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| 48901 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Isabel_le_Despenser_(Adlige,_um_1313) Isabel le Despenser (auch Isabel FitzAlan, Countess of Arundel; * um 1313; † 1375) war eine englische Adlige. Isabel le Despenser war eine Tochter von Hugh le Despenser und von Eleanor de Clare. Ihr Vater war ein Günstling des 1326 gestürzten Königs Eduard II. und wurde im November 1326 hingerichtet. Isabel war am 9. Februar 1321 mit Richard FitzAlan, dem ältesten Sohn von Edmund FitzAlan, 9. Earl of Arundel und von Alice de Warenne verheiratet worden. Ihr Ehemann wurde 1326 der Erbe seines ebenfalls hingerichteten Vaters, 1331 erhielt er den wiederhergestellten Titel Earl of Arundel. Da seine Ehe mit der Tochter des als Hochverräter hingerichteten Despenser politisch wertlos geworden war, versuchte er, die Ehe unter dem Vorwand, sie seien gegen ihren Willen als Kinder verheiratet worden, annullieren zu lassen. Obwohl Richard FitzAlan mit Isabel mindestens drei Kinder hatte, wurde die Ehe schließlich mit päpstlichen Dispens am 4. Dezember 1344 aufgehoben. Isabels Kinder verloren mit der Annullierung der Ehe ihr Erbrecht. Von ihrem Mann erhielt sie zur Versorgung sechs Güter, und sie lebte bis zu ihrem Tod zurückgezogen. Richard FitzAlan dagegen heiratete bereits im Februar 1345 Eleanor, eine Tochter von Henry of Lancaster und Witwe von John de Beaumont, 2. Baron Beaumont. | le Despenser, Isabel (I27364)
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| 48902 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Isabel_Marshal Isabel Marshal, Countess of Gloucester und Hertford (auch Isabella Marshal) (* 9. Oktober 1200 in Pembroke Castle; † 17. Januar 1240 in Berkhamsted Castle) war eine englische Adlige. Sie war zunächst die Ehefrau von Gilbert de Clare, 4. Earl of Hertford und nach dessen Tod Ehefrau des späteren deutschen Königs Richard von Cornwall. Herkunft und Familie Isabel entstammte der anglonormannischen Familie Marshal. Sie war das siebte Kind und die zweite Tochter von William Marshal, 1. Earl of Pembroke und von dessen Gemahlin Isabel de Clare. Isabel wurde im Oktober 1214 mit ihrem Cousin Gilbert de Clare, 4. Earl of Hertford und 1. Earl of Gloucester verheiratet.[1] Gilbert de Clare war ein reicher Magnat und etwa zwanzig Jahre älter als sie. Zweite Ehe mit Richard von Cornwall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Sechs Monate nach dem Tod ihres ersten Gemahls heiratete Isabel am 30. März 1231 den fast neun Jahre jüngeren Richard von Cornwall. Für Richard von Cornwall, dem jüngeren Bruder von König Heinrich III. war es die erste Ehe. Die Heirat fand in Fawley bei Henley, einem Gut der Marshals in Oxfordshire statt. Als Mitgift erhielt Isabel Sundon in Bedfordshire, doch Richard von Cornwall wollte sich mit dieser Heirat vor allem die politische Unterstützung von Isabels Bruder William Marshal sichern, mit dem er bereits über seine Schwester verschwägert war. William Marshal starb aber nur wenige Wochen nach der Hochzeit. Der König war zunächst gegen die Heirat gewesen, da er sich für seinen Bruder eine ranghöhere Braut gewünscht hatte.[3] Isabel behielt nach ihrer zweiten Heirat eine enge Beziehung zur Familie Clare und zu ihren Kindern aus ihrer ersten Ehe, besonders zu ihrer Tochter Isabel. Zusammen mit ihrem ältesten Sohn Richard und mit Hilfe ihres Bruders Gilbert Marshal sorgte sie für angemessene Heiraten ihrer beiden Töchter. Erbe Nachdem Isabels Brüder bis 1245 alle kinderlos gestorben waren, wurde ihr Sohn Richard de Clare ein Teilerbe der Güter der Familie Marshal. Aus dem Erbe erhielt er vor allem die Herrschaft Kilkenny in Irland.[6] Sundon, das Gut, das sie als Mitgift erhalten hatte, blieb im Besitz von Richard von Cornwall. Nach seinem Tod 1272 fiel es an Isabels Enkel Gilbert de Clare, 3. Earl of Gloucester. | Marshal, Gräfin Isabel (Isabella) (I7947)
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| 48903 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Isabel_von_Portugal (Aug 2023) Isabel von Portugal (* 1. März 1432 in Coimbra; † 2. Dezember 1455 in Évora) war von 1447 bis zu ihrem Tode Königin von Portugal. Isabel war eine Tochter des Herzogs von Coimbra, Peter von Portugal, und der Isabel von Urgell, einer Tochter des Grafen Jakob II. von Urgell. Väterlicherseits war sie eine Enkelin des Königs Johann I. von Portugal. Isabels Vater fungierte als Regent für den minderjährigen König Alfons V. von Portugal, mit dem Isabel 1445 verlobt wurde. Dies verursachte einen Konflikt zwischen Isabels Vater und dem Herzog Alfons von Braganza, der eine seiner Enkelinnen zur Ehefrau des portugiesischen Monarchen machen wollte. Am 6. Mai 1447 (nach anderen Quellen am 6. Mai 1448) vermählte sich Isabel mit König Alfons V. und wurde durch die Hochzeit zur Königin ernannt (als Ehegattin, nicht als Regentin aus eigenem Recht). Die Eheleute waren damals erst 15 Jahre alt. Nach ihrer Heirat erhielt Isabel Einkünfte aus den Städten Santarém, Alvaiázere, Sintra und Torres Vedras zugewiesen. Bald darauf führte Alfons V. einen Bürgerkrieg gegen Isabels Vater, der am 20. Mai 1449 in der Schlacht von Alfarrobeira starb. Isabels Bruder Johann von Coimbra musste ins Exil nach Burgund gehen. Sie selbst fiel aber nicht in Ungnade und übernahm die Herrschaft über das Herzogtum Coimbra bis zur 1454 erfolgten Rückkehr ihres Bruders nach Portugal. Isabel hatte mit ihrem Gemahl drei Kinder: den 1451 geborenen und im Säuglingsalter verstorbenen João, die seliggesprochene Johanna von Portugal (1452–1490), sowie den späteren König Johann II. von Portugal (1455–1495). Sehr interessiert war Isabel an Religion, Geschichte und Literatur. Sie erteilte den Auftrag, Übersetzungen von Ludolf von Sachsens Vita Christi und Christine de Pizans Livre des Trois Vertus anzufertigen. Nach vielen Bitten erreichte sie, dass ihr Vater 1455 im Kloster von Batalha seine neue Grabstätte erhielt. Sie starb überraschend am 2. Dezember 1455, neun Monate nach der Geburt ihres letzten Kindes, im Alter von 23 Jahren. Gerüchteweise soll sie vergiftet worden sein. Sie wurde ebenfalls im Kloster von Batalha bestattet. Ihr ältester Bruder Peter von Coimbra verfasste 1457 eine Biographie seiner Schwester unter dem Titel Tragedia de la insignae Reyna Doña Isabel. | von Portugal, Königin Isabel (I9532)
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| 48904 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Isenburg_(Adelsgeschlecht) Isenburg (Adelsgeschlecht) Das Adelsgeschlecht Isenburg, auch Ysenburg, ist ein Hochadelsgeschlecht, dessen Anfänge bis ins 11. Jahrhundert reichen. Stammburg des Geschlechts war die Isenburg bei Isenburg (Westerwald) im heutigen Landkreis Neuwied. Bis 1376 gelang es den Ysenburgern, die durch Heirat erworbenen Ansprüche an der Herrschaft Büdingen (im heutigen Wetteraukreis), durchzusetzen. Nachfolger wurden 1442 Reichsgrafen und waren u. a. auch Burggrafen von Gelnhausen (im heutigen Main-Kinzig-Kreis). Die Grafschaft Isenburg (bis 1744 Isenburg oder Ysenburg, danach nur noch die Birsteiner Linie mit „I“[1]) erreichte ihre größte Ausdehnung im 18. Jahrhundert. Sie umfasste Teile des heutigen Main-Kinzig-Kreises und Wetteraukreises im nördlichen Teil und des Kreises und der Stadt Offenbach im südlichen Teil. Die Linien Isenburg-Limburg und Isenburg-Kempenich, die von Rembold von Isenburg begründet wurden, verzweigten sich mehrfach (Nieder-Isenburg). Durch Heirat erwarben Ysenburger die Herrschaft Büdingen und weitere Gebiete in der südöstlichen Wetterau (Ober-Isenburg). Als reichsunmittelbare Grafen und Fürsten zählen die diversen Linien der Isenburger/Ysenburger zum Hochadel. Geschichte Nieder-Isenburg Die Isenburger galten als eines der bedeutendsten, alteingesessenen, edelfreien Geschlechter am Mittelrhein und im Westerwald. Der erste nachweisbare feste Wohnsitz des Geschlechts war ein Herrenhof in Rommersdorf, nahe dem heutigen Heimbach-Weis, einem Stadtteil von Neuwied. Um 1100 hatten die Brüder Reinbold (oder Rembold) und Gerlach am Sayn- und Iserbach die Burg Isenburg erbaut und nannten sich von nun an Herren von Isenburg.[2] Reinbold von Isenburg (1103–1110) war mit einer Tochter des vorletzten Grafen von Arnstein verheiratet und erbte einige Besitzungen. Weitere Herrschaftsrechte waren: Klostervogtei Fulda 1232–1414 Klostervogtei Limburg und Herrschaft (siehe Limburg (Adelsgeschlecht)) 1326–1462 Grafschaft Wied Gerlach von Isenburg heiratete Ende des 12. Jahrhunderts die Erbtochter der Herren von Kobern. Er wird 1189 als Herr von Kobern bezeichnet. Bis 1270 befand sich die Herrschaft Kobern in den Händen der Isenburger. Bereits im 12. Jahrhundert begann die Verzweigung des Geschlechts. 1210 existierten schon vier bis fünf verschiedene Linien nebeneinander. Immer neue Familienstämme bildeten sich, mit denen Erbteilungen einhergingen. Entsprechend baute man auch weitere Burgen: Zwischen 1179 und 1210 die Burg Braunsberg bei Anhausen, 1194 die Niederburg Kobern an der Mosel, 1213 die Burg Grenzau bei Höhr-Grenzhausen, 1258/59 die Burg Arenfels bei Hönningen.[2] Im 13. Jahrhundert erbten Bruno von Braunsberg und sein Bruder Dietrich von Isenburg die Hälfte der Grafschaft Wied. Später gelang es Wilhelm von Braunsberg-Isenburg (1324–1383) die gesamte Grafschaft zu vereinigen und eine neue Linie der Grafen von Wied zu gründen. Zum Ende des 15. Jahrhunderts war von der Linie Isenburg-Limburg nur noch der Zweig Isenburg-Büdingen übrig. Diese neue Grafschaft teilte sich vom Ende des 15. Jahrhunderts bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts mehrmals. Mit dem Tod von Graf Ernst von Isenburg-Grenzau im Jahre 1664 war die Linie Nieder-Isenburg ausgestorben. Landesherren wurden dann ab 1666 im Rahmen eines Kondominiums die Grafen von Walderdorff und Grafen von Wied-Neuwied. Ober-Isenburg Ludwig von Isenburg († um 1304), ein Ysenburger (aus Nieder-Isenburg), kam vermutlich über eine Heirat mit der Erbtochter von Büdingen in die südöstliche Wetterau (Ober-Isenburg). Es gelang den Ysenburgern, das ursprünglich in fünf Teile zerfallene Erbe der Büdinger, darunter die Verwaltung des Büdinger Waldes als Teil der Pfalz Gelnhausen, im Verlauf von etwa 150 Jahren größtenteils an sich zu bringen. Diese Grafschaft Isenburg-Büdingen mit dem Büdinger Schloss als Herrschaftszentrum teilte sich 1511/17 in die Linien Isenburg-Ronneburg und Isenburg-Birstein (Erste Hauptteilung). Die Linie Isenburg-Ronneburg starb 1601 aus, worauf der Gesamtbesitz an Isenburg-Birstein fiel. Die Linie Isenburg-Birstein spaltete sich 1628/31 in die Zweige Isenburg-Büdingen und Isenburg-Offenbach (Zweite Hauptteilung). Die Landesteilung von 1687, die Entstehung des Büdinger Landes und der Speziallinien Durch die Dritte Hauptteilung (1684) entstanden die beiden Häuser Ysenburg-Büdingen-Birstein (ab 1744 Fürstentum Isenburg und Büdingen mit Residenz in Birstein bzw. Offenbach) und Ysenburg-Büdingen (Grafschaft mit Residenz in Büdingen). Die letztere teilte sich am 23. Juli 1687 in Meerholz in einem erneuten Rezess (= Vergleich)[3] noch einmal in vier Speziallinien. Sie alle nannten sich Ysenburg und Büdingen und fügten jeweils den Sitz ihrer Linie hinzu (einheitliche Schreibweise jedoch erst ab dem 19. Jahrhundert): Ysenburg-Büdingen in Büdingen (ausgestorben 1941), Ysenburg-Büdingen in Marienborn (ausgestorben 1725), Ysenburg-Büdingen in Meerholz (ausgestorben 1929) und Ysenburg-Büdingen in Wächtersbach (die 1941 ihren Sitz in Büdingen nahmen; es war die einzige Speziallinie, die übrig geblieben war). Die Teil-Grafschaften waren nicht nur durch die Blutsverwandtschaft, sondern insbesondere auch durch Hausverträge (Erbfolgeregelungen) verbunden (Agnaten). Da das Erbprinzip der Primogenitur in Ysenburg noch nicht eingeführt war, wurde das Territorium 1687 unter den vier Söhnen von Maria Charlotte (1631–1693), Witwe des Johann Ernst von Ysenburg-Büdingen, Vormünderin ihrer Söhne, geteilt. Der älteste Sohn, Johann Casimir Graf von Isenburg-Büdingen (1660–1693) erhielt Schloss, Stadt und Gericht Büdingen und die umliegenden Dörfer, Ferdinand Maximilian, der zweitälteste Sohn erhielt Schloss und Stadt Wächtersbach, Georg Albrecht erhielt Meerholz und die umliegenden Dörfer und Karl August erhielt Marienborn, im heutigen Büdinger Stadtteil Eckartshausen, mit den umliegenden Dörfern. Da die Linie Ysenburg-Büdingen-Marienborn bald ausstarb, gab es in der Folgezeit neben der (älteren) Hauptlinie Isenburg-Birstein die (neuen) Speziallinien Ysenburg und Büdingen in Büdingen, Ysenburg und Büdingen in Meerholz und Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach. Durch den Tod des Grafen Karl August von Ysenburg-Büdingen-Marienborn 1725 wurde entsprechend seinem Testament der Marienborner Besitz aufgeteilt, die Ämter Gründau und Eckartshausen, sowie die Dörfer Gettenbach und Haitz kamen zu Meerholz. Jede der nunmehr drei Grafschaften umfasste jetzt ca. 200 km² mit ca. 6 500 Einwohnern bei Einnahmen von ca. 35 000 fl.[4] Graf Wolfgang Ernst I. zu Isenburg und Büdingen (Birsteiner Linie) wurde am 23. Mai 1744 von Kaiser Karl VII. in den Fürstenstand erhoben; aber erst 1803 erhielt sein Nachfolger einen Sitz im Reichsfürstenrat. Neuer Staat im Rheinbund – Souveräner Fürst 1806 trat das Fürstentum Isenburg (-Birstein) – nicht ganz freiwillig[5] – dem Rheinbund bei und vereinigte alle isenburgische Lande[6], also auch die ysenburgischen Grafschaften Büdingen, Meerholz und Wächtersbach. Nach der faktischen Auflösung des Rheinbunds war das Fürstentum zunächst besetztes Feindesland (Generalgouvernement Frankfurt), wurde dann mediatisiert und kam 1815 zu Österreich und anschließend 1816 nach einer Teilung zu Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel (der südlich des Mains gelegene Teil im heutigen Kreis und der Stadt Offenbach und der westliche Teil des größtenteils nördlich der Kinzig gelegenen Teils zum Großherzogtum Hessen, der östliche des nördlichen Teils zum Kurfürstentum Hessen)[7]. Im Haus Hessen war von diesem Zeitpunkt an "Fürst zu Isenburg" Bestandteil des Familiennamens.[8] Die isenburgischen Souveränitätslande wurden im Großherzogtum als hessen-darmstädtischer Landratsbezirk Offenbach und Landratsbezirk Büdingen und der kurhessische Teil im Kreis Gelnhausen organisatorisch weiter geführt. Standesherren im Großherzogtum Hessen und im Kurfürstentum Hessen Graf Ernst Casimir III. von Ysenburg-Büdingen-Büdingen wurde 1840 vom Großherzog (Hessen-Darmstadt) als Ernst Casimir I., und Ferdinand Maximilian von Ysenburg-Büdingen-Wächtersbach wurde 1865 vom Kurfürst (Hessen-Kassel) in den Fürstenstand erhoben. Die beiden Linien nannten sich seit der Erhebung in den Fürstenstand "Fürsten zu Ysenburg und Büdingen" (wie auch die Wächtersbacher Linie ab 1941, nach dem Aussterben aller anderen Linien). Bis heute existieren die (katholische) fürstliche Linie Isenburg (-Birstein) sowie die (evangelisch-reformierte) fürstliche Linie Ysenburg und Büdingen, die als mediatisierte Häuser dem Hochadel "zweiter Abteilung" angehören. Nachkommen der Linie Ysenburg-Philippseich sind die Grafen von Büdingen. Mehr, auch Übersicht der Linien, unter dem Link oben.. | von Isenburg, Heinrich I. (I11144)
