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48801 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_Hatzfeld

Hermann von Hatzfeld zu Wildenburg-Werther

Er gehört zum Adelsgeschlecht von Hatzfeld. Er war auch Besitzer der Schlösser Wocklum und Schönstein.

Er war der Sohn des Hermann von Hatzfeld zu Werther und Schweckhausen († 1539), Amtmann zu Bilstein und Wildenburg, und der Anna von Droste, Erbin von Werther und Schweckhausen, Tochter des Richard von Droste und der Gertrud von Schorlemer zu Körtlinghausen. Verheiratet war er mit Elisabeth von Pentling, der Witwe Heinrichs von Bockenförde genannt Schüngel. Durch diese Heirat kam er nach langwierigen juristischen Auseinandersetzungen 1567 in den Besitz von Schloss Wocklum. Seine zweite Ehefrau war Elisabeth von Rollingen, Tochter des Wilhelm von Rollingen und der Elisabeth von der Fels. In dritter Ehe war er verheiratet mit seiner Cousine Margarete, Tochter von Franz von Hatzfeld zu Merten und Elisabeth von Wylich.

Als entschiedener Gegner der Reformation, Drost von Balve und Amtmann zu Bilstein und Schönstein war er einer der wichtigsten Gegenspieler des abgesetzten Erzbischofs Gebhard Truchsess von Waldburg während des sogenannten Truchsessischen Krieges. Truchsess ließ Wocklum darum besetzen und Mitte August 1583 niederbrennen. Hatzfeld war ein sehr wohlhabender Mann und machte erhebliche Summen aus seinem Privatvermögen verfügbar, um damit Truppen für Truchsessens Gegenspieler, Ernst von Bayern, den neuen Kölner Kurfürsten, zu unterhalten. Da die Kurkölner Kasse nach dem Ende des Krieges leer war, gaben ihm der Kurfürst und das Domkapitel im Jahre 1589 als Gegenleistung für seine Verdienste die Burg Schönstein zu Eigentum und die Herrschaft Schönstein als erbliches Lehen.

Hatzfeld war eine treibende Kraft für die Hexenverfolgung im Amt Balve. Nicht die eigentlich zuständigen Richter und Schöffen des Gerichts Balve, sondern von Hatzfeld veranlasste die Einschaltung des Hexenkommisars Christian Kleinsorgen.

Er starb am 20. Februar 1600 kinderlos auf Schloss Wocklum. Sein Epitaph in der Pfarrkirche zu Balve zeigt ihn gerüstet mit Schwert. 
von Hatzfeld-Schönstein, Hermann (I58084)
 
48802 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_Hatzfeld_(1603–1673)

Graf Hermann von Hatzfeldt und Gleichen (* 12. Juli 1603 Crottorf im Westerwald; † 23. Oktober 1673 Rothenburg ob der Tauber) war ein Graf aus dem Adelsgeschlecht der Hatzfeld. Ursprünglich ein Obrist in der Armee seines Bruders Melchior von Hatzfeldt, hatte er später das Amt eines Reichshofrats inne.[1]

Familie
Ebenso wie sein Bruder Melchior gehörte auch Hermann zu der Hochadligen Familie der Hatzfeldts, die seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar in Hessen ansässig waren. Er war einer der fünf Söhne von Sebastian von Hatzfeldt und seiner Ehefrau Lucie von Sickingen, einer Urenkelin Franz von Sickingens und Enkelin Georg von Fundsbergs.

Hermann war verheiratet mit Maria Katharina, Freiin von Dalberg. Das Ehepaar hatte 9 Kinder.[2]

Laufbahn
Hermann diente als Soldat in kaiserlichen Diensten in der Armee seines Bruders und stieg dort bis zum Obrist auf. Mit dem Erwerb der ehemaligen rosenbergischen Herrschaften in Franken im Jahr 1636 schied Hermann aus dem Heer Melchiors aus, um die Betreuung der hatzfeldischen Besitzungen zu übernehmen. Er residierte im Schloss Haltenbergstetten und war für 30 Jahre Nachbar und Ansprechpartner der Stadt Rothenburg. Er pflegte stets gute Verbindungen zu seinen Nachbarstaaten, vor allem zu der Stadt Rothenburg.[2]

1639 wurden Hermann und Melchior nach dem Heimfall der thüringischen Grafschaft Gleichen, dessen letzter Graf 1631 gestorben war, an das Erzstift Mainz von diesem mit der Burg Gleichen und der zugehörigen Herrschaft belehnt. Dazu gehörten auch Blankenhain und die Niederburg Kranichfeld.[3] 1642 schloss Hermann einen Vertrag über die Verpfändung von Oberstetten zugunsten der Stadt Rothenburg. Dieser gute Umgang miteinander vertiefte sich und blieb über seinen Tod hinaus weiterhin bestehen.[2]

Ab dem 14. Juli 1653 war er Reichshofrat unter Kaiser Ferdinand III.[1] Hermann erbte durch den Tod seines Bruders im Januar 1658 großen Reichtum, wobei er äußerst sparsam und umsichtig damit umging. Zusätzlich galt er als äußerst sorgsam, welches aus den gräfischen „Instruktionen“ aus dem Jahre 1661 und 1662 hervorging, wo dieser dort geradezu pedantisch jede Einzelheit der Frondienste, der Zehnte, die Behandlung und Ernte des Getreides sowie die Lagerung und Verwertung des Obstes aus den herrschaftlichen Gärten, aufführte.[2]

Tod seines Bruders
Als Melchior 1657 erneut als Generalfeldmarschall ins kaiserliche Heer einzog zur Unterstützung des polnischen Königs Johann II. Kasimir gegen Karl Gustav von Schweden, vertraute er Hermann sein angefangenes Grabmal aus Alabaster an, welches von Achilles Kern errichtet wurde. Nach dem Tod seines Bruders im Januar 1658 kümmerte Hermann sich um eine angemessene Bestattung. Er ließ den Leib des Feldmarschalls einbalsamieren und in einem zinnernen Sarg verschließen, den die Breslauer Zinngießer für 186 Reichstaler angefertigt hatten. Melchior wurde ein Vierteljahr später zunächst in der Pfarrkirche von Trachenberg beigesetzt. Als endgültige Ruhestätte hingegen ließ Hermann, entsprechend dem Wunsch seines verstorbenen Bruders, eine besondere Kapelle an der Stadtpfarrkirche in Prausnitz, einem kleinen Städtchen innerhalb der Herrschaft Trachenberg, errichten. Das Herz des Feldmarschalls ließ Hermann im Grabmal aus Alabaster einschließen. Im Januar 1663 ließ Hermann eine fast identische Gruft von demselben Künstler in Prausitz anlegen. Im Jahre 1667 wurde diese fertiggestellt und die sterblichen Überreste Melchiors dorthin überführt.

Mit dem Tod seines Bruders bahnte sich ein Familienstreit an; Hermanns Töchter Lucia und Maria Eleonore verlangten 12.000 Gulden, wovon die Stadt Rothenburg einen Teil in Raten davon abbezahlen musste. Darüber hinaus stellten die beiden Schwestern eine Aussteuer an Hermann, der wiederum von der Stadt Rothenburg erwartete ihn diesbezüglich zu unterstützen: [„wenn andere fit suchten mich zu pressen, so wollte ich gern ein mehreres Einsehen haben“]. Zeitlebens hatte er familiäre Probleme mit seinen Söhnen, die laut ihm einen zu verschwenderischen Lebensstil führten. Auch mit seiner Frau hatte er wenig Gemeinsamkeiten und verstand sich nicht mit ihr.[2]

1673 starb Hermann im Alter von 70 Jahren. 
von Hatzfeldt-Wildenburg-Crottorf, Hermann (I41367)
 
48803 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_Mons

Hermann von Mons
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Hermann († um 1051), der nicht zur Familie der Reginare gehörte, sondern „thuringius/düringisch“ genannt wird, war ab 1039 Graf von Mons (Bergen) und des südlichen Teils von Brabant sowie durch Erbschaft ab 1048/49 Markgraf von Valenciennes. Dadurch gelang es ihm, die Grafschaft Hennegau erstmals seit der Teilung im Jahr 957 wieder zu vereinigen. Die Grafschaft Hennegau blieb zwar nach seinem Tod vereinigt, die Herrschaft war jedoch hart umkämpft.

Hermann war der Schwiegersohn von Reginar V., Graf von Mons, und Mathilde von Verdun, Tochter von Graf Hermann Eenham im Eifelgau. Er wird genannt „Hermann un comte d'origine germanique“ im Chron. Albrici pp. 785/789/792, bei Gilles d'Orval - MGH SS XXV S. 79. Europ. Stammtafeln, Detlev Schwennicke sagen „Richilde, Erbin von Hennegau, Tochter und einzige Erbin von Reginar V., Graf v. Hennegau und Mathilde v. Lothringen“. Hermann war vor seiner Ehe mit der Erbtochter wohl eine Art Burggraf im Bereich von Mons und war wohl mit den Hasnon verwandt.

1046 verbündete er sich mit Herzog Gottfried III. von Niederlothringen, Graf Dietrich IV. von Holland und Graf Balduin V. von Flandern gegen Kaiser Heinrich III., woraufhin seine Ehefrau Richilde von Egisheim, die eine Allianz mit dem Kaiser bevorzugt hätte, versuchte, ihn durch Azzo, Bischof von Lüttich, festnehmen zu lassen, was dieser aber, unter dem Druck der Verbündeten, verweigerte. 1048/49 erhielt er nach dem Tod seines Schwiegervaters Reginar V. aufgrund der Erbrechte Richildes die Markgrafschaft Valenciennes, wodurch es ihm möglich wurde, die Grafschaft Hennegau wiederzuvereinen.

Hermann starb um 1051. Richilde heiratete in zweiter Ehe Balduin von Flandern, den späteren Grafen Balduin VI., und verdrängte danach ihre Kinder aus der Ehe mit Hermann von der Nachfolge in Hennegau, indem sie Kirchenämter für die beiden vorsah:

Roger; † 1093, Bischof von Châlons
Gertrud, Benediktinerin
Richilde verwaltete den Hennegau nach dem Tod Balduins für ihre Kinder aus zweiter Ehe.

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von Mons (von Hennegau), Graf Hermann (I7529)
 
48804 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermenegildo_Guterres (Aug 2023)

Hermenegildo Guterres (um 842 – nach Mai 912), auch Ermígio bzw. Mendo Guterres oder Hermenegildo Gutiérrez genannt, war ein in der Grafschaft Portucale und in Galicien reich begüterter Angehöriger des Hochadels. Er übte höchste Ämter am Hof von König Alfonso III. von Asturien aus und erscheint in Urkunden auch als Conde (Graf) von Tui und Portucale. Als Graf von Coimbra war er für die Eingliederung der bis zum südlichen Grenzfluss Mondego neu unterworfenen Gebiete der Region Beira in das Königreich Asturien verantwortlich.

Historische Einordnung
Die Zeit ab der Mitte des 9. Jahrhunderts ist eine Zeit vieler militärischer Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen im Nordwesten der Iberischen Halbinsel. Unter Ordoño I., König von Asturien (bis 866), dringen seine Truppen erstmals bis León, Astorga, Amaya und Tui sowie bis zu den Grenzen von Galicien vor. Diese Orte lässt er besiedeln und befestigen.[1] Im Osten erfolgt die Expansion bis Álava, die Rioja und den Norden von Burgos. Sein Sohn, König Alfonso III., „der Große“ (bis 910), setzt diese Politik fort, dehnt das Königreich Asturien deutlich nach Süden bis nach Coimbra und Zamora aus und verlegte die Hauptstadt des Reiches von Oviedo nach León. Diese Prozesse wurden von z. T. gewaltsamen Autonomiebestrebungen des lokalen Adels und von einer mozarabische Emigration aus dem muslimischen Süden nach Norden begleitet. Das Land lebte von Ackerbau und Viehzucht. Das städtische und kommerzielle Leben war gering. Es wurden keine eigenen Münzen geprägt, sondern entweder Tauschhandel betrieben oder hauptsächlich arabische, aber auch römische und westgotische bzw. suebische Münzen verwendet.

Das Emirat von Córdoba hatte in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts mit zunehmenden Rebellionen gegen die zentrale Herrschaft des Emirs in Córdoba zu kämpfen. In diesen von lokalen Interessen geprägten Aufständen, deutete sich bereits das spätere Entstehen der Taifareiche in Al-Andalus an. Gerade in dieser Zeit kommt es aber auch zu einer Vielzahl von Allianzen zwischen Christen und Muslimen.

Gegen Plünderungszüge der Wikinger müssen sich zwischen 859 und 862 sowohl Christen als auch Muslime verteidigen. Ihre Plünderungszüge führten die Wikinger bis an die afrikanische Küste. Auf dem Rückweg gelang es ihnen den König von Pamplona, García Íñiguez, gefangen zu nehmen. Sie zwangen ihn, ein immenses Lösegeld in Höhe von 90.000 Golddinaren zu zahlen und ihnen einige seiner Söhne als Geiseln auszuliefern. Danach wandten sich die in den Kämpfen stark dezimierten Wikinger französischen und italienischen Küsten zu.[2]

In diesen auf der Iberischen Halbinsel sehr unruhigen Zeiten etablierte sich während der Regierungszeit Alfons III. in unmittelbarer Nähe des Douro und in der Region Coimbra ein Hochadel, dessen Oberhäupter auch die wichtigsten Initiatoren des Repovoamento waren.[3] Einer der wichtigsten und einflussreichsten Männer dieses Hochadels war Hermenegildo Guterres. Sein Leben ist besonders durch die Arbeiten des spanischen Mittelalterhistorikers Emilio Sáez Sánchez umfangreich erforscht worden.

Herkunft
Hermenegildo Guterres war der Sohn des asturischen Grafen Guterre Ermegildes (810–875), und von Elvira Anzures, die aus der Familie von Gatón de León, u. a. Conde von Bierzo, stammte. Gatón de León war wahrscheinlich der Bruder von Ordoño I., des von 850 bis 866 regierenden Königs von Asturien. Nachgewiesen sind zumindest zwei Brüder von Hermenegildo. Graf Aloito (Alvito) Guterres, der Argilo, eine Tochter der Grafen Alvito und Paterna heiratete. Aus der Ehe von Aloito und Argilo entstammten u. a. Gundesindo, ein späterer Bischof von Santiago de Compostela, und Guterre, der Audivia, die Tochter des Eroberers von Portucale, Vímara Peres, heiratete. Sein anderer Bruder war Graf Ossório Guterres, der Vater des Grafen Guterre Ossores, der seine Cousine ersten Grades, Aldonça Mendes, die Tochter des Grafen Hermenegildo Guterres, heiratete.[4]

Leben und Wirken
Hermenegildo Guterres war einer der engsten Vertrauten des Königs Alfonso III. von Asturien. In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts unterzeichnete Hermenegildo mindestens sieben Urkunden, die heute in Form von Abschriften in der Kirche von Santiago de Compostela zu finden sind. Es sind königliche Urkunden, die zwischen 869 und 912 während der Regierungszeit von Alfonso III. und Ordoño II. erstellt wurden.[5]

Wahrscheinlich entwickelten sich die engen persönlichen Beziehungen zwischen Hermenegildo Guterres und König Alfonso III., der die inneren Zwistigkeiten der Muslime nutzt, um erhebliche Territorien seiner Herrschaft zu unterwerfen, schon vor dessen Thronbesteigung im Jahr 866.[6] Tatsache ist, dass Hermenegildo Guterres bereits drei Jahre nach Alfonsos Thronbesteigung am Hof des jungen Königs wichtige Ämter ausübte. Am 15. April 869 bestätigte er die königliche Schenkung der Kirche Santa Maria de Tinhana in Oviedo. Jahre später, im Jahr 878, trat er in Astorga zusammen mit seinem Schwiegervater, dem Grafen Gatón, als Richter in einem Rechtsstreit vor Alfons III. und einem Bischof Mauro auf, bei dem es um Besitzrechte ging.[7]

In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts fand durch eine Reihe militärischer Aktionen galicischer und asturischer Grafen die Eroberung und Wiederbesiedlung des Gebietes um die alte Hauptstadt der Sueben, Braga, und großer Gebiete südlich des Douro statt. Wichtige Presúrias erfolgten zuerst, noch unter der Herrschaft Ordonho I. im unteren Minho-Tal. Später, bereits unter der Herrschaft von Afonso III., drang man in Richtung des Douro-Tals vor und trieb die Südwestgrenze des Königreichs Asturien bis ins Tal des unteren Mondego voran.[8]

Als Teil dieser militärischen Aktionen erfolgte 878 die Presúria von Coimbra unter dem Befehl von Hermenegildo Guterres, der dann als Conde der Grafschaft von Coimbra die Herrschaft über dieses Gebiet ausübt (Chronicon Laurbanense: "Era DCCCCXVIª prendita est Conimbria ad Ermenegildo Comite").[9]

Graf Hermenegildo wurde zum ersten Grafen eines Territoriums ernannt, dessen Grenzen ungefähr zwischen den Flüssen Douro und Mondego lagen. Dieser Grafentitel unterschied sich deutlich von dem des bisherigen "christlichen Grafen von Coimbra", da letzterer bis 878 nur das weltliche Oberhaupt der unter muslimischer Herrschaft in und um Coimbra lebenden christlichen Bevölkerung bezeichnete. Die „neuen“ Grafen repräsentierten die Autorität der Könige von Asturien in ihren jeweiligen Gebieten zwischen den Flüssen Minho und Mondego, wobei der Douro die beiden Grafschaften Portucale und Coimbra trennte. Die Grafen waren die Oberhäupter einer Gruppe von Verwandten aus dem Hochadel, die große Teile der politischen, administrativen und juristischen Funktionen ausübten und kontrollierten. Auf dieser Herrschaft basiert auch der Einfluss der Grafen am Königshof von Asturien. Wobei viele Grafen, so z. B. die Condes von Portucale oder Kastilien, Positionen einer fast souveränen Autonomie im Gefüge des Königreiches von Asturien erlangten.[10]

Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der neu besetzten Territorien spielten die Klöster als kulturelle und religiöse, aber auch wirtschaftliche Zentren. Die Gründung des Klosters von Lorvão wird daher im Zusammenhang mit der Presúria von Coimbra als wahrscheinlich angesehen, zumal aus der Familie Hermenegildo Guterres' eine Reihe wichtiger späterer Schutzherren des Klosters stammen.[11]

Im Jahr 883 bezeugte er erneut eine königliche Urkunde, diesmal bereits als Mayordomo (Hausmeier) des königlichen Hofes, d. h. als Verantwortlicher für die Sicherheit und die Abläufe im Palast des Königs.

Vom Adel in Galicien und Portucale gingen in den letzten Jahrzehnten des 9. Jahrhunderts immer wieder Aufstände gegen die asturische Vorherrschaft unter Alfonso III. aus, was die unerschütterliche Loyalität des Grafen Hermenegildo noch mehr unterstreicht. Während seiner Regierungszeit erhoben sich in Galicien eine Reihe Adliger mit ihrem Gefolge gegen König Alfonso III.: Fruela Vermúdez (866), Graf Flacidio (um 875), Hermenegildo Pérez und seine Frau Iberia (um 886) und schließlich 887–888 Graf Witiza.[12] Im Namen des Königs schlug Hermenegildo, dem es gelang, den königstreuen Adel an sich zu binden, die Rebellion in Galicien und El Bierzo des Conde Witiza von Galicien mit königlichen und seinen eigenen Truppen nieder. Diese Rebellion muss sehr gefährlich für den König gewesen sein, denn der Monarch versprach dem Grafen und dessen Nachkommen, im Falle eines Erfolges alle Besitztümer des abtrünnigen Rebellen vollständig in deren Besitz zu überführen. Erst nach sieben Jahren gelang es Hermenegildo Guterres Witiza als Gefangenen nach Oviedo zu bringen, wo dieser vor Gericht gestellt wurde und seine Tage im Gefängnis beendete. Alfonso III. hielt sein Versprechen, und Hermenegildo erhielt die angebotenen Güter, die beträchtlich gewesen sein müssen. Das Ende der letzten Rebellen und damit der endgültige Sieg von Hermenegildo Guterres kann auf etwa 895 oder kurz davor datiert werden.[13]

Mit diesem Sieg wuchsen Macht und Reichtum des Grafen und seiner Familie weiter. So wird Hermenegildo Guterres in Urkunden zwischen 895 und 899 auch als Graf von Tui und Portucale erwähnt, ein Titel, der im Prinzip Lucídio Vimaranes, dem Sohn und Nachfolger des ersten Grafen von Portucale, Vímara Peres, zugestanden hätte. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Grafschaft Coimbra auf Kosten der Grafschaft von Portucale (mit Zentrum in Guimarães), um die Küstengebiete von Porto bis Tui erweitert wurde und dass Lucídio Vimaranes seinen Grafentitel behielt, aber in Guimarães, der von seinem Vater gegründeten Burg, lebte.

Sicher auch aufgrund seiner engen Beziehung zum König gelang es Hermenegildo Guterres, seine Tochter Elvira mit Ordoño, dem Sohn von Alfonso III. zu verheiraten und somit ein direktes Verwandtschaftsverhältnis mit der Königsfamilie zu begründen.[14] Elvira schenkt ihrem Ehemann 4 Söhne (drei davon werden König) und eine Tochter. Diese Heirat mit Ordoño II. muss, gegen Ende des 9. oder Anfang des 10. Jahrhunderts stattgefunden haben. Diese Verbindung steigerte das Ansehen der Familie von Hermenegildo Gutiérrez sowie ihre Macht und ihren Einfluss am Hof und in der gesamten galicisch-portugiesischen Region beträchtlich.[15] Zwei der Söhne von Hermenegildo Guterres beherrschten sowohl weite Gebiete der Region südlich des Minho (Arias Mendes), als auch einen Teil Galiciens (Guterre Mendes). Beide sind häufig auch am königlichen Hof in León zu finden.[16]

Am 30. Mai 912 erscheint Hermenegildo Guterres gemeinsam mit Ordoño II. zum letzten Mal in einer Urkunde. Er bestätigt mit seinem Namen die Schenkung einiger Leibeigener aus der galicischen Stadt Varna an Bischof Sisnando und die Kirche von Santiago de Compostela durch den König.[17] Nach dem Tod des Grafen tritt sein Sohn Arias Mendes seine Nachfolge an. 
Guterres, Hermengildo (I41900)
 
48805 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Ems

Herren von Ems

Die Herren von Ems waren ein Uradels- und Rittergeschlecht in Vorarlberg.

Als der Bruder einer Frau von Ems 1559 zum Papst Pius IV. gewählt wurde, erhielten dessen Neffen 1560 den Reichsgrafenstand als von Hohenems. Einer der Papstneffen, Kardinal Markus Sittikus von Hohenems (1538–1595), wurde Bischof von Konstanz, residierte aber in Rom. Sein illegitimer Sohn Roberto begründete eine italienische Linie, die unter dem Namen Altemps zu Herzögen von Gallese, Markgrafen von Soriano und Fürsten von Altems wurde und erst 1964 erlosch.[1]

Die Vorarlberger Linie erwarb 1613 die Grafschaft Vaduz und teilte sich 1646 in die reichsunmittelbaren Grafen von Hohenems-Lustenau und von Hohenems-Vaduz. Die Vaduzer Linie geriet durch mißbräuchliche Hexenprozesse unter Reichsexekution und in Verschuldung und musste ihre Grafschaft 1712 an die Liechtensteiner verkaufen. Die Lustenauer Linie starb 1759 im Mannesstamm aus, ihr Territorium fiel an Österreich und 1790 an das Haus Waldburg-Zeil-Hohenems.

Familiengeschichte

Mittelalter
Die Herren von Ems waren neben den Grafen von Montfort das bedeutendste Adelsgeschlecht in Vorarlberg.[2] Die Familie lässt sich urkundlich bis in das Jahr 1170 zurückführen. 1160 wird ein Hainricus de Amedes (Amides, Ems) als Zeuge in einer Urkunde erwähnt. Die Brüder „Rudolfus et Goswinus de Amides“ tauchen nach 1170 als Ministerialen des Staufers Friedrich von Schwaben auf.[3] Erst welfische, dann staufische Ministeriale, kontrollierten sie das Rheintal von Vaduz bis zum Bodensee.

Der geblendete, entmannte Wilhelm III. von Sizilien, der letzte Normannenkönig aus dem Hause Hauteville, wurde ab 1195 bis zu seinem Tod im Alter von 13 Jahren auf der Burg Alt-Ems von den Herren von Ems gefangengehalten.[4] Zwischen 1206 und 1207 wurde auch der Erzbischof von Köln Bruno IV. von Sayn auf der Burg Alt-Ems gefangen gehalten.

Die Tätigkeit der Mitglieder der emsischen Familie in österreichischen Diensten führte zu einem raschen Aufstieg des Geschlechts. Darüber hinaus gelang es den Emsern, durch Darlehen an verschiedene Kaiser und den im Gegenzug gewährten Reichspfandschaften, Hoheitsrechte in ihre Hand zu bringen. Dem Flecken Ems wurde vom Kaiser Ludwig dem Bayern 1333 die Rechte und Freiheiten der Reichsstadt Lindau verliehen, was aber von den Herren von Ems nie umgesetzt werden konnte. Im Jahre 1453 wurde das Prädikat von Ems um den Zusatz zu Hohenems ergänzt. [5]

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von Ems, Ursula (I11509)
 
48806 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Falkenstein_(Schramberg)

Den „Zug in den Schwarzwald“ unternahmen im Verlauf der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts die Herren von Kappel (bei Villingen), die für ihre Schwarzwälder Herrschaft die schon im beginnenden 11. Jahrhundert erwähnte Burg Falkenstein zu ihrem politischen Mittelpunkt machten. Die Herren von Kappel treten – u. a. in der Überlieferung des St. Georgener Klosters – vom Ende des 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts als solche in Erscheinung. Zu nennen sind Richard (I.) von Kappel (1086) und dessen vier Söhne Richard (II.; 1086, 1148), Manegold, Markward (1090) und Eigelwart (I.) (1090, 1148), weiter Richard (III.) von Kappel (1167, ca. 1180) und schließlich Eigelwart (II.) († vor 1257), der sich nach der Burg Falkenstein nannte.

Die Herrschaft der Falkensteiner im Schwarzwald gründete – und dies war wohl auch ausschlaggebend für den Wegzug aus Kappel – auf einer weniger ausgeprägten politischen Konkurrenzsituation zu anderen Adelsfamilien, wie dies etwa auf der Baar der Fall war. Die Falkensteiner nutzten die entstandenen Freiräume, die sich ihnen im Schwarzwald boten. Fußend auf Rodung und Landesausbau, basierend auf den Wildbann als Forstregal (Holzschlag, Waldweide, Jagd), führte die Erschließungstätigkeit im Wald zur Ausbildung der Herrschaft Falkenstein, die auch die Herrschaft über die Kirchen in Falkenstein und Lauterbach umfasste. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts war das damals wohl bedeutendste Mitglied der Falkensteiner Adelsfamilie der Abt des Klosters St. Gallen, Berchtold von Falkenstein (1244–1272), der Bruder Heinrichs. Heinrich von Falkenstein hatte zwei Söhne Berthold (I.) (1264, 1301) und Konrad (1264), die ihm in der Herrschaft nachfolgten. Unter den Söhnen Bertholds (I.), Konrad (III.) (1301, 1311) und Erkinger Eigelwart (1305, 1354), und den Enkeln, Konrad von Falkenstein zu Ramstein (1323, 1365) und Konrad (IV.) von Falkenstein zu Falkenstein, kam es zur Teilung der Falkensteiner Herrschaft in die zwei Linien Ramstein und Falkenstein, nachdem die mit den Falkensteinern verwandten Herren von Ramstein beerbt wurden (1275/1288).

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von Kappel-Falkenstein, Ritter Bertold (I57656)
 
48807 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Neuffen

Die Herren von Neuffen (ältere Schreibweise von Neifen oder von Neyffen) waren eine Adelsfamilie schwäbischer Grafen, die im 12. und 13. Jahrhundert zu den wichtigsten Familien im Herzogtum Schwaben gehörten.

Das Geschlecht taucht in den Quellen erstmals mit Mangold von Sulmetingen aus dem edelfreien Geschlecht der Herren von Sulmentingen auf, der als Anhänger der päpstlichen Partei im Investiturstreit zwischen 1100 und 1120 die Burg Hohenneuffen erbaute. Durch die Heirat mit Mathilde aus der Familie der Grafen von Urach verband er sich mit einem der wichtigen schwäbischen Adelsgeschlechter. Mangolds Sohn Egino benannte sich als erster der Familie nach der Burg Neuffen. Er und seine Nachkommen sind mehrfach im Gefolge der Welfen und Zähringer zu finden. Über Bertholds I. Heirat mit Adelheid, der Tochter des letzten Grafen von Gammertingen fiel ihm 1170 die Grafschaft Achalm und der Grafentitel zu.

Im letzten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts vollzog die Familie unter Berthold I. einen Schwenk hin zu den Stauferherzögen von Schwaben, Bertholds gleichnamiger Sohn wurde Protonotar Friedrichs II. und Bischof von Brixen, seine beiden weiteren Söhne Heinrich und Albert sind ebenfalls häufig am Königshof bezeugt. In der späten Regierungszeit Friedrichs sind Heinrich und seine Söhne jedoch auf der Seite der Gegner des Kaisers zu finden und unterstützen zuerst den Aufstand Heinrichs (VII.), später den Papst und den Gegenkönig Heinrich Raspe.

Die Hauptlinie der Familie erlosch bereits mit Heinrichs Söhnen Heinrich II. und Gottfried von Neuffen. Ihr Besitz, die Grafschaften Neuffen und Achalm, fielen an die von Albert begründete Marstetter Linie. Zwar verkaufte Alberts Enkel Berthold IV. 1284 die Burg Neuffen an seinen Schwager Konrad von Weinsberg, jedoch gelang es ihm ansonsten, den Familienbesitz um Weißenhorn zu konsolidieren. Er selbst heiratete mit Jutta die Erbtochter des Grafen Gottfried von Marstetten, seinen Sohn Albert II. konnte er mit Elisabeth, Erbtochter des Grafen Berthold III. von Graisbach, vermählen. Aus dieser Ehe ging mit Berthold V. das wohl bedeutendste Mitglied der Familie hervor. Er war als Reichsvikar für Italien und Hauptmann von Oberbayern einer der engsten Vertrauten Kaiser Ludwigs des Bayern.

Bertholds einziger legitimer Sohn Berthold konnte als Domherr zu Augsburg die Linie genauso wenig fortsetzen wie der illegitime Sohn Konrad von Weißenhorn. Die Töchter Elisabeth und Margarete traten als Äbtissin von Niederschönenfeld bzw. Klarissin zu München ebenfalls in den geistlichen Stand. Bertholds dritte Tochter Anna schließlich heiratete Friedrich den Weisen, so dass die Allodialgüter der Familie wie die Grafschaften Marstetten und Graisbach an die Wittelsbacher fielen. 
von Neuffen (Neifen), Klara (I11566)
 
48808 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Ramschwag

Herren von Ramschwag

Die Herren von Ramschwag (oder Ramswag) waren ein Adels- und Rittergeschlecht aus dem Kanton St. Gallen.

Geschichte
Die Herren von Ramschwag standen vom 12. bis ins 19. Jahrhundert im Dienste des Abtes von St. Gallen und der Habsburger. Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals 1265 mit dem Ministerialen Ulrich von Ramschwag,[1] die sichere Stammreihe beginnt mit dem 1388 gestorbenen Eberhard von und zu Ramschwag. Der Kernbesitz der Familie lag in der Umgebung ihrer Burg Alt-Ramschwag (Gemeinde Häggenschwil).[2]

In den Erinnerungen der Habsburger bleibt der Name „Ramschwag“ mit Dankbarkeit verbunden, war es doch einer von ihnen, Heinrich Walter von Ramschwag, der 1278 Rudolf von Habsburg, dem Ahnherr der Habsburger-Dynastie, in der Schlacht auf dem Marchfeld gegen den Böhmenkönig Ottokar, das Leben rettete. Als Dank erhielten die Ramschwager den Reichshof Kriessern (mit der Burg Blatten), zu dem auch die Gemeinde Mäder gehörte, sowie andere Güter und Rechte, etwa den Zoll zu Lindau.[3]

Mit dem Tod von König Rudolf verlor die Familie ihre führende Stellung in St. Gallen und verlagerte sich in den süddeutschen Raum, wo Heinrich Walther und sein Bruder Burkhard Dietrich ab den späten 1280er Jahren im Auftrag des Königs gemeinsam Reichsvögte zu Augsburg waren. Ihr jüngerer Bruder Konrad gelangte über seine Ehefrau in den Besitz der Burg Kemnat bei Kaufbeuren (Bayern), die seinen Nachkommen bis 1373 verblieb.

Ab dem 15. Jahrhundert verschob sich die Familie zunehmend in den Vorarlberger Raum. Ihr Handlungszentrum war bis ins frühe 18. Jahrhundert die Burg Gutenberg bei Balzers.[2]

Als letzter männlicher Vertreter der Familie starb Maximilian Christoph von Ramschwag, ein württembergischer Hauptmann, im Jahr 1854 in Stuttgart.

Wappen
Das Wappen zeigt in Silber zwei nach rechts schreitende, rotbewehrte und rotgezungte golden gekrönte (leopardierte) rote Löwen. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken wachsend drei silberne Schwanenhälse hintereinander.[4] Andere Darstellungen zeigen die Wappentiere herschauend als goldgekrönte Leoparden.

