waldburg-Zeil.

Geographische Lage
Die Spornburg erstreckt sich auf der 657,8 m ü. NN hohen Burghalde im Zeiler Schotterfeld am Rande des Illertales. Die Ruine liegt heute direkt an der Verbindungsstraße L314 Bad Wurzach – Aitrach und besteht aus der südlich der Straße gelegenen Burg Alt-Marstetten und dem neueren Anteil, der sich nördlich der Straße befindet.

Geschichte
Die Burg Marstetten leitete ihren Namen von der Tatsache ab, dass sie als Grenzmarkierung zwischen zwei Gemarkungen fungierte. Diese Funktion als Grenzmarkierung stammte bereits aus der Zeit um das Jahr 838. Zum einen wurde das Illergau vom Nibelgau, zum anderen wurde das Gebiet des Stiftes Kempten vom Gebiet des Klosters Ottobeuren getrennt.[1]
Die Grafschaft Marstetten verfügte über die hohe Gerichtsbarkeit. Gerichtsstand war Memmingen.
Zu Marstetten gehörten unter anderem Güter in den folgenden Siedlungen:

Aitrach
Marstetten, Vogelherd und Pfänders
Mooshausen
Aichstetten
Ferthofen
Tannheim und Kronwinkel
Eschach
Benningen
Heimertingen
Kellmünz
mehrere Güter in Memmingen
Die Burg wurde wohl im 11. Jahrhundert durch einen Zweig der Markgrafen von Ursin-Ronsberg auf dem Schlossberg errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von schwedischen Truppen zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.

Zeittafel Burgruine Marstetten
Herrschaft Marstetten mit Blutbann und Illerzoll

838 kemptische Markstätte
1125 Rupert von Marstetten aus dem Hause Ursin-Ronsberg
1281 Lehen vom Stift Kempten
1351 der von Königsegg
1525 von den Bauern geplündert
1566 der Reichserbtruchsessen von Waldburg
1675 Wurzachisch [2]

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von Marstetten, Jutta (I11740)
 
48254 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burgstall_Irsee

Burgstall Irsee

Der Burgstall Irsee ist eine abgegangene hochmittelalterliche Höhenburg in Irsee im Landkreis Ostallgäu in Schwaben. Sie wurde im Spätmittelalter mit der ehemaligen Pfarrkirche St. Stephan überbaut. Neben einem tiefen Grabenzug erinnern nur noch die hohe Friedhofsmauer und eine Gedenktafel an den Stammsitz der mächtigen Grafen von Ursin-Ronsberg.

Geschichte
Die Burganlage entstand wahrscheinlich bereits im 10. oder 11. Jahrhundert als Residenz der Herren von Ursin (Irsee).

Um 1130 verlegten die Ursin ihren Herrschaftsmittelpunkt nach Ronsberg und nannten sich seitdem nach ihrer neuen Burg Herren – später Grafen – von Ronsberg. Der ursprüngliche Ansitz über Irsee diente ab 1185 als Kloster des angeblich 1182 gegründeten Benediktinerstiftes. Bereits vor 1190 wurde Kloster Irsee jedoch an die – wesentlich tiefer gelegene – heutige Stelle übertragen.

Im ausgehenden 15. Jahrhundert wurde die Pfarrkirche des Ortes auf dem Burggelände hoch über dem Kloster errichtet. Chor und Turm des Neubaus entstanden während der Amtszeit des Abtes Matthias Steinbrucker (1474–1490).

Während der Säkularisation wurde die Klosterkirche zur neuen Pfarrkirche umgewidmet. Die Stephanskirche auf dem Burgstall sollte eigentlich vollständig abgerissen werden. Schließlich brach man 1838 nur das Langhaus ab. Der Chor wurde durch eine Westwand abgeschlossen und diente seitdem als Friedhofskapelle. Auch der hohe Turm blieb erhalten und bildet zusammen mit dem Chor und der hohen Friedhofsmauer ein historisches Ensemble hoch über dem Kloster.

Beschreibung
Der Burgstall liegt über dem südwestlichen Hauptteil der Gemeinde am Rand der Hochebene. Im Westen zieht ein tiefer Graben (jetzt Weg) hinunter zur Hauptstraße. Aus den Grabenflanken treten mächtige Nagelfluhbänke aus. Das bei der Grabenanlage ausgebrochene Konglomeratgestein konnte sofort weiterverarbeitet und zum Burgbau verwendet werden.

Die hohe, teilweise erneuerte Ringmauer aus Nagelfluh- und Tuffsteinquadern mit Ziegelausflickungen sitzt wahrscheinlich auf den Fundamenten der ehemaligen Ringmauer.

Auch das Fundament des quadratischen Kirchturmes im einigen nördlichen Chorwinkel wird als Sockel des Bergfriedes der Burg Ursin interpretiert und bei der letzten Kirchenrenovierung freigelegt.

Die große unbebaute Fläche östlich des Friedhofes dürfte eine ausgedehnte Vorburg markieren. Der Bereich eines hier anzunehmenden östlichen Halsgrabens wurde durch die moderne Friedhofserweiterung überbaut. Der Vorburgbereich erstreckte sich wahrscheinlich auch nach Süden (Geländemarkierung BayernViewer-Denkmal, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege). Insgesamt umfasste die Burg eine Fläche von etwa 130 mal 115 Metern, die Hauptburg war etwa 60 mal 80 bis 100 Meter groß.

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von Ursin, Freiherr Reginhart (Reginhard) (I12271)
 
48255 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Abensberg

Burg Abensberg

Die Reste der Burg Abensberg befinden sind in der Stadt Abensberg am Aventinusplatz 6 im niederbayerischen Landkreis Kelheim. Die Wasserburg wurde im Kern im Mittelalter errichtet und ist heute ein geschütztes Baudenkmal.

Geschichte
Die Burg der Abensberger wurde 1256 erstmals genannt. Die etwa rechteckige Anlage der Vorburg wird von der Hauptburg durch einen tiefen Wassergraben getrennt. An der Nord- und Westseite gibt es barocke Bauten, ehemalige Amtsgebäude mit Satteldächern. Der Flankierungsturm an der Nordostecke stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. Am Südbering steht ein spätgotischer Halbrundturm, daneben ein Kopfbau mit Mansarddach. Von der Hauptburg sind nach den Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges nur Reste des 13./14. Jahrhunderts erhalten. Ebenso sind Reste der Ringmauer, der Flankierungstürme, des Zwingers und ein Walmdachbau an der Südseite erhalten geblieben.

Die im 14. und 15. Jahrhundert entstandene Stadtbefestigung war mit der Burgbefestigung verbunden.

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von Abensberg, Freiherr Altmann II. (I11724)
 
48256 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Alt-Marstetten

Burg Alt-Marstetten

Die Burg Alt-Marstetten ist eine abgegangene Spornburg auf 660 m ü. NHN westlich des heutigen Ortsteils Marstetten der Gemeinde Aitrach im Landkreis Ravensburg (Baden-Württemberg).

Die unmittelbar südlich der „neuen“ Burg Marstetten gelegene Anlage wurde von den Herren von Marstetten Anfang des 11. Jahrhunderts erbaut.[1] Im 12. und 13. Jahrhundert werden die Grafen von Marstetten, eine Seitenlinie der Grafen von Irsee-Ronsberg, genannt. Die Burg wurde 1525 geplündert und war seit dem Dreißigjährigen Krieg Ruine.

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von Marstetten, Jutta (I11740)
 
48257 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Altleiningen

Burg Altleiningen

Altleiningen ist eine Burg im Pfälzerwald. Sie liegt auf der Gemarkung der Gemeinde Altleiningen im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz.

Geographische Lage
Während die Gemeinde Altleiningen sich auf 300 Meter Seehöhe im Tal längs des Eckbachs erstreckt, wurde die Höhenburg auf der Kuppe eines etwa 400 Meter hohen Berges erbaut, der sich über dem linken Eckbachufer erhebt.

Geschichte
Der Name leitet sich – wie bei der fünf Kilometer nordöstlich gelegenen Schwesterburg Neuleiningen – vom fränkischen Adelsgeschlecht der Leininger ab, denen vormals das Leiningerland gehörte.

Die mächtige Bergfestung ist auf Felsen gebaut und wurde vermutlich durch die Leiningergrafen Emich I. und seinen Sohn Emich II. etwa im Zeitraum 1100 bis 1110 errichtet, damals unter dem Namen Burg Leiningen. Die ganze Burganlage bildete, der Form der Bergkuppe folgend, vom Grundriss her ein Dreieck. Von dem ursprünglichen Bau künden noch einige Mauerreste auf der Westseite. Die Vorburg war von einem eigenen Graben umgeben und durch einen in Felsen gehauenen Hauptgraben, über den eine Zugbrücke führte, von der eigentlichen Burg getrennt. Zwei Kilometer südlich der Burg gründete Emich II. um 1120 das Kloster Höningen.

Im Bauernaufstand des Jahres 1525 erfolgte die erste Zerstörung. Die heutige Anlage basiert auf dem Wiederaufbau im Renaissancestil ab 1528 durch die Grafen Cuno II., Philipp I., Ludwig und Johann Casimir. Für die Wiederinstandsetzung mussten die Bauern der Umgebung Frondienste leisten.

Um das Jahr 1600 wurde zur Wasserversorgung ein Stollen tief in den Fels unterhalb der Burg getrieben. Der aus dem Stollen gespeiste 20-Röhren-Brunnen ist heute der stärkste Wasserlieferant des Eckbachs.

1690 wurde die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen zum zweiten Mal und endgültig zerstört. Danach diente sie bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein als Steinbruch, bis die Regierung des Königreiches Bayern diese Abtragung verbot. Bis 1933 verblieb das Gelände im Besitz der Leininger Grafen (Linie Leiningen-Westerburg-Altleiningen), ehe es der damalige Landkreis Frankenthal (Pfalz) erwarb. 1962 wurde die Ruine unter Denkmalschutz gestellt und der Schlosstrakt in den darauffolgenden sechs Jahren wieder aufgebaut, wobei die verbliebenen Mauerreste im Westen mit einbezogen wurden.

Heutige Nutzung

Freizeit
In die nur in Teilen wieder aufgebaute Burg wurde 1968 eine Jugendherberge integriert, die zwischen 1998 und 2000 von Grund auf modernisiert wurde. Bei dieser Renovierung erhielt die Burg auch wieder ein Satteldach; vorher hatte sie ein einfaches Flachdach im Stile der 1960er Jahre besessen. Der Rittersaal wird als Speiseraum genutzt; ein weiterer Gastraum ist die Burgschänke mit Sommerterrasse. Der Hauptgraben wurde zu einem öffentlich nutzbaren Freibad umgestaltet.

Kultur
Die überdachte „Ehrenhalle“, ein durch Arkaden zum Burghof hin abgetrennter Raum, bietet rund 250 Besuchern Sitzplätze. Dort führt seit 1980 das Amateurtheater der Burgspiele Altleiningen alljährlich in den Sommermonaten anspruchsvolle Theaterstücke auf. Dies sind sowohl klassische als auch moderne, häufig auch – wegen des passenden Ambientes – solche mit historischem Bezug.

Natur
In den Gewölben des Burgkellers befindet sich das größte Vorkommen freilebender Fledermäuse in Deutschland. Aus Gründen des Biotopschutzes ist allerdings kein Zugang für Besucher möglich.

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von Leiningen, Graf Emich II. (I12084)
 
48258 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Annecy

Burg Annecy

Die Burg Annecy (französisch Château d’Annecy) ist die alte Residenz der Grafen von Genf und der Herzöge von Nemours. Sie liegt im Stadtkern der gleichnamigen Stadt, des Zentrums des Département Haute-Savoie, welches zur Region Auvergne-Rhône-Alpes im Südosten Frankreichs gehört. Die Burg wurde 1953 von der Stadt Annecy aus dem Besitz des Ministeriums der Armee erworben, anschließend restauriert und zum Museum umgebaut.[1] Sie beherbergt heute das Musée-Château. Die Burg steht seit dem 12. Oktober 1959[2] als Monument historique unter Denkmalschutz.

Lage
Die Spornburg liegt bei 470 m auf einem Felsvorsprung, einem letzten Ausläufer des Berges Semnoz in der Nähe des Flusses Thiou am westlichen Ufer des Lac d’Annecy (deutsch See von Annecy), dem zweitgrößten Binnensee Frankreichs. Sie liegt oberhalb der Straße von Genf nach Italien.

Geschichte
Die Burg wurde zwischen dem 12. Jahrhundert und dem 16. Jahrhundert erbaut. In dieser Zeit war sie der Sitz der Grafen von Genf und der Herzöge von Nemours. Mehrfach wurde die Burg durch Feuer teilweise bis schwer beschädigt. Nach der Feuersbrunst von 1320 wurde die Burg Annecy für zwei Jahre als Residenz aufgegeben und in dieser Zeit unter der Regentschaft von Amadeus III. von Genf neu aufgebaut. Seit dem 17. Jahrhundert wurde sie bis zum Jahre 1947 als Kaserne genutzt.

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von Genf, Graf Aymon I. (I12971)
 
48259 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Esch-Sauer

Burg Esch-Sauer

Die Burg Esch-Sauer (lux. Buerg Esch-Sauer) ist eine luxemburgische Höhenburg bei Esch im Kanton Wiltz, deren Ursprünge in das 10. Jahrhundert zurückreichen und die heute als Ruine erhalten ist.

Geschichte
Der Fels, auf dem die Burg fußt, wurde im Jahre 927 von Meginold erworben. Vorher stand er im Besitz der Abtei Stavelot. Viel weiß man aus dieser Zeit nicht, nur dass Meginolds Nachkommen – Gottfried und Heinrich – die hier errichtete Burg verließen, um in den ersten Kreuzzug (1096–1099) zu ziehen. Im 14. Jahrhundert ging die Burg aus dem Familienbesitz und wurde zwischen drei Familien der Gegend aufgeteilt: Brandenbourg, Kronenburg und Falkenstein.

Das erste Gebäude war – wie zur Entstehungszeit im Burgenbau üblich – ein simpler, quadratischer Bergfried, der heute noch emporragt. Die strategische Begründung für die Burg liegt in der Furt, die hier die Passage der Sauer zuließ. In gotischem Baustil wurde zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert die Burg wesentlich in Richtung Norden erweitert, hauptsächlich durch weitere, befestigte Burggebäude, teils auch in die Felsform terrassiert. Um das 14. Jahrhundert herum wurde das Dorf am Fuße des Felsen zunehmend wichtiger. Um die Sicherheit der Leibeigenen zu garantieren, wurde um den Weiler eine Mauer gezogen, an deren Form sich der zukünftige Häuserbau anschloss. Im 15. Jahrhundert wurde südlich des ursprünglichen Bergfriedes ein runder Lugturm errichtet. Zwischen ihm und dem Bergfried liegt ein 30 m breiter und 20 m tiefer Burggraben. In der Renaissance war das Interesse an der Burg geringer. Das Eingangstor im Norden wurde jedoch erneuert.

Bis zur Französischen Revolution (die sich bis nach Luxemburg propagierte) hielten die drei Familienhäuser die Burg in Stand. Mitte des 19. Jahrhunderts verwalteten die Bauern des Dorfes das Bollwerk. Sie flickten die Dächer mit Stroh und auch sonst in einem eher unteilhabenden Geiste, was der berühmte französische Schriftsteller Victor Hugo die "Rache des Dorfes an der Herrschaft" nannte. Als der Staat sie 1893 aufkaufte, war sie bereits eine Ruine.

Renovation und Erweiterungen in der Neuzeit
Zwischen 1903 und 1906 wurde der Architekt Charles Arendt damit beauftragt, den Bergfried und die Burgkapelle wieder aufzubauen. Den Glockenturm, den er dabei der Kapelle verlieh, hat er hinzuerfunden; Burgkapellen hatten für gewöhnlich keinen Glockenturm. Verschiedene Ornamente aus rotem Sandstein wurden für die Innenräume rekonstruiert. Der Rest der Burg wurde nur vor weiterem Zerfall bewahrt. Bei der Bedachung der Kapelle übersah man auch, dass ihr Dach ursprünglich vermutlich als Geschützturm benutzt wurde; Bogenscharten umsäumen den halbrunden Bau.

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von Esch, Gottfried (I12419)
 
48260 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Helfenstein_(Geislingen_an_der_Steige)

Burg Helfenstein (Geislingen an der Steige)

Die Burg Helfenstein ist die Ruine einer um 1100 von Eberhard von Helfenstein erbauten Spornburg oberhalb der Stadt Geislingen an der Steige im baden-württembergischen Landkreis Göppingen.

Geografische Lage
Der felsige 610 m ü. NN hohe Bergsporn bot ausreichende Wohnfläche und Sicherheit. Zudem konnte von dort aus der Verkehr durch das Filstal zur Albhochfläche kontrolliert werden.

Geschichte
Die Burg war Stammsitz der Grafen von Helfenstein, die aus der Gegend stammten und in Verbindung mit den Stauferkaisern Bedeutung erlangten. Nach der Entstehung von Territorialherrschaften besaßen sie gegen Mitte des 14. Jahrhunderts ein weitgehend zusammenhängendes Gebiet um die Städte Geislingen, Heidenheim, Blaubeuren und Wiesensteig.

1382 fiel die Burg als Pfand an die Reichsstadt Ulm, die sie im Jahr 1396 gänzlich kaufte. In Anpassung an die Entwicklung der Feuerwaffen wurde die Anlage anschließend erweitert und zu einer Festung ausgebaut. Auf dem Bergrücken in Richtung Weiler wurde ein Bollwerk errichtet, und um die alte Burganlage baute man Zwingermauern mit Rondellen. Außerdem wurde die Geländeterrasse des „Unteren Wiesle“ und der felsige Vorsprung des Ödenturms in die Verteidigungsanlage miteinbezogen. Die Vorderburg um die beiden Felsen war Sitz des von den Ulmer Zünften gestellten Burgvogts und wurde zu einer Festung gegen schweren Artilleriebeschuss ausgebaut. Kernstück war der alles überragende „Darliß“ als Geschützturm. Im westlichen Teil der Burganlage wurde der gräfliche Wohnbau (Palas) zu einem bequemen Haus für den patrizischen Vogt umgebaut.

Im Zweiten Markgrafenkrieg fiel die Burg in der Karwoche des Jahres 1552 ohne Belagerung in die Hände des Markgrafen von Ansbach, Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach. Den Ulmern gelang es jedoch noch im August des gleichen Jahres, die feindliche Besatzung nach mehrtägigem Beschuss – hauptsächlich mit schweren Steinkugeln – zur Rückgabe der Anlage zu zwingen.

Nach der Rückeroberung schleiften die Ulmer ihre eigene Festung. Wald überzog den Bergrücken, bis durch eine Grabung unter der Leitung des Heimatforschers Georg Burkhardt von 1932 bis 1938 die Grundmauern wieder freigelegt wurden. Textliche Aufzeichnungen aus der Zeit um 1550 über die Gebäude und das Inventar der Burg erleichterten die Deutung der ausgegrabenen Reste. Bildliche Darstellungen nach dem Originalbau oder gar Pläne aus der Zeit ihres Bestehens sind nicht überliefert.

Beschreibung
Insgesamt sind von der früheren Burg noch Reste der Befestigungsmauern und einiger Gebäude erhalten, die in Teilen restauriert wurden. Im unteren und oberen Burghof befinden sich jeweils Zisternen.

Innerhalb der Mantelmauer der Kernfestung ist heute auf einem Felsen ein Aussichtspunkt eingerichtet, der vom oberen Burghof über Treppen und eine Holzbrücke erreichbar ist. In der Wand eines früheren Torhauses der Hauptburg sind ein Steinrelief mit dem Wappen der Helfensteiner sowie eine Gedenktafel eingelassen, die an die Ehe des Grafen Ulrich V. von Helfenstein mit der Herzogin Marija Kotromanic von Bosnien erinnert, die von 1356 bis 1396 auf der Burg lebte.[1]

Am Standort des früheren Palas steht heute ein rund neun Meter hoher rechteckiger Aussichtsturm mit einer ostseitig angebauten Burgschenke. Von hier bietet sich ein sehr guter Blick auf Geislingen an der Steige und die umliegenden Höhenzüge der Schwäbischen Alb.

Zugang zur Burg
Die Burganlage ist von einem unterhalb von Weiler an der Kreisstraße K 1441 gelegenen Parkplatz aus über einen Wirtschaftsweg und eine neuere Stahlbrücke, die an der Nordostecke der Burg errichtet wurde, barrierefrei erreichbar. Weitere Zugänge sind über Fußwege an der Westseite und über die alte Holzbrücke an der Südostecke der Anlage.

Weiteres
Von 1983 bis 2012 fand auf der Burg jährlich das Helfensteinfestival, eine Musikveranstaltung (Genre Rock/Punk) statt. Die Ruine ist seit 1997 eine bedeutende Sehenswürdigkeit an der Straße der Staufer.[2]

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von Helfenstein, Agnes (I11630)
 
48261 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hohennagold

Burg Hohennagold

Die Burg Hohennagold ist die Ruine einer Höhenburg in Nagold im Landkreis Calw in Baden-Württemberg in Deutschland.

Geschichte
Die ursprüngliche erste Burg Hohennagold wurde von den Grafen von Nagold (seit 1145 Pfalzgrafen von Tübingen) um 1100 errichtet. Von 1153 bis 1162 wurde die Burganlage stark erweitert. Aus der Linie der Tübinger Pfalzgrafen entstammte das Geschlecht der Grafen von Montfort.

In der Mitte des 13. Jahrhunderts ging die Burg an die Grafen von Hohenberg über. Ein Zweig dieser Familie nannte sich künftig Grafen von Nagold und baute die Burg im 13. und 14. Jahrhundert zur Residenz aus.

Im Jahr 1363 verkauften sie die Burg an die Grafen von Württemberg, welche die Anlage vor allem im 15. Jahrhundert um den äußeren Zwinger mit Bastionen und Ecktürmen ergänzten und die Burg mit ihren Dienstleuten besetzt hielten. Im Jahr 1645/46 im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört.

Anlage
In der Ruine sind noch heute die Grundmauern diverser Bauten des Burgkerns enthalten. Außerdem findet man noch weite Teile der Vorburg mit den Ruinen von Wehrtürmen und dem Zwinger der Vorburg. Der Bergfried und der 25 m[2] hohe Wehrturm, der bestiegen werden kann, sind erhalten.

Die Burg ist jederzeit frei zur Besichtigung zugänglich.

Geographische Lage
Die Ruine steht auf dem 529,8 m ü. NHN[1] hohen Nagolder Schlossberg, einem Südsporn im Knie der hier eine etwa 135°-Kurve nach Norden schlagenden Nagold, die wenige Kilometer zuvor aus dem nordöstlichen Schwarzwald heraustritt in die weite Kulturlandschaft des Gäus nordwestlich des oberen Neckars. Gegenüber dem Porphyrfelsen Schlossberg mündet über 130 m tiefer deren längster und rechter Oberlaufzufluss Waldach.

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von Nagold, Hugo (I11602)
 
48262 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hohenneuffen

Burg Hohenneuffen

Die Burg Hohenneuffen ist die Ruine einer großen Höhenburg in Süddeutschland. Die Burg liegt oberhalb der Stadt Neuffen im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg.

Geografische Lage
Die hochmittelalterliche Burgruine liegt in 743,3 m ü. NHN[1] und steht auf einem Weißjurafelsen am Rande der Schwäbischen Alb. Dies stellt eine strategisch günstige Lage am Albtrauf dar.

Geschichte
Der Hohenneuffen war bereits im Altertum besiedelt. In der spätkeltischen La-Tène-Zeit (450 bis 1 v. Chr.) bildete er einen Außenposten des bekannten Heidengraben-Oppidums, das die ganze „Erkenbrechtsweiler Halbinsel“ der Schwäbischen Alb umfasste.

Die Herkunft des Namens (1206 Niffen) ist umstritten. Er wird zum einen auf ein keltisches Wort *Nîpen zurückgeführt und danach als „Streitburg“ gedeutet.[2] Eine weitere Etymologie leitet den Namen dagegen von germanisch *hnîpa mit der Bedeutung „Steilhang, Berghang“ ab.[3]

Die Burg wurde zwischen 1100 und 1120 von Mangold von Sulmetingen, der sich später von Neuffen nannte, erbaut.[4] Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde sie im Jahre 1198, damals im Besitz der Edelfreien von Neuffen, zu denen der Minnesänger Gottfried von Neifen gehörte. Ende des 13. Jahrhunderts ging die Burg an die Herren von Weinsberg, die sie 1301 an das Haus Württemberg verkauften. Ihre Verteidigungsfähigkeit bewies die Burg in den internen Auseinandersetzungen des Heiligen Römischen Reiches (der Reichskrieg), in denen sie 1312 nicht eingenommen werden konnte.