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| 48905 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Isenburg_(Stammburg) Isenburg (Stammburg) Die Ruine der Isenburg, des Stammhauses der Isenburger, liegt im rheinland-pfälzischen Ort Isenburg im Westerwald. Lage Die Höhenburg befindet sich jeweils etwa zehn Kilometer Luftlinie nordöstlich von den am Rhein liegenden Städten Neuwied und Bendorf bzw. südwestlich der kleinen Westerwälder Stadt Dierdorf entfernt. Sie steht auf einem etwa 250 Meter hohen Bergvorsprung oberhalb des gleichnamigen Ortes am Zusammenfluss des Ommels-, Wiebels- und Iserbach mit dem Saynbach. Geschichte Die Isenburg wird im Jahre 1103 in einer Urkunde des Erzbischofs Bruno von Trier zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die in dieser Urkunde genannten Brüder Reinbold und Gerlach von Isenburg werden von Erzbischof Poppo von Trier erstmals 1041 und 1042 in Urkunden über den Besitz des St.-Simeon-Stiftes zu Hönningen genannt. Die Burg wurde wahrscheinlich um 1100 von Reinbold und Gerlach von Isenburg im Gebiet einer Grundherrschaft der Abtei Fulda als deren Stammsitz erbaut. Aufgrund der sehr frühen Verzweigung des Geschlechts in mehrere Linien, hatte sie sehr bald den Charakter einer Ganerbenburg, das heißt einer Burggemeinschaft von Mitgliedern verschiedener Familienstämme, die meist in einem verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander stehen. Im Jahre 1625 war die Burg noch bewohnt. Sie diente zu dieser Zeit in erster Linie als Witwensitz. 1633 war sie von spanischen Truppen besetzt aber nicht zerstört worden. Mit dem Tod von Graf Ernst von Isenburg-Grenzau im Jahre 1664 ist die Linie Nieder-Isenburg ausgestorben. Aufgrund eines Erbstreits war die Burg anschließend dem Verfall preisgegeben. Landesherren wurden dann ab 1666 im Rahmen eines Kondominiums die Grafen von Walderdorff und Grafen von Wied-Neuwied (1694 übertragen auf die Grafen von Wied-Runkel). Die Burgruine gehört heute dem Fürsten zu Wied in Neuwied. Im Jahr 1771 stürzte die südliche Hälfte des Bergfrieds zusammen mit dem Treppenhaus ein. Weil man befürchtete, der Rest des Turmes werde eines Tages womöglich auf das Dorf herabstürzen, erwog man ihn mit Kanonen zusammenzuschießen oder zu sprengen. Schließlich wurde diese Vorhaben, genau so wie die Überlegung, die Ruine von Hand abzutragen, wegen der Gefährlichkeit und der Kosten fallen gelassen in der Hoffnung, dass die Mauer noch 50 Jahre stehen bliebe. Nach Isenburger Gemeinderechnungen von 1783 bis 1810 diente die Ruine als Steinbruch. Seit 2005 bemüht sich der Förderverein „Freundeskreis der Isenburg e. V.“ in Verbindung mit dem „Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz“ darum die Burgruine der Nachwelt zu erhalten und der Öffentlichkeit wieder voll zugänglich zu machen. Burganlage Die Isenburg ist eine romanische Höhenburg und war sehr großzügig und geräumig angelegt. Sie ist die zweitälteste Burg im Landkreis Neuwied. Die steile Bergkuppe, auf der sie errichtet wurde, ist zu drei Vierteln von Sayn- und Iserbach umflossen und im Norden durch einen schmalen Sattel mit der Ebenfelder Höhe verbunden. Ihre Ausdehnung betrug in Nord-Süd-Richtung rund 70 Meter, in Ost-West-Richtung rund 30 Meter. Durch eine Quermauer war sie in einen Nord- und einen Südteil getrennt. Der Bergfried befand sich nicht wie üblich auf der Angriffsseite (im Norden), sondern in der Südwestecke auf einer Felsspitze. Von hier aus war das Sayntal in beiden Richtungen gut zu überwachen. Sein Grundriss ist ein Quadrat von 9 m Seitenlänge. Über dem stark 2 m dicken Mauerwerk des gewölbten Untergeschosses erheben sich noch Teile der Nord- und Ostwand des zweiten und dritten Geschosses. Der Turm dürfte eine Höhe von 20 bis 25 m gehabt haben. Der noch erkennbare Hocheingang in etwa 6 m Höhe führte ins erste Obergeschoss, darunter gab es einen rundbogigen Eingang auch ins Untergeschoss. Im 13. Jahrhundert standen hier vier Wohnhäuser, und zwar das isenburgische oder alte Haus, das Kobernhaus, das Haus Wied und das Frauen- oder Runkelsche Haus. Das Frauenhaus wurde auch als Haus Grenzau bezeichnet. Gemeinsam nutzte man Bergfried, Tore und Brücken. Von diesen Häusern sind vor allem auf der Westseite teils noch über 10 m hohe Mauerreste mit Giebeln, Fenstern, Konsolen usw. erhalten. Unter dem größten, offenbar abgebrannten Haus, befand sich ein tonnengewölbter Keller, der erst in den 1930er Jahren zum großen Teil einstürzte. Befestigung des Burgfleckens Die Siedlung am Fuß der Isenburg war ein Burgflecken gleichen Namens und hatte Stadtrechte bzw. den Status eines gefreiten Ortes. Zu einer Stadtgründung ist es aber nicht gekommen, die Tallage des Ortes bot keine Ausdehnungsmöglichkeiten. Bereits Anfang des 14. Jahrhunderts wurde der Burgflecken befestigt. Die Befestigung erstreckte sich in einem beträchtlichen Umkreis um Burg und Tal und schützte nicht nur den Ort, sondern diente auch der Burg als vorgeschobene Sicherung. Sie bestand aus Mauer und Graben, teilweise wohl auch nur aus Gebück und hatte vier Tore. Eines der Tore, die Alte Porz (Alte Pforte), in der Dorfmitte direkt an der B 413 gelegen, gehört noch heute zu den Isenburger Wahrzeichen und beheimatet seit 2008 ein Heimatmuseum. Sie wurde als äußeres Schutztor am Burgaufgang erstellt. Dieses Torhaus hat eine spitzbogige Toröffnung, die, balkenüberdeckt, einen Fachwerkaufbau trägt, dessen Satteldach ein Glockentürmchen ziert. An der einen Seite ist ein Stumpf eines wohl ursprünglichen Rundturmes angelehnt, der aus Bruchsteinen aufgemauert ist. Möglicherweise war auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls ein solcher Turm vorhanden. Ein angebautes Fachwerkhaus diente wahrscheinlich als Wohnung der Wachleute. Dieses Torhaus wurde 1959 restauriert und befindet sich in einem guten baulichen Zustand. Das zweite Tor ist die Schildpforte oberhalb des Friedhofs bei der Pfarrkirche, am alten Weg über das Ebenfeld nach Kleinmaischeid. Sie ist noch fast in ihrem Urzustand erhalten. Es handelt sich um einen quadratischen Turm von 4,5 m Seitenlänge und einer Höhe von 9 m. Er war dreigeschossig und hat eine spitzbogige Toröffnung. Mehr unter dem Link oben.. | von Isenburg, Rainbold (Rembold) (I11928)
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| 48906 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Isjaslaw_II. (Okt 2017) Isjaslaw II. Mstislawitsch (russisch Изяслав II Мстиславич; * um 1097; † 1154) war Fürst von Kursk (1125–1129), Polozk (1129–1132), Turow (1132–1134), Wolhynien (1135–1142), Perejaslawl (1142–1146) und Großfürst von Kiew (um 1146–1149, 1150, 1151–1154). Isjaslaw Mstislawitsch war der älteste Sohn des Nowgoroder Fürsten Mstislaw I., der 1125 Großfürst von Kiew wurde. 1129 setzte ihn der Vater nach der Eroberung von Polozk dort als Fürst ein. Es folgten drei weitere Fürstentümer. Zur Zeit des Niedergangs der Kiewer Rus gelang es ihm 1146 die Großfürstenwürde zu erlangen. Die Stadtbevölkerung hatte ihn als Nachfolger für den von ihr vertriebenen Wsewolod II. berufen. Allerdings gelang es ihm in dieser unsicheren Zeit nicht, lange an der Macht zu bleiben. Vier weitere wolhynische Fürsten folgten ihm nach, konnten die Herrschaft über Kiew aber ebenfalls jeweils nur kurz behaupten. | von Kiew (Rurikiden), Isjaslaw II. Mstislawitsch (I7294)
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| 48907 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Istrien Istrien Istrien (kroatisch/slowenisch Istra, istriotisch Eîstria, italienisch Istria, lat. Histria) ist mit einer Fläche von etwa 3.500 km² die größte Halbinsel an der nördlichen Adria zwischen dem Golf von Triest und der Kvarner-Bucht vor Rijeka. Die Bezeichnung Istrien geht auf den Namen der Histrier zurück, die in dieser Region in der Antike lebten. Es ist strittig und ungeklärt, ob dieser Stamm zu den Venetern oder zu den Illyrern gehört. Hochmittelalter Otto I. vergab die Mark Aquileia (zusammen mit der Mark Verona) ab 952 an Bayern; ab 976 kam die Mark Aquileia an Kärnten. 1040 wurde Istrien von Heinrich III. in eine eigene, von Friaul abgesonderte Markgrafschaft des Heiligen Römischen Reiches umgewandelt. Mit dieser Markgrafschaft, die auch unter dem Namen Meranien lief, wurden von 1040 bis 1208 nacheinander verschiedene Adelsgeschlechter belehnt, so ab 1090 die Spanheimer und zuletzt ab 1170 die Grafen von Andechs, genannt Andechs-Meranien. Der erste von ihnen war Graf Berthold V., der auch Titularherzog von Dalmatien (Merania, Meran) war. Ihm folgte 1188 sein Sohn Berthold VI. und diesem 1204 sein vierter Sohn, Markgraf Heinrich von Istrien. Letzterem wurde 1208/09 die Teilnahme an der Ermordung König Philipps in die Schuhe geschoben, er verlor u. a. die Markgrafschaft und musste temporär ins Exil gehen. Kaiser Otto IV. übergab die Mark 1208 dem Herzog Ludwig von Bayern. Dieser trat sie dem Patriarchen von Aquileia, Wolfger von Erla, ab, der darauf Anspruch erhob. Da die Andechs-Meranier praktisch nie in Istrien residierten, bildeten sich dort relativ selbständige Besitzkomplexe des Patriarchats Aquileia, der örtlichen Bischöfe, venezianischer Klöster, der ravennatischen Bischofskirche Sant'Apollinare, der Dynastie von Duino (bei Triest) und der Grafen von Görz (Gorizia) heraus. Zusätzlich versuchte Venedig, zunächst erfolgreich, die Herrschaft über die Küstenstädte zu erringen. Sein Einfluss wurde jedoch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Patriarchen von Aquileia wieder zurückgedrängt. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts jedoch, als das Reich nach Ende der Staufer-Dynastie geschwächt war, konnte Venedig zu Lasten des Patriarchats von Aquileia wieder an Einfluss gewinnen. Parallel dazu bauten die Grafen von Görz ihren Einfluss im Inneren der Halbinsel – ebenfalls auf Kosten Aquileias – aus. Im Frieden von Treviso 1291 erhielten dann endgültig die Republik Venedig die Hoheit über die Küste von Koper (Capodistra) bis Rovinj (Rovigno) und die Grafen von Görz über die Karstgebiete im Inneren. Pola, das sich unabhängig gemacht hatte, kam erst 1331 unter venezianische Herrschaft. Triest konnte sich noch länger unabhängig halten; es unterstellte sich 1382 der Schutzherrschaft der Habsburger. An diese neuen Herren waren 1374 durch Erbvertrag auch die von den Grafen von Görz ab ca. 1200 erlangten Gebiete im Landesinneren (Grafschaft Mitterburg) gefallen. Mehr unter dem Link oben.. | von Istrien (von Weimar), Markgräfin Sophie (I4361)
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| 48908 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ivry_(Adelsgeschlecht) Das kurzlebige Adelsgeschlecht Ivry gehört durch Sprota, die Ehefrau ihres Stammvaters und erste Ehefrau von Wilhelm I. Graf von Rouen, zum engeren Kreis um die Rolloniden. Stammliste 1.Asperleng ∞ Sprota, nordischer Herkunft, heiratete (wohl in zweiter Ehe) Wilhelm I. Graf von Rouen (Rolloniden) 1.1Raoul d’Ivry, Graf von Bayeux 1011, Halbbruder von Richard I. Herzog der Normandie; ∞ Albereda, † vor 1011, erbaut Burg Ivry-la-Bataille 1.1.1.Hugues, Herr von Ivry Oktober 1049, 1015 Bischof von Bayeux 1.1.1.1. ? Albereda (Aubrée); ∞ I Robert d'Ivry, um 1060 bezeugt; ∞ II Albert de Cravent 1.1.2.Emma, als Witwe Äbtissin von Saint-Amand in Rouen; ∞ Osbern de Crépon, Leibwächter von Wilhelm dem Eroberer, Truchsess (Dapifer) der Normandie, ermordet wohl 1040 (FitzOsbern) 1.1.3.Tochter; ∞ Richard de Beaufour 1.1.4.Raoul 1.1.5.Jean, † 1079, 1061 Bischof von Avranches, 1068 Erzbischof von Rouen | von Ivry, Emma (I12659)
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| 48909 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_I._de_Bourbon,_comte_de_La_Marche Jacques I. de Bourbon (deutsch: Jakob von Bourbon, * wohl 1319; † 6. April 1362[1] bei Lyon), auch „la Fleur des Chevaliers“ (deutsch: „die Blüte der Ritter“) genannt, war ab 1342 Graf von La Marche sowie von 1351 bis 1360 Graf von Ponthieu und von 1354 bis 1356 Connétable von Frankreich. Er war der zweite eheliche Sohn des Louis I., Herzog von Bourbon und Graf von La Marche, und der Marie d’Avesnes. Nach dem Tod des Vaters erbte er 1341 die Grafschaft von La Marche, während der ältere Bruder Pierre das Herzogtum Bourbon erhielt. 1341 und 1342 kämpfte Jacques im Bretonischen Erbfolgekrieg mit Charles de Blois gegen Jean de Montfort. 1346 nahm er an der Schlacht von Crécy teil, in der er verwundet wurde. Im gleichen Jahr verlieh ihm König Johann II. das Ponthieu. 1349 wurde er Generalkapitän des Languedoc. 1354 wurde er zum Connétable von Frankreich ernannt, 1356, noch vor der Schlacht bei Maupertuis, abgelöst und durch Gautier VI. de Brienne ersetzt. In dieser Schlacht wurde er erneut verwundet und geriet, wie auch König Johann II., in englische Gefangenschaft. Durch den Vertrag von Brétigny kam er wieder frei und verlor das das an England fallende Ponthieu. Anschließend kämpfte er gegen die entlassenen Söldner, die sich zu Banden, Grandes Compagnies genannt, zusammenschlossen und im Königreich als Straßenräuber ihr Auskommen suchten. Bei einem dieser Kämpfe, in der Schlacht bei Brignais in der Nähe von Lyon, wurden er und sein ältester Sohn tödlich verwundet. Beide wurden in der Kirche Saint-Jacques in Lyon bestattet. Ehe Jacques I. de Bourbon war seit 1335 mit Jeanne de Châtillon, Herrin von Condé und Carency (* 1320; † 1371) verheiratet. | von Bourbon-La Marche, Graf Jacques (Jakob) I. (I29671)