Das Wappen der Ramschwag ist noch heute in Gemeindewappen erhalten, so zum Beispiel in Nenzing oder in Häggenschwil.


Personen
Ritter Ulrich von Ramschwag, Oberriet (1277)
Konrad von Ramschwag
Heinrich Walter von Ramschwag, Nenzing (1278)
Ulrich von Ramschwag, Balzers (1265–1291)
Edle von Ramschwag (Äbtissin des Damenstiftes zu Magdenau)
Eberhard von Ramschwag
Walter Heinrich von Ramschwag, Feldkirch (1406) und Oberriet (1419, 1458)
Ulrich von Ramschwag, Oberriet (1458)
Burkhardt von Ramschwag (1419)
Elisabeth von Ramschwag († 1578)
Franz Ferdinand Ramschwag (Wappengrabstein bei der Friedhofskirche Hll. Peter und Paul, in Feldkirch; † 1716)
Franz Christian Joseph von Ramschwag (1689–1768)
Maximilian Christoph von Ramschwag († 1854)

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von Ramschwag, Dorothea (I5134)
 
48809 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Sperberseck

Herren von Sperberseck

Die Herren von Sperberseck sind als Ministeriale der Zähringer, der Herzöge von Teck und der Württemberger ein 1092 erstmals urkundlich nachgewiesenes Geschlecht des Niederadels. Ihr Stammsitz war die Burg Sperberseck zwischen Böhringen und Donnstetten.

Abstammung
Über die Hupaldinger und deren Nachkommen, den Herren von Sulmetingen, sind die Herren von Sperberseck direkte Nachfahren Karls des Großen.

Geschichte
Die Burg Sperberseck wurde durch Berthold von Sulmentingen gegründet, der 1092 erstmals mit dem Beinamen von Sperberseck erschien. Er war ein herzoglicher Fahnenträger und starb als Mönch im Kloster Zwiefalten. Sein Sohn, ebenso Berthold, soll dem Kloster Zwiefalten aus dem Heiligen Land kostbare Reliquien wie z. B. Teilstücke vom heiligen Kreuz und der Krippe sowie Erde vom Kalvarienberg und dem Grabe Jesu mitgebracht haben. Später wurde auch er Mönch des Klosters.

Die Ortsherrschaft über Böhringen hatten die Herren von Sperberseck vom 12. bis ins 14. Jahrhundert. Um 1180 verkaufte Albert von Sperberseck Streubesitz in der Markung Böhringen samt einem Viertel der dortigen Kirche an den Pfalzgrafen Rudolf von Tübingen. Die Gründung der Burg Tachenhausen durch Kraft von Sperberseck und der Burg Hofen bei Grabenstetten wird mit den Herren von Sperberseck in Verbindung gebracht. Mitte des 14. Jahrhunderts waren die Herren von Sperberseck württembergische Lehensträger in Hengen. 1384 wurde Schlattstall in Verbindung mit den Herren von Sperberseck zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1433 wurden die Mühle und andere Güter in Schlattstall des Conrad von Hofen von den Herren Sperberseck erworben.

Auch in Brucken, in Gutenberg, in Owen, in Nürtingen und in Talheim hatten die Sperbersecker Besitzungen, ebenso das Kirchenpatronat in Heutingsheim. Ab 1428 sind die von Sperberseck in Oberensingen genannt, 1438 veräußerten die Brüder Hans und Ulrich von Sperberseck ihren Besitz im Dorf, den Burgstall und die Vogtei an Gräfin Henriette von Württemberg. 1708 erlosch das Geschlecht mit Johann Philipp von Sperberseck.

Bedeutende Namensträger
Berthold von Sulmentingen, später von Sperberseck
Albert von Sperberseck
Kraft von Sperberseck[1]
Hans von Sperberseck
Ulrich von Sperberseck
Johann Philipp von Sperberseck

Mehr unter obenstehendem Link.. 
von Sulmetingen-Böhringen-Sperberseck, Berthold (I11744)
 
48810 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Starkenberg

Die Herren von Starkenberg waren eine adelige Familie, die ursprünglich mit den Staufern nach Tirol gekommen war. Sie wurden einflussreiche Grundbesitzer im Tiroler Oberland sowie im Etschtal im Bozner und Meraner Raum. Sie erloschen 1452 im Mannesstamm.

Eine Ita von Starkenberg heirate Werner II. von Habsburg († 1167), und gehört so zu den Stammüttern der Habsburger. Die Starkenberger erscheinen dann 1217 in einer Urkunde, in der Kaiser Friedrich II. die Kinder seines getreuen Gebhard de Starchinberg der Kirche von Brixen schenkt. Aus der Ministerialität der Staufer sind die Starkenbergs dann in die der Grafen Eppan-Ulten und des Hochstiftes Brixen übergewechselt. 1252 ist Konrad von Starkenberg als tirolischer Ministeriale erwähnt, zugleich aber auch als Dienstmann des Konradin. Seit Meinhard II., Herzog von Kärnten und Graf von Tirol (Mitte 13. Jahrhundert), sind die Starkenberger endgültig Tiroler Ministerialen. Sie werden durch ihre Heiratspolitik und durch geschickte Erwerbungen zu einem der mächtigsten Adelsgeschlechter Tirols. Sie waren verwandt mit den Aufenstein, Freundsberg, Greifenstein, Matsch, Milser, Montfort, Rottenburg, Schenna, Tarant, Tierstein und haben diese zum Teil beerbt. Unter Meinhard II. brachten sie usurpatorisch Höfe und Güter in Tirol an sich.
Auch die Zugehörigkeit des um 1265 lebenden Minnesängers Hartmann von Starkenberg wird für möglich gehalten.[1] Allerdings wird sein Wappen mit einem Hundekopf abgebildet, während die Tiroler Starkenberger ein von Rot und Gold dreimal gespaltetes Wappenbild verwendeten.[2]
Die Machtposition der Starkenberger kommt durch die Ernennung Heinrichs von Starkenberg zum capitaneus ad Ernberch 1293 zum Ausdruck. Ehrenberg war die wichtigste Tirolerische Grenzburg, die mit dem höchsten Sold für eine Burghut bezahlt wurde. Heinrich war auch an der Gründung von Kloster Imst beteiligt.
Im 12. Jahrhundert errichteten sie die Burg Starkenberg bei Tarrenz. Schon in den 1330ern sind sie aber auf (Neu-)Starkenberg unterhalb zu Hause, die andere Burg wird ab dann Alt-Starkenberg genannt und verfällt bald.[3]
Von 1341 datiert eine prächtig ausgestaltete Ablassurkunde von Papst Benedikt XII., die den Stifter Georg von Starkenberg (∞ Elisabeth von Rötenberg, † 1360) zeigt. Zwischen 1310 und 1329 wurde die Burg Neustarkenberg von ihnen errichtet. Im Kloster Stams hatten die Starkenberger ihr Erbbegräbnis. Hans von Starkenberg (∞ mit der Erbtochter Adelheid von Schenna, † 1385) siegelte 1363 die Urkunde, durch die Tirol durch Margarete Maultasch an Rudolf dem Stifter übertragen wird. 1380 erhalten die Starkenberger die landesfürstliche Erlaubnis, die Kronburg neu zu errichten. Die besondere Machtstellung der Starkenberger zeigt sich auch darin, dass sie Burgen an Pfleger vergeben konnten, ein Privileg, das eigentlich nur dem Landeshererren zustand. So übergab Osanna, die Witwe des Sigmund von Starkenberg, 1405 die Burg Alt-Starkenberg pflegeweise an den bayerischen Edelmann Jörg den Torer von Hornstein. Sigmund von Starkenberg war Burggraf auf Schloss Tirol und erbte, nachdem Friedrich von Greifenstein 1386 bei Sempach gefallen war, die Herrschaft Greifenstein. Sigmunds Sohn Ulrich beteiligte sich mit anderen Adeligen 1407 am Falkenbund, der eine Absicherung der Adelsherrschaft gegen den Landesfürsten bezweckte.
1275 werden erste Starkenberger Urbare angelegt, unter Hans von Starkenberg sind darin 3135 Höfe aufgeführt. Die dramatischen Ereignisse sind im Starkenbergischen Rotulus dokumentiert.[4]
Unter den Söhnen Sigmunds, Ulrich und Wilhelm, kam es zum Zusammenbruch der Familie der Starkenberger. Unter Ulrich erreichten die Starkenberger zwar ihre größte Ausdehnung mit ihren eigenen Burgen Alt-Starkenberg, Gebratstein, Ehrenberg (ab 129293), Naturns, Schenna (ab 1370), Kronburg (ab 1380), Turm zu Ried (ab 1381), Goien (ab 1384), Greifenstein (ab 1386), Jufal (ab 1388), Klamm (ab 1398/99), Forst (ab 1405); hinzu kamen Hocheppan (ab 1400) und die Gerichte Schlanders und Ulten als Pfandschaft.
Nachdem im Vertrag von Kropfsberg die Konflikte zwischen den Herzögen Friedrich IV. mit der leeren Tasche und Ernst dem Eisernen beigelegt waren, forderte Friedrich die Herausgabe aller den Starkenbergern verpfändeten Herrschaften. Dies führte letztlich zu der Starkenberger Fehde, einer Machtprobe zwischen Adel und Landesherrn. Im Zuge dieser Kämpfe wurden die Stammburgen der Starkenberger zerstört und andere, wie die von Ursula Truchsessin von Waldburg (sie war eine Tochter von Johannes II. von Waldburg und seit ca. 1413 mit Ulrich von Starkenberg verheiratet[5]) verteidigte Burg Schenna, eingenommen. Um 1426 musste auch die Burg Greifenstein als letzte dieser Besitzungen und Pfandschaften übergeben werden. Wilhelm konnte aus Tirol flüchten. Ulrichs Schicksal nach 1424 ist ungeklärt. Dass er im Kampf um die Burg Greifenstein gefallen ist, wie im 19. Jahrhundert angenommen wurde, ist nicht bewiesen. 1430 wurde er vom kaiserlichen Hofgericht zu Rottweil für tot erklärt.[6]
Die Starkenberger versuchten noch 1425 ihre Rechte verteidigen. In diesem Zusammenhang dürfte die an König Sigismund gerichtete Streitschrift (die Papierrolle hatte eine Länge von neun Metern und wird heute als der "Starkenbergische Rotulus" bezeichnet), entstanden sein. Aber auch das half nichts. Gnadenhalber erlaubte Erzherzog Sigismund dem entmachteten Wilhelm die Rückkehr auf Schenna, wo er als letztes männliches Mitglied seiner Familie 1452 verstarb.[7]
Der Titel ging wohl schon 1555 auf die Coreth zu Coredo und Starkenberg über.[2]


Siehe auch
• Rothenturn
Literatur
• Karin Kranich-Hofbauer: Der Starkenbergische Rotulus: Handschrift, Edition, Interpretation (Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft. Germanistische Reihe 51). Innsbruck: Institut für Germanistik, 1994, ISBN 3-901064-12-5
• Oswald Trapp; Magdalena Hörmann-Weingartner (Mitarbeiterin): Tiroler Burgenbuch. VII. Band Oberinntal und Ausserfern. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1986, ISBN 88-7014-391-0.
• Joseph Röggel: Die Ritter von Starkenberg. Kapitel aus Das Schloß Greifenstein und dessen Besitzer. In Beiträge zur Geschichte, Statistik, Naturkunde und Kunst von Tirol und Vorarlberg 4 (1828, Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferinandeum), S. 200–244 (ganzer Artikel S. 169–363); Artikelinformation, pdf, beide landesmuseum.at; (Google eBook, vollständige Ansicht).
Weblinks
•  Commons: Familie der Starkenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1 Josef Schatz: Hartmann von Starkenberg. Nr. 2 in Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum (Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg) 3/45 (1901), S. 177–181 (Artikelinformation, pdf, beide landesmuseum.at) – mt dem Wappen aus der Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse) und den dort gegebenen drei Liedern (Artikelserie zu Minnesängern Tirols).
2 Johann Siebmacher, Otto Titan von Hefner, Friedrich Heyer von Rosenfeld: J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch Band 4: Der Adel der gefürsteten Grafschaft Tirol. 1. Auflage, Verlag Bauer & Raspe, 1859, Eintrag Coreth (Grafen, Freierrn und Ritter), S. 4, Sp. 2 (Google eBook, vollständige Ansicht).
Die Coreth führten dann meist Rot von Silber dreifach gespalten im Herzschild.
3 Claudia Feller: Das Rechnungsbuch Heinrichs von Rottenburg: ein Zeugnis adeliger Herrschaft und Wirtschaftsführung im spätmittelalterlichen Tirol: Edition und Kommentar. Band 4 von Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsorschung, Oldenbourg Verlag, 2010, ISBN 978-348659122-4, Kapitel 5.1.10 Neustarkenburg, S. 138 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
4 Vgl. ausführlich Kranich-Hofbauer, op. cit.
5 Ute Monika Schwob: ‚Herrinnen‘ in Tiroler Quellen. Zur rechtlichen und sozialen Stellung der adeligen Frau im Mittelalter, in: Egon Kühebacher (Hrsg.): Literatur und bildende Kunst im Tiroler Mittelalter. Die Iwein-Fresken von Rodenegg und anere Zeugnisse der Wechselwirkung von Literatur und bildender Kunst (= Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft. Germanistische Reihe 15), Innsbruck 1982, S. 165.
6 Ute Monika Schwob: ‚Herrinnen‘ in Tiroler Quellen. Zur rechtlichen und sozialen Stellung der adeligen Frau im Mittelalter, in: Egon Kühebacher (Hrsg.): Literatur und bildende Kunst im Tiroler Mittelalter. Die Iwein-Fresken von Rodenegg und anere Zeugnisse der Wechselwirkung von Literatur und bildender Kunst (= Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft. Germanistische Reihe 15), Innsbruck 1982, S. 171. M. Schwob geht allerdings davon aus, dass es sich bei dieser Toderklärung um eine strategische Maßnahme von Ursula von Waldburg handelte, um zumindest Reste des Starkenbergischen Vermögens auf dem Prozessweg mit Berufung auf ihre Rechte als Witwe retten zu können und er zu diesem Zeitpunkt noch am Leben gewesen sein dürfte.
7 Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner: Starkenberg, S. 213-216. 
von Starkenberg, Ida (Ita) (I94)
 
48811 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Starkenberg

Ursprung und Aufstieg
Eine Ita von Starkenberg heiratete Werner II. von Habsburg († 1167) und gehört so zu den Stammmüttern der Habsburger. Die Starkenberger erscheinen dann 1217 in einer Urkunde, in der König Friedrich II. die Kinder seines getreuen Gebhard de Starchinberg der Kirche von Brixen übertrug. Aus der Ministerialität der Staufer sind die Starkenbergs dann in die der Grafen Eppan-Ulten und des Hochstiftes Brixen übergewechselt. 1252 ist Konrad von Starkenberg als tirolischer Ministeriale erwähnt, zugleich aber auch als Dienstmann des Konradin. Seit Meinhard II., Herzog von Kärnten und Graf von Tirol (Mitte 13. Jahrhundert), sind die Starkenberger endgültig Tiroler Ministerialen.

Sie werden durch ihre Heiratspolitik und durch geschickte Erwerbungen zu einem der mächtigsten Adelsgeschlechter Tirols. Sie waren verwandt mit denen Adelsfamilien von Aufenstein, Freundsberg, Greifenstein, Matsch, Mils, Montfort, Rottenburg, Schenna, Tarant, Tierstein und haben diese zum Teil beerbt. Unter Meinhard II. usurpierten sie Höfe und Güter in Tirol. Auch die Zugehörigkeit des um 1265 lebenden Minnesängers Hartmann von Starkenberg wird für möglich gehalten.[1][2] Allerdings wird sein Wappen mit einem Hundekopf abgebildet, während die Tiroler Starkenberger ein von Rot und Gold dreimal gespaltetes Wappenbild verwendeten.[3]

Die Machtposition der Starkenberger kommt durch die Ernennung Heinrichs von Starkenberg zum capitaneus ad Ernberch 1293 zum Ausdruck. Ehrenberg war die wichtigste Tirolerische Grenzburg, die mit dem höchsten Sold für eine Burghut bezahlt wurde. Heinrich war auch an der Gründung von Kloster Imst beteiligt.

Im 12. Jahrhundert errichteten sie die Burg Starkenberg bei Tarrenz. Schon in den 1330ern sind sie auf Burg (Neu-)Starkenberg unterhalb zu Hause, die sie zwischen 1310 und 1329 errichtet hatten, und die Burg Alt-Starkenberg verfiel bald.[4]

Von 1341 datiert eine prächtig ausgestaltete Ablassurkunde von Papst Benedikt XII., die den Stifter Georg von Starkenberg (⚭ Elisabeth von Rottenburg, † 1360) zeigt; Georg ist bereits 1339 in Bozen als Schiedsrichter bezeugt.[5] Im Kloster Stams hatten die Starkenberger ihr Erbbegräbnis. Hans von Starkenberg (⚭ Erbtochter Adelheid von Schenna, † 1385) siegelte 1363 die Urkunde, durch die Tirol durch Margarete Maultasch an Rudolf dem Stifter übertragen wird. 1380 erhalten die Starkenberger die landesfürstliche Erlaubnis, die Kronburg neu zu errichten. Die besondere Machtstellung der Starkenberger zeigt sich auch darin, dass sie Burgen an Pfleger vergeben konnten, ein Privileg, das eigentlich nur dem Landesherren zustand. So übergab Osanna, die Witwe des Sigmund von Starkenberg, 1405 die Burg Alt-Starkenberg pflegeweise an den bayerischen Edelmann Jörg den Torer von Hornstein. Sigmund von Starkenberg war Burggraf auf Schloss Tirol und erbte, nachdem Friedrich von Greifenstein 1386 bei Sempach gefallen war, die Herrschaft Greifenstein.Sigmunds Sohn Ulrich beteiligte sich mit anderen Adeligen 1407 am Falkenbund, der eine Absicherung der Adelsherrschaft gegen den Landesfürsten bezweckte.

1275 werden erste Starkenberger Urbare angelegt, unter Hans von Starkenberg sind darin 3135 Höfe aufgeführt. Die dramatischen Ereignisse sind im Starkenbergischen Rotulus dokumentiert.[6]

Zusammenbruch der Familie der Starkenberger
Unter den Söhnen Sigmunds, Ulrich und Wilhelm, kam es zum Zusammenbruch der Familie der Starkenberger, auch wenn sie unter Ulrich ihre größte Ausdehnung mit ihren eigenen Burgen und zwei Gerichten als Pfandschaften erreichten.

Nachdem im Vertrag von Kropfsberg die Konflikte zwischen den Herzögen Friedrich IV. mit der leeren Tasche und Ernst dem Eisernen beigelegt waren, forderte Friedrich die Herausgabe aller den Starkenbergern verpfändeten Herrschaften. Dies führte letztlich zu der Starkenberger Fehde, einer Machtprobe zwischen Adel und Landesherrn. Im Zuge dieser Kämpfe wurden die Stammburgen der Starkenberger zerstört und andere, wie die von Ursula Truchsessin von Waldburg (sie war eine Tochter von Johannes II. von Waldburg und seit ca. 1413 mit Ulrich von Starkenberg verheiratet[7]) verteidigte Burg Schenna, eingenommen. Um 1426 musste auch die Burg Greifenstein als letzte dieser Besitzungen und Pfandschaften übergeben werden. 1423 hatten sich Oswald von Wolkenstein und sein Bruder Michael an deren Verteidigung beteiligt; der Dichter verfasste ein Lied darüber. Wilhelm konnte aus Tirol flüchten. Ulrichs Schicksal nach 1424 ist ungeklärt. Dass er im Kampf um die Burg Greifenstein gefallen ist, wie im 19. Jahrhundert angenommen wurde, ist nicht bewiesen. 1430 wurde er vom königlichen Hofgericht zu Rottweil für tot erklärt.[8]

Die Starkenberger versuchten noch 1425 ihre Rechte zu verteidigen. In diesem Zusammenhang dürfte die an König Sigismund gerichtete Streitschrift (die Papierrolle hatte eine Länge von neun Metern und wird heute als der „Starkenbergische Rotulus“ bezeichnet), entstanden sein. Aber auch das half nichts. Gnadenhalber erlaubte Erzherzog Sigismund dem entmachteten Wilhelm die Rückkehr auf Schenna, wo er als letztes männliches Mitglied seiner Familie 1452 verstarb.[9]

Der Titel ging wohl schon 1555 auf die Coreth zu Coredo und Starkenberg über. 
von Starkenberg, Burggraf Sigmund (I54654)
 
48812 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Turn

Es wird vermutet, dass die von Turn von einer Seitenlinie der Familie de la Tour aus der Dauphiné abstammen. Die ersten bekannten Vertreter dieses Geschlechts waren um 1170 Wilhelm I. und sein Bruder Amadeus, welcher Bischof von Sitten war. Wilhelm I. löste um diese Zeit Ritter Anselm von Châtillon als Lehensträger in Niedergesteln ab. Anselm wird von Wilhelm zu seinem Kastlan in Niedergesteln ernannt.

Die Gestelnburg wurde vermutlich von Wilhelm I. um 1170 erbaut oder zumindest ausgebaut. Fortan war die Gestelnburg der Stammsitz der Familie von Turn.

Die Dynastie der Familie von Turn
Die Jahreszahlen in den Klammern umschreiben in etwa die Regierungszeit der Freiherren.

Wilhelm I. (ca. 1170–1196)
Aymon I. (1196–1226)
Peter I. (1226–1233)
Girold I. (1233–1265)
Aymon II. (1265–1276)
Peter II. (1276–1308)
Johann I. (1308–1324)
Peter III. (1324–1356)
Anton (1356–1375), letzter Vertreter der von Turn im Wallis.

Aufstieg und Untergang
Die von Turn waren neben dem Fürstbischof von Sitten die reichsten Grundherren der Grafschaft Wallis. Wie der Bischof waren sie reichsunmittelbar und unterstanden somit direkt dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, daher nannten sie sich auch Freiherren. Das Herrschaftsgebiet der Freiherren umfasste Teile des heutigen Bezirkes westl. Raron im Wallis und die Gebiete Kandertal, Mülenen und Adelboden im Berner Oberland.

Mit Hilfe des Hauses Savoyen versuchten die Freiherren von Turn ihre Macht im Wallis auszubauen.

Durch verschiedene Machtkämpfe und Kriege, die von 1260 bis 1297 andauerten, wurde das Wallis stark verwüstet.

1296 stellte sich der Landadel unter Peter von Turn mit Hilfe der Savoyer in der Schlacht bei Leuk gegen den Bischof, der von den Landsleuten und der Stadt Bern unterstützt wurde. Der Landadel wurde geschlagen und musste den Landsleuten (Bauern) Rechte abgeben. Die Lage zwischen den Savoyern und dem Wallis entspannte sich für einige Zeit.

1351 geriet Peter III. von Turn in Uneinigkeit mit Witschard Tavelli, dem Bischof von Sitten, und verbündete sich mit den Freiherren von Raron und Aniviers. Als Anhänger des Bischofs Angehörige der Familie Peters III. in Visp ermordeten und deren Besitzungen in Niedergesteln und Lötschen brandschatzten und plünderten, erhob sich das Volk der oberen Zehnden, Goms, Brig, Visp, Raron und Leuk gegen den Bischof.

Dieser fand einen Verbündeten in Graf Amadeus VI. von Savoyen, genannt der „grüne Graf“. Nach der kampflosen Besetzung der Städte Sitten und Leuk im Jahre 1352 trat der grüne Graf in Verhandlungen mit den Wallisern, welche ihn anerkannten.

1353 erhoben sich die oberen Zehnden abermals gegen den Bischof und eroberten Sitten. Die Savoyer zogen erneut ins Wallis, belagerten die Stadt Sitten und brannten diese nieder. Nach Streitigkeiten und mehreren Kämpfen in den darauf folgenden Jahren anerkannten die Walliser den Grafen von Savoyen und es kehrte wieder Ruhe ein.

1375 ermordeten Gefolgsleute Antons von Turn (Sohn Peters III.) Bischof Tavelli von Sitten auf seiner Burg Seta bei Sitten. Die oberen Zehnden erhoben sich nun gegen Anton von Turn, der mit seiner Familie nach Savoyen flüchtete. Der Graf von Savoyen kaufte Anton von Turn seine Güter im Wallis ab, womit die Herrschaft der Familie von Turn im Wallis endete. Den Besitz im Berner Oberland, die Herrschaft Frutigen, verkaufte Anton im Jahre 1400 an die Stadt Bern. 
vom Turn, Elisabeth (I57817)
 
48813 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_Grasburg

Die Herrschaft Grasburg ist ein historisches Territorium auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Es entspricht dem Amtsbezirk Schwarzenburg im Kanton Bern. 1423 bis 1798 war die Herrschaft Grasburg eine Gemeine Herrschaft innerhalb der Alten Eidgenossenschaft unter den Städten Bern und Freiburg.

Geschichte
Der Name der Herrschaft leitet sich von der Grasburg auf dem Gebiet der Gemeinde Schwarzenburg her. Oft wird der Name der Herrschaft fälschlicherweise mit Schwarzenburg angegeben. Die Verwirrung stammt daher, dass zwar die ehemalige Reichsfeste Grasburg in den Jahren 1423 bis 1575 noch als Amtssitz der bernischen und freiburgischen Vögte diente, dann aber wegen der hohen Unterhaltskosten verlassen wurde. Im Dorf Schwarzenburg wurde dann ein neues Vogteischloss errichtet.

Die Herrschaft Grasburg war ein Reichslehen, das im Frühmittelalter in den Besitz der Grafen von Kyburg gelangte. Nach deren Aussterben kam Grasburg an die Habsburger. 1310 mussten diese Grasburg an die Herzöge von Savoyen verpfänden, die sie ihrerseits an Bürger der Stadt Freiburg weiterverpfändeten. 1423 verkaufte Savoyen die Herrschaft an die Städte Bern und Freiburg, die bis auf eine kurze Unterbrechung (1448 bis 1455 musste Freiburg auf seine Mitherrschaft verzichten) das Gebiet als Gemeine Herrschaft verwalteten. Durch den Einfluss Berns wurde nach 1528 in Grasburg die Reformation eingeführt.

Nach dem Untergang der Alten Eidgenossenschaft 1798 kam Grasburg zum Kanton Bern. 
von Grasburg, Gerhard (I57877)
 
48814 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_Grasburg

Die Herrschaft Grasburg ist ein historisches Territorium auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Es entspricht dem Amtsbezirk Schwarzenburg im Kanton Bern. 1423 bis 1798 war die Herrschaft Grasburg eine Gemeine Herrschaft innerhalb der Alten Eidgenossenschaft unter den Städten Bern und Freiburg.

Geschichte
Der Name der Herrschaft leitet sich von der Grasburg auf dem Gebiet der Gemeinde Schwarzenburg her. Oft wird der Name der Herrschaft fälschlicherweise mit Schwarzenburg angegeben. Die Verwirrung stammt daher, dass zwar die ehemalige Reichsfeste Grasburg in den Jahren 1423 bis 1575 noch als Amtssitz der bernischen und freiburgischen Vögte diente, dann aber wegen der hohen Unterhaltskosten verlassen wurde. Im Dorf Schwarzenburg wurde dann ein neues Vogteischloss errichtet.

Die Herrschaft Grasburg war ein Reichslehen, das im Frühmittelalter in den Besitz der Grafen von Kyburg gelangte. Nach deren Aussterben kam Grasburg an die Habsburger. 1310 mussten diese Grasburg an die Herzöge von Savoyen verpfänden, die sie ihrerseits an Bürger der Stadt Freiburg weiterverpfändeten. 1423 verkaufte Savoyen die Herrschaft an die Städte Bern und Freiburg, die bis auf eine kurze Unterbrechung (1448 bis 1455 musste Freiburg auf seine Mitherrschaft verzichten) das Gebiet als Gemeine Herrschaft verwalteten. Durch den Einfluss Berns wurde nach 1528 in Grasburg die Reformation eingeführt.

Nach dem Untergang der Alten Eidgenossenschaft 1798 kam Grasburg zum Kanton Bern. 
von Grasburg, Jakob (I57876)
 
48815 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_Grasburg

Die Herrschaft Grasburg ist ein historisches Territorium auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Es entspricht dem Amtsbezirk Schwarzenburg im Kanton Bern. 1423 bis 1798 war die Herrschaft Grasburg eine Gemeine Herrschaft innerhalb der Alten Eidgenossenschaft unter den Städten Bern und Freiburg.

Geschichte
Der Name der Herrschaft leitet sich von der Grasburg auf dem Gebiet der Gemeinde Schwarzenburg her. Oft wird der Name der Herrschaft fälschlicherweise mit Schwarzenburg angegeben. Die Verwirrung stammt daher, dass zwar die ehemalige Reichsfeste Grasburg in den Jahren 1423 bis 1575 noch als Amtssitz der bernischen und freiburgischen Vögte diente, dann aber wegen der hohen Unterhaltskosten verlassen wurde. Im Dorf Schwarzenburg wurde dann ein neues Vogteischloss errichtet.

Die Herrschaft Grasburg war ein Reichslehen, das im Frühmittelalter in den Besitz der Grafen von Kyburg gelangte. Nach deren Aussterben kam Grasburg an die Habsburger. 1310 mussten diese Grasburg an die Herzöge von Savoyen verpfänden, die sie ihrerseits an Bürger der Stadt Freiburg weiterverpfändeten. 1423 verkaufte Savoyen die Herrschaft an die Städte Bern und Freiburg, die bis auf eine kurze Unterbrechung (1448 bis 1455 musste Freiburg auf seine Mitherrschaft verzichten) das Gebiet als Gemeine Herrschaft verwalteten. Durch den Einfluss Berns wurde nach 1528 in Grasburg die Reformation eingeführt.

Nach dem Untergang der Alten Eidgenossenschaft 1798 kam Grasburg zum Kanton Bern. 
von Grasburg, Gerhard (I57874)
 
48816 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_Rhäzüns

Herrschaft Rhäzüns

Die Herrschaft Rhäzüns bestand bis 1819 aus den heutigen Gemeinden Rhäzüns, Bonaduz, Domat/Ems und Felsberg im Kanton Graubünden in der Schweiz. Die Herrschaft war als «Gericht Rhäzüns» seit 1424 Mitglied des Oberen Bundes und damit des Freistaats der Drei Bünde. Der Freiherr bestimmte alljährlich den Ammann aus einem Dreiervorschlag der Gemeinde.

Rhäzüns und Bonaduz bildeten das Kerngebiet der Herrschaft der Freiherren von Rhäzüns, die unter Ulrich II. (1367–1415) zu den mächtigsten Feudalherren im heutigen Graubünden neben dem Bischof von Chur aufstiegen. Durch die Freiherren von Rhäzüns gelangte das Gericht Rhäzüns 1424 in den Oberen Bund und später zu den Drei Bünden. Nach dem Tod des letzten Freiherren und der Vermählung Eitel Friedrichs von Hohenzollern mit der Erbtochter Ursula Freiin von Rhäzüns entbrannte ein Streit zwischen den Hohenzollern und den Grafen von Werdenberg-Sargans der erst 1461 durch ein Gerichtsurteil geklärt wurde, das die Herrschaft den Hohenzollern zusprach. Der Neffe des genannten Hohenzollers, Graf Eitel Friedrich II. tauschte Rhäzüns 1497 mit seinem Freund Maximilian I. von Habsburg, dem deutschen König und späteren Kaiser, gegen die Herrschaft Haigerloch. Maximilian sah in diesem Tauschgeschäft eine zukünftige Interventionsmöglichkeit bei den Drei Bünden.

Zuerst wurde Rhäzüns von den Habsburgern als Pfandlehen den Familien Marmels, Stampa, von Planta und Ortenstein überlassen. 1696 übernahm Kaiser Leopold I. von Habsburg die Herrschaft direkt, d. h., er setzte einen Verwalter in der Herrschaft ein. Dadurch wurde der jeweilige habsburgische Inhaber der Herrschaft in seiner Funktion als Freiherr von Rhäzüns Mitglied des Freistaats der Drei Bünde.

Mit dem Frieden von Schönbrunn verzichtete das Haus Habsburg 1809 zugunsten Frankreichs auf die Herrschaft Rhäzüns, die am 29. Dezember 1809 vom französischen Legationssekretär François Rouyer in Besitz genommen wurde.[1] Nach Napoleons Sturz kam sie 1814 vorerst wieder zurück an die Habsburger, wurde dann aber durch die Erklärung des Wiener Kongresses vom 20. März 1815 Graubünden zugesprochen, was in Artikel 78 der Wiener Kongressakte seinen Niederschlag fand. Die Übergabe der Herrschaft Rhäzüns an den Kanton Graubünden fand allerdings erst am 19. Januar 1819 statt.[2] Einer der letzten Verwalter des Hauses Habsburg war der Arzt und Landrichter Georg Anton Vieli, der 1823 das Schloss Rhäzüns kaufte.

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von Rhäzüns, Anna (I12203)
 
48817 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_Wädenswil

Die Herrschaft Wädenswil war im Mittelalter ein zeitweise eigenständiges, reichsunmittelbares Staatswesen und in der Frühen Neuzeit eine Landvogtei von Zürich. Das Territorium der Herrschaft bis 1798 bestehenden umfasste mehrere heutige Gemeinden rund um Wädenswil am oberen Zürichsee. Heute gehört das Gebiet zum Schweizer Kanton Zürich.