Der Ausbau des Hohenneuffens zur Landesfestung begann bereits im 15. Jahrhundert. Die entscheidenden Baumaßnahmen zur befestigten Anlage wurden aber erst um die Mitte des 16. Jahrhunderts durch Herzog Ulrich unternommen. Es entstanden die Vorwerke, Rundtürme, Bastionen, eine Kommandantur, Kasematten, Stallungen, das Zeughaus, und zwei Zisternen. Die damit geschaffene Fortifikation bestand danach ohne wesentliche Änderungen prinzipiell zwei Jahrhunderte weiter. 1519 musste sie sich dennoch dem Schwäbischen Bund ergeben. In den Deutschen Bauernkriegen ab 1524 war sie wiederum nicht einzunehmen.[5]

Mehr als ein Jahr lang wurde der Hohenneuffen während des Dreißigjährigen Krieges belagert. Im November beschlossen Festungskommandant Hauptmann Johann Philipp Schnurm und die mutlos gewordene Mannschaft, mit den Feinden eine Übergabe auszuhandeln, die einen freien Abzug mit Waffen und aller Habe vorsah. Am 22. November 1635 übergab Schnurm die Festung nach 15-monatiger Belagerung an die kaiserlichen Truppen. Entgegen den Zusagen wurde die Mannschaft zum Dienst im kaiserlichen Heer gezwungen, und Schnurm verlor seinen Besitz.

Eine Legende, die nicht den historischen Ereignissen entspricht, sagt folgendes: Die Leute auf der Burg gaben ihrem Esel das letzte Getreide, das sie noch übrig hatten, schlachteten ihn und warfen den gefüllten Magen des Tieres in das Lager der Feinde. Diese glaubten dadurch, dass die Belagerten noch genug Vorräte hätten, verloren die Geduld und zogen davon. Seitdem ist der Esel das „Maskottchen“ der Stadt Neuffen.

Der württembergische Herzog Karl Alexander wollte den Hohenneuffen im 18. Jahrhundert zu einer Festung nach französischem Vorbild ausbauen; er starb aber vor der Vollendung, sein Nachfolger Carl Eugen gab den Plan angesichts der hohen Kosten und des zweifelhaften militärischen Nutzens bald auf. 1793 wurde die Schleifung der Festung und der Verkauf der Baumaterialien beschlossen. Ab 1795 wurde sie nicht mehr genutzt und 1801 endgültig zum Abbruch freigegeben. Dieser begann dann zwei Jahre später. Die Bewohner der Umgebung waren froh über das günstige Baumaterial. Erst ab 1830 begann man, die Reste zu sichern, in den 1860er Jahren wurde die Ruine zugänglich gemacht. 1862 wurde im Gebäude am oberen Burghof eine Gaststätte eingerichtet.

Wie andere Festungen auch diente der Hohenneuffen stets als Landesgefängnis, in dem wichtige Gefangene festgesetzt und falls notwendig auch gefoltert wurden. Die Schicksale einiger sind bekannt. Ein junger Graf von Helfenstein, Friedrich, stürzte sich 1502 bei einem Fluchtversuch in den Tod. 1512 ließ Herzog Ulrich den Abt des Klosters Zwiefalten, Georg Fischer, hier festhalten. Auch der hochbetagte Tübinger Vogt Konrad Breuning war 1517 der Willkür des Fürsten ausgesetzt und wurde nach Kerker und Folter in Stuttgart enthauptet. Im 17. Jahrhundert ereilte Matthäus Enzlin, den Kanzler Herzog Friedrichs, ein ähnliches Schicksal. Im Jahr 1737 wurde Joseph Süß Oppenheimer, der jüdische Hoffaktor und persönliche Finanzberater des Herzogs Karl Alexanders, einige Wochen auf dem Hohenneuffen eingekerkert, bevor er auf die Festung Hohenasperg verlegt wurde und 1738 als Opfer eines Justizmordes vor den Toren Stuttgarts hingerichtet wurde.

Im Zweiten Weltkrieg war der Hohenneuffen Fliegerwache.

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von Sulmetingen (von Neuffen), Mangold (I10864)
 
48263 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Lichtenberg_(Elsass)

Burg Lichtenberg (Elsass)

Die Burg Lichtenberg, franz. Château de Lichtenberg, ist eine Burgruine in der Gemeinde Lichtenberg. Die Burg war erster Mittelpunkt der Herrschaft Lichtenberg und wurde bis zum Deutsch-Französischen Krieg als Festung genutzt.

Lage
Die Ruine der einstigen Höhenburg liegt auf 480 m oberhalb von Lichtenberg in den Nordvogesen, zwischen La Petite-Pierre (20 Straßenkilometer) und Niederbronn-les-Bains (18 Straßenkilometer), in der Region von Lützelstein (Pays de La Petite Pierre), nahe der deutsch-französischen Grenze. Vom Parkplatz in der Ortsmitte von Lichtenberg führen Fußwege in ca. 10 Minuten zur Burg.

Beschreibung
Die Burg ist von einem breiten tiefen Festungsgraben umgeben, der nur an einer Stelle den Zugang ermöglicht. Am Burggraben stehend zeigt die Burg nur hohe glatte Mauern ohne Fenster. Im inneren der Burganlage finden sich neben den Bauten Terrassen- und Wiesenflächen. Im ehemaligen „westlichen Wohnhaus“ aus dem 15. und 16. Jahrhundert mit seinen für das Elsass außergewöhnlichen Rundfenstern sind moderne Ausstellungsräume integriert. Das „Waffenarsenal“ aus dem 16. Jahrhundert wurde zu einem großen Ausstellungsraum umgebaut und es wurde ein freitragendes Auditorium, das aus der alten Struktur der Burg herausragt, aufgebaut. Von der Artillerie-Terrasse von 1840 aus bietet sich rundum eine beeindruckende weite Sicht. Teile der Burganlage und alle Ausstellungsräume sind barrierefrei zugänglich.

Eine spätgotische Burgkapelle ist gut erhalten. Sie war der Dreifaltigkeit gewidmet. An der den Türmen zugewandten Seite war ein Bildnis des Heiligen Christophorus aufgemalt.[1] Die Kapelle diente auch dem Ort Lichtenberg selbst als Kirche, da er keine eigene besaß.

Geschichte
Mittelalter
Die Burg wurde um 1230 durch die Herren von Lichtenberg erbaut.[2] Sie war ein Lehen des Bischofs von Straßburg an die Herren von Lichtenberg.[3]

Seit dem Tod Ludwig I. von Lichtenberg 1252 war das Haus Lichtenberg in zwei Linien gespalten[4], denen in zwei Schritten etwa um 1330 und im Jahr 1335 eine Realteilung der Herrschaft zwischen den drei Linien des Hauses folgte.[5] Dabei blieb die Burg Lichtenberg zwischen dem älteren und dem mittleren Familienzweig gemeinsamer Besitz.[6] Das hatte zur Folge, dass 1342 eine gesonderte Vereinbarung darüber getroffen werden musste, wer hier welche Rechte und Pflichten hatte.[7] Es folgten weitere Teilungen, als weitere Familienzweige entstanden. Dies führte auch immer zu baulichen Veränderungen in der Burg, da die Familienzweige nicht immer konfliktfrei miteinander umgingen: Die Bereiche der einzelnen Familienzweige in der Vorburg wurden mit Mauern umgeben und – vertrug man sich wieder – mit Türen versehen.[8]

Nochmals geteilt wurde – nach inzwischen wiedervereinigte Herrschaft – 1440, als der Streit zwischen den Brüdern Ludwig V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474) und Jakob von Lichtenberg anders nicht ausgleichbar schien: Die Burg Lichtenberg sollte dabei erneut ein Kondominium bilden.[9]

Nach dem Aussterben der Lichtenberger mit Jakob 1480 bildete die Burg erneut ein Kondominium, diesmal zwischen den Erben, den Grafen von Hanau-Lichtenberg und den Grafen von Zweibrücken-Bitsch.

Militäranlage der Neuzeit
1570 kam es zum nächsten großen Erbfall: Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter. Die Tochter des Grafen Jakob, Margarethe (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die zweite, nicht bereits durch Hanau-Lichtenberg regierte, Hälfte der Herrschaft Lichtenberg, und damit auch die Zweibrücken-Bitscher Hälfte an der Burg Lichtenberg. Der Erbe, Philipp V., beauftragte noch im gleichen Jahr Daniel Specklin mit der Modernisierung der Wehranlage. Allerdings wurde die Burg 1678 von Truppen Ludwigs XIV. erobert und kam – wie nahezu der gesamte linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – unter französische Oberhoheit.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch die Burg Lichtenberg – nach dort. Im Zuge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch die Burg – an Frankreich. Sie wurde weiter militärisch genutzt. Im Deutsch-Französischen Krieg wurde die zur Festung ausgebaute Burg 1870 durch württembergisches Militär zerstört.

Kulturdenkmal
Die deutsche Verwaltung stellte die Burg 1878 unter Denkmalschutz, was nach dem Ersten Weltkrieg und dem Rückwechsel des Elsass unter französische Souveränität von den französischen Behörden 1930 bestätigt wurde. 1957 wurde die Burg vom Verteidigungsministerium an die Wasser- und Forstverwaltung abgegeben und ging 1970 in das Eigentum der Gemeinde Lichtenberg über.

1993 begann ein umfangreiches von den Architekten Andrea Bruno (Italien) und Jean-Pierre Laubal (Paris) geplantes Restaurierungsprojekt, das noch nicht abgeschlossen ist. Neben Reparatur- und Konservierungsmaßnahmen am historischen Baubestand wurden – nicht unumstritten – moderne architektonische Elemente in die bestehende Bausubstanz integriert. So entstanden Räume für eine Dauerausstellung mit Videopräsentationen, ein Raum für wechselnde Kunstausstellungen, ein Museum für Fossilien der Region und ein Auditorium für Vorträge, Präsentationen und Filmvorführungen.

Burgmannen
Burgmannen für die Burg Lichtenberg stellten folgende Familien des Niederadels:

Baltram von Buchsweiler[10]
von Hochfelden[11]
Kaltesche[12]
von Mittelhausen[13]
von Straßburg[14]

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von Lichtenberg, Ludwig (I11957)
 
48264 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Löwenstein_(Württemberg)

Burg Löwenstein (Württemberg)

Die Burg Löwenstein ist die Ruine einer mittelalterlichen Spornburg über der Stadt Löwenstein im Landkreis Heilbronn. Der Name leitet sich ab vom Wappentier der ursprünglichen Erbauer, der Grafen von Calw, und übertrug sich dann auf die angrenzende Ortschaft.

Lage
Die Burgruine Löwenstein erhebt sich etwa 13 Kilometer ostsüdöstlich von Heilbronn auf 427 m ü. NN. Etwa 150 Meter im Südosten der 42 Meter tiefer gelegenen Stadtmitte von Löwenstein wacht sie in aussichtsreicher Spornlage am Keuperrand des Naturraums Schwäbisch-Fränkische Waldberge über das rund 230 Meter tiefer liegende Tal der Sulm. Mit der Anlage eines heute noch etwa neun Meter tiefen Halsgrabens trennten die Burgherren den Sporn des Burggeländes von dem schmalen, nach Osten nur noch leicht ansteigenden Ausläufer der Löwensteiner Berge ab, die im Rücken der Burg in wenigen Kilometern Entfernung Höhen von nahezu 550 m ü. NN erreichen.

Geschichte
Die Grafen von Calw errichteten an dieser Stelle vermutlich im späten 11. Jahrhundert (etwa 1080 bis 1090, unter Adalbert II. von Calw) am Abstieg der Salzstraße von Schwäbisch Hall nach Heilbronn von der Hochfläche der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge eine erste Burg. Schon 1133 wurde die Burg wegen Erbstreitigkeiten durch Welf VI. angegriffen und teilweise zerstört, später im 12. Jahrhundert jedoch wieder hergerichtet und ausgebaut.

Nach den Calwern ging die Burg mitsamt der Grafschaft Löwenstein in Habsburger Besitz über. Beim Besuch des Königs Rudolf I. im Jahr 1287 erhielt die angrenzende Ortschaft Löwenstein das Stadtrecht. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde die Burg wohl um die ersten Zwingermauern erweitert, außerdem wurde die Stadtmauer von Löwenstein errichtet, deren Flügelmauern bis zur Burg hinauf reichten.

Im späten 14. Jahrhundert kamen Burg und Stadt Löwenstein immer mehr unter den Einfluss der Kurpfalz. Die Hälfte von Stadt und Burg wurden 1382 an Kurfürst Ruprecht I. verpfändet, 1394 und 1399 schlossen die Löwensteiner Grafen Burgfrieden mit Ruprechts Nachfolgern. Dadurch entstandene politische Spannungen mit den Herren von Weinsberg und dem Haus Württemberg, deren Territorien angrenzten, gaben Anlass zu Baumaßnahmen im frühen 15. Jahrhundert. 1441 erwarb die Kurpfalz schließlich die gesamte Grafschaft Löwenstein mitsamt der Burg. Die Pfalzgrafen, die damals gegenüber Württemberg eine aggressive Politik verfolgten, betrieben dann den weiteren massiven Ausbau der Anlage im späten 15. Jahrhundert. Der pfälzische Kurfürst Friedrich I. übergab die Burg und das Amt Löwenstein 1488 seinem morganatischen Sohn Ludwig von Bayern (1463–1524), der sich daraufhin Graf Ludwig I. von Löwenstein nannte und das bis heute bestehende fürstliche Haus Löwenstein-Wertheim begründete.

Die andauernden Auseinandersetzungen zwischen Pfälzern und Württembergern führten schließlich zur Eroberung der Burg durch den württembergischen Herzog Ulrich im Jahr 1504. Teile der Burg wurden bei einem Brand im Jahr 1512 zerstört; ab dem späten 16. Jahrhundert verfiel sie.

Baumaterial aus Resten der Burg verwendete man danach zur Errichtung einer neuen Schlossanlage in Löwenstein, für die Stadt- und Friedhofsmauer sowie in der Stadtkirche von 1760.

Erste umfangreichere Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten fanden ab den 1970er Jahren statt.

Anlage
Die Ende des 11. Jahrhunderts erbaute Kernburg umfasst eine Fläche von etwa 500 m² und entspricht in ihrer ursprünglichen Form dem Typus des polygonalen Rundlings. Gegen die Angriffsseite ist die Ringmauer im Osten abgeplattet und zu einer Schildmauer verstärkt. Die Mauern sind aus lokalen Sandsteinquadern gefügt, im südlichen Teil der Ringmauer werden sie noch der salischen Zeit zugerechnet. Die erhaltenen Buckelquader der Schildmauer, des Bergfrieds und des Palas sind staufisch. Ob die Burganlage bereits nach der Teilzerstörung im Jahre 1133 ein erstes Mal baulich erweitert oder aber nur wiederhergestellt wurde, kann aus dem Befund nicht sicher geschlossen werden. Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Burg um eine Zwingeranlage mit Torhaus und Kasemattenturm erweitert.

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von Calw, Graf Adalbert III. (I11665)
 
48265 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Marquartstein

Burg Marquartstein

Die Burg Marquartstein ist eine mittelalterliche Höhenburg bei 575 m ü. NN auf einem ins Tal der Tiroler Achen ragenden Felsen im Chiemgau in Marquartstein im oberbayerischen Landkreis Traunstein.

Geschichte
Die Gründung der Burg Marquartstein durch den Chiemgaugrafen Marquart von Marquartstein fällt in das Jahr 1075. Kurz nach seiner Heirat mit Adelheid von Lechsgmünd verstarb Marquart jedoch. Seine Witwe heiratete anschließend den Diepoldinger Ulrich von Passau. Nach dessen Tod im Jahre 1099 kam die Burg durch Ehe seiner Tochter Uta mit Engelbert II. an das Haus der Spanheimer. Die so entstandene Grafschaft Kraiburg-Marquartstein wurde nach dessen Tod Teil der Ortenburg'schen Besitzungen. Nachdem die pfalzgräfliche Linie des Hauses Ortenburg mit Rapoto III. im Jahre 1248 ausgestorben war, fielen die Besitzungen an dessen Schwiegersohn Hartmann I. von Werdenberg. Dieser veräußerte 1259 die Grafschaft an den Wittelsbacher Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern. Marquartstein war daraufhin bis 1803 Sitz eines bayrischen Pflegamts. 1803 erfolgte die Aufhebung des Pfleggerichts Marquartstein und die Eingliederung in das Landgericht Traunstein. 1857 kauften die englisch-irische Schriftstellerin Jemina Montgomery und ihr Mann Cajetan von Tautphoeus die zerfallende Burg und ließen sie renovieren. Von 1928 bis 1958 beherbergte die Burg ein Landschulheim. Die Burg wurde 1987 von dem Kunsthändler Konrad O. Bernheimer aus München erworben und saniert, sie ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Seit 2015 steht die Burg wieder zum Verkauf.[1]

Vermutlich waren die Rettenburg und Streichenburg Vorbefestigungen der Burg Marquartstein.

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von Marquartstein, Markwart (I12283)
 
48266 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Niederwindegg

Burg Niederwindegg

Die Ruine der Burg Niederwindegg, seltener Unter-Windegg, liegt zwischen Schänis und Ziegelbrücke im schweizerischen Kanton St. Gallen.

Geschichte
Die Burg Niederwindegg war der Amtssitz des jeweiligen Herren des Gasterlandes. 1220 und 1229 wird ein Hartmann von Windegg bzw. ein Diethelm von Windegg urkundlich erwähnt, wobei hier unklar ist, ob Niederwindegg, Oberwindegg oder sogar die Burg Windegg bei Wald im Kanton Zürich gemeint ist. Im Jahr 1230 schenkt Graf Hartmann der Ältere von Kyburg sein Eigentum des Gebietes Gaster mit Zoll und Burg (castrum Windegg et ibidem theloniun) seiner Gattin Margaretha von Savoyen[1]. Der Zoll lag unterhalb der Burg zwischen Berg und Linthlauf. Im Jahr 1285 sass nachweislich ein habsburgischer Amtsmann auf der Burg, welcher nach etwa 1288 auch das Tal Glarus zu verwalten hatte.

Als 1352 Glarus eidgenössisch wurde, fiel dieser grosse Verwaltungsbezirk auseinander und es wurde wieder nur der Bezirk Gaster verwaltet. Diese angespannte Lage zwischen der Eidgenossenschaft und Österreich führte dazu, dass die Burg 1359 und 1384 unter Vogt Eglof von Ems befestigt wurde. Nach der Mordnacht von Weesen 1388 brach die Feindseligkeit offen aus, wobei anzumerken ist, dass der Vogt Arnold Burchi als Bürger von Rapperswil persönlich an der Mordnacht beteiligt war. Bei der darauf folgenden Strafaktion der Eidgenossen wurde das Städtchen Weesen niedergebrannt. Die Burg erwies sich bei der anschliessenden Belagerung als uneinnehmbar.

1406 gelangte das Niederamt Niederwindegg (Amt Gaster) als Pfand an den Graf Friedrich VII. von Toggenburg. Im Jahr 1486 gelangte das Gaster als gemeinsame Herrschaften von Glarus und Schwyz zur Eidgenossenschaft und wurde fortan als Herrschaft Windegg bezeichnet. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Burg nicht mehr vom Vogt bewohnt und dürfte in der Folge dem Verfall preisgegeben worden sein. Es wird vermutet, dass sie 1486 als Steinbruch für den Turmbau der Stiftskirche Schänis diente. Auch in der Folgezeit wurde sie wohl als Steinlieferant benutzt.

1955 wurden durch Jakob Grüninger Sondierbohrungen durchgeführt. Dabei kam die Vermutung auf, dass hier ein römischer Wachposten gestanden haben dürfte. Für eine endgültige Antwort wäre aber eine sorgfältige, grossflächige archäologische Untersuchung notwendig.

Anlage
Heute besteht die Ruine fast nur noch aus der acht Meter hohen Puffermauer an der Ostseite zum Berg. Sonst sind nur noch einige Mauerreste sichtbar. Die Anlage war in Nordost-Südwest-Richtung erbaut. Der Wehrbezirk lag im bergseitigen nordöstlichen Teil; der Felsen konnte nur von dieser Seite her bestiegen werden. Der rechteckige Palas war vom Wehrbezirk mit einem künstlichen Halsgraben getrennt.

Lage
Die Ruinen der Burg Niederwindegg stehen auf einer Nagelfluhrippe oberhalb der Strasse. Sie ist über einen steilen schmalen Weg in etwa einer Viertelstunde erreichbar. Die Bezeichnung Niederwindegg diente zur Unterscheidung von der Burg Oberwindegg auf der anderen Seite der Ebene, zwei Kilometer weiter südlich. Das genaue Baudatum beider Burgen ist nicht bekannt

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von Ems, Eglolf (I11521)
 
48267 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Schnaitberg

Burg Schnaitberg

Die Burg Schnaitberg ist eine abgegangene Burg im Ortsteil Schnaitberg der Gemeinde Essingen im Ostalbkreis in Baden-Württemberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Burg war der Stammsitz der Herren von Schnaitberg, die verwandt mit den Herren von Roden waren. Sie waren Ministeriale der Grafen von Dillingen. Im Jahr 1473 war die Burg im Besitz der Herren von Horkheim. 1534 wurde die mittlerweile abgegangene Burg an die Stadt Aalen verkauft. 
von Schnaitberg, Clara (I17909)
 
48268 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Spitzenberg_(Kuchen)

Burg Spitzenberg (Kuchen)

Die Burg Spitzenberg ist die Ruine einer klassischen mittelalterlichen Adelsburg vom Typus der Gipfelburg westlich von Kuchen im Landkreis Göppingen.

Geografische Lage
Die Ruine steht auf einer südlichen Randhöhe des Filstals, auf dem 665 Meter hohen Spitzenberg. Von der Burg sind nur noch wenige Mauerreste erhalten.

Geschichte
Nach ihr benannte sich die Familie der Spitzenberger, die zum Verwandtenkreis der Zähringer und der Grafen von Helfenstein zählte. Bekannter Vertreter der Familie war Bischof Gottfried von Spitzenberg.

Die Burg zeigt sich heute als eine ungepflegte Ruine, die noch die Spuren einer Ausgrabung durch den Schwäbischen Albverein 1913 unter Konrad Albrecht Koch zeigt. Die wichtigsten Funde dieser Grabung sind verschollen. Sie wurden lange Zeit im Rathaus in Kuchen aufbewahrt, ehe sie bei einem Umbau weggeworfen worden sein sollen. Teile der Funde liegen im Heimatmuseum Geislingen. Die Funde datieren im Wesentlichen in das späte 14. Jahrhundert, die Burg soll aber schon 1311 zerstört worden sein.

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von Helfenstein, Graf Ulrich I. (I11699)
 
48269 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Stein_(Rheinfelden)

Burg Stein (Rheinfelden)

Die Burg Stein, auch Stein zu Rheinfelden genannt, ist eine abgegangene Inselburg in der Schweizer Stadt Rheinfelden im Kanton Aargau. Die Burg befand sich auf dem «Inseli», einer der Stadt vorgelagerten Insel im Hochrhein. Sie bildete einen Teil der Stadtbefestigung von Rheinfelden.

Situation
Die Burg auf der Rheininsel bei Rheinfelden wurde als «Stein» bezeichnet und findet sich unter diesem Namen in diversen Urkunden. Sie war ein strategisch wichtiger Punkt und galt jahrhundertelang als uneinnehmbar. Die Felskuppe des «Steins», auf dem sich die Burg erhob, bildet eine Insel im Rhein und ragt fünf bis sechs Meter steil über das Flussniveau hinaus. Durch die Felsbarriere ist das Flussbett deutlich eingeengt, und es weist neben der Insel eine schluchtartige Vertiefung auf, das so genannte St.-Anna-Loch. Wegen der an dieser Stelle deshalb erhöhten Fliessgeschwindigkeit des Rheins konnten Schiffe oberhalb der Burg nicht anlegen.

Heute fliesst der Rhein bei Rheinfelden weniger schnell, weil die Flusskraftwerke (rheinaufwärts das Wasserkraftwerk Rheinfelden, rheinabwärts die Staustufe Augst/Wyhlen) das Wasser stauen.

Unterhalb des aus Muschelkalk bestehenden und mit Bäumen bewachsenen Felsens bildet sich durch angeschwemmten Kies stets eine langgezogene Kiesbank. Diese könnte Angreifern einst die Möglichkeit geboten haben, sich der Burg anzunähern. Die Schwachstelle wurde bei der Erbauung der Burg wohl bedacht, und so errichtete man an dieser Seite einen mächtigen Turm mit Mauern aus über vier Meter dicken Steinquadern. Näheres über die Bauart dieses Turms ist nicht bekannt.

An ihrer Nordseite bildet die Insel einen Auflagepunkt der leicht abgewinkelten Alten Rheinbrücke.

