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| 48401 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Enguerrand_II._(Ponthieu) Enguerrand II. († 25. Oktober 1053 bei Saint-Aubin-sur-Scie) war ein Graf von Ponthieu und Herr von Aumale. Er war der älteste Sohn des Grafen Hugo II. von Ponthieu und der Bertha von Aumale. Enguerrand heiratete Adelheid († 1081/84), eine Tochter des Normannenherzogs Robert I. des Prächtigen. Dafür wurde er im Oktober 1049 auf dem Konzil zu Reims wegen einer zu nahen Verwandtenehe exkommuniziert, denn seine Schwester war bereits mit Graf Wilhelm von Arques verheiratet, der wiederum ein Onkel seiner Frau war. Nach dem Tod seines Vaters im November 1052 übernahm Enguerrand das Ponthieu. Im Bunde mit König Heinrich I. von Frankreich schloss er sich dem Aufstand des Wilhelm von Arques gegen seinen Schwager, Herzog Wilhelm II. (Wilhelm der Eroberer), an. Dabei wurde er am 25. Oktober 1053 in einem Gefecht bei Saint-Aubin-sur-Scie getötet, sein Bruder Guido I. folgte ihm als Graf nach. Herzog Wilhelm konfiszierte Aumale nach dem Tod Enguerrands und gab es seiner verwitweten Schwester Adelheid als Grafschaft. Diese heiratete in zweiter Ehe den Grafen Lambert von Lens, der schon 1054 im Kampf fiel. Darauf heiratete Adelheid den Grafen Odo II. von Champagne († nach 1096). | von Ponthieu, Graf Enguerrand II. (I28357)
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| 48402 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Enguerrand_IV._de_Coucy Enguerrand IV. de Coucy († 1310) war Herr von Coucy, Marle und La Fère. Er war ein Sohn von Enguerrand III. und dessen Ehefrau, Marie de Montmirail. Er trat 1250 die Nachfolge seines Bruders Raoul II. an, der auf dem sechsten Kreuzzug gefallen war. Von seiner Mutter erbte er die Vizegrafschaft Meaux und die Burgen von Montmirail und Crèvecœur. In erster Ehe (um 1262) war er mit Margarethe von Gelderland († um 1286) verheiratet, einer Tochter des Grafen Otto II. von Geldern. Seine zweite Frau war Johanna von Flandern († 1333), eine Tochter des Grafen Robert III. von Flandern. Enguerrand hatte keine Kinder, womit das erste Haus von Coucy mit ihm im Mannesstamm ausstarb. Seine Besitzungen gingen auf seinen Neffen Enguerrand von Guînes (Gent (Adelsgeschlecht)#Die Herren von Coucy) über. Prozess Enguerrand ist vor allem als Angeklagter in einem zu seiner Zeit spektakulären Prozess bekannt geworden. Im Juli 1259 ließ er drei junge flämische Edelleute, die unerlaubt in seinen Wäldern gejagt hatten, ohne Prozess hängen. Der königliche Connétable Gilles le Brun war ein Verwandter der Opfer und klagte Enguerrand bei König Ludwig IX. (Saint Louis) an. Enguerrand bestand in seinem Standesbewusstsein darauf, dass sein Fall vor einem Pairsgericht verhandelt werde, zumal er bei seinen baronialen Standesgenossen mit Sympathien rechnen konnte. Dagegen aber verwehrte sich der König und ordnete einen Prozess an, bei dem er selbst als Richter den Vorsitz führte. Auch wurde Enguerrand eine ritterliche Haft verweigert, stattdessen nahmen einfache Sergeanten im königlichen Auftrag seine Verhaftung vor. Diese Vorgänge waren bis dahin einmalig und offenbarten eine Entwicklung, welche die königliche Herrschaftsauffassung in Frankreich bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts genommen hatte. Ludwig IX. betrachtete sich in seiner Eigenschaft als König zugleich auch als oberster Richter über alle Untertanen seines Königreiches, einschließlich des Adels. Der einst mächtige Feudaladel Frankreichs hatte unter Ludwigs Vorgängern zunehmend an Macht eingebüßt. Und die Neutralisierung der richterlichen Privilegien des Adels, die er sich in den vorangegangenen Jahrhunderten angeeignet hatte, zugunsten einer königlichen Gesetzgebung und Rechtsprechung, war ein Ziel der kapetingischen Könige des 13. Jahrhunderts. Enguerrand wurde zum Tode verurteilt. Allerdings konnte der König durch seine Ratgeber zu einer Abmilderung des Urteils bewegt werden. Enguerrand musste zur Buße 10.000 Pariser Pfund (livres parisis) an religiöse Einrichtungen zahlen und weiterhin ein Kreuzzugsgelübde ablegen. Von dem Gelübde kaufte er sich nach einer weiteren Zahlung von 12.000 Pfund frei, wofür er eigenes Land veräußern musste. Er starb 1310 und wurde in der Abtei Notre-Dame de Longpont bestattet. Seine Witwe trat in die Zisterzienserabtei von Sauvoir bei Laon ein, wo sie als Äbtissin starb. | von Coucy, Herr Enguerrand IV. (I29773)
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| 48403 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Enguerrand_VI._de_Coucy Enguerrand VI. de Coucy (* 1313; † 1346 bei Crécy) war ein Herr (Sire) von Coucy, Marle, La Fère, Oisy und Montmirail aus dem Haus Gent. Er war ein Sohn von Guillaume und dessen Ehefrau, Isabelle de Châtillon. Auf Veranlassung König Philipps VI. heiratete Enguerrand im November 1338 die deutsche Adlige Katharina von Österreich, eine Tochter des Herzogs Leopold I. von Österreich. Diese Ehe diente der Bündnispolitik des Königs von Frankreich, der für den im Jahr zuvor ausgebrochenen Konflikt mit England (Hundertjähriger Krieg) Verbündete unter den deutschen Fürsten suchte. Die Braut brachte eine sehr hohe, sowohl von ihrem Vater als auch vom französischen König gestellte, Mitgift in die Ehe. 1339 belagerten die Engländer unter Sir John Chandos die Burg von Oisy, die aber von Enguerrands Burgverwalter erfolgreich verteidigt werden konnte. Er selbst verteidigte erfolgreich mit den königlichen Truppen Tournai. Im Jahr 1346 nahm er an einem Feldzug des Herzogs Johann von Normandie in die Guyenne teil und fiel wenig später im Kampf, vermutlich in den Scharmützeln vor oder in der Schlacht bei Crécy selbst. Bestattet wurde er in der Abtei Ourscamp. Aus seiner Ehe hinterließ er einen noch unmündigen Sohn, Enguerrand, für den dessen Mutter wie auch der königliche Ratsherr Jean de Nesle, Herr von Offemont, die Vormundschaft übernahmen. Katharina von Österreich heiratete 1348 in zweiter Ehe den Grafen Konrad II. von Hardegg, starb aber schon 1349 an der Pest. | von Coucy, Herr Enguerrand VI. (I29765)
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| 48404 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Enguerrand_VII._de_Coucy Enguerrand VII. de Coucy KG (veraltet auch Ingelram von Coucy) (* um 1339[1]; † 18. Februar 1397 in Bursa, Türkei) war der letzte Herr von Coucy in der Picardie (Nordfrankreich), ab 1367 Graf von Soissons und damit Pair von Frankreich und zudem ein englischer Peer und Ritter des Hosenbandordens. Leben Erste Jahre Enguerrand VII. war der Sohn Enguerrands VI. de Coucy und der Katharina von Habsburg († 1349), Tochter Herzog Leopolds I. von Österreich. Er wurde mit sieben Jahren Halbwaise, nachdem sein Vater 1346 beim Kampf gegen England in der Schlacht von Crecy gestorben war. Mit der Vormundschaft über ihn wurde der königliche Rat Jean de Nesle betraut, die militärische Führung der Baronie Coucy übernahm der Feldhauptmann Mathieu de Roye. Sein Lehrmeister im Kriegshandwerk wurde sein Onkel Jean de Coucy. Im Jahr 1349 starben auch seine Mutter und deren zweiter Ehemann, als die erste große Pestwelle durch Europa zog. Seinen ersten Kriegsdienst erlebte Coucy 1355, als er in einem königlichen Heer in der Picardie gegen ein englisches Heer unter dem Duke of Lancaster und König Eduard III. von England zog. Aller Wahrscheinlichkeit nach befand er sich ein Jahr später auch in dem französischen Heer, das in der Schlacht bei Maupertuis eine vernichtende Niederlage gegen die Engländer unter dem „Schwarzen Prinzen“ erfuhr. 1358 schlug Coucy in seiner Baronie den Aufstand der Bauern (Jacquerie) nieder und unterstützte König Karl den Bösen von Navarra gegen den Dauphin Karl. Nachdem sich Navarra aber mit dem Bürgerführer Étienne Marcel verbündet hatte, wechselte er auf die Seite des Dauphins, für den er die Burg des Bischofs von Laon, Robert le Coq, zerstörte. Zwischen Frankreich und England Im Friedensschluss von Brétigny 1360 wurde unter anderem die Stellung von vierzig Geiseln des französischen Hochadels für die Freilassung König Johanns II., der bei Maupertuis in die Gefangenschaft gefallen war, vereinbart. Unter den Geiseln befand sich auch Coucy. In der englischen Gefangenschaft, die sich für die französischen Geiseln in fortdauernden höfischen Festivitäten äußerte, machte er unter anderem die Bekanntschaft mit Jean Froissart und Geoffrey Chaucer. 1363 erhielt Coucy von König Eduard III. alle englischen Besitzungen zurückerstattet, die einst seine Urgroßmutter, Christine de Lindsay, dem Hause Coucy eingebracht hatte, die aber von der englischen Krone bei Ausbruch des Hundertjährigen Krieges beschlagnahmt worden waren. Offenbar versuchte Eduard III., den mächtigen Herren des Hinterlandes von Calais somit auf seine Seite oder zumindest in eine neutrale Haltung gegenüber Frankreich zu ziehen. Höhepunkt dieser Gunstbeweise war die Hochzeit Coucys mit der acht Jahre älteren Königstochter Isabella auf Windsor Castle am 27. Juli 1365. Diese Ehe brachte ihm nicht nur eine enorme Mitgift ein, sondern auch die Freiheit. Im November 1365 reiste er mit seiner Frau wieder nach Frankreich, um dort seine Besitzungen zu inspizieren. Im April 1366 wurde seine erste Tochter auf der Burg Coucy geboren. Nach seiner Rückkehr nach England wurde er als Ritter in den Hosenbandorden aufgenommen und am 11. Mai 1366 zum Earl of Bedford ernannt. Unter den französischen Geiseln befand sich auch Guido II. von Châtillon, Graf von Blois und Soissons, der nicht in der Lage war, für sein hohes Lösegeld aufzukommen. Stattdessen tauschte er 1367 mit der Zustimmung des französischen Königs seine Grafschaft Soissons bei König Eduard III. für seine Freiheit ein, Eduard wiederum reichte die Grafschaft umgehend an Coucy weiter, der im Gegenzug auf die Mitgift seiner Frau verzichtete. Um diese Zeit wurde seine zweite Tochter geboren, die auf den Namen ihrer Großmutter mütterlicherseits, Königin Philippa, getauft wurde. Im Juli 1367 kehrte Coucy nach Frankreich zurück. Um die zunehmende Landflucht der Bauern einzudämmen und damit die Erträge seiner Ländereien stabil zu halten, schaffte er in all seinen Besitzungen die Leibeigenschaft ab. Im Frühjahr 1369 entflammte der Hundertjährige Krieg von neuem mit einer Kriegserklärung König Karls V. an England. Als Vasall Frankreichs und als Schwiegersohn des Königs von England stand Coucy zwischen den Fronten und entschied sich deshalb, nicht an den folgenden Kämpfen teilzunehmen. Stattdessen führte er im September 1369 eine kleine Truppe in das Elsass, um dort Besitzansprüche zu erstreiten, die er von seiner Mutter geerbt hatte, die ihm aber von seinen habsburgischen Vettern Albrecht III. und Leopold III. vorenthalten wurden. Das Unternehmen verlief trotz der Unterstützung des Grafen von Montbéliard erfolglos, und schon im Frühjahr 1370 erschien Coucy am Hof Kaiser Karls IV. in Prag, bei dem er vergeblich um Unterstützung in seiner Sache bat. Heerführer der päpstlichen Liga Im Jahr 1371 stellte sich Coucy als Heerführer in den Dienst seines ihm anverwandten Grafen Amadeus VI. von Savoyen. Dieser war der militärische Führer einer Liga Papst Gregors XI., die gegen den Herrscher von Mailand, Bernabò Visconti, gerichtet war. Zusammen mit dem deutschen Söldnerführer Anachino Baumgarten entsetzte er dabei 1372 erfolgreich Asti, das von dem jungen Gian Galeazzo Visconti und dem Söldnerführer John Hawkwood belagert wurde. Im Dezember 1372 wurde Coucy vom Papst zum Oberbefehlshaber der päpstlichen Truppen in der Lombardei ernannt. Im Jahr darauf vereinte er bei Parma seine Truppen mit denen des John Hawkwood, der inzwischen auf die päpstliche Seite gewechselt war, um gemeinsam mit ihm gegen Mailand zu marschieren. Sie beabsichtigten, sich mit dem Heer des Grafen von Savoyen, Amadeus VI., zu vereinen, aber Bernabò Visconti verhinderte dies, indem er den Oglio aufstauen ließ. Bei Montichiari, in der Nähe von Brescia, mussten sich Coucy und Hawkwood deshalb einem überlegenen Heer unter Gian Galeazzo Visconti stellen, das sie aber überraschend in die Flucht schlagen konnten. Eine Vereinigung mit Savoyen war dennoch unmöglich, weshalb sie sich nach Bologna zurückzogen, wobei Coucy die Plünderung Mantuas durch Hawkwoods Söldner nicht verhindern konnte. In Bologna konnte sich das Ligaheer schließlich mit Savoyen vereinen, und gemeinsam wurde im August 1373 die Belagerung von Piacenza aufgenommen. Diese scheiterte an widrigen Wetterbedingungen und einer zunehmenden Dezimierung des Heeres durch eine neue Pestwelle. Nachdem auch der Graf von Savoyen erkrankt war, lösten sich das Heer und damit auch die päpstliche Liga auf. Coucy ließ sich 1374 vom Papst aus dessen Dienst entlassen, wohl auch weil dieser nicht mehr in der Lage war, seinen Sold auszuzahlen. Der Guglerkrieg Im November 1374 war Coucy wieder auf seiner heimatlichen Burg. Er wurde von König Karl V. zum Marschall von Frankreich ernannt, doch in Anbetracht seiner Beziehung zu England lehnte Coucy dieses Amt ab, erhielt aber dennoch die Pensionen eines Marschalls ausgezahlt. Er setzte sich beim König für die Freilassung des Captal de Buch ein, was aber scheiterte, weil dieser sich in seiner Freundschaft zum „schwarzen Prinzen“ weigerte, dem französischen König die Treue zu schwören. 1375 erhielt Coucy von der königlichen Regierung umfangreiche finanzielle Mittel für einen erneuten Krieg gegen seine Habsburgervettern. Dazu wurden ihm auch die Söldnerkompanien unterstellt, die seit dem Waffenstillstand von Brügge beschäftigungslos das Land in Unruhe hielten. Dem folgenden Kriegszug schlossen sich auch mehrere Ritter aus England und sogar einhundert Deutschordensritter an. Herzog Leopold III. ordnete den Städten des Elsass und des Juras an, sich in Verteidigungsbereitschaft zu versetzen und Felder zu verbrennen. Als Coucy im November 1375 ins Elsass vorstieß, hatte bereits eine Vorausstreitmacht disziplinloser Söldner das Land verwüstet und ausgeplündert sowie mehrere Klöster zerstört. Enguerrand marschierte in den Aargau ein und erreichte am 25. November Basel, dessen Bischof ihm den freien Durchzug durch sein Gebiet gewährte. Plündernd und brandschatzend zogen die Söldner, die wegen ihrer kalottenförmigen Helme „Gugler“ genannt wurden, ins Aaregebiet vor und zogen den Zorn der einheimischen Bevölkerung auf sich. In nächtlichen Gefechten wurden den Söldnertruppen empfindliche Verluste beigefügt. Eine entscheidende Niederlage erlitten sie am 24./25. Dezember 1375 durch Entlebucher Truppen bei Buttisholz und in den folgenden Tagen durch den von den Stadtbernern organisierten Widerstand bei Ins und Fraubrunnen. Auf Grund dieser Niederlagen und auch wegen der kalten Witterung trat Coucy die Heimreise nach Frankreich an, ohne eines seiner Kriegsziele erreicht zu haben. Bei Wattweiler schloss er am 13. Januar 1376 mit Leopold III. einen Frieden, indem er das Lehen des gefallenen Grafen von Nidau einschließlich der Stadt Büren erhielt, im Gegenzug ließ er alle anderen Ansprüche fallen. Letztlich war dies aber kein Gewinn, da die habsburgischen Abtretungen im Schweizer Seeland schon im folgenden Jahr an die Städte Bern und Solothurn fielen, ohne dass Coucy dagegen etwas unternehmen konnte.[2] Zuwendung zu Frankreich und Engagement im Hundertjährigen Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Wieder in der Heimat erhielt Coucy im Frühjahr 1376 von König Karl V. den Auftrag, zusammen mit dem Maréchal de Sancerre jene Söldner zu bekämpfen, die er zuvor noch gegen Habsburg geführt hatte und die nun die Champagne verwüsteten. In dieser Zeit sollen seine Freunde ihn dazu bewogen haben, „französisch“ zu werden, das heißt seine Bindungen an England aufzugeben, zumal in dieser Zeit der in Brügge verhandelte Waffenstillstand mit England kurz vor dem Auslaufen stand. Im April 1376 war Coucy wieder in England, wo er Zeuge der Unruhen um den Kirchenreformator John Wyclif wurde. Es ist nicht bekannt, ob er als englischer Peer in dem kurz darauf einberufenen „Guten Parlament“ einen Sitz einnahm. Mit seiner Frau war er anschließend am Totenbett seines Schwagers Edward of Woodstock, dem „schwarzen Prinz“. Noch bevor Coucy im Herbst desselben Jahres nach Frankreich zurückkehrte, wurde sein Schwiegervater, König Eduard III., von einer schweren Krankheit befallen, an der er wenig später starb. Wieder zurück in Frankreich soll Coucy laut Froissart dem König Karl V. zu einer Invasion Englands geraten haben, da das Inselkönigreich verteidigungsunfähig sei. Offensichtlich stellte sich Coucy in dieser Zeit endgültig auf die Seite Frankreichs: Seine Tochter wurde eine Hofdame der Königin, er selbst ein Mitglied des königlichen Rats, und er übernahm erste, gegen England gerichtete diplomatische Missionen in Flandern. Im Jahr 1377 führte Coucy in Montreuil, Calais und Boulogne direkte Verhandlungen mit englischen Abgesandten, darunter Geoffrey Chaucer, um eine Verlängerung des Waffenstillstandes. Allerdings lehnten die Engländer mehrere Angebote ab, vor allem wollten sie nicht auf Calais verzichten. Am 26. August 1377 leistete Coucy schriftlich gegenüber König Richard II. einen Verzicht auf alle Besitzungen und Titel, die er in England besaß, da er „ein guter und wahrer Franzose“ geworden sei. Dies bedeutete faktisch auch das Ende seiner Ehe mit Isabella, die mit ihrer jüngeren Tochter in England blieb. Der hundertjährige Krieg wurde noch im selben Jahr fortgesetzt mit Überfällen der französischen Flotte unter dem Admiral de Vienne auf die englische Küste. Coucy selbst kämpfte unter dem Kommando des Herzogs Ludwig von Anjou gegen die Engländer in der Gascogne. Im Dezember 1377 geleitete er den römisch-deutschen Kaiser Karl IV. von Cambrai bis zu dessen feierlichem Einzug in Paris. Bis zum Ende des Jahres 1378 eroberte er zusammen mit Bureau de la Rivière alle Besitzungen Karls des Bösen von Navarra in der Normandie, vor allem Évreux. Auf diesem Feldzug befreundete sich Coucy mit dem bretonischen Feldhauptmann Olivier de Clisson, mit dem er eine Waffenbruderschaft schloss. Anschließend war er einer der vier Richter, die den Herzog Johann V. von Bretagne wegen Felonie verurteilten. 