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| 48910 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jacquetta_von_Luxemburg Jacquetta (Jakobäa) von Luxemburg LG (* um 1415; † 30. Mai 1472) war eine burgundische Adlige und durch Ehe nacheinander Duchess of Bedford und Countess Rivers. Leben Sie war die älteste Tochter des Grafen Peter I. von Luxemburg-St. Pol (1390–1433) aus dem Haus Luxemburg-Ligny und der Marguerite des Baux (1394–1469), Tochter von Herzog Francesco I. von Andria und dessen Gattin Prinzessin Sueva Orsini. Am 22. April 1433 heiratete sie im Bischofspalast von Thérouanne in Flandern in erster Ehe den englischen Prinzen John of Lancaster, 1. Duke of Bedford (1389–1435). Er war der dritte überlebende Sohn von König Heinrich IV. von England und Mary de Bohun. Während des Hundertjährigen Kriegs kämpfte er als englischer Regent in Frankreich. 1435 wurde Jacquetta als Lady of the Garter in den Hosenbandorden aufgenommen. Zum Gefolge ihres Gatten gehörte der Ritter Sir Richard Woodville. Nachdem der Duke of Bedford im September 1435 gestorben war, heiratete sie zwischen dem 16. September 1435 und dem 23. März 1436 heimlich Woodville. Diese unstandesgemäße Ehe mit einem Ritter war sowohl für ihre Verwandtschaft wie auch für ihren Schwager, den englischen König Heinrich VI. ein Schock. Da die Heirat ohne Erlaubnis des Königs erfolgt war, musste Woodville eine Strafe in Höhe von £ 1000 zahlen. Für Woodville bedeutete die Ehe dagegen einen erheblichen sozialen Aufstieg. 1448 wurde er zum Baron Rivers erhoben und 1450 als Knight Companion in den Hosenbandorden aufgenommen. Während der Rosenkriege gehörte ihr Mann zu den Unterstützern des Hauses Lancaster. Als Eduard IV. aus dem Haus York 1461 englischer König geworden war, kam es zu einer weiteren skandalträchtigen Ehe, als der König im Mai 1464 Jacquettas verwitwete Tochter Elisabeth heiratete. In der Folge erhob der König seinen Schwiegervater Woodville zum Earl Rivers und verschaffte ihm einträgliche Ämter. Für die Geschwister seiner Frau vermittelte er mehrere Heiraten mit Angehörigen des englischen Hochadels, so dass die Familie Woodville erheblichen Einfluss erhielt. Dagegen kam es 1469 zu einer Rebellion des Earl of Warwick und seiner Verbündeten. In der Schlacht von Edgecote Moor wurde König Eduard IV. gefangen genommen, nach der Schlacht wurde auch Jacquettas Mann Woodville und ihr Sohn John gefangen genommen und ohne Verhandlung hingerichtet. Jacquetta wurde wegen Zauberei angeklagt, doch nachdem ihr Schwiegersohn Eduard im Mai 1471 den Earl of Warwick und die Lancastrianer besiegt hatte und erneut englischer König geworden war, wurde die Anklage wieder zurückgezogen. | von Luxemburg, Jacquetta (I28184)
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| 48911 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_I._(Aragón) (Mai 2018) Jakob I. der Eroberer (katalanisch Jaume el Conqueridor, aragonesisch Chaime o Conqueridor, spanisch Jaime el Conquistador; * 1. Februar 1208 in Montpellier, † 27. Juli 1276 in Valencia) war von 1213 bis 1276 ein König von Aragón, Graf von Barceelona (Katalonien) und Herr von Montpellier aus dem Haus Barcelona. Er war einer der bedeutendsten Monarchen des spanischen Mittelalters und wurde bedingt durch seine Eroberungen der eigentliche Begründer der Seemachtstellung der Krone Aragóns im westlichen Mittelmeerraum, mit der sich Aragón neben Kastilien und Portugal zu den drei führenden christlichen Mächten auf der iberischen Halbinsel etablieren konnte. Kindheit und Jugend Jakob war das einzige überlebende Kind König Peters II. des Katholischen und der Maria von Montpellier. Er wurde am 1. Februar 1208 im Tornamirapalast in Montpellier geboren und noch am selben Tag in der Kathedrale Sainte-Marie des Tables (heute Notre-Dame des Tables) getauft.[1] Zum Zeitpunkt seiner Geburt lebten seine Eltern bereits getrennt und führten einen Ehekrieg, in dem Peter II. vergeblich die Scheidung von Maria zu erwirken suchte. Sein Vater hatte im Februar 1210 seine Verlobung mit Aurembiaix arrangiert, der Erbin der Grafschaft Urgell, einer der letzten großen katalanischen Grafschaften die sich nicht im Besitz des Hauses Barcelona befanden. Nur ein Jahr später änderte Peter II. seine Pläne und verlobte im Januar 1211 auf dem Konzil von Narbonne-Montpellier seinen Sohn mit Amicia de Montfort, der Tochter des Anführers des Albigenserkreuzzugs, Simon de Montfort, mit dem Peter II. einen politischen Ausgleich vereinbart hatte, nachdem Montfort Lehnsgebiete der Krone Aragóns usurpiert hatte. Dazu wurde Jakob als Vertrauensbeweis in die Montfort’sche Familie überstellt, in der er nun von seiner Schwiegermutter in spe Alix de Montmorency aufgezogen wurde. Das Vertrauen hatte sich allerdings nicht aals gerechtfertigt erwiesen, nachdem es zwischen Peter II. und Simon de Montfort ob der Expansionspolitik des letzteren 1213 doch zum Bruch gekommen war, der eine gegenseitige Kriegserklärung nach sich zog. Nachdem bereits im Frühjahr 1213 Maria von Montpellier in Rom gestorben war, wurde am 12. September Peter II. in der Schlacht bei Muret von den Kreuzrittern Simons de Montfort getötet und Jakob somit zum Vollwaisen gemacht. Im April 1214 hatte Simon de Montfort auf Druck Papst Innozenz’ III. und angesichts eines katalanischen Heers in Narbonne Jakob, dessen Verlobung mit seiner Tochter gegenstandslos geworden war, an den päpstlichen Legaten Peter von Benevent übergeben müssen. Von diesem wurde der nunmehrige König an den Meister des Templerordens von Katalonien zur weiteren Erziehung auf der Burg von Monzón überstellt, wo er gemeinsam mit seinem Cousin, Graf Raimund Berengar V. von der Provence, die nächsten Jahre seiner Kindheit verbringen sollte. Die Regierung für das Königreich Aragón wurde einstweilen von einem Ratsgremium übernommen, dem die Onkel Jakobs vorstanden, Abt Ferdinand von Montearagón und Graf Sancho. Beiden unterstellte er später selbst Ambitionen auf die Krone nachgegangen zu sein.[2] Während der Jahre auf Monzón war Aragón in Anarchie versunken, in der sich diverse Adelsfraktionen gegenseitig bekämpften und gegen die Autorität der königlichen Onkel opponierten. Am 24. Juni 1217 war Jakob bei der Transferierung des Leichnams seines Vaters in die Abtei Santa María von Sigena anwesend.[3] Am 8. September 1218 hatte Graf Sancho die Regentschaft aufgegeben, worauf im Juli 1219 Papst Honorius III. einen neuen Regegierungsrat bestimmte, dem nun Guillem de Montcada-Bearn als Prokurator vorstehen sollte.[4] Um dieselbe Zeit hatte der zehnjährige Jakob aus eigenem Willen Monzón verlassen und sich in Saragossa einer der Adelsfraktionen angeschlossen, in deren Gefolge er erste Kampferfahrungen machte. Am 6. Februar 1221 heiratete er in Ágreda seine Cousine Eleonore von Kastilien und erhielt kurz darauf in Tarazona die Schwertleite verliehen.[5] In dem im Spätjahr 1222 ausgebrochenen Konflikt zwischen seinem Cousin Nuno Sanchez von Roussillon und dem Prokurator Guillem de Montcada hatte Jakob für ersteren Partei ergriffen, wobei es ihm um eine Emanzipation von seinen Vormündern hin zur selbstständigen Herrschaft ging. Der Krieg gegen den Prokurator zog sich bis in den Frühjahr 1225 hin und endete, trotz einer gescheiterten Belagerung von dessen Stammburg (heute Montcada i Reixac), in einer allgemeinen Versöhnung. Seither hatte Jakob eine selbstständige Regierung geführt und nach Wegen zur Kanalisierung der Kampfeslust und des Expansionsdrangs seines aragónesisch-katalanischen Adels gesucht und ihn in der Wiederaufnahme der Reconquista gegen das islamisch-maurische Almohadenreich gefunden. Im April 1225 hatte er in Tortosa erstmals feierlich das Kreuz zum Kampf gegen die Mauren genommen, die darauf unternommene Belagerung von Peñíscola scheiterte jedoch. Daraufhin hatte sich der aragónesische AdAdlige Pedro d’Ahones zum Aufstand erhoben, gegen den Jakob im Juni 1226 bei Cutanda eine siegreiche Schlacht schlug, in der Don Pedro getötet wurde. Dies führte allerdings zu einem allgemeinen Aufstand der aragónesischen Städte, geschürt von Abt Ferdinand von Montearagón und dem Bischof von Saragossa, der ein Bruder des Getöteten war, die wiederum Guillem de Montcada für ihre Sache gewinnen konnten. Um den Aufstand zu beenden hatte Jakob am 31. März 1227 in Alcalá del Obispo eine Generalamnestie für die Rebellen ausgesprochen, die ihm im Gegenzug ihre Lehenstreue schworen und den aragónesischen Städtebund auflösten.[6] Eroberung von Mallorca Nach der Niederwerfung des aragónesischen Aufstandes hatte Jakob endlich die Gelegenheit zur Verwirklichung seiner Kreuzzugspläne gegen die Mauren bekommen. Auf einem Hoftag (Corts) in Barcelona hatten er und seine Ritterschaft am 23. Dezember 1228 feierlich das Kreuz zur Eroberung von Mallorca genommen, das von dem von den Almohaden eingesetzten Wali Abu Yahya unabhängig regiert wurde. Angeblich hatte ihn nach eigenen Worten wenige Monate zuvor ein wohlhabender Bürger aus Barcelona während eines Festessens in Tarragona auf diese Idee gebracht, allerdings hatte schon sein Vater Pläne zur Eroberung der Baleareninseln verfolgt.[7] Am 30. Dezember 1228 hatte Jakob die kirchenhierarchische Eingliederung der Balearen unter das Bistum Barcelona bestimmt.[8] Und vonseiten Papst Gregors IX. hatte er die offizielle Sanktionierung des Feldzugs als Kreuzzug erhalten.[9] Noch während die Planungen liefen hatte sich Jakob von seiner Frau Eleonore von Kastilien trennen müssen, nachdem der Papst die Gültigkeit ihrer Ehe nach kanonischem Recht aufgrund ihrer zu nahen Verwandtschaft angezweifelt hatte. Am 29. April 1229 hatte ein päpstlicher Legat in Tarragona die Annullierung der Ehe verfügt.[10] Die Legitimität ihres gemeinsamen Sohnes Alfons, der bereits im Februar 1228 zum Alleinerben bestimmt worden war, wurde davon nicht berührt. Die katalanische Flotte konnte schließlich am 5. September 1229 von Salou aus Segel setzen und noch am selben Tag die Küste von Mallorca erreichen.[11] Nachdem sie zwei Nächte vor der Insel Pantaleu ankerte, war sie am 7. September an deren gegeenüberliegenden Ufer in der Bucht von Palomera eingelaufen, doch als dort zur gleichen Zeit eine Vorhut des maurischen Heers aufmarschierte, verzichtete Jakob auf eine Anlandung des Heeres.[12] Stattdessen steuerte man eiligst die Bucht von Santta Ponça an, wo er mit einem Teil des Heers in der Nacht des 9. auf den 10. September an Land gehen konnte.[13] Dabei kam es noch am selben Tag zu einem ersten Aufeinandertreffen mit der Vorhut der Mauren, die auch hier versuchten, eine Anlandung zu verhindern, aus dem die Katalanen (Aragónesen waren im Heer unterpräsent) siegreich hervorgegangen waren.[14] Unterdessen war die Flotte mit einem kleineren Heeresteil die Küste Richtung Mallorca-Stadt weitergesegelt und hatte dabei als erstes das Hauptheer der Mauren unter Abu Yahya entdeckt, dass sich in den Serra de na Burguesa über dem Hafen von Porto Pí sammelte, dem sich die Katalanen am 12. September dort zur Schlacht von Porto Pí stellten. Trotz der Niederlage ihrer Vorhutut, in der die Montcada-Vettern Guillem, Vizegraf von Béarn, und Ramon getötet wurden, behielten die Katalanen am Ende die Oberhand und schlugen die Mauren in die Flucht.[15] Am 15. September nahmen sie die Belagerung Mallorca-Stadt (heute Palma) auf, die über drei Monate andauerte. Während der Belagerung war das Heer den Überfällen der Mauren aus der Serra de Tramuntana ausgesetzt, zu deren Bekämpfung eigens Männer von der Belagerung abgezogen werden mussten. Nachdem eine Bresche in die Mauer geschlagen war, konnten die Katalanen am 31. Dezember die Stadt schließlich erstürmen.[16] Bis in den Herbst 1230 blieb Jakob auf Mallorca, führte Feldzüge gegen versprengte Mauren im gebirgigen Hinterland durch und begann die Insel administrativ zu erfassen. Am 10. Januar hatte er der Stadt Barcelona alle Freihandelsrechte auf der Insel und in ihren Gewässern verbrieft.[17] Als Zeichen seines Sieges hatte er auf dem Standort der einstigen Hauptmoschee den Grundstein zum Bau der Kathedrale Santa María (La Seu) gelegt. In einem Dokument vom 22. September 1230, in dem er den Männern von Lleida für ihre Gefolgschaft dankt, nannte sich Jakob erstmals „König von Mallorca“, womit er der Insel den Status eines mit der Krone Aragóns verbundenen Königreichs verlieh.[18] Dieses Königreich sollte auch die anderen Baleareninseln umfassen, die er jedoch selbst nicht zu erobern beabsichtigte. Am 28. Oktober 1230 verließ er Mallorca und kehrte nach Katalonien zurück, wo er in Tarragona feierlich empfangen wurde. Ein Jahr später hatte er für die Überlassung der Grafschaft Urgell deren letzten Inhaber, Peter von Portugal, zum „Herrn des Königreichs Mallorca“ ernannt, der 1235 die Inseln Ibiza und Formentera eroberte.[19] Nur Menorca blieb einstweilen noch unter der Herrschaft eines maurischen Fürsten, der sich allerdings am 17. Juni 1231 in Capdepera vertraglich zum Vasallen Aragóns erklären und diesem Tribute leisten musste, im Gegenzug gewährte Jakob den Inselbewohnern die freie Ausübung der islamischen Religion.[20] Eroberung von Valencia Im Frühjahr 1231 hatte sich der alte König Sancho VII. von Navarra in Tudela hilfesuchend an Jakob gewandt, nachdem Kastilien eine Offensive gegen Navarra gestartet hatte. Durch eine Adoption sollte Jakob der Erbe des kinderlosen Navarresen werden unter Übergehung der Erbrechte des Theobald IV. von der Champagne.[21] Die Wiedervereinigung Aragóns mit Navarra, die sich einst 1134 voneinander separiert hatten, wurde seit jeher von den Vorfahren Jakobs verfolgt und schien nun greifbar nahe. Am 2. Februar 1231 wurde die Adoption und Nachfolgeregelung in einem Vertrag besiegelt, der am 4. April von den aragónesischen und navarresischen Adligen beschworen wurde.[22] Im Gegenzug sicherte Jakob finanzielle und militärische Hilfe im Kampf gegen Kastilien zu.