Geschichte

Im 10. Jahrhundert bildete der Augstgau, das Gebiet im spitzen Winkel zwischen Rhein und Aare, den nordöstlichsten Zipfel des Königreichs Burgund. Um diese Zeit liess sich im Bereich der späteren Stadt Rheinfelden ein Adelsgeschlecht nieder, das verwandtschaftliche Beziehungen sowohl zum burgundischen Königshaus als auch zu den Saliern hatte. Es besass Güter beidseits des Rheins, durch den damals die Grenze zwischen dem Burgunderreich und dem Heiligen Römischen Reich verlief. Rudolf III., der letzte Burgunderkönig, übergab im Jahr 1006 den Augstgau als Geschenk an Heinrich II., den späteren römisch-deutschen Kaiser. Die rückschliessend so benannten Grafen von Rheinfelden übernahmen in dieser Zeit des politischen Umbruchs eine wichtige Vermittlerrolle und erlangten dadurch grossen Einfluss. Bedeutendster Vertreter war Rudolf von Rheinfelden, der ab 1057 als Herzog von Schwaben regierte und 1077 zum Gegenkönig gewählt wurde, jedoch drei Jahre später in der Schlacht bei Hohenmölsen umkam.[1]

Auf dem Inseli, das zu ihrem Eigengut gehörte, errichteten die Grafen von Rheinfelden im 10. Jahrhundert die Burg Stein. Zur landseitigen Sicherung der Inselburg entstand zusätzlich auf einer Felsterrasse am Südufer die «alte Burg». Diese befand sich im westlichen Teil der späteren Altstadt – vermutlich an der Stelle, an der heute der Schönauerhof und das Hugenfeldschulhaus stehen. Ein archäologischer Nachweis für den genauen Standort konnte bisher jedoch nicht erbracht werden.[2] Unter den Zähringern, die das Erbe der Grafen von Rheinfelden antraten, entwickelte sich um die «alte Burg» ein Marktflecken und später die Stadt. Zwischen beiden Rheinufern und zum Inseli verkehrte eine Fähre. Die erste Rheinbrücke dürfte in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstanden sein. Sie war zum einen durch die Burg gesichert, zum anderen durch einen zusätzlichen Turm, den heute nicht mehr existierenden «Böckersturm». Somit war die Brücke optimal gegen Angreifer geschützt.[3]

Mit dem Tod Bertholds V. starben die Zähringer 1218 aus und Kaiser Friedrich II. aus dem Haus der Staufer sicherte umgehend die Burg Stein für das Reich. Im selben Jahr wurde Rheinfelden eine Reichsstadt, die nicht zu der von der Burg aus verwalteten Grafschaft Rheinfelden gehörte. Papst Innozenz IV. exkommunizierte 1251 Friedrichs Sohn Konrad IV. Am 28. Juli 1252 gestattete er Bischof Berthold von Pfirt, die Burg (Castrum Rinvelden in medio Reni situm) zugunsten des Fürstbistums Basel in Besitz zu nehmen. Er begründete dies damit, dass Friedrich II. die Burg nicht für das Reich, sondern für sich und seine Nachkommen erworben habe. Während des Interregnums ab 1254 herrschten die Bischöfe auch über die Stadt. Der 1273 zum König gewählte Rudolf I. aus dem Haus Habsburg stellte die frühere rechtliche Situation wieder her. Die Burg Stein war mehrere Jahrzehnte Hauptwohnsitz der Habsburger und Aufbewahrungsort der Reichskleinodien; 1283 erliess Rudolf dort die Rheinfelder Hausordnung.[4]

Mit dem Amt des Burggrafen wurden in der Folge verschiedene Adelige der näheren und weiteren Umgebung betraut, beispielsweise aus den Geschlechtern Baldegg und Rötteln. Der in Geldnot geratene Herzog Friedrich IV. («mit der leeren Tasche») verpfändete 1405 die Burg an Jakob Zibol, einen reichen Basler Bürger. Die Rheinfelder befürchteten eine militärische Besetzung durch Basel und erklärten im Oktober 1409 Jahre eine Fehde. Sie schlugen einen Basler Angriff zurück und hielten die Burg bis zum Friedensschluss im Jahr 1412 besetzt.[5] 1418 fasste König Sigismund Stadt und Burg zu einer Herrschaft zusammen, die 1439 wieder habsburgischer Besitz wurde. Während des Alten Zürichkriegs war Rheinfelden mit Basel gegen die Habsburger verbündet. Ab August 1445 belagerten Basler Truppen zusammen mit Bernern und Solothurnern die Burg. Nach vier Wochen ergab sich die habsburgische Besatzung, die Burg wurde daraufhin geplündert und im Februar 1446 mit Ausnahme eines Brückenturms und der Kapelle geschleift.[6] Nach dem Waldshuterkrieg verpfändeten die Habsburger ganz Vorderösterreich an das Herzogtum Burgund. Die neuen Besitzer erwogen 1471 den Wiederaufbau der Burg, wofür sie Kosten von 3.000 Gulden veranschlagten; aufgrund der Burgunderkriege kam es jedoch nie dazu.[7]

Während des Holländischen Kriegs waren auf dem Inseli Kanonen platziert, die 1678 bei der Abwehr eines französischen Heeres zum Einsatz kamen. Die österreichische Regierung beschloss 1684, dort zur Verstärkung der Verteidigungsanlagen eine Artilleriefestung zu errichten. Diese entstand bis 1692 nach Plänen des Innsbrucker Hofbaumeisters Franz Martin Gumpp; ausführender Baumeister war Oberst Nicola Bertagnoni. Die kastellartige Festung, bei deren Bau die alte Kapelle abgerissen wurde, überragte alle Dächer der Stadt und bedeckte die gesamte Insel. 1694 versah man die Festung mit Blockhäusern, 1715 verstärkte man sie mit zwölf Grundpfeilern.[8] Als im September 1744, während des Österreichischen Erbfolgekriegs, ein französisches Heer unter Marschall Belle-Isle vor den Toren der Stadt stand, zog sich die österreichische Besatzung auf die Inselfestung zurück und kapitulierte nach wenigen Tagen Belagerung. Am 18. Dezember 1744 sprengten die Franzosen die Festung, ebenso den Böckersturm und andere Festungswerke.[9]

1843 wurden die letzten Trümmer des Kastells weggeräumt.[10] Von der Burganlage ist heute praktisch nichts mehr zu sehen. Lediglich ein kleiner, von Pflanzen überwucherter Rest der ehemaligen Stützmauer am südöstlichen Teil der Insel kann der alten Wehranlage zugeschrieben werden. Anstelle der Burg wurde um 1900 eine Parkanlage auf dem Inseli angelegt.

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von Rheinfelden (von Schwaben), Bertha (Berchta) (I10600)
 
48270 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Unspunnen

Burg Unspunnen

Die Burg Unspunnen auf dem Bödeli zwischen Thuner und Brienzersee (politische Gemeinde Wilderswil) war der Schauplatz des Unspunnenfestes von 1805, das am Ende der Helvetik die Versöhnung von Stadt und Land zelebrierte.

Die Burg bestand wohl seit dem frühen 12. Jahrhundert als Rundturm, vermutlich erbaut von einem der Herren von Rothenfluh, die ursprünglich südlich von Unspunnen eine Balmburg hatten. Der Name Unspunnen geht vermutlich auf einen keltischen Flurnamen ussubonno zurück. Die Erweiterung der Burg um den oberen Palas geht wohl auf Freiherr Burkhard von Unspunnen zurück, der die Burg im späten 12. Jahrhundert bewohnte. Burkhard soll um 1191 an einem gescheiterten Aufstand gegen die Zähringer beteiligt gewesen sein. Mit der Ehe mit Burkhards Tochter Ita ging die Burg an Rudolf II. von Wädenswil. Im 13. Jahrhundert kamen die Freiherren von Eschenbach in ihren Besitz und erweiterten sie mehrfach.

Walter IV. von Eschenbach-Schnabelburg verkaufte die Burg zusammen mit anderen Besitzungen im August 1306 an die Söhne von Albrecht von Habsburg. Ab 1316 war die Burg an die Herren von Weissenburg verpfändet. Aus Wut gegen eine Erhöhung der Abgaben zogen 1322 die Bewohner des Haslitals gegen die Burg, das Unternehmen war aber ein Misserfolg, und 50 Aufständische wurden auf Unspunnen eingekerkert und erst nach zwei Jahren von Berner Truppen befreit.

1397 kam die Burg in den Besitz der Berner, die sie 1398 für 5000 Gulden weiterverkaufte an die Familie von Scharnachthal, die im Jahr 1425 grössere Renovationsarbeiten durchführte. Ab 1515 war Bern wieder Burgherrin und setzte einen Statthalter ein, zog ihn aber bald wieder ab und gab die Burg dem Verfall anheim. Die Ruine wurde als Steinbruch verwendet, und erreichte erst wieder 1805 mit dem Unspunnenfest nationale Berühmtheit.

In den 1880er Jahren fanden Restaurierungen und Umbauten statt. Instandstellungen 1968/69 machten diese Änderung wieder rückgängig.

Literatur
Judith Bangerter-Paetz: Die Burg Unsprunnen bei Interlaken – geschichtliche Bedeutung und Untersuchungen zum Baubefund. In: Stefanie Lieb (Red.): Burgen im Alpenraum. Herausgegeben von der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern e.V., Michael Imhof Verlag, Petersberg 2012, ISBN 978-3-86568-760-9, S. 131–141. (Aus der Reihe: Forschungen zu Burgen und Schlössern, Band 14)
Weblinks
Commons: Burg Unspunnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Anne-Marie Dubler: Unspunnen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Burgenwelt: Burg Unspunnen 
von Unspunnen genannt von Thun, Burkhard (I1028)
 
48271 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Vehingen

Burg Vehingen

Burg Vehingen (auch Burg Vaihingen) ist eine abgegangene Höhenburg bei 252 m ü. NHN auf der Gemarkung von Vaihingen an der Enz in Baden-Württemberg.

Geschichte
Die Höhenburg auf dem Kaltenstein wurde 1096 als „Castrum Vaihingen“ erstmals urkundlich erwähnt.[1] Sie war zunächst in Besitz der Grafen von Vaihingen, die sie mit der Stadt um 1324 an die Markgrafen von Baden verkaufen mussten. 1334 kamen Burg und Stadt an die Grafen von Oettingen, die sie 1339[1] an das Haus Württemberg veräußerten.

Von der ehemals polygonal-oval angelegten Burg ist noch stauferzeitliches, um 1230 entstandenes[1] Buckelquader-Mauerwerk im Bereich der ehemaligen Schildmauer erhalten, die gegen Ende des 16. Jahrhunderts in den Mauerring des Nachfolgebauwerks Schloss Kaltenstein integriert wurde.[2]

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von Vaihingen (I11662)
 
48272 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Wartenstein_(Pf%C3%A4fers)

Burg Wartenstein (Pfäfers)

Die Ruinen der Burg Wartenstein stehen von weither sichtbar hoch über dem Rheintal auf einem steilen Felskopf südwestlich von Bad Ragaz an der Strasse zu Pfäfers im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Die Ruine der Höhenburg ist von der Strasse aus in ein paar Minuten über einen Fussweg gut zu erreichen. Der Name leitet sich ab vom Wort Warte und bedeutet «Stein, von dem Ausschau gehalten wird».

Geschichte
Wartenstein wurde um 1206 im Auftrag von Konrad von Zwiefalten errichtet, dem Abt des Reichsklosters Pfäfers. Erstmals erwähnt wird die Burg 1208, als Kaiser Otto IV. die Schirmvogtei über die Klostergüter an Ritter Heinrich von Sax verpfändete. 1210 verpfändete er die Vogtei an Heinrich von Falkenstein. 1217 wird die Burg als domum, quam Wartenstain nominartunt erwähnt.[1] 1257 kaufte Abt Rudolf III. von Bernang die Vogtei für 300 Mark Silber von den neuen Inhabern zurück, dem Reich und der Familie von Sax.

1261 wurden vom Kloster die Herren von Wildenberg als Klostervögte eingesetzt, die damals die Burg Freudenberg bei Bad Ragaz bewohnten. Im 14. Jahrhundert wurden die Grafen von Werdenberg-Heiligenberg Nachfolger der Wildenberger als Klostervögte. Deren Cousins, die Grafen von Werdenberg-Sargans, versprachen dem Abt, Wartenstein nicht zu schädigen oder gar an sich zu bringen.

1341 liess der Pfäferser Abt Hermann II. von Arbon die Burg umbauen und instandstellen. In der Festung wurde eine Kapelle errichtet, die heute allerdings nicht mehr lokalisiert werden kann. Um 1430 diente Wartenstein Abt Gerold von Eroltzheim als Residenz.

1482 wurde Sargans Landvogteisitz der Eidgenossen, die auch die Schirmvogtei über das Kloster Pfäfers und Wartenstein übernahmen. Im Schwabenkrieg wurde die Burg in einen kriegstüchtigen Zustand versetzt und diente den Eidgenossen als Stützpunkt. Nach dem Ende des Krieges wurde Wartenstein 1504 wieder der Abtei zurückgegeben. Unter Abt Wilhelm von Fulach wurde sie erneuert und mit Waffen ausgestattet. In der Reformationszeit liess der damalige Landvogt Aegidius Tschudi 1531 die Burg angesichts eines drohenden Klostersturms wieder besetzen.

Nach der Mitte des 16. Jahrhunderts beschreiben Quellen die Burg als baufällig. Die Abtei Pfäfers gab 1586 die wertlos gewordene Anlage auf und überliess sie den Anwohnern als Steinbruch. Nach dem Brand des Klosters 1665 liess Abt Bonifaz Tschupp die Burg zur Gewinnung von Baumaterial weitgehend abbrechen. 1838 wurde die alte Reichsabtei aufgelöst. Wartenstein ging in Staatsbesitz über und wurde dem Direktor der Kuranstalten in Bad Ragaz verpachtet. 1951 verhinderten Sicherungsarbeiten den fortschreitenden Zerfall. 1974 bis 1976 wurde die Kernburg und 1991 die ganze Anlage saniert.

Seit 1880 steht westlich der Ruine (an der Strasse nach Pfäfers) das Hotel Schloss Wartenstein.

Anlage
Der mächtige vierstöckige Wohnturm der oberen Kernburg mit seinen zwei Meter dicken Grundmauern war der zentrale Bau der Anlage. Er war über einen Hocheingang zugänglich und ab dem zweiten Stockwerk wohnlich eingerichtet. Neben Fensternischen sind Spuren eines Rauchabzugs erkennbar.

In einer zweiten Bauphase in der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden nördlich des Turms Wohn- und Wirtschaftsbauten errichtet. Sie wurden um 1400 wieder abgebrochen und wichen einem Zwinger mit Wehrmauer und einer Zisterne. Vom Zwinger sind noch drei Zinnen mit Balkenlöchern für den hölzernen Wehrgang erhalten. Damals wurde anstelle des alten Hocheinganges auch das Stichbogentor zum Turm ausgebrochen. In der jüngeren rund 50 Meter tiefer gelegenen Unterburg sind noch Spuren von mindestens fünf Gebäuden erkennbar.

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von Sax (von Calanca), Heinrich III (I12184)
 
48273 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burkhard_von_Erlach_(Hofmarschall)

Burkhard von Erlach (Hofmarschall)

Er entstammte dem Berner Uradelsgeschlecht von Erlach und war der Sohn von Burkhart von Erlach und dessen Ehefrau Adelheid Sigelmann aus Delémont. Durch die Heirat mit Erlachs Tochter Anna Lucretia von Erlach wurde Thomas von dem Knesebeck dessen Schwiegersohn.

Nach dem frühen Tod der Eltern verbrachte Erlach seine Kindheit bei seinem entfernten Verwandten Charles de Praroman, der als Abt dem Kloster Coland im Burgund vorstand. Mit 14 Jahren wurde Erlach 1580 an den Hof nach Dessau geholt, um hier zusammen mit dem nachmaligen Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg eine angemessene Schulbildung zu erhalten. Seinen Mitschüler und Freund Fürst Christian I. begleitete Erlach auch auf dessen Cavalierstour durch Italien, Frankreich, Großbritannien und auf dem Rückweg durch die Niederlande. Er folgte seinem Freund auch auf dem Kriegszug gegen Heinrich von Navarra und trat mit ihm zusammen in kurpfälzische Dienste. Erlachs Karriere spannte sich von der Stellung als Kammerherr über den Posten eines Gesandten bis hin zum Landrichter in der Oberpfalz. Später wurde er dort auch Pfleger. Fürst Christian I. blieb er aber immer unmittelbar als Stall- und Hofmeister verbunden. Während der Schlacht am Weißen Berg rettete Erlach seinem Fürsten nicht nur das Leben, sondern später auch noch dessen Fourage-Wagen.

Von Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen wurde Erlach 1622 in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Der Fürst verlieh ihm den Gesellschaftsnamen der Gesunde und das Motto scheuet kein Gift. Als Emblem wurde ihm die Raute zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Erlachs Eintrag unter der Nr. 52. Er verfasste zum Dank an seine Aufnahme ein Reimgesetz, welches aber eher an ein Gebet erinnert:

Lieb gott von ganzen hertzen dein
von ganzer sell vnd krefften Rein
dem nehsten so deiner hülff begertt
mit raht vnd tatt dien vnbeschwertt.

In Bernburg avancierte Erlach unter Fürst Christian I. zum Hofmarschall. Als der Fürst am 17. April 1630 starb, blieb Erlach dem Hof treu und diente auch dem Nachfolger Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg. 
von Erlach, Burkhard (I58126)
 
48274 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Bussnang

Bussnang (lokal Busslig genannt) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Weinfelden des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Geographie
Bussnang liegt am Südufer der Thur gegenüber der Stadt Weinfelden. Zu Bussnang gehören die Dörfer und Weiler Friltschen, Lanterswil, Mettlen, Neuberg, Niederhof, Oberbussnang, Oberoppikon, Oppikon, Puppikon, Reuti, Rothenhausen, Schmidshof, Stehrenberg, Unteroppikon, Weingarten sowie Wertbühl.

Bussnang grenzt im Nordwesten an Amlikon-Bissegg, im Norden an Weinfelden, im Nordosten an Bürglen, im Südosten an Schönholzerswilen, im Süden an Wuppenau, im Südosten an Braunau und im Osten an Affeltrangen.

Geschichte
Die erste urkundliche Nennung von Bussnang datiert vermutlich aus dem Jahre 822 als Pussinwanc.

Im Jahre 1978 wurden nach dem Thurhochwasser oberhalb des Ganggelistegs, einer schmalen, 1882 erbauten Hängebrücke nach Bussnang, die Überreste einer römischen Holzbrücke gefunden, die seit dem Jahre 124 nach Christus die Thur überquerte.

Im frühen Mittelalter war die grösste Grundbesitzerin in Bussnang das Kloster St. Gallen. Im späten Mittelalter erhielten die Freiherren von Bussnang die Rechte über die Gegend. Diese mussten ihren Besitz nach den Appenzellerkriegen jedoch verkaufen, wodurch die Rechte im Jahre 1442 an Weinfelden übergingen.

Die heutige politische Gemeinde Bussnang entstand am 1. Januar 1996 durch Zusammenlegung der früheren Munizipalgemeinde Bussnang mit deren ehemaligen Ortsgemeinden Friltschen, Lanterswil, Mettlen, Oberbussnang, Oppikon, Reuti und Rothenhausen.

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von Bussnang, Klara (I11326)
 
48275 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Büttikon

Büttikon (schweizerdeutsch: ˈpʏtikχə) ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Aargau. Sie gehört zum Bezirk Bremgarten und liegt am westlichen Rand des Bünztals.

Geographie
Das Dorf liegt auf einer weitläufigen Hochebene zwischen zwei Ausläufern des Lindenbergs. Es sind dies die Nässi (570 m ü. M.) im Osten und das Bärholz (510 m ü. M.) im Norden. Die Ebene erstreckt sich von Südost nach Nordwest in Richtung Villmergen und wird durch den Hinterbach entwässert, einem Zufluss der Bünz. Nach Nordosten hin fällt die Ebene steil zum Bünztal ab.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 282 Hektaren, davon sind 93 Hektaren mit Wald bedeckt und 33 Hektaren überbaut.[5] Der höchste Punkt befindet sich auf 570 Metern auf der Nässi, der tiefste auf 445 Metern am Ostabhang des Bärholzes. Nachbargemeinden sind Wohlen im Norden, Waltenschwil im Osten, Uezwil im Süden, Sarmenstorf im Südwesten und Villmergen im Westen.

Geschichte
Am nordöstlichen Dorfrand am Abhang gegen der zur Gemeinde Waltenschwil gehörenden Ortschaft Büelisacher wurden Mitte des 19. Jahrhunderts römische Siedlungsspuren entdeckt, die eine Besiedelung der Gegend zur Römerzeit nachweisen.[6] Die erste urkundliche Erwähnung von Putinchova erfolgte im Jahr 893 in einem Zinsrodel der Fraumünsterabtei in Zürich. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Putinghofun und bedeutet «bei den Höfen der Sippe des Poto», die heute verwendete Form erschien erstmals 1394.[3]

Die Burg von Büttikon, von der keinerlei Überreste erhalten geblieben sind, war im Mittelalter der Stammsitz der Herren von Büttikon, einem bedeutenden Ministerialengeschlecht der Habsburger. Bereits im 13. Jahrhundert zogen sie auf die Burg Wikon bei Zofingen, von wo aus sie über grössere Gebiete in den Tälern der Wigger und der Suhre sowie im Seetal herrschten. Nach der Schlacht bei Sempach von 1386 verloren sie stark an Einfluss. Der letzte der Linie starb 1558 ohne Nachkommen.

Das Dorf lag zunächst im Herrschaftsbereich der Grafen von Kyburg. Nachdem diese 1264 ausgestorben waren, wurden die Habsburger die neuen Landesherren. Der Zehnten musste im Kloster Muri abgeliefert werden. 1415 eroberten die Luzerner die Dörfer Büttikon, Hilfikon, Sarmenstorf, Uezwil und Villmergen. Doch 1425 mussten sie das Gebiet an den gemeinsamen Besitz der Eidgenossen zurückgeben. Büttikon lag nun im Amt Villmergen der Freien Ämter, einer gemeinen Herrschaft. Im 17. und 18. Jahrhundert bestand eine Ziegelei, deren Erzeugnisse auch in Zürich sehr begehrt waren.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Büttikon bildete zusammen mit Hilfikon eine Gemeinde im Distrikt Sarmenstorf des kurzlebigen Kantons Baden. Bei der Gründung des Kantons Aargau im Jahr 1803 wurde Hilfikon wieder abgetrennt. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb Büttikon landwirtschaftlich geprägt. Die Bevölkerung stagnierte bis 1960 bei knapp über 300. Dann setzte jedoch eine verstärkte Bautätigkeit ein und die Einwohnerzahl stieg bis heute um mehr als das Doppelte.

Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Von Rot und Weiss fünfmal schräg geteilt, die weissen Plätze belegt mit sechs (2,3,1) blauen Eisenhüten.» Auf dem Gemeindesiegel von 1811 war in Blau ein schwarzer Kochkessel mit Kelle über grünem Dreiberg zu sehen. Dabei handelte es sich um das Wappen der Familie Koch, die es 1622 auf einem gestifteten Steinkreuz anbringen liess. Später hielt man es fälschlicherweise für das Gemeindewappen. 1957 wurde das historisch berechtigte Wappen der Herren von Büttikon eingeführt, das bereits seit dem 13. Jahrhundert belegt ist.

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von Büttikon, Henmann (Johannes) (I2783)
 
48276 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Cadell_ap_Brochfael

Cadell ap Brochfael † 808), war von 773 bis 808 Herrscher des keltischen mittelalterlichen Königreiches Powys, das im nordöstlichen Teil von Wales (Walisisch: Cymru) in Britannien gelegen war. Es gelang ihm, trotz Rivalität mit den benachbarten walisischen Königreichen und vor allem trotz der Bedrohung durch das angelsächsische Königreich Mercia, die Unabhängigkeit seines Königreiches zu bewahren.

Herkunft
Cadell stammt aus der Gwertherion- (Gwrtheyrnion-)Dynastie, die den Namen ihres eponymen Stammvaters, des römisch-keltischen Kriegsherren Vortigern (walisisch: Gwrteyrn) trägt, der bald nach dem Rückzug des Römischen Reiches aus Britannien im Jahr 410 n. Chr. zum mächtigsten Kriegsherren in Britannien aufgestiegen war. Auf ihn wird auch die folgenschwere Einladung der Sachsen zur Ansiedlung in Britannien zurückgeführt, die zur weitgehenden Verdrängung des keltischen Charakters von Britannien führte.[3] Er war der Tradition nach mit Severa einer Tochter des römischen Generals Magnus Maximus verheiratet, der 383 von den römischen Truppen in Britannien zum Römischen Kaiser aufgerufen wurde.

Der Vater von Cadell ap Brochfael war, wie die Säule des Eliseg (Elisedd) festhält, Brochfael ap Elisedd (Brochfael Sohn des Elisedd), der von 755 bis 773 als König von Powys regierte. Er war damit ein Enkel von war Elisedd ap Gwylog (Elisedd Sohn des Gwylog), König von Powys von etwa 725 bis um 755, dem zu Ehren um 850 von Cadells Sohn, Cyngen ap Cadell, die so genannte Säule des Eliseg (englisch: Pillar of Eliseg) errichtet wurde.

Von Cadells Mutter ist weder der Name noch die Herkunft bekannt.

Leben
Cadell ap Brochfael folgte auf seinen Vater Brochfael ap Elisedd in den Jahren 773 – 808 als König von Powys. Sein Leben wurde wesentlich durch die Entwicklung der benachbarten Staaten, insbesondere des angelsächsischen Königreiches Mercia im Osten, sowie der walisischen Königreiche im Westen und Süden beeinflusst.