1379 gründete Coucy mit dem „Orden der Krone“ einen eigenen Ritterorden, der von Eustache Deschamps lyrisch gefeiert wurde und in dem auch Frauen aufgenommen werden konnten. Im selben Jahr starb in England seine Frau. Im Folgejahr starb Bertrand du Guesclin, und Coucy wurde von König Karl V. als dessen Nachfolger für das Amt des Connétable bestimmt, das höchste Amt, das die Krone zu vergeben hatte. Aber Coucy lehnte aus unerklärten Gründen die Ernennung ab und empfahl dafür seinen Freund Olivier de Clisson. Stattdessen ließ er sich zum Generalhauptmann der Picardie ernennen, die kurz darauf durch den Earl of Buckingham geplündert wurde. Philipp II., der Herzog von Burgund, versammelte in Troyes ein Heer, griff aber auf ausdrücklichen Befehl des Königs die Engländer nicht an. Stattdessen vereinbarte er einen ritterlichen Zweikampf mit jeweils zehn Rittern auf beiden Seiten vor der Stadt, einer der französischen Ritter war Coucy. Der Kampf endete mit einem Unentschieden, und der Earl of Buckingham zog weiter bis an die Loire und von dort in Richtung Bretagne. Am 16. September 1380 war Coucy einer der Getreuen am Totenbett König Karls V. in Beauté. Anschließend schloss er im Januar 1381 mit Herzog Johann V. von Bretagne den zweiten Vertrag von Guérande, indem der Herzog sich mit Frankreich versöhnte. Der Earl of Buckingham erreichte kurz darauf die Bretagne und musste sich angesichts verschlossener Städte nach England zurückziehen, ohne irgendeinen Erfolg errungen zu haben. Flandern und Italien Coucy nahm am 4. November 1380 an der Krönung des noch unmündigen Königs Karl VI. in Reims teil. Er behielt seinen Platz im königlichen Rat bei und pflegte zu den regierenden Herzögen, den Onkeln des Königs, ein gutes Verhältnis, obwohl diese untereinander verfeindet waren. Er riet erfolglos dem Herzog von Anjou von einem Zug nach Süditalien, um dort das Königreich Neapel zu erobern, ab. Der Herzog aber wollte eine Krone gewinnen und führte zur Finanzierung dieses Vorhabens eigens im Januar 1382 mehrere Besteuerungen wieder ein, die König Karl V. kurz vor seinem Tod noch abgeschafft hatte. Diese Maßnahme führte umgehend in mehreren Städten Nordfrankreichs zu gewaltsamen Aufständen der Bürger, die vor allem in Paris mit dem Aufstand der Maillotins die Herrschaft übernahmen. Zusammen mit dem Herzog von Burgund unternahm Coucy mehrere Vermittlungsversuche bei den Pariser Bürgern, um den Aufstand zu beenden. In Flandern erhoben sich ebenfalls die Städte unter der Führung Gents gegen den Grafen von Flandern, der wiederum seinen Schwiegersohn, den Herzog von Burgund, um Hilfe bat. Der Herzog zog das gesamte königliche Heer zusammen, um sein zukünftiges Erbe zu retten, Coucy beteiligte sich mit drei Bannerrittern und zehn Rittern an diesem Feldzug. Die Flamen unter ihrem Führer Philipp van Artevelde wurden am 27. September 1382 in der Schlacht bei Roosebeke gestellt. Am Vorabend der Schlacht soll der französische Kriegsrat beschlossen haben, den Connétable Clisson für einen Tag seines Amtes zu entheben, da dieser als Bewacher beim König bleiben sollte, der wegen seiner Unmündigkeit nicht mitkämpfen konnte. Statt ihm sollte Coucy die französischen Truppen als Connétable in die Schlacht führen. Clisson aber konnte den jungen König von dieser Entscheidung mit dem Einwand abbringen, dies würde ihm für immer den Ruf der Feigheit einbringen, was ihm nicht angetan werden dürfe. Letztlich führte Clisson die Ritter in der Schlacht an, aber Coucy erntete dennoch den Ruhm, da er zusammen mit dem Herzog von Bourbon den entscheidenden Angriff auf die Flamen befehligte, der zum Tod Arteveldes und damit zum Sieg der Franzosen führte. Der Sieg bei Roosebeke führte zum Zusammenbruch der Aufstände in Frankreich. Mit dem Maréchal de Sancerre hob Coucy widerstandslos die Tore von Paris aus den Angeln, um einen ungehinderten Einzug des Königs gewährleisten zu können. Anschließend beabsichtigte Coucy nach Süditalien zu ziehen, wo inzwischen der Herzog von Anjou mit seinem Feldzug kurz vor dem Scheitern stand. Das Unternehmen wurde allerdings von einem erneuten Angriff der Engländer aufgehalten. Im Winter 1383 hatte der Bischof von Norwich die Küstenstadt Dünkirchen besetzt; erst im Januar 1384 konnte mit ihm ein Waffenstillstand ausgehandelt werden. Dies war zugleich der letzte Angriff Englands auf Frankreich im 14. Jahrhundert, der hundertjährige Krieg kam für die nächsten dreißig Jahre zum Erliegen. Anschließend beteiligte sich Coucy an einer Privatfehde des Herzogs von Bar, mit dessen Erbsohn er seine Tochter verheiratete. Im Frühjahr 1384 brach Coucy zu einer Rettung des Herzogs von Anjou auf. Von der französischen Krone wurde er mit 78.000 Livre, einem Heer von 1500 Lanzen und etwa 7000 Infanteristen ausgestattet. Zunächst marschierte er nach Avignon, um sich mit dem von Frankreich anerkannten Papst Clemens VII. abzustimmen, da die Sache Anjous in Italien zugleich auch gegen den Papst Urban VI. gerichtet war (siehe: Abendländisches Schisma). Im Juli überquerte er die Alpen über den Mont-Cenis-Pass, um anschließend von seinem einstigen Feind Bernabò Visconti nach Mailand eingeladen zu werden. Coucy hatte von Anjou unter anderem eine Vollmacht erhalten, dessen Erbsohn mit einer Tochter Viscontis in einer Ferntrauung zu verheiraten. In dieser Zeit erhielt Coucy von mehreren italienischen Stadtstaaten Bündnisangebote, darunter auch von Florenz, welches eigentlich gegen Anjou und Papst Klemens VII. gestellt war. Trotz der Gewährung eines freien Durchzuges durch das Staatsgebiet von Florenz gestaltete sich der Marsch problematisch, vor allem wegen der von den Söldnern Coucys begangenen Plünderungen. Um eine feste Basis zu gewinnen, beabsichtigte er die Stadt Arezzo an sich zu bringen, die sich Florenz erst vor kurzem angeeignet hatte. Er forderte Florenz und Siena zu Tributzahlungen auf, die allerdings nur Siena zahlte. Florenz hingegen stellte ein Bürgerheer auf, was Coucy als einen feindseligen Akt auslegte. Um den florentinischen Gouverneur von Arezzo in Sicherheit zu wiegen, marschierte Coucy zunächst in Richtung Cortona, ließ sein Heer aber schnell wieder wenden, um am 29. September vor Arezzo zu erscheinen. Dort teilte er sein Heer in zwei Abteilungen; während die erste die Verteidiger der Stadt mit Kampflärm ablenkten, umging er mit der zweiten die Stadtmauern, um durch ein schlecht bewachtes Hintertor in die Stadt einzudringen. Im Handstreich gelang ihm so die Eroberung Arezzos, nur die Zitadelle der Stadt hielt noch gegen ihn stand. Zu diesem Zeitpunkt war der Herzog von Anjou aber schon seit neun Tagen tot. Er starb von König Karl III. von Neapel isoliert in Bari, die Reste seines Heeres lösten sich auf. Ohne davon zu ahnen, hatte sich Coucys Position gegenüber Florenz verschlechtert. Mit den aus Neapel zurückkehrenden florentinischen Söldnern unter John Hawkwood wurde Coucy nun seinerseits in Arezzo eingeschlossen, gleichzeitig versuchte Florenz mit Papst Urban VI. eine Liga italienischer Staaten gegen die „Schismatiker“ aus Frankreich zu schmieden. Coucy versuchte seiner drohenden Isolation mit diplomatischen Mitteln zu begegnen, indem er Siena einen Verkauf Arezzos für 20.000 Goldflorin anbot, im Wissen, dass die Florentiner seit jeher mit Siena verfeindet waren. Da sich auch Mailand einem Bündnis mit Florenz versagte, entstand somit eine Pattsituation, aus der sich Florenz bei Coucy mit einem Kauf von Arezzo lösen wollte. Nachdem ihm Florenz 40.000 Goldflorin ausgezahlt und freien Durchzug bis an die Mittelmeerküste gewährt hatte, zog Coucy am 20. November aus Arezzo ab. Obwohl er von Anjou testamentarisch als Stellvertreter von Anjous unmündigen Sohn zum Vizekönig von Neapel ernannt worden war, zog er umgehend in die Heimat zurück, da an eine erfolgreiche Eroberung des Königreichs nicht mehr zu denken war. Im Januar 1385 erreichte er wieder Avignon, wo er wegen eines Beinbruchs nach einem Reitunfall vier Monate ans Bett gefesselt war. Am königlichen Hof Noch in Avignon weilend, wurde Coucy vom königlichen Rat autorisiert, bei Papst Clemens VII. eine Vermittlung für Ehe des Königs mit einer Tochter des Herzogs von Bayern in die Wege zu leiten. Am 13. Juli 1385 schloss er sich in Amiens wieder dem königlichen Hof an. Es wurde eine Invasion Englands von Schottland aus geplant, zu deren Zweck bereits Truppen unter dem Amiral de Vienne aufgebrochen waren. Coucy sollte mit einem weiteren Kontingent nachfolgen, allerdings musste dieser Plan fallen gelassen werden, nachdem die Flamen erneut revoltierten und die Hafenstadt Damme, wo sich die Invasionsflotte sammeln sollte, besetzten. Im Februar 1386 ging Coucy eine zweite Ehe mit der dreißig Jahre jüngeren Isabella, einer Tochter des Herzogs Johann I. von Lothringen, ein. Vermutlich für sie ließ er die Burg Coucy gründlich renovieren, darunter auch die Fenster der Burg, die von dem Äffchen seiner ersten Frau beschädigt worden waren. Zusätzlich baute er einen weiteren Flügel mit einem 15 mal 70 Meter großen Festsaal an, einem überdachten Tennisplatz und einem großen Tank, der über Leitungen die Küchen der Burg mit Wasser versorgen sollte. Nach seiner eigenen Hochzeit war er in Dijon zu Gast bei der Hochzeit seines Verwandten Herzog Leopold (IV.) von Österreich, Sohn und Neffe seiner früheren Gegner, der Herzöge Albrecht (III.) und Leopold (III.) von Österreich, mit einer Tochter des Herzogs von Burgund. Danach beteiligte sich Coucy an einem erneuten Landungsunternehmen an der englischen Küste; sein Schiff wurde aber auf der Fahrt zum Sammelpunkt an der Scheldemündung von einem portugiesischen Segler versenkt. Dem Heer steuerte er fünf Ritter, vierundsechzig Knappen und dreißig Bogenschützen bei. Letztlich musste die Invasion aufgrund des zögerlichen Verhaltens des Herzogs von Berry, abgesagt werden, der erst im Oktober 1386 zum Heer stieß, als das rauer werdende Wetter ein Auslaufen der Flotte verhinderte. Die Invasion wurde vorerst auf das kommende Jahr verschoben; bis dahin konnte Coucy den König im Frühjahr 1387 auf seiner Burg empfangen. Anschließend wurde die Invasion wieder aufgenommen. Die Streitkräfte wurden dieses Mal in zwei Kontingente geteilt, von denen das erste vom Connétable de Clisson von der Bretagne aus nach England und das andere von Coucy, dem Amiral de Vienne und dem Grafen von Saint-Pol von Harfleur nach Dover geführt werden sollte. Die Invasion scheiterte dieses Mal allerdings an dem Herzog der Bretagne, der seit Jahren eine Privatfehde gegen Clisson führte und diesen mit einer List gefangen setzte, vermutlich von England dazu ermuntert. Der Connétable konnte zwar aus der Gefangenschaft herausgelöst werden, dafür aber wurde nun der königliche Hof in der Frage der von ihm geforderten Bestrafung des Herzogs gespalten. Die Onkel des Königs hielten zum Herzog der Bretagne, während sich der König, Coucy, Vienne, Rivière und der junge Prinz Ludwig auf die Seite Clissons stellten. Coucy wurde in die Bretagne geschickt um die Strafaktion durchzuführen. Ihm gelang es aber, den kriegerischen Herzog nach zwei Unterredungen dazu zu bewegen, nach Paris zu reisen, um vor dem König um eine Entschuldigung zu bitten, dem Connétable de Clisson seinen Besitz zurückzugeben und eine Entschädigung für erlittenes Unrecht auszuzahlen. Diese Tat brachte Coucy die Bewunderung seiner Mitmenschen ein; der König schenkte ihm dafür eine kostbare französische Bibel aus der königlichen Bibliothek. Danach wurde Coucy zum Befehlshaber eines Heeres ernannt, mit dem er gegen den Herzog von Geldern marschierte, der zuvor dem französischen König den Krieg erklärt hatte. Der Feldzug verlief wenig ruhmvoll und wurde nach einer Entschuldigung des Herzogs von Geldern beendet. Die Verantwortung für die Konflikte in den Niederlanden wurden vor allem dem Herzog von Burgund angelastet, was König Karl VI. 1388 zum Anlass nahm, die Vormundschaftsregierung seiner Onkel zu beenden, um selber die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Coucy war im königlichen Rat darauf bedacht, sowohl zu dem Prinzen Ludwig, dem späteren Herzog von Orléans, als auch zu dem mit diesem verfeindeten Herzog von Burgund in einem guten Einvernehmen zu stehen. Zu einer unangenehmen Begegnung kam es darauf mit dem Earl of Oxford, der an den französischen Hof eingeladen wurde. Oxford war der Ehemann von Coucys zweiter Tochter gewesen, lebte von dieser aber in offener Trennung, was die Ehre Coucys verletzte. Auf sein Drängen hin wurde Oxford bald wieder aus Frankreich verbannt. Vonseiten des Königs erhielt Coucy weitere Gunstbeweise, wie die Ernennung zum Großmundschenk (Grand bouteiller) sowie das Privileg, jährlich drei Messen in Coucy abhalten zu dürfen. Im Juni 1389 gelang es Frankreich, einen weiteren, auf drei Jahre befristeten Waffenstillstand mit England auszuhandeln. Während der Verhandlungen wurde Coucy von dem Earl of Norfolk zu einem ritterlichen Zweikampf herausgefordert, nicht wegen einer persönlichen Feindschaft, sondern aufgrund einer ihm entgegengebrachten Ehrerbietung, da Coucy auch in England den Ruf eines tadellosen Ritters genoss, gegen den anzutreten eine Auszeichnung darstellte. Coucy lehnte aber aus unbekannten Gründen die Herausforderung ab, vermutlich um die Verhandlungen nicht durch unbedachte Handlungen zu gefährden. Um den Waffenstillstand in Aquitanien zu überwachen, wurde er zum dortigen Generalleutnant ernannt. 1389 nahm er an den Krönungsfeierlichkeiten Königin Isabeaus in Paris teil und beteiligte sich dabei an den ausgetragenen Turnieren. Kreuzzug nach Afrika, Staatsstreich und Feldzug gegen Genua 1389 begleitete Coucy den König auf eine Inspektionsreise in das Languedoc mit einem Zwischenbesuch bei Papst Clemens VII. in Avignon. In Toulouse empfing der König eine Gesandtschaft der Republik Genua, die ihn um eine militärische Unterstützung gegen die Berber-Piraten an der Nordafrikanischen Küste bat. Um dieses Unternehmen bei der französischen Ritterschaft populär zu machen sollte es als ein Kreuzzug (Kreuzzug gegen Mahdia) deklariert werden. Der Herzog von Bourbon wurde zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt und Coucy zu dessen Stellvertreter. Zunächst reiste er noch einmal in seine Heimat, in Dijon nahm er erfolgreich an einem Turnier des Herzogs von Burgund teil. Vor Antritt des Kreuzzuges stiftete er am 26. April 1390 in Villeneuve bei Soissons an der Aisne dem Orden der Cölestiner ein Kloster (Saint-Trinité) und eine Kirche. Von Marseille aus brachen die französischen Ritter zunächst nach Genua auf, wo sich das Heer auf genuesische Galeeren begab. Am 1. Juli 1390 landeten die Kreuzritter an der Küste Tunesiens bei Mahdia, Coucy führte ein Vorauskommando und betrat als erster den Strand. Die Belagerung Mahdias gestaltete sich als entbehrungsreich und schlecht vorbereitet. Zwar konnte man jeden direkten Angriff der Berber auf offenem Feld zurückschlagen, aber die Überwindung der Stadtbefestigungen war nicht möglich. Nach neun Wochen Belagerung schloss Genua mit dem Herrscher Mahdias einen Frieden und der Herzog von Bourbon führte den Kreuzzug, der letztlich nur ein ritterliches Abenteuer war, in die Heimat zurück. Coucy verließ als letzter afrikanischen Boden. Im Oktober erreichten sie Genua und nach einer sechswöchigen Landreise über die Alpen zogen Coucy und Bourbon in Paris ein. Wieder in königlichen Diensten, führte Coucy zusammen mit Bureau de la Rivière im Jahr 1391 mit dem Duke of Lancaster und dem Duke of Gloucester Verhandlungen um einen dauerhaften Frieden zwischen England und Frankreich, die aber aufgrund der starren Haltung Gloucesters ergebnislos verliefen. Anschließend vermittelte er mehrere Monate in Tours zwischen dem erneut rebellisch gewordenen Herzog der Bretagne und dem König. Nach einer Inspektion in Aquitanien nahm er 1392 in Amiens an weiteren Friedensgesprächen mit England teil. Bei dieser Gelegenheit traf er seine Tochter Philippa wieder, die er kaum kannte. Nachdem auf dem Connétable de Clisson in Paris ein gescheitertes Attentat verübt wurde, rief der König einen Krieg gegen den Herzog der Bretagne aus, welcher der Mittäterschaft beschuldigt wurde. Coucy beteiligte sich an dem Feldzug, der allerdings jäh abgebrochen werden musste, als der König im August 1392 zum ersten Mal dem Wahnsinn verfiel. Um den König zu helfen, hatte unter anderem auch Coucy seinen Arzt, Guillaume de Harsigny, an den Hof kommen lassen. Zwar hatte sich der König innerhalb weniger Tage wieder erholt, diese Zeit aber hatte seinen Onkeln ausgereicht, um einen Staatsstreich durchzuführen. Sie neutralisierten die Hofpartei um de la Rivière und Ludwig von Orléans und enthoben Clisson seines Amtes. Coucy war von den Säuberungen nicht betroffen, er wurde vom Herzog von Burgund sogar beauftragt, Clisson in dessen Burg Montlhéry zu belagern, der aber rechtzeitig in seine Besitzungen in der Bretagne entkam. Von Burgund bekam Coucy erneut das Amt des Connétable angeboten, er lehnte jedoch ab. Mit dem genesenen König vollzog Coucy eine Pilgerfahrt nach Notre-Dame de Liesse bei Laon und lud ihn anschließend auf seine Burg ein, wo zusammen mit dem Herzog von Burgund mehrere Feste begangen wurden. Am 24. Januar 1393 trat Coucy eine Reise nach Savoyen an, um dort die Regierung nach dem Tod des Grafen Amadeus' VII. zu regeln. In seiner Abwesenheit verfiel der König in einen dauerhaften Zustand der Geistesabwesenheit, nachdem eine Maskerade auf dem Bal des Ardents in eine Tragödie mündete. Bis zum Tod des Königs im Jahr 1422 wurde Frankreich in einem Machtkampf zwischen den Herzögen von Burgund und Orléans gespalten, was schließlich die Rückkehr der Engländer begünstigen sollte. Coucy hielt sich in den folgenden Jahren aus der französischen Politik weitgehend heraus. Nachdem er die Verhältnisse in Savoyen geordnet hatte, unterbreitete er Papst Clemens VII. einen Plan, ihm zur Rückkehr nach Rom zu verhelfen. Gian Galeazzo Visconti hatte dafür seine Unterstützung zugesagt, aber das Vorhaben scheiterte am Zögern des Papstes. Darauf stellte sich Coucy in den Dienst des Herzogs von Orléans, von dem er beauftragt wurde, nach Italien zu ziehen, um dort, unterstützt von den verbannten Familien der Spinola, Grimaldi und Doria, eine Herrschaft des Herzogs über Genua zu errichten. Er nahm sein Hauptquertier in Asti, und mit der Unterstützung Gian Galeazzo Viscontis rekrutierte er ein Söldnerheer, mit dem er die Herrschaft der bürgerlichen Partei um den Dogen Antoniotto Adorno in Genua ein Ende setzen wollte. Gegen ihn bildete sich allerdings eine Liga, bestehend aus Florenz und dem Herzog von Burgund, die einen Machtzuwachs des Herzogs von Orléans verhindern wollte. Königin Isabella, die ihren Schwager hasste, brachte den König dazu, dem Bruder alle Rechte auf Genua abzukaufen, wodurch die Stadt der Herrschaft Frankreichs unterstellt wurde. Coucy musste dadurch einen Frieden mit dem Dogen schließen, der von diesem aber sofort gebrochen wurde, indem er das mit Coucy verbündete Savona angriff. Während der Verteidigung der Stadt wurde Coucy schwer verwundet. Die Belagerung wurde schließlich im August 1395 beendet und er konnte nach Frankreich zurückreisen, wo er vom Herzog von Orléans für seinen Aufwand und Schäden großzügig entschädigt wurde. Kreuzzug und Tod Im März 1396 war Coucy Zeuge der feierlichen Ferntrauung der Prinzessin Isabella mit König Richard II. von England. Allerdings nahm er nicht an dem Treffen der Könige Frankreichs und Englands an der Grenze zu Calais im August des Jahres teil, wo er seine Tochter Philippa noch einmal hätte sehen können, die sich im englischen Gefolge befand. Der Herzog von Burgund hatte im Frühjahr 1395 dem ungarischen König Sigismund eine militärische Unterstützung für den Kampf gegen die auf dem Balkan vordringenden Osmanen zugesagt. Aufgrund des Machtkampfes in Frankreich zog der Herzog allerdings eine Absage des Unternehmens in Betracht, bis sein Sohn, Graf Johann von Nevers, sich bereit erklärte, die Führung des Kreuzzuges zu übernehmen. Vom Herzog wurde Coucy gebeten, seinen Sohn als militärischer Ratgeber zu begleiten; er sagte zu. Dem letzten großen Kreuzzug der französischen Ritterschaft schlossen sich mehrere deutsche Ritter, die italienische Seerepublik Venedig, Navarresen und Kastilier sowie die Johanniterritter von Rhodos an. Am 30. April 1396 begann der Zug von Dijon, über Straßburg durch Bayern, der Donau folgend nach Buda, wo sich das Heer mit den Ungarn vereinte. Coucy reiste nicht mit dem Heer, er wurde in eine diplomatische Mission nach Mailand gesandt, um Gian Galeazzo Visconti zu besänftigen, der seit der Verstoßung seiner Tochter durch den Herzog von Orléans gegen Frankreich konspirierte. Indem Coucy den Herrscher von Mailand davon abhielt, Genua zu annektieren, konnte er seine Mission im November 1396 erfolgreich beenden. Mit seinem Schwiegersohn, Heinrich von Bar, setzte er von Venedig aus über die Adria und landete in Senj. Trotz des Umweges erreichten sie noch vor Nevers die ungarische Hauptstadt Buda. Im vereinten Kriegsrat war Coucy, wie fast alle Franzosen, ein Befürworter eines offensiven Vorgehens gegen die Türken, während König Sigismund zur Defensive riet. Die Franzosen konnten sich durchsetzen und der Marsch