Geographie
Schwerpunkt der Herrschaft war das Gebiet um Wädenswil am südlichen oberen Zürichseeufer. Der Grenzverlauf orientierte sich über weite Strecken an «natürlichen» Grenzen: Mülibachtobel, Hüttnersee, Rossberg, Höhronen, Sihl, Aabach, Meilibach, Zürichsee. Ebenfalls zur Herrschaft gehörte das am gegenüberliegenden Seeufer situierte Dorf Uetikon am See, dessen Territorium vom See bis zur Krete des Pfannenstils reichte.

Geschichte
Hochmittelalter: Freiherrschaft (bis 1287)
Die frühmittelalterlichen Herrschaftsverhältnisse sind unklar. Die Freiherrschaft dürfte zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert entstanden sein, ursprünglich womöglich als Erblehen der Abtei Einsiedeln, der Fraumünsterabtei oder der Reichsvogtei Zürich. Kirchlich dürften sich die Gründungen St. Marien in Wädenswil und St. Martin in Richterswil bereits im 8. Jahrhundert von der Mutterpfarrei St. Peter in Zürich abgepfarrt haben. Im 13. Jahrhundert erscheinen sie in den Quellen als Eigenkirchen der Freiherren von Wädenswil.

Die erste urkundliche Erwähnung Wädenswils stammt aus der auf 1130 rückdatierten Stiftungsurkunde des Klosters Fahr, die als Zeugen unter anderem «Waldhere de uvadensuvilere & fr[atre]s ei Eberhart, Burchart» nennt. Walter, Eberhart und Burchart sind somit die ältesten bezeugten Freiherren von Wädenswil. Diese waren nicht nur Landesherren und somit Inhaber der Blutgerichtsbarkeit, sondern in Teilen des Territoriums auch Grundherren, Gerichtsherren sowie Kollaturherren der beiden Pfarrkirchen.

Die Freiherren residierten in der Burg Alt-Wädenswil auf einer bewaldeten Anhöhe zwischen Wädenswil und Richterswil. Sie war strategisch günstig gelegen und erlaubte es, die Umgebung und den Zürichsee zu überblicken. Die Burg bestand unter den Freiherren nur aus einem einfachen Wohnturm. Vermutlich wurde dieser im 13. Jahrhundert errichtet – die älteste überlieferte Erwähnung als castrum stammt von 1287.

Freiherren von und zu Wädenswil

Walter, Eberhart und Burchart (erwähnt 1130)
Rudolf I. (erwähnt 1188)
Rudolf II. (erwähnt 1217, † 1240)
Rudolf III. (erwähnt 1233, † 1300)
Rudolf III. hatte mehrere Töchter, aber keinen Sohn. Aufgrund der patrilinearen Erbfolge erlosch mit ihm die Zürcher Linie derer von Wädenswil. Daher verkaufte der betagte Freiherr bereits 1287 Burg und Herrschaft Wädenswil an die Johanniterkomturei Bubikon, mit der Bedingung, bis zu seinem Tode in der Burg wohnen zu dürfen.

Freiherren von Wädenswil zu Rotenfluh-Unspunnen

Rudolf II. war mit Uta von Rothenfluh-Unspunnen verheiratet. Seine Söhne Walter und Konrad übernahmen diese Herrschaft im Berner Oberland. Die Berner Linie derer von Wädenswil erlosch im 15. Jahrhundert.

Spätmittelalter: Johanniterkomturei (1287–1550)
1287 erwarb die Johanniterkomturei Bubikon die Herrschaft. Die 1192 gegründete Kommende des aufstrebenden Johanniterordens übte damit die Landesherrschaft aus. Nach dem Tod Rudolfs von Wädenswil am 1. Dezember 1300 richtete Bubikon in der Burg Alt-Wädenswil eine Tochterkomturei ein. Im Jahr 1330 erlangte sie schliesslich durch eine von Meister Rudolf von Masmünster vollzogene Ausscheidung ihre Eigenständigkeit. Der Komtur von Wädenswil wurde demokratisch aus den Mitbrüdern gewählt, stammte jedoch, zumal die Johanniter ein Ritterorden waren, immer aus adeligem Haus.

Noch unter Bubikon erhielt die Burg im frühen 14. Jahrhundert einen Kapellenanbau. Um 1460 wurde ein grosszügiges Palas errichtet, das so genannte Johanniterhaus, und die Burg mit einer von Türmen bewehrten Ringmauer mit Zwinger umgeben. Alt-Wädenswil gilt als grösste Burgruine im Kanton Zürich.

Die Johanniter hatten dank zahlreicher Güter im Herrschaftsgebiet, der Landesherrschaft mit hoher und zum Teil auch niederen Gerichtsbarkeit und den Kollaturrechten an den Kirchen eine weitreichende ökonomische, politische, gerichtliche und kirchliche Macht. In der Regel wurden die Pfarrämter durch Priester aus der eigenen Ordensgemeinschaft besetzt. Auch die Grundherrschaft wurde im Laufe der Jahrzehnte weiter ausgebaut. Nach der kurzfristigen Kontrolle durch die Komturei Bubikon 1287–1330 war die Herrschaft Wädenswil nun bis 1549 wieder ein weitgehend eigenständiges Staatswesen unter der Herrschaft der Johanniterkomturei.

Im Verlauf des 15. Jahrhunderts erfolgte eine zunehmende Bindung an die Stadt Zürich. Bereits 1342 schloss die Komturei einen Burgrechtsvertrag mit Zürich, der eine militärische Gehorsamspflicht, eine Steuerpflicht und eine Anerkennung Zürichs als Gerichtsstand in Streitfragen festlegte. Ab 1402 trieb die Stadt Zürich auch bei den Dorfleuten von Wädenswil Steuern ein. Trotz Burgrecht gelang es der Komturei, sich im Alten Zürichkrieg, der in den umliegenden Gebieten tobte, neutral zu verhalten. Die Dorfbevölkerung strebte zunehmend nach politischen und ökonomischen Freiheiten und wandte sich im Verlauf des 15. Jahrhunderts zunehmend von der restriktiven Herrschaft der Komturei ab. Dies verschärfte sich mit der von Zürich ausgehenden Reformation, die 1529 in Wädenswil und Richterswil angenommen wurde. Gleichzeitig verschuldete sich die Komturei Wädenswil, und der Orden wurde in die Reformationswirren verstrickt.

1548 beschloss Georg Schilling von Cannstatt, dem Rat von Zürich die Herrschaft zum Kauf anzubieten. Dieser stimmte zu, nachdem er die Kaufsumme von 32'000 auf 20'000 Gulden heruntergehandelt hatte. Rechtskräftig und vollzogen wurde der Verkauf erst 1550.

Frühe Neuzeit: Zürcher Landvogtei (1550–1798)
Mit der Herrschaft Wädenswil verzeichnete die Stadt Zürich einen ansehnlichen Zuwachs ihres Territoriums und militärisch-strategischen Einflussbereichs. Zur Herrschaft gehörten laut Kaufvertrag auch die Burg samt Nebengebäuden, die Dörfer Wädenswil, Richterswil und Uetikon, die hohe und niedere Gerichtsbarkeit, das Mannschaftsrecht, das Besteuerungsrecht und die Grundzins- und Zehntrechte. Unerwähnt ebenfalls an Zürich übertragen wurde das Kollaturrecht der Kirchen. Die dem «alten Glauben» zugehörigen Zentralschweizer Stände protestierten zunächst gegen diesen Kauf Zürichs und den damit verbundenen Machtzuwachs. Sie stimmten dem Kauf jedoch 1550 unter der Bedingung zu, dass die gefährlich nahe an der politischen und konfessionellen Grenze zum Kanton Schwyz gelegene Burg geschleift werde.

Auf einer Anhöhe oberhalb von Wädenswil liess der Zürcher Rat 1551–1555 das Schloss Neu-Wädenswil errichten, denn ein Verwaltungsgebäude gestatteten die eidgenössischen Bündnispartner Zürichs. Noch vor dem Ersten Villmergerkrieg 1656 wurde das Schloss, entgegen den Vereinbarung, zur Festung ausgebaut und bis zum Zweiten Villmergerkrieg weiter befestigt. Da die Herrschaft Wädenswil an der politisch-konfessionellen Grenze zu den eidgenössischen Orten Schwyz und Zug lag, kam es in beiden Kriegen zu Gefechten und Zerstörungen. Mittels einer Kette von Schanzen an der Grenze versuchte die Zürcher Militärführung 1712, die feindlichen Truppen zurückzuhalten.

Politisch wurde die Herrschaft Wädenswil unter Zürich zu einer Landvogtei. Im Gegensatz zu den stadtnahen Territorien, den Obervogteien, verfügten die Landvogteien über repräsentative Verwaltungsbauten, in denen die Landvögte residierten. Es handelte sich dabei stets um angesehene Stadtzürcher Bürger und Ratsmitglieder. Der erste Landvogt etwa war der Patrizier Bernhard von Cham. Der Landvogt hatte neben administrativen und fiskalischen Pflichten weitreichende Herrschafts- und Gerichtskompetenzen: So übte er an den Landtagen, den politisch-gerichtlichen Versammlungen der Bevölkerung, die Hohe Gerichtsbarkeit aus. Die Einbindung der Bevölkerung über die Landtage und die der dörflichen Oberschicht entstammenden Untervögte war ein zentrales Herrschaftsinstrument. Die Dorf- und Kirchgemeinden konnten in vielen Fragen autonom operieren, auch wenn ihre Einwohner Untertanen Zürichs waren. Obwohl der Landvogt in erster Linie ein Beamter des Zürcher Rats und keineswegs immer von Adel war, war seine Herrschaft mit der für die Barockzeit typischen Lebensweise von Adeligen verbunden: Repräsentation (Schloss, nobler Prunksitz in der Kirche Wädenswil, eigener Hofstaat, rauschende Feste).

Die Verwaltung verlief nicht immer reibungslos. 1646 lehnt sich die Bevölkerung Wädenswil im so genannten «Wädenswiler Handel» gegen eine zusätzliche Besteuerung durch Zürich auf. Der Rat reagierte auf den passiven und angedrohten aktiven Widerstand mit der Entsendung einer militärischen Schutzstaffel und der Hinrichtung der Rädelsführer. Das Verhältnis blieb auch im 18. Jahrhundert gespannt. Die Französische Revolution ab 1789 und der Stäfnerhandel 1795 befeuerten den Willen der Herrschaftsleute zu mehr Freiheitsrechten. Am 3. April 1798, kurz nach der französischen Invasion in die Eidgenossenschaft, ritten zwanzig Wädenswiler unter Führung eines als Wilhelm Tell verkleideten Einwohners zum Schloss und setzten Landvogt David von Orelli ab.

Neun Tage später war die Herrschaft Wädenswil Geschichte. Das Gebiet wurde in der Helvetischen Republik dem Kanton Zürich zugeschlagen. Die Dörfer wurden als politische Gemeinden neu institutionalisiert und mit Bürgerrechten ausgestattet. Das Gebiet südlich des Sees um Wädenswil wurde dem Bezirk Horgen, das Dorf Uetikon am See dem Bezirk Meilen zugeschlagen. 1804 wurde das Schloss durch einen Volksaufstand auf Vorabend des Bockenkriegs zerstört.

Nachspiel in der Restaurationszeit: Zürcher Oberamt (1814–1830)
Während der Restauration, also von 1814 bis zum Inkrafttreten der neuen Kantonsverfassung 1830 war Wädenswil erneut Hauptort einer Zürcher Verwaltungseinheit, nämlich des Oberamtes Wädenswil. Dieses umfasste das Gebiet des heutigen Bezirks Horgen. Das Schloss, dessen Hauptgebäude 1816 im klassizistischen Stil neu erbaut wurde, fungierte wiederum als Verwaltungssitz. Mit der alten Herrschaft Wädenswil hatte dieses Oberamt ansonsten weder rechtlich noch territorial wesentliche Gemeinsamkeiten. 1830 wurde im Rahmen der neuen Bezirksgliederung endgültig Horgen als Hauptort festgelegt. 
von Wädenswil, Rudolf I. (I6674)
 
48818 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Limburg

Herzogtum Limburg

Das Herzogtum Limburg war ein historisches Territorium im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, dessen Kerngebiet weitgehend im Nordosten des heutigen Belgien (Provinz Lüttich) liegt.

Ebenfalls Herzogtum Limburg hieß von 1839 bis 1866 ein zum Deutschen Bund gehörendes Fürstentum, das in Personalunion vom niederländischen König regiert wurde.

Der geschichtliche Ursprung liegt im frühen 11. Jahrhundert, als die gleichnamige Burg Limburg erbaut wurde. Sein definitives Ende besiegelten die Franzosen, als sie das Gebiet 1793 annektierten und an Frankreich anschlossen. Zunächst nur Grafen, erstritten sich die Limburger im 12. Jahrhundert aufgrund des mehrfach erhaltenen Titels Herzog von Niederlothringen den Herzogtitel auf Dauer.

Nach dem Aussterben der Hauptlinie der Limburger Herzöge entbrannte der Limburger Erbfolgestreit, der in der Schlacht von Worringen im Jahr 1288 seinen blutigen Höhepunkt fand. Seitdem wurde Limburg in Personalunion von den Herzögen von Brabant mitregiert. Seit diesem Zeitpunkt kann man kaum mehr von einer eigenen Geschichte des Herzogtums sprechen. Bestrebungen der Limburger Stände, im Rahmen der Brabanter Revolution (1789) eine gewisse Eigenständigkeit zurückzuerlangen, scheiterten.

Geschichte

Von der Grafschaft zum Herzogtum
Vermutlich um das Jahr 1020 baute Friedrich II. aus dem Hause Luxemburg die Burg Limburg im Wesertal auf der alten königlichen Grundherrschaft Baelen (bei Eupen und Verviers). Friedrich hatte die Grundherrschaft von seiner Mutter geerbt.[1]

Die Burg war der Ursprung der Stadt Limbourg und gab der Grafschaft den Namen.

Zu Friedrichs dominium gehörten Besitzungen zwischen Maas und Aachen und südlich von Lüttich gelegenes Gebiet um Sprimont. Dieses Kerngebiet war in fünf Gerichtsbezirke, Hochbank oder Bank genannt, eingeteilt:

Hochbank Baelen
1. Die Bank Baelen lag im südöstlichen Teil des Herzogtums. Zu ihr gehörten die Burg, heute Stadt Limburg, Baelen, Bilstain, Eupen, Goé, Henri-Chapelle, Welkenraedt, Herbesthal und Membach.
2. Hochbank Herve
Die Bank Herve lag westlich von der Bank Baelen. Zu ihr gehörten Chaineux, Charneux, Dison, Herve, Soiron, Thimister und Clermont.
3. Hochbank Montzen
Die Bank Montzen machte den nördlichen Teil des Herzogtums aus. Zu ihr gehörten Gemmenich, Homburg, Kelmis, Montzen, Moresnet, Sippenaeken und Teuven.
4. Hochbank Walhorn
Nordöstlich lag die Bank Walhorn mit den Herrschaften Eynatten, Hauset, Hergenrath, Walhorn und Lontzen.
5. Hochbank Sprimont
Die Bank Sprimont war eine Exklave im Fürstbistum Lüttich rund um Sprimont.

Außerdem gehörten die Vogteien über die Abtei St. Truiden und die Doppelabtei Stablo-Malmedy zu Friedrichs Herrschaftsbereich.

Judith, einziges Kind Friedrichs, heiratete im Jahr 1065 Walram-Udo, Graf von Arlon, und brachte ihrem Ehemann die Grafschaft mit in die Ehe. Walram-Udo wurde noch zu Lebzeiten seines Schwiegervaters in einer Urkunde von 1064 als egregius comes Udo de Lemborch (auserwählter Graf von Limburg) bezeichnet.

Friedrich hatte im Jahr 1046 die Herzogswürde von Niederlothringen erhalten. Kaiser Heinrich IV. ernannte seinen Enkel (also Walram-Udos Sohn), Heinrich I. von Limburg und Arlon (1081–1119), im Jahr 1101 zum Herzog von Niederlothringen. Im späteren Machtgerangel zwischen dem Kaiser und seinem Sohn (Heinrich V.) blieb Heinrich von Limburg dem alten Kaiser treu. Das kostete ihn die Herzogswürde wieder und Graf Gottfried I. von Löwen (als Herzog Gottfried VI.) erhielt stattdessen das Amt. Es kam nun zwischen den Häusern Limburg und Löwen-Brabant zu fortwährendem Gerangel um den Titel und das Amt des Herzogs von Niederlothringen. 1128 erhielt Heinrichs I. Sohn, Walram III. von Limburg (1119–1139), den Titel von Kaiser Lothar III. Im Jahr 1139 verlieh Konrad III. ihn wieder dem Haus Löwen-Brabant.

Die Grafen von Limburg nannten sich seit der zweiten Belehnung mit der Herzogswürde nur noch Herzöge von Limburg. Heinrich II., zu dieser Zeit Herr von Limburg (1139–1167), war ein häufiger Gast am Hof von Friedrich Barbarossa. Es wird vermutet, dass dies der Grund dafür war, dass der Kaiser den Titel Herzog von Limburg im Jahr 1165 offiziell anerkannte. Aber trotz aller Anstrengungen gelang es den Limburgern nicht, in den Reichsfürstenstand aufzusteigen.

Erweiterung des Herrschaftsbereiches

Durch Heirat fiel Walram II. Wassenberg zu. Damit wurden die Limburger zu Vasallen des Kurerzbischofs von Köln. Im Jahr 1136 konnte er die Herrschaft über das Land van s'-Hertogenrode (Herzogenrath) an sich bringen [2]. Die Abtei Klosterrath (Später Rolduc genannt), bedachten er und seine Nachkommen mit reichen Schenkungen und wählten sie zu ihrer Grablege.

Heinrich III. von Limburg (1167–1221) verschaffte seinem Sohn Simon den Stuhl des Fürstbischofs von Lüttich (1193–95). Sein Sohn Walram IV. erhielt durch Heirat mit der Luxemburgerin Ermesinde die Grafschaft Luxemburg (1214–26). Die Grafschaft Namur konnte er aus Ermesindes Erbe nicht sichern. Durch diese Ehe wurde die Linie des Hauses Luxemburg-Limburg begründet. Ermesinde wurde aus dem Limburger Patrimonium die Grafschaft Arlon übertragen, wodurch diese luxemburgisch wurde.

Der älteste Sohn Walrams IV., Heinrich IV., heiratete Ermengarde (Irmgard), Erbtochter des Grafen von Berg. Heinrich regierte - nach der Ermordung des amtierenden und über lange Zeit verfeindeten Grafen von Berg, den Onkel Irmgards, Engelbert II. von Berg - Erzbischof von Köln, Verweser des Reiches, Erzieher des Königs, Herzog von Westfalen und Graf von Berg - die Grafschaft Berg von 1225 bis zu seinem Tod 1247 in Personalunion. Eine Beteiligung der Limburger an der Verschwörung gegen den Engelbert den Grafen von Berg wird in der Literatur als sicher angenommen, insbesondere Heinrich, der als Mann der Irmgard ein Anrecht auf die Grafschaft Berg hatte und der diese erst bei Tod Engelberts erben solle, so das Diktat eines Friedens zwischen den Limburgern und Engelbert 1220 zu Köln, gaben den Limburgern reichlich Motiv, zumal der vermeintliche Mörder Friedrich von Isenberg der Ehemann der Schwester Heinrichs war. Auch erscheint es doch überraschend, wie schnell alles nach dem Mord ging, Heinrich übernahm schon am Tag der Ermordung Engelberts die Macht in Berg, und die Limburger rückten mit Heeresmacht gegen eine kölnische Burg vor und nahmen sie binnen weniger Tage ein. Der Mord an Engelbert löste in Westfalen und im Rheinland zwei Jahrzehnte der Unsicherheit und des Krieges aus, deren Höhepunkt ein 10 Jahre währender bewaffneter Konflikt mit einem Verwandten Engelberts aus der Seitenlinie Altena-Mark des Hauses Berg-Altena bildete. Herzog Heinrich unterstützte die Partei der Isenberger um seinen Neffen Dietrich von Altena-Isenberg, den Sohn von Friedrich von Isenberg und der Sophie von Limburg, gegen Adolf I. den Grafen von der Mark, Altena und Krieckenbeck. Der Verlauf des Konfliktes ist vor allem in seinem chronologischen Ablauf nicht genau bekannt, der Konflikt verlief jedoch anders als Heinrich, Dietrich und dessen Onkel geplant hatten. Die Isenberger Wirren führten nach 10 Jahren Krieg am Ende zum Verlust der isenbergischen Ländereien an Adolf I., den Grafen von der Mark, Altena und Krieckenbeck. Die Ländereien hatte dieser nach dem Mord an Engelbert und der Verurteilung Friedrichs als herrenloses Gut eingezogen und von Köln bestätigt bekommen. Es gelang Heinrich jedoch, einige der Rechte und Besitztümer seines Schwagers Friedrich von Isenberg - der wegen des Mordes an seinem Onkel 2. Grades, dem Erzbischof Engelbert, zu Köln gerädert worden war - seinem Neffen zu verschaffen. Darunter vor allem Streubesitz und Rechte im Münsterland, bei Styrum und Essen sowie einem kleinen Gebiet an der Lenne - der späteren Grafschaft Limburg. Die Kölner jedoch erstürmten eine seiner beiden 1240 errichteten Burgen im Jahr 1244, die Neue Isenburg verblieb danach bis 1288 in der Hand Kölns und wurde dann von den Grafen von der Mark zerstört. So dass Dietrich nur das Schloss Hohenlimburg behielt und keine weiteren Befestigungen oder Städte errichten durfte, so die Bedingungen des Friedens mit Adolf von der Mark und dessen Söhnen. Außerdem musste Dietrich die Länder zu Lehen von den Grafen von Berg nehmen, so dass seine Familie in der Abhängigkeit von Limburg blieb. Gleichzeitig war dies wohl auch der einzige Schutz, den die Grafschaft vor den Grafen von der Mark hatte. Dietrich ist der Gründer der Linie der reichsunmittelbaren Grafen von Limburg-Stirum.

Nach Heinrichs Tod wurde die Erbschaft geteilt. Berg kam an seinen älteren Sohn Adolf.

Walram V., der jüngere Sohn, regierte von 1247 bis 1280 als letzter seines Stammes das Herzogtum Limburg. Durch die Erbteilung war die Macht der Herzöge von Limburg in einer Zeit, in der alle Fürsten bestrebt waren, ihre territoriale Macht auszubauen, deutlich gesunken und dazu vorbestimmt, nach dem Aussterben der Hauptlinie der Limburger von einer anderen Territorialmacht übernommen zu werden.

Übergang an Brabant

Ermengard (Irmgard), einziges Kind Walrams V., brachte das Herzogtum an ihren Gatten, Graf Rainald I. von Geldern. Sie starb im Jahr 1283 ohne Erben zu hinterlassen. Sofort machten die männlichen Nachkommen Heinrichs III. Rainald den Anspruch auf Limburg streitig, obwohl dieser schon 1282, nach dem Tod seines Schwiegervaters, mit Limburg belehnt worden war. Es kam zum Limburger Erbfolgestreit, der in der Schlacht von Worringen 1288 seinen kriegerischen und blutigen Höhepunkt fand. Der Streit endete 1289 mit einem Friedensschluss, durch den Limburg an das Herzogtum Brabant kam. Die getroffene Entscheidung wurde von König Rudolf nachträglich gebilligt. Damit war die alte Konkurrenz zwischen Limburg und Löwen-Brabant für immer beendet.

Limburg teilte in der Folge bis zum Ende des Ancien Régime das Schicksal Brabants. Zahlreiche Fehden Brabants mit seinen Nachbarn hinterließen immer wieder verbrannte Erde. So wurden während des zweiten Geldrischen Krieges Eupen und Walhorn vollkommen dem Erdboden gleichgemacht. In den Jahren 1296, 1314/15 kam es infolge schlechter Witterungsverhältnisse zu Hungersnöten und 1348/49 und 1362 wütete auch in Limburg die Pest in schrecklicher Weise.

1356 beschworen die Brabanter Herzöge mit der Joyeuse Entrée die Union der beiden Herzogtümer. Diese sicherte beiden aber auch Autonomie in Verwaltung und Gerichtswesen zu sowie die alten Gewohnheitsrechte (Weistümer).

Limburg unter der Herrschaft von Burgund
Nach Verträgen in den Jahren 1382 und 1396 kaufte Philipp der Kühne im Jahr 1406 das Herzogtum Limburg. 1430 übernahm das Haus Burgund endgültig die Regentschaft. Inzwischen war die Leibeigenschaft weitgehend abgeschafft worden. 1406 wurden die Frondienste in Brabant und Limburg abgeschafft, und ein Edikt vom 2. November 1412 beendete das Recht der „havestoit“, nach der alle Habe eines ohne großjährige männliche Erben verstorbenen Bauern dem Herzog gehörte. Es wurde durch die Abgabe des „Besthaupt“, auch „Mortement“ genannt, ersetzt.

Übergang an die Habsburger

Die Tochter Karls des Kühnen, Maria von Burgund, heiratete 1477 Maximilian von Habsburg und brachte so auch das Herzogtum Limburg mit in die Ehe und damit an das Haus Habsburg. Die Teilung von 1555 brachte es zusammen mit den anderen niederländischen Provinzen an die spanische Linie.

Seit 1512 gehörte Limburg infolge der Reichsreform zum Burgundischen Reichskreis.

Die Zeit der Reformation/Achtzigjähriger Krieg
Die Anhänger der Reformation wurden auch in Limburg streng verfolgt. Sie sind hier erstmals für das Jahr 1531 sicher belegt, als der Prediger Wilhelm Kaiskin in Rechain und Dolhain auftrat. Im gleichen Jahr ließ der Drossard des Hochgerichts Limburg eine Gruppe psalmensingender Bauern ergreifen und auf der Stelle und ohne Verhör aufhängen. Im Jahr 1535 wurden Täufer, die man in Visé aufgriff, nach Limburg gebracht und dort verurteilt, gefoltert und verbrannt.

Philipp II. von Spanien hatte 1556 die siebzehn niederländischen Provinzen nach Verzicht seines Vaters Karl V. erhalten. In den nördlichen Provinzen hatte sich inzwischen der Calvinismus durchgesetzt und auch in der Bank Baelen gab es im Jahr 1565 etwa vierhundert Anhänger dieser Lehre.

Herzog Albas Vorgehen gegen die Anhänger der Reformation hinterließ auch im Herzogtum Limburg deutliche Spuren. Seinem Blutrat fielen seit 1567 tausende Menschen, auch in Limburg, zum Opfer. 1568 brach der Achtzigjährige Krieg aus. Limburg war in diesen Jahren ständiger Brennpunkt der Auseinandersetzungen. Im Herbst des Jahres 1568 ließ Alba alle Lebens- und Futtermittel konfiszieren, um so den Truppen des Wilhelm von Oranien die Versorgung abzuschneiden. Sein Konzept ging auf, aber zu Lasten der Bevölkerung, die vor dem Hunger und den Kriegslasten floh.

Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet von Verwüstungen, abwechselnd durch spanische und niederländische Truppen und Söldner. Der Waffenstillstand, der im Jahr 1609 zwischen den inzwischen unabhängigen sieben niederländischen Provinzen und Spanien geschlossen worden war, brachte nur eine kurze Atempause. Das Land wurde in die erneut aufflammenden Kriegshandlungen im Zuge des Dreißigjährigen Krieges einbezogen. Ständige Einquartierungen, Kriegssteuern, Kontributionen und Fouragelieferungen hatten die Grenzen der Belastbarkeit von Land und Menschen längst überschritten. 1632 wurde die Burg Limburg wieder einmal von den niederländischen Truppen eingenommen. Die katholischen Priester des Landes waren fast alle geflohen oder hielten sich versteckt. Kirchen und Altäre wurden verwüstet.

Hinzu kam eine Pestwelle, die in den Jahren 1635/1636 viele Menschen das Leben kostete. Allein in Walhorn zählte man in diesem Jahr 230 Pestopfer, darunter auch viele spanische Soldaten.

Im Jahr 1646 waren in Eupen über hundert Häuser dem Erdboden gleichgemacht, die meisten Bewohner geflohen. In der Bank Walhorn waren zwei Drittel der Bevölkerung ausgewandert, viele von ihnen ins nahe Münsterländchen, dem Gebiet der Reichsabtei Kornelimünster. Der Westfälische Friede bedeutete zwar zunächst das Ende der Kriegshandlungen, aber wie vielerorts zogen auch im Herzogtum Limburg marodierende Söldner noch einige Jahre durchs Land.

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von Luxemburg (von Niederlothringen), Jutta (Judith) (I12122)
 
48819 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Meranien

Herzogtum Meranien

Das Herzogtum Meranien ist ein Produkt der staufischen Machtpolitik des 12. Jahrhunderts. Die Herzogswürde über das Lehensgebiet Meranien hatten dabei unterschiedliche Adelsgeschlechter erhalten.

Vorgeschichte
Um die erreichte Königsherrschaft ihres Geschlechts zu sichern, war es für die später so genannten Staufer existenzsichernd notwendig, die Macht der Welfen innerhalb des Deutschen Königreichs, des Regnum Teutonicorum, zurückzudrängen. Die Entmachtung der Welfen geschah dabei auch durch Verkleinerung alter bei gleichzeitiger Schaffung neuer Reichslehen – teile und herrsche als Prinzip eigener Machterhaltung.

Der erste der staufischen Könige, Konrad III. (1137–1152), hatte den Welfen Heinrich den Stolzen bereits 1139 mit Reichsacht und Bann belegt, wodurch dieser seine Herzogswürde sowohl von Baiern als auch von Sachsen verlor. Als ein durch die Acht rechtlos Gewordener verlor der Welfe zusätzlich andere Reichs-, Kirchen- und klösterliche Lehen und Vogteien, was zugleich eine vielfältige Umschichtung der Adelsherrschaft im Reich nach sich zog – treue Gefolgsleute wurden belohnt und stiegen auf, neue Herren wurden stark und mächtig.

Nach dem Tod König Konrads III. wurde sein Neffe Friedrich von Schwaben 1152 zum rex erhoben. Dieser Friedrich I., genannt Barbarossa, suchte den Ausgleich mit den mit ihm verschwägerten Welfen. Er gab ihnen Teile ihrer verlorenen Lehen und Reichsgüter und damit Macht zurück, auch in Bayern. Doch nur Teile des vorherigen Herzogtums Baiern erhielt Heinrich der Löwe von seinem Vetter Friedrich im Jahr 1154 als Lehen zurück. Die vorher bayerischen Ostmarken wurden als neues Fahnenlehen und Territorial-Herzogtum Ostarrichi an die Familie der Babenberger gegeben (1156, privilegium minus).

Tirol wurde als eine reichsunmittelbare Grafschaft (dominium comitis tyrolis) ebenfalls dem Bayernherzog entzogen, wobei die ersten Grafen von Tyrol in enger Beziehung zum Bistum Freising standen (n. Fr. Prinz).

Mit dieser Neuordnung im Südosten des Reiches wurden auch treue und verdienstvolle Parteigänger des Königs im Kampf gegen das Papsttum belohnt und ihnen zugleich der Aufstieg zum hohen Reichsadel ermöglicht.

Andechs-Meranien
Nach dem endgültigen Sturz des Welfen Heinrich des Löwen im Jahr 1180 wurden die Machtverhältnisse auch in Bayern neu geregelt – es wurden treue Gefolgsleute belohnt. Die steirische Mark an der Mur wurde von Bayern abgetrennt und als ein neues Herzogtum Steiermark an die dortigen Traungauer Markgrafen vergeben. Das restliche Bayern erhielt der bisherige Pfalzgraf Otto von Wittelsbach als neuer Herzog verliehen. Und auch Meranien erhielt einen neuen Herrn. Graf Berthold IV. von Andechs, dessen Vater 1173 Markgraf von Istrien geworden war, wurde von Kaiser Friedrich I. zum neuen Herzog von Meranien erhoben.

Bertholds Familie, die Grafen von Dießen und Andechs, stammte ursprünglich von Dießen am gegenüberliegenden Ufer des Ammersees. Doch schon sein Großvater, Graf Berthold II., war von dort nach Andechs umgezogen, hatte hoch auf dem Berg über dem Seeufer eine neue Burg erbaut und die Tochter Sophia des Markgrafen Poppo II. von Istrien geheiratet. Damals war jene Verbindung zwischen Andechs und einem vermuteten Meranien am istrischen Ufer der Adria entstanden. Diese Sophia aber hatte den Grafen von Andechs lediglich den geblütsrechtlichen Anspruch auf das Markgrafenamt für Istrien eingebracht, kein meranisches Namensgut.

Um 1173 war ihr gräflich-andechsischer Sohn Berthold III. zum Nachfolger des verstorbenen Markgrafen von Istrien, Engelbert III. von Spanheim, aufgestiegen. Als solcher nahm er sich die bereits erwähnte Hedwig aus dem Hause Wittelsbach/Dachau und Meranien, die Tochter des ersten Herzogs Konrad I. von Meranien, zur Gemahlin. Aus der Ehe entspross ein vierter Berthold, bereits von Geburt ein Graf von Andechs sowie Markgraf von Istrien, durch seine Mutter Hedwig zugleich ein präsumtiver von Meranien, mit geblütsrechtlichem Anspruch auf dieses noch junge Herzogtum. Dieser Anspruch wurde 1180 nach dem endgültigen Sturz des welfisch-bayerischen Löwen von Kaiser Barbarossa eingelöst. Offenbar noch zur Lebenszeit des „Dachauer“ Meraniers Konrad II. vergab der Rotbart „Meranien“ samt Kroatien und Dalmatien dem vierten Berthold aus dem Haus Andechs.