Beziehungen zu Mercia
Das expansive Königreich Mercia, gegen das sich schon sein Großvater Elisedd und sein Vater Brochfael verteidigen mussten, erwies sich auch für Cadell ständige Bedrohung. Dies, da dort mit König Offa (757–796) ein machtbewusster und tatkräftiger Herrscher an der Macht war, der die nach dem Tod von König Aethelred verloren gegangene Hegemonie des Königreiches Mercia über die anderen angelsächsischen Königreiche energisch wieder herstellte. König Offa wandte sich jedoch wie zu erwarten auch gegen seinen westlichen Nachbarn, das Königreich Powys. Wie die walisischen Chroniken, die Annales Cambriae berichten, unternahm Offa von Mercia mehrfach Militärexpeditionen nach Wales, so etwa in den Jahren 778, 784 und 796. Die Hauptlast dieser Angriffe hatte naturgemäß der nächste Nachbar – das Königreich Powys zu tragen. Es zeigt sich, dass es dabei zu Landverlusten des Königreichs Powys kam und dass andererseits diese Grenzkonflikte keineswegs einseitig waren, sondern es auch Angriffe von Cadell und anderer walisischer Fürsten gab.

Dies ergibt sich aus dem Umstand, dass König Offa sich gezwungen sah, die Grenze gegen Powys durch einen neuen gewaltigen Grenzwall zu schützen, obwohl der von seinem Vorgänger, König Aethelbald von Mercia (716 bis 757) um 750 errichtete Grenzwall gegen Wales, der Wat's Dyke, wohl noch funktionsfähig war. Offas Grenzwall „Offa's Dyke“ war nicht nur eine verbesserte Version des Wat's Dyke, sondern auch erheblich länger (103 km!) und einige Kilometer weiter im Westen angelegt, um Landgewinne zu sichern. Er wurde auch so angelegt, dass er strategisch wichtige Einblicke auf walisisches Gebiet bot. Bis heute ist der massive Erdwall mit vorgelagertem Graben nicht nur sichtbar, sondern weist stellenweise noch die ursprüngliche Breite von fast 20 Metern eine (reduzierte) Höhe von 2,4 Metern auf.

Dieser Wall, der gegen Ende des 8. Jahrhunderts entstand, definiert – mit Abweichungen – bis heute die Grenze zwischen England und Wales.

Beziehungen zu den walisischen Nachbarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Zwischen den mittelalterlichen walisischen Königreichen gab es einen ständigen Kampf um die Vorherrschaft in Wales, der zu zahlreichen internen Konflikten führte. Powys wurde wiederholt von den benachbarten Königreichen – insbesondere von Gwynedd – bedroht. Aus der fraglichen Zeit liegen jedoch kaum urkundliche Nachrichten vor, sodass über vermutliche nachbarschaftliche Konflikte keine konkreten Hinweise bestehen. 
von Powys (ap Brochfael), König Cadell (I29916)
 
48277 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Cadell_ap_Rhodri

Cadell ap Rhodri (* 854/861; † 909) war als Teil-Nachfolger seines Vaters Rhodris des Großen in der Zeit von 878 bis 909 König des mittelalterlichen keltischen Kleinkönigreiches Seisyllwg, das im Südwesten von Wales lag. Er eroberte das im Westen gelegene benachbarte walisische Königreich Dyfed und wurde zum Stammvater der so genannten Dinefwr-Dynastie, die das Königreich (Fürstentum) Deheubarth bis in das 13. Jahrhundert regierte.

Herkunft
Ursprung
Cadell ap Rhodri stammt aus einer sehr alten keltischen Herrscherfamilie, die sich der Tradition nach bis auf den historisch nachweisbaren Caswallon (für die Römer: Cassivellaunus) zurückführen lässt, der um die Zeit zwischen 60 und 48 v. Chr. lebte und zur Zeit der römischen Invasion von Britannien im Jahr 54 v. Chr. dort als Hochkönig der Briten den Widerstand gegen den zweiten Britannienfeldzug von Julius Caesar leitete.[1] Dessen Nachkommen herrschten nach dem Abzug der römischen Legionen im Jahr 410 rund vierhundert Jahre über das Königreich Gwynedd.

Nähere Vorfahren
Nähere direkte Vorfahren von Cadell ap Rhodri in männlicher Linie waren u. a.:

Coel Hen (Coel der Alte) der nach dem Abzug der Römer um 410–430 Herrscher im nördlichen Britannien war und sich gegen Vorstöße der Pikten und der Iren verteidigen musste.[2]
Gwriad König der Isle of Man (cl. c. 800) an den das „Crux Guriad“ (Kreuz des Gwriad) in Maughold auf der Isle of Man (Insel Man) erinnert.[3] Er war mit Esyllt ferch Cynan (Esyllt, Tochter des Cynan) Prinzessin von Gwynedd, einer Tochter von Cynan Dindaethwy ap Rhodri, König von Gwynedd (798–816) verheiratet, woraus sich später der Anspruch seines Sohnes, Merfyn Frych ap Gwriad († 844), auf dieses Königreich stützte.

Eltern
Der Vater von Cadell ap Rhodri war Rhodri der Große (walisisch Rhodri Mawr), auch Rhodri ap Merfyn Frych (Rhodri, Sohn des Merfyn des Sommersprossigen) genannt (* ca. 820; † 878). Dieser wurde 844 nach dem Tod seines Vaters König von Gwynedd (844 bis 878), durch den Tod seines mütterlichen Onkels 854 König von Powys (854 bis 878) und durch den Tod seines Schwagers 871 König von Seisyllwg (855 bis 878) und dadurch zum Herrscher eines Großteils von Wales.[5] Dies und die erfolgreiche Abwehr von Angriffen der Angelsachsen und der Wikinger trugen ihm als erstem walisischen Herrscher den Ehrentitel „der Große“ ein.

Die Mutter von Cadell ap Rhodri war Angharad ferch Meurig (* ca. 825 in Ceredigion in Wales). Sie war eine Tochter des Meurig ap Dyfnwallon, König von Seisyllwg (cl. c. 850) und die Schwester des Gwgon ap Meurig, des letzten Königs von Seisyllwg aus diesem Haus, der 871 unter nicht ganz geklärten Umständen ertrank, wodurch das Königreich Seisyllwg an ihren Ehemann, Rhodri den Großen fiel.

Leben
König von Seisyllwg
Cadell ap Rhodri wurde um 854, nach anderen 861 als einer der jüngeren Söhne von Rhodri dem Großen geboren, der dank Familienpolitik und Geschicklichkeit fast ganz Wales in seiner Hand vereinigt hatte. Nach dessen Tod zerfiel sein Reich durch Aufteilung an seine drei Söhne wieder in Kleinkönigreiche. Cadell erhielt bei dieser Aufteilung das Königreich Seisyllwg, das sich im südwestlichen Teil von Wales befand. Dem entsprechen heute etwa die moderne Unitary Authority Ceredigion, ein Teil von Carmathenshire und die Halbinsel Gower. Der Name leitet sich von König Seisyll ab, der das Königreich Ceredigion an der Wende vom 7. zum 8. Jahrhundert regierte. Es ist möglich, aber nicht gesichert, dass die Errichtung des Königreiches Seisyllwg auf ihn zurückgeht. Seisyllwg zählt daher nicht zu den ältesten Kleinkönigreichen von Wales, da es erst nachträglich aus der Zusammenlegung der Kernregion – dem Königreich Ceredigion – mit den Regionen Cantref Mawr und Ystrad Tywi entstand.

Das Königreich Seisyllwg wurde jahrhundertelang von der Familie von Cadells Mutter, Angharad ferch Meurig (* ca. 825 in Ceredigion, Wales), regiert, die sich von König Ceredig, einem Sohn des Cunedda ableitet, der um 470 lebte und als der eponyme Stammvater des Königreiches Ceredigion gilt. Zu dieser Familie zählt auch der Landespatron der Heilige David, (walisisch Dewi Sant) († 589), der im 6. Jahrhundert als Missionar, Bischof und Stifter von Klöstern wirkte und an den die St David's Cathedral in der gleichnamigen Stadt in der Grafschaft Pembrokeshire am westlichsten Punkt von Wales erinnert.

Diese Dynastie, deren Stammfolge nur unvollständig überliefert ist, endete jedoch mit Gwgon ap Meurig, dem Bruder der Mutter von König Cadell, der als letzter König von Seisyllwg aus dem Haus des Ceredig im Jahre 871 ertrank, worauf Cadells Vater Rhodri der Große dessen Königreich annektierte.

König von Dyfed
Cadell war jedoch ambitioniert, tat sich mit seinen Brüdern zusammen und eroberte das westlich von seinen Ländern gelegene walisischen Königreich Dyfed. Der letzte König von Dyfed, Llywarch ap Hyfaidd wurde von Cadell um das Jahr 904 besiegt und anschließend rituell ertränkt. Dessen Bruder Rhodri ap Hyfaidd ließ sich daraufhin zum König ausrufen, wurde jedoch schon im nächsten Jahr gestürzt und enthauptet. Cadell folgte daher als König von Dyfed. Um dem Übergang der Herrschaft eine rechtliche Grundlage zu geben, verheiratete Cadell seinen Sohn Hywel Dda (Hywel der Gute) (* ca. 880, † 950) mit Elen, der Tochter von König Llywarch, der damit das Königreich „erbte“. 
von Gwynedd (ap Rhodri), König Cadell (I29986)
 
48278 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Cadwallon_ap_Cadfan

Cadwallon ap Cadfan († 634), auch Cadwalader, Caswallon oder Catgublaun war ein König des walisischen Königreichs Gwynedd.

Er war der Sohn von Cadfan ap Iago und wurde nach dem Tod seines Vaters um 625 König von Gwynedd, das sich damals über Nordwales und bis nördlich des Mersey, vielleicht sogar bis Carlisle erstreckte. Er soll mit einer Tochter von Pybba, dem König von Mercia verheiratet gewesen sein. Zwischen seinem Reich, dem walisischen Gwynedd und dem angelsächsischen Königreich Northumbria bestand eine tiefe Feindschaft. Der angelsächsische König Æthelfrith hatte die Waliser 613 in der Schlacht von Chester entscheidend geschlagen. Aus Rache für diese Niederlage plünderte Cadwallon 629 Northumbria, doch wurde er von Edwin, dem Nachfolger Æthelfriths, bei Morpeth besiegt und zurück nach Wales gedrängt. Dort wurde er auf der Insel Glannauc, vermutlich Priestholm bei Anglesey belagert und musste schließlich 631 nach Irland flüchten.

Schon 632 kehrte er nach Wales zurück und verbündete sich, obwohl er selbst ein Christ war, mit seinem Schwager Penda, dem heidnischen König von Mercia. Zusammen fielen sie in Northumbria ein und besiegten am 12. Oktober 633 Edwins Armee in der Schlacht von Hatfield Chase nordöstlich von Doncaster. Edwin und sein Sohn Osfrith fielen in der Schlacht und Northumbria wurde anschließend von den Siegern geplündert. Bei den Plünderungen sollen die Waliser unter Cadwallon ihre heidnischen Verbündeten noch übertroffen haben. Cadwallon schwor, alle Angelsachsen aus England zu vertreiben. Der Bischof von York, Paulinus, flüchtete mit der Witwe von Edwin und deren Kindern nach Kent. Northumbria zerfiel nach dieser Niederlage wieder in zwei Reiche, Deira und Bernicia. Obwohl sich Osric von Deira mit Eanfrith von Bernicia verbündete und beide ihren christlichen Glauben ablegten, um vermutlich die Mercier für sich zu gewinnen, wurden sie 634 von Cadwallon besiegt und getötet. Im gleichen Jahr sammelte jedoch Oswald, ein jüngerer Bruder Eanfriths und Neffe Edwins, eine neue Armee und verbündete sich mit Domnal, dem irisch-schottischen König von Dalriada. Cadwallons zahlenmäßig überlegene Armee wurde von Oswald und Domnal nördlich des Hadrianswalls überrascht und in der Schlacht von Heavenfield vernichtend geschlagen. Cadwallon konnte zunächst flüchten, wurde aber bei Denisebun eingeholt und getötet. Mit der Niederlage und dem Tod Cadwallons erlangten die Angelsachsen wieder die Vorherrschaft über Nordengland zurück.

In Gwynedd riss nach seinem Tod Cadafael ap Cynfedw die Macht an sich. Cadwallons Sohn Cadwaladr konnte nach dessen Tod 654 wieder die Macht in Gwynedd zurückerobern.

 
von Gwynedd (ap Cadfan), König Cadwallon (I30038)
 
48279 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Candavene

Candavene

Das Candavene war die Familie der ersten Grafen von Saint-Pol.

Geschichte
Es regierte vom 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Bezeichnung rührt vom Beinamen des Grafen Hugo II., dessen Bedeutung jedoch umstritten ist.

Die Familie starb etwa 1240 aus und hinterließ ihren Besitz dem Haus Châtillon.

Mehr, auch Stammliste unter dem Link oben.. 
von Saint Pol (Haus Candavène), Elisabeth (I8485)
 
48280 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Cangrande_II._della_Scala (Jun 2018 / Aug 2023)

Cangrande II. della Scala war zwischen 1351 und 1359 der sechste Herrscher aus der Signoria der Scaliger und regierte de jure zusammen mit seinen beiden jüngeren Brüdern Paolo Alboino und Cansignorio della Scala.

Das von Chronisten mit 7. Juni 1332 überlieferte Geburtsdatum stimmt mit dem Tag überein, als Brescia von seinem Vater erobert wurde und scheint deshalb nach Varanini wenig glaubwürdig. Von seiner Kindheit und Jugendzeit sind nur sehr spärliche Informationen bekannt. 1337 wurde er zum Ritter geschlagen geschlagen. Kurz vor dem Friedensschluss mit Venedig und Florenz im Januar 1339 verweigerte sein Vater seinen Austausch für den in Venedig in Gefangenschaft gehaltenen Alberto II. della Scala, Bruder und Mitregent von Mastino II.[1]

Zwischen 1348 und 1349 stand er in einigen Feldzügen gegen die Gonzaga aus Mantua an der Seite seines Onkels Alberto II. Im Mai 1350 wurde seine Heirat mit Elisabeth von Bayern, der Tochter von Ludwig IV. arrangiert, die er im November des gleichen Jahres heiratete. Die verwandtschaftliche Beziehung zu den einflussreichen Wittelsbachern soll laut zeitgenössischen Chronisten sich nicht positiv auf sein Verhalten ausgewirkt haben.[1]

Nach dem Tod seines Vaters im Juni 1351 verzichtete sein Onkel auf die alleinige Regentschaft und übertrug sie Cangrande II. und seinen beiden jüngeren Brüdern. De facto übte sie, auch nach dem Tod seines Onkels Alberto im September 1352, aber allein Cangrande II. aus. Gleich zu Beginn seiner Regentschaft musste er sich mit den aufstrebenden Visconti aus Mailand auseinandersetzen. Schwierigkeiten bereiteten ihm aber auch die Castelbarco im südlichen Trentino, so dass er Ende 1352 an der Spitze eine Heeres gegen die Castelbarco im Vallagarina zog. Erst durch die Intervention seines Schwagers Ludwig V. konnte der Streit mit den Castelbarco geschlichtet werden. Casagrande II. kam die schwierige Aufgabe zu, die von Mastino II. begonnene Bündnispolitik fortzusetzen. Insbesondere sah er sich mit den schwierigen Beziehungen zu den Viscontis, seine Schwester Beatrice della Scala mit Bernabò Visconti verheiratet worden, im Kampf um Macht und Einfluss in Oberitalien konfrontiert. Im Dezember 1353 schloss er sich dem gegen die Visconti gerichteten Bündnis an, dem Venedig, die Este, die da Carrara und die Manfredi angehörten.[1]

Als er sich im Februar 1354 mit seinem Bruder Cansignorio in Bozen aufhielt, um nach einigen Quellen den Grafen von Tirol für das Bündnis gegen die Visconti zu gewinnen, putschte sich sein Halbbruder Fregnano della Scala mit Unterstützung der Gonzaga und einigen den Scaligern in Verona feindlich gesinnten Familien der städtischen Führungsschicht an die Macht und ließ sich zum Herrn von Verona ausrufen.[2]

Nachdem ihn die Nachricht vom Umsturz seines Halbbruders erreichte, eilte er nach Vicenza in der sein treuer Berater Giovanni della Scala Zuflucht gefunden hatte. In Vicenza stellte er ein Heer auf und zog mit ihm nach Verona. Der Umsturzversuch endete schließlich mit dem Tod Fregnanos, der im Kampf um die Stadt am 25. Februar 1354 fiel.[3]

Der Komplott seines Halbbruders gab Cangrande II. den Anlass, gnadenlos gegen Widersacher und vermeintliche Verschwörer vorzugehen. Er nutzte es aber auch als Vorwand, das administrative Gefüge der Stadt nach seinen Vorstellungen umzugestalten, auch wenn er zunächst darauf verzichtete alteingesessene Einrichtungen, wie den Großen Rat, aufzulösen.[1]

Im Sommer 1354 begann der Krieg gegen Mailand. Im Bündnis gegen Mailand, dem sich mittlerweile auch die Gonzaga angeschlossen hatten, spielte Cangrande II. keine bedeutende Rolle, zumal der Konflikt bereits im Oktober des gleichen Jahres mit dem Tod Giovanni Viscontis beendet war.[1]

Um sich besser vor zukünftigen Übergriffen zu schützen, gab er noch 1354 den Auftrag zum Bau der Burg San Martino Aquaro später bekannt als Castelvecchio. Die am Rande der damaligen Stadt gelegene Scaligerburg symbolisiert die zunehmende Distanz, die sich zwischen den Scaligern und der Bevölkerung aufgebaut hatte. Die in kurzer Zeit errichtete Burg, für deren Finanzierung Cangrande II. die Steuern anzog, verfügte mit der Ponte Scaligero eine nur den Scaligern und ihren Vertrauten vorbehaltene Brücke, über die sie sich bei Gefahr auf die andere Seite der Etsch zurückziehen könnten. Nach der Fertigstellung der Burg 1356 residierte er mit engen Vertrauten von der Burg aus. Zudem umgab er sich mit deutschen Rittern, die sein Schwager Ludwig V. ihm zu seinem persönlichen Schutz zur Verfügung stellte.[4]

Außenpolitisch hielt er sich nach dem Februar 1354 weitgehend zurück. Auch nach dem Einfall der Ungarn unter König Ludwig I. nach Venetien 1356 vermied er es eindeutige Positionen zu beziehen. Zwar hofierte er vor dem Ungarn, vermied es aber gemeinsam gegen dessen Widersacher Venedig vorzugehen. Zwischen 1358 und 1359 bot er seinem Schwager Bernabò Visconti eine mehr symbolische Hilfe bei dessen Belagerung von Bologna.[1]

Innenpolitisch fiel der mit dem Spitznamen Can rabioso (dt. tollwütiger Hund) betitelte Cangrande II., den er sich für seine despotische Regierungsweise zueignete, in seinen letzten Regierungsjahren von 1356 bis 1359 insbesondere durch seine Steuerpolitik auf. Auf seinem Heer gestützt, erhöhte er Steuern und Abgaben und versuchte zugleich soviel Reichtümer wie möglich für seine unehelichen Kinder anzuhäufen.[5][1]

Womöglich weil er um sein Leben fürchtete, fasste er im November 1359 sein Testament ab. Im Testament benannte er als Universalerben zwar seine jüngeren Brüder Paolo Alboino und Cansignorio, einige Wochen zuvor hatte er aber bereits wesentliche Geldsummen zugunsten seiner unehelichen Kinder nach Venedig transferieren lassen.[1]

Wenige Wochen danach wurde er am 14. Dezember 1359 von seinem Bruder Cansignorio auf offener Straße in Verona ermordet. 
della Scala (Scaliger), Herr von Verona Cangrande II. (I11090)
 
48281 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Carlo_I._Gonzaga (Aug 2023)

Sein Vater, Luigi Gonzaga (auch Ludovico genannt)[1], war der nachgeborene Sohn des Herzogs Federico II. von Mantua († 1540). Luigi war als Kind nach Frankreich gekommen (1549) und hatte dort in den 1560er Jahren die Linie Gonzaga-Nevers (franz.: Gonzague-Nevers) begründet. Carlo wuchs daher ebenfalls dort auf. Als Erbe seiner Mutter, Henriette de Cleves, wurde er auch Herzog von Nevers und Rethel.

Solange die Hauptlinie des Hauses Gonzaga (Gonzaga di Mantova) in Nord-Italien bestand und herrschte (Herzogtümer Mantua und Montferrat), hielt Carlo sich an der Maas und im Nordosten des Königreichs Frankreich auf: Als Fürst von Arches an der Maas galt er als unabhängiger Herrscher (prince souverain); dort gründete er die Stadt Charleville (1606). Auch stand er einige Jahre in Diensten der französischen Krone, für die er (offiziell bis 1631) das machtvolle Amt des Gouverneurs von Champagne und Brie verwaltete. Im Sommer 1622 gelang es ihm, den Einfall eines herrenlosen Söldnerheeres unter Ernst von Mansfeld nach Frankreich abzuwenden.[2]

Nach dem Aussterben der Hauptlinie der Gonzaga 1627 und dem Mantuanischen Erbfolgekrieg wurde Carlo Gonzaga im Zusammenhang mit dem Frieden von Cherasco 1631 von Kaiser Ferdinand II. mit Mantua und Montferrat belehnt, nachdem sein Vorgänger, Herzog Vincenzo II. Gonzaga auf dem Sterbebett in etwa diese Regelung dokumentiert hatte, indem er seine Erbnichte Maria Gonzaga am 25. Dezember 1627 mit Carlos Sohn Carlo II. Gonzaga verheiratete. 
Gonzaga, Herzog Carlo I. (I42164)
 
48282 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Friedrich_Hatzfeldt_zu_Gleichen

Carl Friedrich Hatzfeldt zu Gleichen

Der Sohn des k.k. Geheimen Rates Franz Hatzfeldt zu Gleichen und Anna Charlotte, geborene Gräfin von Stadion zu Warthausen, war für den geistlichen Stand vorgesehen. Bereits in jungen Jahren wurde er Domherr zu Mainz. 1737 trat Hatzfeldt als kaiserlicher Kämmerer in den Staatsdienst des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ein. Nach dem Tode Karls VI. blieb er in den Diensten der Habsburger und wechselte 1741 als königlicher böhmischer Appellationsrat nach Prag. Bis zur Auflösung der Statthalterei war er supernumerärer Statthalter und wirkte danach als Beisitzer der Kammer in Prag. 1749 wurde Hatzfeldt zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt.

1761 erfolgte seine Berufung zum Präsidenten des Appellationsgerichtes in Prag, der Deutsch-Erbländischen Credits-Deputation sowie der Ministerial-Banco-Deputation. Damit übernahm er die Leitung des gesamten österreichischen Kreditwesen und die Aufsicht über die Wienerische Stadt Banco. Seine Aufgabe war die Reformierung und Vereinigung des Staatskredit- und Kassenwesens zu einer Generalkasse. Hatzfeldt schließlich auch zum Präsidenten der Generalkassendirektion ernannt.

Nach der Krönung Kaiser Franz I. wirkte Hatzfeldt an der Neuordnung der Staatsfinanzen und des Rechnungswesens mit. Auf seinen Vorschlag hin erfolgten Änderungen der Staatsschuldverschreibungen und die Einführung der Kassenjournale. Für seine Verdienste wurde ihm am 6. Mai 1764 als ersten Deutschen das Großkreuz des St. Stefansordens verliehen. Im Mai 1765 wurde Hatzfeldt unter Beibehaltung seiner bisherigen Ämter in Nachfolge des Grafen von Herberstein zum Präsidenten der Hofkammer ernannt.

Nach dem Tode Franz I. kam es zwischen Hatzfeld und dem Präsidenten der Hofrechnungskammer Ludwig von Zinzendorf zum Machtkampf, in dem Hatzfeld die von Zinzendorf vorgesehene Schaffung einer dezentralen Länderbank und einer staatlichen Handelsgesellschaft scharf angriff. Am 6. Juni 1768 legte Hatzfeldt das „Friedens- und Kriegssystem“ zur Neuordnung der Staatsfinanzen vor, das am 5. Mai 1769 durch Maria Theresia nach heftigem Widerstand Zinzensdorfs in Kraft gesetzt wurde. Am 1. August 1771 erfolgte daraufhin in Realisierung der Pläne Hatzfeldts die Einführung des Papiergeldes. 1775 erzielte die Staatskasse erstmals einen Überschuss.

Nach seiner Ernennung zum obersten Kanzler der Hofkanzlei für Österreich und Böhmen übergab Hatzfeldt seine weiteren Ämter (Präsident der Hofkammer und der Ministerial-Bankodeputation, sowie das des Kommerzien-Hofrates) 1771 an Leopold Kolowrat. Im selben Jahr erfolgte auf Vorschlag Josefs II. Hatzfeldts Ernennung zum dirigierenden Staatsminister und Nachfolger Starhembergs. Die klerikalen und konservativen Ansichten Hatzfeldts zeigten sich zunehmend unvereinbar mit den Staatsreformplänen Josefs. 1772 beantragte er die Aussetzung der Verhandlungen über die Aufhebung der Todesstrafe und ein Jahr später legte er einen Entwurf für ein Regierungssystem vor, das auf der Beibehaltung des Katholizismus als Staatsreligion basierte und die feudale Hofhaltung und den Reichtum des Adelsstandes als Quelle des Volkswohlstandes ansah, wo bei Erhaltung des Adels zur Hauptaufgabe der Regierung erklärt wurde.