Richtung Konstantinopel wurde aufgenommen. Am 12. September 1396 erreichten sie die Stadt Nikopolis, die sie umgehend belagerten. Während die Ritter sich im Feldlager Trinkgelagen hingaben, war Coucy der erste, der das Heer des Sultans von Bayezid I. entdeckte. Mit seiner Abteilung aus fünfhundert Lanzen legte er sich in einen Hinterhalt und schlug in einem Überraschungsangriff die Vorhut der Türken in die Flucht. Dieser Erfolg brachte ihm zwar die Bewunderung der Ritter, aber auch den Neid des Connétable d'Eu ein, der sich im Ruhm übergangen fühlte. Um das weitere taktische Vorgehen geriet Coucy mit dem Connétable in Streit, Coucy unterstützte den Plan König Sigismunds, zuerst die walachischen Fußtruppen gegen den Feind marschieren zu lassen. Der Connétable und die jüngeren Ritter um Boucicaut aber forderten eine sofortige Reiterattacke. Am 25. September 1396 überrannten die französischen Ritter in der Schlacht von Nikopolis die erste Infanteriereihe der Türken; Coucy befehligte mit Nevers die Hauptstreitmacht, während der Connétable d'Eu die Spitze führte. Im Rausch des Kampfes stürmten die Ritter sofort weiter gegen die schwere osmanische Infanterie an, die sie nur unter hohen Verlusten in die Flucht schlagen konnten. Coucy und der Amiral de Vienne versuchten, eine geordnete Kampfformation herzustellen und ermahnten die Ritter, auf die nachrückenden Ungarn zu warten. Die aber wurden von den mit den Osmanen verbündeten serbischen Rittern in die Flucht geschlagen, während die Franzosen in ihren schweren Rüstungen zu Fuß einen Hügel erstürmten, auf dem sie die Reste des türkischen Heeres vermuteten. Stattdessen wurden sie dort von der berittenen Reserve des Sultans (Sipahi) erwartet, gegen deren Angriff sie keine Chance mehr hatten. Der Amiral de Vienne wurde getötet, Nevers, Eu, La Marche, Bar, Boucicaut und mit ihnen Coucy wurden gefangen genommen. Sie entgingen dem vom Sultan angeordneten Massaker unter den gefangenen Christen nur, weil sie ein hohes Lösegeld versprachen. Die Gefangenen, von denen Coucy der älteste war, wurden zunächst in Gallipoli in einen Turm gesperrt. Zwei Monate später wurden sie in das westanatolische Bursa gebracht. Dort lebte Coucy in provisorischer Freiheit in einem Haus des Fürsten Francesco II. Gattilusio von Lesbos, einem Vasallen des Sultans. Dessen Frau beauftragte die Republik Venedig mit Coucys Herauslösung. Coucy erkrankte aber und legte am 16. Februar 1397 sein Testament nieder, sein Körper sollte in Nogent und sein Herz in seiner Stiftung Saint-Trinité bei Soissons bestattet werden. Weiterhin bestimmte er Schenkungen an andere religiöse Einrichtungen wie an die Kathedrale von Chartres. Zwei Tage später starb er. Seine Gebeine erreichten im April 1397 die Heimat und wurden von den Bischöfen von Laon und Noyon wie vorgesehen beigesetzt. Der Biograph des Maréchal Boucicaut berichtete, dass Coucy als der „verdienstvollste Seigneur seiner Zeit“ angesehen wurde. Enguerrand VII. de Coucy war ein Gönner des Geschichtsschreibers Jean Froissart gewesen. Dieser bezeichnete ihn als den „höflichsten und redegewandtesten Herrn der gesamten Christenheit … das war der Ruf, den er unter allen Damen und Herren in Frankreich, England, Deutschland und der Lombardei und überall, wo er bekannt war, genoss, denn er war in seiner Zeit viel gereist und hatte viel gesehen, und auch war er von Natur geneigt, höflich zu sein.“ Das älteste erhaltene erste Buch von Froissarts Chroniken aus dem Jahr 1370 trägt das Wappen des Sire von Coucy. Sein ereignisreiches Leben bildet die Rahmenhandlung von Barbara Tuchmans Panorama A Distant Mirror. | von Coucy, Herr Enguerrand VII. (I29762)
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| 48405 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Enzberg_(Adelsgeschlecht) Enzberg (Adelsgeschlecht) Die Herren von Enzberg sind ein deutsches Adelsgeschlecht mit Sitz in Mühlheim an der Donau und nicht zu verwechseln mit dem Tiroler Adelsgeschlecht derer von Enzenberg. Geschichte Ursprung und Stammburg Die Enzberger sind eines Stammes mit den Herren von Niefern und den Herren von Dürrmenz, sie alle führen als Wappenelement einen Ring mit Stein (s. u. Wappen, Blasonierung). Stammburg ist die ehemalige Burg Enzberg des Grafengeschlechts Zeisolf-Wolframe nahe dem heute zur Stadt Mühlacker gehörenden Dorf Enzberg am Fluss Enz. Kloster Maulbronn Ab 1236 erscheint Heinrich von Enzberg urkundlich als Schirmvogt über Kloster Maulbronn im Sinne einer Unter-Schirmvogtei, die ihm als dessen Ministeriale vom Bischof von Speyer verliehen wurde. 1252 wurde diese Untervogtei entzogen, aber im gleichen Jahr mit Klausel zum Widerruf neu verliehen. Bis zum Jahr 1325, als das Geschlecht das letzte Mal mit dem Amt betraut wird, ist das Verhältnis der Herren von Enzberg zum Kloster Maulbronn von Rechtsstreitigkeiten, teilweise auch von gewaltsamen Übergriffen geprägt, vermutlich resultierend aus dem Bestreben der Ritter, ihr Amt zum Ausbau der eigenen Machtposition zu nutzen. Im Jahr 1384 wurde der Stammsitz der Herren von Enzberg durch ein Landfriedensheer unter Führung von Pfalzgraf Ruprecht bei Rhein eingenommen und vollkommen zerstört. Diese Aktion erfolgte aufgrund eines Hilfegesuchs der Abtei Maulbronn an seinen damaligen Schirmherren, das darüber klagte, von den Rittern mit „Mord und Raub“ bedrängt zu werden. Die Enzberger wurden bei dem Versuch der Verteidigung der Burg von zahlreichen anderen Rittergeschlechtern unterstützt. 1395 werden die Enzberger zu einem Kristallisationspunkt des Schleglerbundes, von denen sie zwei Anführer stellen. 1409 erwarben die Herren von Enzberg die Herrschaft Mühlheim und machten diese Herrschaft an der Donau zu ihrem neuen Stammsitz. Dort erwarben sie die Vogtei über das Kloster Beuron. Die enzbergische Herrschaft wurde 1470, nach dem Tod Friedrichs VII., geteilt. Burg Bronnen, das Hintere Schloss Mühlheim, die Hälfte der Stadt Mühlheim, die Dörfer Böttingen, Königsheim, Buchheim, Worndorf und Irndorf gingen an Hans I. Das Vordere Schloss in Mühlheim, die andere Hälfte der Stadt Mühlheim, die Dörfer Nendingen, Mahlstetten und Stetten erhielt Friedrich VIII. 1478 erwarb Hans I. von Enzberg den Großteil des enzbergischen Erbes von seinem Bruder zurück. Der enzbergische Besitz wurde 1509 jedoch erneut geteilt. Bronnen, halb Mühlheim, Buchheim, Worndorf und Nendingen gingen an Friedrich X., Hans Rudolf erhielt die andere Hälfte Mühlheims mit Böttingen, Mahlstetten, Königsheim und Stetten. Bei der Eroberung Mailands 1515 kämpfte Hans Rudolf auf Seiten des französischen Königs gegen Kaiser Maximilian. Nach seiner Niederlage zog Maximilian den Teil des enzbergischen Besitzes zugunsten Österreichs ein. Friedrich von Enzberg zu Mühlheim und Bronnen erhielt nach Widerspruch den Teil seines Bruders übereignet. Mehr unter dem Link oben.. | von Enzberg, Adelheid (I17920)
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| 48406 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Eppstein_(Adelsgeschlecht) Eppstein (Adelsgeschlecht) Die Herren von Eppstein waren ein altes edelfreies deutsches Adelsgeschlecht und stammten von den seit 1107 nachweisbaren Herren von Hainhausen (auch Herren von Hagenhausen genannt) im Rodgau ab. Ihr Stammsitz war die Wasserburg Hainhausen, deren Reste als Bodendenkmal unter einer Wiese nahe der Rodau erhalten sind.[1][2] Es gilt als wahrscheinlich, dass die Herren von Hagenhausen von den früheren fränkischen Maingaugrafen abstammen. Die Herren von Hausen waren eine Seitenlinie der Hagenhausener mit Wasserburg bei Obertshausen nahe Rodgau. Die Familien von Rumpenheim und von Heusenstamm waren wahrscheinlich ebenfalls mit den Hagenhausenern verwandt. Zentrum des bis 1492 stetig wachsenden territorialen Besitzes der Familie, der Herrschaft Eppstein, wurde die Burg Eppstein im Vordertaunus. Große Teile dieser Herrschaft gingen am Ende über in die Hände der Landgrafschaft Hessen und von Kurmainz. Wappen Blasonierung: „In Silber drei rote Sparren, der oberste den Schildrand berührend. – Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein roter Heidenhut mit silberner Krempe, besteckt mit einer silbernen Kugel, darauf sechs natürliche Straußenfedern (3:2:1).“ Im Ingeram-Codex: „In Silber drei rote Sparren, der oberste den Schildrand berührend. – Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein schwarzer Rundhut mit hochgeklappter silberner Krempe, besteckt mit einer silbernen Kugel, darauf drei natürliche Straußenfedern.“ Geschichte Die Herren von Eppstein gelangten zwischen 1183 und 1190 in Besitz der Burg Eppstein, nach der sie sich fortan benannten. Ihre Besitzungen konzentrierten sich im Taunus, am Untermain, im Rodgau und Spessart sowie in der Wetterau und im Westerwald. Verwandtschaftliche Beziehungen sind zu unter anderem den Geschlechtern derer von Bolanden, Wied, Isenburg, Hohenfels, Nassau, Falkenstein und Katzenelnbogen nachweisbar. Die Herren von Hainhausen werden 1108 erstmals urkundlich erwähnt. „Helith de Haginhusen et frater eius Siewin“ treten als Zeuge einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Ruthard auf.[3] Der Urkunde lässt sich entnehmen, dass sie nicht nur gute Verbindungen nach Mainz pflegten, sondern auch zu bedeutenden Adelsgeschlechtern der Region, da sie unter anderem zwischen dem Grafen von Nürings, dem Grafen von Bernbach und Heinrich von Konradsdorf genannt werden.[4] Als Stammvater derer von Eppstein gilt Gerhard II. von Hainhausen. Sein Sohn Gerhard III. von Hainhausen nannte sich als erster nach der neuen Stammburg des Geschlechts auch Gerhard I. von Eppstein. Die Eppsteiner erlebten seit Ende des 12. Jahrhunderts einen schnellen Aufstieg zu einer der mächtigsten Familien des Hochmittelalters. Zwischen 1200 und 1305 stellten sie mit Siegfried II., Siegfried III., Werner von Eppstein und Gerhard II. vier Erzbischöfe von Mainz. Der stetig wachsende territoriale Besitz der Familie resultierte aus einer umsichtigen Heiratspolitik und zahlreichen Erbschaften. So kamen durch Heirat im 13. Jahrhundert die Hälfte der reichen Grafschaft Wied und die Hälfte der Herrschaft Kleeberg an das Eppsteiner Geschlecht. Im 14. Jahrhundert kamen jeweils eine Hälfte der Herrschaften Breuberg und Trimberg hinzu. Ein weiteres Jahrhundert später fielen ihm auch noch eine Hälfte der Herrschaft Falkenstein und eine Hälfte der Grafschaft Diez zu. Zusammengenommen hätten ihre Ländereien somit einem kleinen Fürstentum alle Ehre gemacht, jedoch war die Mehrheit der Ländereien kein Allodialbesitz der Familie, sondern bestand aus Lehensgaben des Königs und diverser Grafen, zum Beispiel der Grafen von Loon, der Pfalzgrafen und der Grafen von Rieneck. Dennoch erhielten die Brüder Eberhard, Georg und Philipp, Herren zu Königstein, zu Eppstein und zu Münzenberg, vom römisch-deutschen König Maximilian I. am 6. August 1505 das Recht, künftig Titel, Namen und Wappen der Grafen von Königstein zu führen. Die Nähe der Eppsteiner zum Erzbistum Mainz hatte großen Einfluss auf die Entwicklung in deren Stammland im Rodgau und am Main. Dort hatten die Eppsteiner mit der Zeit ein geschlossenes Herrschaftsgebiet gebildet, mit Verwaltungssitz in Steinheim (Amt Steinheim). Im Jahre 1425 verkaufte Gottfried von Eppstein dieses Amt für 38.000 Gulden an das Kurfürstentum Mainz. Bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts spaltete sich die Familie unter Gottfried II. und Gerhard II. in eine jüngere und eine ältere Linie. Letztere starb 1269 mit Gerhard IV. im Mannesstamm aus, was eine zehn Jahre währende Fehde zwischen der noch existierenden jüngeren Linie und den Nachfahren sowie der Witwe Gerhards IV. um das Erbe auslöste. Besonders erfolgreich gingen aus diesem Streit die Grafen von Katzenelnbogen hervor, die einen großen Teil des Eppsteiner Besitzes für sich gewinnen konnten. Viele Historiker sehen in diesem Streit den Anfang vom Ende der bis dahin einflussreichen Eppsteiner, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts wieder in der Bedeutungslosigkeit versanken, ehe sie schließlich 1535 ausstarben. 1433 teilten die Brüder Gottfried VII. und Eberhard II. das väterliche Erbe untereinander auf – die so genannte Eppsteinische Bruderteilung – und gründeten die Linien von Eppstein-Münzenberg (Gottfried VII.) und von Eppstein-Königstein (Eberhard II.) Der Versuch, die beiden Linien im 16. Jahrhundert wieder zusammenzuführen, scheiterte trotz Verlobung und bereits unterzeichnetem Heiratsvertrag daran, dass die designierte Braut, Agnes von Eppstein-Münzenberg († 1533) – Erbtochter des letzten männlichen Vertreters des Münzenberger Linie – es vorzog, in aller Heimlichkeit den Grafen Emich IX. von Leiningen-Hardenburg zu heiraten.[5] Sämtliche Anstrengungen des düpierten Bräutigams, Eberhard IV. von Eppstein-Königstein, eine Annullierung dieser Heirat zu bewirken, blieben erfolglos. Agnes und ihr Mann Emich IX. residierten auf Schloss Hardenburg in der Pfalz und ließen die Grabkapelle ihrer Familienlinie bei der Schlosskirche Bad Dürkheim erbauen, wo sie auch bestattet wurden. Mit der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert war die Herrschaft Eppstein-Münzenberg durch verschwenderische Hofhaltung, teuren Burgenbau und zahlreiche Fehden stark überschuldet. Ein großer Teil des Besitzes musste verkauft werden; insbesondere kam so 1492 die halbe Herrschaft Eppstein an die Landgrafschaft Hessen. Die Linie Eppstein-Münzenberg starb 1522 mit Gottfried IX. aus, der 1507 gegen ein Jahrgeld zugunsten seines Königsteiner Vetters auf die Herrschaft verzichtet hatte. Nur 13 Jahre später ereilte die Königsteiner Linie das gleiche Schicksal, ihr letzter Vertreter, Eberhard IV. starb 1535. Das Erbe gelangte über seine Schwester Anna, die den Grafen Botho zu Stolberg geheiratet hatte, an die Grafen zu Stolberg. Zwei Generationen später, nach dem Tod ihrer Söhne Ludwig (1574) und Christoph (1581), wurde die Grafschaft Königstein jedoch von Kurmainz annektiert, den Stolbergern blieb nur der Besitz um Ortenberg und Gedern sowie ein Anteil an Butzbach. Sagenhaftes Um die Gründung des Adelsgeschlechtes von Eppstein und der Burg Eppstein ranken sich eine Reihe von Sagen. In einer 1583 entstanden Chronik[6] führen die Eppsteiner ihr Geschlecht selbst auf eine römische Familie Appia Claudia zurück. Seit 1843 wird spekuliert, dass das Geschlecht Eppstein auf Herzog Eberhard zurückgeht.[7] Mehr, auch Stammtafeln, unter dem Link oben.. | von Eppstein, Elisabeth (I12071)
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| 48407 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Érard_I._(Brienne) Érard I. († vor 1125) war ein Graf von Brienne aus dem Haus Brienne. Er war der ältere Sohn des Grafen Walter I. von Brienne und der Eustachie von Tonnerre. Verheiratet war er mit der Erbtochter des Andreas von Ramerupt aus dem Haus Montdidier.[1][2] Einer Urkunde der Abtei Montier-en-Der aus dem Jahr 1114 zufolge begab sich Érard I. in diesem Jahr auf eine bewaffnete Pilgerreise in das heilige Land.[3] Damit begründete er die generationenlange Kreuzfahrertradition seiner Familie. Sein Sohn wird erstmals 1125 als Graf von Brienne genannt. Einzelnachweise Alberich von Trois-Fontaines, Chronica, hrsg. Paul Scheffer-Boichorst in: Monumenta Germaniae Historica SS 23 (1874), S. 818 Genealogiæ scriptoris Fusniacensis §11, hrsg. von Georg Heinrich Pertz, in: Monumenta Germaniae Historica SS 13 (1881), S. 254 Catalogue des actes des Seigneurs de Joinville Nr. 19, hrsg. von Henri-François Delaborde in: Jean de Joinville et les seigneurs de Joinville (1894), S. 245–246 Weblink Comtes de Brienne bei Foundation for Medieval Genealogy.ac (englisch) | von Brienne, Graf Érard I. (Erhard)Erhard I. (I10803)
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| 48408 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Érard_III._(Breteuil) (Jul 2023) Érard III. (auch Evrard genannt; † 1148 bei Laodikeia) war ein Graf von Breteuil aus dem Haus Le Puiset. Er war ein Sohn des Grafen Waleran II. († nach 1124). Sein Onkel Walter von Breteuil gehörte zu den Anführern des Volkskreuzzuges, auf dem er 1096 getötet wurde. Im Jahr 1146 nahm Érard gemeinsam mit König Ludwig VII. und anderen französischen Großen in Vézelay das Kreuz zum zweiten Kreuzzug.[1] Im Verlauf dieses Unternehmens wurde er 1148 in einer Schlacht gegen die Rum-Seldschuken bei Laodikeia getötet. | Le Puiset (von Breteuil), Graf Ebrard III. (Érard) (I41699)
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| 48409 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ercole_I._d’Este (Aug 2023) Ercole I. d’Este war eines der ehelichen Kinder Niccolòs III. d’Este, des Markgrafen von Ferrara, Modena und Reggio aus dem Hause Este. Er folgte seinem Halbbruder Borso d’Este am 20. August 1471 als Herzog der genannten Gebiete nach. Ercoles Leistung ist die wirtschaftliche und kulturelle Blüte seiner Herzogtümer. Er ließ Ferrara ab 1490 durch den Architekten Biagio Rossetti (1447–1516) befestigen, aber auch erweitern, wobei erstmals in Europa – bei einem mittelalterlichen Stadtkern – breite und gerade Straßen gebaut wurden. | d'Este, Herzog Ercole I. (I42207)
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| 48410 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_I._(Braunschweig-Lüneburg-Calenberg-Göttingen) Erich I., „der Ältere“ (* 16. Februar 1470 in Neustadt am Rübenberge auf der Rovenburg; † 30. Juli 1540 in Hagenau/Elsass) war ab 1495 Herzog zu Braunschweig-Lüneburg und regierender Fürst von Calenberg-Göttingen. Herkunft Erich gilt als Begründer der Calenberger Linie des Hauses Braunschweig-Lüneburg, sein 1503 verstorbener Vater Wilhelm II. teilte bereits vor seinem Tod 1495 seine Länder unter seinen Söhnen Heinrich und Erich auf. Erich erhielt die Fürstentümer Calenberg und Göttingen, Heinrich das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Bereits in seiner Jugend reiste Erich als Pilger nach Jerusalem und bereiste Italien, bevor er in die Dienste Kaiser Maximilians trat. Im Dienste des Kaisers Schon in jungen Jahren zeichnete sich Erich als tapferer Kämpfer an der Seite des römisch-deutschen Königs aus und nahm 1497 an einem Feldzug gegen die Türken teil. Er kämpfte in späteren Kriegen gegen Venedig, die Eidgenossenschaft und Frankreich mit. Im bayerisch-landshutischen Krieg rettete er 1504 dem späteren Kaiser in der Schlacht von Wenzenbach das Leben, woraufhin er vor diesem zum Ritter geschlagen wurde. Erich I. war der zweite Sohn Herzog Wilhelms II. von Braunschweig-Wolfenbüttel († 1503) und erhielt bereits vor dessen Tod in der Erbteilung mit seinem älteren Bruder, Herzog Heinrich dem Älteren (1463–1514), im Jahr 1491 beziehungsweise 1494 die Herrschaft über das Fürstentum Calenberg-Göttingen, während sein Bruder Braunschweig-Wolfenbüttel erhielt. 1505 machte der 35-jährige Herzog Neustadt am Rübenberge zum zweiten Regierungssitz. Nachdem die erste Ehe des Herzogs mit der Witwe Erzherzogs Sigismund von Österreich, Katharina von Sachsen, kinderlos geblieben war, heiratete er nach ihrem Tod am 7. Juli 1525 die erst 14-jährige Elisabeth von Brandenburg. Aus dieser Ehe ging der ersehnte Nachfolger Erich II. (1528–1584) hervor. Als Elisabeth 1528 im Kindbett erkrankte, machte sie dafür die Hexerei der Geliebten ihres Mannes, Anna Rumschottel, verantwortlich. Sie zwang ihren Mann zu einem Inquisitionsprozess. In der Folge wurden mehrere Frauen verbrannt, die Geliebte ließ der Herzog entkommen. Sie wurde jedoch später in Hameln verbrannt. Bei der Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523) eroberte er zusammen mit Heinrich dem Jüngeren von Wolfenbüttel 1521 Burg Hunnesrück. Sie liegt auf einer Anhöhe nahe dem heutigen Stadtteil Hunnesrück von Dassel. Vom Höhenzug Hatop beschoss er die Burg mit schwerem Geschütz. Er gab sie aber nach kurzer Zeit auf. Etwa 3 km weiter östlich ließ er in einer sumpfigen Niederung von 1527 bis 1530 die durch einen breiten Wassergraben und hohe Wälle geschützte Erichsburg errichten. Sie wurde nach seinem 1528 geborenen Leibeserben, dem späteren Herzog Erich II. benannt. Erich I. diente sie zeitweise als Amtssitz. Während der Bauzeit bewohnte er die alte Burg Hunnesrück. Nach der Fehde fielen das Amt Koldingen und Poppenburg laut den Bestimmungen des Quedlinburger Rezesses an Herzog Erich I. Im Jahr 1523 stellte sich die Klosterpfarrei St. Andreas in Derneburg unter den Schutz Erichs I. von Calenberg, weil immer wieder Plünderungen durch die Reiter Herzog Heinrichs II. von Braunschweig-Lüneburg stattfanden[1]. 1529 erlaubte Erich der Stadt Hannover ein jährliches Schützenfest abzuhalten, das heute als Schützenfest Hannover weltweit das größte seiner Art ist. 1530 nahm Herzog Erich I. Aerzen wieder in Besitz für die Welfen (sein Wappen ist über der Tür im Nordflügel der Burg angebracht). 1538, knapp 21 Jahre nach dem Thesenanschlag Martin Luthers, ließ Elisabeth sich öffentlich in einem Gottesdienst das Abendmahl in beiderlei Gestalt reichen. Fortan war die Ehe konfessionsverschieden. Der Herzog blieb katholisch, die Herzogin war lutherisch. 1539 vereinigte Erich I. die bisherigen Ämter Hunnesrück, Lüthorst und Lauenberg zum neuen Amt Erichsburg. Dieses bestand in seiner Form bis 1643. Herzog Erich I. verstarb am 30. Juli 1540 beim Reichstag in Hagenau. Sein Sohn Erich II. war noch ein Kind, weshalb seine Mutter, die Herzogin Elisabeth, für fünf Jahre die Regierungsgeschäfte übernahm. Er hinterließ hohe Schulden, die mit 900.000 Talern beziffert wurden, sowie zwei wichtige Bauten: die Erichsburg bei Dassel und die von ihm wieder hergestellte Burg Calenberg. Seine Beisetzung fand erst 1541 in der Mündener St. Blasiikirche statt, nachdem seine Leiche ein Jahr nach seinem Tod gegen Bezahlung seiner Schulden in Hagenau hatte ausgelöst werden können. Dazu musste jeder Untertan seines Herzogtums 16 Pfennige bezahlen. | von Braunschweig-Calenberg, Erich I. (I36769)