Als treue Gefolgsleute des Kaisers blieben die einstigen Grafen von Dießen und Andechs nun als Herzöge von Andechs-Meranien fest verankert. Als Reichsfürstengeschlecht besaßen sie bald Güter und Lehen in Burgund, Franken, Niederbayern, Istrien und Slowenien sowie ihre Stammgrafschaft Andechs mit dem umliegenden Herzogtum Meranien. Eine durchgehende Landbrücke von eigenen Besitzungen erstreckte sich vom Lechrain und Mering über Innsbruck (Burg Ambras) bis nach Meran an der Etsch und nach Meransen im Pustertal. Das Herzogtum Meranien war ein Territorialstaat geworden, der den westlichen Teil des alten Herzogtums Baiern zwischen Augsburg und Bozen zu einem eigenen Feudalfürstentum und eigener Landesherrschaft werden ließ.

Im Herzogswappen der Meranier lässt sich deutlich die Basis ihres Aufstiegs zum hohen Reichsadel ablesen. Jener vierte Berthold, der als Erster der Andechser zum Herzog von Meranien befördert wurde, hatte jenen Reichsadler im Wappen, der auch die kaiserliche Fahne des Barbarossa bei der symbolischen Übergabe eines fürstlichen Lehens (sog. Fahnenlehen) zierte. Den schreitenden Löwen der Welfen, deren Güter und Rechte am Lechrain und anderswo die Meranier nach dem Sturz Heinrichs des Löwen übernommen hatten, war ein zweites Wappentier der Meranier. Der Adler des Rotbart und der welfische Löwe bildeten gleichermaßen das Fundament meranischer Herzogsgewalt der Andechser - so wie es ihr Wappen zeigt.

Die Töchter dieses Fürstenhauses aber wurden zu begehrten Heiratsobjekten des europäischen Hochadels jener Epoche.

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von Meran, Margareta (I11806)
 
48820 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Heudorf_(Adelsgeschlecht)

Heudorf (Adelsgeschlecht)

Das seit dem 13. Jahrhundert in Urkunden bezeugte Rittergeschlecht von Heudorf (auch Houdorf, Höwdorff, Hödorf oder Heydorf), dem schwäbischen Uradel angehörend, hatte seinen Stammsitz in der heute nicht mehr existierenden Burg in Heudorf unweit von Stockach im Hegau und war Sitz des weitverzweigten und mächtigen Adelsgeschlechtes. Durch die in der Region weitverbreitete Ortsbezeichnung Heudorf (beispielsweise Heudorf im Hegau, Heudorf bei Meßkirch, Heudorf bei Dürmentingen oder Heudorf bei Scheer), fällt die eindeutige Zuordnung des Adelsgeschlechtes von Heudorf als ursprünglicher Namensgeber für den Ortsnamen Heudorf schwer.

Geschichte
1262 wird Hainricus de Houdorf urkundlich erwähnt. Die Brüder Hainricus und Burchardus de Hödorf 1288 als ritterbürtige Ministerialen des Mangold von Nellenburg. Herren von Heudorf waren ein „rathsfähiges“ Geschlecht der Stadt Überlingen und treten auch in mehreren Städten des Bodenseegebietes auf. Erwähnt um 1280 wird Berchtold von Hödorf in Pfullendorf. Albert von Höwdorff, Bürger in Überlingen, Ratsherr 1291, von den Herren von Bodman 1282 mit Gütern in Bischoffingen belehnt. Die Brüder Heinricus und Albertus de Hödorf erhielten 1303 vom Bischof von Konstanz die Burghut („Custodia castri“) über Walsperg (Waldsberg, jetzt Ruine bei Krumbach, Ortsteil der Gemeinde Sauldorf). Heinrich und Berthold von Heudorf kauften 1346 ein Gut in Garmenswiler (Gallmannsweil) und Vogtrechte in Schwandorf, sowie 1353 den „Stuckihof“ in Krumbach als Lehen von Reichenau. 1356 wird die den Brüdern Ortolf und Heinrich von Heudorf versetzt gewesene Burg Waldsberg an Bilgri von Heudorf verpfändet. 1354 war Heinrich Ritter von Heudorf Klosterherr in Salem. Johann von Heudorf empfing 1363 die Reichenauer Lehen des verstorbenen Heinz von Heudorf. Ulrich und Albert von Heudorf sprechen 1377 den großen Zehnten in Bettmaringen an. 1386 fielen Conrad, Dietrich und Hans von Heudorf in der Schlacht bei Sempach. Um 1406 wird Ritter Bilgeri von Heudorf als Sohn des Bilgeri des Älteren von Heudorf und der Katharina von Randegg und 1429 Hans von Haidorf in Waldsberg urkundlich erwähnt. Hans von Heudorf, in Mettenbuch sesshaft, wird 1413 vom Kaiser Sigismund belehnt. Heinrich Hödorffer war Frei-Landrichter im Hegau und Madach in den Jahren 1412 und 1415. Hans von Heudorf war 1424 Bürgermeister in Überlingen.

Das Geschlecht teilt sich fortan in mehrere Stammlinien, so in die Linien (Stammtafeln) Heudorf zu Schenkenberg, zu Aulfingen und in Waldsberg. Hans Conrad von Heudorf, Fürstlich Kemptenscher Rat und Vogt zu Sulzberg ist, infolge Auswanderung seines Sohnes Christoph Friedrich von Heudorf (Anfang des 16. Jahrhunderts), Stifter einer Tiroler Linie. Dieser zog ins damalige Tirol und wurde 1550 vom Hochstift Trient mit dem Schloss Ursäna in Ossana[1] auf dem Nons und 1555 vom Hochstift Brixen mit dem Schloss Gärnstein bei Latzvons belehnt. Fortunat von Heudorf kaufte vom geheimen Rat des Kaisers Maximilian, Stredele, die Burg Obermontan. 1647 erwarb die offenbar im Verfall begriffene Burg der Historiker Graf Maximilian von Mohr.[2]

Wappen
In von Rot und Silber gespaltenem Schild rechts drei aufwärts gerichtete silberne „Heulicher“ übereinander, links ohne Bild. Auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein Mannesrumpf mit einem rot-silbernen Hut oder mit einer mit drei roten und drei silbernen Pfauenfedern besteckten Krone. (Zur Erklärung: Heulicher oder Häulicher sind ein zum Ausraufen des Heus aus dem Heuhaufen dienendes Werkzeug. Hewrewffen; lüchen oder liechen, althochdeutsch: zupfen).

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von Heudorf, Ritter Bilgeri (I12840)
 
48821 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hoël_I. (Jul 2023)

Hoël I. († ermordet 981) war Graf von Nantes und Herzog der Bretagne von 960 bis 981.

Leben
Hoël war ein unehelicher Sohn von Herzog Alain II. und Judith.[1] Nach dem Tod von Drogo, dem ehelichen Sohn Alains, zersplitterte die bretonische Regierung unter den führenden Adligen. Beweise für die zersplitterte Führung finden sich in Briefen von Papst Johannes XIII. an die Bretagne, der sich an „Judicael Berengar und seinen Sohn Conan sowie an Hoël und seinen Bruder Guérech“ wendet.[2]

Im Jahr 975 geriet Hoël I. in einen Konflikt mit Conan I. Le Tort, dem Grafen von Rennes, Sohn von Judicael Berengar und späterem Herzog der Bretagne nach Hoël und seinem Bruder Guérech.[3] Conan I. kontrollierte den Norden und betrachtete sich als Herrscher der Bretagne. Die Armee Hoëls wurde durch die Truppen von Geoffrey I. von Anjou ergänzt, während die Armee von Conan I. von den Truppen des Hauses Blois unterstützt wurde. Bei Conquereuil kam es zu einer Schlacht, in der Geoffrey Conan I. besiegte. Das militärische Ergebnis der Schlacht war jedoch unentschieden, da in den Chroniken von Nantes und Mont St. Michel unterschiedliche Ergebnisse verzeichnet sind.

Im Jahr 981 setzte sich Hoël I. erfolgreich dafür ein, dass sein Bruder Guérech zum Bischof von Nantes gewählt wurde, um den verstorbenen Gualtherus zu ersetzen. 
von Nantes (von Bretagne), Herzog Hoël I. (I41624)
 
48822 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hoerde_(Adelsgeschlecht)

Hoerde (Adelsgeschlecht)

Der Stammsitz Hörder Burg, gelegen in Hörde, wurde 1198 erstmals erwähnt. Ein Albert von Hörde war Ministerialer unter Otto IV. Albert II. war 1218 als Teilnehmer des Fünften Kreuzzuges bei der Belagerung von Damiette beteiligt. Ein weiterer Vertreter des Geschlechts mit Namen Albert (1227–1260) war führender Ministerialer des Kölner Erzbischofs. Später trat die Familie in die Dienste der Grafen von Isenberg-Hohenlimburg. Im Jahr 1271 wurde die Krumme Grafschaft als Limburger Lehen erworben. Im selben Jahr wird ein Albert von Hörde als Edelherr (Nobilis) bezeichnet. Im Jahr 1297 ging die Burg Hörde in den Besitz der Grafen von der Mark über.

Im 13. Jahrhundert besaß die Familie auch die Güter Störmede, Schüren und Mönninghausen. Im 14. Jahrhundert gehörten zum Besitz auch Boke, Böckenförde, Eichlinghofen und Wellinghofen. 1350 war Johann von Hoerde Richter zu Eichlinghoven. Weitere Güter kamen später hinzu. Das Geschlecht stellte viele Stiftsdamen im Frauenstift Geseke. Auch in Ostpreußen hatte die Familie Besitz. Teile der Familie lebten später in den Hochstiften Hildesheim, Paderborn und Münster, wo sie bis 1405 z. B. mit Burg Hülshoff belehnt waren.

Die Linie Hoerde auf Schloss Störmede teilte sich im 14. Jahrhundert in die Linie Altes Haus und die Linie Hohes Haus. Der Besitz der Linie Altes Haus fiel 1652 an die Familie Korff zu Harkotten, das Hohe Haus kam im 16. Jahrhundert an die Familie von Bocholtz. Daneben existierte seit 1529 zeitweilig das Mittlere Haus derer von Hoerde. Im 15. Jahrhundert kamen die Hoerde zu Störmede in den Besitz von Schloss Eringerfeld. Nachdem ein Brand im Jahre 1660 Teile der alten Burg vernichtet hatte, veranlassten die Domherren Johann Gottfried und Rhabanus Christoph von Hörde 1676 den Neubau als Barockschloss.

Alhard von Hörde erwarb 1510 einen Teil des Hofes "Wambeke" bei Bökenförde, der zweite Teil gelangte 1584 in den Besitz der Familie, so dass ein neuer Familienzweig der von Hörde zu Wambeke entstand. Sie nannten ihren Besitz fortan "Schwarzenraben". Zwischen 1748 und 1765 entstand unter dem Landdrost und Geheimrat Ferdinand Friedrich Freiherr von Hörde (1710–1780) das barocke Schloss Schwarzenraben.[1] Die Linie Schwarzenraben erlosch 1848 mit Engelbert Matthias von Hoerde im Mannesstamm, über seine Witwe fielen Eringerfeld und Schwarzenraben an die Familien Decken und später Ketteler.

Haus Erwitte war im Erbgang über die Droste zu Erwitte an die Hoerdes gekommen und wurde 1860 der Kirche gestiftet. Haus Milse kam 1743 in den Besitz der Familie, der kurpfälzische Kammerherr Ludwig Philipp von Hoerde verspielte es aber in einer Nacht in der Spielbank von Bad Pyrmont, 1771 wurde er entmündigt. Die Linie besteht noch heute.

Bis in das 19. Jahrhundert hatte das Geschlecht noch die Güter Störmede, Schwarzenraben, Eringerfeld und Erwitte inne. 
von Hörde, Sophie (I58187)
 
48823 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hohenfels_(hessisches_Adelsgeschlecht)

Hohenfels (hessisches Adelsgeschlecht)

Im Adreßkalender der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt aus dem Jahr 1790 findet sich dieses Hohenfels erwähnt.

„Die Ritter von Hohenfels und die von Döring zu Elmshausen hatten beide ihren Wohnsitz eine halbe Stunde von Buchenau entfernt. Sie lebten in einem beständigen Krieg miteinander. Dadurch kam es, dass die von Döring durch die Ritter von Hohenfels genötigt wurden, ihren Wohnsitz in Biedenkopf (damals noch ein Dorf) zu nehmen.“
Als Landgraf Heinrich das Kind die in Hessen gegen ihn empörte Ritterschaft zum Gehorsam brachte, wurden die in der Gemarkung Buchenau gelegenen beiden festen Schlößer der Ritter von Hohenfels gänzlich zerstört, 1293. Nach einer Sage hatten jene Ritter, als sie von dem Landgrafen verfolgt wurden, ihren Pferden die Hufeisen verkehrt anschlagen lassen und sich so wieder in ihre Burgen zurückgezogen. Der damals herrschende Aberglaube hat sie zu ‚wilden Jägern‘ gemacht, die umher zögen. Unter den Waldteilen, welche beim Heimfall des v. Döring'schen Lehens Elmshausen (XVII. Jahrhundert) designiert wurden, erscheint auch ein Gebüsch „das Hohenfels“ genannt. Der Name „Hohenfels“ hat sich auf die Stelle geheftet und wird so der Nachwelt überliefert.

Siehe auch die Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste:

„Die Hohenfels gehörten zu denjenigen Geschlechtern, die gegen die Landgräfin Sophia, damalige Regentin von Hessen, sich verbunden hatten; aber ihr Schloß wurde 1248 erobert, sie mußten es von der Landgräfin zu Lehen nehmen, ihren Ansprüchen auf das Grafengericht zu Dautphe entsagen und bei einer Strafe von 500 Mark Silbers Ruhe und Frieden versprechen (1249). Sie stellten 13 Edle zu Bürgen, worunter die Grafen von Ziegenhain und Solms waren.“

Familie von Hohenfels
Bei der hier behandelten Familie handelt es sich um die hessische Familie von Hohenfels. Sie zählte zum niederen Adel, ragte jedoch so hervor, dass sie sich dem hohen Adel anschließen konnte. Sowohl die Wappen, als auch die ganze geschichtliche Zusammenstellung lassen vermuten, dass zu dieser Familie auch die Familien Hosekin, Rump und Kornigel gehörten. Auch bei der Familie von Drahe (Trohe) nimmt Johannes von Arnoldi (in seinen Miscellaneen S. 247) die Wahrscheinlichkeit an, dass sie zum Stamm Kornigel gehörten. Wahrscheinlich waren es anfänglich Beinamen, die nachher auf die Nachfolger übergingen.

Besitz
Der Besitz der Familie von Hohenfels umfasste sowohl Allodien als auch Lehen und erstreckte sich durch den ganzen Grund Breidenbach, das vormalige Amt Blankenstein, die Lahngegend gen Marburg und weiter bis nach Kassel hin. Ihnen gehörte ab 1324 das Gericht Viermünden als Mannlehen. Sie zählten auch zu den Vasallen des Grafen von Solms. Außerdem waren die von Hohenfels beteiligt an der Grafschaft Dautphe, hatten zu Erblehen vom Mainzer St. Stephansstift (1270) den Hof zu Ohmen mit dem Patronatrecht, Güter zu Steinershausen, den Zehnten zu Ober- und Niederohmen, Warzenbach, Kernbach, Butelshausen und die Hälfte des Zehnten zu Asphe. Sie besaßen Güter zu Selheim (1274), Dorf-(...), Weilbach und Bischofsheim (1287) (...); Michelbach (1338); Wiesenbach (1339); Orken (1343); Somertshausen (1354); Wallau (1355); den Wald Schneeberg über Rodenhausen (1359); zu Lixfeld in Gemeinschaft mit den von Döring die Kirche (1359); zu Eifa (1374); zu Großenlinden (1381); Berndorf; Gigelnbach, Fredelinstatt, Eigershausen(1445) usw.

Sie waren Ganerben mit den Döring und Breidenbach; hatten Teil an den Gerichten Lixfeld, Breidenbach, Eisenhausen und Wallau.

Sie trugen zu Lehen: den Kirchsatz zu Breidenbach, die Zehnten zu Elbernhausen, Oberasphe, Diedenshausen, Elpergshausen (am Wege von Treisbach nach Sachsenberg gelegen), Göttingen, Dausenbach, Silberg, Treisbach, Witterkusen, Betzendorf, Kalbe, Obernheim, Damshausen, Melsbach, Biedenkopf, Breidenbach, Gladenbach, Weiffenbach, Scheierbach, zwei Höfe zu Derbach (Deckensbach), den Zehnten zu Engelbach, Güttelshausen, Fleckenbühl, Hönscheid, einen Hof zu Günterau, einen Wald zwischen Dreisbach und Niederasphe, Zehnten zu Wallau, Herzhausen, Buchenau, den Kirchensatz zu Amönau, Zehnten zu Warzenbach, Kirchlehen zu Geismar, Ostheim und Simonshausen bei Kassel, den Zehnten zu Gernshausen, Hauwelte, Humbrachtshausen, Eldenkusen, Beltersberg, Bennekusen, Saßenberg, Butzebach, Atzelhan, Ackershausen, Freien-Gosfelden, Gudenhausen, Kuwe, Niederdieten, Zehnten und Land zu Brunstadt[15] und Roth, Zehnten zu Westheim, einen Hof und eine Mühle zu Rengershausen, einen Hof zu Neunkirchen, Zehnten zu Ageshausen (= Eikshausen, im Kirchspiel Geismar,) das Dorf Radehausen, einen Hof zu Wonsdorf, Meißen, Schachten, Ellerzhausen, Viermünden, Oberallendorf, Ybenhausen; Zehnten zu Irmershausen, Volprechtshausen, Lindenhan, Obernschreuffe, Eckelshausen und den Zehnten zu Simmersbach. 
von Hohenfels, Werner II. (I58166)
 
48824 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hohengeroldseck

Hohengeroldseck

Hohengeroldseck ist die Ruine einer Höhenburg auf 523,9 m ü. NN im Schwarzwald auf einer Anhöhe zwischen dem Kinzigtal und dem Schuttertal im Ortsteil Schönberg der Gemeinde Seelbach (nahe Lahr) im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. Sie war Stammsitz der Herren von Geroldseck. Auf einer Spornkuppe 1.700 Meter nördlich befindet sich die Ruine der Burg Alt-Geroldseck.

Geschichte
Die Herren von Geroldseck
Die Burg wurde in den Jahren 1240 bis 1250 auf dem Schönberg von Walther von Geroldseck als Stammburg der Herren von Geroldseck erbaut und bildete zwischen der Landesteilung 1277 und dem Ende der Geroldsecker Herrschaft 1634 den Mittelpunkt der „Oberen Herrschaft“ Hohengeroldseck. Das Gebiet der oberen Ortenau war seit 1277 in der Hand der Nachkommen Walthers von Geroldseck und umfasste die Herrschaften Lahr, Mahlberg, Schiltach und die Klöster Schuttern und Ettenheimmünster. Ebenfalls im Besitz der Herren von Geroldseck war die Landvogtei zu beiden Seiten des Rheins von Basel bis Seltz. Für 30.000 Gulden kaufte Markgraf Jakob I. von Baden 1442, von den Nachkommen Walthers von Geroldseck, die Hälfte der Herrschaft Lahr und Mahlberg. 1486 wurde die Burg von Pfalzgraf Philipp erobert und blieb bis 1534 bei der Kurpfalz. Der kurpfälzische Geschützmeister Martin Merz leitete seinerzeit die sechs Wochen andauernde Beschießung. 1599 verlegten die Geroldsecker ihre Residenz in das zum Renaissanceschloss umgebaute Schloss Dautenstein im nahen Seelbach.

Der Graf von Kronberg 1636–1692
Anna Maria von Hohen-Geroldseck († 1649) war nach dem Tod ihres Vaters Jakob von Hohen-Geroldseck († 1634) die einzige Erbin derer von Geroldseck. Seit 1644 war sie mit Markgraf Friedrich V. von Baden-Durlach verheiratet. Die Habsburger betrachteten die ganze Herrschaft Hohengeroldseck als an sie zurückgefallenes Lehen. Sie ignorierten die Ansprüche der Erbin auf darin enthaltenes Allodialgut und belehnten 1636 den noch unmündigen Kraft Adolf Otto Graf von und zu Kronberg[1] mit Burg und Herrschaft, da Kaiser Ferdinand II. dessen Vater Adam Philipp das Lehen bereits 1620 zugesagt und 1630 bestätigt hatte, nachdem absehbar war, dass Jakob von Hohen-Geroldseck ohne männlichen Erben sterben würde. Ottos Mutter, Margarethe Sidonie von Daun, Gräfin von Falkenstein, handelte für ihren Sohn. 1650 wurde Otto für mündig erklärt und übernahm selbst die Herrschaft. 1653 heiratete er Maria Franziska von Oettingen-Baldern.[2] Dem Grafen gelang es, durch eine Hinhaltetaktik die Gerichte von einer Zuweisung des Allodialgutes an die Markgrafen von Baden-Durlach abzuhalten. Darüber hinaus begann er auch noch einen kleinen Grenzkrieg mit der unter baden-durlachischer Pfandherrschaft stehenden Herrschaft Lahr um die Landeshoheit über die zwischen Kuhbach und Lahr stehende Sägemühle.

Die Burg wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Januar 1689 durch französische Truppen zerstört

Anna Maria von Hohen-Geroldseck († 1649) war nach dem Tod ihres Vaters Jakob von Hohen-Geroldseck († 1634) die einzige Erbin derer von Geroldseck. Seit 1644 war sie mit Markgraf Friedrich V. von Baden-Durlach verheiratet. Die Habsburger betrachteten die ganze Herrschaft Hohengeroldseck als an sie zurückgefallenes Lehen. Sie ignorierten die Ansprüche der Erbin auf darin enthaltenes Allodialgut und belehnten 1636 den noch unmündigen Kraft Adolf Otto Graf von und zu Kronberg[1] mit Burg und Herrschaft, da Kaiser Ferdinand II. dessen Vater Adam Philipp das Lehen bereits 1620 zugesagt und 1630 bestätigt hatte, nachdem absehbar war, dass Jakob von Hohen-Geroldseck ohne männlichen Erben sterben würde. Ottos Mutter, Margarethe Sidonie von Daun, Gräfin von Falkenstein, handelte für ihren Sohn. 1650 wurde Otto für mündig erklärt und übernahm selbst die Herrschaft. 1653 heiratete er Maria Franziska von Oettingen-Baldern.[2] Dem Grafen gelang es, durch eine Hinhaltetaktik die Gerichte von einer Zuweisung des Allodialgutes an die Markgrafen von Baden-Durlach abzuhalten. Darüber hinaus begann er auch noch einen kleinen Grenzkrieg mit der unter baden-durlachischer Pfandherrschaft stehenden Herrschaft Lahr um die Landeshoheit über die zwischen Kuhbach und Lahr stehende Sägemühle.

Die Burg wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Januar 1689 durch französische Truppen zerstört

Die Grafen von der Leyen seit 1697
Nach dem Tod des letzten Grafen von Kronberg (im Kronenstamm) im Jahre 1692, ließ Markgraf Friedrich Magnus den von seinem Großvater, Friedrich V., ererbten Anspruch auf die Herrschaft Hohengeroldseck wieder aufleben. Er nahm ein halbes Jahr nach dem Tod des Kronbergers die Herrschaft in Besitz. 1695 erhob Karl Kasper Franz von der Leyen seinerseits Ansprüche auf die Herrschaft, da die Habsburger ihm wiederum im Hinblick auf die fehlenden Erben des Lehensträgers, Kraft Adolf Otto Graf von und zu Kronberg, bereits Zusagen für dessen Nachfolge gemacht hatten, obwohl die badischen Ansprüche und deren rechtlicher Bestand bekannt waren.

Der österreichische Landvogt in der Ortenau, Karl II. von Neveu, ließ am 16. April 1697 ein 300 Mann starkes Militärkontingent einrücken, das die badischen Wappen entfernte, Schloss Dautenstein gewaltsam einnahm und die badischen Beamten vertrieb.[3] Von der Bevölkerung wurde verlangt, dass sie Karl Kasper von der Leyen huldigen sollte. Seither gehört die Burgruine dem Geschlecht der von der Leyen.

Erhaltung der Burgruine
Die Ruine Hohengeroldseck ist heute Eigentum der Rechtsnachfolger der Herren von Geroldseck, der Fürsten von der Leyen und wird seit 1958 vom Verein zur Erhaltung der Burgruine Hohengeroldseck e. V.[6] betreut. Erste Instandhaltungsmaßnahmen erfolgten bereits 1883. „Zu Beginn der 1950er Jahre folgte der Einbau einer neuen Wendeltreppe in den Turm des hinteren Palas“.[7] Die Burgruine wurde 2005 vom Landesverein Badische Heimat als „Kulturerbe des Landes“ benannt und von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats Juni 2010“ ernannt. 2011 und 2013 wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Die Sanierungskosten betrugen seit 1996 etwa 824.544,94 €.

Anlage
Die Burg, von der die ca. 10 Meter hohen Außenmauern (Unterburg) sowie das Hauptgebäude (Oberburg) erhalten sind, stellt den Typus der turmlosen Turmhausburg dar und bildet vor allem vom Kinzigtal her einen markanten Blickfang.

Die Burg hatte ohne die Vorwerke eine Ausdehnung von 95 auf 50 Meter. Die Ringmauer hatte einen Wehrgang mit Schießscharten und war 2,10 Meter stark. Die beiden auf einem Porphyrfelsen errichteten Hauptgebäude waren etwa 50 Meter lang und maximal 20 Meter breit. Sie waren durch einen Hof getrennt. Die Fassade des Ritterhauses, eines viergeschossigen Palas, ist noch weitgehend erhalten. Im zweiten Obergeschoss befand sich ein 80 Quadratmeter großer Rittersaal.

Mehr unter dem Link oben.. 
von Geroldseck (Hohengeroldseck), Walter II. (I11911)
 
48825 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hohenlohe_(Adelsgeschlecht)

Hohenlohe (Adelsgeschlecht)

Das Haus Hohenlohe ist ein fränkisches Adelsgeschlecht des Hochadels. Sein Herrschaftsgebiet erstreckte sich über die später nach ihm benannte Hohenloher Ebene zwischen Kocher, Tauber und Jagst. Trotz wiederholter Teilungen im 13. und 15. Jahrhundert sowie Schenkungen an den Deutschen Orden (1219) konnte Hohenlohe ein fast geschlossenes Territorium bilden. Die Herren von Hohenlohe wurden 1450 in den Reichsgrafenstand erhoben, ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden das Gebiet und seine Herrscher fürstlich.

Geschichte des Hauses Hohenlohe

Familienname und Herkunft
Die Bezeichnung Hohenlohe als Familiennamen verwendete als erster Konrad, einer der drei Söhne des 1153 erstmals erwähnten Konrad von Weikersheim, in der Form „Hohenlach“ oder „Holach“. Dieser Name wurde später auch von seinen Brüdern Heinrich und Albert geführt. Er leitet sich von der nicht mehr existierenden Burg Hohlach bei Uffenheim in Mittelfranken ab, auf die die Herren von Weikersheim ihren Stammsitz verlegt hatten. Dies geschah vermutlich aufgrund der Nähe der Burg zu den Handelswegen zwischen Frankfurt, Würzburg und Augsburg. Als Beleg für diese Vermutung dient die Tatsache, dass die Herren von Hohenlohe bis ins 14. Jahrhundert in den mittelfränkischen Gegenden um das Taubertal das Geleitrecht an den dortigen Straßen hielten.

Für die Zeit vor Konrad von Hohenlohe, seinem Vater Konrad von Weikersheim und dessen Bruder Heinrich gibt es keine gesicherten Nachweise. Es gilt als plausibel, aber ist nicht wissenschaftlich belegbar, dass die Herren von Weikersheim und damit die späteren Herren von Hohenlohe mit den Edelherren von Pfitzingen bei Mergentheim identisch waren. Möglicherweise kam es zum Namenswechsel, als ein Mitglied der Familie die Erbin eines schon bestehenden Hauses Hohenlohe heiratete.[1] Andere Theorien versuchen eine Abstammung der heutigen Familie Hohenlohe von den Herzögen von Franken oder von Mergentheim zu beweisen. Das Stammland des Hauses lag im früheren Taubergau und Gollachgau.

Erste Teilung
Von den drei Söhnen Konrads von Weikersheim starben Konrad und Albrecht kinderlos. Heinrich von Hohenlohe hingegen, der dritte Sohn, hatte seinerseits fünf Söhne, von denen Andreas, Heinrich und Friedrich in den Deutschen Orden und damit den geistlichen Stand eintraten. Gottfried und Konrad standen in der Stauferzeit an der Spitze des Hauses und waren Gefolgsleute von Kaiser Friedrich II., nachdem schon ihre Onkel Konrad und Albrecht im 12. Jahrhundert mehrmals auf Reichstagen erschienen waren und Albrecht am Kreuzzug von 1189 teilgenommen hatte. Friedrich II. belohnte die beiden Brüder für ihre Dienste mit der Verleihung von Grafschaften als Lehen. Konrad von Hohenlohe erhielt im Dezember 1229 die Grafschaft Molise in den Abruzzen als Lehen, musste sie aber bereits 1230 im Rahmen der Lösung des Kaisers aus dem Kirchenbann durch Papst Gregor IX. wieder zurückgeben. Ab 1230 führten Konrad und Gottfried (sowohl einzeln als auch gemeinsam) den Titel Graf von Romagna.

Ein Familienvertrag aus dem Jahr 1230 regelte unter anderem die Abgrenzung des gemeinschaftlichen Lehensgebiets. Konrad erhielt den östlichen, heute größtenteils in Bayern liegenden Teil mit der Hauptburg Brauneck. Sein Familienzweig starb in männlicher Linie 1390 aus, die Besitzungen gingen dem Haus Hohenlohe verloren. Gottfried erhielt den westlichen Teil mit dem Stammsitz Burg Hohlach. Er bekam darüber hinaus von Kaiser Friedrich II. als würzburgisches Lehen die Herrschaft über Langenburg, dessen Herren in den Deutschen Orden eingetreten waren und in verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Hohenlohe standen. Gottfried wurde zum Erzieher und Berater von König Konrad IV. Dieser überlebte 1250 in Regensburg angeblich ein Mordkomplott, dessen Drahtzieher der Bischof von Regensburg gewesen sein soll. König Konrad übertrug Gottfried als Dank für seine Hilfe regensburgische Lehen. Hierzu zählten auch die Vogtei über das 1037 gegründete Chorherrenstift Öhringen sowie die Orte Neuenstein und Waldenburg. Gottfrieds Sohn, Kraft I. von Hohenlohe, erweiterte sein Herrschaftsgebiet durch zahlreiche Aufkäufe von Besitzungen des niederen Adels, darunter auch die Burg Lichteneck mit dem Ort Ingelfingen. Auch sein Sohn Kraft II. nahm zahlreiche Gebietsvergrößerungen vor, vor allem im Bereich des mittleren Kochers und der Jagst.

Gebietserweiterungen
In der Folge dieser Gebietsvergrößerungen kam es zu einer hohenlohischen Territorialherrschaft, die über die alte Form der adligen Herrschaft mit Grundherrschaft und Gerichtshoheit hinausreichte. Geldeinnahmen hatten die Herren von Hohenlohe durch Zölle und Geleitrechte, sie hielten das Münzrecht an der Münze in Öhringen, das Schutzrecht über die Juden und zahlreiche Marktrechte in hohenlohischen Ortschaften. Als Vögte waren die Hohenlohe zuerst in Öhringen und im Kochergau, später für alle Besitzungen, Inhaber der Gerichtshoheit. Auch die Schultheißen unterstanden ihnen. Kaiser Sigismund verlieh 1418 die unumschränkte Gerichtshoheit für das gesamte Territorium an Albrecht von Hohenlohe. Die Hohenlohe konnten nun nur vom Kaiser oder einem kaiserlichen Gericht belangt werden, ihre Untertanen und Diener hingegen nur von einem hohenlohischen Gericht. Somit befanden sich alle wesentlichen Herrschaftsrechte in den Händen der Hohenlohe, so dass von einer Landesherrschaft gesprochen werden kann. Die Reichsgrafenwürde hatten die Hohenlohe am Ende des Mittelalters allerdings nicht erlangt, sie waren nur nobilis vir und nicht comes.

Mehr (auch eine Stammtafel) unter obenstehendem Link.. 
von Weikersheim (von Hohenlohe), Heinrich (I11764)
 
48826 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hohenzollern

Die Stammlande des Geschlechts liegen hauptsächlich im nördlichen Teil des heutigen Zollernalbkreises, wo sich unweit von Hechingen die Burg Hohenzollern beim Ortsteil Zimmern der Gemeinde Bisingen am Nordrand der Schwäbischen Alb befindet. Das ursprüngliche Bauwerk stammt möglicherweise aus dem 11. Jahrhundert, wurde 1267 zum ersten Mal genannt und 1423 durch den Bund der schwäbischen Reichsstädte erobert und weitgehend zerstört. Die heutige Burg ließ Friedrich Wilhelm IV. zwischen 1850 und 1867 im Architekturstil der Neugotik erbauen. Sie wird als dritte Burg bezeichnet und gehört bis heute gemeinschaftlich der brandenburg-preußischen und der schwäbischen Linie.