[23] Indes hatte sich für Jakob eine neue Expansionsmöglichkeit eröffnet, als um dieselbe Zeit der gestürzte maurische Herrscher von Valencia, Abu Sa‘id, an seinen Hof geflüchtet war. Der war einst der Statthalter der Almohaden in Valencia gewesen, hatte sich aber nach deren Niederlage bei Las Navas de Tolosa 1212 wie andere Statthalter auch unabhängig gemacht, bis er schließlich von einem Führer des lokalen Berberstammes der Banu Mardanïsh, Zayyan, vertrieben wurde. Am 30. Januar 1232 hatte sich Abu Sa‘id in Teruel bereiterklärt, ein Vasall Jakobs für das Taifa Valencia zu werden, von dessen Territorium ein Viertel direkt an die Krone Aragón abgetreten werden sollte.[24] Den eigentlichen Anstoß zur Eroberung Valencias hatte allerrdings der aragónesische Adlige Blasco de Alagón gegeben, als er um dieselbe Zeit die Burg Morella erobert hatte. Jakob hatte dieses private Engagement nicht gebilligt, obwohl sich Don Blasco auf ein königliches Privileg aus dem Jahr 1226 berufen konnte, das ihm alle Eroberungen maurischer Territorien als Eigenbesitz garantierte.[25] Überhaupt war die Eroberung Valencias ein Anliegen, dass vor allem von den Aragónesen verfolgt und gefordert wurde, während die Eroberung Mallorcas noch eher eine katalanische Angelegenheit gewesen war. Im Herbst 1232 führte Jakob seinen ersten Feldzug in das Taifa Valencia und eroberte die Burg Ares, die er nicht nur als Einfallstor auf maurisches Gebiet gewinnen wollte, sondern von der aus er auch das nah gelegene Morella bedrohen konnte. Daraufhin hatte Don Blasco nachgegeben und ihm die Burg übertragen, die Jakob wiederum dem Don nun als königliches Lehen zurückerstattete.[26] Im Frühjahr 1233 startete Jakob von Alcañiz aus eine neuuerliche Offensive nach Süden, nahm zuerst Xèrica und dann nach einer dreimonatigen Belagerung im Juli 1233 das stark befestigte Borriana, mit dem er die Eroberung des nördlichen Taifas Valencia abgeschlossen hatte.[27] Hier hatte er noch während der Belagerung den Ritterorden der Templer und Hospitaliter sowie anderen verdienten Gefolgsmännern eroberte Güter zum Geschenk gemacht.[28] Die Eroberung Borrianas hatte zur kampflosen Aufgabe von Peñíscola, an dessen Belagerung Jakob 1225 noch gescheitert war, von Chivert, Castellón, Almazora und anderer Festungen durch die Mauren geführt.[29] Jakobs Offensive kam erst am Fluss Júcar zum Halt, als er dort im Juni 1235 bei der Belagerung von Cullera scheiterte, worauf er einstweilen nach Katalonien zurückgekehrt war.[30] In Navarra war inzwischen König Sancho VII. gestorben und trotz des beschworenen Erbvertrags von 1231 hatte der navarresische Adel den Grafen von der Champagne in das Land gerufen und zu seinem König (Theobald I.) erhoben. Weiterhin hatte sich Jakob am 8. September in Barcelona ein zweites Mal verheiratet, mit Yolanda (Violante) von Ungarn, Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn. Die Braut war ihm neben einer Tochter des Herzogs von Österreich von Papst Gregor IX. empfohlen wurden, wobei er letztere abgelehnt hatte um die traditionell guten Beziehungen Aragóns zu Kaiser Friedrich II. nicht zu gefährden. Am 28. Mai 1236 hatte der aragónesisch-katalanische Adel auf einem großen Hoftag (Cort general) in Monzón für eine Weiterführung des Maurenkampfes votiert, mit der Eroberung Valencias als Ziel.[31] Dazu hatte Jakob seine alten Versprechungen gegenüber Abu Sa‘id zu dessen Rückführung nach Valencia erneuert, was er letztlich aber nie einhalten sollte. Die neue Offensive hatte der Papst im Februar 1237 als Kreuzzug sanktioniert, wworauf im Sommer Jakob mit seinem Heer den Júcar nach Süden überquerte.[32] Allerdings hatte er den Marsch nur bis zu der Anhöhe Puig de Santa María (veraltet Puig de Cebolla) geführt, die er mit einer Burg samt starker Garnison befestigen ließ. Während Jakob selbst Richtung Huesca wieder zurück in den Norden marschierte, nutzte Zayyan die Gelegenheit, um mit einer überlegenen Truppe die zurückgelassene Garnison anzugreifen. Am 15. August 1237 konnten die Katalanen unter Bernat Guillem I. d’Entença in der Schlacht von El Puig de Santa María trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit einen Sieg davontragen.[33] Der Sieg von El Puig hatte die Widerstandskraft der Mauren gebrochen, sodass Jakob im Mai 1238 schließlich direkt bis vor die Mauern Valencias marschieren und dessen Belagerung aufnehmen konnte. Unterstützt wurde er dabei von Kreuzrittern aus England und Frankreich, die von dem Erzbischof von Narbonne, Pierre Amiel, angeführt wurden. Während der Kämpfe hatte Jakob eine Pfeilwunde an seinem Kopf erlitten.[34] Der in der Stadt ausharrende Zayyan hoffte auf Rettung durch eine Entsatzflotte, die der Sultan von Tunis ihm zugesichert hatte. Doch als diese im August 1238 die Küste vor Valencia erreicht und die Stadt in Belagerungszustand vorgefunden hatte, war sie wieder nach Afrika abgedreht, worauf Zayyan zu Kapitulationsverhandlungen mit Jakob bereit war. Am 28. September 1238 wurde die Kapitulation Valencias besiegelt, Zayyan und allen Muslimen wurde freier Abzug gewährt und all jenen die in Valencia unter christlicher Herrschaft verbleiben wollten wurde eine Schutzgarantie ausgestellt.[35] Zayyan hatte alle Burgen nördlich des Júcar aufzugeben, darunter Dénia und Cullera und begab sich ins Exil nach Murcia. Am 9. Oktober 1238 zog Jakob in Valencia ein. Die Eroberung oder - vom christlichen Standpunkt aus gesehen - die Rückeroberung Valencias von den Muslimen war einer seiner größten Siege, der ihn unter die ruhmreichsten Monarchen der westeuropäischen Christenheit etablierte. König Ludwig IX. (Saint Louis) von Frankreich sandte ihm eigens eine Dorne der Dornenkrone für die Kathedrale von Valencia zu, zu der die ehemalige Hauptmoschee umgestaltet wurde. Jakob dachte nicht daran, die Stadt ihrem ehemaligen Herrscher zurückzugeben, wiie er vertraglich einst versprochen hatte, sondern gliederte das ehemalige muslimische Taifa-Königreich nun in das Konglomerat der Krone Aragóns ein. 1240 hatte er für das neue Königreich die Fori regni Valentie (Gesetze des Königreichs Valencia) erlassen, die hauptsächlich dem katalanischen Gewohnheitsrecht entliehen waren. Mit der Einnahme seiner Hauptstadt war die Eroberung des Königreichs Valencia allerdings noch nicht vollendet, da noch die Burgen seines südlichen Drittels unter maurischer Kontrolle standen. Diese wurden in den folgenden Jahren in mehreren Feldzügen genommen, die Jakob zum Teil seinen Statthaltern überließ. Im August 1240 wurde Villena, 1242 Alcira, 1244 nach einer dritten Belagerung Játiva und im Februar 1245 nach einer fünfmonatigen Belagerung schließlich Biar genommen, womit die Eroberung weitgehend abgeschlossen war. Die Mauren Valencias unternahmen 1247 noch einmal eine große Erhebung gegen die christliche Herrschaft, angeführt von Al-Azraq der sich für Jakob als gefährlichster seiner Gegner erweisen sollte. Eigens zu dessen Bekämpfung hatte Papst Innozenz IV. im November 1248 den Kreuzzug predigen lassen.[36] Erst 1258 konnte Al-Azraq nach langwierigen Kämpfen endgültig besiegt werden. Ausgleich mit Frankreich Dem Expansionsdrang nach Süden und auf das Meer war unter Jakob I. eine wenn auch zögerliche Abkehr von der Expansionspolitik nach Norden in den okzitanischen Raum jenseits der Pyrenäen einhergegangen, dem heutigen Südfrankreich. Seine Vorfahren hatten hier das Ziel zur Errichtung eines geschlossenen Herrschaftsterritoriums verfolgt, dass bis in die Provence hinein reichen sollte. Die Zäsur des Albigenserkreuzzugs (1208–1229) und des Tods Peters II. vor Muret hatten diesem Ansinnen jedoch ein jähes Ende bereitet, wonach die politische Position Aragóns, auch bedingt durch Jakobs Unmündigkeit, in Okzitanien zusammenbrach. Das so entstandene Machtvakuum hatte stattdessen die französische Königsmacht ausfüllen können, die im Verertrag von Paris (1229) neben einigen Territorien der Grafen von Toulouse auch die Vizegrafschaften von Béziers und Carcassonne, beide einst Lehen Aragóns, in die Krondomäne integrierte. Jakob hatte gegen diese Entwicklung kaum etwas unternommen, vor allem hatte er stets eine direkte militärische Konfrontation mit Frankreich vermieden, seine Aktionen zur Eindämmung der französischen Machtexpansion beschränkten sich auf die Unterstützung der lokalen Opposition. So gewährte er okzitanischen Widerstandskämpfern, sogenannten „Faydits“, in Katalonien sicheres Asyl, von wo aus sie regelmäßig die Pyrenäen nach Norden überschreitend gegen die französische Obrigkeit kämpften. So zum Beispiel im großen Aufstand des Raimund II. Trencavel 1240, der nach einer gescheiterten Belagerung von Carcassonne beendet werden musste. Am 6. Juni 1241 vermittelte Jakob in Montpellier einen Frieden zwischen seinem Cousin Raimund Berengar V. von der Provence und dem mit ihm notorisch verfeindeten Raimund VII. von Toulouse, die beide ein regionales Gegengewicht zur französischen Krone bilden sollten.[37] Im Jahr darauf war Jakob der Allianz des Grafen von Toulouse mit König Heinrich III. von England beigetreten, unterstützte deren Kampf gegen Ludwig IX. von Frankreich aber nicht aktiv, welcher am Ende siegte. Jakobs Interessenspolitik im Norden der Pyrenäen war letztlich zum Scheitern verurteilt, als ihm dort die Verbündeten ausgegangen waren. 1245 war sein Cousin Raimund Berengar V. gestorben, der nur Töchter hinterlassen hatte. Um einen Verlust der Provence für das Haus Aragón zu verhindern, war Jakob mit Heeresmacht nach Aix gezogen um dort die Verheiratung der testamentarischen Erbin Beatrix mit seinem Sohn Peter zu erzwingen. Ihm stellte sich der französische Prinz Karl von Anjou entgtgegen, der es ebenso, genau wie der alte Graf von Toulouse auch, auf die Erbin abgesehen hatte. Alle drei Bewerber benötigten allerdings eine päpstliche Dispens für die Verheiratung mit Beatrix, da sie alle zu nah mit ihr verwandt waren. Am Endde hatte der französische Bewerber dank seines Bruders den längeren diplomatischen Arm und Papst Innozenz IV. gewährte ihm die Dispens, was den Verlust der Provence für Aragón nach sich zog. Eine ähnliche Situation ergab sich 1249 in Toulouse alls Graf Raimund VII. gestorben und diesem sein Schwiegersohn Alfons von Poitiers nachgefolgt war, womit nun das gesamte okzitanische Land, oder auch Languedoc, fest in französischer Hand war. Unter diesen Umständen hatte Jakob einen vertraglicheen Ausgleich mit Frankreich für erstrebenswert gehalten, der eine Bereinigung von Gebiets- und Rechtsansprüchen zwischen beiden Königreichen beinhalten sollte zur Vermeidung zukünftiger Konflikte. Er erhob keine Einwände als Frankreich 1255 durcch die Einnahme der Burg Quéribus seine Grenze bis in das Fenouillèdes verschob. Am 11. Mai 1258 wurde schließlich im Vertrag von Corbeil eine Grenzziehung zwischen Frankreich und Aragón-Katalonien vereinbart, die bis zum Pyrenäenfrieden von 1659 bestand haben sollte.[38] Dazu hatten beide Königreiche einen gegenseitigen Rechtsverzicht vereinbart, in dem Jakob auf alle ehemaligen Besitzungen und Lehen seines Hauses nördlich der Pyrenäen zugunsten Frankreichs verzichtete. Einzige Ausnahhme blieb Montpellier, dass ein Erbe seiner Mutter war und das nun eine aragónesische Enklave in französischem Raum werden sollte. Im Gegenzug verzichtete Frankreich auf seine Rechte als Oberlehnsherr der spanischen Mark, die einst Karl der Große gegründet hatte und aus der die katalanischen Grafschaften hervorgegangen waren.[39] Obwohl die fränkische Lehnsherrschaft über Katalonien seit Jahrhunderten nur noch von theoretischer Natur gewesen war, hatten die Könige der Kapetinger sie niie vergessen noch aufgegeben um sie nun als Druckmittel bei den Verhandlungen verwenden zu können. Durch ihre Verzichtserklärung konnten Jakob und seine Nachfolger nun auch de jure als souveräne Herrscher in Katalonien regieren. Der Vertrag wurde durch ein Verlöbnis zwischen der Infanta Isabella mit Prinz Philipp, der 1270 als König Frankreichs nachfolgte, dynastisch besiegelt.[40] Eroberung von Murcia Nach dem Ausgleich mit Frankreich im Norden hatte Jakob nun wieder freie Handhabe zur Expansion in den Süden gewonnen. Über die Grenzen des Königreichs Valencia hinaus aber berührte er nun bei der Inbesitznahme von Murcia die Machtinteressen Kastiliens, das ebenfalls einen Anspruch auf dieses Taifa-Königreich erhob. Berufen konnte sich Kastilien dabei auf den Vertrag von Cazorla aus dem Jahr 1179, indem die Großväter Jakobs und Ferdinands III. von Kastilien bereits eine Grenzziehung dudurch das noch muslimische al-Andalus vereinbart hatten, in der Murcia Kastilien zugesprochen worden war. Auf diesen Vertrag weiter behaarend hatte Jakob im Vertrag von Almizra vom 26. März 1244 die Eroberung Murcias durch Kastilien (1. Mai 1243) akzeptieren müssen; lediglich einige Grenzortschaften und Festungen dieses Taifas hatte er für sich vertraglich sichern können.[41] Im Jahr 1263 revoltierten die Mauren von Murcia gegen die kastilische Herrschaft und Jakob entschloss sich zu einem Feldzug gegen die Stadt um seinem Schwiegersohn Alfons X. von Kastilien helfend beizustehen. Dieses Mal konnte er allerdings nicht mit der Unterstützung seines Adels rechnen, der ob seiner Begünstigung für Kastilien in Opposition zu ihm getreten war, an deren Spitze sich ausgerechnet sein Sohn Fernán Sánchez de Castro gestellt hatte. Jakobs Motive zur Unterstützung Kastiliens waren indes einfach; ein erfolgreiches Aufbegehren gegen die christliche Herrschaft in Murcia konnte leicht auf das benachbarte Valencia übergreifen und musste daher schnell niedergeschlagen werden. Nachdem Jakob die finanzielle Unterstützung der kastilischen Cortes und im März 1265 die Sanktionierung des Feldzugs als Kreuzzug durch Papst Clemens IV. erhalten hatte, nahm er im September 1265, begleitet von seinen Söhnen Peter und Jakob, den Marsch Richtung Murcia auf. Unterwegs traf er sich am 8. Dezember in Alcaraz mit seinem Schwiegersohn und nahm im Januar 1266 die Belagerung von Murcia auf. Bereits in den ersten Februartagen ergab sich ihm die Stadt, die er darauf betreten konnte.[42] Nachdem er ihre Moschee in eine christliche Kathedrale weihen ließ, hatte er die Stadt seinem Schwiegersohn übergeben können. Späte Jahre Das letzte Jahrzehnt seines Lebens hatte Jakob mit der Konsolidierung seiner Eroberungen verbracht und die Grundlagen der weiteren Expansionspolitik seiner Nachfolger gelegt. Dazu hatte er 1262 seinen ältesten lebenden Sohn und Haupterben Peter – Alfons war schon 1260 gestorben – mit einer Tochter des Stauferkönigs Manfred von Sizilien verheiratet und dem Hause Aragón so die Anwartschaft auf das Königreich Sizilien verschafft. 