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| 48411 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_I._(Sachsen-Lauenburg) (Aug 2023) Erich I. von Sachsen-Lauenburg (* vor 1285; † 1360 in Nienburg/Weser) war 1285 bis 1360 Herzog von Sachsen-Lauenburg. Er war der Sohn von Herzog Johann I. von Sachsen-Lauenburg († 1285) aus dem Hause der Askanier. Erich I. hatte sich erst in Magdeburg auf Aufgaben im geistlichen Bereich vorbereitet und war dort Mitglied des Domkapitels geworden. Er regierte zunächst gemeinsam mit seinen Brüdern Albrecht III. von Sachsen-Lauenburg und Johann II. von Sachsen-Lauenburg. Nach dem Tod ihres Vaters kam es jedoch bereits bald zu mehreren Landesteilungen, die als Realteilung das Staatsgebiet zersplitterten: um 1295/96 die Trennung in Sachsen-Wittenberg und Sachsen-Lauenburg 1305 wurde Sachsen-Lauenburg im verbliebenen Lauenburgischen Teil in die drei Linien nach Herzog Johann I. gedrittelt. Die Erbauseinandersetzung wurde jedoch durch den Streit um die sächsisch-lauenburgische Kurstimme überlagert und verzögert. Nach dem Tod des kinderlosen Herzogs Albrecht III. im Jahr 1308 wuchs Erich I. dessen Drittel wieder an, wofür er das Leibgedinge seiner Mutter zu tragen hatte. Im Jahr 1321 musste er auch Bergedorf an seinen Bruder Johann II. († 1321) abgeben. Damit war die Trennung in zwei selbständig agierende Linien des Hauses ohne gemeinsame Regierung vollzogen und abgeschlossen. Die Linien Bergedorf-Mölln und Ratzeburg-Lauenburg blieben aber auch dadurch verbunden, dass sie die Einnahmen aus dem südelbischen Land Hadeln weiter teilten. Erich I. bezog ab 1339 frühzeitig seinen Sohn Herzog Erich II. in die Regierungsgeschäfte ein und nahm Wohnsitz auf der Riepenburg im heutigen Kirchwerder. Er wurde aufgrund eines Streits zwischen den Lüneburger Herzögen und seinem Sohn von dort verdrängt und starb auf der Reise nach Hoya in Nienburg. Erich I. nahm 1346 an einer Pilgerfahrt ins Heilige Land teil und erhielt den Ritterschlag am Heiligen Grabe. | von Sachsen-Lauenburg (Askanier), Herzog Erich I. (I42115)
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| 48412 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_I._(Schleswig) (Aug 2323) Erich I. (* um 1242; † 27. Mai 1272) war der zweite Sohn des Königs Abel von Dänemark und der Mechthild von Holstein, Tochter des Grafen Adolf IV. von Schauenburg und Holstein. Ab 1260 war er Herzog von Schleswig. Herzog von Schleswig Nach dem Tod seines Vaters wurde zunächst sein älterer Bruder Waldemar III. nach Auseinandersetzungen mit dem dänischen König Christoffer letztlich Herzog von Schleswig. Nach dem Tod seines Bruders folgte Erich I. ihm und wurde 1260 mit dem Herzogtum belehnt, setzte aber den Krieg um Dänemark und Schleswig fort. 1261 gewann er die Schlacht auf der Lohheide und nahm den königlichen Vetter Erich V. von Dänemark und dessen Mutter gefangen. Er sicherte damit seiner Linie Schleswig als erbliches Lehen. Zudem wurde sein jüngerer Bruder Abel dann mit Langeland belehnt. Er wurde von den Fürsten von Rügen und Grafen von Holstein unterstützt, verlor jedoch trotzdem nach und nach sein Land bis auf den südlichsten Teil an die Krone. Zeitweise wurde er sogar nach Holstein verjagt. | von Schleswig (von Dänemark), Herzog Erich I. (I42133)
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| 48413 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_II._(Pommern) Erich II. (* Ende 1427; † 5. Juli 1474 in Wolgast) war Herzog von Pommern-Wolgast, Hinterpommern und Stettin. Seine Regierungszeit gehörte zu den unruhigsten in der pommerschen Geschichte. Leben Erich II. war der älteste Sohn von Herzog Wartislaw IX. von Pommern-Wolgast und der Sophia von Sachsen-Lauenburg († 1462). Nachdem er 1451 Sophia von Pommern-Stolp, die Tochter des 1446 verstorbenen Bogislaw IX., geheiratet hatte, begab er sich bald darauf in den Erich I. von Pommern gehörenden Landesteil Hinterpommerns. Durch die Besetzung des Landes Massow geriet er in Streit mit Erich I. Nach dem Tode seines Vaters 1457 trat er gemeinsam mit seinem Bruder Wartislaw X. das Erbe des Herzogtums Pommern-Wolgast an. Nach Erbstreitigkeiten überließ er Wartislaw X. aufgrund eines Schiedsspruchs des Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg das Herzogtum Barth mit Rügen. Als Erich II. im Sommer 1457 widerrechtlich auf der zum Pfandbesitz Greifswalds gehörenden Feldmark Horst jagte, wurde er von Stralsunder und Greifswalder Bürgern unter Führung des Greifswalder Bürgermeisters Heinrich Rubenow umstellt, entging aber im Gegensatz zu seinem Gefolge einer Gefangennahme. Bis zum Jahresende musste er allen Schaden ersetzen. Weitere Streitigkeiten endeten erst, als sich Greifswald 1461/62 mit Stralsund, Demmin und Anklam verbündete. Nachdem 1459 der Herzog Erich I. von Pommern in Rügenwalde starb, trat er durch die Erbschaft seiner Frau Sophia die Herrschaft in Rügenwalde-Stolp und Belgard-Neustettin an. Bereits im Januar 1455 hatte Erich I. sich mit dem Königreich Polen gegen den Deutschen Orden verbündet. Als Erich II. sich 1460 bei der Belagerung Lauenburgs auf die Seite des Ordens stellte, kam es 1461 zu einem Einfall von 600 Polen und Tataren, bei dem Neustettin niedergebrannt und geplündert wurde. Nach der Niederlage des Deutschen Ordens bei Zarnowitz 1462 wechselte er wieder auf die Seite Polens. 1467 trat er dem Zweiten Thorner Frieden bei und erhielt von dem polnischen König Kasimir IV. den Besitz der Lande Lauenburg und Bütow. Als Otto III. von Pommern-Stettin 1464 an der Pest gestorben war, erhob Friedrich II. von Brandenburg aufgrund der nie geklärten brandenburgischen Lehnshoheit Anspruch auf diesen Landesteil. Am 21. Januar 1466 nahmen Erich II. und Wartislaw X. in Soldin ihre Herzogtümer vom brandenburgischen Kurfürsten zum Lehen. Da der Lehnsvertrag jedoch nicht erfüllt wurde, kam es zum Stettiner Erbfolgekrieg, in dessen Verlauf die Brandenburger 1468 mehrere Städte beiderseits der Oder eroberten. Schließlich kam es 1469 nach der erfolglosen Belagerung von Ueckermünde zu einem Waffenstillstand. Dessen Verlängerung war das einzige Ergebnis der Anfang 1470 in Petrikau geführten Verhandlungen. Während Erich II. im Mai 1470 raubend in die Neumark einfiel, versicherten sich die Brandenburger beim Kaiser Friedrich III. der Anerkennung ihrer Ansprüche auf Pommern. Dieser belehnte schließlich im Dezember 1471 die Brandenburger mit den Landen Stettin und befahl Erich II. und Wartislaw X., die Lehnshoheit Brandenburgs anzuerkennen. Durch Vermittlung des Herzogs Heinrich von Mecklenburg kam es Ende Mai 1472 in Prenzlau zum Friedensschluss. Die pommerschen Herzöge und Stände mussten dem Kurfürsten huldigen, der die eroberten Gebiete einbehielt. Erich II. starb 1474 an einer pestähnlichen Krankheit und wurde im Kloster Eldena beigesetzt. Ehe Erich II. heiratete 1451 Sophia, die Tochter des Herzogs Bogislaw IX. von Pommern-Stolp. | von Pommern, Herzog Erich II. (I26928)
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| 48414 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_II._(Sachsen-Lauenburg) (Aug 2023) Erich II. von Sachsen-Lauenburg (* 1318/1320; † 1368) war 1338 bis 1368 Herzog von Sachsen-Lauenburg. Erich war der Sohn von Herzog Erich I. von Sachsen-Lauenburg († 1361) aus dem Hause der Askanier und der Elisabeth von Pommern († 1349). Erich übernahm 1338 nach der Abdankung seines Vaters die Regierungsgeschäfte über die Gebiete Lauenburg und Ratzeburg. Sein Vetter Albrecht IV., ebenfalls sächsischer Herzog, fiel im Winter 1343/44 in Erichs Ländereien ein, um den Landfrieden zu sichern, denn Erich stand im Ruf, Straßenräubern Zuflucht zu gewähren und Überfälle auf Kaufmannszüge in seinen Ländereien zu begünstigen. Allerdings stand der finanziell stark angeschlagene Albrecht in genau demselben Ruf, so dass wir hier auch einen einfachen erfolgreichen Raubzug mit gefälliger Geschichtsschreibung des Siegers annehmen können. 1360, drei Jahre nach dem Tod Albrecht IV., bot dessen Sohn, Albrecht V., Erich die Stadt und das Schloss Bergedorf als Pfand für einen Kredit an, nachdem er bereits im Jahr zuvor Stadt und Vogtei Mölln an die Lübecker verpfändet hatte. Erich nahm die Gelegenheit wahr, seine Ländereien zu erweitern, und gab das Darlehen. Um sein Geld abzusichern, setzte er auf Schloss Bergedorf einen eigenen Verwalter ein. Im Streit um die Wege- und Zollrechte auf der Elbe kam es 1362 zu einem Überfall des Lüneburger Herzogs Wilhelm auf die Riepenburg und den dort zu jenem Zeitpunkt Hof haltenden Erich. Während Erich sich dem Zugriff entziehen konnte, wurde die Riepenburg geschleift und die Vierlande verwüstet. Die durch die Riepenburg geschützte Eyslinger Fähre mit der dazugehörenden Zollstation geriet ebenfalls in die Hand Wilhelms. Zur Sicherung seiner Eroberung ließ er eine neue Burg etwas stromauf am Gammerort errichten, die dem umgehend erfolgenden Gegenschlag Erichs aber nicht standhalten konnte und ihrerseits niedergerissen wurde. Die Riepenburg wurde neu errichtet, die Eroberungen Wilhelms zurück in Erichs Besitz geführt.[1] Langfristig führte dieser Überfall zu einer Festigung des südlichsten der drei Elbarme der Vierlande zur Landes- und Bistumsgrenze; bis 1438 wurden die beiden nördlichen Elbarme abgedeicht und dadurch der südlichste Elbarm, die heutige Stromelbe, zum einzigen Schifffahrtsweg zwischen Hamburg und Geesthacht umgestaltet. | von Sachsen-Lauenburg (Askanier), Herzog Erich II. (I42117)
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| 48415 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_II._(Schleswig) (Aug 2023) Erich II. (* um 1288; † 12. März 1325) war von 1312 bis 1325 Herzog von Schleswig oder auch Sønderjylland. Er war einziger ehelicher und somit erbberechtigter Sohn des Herzogs Waldemar IV. Erichssohn von Schleswig. Seine Grabstätte befindet sich in der Domkirche der Stadt Schleswig. Erich war der erste Herzog aus der Abelslinie, zu der die 1232–1375 in Schleswig herrschenden Herzöge gehörten, der ohne vorher Kämpfe mit dem dänischen König austragen zu müssen, von König Erik VI. Eriksson Anfang Juli 1312 vor Warnemünde erblich mit Schleswig belehnt wurde. Dies erfolgte im Fürstentum Rostock, das 1301–1323 ein Lehen der dänischen Krone war. Erich II. versuchte ebenfalls seine Belehnung mit der Insel Langeland zu erreichen, mit der sein Onkel Erich Erichssohn Langbein (* 1272; † 1310), der ohne Kinder zu hinterlassen starb, 1295 belehnt worden war. König Erik VI. Menved hatte mit Bauernunruhen und Adelsaufständen in unterschiedlichen Teilen des Königreichs Dänemark zu kämpfen; daher schloss er am 9. August 1313 einen Vergleich mit Herzog Erich, der dadurch in den Besitz des Kronguts in Schleswig kam. Dennoch gab es auch weiterhin fast jedes Jahr erneute Unstimmigkeiten und Schlichtungen zwischen den beiden. Herzog Erich nahm 1318 Langeland von der Witwe Erich Langbeins, Sophia Burghardstochter von Querfurt-Rosenburg († 1325), Tochter von Burchard VIII., Burggraf von Magdeburg und seiner ersten Gattin Judith von Sachsen, der Witwe König Eriks IV. Plovpenning von Dänemark.[1] Nach dem Tod von König Erik VI. im November 1319 kam es zu einem kurzen Thronfolgestreit zwischen Erich II. und dem königlichen Bruder Christoffer, der Anfang 1320 zum König gewählt wurde. Herzog Erich erreichte jetzt seine Belehnung mit Langeland, hierdurch hatte er seine Herrschaft im Herzogtum Schleswig gut abgesichert. | von Schleswig, Herzog Erich II. (I42138)
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| 48416 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_IV._(Sachsen-Lauenburg) (Aug 2023) Erich IV. von Sachsen-Lauenburg (* 1354; † 1411) war 1368 bis 1411 Herzog von Sachsen-Lauenburg aus dem Hause der Askanier. Er war der Sohn des Herzogs Erichs II. von Sachsen-Lauenburg und der Agnes von Holstein. Durch seine Heirat mit Sophie von Braunschweig-Lüneburg im Jahr 1373 erneuerte er die Beziehungen zu diesem Haus, die durch den erfolglosen Kriegszug seines Schwagers Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg gegen Erichs Vater im Jahr 1362 bis zu Wilhelms Tod 1369 stark belastet waren. Ein Vertragsabschluss mit Lübeck am 14. Juni 1390[1] ermöglichte den Bau des Stecknitzkanals ab 1392, der die Elbe bei Lauenburg mit Mölln und Lübeck verband und so eine durchgehende Schiffsverbindung zwischen den Hansestädten Lüneburg, Hamburg und Lübeck bot. Bei seiner Eröffnung am 22. Juli 1398 stellte der Stecknitzkanal die erste künstliche Wasserstraße Nordeuropas dar. Die Beziehungen Erichs zu den Hansestädten, besonders zu Lübeck, wurde aber durch den Tod seines Vetters Erich III am 25. Mai 1401 stark getrübt. Erich sah sich als Erbe der Ländereien seines Vetters, der ohne Nachkommen verstorben war. Erich III. hatte aber Schloss und Stadt Bergedorf, die Vierlande und die Zollstation an der Eyslinger Elbfähre für 16.262 ½ Mark an Lübeck verpfändet[2], so dass Lübeck das Erbe für sich beanspruchte. Erich nahm das Bergedorfer Schloss im Handstreich und setzte den Lübecker Statthalter vor die Tür. Da die Stadt durch den Bau des Stecknitzkanals ohne finanzielle Reserven dastand und somit keine ausreichende Anzahl an Söldnern anwerben konnte, ergab sich Lübeck in die Situation. Am 13. Juli 1401 unterschrieben Erich IV. und die Lübecker Delegierten einen Vertrag, in dem Bergedorf und die Lande nördlich der Elbe Erich zugesprochen wurden, das ebenfalls von Erich beanspruchte, durch Albrecht V. verpfändete Mölln aber endgültig an Lübeck abgegeben wurde. Doch Erich wollte die Ansprüche auf Mölln nicht vollständig aufgeben. Als er 1409 Lübeck durch innenpolitische Unruhen geschwächt glaubte, marschierte er an der Spitze eines Heeres in Mölln ein und besetzte es. Doch er hatte die Lage falsch eingeschätzt. Lübeck wollte die Stadt zwar schonen, aber keinesfalls aufgeben. So fiel es mit einem Heer von 10.000 Mann in das Herzogtum Lauenburg, Erichs Stammbesitz, ein und verwüstete es, um dadurch Erich zum Abzug aus Mölln zu bewegen. Als dies aber erfolglos blieb, wandte sich das überlegene Lübecker Heer doch gegen Mölln. Erich brannte daraufhin die Stadt nieder und floh. Am 14. Januar 1410 sicherte er Lübeck erneut vertraglich den Besitz Möllns zu. Ein Jahr später, 1411, starb Erich IV. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Erich V. | von Sachsen-Lauenburg (Askanier), Herzog Erich IV. (I42119)
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| 48417 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erik_IV._(Dänemark) (Aug 2028) Erik IV. Plovpenning (= Pflugpfennig) (* 1216; † 10. August 1250 bei Missunde) war ein Sohn des dänischen Königs Waldemar II. und dessen Frau Berengaria von Portugal. Er war ab 1232 Mitkönig seines Vaters in Dänemark und ab 1241 alleiniger König zur großen Verärgerung seiner beiden Brüder Abel und Christoffer I., die Teilhabe an der Macht forderten. Zudem war Erik 1216–1232 Herzog von Schleswig. Konflikte Dies führte zu langwierigen Kriegen über viele Jahre, wobei Abel, Herzog in Schleswig, Unterstützung von seinen holsteinischen Schwägern erhielt. 1244 kam es anlässlich eines geplanten Kreuzzuges gegen Estland zu einem Vergleich, der aber nur von kurzer Dauer war. Um diese Kämpfe zu finanzieren, erhob Erik 1249 eine Steuer auf jeden Pflug, wovon er seinen Beinamen bekam. Das schien eine gerechte Steuer zu sein, da die Anzahl der Pflüge im Land in einem konstanten Verhältnis zum bearbeiteten Land stand. EEs handelte sich also eigentlich um eine flächenbezogene Grundsteuer, die sich an der Zahl der Pflüge orientierte. Zwar konnten alle den kleinen Betrag bezahlen, aber die ruppige Art, sie einzutreiben, erzeugte Unmut, so dass der König 1249 sogar vor aufgebrachten Bauern in Schonen fliehen musste. Außerdem stand er in Konflikt mit der Kirche in Dänemark. Er musste sich einen Brief vom Papst beschaffen, um die Bischöfe zwingen zu können, die von ihm bestimmten Priester an seinen Kirchen einzusetzen. Andererseits begann er, auf eigene Kosten für die Franziskaner ein Kloster in Roskilde zu bauen. Aber Krieg und Unfriede hinderten ihn an der Vollendung seiner Arbeit. Tod 1250 gelang es ihm, den größten Teil von Abels südjütischen Herzogtum zu erobern, und er traf sich mit Abel für einen Vergleich. Nach diesem Treffen wurde er auf Geheiß seines Bruders am 10. August 1250[1][2] in der Nähe von Missunde ermordet. Nach einer Überlieferung wurde ihm auf einem Boot der Kopf abgeschlagen und sein Leib in der Schlei versenkt. Der aufgetauchte Leichnam wurde in Schleswig beigesetzt. 1258 wurden seine sterblichen Überreste in die St.-Bendts-Kirche in Ringsted überführt, wo er bestattet liegt. Über seinem Grab sind Fresken mit Szenen aus seinem Leben und von seinem Tod zu sehen. Wegen seiner Rom-Treue, die ihn 1239 sogar zum päpstlichen Favoriten für den deutschen Kaiserthron machte, und seiner Ermordung wurde er als Märtyrer und Heiliger verehrt, allerdings nicht kanonisiert.[3] Sein Gedenktag ist der 10. August. | von Dänemark, König Erik IV. (I8017)
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| 48418 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erik_Magnusson (Aug 2023) Erik stach frühzeitig durch größeren Ruhm als sein Bruder Birger, der einmal die Krone erben sollte, hervor. In diesem Konkurrenzkampf fand er zudem eine Stütze in seinem anderen Bruder Waldemar. Für den Machtkampf zwischen den Herzögen und König Birger siehe Gastmahl von Nyköping. Erik starb 1318 im Gefängnis von Nyköpingshus. Die Erikschronik ist eine Propagandaschrift, die von Herzog Erik ausgeht, aber eigentlich von seinen Nachfolgern handelt. | von Schweden, Herzog Erik Magnusson (I42157)