Die früheste Nennung der Familie befindet sich mit „Burchardus et Wezil de Zolorin occiduntur“ in der lateinischen Chronik von Berthold von Reichenau, in der die zwei im Jahr 1061 ums Leben gekommenen Hohenzollern erwähnt werden. Burchardus und Wezil (Werner) waren Zeitgenossen des römisch-deutschen Königs Heinrich IV. aus dem Geschlecht der Salier. Das Werk des Mönchs schließt chronologisch an die Weltchronik Hermanns von Reichenau an. Nennungen im Umfeld mit dem Kloster Reichenau lassen vermuten, dass die Hohenzollern als Vögte des Reichenauer Kirchengutes in eine lokale Machtposition kamen. Gesichert ist, dass in der frühen Zeit eine enge Verbindung mit dem Bodenseekloster bestand. Ulrich von Zollern starb als Abt der Reichenau 1136 und später traten zahlreiche Hohenzollern dort als Mönche ein.

Die überlieferte Textstelle Bertholds von Reichenau ist für Historiker nicht unproblematisch, da in der Quelle genaue Umstände des Geschehnisses nicht dargelegt werden und die Genannten zudem nicht als Grafen bezeichnet werden. Der Tübinger Professor Martin Crusius bemerkte bereits am Ende des 16. Jahrhunderts: „Burckhard und Wezil von Zolorin kommen um. So ist dieses in Hermann des Contract Chronik beygefügt. Es steht unten nichts darbey, weder die Ursach, noch sonst etwas, daraus man erkennen könnte, dass es Grafen von Zollern gewesen wären“ (Übersetzung). Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stehen die beiden Hohenzollern als die ersten sicher bezeugten Vorfahren am Anfang der Familiengeschichte, da die Nichtexistenz weiter zurückliegender Personen wissenschaftlich bewiesen wurde.

Burkhard I. von Zollern († 1061)
Friedrich I. von Zollern († vor 1125), genannt „Maute“, verwandt mit dem Schwabenherzog Friedrich I. aus dem Geschlecht der Staufer
Friedrich II. von Zollern († um 1142), Sohn von Friedrich I., um 1170 Abspaltung der Hohenberger
Friedrich III. von Zollern (* vor 1171; † um 1200), ab 1192 durch kaiserliche Belehnung Burggraf Friedrich I. von Nürnberg Vertrauter der Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa und Heinrich VI.

Urkunden mit Nennung von Familienangehörigen gibt es erst seit Ende des 11. Jahrhunderts. Adalbert von Zollern aus der Nebenlinie Haigerloch, in der Originalquelle „Adelbertus de Zolro“ genannt, besaß mit anderen Adeligen ein Gut im Schwarzwald und stiftete 1095 dort das Kloster Alpirsbach. Über diese Zeit im Zusammenhang mit der Herrschaft Haigerloch ist wenig bekannt.

Friedrich I. von Zollern († vor 1125), genannt „Maute“, war ein Nachfahre des 1061 verstorbenen Burkhard I. und wirkte als erster Vogt des Klosters Alpirsbach. Durch seinen Einsatz für den salischen Kaiser Heinrich V. wurden die Hohenzollern auf der Reichsebene wahrgenommen. Der Graf hielt sich am Hofe des Herrschers auf und war bei Regierungsgeschäften des Reiches und im Investiturstreit aktiv. Der Hohenzoller befand sich 1111 im Gefolge Heinrichs V. bei der Kaiserkrönung durch Papst Paschalis II. In diesem Jahr wurde Friedrich I. nachweisbar als Graf bezeichnet. Auch wurde Friedrich allmählich zum Leitnamen der Hohenzollern.

Nach dem Tode Mautes um 1125 erhielt sein Sohn Friedrich II. den Kernbesitz. Die Grafen von Zollern hatten um 1125 eine Herrschaft mit Ministerialen. Über die Lage der Besitzungen ist allerdings wenig bekannt. Im Zusammenhang mit Besitz bei Schenkungen konnten die Orte Höfendorf bei Haigerloch (1095), Beuren (1134), Stetten, Engstlatt, Hart, Streichen und Thanheim bestimmt werden.

Burkhard, der andere Sohn Mautes und fortan Graf von Hohenberg-Zollern, begründete den Familienzweig der Hohenberger, der 1486 erlosch. Nach anderer Auffassung kam es nicht nach Mautes Tod, sondern erst um 1170 zur Teilung des Besitzes. Die Hohenberger bauten die Burg Hohenberg, eine Höhenburg bei Schörzingen, und hatten zu den Hohenzollern oftmals kein gutes Verhältnis, bis hin zu Auseinandersetzungen. Ein bekannter Hohenberger war Albrecht II. von Hohenberg-Rotenburg, der Minnesänger († 1298). Die Abspaltung der Hohenberger hatte den Verlust des westlichen Gebietes für die Hohenzollern als Konsequenz. Die Hohenberger regierten vom 12. bis zum 14. Jahrhundert Haigerloch. Im Jahr 1497 erhielten die Grafen von Zollern Haigerloch im Tausch gegen Besitz in Graubünden, nachdem die Herrschaft bereits 1488 an die Familie verpfändet worden war.

Die Hohenzollern waren im 12. Jahrhundert auf den Landtagen der Herzöge von Schwaben aktiv und ebenfalls auf den Hoftagen der Staufer im Zusammenhang mit schwäbischen Angelegenheiten. Die Familie war darüber hinaus auf Landtagen der Zähringer sowie auf Landtagen Heinrichs des Löwen für Lehen in der Nähe von Ravensburg präsent. Durch die Ämter für das Reich und die Kirche und durch das von ihnen verwaltete Kirchengut bauten die Hohenzollern ihre Macht auf.

Der Aufstieg der Hohenzollern im Spätmittelalter war nicht zuletzt ihrer Königstreue zunächst gegenüber den Staufern und später den Luxemburgern zu verdanken. Friedrich III. von Zollern († um 1200) war ein treuer Gefolgsmann der Stauferkaiser Friedrich I. und Heinrich VI. Sein Vater oder Großvater Friedrich II. distanzierte sich zunächst aufgrund eines Bündnisses mit Kaiser Lothar von Süpplingenburg noch von den Staufern, kämpfte aber nach 1138 mit diesen gegen die Welfen. In der Tübinger Fehde von 1164 bis 1166 standen die Hohenzollern in ihrer Heimat auf der Seite der Pfalzgrafen von Tübingen und der Staufer gegen die Welfen.[8] Friedrich III. heiratete um 1185 Sophia von Raabs, die Tochter des Nürnberger Burggrafen Konrad II. von Raabs. Die niederösterreichischen Grafen von Raabs hatten umfangreiche Güter in Österreich, wo sich auch die Burg Raabs befindet. Nach dem Tod seines Schwiegervaters, der keine männlichen Nachkommen hinterließ, wurde Friedrich III. von Kaiser Heinrich VI. mit der Burggrafschaft Nürnberg belehnt. Er wurde am 8. Juli 1192 in einer kaiserlichen Urkunde in der Funktion als Zeuge erstmals Burggraf von Nürnberg genannt[20] und wird als Stammvater des Zollerisch-Nürnbergischen Hauses als Friedrich I. bezeichnet. Auch erhielt er Eigengüter der Raabser unweit von Nürnberg. Das Burggrafenamt war ein Mannlehen des Reiches und bedeutete einen Dienst für den Kaiser. Nürnberg war als Ort erstmals bereits 1050 in einer von Kaiser Heinrich III. ausgestellten Urkunde erwähnt worden.

Die Söhne des Burggrafen teilten nach zuerst gemeinsamer Führung die Besitzungen untereinander auf. Der ältere Konrad I. erhielt um 1218 die Burggrafschaft Nürnberg. Er begründete die fränkische Linie der Hohenzollern, aus der später die brandenburg-preußische Linie hervorging. Der jüngere Bruder Friedrich IV. (II.) führte die schwäbische Linie fort und erbte die bei Hechingen gelegene Stammburg und die dortigen schwäbischen Stammgüter. Er wurde zum Stammvater des heutigen Hauses Hohenzollern-Sigmaringen. So entstanden die fränkische (seit der Reformation evangelische) und die schwäbische (katholische) Linie der Hohenzollern.

Mehr unter dem Link oben.. 
von Zollern-Schalksburg, Friedrich I. (IX.) der Jüngere (I57813)
 
48827 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hohenzollern

Namen und Titel der entstandenen Linien
Die Bezeichnung des Stammsitzes bei Hechingen war ursprünglich nicht Hohenzollern, sondern nur Zollern. Hohenzollern nennt man ebenfalls den 855 Meter hohen kegelförmigen Berg, auf dem die Burg Hohenzollern steht. In mittelalterlichen Schriften finden sich für den Namen des Geschlechts unter anderem die Schreibweisen „Zoler“, „Zolr“, „Zolrin“, „Zolre“ und „Zolra“. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts kam bei der schwäbischen Linie allmählich Hohenzollern in Gebrauch und wurde ab dem 16. Jahrhundert konsequent verwendet. Der Name Zollern könnte sich von Söller ableiten, was so viel wie Höhe bedeuten soll und auf den Burgberg bei Hechingen Bezug nimmt. In älteren Fachbüchern wird in diesem Zusammenhang gelegentlich auf eine von den Römern als „mons solarius“ bezeichnete altgermanische Sonnenkultstätte hingewiesen, nur in willkürlich konstruierten Sagen mit dem altrömischen Patriziergeschlecht der Colonna oder dem gotisch-lombardischen der Colalto in Verbindung gebracht.

Die am Ende des 12. Jahrhunderts in den schwäbischen Stammlanden verbliebene Linie führte den Titel Graf von Zollern und später Hohenzollern, bis die Zweige Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen 1623 in den Reichsfürstenstand erhoben wurden, während der Zweig Hohenzollern-Haigerloch bis zu seinem Aussterben 1634 gräflich blieb. Der 1192 mit der Burggrafschaft Nürnberg belehnte Zweig führte zunächst den Titel Burggraf von Nürnberg, wobei der Familienname Zollern bei der fränkischen Linie außer Gebrauch kam. Seit der Belehnung mit der Mark Brandenburg 1415 führten alle Angehörigen der fränkischen Linie fortan den Titel Markgraf bzw. Markgräfin von Brandenburg, inoffiziell bei den in Franken verbliebenen Zweigen ergänzt um die Herkunftsbezeichnung -Kulmbach, -Ansbach oder -Bayreuth, während der in Brandenburg regierende Markgraf zugleich die Rangbezeichnung eines Kurfürsten führte. Erst der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm von Brandenburg nahm im 17. Jahrhundert als einen von vielen Nebentiteln wieder den Titel Graf von Hohenzollern an.

Der Titel Herzog von Preußen wurde ab 1525 nur von den dort regierenden Herzögen geführt, die ab 1618 mit den Kurfürsten identisch waren. Seit der Erhebung des Herzogtums zum Königreich 1701 führten die Nachkommen des ersten Königs Friedrich I. dann die Titel Prinz und Prinzessin von Preußen (während etwa seine Geschwister und deren Nachfahren Markgrafen blieben). Im Deutschen Kaiserreich (1871–1918) beschränkte sich der Amtstitel Deutscher Kaiser auf das jeweilige Staatsoberhaupt, seine Familienangehörigen hingegen führten bis auf den Kronprinzen nur die preußischen Titel.

Durch einen Erbvertrag wurde 1695 der spätere König Friedrich I. als Oberhaupt der beiden Hauptlinien, der fränkisch-brandenburgischen und der schwäbischen, bestimmt. Diese Regelung hat heute keine Bedeutung mehr; die beiden einzigen heute noch existierenden Zweige, das (evangelische) vormalige preußische Königshaus und das (katholische) vormals regierende Fürstenhaus Hohenzollern-Sigmaringen betrachten sich als zwei Familien eines Adelsgeschlechts mit jeweils eigenem Oberhaupt, wobei Ersteres den Familiennamen Prinz und Prinzessin von Preußen und Letzteres den Namen Prinz und Prinzessin von Hohenzollern führt.

Nichtzutreffende Herkunftstheorien
Über die Herkunft und verwandtschaftlichen Beziehungen der Hohenzollern vor dem 11. Jahrhundert gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Eine Abstammung von den rätischen Burchardingern, die Ludwig Schmid im 19. Jahrhundert nachzuweisen versuchte, ist nicht belegbar. Die Burchardinger besaßen niemals die Zollernburg und sind schon im 10. Jahrhundert ausgestorben.[26] Die Hohenzollern stammen auch nicht vom fiktiven, angeblich um 800 lebenden, Grafen Tassilo von Zollern ab. Der Historiker Johann Basilius Herold nannte diese Herkunft, nachdem er 1560 von Karl I. von Hohenzollern mit Geschichtsforschungen betraut worden war. Graf Tassilo sollte mit den Welfen verwandt sein und sei am Hofe Karls des Großen gewesen. Der fiktive Vorfahre findet sich unter anderem auch in den Werken von Friedrich dem Großen. Auch die Meinung, die Hohenzollern würden von dem römischen Geschlecht der Colonna abstammen, ist nicht korrekt. Der selbst aus dem Hause Colonna stammende Papst Martin V. äußerte 1424 in einem Brief diese Anschauung. Wie bei vielen regierenden Dynastien wurde in der Renaissancezeit auch eine legendäre Abstammung konstruiert, welche die Anfänge der Familie nicht nur ins Römische Reich, sondern bis zurück nach Troja verlegte.[28]

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts äußerte eine kleine Minderheit fränkischer Forscher die Anschauung, dass der Ursprung des Hauses Preußen sich nicht bei den schwäbischen Hohenzollern, sondern bei den um 1200 erloschenen fränkischen Abenbergern befinden soll.[29] Die Burggrafen von Nürnberg des 13. Jahrhunderts wären somit keine Hohenzollern. Die Auseinandersetzung unter Genealogen dauerte in dieser Frage bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts an. Die historische Verbundenheit der schwäbischen, fränkischen und brandenburgischen Hohenzollern wird aber unter anderem an der Benutzung des Wappens mit der Vierung in Schwarz und Weiß (Silber) ersichtlich. Das Wappen wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts von den schwäbischen Zollerngrafen benutzt. Auch verwendeten die Burggrafen von Nürnberg und die brandenburgischen Hohenzollern das Wappen, die es ab dem 15. Jahrhundert bei fürstlichen Begräbnissen in der Kurmark einsetzten. Das neue Siegel des Kurfürsten von Brandenburg von 1415 zeigt ebenfalls das Zollern’sche Wappen. 
von Zollern-Schalksburg, Friedrich II. (I57815)
 
48828 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Homburg_(Stahringen)#Geschichte

Die Burg Homburg ist die Ruine einer hochmittelalterlichen Höhenburg bei Stahringen, einem Stadtteil von Radolfzell am Bodensee, und steht somit unweit des westlichen Bodenseeufers im Hegau, Landkreis Konstanz, Baden-Württemberg.

Lage
Auf 635,3 m Höhe, über Stahringen gelegen, diente die Homburg den Herren von Homburg lange als Sitz. Die Burganlage an sich befindet sich auf einem steil zum Ort abfallenden Bergsporn. Im Lauf der Jahrhunderte zerfiel die wuchtige Burganlage wie viele andere Hegauburgen und wurde schließlich aufgegeben.

Geschichte
Die Ursprünge der Homburg gehen auf das 11. Jahrhundert zurück, als die Herren von Homburg, ehemalige Ministerialen des Bischofs von Konstanz, auf den eiszeitlichen Schotterresten hoch über Stahringen die Ringmaueranlage errichten ließen. Stahringen fand daraufhin lange Zeit als ein ritterschaftliches Dorf Erwähnung in urkundlichen Schriften.

Während des Schweizer Krieges 1499 wurden die Burg beraubt, ihre Bewohner um Hab und Gut gebracht und niedergebrannt. 1502 wurde sie wieder aufgebaut und noch vergrößert.

1565 verkaufte Wolf von Homburg seine Herrschaft an seinen Schwiegersohn Hans Konrad von Bodman. Er selbst starb ein Jahr später ohne erbberechtigte Nachkommen in Radolfzell, wo im Münster noch heute ein Bronzeepitaph an ihn erinnert.[1] Die Herren von Bodman waren nur knapp 50 Jahre Ortsherren in Stahringen. 1614 kamen Dorf und Homburg an das Benediktinerkloster Sankt Gallen.

Im Dreißigjährigen Krieg folgten mehrfache Wechsel der Besitzer. Es gab Besetzungen der Burg sowohl durch protestantische als auch durch katholische Truppen. Im Jahr 1642 wurde die Burg – wieder einmal war es der Festungskommandant vom Hohentwiel, Konrad Widerholt – überfallen, jedoch dieses Mal niedergebrannt. Nach dem Krieg diente sie als Steinbruch, Reste finden sich heute in den unter der Ruine liegenden Höfen.

Im Jahr 1749 ging die Burg – respektive das, was von der Anlage übrig geblieben war – an den Bischof von Konstanz. In den Jahren 1803 bis 1808 stritten sich Habsburg bzw. Württemberg einerseits und Baden andererseits um den Besitz der Herrschaft Stahringen-Homburg. Nach zweijähriger Zugehörigkeit zum Königreich Württemberg wurde schließlich 1810 das zur ehemaligen Landgrafschaft Nellenburg gehörende Gebiet im Grenzvertrag zwischen Württemberg und Baden dem Großherzogtum Baden zugesprochen und wurde in den badischen Seekreis eingegliedert.

Anlage
Lediglich des Beobachtens wegen war die Burg strategisch günstig gelegen, aber aufgrund des flachen Anstiegs aus westlicher Richtung war sie leicht einzunehmen.

Über die Jahrhunderte wurde die Schildmauer bis zu fast 3 Meter Dicke mit großen Buckelquadern aus Nagelfluh verkleidet. Die Homburg wurde also zur wehrhaften Wohnanlage ausgebaut.

Mehrfach zerstört lassen nur noch eine über 11 Meter hohe Maueranlage und eine mächtige Schildmauer Größe und bauliche Gestalt erahnen.

Schlüssige Rekonstruktionen der Burg gibt es nicht. In einem Gemälde aus dem 18. Jahrhundert ist ein Rundturm der Burg zu sehen. 
von Homburg, Heinrich (I21679)
 
48829 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Howell_der_Gute

Howell der Gute, auch Hywel Dda, (* um 880; † 950) war ursprünglich König von Deheubarth im südwestlichen Wales, später herrschte er über den größten Teil von Wales.

Statue von Howell dem Guten (F. W. Pomeroy, Rathaus, Cardiff)
Howell war durch seinen Vater ein Nachfahre von Rhodri Mawr und somit ein Mitglied des Dinefwr-Zweiges der aus Powys stammenden Dynastie. Er wird als der erfolgreichste walisische Herrscher aus der Zeit vor der normannischen Eroberung bezeichnet. Sein Name wird mit der Entwicklung der walisischen Gesetze verbunden, die auch als Laws of Hywel (Hywels Gesetze) bekannt sind. Sie sind im Llyfr Gwyn Hergest („Das Weiße Buch von Hergest“) überliefert.

2008 wurden das in Cardiff gelegene Crickhowell House, zwischen 1999 und 2006 Sitz der Nationalversammlung für Wales, in Tŷ Hywel, der dort gelegene frühere Plenarsaal in Siamber Hywel umbenannt.

Howell der Gute wurde um 880 als jüngerer Sohn Cadell ap Rhodris, eines Sohnes Rhodri Mawrs, geboren. Nachdem Cadell Dyfed erobert hatte, gab er es seinem Sohn, der es in seinem Auftrag regieren sollte. Hywel konnte seine Position als Herrscher noch durch die Heirat mit Elen, deren Vater vor seinem Tode selbst Herrscher von Dyfed gewesen war, festigen.

Nachdem sein Vater 909 gestorben war, erbte er einen Teil von Seisyllwg und vereinigte nach dem Tode seines Bruders im Jahre 920 Dyfed und Seisyllwg. So schuf er sich ein neues Königreich, das als Deheubarth bekannt wurde. Nach dem Tode seines Cousins Idwal Foel im Jahre 942 ergriff er auch die Herrschaft über Gwynedd und beherrschte mehr als drei Viertel des heutigen Wales.

Hywels Regentschaft war nicht charakteristisch für die damalige Zeit, denn er führte kaum Kriege und erreichte eine Freundschaftsbeziehung mit Æthelstan von England. Die Beziehung zwischen den beiden Herrschaftsgebieten ermöglichte, dass Hywel als erster und einziger walisischer Herrscher, der jemals eine eigene Währung hatte, seine eigenen Münzen in der englischen Stadt Chester prägen lassen konnte.

Das Studium des englischen Rechtssystems und die Pilgerfahrt nach Rom im Jahre 928 – natürlich wollte er die Möglichkeit haben, einen der Päpste Johannes X., Leo VI. oder Stephan VII., die in diesem Jahr auf dem Heiligen Stuhl saßen, zu treffen – machten es ihm möglich, fortgeschrittene Ideen einer Regierung auszuarbeiten. Die Konferenz, die 945 in Whitland abgehalten wurde, war eine Art Parlament, in dem das walisische Gesetz beraten und niedergeschrieben wurde.

Nach dem Tode Hywel Ddas zerfiel sein Königreich schnell in drei Reiche; Gwynedd wurde von den Söhnen Idwal Foels übernommen, und Deheubarth wurde unter Hywels Söhnen aufgeteilt.

Hywels Gesetze galten vollständig bis zur englischen Eroberung von Wales und wurden erst im 16. Jahrhundert vollständig vom englischen Parlament abgeschafft. 
von Deheubarth, König Howell (Hywel Dda) der Gute (I29977)
 
48830 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hubert_de_Burgh,_1._Earl_of_Kent

Hubert de Burgh, 1. Earl of Kent (* um 1170; † unsicher: 12. Mai 1243 in Banstead, Surrey) war ein englischer Adliger.

Durch loyalen Dienst stieg er unter König Johann Ohneland aus dem Ritterstand zum Justiciar und zu einem reichen Baron auf. Während der Minderjährigkeit und der Jugend von Heinrich III. regierte er England unter Beachtung der Einschränkungen, die die Magna Carta der Regierung auferlegte. Ältere Historiker bezeichneten ihn als englischen Beamten, der in Opposition zu den ausländischen, aus dem Poitou stammenden ehemaligen Günstlingen von König Johann Ohneland, aber auch gegen fremde, italienische Geistliche stand. Diese nationalistische Sichtweise entspricht jedoch wohl nicht der Politik de Burghs und gilt als überholt. Durch seinen Reichtum, den er durch sein Amt erwarb, machte er sich jedoch unter den anderen Baronen zahlreiche Feinde. Vor allem durch sein militärisches Scheitern verlor er die Gunst des Königs und wurde 1232 gestürzt. Während seiner Amtszeit wurde deutlich, dass die Verantwortung, die der Justiciar als Leiter der Verwaltung und der Finanzverwaltung, aber auch als oberster militärischer Kommandant und als oberster Richter hatte, die Amtsträger überforderte.

Hubert de Burgh war der letzte Justiciar, der das Amt mit diesen großen Befugnissen ausübte. Schon unter de Burgh übernahmen Beamte, die auf die einzelnen Fachgebiete spezialisiert waren, Teile der Aufgaben des Justiciars. Nach dem raschen Scheitern von Stephen of Seagrave, de Burghs Nachfolger als Justiciar, besetzte der König das Amt nicht erneut.

Herkunft
Hubert de Burgh entstammte einer Familie des Ritterstandes, über die wenig bekannt ist. Die Familie besaß Besitzungen in Burgh bei Aylesham in Norfolk, doch de Burghs genaue Herkunft ist nicht geklärt. Fälschlicherweise gilt er gelegentlich als Sohn eines Bruders von William fitz Adhelm, einem Steward von König Heinrich II. Sein Vater war möglicherweise ein Walter, der um 1179 gegen eine Gebühr von 40 Mark ein Lehen in Burgh erhielt, doch auch diese Herkunft ist zweifelhaft. Seine Mutter hieß Alice und wurde in der Kirche von Oulton bei Walsingham begraben. Dieser Kirche machte Hubert 1230 eine Schenkung zugunsten des Seelenheils seiner Mutter. Sein älterer Bruder war William de Burgh, der später Lord of Connacht in Irland wurde. Dazu hatte er zwei jüngere Brüder, Geoffrey de Burgh, der spätere Bischof von Ely, sowie Thomas de Burgh, der von 1215 bis 1216 als Kommandant von Norwich Castle diente. Angeblich wurde Hubert 1175 geboren, doch da sein älterer Bruder William schon vor 1185 zum Ritter geschlagen worden war, wurde Hubert wohl eher bereits um 1170 geboren. 1232 gab er die Güter von Burgh bei South Erpingham, Beeston bei North Erpingham und Newton bei South Greenloe in Norfolk sowie Sotherton in Suffolk als sein Erbe an. Ursprünglich hielt er diese Güter als Lehen des normannischen Grafen von Perche.

Aufstieg bis 1215
Höfling unter Johann Ohneland
Möglicherweise durch die benachbarte Magnatenfamilie Warenne, in die er später einheiratete, oder durch seinen älteren Bruder William, der im Dienst von Johann Ohneland, dem jüngsten Sohn von König Heinrich II. stand, kam Hubert an den Königshof. Nach dem Chronisten Roger von Wendover trat er bereits vor 1198 unter Erzbischof Hubert Walter in den Dienst von König Richard Löwenherz, doch diese Behauptung kann nicht belegt werden. Am 8. Februar 1198 bezeugte de Burgh für Johann Ohneland, der damals Graf von Mortain war, eine Urkunde in Tinchebrai in der Normandie. In einer Urkunde vom 12. Juni 1198 wird er als Chamberlain des Haushalts von Johann Ohneland bezeichnet. Als dieser 1199 englischer König wurde, stieg de Burgh zum Chamberlain of the Royal Household auf.

Im Dienst des Königs stieg de Burgh nun weiter auf. Ende April 1200 verhandelte de Burgh mit William de Redvers, 5. Earl of Devon, um dessen jüngste Tochter Joan zu heiraten. Als Mitgift hoffte de Burgh auf die Isle of Wight und das Gut von Christchurch in Hampshire. Am 28. April 1200 schlossen de Burgh und der Earl in Portchester eine Vereinbarung, nach der de Burgh £ 60 und den Dienst von zehn Rittern erhalten solle, wenn die Frau des Earls noch einen Sohn gebären würde. Tatsächlich gebar sie wenig später einen Sohn, und der Heiratsvertrag wurde offensichtlich gekündigt. Im Dezember 1200 ernannte ihn der König zum Verwalter der wichtigen Burgen Dover und Windsor. Anfang 1201 wurde de Burgh Sheriff von Dorset und Somerset, 1202 diente er als Sheriff von Berkshire und Cornwall. Als Sheriff von Somerset erhielt er die Baronien Beauchamp und Dunster. Bevor der König im Juni 1201 nach Frankreich aufbrach, sandte er William Marshal, 1. Earl of Pembroke und Roger de Lacy, Constable of Chester mit 200 Rittern voraus. An Stelle von Marshal und Lacy ernannte Johann nun de Burgh zum Verteidiger der Welsh Marches. Er übergab ihm die strategisch wichtigen Three Castles Grosmont, Skenfrith und White Castle in Südostwales sowie 100 Men-at-arms. Dazu gab er ihm das an Burgh angrenzende Gut von Cawston sowie weitere Besitzungen in Creake in Norfolk als Lehen. Im November 1201 erhielt de Burgh die Besitzungen von Walter of Windsor und im April 1202 wurden ihm die Cinque Ports unterstellt. De Burgh war damit zu einem mächtigen Höfling aufgestiegen, als ihn der König 1202 mit als Botschafter nach Portugal sandte, um über eine Hochzeit von Johann mit einer Tochter des portugiesischen Königs Sancho I. zu verhandeln. Noch während die Gesandtschaft in Portugal verhandelte, heiratete Johann plötzlich Isabella von Angoulême, so dass sie unverrichteter Dinge nach England zurückkehren mussten.

Kampf und Gefangenschaft im Französisch-Englischen Krieg
De Burghs Karriere in England wurde unterbrochen, als ihn der König nach Beginn des erneuten Krieges mit Frankreich (siehe Französisch-Englischer Krieg von 1202 bis 1214) im Oktober 1202 nach Frankreich berief und ihn zum Kommandanten der Burg von Falaise in der Normandie ernannte. Nach dem Chronisten Radulph von Coggeshall weigerte sich de Burgh in Falaise, Arthur von der Bretagne, den Neffen des Königs, zu blenden und zu kastrieren, weil dieser einen Erbanspruch auf Johanns Besitzungen stellte. Sollte sich dies wirklich so zugetragen haben, dann brachte de Burghs Weigerung, die königliche Anordnung auszuführen, keine Nachteile für ihn. Anfang 1203 ernannte der König de Burgh zusammen mit Philip of Oldcoates zum Kommandanten der strategisch wichtigen Burg Chinon im Touraine.

Vermutlich diente de Burgh 1204 als Gesandter des Königs, um dessen Gegner, den französischen König Philipp II. eine Nachricht zu überbringen. In diesem Jahr eroberte König Philipp die Normandie, das Touraine und den Großteil der französischen Besitzungen von Johann Ohneland. De Burgh setzte die Verteidigung des isolierten Chinon fort, bis er im Sommer 1205 in aussichtsloser Lage mit der Besatzung einen Ausfall machte. Nach heftigem Kampf geriet er verwundet in Gefangenschaft, in der er über zwei Jahre blieb. Während dieser Zeit übernahm der König die Verwaltung seiner englischen Lehen, während er seine Ämter an andere Höflinge vergab. De Burghs Besitzungen in Norfolk und Suffolk fielen an Gilbert of Stanfort, während die Three Castles in Südostwales an William III de Briouze fielen. Mit Unterstützung des Königs, der im Februar 1207 300 Mark an den französischen Ritter Guillaume de Chayv sowie weiter £ 100 direkt an dei Burgh zahlte, konnte er das geforderte Lösegeld aufbringen und kam Ende 1207 frei.

Wiederaufstieg zum einflussreichen Baron und Höfling
Nach seiner Rückkehr nach England zahlte de Burgh 1208 die geringe Summe von £ 100 an den König, womit seine noch offenen Gebühren als Sheriff von Somerset und Dorset abgegolten waren. Dazu erhielt er das Gut von Shepperton in Middlesex. Am 28. Mai 1208 erhielt er Lafford Castle sowie die Stadt Lafford in Huntingdonshire. 1209 heiratete er Beatrice de Warenne, die Witwe von Doun Bardolf. Sie war eine Verwandte des Earls von Surrey und war als einziges überlebendes Kind von William de Warenne († 1208/09) Erbin von Wormegay, die an seine Erbgüter in Norfolk grenzte. Durch diese Heirat wurde de Burgh auch der Vormund von William Bardolf, ihrem Sohn aus erster Ehe, und Verwalter von dessen Gütern bei Stowe und North Runcton in Norfolk und Finborough in Suffolk. In den nächsten Jahren gelang es de Burgh, wieder einen umfangreichen Grundbesitz in England aufzubauen. Er kaufte zwei Knight’s fees bei seinen ererbten Besitzungen, Beeston und Runton, dazu erhielt er vom König Corfe Mullen in Dorset als Lehen, dazu weitere Besitzungen als Lehen in Dorset und Somerset. 1213 besaß er mehr als 50 Knight’s fees, vor allem in East Anglia, Dorset und Somerset, aber auch in Buckinghamshire, Hampshire, Surrey und Wiltshire.

Erneuter Dienst in Frankreich
1212 wurde de Burgh unter Ivo de Jallia stellvertretender Seneschall des Poitou, einer der verbliebenen Besitzungen von Johann Ohneland in Südwestfrankreich. Als Ivo de Jallia 1213 vom König nach England berufen wurde, übernahm de Burgh zusammen mit Philip d’Aubigny und Geoffrey de Neville das Amt des Seneschalls. Als Seneschall des Poitou hatte de Burgh seinen Hauptstützpunkt in Niort. Er unterstützte 1214 den vergeblichen Feldzug des Königs, durch den dieser seine 1204 verlorenen Besitzungen zurückerobern wollte. Nach der Niederlage von Bouvines bezeugte de Burgh mit den Waffenstillstand mit dem französischen König, durch den Johann zwar seine Besitzungen südlich der Loire behalten konnte, doch die nördlich des Flusses gelegenen Gebiete endgültig verlor.

Unterstützer des König gegen die Adelsopposition
Ende April oder Anfang Mai 1215 kehrte de Burgh nach England zurück, wo sich der König im Konflikt mit einer mächtigen Adelsopposition befand. De Burgh unterstützte weiterhin loyal den König und sollte für diesen die City of London sichern. Diese schloss sich im Mai jedoch den rebellischen Baronen an, was wesentlich dazu beitrug, dass der König den Forderungen der Barone in der Magna Carta zustimmen musste. De Burgh, der für den König Truppen bei Rochester zusammengezogen hatte, wird in der Magna Carta als einer der acht weltlichen Ratgeber des Königs genannt, die dem König zur Anerkennung der Forderungen der Barone rieten. Vor dem 25. Juni 1215 löste er Peter des Roches als Justiciar des Königs ab. Nach Angaben des Chronisten Matthew Paris hat der König de Burgh in Anwesenheit von Erzbischof Stephen Langton, der Earls of Warenne und Derby und vor zahlreichen anderen Baronen zum Justiciar ernannt. Zusammen mit diesem Amt wurde er Sheriff von Kent und Surrey, womit er auch Kommandant von Canterbury und Dover Castle wurde.