1267 hatte Jakob nach den Predigten Papst Clemens’ IV. das Kreuz zu einem Feldzug in das Heilige Land genommen, der im Rahmen des siebten Kreuzzugs eingebettet sein sollte. Am 8. September 1269 war er mit seiner Flotte von Barcelona aus in See gestochen, aber schon wenige Tage später bei Menorca in einen schweren Sturm geraten, der die meisten seiner Schiffe an die katalanische Küste zurückgedrängt hatte. Lediglich ein kleines Geschwader unter der Führung zwei seiner Bastardsöhne hatte die offene See und Akkon erreicht; im Frühjahr 1270 waren sie wieder nach Katalonien zurückgekehrt.[43] Jakob selbst hatte sein Kreuzzugsvorhaben nicht weiter verfolgt, da angeblich die Liebe zu einer Mätresse ihn davon abgehalten habe.[44] 1271 hatte er einen Friedens- und Handelsvertrag mit dem Haffsidensultanat von Tunis vereinbart, der Aragóns Afrikahandel und ein politisches Bündnis gegen Karl von Anjou begründen sollte, der wenige Jahre zuvor die Staufer in Sizilien gestürzt hatte. 1274 war Jakob nach Lyon gezogen um dort persönlich an dem dort tagenden Konzil (Zweites Konzil von Lyon) teilzunehmen. Er erhoffte sich hier von Papst Gregor X. gekrönt zu werden, wie einst schon sein Vater 1204 von Innozenz III. gekrönt wurde. Der Papst schlug dieses Ansinnen jedoch aus, da Jakob nicht bereit war die seit dem Tod seines Vaters ausgebliebenen Tributzahlungen an den Heiligen Stuhl nachzuzahlen, die 1204 festgelegt wurden. Zurück in Katalonien hatte sich Jakob die letzten Jahre seines Lebens mit diversen innenpolitischen Problemen auseinanderzusetzen, die sich mit familieninternen Konflikten vermischten. Im Streit um die Erbfolge in der Grafschaft Urgell hatte sich ein Parteienstreit innerhalb des katalanischen Adels entzündet, der militärisch ausgetragen wurde. Des Weiteren hatte sich erneut der aragónesische Adel gegen die Autorität der Krone erhoben, der sich gegenüber dem katalanischen Adel stets benenachteiligt fühlte. Zu den Führern der Aragónesen hatte sich einmal mehr Jakobs Sohn Fernán Sánchez de Castro gesellt, der eine tiefe Feindschaft mit seinem Halbbruder Infant Peter teilte, der ihn angeblich sogar ermorden wollte.[45] Jakob hatte seinem ältesten Sohn mit der militärischen Bekämpfung des Aufstandes beauftragt und ihm dabei ein hartes Vorgehen gegen die Rebellen nahegelegt. 1275 hatte Infant Peter seinen Halbbruder in Pomar belagert und diesen dann auf der Flucht im Fluss Cinca ertränkt.[46] Von dieser Familientragödie schwer getroffen, an der er nicht frei von Schuld war, hatte sich Jakob aus dem politischen Tagesgeschäft weitgehend zurückgezogen. Kurz vor seinem Tod 1276 war es in Valencia noch einmal zu einenem Aufstand der Mauren gekommen, an dem sich sogar sein alter Feind al-Azraq beteiligte, der aus dem afrikanischen Exil zurückgekehrt war. Jakob hatte diese Angelegenheiten seinem ältesten Sohn Peter III. überlassen, der seinem Willen gemäß sein Haupterbe in Katalonien, Aragonien und Valencia werden sollte, während sein zweiter Sohn Jakob II. das Königreich Mallorca, sowie die Cerdanya, das Roussillon und Montpellier erhalten sollte. Kurz nach dem 23. Juli 1276 wurde Jakob in Valencia von einer Krankheit befallen, an der er am 27. Juli 1276 verstarb; er wurde in der Zisterzienserabtei Santa María von Poblet bestattet, wie er es bereits in seinem zweiten Testament von 1241 verfügt hatte.[47] Nach der Desamortisation der Abtei 1835, die geplündert und ihre königlichen Gräber entweiht wurden, konnte sein mumifizierter Leichnam anhand der Narbe an seinem Schädel, die von seiner Verwundung beim Kampf um Valencia zurückgeblieben war, wieder identifiziert und erneut beigesetzt werden. Zur eingehenden Untersuchung seines Leichnams war sein Sarg am 22. Juli 1855 noch einmal geöffnet wurden.[48] Gesetze und Taten Neben seinen Eroberungen ist Jakob I. vor allem auch für sein Wirken als Gesetzgeber von herausragender Bedeutung in der Geschichte Spaniens. Unter seiner Herrschaft wurden auf seine Veranlassung hin die Zivilkonstitutionen der drei wichtigsten Reichsteile der Krone Aragón schriftlich fixiert, die alle stark dem römischen Recht entliehen waren. Die „Fueros de Aragón“ (Gesetze von Aragón) hatte der Legist Vidal de Canyelles in seinem Werk Vidal mayor zusammengefasst, während die von Katalonien von Pere Albert in den De consuetudinibus Cathalonie, auch Commenoracions genannt, niedergeschrieben wurden.[49] Für Valencia hatte Jakob ebenfalls ein eigenes Gesetzeswerk zusammenstellen lassen.[50] In seiner Regierungstätigkeit hatte sich Jakob verstärkt von fachkundigen Ratgebern beraten lassen, vor allem von in Universitäten geschulte [[Rechtsförmlichkeit | von Aragón, König Jakob I. (I7605)
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| 48912 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_II._(Aragón) (Mai 2018) Jakob II., der Gerechte (* 10. August 1267; † 2. November 1327 in Barcelona), war König von Aragonien von 1291 bis 1327 und König von Sizilien von 1285 bis 1291. Er war der zweite Sohn Peters III., nach dessen Tod im Jahre 1285 er als Jakob I. König von Sizilien wurde. Nach dem Tod seines Bruders Alfons III. 1291 wurde er als Jakob II. König von Aragonien. 1295 verzichtete er im Frieden von Anagni zu Gunsten des Hauses Anjou auf Sizilien, während Frankreich auf seine Ansprüche in Kastilien verzichtete, um das die beiden Mächte schon unter Peters Vorgänger Krieg geführt hatten, der Papst den Kirchenbann gegen das Haus Aragon aufhob und Jakob Korsika und Sardinien als päpstliches Lehen erhielt. Sardinien musste er allerdings zunächst von Genua erobern. Peter führte sogar 1296 bis 1299 gegen seinen jüngern Bruder, Friedrich, den die Sizilianer nun zum König erhoben, für die Anjous erfolglos Krieg. 1302 beendete Jakob diesen Konflikt mit einem Abkommen, dem zufolge Friedrich eine Tochter Karls II. von Anjou heiraten sollte. Das Ende dieses Konflikts führte zu einer Revolte von Jakobs katalanischen Söldnern, die darauf in byzantinische Dienste traten und in Griechenland eigene Territorien eroberten. Gegen die Übermacht des Adels stützte er sich auf die Geistlichkeit und den Bürgerstand, stärkte das Ansehen der Gerichte und sicherte durch das Gesetz von Tarragona 1319 die Vereinigung von Aragonien. Er überließ die Regierung seiner Gemahlin Maria von Kastilien und seinem Bruder Johann, um sich seinen Feldzügen zu widmen. 1325 musste Jakob II. dem Adel dessen Privilegien bestätigen, die sein Vater gewährt hatte. | von Aragón, König Jakob II. (I8323)
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| 48913 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_II._(Mallorca) (Mai 2018) Jakob II. von Mallorca (katalanisch: Jaume II de Mallorca; * 1243 in Montpellier; † 1311 auf Mallorca) stammte aus dem Haus Barcelona und war von 1276 bis zu seinem Tode König von Mallorca.[1] Jakob war ein jüngerer Sohn des Königs Jakob I. von Aragón und dessen Ehefrau Yolanda von Ungarn. Sein Vater hatte 1235 die Balearen von den Mauren erobert und führte seither den Titel König von Mallorca. Gemäß dem väterlichen Testament sollte JJakob die Inseln und zusätzlich die Grafschaften Cerdanya und Grafschaft Roussillon sowie Montpellier als ein souveränes Königreich erhalten. Damit geriet Jakob allerdings in einen Gegensatz zu seinen älteren Bruder, König Peter III. von Aragón, der die Aufteilung des väterlichen Besitzes nicht akzeptierte. Jakob konnte sich nicht lange gegen seinen Bruder behaupten und musste bereits 1279 in Perpignan seine Unabhängigkeit aufgeben und ihn als seinen Oberlehnsherren anerkennen. Im Jahahr 1283 verbündete er sich dennoch mit Frankreich nachdem Peter infolge der sizilianischen Vesper von Papst Martin IV. exkommuniziert wurde. Der Kreuzzug gegen Aragon, den König Philipp III. von Frankreich durchführte, scheiterte jedoch 1285 unund Jakob musste die Annexion Perpignans und Mallorcas durch Peter hinnehmen. Peter beabsichtigte Mallorca wieder mit Aragón zu vereinen, doch sicherte der zwischen Aragón, Frankreich und Neapel ausgehandelte Friedensvertrag von Anagni (1295) den weiteren Fortbestand Mallorcas unter den Bedingungen von 1279. Jakob gab seine Politik gegen Peter auf und kümmerte sich fortan um die Verwaltung seines Königreiches. Er galt als Förderer des Handels und der Wissenschaft, besonders des Philosophen Ramon Llull. Er war darüber hinaus in Palma ein sehr tätiger Bauherr: Im Jahr 1309 wurde das Castell de Bellver fertiggestellt, und den Bau der Kathedrale La Seu, in der er auch bestattet wurde, trieb er weiter voran. | von Mallorca (von Barcelona), König Jakob II. (I9771)
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| 48914 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_II._(Urgell) (Okt 2017) Jakob II. der Unglückliche (katalanisch Jaume el Dissortat; * 1380 in Balaguer; † 1. Juni 1433 in Xàtiva) war ein Graf von Urgell aus dem Haus Barcelona und 1410/12 ein Prätendent auf den Thron der Krone Aragón. Jakob war ein Sohn des Grafen Peter von Urgell († 1408) und dessen zweiter Frau Margarete von Montferrat. Als im Jahr 1410 König Martin I. von Aragón ohne eigene Kinder gestorben war, wurde Jakob als der nächste agnatische Anverwandte und damit Senior des Hauses Barcelona einer der aussichtsreichsten Kandidaten auf die Nachfolge im Königtum. Sein größter Konkurrent war der kastilische Infant Fernando el de Antequera, der mütterlicherseits ein Cousin ersten Grades des verstorbenen Königs war. Während Jakob auf die Unterstützung der katalanischen Stände bauen konnte, genoss Fernando die Unterstützung der Stände Aragoniens und von Valencia, sowie die des anerkannten Papstes Benedikt XIII., der ein gebürtiger Aragonese war. Von Fernando hatte Jakob das Angebot zum Abkauf seiner Kandidatur angetragen bekommen, was Jakob unter dem Einffluss seiner Mutter allerdings ablehnte. Bei der entscheidenden Abstimmung am 24. Juni 1412 in Caspe entfielen von neun möglichen Stimmen nur zwei aus Katalonien an Jakob, während die anderen sieben für Fernando votierten, der somit als Ferdinand I. anerkannt wurde. Jakob war nicht bereit, diese Wahl anzuerkennen, und rekrutierte ein Söldnerheer, mit dem er gegen Ferdinand um die Krone kämpfen wollte. Nachdem er aber bei der Belagerung von Lleida scheiterte und nach Balaguer geflohen war, wurde er hier von dem überlegenen Ferdinand am 31. Oktober 1413 gefangengenommen. Seine Besitzungen wurden konfisziert und die restliche Zeit seines Lebens musste er auf verschiedenen Burgen in Gefangenschaft verbringen. | von Urgell, Graf Jakob II. (I9536)
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| 48915 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_II._Trapp Jakob II. Trapp stammte aus dem aufstrebenden steirischen Adelsgeschlecht der Trapp von Trappenburg. Erst sein Vater und deren Brüder waren nachweislich in die Ritterschaft aufgestiegen. Er war der Sohn von Jakob I. Trapp aus dessen zweiter Ehe mit Klara geb. Gallenberger. Der Propst der Abtei Seckau Ulrich Trapp († 1415) war sein Onkel. Zunächst stand er unter der Vormundschaft seines Vetters Erhard II. Trapp († 1433). Trapp kam in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts von der Steiermark nach Tirol. 1435 diente er Herzog Friedrich mit der leeren Tasche als Kämmerer.[1] Herzog Sigismund des Münzreiche, trat 1439 die Nachfolge seines verstorbenen Vaters an. Unter seiner Regierungszeit stieg Trapp, dessen Vertrauen er gewinnen konnte, zu einem der einflussreichsten Politiker auf, dem zahlreiche Ämter und Besitzungen übertragen wurden. 1446 befanden sich er und sein Bruder Ulrich Trapp unter den von Kaiser Friedrich III. gegen Ungarn erlassenen Aufgebot der Landstände der drei Herzogtümer Steiermark, Kärnten und Krain. Von Herzog Sigmund erlangte er am 4. Januar 1450[2] die Herrschaft Forchtenstein. 1452 nahm er an der Versammlung der österreichischen Landstände in Wien teil.[3] 1455 reiste er in diplomatischer Mission an den französischen Königshof in Paris, um eine geplante Ehe von Prinzessin Magdalena von Frankreich mit König Ladislaus Postumus zu verhandeln.[4] 1457 übertrug ihm Sigismund die Pflege des Gerichtes Castel Ivano. 1458 trat er die Nachfolge Andreas von Weißpriach als herzoglicher Hofmeister an. Kaiser Friedrich III. bestätigte am 20. Februar 1460 die Verpfändung des Schlosses Ivano von Herzog Sigismund an Jakob II. Trapp.[5] Seit 1460 hielt er sich als Vogt und Schlosshauptmann von Bregenz größtenteils dort auf. 1461 wurde er mit Caldonazzo und 1470 mit Castel Beseno belehnt. Um 1462 heiratete er Barbara, die Tochter des Landeshauptmanns von Tirol Ulrich IX. Graf von Matsch aus dem einflussreichen Geschlecht derer von Matsch. 1464 soll er als Vogt von Bregenz, dass 1462 durch einen Brand zerstörte Frauenkloster in Kennelbach wiederaufgebaut und ihm den Namen Hirschtal gegeben haben. Des Weiteren war er Inhaber und Pfleger von Schloss Ambras bei Innsbruck. 1466 reiste er als Beobachter zum Reichstag nach Nürnberg.[6] Am 5. November 1469 erlangte er für seine Familie das erbliche Amt des Obersterblandhofmeisters von Tirol. Im Waldshuterkrieg hielt er sich 1468 in St. Blasien im Schwarzwald auf, um den Vormarsch der Eidgenossen auf Waldshut zu stoppen. Jakob II. Trapp am 17. August 1475.[7] Sein Grabstein aus rotem Marmor befindet sich im rechten Seitenschiff neben dem Presbyterium in der Kirche Maria Himmelfahrt in Bozen. Die Inschrift lautet: „Nach Christi Geburt MCCCCLXXV Jahr am Pfingtzag nach unser Frauen Verkündung da ist gestorben der edl und streng Herr Jakob Trapp Ritter Erbhofmeister zu Tirol, der hier begraben ist, dem Gott gnad“[8] Nach dem Tod von Jakob II. Trapp ersuchte seine Witwe Barbara, im Namen ihrer minderjährigen Kinder, um einen Lehensempfang der Güter ihres verstorbenen Mannes. Laut Urkunde vom 10. Dezember 1490 belehnte der Bischof von Trient Ulrich seinen nun volljährigen Oheim Jakob III. Trapp als ältesten seiner Brüder Georg und Karl, mit den Schlössern Camp, Vaß und dem Gericht Grumeso. Laut Urkunde des Wolkensteiner Archives vom 10. Februar 1492 war auch Schloss und Herrschaft Ivano im Pfandbesitz der Brüder Jörg, Jakob und Karl Trapp.[9] Jakob III. Trapp verzichtete darauf auf Ivano um 1492 von Kaiser Maximilian I. mit der Pflegschaft Ulten belehnt zu werden.[10] Mit dem Tod von Gaudenz von Matsch († 1504), ist das Geschlecht derer von Matsch im Mannesstamm erloschen. Schließlich fiel seinen Neffen nach einem langen Erbstreit auch das reiche Erbe der Matsch, darunter die Churburg in Schluderns zu. Die Grafen von Trapp nahmen in Folge das erledigte Wappen der Matsch ihn ihr eigenes als Herzschild auf.[11] Die Churburg ist noch heute im Eigentum der Familie Trapp. | von Trapp, Jakob II. (I54627)