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| 48419 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erlach_(Adelsgeschlecht) Die von Erlach sind ein Uradelsgeschlecht der souveränen Stadt und Republik Bern. Der österreichische Feldmarschallleutnant Hieronymus von Erlach (1667–1748) wurde 1712 in den Reichsgrafenstand erhoben. Die Herren von Erlach waren ursprünglich Ministerialen der Herren und späteren Grafen von Neuenburg auf Schloss Erlach in Erlach am Bielersee, wo sie als neuenburgische Burgmannen dienten. Seit dem frühen 13. Jahrhundert sind sie in Bern ansässig und gehören zum Berner Patriziat. Nachdem das Freiburger Adelsgeschlecht Velga mit Wilhelm von Velga, 1509–1511 Freiburger Bürgermeister, in männlicher Linie ausgestorben war, brachte dessen Tochter Dorothee den grossen Familienbesitz in die Ehe mit Hans Rudolf von Erlach ein, so dass das Ehepaar zu ihrer Zeit zu den reichsten Bürgern Berns zählte. Die Nachkommen des Hieronymus von Erlach führen den Titel Reichsgraf von Erlach. | von Erlach, Hans Rudolf (I56814)
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| 48420 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Erlach_(Adelsgeschlecht) Die von Erlach sind ein Uradelsgeschlecht der souveränen Stadt und Republik Bern. Der österreichische Feldmarschallleutnant Hieronymus von Erlach (1667–1748) wurde 1712 in den Reichsgrafenstand erhoben. Geschichte Die Herren von Erlach waren ursprünglich Ministerialen der Herren und späteren Grafen von Neuenburg auf Schloss Erlach in Erlach am Bielersee, wo sie als neuenburgische Burgmannen dienten. Seit dem frühen 13. Jahrhundert sind sie in Bern ansässig und gehören zum Berner Patriziat. Nachdem das Freiburger Adelsgeschlecht Velga mit Wilhelm von Velga, 1509–1511 Freiburger Bürgermeister, in männlicher Linie ausgestorben war, brachte dessen Tochter Dorothee den grossen Familienbesitz in die Ehe mit Hans Rudolf von Erlach ein, so dass das Ehepaar zu ihrer Zeit zu den reichsten Bürgern Berns zählte. Die Nachkommen des Hieronymus von Erlach führen den Titel Reichsgraf von Erlach. | von Erlach, Bernhard (I57667)
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| 48421 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ermengol_I._(Urgell) (Aug 2023) Ermengol I. der von Córdoba (katalanisch Ermengol el de Còrdova; † 2. Juni 1010 bei Córdoba) war ein Graf von Urgell und Begründer der Linie von Urgell des Hauses Barcelona. Ermengol war der zweite Sohn des katalanischen Großgrafen Borrell II. († 992), der ihm aus seinem Länderkomplex die Grafschaft Urgell testamentarisch vermacht hatte, die damals das Gebiet von Alt Urgell mit dem Hauptort La Seu d’Urgell umfasste. Im Mai 998 war er gemeinsam mit dem Bischof von Vic, Arnulf, und dessen Amtskonkurrenten Guadald nach Rom gereist, um den Streit um das Bistum Vic der dort tagenden Synode unter dem Vorsitz Papst Gregors V. und Kaiser Ottos III. zur Entscheidung vorzulegen.[1] Die Synode entschied zugunsten des Bischofs Arnulf. Im Jahr 1001 war Ermengol erneut nach Rom gereist, um dort mit dem Bischof von Urgell, Salla, bei Papst Silvester II. die Vereinigung der Klöster Sankt Clemens von Codinet und Sankt Andreas von Tresponts durchzusetzen.[2] Nach dem Tod des Muhammad al-Mansur 1002 hatte sich Ermengol im Kampf gegen die Mauren vom Kalifat von Córdoba engagiert. Im Frühjahr 1003 kämpfte er an der Seite von Bernard I. von Besalú, Wilfried II. von Cerdanya und Raimund Borrell von Barcelona in der siegreichen Schlacht von Torà (bei Lleida).[3] Noch im selben Jahr war er aber gegen Abd al-Malik al-Muzaffar, den Sohn al-Mansurs, in der Schlacht von Albesa jedoch unterlegen und in zeitweilige Gefangenschaft geraten. Im Jahr 1007 hatte Ermengol in einer Urkunde ausgestellt im Kloster Sant Serni de Tavèrnoles die territorialen Grenzen von Andorra definiert, die bis heute gültig sind. | von Urgell, Graf Ermengol I. (I42009)
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| 48422 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ermengol_II._(Urgell) (Aug 2023) Ermengol II. der Pilger (katalanisch Ermengol el Pelegrí; † 1038/1039 in Jerusalem) war ein Graf von Urgell aus dem Haus Barcelona. Er war ein Sohn des Grafen Ermengol I. von Urgell († 1010). Die ersten Jahre seiner Herrschaft hatte Ermengol II. vermutlich unter der Vormundschaft seines Onkels Raimund Borrell von Barcelona gestanden. Unter ihm setzte die territoriale Expansion der Grafschaft Urgell (Alt Urgell) nach Süden (Baix Urgell) gegen das Kalifat von Córdoba (al-Andalus) ein. Um das Jahr 1033/34 hatte er die Burg von Àger (Comarca Noguera) erobert, mit der er seinen Gefolgsmann Arnau Mir de Tost belieh. Nach mittelalterlichen Chroniken war Ermengol nach 28 Jahren der Herrschaft im Jahr 1038 während einer Pilgerreise in Jerusalem gestorben.[1] Dagegen dokumentiert eine Urkunde der Abtei Sant Pere von Àger vom 12. Oktober 1039 den Verkauf der Burg Artesa durch Ermengol II. an Arnau Mir de Tost, weshalb ein Irrtum der erzählenden Chroniken betreffs des Sterbejahrs nicht auszuschließen ist.[2] Seine Frau Velasquita, die auch Constança genannt wurde (Belaschita que vocant Constancia), hatte für einige Zeit die Regentschaft in Urgell für ihren gemeinsamen Sohn Ermengol III. († 1065) übernommen. | von Urgell, Ermengol II. (I42007)
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| 48423 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ermengol_IV._(Urgell) (Aug 2023) Ermengol IV. der von Gerb (katalanisch Ermengol el de Gerb; † 1092) war ein Graf von Urgell und iure uxoris ein Graf von Forcalquier aus dem Haus Barcelona. Er war ein Sohn des Grafen Ermengol III. von Urgell († 1065) und dessen erster Frau Adalaiz. Ermengol IV. führte die Expansion seines Herrschaftsbereichs energisch fort und brachte durch die Eroberung von Agramunt und anderer Burgen nahezu das gesamte Baix Urgell unter seine Kontrolle. Am 25. März 1067 hatte ihm Graf Raimund Berengar I. von Barcelona die Burg Barberà geschenkt.[1] Zeitweilig lag er mit seinen Vasallen von Cabrera in Konflikt, der 1074 beigelegt wurde.[2] Im Jahr 1089 hatte Papst Urban II. unter anderem auch an Ermengol zur Fortsetzung des Maurenkampfs über den Ebro hinaus appelliert.[3] Kurz darauf hatte Ermengol die Burg Gerb (Comarca Noguera) errichtet, von der aus er das nah gelegene Balaguer erobern wollte. Bevor er dazu Gelegenheit hatte, verstarb er.[4] Um das Jahr 1070 hatte Ermengol seinen Schwager, Graf Wilhelm Raimund von Cerdanya, zum Eventualerben bestimmt für den Fall, dass er selbst ohne Nachkommen bleibe.[5] In erster Ehe war er mit Lucia verheiratet, die bereits für 1063 belegt ist.[6] Sie war wahrscheinlich die Mutter seines ersten Sohnes Ermengol V. († 1102), der ihm als Graf von Urgell nachfolgte. Seine zweite Frau war die Gräfin Adelaide von Forcalquier, die 1087 erstmals genannt wird.[7] Ihr gemeinsamer Sohn Wilhelm I. († 1129) beerbte die Mutter in Forcalquier. | von Urgell, Graf Ermengol IV. (I41951)
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| 48424 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ermengol_IX._(Urgell) (Aug 2023) Ermengol IX. († 1243) war ein Graf von Urgell aus dem Haus Cabrera. Er war der ältere Sohn des Grafen Ponç von Urgell und der María González Girón. Ermengol war noch ein Kind, als er seinem im Jahr 1243 verstorbenen Vater nachfolgte. Noch im selben Jahr starb er selbst, worauf die Grafschaft Urgell an seinen Bruder Álvaro überging. Bedingt durch seine Unmündigkeit und kurze Amtszeit wird Ermengol in zeitgenössischen Chroniken ignoriert, allein sein Grab in der Kirche Santa María von Castellón de Farfaña bezeugt seine Existenz.[1] Die Deckplatte seines Sarkophags samt Liegefigur wurde in den 1960er Jahren in die Zweigstelle The Cloisters des Metropolitan Museum of Art in New York City überführt. | de Cabrera, Graf Ermengol IX (I42004)
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| 48425 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ermengol_V._(Urgell) (Aug 2023) Ermengol V. der von Mollerussa (katalanisch Ermengol el de Mollerussa; † 11. September 1102) war ein Graf von Urgell aus dem Haus Barcelona. Er war ein Sohn des Grafen Ermengol IV. von Urgell († 1092) und dessen erster Frau Lucia. Ermengol V. folgte seinem 1092 gestorbenen Vater in Urgell nach.[1] Am 11. September 1102 führte er bei der Ortschaft Mollerussa in der Nähe von Lleida ein Heer aus 300 Mann gegen ein Heer der Almoraviden und wurde im Kampf getötet.[2] Basierend auf dem lateinischen Namen des Sterbeorts (Maioricæ), wie ihn unter anderem die Chronik von San Juan de la Peña nennt, wurde er in der alten Geschichtsschreibung häufig mit Mallorca identifiziert.[3] So sah sich bereits im 16. Jahrhundert Jéronimo Zurita zu einer Richtigstellung des Sachverhalts veranlasst. | von Urgell, Graf Ermengol V. (I41954)
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| 48426 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ermengol_VI._(Urgell) (Aug 2023) Ermengol VI. der von Kastilien (katalanisch Ermengol el de Castella; * um 1095; † 28. Juni 1154)[1] war ein Graf von Urgell aus dem Haus Barcelona. Er war ein Sohn des Grafen Ermengol V. von Urgell († 1102) und der María Pérez. Ermengol VI. wurde „der von Kastilien“ genannt, nicht nur weil er seine Jugendjahre bei seiner Mutter in Valladolid, sondern auch einen Großteil seines Lebens am Hof der leónesisch-kastilischen Könige verbrachte.[2] Nach dem Tod seines Vaters hatte sein Großvater mütterlicherseits, der einflussreiche kastilische Graf Pedro Ansúrez, bis 1109 die Regentschaft in Urgell übernommen. Dieser hatte 1105 eine wichtige Rolle bei der Eroberung von Balaguer durch Graf Raimund Berengar III. von Barcelona gespielt. Das Wappen seines Großvaters übernahm Ermengol VI., der im Jahr 1115 seine Herrschaft antrat. Politisch lehnte er sich an König Alfons I. von Aragón an und nach dessen Tod 1134 huldigte er in Saragossa dem König Alfons VII. von León-Kastilien.[3] Bereits am 23. Januar 1133 hatte er seine Herrschaftsrechte über die Täler von Andorra an den Bischof von Urgell abgetreten.[4] Die folgenden Jahre war er ein ständiger Angehöriger des leónesischen Hofes, einzig im Jahr 1144 wird er im Gefolge des Grafen Raimund Berengar IV. von Barcelona auf dessen Reise in die Provence genannt. Danach war Ermengol wieder ein Angehöriger des Gefolges Alfons’ VII., der sich 1135 zum „Kaiser von ganz Spanien“ hat krönen lassen. Im Frühjahr 1146 wird er im Amt des „kaiserlichen Hausmaiers“ (maiordomus imperatoris) genannt, offenbar in Vertretung seines Schwagers Ponç II. de Cabrera, und war ein Teilnehmer bei der Eroberung von Córdoba. Im folgenden Jahr war er auch an der Eroberung von Calatrava und Almería beteiligt. Im Winter 1149 war er wieder an der Seite des Grafen von Barcelona bei der Einnahme von Lleida, die der Grafschaft Urgell zugesprochen wurde.[5] Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Ermengol in Kastilien und wurde nach seinem Tod in der Zisterzienserabtei Santa María von Valbuena bestattet, die von seiner Schwester Estefanía gegründet worden war. | von Urgell, Graf Ermengol VI. (I41956)
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| 48427 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ermengol_VII._(Urgell) (Aug 2023) Ermengol VII. der von Valencia (katalanisch Ermengol el de València; † 11. August 1184 in Requena) war ein Graf von Urgell aus dem Haus Barcelona. Er war ein Sohn des Grafen Ermengol VI. von Urgell († 1154) und der Arsenda de Cabrera (Haus Cabrera). Wie sein Vater verbrachte Ermengol VII. die meiste Zeit seines Lebens im Königreich León-Kastilien. Ab 1167 gehörte er kontinuierlich dem Gefolge König Ferdinands II. von León, der ihn zu seinem maiordomus ernannt hatte. Weiterhin hatte er die Herrschaft über die Extremadura und Alcántara verliehen bekommen, an deren Eroberung er beteiligt war. 1184 führte Ermengol mit seinem Halbbruder Galcéron de Sales einen Feldzug in das maurische Taifa-Königreich von Valencia an. In Requena (Comarca Plana d’Utiel) wurden sie besiegt und getötet.[1][2][3] Bestattet wurde Ermengol in der Abtei Santa María de Bellpuig bei Avellanas, die er 1166 mit seiner Frau gegründet hatte. Sein Nachkomme Ermengol X. hatte ihm ein Grabmal gestalten lassen, dass 1928 von John D. Rockefeller Jr. gekauft und dem Metropolitan Museum of Art in New York City vermacht worden war, wo es heute in der Zweigstelle The Cloisters zu sehen ist. | von Urgell, Graf Ermengol VII. (I41958)
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| 48428 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ermengol_VIII._(Urgell) (Aug 2023) Armengol VIII. von Urgell (Ermengol VIII) (* 1158; † 16. Oktober 1209) war 1184–1209 Graf von Urgell. Armengol war der Sohn von Graf Ermengol VII. von Urgell und der Dulce von Foix, Tochter von Graf Roger III. von Foix. Er folgte seinem Vater 1184 als Graf von Urgell. Unter seiner Herrschaft begann der Niedergang der Grafschaft Urgell, durch Kämpfe mit den Vizegrafen von Àger. Ab 1206 kam es zu Konflikten mit seinem Neffen Guerau IV. von Cabrera, der die Nachfolgerecht seiner Tochter Aurembiaix anfocht. In seinem Testament vom 30. August 1208 hatte er seine Tochter daher dem Schutz Papst Innozenz’ III. anvertraut | von Urgell, Graf Ermengol VIII. (Armengol) (I41961)
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| 48429 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ermengol_X._(Urgell) (Aug 2023) Ermengol X. († 1314) war ein Graf von Urgell aus dem Haus Cabrera. Er war ein Sohn des Grafen Álvaro von Urgell († 1267) und der Cecile von Foix. Beim Tod des Vaters war die Familie Cabrera in Urgell faktisch entmachtet, da die Grafschaft aufgrund dessen zerfahrener ehelicher Situation kurz vor seinem Tod von König Jakob I. von Aragón besetzt wurde. Als testamentarischer Erbe seines Vaters hatte Ermengol von da an auf eine Restitution seines Erbes gedrängt und sich deshalb 1274 der breiten Opposition des katalanischen Adels gegen die Autorität des alten Königs angeschlossen.[1] Diese setzte er auch nach dem Tod des Königs 1276 gegen dessen Nachfolger Peter III. fort. Unterstützung erhielt er dabei von seinem Cousin, Graf Roger Bernard III. von Foix, der 1280 mit einem großen Heer in Urgell einfiel und die Stadt Balaguer eroberte. Dort wurden die Verbündeten von Peter III. fünf Wochen lang belagert und im Juli des Jahres schließlich zur Aufgabe gezwungen und gefangen genommen.[2] Ermengol hatte sich danach mit Peter III. versöhnt, 1283 hatte er in Bordeaux dessen Gefolge angehört, bei dem Duell gegen die Ritter Karls von Anjou.[3] Inwieweit ihm der Besitz seines Vaters zurückerstattet wurde, ist unklar, aber wahrscheinlich dürfte er nicht mehr im vollen Umfang die Grafschaft Urgell zurückerhalten haben. Er hatte Sibilla de Montcada geheiratet, eine Schwester der ungeliebten ersten Frau seines Vaters, womit er offenbar dessen Fehde mit dem Haus Montcada bereinigen wollte. Nach deren Tod heiratete er noch ein zweites Mal, Kinder sind aus beiden Ehen nicht hervorgegangen. Kurz vor seinem Tod 1314 hatte Ermengol seine Großnichte Teresa d’Entença zu seiner testamentarischen Erbin bestimmt, unter der Voraussetzung, dass diese mit dem zukünftigen König Alfons IV. verheiratete werde, womit der Heimfall von Urgell in das Konglomerat der Krone Aragón auch de jure besiegelt werden sollte.[4] Ermengol wurde in der Abtei Santa María de Bellpuig bei Avellanas bestattet. Hier hatte er ab 1300 die Gestaltung der Grabmäler seiner Eltern, seines Bruders Àlvar, seines Onkels Ermengol IX. und seines Ahn Ermengol VII. in Auftrag gegeben, die heute alle im Metropolitan Museum of Art (The Cloisters) in New York City zu sehen sind. | von Urgell (de Cabrera), Graf Ermengol X. (I42002)
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| 48430 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ermessenda_von_Carcassonne (Sep 2017) Ermessenda von Carcassonne (auch Ermensine) (katal. Ermessenda de Carcassona) (* zwischen 975 und 978; † 1058 in Sant Quirze de Besora) war Mitregentin ihres Gatten Raimund Borell über die Grafschaft Barcelona und die zugehörigen Gebiete in Katalonien. Nach dessen Tod regierte sie im Namen ihres unmündigen Sohnes Berengar Ramon I. Auch nach dessen Volljährigkeit nahm sie teil an der Herrschaft. Nach seinem Tod war sie Regentin für ihren Enkelsohn Raimund Berengar I. Nach schweren Konflikten mit diesem, verzichtete sie kurz vor ihrem Tod auf die politische Teilhabe. Sie trat außerdem als Förderin der Kirche hervor. Herkunft Sie war die Tochter von Roger I. von Carcassonne und der Mutter Adelaise de Rouergue. Der Vater dehnte den Einfluss seines Hauses spürbar aus. Sie selbst heiratete um 993 den Grafen Ramon Borell von Barcelona.[1] Mitregentin ihres Mannes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Ermessenda beteiligt sich schon zu Lebzeiten ihres Mannes an den Regierungsgeschäften. Sie begleitete ihn sogar 1015 bei einem Feldzug an den Ebro. Ebenso war sie ein Jahr später beim Besuch des muslimischen Hofes von Saragossa zugegen. Sie saß teilweise alleine, teilweise zusammen mit ihrem Mann dem Gericht vor.[2] Sie setzte 1010 die Ernennung ihres Bruders Pere zum Bischof von Girona und die Einsetzung von Abt Oliba zum Koadjutor des Bistums Vic durch. Beide gehörten bereits zu Lebzeiten ihres Mannes zu ihren Getreuen.[3] Ihr Mann hat ihre Stellung in seinem Testament noch gestärkt. Im Falle seines Todes wurden ihr bestimmte Rechte und Besitz in Barcelona, Ausona, Manresa und Girona garantiert.[4] Regentin für Berengar Ramon I. Nach dem Tod ihres Mannes war sie bis 1023 Regentin für ihren Sohn Berengar Ramon I. Neben wichtigen Kirchenmännern gehörte auch eine Reihe von einflussreichen Juristen zu ihren Anhängern und Unterstützern. Hinzu kam eine Reihe von Adeligen.[5] Mit Hilfe von Roger I. de Tosny gelang es, die Piraterie, die vom muslimischen Reich Denia ausging, einzugrenzen. Denia hatte Tribut zu zahlen und es kam zu einem Bündnis. Nach der Volljährigkeit ihres Sohnes 1023 nahm sie weiter teil an der Herrschaft. Dies entsprach dem Willen ihres verstorbenen Mannes.[6] In der Folge kam es zu Konflikten mit dem Sohn. Diese wurden durch einen Vergleich beendet. Die Mutter erhielt dabei eine Reihe von Burgen und die Verfügungsgewalt über Girona eingeräumt. Regentin für Ramon Berenguer Der Sohn starb bereits 1035. Für ihren Enkel Ramon Berenguer übernahm Ermessenda ebenfalls die Regentschaft. In dieser Zeit erstarkte der Adel und baute seinen Einfluss zu Ungunsten des Grafenhauses aus. Dagegen verbündete sich Ermessenda mit hohen Kirchenvertretern und einigen Adeligen. Im Jahr 1041 kam es zum Konflikt mit ihrem Enkel um die Herrschaft. Sie zog sich in ihre Grafschaft Girona zurück. Dort war sie an der Abwehr von muslimischen Piraten beteiligt. Ihre wichtigsten Verbündeten und Berater, die Bischöfe Oliba und Pere, starben 1046 beziehungsweise 1050. Konflikt mit Ramon Berenguer Nachdem Ramon Berenguer seine Frau Blanche von Narbonne verlassen hatte, um 1052 Almodis de la Marche zu heiraten, kam es erneut zum Konflikt zwischen Enkel und Großmutter. Ermessenda betrachtete die Heirat als unrechtmäßig. Diese wandte sich erfolgreich an Papst Victor II. und erreichte 1056 die Exkommunikation ihres Enkels. Sie stachelte die Barone zur Rebellion auf. Nach einer Zeit schwerer Konflikte zwischen beiden Seiten wurde 1057 eine Einigung erzielt. Die Gräfin verzichtete gegen eine hohe Geldzahlung auf ihre Herrschaftsrechte, schwor dem Grafenpaar die Treue und versprach sich für die Aufhebung der Exkommunikation einzusetzen. Danach zog sie sich auf ihre Güter zurück. Förderin der Kirche Neben ihren politischen Aktivitäten war Ermessenda von großer Bedeutung als Förderin der Kirche. Sie stiftete mehrere Klöster und förderte zusammen mit ihrem Bruder Pere den Bau der Kathedrale in Girona. Der Bau begann um 1015 und die Kirche wurde 1038 geweiht. Sie ist dort auch bestattet. Im 14. Jahrhundert ließ König Peter die Gräber von Ermessenda und ihres Enkels gotisch umgestalten. | von Carcassonne, Ermessenda (I9218)