Justiciar von England
Militär während des Ersten Kriegs der Barone
Als Justiciar war de Burgh auch oberster Richter und Finanzverwalter, zwei Bereiche, für die er keine Ausbildung und bislang nur wenig Erfahrung hatte.[1] Zunächst war auch vor allem seine militärische Erfahrung gefragt, denn der Konflikt zwischen dem König und der Adelsopposition weitete sich zum Ersten Krieg der Barone aus. Die rebellierenden Barone boten dem französischen Prinzen Ludwig die Krone an, der im Mai 1216 in Kent landete. Unterstützt von den rebellischen Baronen eroberten die Franzosen weite Teile Englands, dabei auch das nur schwach besetzte, von de Burghs Bruder Thomas verteidigte Norwich Castle. Um den 22. Juli begannen die Franzosen mit der Belagerung des von de Burgh verteidigten Dover Castle. De Burgh hatte diese strategisch wichtige Burg zuvor mit einer starken Besatzung und umfangreichen Vorräten versehen lassen, weshalb es der langen Belagerung widerstand. Nach dem Tod von König Johann am 19. Oktober 1216 hob Prinz Ludwig zunächst die Belagerung auf. Da de Burgh in Dover Castle eingeschlossen war, war er nicht als einer der Testamentsvollstrecker Johanns benannt worden. Auch an der provisorischen Krönung von Johanns ältestem Sohn Heinrich III. am 28. Oktober in Gloucester nahm er nicht teil. Für den minderjährigen König übernahm ein von William Marshal, 1. Earl of Pembroke und dem päpstlichen Legaten Guala geführter Regentschaftsrat die Regierung. Nachdem de Burgh Dover verlassen konnte, nahm er am 11. November an der Ratsversammlung in Bristol teil, bei der William Marshal erneut die Magna Carta anerkannte. In der Urkunde wurde de Burgh dabei als Justiciar bestätigt, doch angesichts der starken Stellung der Regenten sowie dem durch den Krieg bedingten Zusammenbruch der königlichen Justiz- und Finanzverwaltung hatte dieses Amt nur noch wenig Bedeutung. Vor Februar 1217 kehrte de Burgh nach Dover zurück, das ab April erneut von den Franzosen belagert wurde. Nach der Niederlage eines Heeres der Franzosen und der Rebellen in der Schlacht bei Lincoln am 20. Mai hob Prinz Ludwig die Belagerung wieder auf und zog sich nach London zurück, wo er auf Verstärkungen aus Frankreich wartete. Eine französische Flotte mit diesen Verstärkungen wurde am 24. August 1217 in der Schlacht von Sandwich von einer englischen Flotte entscheidend geschlagen. Vermutlich hatte de Burgh das Kommando über die englische Flotte,[2] wie es Wendover und Matthew Paris behaupten, doch dies ist nicht endgültig gesichert. Entscheidend zum englischen Sieg trugen Richard FitzRoy und Philip d’Aubigny bei, während de Burgh nach der Schlacht die gefangen genommenen Franzosen in Dover Castle inhaftierte. Der englische Sieg entschied den Krieg der Barone endgültig zugunsten der Anhänger von Heinrich III. Im Frieden von Lambeth verzichtete Prinz Ludwig im September 1217 auf seinen Anspruch auf den englischen Thron.

Geringere Bedeutung unter dem Regenten William Marshal
Nach dem Ende des Bürgerkriegs bemühte sich der Regentschaftsrat, vor allem William Marshal und der neue päpstliche Legat Pandulf, die königliche Herrschaft wiederherzustellen. Während Peter des Roches Erzieher des jungen Königs blieb, hatte de Burgh weiterhin nur geringere Bedeutung in der Regierung. Seine Hauptaufgabe war es, die Anordnungen und Beschlüsse der Regierung umzusetzen, während er aufgrund seines relativ geringen Besitzes nur eine schwache politische Position hatte. Als er 1215 Justiciar wurde, hatte ihm König Johann die Verwaltung der Honour of Peverel und kurz darauf auch die Honour of Rayleigh in Essex und die Honour of Haughley in Suffolk übergeben. Wenige Wochen später erhielt er dazu die Herrschaft Hoo in Kent. Nach dem Tod von König Johann heiratete de Burgh 1217 Isabel, die Witwe von Geoffrey FitzGeoffrey de Mandeville, 2. Earl of Essex und geschiedene erste Gemahlin von König Johann. Am 13. August 1217 wurden die Sheriffs von neun Counties vom Regentschaftsrat aufgefordert, die Besitzungen von Isabel an de Burgh zu übergeben. Isabella starb jedoch wenige Tage nach der Hochzeitsfeier am 14. Oktober 1217. Ihr Erbe wurde ihr Neffe Gilbert de Clare, so dass de Burgh leer ausging. Von dem Rebellen William de Mowbray hatte er während des Kriegs der Barone das Gut von Banstead in Surrey als Lösegeld erpressen können, doch ihm war klar, dass er gegen die großen, landbesitzenden Magnaten relativ machtlos war.[3] Anfang 1219 konnte er durch eine Klage gegen Reginald de Briouze die Three Castles in Südostwales zurückgewinnen. Diese übergab Briouze jedoch erst, als de Burgh mit einem Heer vor den Burgen erschien.

Aufstieg zum Führer der Regierung
Im Frühjahr 1219 starb der greise William Marshal. Die Führung des Regentschaftsrates übernahm offiziell Legat Pandulf, bis dieser England 1221 verließ. Doch bereits bald nach dem Tod Marshals begannen Machtkämpfe unter den Magnaten um die Vorherrschaft im Regentschaftsrat. Zunächst wurde Peter de Maulay, ein aus Frankreich stammender ehemaliger Vertrauter von König Johann entmachtet. Weihnachten 1221 kam es zu einer Revolte des Earls of Salisbury, die von de Burgh unterstützt wurde, aber ohne direkte Folgen blieb. Im August 1222 kam es zu einem Aufstand von Bürgern der City of London, der von de Burgh und von Falkes de Bréauté niedergeschlagen wurde. Sie ließen Constantine Fitzalulf, den Führer des Aufstands, und zwei seiner Anhänger nach kurzem Prozess hängen. Dazu ließen sie eine Reihe von an dem Aufstand beteiligten und in Gefangenschaft geratenen Bürgern verstümmeln. Auch anderswo kam es zu Beschwerden, dass de Burgh seine Ämter teils hart und grausam ausübte. Im September 1223 unternahm de Burgh zusammen mit dem jungen König einen kurzen Feldzug nach Wales, wo sie Montgomery Castle als neuen Schwerpunkt der königlichen Macht in Mittelwales gründeten. Im Dezember 1223 wurde der König formal für volljährig erklärt, wobei er jedoch noch nicht alleine die Regierung übernahm. Die Regierung verlangte nun von zahlreichen Magnaten, ihre bislang verwalteten königlichen Burgen zu übergeben. Auch de Burgh übergab nun am 30. Dezember Canterbury, Dover, Rochester, Norwich, Orford und Hereford Castle an die Beauftragten der Regierung, dazu legte er seine Ämter als Sheriff nieder. Die Macht der königlichen Regierung wurde durch diese Burgen jedoch gestärkt. Der Versuch von Peter des Roches, dem Erzieher des Königs, weiterhin Kontrolle über den jungen König auszuüben, wurde von den anderen Mitgliedern des Regentschaftsrates vereitelt, worauf des Roches auf eine Pilgerreise ins Auslang ging. Als Justiciar wurde de Burgh nun Führer der Regierung. Dabei wurde er vor allem von Erzbischof Stephen Langton von Canterbury unterstützt. Eingeschränkt wurde seine Macht dagegen durch die Regelung, dass bis zur endgültigen Volljährigkeit des Königs keine Ämter und Lehen unbefristet vergeben werden durften.

Nachdem des Roches seine Stellung in der Regierung verloren hatte, war Falkes de Bréauté, ein früherer Günstling von König Johann, der letzte größere Gegenspieler von de Burgh geworden. Auf Falkes de Bréauté gingen zahlreiche Beschwerden gegen den Justiciar zurück. Gegen Falkes selbst wurden im Frühsommer 1224 in Bedfordshire zahlreiche Klagen vor königlichen Richtern erhoben. Nachdem Falkes de Bréauté zu keiner Verhandlung erschienen war und sich auch nicht entschuldigte, wurde er am 17. Juni 1224 geächtet. Als Falkes Bruder William, der Kommandant von Bedford Castle, einen königlichen Richter gefangen nahm, beschloss der königliche Rat die Belagerung der Burg. De Burgh erreichte am 20. Juni bei den Belagerungstruppen und traf sofort Maßnahmen energische Maßnahmen, um die Burg zu erobern. Diese fiel nach achtwöchigem, heftigen Kampf. Wohl auf Empfehlung von de Burgh[4] ließ der König fast die gesamte überlebende Besatzung hängen. Falkes de Bréauté, der sich nicht in der Burg befunden hatte, musste anschließend ins Exil gehen. Im Ausland, vor allem gegenüber dem Papst, beschuldigte er de Burgh sowie Erzbischof Stephen Langton, dass sie ihm gegenüber anhaltend feindlich gesinnt waren. De Burgh hatte jedoch mit der unbarmherzigen Niederschlagung der Rebellion von Falkes de Bréauté die Macht der Regierung bestärkt. Als Justiciar hing er zwar vom Wohlwollen des Königs ab, hatte aber nun keine wirklichen politischen Rivalen mehr.

Aufstieg zum Earl of Kent
Durch die Gunst des Königs war de Burgh 1224 Verwalter der Länder des Earls of Arundel und 1226 der Länder des Earls of Norfolk geworden, bis deren Erben volljährig wurden. 1227 erhob der König de Burgh zum Earl of Kent, dieser Titel sollte für männliche Nachkommen aus seiner Ehe mit Margarete von Schottland erblich sein. Als Earl erhielt er £ 50 jährlich aus den Steuereinnahmen von Kent, dazu hatte ihm der König 1222 für seine Aufwendungen als Justiciar jährlich £ 300 gewährt. Weiterhin erhielt er £ 1000 als Verwalter von Dover Castle. Ende 1229 erhielt de Burgh noch die Honours von Knaresborough in Yorkshire und Eye in Suffolk. Damit hatte de Burgh einen umfangreichen, doch weit zerstreuten Landbesitz angesammelt, den er durch seinen Steward Lawrence of St Albans verwalten ließ. 1228 ernannte der König de Burgh lebenslang zum Justiciar und übergab ihm dazu die Verwaltung der Burgen von Dover, Canterbury und Rochester in Südostengland sowie von Montgomery, Cardigan und Carmarthen in Wales. Zusammen mit den Three Castles in Südostwales war de Burgh nun auch ein mächtiger walisischer Marcher Lord geworden.

Misserfolge als Militär, Richter und Finanzverwalter
Die gescheiterten Feldzüge von 1228 und 1231 gegen Wales sowie der vergebliche Frankreichfeldzug des jungen Königs 1230 schwächten jedoch de Burghs militärisches Ansehen, mehr noch, sie zerstörten das Vertrauen des jungen Königs in seinen allmächtigen Justiciar. Nach dem Bericht von Roger von Wendover soll der König bereits 1229, als sein geplanter Frankreichfeldzug zunächst aufgrund zu weniger Schiffe für die Überfahrt der Truppen abgesagt werden musste, dem Justiciar öffentlich gezürnt haben. Er soll in Portsmouth sein Schwert gegen de Burgh gezogen haben und ihn öffentlich als alten Verräter beschimpft haben.

De Burgh war ein fähiger Militär und Verwalter, doch im Vergleich zu seinen Vorgängern vernachlässigte er die Justiz.[5] Diese Aufgabe, die auch finanziell einträglich war, erfolgte schließlich weiter im Namen des Königs und nicht im Namen des Justiciars. Dies führte dazu, dass königliche Richter wie Martin of Pattishall († 1229) und Stephen of Seagrave an Bedeutung gewannen. Dazu übernahm de Burgh niemals das Amt des Vizekönigs während einer Abwesenheit des Königs im Ausland, da er beim einzigen Mal, als der König 1230 das Land verließ, ihn begleitete. Auch als Leiter der Finanzverwaltung blieb de Burgh eher passiv. Als beispielsweise 1224 zahlreiche neue Sherrifs ernannt wurden, nutzte er nicht die Gelegenheit, deren Zahlungsverpflichtungen an den König zu reformieren. Diese waren in der Praxis teilweise schon erhöht worden, doch de Burgh machte diese Praxis wieder rückgängig und kehrte zu der alten Regelung zurück, nach der die Amtsinhaber für die Schulden aus ihrem Amt nicht haften mussten. Etwa zu dieser Zeit entließ er auch Peter de Rivallis, der als Chamberlain of the king's wardrobe für die Ausgaben des königlichen Haushalts verantwortlich gewesen war.

Der Sturz von de Burgh
Rivalität zu Peter des Roches
Die Entlassung von Rivallis, der ein Neffe von Peter des Roches war, belastete sicher das Verhältnis zwischen dem Justiciar und dem ehemaligen Erzieher des Königs. Wie genau das persönliche Verhältnis zwischen Hubert de Burgh und Peter des Roches war, ist heute nicht mehr mit Sicherheit nachzuvollziehen. Auf jeden Fall hatten der Engländer de Burgh und der aus Südwestfrankreich stammende des Roches andere Arbeitsweisen und Amtsauffassungen, besonders was die Finanzverwaltung betraf. Als zu Beginn der 1230er Jahre der alternde Justiciar militärisch nicht mehr erfolgreich war und auch als Jurist und Finanzverwalter nicht den Erwartungen des Königs entsprach, wandte sich der König der Gruppe um Peter des Roches und Peter de Rivallis zu. Auch unter den alteingesessenen englischen Baronen hatte die immense Ansammlung von Grundbesitz, die de Burgh als Justiciar durch die Gunst des jungen Königs erreichte, zu Neid und Missgunst geführt. Möglicherweise hatten sie dazu Vorbehalte gegenüber de Burgh, da er als ursprünglich aus der Ritterschaft stammender jüngerer Sohn ein Aufsteiger, ein Homo novus war, wie es die Chronisten Wendover und Paris berichten.

Sturz nach der Rückkehr von des Roches
Peter des Roches war Anfang August 1231 von einem Kreuzzug nach Palästina nach England zurückgekehrt. Als Kreuzfahrerheld gewann er rasch die Gunst des Königs, der schon im September 1231 Peter de Rivallis das Amt des Treasurer of the chamber übergab. Nachdem er jahrelang Weihnachten als Gast von de Burgh verbracht hatte, feierte der König Weihnachten 1231 bei des Roches. Dies führte zu einem Machtkampf zwischen de Burgh und des Roches um die Gunst des Königs. Als es 1232 zu Ausschreitungen gegen aus Italien stammende Geistliche in England kam, wurde die Verantwortung dafür dem Justiciar gegeben. Peter de Rivallis erhielt weitere Ämter bei Hofe und wurde Sheriff von 21 Counties. Zwischenzeitlich gewann de Burgh die Gunst des Königs zurück, der ihn noch am 15. Juni lebenslang zum Justiciar of Ireland ernannte. Wenig später wurde Rivallis jedoch zum Siegelbewahrer ernannt. Anfang Juli war der König wieder bei de Burgh zu Gast, als er das Priorat von Bromholm besuchte. Dort schwor der König, dass er und seine Nachfolger alle Privilegien, die er de Burgh und seiner Frau Margarete gewährt hatte, einhalten würde. Dennoch entließ der König am 29. Juli aus all seinen Ämtern. Er musste alle Burgen wieder dem König übergeben und sollte für alle Gelder, die er als Justiciar erhalten hatte, Rechenschaft ablegen. Sein Nachfolger als Justiciar wurde Stephen of Seagrave, doch die eigentliche Macht übten nun der Treasurer Peter de Rivallis und vor allem Peter des Roches aus, die die Gunst des Königs hatten.

Verbannung und Kirchenasyl
Am 25. August 1232 befahl der König, dass de Burgh innerhalb von 15 Tagen England verlassen solle. De Burgh flüchtete daraufhin in das Kirchenasyl der Kapelle von seinem Gut Boisars bei Brentford. Am 26. September wurde dem Sheriff von Essex befohlen, keine Geistlichen, selbst nicht Bischof Roger Niger von London, nach Brentford zu lassen, um de Burgh auszuhungern. Am 7. und am 16. Oktober ordnete der König jeweils an, dass de Burgh in den Tower of London gebracht werden soll, sobald er die Kapelle verlassen hätte. De Burghs Frau hatte sich in die Abtei Bury St Edmunds geflüchtet. Auch sie solle in den Tower gebracht werden, sobald sie die Abtei verließ. Angeblich war de Burgh schon einmal gewaltsam aus der Kapelle gezerrt worden, doch auf Anordnung von Bischof Roger Niger wieder freigelassen worden. Am 23. Oktober wurde de Burgh befohlen, sich vor dem König zu verantworten, andernfalls würde er geächtet werden. De Burgh ergab sich, übergab dem König sein Vermögen, das bei den Tempelrittern in London verwahrt worden war, und bat den König um Gnade. Daraufhin erhielt er am 10. November seine Besitzungen zurück, die er durch Erbe oder durch Kauf erworben hatte. Seiner Frau und seiner Tochter wurde am 13. November freies Geleit zugesichert, sie durften sich auf eines der Güter von de Burgh zurückziehen. De Burghs Siegel wurde dagegen öffentlich zerbrochen. Er selbst wurde nach Devizes Castle gebracht, wo die Earls of Cornwall, Surrey, Pembroke und Lincoln für ihn verantwortlich waren. Einige Güter von de Burgh wurden dem Beamten Robert Passelewe übergeben, damit er einige der verletzten italienischen Geistlichen entschädigen könne.

Unterstützung der Rebellion von Richard Marshal, 3. Earl of Pembroke
Wohl Ende September 1233 konnte de Burgh mit Hilfe eines Dieners aus seinem Gefängnis in Devizes Castle entkommen und flüchtete in der Kirche St John the Baptist vor der Burg erneut ins Kirchenasyl. Von dort sollen ihn die Wachen wieder gewaltsam herausgezerrt haben, doch nach Beschwerden von Bischof Robert of Bingham von Salisbury durfte er in die Kirche zurückkehren. Die Kirche wurde nun von Wachen umstellt, doch die Nachricht von dem Kirchenasyl des einstigen Justiciars erreichte Richard Marshal, 3. Earl of Pembroke. Dieser war ursprünglich einer der vier Earls, die de Burgh bewachen sollten, doch inzwischen zum Führer einer Rebellion gegen die tyrannische Herrschaft von Peter des Roches geworden. Am 29. Oktober 1233 fiel eine Truppe der Rebellen unter Richard Siward überraschend in Devizes ein, schlug die Wachen in die Flucht und befreite de Burgh.[6] De Burgh wurde nach Chepstow Castle gebracht. In den nächsten Wochen gehörte er zum Heer der Rebellen, unter anderem im November 1233 bei Grosmont Castle, wo der König mit seinem Heer in die Flucht geschlagen wurde.[7] Als der Earl of Pembroke im Frühjahr 1234 nach Irland aufbrach, übernahm de Burgh das Kommando über Chepstow Castle.

Begnadigung und späteres Leben
Bereits im Oktober 1233 hatte sich Papst Gregor IX. beim König zugunsten von de Burgh eingesetzt. Am 14. Februar 1234 übergab der König de Burghs Frau Margaret alle ererbten Güter ihres Mannes, auch diejenigen, die eigentlich Passelewe übergeben worden waren. Die Rebellion des Earl of Pembroke, der noch im April 1234 in Irland starb, führte mit zum Sturz der Regierung von Peter des Roches und Peter de Rivallis. Am 25. Mai begnadigte der König sowohl de Burgh wie auch Gilbert Marshal, den Erben von Pembroke. De Burgh erhielt jedoch nicht seine Besitzungen zurück, die er als Lehen gehalten hatte. 1236 wurde bekannt, dass de Burghs Frau Margaret heimlich ihre Tochter Megotta mit dem jungen Richard de Clare, 2. Earl of Gloucester verheiratet hatte. Diese Heirat war ohne Erlaubnis des Königs erfolgt. Obwohl sie wohl auch ohne Wissen von de Burgh selbst erfolgt war, wurde er nun wieder des Verrats beschuldigt. Zwar starb Megotta 1237 kinderlos, womit die Ehe gegenstandslos war, doch de Burgh hatte erneut völlig die Gunst des Königs verloren. Am 29. Oktober 1239 musste er sich erneut dem König unterwerfen und auf die Three Castles in Wales sowie auf Hadleigh Castle in Essex verzichten. Danach zog er sich als alter Mann auf seine verbliebenen Güter, darunter Burgh, Beeston und Newton in Norfolk sowie Sotherton in Suffolk zurück. Er starb im Mai 1243 auf seinem Gut von Banstead und wurde in der Dominikanerkirche in London beigesetzt.

Ehen und Nachkommen
Hubert de Burgh war drei Mal verheiratet. Aus seiner ersten Ehe mit Beatrice de Warenne hatte de Burgh einen Sohn:

Sir John de Burgh (vor 1212–um 1274) ∞ Hawise de Lanvaley
Beatrice starb vor dem 18. Dezember 1214. De Burghs folgende kurze Ehe mit Isabella von Gloucester 1217 blieb kinderlos. In dritter Ehe heiratete er am 19. Juni 1221 in York Margarete von Schottland, eine Tochter von König Wilhelm von Schottland. Mit ihr hatte er eine Tochter:

Margaret de Burgh (auch Megotta) (um 1222–November 1237) ∞ Richard de Clare, 2. Earl of Gloucester
Sein Erbe wurde sein einziger Sohn John aus seiner ersten Ehe, der jedoch nicht den Titel Earl of Kent erbte. Sein Haus in Westminster erwarb Erzbischof Walter de Gray von York, als York Place diente es fortan als Londoner Residenz der Erzbischöfe von York.

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de Burgh, Graf Hubert (I12673)
 
48831 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_Bigod,_1._Earl_of_Norfolk

Hugh Bigod, 1. Earl of Norfolk (* vor 1107; † zwischen 1176 und 9. März 1177) war ein englischer Magnat. Er gehörte über fünf Jahrzehnte zu den mächtigsten englischen Adligen und diente vier Königen.

Herkunft und Erbe
Hugh Bigod war der zweite Sohn von Roger Bigod, dem Begründer der anglonormannischen Adelsfamilie Bigod. Er entstammte der zweiten Ehe seines Vaters mit Alice de Tosny. Sein Vater starb 1107, und 1120 wurde Hugh, nachdem sein älterer Halbbruder William beim Untergang des White Ship ums Leben gekommen war, Erbe des umfangreichen Besitzes seines Vaters in East Anglia. Dazu übernahm er von seinem Halbbruder das Amt des Royal Steward. Nach dem Tod seiner Tante Albreda de Tosny erbte er um 1130 weitere Ländereien in Yorkshire. Bis 1135 war sein Grundbesitz auf 125 Knight’s fee gewachsen.

Höfling unter Heinrich I. und Rolle bei der Thronfolge Stephans
Hugh Bigod gehörte ab 1120 zum Gefolge von König Heinrich I. und wird bis 1135 als Zeuge in 47 Urkunden genannt. Nach dem Tod des Königs 1135 spielte er bei der Thronfolge eine wichtige Rolle. Obwohl später behauptet wurde, dass er beim Tod des Königs gar nicht anwesend war, schwor Bigod, dass Heinrich auf seinem Totenbett die Krone seinem Neffen Stephan von Blois und nicht seiner Tochter Matilda vermacht hätte. Dies überzeugte Wilhelm von Corbeil, den Erzbischof von Canterbury, Stephan zum neuen König zu krönen, was zunächst vom Großteil des anglonormannischen Adels akzeptiert wurde, jedoch schon bald zu einem langwierigen Thronfolgekrieg zwischen Stephan und Matilda, der sogenannten Anarchy führte.

Rangerhöhung und Machtgewinn während des Bürgerkriegs
Stephan bestätigte als König rasch Bigods Amt als Royal Steward, dennoch war die Beziehung zwischen den beiden nicht spannungsfrei. Der Schwerpunkt von Bigods Ländereien lag in Suffolk, wo seine beiden Burgen Framlingham und Walton lagen. Es war offensichtlich, dass er seine Macht nach Norfolk ausdehnen wollte, wo er 1136 auf die Nachricht vom angeblichen Tod Stephans Tod Norwich Castle besetzte. 1140 unternahm er zwei weitere Revolten gegen den König, der daraufhin im August ein Abkommen mit ihm schloss und ihn zum Earl of Norfolk erhob. Im Januar 1141 unterstützte Bigod den König in der Schlacht von Lincoln, floh jedoch bereits bei Beginn des Kampfes vom Schlachtfeld. Auf einer Ratsversammlung in Oxford 1141 wechselte er auf die Seite von Kaiserin Matilda, die jedoch die Titel ihres Konkurrenten Stephan nicht anerkannte und Bigod deshalb erneut zum Earl of Norfolk ernannte. Bigod konnte diesen Herrschaftsanspruch in Norfolk jedoch nicht durchsetzen. Der Sheriff der Grafschaft kontrollierte Norwich und das östliche Norfolk, während die Familien Warenne und Aubigny, die führenden Adelsfamilien im westlichen Norfolk, auf der Seite von König Stephan blieben. Im östlichen Suffolk konnte Bigod dagegen seine Herrschaft behaupten und sich während des Bürgerkriegs königliche Güter aneignen. 1144 unterstützte er Geoffrey de Mandeville bei dessen Rebellion gegen König Stephan, und 1147 nahm er den von Stephan vertriebenen Erzbischof Theobald von Canterbury in Framlingham Castle auf. Dort besuchten die Bischöfe von London, Norwich und Chichester den Erzbischof, der als Primas der englischen Kirche unter Bigods Schutz in geistlichen Streitfällen entschied. Bis zum Ende des Bürgerkriegs konnte König Stephan seine königliche Autorität im östlichen Suffolk nicht wiederherstellen, und erst 1153 übergab Bigod ihm Ipswich Castle. Stephan hatte bereits zuvor seinem jüngeren Sohn Wilhelm zum Herrn von Norfolk gemacht, was 1153 im Vertrag von Winchester bestätigt wurde. In einem Kompromiss, der vermutlich auf Betreiben von Henry Plantagenet geschlossen wurde, verlieh Stephan Bigod wieder den Titel Earl und ein Drittel der Einkünfte aus Norfolk, aber ohne die territoriale Herrschaft über die Grafschaft. Dafür übergab er Bigod vier königliche Güter in East Anglia, die Bigod zusätzliche Einkünfte in Höhe von £ 114 einbrachten. Als Henry Plantagenet 1154 als Heinrich II. englischer König wurde, bestätigte er diese Verleihungen einschließlich des Titels Earl of Norfolk. Im Rahmen einer allgemeinen Befriedung von East Anglia besetzte er 1157 jedoch die Burgen von Wilhelm von Blois und von Hugh Bigod. Bigods Hauptsitz Framlingham Castle wurde von Söldnern im Auftrag des Königs gehalten und erst 1165 an Bigod zurückgegeben.

Magnat unter König Heinrich II.
In den späten 1150er und den frühen 1160er Jahren war Bigod regelmäßig im Gefolge des Königs anzutreffen. Während des Feldzugs des Königs gegen Wales übernahm Bigod von 1157 bis 1158 die Verwaltung von Norfolk und Suffolk. Von 1164 bis 1165 unterstützte er den erneuten Feldzug des Königs gegen Wales mit einem Aufgebot seiner Vasallen. 1165 kam es zwischen Bigod und Pentney Priory in Norfolk zu einem Streit, wofür Bigod 1166 von Erzbischof Thomas Becket exkommuniziert wurde. Erst 1169 wurde die Exkommunikation durch einen Beschluss des königlichen Rates aufgehoben. 1165 sollte Bigod dem König eine Gebühr von £ 1000 zahlen, vermutlich gegen die Zahlung dieser Gebühr erhielt er die Erlaubnis, Bungay Castle in Suffolk zu errichten. Bigod brauchte die Summe nie vollständig bezahlen, doch der König ließ, vermutlich als Antwort auf Bigods neue Burg, Orford Castle bauen.

Teilnahme an der Rebellion Heinrichs des Jüngeren
Ab 1172 unterstützte Bigod die Rebellion von Heinrich dem Jüngeren gegen dessen Vater König Heinrich II. Nachdem der Earl of Leicester am 29. September 1173 mit flämischen Söldnern bei Walton in Suffolk gelandet war, unterstützte ihn Bigod. Zusammen konnten die beiden Earls am 13. Oktober Haughley Castle erobern, doch ihre Angriffe auf Walton Castle und die Stadt Dunwich scheiterten. Die beiden Earls zogen sich nach Framlingham Castle zurück und wurden am 17. Oktober in der Schlacht bei Fornham entscheidend geschlagen. Während Leicester in Gefangenschaft geriet, konnte Bigod knapp entkommen.[1] Am 15. Mai 1174 landeten jedoch weitere flämische Söldner bei Orwell in Suffolk, die Graf Philipp von Flandern zur Unterstützung des jungen Heinrich schickte. Am 1. Juli schlossen sich ihnen 500 Soldaten Bigods an, so dass die Rebellen Norwich Castle erobern konnten. Da die Rebellion des jungen Heinrich jedoch scheiterte, musste sich auch Bigod am 25. Juli 1174 in Framlingham[2] dem König ergeben und ihm die Treue schwören. Die flämischen Söldner durften England wieder verlassen, doch der König ließ Framlingham Castle zerstören. Bigod durfte seinen Titel Earl of Norfolk, Bungay Castle sowie die 1153 erhaltenen vier königlichen Güter behalten, verlor jedoch vermutlich seinen Anteil am Steueraufkommen von Norfolk und musste eine Strafe in Höhe von £ 466 zahlen. 1176 begann er eine Pilgerreise nach Jerusalem, starb jedoch unterwegs. Sein Leichnam wurde nach England zurückgebracht und in Thetford Abbey, das er wie schon sein Vater gefördert hatte, beigesetzt. 
Bigod, Graf Hugh 1. Earl of Norfolk (I27380)
 
48832 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_Bigod,_3._Earl_of_Norfolk

Hugh Bigod, 3. Earl of Norfolk († um 11. Februar 1225), war ein englischer Magnat. Wie sein Vater gehörte er der Adelsopposition an, die König Johann Ohneland zur Anerkennung der Magna Carta zwang.

Herkunft
Hugh Bigod entstammte der anglonormannischen Adelsfamilie Bigod. Er war der älteste Sohn von Roger Bigod, 2. Earl of Norfolk und von dessen Frau Ida.

Leben
1206 oder 1207 heiratete er Matilda, eine Tochter von William Marshal, 1. Earl of Pembroke. Wie sein Vater schloss er sich im Frühjahr 1215 in Stamford der Adelsopposition gegen König Johann Ohneland an, die schließlich im Juni den König zur Anerkennung der Magna Carta zwang. Bigod wurde wie sein Vater zu einem der 25 Barone gewählt, die die Einhaltung der Bestimmungen der Magna Carta durch den König überwachen sollte. Als der König im September mit Unterstützung von Papst Innozenz III. seine Anerkennung der Magna Carta widerrief, gehörten Hugh Bigod und sein Vater während des folgenden Kriegs der Barone gegen den König zu den Führern der Rebellion in East Anglia. Dafür wurde er im Dezember vom Papst als Rebell exkommuniziert.[1] Im März 1216 konnte König Johann Framlingham Castle, den Hauptsitz der Bigods, erobern. Er begnadigte die gefangen genommenen Gefolgsleute der Bigods und enteignete diejenigen, die die Rebellion fortsetzten. Dennoch kämpften Hugh Bigod und sein Vater weiter auf der Seite der Rebellen, auch als König Johann im Oktober 1216 starb und sein minderjähriger Sohn Heinrich neuer König wurde. Erst nach dem Frieden von Lambeth im September 1217 unterwarfen sie sich dem Regentschaftsrat, der für den minderjährigen König die Regierung führte. Bis April 1218 erhielt sein Vater seine Ländereien und Titel zurück, danach zog sich der über 70-jährige Roger Bigod zunehmend zurück und starb wahrscheinlich im Sommer 1221. Hugh übernahm nun ein umfangreiches, gefestigtes Erbe mit Ländereien in East Anglia und anderen Teilen Englands, starb aber bereits keine vier Jahre nach seinem Vater. Seine Witwe heiratete noch 1225 in zweiter Ehe William de Warenne, 5. Earl of Surrey. 
Bigod, Graf Hugh (I27373)
 
48833 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_de_Beauchamp

Hugh de Beauchamp (bl. 1080–um 1118) war ein normannischer Adliger. Er gilt als Stammvater der Familie Beauchamp aus Bedford.