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| 48916 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_von_Avesnes (Jun 2022) Jakob I. von Avesnes (fr. Jacques Ier d’Avesnes, * um 1152; † 7. September 1191 bei Arsuf) war ab 1171 Herr von Avesnes, Condé und Leuze und ein bedeutender französischer Adliger aus dem Adelsgeschlecht Avesnes. Er war der Sohn von Nicholas von Oisy, Herr von Avesnes und Matilda von La Roche. Er heiratete Adela († 1185), die Erbtochter von Burchard, dem Herren von Guise. Diese Vermählung führte seiner Familie umfangreichen neue Besitzungen zu. Er stieg zu einem bedeutenden Ritter des Hennegau auf. Er pflegte wohl auch gute Kontakte zum englischen König Heinrich II. 1189 führte er auf dem Seeweg eine Vorausabteilung des Dritten Kreuzzugs mit französischen, flämischen und friesischen Kreuzfahrern nach Palästina, wo er im Spätsommer 1189 eintraf. Er schloss sich der gerade begonnenen Belagerung von Akkon (11889–1191) an. Nach der Eroberung von Akkon zog er mit dem Hauptheer des Kreuzzugs an der Seite des englischen Königs Richard Löwenherz die Küste entlang Richtung Jaffa, wobei Jakob das flämische Kreuzzugskontingent befehligte. Am 7. September 1191 fiel er in der Schlacht bei Arsuf. Es ist anzunehmen, dass der englische König seine Finger mit im Spiel hatte, als Jakobs Kindern der soziale Aufstieg in den Hochadel gelang. Dieser benötigte Unterstützung in den Reihen des französischen Adels und sorgte durch die Fürsprache beei diversen hohen Herren für seinen Schützling. So heiratete Jakobs ältester Sohn, Walter II. von Avesnes, eine Erbtochter aus dem Hause Champagne und wurde so zum Grafen von Blois und Chartres, und Burkhard IV. von Avesens vermählte sich mit der Schwester der Gräfin von Flandern. Doch auch die Töchter Jakobs wurden an große Herren verheiratet. So wurde Mathilde zur Gräfin von Chiny, nachdem sie 1206 Ludwig IV. von Chiny geheiratet hatte, Ida zur Herrin von Enghien und Ada zur Gräfin von Soissons. | von Avesnes, Herr Jakob (I8479)
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| 48917 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_von_Savoyen Jakob von Savoyen (* 12. November 1450; † 30. Januar 1486 in Ham), Graf von Romont und Herr der Baronie Waadt, war der zehnte Sohn des Herzogs Ludwig I. von Savoyen und der Anna von Lusignan. Er spielte als Parteigänger Karls des Kühnen eine wichtige Rolle während der Burgunderkriege. Jakob heiratete 1484 Maria von Luxemburg (1462–1546). Savoyischer Baron über die Waadt Als Amadeus IX., der älteste Bruder Jakobs, 1465 nach dem Tod Ludwig I. als Minderjähriger Herzog von Savoyen wurde, erhielt Jakob die savoyische Baronie Waadt und den Titel eines Grafen von Romont mit den Städten Murten, Avenches, Payerne, Romont, Moudon, Rue und Yverdon als Apanage. Amadeus' Ehefrau Jolande von Frankreich übernahm bis 1478 die Regentschaft im Herzogtum Savoyen. Während seine beiden Brüder Peter von Savoyen, Fürstbischof von Genf, und Philipp II. «Ohneland», Graf von Bresse, in wechselnden Koalitionen für Frankreich und Burgund als Bündnispartner eintraten, stand Jakob ganz im Dienst des aufstrebenden Herzogs Karl «des Kühnen» von Burgund. Er stand auch bald mit Jolande in einem Konflikt, da er sich Rechte und Gebiete aneignete, die eigentlich Herzog Amadeus zustanden. In einem Schiedsspruch von 1471 entschieden die Städte Bern und Freiburg, dass er diese Gebiete behalten dürfe. Im Dienste Herzog Karls stieg Jakob 1473 zum Gouverneur von Burgund, Großmarschall und Oberkommandierender eines Drittels der burgundischen Streitmacht auf. Aus diesem Grund hielt er sich hauptsächlich am burgundischen Hof auf. In den Diensten Burgunds Nach der Kriegserklärung der Niederen Vereinigung und der Eidgenossenschaft gegen Karl den Kühnen 1474 stand auch Jakob plötzlich in einem Gegensatz zur Eidgenossenschaft, obwohl Savoyen traditionell eigentlich mit Bern verbündet war. Als die Truppen der oberelsässischen Städte und der Eidgenossenschaft die Stadt Héricourt in der Freigrafschaft belagerten, sammelte Jakob im November burgundische Truppen und wollte mit Heinrich von Neuenburg-Blamont Héricourt entsetzen. Als er dort ankam, war die Stadt aber bereits gefallen, und die burgundischen Truppen erlitten in der Schlacht bei Héricourt eine Niederlage. Im darauf folgenden Frühjahr 1475 zogen die Berner zu einem Plünderungs- und Eroberungszug in die Waadt, um einerseits gegen die savoyischen Lehensträger burgundischer Herkunft wie auch gegen Jakob selbst vorzugehen. In der äußerst hart und brutal geführten Kampagne eroberte Bern Grandson, Orbe und die Festung Jougne im Jura. Im Sommer folgte ein Kriegszug in die Freigrafschaft gegen Blamont, Grammont und L’Isle, und im August fiel Bern erneut in die Waadt ein, diesmal weil Savoyen italienischen Söldnern Karls den Durchzug erlaubt hatte. Am 14. Oktober 1475 erklärte Bern schließlich Jakob persönlich den Krieg, weil seine Untertanen gegen die bernischen Truppen in der Waadt vorgegangen seien. Bis Ende Oktober wüteten die Berner mit äußerst grausamer Kriegsführung in der Waadt und eroberten 16 Städte und 43 Schlösser. Schließlich blieben aber nur Grandson, Yverdon und Murten von bernischen Truppen belegt. So konnte Jakob im Frühjahr 1476 seine Besitzungen wieder größtenteils in Besitz nehmen, als sich Herzog Karl der Kühne ebenfalls der Eidgenossenschaft zuwandte und mit einem großen Heer über Jougne in die Waadt zog. Zur Vorbereitung des burgundischen Feldzugs griff Jakob am 13. Januar überraschend die Berner in Yverdon an. Die bernische Besatzung konnte sich allerdings in die Burg retten. Da am nächsten Tag bereits bernische Entsatztruppen eintrafen, trat Jakob den Rückzug an. Nach den Niederlagen Karls des Kühnen bei Grandson und Murten gegen die Eidgenossen bedrohten Bern und Freiburg erneut die Waadt, die nun für Jakob definitiv verloren war. Erst als Ludwig XI. von Frankreich als neuer Vormund von Herzog Amadeus intervenierte, zogen sich die Eidgenossen wieder zurück. Trotzdem musste Savoyen im Frieden von Freiburg i. Ü. am 14. August 1476 große territoriale Zugeständnisse machen. Bis zur Zahlung einer großen Geldsumme verblieb die Waadt vorläufig bei Bern und Freiburg. Eine spezielle Klausel des Friedens schloss für die Zukunft eine Vergabe der Baronie Waadt als Apanage aus und bestimmte, dass Jakob von Savoyen auf ewig aus dem Land verbannt blieb. Im Dienste Marias von Burgund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Nach dem Verlust seiner Lehen in Savoyen und dem Tod Karls des Kühnen bei Nancy 1477 trat Jakob in die Dienste von Maria von Burgund und ihrem Ehemann, dem deutschen König Maximilian I. von Habsburg. Er erhielt 1478 in Brügge den Orden vom Goldenen Vlies und zeichnete sich 1479 in der Schlacht bei Guinegate als Oberkommandierender der flandrischen Truppen aus. Dann stellte er sich allerdings auf die Seite der rebellierenden niederländischen Städte und musste nach Frankreich fliehen. 1484 heiratete er Maria von Luxemburg, die Enkelin des als Hochverräters hingerichteten Ludwig I. von Luxemburg. König Karl VIII. von Frankreich verlieh deshalb die Lehen Ludwigs an Jakob, der dadurch zum Grafen von Saint-Pol wurde und noch weitere Besitzungen in Flandern und Brabant erhielt. Er starb 1486 im Schloss Ham in der Picardie. | von Savoyen, Graf Jakob (I13261)
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| 48918 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_von_Wattenwyl Jakob von Wattenwyl war ein Sohn des Niklaus von Wattenwyl, Mitglied des Großen und Kleinen Rates der Stadt und Republik Bern und Venners der Gesellschaft zu Pfistern, der 1453 einen kaiserlichen Wappenbrief erhalten hatte, und seiner Frau Barbara von Erlach († 1502). Er wurde als Page am savoyischen Hof erzogen und entsprechend ausgebildet. 1484 heiratete er Magdalena von Muleren, eine Tochter des Urban von Muleren und seiner Frau Verena Schwend, und er kam so zu umfangreichem Grundbesitz in den Orten Burgistein, Wattenwil, Kirchdorf, Gerzensee, Blumenstein, Seftigen, Schönegg und zu grossen Rebgütern in Ligerz. Er beteiligte sich an Handelsgesellschaften, so an jener des Jörg von Laupen, und an einem Bergwerksunternehmen im Berner Oberland. Zudem kaufte er Salzrenten in Salins-les-Bains. 1485 trat er als Stubengeselle in die adlige Gesellschaft zum Distelzwang ein und wurde Grossrat von Bern. Ab 1487 wurde er Mitglied des Kleinen Rates, 1490 bis 1495 amtierte er als Schultheiss von Thun, 1496 bis 1500 und 1504 bis 1506 als Venner zu Pfistern und 1506 und 1512 als Seckelmeister. 1499 war er als Oberst mit Wilhelm von Diesbach einer der Anführer und Venner der Berner im Schwabenkrieg in Hegau. 1512 wurde er erstmals Schultheiss von Bern, danach wechselte er sich alle zwei Jahre mit Wilhelm von Diesbach ab. Am 26. Juni 1513 befreite er als Schultheiss die Stadt Bern von den aufrührerischen Bauern. In den Mailänderkriegen stand Jakob von Wattenwyl auf der Seite Savoyens und des Papstes. Im August 1513 kommandierte er die Berner Vorhut beim Dijonerzug. Als Befehlshaber des zweiten bernischen Aufgebots in die Lombardei wehrte er sich 1515 vor der Schlacht von Marignano vergeblich gegen die Annahme der französischen Friedensangebote und den Rückruf der bernischen Truppen mit 5000 Mann aus Domodossola. Zusammen mit Wilhelm von Diesbach vertrat er Bern an den Verhandlungen mit Frankreich, die 1516 zum Abschluss des Ewigen Friedens führten. Mit dem Kaufmann Bartholomäus May und Johannes und Berchtold Haller gehörte er zu den ersten Förderern der Reformation in Bern | von Wattenwyl, Jakob (I56798)
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| 48919 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/James_Stewart,_5._High_Steward_of_Scotland James Stewart (* um 1243; † 16. Juli 1309) war ein schottischer Adliger aus dem Haus Stuart und 5. High Steward von Schottland. James Stewart war der Sohn von Alexander Stewart, 4. High Steward of Scotland und dessen Gemahlin Jean Macrorie of Bute. Er folgte seinem Vater 1283 als 5. High Steward von Schottland. James war einer der sechs Regenten (Guardian) Schottlands nach dem Tod König Alexanders III., stand auf Seiten von William Wallace und war später Anhänger von Robert Bruce. Er heiratete in erster Ehe Cecilia, Tochter des Patrick de Dunbar, 7. Earl of Dunbar. Seine zweite Ehefrau wurde Gille, Tochter des Walter de Burgh, 1. Earl of Ulster. | Stewart (Stuart), James 5. High Steward of Scotland (I9376)
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| 48920 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jaromar_I. (Aug 2023) Nach dem pommerschen Chronisten Thomas Kantzow war sein Vater König Ratislaus von Rügen (1105–1141). Auf Rügen lebten seit dem 7. Jahrhundert die Ranen, ein westslawisches Volk, die im 12. Jahrhundert Kriegszüge nach Liubice (Vorsiedlung von Lübeck) und an die skandinavischen Küsten unternahmen. 1160 schlossen Waldemar I. von Dänemark, der Sachsenherzog Heinrich der Löwe sowie die Pommernherzöge Kasimir I. und Bogislaw I. einen Pakt, um die Ranen zu bekämpfen. Als am 15. Juni 1168 das dänische Heer unter Waldemar I. und Bischof Absalon von Roskilde die Tempelburg am Kap Arkona (später Jaromarsburg genannt) nach vorangegangenen Kriegszügen endgültig eroberte, war Jaromars Bruder Tezlaw König der Ranen auf Rügen. Nach Verhandlungen auf Betreiben des Bischofs von Roskilde übergaben sie ihren Hauptsitz Charenza mit den dortigen Heiligtümern kampflos an die Dänen. Durch die Anerkennung der Lehnshoheit des dänischen Königs und die Annahme des Christentums sicherten Tezlaw und Jaromar sich die weitere Herrschaft über Rügen. Die pommerschen Herzöge, die dadurch leer ausgingen, rächten sich, indem sie im folgenden Jahr den Hauptsitz der Ranen zerstörten. Tezlaw wird 1170 letztmals in schriftlichen Quellen erwähnt. Ab 1181 war Jaromar I. alleiniger Fürst von Rügen. Als Vasallen des dänischen Königs beteiligten sich die Ranen in den Folgejahren an mehreren Kriegszügen Waldemars in den pommerschen Herrschaftsbereich. Nachdem der dänische König Knut VI. sich weigerte, Kaiser Friedrich Barbarossa den Lehnseid zu leisten, versuchte der Pommernherzog Bogislaw I. mit Billigung des Kaisers Rügen zu unterwerfen. Die pommersche Flotte wurde aber 1184 von der dänischen und rügischen im Greifswalder Bodden geschlagen. Im selben und im folgenden Jahr unternahmen die dänisch-rügischen Truppen Züge in die pommerschen Gebiete an Peene und Stettiner Haff. Schließlich musste Bogislaw I. 1186 die Lehenshoheit der Dänen anerkennen. Nach dem Tode Bogislaws 1187 wurde Jaromar 1189 durch Knut VI. zum Vormund der Söhne Bogislaws eingesetzt. Um 1180 residierte Jaromar I. auf dem Rugard bei Bergen und ließ die erste Backsteinkirche der Insel, die Marienkirche in Bergen errichten. Ursprünglich war sie als Herrschaftskirche (Pfalz) bestimmt, doch der Jaromar musste seine Pläne ändern, um die dänischen Lehnsherrn nicht zu reizen. 1193 wurde sie als Klosterkirche des zu gleicher Zeit entstandenen benachbarten Zisterzienserinnenklosters Bergen geweiht. Jaromars Einflussbereich erstreckte sich zu dieser Zeit auf dem Festland bis zur mittleren Peene, so auf die Länder Wusterhusen, Loitz, Gützkow, Miserez und Ziethen. Lassan und Ziethen wurden nach einem Grenzstreit mit der Herzoginwitwe durch den Dänenkönig wieder Pommern zugeordnet. 1198 kam es erneut zum Krieg Dänemarks gegen Pommern und Brandenburg, was zum Verlust der Gebiete südlich des Rycks führte. 1199 siedelte Jaromar Mönche aus dem 1198 zerstörten Kloster Dargun im Kloster Eldena an der Ryckmündung an. Von den Klöstern aus wurden im 13. Jahrhundert die waldreichen Gebiete nördlich von Ryck und Trebel mit Bauern aus Niedersachsen, Westfalen und der Altmark kolonisiert. Rügen war zu dieser Zeit relativ dicht slawisch besiedelt. Anfang des 13. Jahrhunderts förderte Jaromar die Christianisierung in seinem Herrschaftsbereich durch die Errichtung weiterer Kirchen. | von Rügen, Jaromar I. (I42149)