Bis zu seinem Tode übte Hatzfeldt das Amt des Minister für die inländischen Geschäfte aus.

Nach dem Tode seines Vaters erbte er 1733 die böhmische Herrschaft Dlaschkowitz. Er förderte den Granatabbau in Podseditz, wo er 1773 die Siedlung Neugründel errichtete. 1779 ließ Hatzfeldt zu Granatfabrik Podseditz errichten und legte damit den Grundstein zur Granatindustrie im Böhmischen Mittelgebirge. 1773 erwarb er die westböhmische Herrschaft Chlumcan.

Carl Friedrich Hatzfeld zu Gleichen war ein Urgroßneffe von Melchior von Hatzfeldt als Urenkel von dessen Bruder Hermann. 
von Hatzfeldt-Wildenburg-Crottorf, Carl Friedrich (I58099)
 
48283 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_von_Scharnachthal

Caspar von Scharnachthal entstammte der einflussreichen Familie von Scharnachtal aus dem bernischen Herrschaftsgebiet. Sein Vater Franz von Scharnachthal († 1439)[1] hatte das Amt des Schultheissen von Thun inne, während seine Mutter Margarete (1400–1442), als die Tochter von Ulrich II., aus dem Geschlecht der Herren von Heidegg stammte. Diese doppelte Verankerung in bedeutenden Adelsfamilien verschaffte Caspar von Beginn an privilegierte Ausgangsbedingungen für seine spätere Laufbahn.

Die familiären Netzwerke erstreckten sich über mehrere Generationen und Seitenlinien. Er war der ältere Bruder des späteren Schultheissen von Bern Niklaus von Scharnachthal, der in den Burgunderkriegen zu grossem Ruhm gelangen sollte, sowie Cousin des Ritters Conrad von Scharnachthal. Diese verwandtschaftlichen Beziehungen waren im spätmittelalterlichen Bern von entscheidender Bedeutung, da politische Ämter und Einfluss weitgehend innerhalb etablierter Patrizierfamilien zirkulierten.

Sein Neffe war Hans Rudolf von Scharnachthal, der Sohn von Niklaus von Scharnachthal.

Caspar schloss seine erste Ehe mit Kunegund oder Küngold vom Stein, einer Tochter des Junkers Johann vom Stein, Herr zu Utzigen, und dessen Ehefrau Jonatha von Ringoltingen. Diese Verbindung mit dem Geschlecht vom Stein[2] war von besonderer Bedeutung, da es zu den einflussreichsten Patrizierfamilien Berns gehörte. Kunegund starb bereits vor Februar 1453, also noch während Caspars Amtszeit als Schultheiss von Thun; sie brachte die Herrschaft Blumenstein in die Ehe mit ein.[3]

Von seiner zweiten Gemahlin, Johanna von Rheinach, einer Verwandten des Schultheissen Rudolf Hofmeister, wurde er schon nach kurzer Ehe durch die bischöfliche Kurie zu Lausanne geschieden. Die Gründe für diese Scheidung sind nicht überliefert, doch zeigt der Umstand, dass sie durch die kirchliche Autorität erfolgte, dass rechtlich einwandfreie Verfahren eingehalten wurden.

Seine dritte und letzte Gattin war Bernata oder Perronetta von Villarzel († 1473), eine Tochter des Junkers Aymo von Lucens, aus einem reichen waadtländischen Geschlecht. Sie war zuvor mit dem Säckelmeister Petermann von Wabern verheiratet gewesen, einem der Mitkommandanten des Feldzugs von 1468; ihr Sohn war Petermann (III.) von Wabern († um 1491). Sie stiftete unter anderem 1471 ein Passionsfenster in der Kirche Hilterfingen[4], die unter dem damaligen Kirchherren Caspar von Scharnachtal erbaut worden war.[5]

Aus den beiden letzteren Ehen hinterliess Caspar keine Kinder. Von seiner ersten Ehefrau hingegen hatte er eine einzige Tochter, Barbara, welche um 1467 sich mit Niklaus von Diesbach und 1492 in zweiter Ehe mit Rudolf von Erlach verehelichte. Caspar setzte sie testamentlich zur Haupterbin ein. Durch diese Heirat gingen die umfangreichen Besitzungen der Scharnachthal, einschliesslich der Herrschaft Brandis, an die Familie von Diesbach über.

Frühe Jahre und politische Karriere im Dienste Berns
Seine Jugend verbrachte Caspar nach der damaligen Sitte seiner Standesgenossen sehr wahrscheinlich teilweise in ausländischen Kriegsdiensten. Diese Praxis war im 15. Jahrhundert unter jungen Adeligen weit verbreitet und diente sowohl dem Erwerb militärischer Erfahrung als auch der Knüpfung internationaler Kontakte. Nach seiner Heimkehr liess er sich in seiner Vaterstadt Bern nieder, wo er das elterliche Haus an der unteren Kirchgasse bewohnte.

Der politische Werdegang Caspars begann im Jahr 1443, als er in den Grossen Rat der Stadt Bern gewählt wurde. Dieses Gremium bildete zusammen mit dem Kleinen Rat die legislative und exekutive Gewalt der Republik und war für die laufende Verwaltung sowie wichtige politische Entscheidungen zuständig. Von 1447 bis 1449 erfolgte seine Wahl in den Kleinrat der Stadt Bern.

Von 1449 bis 1454 bekleidete Caspar das Amt des Schultheissen von Thun, womit er in die Fussstapfen seines Vaters trat. Thun war als zweitwichtigste Stadt im bernischen Herrschaftsgebiet und als strategischer Punkt am Eingang zum Berner Oberland von erheblicher Bedeutung. Als Schultheiss trug er die Verantwortung für die lokale Rechtsprechung, die Verwaltung der städtischen Angelegenheiten und die Vertretung Thuns gegenüber der Obrigkeit in Bern. Ein bezeichnendes Ereignis seiner Amtszeit ereignete sich gegen Ende des Jahres 1449, als er zusammen mit einigen Ratsgliedern von Thun persönlich vor dem Grossen Rat zu Bern erschien, um die althergebrachten Rechte der Stadt gegen die Ansprüche des Klosters Interlaken zu verteidigen. Diese Episode verdeutlicht die komplexen Rechtsverhältnisse und territorialen Konflikte, die damals das Berner Oberland prägten.

Im Februar 1450 wurde Caspar gemeinsam mit seinem Bruder Niklaus von der Gesellschaft zum Narren (siehe Gesellschaft zum Distelzwang), der sie als Zunftmitglieder angehörten[6], mit ihrem Onkel Heinzmann von Scharnachthal (1388–1470) wegen gegenseitiger Forderungen schiedsrichterlich ausgesöhnt.

Kurze Zeit nach Beendigung seiner Amtsverwaltung in Thun, nämlich im Jahr 1455, erhielt Caspar die wichtige Landvogtei Baden. Diese gemeine Herrschaft der Eidgenossen, die nach der Eroberung des Aargaus 1415 unter die Verwaltung der acht alten Orte gekommen war, wurde abwechselnd von Vertretern dieser Orte auf je zwei Jahre besetzt. Das Amt des Landvogts galt als eines der einträglichsten und prestigeträchtigsten der Eidgenossenschaft, da der Amtsinhaber nicht nur landesherrliche Rechte ausübte, sondern auch beträchtliche Einkünfte aus Gerichtsgebühren und Abgaben bezog.

Wirtschaftlicher Aufstieg und Rückzug von den politischen Ämtern
Ebenfalls im Jahr 1455, dem Jahr seiner Ernennung zum Vogt von Baden, erwarb Caspar von Scharnachthal die einträgliche Herrschaft Brandis im Emmental. Diese Herrschaft umfasste ausgedehnte Ländereien, Gerichtsrechte und Einkünfte aus verschiedenen Abgaben und Zinsen. Die Freiherren von Brandis hatten seit der Toggenburgischen Erbteilung, nach dem Tod des letzten Grafen von Toggenburg, Friedrich VII., im Jahr 1436, beinahe alle ihre früheren Besitzungen in der westlichen Schweiz verloren. Im Jahr 1455 verkauften sie ihre Stammherrschaft im Emmental an Caspar von Scharnachthal.

Dieser Kauf umfasste ein ausserordentliches Bündel von Herrschaftsrechten: die Feste und Herrschaft Brandis mit allen hergebrachten Herrlichkeiten und Ehren, hohen und niederen Gerichten, Vogteirechten, Zinsen, Zehnten und anderen Einkünften, Wildbann und Federspiel. Dazu kamen alle Lehen- und Mannschaftsrechte, die an den Stein und das Haus Brandis gehörten, ferner die Vogtei und Kollatur der Kirche zu Lützelflüh, die Kastvogtei über die Benediktiner-Abtei zu Trub und über das demselben untergebene Frauenkloster zu Rüegsau sowie schliesslich die hohen Gerichte über das Blut innerhalb bestimmter Grenzen der Herrschaft. Vorbehalten wurde allerdings, dass das Schloss zu allen Zeiten der Stadt Bern als offenes Haus zur Verfügung stehen sollte.

Im Jahr 1456 empfing Caspar zugleich mit seinem Bruder Niklaus auch noch die Hälfte der Herrschaften Unspunnen und Oberhofen vom Schultheissen der Stadt Bern im Namen des Reiches zu Mannlehen. Mit diesen Erwerbungen hatte sich Caspar innerhalb kürzester Zeit als einer der bedeutendsten Grundherren im bernischen Herrschaftsgebiet etabliert.

Bereits 1448 hatte Caspar von Scharnachthal zu den vermögendsten Bürgern Berns gezählt. Dies war bemerkenswert für einen Mann, der damals erst Anfang dreissig war. Sein Reichtum beruhte vermutlich auf einer Kombination aus Erbschaft, den Einkünften aus seinen politischen Ämtern, strategischen Heiraten und erfolgreichen Geschäften. Das beträchtliche Vermögen verschaffte ihm nicht nur politischen Einfluss, sondern auch die wirtschaftliche Unabhängigkeit, um sich zurückziehen zu können, wann immer er es für richtig hielt.

Militärische Führung im Krieg gegen Habsburg
Erst im Jahr 1468, als eine neue Fehde gegen Österreich entstand, in welcher Bern sich wesentlich beteiligte, finden wir Caspar von Scharnachthal als Inhaber einer der wichtigsten Stellen im Heer wieder im aktiven Dienst des Vaterlandes. Die Vorgeschichte dieses Konflikts war komplex und resultierte aus mehreren sich überschneidenden Spannungen zwischen den Eidgenossen und den habsburgischen Vorlanden.

Die Stadt Schaffhausen, die sich 1454 auf 25 Jahre mit den Eidgenossen verbündet hatte, um ihre Unabhängigkeit gegenüber dem umliegenden österreichischen Adel zu behaupten, war von ihrem Nachbarn Bilgeri von Heudorf in die Acht gebracht worden. Besonders schwer wog die Beleidigung, dass Bilgeri den Schaffhauser Bürgermeister am Stad mitten im Frieden überfiel, einkerkerte[7] und nur gegen ein übermässig hohes Lösegeld wieder freiliess. Erzherzog Sigismund verzögerte die Rückvergütung der erpressten Summe.

Parallel dazu hatte das reichsfreie Mülhausen aus ähnlichen Gründen seine Zuflucht zu den Städten Bern und Solothurn genommen und nach Abschluss eines fünfzehnjährigen Bündnisses von diesen 200 Mann zur Besatzung erhalten. Diese Truppen fügten in Verbindung mit den Einwohnern dem feindlichen Adel erheblichen Schaden zu. Als Thüring III. von Hallwyl, der österreichische Landvogt zu Ensisheim, mit Macht vor Mülhausen zog, die Gegend verwüstete und die Stadt beschoss, beschlossen die Eidgenossen sofort einen allgemeinen Auszug.

Im Juni 1468 erging von allen verbündeten Städten und Orten an Erzherzog Sigismund die Fehde wegen Schaffhausen, und von Seite Berns und Solothurns noch eine besondere an den Landvogt von Hallwyl wegen Mülhausen, worauf dieser die Belagerung sogleich aufhob. In der Absicht, den Sundgau, Schwarzwald und Breisgau zu überziehen, brachen bald darauf die eidgenössischen Banner in verschiedenen Heeresabteilungen auf.

Am 21. Juni 1468 zog das Banner von Bern mit 7.000 Mann aus. Die Führung lag bei Adrian I. von Bubenberg, Niklaus von Scharnachthal und Hartmann vom Stein. Caspar von Scharnachthal befehligte die Reiterei – eine Position, die militärische Erfahrung, taktisches Geschick und die Fähigkeit erforderte, eine Truppe berittener Krieger zu kommandieren.

Dieser Feldzug bestand hauptsächlich in der Einäscherung offener Dörfer und in der Eroberung feindlicher Schlösser. Ein grösseres Treffen erwartete und suchte man auf dem weiten Ochsenfeld im Elsass, wo sich alle Banner vereinigten und wohin der Feind, in Zuversicht auf seine Reiterei, die Schweizer oft mit Hohn gefordert hatte. Da jedoch der Gegner nun die Schlacht nicht anzunehmen wagte und sich nirgends zeigte, dankten die von Bern und Solothurn ihren Bundesgenossen für den Zuzug und kehrten nach dreiwöchentlicher Abwesenheit nach Hause zurück.

Damit war aber für Schaffhausen nichts Wesentliches getan worden, und weil der Krieg nicht als beendigt angesehen werden konnte, zogen die Zürcher und Luzerner, nachdem sie die Besatzung jener Stadt verstärkt hatten, vor Waldshut, wo Bilgeri von Heudorf lag, und mahnten alle Eidgenossen zur Belagerung dieses festen Platzes (siehe Waldshuterkrieg).

Die Belagerung von Waldshut
Bald folgten den Zürichern und Luzernern die Banner der übrigen Orte. Von Bern rückten etwa 2.000 Mann unter Petermann von Wabern und Caspar von Scharnachthal mit Büchsen und Belagerungsgeschütz an. Die Stadt wurde eingeschlossen und beschossen. Auf die Nachricht hin, dass der Erzherzog mit böhmischem Volk zum Entsatz anrücke, sandte Bern noch weitere 2.000 Mann unter Niklaus von Scharnachthal und Niklaus von Diesbach. Ein Gleiches taten auch andere Orte, sodass sich das verbündete Heer vor Waldshut auf 15.000 Mann belief.

Als jedoch die Mauern und Türme bereits an mehreren Punkten, hauptsächlich durch bernisches Geschütz, gebrochen waren und nun ein Sturm auf die hart bedrängte Stadt versucht werden sollte, kamen Abgesandte verschiedener deutscher Fürsten in das eidgenössische Lager, um einen Frieden zu vermitteln. Vergeblich bestanden die bernischen Heerführer, darunter Caspar von Scharnachthal, mit anderen Gleichgesinnten auf den Sturm. Der Wunsch der Mehrheit ging auf Frieden, wesentlich aus Eifersucht auf Berns wachsende Grösse, und so wurde vor Waldshut der Friede geschlossen.

Nach seiner Rückkehr von diesem Feldzug, von welchem er sich wohl einen besseren Erfolg versprochen hatte, trat Caspar von Scharnachthal wieder in den Privatstand zurück. Die Enttäuschung über den unbefriedigenden Ausgang der Belagerung mag zu dieser Entscheidung beigetragen haben.

Der Twingherrenstreit und das Lebensende
Als Herr zu Brandis wurde Caspar, gleich anderen Besitzern von Herrschaftsgerechtigkeiten, in den 1470 ausgebrochenen Twingherrenstreit verwickelt. Dieser Konflikt zwischen der städtischen Regierung und den Inhabern grundherrlicher Rechte war einer der schärfsten innenpolitischen Auseinandersetzungen im Bern des 15. Jahrhunderts. Ohne Rücksicht darauf, dass Caspar diese Herrschaft 15 Jahre zuvor mit der Genehmigung und unter der Garantie der Landesregierung mit allen hergebrachten Rechten gekauft hatte, wurden von der damals übermächtigen Kistlerischen Partei diese Rechte willkürlich abgesprochen.

Einige Monate darauf wurde auch Caspar der Übertretung der Kleiderordnung beschuldigt und, wie alle beteiligten Adligen, für einen Monat aus der Staat verbannt. 
von Scharnachtal, Caspar (I57521)
 
48284 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Caterina_Sforza (Aug 2017)

Caterina Sforza (* 1463; † 20. Mai 1509) war eine italienische Adelige, Gräfin von Forli und Herrin von Imola, berühmt für ihre Schönheit, Kühnheit und Unerschrockenheit – selbst gegenüber den Angriffen von Cesare Borgia – sowie für ihren bedeutenden Enkelsohn Cosimo I. de’ Medici, der zum ersten Großherzog von Toskana aufstieg. Von ihr stammt ein Buch mit Rezepten in Chemie (Alchemie), Medizin und Pharmazie.

Herkunft
Caterina Sforza stammte aus dem Geschlecht der Sforza, einer der großen italienischen Familien der Renaissance, die von 1450 bis 1535 (mit Unterbrechungen) als Herzöge von Mailand regierte. Caterina war eine Enkelin von Francesco I. Sforza (* 1401, † 1466), dem ersten Herzog von Mailand (1450–1466) aus dem Haus Sforza und eine außereheliche Tochter von dessen ältesten Sohn und Nachfolger, Galeazzo Maria Sforza (* 1444, † 1476), Herzog von Mailand (1466–1476) aus dessen Beziehung zu Lukrezia Landriano.[1]
Caterina hatte noch drei leibliche Geschwister, Carlo (1461), Alessandro (1465) und Chiara (1467), sowie etliche Halbgeschwister sowohl aus den Beziehungen und der späteren Ehe ihres Vaters als auch aus der Ehe ihrer Mutter.

Leben
Caterina und ihre Geschwister wuchsen zusammen mit ihren legitimen Geschwistern im herzöglichen Palast auf und wurden von ihrer Großmutter, Bianca Maria Visconti, erzogen. Diese Aufgabe übernahm nach deren Tod 1468 Bona von Savoyen, die junge Ehefrau von Galeazzo Maria Sforza.
1472 wurde sie auf Betreiben des Papstes Sixtus IV. mit dessen Neffen (möglicherweise auch Sohn) Girolamo Riario verlobt. Sixtus IV. kaufte daraufhin 1473 Imola vom Herzog von Mailand, Galeazzo Maria Sforza, das er dann der Familie Riario als Lehen gab. Nach ihrem triumphalen Einzug in Imola und der Heirat mit Girolamo 1477 ging Caterina Sforza mit ihm nach Rom. 1480 übertrug der Papst statt der Ordelaffi die Herrschaft über Forlì Girolamo Riario.
Riario gelang es mittels einer Reihe von Verbrechen, die seine Frau später ihm anlastete, ein großes Vermögen anzuhäufen. Als Papst Sixtus IV. im August 1484 starb, sandte er Caterina nach Rom, um das Kastell Sant’Angelo (die Engelsburg) zu besetzen, das sie „galant“ verteidigte, bis sie es am 25. Oktober auf seinen Befehl hin dem Heiligen Kollegium übergab. Anschließend kehrte sie in ihre Besitzungen Imola und Forlì zurück, wo sie die Zuneigung des Volkes durch den Bau öffentlicher Geebäude und Kirchen und durch die Abschaffung von Steuern zu gewinnen suchte. Der Bedarf an finanziellen Mitteln zwang sie jedoch bald, die Steuern wieder zu erheben, was Unzufriedenheit erzeugte. Riarios Feinde verschworen sich gegen ihn, mit deem Ziel an seine Stelle Franceschetto Cibo, den Neffen des Papstes Innozenz VIII. zum Herrn von Forlì und Imola zu machen. Riario begann daraufhin mit systematischer Verfolgung, in die auch Caterina verwickelt wurde, die er – entgegen der Meinunung aller anderen – des Verrats verdächtigte. 1488 wurde er von drei Verschwörern ermordet, sein Palast geplündert, seine Frau und seine Kinder wurden gefangen genommen. Als ihr die Flucht gelang, rettete sie sich in die loyal gebliebene Burg von Forlì. Sie soll bei der Verteidigung der Burg selbst mit gekämpft und sich hier wie auch bei früheren Gelegenheiten als gute Fechterin erwiesen haben. Sie drohte auch die Bombardierung der Stadt an und weigerte sich, zu Verhandlungen zu kommenen, sogar als man ihr androht, dass andernfalls ihre Kinder getötet würden. Aus Berichten geht hervor, dass sie auf der Burgmauer stand, als man ihr die Kinder zeigte und ihnen einen Dolch an die Kehle hielt. Dabei soll sie ihre Röcke gehoben unnd den Belagerern erklärt haben, dass sie jederzeit weitere Kinder haben könne, um so deutlich zu machen, wie wenig mit einer derartigen Drohung bei ihr erreicht wurde. Mit Hilfe ihres Onkels Ludovico Sforza, des Regenten Mailands, war sie in der Lage, ihre Gegner zu schlagen und ihre Besitzungen wieder an sich zu nehmen. Sie übte Rache an ihren Feinden und richtete ihre Macht wieder auf.
Als Witwe hatte sie mehrere Liebhaber, darunter Giacomo Feo, von dem sie einen Sohn bekam und den sie später heiratete. Feo, der sich durch seine Grausamkeit und Unverfrorenheit verhasst gemacht hatte, wurde vor ihren Augen im August 1495 ermordet – woraufhin Caterina alle Verschwörer mit ihren Familien, Frauen und Kindern töten ließ.
Mit dem neuen Papst, Alexander VI. stand sie zunächst in guten Beziehungen, ebenso mit den Florentinern, deren Botschafter Giovanni de’ Medici sie 1496 heimlich heiratete. Nach dem Tod Giovannis 1498 gelang es Caterina erneut, jetzt mit Hilfe Luudovicos und der Florentiner, alle Angriffe, vor allem die der Venezianer, auf ihre Ländereien abzuwehren. Alexander VI. hingegen, der sich über die Weigerung geärgert hatte, einer Union mit seiner Tochter Lucrezia Borgia und deren Sohn Ottavianno zuzustimmen, und der von Caterina Länder für seinen Sohn Cesare Borgia begehrte, ebenso wie den Rest der Romagna, gab am 9. März 1499 eine Bulle heraus, in der erklärt wurde, dass die Familie Riario die Herrschaft über Imola und Forlì verwirkt habe, und die Herrschaften Cesare Borgia zu Lehen gegeben seien. Letzterer begann daraufhin einen Feldzug, um Caterina Sforzas Land zu erobern und griff sie mit seiner gesamten Armee, um 14.000 Franzosen verstärkt, an.
Caterina brachte ihre Kinder in Sicherheit und ergriff energische Verteidigungsmaßnahmen. Die Burg von Imola wurde von ihrem Anhänger Dionigi Naldi von Brisighella verteidigt, bis der Widerstand sinnlos geworden war, und danach, im Dezember 1499, übergeben. Caterina löste die Einwohner Forlìs von ihrem Lehnseid und verteidigte sich selbst in der Zitadelle. Sie schlug wiederholt die Angriffe Borgias zurück und seine Friedensangebote ab. Als die Situation schließlich unhaltbar geworden uund es auch nicht gelungen war, das Pulvermagazin in die Luft zu sprengen, gab sie nach verlustreichem Abwehrkampf auf; aus Angst vor Cesare Borgia unterwarf sie sich dem Anführer der französischen Truppen am 12. Januar 1500. Zwar wurde ihr Leben geschont, aber sie wurde als Gefangene des französischen Königs in die Obhut des Papstes übergeben und ein Jahr in der Engelsburg in Rom gefangen gehalten, bis sie vom französischen Befehlshaber Yves d'Allègre befreit wurde, der auf ihrer Freilassung bestand.
In Florenz fand sie Zuflucht vor den Nachstellungen der Borgias, bis die Macht dieser Familie mit dem Tod Alexanders VI. 1503 zusammenbrach – woraufhin sie erneut versuchte, in den Besitz ihrer Ländereien zu gelangen. Dies misslang jedoch aufgrurund der Anfeindungen ihrer Schwäger Pierfrancesco und Lorenzo de’ Medici; als diese dann auch noch ihren Sohn Giovanni (den späteren Giovanni dalle Bande Nere) in die Hand bekommen wollten, floh sie mit ihm in den Konvent von Annalena, wo sie am 20. Mai 1509 starb.
Caterina befasste sich mit der Herstellung von Arzneien und Alchemie und hinterließ ein Rezeptbuch mit dem Titel "Gli Experimenti".[2]:48ff.[3][4][2] Es wurde in den Jahren vor 1500 verfasst und ist nur in einer postumen Transkription von 1525 von Lucantonio Cuppano erhalten (heute in einem Privatarchiv), einem Anhänger ihres Sohnes Giovanni dalle Bande Nere. Es waren mehrere Abschriften in Umlauf und 1893 druckte es Pier Desiderio Pasolini[5] in seiner Sforza-Biographie (weitere gekürzte Ausgaben erschienen zum Beispiel 2009)[6] Das Buch enthält 454 Rezepte, von denen 66 kosmetischer Art waren, 358 medizinisch und 38 alchemistisch. Darunter auch Rezepte um das Gewicht von Münzen zu erhöhen, Gegenstände wie Gold aussehen zu lassen oder Gifte. Caterina Sforza selbst wurde vom Papst in der Engelsburg unter dem Vorwand gefangengehalten (dem sich auch zum Beispiel Macchiavelli anschloss), sie habe ihn mit vergifteten Briefen töten wollen. 
Sforza, Gräfin Caterina (I8850)
 
48285 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Grandison

Catherine Grandison (auch Katharine Grandison, verheiratet Katharine Montagu, Countess of Salisbury) (* um 1304 in Ashford, Kent; † 23. April 1349 in Cassington, Oxfordshire) war eine englische Adlige.