Hugh de Beauchamp stammte wahrscheinlich aus der Normandie.[1] 1080 bezeugte er die Gründung des Klosters von Lessay in der Normandie, doch er war vermutlich nach der normannischen Eroberung nach England gekommen. Durch seine Heirat mit Matilda um 1080 erwarb er dort umfangreichen Grundbesitz. Matilda war die Erbin, wahrscheinlich die Tochter von Ralf Tallebosc, dem normannischen Kastellan von Bedford und Sheriff von Bedfordshire, und von dessen Frau Azelina. Ihre Mutter besaß aus eigenem Recht Besitzungen in Bedfordshire und Cambridgeshire. Im Domesday Book von 1086 wird Beauchamp als Besitzer von über vierzig Gütern erwähnt. Bei der Krönung von Wilhelm II. diente er als Almosenier.[2] Über sein weiteres Leben ist nur wenig bekannt.

Sein Erbe wurde sein ältester Sohn Simon de Beauchamp. 
de Beauchamp, ? Hugh (I29867)
 
48834 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_de_Kevelioc,_3._Earl_of_Chester (Jul 2023)

Hugh de Kevelioc, 3. Earl of Chester (* 1147; † 30. Juni 1181 in Leek, Staffordshire) war ein anglo-normannischer Magnat.

Leben
Er war der Sohn von Ranulph de Gernon, 2. Earl of Chester und Maud FitzRobert, Tochter des Robert, 1. Earl of Gloucester.

Man geht davon aus, dass er seinen Namen von seinem Geburtsort Kevelioc in Monmouthshire hat, eine andere These ist, dass Kevelioc auf Cyfeiliog in Merionethshire (Merionydd) zurückgeht; beide Orte liegen jedenfalls in Wales.

Beim Tod seines Vaters 1153 war er minderjährig. Er erbte dessen Besitz auf beiden Seiten des Ärmelkanals, das Earldom Chester[1] und die Vizegrafschaft Avranches. Er nahm an der Adelsrevolte von 1173–1174 gegen König Heinrich II. teil, und hatte großen Einfluss darauf, dass die Einwohner der Bretagne sich ihm anschlossen. Er wurde nach der Schlacht von Alnwick (1174) gefangen genommen, enteignet[1] und eingekerkert, aber 1177 wieder in seinen alten Stand gesetzt.[1] Später nahm er an den Feldzügen Heinrichs II. in Irland teil. 
de Kevelioc, Hugh 3. Earl of Chester (I41529)
 
48835 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_de_Lacy,_1._Earl_of_Ulster

Hugh de Lacy, 1. Earl of Ulster (* 1176; † 1242) war ein anglo-normannischer Adliger.

Er entstammte dem normannischen Adelsgeschlecht Lacy und war der jüngere Sohn von Hugh de Lacy, dem Lord of Meath.

Kampf um Ulster
Im Jahre 1177 hatte John de Courcy, ein normannischer Edelmann, der im Jahre 1171 mit König Heinrich II. von England nach Irland gekommen war, nahezu das gesamte Provinzialkönigreich Ulster erobert (siehe auch Anglonormannische Eroberung von Irland). Nach dem Tod des Hugh de Lacy, des Lord of Meath, der Irland praktisch als Vizekönig regiert hatte, setzte Heinrich II. John de Courcy als Justiciar of Ireland ein.

Dies wollten aber Hugh de Lacys Söhne Walter (1172–1241), der zweite Lord of Meath, und sein jüngerer Bruder Hugh nicht auf sich beruhen lassen. Sie erreichten die Einsetzung des jüngeren Hugh de Lacy als Koadjutor von John de Courcy für Leinster und Munster. Als John Ohneland nach dem Tod seines Bruders Richard Löwenherz im Jahre 1199 König von England geworden war, wollte er sich die Gefolgschaft der in Irland stärker verankerten de Lacys sichern und erlaubte ihnen den Angriff auf Ulster. Erstmals ging es nicht um eine Auseinandersetzung zwischen Iren und Normannen, sondern um eine Fehde zwischen normannischen Baronen auf irischem Boden.

Nach fast fünf Jahre andauernden Kämpfen wurde John de Courcy im Jahre 1203 gefangen genommen, konnte aber zu seinem Schwager Ragnold, dem König der Isle of Man, flüchten. Mit Urkunde vom 29. Mai 1205 wurde Hugh de Lacy vom englischen König Johann Ohneland offiziell in der Peerage of Ireland zum Earl of Ulster erhoben[1] und ihm seine Eroberungen in Ulster und Connaught als Lehen bestätigt. Hugh baute sofort die von John de Courcy begonnene Festung Dundrum Castle an der Irischen See in Down aus.

Um die Ergreifung John de Courcys und seine spätere Flucht rankt sich eine Reihe von Legenden. Jedenfalls kam er im Jahre 1205 mit der Flotte seines Schwagers Ragnold nach Irland zurück und belagerte Dundrum Castle, scheiterte aber an den inzwischen von Hugh de Lacy hinzugefügten Ringmauern.

Expedition König Johanns
Schon im Jahre 1208 entzweiten sich König Johann und Hugh de Lacy. Die Familie de Lacy war dem König zu mächtig geworden. Walter de Lacy gewährte seinem Schwager William de Braose und seiner Frau Maud Asyl, als diese vom König verfolgt wurden. William wusste um das rätselhafte Verschwinden Arthurs von Bretagne Bescheid, dem Enkel Heinrichs II. und eigentlichen Thronerben nach dem Recht der Primogenitur. Walter de Lacys Frau, Margaret de Braose, beschuldigte den König des Mordes an seinem Neffen Arthur.

Im Jahr 1210 rüstete König Johann ein Heer von 7000 Mann für seine zweite Expedition nach Irland aus. Am 20. Juni dieses Jahres landete er in Waterford an der Südküste der Insel. Neun Tage später marschierte der König in der Hauptstadt Dublin ein.

Hugh de Lacy sperrte die Zugänge nach Ulster, König Johann ließ eine Schiffsbrücke über den Carlington Lough bauen und marschierte in Down ein. Er belagerte Dundrum Castle und Carrickfergus vom Wasser und vom Land her. Hugh de Lacy floh nach Schottland und kam später nach Frankreich, seine Frau Mathilda und sein Sohn wurden jedoch vom König gefangen genommen und starben im vom König eroberten Carrickfergus Castle den Hungertod. Das Gleiche geschah mit William de Braoses Frau und seinem ältesten Sohn, die in Schottland von den Schergen des Königs aufgegriffen und nach Windsor Castle gebracht worden waren.

Hugh de Lacy nahm auf dem französischen Festland an den Kämpfen gegen König Johann und dem Albigenserkreuzzug teil. Auch nach Johanns Tod im Jahre 1216 konnte er nicht in seine irischen Besitzungen zurückkehren. 1221 verbündete er sich aber mit dem Führer der irischen Aufständischen, O'Neill, gegen die englischen Besatzer. Im Jahre 1226 wurden die irischen Besitzungen von Hugh de Lacy durch den König an dessen Bruder Walter übergeben, aber im folgenden Jahr wieder an Hugh übertragen. Fortan scheint er dem neuen König treu gedient zu haben, er wurde oft als Ratgeber in irischen Angelegenheiten an den Hof beordert. Hugh, der erste Earl of Ulster, tritt letztmals am 26. Dezember 1242 urkundlich in Erscheinung uns starb kurz darauf. Da er keine Erben hinterließ, erlosch sein Earlstitel mit seinem Tod und seine Ländereien fielen an die Krone zurück. 
de Lacy, Hugh 1. Earl of Ulster (I41495)
 
48836 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_de_Mortimer_(Adliger,_†_1180_oder_1181)

Hugh de Mortimer (auch Hugh II de Mortimer) († 1180 oder 1181 in Cleobury Mortimer) war ein anglonormannischer Magnat.

Herkunft
Hugh de Mortimer entstammte der anglonormannischen Familie Mortimer. Er war der zweite Sohn seines gleichnamigen Vaters Hugh I de Mortimer, seine Mutter ist unbekannt. In der Chronik von Wigmore Abbey wird er fälschlicherweise als Sohn seines Großvaters Ralph de Mortimer bezeichnet. Nach dem frühen Tod seines älteren Bruders Roger vor 1153 erbte er die Besitzungen der Familie in England und in der Normandie. In den mittelalterlichen Quellen ist häufig nicht eindeutig festzustellen, ob Hugh de Mortimer oder sein gleichnamiger Vater gemeint ist.

Verhältnis zu Heinrich II.
Anfang 1153 gewährte Herzog Heinrich, der spätere König Heinrich II., Mortimer das Privileg, dass seine Lehen in Staffordshire nicht unter die Oberhoheit von Earl Ranulph of Chester fallen würden. Dennoch rebellierte Mortimer schon bald gegen die Versuche des Königs, nach dem langen Bürgerkrieg die königliche Hoheit wiederherzustellen. Der König verlangte die Rückgabe von zahlreichen königlichen Burgen, die während des Bürgerkriegs von Baronen worden waren, darunter auch Bridgnorth Castle, das sich Mortimers Vater während des Bürgerkriegs angeeignet hatte. Gegen die Rückgaben wehrten sich zahlreiche Barone, darunter auch Mortimer. Der Widerstand war jedoch unkoordiniert, und selbst zwischen Mortimer und dem benachbarten Earl Roger of Hereford, der ebenfalls gegen den König rebellierte, gab es keine Zusammenarbeit. Mortimer schätzte Heinrich II. als jung und unerfahren ein, doch er rüstete im Frühjahr 1155 seine Burgen Cleobury, Wigmore und Bridgnorth zur Verteidigung. Der König begann tatsächlich unverzüglich mit der Belagerung der Burgen. Er ließ um Bridgnorth einen mit Wall und Graben bewehrten Belagerungsring anlegen, so dass die Burg von Verstärkungen abgeschnitten war. Daraufhin musste sich Mortimer am 7. Juli 1153 dem König ergeben. Der König behandelte den Rebellen mit Nachsicht. Zwar ließ er Cleobury Castle zerstören, doch Mortimer erhielt Wigmore zurück. Als auch der Earl of Hereford starb, durfte er sogar die Verwaltung von Bridgnorth Castle behalten und wurde als Kronvasall wieder in die Gunst des Königs aufgenommen. In der Folge blieb Mortimer ein loyaler Vasall von Heinrich II., was sicher durch die Feldzüge des Königs in den nächsten Jahren gegen die walisischen Fürsten bestärkt wurde. Für diese Feldzüge kam Heinrich II. mehrfach in die Welsh Marches und konnte so die Aktivitäten der Marcher Lords überwachen.

Neugründung von Wigmore Abbey
Nach seiner gescheiterten Revolte gegen den König wandte sich Mortimer der Verwaltung seiner Besitzungen in den Welsh Marches zu. Dabei förderte er Wigmore Abbey. Gemäß dem letzten Willen seines Großvaters Ralph de Mortimer war zunächst eine Augustiner bei Shobdon gegründet worden. Diese war von Hughs Vater oder von ihm selbst später nach Aymestrey nordwestlich von Leominster verlegt worden. Der jüngere Hugh befürchtete nun jedoch, dass seine Gegner die Niederlassung als befestigten Stützpunkt nutzen könnten. Es gelang ihm, die Ordensbrüder dazu zu bewegen, das Kloster erneut, dieses Mal nach Wigmore zu verlegen. Dort wurde an einem Bethun genannten Platz eine kleine Anlage mit hölzernen Gebäuden errichtet. Darauf verlegten die Ordensbrüder die Niederlassung zurück nach Shobdon, doch Mortimer bot den Ordensbrüdern nun einen Bauplatz nördlich von Wigmore an, wo 1172 mit dem Bau des neuen Klosters begonnen wurde. Mortimer selbst legte den Grundstein für die Kirche. Ursprünglich wollte er nur 10 Mark für die Baukosten beitragen, die er schließlich doch vollständig übernahm. Dem Kloster schenkte er dazu das Gut und die Kirche von Caynham in Shropshire sowie die Rechte an mehreren anderen Kirchen und Ländereien in Herefordshire und Shropshire. 1179 wurde die Kirche von Bischof Robert Foliot von Hereford geweiht. Mortimer bestätigte nicht nur seine bisherigen Schenkungen, sondern stiftete auch goldenes Meßgeschirr und weitere wertvolle Ausstattungsgegenstände.

Ehe
Mortimer hatte Matilda, die Witwe von Philip de Belmeis und Tochter von William le Meschin of Egremont geheiratet. 
Mortimer, Hugh II. (I29875)
 
48837 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_de_Mortimer_(Adliger,_†_vor_1150)

Hugh de Mortimer (auch Hugh I de Mortimer) († zwischen 1148 und 1150) war ein anglonormannischer Adliger.

Herkunft und Jugend
Hugh de Mortimer entstammte der anglonormannischen Familie Mortimer. Er war der älteste Sohn von Ralph de Mortimer, ob seine Mutter dessen erste Frau Millicent oder dessen zweite Frau Mabel war, ist nicht geklärt. Nach dem Tod seines Vaters nach 1104 erbte Mortimer die umfangreichen Besitzungen der Familie in England, den Welsh Marches und in der Normandie. Da er jedoch noch minderjährig war, übernahm zunächst Oliver de Merlimond die Verwaltung der Besitzungen. Gemäß dem letzten Willen seines Vaters gründete Merlimond als Tochterkloster von St. Victor in Paris eine Niederlassung der Augustinerkanoniker bei Shobdon in Herefordshire. Hugh de Mortimer versprach den Ordensgeistlichen, dem Kloster auch das Dorf Celmarsh zu schenken. Nach einem Streit mit Merlimond zog er die Schenkung zurück, und nach einem weiteren Streit mit den Ordensgeistlichen widerrief Mortimer auch die Schenkung des Dorfes Shobdon. Trotz dieser Differenzen diente Merlimond später als Verwalter von Mortimer.

Rolle während der sogenannten Anarchy
Während des 1135 beginnenden Thronfolgestreits zwischen König Stephan I. und der Kaiserin Matilda, der sogenannten Anarchy, war Mortimer wahrscheinlich ein Unterstützer des Thronanspruchs von Stephan. In dem langwährenden Konflikt wurde Mortimer in zahlreiche Fehden in Herefordshire verwickelt, unter anderem mit Josce de Dinan von Ludlow. Obwohl er zur Partei von Stephan gehörte, nutzte er während des Bürgerkriegs die Schwäche des Königs und besetzte das königliche Bridgnorth Castle. Vor 1148 sicherte er sich auch noch die Verwaltung einer nicht genau bezeichneten Burg der Bischöfe von Hereford.

Kämpfe in Wales
Mortimer war nicht nur in die Kämpfe des Thronfolgekriegs verwickelt, sondern führte auch langdauernde Kriege gegen die walisischen Fürsten um den Besitz der walisischen Cantrefi Maelienydd und Elfael in Powys. Mortimer wurde dabei von dem Baron Philip de Briouze unterstützt,[1] doch die Waliser leisteten gegen die anglonormannische Eroberung erbitterten Widerstand. 1144 ließ Hugh fitz Ranulf, womit höchstwahrscheinlich Mortimer gemeint war, Beschädigungen von Cymaron Castle in Maelienydd ausbessern, dazu errichtete er die Burg von Colunway in Elfael neu. 1145 konnte Mortimer Rhys ap Hywel, den walisischen Fürsten von Brycheiniog gefangen nehmen. 1148 war der inhaftierte Rhys erblindet, wahrscheinlich war er geblendet worden. 1146 fiel im Kampf gegen Mortimers Truppen Meurig ap Madog ab Idnerth, ein weiterer mittelwalisischer Fürst. Nach anderen Angaben starb Meurig allerdings durch den Verrat seiner eigenen Männer. 
Mortimer, Hugh I. (I29877)
 
48838 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_de_Vere,_4._Earl_of_Oxford

Hugh de Vere, 4. Earl of Oxford (* um 1210; † vor 23. Dezember 1263) war ein englischer Adliger.

Hugh de Vere war das einzige Kind von Robert de Vere, 3. Earl of Oxford und von dessen Frau Isabel. Sein Vater starb bereits 1221, so dass er zum Erben von dessen Gütern und des Titels Earl of Oxford sowie des Erbamts des Master Chamberlain wurde. Seine Vormundschaft übernahm seine Mutter, bis Hugh 1231 für volljährig erklärt wurde und sein Erbe übernahm. 1233 wurde er zum Ritter geschlagen. Seine Mutter starb am 3. Februar 1245, von ihr erbte er die Herrschaft Whitchurch in Buckinghamshire. Als es 1258 zu einer Revolte einer Gruppe von unzufriedenen Baronen unter Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester gegen die Herrschaft von König Heinrich III. kam, unterstützte er diese Adelsopposition. Er befürwortete im Juni 1258 die Provisions of Oxford und wurde im Oktober 1259 als einer der zwölf Vertreter der Barone gewählt, die neben dem Staatsrat das Parlament bilden sollten.[1] Neben anderen Klöstern und Kirchen unterstützte er den Neubau von Westminster Abbey.[2] Er wurde in der Familienstiftung Earls Colne Priory beigesetzt.

Um 1222 war Hugh de Vere mit Hawise de Quincy, der ältesten Tochter von Saer de Quincy, 1. Earl of Winchester und von dessen Frau Margaret de Beaumont verheiratet worden. 
de Vere, Hugh 4. Earl of Oxford (I29825)
 
48839 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_le_Despenser

Sir Hugh le Despenser (Hugh le Despenser the younger; * 1286; † 24. November 1326 in Hereford) war ein englischer Höfling und Politiker. Er war ein Günstling des englischen Königs Eduard II.

Herkunft
Hugh le Despenser war ein Sohn von Hugh le Despenser dem Älteren und von Isabella de Beauchamp, einer Tochter von William de Beauchamp, 9. Earl of Warwick. Sein Großvater Hugh le Despenser, 1. Baron le Despenser war 1265 als Rebell in der Schlacht von Evesham gefallen. Seine Eltern heirateten um 1285, sein Vater hatte 1281 die Besitzungen des Großvaters zurückerhalten und wurde 1295 als 2. Baron le Despenser ins Parlament berufen.

Leben
Aufstieg zum Landadligen

Am 22. Mai 1306 wurde Hugh gemeinsam mit dem Prince of Wales zum Ritter geschlagen.[1] Im gleichen Sommer durfte er Eleanor de Clare, eine Enkelin von König Edward I. von England und älteste Schwester von Gilbert de Clare, 7. Earl of Hertford heiraten, was wahrscheinlich ein Ausgleich für Schulden war, die der König bei seinem Vater hatte. Zu diesem Zeitpunkt war Despenser nur der Erbe eines kleineren Barons und hatte selbst keinen eigenen Besitz. Am 14. Mai 1309 übergab ihm der neue König Eduard II., der Onkel seiner Frau, das bisher dem Templerorden gehörende Gut Sutton in Norfolk, wodurch er ein Jahreseinkommen in Höhe von £ 200 bezog. Im folgenden Jahr übereignete ihm sein Vater weitere Güter in Cambridgeshire, Suffolk und Essex, die aus dem Erbe von Hughs Großmutter Aliva Basset stammten. 1313 begleitete Despenser den König auf eine Reise nach Frankreich. Um diese Zeit wurde er Vormund des minderjährigen William Huntingfield. Diese Aufgabe und die damit verbundenen Einkünfte hatte auch Thomas Plantagenet, 2. Earl of Lancaster angestrebt, so dass diese Entscheidung des Königs mit ein Grund für die spätere Feindschaft zwischen Lancaster und Despenser war.

Aufstieg zum Magnaten
Als Eleanors Bruder Gilbert de Clare 1314 in der Schlacht von Bannockburn getötet wurde, wurde seine Frau zusammen mit ihren beiden Schwestern eine der drei Erbinnen der reichen Besitzungen der Familie Clare. Gilberts Witwe Maud behauptete jedoch, schwanger zu sein, so dass die Aufteilung des Erbes zunächst verschoben wurde. Als Maud jedoch kein Kind bekam, besetzte der ungeduldige Despenser, der nicht an die Schwangerschaft seiner Schwägerin glaubte,[2] im Mai 1315 Tonbridge Castle, das bislang vom Erzbischof von Canterbury verwaltet worden war. Despenser musste die Burg schließlich im Juni räumen und wieder dem Erzbischof übergeben, doch verdeutlicht diese Episode bereits Despensers Gier und Gewaltbereitschaft.

Die Aufteilung des Erbes der Familie Clare verzögerte sich 1316 durch die Rebellion von Llywelyn Bren im walisischen Glamorgan, das zum Erbe gehörte. Dazu mussten für die beiden jüngeren, doch bereits verwitweten Schwestern von Despensers Frau noch geeignete Ehegatten gefunden werden. In dieser Zeit gehörte Despenser zusammen mit Roger Damory und Hugh de Audley zu einer kleinen Gruppe von Höflingen, die hoch in der Gunst des Königs standen. Elizabeth de Clare heiratete schließlich Roger Damory, und Margaret de Clare, die Witwe von Piers Gaveston, wurde mit Hugh de Audley verheiratet. Durch die schließlich im November 1317 erfolgte Aufteilung des Erbes wurde Despenser zu einem bedeutenden Magnaten, dessen Jahreseinkommen aus dem Erbe etwa £ 1500 betrug. Zu seinem Erbteil gehörte Glamorgan, so dass er als Baron der Welsh Marches gegenüber den englischen Baronen Privilegien hatte. Er ließ sich vom König den im Tower of London festgehaltenen Rebellen Llywelyn Bren ausliefern und richtete ihn 1318 ohne ordentliches Gerichtsverfahren hin. Die Besitzungen von Llywelyn Bren beschlagnahmte er. Zugleich begann Despenser damit, seinen Besitz in Südwales auf Kosten der anderen Erbinnen und Nachbarn zu erweitern. Bevor Hugh de Audley formell die an Glamorgan angrenzende Herrschaft Wentloog in Besitz nehmen konnte, hatte sich Despenser der Treue der dortigen Lehnsmänner versichert und konnte gegen den anfänglichen Widerstand des Königs den Besitz über die Baronie halten. Der König bestätigte Despenser schließlich als Herr von Wentloog, während Audley sich mit kleineren Lehen in England zufriedengeben musste. Einen weiteren Streit begann Despenser in Südwestwales, wo er Dryslwyn Castle mit der Herrschaft von Cantref Mawr geerbt hatte. Dort begann er sofort einen Grenzstreit mit John Giffard, dem Baron des westlich angrenzenden Cantref Bychan.

Günstling des Königs
Despenser wurde im Oktober 1318 vom Parlament zum Lord Chamberlain of the king's household ernannt. Als Mitglied des Hofes manövrierte Hugh sich rasch in der Gunst von Eduard II. nach vorne und verdrängte Damory und de Audley aus ihren Stellungen. Die Bevorzugung Despensers erinnerte die Zeitgenossen an Piers Gaveston, den früheren Favoriten des Königs, der 1312 von einer Adelsopposition unter dem Earl of Lancaster hingerichtet worden war. Durch sein Amt hatte Despenser unmittelbaren Zugang zum König, während er gleichzeitig anderen, darunter selbst der Königin Isabella, den Zugang erschwert haben soll. Es gibt nur geringe Anhaltspunkte für den Verdacht, dass zwischen Despenser und dem König, dem bereits ein sexuelles Verhältnis mit Gaveston nachgesagt worden war, ebenfalls eine sexuelle Beziehung bestand. Unzweifelhaft bestand zwischen dem König und seinem Favoriten ein enges, vertrauensvolles Verhältnis.

Despenser War: Exil und Rückkehr
→ Hauptartikel: Despenser War
Die Spannungen, die es unter Eduard II. in England zwischen dem König und dem Adel gab, wurden durch die Bevorzugung Despensers, den schmachvollen Fehlschlag des Feldzugs von 1319 gegen Schottland und zuletzt durch Despensers Expansionsbestrebungen in den Welsh Marches verschärft. Als Despenser 1320 die Herrschaft Gower von dem verschuldeten Baron William de Braose kaufen wollte, kam es zum Widerstand der anderen Marcher Lords unter Führung von John Mowbray, dem Schwiegersohn von Braose, der um sein Erbe fürchtete. Dem Bündnis der Marcher Lords gegen Despenser gehörten unter anderem Humphrey de Bohun, 4. Earl of Hereford, Roger Mortimer of Wigmore, Maurice de Berkeley und Hugh de Audley an. Im Oktober 1320 besetzte Mowbray Gower. Der König intervenierte und zwang Mowbray bis Ende des Jahres, Gower unter die Verwaltung des Königs zu stellen. Damit fürchteten die Marcher Lords nicht nur die Bestrebungen Despensers, sondern auch um ihre Privilegien in den Welsh Marches. Im sogenannten Despenser War eroberte und plünderte das vereinte Heer der Marcher Lords im Mai 1321 Despensers Besitzungen in Südwales. Der Earl of Lancaster schloss sich der Rebellion an. Im August 1321 marschierten die Rebellen mit ihrem Heer nach London. Im Parlament erhoben sie schwerwiegende Beschuldigungen gegen Despenser und seinen Vater: Beeinträchtigung der königlichen Macht, Verhinderung des Zugangs zum König ohne ihre Anwesenheit, Einsetzung korrupter Beamter und Veruntreuung des Besitzes der Tempelritter. Der jüngere Despenser wurde dazu der widerrechtlichen Ermordung des Rebellen Llywelyn Bren beschuldigt. Der Earl of Pembroke, einer der gemäßigten Barone, riet dem König, den Forderungen der Rebellen nachzugeben, und am 14. August stimmte der König im Parlament der Verbannung der Despensers aus England zu. Die Rebellen wurden dagegen am 20. August für ihre Vergehen während des Kriegs vom Parlament begnadigt.

Während sein Vater in die zu England gehörende Gascogne ging, betätigte sich Despenser als Pirat. Vermutlich durch Vermittlung des Königs stellten ihm die Cinque Ports Schiffe zur Verfügung. Im Ärmelkanal überfiel er ein genuesisches Handelsschiff, ermordete die Besatzung und plünderte die Ladung. Anschließend griff er Southampton an. Der König nahm insgeheim Kontakt mit ihm auf und bereitete einen Vergeltungsschlag gegen die rebellischen Barone vor. Dabei gelang es ihm, die rebellischen Barone zu spalten und nacheinander zu besiegen. Eine kurzfristig auf Geheiß des Königs von Walter Reynolds, dem Erzbischof von Canterbury einberufene Versammlung der englischen Bischöfe, zu der nur fünf von 17 Bischöfen erschienen, erklärte die Verbannung der Despensers für unrechtmäßig, so dass der König die Verbannung am 8. Dezember aufhob. Nachdem der König bis Ende Januar 1322 die Kontrolle über die Welsh Marches zurückerobert hatte, schlossen sich ihm die Despensers am 2. März in Lichfield an. Am 16. März wurde das Heer der verbliebenen Rebellen in der Schlacht bei Boroughbridge entscheidend geschlagen. Der Earl of Hereford fiel, während Lancaster und zahlreiche andere Rebellen in Gefangenschaft gerieten und hingerichtet wurden.

Tyrannei Eduards II. und der Despensers
Nach der Zerschlagung der Adelsopposition erreichte Despensers Macht und Reichtum ihren Höhepunkt. Sein Vater war zum Earl of Winchester erhoben worden, mit ihm zusammen beherrschte er den Königshof, und auf seinen Besitzungen herrschte er nahezu unbeschränkt. Der jüngere Despenser schuf ein Netzwerk von Gefolgsleuten, die gleichzeitig als königliche Beamte dienten, womit er gewaltigen Einfluss auf die Regierung erhielt. Gegen seine Entscheidungen hatten seine Gegner und Opfer kaum Einspruchmöglichkeiten, da die königlichen Beamten zugleich seine Gefolgsleute waren. Dieses Vorgehen offenbarte sich vor allem in der Beschlagnahmung und anschließenden Verwaltung der Besitzungen der Angehörigen der Adelsopposition. Durch die königliche Gunst, durch Gesetzesbeugung und durch Gewalt erweiterte Despenser seinen Besitz so, dass er zuletzt ein Jahreseinkommen in Höhe von über £ 7000 hatte. Alice de Lacy, die Witwe von Lancaster, musste ihm Ländereien übergeben, und selbst Marie de Saint-Pol, die Witwe des loyalen Earls of Pembroke, litt unter Despensers Schikanen, mit deren Hilfe er die Besitzungen ihres Mannes in Südwales erwerben wollte. Elizabeth de Clare, die Witwe von Roger Damory, musste 1322 ihre reiche Baronie Usk mit dem ausgeplünderten Gower tauschen. Anschließend brachte Despenser 1324 den vorigen Besitzer von Gower, William de Braose dazu, Gower wieder zurückzufordern. Nachdem Elizabeth ihm die Baronie übergeben musste, reichte sie Braose an Despensers Vater weiter, der sie dann wieder an seinen Sohn übergab.[3] Dazu erwarb Despenser Striguil, Abergavenny, Cilgerran und Pembroke, so dass ihm Südwales vom Wye bis zum Teifi gehörte.[4]

Seinen Reichtum verwendete er für den Ausbau von Caerphilly Castle und die Ausschmückung von Tewkesbury Abbey. In Tewkesbury Abbey sind Glasmalereien erhalten, die unter seiner Witwe und seinem Sohn vollendet wurden. Sie zeigen Despenser zwischen Robert Fitzhamon und Gilbert de Clare, 4. Earl of Hertford, zwei seiner Vorgänger als Herr von Gloucestershire. Weitere Bilder im Chorbogen stellen ihn im Paradies dar.

Widerstand, Sturz und Tod
Durch die Misserfolge des Königs bei den Konflikten in der Gascogne und in Schottland wuchs die Unzufriedenheit über die Willkürherrschaft von Despenser. Der sogenannte Krieg von Saint-Sardos in der Gascogne von 1323 bis 1325 war zwar letztlich eher unbedeutend, doch für König Eduard II. und die Despensers hatte er unkalkulierbare Konsequenzen. Der König war unfähig oder unwillig, sein Reich zu verlassen, um einen Frieden zur Beendigung des Konflikts zu schließen, so dass er im März 1325 seine Königin Isabella, die Schwester des französischen Königs Karl IV., als Vermittlerin nach Frankreich sandte. Die Königin konnte einen Frieden aushandeln, wozu der König dem französischen König als Lehnsherrn für die Gascogne huldigen sollte. Der König wollte nun immer noch nicht nach Frankreich reisen, erlaubte aber seinem Sohn und Thronfolger Eduard an seiner Stelle, König Karl IV. zu huldigen. Nach der Huldigung kehrten jedoch weder die Königin noch der Thronfolger nach England zurück. Im Januar 1326 schrieb die Königin an John Stratford, den Bischof von Winchester, dass sie nicht eher nach England zurückkehre, bis die Despensers vom Hof entfernt würden. Despenser muss die Gegnerschaft gegen seine Herrschaft gespürt haben, denn er wandte sich an den Papst, da er sich von schwarzer Magie bedroht fühlte. Im Mai 1326 trafen zwei päpstliche Legaten in England ein, die Despenser zwei Briefe des Papstes überbrachten. Im ersten Brief wurde Despenser aufgefordert, die Aussöhnung von König und Königin zu unterstützen, während er im zweiten allgemein aufgefordert wurde, bessere Beziehungen zu unterhalten. Im Grunde waren die Briefe eine Aufforderung an Despenser, sich vom Hof zurückzuziehen. Der König ließ die Legaten daraufhin festsetzen. Nachdem er sie in Dover Castle befragt hatte, verließen sie wieder England.

Der König und Despenser bereiteten sich nun vor, ihre Herrschaft zu verteidigen. Der Earl of Norfolk, ein Halbbruder des Königs, war mit der Bewachung der Ostküste betraut, lief aber auf die Seite der Königin über, als diese und ihr Liebhaber, der aus der Gefangenschaft entkommene Roger Mortimer of Wigmore, im September 1326 mit einem kleinen Söldnerheer in England landete. Nun zeigte sich, dass die Herrschaft Despensers nicht auf Loyalität beruhte, als seine Gefolgsleute auf die Seite der Königin überliefen. Die Herrschaft des Königs und Despensers brach zusammen. Am 2. Oktober verließen sie London und flüchteten nach Westen. Sie erreichten Wales, wo einige walisische Lords wie Gruffydd Llwyd sie im Despenser War so wirkungsvoll unterstützt hatten. Sie waren am 26. Oktober in Cardiff, als die Truppen der Königin Bristol besetzten und Despensers Vater gefangen nahmen. Despenser und der König flüchteten weiter nach Caerphilly Castle, wo sie Despensers jungen Sohn Hugh im Schutz der starken Garnison zurückließen. Über Margam und Neath Abbey flüchteten sie weiter westwärts, ehe sie am 16. November mit ihrem kleinen Gefolge bei Llantrisant von Henry of Lancaster und dem Waliser Rhys ap Howel gefangen genommen wurden. Despenser wurde nach Hereford gebracht. Nach dem vergeblichen Versuch, sich in der Haft zu Tode zu hungern, wurde er als Verräter zum Tode verurteilt, mit Brennnesseln gekrönt[5] und am 24. November durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen hingerichtet.

Begräbnis
Nach den mittelalterlichen Chroniken wurde Despensers Kopf an der London Bridge aufgestellt, die vier Teile seiner Leiche sollen nach Bristol, Dover, York und Newcastle gesandt worden sein. Erst im Dezember 1330 erhielt seine Witwe von König Eduard III. die Erlaubnis, seine Überreste einzusammeln und sie in Tewkesbury Abbey beizusetzen, angeblich erhielt sie nur den Schädel, einen Oberschenkelknochen und einige Wirbel.