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| 48921 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jauch_(Urner_Geschlecht) Jauch (Urner Geschlecht) Jauch ist der Name eines alteingesessenen Geschlechts im Kanton Uri, das seit Ende des 14. Jahrhunderts nachgewiesen ist. Mitglieder des Geschlechts betätigten sich als Militärunternehmer[1] in königlich-spanischen sowie neapolitanisch-sizilianischen Diensten und erlangten politische Bedeutung in der Schweiz[2]. Landvogt Hans Jauch (vor 1500–1568) errang 1531 als Führer der Vorhut des Heeres der katholischen Orte den Sieg in der Schlacht bei Kappel, in welcher der Schweizer Reformator Huldrych Zwingli fiel. Altdorfer Stamm Hans Jauchs Kinder verbanden sich mit vornehmen Urner Familien[3]. Sebastian Heinrich Jauch (1650–1708) wurde 1707 zum Landesstatthalter gewählt und ließ sich in Altdorf nieder. Dieser Zweig stieg zu einer der führenden Urner Familien auf[2]. Militärunternehmer in königlich-spanischen Diensten Sebastian Heinrich Jauchs Sohn Johann Sebastian Jauch (1674–1731) war 1721 Landvogt zu Sargans und 1729–1731 Landesstatthalter und 1731 Landammann. Er betätigte sich als Militärunternehmer und besaß Kompanien in spanischen Diensten[4] in den Regimentern von Salis und Bessler. Die Söhne von Johann Sebastian Jauch waren Johann Joseph Anton Jauch (1714–1780), Oberstleutnant in spanischen Diensten[5], Karl Josef Jauch (1728–1783), zunächst Hauptmann in spanischen Diensten, 1780 Landammann[6] sowie Joseph Stephan Jauch (1724–1801), 1755–68 Landessäckelmeister, 1768–70 Landammann. 1770–71 und 1787–88 Landvogt im Thurgau[7]. Carlos Maria Jauch (1806–1890), Sohn des Hauptmanns in spanischen Diensten Joseph Leonz Jauch, war seit 1874 Generalkapitän von Aragonien und Mitglied des obersten Kriegs- und Marinegerichtes[8]. Militärunternehmer in neapolitanisch-sizilianischen Diensten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Hauptartikel → Schweizer Regiment Jauch Dessen Bruder Karl Franz Jauch (1679–1743) besaß das in spanischen Diensten stehende Regiment Bessler. Als Don Carlos 1735 als Karl VII. zum König von Neapel und Sizilien gekrönt wurde, hob er auf Bitten des Königs ein Regiment für neapolitanische Dienste aus. Er war seit 1739 Brigadier. Er war 1740 der bedeutendste Urner Militärunternehmer[9]. Sohn Karl Franz Jauchs war Karl Florian Jauch (1712–1780), der das neapolitanische Regiment seines Vaters erbte und 1776 Generalleutnant wurde[10]. Dessen Sohn Karl Eduard Jauch (1759–1802) erbte zunächst das Regiment und wurde dann Feldmarschall des Königreichs Beider Sizilien[11]. Weitere Familienmitglieder Emanuel Jauch (1759–1805) war Baumwollunternehmer. Er nahm 1802 als Gesandter Uris an der Consulta in Paris teil, 1803 leitete er die Einführung der Mediationsverfassung in Uri[12]. Franz Jauch (1807–1867) wurde 1848 Bundesrichter[13]. Giovanni Jauch (1806–1877) war u. a. 1848–51 und 1855–72 Nationalrat, 1847 Oberst im Sonderbundskrieg, Präsident der Tessiner Nationalbank, 1855 Staatsrat und Staatssekretär[14]. Pater Jakob Josef Jauch (1802–59), in Russland geboren und von Kardinälen und Bischöfen gefördert, betätigte sich 1852–56 im liechtensteinischen Balzers als Landwirtschaftspionier, war Feldprediger und ist als Textdichter der liechtensteinischen Nationalhymne „Oben am jungen Rhein“ bekannt geworden[2]. Das Jauchsche Haus in Altdorf Das 1550 erbaute Haus wurde 1725 von dem damaligen Landvogt zu Sargans Johann Sebastian Jauch (1674–1731) erworben. Es gilt als das älteste und kunst- und kulturhistorisch wertvollste Bürgerhaus im Kanton Uri.[15] (→ Vgl. Liste der Kulturgüter in Altdorf UR) Nachdem der russische General Alexander Wassiljewitsch Suworow 1799 im Zweiten Koalitionskrieg auf seinem Rückzug durch die Schweiz den Gotthardpass von den Franzosen erobert hatte, nahm er u. a. Quartier im Jauchschen Haus in Altdorf, das seitdem auch Suworow-Haus genannt wird. Das Haus liegt an der Via Suworow, einem Schweizer Kulturwanderweg, der den historischen Spuren des russischen Generals Suworow bei seinem Feldzug im Herbst 1799 über die Schweizer Alpen folgt. Die Liegenschaft ist heute im Besitz der Stiftung Karl Jauch. Literatur Paul Aschwanden: Carlos Maria Jauch von Uri: Der letzte Schweizer-General in Spanien 1806-1890. In: Der Geschichtsfreund. Jahrgang 94, 1939, S. 223–251 M. F. Schafroth: Die Geschichte der Schweizerregimenter im Dienst des Königreichs beider Sizilien. In: Figurina helvetica. Band 35, 1976, S. 12–21 W. Schaufelberger: Kappel. Die Hintergründe einer militärischen Katastrophe. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde. Band 51, 1955, S. 34–61 Heinrich Türler, Marcel Godet, Hans Tribolet, Victor Attinger: Historisch-biographisches Lexikon der Schweiz, 1927 Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Das Jauchsche Haus in Altdorf - sog. Suworow-Haus, seit 1725 im Besitz der Familie Jauch, heute der Stiftung Karl Jauch Bericht und Antrag des Regierungsrates vom 20. April 2004 an den Landrat zum Kantonsbeitrag an die Gesamtrenovation des Hauses Jauch (Suworow-Haus)samt Hauskapelle, Altdorf- behandelt Geschichte und Bedeutung des Hauses (PDF-Datei; 28 kB) Liechtensteinische Nationalhymne von Pater Jakob Josef Jauch Einzelnachweise 1 Zum Begriff und zur Geschichte des Militärunternehmers unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung in der Schweiz vgl. Hermann Romer: Militärunternehmer. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 2. Februar 2007 2 Hochspringen nach: a b c Urs Kälin: Jauch. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 20. Oktober 2005 3 Hans Stadler: Jauch, Hans. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 6. Juni 2005 4 Urs Kälin: Jauch, Johann Sebastian. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 15. August 2005 5 Hans Stadler: Jauch, Johann Joseph Anton. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 4. Juli 2005 6 Urs Kälin: Jauch, Karl Josef. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 15. August 2005 7 Urs Kälin: Jauch, Joseph Stephan. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 15. August 2005 8 Urs Kälin: Jauch, Carlos Maria. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 20. Oktober 2005 9 Hans Stadler: Jauch, Karl Franz. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 6. Juni 2005 10 Urs Kälin: Jauch, Karl Florian. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 20. Oktober 2005 11 Hans Stadler: Jauch, Karl Eduard. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 6. Juni 2005 12 Urs Kälin: Jauch, Emanuel. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 15. August 2005 13 Urs Kälin: Jauch, Franz. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 20. Oktober 2005 14 Corrado Biasca: Jauch, Giovanni. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Version vom 6. Dezember 2005 15 Das Jauchsche Haus in Altdorf - sog. Suworow-Haus (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive) | Jauch, Johann (I4876)
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| 48922 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jeanne_de_Belleville (Jul 2023) Jeanne-Louise de Belleville (* 1300; † 1359) – genannt die bretonische Tigerin («la Tigresse bretonne») – war eine Piratin im 14. Jahrhundert. Leben Sie war die Tochter von Maurice IV. de Montaigu, dem Herrn von Belleville und Palluau (1263–1304) und der Letice Parthenay (1276–?). Mit zwölf Jahren heiratete sie Geoffroy (1293–1326), Herrn von Chateaubriand. Dieser Ehe entsprangen zwei Kinder, Louise und Geoffrey. Nach dem Tode ihres ersten Mannes heiratete sie 1330 Olivier IV. de Clisson. Sie hatten gemeinsam fünf Kinder: Maurice, Guillaume, Olivier, Isabeau († 1343) und Jeanne. 1343 wurde Olivier de Clisson, der den Prätendenten auf das Herzogtum Bretagne, Jean de Montfort, gegen Charles de Blois unterstützte, wegen Hochverrats von König Philipp VI. mit einem Trick nach Paris gelockt, zum Tode verurteilt (siehe Bretonischer Erbfolgekrieg) und enthauptet. Sein Kopf wurde nach Nantes gesandt und dort auf einem Spieß auf den Zinnen der Burg von Bouffray bei Nantes präsentiert. Seine Witwe, Jeanne, schwor dem König und Charles de Blois, der das Todesurteil unterstützt hatte, Rache. Sie verkaufte ihre Ländereien und erwarb von dem Erlös ein Schiff, mit dem sie Jagd auf Handelsschiffe der Krone machte. Nach einigen erfolgreichen Kämpfen wurde ihr Schiff schwer beschädigt. Sie floh daraufhin mit ihren Kindern nach England und fand dort Unterstützung durch König Edward. Ihre Söhne wurden am englischen Hof gemeinsam mit den Söhnen Jean de Montforts erzogen. Sie selbst stattete drei neue Schiffe aus – schwarz mit roten Segeln – und setzte den Kampf fort. Die Legende sagt, dass sie gefangene französische Adlige eigenhändig köpfte und von der Besatzung immer nur ein oder zwei Personen am Leben ließ, die dem französischen König davon berichten sollten – selbst als Philipp VI. längst tot war. Erst 1356, nach 13 Jahren, beendete sie ihre Rache und heiratete einen englischen Adligen, Walter Bentley, Leutnant von König Edward III von England und Kapitän der englischen Truppen, die nach dem Tod von Jean de Montfort weiter gegen Charles de Blois kämpften. Sie ließ sich später wieder in Frankreich, in Hennebont, nieder. Einer ihrer Söhne war Olivier V. de Clisson, eine der Schlüsselfiguren der ersten Hälfte des Hundertjährigen Krieges. | de Belleville, Herrin Jeanne (I41678)
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| 48923 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jeanne_de_Bourbon_(†_1512) (Jun 2022) Per Ehevertrag von Juni 1487 wurde Jeanne mit dem 40 Jahre älteren Jean II., Herzog von Bourbon (* 1426; † 1. April 1488) verheiratet, der nach dem Tod seines einzigen Sohnes Jean de Clermont (*/† 1487) und seiner Ehefrau kurz nach dessen Geburt Bedarf nach einem neuen Erben hatte; sie bekamen einen Sohn, Louis de Clermont, der Anfang 1488 geboren wurde und vor dem 1. April 1488 starb. Per Ehevertrag vom 27. März 1503 heiratete sie in dritter Ehe François de la Pause, Baron de la Garde. Diese Ehe führte dazu, dass ihre älteste Tochter 1505 verheiratet wurde – auf Drängen von König Ludwig XII., der verhindern wollte, dass Jeanne und ihr neuer Ehemann zu viel Einfluss in der Grafschaft Auvergne gewannen. Jeanne de Bourbon starb am 2. Januar 1512 und wurde in der Franziskanerkirche in Vic-le-Comte bestattet. | von Bourbon (Vendôme), Herzogin Jeanne (I8832)
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| 48924 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jeanne_de_Marle Jeanne de Marle (auch Jeanne de Bar[1], * 1415; † 14. Mai 1462) war Comtesse de Marle et de Soissons, Vicomtesse de Meaux durch ihre Mutter, Comtesse de Saint-Pol durch ihre Ehe, sowie Dame de Condé, Dunkerque, Bourbourg, Gravelines etc.[2] Sie war die einzige Tochter von Robert von Bar, Graf von Marle und Soissons, und Jeanne de Béthune. Ihr Vater starb im Jahr ihrer Geburt in der Schlacht von Azincourt. Ihre Mutter ging 1418 mit Jean II. de Luxembourg Graf von Ligny ihre zweite Ehe ein. Einige Jahre zuvor hatte ihr Vater auf das Herzogtum Bar verzichtet, dabei aber zur Bedingung gemacht, dass, falls Eduard III. und Ludwig von Bar, die beiden Söhne des Herzogs Robert I. ohne männliche Nachkommen sterben sollten, er sich erlaube, die Nachfolge anzustreben. Eduard III. fiel 1415 in der Schlacht von Azincourt und Ludwig, der für eine Laufbahn in der Kirche vorgesehen war (er wurde Bischof und Kardinal) blieb ledig, ernannte aber zu seinem Nachfolger seinen Großneffen René d‘Anjou. Jeanne de Marle beschloss daraufhin, das Barrois für sich zu beanspruchen. Einen weiteren Streit gab es zwischen Jean de Luxembourg und René d’Anjou um den Besitz der Grafschaft Guise. Jean de Luxembourg ließ sich seinen Anspruch auf Guise durch John of Lancaster, 1. Duke of Bedford bestätigen, griff dann die Burg an und nahm sie 1425 ein. Erst 1433 wurde eine endgültige Vereinbarung getroffen: als Gegenleistung für den Verzicht Jeanne de Marles auf das Barrois verzichtete René auf die Grafschaft Guise. Im gleichen Jahr starb Pierre de Luxembourg, Graf von Saint-Pol und Bruder von Jean de Luxembourg; er hinterließ einen 15-jährigen Sohn, Louis de Luxembourg (1418–1475), zu dessen Vormund sich Jean machte. Da Jean de Luxembourg selbst keine Söhne hatte, ernannte er Louis zu seinem Nachfolger und arrangierte die Ehe zwischen Louis und Jeanne de Marle. | von Bar-Scarponnois, Gräfin Johanna (Jeanne) (I29681)
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| 48925 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_d’Artois,_comte_d’Eu Jean d’Artois, comte d’Eu Zur Navigation springenZur Suche springen Jean d’Artois, comte d’Eu, (* 1321; † 1387), auch Jean Sans Terre (deutsch: Johann ohne Land) genannt, war von 1350 bis 1387 Graf von Eu. Er war der Sohn von Robert III. d'Artois, Herr von Conches-en-Ouche und Graf von Beaumont-le-Roger, und von Johanna von Valois (1304–1363). Aufgrund des Verrats seines Vaters wurde sein väterliches Erbe eingezogen. Er, seine beiden Brüder und seine Mutter wurden auf Château-Gaillard gefangen gehalten. König Johann II. gab ihm 1350 die Grafschaft Eu, deren Vorbesitzer, der Connétable Raoul II. de Brienne hingerichtet worden war. 1356 nahm er an der Schlacht von Maupertuis teil, bei der er in englische Gefangenschaft geriet. Er heiratete Isabelle de Melun, Tochter von Johann I., Vizegraf von Melun, und Isabeau d'Antoing. Mehr unter dem Link oben.. | von Artois, Graf Johann (Jean) Ohneland (I13198)
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| 48926 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_I._de_Bourbon,_comte_de_La_Marche (Jun 2022) Jean de Bourbon kämpfte 1356 in der Schlacht bei Maupertuis, in der in Gefangenschaft geriet. Nach seiner Freilassung schloss er sich Bertrand du Guesclin an, mit dem er 1366 in Kastilien Heinrich von Trastamara gegen König Peter den Grausamen unterstützte. Im Vendômois ließ er die Burgen Vendôme und Lavardin wieder aufbauen. | von Bourbon-La Marche, Graf Jean I. (I29669)