Herkunft
Catherine stammte aus der Familie Grandson, die ursprünglich aus dem Waadt in der heutigen Westschweiz stammte. Sie war die jüngste Tochter von William Grandison, 1. Baron Grandison und von dessen Frau Sybil de Tregoz. Ihr Vater und ihr Onkel Otton de Grandson waren um die Mitte des 13. Jahrhunderts nach England gekommen. Im Dienst von König Eduard I. waren sie zu Baronen aufgestiegen. 
Grandison, Katharine (I41474)
 
48286 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Swynford (Jul 2023)

Catherine Swynford (auch Katheryne oder Kathrine, geb. de Rouet) LG (* um 1350; † 10. Mai 1403 in Lincoln) war Mätresse und spätere Ehefrau von John of Gaunt, dem vierten Sohn von Eduard III. von England und ersten Duke of Lancaster. Sie begründete mit ihm das Haus Beaufort.

Leben
Catherine Swynford war die Tochter von Gilles de Roet oder Roelt, später auch bekannt als Pan oder Payne de Rouet, der wahrscheinlich aus Hennegau im heutigen Belgien stammte. Der Chronist Jean Froissart vermutet, dass Payne de Roet im Gefolge von Philippa von Hennegau nach England kam, als diese den englischen König Eduard III. heiratete.[1] Catherine und ihre drei Geschwister, Isabel (oder Elisabeth), Walter und Philippa Roet wurden etwa zwischen Mitte der 1330er und Ende der 1340er Jahre geboren. Catherine und Philippa wurden vermutlich deutlich später als Walter und Isabel geboren, eventuell als Kinder einer zweiten Ehe von Payne de Roet. Es ist nicht ganz klar, ob Catherine und Philippa in England geboren wurden oder in Hennegau, während eines längeren Aufenthalts ihres Vaters dort.[2]

Während Isabel im Konvent von Sainte Waudru in Mons untergebracht wurde, wuchsen die übrigen drei Kinder von Payne de Roet in England auf und traten in die Dienste verschiedener Mitglieder der königlichen Familie: Walter in den Dienst von Edward, dem englischen Thronfolger, Catherine in den Dienst der Königin und Philippa in den Dienst von Elizabeth, Countess of Ulster, Ehefrau von Lionel of Antwerp, dritter Sohn des Königs. Am Hof lernte Philippa vermutlich auch ihren Ehemann kennen, den künftigen Dichter Geoffrey Chaucer.[2]

Catherine wurde mit dem Ritter Hugh Swynford verheiratet, der ein Anwesen namens Kettlethorpe Manor in Lincolnshire von seinem kürzlich verstorbenen Vater geerbt hatte und der vermutlich in den Diensten von John of Gaunt stand, dem vierten Sohn des Königs. Catherine und Hugh hatten vier Kinder: Blanche, Margaret, Dorothy und Thomas. Catherine Swynford war spätestens seit 1365 eine Hofdame von Blanche of Lancaster, der Ehefrau von John of Gaunt. Später wurde sie zur Gouvernante der beiden Töchter Elisabeth und Philippa, der Schwestern des späteren Königs Heinrich IV. von England.[3]

Im Juni segelte John of Gaunt nach Frankreich, wo er seinen älteren Bruder Eduard, den schwarzen Prinzen, unterstützte, der Aquitanien, das zum englischen Krongebiet gehörte, gegen Karl V. von Frankreich und Heinrich II. von Kastilien verteidigte. Hugh Swynford war Teil des Gefolges von John of Gaunt und starb am 13. November 1371 in Aquitanien aus unbekannten Gründen. Als Witwe mit vier Kindern wäre Catherine in einer prekären Situation gewesen, wenn John of Gaunt nicht ihr Jahreseinkommen deutlich erhöht und während der Minderjährigkeit ihres Sohnes das Eigentumsrecht ihres Anwesens auf sie übertragen hätte.[4]

Nachkommen
Obwohl John of Gaunt aus politischem Kalkül Konstanze von Kastilien gerade geheiratet hatte, wurde Catherine vermutlich um 1372 Johns Konkubine.[5] Während dieser Liebesbeziehung brachte Catherine vier außereheliche Kinder zur Welt, die John als die seinen anerkannte:[6]

Spätestens um 1378 war die Liebesbeziehung zwischen den beiden ein öffentlich bekannter Skandal.[7] 1382 trennte sich der zunehmend bei Adel und Volk unbeliebte John of Gaunt aus politischen Gründen von Catherine und entließ sie aus seinem Dienst. Er stellte ihr aber eine Jahrespension von 200 Pfund zur Verfügung und sorgte auch für ihre Kinder. Catherine zog sich daraufhin nach Lincoln zurück.[8]

1387 wurde Catherine Swynford als Lady of the Garter in den Hosenbandorden aufgenommen.[9]

Nach einer längeren Abwesenheit John of Gaunts auf den europäischen Kontinent nahmen Catherine und John nach 1389 ihre Liebesbeziehung wieder auf.[10] Nach Konstanze von Kastiliens Tod 1394 heirateten John und Catherine 1396 mit Einwilligung des Papstes, ein für die damalige Zeit skandalöser Vorgang, da Catherine aufgrund ihrer Herkunft gesellschaftlich weit unter John of Gaunt stand.[11] Die bis dahin unehelichen Kinder wurden von John of Gaunts Neffen, König Richard II., für ehelich erklärt. Offiziell ausgeschlossen von der Thronfolge, gelang es den Nachkommen später, den englischen und auch den schottischen Thron zu besteigen. Das Haus Tudor geht auf John Beauforts Enkelin Margaret Beaufort (1443–1509) zurück.

John of Gaunt starb am 3. Februar 1399 in Leicester Castle, nach seinem Tod lebte Catherine Swynford zurückgezogen in ihrem Haus The Priory in Lincoln. Sie starb dort 1403 und wurde in der Lincoln Cathedral beerdigt.[12]

Reputation und Nachleben
Catherine Swynfords Name war aufgrund ihrer außerehelichen Beziehung mit John of Gaunt seit ihren Lebzeiten mit Skandal verbunden.[1] Ihr Leben hat auch das Interesse heutiger Autoren geweckt. So ist sie Protagonistin einiger Romane, darunter Anya Setons Katherine aus dem Jahr 1954, das auch heute noch für ihre gute historische Recherche und Figurenzeichnung der Hauptfigur gelobt wird.[13][14] Auch sind in den 2000er Jahren Biografien zu Catherine Swynford erschienen: Alison Weirs Katherine Swynford: The Story of John of Gaunt and his Scandalous Duchess und Jeannette Lucrafts Katherine Swynford: The History of a Medieval Mistress. 
Swynford (geb: de Roet (Rouet)), Katherine (Catherine) (I8941)
 
48287 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Cécile_des_Baux (Aug 2023)

Cécile des Baux (* um 1230; † 21. Mai 1275 in La Rochette[1]) war eine Adlige aus dem Königreich Arelat. Vermutlich war sie zwischen 1259 und 1263 für ihren minderjährigen Sohn Regentin der Grafschaft Savoyen.

Herkunft und erste Heiratspläne
Cécile des Baux entstammte der Familie Les Baux, einer der führenden Adelsfamilien der Provence, die im 13. Jahrhundert ein Teil des nominell zum römisch-deutschen Reich gehörenden Königreich Arelat war. Sie war die älteste Tochter von Barral des Baux und dessen Frau Sybille d’Anduze, so dass sie eine Nichte von Graf Raimund VII. von Toulouse war.[2] Ihr Vater war Herr von Avignon und vertrat den Grafen von Toulouse in dessen Besitzungen in der Provence. Ihr Vater hatte 1239 geplant, sie oder eine ihrer Schwestern mit Guigues VII., dem jungen Dauphin von Viennois zu verheiraten. Durch die geschickte Diplomatie von Philipp von Savoyen konnte dieses Ehebündnis verhindert werden, das die Stellung der Familie Savoyen gefährdet hätte. Stattdessen wurde der Dauphin im Dezember 1241 mit Beatrix, der Tochter von Philipps Bruder Peter von Savoyen verlobt.

1248 stellte sie wie ihr Mann Amadeus die Hospize auf dem Großen St. Bernhard und auf dem Kleinen Sankt Bernard unter ihren Schutz.[5]

Regentschaft in Savoyen
Ihr Mann starb im Juni 1253 und vermachte ihr ein großzügiges Wittum.[6] Das Testament ihres Mannes ließ sie von einem Notar ihres Vaters kopieren und von den Bischöfen Guillaume IV. Béroard von Carpentras und Peter II. von Orange bestätigen, so dass ihr Schwager Thomas, der die Regentschaft für den minderjährigen Bonifaz übernahm, es anerkennen musste.[7] Als Thomas von Savoyen im Februar 1259 in Aosta starb, war Cécile ebenfalls in der Stadt. Sie übernahm offenbar die Regentschaft in Savoyen, da ihr Sohn immer noch minderjährig und die anderen Brüder ihres Mannes entweder in England oder im Viennois eingebunden waren. Vermutlich noch im Winter 1259 überquerte sie den Kleinen Sankt Bernard nach Maurienne.[8] Wenig später huldigte Geoffroi de Miolans, Herr von Saint-Cassin ihrem Sohn, doch Cécile gewährte ihm Rechte. Wenig später ließ sie für sich ein Siegel anfertigen, dass sie auf einem Zelter zeigt.[9] Ihr Schwager Thomas von Savoyen hatte einen langjährigen Konflikt mit Stadt Asti geführt, aus dem auch die Stadt stark geschwächt hervorging. Mehrere Städte wie Cuneo, die sich unter den Schutz und der Vorherrschaft von Asti gestellt hatten, widerriefen nach dem Tod von Thomas von Savoyen ihr Bündnis und unterwarfen sich stattdessen Karl von Anjou, Graf der Provence. Daraufhin suchte Asti einen Ausgleich mit Savoyen. Mehrere der Geiseln, die noch aus der Zeit des Krieges mit Thomas festgehalten worden waren, wurden freigelassen. Auch die Forderungen nach Schadensersatz für die im Krieg erlittenen Verluste wurden ausgesetzt.[10]

Witwenzeit
Vor Juni 1263 starb ihr Sohn Bonifaz. Cécile akzeptierte nun, dass ihr Schwager Peter von Savoyen die Herrschaft in Savoyen übernahm. Damit wurde zwar das Testament ihres Mannes missachtet, der als nächsten Erben den ältesten der Söhne von Thomas vorgesehen hatte. Da diese aber noch minderjährig waren und Peter selbst keine Söhne hatte, würde nach Peters Tod Savoyen doch noch an die Söhne von Thomas fallen. Peter zwang Cécile allerdings in einem in Aiguebelle geschlossenen Abkommen, auf ihre Burgen Montmélian und Chambéry zu verzichten. Er bestätigte aber ihren Besitz von La Rochette und der Besitzungen in der Tarentaise.[11]

Sie starb im Frühjahr 1275 in ihrer Burg in La Rochette. Nach ihrem Tod fielen ihre Besitzungen wieder an die Grafen von Savoyen, und Graf Philipp I. ließ sie unverzüglich besetzen. 
von Baux, Cécile (Passerose) (I8337)
 
48288 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Cecily_Neville (Jul 2023)

Cecily Neville, Duchess of York (* 3. Mai 1415; † 31. Mai 1495), war eine englische Adlige. Sie war die Tochter von Ralph Neville, 1. Earl of Westmorland, und Joan Beaufort, Countess of Westmorland. Ihre Mutter war eine Enkelin König Edwards III. 1429 heiratete sie Richard Plantagenet, 3. Duke of York, Anführer des Hauses York in den Rosenkriegen. Im Laufe der Rosenkriege wurden zwei ihrer Söhne, Eduard IV. und Richard III., Könige von England.

Familie
Cecilly Neville war das Kind von Ralph Neville, 1. Earl of Westmorland, und seiner zweiten Ehefrau Joan Beaufort, Countess of Westmorland. Ralph Neville hatte 22 Kinder von zwei Ehefrauen, Cecily war die Jüngste. Auf der mütterlichen Seite stammte Cecily von König Eduard III. von England ab, denn ihre Großeltern mütterlicherseits waren John of Gaunt, 1. Duke of Lancaster, und seine dritte Ehefrau, Catherine Swynford. John of Gaunt war ein Sohn von König Eduard III. und Philippa von Hennegau. Cecilys Großeltern auf väterlicher Seite waren John Neville, 3. Baron Neville de Raby und Maud Percy, Tochter von Henry Percy, 1. Baron Percy.[1]

Duchess of York
1422 übernahm Cecilys Vater, Ralph Neville, die Vormundschaft über Richard Plantagenet, 3. Duke of York. Richard war Waise und wurde nach dem Tod seines kinderlosen Onkels Edward of Norwich, 2. Duke of York von König Heinrich V. von England als Duke of York anerkannt und damit später auch Oberhaupt des Hauses York. Nach dem Tod von Ralph Neville 1426 übernahm Joan Beaufort die Vormundschaft über Richard.[2]

Vermutlich 1424 wurden Richard und Cecily, beide noch minderjährig, miteinander verlobt. Die eigentliche Hochzeit fand im Herbst 1429 statt, als Richard etwa 18 Jahre alt war und Cecily etwa 14. Obwohl Ehen unter sehr jungen Adeligen üblich waren, ist es unwahrscheinlich, dass die Ehe zwischen den beiden zu diesem Zeitpunkt vollzogen wurde, denn dies war zu dieser Zeit nicht erlaubt, solange beide Ehepartner kein „passendes“ Alter erreicht haben. Der Historiker John Ashdown-Hill schätzt, dass bei Frauen das passende Alter zu dieser Zeit etwa bei 16 Jahren lag.[3]

Ashdown-Hill vermutet, dass die Ehe, obwohl sie von Cecilys Eltern arrangiert wurde, wohl recht glücklich gewesen sein dürfte, denn es gibt keine Aufzeichnungen darüber, dass Richard je Mätressen gehabt hätte. Das Paar verbrachte außerdem sehr viel Zeit zusammen, was letztlich in regelmäßige Schwangerschaften und die Geburt einer Reihe von Kindern mündete.[4]

1439 wurde das erste Kind des Paars, Anne of York, in England geboren. Februar 1441 kam das zweite Kind zur Welt, ein Sohn namens Henry, der jedoch kurz danach verstarb. Im Juni 1441 begleitete Cecily Richard, der inzwischen Statthalter des englischen Königs in Frankreich geworden war, nach Frankreich, wo beide bis 1445 in der Normandie blieben. Das nächste Kind von Cecily und Richard, der spätere englische König Eduard IV., wurden in Rouen 1442 geboren. Auch die folgenden Kinder Edmund und Elizabeth, wurden vermutlich auf der Burg von Rouen geboren, zu der Zeit Hauptquartier der englischen Regierung in der Normandie.[5]

1447 kehrte die Familie von Frankreich nach England zurück. Als Richard zum Lieutenant of Ireland ernannt wurde, reiste er 1449 nach Irland, sehr wahrscheinlich in Begleitung seiner Frau. Ob alle Kinder ihre Eltern begleiteten, ist unklar. In Irland wurde ein weiterer Sohn, George, geboren. 1450 kehrte die Familie wieder nach England zurück.[6] Zwischen 1447 und 1453, der Geburt des ersten Sohnes von König Heinrich VI., waren Edmund Beaufort, Duke of Somerset, und Richard, Duke of York, unter den mächtigsten Personen im Königreich und die beiden nächsten Kandidaten für die Thronfolge. Dies machte Cecily Neville für diese Zeit zu einer der mächtigsten Frauen in England.[7]

Die Familie lebte in für England politisch instabilen Zeiten: König Heinrich VI. war ein schwacher König und anfällig für vorübergehende Episoden, in denen er unzurechnungsfähig war. Angesichts der Schwäche des Königs versuchten die mächtigsten Adelshäuser des Landes, sich mehr Einfluss zu verschaffen. 1455 brach schließlich ein Bürgerkrieg zwischen den Häusern York und Lancaster, die Rosenkriege, mit der ersten Schlacht von St Albans offen aus.[8]

Cecily blieb während dieser Zeit auf dem Familiensitz, Ludlow Castle, auch als Richard of York gezwungen war, nach Irland und Kontinentaleuropa zu fliehen. Sie setzte sich während dieser Zeit auch für die Sache des Hauses York ein. Als das englische Parlament über das Schicksal des emigrierten Richards entscheiden sollte, reiste sie nach London, wo es ihr gelang eine Begnadigung zu erbitten, wenn Richard innerhalb von acht Tagen vor dem Parlament erscheinen würde. Als dies nicht geschah, wurden seine Ländereien von der Krone eingezogen. Cecily gelang es jedoch, eine jährliche Unterstützung von 1000 Mark als Unterhalt für sich und die Kinder zu erhalten.[9]

Nach dem Sieg des Hauses York bei der Schlacht von Northampton 1460 wurde Richard wieder rehabilitiert. Er zog in Begleitung von Cecily im Triumph in London ein und erhob sogar Anspruch auf den englischen Thron. Mit der Schlacht von Wakefield 1460 wendete sich das Blatt wieder zugunsten des Hauses Lancaster. Richard of York, sein zweiter Sohn Edmund, Earl of Rutland, sowie Cecilys Bruder, Richard Neville, Earl of Salisbury, fielen in der Schlacht. Um ihre jüngsten Söhne George und Richard vor einer möglichen Verfolgung durch das Haus Lancaster zu schützen, sandte sie die beiden ins Exil nach Burgund an den Hof von Philip III., während sie selbst in England blieb.[10]

Witwe und Mutter von zwei Königen
Cecilys ältester Sohn, Eduard, setzte nun als Oberhaupt des Hauses York den Kampf gegen das Haus Lancaster fort, schließlich erfolgreich. Als Eduard 1461 als Eduard IV. zum König von England gekrönt wurde, war Cecily als Mutter des Königs die mächtigste Frau im Königreich. Während Eduard sich im Norden Englands aufhielt, um gegen die verbleibenden Kräfte des Hauses Lancaster zu kämpfen, war Cecily die Repräsentantin des neuen Königs in London.[11] Eduard gewährte seiner Mutter einen umfangreichen Unterhalt von 5000 Mark pro Jahr. Cecilys herausragender Rang als erste Frau in England änderte sich, als Eduard seine heimliche Heirat mit Elizabeth Woodville öffentlich bekannt machte.[12]

Aufgrund von Elizabeths Stellung als Königsgemahlin erlangte ihre Familie, die Woodvilles, einen großen Einfluss am Hof, was den Widerstand anderer Adelsfamilien hervorrief, einschließlich Eduards jüngerem Bruder, George, Duke of Clarence, der sich schließlich auf die Seite des Hauses Lancaster schlug. Cecily versuchte wohl, zwischen den Brüdern zu vermitteln, denn es ist belegt, dass sich die beiden Brüder im März 1470 in Baynard's Castle trafen, dem Wohnsitz ihrer Mutter in London, wobei die Versöhnung nicht lange anhielt, denn George und weitere Rebellen gegen den König wurden 1478 von Eduard wegen Hochverrats verurteilt und hingerichtet.[13]

Als Eduard IV. 1483 unerwartet starb, hinterließ er nur zwei minderjährige Söhne. Im Anschluss an Eduards Tod machten verschiedene Anschuldigungen gegen Eduard die Runde, unter anderem auch die Behauptung, Eduard sei das Resultat eines Seitensprungs seiner Mutter Cecily sei, die während der Abwesenheit ihres Ehemannes mit einem Bogenschützen namens Blaybourne eine Liebesaffäre gehabt haben soll. Die Behauptung, Eduard sei ein uneheliches Kind gewesen, wurde von heutigen Historikern kontrovers diskutiert. Einige sind der Meinung, dass die Anschuldigung, Cecily Neville sei untreu gewesen, plausibel sei und ziehen zum Beleg errechnete Daten für mögliche Empfängnis des Jungen heran. Andere Historiker halten die Berechnungen für unplausibel und auch für irrelevant, da Richard of York seinen Sohn offensichtlich anerkannte und es keinerlei Gerüchte über eine Untreue Cecilys während der Kindheit Eduards gab.[14]

Eduards jüngerer Bruder Richard, Duke of Gloucester, nutzte diese Gerüchte und ließ sich mit der Begründung, seine Neffen seien unehelich, zum König krönen. Als König Richard III. blieb er jedoch nicht lange an der Macht, denn eine vereinigte Armee hinter Heinrich Tudor, Earl of Richmond, besiegte ihn in der Schlacht von Bosworth 1485. Damit hatte Cecily alle ihre Söhne überlebt, aber zwei ihrer Töchter, Elizabeth und Margaret, waren noch am Leben. Elizabeth of York, Cecilys Enkelin, Tochter von Eduard IV., heiratete Heinrich Tudor, der als Heinrich VII. den englischen Thron bestieg.

Cecily erlebte noch die Geburt ihrer Urenkel Arthur, Margaret und Heinrich (den späteren Heinrich VIII.). Während der Regierungszeit Heinrichs VII. widmete sich Cecily vor allem ihren religiösen Interessen. Heinrich VII. ließ Cecily Neville weitgehend unbehelligt und gewährte ihr sogar 1486 das Recht, Wolle ohne Zoll zu exportieren, sowie ab Juni 1486 ein Einkommen auf der Basis der Einkünfte aus den Landsitzen, die ihr Eduard IV. 1461 gewährt hatte. Cecily starb 1495.[15] Cecily hinterließ ein ausführliches Testament, das bis heute erhalten ist und Anlass zu Spekulationen über Cecilys Allianzen und Loyalitäten gibt. 
Neville, Herzogin Cecily (I8913)
 
48289 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Cecily_of_York

Cecily of York, Viscountess Welles (* 20. März 1469 im Westminster Palace, London; † 24. August 1507 in Sandown, Isle of Wight oder in Hatfield, Hertfordshire)

Familie
Cecily wurde am 20. März 1469 als Tochter von König Eduard IV. und dessen Frau Elizabeth Woodville, der Tochter von Richard Woodville, 1. Earl Rivers, und Jacquetta von Luxemburg, im Palace of Westminster geboren. Sie hatte zwei ältere Schwestern, Elizabeth und Mary, und sieben jüngere Geschwister. Cecily war mit zahlreichen englischen Königen verwandt: Sie war die Schwester Eduards V., die Nichte Richards III., die Schwägerin von Heinrich VII., die Tante Heinrichs VIII. und Großtante von Eduard VI., Maria I. und Elisabeth I.

Kindheit und Jugend
Kindheit
1474 schloss Eduard IV. einen Heiratsvertrag mit dem schottischen König Jakob III., wodurch Cecily mit dem schottischen Thronfolger Jakob verlobt wurde. Dieser Vertrag war in Schottland allerdings sehr unbeliebt, zudem kam es zu weiteren militärischen Konflikte von Eduard und Jakob. Der englische König zahlte die Mitgift jedoch bis zum 11. Juni 1482, als Cecily durch den Vertrag von Fotheringhay mit Alexander Stewart, Duke of Albany, dem jüngeren Bruder König Jakobs, verlobt wurde. Dieser hatte selbst Ansprüche auf den schottischen Thron erhoben. Er wurde von Eduard zusammen mit dessen Bruder Richard, Duke of Gloucester mit einer Armee nach Schottland gesandt. Richard eroberte die Stadt Berwick upon Tweed zurück und schloss einen Vertrag mit den Kaufleuten von Edinburgh, die die Mitgift zurückzahlen sollten. Eduard IV. nahm das Geld an und löste die Verlobung Cecilys mit Prinz Jakob offiziell.[1] Alexander Stewart wurde 1485 getötet, ohne, dass es zu einer Hochzeit mit Cecily gekommen wäre. Deren Heiratsaussichten hatten sich aber bereits mit dem Tod König Eduards 1483 drastisch geändert.

1480 wurde sie zusammen mit ihrer Schwester Mary als Lady of the Garter in den Hosenbandorden aufgenommen.

Unter König Richard III.
Nach dem Tod König Eduards machte dessen Bruder Richard, Duke of Gloucester, seine Rechte auf den englischen Thron geltend, obwohl Eduard zwei männliche Erben hatte. Bis heute ist das Rätsel der "Prinzen im Tower" nicht geklärt, fest steht jedoch, dass Richard die Ehe seines Bruders mit Elizabeth Woodville für ungültig erklärte und deren Kinder somit als illegitim betrachtet wurden und den Thron nicht erben konnten.[2] Richard beanspruchte den Thron und durch den im Januar 1484 vom Parlament verabschiedeten Titulus Regius wurde er zum König erklärt und die Kinder Eduards IV. von der Thronfolge ausgeschlossen.