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| 48431 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_(Nordgau) Ernst († 865) war ein fränkischer Adliger des 9. Jahrhunderts. Er war Grenzgraf im bayerischen Nordgau, Vertrauter König Ludwigs des Deutschen, Schwiegervater von dessen Sohn Karlmann, und der wichtigste Mann in Bayern nach dem König selbst. Leben Ernst war der Sohn von Ernst und Wartrun.[1] Er ist erstmals für das Jahr 829 belegt und war wohl in dieser Zeit schon Grenzgraf des Nordgaus und wohl auch oberster Graf Bayerns. Im Jahr 849 wird er dux partium illarum genannt (mit illarum ist offenbar der Nordgau gemeint), als er an führender Stelle bei einem Feldzug gegen die Böhmen beteiligt war, 855 dann bei einem weiteren Feldzug gegen den gleichen Gegner als ductor des bayerischen Heeres. In Beziehung auf Ludwig den Deutschen wurde er als „der erste unter den Freunden des Königs“ bezeichnet.[2] Ernst hatte einen gleichnamigen Sohn, der 857 erstmals erwähnt wurde, sowie eine Tochter, deren Namen nicht bekannt ist und die im Jahr 861 mit Ludwigs Sohn Karlmann verheiratet war, dem damaligen Dux und späteren König von Bayern. Darüber hinaus war Ernst der Legende zufolge der Vater der heiligen Regiswindis. In diesem Jahr 861 endete Ernsts Karriere. Er scheint an der Verschwörung Karlmanns gegen seinen Vater beteiligt gewesen zu sein, woraufhin ihm in diesem Jahr auf einem Hoftag in Regensburg der Prozess gemacht wurde. Er wurde am 6. April 861 wegen Untreue verurteilt, und seine Lehen wurden ihm entzogen. Ernst zog sich auf seine Eigengüter zurück und starb 865. Dass er im Kloster Sankt Emmeram beerdigt wurde, wie oftmals zu lesen, ist nicht richtig, da sich der entsprechende Eintrag im Emmeramer Nekrolog auf einen um 1010 gestorbenen Grafen im Sualafeldgau gleichen Namens bezieht.[3] Wahrscheinlicher ist, dass der Nordgaugraf Ernst im Jahr 865 auf der Burg Sulzbach, einem der wichtigsten Herrschaftszentren des Nordgaus im 8. bis 12. Jahrhundert, begraben wurde, wo bei Ausgrabungen 1999 möglicherweise dessen Grablege entdeckt wurde.[4] Er starb offenbar ohne sein Ansehen eingebüßt zu haben, da er noch 863, also nach seiner Verurteilung, als venerabilis vir Ernst bezeichnet wird. Außer Ernst wurden in jenem Prozess auch seine Neffen (nepotes) Udo, Berengar und Waldo aus der Familie der Konradiner verurteilt, so dass davon ausgegangen wird, dass Ernst durch eine Schwester ein Schwager des Grafen Gebhard im Lahngau war.[5] | im Nordgau (Ernste), Ernst I. (I2971)
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| 48432 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_I._(Braunschweig-Göttingen) Ernst von Braunschweig-Göttingen (* um 1305; † 24. April 1367[1]) aus der Familie der Welfen war Herzog von Braunschweig-Lüneburg und ab 1344 Fürst im Fürstentum Göttingen. Leben Ernst war ein Sohn der Rixa von Werle und des Herzogs Albrecht des Feisten, der ab 1286 über das Fürstentum Göttingen und ab 1292 auch über das Braunschweiger Territorium herrschte. Nach dessen Tod übernahm zunächst Ernsts älterer Bruder Otto der Milde die Gesamtregierung. Nachdem dieser 1344 kinderlos gestorben war, teilten seine Brüder Magnus I. von Braunschweig und Ernst das Land. Ernst bekam das Göttinger Territorium, das nun auf lange Zeit von Braunschweig getrennt wurde. Das Fürstentum Göttingen, auch Oberwald genannt, war das ärmste der welfischen Fürstentümer. Es bestand zu dieser Zeit aus den einstigen Northeimschen Besitzungen, den Städten Göttingen, Uslar, Dransfeld, Münden, Gieselwerder und halb Moringen. Die Stadt Braunschweig blieb trotz der Erbteilung im Besitz des ganzen Geschlechts. Das erste von sechs bekannten Kindern aus seiner Ehe war Otto, der später „der Quade“ genannt werden sollte. Ein weiterer bekannter Sohn wurde zum Geistlichen bestimmt. Um das Jahr 1364 übergab Ernst seinem Sohn Otto teilweise die Regierungsgeschäfte. Nach Ernsts Tod, 1367, sollte Otto sie voll übernehmen. Über Ernst Regierungszeit ist im Gegensatz zu der seines Sohnes nicht viel bekannt, es wird aber vermutet, dass er wie auch sein Vorgänger zusammen mit den Städten gegen die adeligen Ritter kämpfte, die im Göttinger Umfeld Burgen besaßen. In seinen letzten Regierungsjahren lebte er mit den meisten seiner Nachbarn in Frieden und war mit vielen verbündet. Lediglich mit dem Hochstift Hildesheim lag er 1364 zusammen mit seinen Verbündeten, Mainz, Hessen, Waldeck und Hohnstein, im Krieg. Ehe Ernst heiratete 1339 Elisabeth, eine Tochter des Landgrafen Heinrich II. („der Eiserne“) von Hessen. | von Braunschweig-Göttingen, Ernst I. (I41425)
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| 48433 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_I._(Braunschweig-Grubenhagen) Ernst I. von Braunschweig-Grubenhagen (* um 1297; † 9. März 1361) war Fürst von Braunschweig-Grubenhagen. Er war ein Sohn Heinrichs I. des Wunderlichen und dessen Frau Agnes, geb. Markgräfin von Meißen. Heinrich der Wunderliche begründete nach einer welfischen Erbteilung im Jahre 1291 das Fürstentum Grubenhagen. Ursprünglich für den geistlichen Stand bestimmt, trat Ernst nach dem Tode seines Vaters 1322 mit seinen Brüdern Heinrich II. und Wilhelm die Herrschaft im Fürstentum Grubenhagen an. Dieses Fürstentum war gegenüber den anderen welfischen Teilfürstentümern ohnehin schon ein eher kleines Territorium. Aufgrund des Kinderreichtums Heinrichs des Wunderlichen (acht Söhne und acht Töchter) fiel es diesem schwer, alle Nachkommen standesgemäß zu versorgen. Der älteste Sohn Heinrich II. konnte daher nicht die ungeteilte Herrschaft über das Fürstentum einnehmen. Im Jahre 1324 schloss er zwar mit seinen Brüdern Ernst und Wilhelm eine weitgehende Gütervereinbarung, nach der das Territorium gemeinschaftlich regiert werden sollte, bereits kurz darauf wurde aber die Regierung geteilt. Ernst fiel dabei das Gebiet um Einbeck, Grubenhagen und Osterode zu. Die Städte Duderstadt, Osterode und Einbeck wurden gemeinsam regiert. Im Jahre 1359 machte er seinen Sohn Albrecht zum Mitregenten. Ernsts älterer Bruder Heinrich starb 1351, und dessen Söhne weilten im Ausland und verstarben ohne Nachkommen. So wurde nach dem Tode seines kinderlosen jüngeren Bruders Wilhelm im Jahre 1360 das gesamte Fürstentum Grubenhagen von Ernst regiert. Nach seinem Tod 1361 folgte ihm sein Sohn Albrecht. Ernst heiratete 1335/6 Adelheid von Everstein († nach dem 29. September 1373), Tochter des Grafen Hermann III. von Everstein. | von Braunschweig-Grubenhagen, Fürst Ernst I. (I28410)
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| 48434 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Esch-Sauer Esch-Sauer Esch-Sauer (luxemburgisch auch Esch am Lach, französisch Esch-sur-Sûre) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Wiltz. Geschichte Esch-Sauer und seine Umgebung blicken auf mehr als fünftausend Jahre Geschichte zurück. In den Jahren 773/774 wird die ehemalige Stadt im Zusammenhang mit der Schenkung von Teilen der „Villa Hesc“ an das Kloster Echternach im „Liber aureus Epternacensis“ (fol. 78) erwähnt. Es handelt sich hierbei um die Besitzungen eines gewissen Nebelungus: „Ego in Dei nomine Nebelungus pro Dei intuitu et pro remedio anime mee ad ecclesiam sancti Willibrordi dono res meas in villa que vocatur Hesc, quicuid ibidem visus sum habere, id est mansos IIII cum omnibus suis appandiciis, id est tam terris, casis, campis, pratis, pascuis, silvis, aquis aquarumve decursibus, mancipiis. Si quis vero de heredibus meis qui hanc donationem infringere voluerit, iram Dei incurrat. Actum anno III regnante Karolo rege.“ Hieraus rührt vermutlich auch der Namen von Esch. Mit Erbauung der Burg „Asko“ (927) war Esch-Sauer seit dem frühesten Mittelalter ein ummauerter zentraler Ort mit Stadtrecht und einer dazugehörenden Grafschaft im Ardennergau. Zweiter Weltkrieg Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges gehörte Esch-Sauer zum Distrikt Diekirch im damaligen Großherzogtum Luxemburg. Am 10. Mai 1940, zu Beginn des deutschen Westfeldzuges, wurde es aber zusammen mit dem gesamten Distrikt von der Wehrmacht besetzt und unterstand von da an deutscher Militärverwaltung. Ab dem 1. Dezember 1940 wurde Esch-sur-Sûre in den neu geschaffenen Landkreis Diekirch eingegliedert. Im September 1944 haben US-amerikanische Truppen die deutsche Besetzung beendet. Mehr unter dem Link oben.. | von Esch, Robert (Robin) (I12411)
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| 48435 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Este_(Venetien) Este (Venetien) Este ist eine italienische Stadt in der Provinz Padua mit 16.461 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016). Aus ihr stammt das Adelsgeschlecht Este. Geschichte Este ist namensgebend für die Este-Kultur, die vom 10. vorchristlichen Jahrhundert bis in die römische Zeit auf dem Gebiet des Veneto blühte. Im Römischen Reich trug die Stadt den Namen Ateste vermutlich von dem Fluss Athesis (Etsch), der hier einst vorbeigeflossen sein soll.[2] Sie war bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. ein Municipium und erhielt wohl in augusteischer Zeit den Rang einer Colonia. Nach Zerstörungen in der Zeit der Völkerwanderung erbaute Alberto Azzo II. d’Este im 11. Jahrhundert hier eine Burg, auf der das Geschlecht der Este bis 1240 residierte, bevor es nach Ferrara umzog. Im 13. Jahrhundert wurde Este zweimal durch Ezzelino da Romano erobert; es war im 14. Jahrhundert Zankapfel zwischen den Scaligern, den Carraresi und den Visconti, bis es sich 1405 freiwillig unter die Herrschaft der Republik Venedig stellte. Unter venezianischer Herrschaft erlebte Este eine Blüte, die nur durch die Pest von 1630 unterbrochen wurde. Nach dem Niedergang der Republik und den Napoleonischen Kriegen geriet die Stadt mit dem gesamten Veneto unter österreichische Herrschaft, bis sie 1866 im Zuge des Risorgimento vom Königreich Italien annektiert wurde. Mehr unter obenstehendem Link.. | d'Este, Markgraf Alberto Azzo II. (I6989)
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| 48436 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Etichonen Etichonen Etichonen wird ein elsässisches Herzogsgeschlecht nach Herzog Eticho genannt, der Mitte des 7. Jahrhunderts einer der ersten bekannten Herzöge des Elsass war und die Erblichkeit der Herzogswürde begründete. Das Geschlecht spielte in der Geschichte des Elsass im frühen Mittelalter eine wichtige Rolle. Die Herzöge des Elsass hatten ihren Wohnsitz zum Teil in neu entstandenen Orten, wie Oberehnheim und auf der Hohenburg. Hier gründete Eticho das Stift, in dem die heilige Odilia, seine Tochter, mit ihren Schwestern lebte. Spätere Dynastien, zum Beispiel die Habsburger, führten ihren Ursprung auf Herzog Eticho (Attich, auch Adalrich genannt) zurück. Die einzelnen Linien in der Genealogie der Etichonen werden bezeichnet als Etichonen, (im engeren Sinne) mit dem Titel eines Herzogs im Elsass Liutfriden, mit dem Titel eines Grafen im Sundgau, bzw Eberharde, mit dem Titel eines Grafen im Nordgau bzw. Grafen von Egisheim, Dagsburg und Metz. Das bekannteste Familienmitglied ist Bruno von Egisheim, der 1049 als Leo IX. Papst wurde. Die Etichonen starben im 13. Jahrhundert aus, nachdem beide Söhne des Grafen Albert II. im Jahr 1202 bei einem Turnier in Andain zu Tode kamen. Stammliste unter dem Link oben.. | im Nordgau (Etichonen), Graf Eberhard III. (I2149)
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| 48437 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Étienne_I._de_Penthièvre (Jul 2023) Étienne I. de Penthièvre (in England: Stephen of Penthièvre, * um 1060; † 13. April 1135/1136[1], 1138[2]), war Graf von Trégor und Guingamp, Herr von Goëlo, ab 1093 Graf von Penthièvre. Étienne war ein jüngerer Sohn von Éon I. de Penthièvre und Agnès de Cornouaille und kam durch Erbschaften nach und nach in den Besitz aller Grundherrschaften, die Mitgliedern seiner Familie gehörten. 1079, mit dem Tod seines Vaters, wurde er Graf von Trégor und Herr von Goëlo, später dann Graf von Guingamp. Er heiratete Havoise, vermutlich eine Tochter von Theobald III., Graf von Blois, und dessen Ehefrau Adèle de Vermandois.[3] 1093 hinterließ ihm sein ältester Bruders Geoffroy I. die Grafschaft Penthièvre, wenige Jahre später erbte er die Honour of Richmond in England, die zuvor seine Brüder Alain der Rote († 1089) bzw. Alain der Schwarze († 1098) besessen hatten.[4] Ab 1118 musste er sich der Rebellion seines Sohnes Geoffroy II. de Penthièvre erwehren, der bereits zu Étiennes Lebzeiten einen Anteil am Erbe verlangte, mit Penthièvre, Lamballe und Moncontour dann zufriedengestellt wurde und 1120 den Grafentitel annahm. Nach Étiennes Tod wurde der gesamte Besitz der Familie unter seinen Söhnen aufgeteilt. Ètienne ist Gründer der Abtei Sainte-Croix de Guingamp (1134) und Wohltäter der Abtei Bégard, das der Überlieferung zufolge 1130 auf von Étienne zur Verfügung gestelltem Land gegründet wurde. Er erwarb das Recht, in Bégard bestattet zu werden, ebenso wie seine Frau Havoise, sein Sohn Alain de Bretagne, 1. Earl of Richmond und sein Enkel Herzog Conan IV. von Bretagne[5] Nach Jacques Cambry ließ er auch das Château de Rustéphan in Nizon (heute Pont-Aven) bauen. | von Penthièvre, Graf Stephan I. (Étienne) (I12592)
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| 48438 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Eudaf_Hen Eudaf Hen, auch Octavius of the Britons, ist der Name eines britannischen Königs aus der walisischen Mythologie. Er ist eine wichtige Figur in der Erzählung Breuddwyd Macsen („Macsens Traum“) – aufgezeichnet im Llyfr Gwyn Rhydderch ("Das weiße Buch von Rhydderch") – und in der Brut y Brenhinedd („Chronik der Könige“, im Original Historia Regum Britanniae des Geoffrey von Monmouth). „Chronik der Könige“ Eudaf Hen ist der Vater von Conan Meriadoc und Elen Luyddawg (Helena), der späteren Gattin von Kaiser Macsen Wledig. Bei Geoffrey von Monmouth wird er als Halbbruder von Konstantin, König in Britannien, bezeichnet. Als dieser nach dem Tod seines Vaters Constantius I. Kaiser in Rom wird, setzt er einen Proconsul bei den Britonen ein. Diesen ermordet Eudaf Hen und proklamiert sich selbst zum König. Daraufhin entsendet Konstantin drei Legionen auf die Insel, die er unter das Kommando von Trahern, einem Bruder des späteren Königs Coel, stellt. Eudaf Hen kann Trahern bei Winchester besiegen und nach Alba (Schottland) vertreiben. Von dort aus plündert dieser das Land und siegt schließlich bei Westmorland. Eudaf Hen flieht nach Norwegen, aber nachdem seine Anhänger Trahern ermorden, kann er die Königswürde zurückerringen. Auf Anraten Caradocs verheiratet er gegen den Widerstand seines Sohnes Conan seine Tochter Elen an Macsen, den neuen römischen Kaiser. | Hen, Eudaf (I30026)
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| 48439 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Eudes_Herpin_von_Bourges (Aug 2023) Eudes Herpin von Bourges, wahlweise auch Harpin oder Arpin genannt († um 1109 in Cluny), war ein Vizegraf von Bourges und Kreuzfahrer. Er war ein Sohn des Herrn Humbert von Dun und heiratete noch vor 1092 Mathilde, älteste Tochter des Herren Gilles, Seigneur de Sully. Mathilde war die Erbin ihres Onkels mütterlicherseits, Vizegraf Stephan von Bourges, während das väterliche Erbe an ihre jüngere Schwester Agnes und deren Ehemann Wilhelm von Blois fiel. Eudes wurde dadurch ihm Recht seiner Frau selbst Vizegraf von Bourges im Berry. Eudes schloss sich dem Herzog Wilhelm IX. von Aquitanien zum sogenannten Kreuzzug von 1101 an. Um diese bewaffnete Pilgerfahrt finanzieren zu können verpfändete er Bourges für 60.000 Sou an König Philipp I. von Frankreich. In Palästina wurde er möglicherweise Herr von Caesarea. Er kämpfte 1102 in der zweiten Schlacht von Ramla, wo er in die Gefangenschaft der Sarazenen fiel. Herpin von Bourges Basierend auf Eudes Kreuzzugsreise entstand im Mittelalter ein Chanson de geste, genannt Chanson de Lion de Bourges. In dieser Dichtung tritt er als Herzog Herpin von Bourges auf, der nach Intrigen seiner Feinde von Karl dem Großen aus Frankreich verbannt wird. Dabei verliert er seine geliebte Frau, die es nach Toledo verschlägt, während Herpin in einem fernen Land gegen die Ungläubigen kämpft. Von diesen gefangen genommen, wird er als Sklave nach Toledo verkauft, wo er seine Frau wiederfindet und die Stadt vor feindlichen Truppen rettet. Später wird Herpin ermordet und seine Frau stirbt am gebrochenen Herzen. Die zentrale Figur dieser Geschichte ist allerdings der Sohn des Paares, der Lion genannt wurde, weil eine Löwin ihn gesäugt hatte. Nach vielen amourösen Affären und gefährlichen Abenteuern im Königreich Sizilien gelingt es Lion schließlich das väterliche Erbe zurückzugewinnen. Das Chanson wurde im 15. Jahrhundert von Elisabeth von Lothringen (Elisabeth von Nassau-Saarbrücken) als Prosaroman mit dem Titel „Lewenbuch von Burges in Berrye“ ins Deutsche übersetzt, allerdings setzte sich für das Werk bald der Titel „Herpin“ allgemein durch. | von Dun (von Bourges), Herr Eudes Herpin (I41779)
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| 48440 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Eufemia_Eriksdotter (Jun 2021) Ihre Eltern waren der schwedische Herzog Erik Magnusson und die norwegische Prinzessin Ingeborg Håkonsdotter. Sie war die Enkelin von König Håkon V. Erik Magnusson war zusammen mit seinem Bruder Waldemar auf dem Gastmahl von Nyköping umgebracht worden. Erik Magnussons dreijähriger Sohn Magnus Eriksson wurde König als Nachfolger des vom Adel vertriebenen Königs Birger Magnusson. Eufemias verwitwete Mutter Ingeborg war nun in Schweden Herzogin. Als 1319 der norwegische König Håkon V. starb, erbte Magnus den Thron. So wurden Norwegen und Schweden in Personalunion von Magnus regiert. 1319 wurden im Vertrag von Oslo in Anwesenheit der Witwe Ingeborg die Einzelheiten festgelegt; Ingeborg wurde zugestanden, politisch aktiv zu bleiben. So nahm sie in den folgenden Jahren an den Sitzungen des Reichsrates teil. Sie hatte Axvalls Schloss und Lehen in Västergötland für ihren Unterhalt bekommen. Sie residierte auf Varberg und beherrschte damit Nord-Halland. Damit nahm sie eine politische und geografische Schlüsselposition ein, die zuvor ihr Mann innegehabt hatte. Die Herzogin umgab sich und den jungen König mit einem eigenen Hof, in welchem die Anhänger ihres Mannes vertreten waren, darunter als mächtigster Mann der Däne Knut Porse, den sie alsbald heiratete. Auch Mitglieder des holsteinischen Geschlechts van Kyren, die früher zu den Anhängern Herzog Eriks gehört hatten, waren dabei. Mit diesen und anderen Ratgebern begann die Herzogin, im Namen ihres Sohnes eine eigene Politik an dem norwegischen und schwedischen Reichsrat vorbei zu betreiben. Das führte zum Konflikt mit dem schwedischen Reichsrat. Der Konflikt zwischen der Herzogin und dem Reichsrat erreichte seinen Höhepunkt, als der Reichsrat sich dem dänischen König Christoph II. annäherte, damit dieser sich nicht in die schwedische Thronfolgefrage einmische, die Herzogin und der Varbergskreis aber Kontakt mit den Feinden Christophs vor allem in Schonen aufnahmen. So kam 1321 in Bohus ein Vertrag zwischen der Herzogin Ingebjørg im Namen ihres Sohnes und Heinrich von Mecklenburg zustande. Der Vertrag enthielt auch eine Eheverabredung zwischen Eufemia Eriksdotter und Heinrichs Neffen Albrecht sowie einen Beistandspakt für den Fall eines dänischen Angriffs. 1336 heiratete Eufemia Albrecht von Mecklenburg und hatte mit ihm den Sohn Albrecht III., der 1336 im Zuge eines Adelsaufstandes abgesetzt wurde. Ihr Sohn war aber durch Entscheidung des norwegischen Reichsrates von der Thronfolge ausgeschlossen worden, weil er gegen Norwegen Krieg geführt hatte. Statt seiner wurde Margarethe I. Königin. | Eriksdotter, Herzogin Eufemia (Euphemia) (I26916)