2008 entdeckte Mary Lewis von der University of Reading in den Ruinen von Hulton Abbey im britischen Staffordshire ein Grab mit einem unvollständigen Skelett. Sie glaubt, dass das darin gefundene, unvollständige Skelett von Hugh le Despenser stammt. Die Knochen weisen Spuren einer Bearbeitung mit einer scharfen Klinge auf. Der Schädel und genau die Knochen, die in Tewkesbury Abbey beigesetzt worden sein sollen, fehlen bei dem gefundenen Skelett. Die Radiokohlenstoffdatierung ergab ein Alter der Knochen aus der Zeit zwischen 1050 und 1385; und der Verstorbene sei mindestens 34 Jahre alt geworden. 
le Despenser, Sir Hugh der Jüngere (I27361)
 
48840 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_le_Despenser,_1._Baron_le_Despenser_(†_1265) (Jul 2023)

Hugh le Despenser, 1. Baron le Despenser (auch Sir Hugh Despenser) (* um 1223; † 4. August 1265 bei Evesham) war ein englischer Adliger und Rebell. Er war der letzte Chief Justiciar Englands.

Herkunft und Jugend
Hugh Despenser war der älteste Sohn seines gleichnamigen Vaters Hugh Despenser, der ein erblicher Amtsträger von Earl Ranulf of Chester war und zudem hoch in der Gunst von König Heinrich III. stand. Beim Tod seines Vaters 1238 war Hugh noch minderjährig, so dass sein Onkel Geoffrey Despenser sein Vormund wurde, zudem erlaubte der König aus Dank für die Dienste seines Vaters, dass Hugh für eine Heirat keine Erlaubnis des Königs benötigte. Nach seiner Volljährigkeit trat er das Erbe seines Vaters an, das Besitzungen vor allem in Leicestershire umfasste. Vermutlich Anfang 1245 wurde er zum Ritter geschlagen, wozu ihm der König zwei Fässer Wein schenkte. Auch in den nächsten Jahren erhielt Despenser wiederholt königliche Gunstbeweise.

1255 wurde Despenser für fünf Jahre zum Constable des königlichen Horston Castle in Derbyshire ernannt. Von April bis September 1257 gehörte er zum Gefolge von Richard von Cornwall, dem jüngeren Bruder des Königs, als dieser nach Aachen reiste, wo er zum römisch-deutschen König gekrönt wurde. Spätestens seit 1256 war Despenser mit Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester befreundet, als die beiden zusammen mit anderen Baronen die Heirat des minderjährigen Henry de Lacy mit Margaret Longespée, 4. Countess of Salisbury vereinbarten.

Anschluss an die Adelsopposition gegen den König und Aufstieg zum Justiciar
Als es im April 1258 zu einer Rebellion der Barone gegen Heinrich III. kam, war Montfort einer der Führer der Adelsopposition. Despenser wurde zu einem der zwölf Vertreter der Adelsopposition gewählt, die mit ein Reformprogramm der Herrschaft des Königs ausarbeiten sollten. Nachdem dieses Programm, die Provisions of Oxford vom Parlament im Juni 1258 beschlossen worden war, wurde Despenser zu einem der zwölf Vertreter der Barone im Parlament gewählt. Dazu wurde er als Constable von Horston bestätigt.

Anfang 1260 heiratete Despenser Alina Basset, eine Tochter von Philip Basset, der ebenfalls an den Heiratsverhandlungen des Lacy-Erben beteiligt gewesen war und ebenfalls zu den Vertretern der Barone im Parlament gehörte. Während des andauernden Konfliktes mit dem König neigte Basset jedoch zunehmend zur Partei des Königs. Despenser wurde im August 1260 zu einer Ratsversammlung nach London berufen, zu der Anhänger Montforts ausdrücklich nicht eingeladen worden waren. Im folgenden Monat gehörte er zum Gefolge des Thronfolgers Lord Eduard. Aus ungeklärten Gründen hatte Despenser sein Amt als Richter für Wiltshire, Oxfordshire und Berkshire nicht wahrgenommen, das ihm im November 1259 übertragen worden war. Dennoch wurde er um den 20. Oktober 1260 von einem fünfköpfigen Ausschuss des Staatsrats anstelle des königlichen Kandidaten als Nachfolger von Hugh Bigod zum neuen Justiciar gewählt. Zugleich wurde er Keeper of the Tower. Dadurch wurde Despenser Leiter der Verwaltung und der Justiz der königlichen Regierung, für seine Ämter erhielt er ein Jahresgehalt von 1000 Mark. Heinrich III. beschwerte sich jedoch, dass die von den Baronen eingesetzten Beamten wie Despenser für ihre Ämter völlig ungeeignet seien. Davon ungeachtet, übernahm Despenser nicht alle Aufgaben seines überforderten Vorgängers. Im Winter 1260 bis 1261 befasste er sich beispielsweise vor allem mit Rechtsfällen aus Sussex. Zusammen mit seinem Schwiegervater Philip Basset gehörte Despenser im Dezember 1260 zum Haushalt des Königs. Als der König jedoch versuchte, die Provisions of Oxford zu widerrufen, entließ er um den 12. Juni 1261 Despenser als Justiciar und als Keeper of the Tower. Despenser protestierte gegen die Entlassung, da er nicht durch das Parlament entlassen worden war, dennoch musste er das Amt schließlich seinem Schwiegervater Basset übergeben, der neuer Justiciar wurde. Despenser galt inzwischen als entschiedener Anhänger der Adelsopposition und gehörte deshalb nicht zu den Kronvasallen, die der König im Oktober 1261 nach London berief. Im Juni 1262 musste er sein Amt als Constable von Horston abgeben. Ab diesem Zeitpunkt war die Familie politisch unversöhnlich gespalten. Während Despensers Schwiegervater Basset auf der Seite des Königs stand, gehörte Despenser zusammen mit seinem Cousin John Despenser, seinem Schwager John fitz John und dessen Halbbruder Roger de St John, der vermutlich mit Despensers Schwester verheiratet war, zur Adelsopposition unter Simon de Montfort.

Erneuter Dienst als Justiciar und Rolle während des Kriegs der Barone
Als Montfort 1263 erneut die Regierung übernahm, löste Despenser zwischen dem 15. und 18. Juli seinen Schwiegervater wieder als Justiciar und als Keeper of the Tower ab. Als der König zu Verhandlungen nach Frankreich reiste, diente Despenser während seiner Abwesenheit vom 23. September bis zum 7. Oktober als Regent von England. Nachdem es Ende Oktober 1263 zu Unruhen in England kam, legte Despenser sein Amt als Justiciar nieder, blieb aber vermutlich Verwalter des Tower. Er gehörte zu den Baronen, die am 13. Dezember zustimmten, einen Schiedsspruch des französischen Königs Ludwig IX. über die Gültigkeit der Provisions of Oxford zu akzeptieren. Als dieser jedoch im Mise of Amiens die Gültigkeit der Provisions verneinte, begann Montfort einen offenen Bürgerkrieg, den Zweiten Krieg der Barone. Despenser führte dabei im März 1264 als Keeper of the Tower einen Mob von Londoner Bürgern, die das Gut von Richard von Cornwall in Isleworth bei London plünderten. Als im April Anhänger der Barone unter der Führung seines Schwagers John fitz John die Häuser der Londoner Juden plünderten und dabei zahlreiche Juden ermordeten, gewährte Despenser den Juden im Tower of London Zuflucht. Am 14. Mai 1264 gehörte Despenser zu den Führern der Rebellenarmee, die das königliche Heer in der Schlacht von Lewes entscheidend schlugen. Dabei nahm er seinen verwundeten Schwiegervater Basset gefangen. Basset blieb in Gefangenschaft der Barone, doch seine Schwiegersöhne sorgten zweifellos dafür, dass er Anfang Juni Wildbret und andere Speisen erhielt. Despenser erreichte auch, dass sein Cousin John Despenser freikam, der Anfang April bei der Eroberung von Northampton in die Gefangenschaft des Königs geraten war.

Nach der Schlacht von Lewes übernahm Montfort erneut die Herrschaft über England. Despenser übernahm wieder das Amt des Justiciars. Obwohl er formell nicht dem neunköpfigen Staatsrat angehörte, wurde Despenser zu einem führenden Mitglied der Regierung. Er nahm an den Beratungen des Staatsrats sowie an den Parlamenten teil und bezeugte zahlreiche Urkunden. Sowohl bei der Amtseinführung von Henry, dem Prior von St Radegund am 3. November 1264 als Treasurer und von Thomas de Cantilupe am 25. Februar 1265 als Lordkanzler war er anwesend. Als Cantilupe am 7. Mai 1265 auf die Ausübung seines Amtes verzichtete, aber dennoch offiziell Kanzler blieb, war Despenser bei ihm in Hereford.

Als Justiciar koordinierte Despenser die Verteidigung Englands. Obwohl der König, der Thronfolger Lord Eduard und Richard von Cornwall sich in der Gewalt der Barone befanden, wurde die Herrschaft Montforts durch zahlreiche der verbliebenen Anhänger des Königs bedroht, die nach Wales oder ins Exil geflohen waren. Die Königin sowie weitere Anhänger des Königs befanden sich in Frankreich. Die meisten Bischöfe unterstützten dagegen die Herrschaft der Barone. Zur Durchsetzung der Maßnahmen der Regierung erhielt Despenser eine aus 100 Rittern und Soldaten bestehenden Armee, mit der er offiziell Angriffe gegen die Kirche ahnden sollte. Despenser übernahm selbst die Kontrolle der wichtigen Burgen von Devizes, Oxford, Orford und Nottingham. Dazu war er für die Verteidigung der Küste von East Anglia verantwortlich. Als die direkte Gefahr einer Invasion durch die Anhänger des Königs nachließ, war er zunehmend an den Versuchen beteiligt, noch einen Ausgleich mit dem König zu erzielen. Am 24. September 1264 reiste Despenser als Gesandter der Barone nach Frankreich, wo er den päpstlichen Legaten Gui Foucois darüber informierte, dass die Regierung die Provisions of Oxford reformieren würde, sobald der König zusicherte, die wichtigsten Staatsämter mit Engländern anstelle mit Ausländern zu besetzen. Trotz dieser Verhandlungen wurde er als Mitglied der Regierung der Barone am 20. Oktober von dem Legaten exkommuniziert.

Auch wenn Despenser außer seinem Gehalt keine Landgeschenke erhielt, profitierte er erheblich von seinen Ämtern. Zu günstigen Bedingungen konnte er im September 1264 die Vormundschaft des immer noch minderjährigen Henry de Lacy und die Verwaltung von dessen umfangreichen Ländereien erwerben. Die in der Schlacht von Lewes gefangen genommenen Barone Robert de Pierpoint und Marmaduke of Thwing ließ er erst nach Zahlung eines Lösegeldes frei, wobei das von Pierpont 700 Mark betrug. Als oberster Richter fällte er Urteile zugunsten der Familie von Simon de Montfort, beispielsweise verurteilte ein Gericht unter seinem Vorsitz am 30. Juni 1264 den Marcher Lord William de Briouze zur Zahlung einer Strafe von 10.000 Mark, da dieser während des Bürgerkriegs angeblich Güter von Simon de Montfort dem Jüngeren verwüstet hatte. Briouze sollte diese hohe Summe innerhalb von zehn Tagen bezahlen. Am 18. November 1264 wurde Despenser Mitglied des Komitees, das die Mitgift von Montforts Tochter Eleanor festlegen sollte, die mit Montforts Verbündeten Fürst Llywelyn von Wales verheiratet werden sollte.

Nach der Flucht des Thronfolgers Lord Eduard im Mai 1265 versuchte Despenser mit John fitz John und anderen vergeblich, den Streit zwischen Montfort und Gilbert de Clare beizulegen, der Montforts Herrschaft erheblich schwächte. Im Sommer nahm er an dem Feldzug von Montfort in die Welsh Marches teil, bei dem sie von einem überlegenen Heer der Anhänger des Königs gestellt wurden. Despenser weigerte sich, zu flüchten und fiel in der Schlacht von Evesham, angeblich durch einen Dolchstoß des Marcher Lords Roger Mortimer. getötet.


Darstellung der Schlacht von Evesham aus dem 13. Jahrhundert. In der Mitte oben ist der gefallene Hugh le Despenser zu sehen, links unter ihm sein Wappenschild.
Zusammen mit den Leichen Simons und Henrys de Montfort wurde er mit Erlaubnis des Königs in der nahe gelegenen Evesham Abbey bestattet. An seinem Grab sollen sich bald Wunder ereignet haben, unter anderem sollen Blinde geheilt worden sein. Seine Frau Alina nach der Niederlage der Barone flüchtete zu ihrem Vater. Sie heiratete in zweiter Ehe Roger Bigod, 5. Earl of Norfolk. Der siegreiche König vergab Despensers Ländereien an Philip Basset. 
le Despenser, Hugh 1. Baron le Despenser (I41551)
 
48841 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_le_Despenser,_1._Earl_of_Winchester

Hugh le Despenser, 1. Earl of Winchester (auch Hugh le Despenser the Elder (der Ältere); * 1. März 1261; † 27. Oktober 1326 bei Bristol) war ein englischer Magnat, Diplomat und Militär.

Herkunft
Hugh le Despenser war ein Sohn von Hugh le Despenser, der als Justiciar an der Seite von Simon de Montfort 1265 in der Schlacht von Evesham gefallen war, und von Alina Basset. Nach dem Sieg des Königs im Zweiten Krieg der Barone wurden die Besitzungen seines Vaters von der Krone beschlagnahmt.

Karriere als Militär und Diplomat
Im Mai 1281 erhielt Despenser die beschlagnahmten Besitzungen seines Vaters zurück, und im August 1281 wurden ihm auch das Erbe seiner Mutter übergeben. Während des zweiten Feldzugs von König Eduard I. zur Eroberung von Wales diente er 1283 unter Edmund, 2. Earl of Cornwall. Nachdem er 1285 ohne Erlaubnis von König Eduard I. Isabella, eine Tochter von William de Beauchamp, 9. Earl of Warwick und Witwe von Patrick de Chaworth geheiratet hatte, verurteilte ihn der König zu einer Strafzahlung in Höhe von 2000 Mark. Im Dienst des Königs machte Despenser rasch Karriere. 1287 begleitete er den König in die Gascogne. Im Juni 1294 ernannte ihn der König zum Constable von Odiham Castle, etwa um die gleiche Zeit wurde er einer der englischen Gesandten beim Deutschen König Adolf von Nassau und bei Siegfried von Westerburg, dem Erzbischof von Köln. Ende 1294 war er erneut in der Gascogne. 1295 berief ihn der König als Baron le Despenser erstmals ins Parlament. Im April 1296 kämpfte er in der Schlacht bei Dunbar, ehe er während des Französisch-Englischen Kriegs von 1296 bis 1297 als Vertreter des Königs bei Guido, dem Grafen von Flandern war, mit dem am 5. Februar 1297 ein Bündnis geschlossen wurde. Eine Woche darauf wurde er zum Justice of the Forest south of Trent ernannt und im Juni 1297 wurde er Mitglied des Royal Council. Im Sommer 1300 war er einer von nur drei Magnaten, die an diesem Feldzug des Königs nach Schottland teilnahmen.

Im November 1300 wurde er zusammen mit Henry de Lacy, 3. Earl of Lincoln als Gesandter nach Rom zu Papst Bonifatius VIII. gesandt, und im April 1302 war er einer der Gesandten, die in Frankreich einen Friedensvertrag aushandeln sollten, um den Französisch-Englischen Krieg zu beenden. Im Oktober 1305 sandte ihn der König nach Lyon, um mit Papst Clemens V. einen möglichen Kreuzzug, aber auch die englisch-französischen Beziehungen zu besprechen. Zwischen diesen zahlreichen diplomatischen Missionen nahm er 1303, 1304 und 1306 an den Feldzügen des Königs nach Schottland teil. Für seine treuen Dienste belohnte ihn der König 1296 mit Kirtlington und 1301 mit Great Haselse in Oxfordshire. 1306 durfte sein ältester Sohn Hugh le Despenser Eleanor de Clare, eine Enkelin des Königs, heiraten.

Gefolgsmann von König Eduard II.
Nach dem Tod von König Eduard I. im Juli 1306 war Despenser von Beginn an ein treuer Unterstützer von dessen Sohn und Nachfolger König Eduard II. Während dessen Krönung trug er einen Teil der Insignien. Als es Anfang 1308 zu Unruhen der Barone, die mit der Herrschaft des Königs und unzufrieden waren, kam, übernahm er die Verwaltung von Devizes, Marlborough und Chepstow Castle einschließlich der Stadt Chepstow. Im März 1308 wurde er erneut Justice of the Forest south of Trent, dieses einträgliche Amt wurde ihm im August 1309 lebenslang übertragen. Er war einer der wenigen Barone, die noch Piers Gaveston, den Favoriten des Königs, unterstützten, weshalb es im Frühjahr 1308 zu einer offenen Rebellion der Barone kam. Wegen dieser Haltung wurde ihm die Teilnahme am Parlament von Northampton verwehrt, doch im Herbst 1308 war er wieder am Königshof. Im Mai 1313 begleitete er König Eduard II. nach Frankreich, wo dessen Söhne von König Philipp IV. zum Ritter geschlagen wurden, und wo er den französischen König im Dezember 1313 in Montreuil traf. Um diese Zeit gehörte Despenser zu den Feinden von Thomas Plantagenet, 2. Earl of Lancaster, der zum Führer der Adelsopposition geworden war. Despenser nahm im Juni 1314 an der Schlacht von Bannockburn teil. Nach dieser englischen Niederlage gewann Lancaster die Vorherrschaft am Königshof, weshalb sich Despenser von dort zurückziehen musste.

Günstlingsherrschaft der Despensers
Im Frühjahr 1316 war Despenser zusammen mit seinem gleichnamigen Sohn Hugh le Despenser erneut im Gefolge des Königs, blieb aber trotz Aussöhnungsversuche weiterhin mit Lancaster zerstritten. 1317 begleitete er den König auf dessen Feldzug gegen Schottland. Sein Sohn Hugh wurde 1318 Kämmerer des Königs und stieg rasch zu dessen neuen Favoriten auf. 1320 sandte ihn der König zusammen mit Bartholomew de Badlesmere in die Gascogne, um die dortige englische Verwaltung zu überwachen. Von dort reiste er nach Amiens, wo er mit dem König zusammentraf. Gegen den wachsenden Einfluss des jüngeren Despenser auf den König richtete sich eine Rebellion der walisischen Marcher Lords, die im Mai 1321 im sogenannten Despenser War seine Besitzungen in Wales besetzten. Während des Parlaments von 1321 zwangen die rebellischen Barone den König, am 14. August die Despensers zu verbannen. Despenser ging ins Exil nach Bordeaux, doch bereits am 1. Dezember rief der König ihn und seinen Sohn nach England zurück. Anfang 1322 begann der König einen Feldzug, um die rebellischen Barone zu schlagen. Anfang März stießen die Despensers zum königlichen Heer. Das Heer Lancasters wurde am 16. März in der Schlacht bei Boroughbridge entscheidend geschlagen, Lancaster wurde gefangen genommen und als Verräter hingerichtet. Von den beschlagnahmten Besitzungen Lancasters gab der König Denbigh Castle in Nordwales Despenser als Lehen, dazu erhielt er Brimpsfield und weitere Güter seines Schwagers, des ebenfalls als Rebellen verurteilten Baron Giffard.[2] Am 10. Mai 1322 erhob ihn der König zum Earl of Winchester, und in den nächsten Jahren hatte er zusammen mit seinem Sohn entscheidenden Einfluss auf den König, der tyrannisch herrschte. Die Königin hasste die Despensers und flüchtete nach Frankreich. 
le Despenser, Hugh 1. Earl of Winchester (I27360)
 
48842 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_I._(Graf_von_Tübingen)

Hugo I. (Graf von Tübingen)

Hugo I. war um 1078/79 Graf von Tübingen und einer der Stifter von Kloster Blaubeuren.

Familie
Graf Hugo I. war der Bruder des Grafen Anselm von Nagoldgau und des Grafen Sigibot.[1]

Leben und Wirken
Graf Hugo I. trat mit anderen Grafen aus der Umgebung (Graf Adalbert von Calw, Graf Kuno von Achalm, Graf Liutolt von Achalm) auf die Seite des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden. Dafür wurde er im Jahr 1078 von Kaiser Heinrich IV., der sich nach der Schlacht bei Mellrichstadt mit einem Heer nach Alemannien wandte, in seiner Burg belagert. Es gelang Heinrich nicht, dieselbe zu erobern, sondern er erlitt empfindliche Verluste, und Udo, Erzbischof von Trier, einer seiner wichtigsten Anhänger, starb während der Belagerung. Erst im folgenden Jahr, 1079, unterwarf sich Graf Hugo dem König, ob als Folge der Eroberung seiner Burg, ist nicht bekannt.[1]

Tübingen wird 1078 zum ersten Mal, und zwar als „Castrum Twingia Alemannorum“ erwähnt. Die Belagerung des Grafen Hugo auf Tübingen beweist, dass dort spätestens im 11., höchstwahrscheinlich schon im 10. Jahrhundert eine feste Burg stand, die der Hauptsitz eines mächtigen Grafengeschlechts war.[1]

Klosterstiftung
Die Stiftung des Klosters Blaubeuren ist für die Geschichte der Pfalzgrafen von Tübingen von großer Wichtigkeit und ging von den drei Brüdern Graf Hugo, Graf Anselm und Graf Sigibot aus. Graf Hugo schenkte gemeinschaftlich mit seinem Bruder Anselm Güter bei Beiningen und Wippingen sowie einen Wald unterhalb Altenthal an das Kloster; für sich selbst Granheim, ein Hofgut (curtis) in Ulm und die Hälfte von Reccenbainde (unbekannt). Hugo hat unter seinen Brüdern den geringsten Anteil an der Klosterstiftung genommen.[1]

Einzelnachweise
Dr. L. Schmid: Geschichte des Pfalzgrafen von Tübingen. 1853, Seite 27 und 33, zitiert von Manfred Hiebel.

 
von Nagoldgau (von Nidlingen?), Anselm (I11603)
 
48843 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_I._(Montfort)

Hugo I. von Montfort († 1228) war Graf von Bregenz und Montfort[1] aus dem Geschlecht der Pfalzgrafen von Tübingen und nannte sich deshalb bis etwa 1207 Hugo III. von Tübingen. Er begründete die neue eigenständige Linie Montfort. Das Haus Montfort übernahm das pfalzgräfliche Wappen mit geänderten Wappenfarben.

Familie
In erster Ehe war er verheiratet mit Mechthild, einer Tochter aus dem Hause von Eschenbach-Schnabelburg.[2] In zweiter Ehe heiratete er Mechthild von Wangen, Tochter von Friedrich.[3]

Leben und Wirken
Er verlegte sein Herrschaftszentrum von Bregenz in die von ihm neu gegründete Stadt Feldkirch, um damit seinen Einfluss in Rätien und insbesondere im Bistum Chur zu steigern. Um 1200 ließ er auf einem Hügel über der Stadt die Schattenburg errichten.
Von der Kreuzzugsidee erfasst, bemühte sich Hugo I. um den Ausbau des Passverkehrs über die Alpen, stiftete 1218 eine Johanniter-Kommende in Feldkirch und schuf erste Ansätze zu einer Territorialherrschaft in Vorarlberg.[1]
Er trat nach dem Tod seines Vaters seinen Erbteil, die von seiner Mutter herrührende Grafschaft Bregenz-Montfort, an und nahm seinen Sitz auf dem Schloss Montfort, das schon sein mütterlicher Großvater, Graf Rudolf von Bregenz, seine „urbem“ nannte. Die Erbteilung wurde indes nicht so streng durchgeführt, dass Hugo gar keinen Anteil an dem alten Familiengut und sein Bruder Pfalzgraf Rudolf I. keinen an der von ihrer Mutter beigebrachten Grafschaft erhalten hätten.
Hugo hatte noch zur Zeit der Stiftung von Kloster Bebenhausen seinen Anteil an dem Patronat der Kirche in Meimsheim und am Dorf Weil im Schönbuch, und Rudolf I. hatte laut einer Urkunde von Tschudius auch Anteil an den Bregenzer Besitzungen. Das Haus Tübingen erbte auch manches von den Bregenzer (montfortischen) Besitzungen und besaß diese noch am Ende des 13. Jahrhunderts. Nach Tschuduis (I, 107,108) hatten Graf Hugo von Montfort und sein leiblicher Bruder, Pfalzgraf Rudolf von Tübingen, und deren Mutter ein Gut bei Breitenau im Thurtal, in der Nähe des Klosters St. Johann gelegen, diesem Kloster mit Bewilligung zweier Ritter von Gandersweiler geschenkt. Nachdem das Kloster dasselbe geraume Zeit besessen, entriss es ihm Hugo wieder, dem es bei der inzwischen vorgenommenen Erbteilung zugefallen war, gab es jedoch 1209 vor einem vom Papst bestellten Schiedsgericht gegen 67 Mark Silber wieder dem Kloster zurück.[3]
Er gründete im September 1218 in Ulm mit ausdrücklicher Bewilligung des Königs Friedrich II. (HRR) die Johanniterkommende in Feldkirch, der er die von ihm gestiftete Johanneskirche sowie Güter in der näheren und ferneren Umgebung der Stadt, darunter eine Kapelle im Klostertal, übertrug. Feldkirch entwickelte sich unter Hugo I. zum Zentralort seiner Herrschaft, da er den Verkehr über den Arlbergpass belebt und den Landesausbau im südlichen Teil Vorarlbergs vorangetrieben hat.[4]
Er starb vermutlich im Heiligen Land oder auf der Reise dorthin.
Sein Enkel Friedrich Wildgraf von Kyrburg († nach 1310), war Provinzmeister bzw. Großprior des Templerordens für Oberdeutschland, Emicho Wildgraf von Kyrburg († 1311), ein weiterer Enkel, amtierte als Bischof von Freising.

Weblinks
 Commons: Hugo I. von Montfort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Foundations of Medieval Genealogy: Swabian Nobility. Ch. 5 B: Grafen von Montfort.
Einzelnachweise
1 Hugo I. von Tübingen, Graf von Bregenz und Montfort, nach Genealogisches Handbuch zur Schweizer Geschichte, Band I, Seite 150, zitiert durch Manfred Hiebl.
2 Karl Heinz Burmeister: Montfort, Grafen von (katholisch). Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 51–54.
3 Dr. L. Schmid: Geschichte des Pfalzgrafen von Tübingen, 1853, Seite 118, zitiert durch Manfred Hiebl.
4 Vorarlberg-Chronik.

 
von Tübingen (I. von Montfort), Graf Hugo III. (I8011)
 
48844 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_I._(Ponthieu)

Hugo I. († um 1000) war ein Herr des Ponthieu und Stammvater des Hauses Ponthieu.

Seine Existenz ist lediglich aus einer Chronik der Abtei Saint-Riquier belegt, laut der er ein Ritter (militem) und Schwiegersohn des dux und späteren Königs Hugo Capet war, dessen Tochter Gisela seine Frau war. Von seinem Schwiegervater erhielt er wohl um 981 die Burg Abbeville und die dauernde Kontrolle über die Klosterzelle Forestmontier als Lehen, außerdem wurde er zum erblichen advocatus der Abtei, also zu deren Beschützer ernannt. Zusammengefasst entsprach das ihm anvertraute Land in seinem Umfang dem alten karolingischen pagus pontivus.

Er selbst führte nicht den Grafentitel, den nahm erst sein Sohn Enguerrand I. an. Ein zweiter Sohn hieß Guido, der als Abt von Saint-Riquier amtierte.

Inwiefern er mit den im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert in Montreuil ansässigen Grafen verwandt gewesen war, ist nicht festzustellen. 
von Abbeville (von Ponthieu), Herr Hugo I. (I28366)
 
48845 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_I._(Vaudémont) (Apr 2018)

Hugo I. (franz: Hugues; † 1155) war ein Graf von Vaudémont. Er war ein Sohn des Grafen Gerhard I. und der Hedwig von Egisheim.

Hugo folgte seinem Vater 1108 als Graf nach, gründete die Abtei von Ferrières und 1140 die Abtei von Flabémont. Über weitere Handlungen in seiner Grafschaft ist nichts weiter bekannt. 1147 schloss er sich dem Gefolge König Ludwigs VII. von Frankreich zum zweiten Kreuzzug an. Hugo kehrte nicht wieder mit dem König in die Heimat zurück (1149), weshalb er für seine Zeitgenossen als verschollen oder gar als tot galt. Erst um das Jahr 1153 traf in Vaudémont ein alter Kreuzritter ein, der von der Gräfin als Hugo identifiziert wurde. Er starb kurz darauf und wurde in der Benediktinerpriorei von Belval bei Portieux bestattet.
Der Geschichte Hugos wird eine im 12. Jahrhundert gefertigte Skulptur in der Franziskanerkirche (Église des Cordeliers) von Nancy zugeschrieben, die einen alten Kreuzritter in den Armen seiner Ehefrau zeigt. Ein Abguss dieser Skulptur ist im Historischen Museum der Stadt (Musée Historique Lorrain) zu sehen. 
von Vaudémont, Graf Hugo I. (I6844)
 
48846 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_I._von_Lusignan

Hugo I. von Lusignan

Hugo I. von Lusignan, genannt „der Jäger“ (lat. Venator), war der erste Herr von Lusignan und Stammvater des Adelshauses Lusignan. Er wird in der Chronik der Abtei Saint-Maixent erwähnt.

Sein Sohn und Nachfolger war Hugo II. von Lusignan, genannt „der Gütige“, der Erbauer der Burg Lusignan.

Mehr unter dem Link oben.. 
von Lusignan, Herr Hugo I. der Jäger (I12574)
 
48847 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_II._(Burgund) (Jun 2022)

Hugo II. genannt der Friedfertige (frz. Hugues II le Pacifique, * wohl 1085; † 1143 wohl kurz nach dem 6. Februar) war Herzog von Burgund von 1103 bis 1143.
Er war der Sohn und Erbe des Herzogs Odo I. und der Sibylle von Burgund. Er übernahm schon 1101 die Regentschaft über das Herzogtum, als sein Vater zum Kreuzzug von 1101 aufbrach. Als sein Vater im Verlauf des Kreuzzuges starb, wurde er dessen Nachfolger als Herzog.

Er kämpfte 1109 unter König Ludwig VI. gegen den englischen König Heinrich I., dann gegen Kaiser Heinrich V., der 1124 in die Champagne eingefallen war.
Über diese beiden Episoden hinaus, die auch außerhalb seines Herzogtums stattfanden, gab es wenig Konflikte in seinem Herrschaftsbereich, wodurch der sich seinen Beinamen erwarb. 
von Burgund, Herzog Hugo II. (I7619)
 
48848 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_II._(Ponthieu)

Hugo II. († 1052) war ein Graf von Ponthieu aus dem Haus Ponthieu. Er war ein Sohn des Grafen Enguerrand I. von Ponthieu.

Noch zu Lebzeiten seines Vaters heiratete Hugo um 1035 Bertha, die Tochter von Guérinfrid und Erbin der normannischen Grenzburg Aumale.

Hugo II. verstärkte die Beziehung seiner Familie zu den benachbarten Normannen, indem er seinen ältesten Sohn mit einer Schwester des Herzogs Wilhelm II. und seine Tochter an den Grafen Wilhelm von Arques verheiratete. Er selbst wurde 1052 ermordet und anschließend in der Abtei Saint-Riquier bestattet. 
von Ponthieu, Graf Hugo II. (I28359)
 
48849 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_II._(Vaudémont) (Sep 2023)

Hugo befand sich in einem langjährigen Konflikt mit den Herzögen von Lothringen, gegen die er sein Territorium zu erweitern versuchte. Dafür erkannte er sogar 1202 die Lehnshoheit der Grafen von Bar über Vaudémont an, um diese als Verbündete gegen den Herzog zu gewinnen. Das hinderte ihn aber nicht daran weiter eine eigenständige Politik zu verfolgen. Im Erbfolgekrieg um die Champagne (1215–1221) ergriff er Partei für den Prätendenten Érard von Brienne, während der Graf von Bar die Seite der Gräfin Blanka und deren Sohn Theobald IV. unterstützte. 
von Vaudémont, Graf Hugo II. (I42591)
 
48850 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_II._von_Lusignan

Hugo II. von Lusignan

Hugo II. von Lusignan († 967), genannt „der Gütige“ (lat. Carus), war der zweite Herr von Lusignan und Sohn von Hugo dem Jäger. Laut der Chronik der Abtei Saint-Maixent ist er der Erbauer der Burg Lusignan, die 1009 erstmals ausdrücklich urkundlich erwähnt wird.

Bei seinem Tod im Jahr 967 wurde sein Sohn Hugo III. von Lusignan, genannt „der Weiße“, sein Nachfolger.

Er hatte womöglich einen weiteren Sohn namens Joscelin († 1015), dieser wird als Onkel Hugos IV. erwähnt, wobei unklar ist ob er ein Bruder von Hugo III. oder von dessen Ehefrau ist. Joscelin war Herr von Parthenay, war mit einer Frau namens Rosca verheiratet und als er im Jahr 1015 kinderlos starb vererbte er Hugo IV. Vivonne.

Mehr unter dem Link oben.. 
von Lusignan, Herr Hugo II. der Gütige (I12573)
 

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