Cecily wurde mit Ralph Scrope of Upsall, einem Unterstützer Richards III., verheiratet. Mit der Thronbesteigung ihres zukünftigen Schwagers, Heinrich VII., wurde die Ehe jedoch annulliert. Cecilys erster Mann wurde später zum 9. Baron Scrope of Masham und starb ca. 1515.

Unter Heinrich VII.
Heinrich Tudor, der lancastrische Thronanwärter, hatte in Rennes verkündet, dass er die verfeindeten Königshäusern Lancaster und York durch die Heirat mit einer Tochter Eduards IV. vereinen wollte und somit die jahrzehntelang andauernden Rosenkriege beenden wollte. Seine erste Wahl war Elizabeth of York, die älteste Tochter König Eduards und ältere Schwester Cecilys. Wäre sie gestorben, hätte sich Heinrich zweifelsohne Cecily zugewandt, was er in seiner Erklärung ausdrücklich betonte.[3]

Zweite Heirat
Nach der Thronbesteigung Heinrichs VII. und dessen Heirat mit Elizabeth of York, wurde Cecily Ende 1487 mit einem Lancaster-treuen Adligen, John Welles, 1. Viscount Welles, verheiratet. Er war der Sohn von Lionel Welles, 6. Baron Welles und Margaret Beauchamp of Bletso und somit mütterlicherseits der Halbbruder Margaret Beauforts und Onkel Heinrichs VII. Der Ehe entstammten zwei Töchter: Elizabeth und Anne Welles, die beide jung und unverheiratet starben. Nach seinem Tod am 9. Februar 1499 soll Cecily ihren Mann sehr betrauert haben.

Bei Hofe
Während der ersten Jahre der Herrschaft Heinrichs VII. spielte Cecily in mehreren königlichen Zeremonien eine tragende Rolle, wie es ihr als Mitglied der königlichen Familie zustand. Sie trug ihren Neffen Prinz Arthur bei dessen Taufe, begleitete ihre Schwester Elizabeth bei deren Krönung und trug die Schleppe Katharina von Aragons bei deren Hochzeit mit Prinz Arthur. Wenngleich der König sie nach ihrer dritten Heirat mit Thomas Kyme, einem Mann von niedriger Geburt, vom Hofe verstieß, fand sie Trost, indem sie Margaret Beaufort (Heinrichs Mutter) aufwartete.[4]

Dritte Heirat
Trotz ihrer Trauer um ihren verstorbenen Mann John Welles und dem Verlust ihrer beiden Töchter aus dieser Ehe, heiratete Cecily ein drittes Mal. Ihre Hochzeit mit Sir Thomas Kyme fand irgendwann zwischen Mai 1502 und Januar 1504 statt und soll eine Liebesheirat gewesen sein. Da die Ehe jedoch ohne Zustimmung des Königs geschlossen und dieser diese nicht standesgemäße Ehe nicht befürwortete, wurde Cecily erneut vom Hofe verbannt und alle ihre Güter eingezogen. Durch das Eingreifen der Mutter des Königs wurden einige in ihren Besitz zurückgegeben. Diese konnten jedoch nicht an ihren Mann oder eventuelle Kinder, die der Ehe entstammten, vererbt werden.

Späte Jahre
Cecily verbrachte den Rest ihres Lebens in Ruhe abseits des Hofes. Es gibt wenige Informationen über diese Jahre, vermutlich entstammen der Ehe zwei Kinder, Richard und Margaret (oder Margery), die überlebten, heirateten und Nachkommen hatten. Sie erhielten jedoch keine royalen Titel oder Positionen bei Hofe, wodurch man kaum etwas über sie weiß und sich ihre Existenz nicht historisch belegen lässt.

Prinzessin Cecily starb 1507 mit 38 Jahren nur wenige Jahre nach ihrer dritten Eheschließung. Sie hatte recht bescheiden in East Standen auf der Isle of Wight gelebt.

Laut Edward Halls Chronicle wurde sie in Quarr Abbey auf der Isle of Wight beigesetzt. Es gibt jedoch auch die Theorie, dass sie in Hatfield, Hertfordshire, starb und dort vor Ort an einem als "the friars" bekannten Ort (vielleicht das Kloster von Kings Lanley) begraben wurde. 
of York (Plantagenet), Cecily (I28217)
 
48290 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Centulle_IV._(Béarn) (Sep 2023)

Centulle war bestrebt, mit der katholischen Kirche gute Beziehungen zu wahren. So legte er 1022 den Grundstein der Abtei Saint-Pé-de-Bigorre, die an der Grenze zwischen dem Béarn und dem Bigorre gelegen ist. Sein Lehnsherr Sancho VI. der Gascogne machte ihn daraufhin zum defensor (Verteidiger) der Abtei und der Länder des Heiligen Petrus in der Gascogne und im Béarn.

Offensichtlich konnte er die Machtstellung des Béarn mehren, indem er Angèle de Gascogne, Vizegräfin von Oloron, heiratete – sie brachte nämlich die benachbarte Vizegrafschaft Oloron mit in die Ehe ein. Angèle de Gascogne war die Erbtochter von Aner II. Loup de Gascogne, dem Vizegrafen von Oloron. Centulle gewann ferner zwischen dem Fluss Oloron und Navarrenx die Täler Aspe, Ossau und Barétous hinzu.

Es hat den Anschein, als hätte Centulle seinen Sohn Gaston III. schon recht frühzeitig an die Nachfolge herangeführt, dieser war aber bereits gegen 1045 verstorben (als Todesjahr wird auch 1053 angegeben).

Centulle IV. bekämpfte die benachbarten Vizegrafen von Dax und von Soule und ließ den Vizegrafen von Dax, Arnaud II., im Jahr 1050 töten. 
von Béarn, Vizegraf Centulle IV (I42478)
 
48291 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Champvent

Champvent ist eine politische Gemeinde im Bezirk Jura-Nord vaudois des Kantons Waadt in der Schweiz.

Champvent liegt auf 530 m ü. M., 5 km westlich der Bezirkshauptstadt Yverdon-les-Bains (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich am Rand des Jurafussplateaus, über der Talniederung des Bey und der Orbeebene, gegenüber dem Mont de Chamblon, im nördlichen Waadtländer Mittelland.

Die Fläche des vor der Eingemeindung von Essert und Villars 6,9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Jurafussplateaus. Zentraler Teil des Gebiets ist die Hochfläche von Champvent (im Montilier 547 m ü. M.), die im Norden vom Tälchen der Brine, im Süden von der Talniederung des Bey begrenzt wird. Nach Süden erstreckt sich der Gemeindeboden über den Bey bis an den Fuss des Mont de Chamblon, nach Südwesten in das Tal des Mujon. Im Nordwesten gehört der untere Hang des Höhenrückens Pipechat zu Champvent. Hier wird mit 590 m ü. M. der höchste Punkt der Gemeinde erreicht. Im Nordosten befindet sich jenseits des Baches Brine die frühere Exklave Mornens, die eine Rodungsinsel und einen Teil des umliegenden Waldgebietes umfasst. Seit der Eingemeindung von Essert-sous-Champvent ist die frühere Exklave mit dem Gemeindegebiet verbunden. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 4 Prozent auf Siedlungen, 25 Prozent auf Wald und Gehölze, 70 Prozent auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 Prozent war unproduktives Land.

Zu Champvent gehören die Hofsiedlungen Grange Neuve (446 m ü. M.) im Tal des Bey unterhalb des Dorfes und Saint-Christophe (545 m ü. M.) am Rand des Jurafussplateaus über dem Tal des Mujon sowie einige Einzelhöfe und seit dem 1. Januar 2012 die früheren Gemeinden Essert-sous-Champvent und Villars-sous-Champvent. Nachbargemeinden von Champvent sind Suscévaz, Mathod, Rances, Baulmes, Vuiteboeuf, Orges, Valeyres-sous-Montagny, Montagny-près-Yverdon und Chamblon.

Bevölkerung
Mit 724 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) gehört Champvent zu den kleinen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 94,0 % französischsprachig, 3,0 % deutschsprachig und 1,3 % spanischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Champvent belief sich 1850 auf 431 Einwohner, 1900 auf 416 Einwohner. Nachdem die Bevölkerung bis 1970 auf 264 Personen abgenommen hatte, wurde seither wieder eine leichte Bevölkerungszunahme verzeichnet.

Wirtschaft
Champvent war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute hat der Ackerbau eine wichtige Bedeutung in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. An den Südhängen des Jurafussplateaus unterhalb des Dorfes gibt es einige Weinbaugebiete. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In den letzten Jahrzehnten hat sich Champvent dank seiner attraktiven Lage zu einer Wohngemeinde entwickelt. Zahlreiche Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die vor allem in Yverdon arbeiten.

Verkehr
Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen, ist aber von Yverdon leicht erreichbar. Die Autobahnanschlüsse Yverdon-Ouest an der 1984 eröffneten A5 (Yverdon-Grandson) und Orbe an der 1989 eröffneten A9 sind jeweils rund 5 km vom Ortskern entfernt. Durch einen Postautokurs ist Champvent mit dem Bahnhof Essert-sous-Champvent an der Schmalspurlinie Yverdon—Sainte-Croix verbunden und damit an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1011 unter dem Namen Canvent. Später erschienen zahlreiche weitere Bezeichnungen: Canventum (1012), Chaventum (1049), Chanvent (1224), Chanvenz (1237), Chanvens (1260), Chanventz (1275), Chanvant und erstmals Champvent (1315) sowie Champvenz (1347).

Champvent bildete seit dem 11. Jahrhundert eine Herrschaft, die den Herren von Grandson unterstand. Durch eine Erbteilung kam Champvent im 13. Jahrhundert an einen Seitenzweig der Herren von Grandson-La Sarraz. Die neuen Herren nannten sich seit dieser Zeit de Champvent, und ihre Herrschaft bestand fortan unabhängig von der Herrschaft Grandson. Diese erstreckte sich von der Orbeebene bei Suscévaz nordwärts über das Jurafussplateau bis nach Sainte-Croix. Kurz nach 1300 spalteten sich La Mothe und 1317 auch Sainte-Croix mit Bullet von der Herrschaft Champvent ab. Die gleichnamige Siedlung nördlich des Schlosses wurde vermutlich im 13. Jahrhundert von den Herren von Champvent gegründet.

Nachdem das Geschlecht der Herren von Champvent erlosch, kam die Herrschaft 1336 an die Grafen von Neuenburg, 1373 an Marguerite de Vufflens und nach ihrer Heirat an die burgundische Familie de Vergy. Weil der Schlossherr Verbindungen zu Herzog Karl dem Kühnen unterhielt, brannten die Eidgenossen das Schloss 1475 nieder. Nach der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gehörte die Herrschaft Champvent zur Landvogtei Yverdon. Von 1611 bis 1731 gehörte die Herrschaft der Familie von Diesbach, danach wurde Johann Rudolf Tillier durch Heirat Herr zu Champvent. Schloss und Grundbesitz blieben bis zu ihrem Aussterben 1940 im Besitz der letzten Besitzerfamilie. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime gehörte das Dorf von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Yverdon zugeteilt. Der vorher zu Mathod gehörige Weiler Saint-Christophe wurde 1811 der Gemeinde Champvent zugeschlagen. Mit Wirkung auf den 1. Januar 2012 wurden die früher selbständigen Gemeinden Essert-sous-Champvent und Villars-sous-Champvent nach Champvent eingemeindet. Die neue Gemeinde erhielt damit ein neues Wappen. 
von Grandson, Heinrich (I57830)
 
48292 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_de_Bourbon,_duc_de_Vendôme

Charles de Bourbon (* 2. Juni 1489 in Vendôme; † 25. März 1537 in Amiens) war seit 1495 Graf von Vendôme, Soissons, Marle und Enghien sowie Baron von Condé-en-Brie, Montoire, Lavardin, Mondoubleau und Épernon.

Herkunft
Charles war der älteste Sohn und Haupterbe von François de Bourbon und dessen Ehefrau Marie de Luxembourg († 1547), Tochter Pierres II. de Luxembourg. Über seinen Vater entstammte er dem jüngeren Zweig des Hauses Bourbon, das von königlich-kapetingischer Herkunft war, abstammend von König Ludwig IX. dem Heiligen. Seine Mutter entstammte dem französischen Zweig des ehemaligen Kaiserhauses der Luxemburger.

Leben
Charles nahm an den Italienkriegen gegen die Habsburger teil und wurde 1507 von König Ludwig XII. mit der Statthalterschaft über Genua betraut. Am 14. Mai 1509 kämpfte er, nachdem er zum Ritter geschlagen worden war, in der Schlacht von Agnadello gegen Venedig und nahm anschließend an der Einnahme von Cremona und Padua teil. Im Januar 1515 wurde ihm vom neuen König Franz I. der erbliche Herzogstitel verbunden mit der Pairswürde für Vendôme verliehen. Im September desselben Jahres kämpfte Charles in der Schlacht bei Marignano, in deren Folge Frankreich das Herzogtum Mailand einnehmen konnte. 1518 übernahm er die Regierung der Picardie.

1523 konnte Charles persönlichen Profit aus dem Zerwürfnis des Königs mit dem Herzog Charles III. de Bourbon-Montpensier schlagen. Dieser war das Oberhaupt des älteren Zweiges der Bourbonen und stand somit dem Thron nach dem Königshaus Valois am nächsten. Durch den Verrat des Herzogs von Bourbon rückte nun aber Charles auf die Position eines ersten Prinzen von Geblüt, ein Umstand der für seinen Enkelsohn Henri de Bourbon später von Bedeutung war.

Nachdem der König in der Schlacht bei Pavia 1525 in die Gefangenschaft des Kaisers Karl V. gefallen war, war Charles Mitglied des regierenden Rats. 1536 entsetzte er erfolgreich das vom Kaiser belagerte Péronne, das von Catherine de Poix (Marie Fouré) verteidigt wurde. Kurz darauf starb er nach einer Fiebererkrankung am Ostersonntag in Amiens. Bestattet wurde der Herzog in der Stiftskirche Saint-Georges in Vendôme.

Ehe
Charles heiratete am 18. Mai 1513 in Châteaudun Françoise d’Alençon. Sie war eine Tochter des Herzogs Renés d’Alençon und damit Angehörige einer Nebenlinie des französischen Königshauses Valois. Von ihrem Vater erhielt sie die Vizegrafschaft Beaumont-au-Maine als Mitgift, die 1543 zum Herzogtum aufgewertet wurde. Nach dem erbenlosen Tod ihres älteren Bruders, Herzog Karl IV., wäre Françoise die rechtmäßige Erbin dessen umfangreichen Besitzes geworden. Der wurde ihr allerdings von König Franz I. vorenthalten, weil dieser ihren Bruder mitverantwortlich für die schwere Niederlage bei Pavia machte. Stattdessen wurde das Alençon-Erbe an die Witwe des Herzogs und Schwester des Königs, Margarete von Navarra, übertragen. Durch die Heirat Antoines de Bourbon mit Jeanne d’Albret, der Tochter Margarethes aus zweiter Ehe, sollte dieser Erbstreit entschärft werden. Françoise starb am 14. September 1550 in La Flèche.

Mehr unter dem Link oben.. 
von Bourbon (Vendôme), Herzog Karl IV. (Charles) (I13247)
 
48293 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_de_Clèves (Sep 2023)

Väterlicherseits entstammte Charles dem deutschen Adelsgeschlecht derer von der Mark, mütterlicherseits aus dem Haus Bourbon, einer Seitenlinie des französischen Königshauses. Am Hof König Franz I. verstrickte sich Charles in Intrigen und wurde 1521 in einem Turm des Louvre in Haft gelegt. Seine Mutter und der Herzog von Bourbon setzten sich für ihn ein. Noch bevor sie seine Freilassung erwirken konnten, verstarb er. 
von Kleve-Mark (Clèves), Charles (I42598)
 
48294 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_de_Valois,_duc_d’Orléans (Okt 2017)

Karl, Herzog von Orléans (* 24. November 1394 in Paris; † 5. Januar 1465 in Amboise) war Herzog von Orléans, Graf von Valois, Blois, Dunois und Vater des späteren Königs Ludwig XII. Heute ist er in Frankreich vor allem als bedeutendster Lyriker der Zeit um 1430 bekannt.

Jugend
Karl war Enkel des Königs Karl V. und ältester der drei ehelichen Söhne von Herzog Ludwig von Orléans, des ehrgeizigen jüngeren Bruders von König Karl VI. Seine Mutter war Valentina Visconti, Tochter von Herzog Gian Galeazzo Visconti von Mailand.

Sein Vater Ludwig gefiel sich in der Rolle des Mäzens und so kam Karl früh mit Kunst und Literatur in Berührung. Ebenso früh allerdings wurde sein Leben, meist schmerzhaft, von der Politik bestimmt.

So wurde er am 4. Juni 1404, knapp 10-jährig, im Sinne dynastischer Interessen mit seiner fünf Jahre älteren Cousine Isabella verlobt, die ihrerseits schon Witwe des abgesetzten und 1400 ermordeten Königs Richard II. von England war. Sie brachte die erhebliche Mitgift von 500.000 Francs in die am 29. Juni 1406 geschlossene Ehe ein, starb aber schon am 13. September 1409, drei Jahre nach der Hochzeit, bei der Geburt einer Tochter.

1407 verlor Karl seinen Vater, der auf offener Straße erstochen wurde von Auftragsmördern des Herzogs Johann Ohnefurcht von Burgund, der mit ihm um die Regentschaft für den geistesgestörten Karl VI. stritt. 1408 verlor er durch Krankheit auch seine Mutter, die vergeblich die Bestrafung der Mörder und ihres Anstifters gefordert hatte. Somit war er mit knapp 15 schon Vollwaise, Vater einer Tochter, Witwer und darüber hinaus Familienchef für seine jüngeren Brüder und einen außerehelich von seinem Vater gezeugten Halbbruder (den späteren Heerführer Dunois).
Zwar bewies er erstmals sein literarisches Talent, als er in einem Rundbrief an die Städte Frankreichs Sühne forderte, doch war er zu jung und von seinem Naturell her ungeeignet die Rolle eines Rächers zu übernehmen. Dies tat der energische Graaf Bernard von Armagnac, der eine Partei für ihn organisierte, wobei er ihn zugleich mit seiner elfjährigen Tochter Bonne verheiratete (1410). Über mehrere Jahre zogen sich Verhandlungen und bürgerkriegsartige Kämpfe hin, bis die „Armagnacs“ 1413 vorläufig siegten und in Paris einzogen (siehe auch:

Bürgerkrieg der Armagnacs und Bourguignons).
Nachdem Karl den ihm rangmäßig zustehenden hohen Platz am Pariser Hof eingenommen und seine junge Frau Bonne dorthin geholt hatte, begann er um 1414 zu dichten, und zwar Balladen an sie, in die er sich (nach Vollzug der Ehe?) ganz offenbar verliebt hatte. Es sind Gedichte, die die Konventionen der höfischen Lyrik kunstvoll befolgen und dennoch sehr persönlich wirken. Ebenfalls seine Verliebtheit spiegelt die gereimte Traumerzählung La Retenue d'Amours (= Die Aufnahme [in den Lehensdienst] Amors).

Gefangenschaft in England
1415 landete ein englisches Heer in Frankreich zu einem der Beutezüge, aus denen der Hundertjährige Krieg weitgehend bestand. Auf dem herbstlichen Rückzug Richtung Boulogne und England wurde es bei Azincourt von einem überlegenen französischen RRitterheer gestellt, besiegte dieses aber dank seiner Bogenschützen. Karl, der einer der französischen Anführer war, wurde gefangen genommen und nach England gebracht, wo er 25 Jahre lang als Geisel der englischen Könige Heinrich V. bzw. Heinrich VI. festgehalten wurde. Eine wichtige Rolle spielte hierbei, dass er in der Liste der französischen Thronanwärter weit oben stand und man ihn als Faustpfand einzusetzen gedachte in Verhandlungen mit seinem Cousin, dem Dauphin und dann (ab 1422) König Karl VII. Dieser zeigte jedoch keinerlei Interesse daran, etwas für Karl zu tun, und schon gar nicht, nachdem sich das Kriegsglück dank Jeanne d’Arc zu seinen Gunsten gewendet hatte.

Während dieser Zeit, die Karl auf verschiedenen Burgen bei häufig wechselnden Gastgebern-Bewachern in nur lockerem Briefkontakt mit der Heimat verlebte, dichtete er zunächst weiter Balladen, die in sehr authentischer Weise überwiegend um die Themen Liebe, Trennung, Sehnsucht und Heimweh kreisen. Später, nachdem sich seine Hoffnungen auf einen möglichen Besuch seiner Gattin Bonne in England zerschlagen hatten und er (1432?) erneut Witwer geworden war, verfasste er auch Chansons (zum Teil in englischer Sprache) an eine englische Dame, in die er sich verliebt hatte.

Nachdem diese aus seiner Umgebung entfernt worden war und 1437 auch ein Eheprojekt mit der verwitweten Margarete von Savoyen gescheitert war, schrieb Karl frustriert die Traumerzählung Songe en complainte (=Traumerzählung in Form einer Klage), die eine Art Gegenstück zur Retenue von einst darstellt und worin er, Amor um Entlassung bittend, Verzicht gelobt auf „alles, was mit Liebe zu tun hat“.

Rückkehr nach Frankreich
1440 endlich wurde Karl, der seine Nutzlosigkeit als Faustpfand erwiesen hatte, gegen ein enormes Lösegeld freigelassen. Er bekam es von seinem Cousin zweiten Grades und Sohn des 1419 selbst ermordeten Mörders seines Vaters, Herzog Philipp dem Guten von Burgund, vorgestreckt. Dieser verheiratete ihn zugleich, um ihn noch enger an sich zu binden, mit einer Nichte, der 14-jährigen Maria von Kleve, und nahm ihn in den Orden vom Goldenen Vlies auf.
Karl hatte bei seiner Heimkehr gehofft, er könne als Friedensstifter zwischen den Kronen Englands und Frankreichs tätig werden, darüber hinaus das mit England verbündete, praktisch souverän gewordene Herzogtum Burgund wieder an Frankreich heranführen und insgesamt eine seinem hohen Status gemäße Position neben seinem Cousin Karl VII. einnehmen. Doch scheiterte er an dem Misstrauen, das dieser ihm als vermeintlichem Sympathisanten Burgunds entgegenbrachte. Auch die Versuche, die Karl 1447/48 unternahm, seine von der Mutter geerbten Ansprüche auf das Herzogtum Mailand durchzusetzen, blieben mangels militärischer und diplomatischer Unterstützung durch Karl VII. erfolglos. Er zog sich deshalb enttäuscht fast völlig auf sein Schloss in Blois zurück.
Hier verarbeitete er seine wechselnden, oft depressiven Stimmungen und Gedanken in zahlreichen Balladen und, mehr und mehr, in Rondeaus, die wie Blätter eines poetischen Tagebuchs wirken, dabei aber virtuos alle Möglichkeiten der Gattung ausschöpfen. Zugleich versuchte er nicht ohne Erfolg, seinen Hof zu einem literarischen Zentrum zu machen, indem er Höflinge und Freunde sowie seine Frau zum Versemachen anhielt und Dichter aus ganz Frankreich zu kürzeren und längeren Besuchen beherbergte, darunter Olivier de la Marche, George Chastelain, Jean Meschinot und, Ende 1457, auch François Villon, von dem er sich allerdings rasch im Unfrieden getrennt zu haben scheint.
1457, 1459 und 1462 wurde Karl noch Vater zweier Töchter und eines Sohnes, nachdem er sein Verzichtgelöbnis, das er 16 Jahre lang offensichtlich eingehalten hatte, endlich doch gebrochen und die Ehe mit seiner Frau Maria vollzogen hatte.
Er erkrankte und starb Anfang 1465 in Amboise auf der winterlichen Heimreise von einem Fürstentreffen in Tours, wo er vom neuen König Ludwig XI. öffentlich gedemütigt worden war. Schon einige Jahre zuvor hatte er (anscheinend bald nach dem Zerwürfnis mit Villon) der Dichtkunst den Abschied erklärt.
Sein Sohn übernahm 1498 als Ludwig XII. die Königskrone von seinem ohne männlichen Erben verstorbenen Neffen zweiten Grades Karl VIII.