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| 48441 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Eustach_IV._(Boulogne) (Jun 2017) Eustach IV. (* um 1130; † 10. August 1153) war ein Graf von Boulogne und Kronprinz von England aus dem Haus Blois. Als ältester Sohn des Königs Stephan von England und der Mathilda von Boulogne war er seit 1135 der designierte Erbe auf den englischen Thron und des Herzogtums Normandie. Im Jahr 1137 hatte Eustach auf Wunsch seines Vaters gegenüber König Ludwig VI. von Frankreich gehuldigt, was eine Bedingung zur Erneuerung des Friedensvertrages zwischen König Heinrich I. von England und dem französischen König aus dem Jahr 11220 darstellte.[1] Der Chronist Henry of Huntingdon berichtete dazu, dass Eustach dabei denselben Eid geschworen hatte wie einst William Ætheling, also als Herzog der Normandie.[2] Dies bestätigte der über hundert Jahre später schreibende Matthäus Paris.[3] Der offizielle Urkundenverkehr der Zeit legt jedoch nahe, dass Eustach weder als Herzog in der Normandie eingesetzt noch als solcher gegenüber dem französischen König gehuldigt hat. Bei seiner einzigen Erwähnung in den Urkunden seines Vaters aus dem Jahr 1140 wird er weder als Herzog noch als designierter Herzog, sondern lediglich mit dem gräflichen Titel genannt, den er als Erbe seiner Mutter auf die Grafschaft Boulogne trug.[4] Im Februar 1140 wurde er mit Konstanze verheiratet, der Schwester des französischen Königs.[5] Eustach wurde 1147 von seinem Vater zum Ritter geschlagen, woraus man schließen kann, dass er zu dieser Zeit zwischen 16 und 18 Jahre alt war.[6] Zuvor war bereits im Verlauf des Krieges gegen „die Kaiserin“ Matilde (the Anarchy) die Normandie im Jahr 1144 von deren Ehemann Gottfried Plantagenet von Anjou erobert worden. An der Seite von König Ludwig VII. beteiligte sich Eustach 1151 an einem erfolglos verlaufenden Feldzug in die Normandie, nach dem der französische König den Sohn Gottfrieds, Heinrich, als neuen Herzog anerkannte. Am 6. April 1152 ließ König Stephan seinem Sohn in London von einer geringen Zahl von Baronen als zukünftigem König huldigen. Der Erzbischof von Canterbury, Theobald von Bec, jedoch weigerte sich gemeinsam mit anderen Bischöfen, die Krönung vorzunehmen, mit der Begründung, dass die Kurie die Erbansprüche Eustachs verneint habe. Eustach starb plötzlich im folgenden Jahr, am 10. August 1153, der Überlieferung nach als Gottesstrafe während der Plünderung kirchlichen Landes in Bury St. Edmunds. Sein Tod wurde mit großer Befriedigung aufgenommen, da er eine friedliche Einigung zwischen Stephan und dem jungen Heinrich, dem Sohn der Matilde, ermöglicht habe. Nach Wilhelm von Newburgh war König Stephan „über alle Maßen durch den Tod seines Sohnes bekümmert, den er als seinen Nachfolger erhoffte; er setzte (seine) Kriegsvorbereitungen weniger energisch fort, und hörte geduldiger als üblich auf die Stimmen derjenigen, die auf Frieden drängten“. Die Peterborough Chronicle schreibt Eustach einen schlechten Charakter zu: „Er war ein schlechter Mensch und tat mehr Böses als Gutes, wo immer er ging; er verdarb das Land und belegte es mit schweren Abgaben“. Er bedrohte die widerspenstigen Bischöfe und verlangte im Krieg gegen die angevinische Partei Zahlungen von der Kirche – was alleine schon ausreichen dürfte, um ihn in der Chronik in Verruf zu bringen. Eustach wurde in der Faversham Abbey begraben. Seine Witwe heiratete in zweiter Ehe den Grafen Raimund V. von Toulouse. | von Boulogne (Blois), Graf Eustach IV. (I7421)
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| 48442 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ezzelino_II._da_Romano (Aug 2023) Ezzelino II. da Romano, genannt „il Monaco“ (der Mönch), (* um 1150; † 1235)[1] ursprünglich Ezzelino da Onara, nannte sich ab 1200 „da Romano“, war ein italienischer Adliger, der in Norditalien die Reichslehen Onara, Romano d’Ezzelino, Bassano del Grappa und Godego besaß und an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert als Feldherr militärische und als Podestà politische Funktionen in Treviso, Vicenza und Verona ausübte. Bemerkenswert war er als Vater des Ezzelino III. da Romano (* 1194, † 1259), der als tyrannischer kaiserlicher Statthalter der Mark Verona in die Geschichte einging. Herkunft Die Familie, die sich ursprünglich nach ihrem Stammsitz Onara (heute Teil der Gemeinde Tombolo in der Provinz Padua) „da Onara“ nannte, leitet sich der Tradition nach von einem Arpone ab, der in Deutschland nach salischem – d. h. fränkischem – Recht lebte. Urkundlich fassbar ist dessen Sohn, Ecelo di Arpone († nach 1091), der mit dem Heer des Kaisers Konrad II. (1027–1039) nach Italien gekommen war und von diesem um 1035 mit den Burgen und Herrschaften Onara und Romano (heute Romano d’Ezzelino, das am Abhang des Monte Grappa in der Provinz Vicenza liegt und bis heute das Wappen der Ezzelini als Gemeindewappen führt) belehnt wurde. Vom Bischof von Vicenza wurde er in der Folge mit der Herrschaft Bassano belehnt, wo noch heute das auf die Familie zurückgehende „Castello degli Ezzelini“ gezeigt wird. Ecelo heiratete Gisela, eine italienische Adlige langobardischer Herkunft. Der Vater von Ezzelino II. war Ezzelino I. da Onara, genannt „il Balbo“ (der Kahle) († nach 1182), der Burgherr zu Onara, Romano, Bassano del Grappa und Godego war. Wegen seines Ansehens wurde er zum Podestà von Vicenza und von Treviso gewählt und fungierte als überzeugter Guelfe 1173 und 1173 Rektor der 1167 gegründeten Lombardischen Liga (Lega Lombarda) gegen Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ (1155–1190). Die Mutter von Ezzelino II. war Auria von Baone, eine Tochter des Riccardo aus dem Haus der Grafen von Baone (Liegt am südseitigen Abhang der „Colli Euganei“ der „Euganeischen Hügel“ in der Provinz Padua). Leben Ezzelino II. wurde nicht als ältester Sohn seiner Eltern geboren, sondern hatte einen älteren Bruder namens Giovanni. Da dieser früh verstarb, folgte Ezzelino II. auf seinen Vater Ezzelino I. in den ererbten Besitzungen Onara, Romano, Bassano und Godego. Ezzelino lebte in einer Zeit, wo die Macht des Herrschers von Norditalien – des römischen Königs bzw. Kaisers durch Abwesenheit oft nur eine theoretische war und wo auch die näher gelegene Macht der Bischöfe in Frage gestellt und durch die aufkommende Bürgerbewegung zunehmend beeinträchtigt wurde, der es vielfach gelang, freie Gemeinden zu gründen. Dadurch konnten sich die am Land in ihren Burgen angesessenen regionalen Adelsfamilien auch in den Städten größeren Einfluss sichern. Dies war daher auch das Bestreben der Ezzelini, die bemüht waren ihren Einfluss in den regionalen Städten durch Übernahme politischer Ämter, wie das eines Podestà, zu verstärken. Die Burgen der Ezzelini unterstanden formal der Regierung von Vicenza, weshalb sie mit anderen dort vertretenen mächtigen Familien – etwa mit den Grafen Maltraversi oden den da Breganze – um Einfluss und Macht rangen. Der Einfluss der Ezzelini erstreckte sich jedoch auch auf Padua und auf Verona, wo sie gleichfalls versuchten, ihren Einfluss durch Übernahme militärischer oder ziviler Funktionen zu verstärken. Ezzelino II. war ein streitbarer Herr, da er u. a. wegen verschiedener Ländereien 1182 in Konflikt mit den Mönchen der Abtei Sesto al Reghena geriet, die weit abgelegen von seinem eigentlichen Herrschaftsbereich, südlich von Pordenone in der heutigen Region Friaul-Julisch Venetien liegt. Diese wandten sich an den Patriarchen von Grado Giovanni VIII. Signolo, der Ezzelino zur Strafe exkommunizierte. Der Streit zog sich viele Jahre hin, wurde schließlich Papst Innozenz III. (1198–1216) vorgelegt, der die Exkommunikation aufhob und den Patriarchen von Aquileia Pellegrino II. von Ortenburg (1195–1204)[2] beauftragte, den Streit zu schlichten. Dieser dürfte den Disput schließlich erfolgreich verglichen haben, da hierüber keine weiteren Nachrichten vorliegen. Von 1191 bis 1193 war Ezzelino II. Podestà von Treviso und anschließend ab 1193 Podestà der Stadt Vicenza. Ezzelino folgte damit der Tradition seines Vaters, den Einfluss der Familie durch die Übernahme von Regierungsfunktionen in den wichtigen Städten der Region zu verstärken. Die Rivalität zwischen den norditalienischen Städten hatte zu Ezzelinos Zeit auch fatale Folgen für ihn selbst, da 1199 der Stammsitz der Familie, die Burg der Ezzelini zu Onara, von Streitkräften der Stadt Padua konfisziert und zerstört wurde, nachdem er es gewagt hatte, in einem Konflikt ohne Zustimmung von Padua einen Separatfrieden mit Vicenza abzuschließen. Darauf beschloss Ezzelino II. den Familiensitz nicht mehr aufzubauen, sondern diesen nach Romano zu verlegen, das heute Romano d’Ezzelino heißt. Die Familie war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Ezzelini da Onara, sondern unter dem neuen Namen Ezzelini da Romano bekannt. Im Jahre 1200 wurde er zum Podestà der Stadt Verona gewählt und 1211 neuerlich zum Podestà von Vicenza bestellt, was zeigt, dass er in der Region großes Ansehen besaß. Seine positive Einstellung zur Kirche zeigte Ezzelino durch die Förderung des Klosters, Santa Croce di Campese (im Tal des sogenannten „Canale di Brenta“ in der Provinz Vicenza). Dieses war von Pontius von Melgueil, der von 1109 bis 1122 der siebente Abt des berühmten Klosters von Cluny war im Jahre 1124 gegründet worden,[3] wobei diese Stiftung von den Ezzelini reich mit Gütern ausgestattet wurde und seitdem als Grablege der Familie diente. So übertrug Ezzelino II. am 20. September 1202 dem Prior des Klosters Santa Croce zahlreiche Lehen in Angarano und in Foza, schlichtete 1204 einen Streit zwischen dem Kloster und der der Gemeinde Angarano (bei Bassano del Grappa) und schenkte dem Kloster am 22. November 1221 die Kirche von Santo Spiritu von Oliero (heute Teil der Gemeinde Valbrenta in der Provinz Vicenza).[3] Zu seiner Zeit wurde in seinem Herrschaftsbereich, in Bassano del Grappa, im Jahre 1208 eine der bekanntesten Brücken Italiens erstmals urkundlich erwähnt und daher wohl kurz zuvor in seinem Auftrag erbaut: der ganz aus Holz errichtete Ponte Vecchio oder Ponte degli Alpini, der bei Bassano den Fluss Brenta überquert. Die heute erhaltene Konstruktion – die weiterhin ganz aus Holz errichtet wurde – geht jedoch auf einen neueren Plan zurück, der von keinem Geringeren als von dem berühmten Architekten Andrea Palladio entworfen wurde. Seine militärischen Qualitäten konnte Ezzelino II. im Jahre 1212 beweisen, wo er sich nahe Verona den Truppen einer Koalition lombardischer Städte entgegenstellte, die unter der Führung von Azzo VI. d’Este († 1212), Podestà von Ferrara gegen ihn Krieg führte. Es gelang ihm, die Koalitionstruppen zu besiegen, wobei das Haupt derselben – Azzo d’Este – fiel. In der Folge kämpfte er als Verbündeter der Stadt Padua 1213 gegen die Markgrafen von Este und 1214 gegen die Republik Venedig. Diese Bereitschaft Ezzelinos zu Streit und Kampf war jedoch verbunden mit einer tiefen Religiosität, sodass sich Ezzelino 1221 entschloss, den Rest seines Lebens als Mönch zu verbringen und daher in das Kloster von Oliero eintrat und von dort später in das „Hauskloster“ seiner Familie, Santa Croce di Campese, übertrat und die Verwaltung seiner Herrschaften und Güter seinen Söhnen Ezzelino III. und Alberico da Romano überließ. Dieser Entschluss trug ihm den Beinamen „il Monaco“ (der Mönch). | da Romano, Ezzelino II. (I42232)
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| 48443 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ezzelino_III._da_Romano (Aug 2023) Von seinem Vater hatte er Ländereien in Treviso geerbt. Im damaligen Konflikt des Staufers Friedrichs II. mit dem Papst und verschiedenen zum Lombardenbund zusammengeschlossenen lombardischen Städten (der Partei der Guelfen), stand Ezzelino zunächst wie sein Vater auf Seiten des Lombardenbundes. Erst 1232 wechselte er auf die Seite des Kaisers (der Partei der Ghibellinen), als er mit Hilfe Friedrichs II. seinen Machtbereich auszubauen versuchte.[1] 1236 bemächtigte er sich der Herrschaft über Verona und beherrschte als Signore[2] bald auch Vicenza. Bis 1241 kamen Padua, Belluno, Feltre, Trient und die Mark Treviso hinzu. Am 23. Mai 1238 heiratete er in Verona in San Zeno Maggiore Friedrichs II. uneheliche Tochter Selvaggia († 1244). Mehrmals unterstützte er den Kaiser mit Truppen, während Friedrich II. im Gegenzug die weitgehend autonome Herrschaft Ezzelinos akzeptierte. Dieser beherrschte seine Territorien ohne sich allzu sehr in die inneren Angelegenheiten der Kommunen einzumischen. Zeitgenössischen Quellen schildern drastisch, wie er seine Gegner mit großer Grausamkeit verfolgte. Ebenso wie Friedrich II. wurde er im Jahr 1248 vom Papst gebannt. Auch nach dem Tod des Kaisers Ende 1250 konnte Ezzelino sich behaupten und setzte mit anderen Ghibellinen den Kampf gegen den Papst fort. Papst Innozenz IV. rief schließlich zum Kreuzzug gegen Ezzelino und seine Verbündeten auf; 1256 gelang es den feindlichen Truppen, Padua zu erobern. Dennoch gab sich Ezzelino nicht geschlagen. 1258 eroberte er sogar Brescia. Bei einem direkten Angriff gegen Mailand unterlag er am 27. September 1259 in der Schlacht von Cassano d’Adda, während der er von einem Pfeil verletzt wurde. Gefangen genommen, verstarb er kurz darauf. Die genauen Umstände seines Todes liegen im Dunklen. Er wurde in Soncino bestattet.[1] Nachwirken Vieles über Ezzelino stammt aus einer literarischen Tradition, die sich über die Jahrhunderte verbreitet hat. Er wurde dabei zum Grundtypus des grausamen Tyrannen. Zeitlich ihm nahestehende Poeten und Chronisten benutzten seinen Namen, um einen Eindruck von willkürlicher Gewaltanwendung und moralischer Verworfenheit hervorzurufen. Im 14. Jahrhundert wurde ihm sogar vorgeworfen, von dämonischer Abkunft zu sein. Dante nennt ihn zusammen mit Obizio von Este als auf Gut und Blut erpichten Tyrannen in seiner Göttlichen Komödie: [3] Die schwarzbehaarte Stirn sieh neben diesen, Den Ezzelin – und jener Blonde dort, Ist Obiz Este, der, wie’s klar erwiesen. Als Figur findet er sich unter anderem in folgenden Werken: - Albertino Mussato: Ecerinis, um 1315 - Joseph von Eichendorff: Ezelin von Romanis, 1828 - Carlo Marenco: Ezzelino III, 1832 - Conrad Ferdinand Meyer: Die Hochzeit des Mönchs, Novelle 1884 - Carl Friedrich Lessing: Ezzelino da Romano im Kerker, Gemälde 1838, Städel Museum, Frankfurt - Hermann von Lingg: Friedrich und Ezelin (Ballade) | da Romano, Ezzelino III. (I42237)
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| 48444 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ezzo_(Lothringen) Erenfrid oder Ehrenfried, genannt Ezzo, (* um 955 in Lothringen; † 21. Mai 1034 in Saalfeld/Thüringen) war Pfalzgraf von Lothringen. Für ihn finden sich auch die verkleinernden Schreibweisen Ezelin, Hezelin, Hezelo bzw. Hezilo. Seine Nachfahren heißen Ezzonen. Die Eltern von Ezzo waren Pfalzgraf Hermann I. von Lothringen († 996) und Heylwig/Heilwig von Dillingen. Ezzo heiratete Mathilde (um 979–1025), die Tochter des Kaisers Otto II. Um eine standesgemäße Versorgung der Kaisertochter zu sichern, erhielt Ezzo zahlreiche Grafschaften und Vogteien, unter anderem den Auelgau und die Waldenburg im Sauerland, aber auch die Reichsdomäne Saalfeld mit dem Königshof und der Saalfelder Höhe, den südlichen Orlagau mit den Gebieten südwestlich von Saalfeld bis zum Gebirgskamm und das weiter südlich gelegene Gebiet um den Berg Coburg entlang einem wichtigen Heer- und Handelsweg von der Saale zum Main. Er kontrollierte die großen Fernwege, z. B. mit Hilfe der Tomburg bei Rheinbach (ab 1000) und des Siegburger Michaelsberges. Damit begann ein Machtkampf mit dem Erzbistum Köln. Ezzos Tochter Richeza vererbte einen Teil ihres Landes, u. a. Saalfeld, den südlichen Orlagau und das Coburger Land 1063 an ebendieses Bistum, woraus die Benediktinerabtei Saalfeld entstand. 1024 gründeten die Eheleute das Benediktinerkloster Brauweiler, in dem beide auch beigesetzt wurden. Mehr unter dem Link oben.. Literatur • Theodor Henner: Ezzo. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 465 f. • Ursula Lewald: Die Ezzonen. Das Schicksal eines rheinischen Fürstengeschlechtes. In: Rheinische Vierteljahrsblätter, 43. Jg. 1979, S. 120–168 • Ekkart Sauser: Erenfrid (Ezzo). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 22, Bautz, Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2, Sp. 310. • Mathilde Uhlirz: Ezzo. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 715 f. (Digitalisat). Weblinks • Heinz Wolter: Ezzo im Portal Rheinische Geschichte | von Lothringen, Pfalzgraf Ezzo (I2416)