Literarisches Schaffen
Gegen 1445, d. h. wenige Jahre nach seiner Heimkehr, hatte Karl seine ab 1414 in den verschiedensten Lebenslagen in Paris, England und Blois verfassten Gedichte und Dichtungen von einem Kalligraphen in ein Sammelmanuskript kopieren lassen. In dieses ließ er anschließend von seinen Sekretären auch seine jeweils neuen Balladen und Rondeaus sowie die Gedichte von Höflingen und Gästen eintragen, was er gelegentlich auch selber tat oder die betreffenden Autoren tun ließ. Viele dieser jüngeren Texte sind Repliken auf den oder die jeweils vorangehenden, stehen also zu zweit oder mehreren in einem thematischen und oft auch konkreten situativen Zusammenhang. Bekannt ist vor allem der Block von elf Balladen zum Thema „Durst an der Quelle“, der offenbar Ende 1457 aus einem höfischen Wettdichten hervorging. Das Manuskript ist erhalten (und überliefert aller Wahrscheinlichkeit nach die einzigen Villon zuschreibbaren Autographen).
Zwar trifft sein heutiges Image als des ersten französischen Dichters von Naturlyrik nur sehr teilweise zu, doch ist Charles d’Orléans (wie er in der Literaturgeschichte heißt), einer der authentischsten und formvollendetsten sowie darüber hinaus auch produktivsten französischen Lyriker des ausgehenden Mittelalters. Er kann als Vollender der mittelalterlichen Kunstform der höfischen Lyrik in Frankreich gelten. Im deutschsprachigen Raum ist er praktisch unbekannt. 
von Valois (von Orléans), Herzog Karl (Charles) (I9427)
 
48295 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_I._de_Bourbon (Okt 2017)

Charles I. de Bourbon (* 1401; † 4. Dezember 1456 im Palais du Bourbon in Moulins) war von 1434 bis 1456 Herzog von Bourbonnais und Auvergne. Er war der Sohn Herzog Jeans I. von Bourbon und Maries de Berry, Herzogin von Auvergne und Gräfin von Montpensier.
Leben
Als Graf von Clermont-en-Beauvaisis fiel ihm nach der Gefangennahme seines Vaters in der Schlacht von Azincourt 1415 die Aufgabe zu, dessen Besitz zu verwalten. Im Alter von 15 Jahren saß er dem Regentschaftsrat vor und musste sich nach der Vertreibung der Armagnacs 1418 dem Herzog Johann Ohnefurcht von Burgund unterwerfen (siehe Bürgerkrieg der Armagnacs und Bourguignons), dessen Tochter er 1425 dann heiratete. Als Gouverneur des Languedoc ab 1421 führte er Feldzüge gegen den Grafen von Foix. 1423 war er Generalkommandeur des Lyonnais. Charles führte 1429 den Hilfskonvoi nach Orléans, der mit der Journée des Harengs (deutsch: Tag der Heringe) scheiterte. Nach der Befreiung der Stadt durch Jeanne d’Arc kämpfte er gegen die Engländer, erfuhr dabei aber wenig Unterstützung durch König Karl VII., so dass er sich schließlich ins Bourbonnais zurückzog. Ihm gelang es jedoch, seinen Schwager Philipp von Burgund dazu zu bringen, seine Allianz mit den Engländern aufzugeben und sich wieder dem König von Frankreich anzunähern, wodurch er 1435 einer der Architekten des Vertrages von Arras wurde.
Als Herzog von Bourbon und Großkämmerer von Frankreich, beides ab 1434, stellte er sich gegen den königlichen Machtanspruch. Als Gegner der Heeresreform von 1439 und in Konkurrenz zu dem Connétable de Richmont unterstützte er 1440 die Praguerie, wurde aber vom König schnell zum Frieden genötigt. In seinen späten Jahren widmete sich Charles der geschickten Verwaltung seiner Ländereien und begründete in Moulins eine prunkvolle Hofhaltung. 
von Bourbon, Herzog Charles I. (Karl) (I9037)
 
48296 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_I._d’Albret

Charles I. d’Albret († 25. Oktober 1415 in der Schlacht von Azincourt) war Herr von Albret, Graf von Dreux, Vizegraf von Tartas und Connétable von Frankreich. Er war der Sohn von Arnaud-Amanieu d’Albret und Marguerite de Bourbon, Tochter von Pierre I., Duc de Bourbon (1311–1356) und Isabel de Valois (1313–1383).[1]

Er kämpfte in seiner Jugend unter dem Befehl von Bertrand du Guesclin und nahm an den Feldzügen gegen die Engländer in der Guyenne teil. 1402 machte Karl VI. ihn zum Connétable, ein Amt, das er 1411 – als Angehöriger der Partei der Armagnacs – im Zusammenhang mit der Machtübernahme der Bourguignons wieder aufgab. Zwei Jahre später wurde er erneut Connétable, nachdem sich die Armagnacs gegen die Bourguignons durchsetzen konnten (siehe auch: Bürgerkrieg der Armagnacs und Bourguignons). Er war einer der Paten des späteren Königs Karl VII.

Charles I. d’Albret als Connétable und Jean II. Le Maingre als Marschall von Frankreich (Marschall Boucicaut) waren die nominellen Kommandeure der französischen Armee in der Schlacht von Azincourt, konnten sich aber an diesem Tag gegen die versammelten mächtigen Adligen nicht durchsetzen. Charles d’Albret fiel in der Schlacht.

Am 27. Februar 1400 heiratete er Marie de Sully, Tochter Louis’ de Sully und Witwe Guys VI. de la Trémoille, Graf von Guînes sowie Mutter Georges’ de La Trémoille.

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von Albret, Graf Charles I. (I9425)
 
48297 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_II._d’Albret

Charles II. d’Albret
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Charles II. d’Albret (* 1407; † 1471) aus dem Haus Albret war Sire d’Albret, Graf von Dreux, Vicomte de Tartas und Seigneur d’Orval. Er war der Sohn des Connétable Charles I. d’Albret und Marie de Sully, und durch seine Ehe mit Anne d’Armagnac der Schwiegersohn von Bernard VII. d’Armagnac, genauso wie Charles de Valois, duc d’Orléans.[1]

Charles II. d’Albret wurde Mitglied des Conseil royal des Königs Karl VII., der ihn zu seinem Stellvertreter im Berry ernannte. Er kämpfte an der Seite von Jeanne d’Arc und half dem Connétable Arthur de Richemont (der wiederum sein Schwiegersohn war) bei der Verhaftung Pierre de Giacs, des Liebhabers der Königin Isabeau.

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von Albret, Graf Charles II. (I13220)
 
48298 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_von_Hessen-Kassel_(1627–1686) (Sep 2017)

Charlotte von Hessen-Kassel, Kurfürstin von der Pfalz, (* 20. November 1627 in Kassel; † 16. März 1686 in Heidelberg) war die Gemahlin des Kurfürsten Karl Ludwig und Mutter der Liselotte von der Pfalz.
Ihre Eltern waren Wilhelm V. von Hessen-Kassel und Amalie Elisabeth von Hanau-Münzenberg.

Charlotte von Hessen-Kassel führte eine unglückliche Ehe mit Karl Ludwig. Dieser warf ihr vor, sie sei zu oft geritten, zu häufig auf der Jagd, sowie putz- und vergnügungssüchtig und hätte ihn nach der Geburt der beiden Kinder aus dem Schlafzimmer verwiesen. Sie war zumindest eine Frau mit starkem Willen. Karl Ludwig konnte sich trotz der Stellung als Fürst und Kirchenoberer nicht ohne ihre Einwilligung scheiden lassen, obwohl er das trotz ihres ungehorsamen, halsstarrigen, verdrießlichen und widerspenstigen Wesens immer wieder vergeblich versuchte und so entschied er sich, Luise von Degenfeld in der sogenannten „Ehe zur linken Hand“ zu heiraten. Auf die zwanzigjährige Hofdame hatte er schon lange ein Auge geworfen und sie war sanft und unterwürfig - zumindest bis zur Eheschließung. Die Kinder aus dieser „Ehe zur linken Hand“, vom Vater zum „Raugrafen“ ernannt, galten als illegitim und blieben von der Erbfolge ausgeschlossen.
Die verstoßene Charlotte kehrte nach ihrer „Verbannung“ nicht nach Kassel zurück, sondern wohnte in einem Seitenflügel von Schloss Heidelberg, weiter hoffend, dass sich das Blatt wenden würde. Die zu diesem Zeitpunkt sechsjährige Tochter Elisabeth Charlotte hing sehr an ihr und besuchte sie regelmäßig gemeinsam mit ihrer Hofmeisterin. Um dies zu hintertreiben wurde sie vom Vater zu dessen Schwester Sophie von der Pfalz nach Hannover geschickt.[1] Nach anderer Ansicht brachte er sie nach Hannover, um ihr die ehelichen Auseinandersetzungen zu ersparen.

Persönlichkeit[
Charlotte von Hessen-Kassel galt als unerträglich launisch. Sophie von der Pfalz schreibt im Jahr 1686 über die Vorbereitungen zu Charlottens Beerdigung:
„Das war das einzige Mal, daß man sie ankleidete, ohne daß sie die Leute angefahren oder geschlagen hätte.“
Sophie erzählt in ihren Memoiren anschaulich von den Auseinandersetzungen am kurfürstlichen Hof:
„Denn, indem sie das Kabinett der Degenfeld durchstöberte, fand sie nicht nur alle die Liebesbriefchen des Kurfürsten, sondern auch all die Schmucksachen, die er ihr geschenkt hatte. Das versetzte sie in eine Wut und sie ließ mich und meine Schwester rufen. Die Degenfeld hatte ihrerseits den Kurfürsten benachrichtigen lassen, und als wir eintrafen, erblickten wir einen ganz außergewöhnlichen Auftritt. Der Kurfürst stand vor seiner Geliebten, um die Schläge abzuwehren, die sie von seinener Gemahlin hätte bekommen können, die Kurfürstin ging im Zimmer hin und her und hatte alle Schmucksachen der Degenfeld in den Händen. Voll Zorn kam sie auf uns zu und schrie: Prinzessinnen, schaut her, das alles ist der Lohn der Hure, das alles ist nicht für mich bestimmt. Als der Kurfürst ihr sagte, sie solle die Juwelen derjenigen, der sie gehörten, zurückgeben, warf sie alles durchs Zimmer und kreischte: Wenn sie mir nicht gehören sollen, nun dann sind sie da, und da, und hier!“
Zitiert nach W. von Moers-Messmer: Heidelberg und seine Kurfürsten. 
von Hessen (Kassel), Charlotte (I9483)
 
48299 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Charta_von_Alaon

Charta von Alaon

Die Charta von Alaon ist ein arglistig gefälschtes Dokument, mit dem die Herkunft der Familie des Herzogs Eudo von Aquitanien († 735) belegt werden sollte. Sie ist als Schenkung eines Grafen Vandregisil an das Kloster Santa María de Alaón in der Grafschaft Ribagorza auf den 21. Januar 845 datiert und trägt das Signum König Karls des Kahlen. Der französische Historiker Joseph-François Rabanis wies jedoch 1856 nach, dass die Charta erst im 17. Jahrhundert angefertigt wurde. Seine Forschung entlarvte angeblich gesichertes Wissen zur Geschichte der Gascogne und des Königreichs Navarra als bedeutungslos.

Widerlegung
Zu den unbelegten Behauptungen der Charta gehört die Abstammung der Herzöge von Aquitanien und Gascogne von dem Merowingerkönig Charibert II. († 632). Dessen Sohn Chilperich starb kurz nach seinem Vater, jüngere Söhne Chariberts, von denen Eudo abstammen sollte, sind tatsächlich nicht bekannt. Desgleichen ist die Herkunft von Herzog Lupus (I.) unbekannt und eine Verwandtschaft zu Eudo oder den Merowingern nicht beweisbar.

Vom Haus Jiménez, das Navarra vom 10. bis zum 13. Jahrhundert regierte, wurde ebenfalls vorgegeben, es stamme von Lupus und einem seiner Söhne ab. Obwohl eine Verwandtschaft zwischen Lupus und Jimeno, dem namengebenden Ahnherr des Hauses Jiménez, wahrscheinlich ist, so ist doch keine Beziehung zwischen ihm und den Basken bekannt. Tatsächlich kann schlüssig belegt werden, dass weder die aquitanischen noch die gascognischen Herzöge baskischer Herkunft waren. Charles Higounet bezeichnet Genealogien mit diesem Ansatz als "Phantasiegebilde"[1]. Der Historiker Jules Villain schlug sogar eine Verbindung zwischen dem Haus Comminges und Lupus (II.) vor. Tatsächlich sind von Lupus (II.) weder Eltern noch Ehefrauen oder Kinder bekannt, hierzu liegen lediglich Vermutungen vor.[2]

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von Bigorre, Graf Donat Loup (I13158)
 
48300 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Châtillon_(Adelsgeschlecht)

Châtillon (Adelsgeschlecht)

Das Haus Châtillon war eines der langlebigsten Adelshäuser in Frankreich, das vom 11. bis in das 19. Jahrhundert existierte. Der namensgebende Stammsitz war Châtillon-sur-Marne (Dépt. Marne), etwa 25 km südwestlich von Reims. Ursprünglich dem Stand der Burgherren der Champagne angehörend, erlangte die Familie während des Mittelalters eine herausragende Prominenz, die mehrere Schlachtenteilnehmer, Kreuzritter, Offiziere des Königs und Feudalfürsten hervorbrachte. Dagegen nahm ihre Bedeutung in der Neuzeit ab; erst die letzten zwei Vertreter des Hauses wurden in den Stand der Pairs von Frankreich erhoben. Die letzte Angehörige dieser Familie starb 1840.

Ursprünge
Bis in das 20. Jahrhundert hinein ist das Bild über die genealogischen Ursprünge des Hauses Châtillon durch eine weitgehend kritiklose Reproduktion der genealogischen Forschung zu dieser Familie des Historikers André Duchesne († 1640) aus dem 17. Jahrhundert geprägt wurden.[1] Der konstruierte einen bis in das frühe 11. Jahrhundert reichenden Stammbaum, als dessen Stammvater ein „Miles Seigneur de Chastillon & de Basoches“ genannt wird, der wiederum ein Bruder des Erzbischofs Guido von Reims (1033–1055) gewesen sei. Nun vermied es Duchesne seine Erkenntnisse durch Primärquellen zu fundieren, womit deren Richtigkeit nicht gewährleistet ist. Die Anfechtbarkeit seiner Konstruktion offenbart sich schon in der Behauptung der in Châtillon-sur-Marne geborene Papst Urban II. (siehe Haus Lagery) sei ein Sohn des ominösen Stammvaters Miles gewesen, was mehr als ein Jahrhundert später widerlegt wurde. Tatsächlich lässt sich ein klares genealogisches Bild über die frühsten Generationen des Hauses Châtillon anhand des bis heute überlieferten Schriftguts nicht zeichnen.

Die ältesten schriftlichen Erwähnungen zu einer „Burg über der Marne“ und ihres ersten Herrn stammen aus den Annalen und der Kirchengeschichte des Flodoard von Reims aus dem 10. Jahrhundert.[2] Erzbischof Herive von Reims (franz: Hervé; † 922) war im Machtkampf um die Herrschaft im Westfrankenreich zwischen den Karolingern und Robertinern ein Parteigänger des Karolingers Karl III. dem Einfältigen. In seiner Amtszeit in Reims veräußerte er der Kirche gehörende Landgüter an seinen Bruder Odo und ihren Neffen Herive, welcher über der Marne eine Burg errichtete (castrum…super fluvium Maternam) . Nach dem Tod des Onkels verweigerte Herive der Jüngere die geforderte Restitution dieser Güter in den Kirchenbesitz, worauf er von Erzbischof Artold mit dem Kirchenbann belegt wurde. Von seiner Burg aus befehdete Herive in diesen Jahren die Kirche von Reims, deren Güter er überfiel und plünderte. 940 wurde seine Burg vom Erzbischof im Verbund mit König Ludwig IV. angegriffen und zerstört, doch konnte Herive seine Raubzüge fortsetzten. Erst im Jahr 947 wurde er vom erzbischöflichen Vasallen Graf Ragenold und dessen Bruder Dodon zum Kampf gestellt und getötet.

Ob der Fehdemann Herive ein früher Ahn des Hauses Châtillon, ja ob seine „Burg über der Marne“ überhaupt am selben Ort wie das heute bekannte Châtillon-sur-Marne stand, kann nicht mehr mit Sicherheit bestimmt werden. Denn das älteste bekannte Schriftzeugnis zu einem „von Châtillon“, welches auch von Duchesne zitiert werden konnte, ist erst über ein Jahrhundert nach ihm aufgesetzt wurden. Die Bestätigungsurkunde König Philipps I. aus dem Jahr 1076 zur Gründung der Abtei Saint-Jean-des-Vignes bei Soissons ist unter anderem von einem Guido von Châtillon (Wido de Castellonio) bezeugt wurden.[3] Zu Lebzeiten jenes Guidos ist Papst Urban II. († 1099) in der „Burg über der Marne“ geboren wurden (natus de Castellione super Maternam), was die Historiker späterer Zeiten dazu verleitete, in ihm ein Mitglied der Burgherrenfamilie zu erkennen. Nach Guido I. von Châtillon treten dann in zwei Urkunden, von denen eine in das Jahr 1103 datiert, ein Walter von Châtillon (Walcherus de Castellione), Guermond von Châtillon (Guarmundus de Castellione) und Jakob von Châtillon (Iacobi de Castellione) auf, die vielleicht Brüder als Söhne Guidos I. waren.[3] Von Guermond stammten die Herren von Savigny ab, während sich über Walter die Herren von Châtillon fortgesetzt haben dürften.

1117 erscheint Heinrich von Châtillon erstmals in den Urkunden, der sich 1127 auch Herr von Montjay (Montjay-la-Tour in Villevaudé, Dépt. Seine-et-Marne) nennt.[3][4] In einer Urkunde des Erzbischofs von Reims aus dem Jahr 1130 wird er schließlich als Ehemann der Ermengarde und mit ihrem Sohn Walter II. von Châtillon genannt, womit dies die erste urkundlich verbürgte Filiation des Hauses Châtillon darstellt.[3] Von da an ist die weitere Stammlinie des Hauses durch überlieferte Urkunden und erzählende Chroniken lückenlos nachzuverfolgen.

Bedeutung

Der Aufstieg zu den führenden Geschlechtern Frankreich begann durch die Ehe Guidos II. von Châtillon mit einer Nichte König Ludwigs VII. († 1180), durch welche die Châtillons die Sphären des königsnahen Adels erreichten. In den folgenden Generationen konnten sie dank vorteilhafter Erbheiraten die Kreise des nachgeordneten Burgadels der Champagne verlassen und in den hohen Feudaladel Frankreichs aufrücken. Verschiedene Familienzweige sind so in den Besitz bedeutender Lehen gekommen, die sie zu unmittelbaren Vasallen der Krone machten. Dies waren:

Grafschaft Saint-Pol (1205–1360)
Grafschaft Blois (1231–1391)
Grafschaft Chartres (1269–1286)
Grafschaft Porcéan (1303–1395)
Grafschaft Soissons (1350–1391) mit Beaumont und Chimay
Vizegrafschaft Limoges (1384–1481)
Grafschaft Penthièvre (1384–1485)
Während des bretonischen Erbfolgekrieges ist mit Karl von Blois ein Châtillon als Prätendent auf die Herrschaft über das Herzogtum Bretagne aufgetreten, doch ist er in der entscheidenden Schlacht von Auray 1364 gefallen.

Dagegen entsprach die Herrschaft der Familie in Châtillon-sur-Marne einer einfachen Burgherrschaft, die auf dem bloßen Besitz der von ihr erbauten Burg gründete. Die Kastellanei aber, also die Herrschaft über den Burgbezirk und den Ort selbst, lag in der Hand der Grafen der Champagne. Neben ihrer Bedeutung als Familienstammsitz hatte die Burg für die Châtillons kaum einen besonderen Stellenwert eingenommen, besonders im Vergleich zur Herrschaft von Crécy, die sie seit dem 12. Jahrhundert zur Gänze besaßen. Als die Familie im 13. Jahrhundert in den Besitz der Grafschaften von Saint-Pol und Blois gekommen war ist es deshalb bei ihr üblich geworden, ihre vergleichsweise unbedeutende Burg Châtillon an den jeweils jüngsten Sohn weiterzureichen. Durch die Heirat der letzten Gräfin der Champagne, Johanna I., mit König Philipp IV. von Frankreich ist die Grafschaft Champagne und mit ihr die Kastellanei von Châtillon-sur-Marne in den Besitz der Krone übergegangen. Im Jahr 1290 vereinbarten König Philipp IV. und Walter V. von Châtillon ein Tauschgeschäft, wonach letzterer die Herrschaft Crécy an die Krone abtrat und dafür die Kastellanei für Châtillon-sur-Marne erhielt, also die vollumfängliche Herrschaft über Ort und Bezirk.[5] Nur dreizehn Jahre darauf gab Walter V. diese in einem neuen Tauschgeschäft wieder auf und erstattete die Kastellanei für den Erhalt der Grafschaft Porcéan an die Krone zurück.[6] So wieder auf den bloßen Burgbesitz beschränkt, mussten sich mit diesem wieder die jüngeren Söhne der Familie abfinden. Die Burg selbst wurde dabei als Wohnsitz aufgegeben, baulich nicht erweitert und dem Verfall ausgesetzt.

→ Hauptartikel: Herrschaft Châtillon
Das hohe Prestige des Namens Châtillon genierte sich nicht zuletzt aus der weithin bekannten ritterlichen Gesinnung seiner Angehörigen. In allen großen Schlachten des hohen Mittelalters, in welche die französische Ritterschaft gezogen war, ob bei Bouvines (1214), bei Taillebourg (1243), bei Westkapelle (1253), bei der mit den goldenen Sporen (1302), bei Crécy (1346), bei Roosebeke (1382), oder bei Azincourt (1415) war immer mindestens ein Châtillon mit dabei. Ebenso konnte kaum eine andere Familie auf ein nur annähernd hohes Engagement mit entsprechendem Blutzoll in den Kreuzzügen verweisen. Schon Walter I. von Châtillon ist auf dem Kreuzzug von 1101 gestorben. Seinem Beispiel folgend haben sich fast alle Generationen nach ihm zu allen folgenden „bewaffneten Pilgerfahrten“ in das Heilige Land begeben. Zur historischen Wahrheit gehört dazu, dass der berühmteste in jenem Kontext überhaupt auftretende Châtillon gar kein Familienmitglied war. Der 1187 von Sultan Saladin bei den Hörnern von Hattin enthauptete Rainald von Châtillon war ein Angehöriger des burgundischen Hauses von Semur-Donzy.[7]

Pair von Frankreich
Das Ende des Mittelalters war für das Haus Châtillon mit einem Bedeutungsverlust einhergegangen. Seine bedeutendsten Familienzweige waren im Mannesstamm erloschen und die von ihnen gehaltenen Feudalterritorien gingen so verloren. Sogar die namensgebende Burg von Châtillon-sur-Marne ist durch einen Erbfall an eine andere Familie gefallen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bestand nur noch ein Nebenzweig, der eine Reihe kleinerer Grundherrschaften sein Eigen nennen konnte und den niedrigen Titel des Ritters (franz: chevalier) führte. Dem damals lebenden Gilles de Châtillon widmete André Duchesne sein 1621 vollendetes Werk über die Geschichte des Hauses Châtillon.

Erst etwa ein Jahrhundert später gelang der Familie der Aufstieg in der Ranghierarchie des Hofes von Versailles, wobei sich die Nähe der Familie zum Haushalt des Philippe de France, duc d’Orléans bezahlt machte. Alexis Henri de Châtillon soll einer der Liebhaber des „Monsieur“ gewesen sein. Sein Neffe Alexis Madeleine Rosalie de Châtillon († 1754) war in erster Ehe verheiratet mit einer Tochter des Kriegsministers und Kanzlers Daniel Voysin de La Noiraye. Als Offizier konnte er sich 1734 ganz der Familientradition folgend in der Schlacht bei Guastalla auszeichnen. Im Jahr darauf zum Gouverneur des Haushalts des Dauphin befördert, folgte schon im März 1736 seine Aufnahme unter die Pairs von Frankreich. Dazu wurde ihm die Baronie Mauléon im Poitou übertragen und mit dem erblichen Titel eines Herzogs von Châtillon (franz: duc de Châtillon) versehen. Schon mit dem zweiten Herzog von Châtillon ist noch vor der Revolution der letzte Nachkomme in agnatischer Linie des Burgherrn Guido I. von Châtillon gestorben, dessen zwei Töchter so zu den letzten Angehörigen des Hauses Châtillon wurden.

In den Niederlanden wurden von den Châtillon Familien, neben den Blois van Treslong, auch die Familie de Cocq genannt van Haeften in den Niederlanden ansässig.

Großoffiziere von Frankreich
Gaucher V. de Châtillon (1249–1329), Seigneur de Châtillon, Connétable de France (1302–1329)
Jean I. de Châtillon (1283–1363), Seigneur de Châtillon, Grand Maître de France (1350–1363)
Hugues de Châtillon († 1389), seigneur de Dampierre, Grand maître des arbalétriers de France (1382–1386)
Jacques de Châtillon (X 1415), Seigneur de Dampierre, Amiral de France (1408–1415)
Wappen
Das Stammwappen des Hauses Châtillon ist erstmals auf einem Siegel Walters III. von Châtillon aus dem Jahr 1206 nachzuweisen.[8] Seine Blasonierung (De gueules, à trois pals de vair, au chef d'or) wurde von allen Linien der Familie beibehalten und lediglich durch heraldische Symbole in seinem goldenen Schildhaupt individuell ergänzt. Die farbliche Gestaltung des Wappens ist vom Dedikationsbild des um 1285 von Girard d’Amiens geschriebenen Meliacin ou le Cheval de fust bekannt, auf dem unter anderem Walter V. von Châtillon abgebildet ist.

Mehr, auch Stammliste, unter dem Link oben.. 
von Châtillon-Saint Pol, Guido II. (Guy) (I8497)
 

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