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| 48445 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Fastrada Fastrada (* um 765; † 10. August 794 in Frankfurt am Main) war die vierte Ehefrau Karls des Großen. Leben Fastrada war die Tochter des Grafen Radulf aus vermutlich thüringisch-mainfränkischem Grafengeschlecht, wahrscheinlich der Mattonen. Im Oktober 783, nach dem Tod von Karls dritter Frau Hildegard und seiner Mutter Bertrada, heiratete er Fastrada, mit der er zwei Töchter hatte: Theodrada (* um 785; † 9. Jan. 844/853, seit 814 Äbtissin von Argenteuil) und Hiltrud (* 787, † nach 800 (vermutlich nach 814)). Sie gilt als die Gründerin der Abtei Münsterschwarzach. Karls Chronist Einhard berichtet in seiner Vita Caroli Magni, dass Fastrada sehr grausam gewesen sei und das Blutgericht von Verden, bei dem angeblich 4500 Sachsen hingerichtet worden seien, auf ihren Einfluss zurückging. Einhard kannte Fastrada allerdings nicht persönlich, da diese bereits gestorben war, bevor er an den Hof Karls gelangte. Aus dem Jahr 785 ist ein Schreiben erhalten, in dem Karl Fastrada auffordert, mit den Kindern zu ihm auf die Eresburg zu kommen.[1] Später begleitete Fastrada ihren Mann wohl nicht ständig, stand aber immer im Kontakt mit ihm. So ist ein Brief erhalten, in dem Karl sich 791 besorgt nach ihrer Gesundheit erkundigt, weil er schon länger keine Nachricht von ihr erhalten hat. Dann berichtet er ihr von einem Sieg gegen die Avaren und bittet sie darum, Dankgottesdienste abhalten zu lassen.[2] Grab Die kränkliche Fastrada starb während der Synode von Frankfurt und wurde im Stift St. Alban vor Mainz, lange bevor die Kirche vollendet war, beigesetzt. Dass Fastrada an diesem Platz bestattet wurde und nicht in der Basilika Saint-Denis, welche den französischen Königen als Grablege diente, oder der Abtei St. Arnulf bei Metz, wie es fränkische Tradition gewesen wäre, zeugt vom großen Einfluss des Mainzer Erzbischofs Richulf. [3] Fastradas Grabstein wurde nach der Zerstörung des Klosters im Jahre 1552 in den Mainzer Dom verbracht und findet sich an der Wand im südlichen Seitenschiff. Die ursprüngliche Grabschrift stammte von Theodulf von Orléans und war in griechisch-lateinischen Hexametern abgefasst. Aufgrund der Diktion des Lateinischen der im Dom befindlichen Platte muss davon ausgegangen werden, dass diese Inschrift nicht im 9. Jahrhundert entstanden sein kann, sondern von einem spätmittelalterlichen Anonymus stammt. Sie starb im fränkischen Königshof zu Frankfurt, wohin Karl und Fastrada sich nach Weihnachten 793 von Würzburg kommend begeben hatten. Karl soll aus Trauer um die Verstorbene sich niemals mehr an den Ort ihres Todes begeben haben. Er ließ sie zu Sankt Alban bei Mainz bestatten, und ihre silberne Spindel über dem Altare aufhängen. Ihr Grabmal war von weißem Marmor, mit Gold und Bildsäulen geziert, dessen Inschrift in der Übersetzung wie folgt lautet: „In Ruhe lieget allhier Fastradas verwesende Leiche, Welche der schreckliche Tod, da sie noch blühte, gemäht. Selbst eine Fürstin, war sie mit dem mächtigsten Fürsten vermählet; Aber als himmlische Braut ist sie erhabener noch. Uns ist von ihr der bessere Theil, der König geblieben; Ihm geb' der gütige Gott längeres Leben als ihr.“ (Der Grabdeckel mit einer einfachen Schrift, ist im Mainzer Dom eingemauert.)[4] Inschrift des Anonymus: Die fromme Gemahlin Karls, Fastrada genannt, von Christus geliebt, liegt hier von Marmor bedeckt. Im Jahre siebenhundertvierundneunzig. Welche Zahl dem Versmaß zu fügen, sich widerstrebt. Frommer König, den die Jungfrau trug, gib, wenn sie auch hier zu Asche zerfällt, daß ihr Geist Erbe sei des Vaterlandes, das keine Trübsal kennt. Ursprünglicher Text des Theodulf von Orléans: Inclita Fastradae reginae hic membra quiescunt, De medio quam mors frigida flore tulit. Nobilis ipsa viri thalamo coniuncta potentis; Sed modo caelesti nobilior thalamo Pars animae melior. Carlus Rex ipse remansit Cui tradat mitis tempora larga deus. Hier ruht Königin Fastradas erlauchter Leib, Den der kalte Tod aus der Blüte des Lebens riss. Als edle Frau war sie einem mächtigen Mann ehelich verbunden; Doch nun gehört, noch edler Der bessere Teil ihrer Seele. König Karl blieb hier zurück, Glückliche Zeiten gewähre ihm der barmherzige Gott. Sagen Ein Zauberring, den Fastrada von ihrem Mann erhalten haben soll, ist Inhalt einer Sage,[5] die auch die Gebrüder Grimm in den 2. Band ihrer Deutschen Sagen aufnahmen.[6] Dieser Ring, dessen Stein Geschenk einer Schlange war, band den König so an seine Trägerin, dass er ihren Leichnam nicht einmal zur Bestattung freigeben wollte, als er bereits zu verwesen begann. Schließlich nahm der Erzbischof Tilpin von Reims den Ring an sich. So übertrug sich Karls Zuneigung auf ihn und er wurde zum Ratgeber des Königs. Schließlich habe Tilpin den Ring in einem Gewässer versenkt, in dessen Nähe Karl daraufhin seine Aachener Königspfalz errichtete, in deren Kapelle er auch beigesetzt wurde. Auch der herzförmige Grundriss von Neustadt an der Saale, in deren Nähe Karl 790 eine Pfalz errichten ließ, geht der Sage nach auf die Liebe des Königs zu Fastrada zurück. Mehr unter obenstehendem Link.. | von Franken, Fastrade (I1477)
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| 48446 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Federico_I._Gonzaga (Aug 2023) Federico war der älteste Sohn des Markgrafen Ludovico III. Gonzaga von Mantua aus dessen Ehe mit Barbara von Brandenburg. Wie auch zwei seiner Schwestern, hatte er eine erblich bedingte deformierte Wirbelsäule. Trotz dieser gesundheitlichen Einschränkung gelang es den Eltern, im Gegensatz zu den Eheanbahnungen für seine Schwestern Susanna und Dorotea, die deswegen scheiterten, für Federico eine standesgemäße Heirat zu organisieren. Die Wahl fiel auf Margarete von Bayern (1442–1479), eine Tochter Albrechts III., Herzog von Bayern-München. Die Eheanbahnung mit einer Prinzessin deutscher Herkunft wurde mit Sicherheit beeinflusst durch den Willen der Mutter, die auch dafür sorgte Federicos Schwester Barbara Gonzaga mit einem Deutschen zu verheiraten. Die Verhandlungen für die Hochzeit wurden 1462 in Mantua geführt und der Verlobungsvertrag am 8. September desselben Jahres unterzeichnet. Federico Gonzaga und Margarete von Bayern heirateten am 10. Mai 1463 in Mantua. Durch seinen Vater wurde Federicos militärische Ausbildung, der Familientradition entsprechend, gefordert und organisiert. Hingegen konnte er bis zum Ende der sechziger Jahre offensichtlich keine politisch aktive Rolle spielen. Erst seit 1469 wurde er nicht nur für militärische, sondern auch für politische Belange vom Vater eingesetzt, wie die Kontakte zu den Sforza in Mailand belegen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass ab diesem Zeitpunkt die Entscheidung von Ludovico, ihn als Nachfolger zu bestimmen, gefallen war. Im Dezember 1476, nach der Ermordung von Galeazzo Maria Sforza, wurde Federico zusammen mit seinem Vater, der capitano generale (Befehlshaber) der Armee der Sforza war, mobilisiert und konzentrierte ein Kontingent in Marcaria, das bereit war, im Gebiet von Mailand einzugreifen.[1] Federico kam auch hier nur eine untergeordnete Rolle zu. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes und seines Alters von 65 Jahren erschien sein Vater persönlich am 6. Januar 1477 in Mailand. Durch seine Anwesenheit trug er dazu bei, die Nachfolge von Gian Galeazzo Sforza unter der Regentschaft der Herzogin Bona von Savoyen zu garantieren. Markgraf von Mantua Der Vater starb am 12. Juni 1478 und Federico wurde am 14. Juni offiziell als Markgraf von Mantua anerkannt. Gleich zu Beginn seiner Herrschaft stand Federico vor einem gewaltigen Problem: das Testament des Vaters war verschwunden und er hatte vier Brüder, die Ansprüche geltend machen konnten. Manche Quellen berichten, die resolute Mutter, Barbara von Brandenburg, hätte ihre Finger dabei im Spiel gehabt. Es findet sich die Behauptung, das Testament sei absichtlich vernichtet worden.[A 1] Fakt ist, das Testament war spurlos verschwunden. Markgräfin Barbara erklärte, den Inhalt des Dokuments zu kennen, in dem eine Teilung festgelegt worden wäre. Um Meinungsverschiedenheiten zwischen den Kindern zu vermeiden, würde sie mit dieser Teilung fortfahren. Inwieweit sie in diesem heiklen Moment die Geschichte der Familie und des Staates steuerte ist nie geklärt worden.[1] Durch dieses Ereignis wiederholte sich, was beim Regierungsantritt seines Vaters geschah: das Land wurde geteilt. Nur war Ludovico damals der positive Umstand zuteilgeworden, dass seine Brüder ohne Erben starben und dadurch das gesamte Land wieder in seine Hände fiel. Die Teilung, die Federico mit seinen Brüdern vornahm, sollte die Geschichte des Gonzaga-Staates dauerhaft prägen und für das kleine Land endgültig sein. Die Gebiete, die er an seine Brüder Gianfrancesco und Rodolfo abtrat, gingen Mantua für immer verloren. Die Hauptlinie erlosch mit Vincenzo II. Gonzaga bereits im Jahr 1627 und dies mündete in einen Erbfolgekrieg der die Eigenständigkeit Mantuas selbst bedrohte. Federico hatte zumindest den Großteil der Markgrafschaft Mantua behalten, den Brüdern wurden westliche und nördliche Grenzgebiete abgetreten. In den folgenden Wochen konnte er mit seinen Brüdern noch eine Einigung über verschiedene territoriale Anpassungen erzielen, durch die strategisch wichtige Orte wie Canneto und Viadana in seinen Besitz übergingen. Eine endgültige Vereinbarung zwischen allen Erben wurde im Februar 1479 festgelegt. Am 10. Juni 1479 gewährte Kaiser Friedrich III. den Brüdern die erforderlichen Investituren. Bei den Verbündeten wurde die Teilung der Markgrafschaft mit einiger Skepsis betrachtet; so stellte man am Mailänder Hof der Sforza die berechtigte Frage, wie Federico mit den reduzierten Mitteln die Verpflichtungen einer politisch-militärischen Allianz mit Mailand halten könne.[1] Zu Beginn des Jahres 1479 wurde Federicos Vertrag mit Mailand erneuert, mit einer jährlichen Zahlung von 70.000 Dukaten. Mit 400 bewaffneten Männern und 500 Infanteristen sollte er für Mailand in den Krieg ziehen, der von Papst Sixtus IV. und König Ferdinand von Neapel gegen Lorenzo de’ Medici, den Herrscher der Republik Florenz, geführt wurde. Federicos Weggang wurde jedoch mehrfach verschoben und er zog erst Ende April los, nachdem er die Zahlung der Rückstände und die Ernennung zum Generalgouverneur aller Mailänder Streitkräfte in dieser Region erhalten hatte. Über Pistoia zog er in die Toskana ein und war dann im Frühjahr und Sommer 1479 persönlich an den Operationen beteiligt, allerdings mit sehr mittelmäßigen Ergebnissen. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Generalkommandanten Ercole d'Este und dem Gonzaga, und insbesondere ein schwerer Zwischenfall zwischen dem Kontingent Mantuas und des Este (um die Beute der Burg von Casole d’Elsa brach ein heftiger Kampf aus, mit zahlreichen Todesfällen – laut einem Chronisten über 100), hatten negative Auswirkungen auf militärische Operationen und veranlassten die mailändische Regierung, Federico und seine Männer im Juli in das Operationsgebiet in Perugia zu verlegen. Im August war dann ein guter Teil des Mantua-Kontingents, weil es keine Bezahlung erhalten hatte, desertiert. Federico blieb jedoch noch in Mittelitalien bis zum 12. Oktober 1479, als die Nachricht von der Krankheit seiner Frau eintraf und ihn nach Mantua abreisen ließ; sie starb am 14. Oktober.[1] Zwischen Juni 1480 und Januar 1481 wurde die Hochzeit seiner ältesten Tochter Chiara mit Gilbert de Bourbon, dem Grafen von Montpensier, ausgehandelt. Die Mitgift betrug 26.000 Dukaten. Mit einem großen Fest wurde diese politisch motivierte Hochzeit gefeiert und am 16. Juni 1481 reiste Chiara nach Frankreich. Kurz danach wurden Verhandlungen für die Hochzeit des ältesten Sohnes Francesco (fünfzehn) und Isabella d’Este (sieben), Tochter von Herzog Ercole und Eleonora von Aragón, geführt. Man einigte sich auf einer Basis von 25.000 Dukaten Mitgift, zuzüglich 8.000 von Federico zu zahlenden Anteils. Bei der Vertragsunterzeichnung wurde der Markgraf von Francesco Secco vertreten. Die Verlobung wurde in den folgenden Monaten mit gegenseitigen Besuchen und entsprechenden Feierlichkeiten gewürdigt.[1] Der Expansionsdrang des Papstes Sixtus IV. brachte im Jahr 1481, nach der gescheiterten Einnahme von Florenz, sein Bündnis mit der Republik Venedig, um nun das Herzogtum Ferrara anzugreifen. Da er auch Neapel bedrohte, schloss sich dem Bündnis des Ercole d'Este von Ferrara mit Ludovico il Moro in Mailand und dem Medici in Florenz auch der König von Neapel an. Die Kriegsoperationen begannen im August 1482. Federico Gonzaga übernahm dabei eine untergeordnete Rolle, da die Armee der Liga dem Kommando von Federico da Montefeltro unterstellt wurde. Der Krieg streifte bei Melara auch das Gebiet von Mantua. In den vorangegangenen Monaten hatte Federico vorsorglich durch die talentierten Ingenieure Giovanni da Padova und Luca Fancelli seine Grenzburgen instand setzen lassen, unter anderem in Goito, Cavriana, Canneto, Viadana und Marcaria. Wie sein Vater hatte auch er ein großes Interesse an Architektur und neben militärischen Objekten, betraf dies auch Sakralbauten; so ließ er in der Kathedrale von Mantua den Bau der Kapelle di S. Maria dei Voti vornehmen. Sein besonderes Interesse, neben dem weiteren Ausbau von Mantua, galt dem im Jahr 1435 von Markgraf Gianfrancesco erbauten Schloss in Marmirolo, welches er in dem Geschmack seiner Zeit wohnlich herrichten ließ. Das Engagement Federicos im Bereich der Entwicklung der Künste ist nachweisbar durch mehrere Briefe in denen er konkrete Anweisungen gab. Am Hof von Mantua wirkte während der kurzen Zeit seiner Herrschaft weiterhin der bereits von seinem Vater engagierte Künstler Andrea Mantegna. Federicos persönliches Interesse galt neben der Malerei und Bildhauerei, auch der Goldschmiedekunst, der Numismatik sowie der Typografie.[1] Seit August 1483 konnte Federico wegen seines schlechten Gesundheitszustandes nicht mehr persönlich an den militärischen Operationen gegen Venedig teilnehmen, obwohl er am 12. April 1483 zum capitano generale des Herzogs von Mailand ernannt worden war und einen Fünf-Jahres-Vertrag unterzeichnet hatte. In den unter der Führung von Alfonso, Herzog von Kalabrien, auch im Gebiet von Mantua stattfindenden Kampfhandlungen, übertrug er sein Kommando an Francesco Secco. Im Oktober wurde nach einer kurzen Belagerung das für Mantua bedeutsame Asola erobert. Federico erlaubte seinem jungen Sohn Francesco dem Unternehmen unter Francesco Secco beizutreten, um von ihm das Waffenhandwerk zu erlernen. Federico versuchte die Kontrolle über die Stadt Asola zu festigen, deren Eroberung ein bescheidenes, aber realistisches Ziel einer Beteiligung am Krieg gewesen wäre, und ließ 400 Einwohner als Geiseln nach Mantua bringen. Asola wurde aber im Rahmen des Friedens von Bagnolo vom 7. August 1484, wenige Wochen nach Federicos Tod, wieder venezianisch. Als Entschädigung wurden Mantua 60.000 Dukaten zugesprochen.[1] Federico I. Gonzaga starb am 14. Juli 1484 in Mantua. Er hatte sein Testament bereits mehrere Jahre vor seinem Tod am 21. April 1479 gemacht, kurz vor seinem Einmarsch in die Toskana. Mit Ausnahme des ältesten Sohnes, war für keines der anderen Kinder sein Vermächtnis von politischer Bedeutung. | Gonzaga, Markgraf Federico I. (I42174)
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| 48447 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Federico_II._Gonzaga (Aug 2023) 1510 wurde Federico im Alter von 10 Jahren im Austausch gegen seinen Vater (gefangen in Venedig) als Geisel nach Rom gegeben. Die Zeit in Rom prägte sein späteres künstlerisches Mäzenatentum (Giulio Romano, Tizian etc.).[1] Federico II. Gonzaga ist der Bauherr des Palazzo del Te, mit dessen Errichtung durch Giulio Romano etwa 1525 begonnen wurde. Der große, reich ausgestattete Gebäudekomplex dürfte Federico und seiner Geliebten Isabella Boschetti – einer Nichte des großen Staatsmannes, Diplomaten und Literaten Baldassare Castiglione – als Wohnung gedient haben. | Gonzaga, Federico II. (I42168)
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| 48448 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Federico_Ubaldo_della_Rovere (Sep 2027) Federico Ubaldo della Rovere (* 16. Mai 1605 in Pesaro; † 28. Juni 1623 in Urbino) war der Thronerbe des letzten Herzogs von Urbino, Francesco Maria II. della Rovere aus dem Haus della Rovere und dessen zweiter Frau Livia. Am 14. Mai 1621 ernannte der 72-jährige Herzog Francesco Maria II. seinen Sohn zum Fürsten von Urbino und betraute ihn mit der Regierung des Herzogtums, doch starb der junge Fürst schon zwei Jahre später überraschend in Urbino an einem Katarrh oder epileptischen Anfall, man vermutete auch einen Giftanschlag. Aus seiner Ehe mit Claudia de’ Medici hatte er eine einzige Tochter, Vittoria della Rovere, verheiratete Großherzogin der Toskana, die als Erbin des Herzogtums Urbino galt. Nach dem Tod des einzigen männlichen Erben übergab Francesco Maria II. jedoch das Herzogtum Urbino an den Kirchenstaat und zog sich nach Urbania zurück, wo er 1631 starb. | della Rovere, Federico Ubaldo (I9513)
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| 48449 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Felix_V._(Gegenpapst) (Okt 2018) Amadeus VIII., genannt „der Friedfertige“ (ital. „il Pacifico“, * 4. September 1383 in Chambéry; † 7. Januar 1451 in Genf), war von 1391 bis 1434 Herzog von Savoyen und von 1439 bis 1449 als Felix V. der letzte katholische Gegenpapst. Leben Amadeus war der Sohn des Grafen Amadeus VII. von Savoyen und dessen Gemahlin Bona, Tochter des Herzogs Johann von Berry. Er folgte seinem Vater 1391 als Graf von Savoyen. 1401 kaufte er Odo von Thoire und Villars die Grafschaft Genf ab. Dessen Erben hingegen verweigerten ihm den Besitz der Grafschaft. 1424, nach 23 Jahren Kampf und Prozessen kaufte er den Prätendenten ihre Rechte an der Grafschaft endgültig ab. Am 19. Februar 1416 wurde er von König Sigismund zum Herzog von Savoyen erhoben, seit 1418 war er auch Fürst von Piemont. Der Herzog war politisch durchaus erfolgreich, wandte sich aber 1434 von der Politik ab und einem religiösen Leben zu. Er übergab seinem Sohn die Amtsgeschäfte und zog sich mit sechs Rittern in ein Kloster am Genfersee zurück, wo er den Moritzorden, einen Ritterorden von mäßig langem Bestand, gründete. Als Papst Eugen IV. 1437 das Konzil von Basel nach Ferrara verlegte, spaltete sich das Konzil und der in Basel verbliebene Teil setzte am 5. November 1439 Eugen ab und wählte in einem nur wenige Stunden dauernden Konklave Amadeus zum Papst. Er residierte in Genf, Lausanne und Basel, wurde aber nur in Aragonien, Ungarn, Bayern und der Schweiz anerkannt, weswegen er am 7. April 1449 sein Amt niederlegte, wobei ihm der Rücktritt mit der Gewährung mehrerer Privilegien erleichtert wurde. Bis zu seinem Tod 1451 war er Kardinalbischof von Sabina und Genf. Er gilt als der letzte historische Gegenpapst. | von Savoyen, Amadeus VIII. der Friedfertige (I9673)
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| 48450 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_(Flandern) (Okt 2017) Ferdinand von Portugal (port: Fernando, altfranzösisch: Ferrand; † 1233), war ab 1212 ein Graf von Flandern und Hennegau als Ehemann der Gräfin Johanna. Er war ein jüngerer Sohn des Königs Sancho I. von Portugal. Ferrand wurde am 1. Januar 1212 nach Vermittlung seiner Tante Mathilde, der Witwe des Grafen Philipp von Flandern, mit der Gräfin Johanna verheiratet, die sich als Mündel König Philipps II. von Frankreich am königlichen Hof in Paris befand. Auuf der Reise nach Flandern wurde das Paar aber von dem Kronprinzen Ludwig gefangen genommen, der so die Herausgabe des Erbes seiner Mutter, Isabella von Hennegau, einer Tante Johannas, erzwingen wollte. Dieses Erbe umfasste die Grafschaft Artois, wurde aber einst von Johannas Vater Graf Balduin IX. nach Isabellas Tod (1190) gewaltsam zurückbehalten. Nachdem Johanna und Ferrand die Städte Aire-sur-la-Lys und Saint-Omer an den Kronprinzen abgetreten hatten, wurden sie freigelassen. Allerdings wechselte Ferrand durch diese Vorkommnisse in eine oppositionelle Haltung gegenüber der Krone. Als König Philipp seine Vasallen 1213 zu einer Invasion nach England in Boulogne zusammenrief, verweigerte sich Ferrand der Heerfolge. Nachdem der König die Invasion absagen musste, wendete er sich mit dem Heer Richtung Flandern, das er schnell unterwarf; Ferrand konnte sich lediglich in Walcheren halten. Zusammen mit dem ebenfalls abtrünnigen Grafen Rainald I. von Dammartin floh er im Herbst 1213 nach England, wo sie im Januar 1214 König Johann Ohneland huldigten und sich damit gegenüber dem König von Frankreich der Felonie schuldig machten. Wenig später landete Ferrand mit einem Heer, unterstützt durch englische Ritter unter William Longespée, wieder an der Küste Flanderns und vereinte sich dort mit einem Heer des römisch-deutschen Kaisers Otto IV., um den entscheidenden Schlag gegen den König von Frankreich zu führen. Die Verbündeten wurden aber am 27. Juli 1214 in der Schlacht bei Bouvines vernichtend geschlagen, Ferrand wurde verwundet und geriet in die Gefangenschaft König Philipps. Mehr als zwölf Jahre dauerte seine Haft in der Burg des Louvre; während dieser Zeit regierte Johanna in Flandern und Hennegau alleine. Erst nach dem Tod des Königs Ludwig VIII. wurde Ferrand von der regierenden Königinmutter Blanka von Kastilien im Januar 1227 wieder freigelassen. Er musste dafür ein Lösegeld von 25.000 Livres zahlen und die Städte Douai und Lille an die Krone übergeben. Von da an stand er loyal zur Krone und unterstützte die Regentin im Kampf gegen die rebellierenden Barone um Peter Mauclerc. Er starb 1233 und wurde in der Zisterzienserabtei von Marquette bestattet. | von Portugal, Fernando (Ferdinand, Ferrand) (I8098)
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