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| 48927 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_I._de_Grailly Jean I. de Grailly Jean I. de Grailly († um 1301) war ein aus Savoyen stammender Adliger, der dem englischen König Eduard I. als Beamter, Diplomat und Militär diente. Er war der Stammvater des Hauses Grailly. Herkunft und Eintritt in die Dienste der englischen Könige[Bearbeiten Jean de Grailly stammte aus Savoyen, wo er wohl die Herrschaft über die Burg von Grilly am Genfersee besaß. Im Gefolge des Grafen Peter von Savoyen, der mit der englischen Königin Eleonore von der Provence verwandt war, kam er 1252 an den englischen Königshof. Seit 1262 gehörte er dem Haushalt des Kronprinzen Eduard an, von dem er 1266 zum Seneschall der Gascogne ernannt wurde. Die Gascogne war als Lehen der französischen Könige im Besitz der englischen Könige. Dort erhielt Grailly mit der Burg Bénauges ein eigenes Lehen, in deren Nähe er 1280 die Stadt Cadillac gründete. 1268 wurde er als Seneschall abgelöst. Teilnahme am Kreuzzug und Tätigkeit als Diplomat[Bearbeiten Ab 1270 nahm Jean an der Seite Eduards an dessen Kreuzzug in das Heilige Land teil. Dort übernahm er zwischen 1272 und 1278 das Amt des Seneschalls von Jerusalem, womit der militärische Oberbefehl über die christlichen Truppen verbunden war. Zurück in Frankreich wurde er 1278 als Nachfolger des glücklosen Luke de Tany erneut Seneschall der Gascogne.[1] Zusammen mit William de Valence diente er 1279 als englische Gesandte in Kastilien, wo sie einen Waffenstillstand zwischen dem Thronprätendenten Sancho und dessen Neffen Alfonso de la Cerda vermittelten.[2] Anschließend war Grailly an den Verhandlungen mit dem französischen König Philipp III. beteiligt, die 1279 zum Vertrag von Amiens führten. Im Herbst 1281 nahm er mit Edmund of Cornwall an einem Treffen in Mâcon teil, um ein von der französischen Königinwitwe Margarete, einer Schwester der englischen Königin Eleonore, angestrebtes Bündnis gegen ihren Schwager Karl von Anjou zu schließen, was jedoch scheiterte. Erneute Tätigkeit als Seneschall der Gascogne[Bearbeiten Gemäß dem Vertrag von Amiens war das Agenais wieder an den englischen König gefallen. Gegen diesen Wechsel von der französischen zur englischen Herrschaft und vor allem gegen die Gerichtshoheit des englischen Königs leisteten die lokalen Widerstand, weshalb sie sich an das Parlement in Paris wandten. Weiterer Streit entstand um die Grafschaft Bigorre, die Eduard nach dem Tod von Graf Esquivaut 1283 als heimgefallenes Lehen einziehen wollte. Esquivauts Schwester beanspruchte das Bigorre für sich und wandte sich an das Parlement. Um den Standpunkt des englischen Königs in diesem Prozess vertreten zu können, wurde Grailly 1283 vom englischen König Eduard I. zum Lieutenant ernannt, während John de Vaux das Amt des Seneschalls übernahm.[3] In der Gascogne wurde Grailly in weitere Streitigkeiten verwickelt, unter anderem in einen Streit von Bischof Dominique de Manx von Bayonne gegen die Bürger der Stadt. Vor allem gegen die Rechtsprechung von Grailly gab es in der Gascogne zunehmenden Widerstand, weshalb der englische König 1285 den Juristen Bonet de St Quentin in die Gascogne schickte, um Graillys Rechtsprechung zu untersuchen. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist nicht bekannt, doch nach März 1286 wurde Grailly als Lieutenant abgelöst, als Eduard I. selbst in die Gascogne kam.[4] Grailly fiel jedoch zunächst nicht in Ungnade, sondern wurde als englischer Gesandte nach Aragón geschickt. Nach seiner Rückkehr 1287 musste er sich jedoch wegen Missbrauch der königlichen Gerichtsbarkeit vor einem Gericht verantworten, dem Bischof William Middleton von Norwich vorsaß und dem weiter der Kanzler Robert Burnell, Otton de Grandson, John de Vescy und der Earl of Lincoln angehörten. Grailly wurde für schuldig befunden, wurde jedoch offenbar nicht allzu schwer bestraft. Seine Karriere in der Gascogne war jedoch beendet. Erneuter Kreuzzug und späteres Leben[Bearbeiten Grailly überließ seinen Besitz dort seinem Sohn Pierre und begleitete Otton de Grandson, einen ebenfalls aus Savoyen stammenden Vertrauten des englischen Königs, als dieser erneut ins Heilige Land reiste. Dort scheiterte der Versuch, das von den Mameluken belagerte Tripolis zu entsetzen. Anschließend reiste Grailly nach Rom, um von Papst Nikolaus IV. Unterstützung für die Christen im Heiligen Land zu erhalten. Ein Aufruf des Papstes an die Herrscher Europas fand aber nur wenig Resonanz, lediglich einige lombardische und toskanische Söldner konnten gewonnen werden. Diese verursachten bei ihrer Ankunft in Akkon jedoch ein Massaker an der muslimischen Bevölkerung, was als Vorwand für die Mameluken diente, 1291 Akkon zu belagern. Grailly gehörte zusammen mit Otton de Grandson und einem kleinen englischen Kontingent zu den Verteidigern der Stadt. Schwer verwundet konnte sich Grailly zusammen mit Grandson kurz vor der Eroberung der Stadt auf ein venezianisches Schiff flüchten, das sie nach Zypern brachte.[5] Grailly kehrte nach England zurück. Während des Schottischen Unabhängigkeitskriegs nahm er 1296 am Feldzug von Eduard I. nach Schottland teil.[6] Danach kehrte Grailly ins eine Heimat Grilly zurück. Seine Nachkommen spielten während des hundertjährigen Krieges noch eine Rolle und stiegen zum hohen Adel Frankreichs auf. Mehr unter dem Link oben.. | von Grailly, Johann I. (Jean) (I13183)
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| 48928 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_I._d’Harcourt (Sep 2023) Jean nahm im Gefolge König Ludwigs IX. sowohl am Sechsten Kreuzzug nach Ägypten (1248–1250) als auch, mit seinem gleichnamigen Sohn, am Siebten Kreuzzug nach Tunesien (1270) teil. Er gründete 1257 in der Nähe der Burg Harcourt die Augustinerpriorei Notre-Dame du Parc, in der er auch bestattet wurde. | von Harcourt, Herr Jean I. (I42401)
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| 48929 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_II._de_Rieux (Sep 2023) Am 12. April 1365[1] gehörte er zu den Unterzeichnern des Ersten Vertrags von Guérande.[2] 1367 kämpfte er in der Schlacht von Nájera unter dem Kommando von Edward of Woodstock gegen die Franzosen unter Bertrand du Guesclin. Obwohl die Engländer die Schlacht gewannen, mussten sie die Soldzahlungen einstellen, woraufhin Jean de Rieux die Seiten wechselte und in französische Dienste unter du Guesclin trat. 1373 befand er sich am Hof von Louis II., Herzog von Bourbon. Als Herzog Johann V. 1379 aus seinem Exil in England zurückkehrte, stellte sich Jean de Rieux an seine Seite, und gehörte dann 1381 zu den Vertretern des Herzogs, die den Zweiten Vertrag von Guérande unterzeichneten, durch den dieser wieder in seine Rechte eingesetzt wurde, aber auch akzeptierte, dem französischen König Karl VI. huldigen und damit die Allianz mit den Engländern aufgeben zu müssen. Zudem wurde ein Betrag vereinbart, den Johann V. aufzubringen hatte, der aber nie gezahlt wurde. Darüber hinaus sollte sich die Bretagne zukünftig in den Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich neutral verhalten. Am 27. November 1382 kämpfte Jean de Rieux als Kommandeur der französischen Truppen, die den Grafen von Flandern unterstützten, in der Schlacht bei Roosebeke. 1384 war er einer der Gesandten des Herzogs Johann V. von Bretagne wegen dessen Differenzen mit dem Grafen Peter II. von Alençon. Am 8. September 1386 wurde er vom König zum Kapitän von 500 Lanzen ernannt, die der bretonische Herzog für eine Reise Karls VI. nach England zur Verfügung stellen wollte. 1387 verhalf er mit anderen Adligen den Connétable Olivier V. de Clisson, den der Herzog im Château de l’Hermine in Vannes festgesetzt hatte, zur Freiheit. Als Clisson 1392 Ziel eines Mordanschlags Pierre de Craons wurde, Herzog Johann V. die Auslieferung Craons verweigerte, und König Karl VI. Vorbereitungen traf, um an der Spitze einer Armee in die Bretagne einzumarschieren, aber in Le Mans von einem ersten Anfall seines späteren Wahnsinns festgehalten wurde, sprach Jean de Rieux mit Clisson beim König vor (29. Juli 1392). Im gleichen Jahr begleitete er den Herzog, als dieser den König in Tours aufsuchte, und war dann eine der Geiseln, die zum Friedensschluss zwischen König, Herzog und Connétable gestellt wurden. Der Frieden hielt nicht lange, erneut brach Krieg zwischen Clisson und dem Herzog aus, bei dem sich Rieux auf die Seite des Connétable stellte und in den Dienst des Königs trat. Am 19. Dezember 1397 ernannte König Karl VI. ihn zum Marschall von Frankreich, als Louis de Sancerre neuer Connétable anstelle des abgesetzten Clisson wurde. In diesem Amt nahm er dann am 7. Januar 1403 an der Huldigung des neuen Herzogs Johann VI. von Bretagne gegenüber dem König teil. 1404 besiegte er die Engländer, die in die Basse Bretagne eingefallen waren, und wurde im folgenden Jahr auf einer Vergeltungsexpedition nach Wales geschickt, um die Rebellion von Owain Glyndŵr zu unterstützen. Er verließ Brest im Juli mit mehr als 3000 Rittern und Soldaten. Unglücklicherweise hatte sich die Armee nicht ausreichend mit Trinkwasser versorgt, so dass viele Pferde auf der Überfahrt verdursteten. Immerhin brachte er modernes Belagerungsgerät nach Wales. Zusammen mit Owain Glyndŵrs Streitkräften marschierten die Franzosen landeinwärts und eroberten die Stadt Haverfordwest, konnten die Burg jedoch nicht einnehmen. Er marschierte dann nach England, um den König von Schottland zu unterstützen, war aber auch hier nicht erfolgreich. Als er zurück in der Bretagne war, vermittelte er die gütliche Einigung zwischen Marguerite de Clisson, Gräfin von Penthievre und Witwe Oliviers, und ihrem Sohn Olivier de Châtillon, mit Herzog Johann VI. Einige Erkrankungen, die ihn kurz darauf anfielen, waren der Grund, warum er 1411 aus seinem Amt entlassen wurde. Er konnte aber am 24. Oktober 1413 reaktiviert werden, wurde dann aber aufgrund seines Alters und seiner Verwundungen, die es ihm nicht mehr ermöglichten, seine Pflichten zu erfüllen, auf eigenen Wunsch am 12. August 1417 endgültig entlassen. Sein Nachfolger als Marschall wurde sein Sohn Pierre de Rieux, der dann Maréchal de Rochefort genannt wurde. | de Rieux, Herr Jean II. (I42367)
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| 48930 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_II._d’Harcourt (Sep 2023) Jean II. d’Harcourt war einer der großen Barone in der Entourage der französischen Könige Philipp III. und Philipp IV. 1270 nahm er am Siebten Kreuzzug nach Tunis teil. Später findet man ihn im Gefolge Karls von Anjou auf Sizilien. 1283 wurde er zum Marschall von Frankreich ernannt. 1285 begleitete er König Philipp III. auf dessen Aragonesischen Kreuzzug. 1295 trat er als Marschall von Frankreich zurück, als König Philipp IV. den Krieg nach England tragen wollte, und übernahm stattdessen den Titel eines Admirals von Frankreich. In dieser Funktion führte er die französische Flotte nach Dover, das er einnehmen konnte und niederbrennen ließ. 1302 begleitete er Karl von Valois nach Sizilien, wo er die Gendarmerie kommandierte. Bei der Rückkehr von diesem Feldzug starb er am 21. Dezember 1302. Er wurde im Park des Château d’Harcourt bestattet. Jean II. d’Harcourt trug eine heftige Fehde mit dem Kämmerer Robert de Tancarville aus, der am Hof für große Aufregung und Zwietracht gesorgt hatte. Dieser Streit war ein Stellvertreterkrieg, da hinter den beiden auf der einen Seite Harcourts alter Kampfgefährte Karl von Valois, als Bruder des Königs, und auf der anderen Seite Enguerrand de Marigny, als enger Berater des Königs, standen. Der Unfriede zwischen Valois und Marigny (der 1304 erster Minister wurde) endete erst 1315, 13 Jahre nach Harcourts Tod, mit der Hinrichtung Marignys. | von Harcourt, Herr Jean II. (I42398)
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| 48931 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_VII._d’Harcourt (Okt 2017) Jean VII. d’Harcourt († 18. Dezember 1452 in Châtellerault) war Graf von Harcourt, Aumale, Vizegraf von Châtellerault, Seigneur de Mézières, d'Elbeuf, de Lillebonne, de La Saussaye etc. Er war der Sohn von Jean VI. d’Harcourt, Graf von Harcourt, und Catherine de Bourbon, der Schwägerin des Königs Karl V.. Als Militär nahm er an der Belagerung von Taillebourg teil, wo er von seinem Onkel Louis II. de Bourbon zum Ritter geschlagen wurde, an der Belagerung von Tunis und der Belagerung von Harfleur. In der Schlacht von Azincourt 1415 fiel er in englische Gefangenschaft. 1418 wurde sein Schloss Harcourt von den Engländern eingenommen. Seine Grafentitel wurden dem Earl of Warwick bzw. dem Duke of Clarence gegeben. König Karl VI. ernannte ihn als Unterstützung zum Generalkapitän der Normandie und schenkte ihm 1000 Livres. Jean VII. d’Harcourt starb am 18. Dezember 1452 und wurde im Konvent der Cordeliers in Châtellerault beigesetzt. Mit ihm erlosch die ältere Linie des Hauses Harcourt | von Harcourt, Graf Jean VII. (I8795)
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| 48932 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_VIII._de_Bourbon,_comte_de_Vendôme (Jun 2022) Über seinen Vater entstammte Jean dem jüngeren Zweig des Hauses Bourbon, das von königlich-kapetingischer Herkunft war, abstammend von König Ludwig IX. dem Heiligen. Während des Hundertjährigen Krieges gegen England nahm Jean im Gefolge des Bastards von Orléans an den Eroberungen von Rouen (1449) und Bordeaux (1453) teil. Bereits 1451 wurde er nach der Einnahme von Fronsac zu einem Ritter geschlagen. 1458 gehörte er dem königlichen Gerichtshof an, der den Herzog Johann II. von Alençon wegen Majestätsbeleidigung zum Tode verurteilte. Jean repräsentierte die Grafschaft Champagne 1461 bei der Krönung König Ludwigs XI., dem er während des Aufstandes der Ligue du Bien public 1465 treu blieb. Dabei kämpfte er für die Königlichen am 16. Juli desselben Jahres in der Schlacht bei Montlhéry. In den folgenden Jahren war Jean Mitglied des königlichen Gerichtes, das seinen Cousin Jacques d’Armagnac, Herzog von Nemours, zum Tode verurteilte. 1469 gehörte er den französischen Großen an, die in Amboise erfolglos auf eine Wiederaufnahme des Krieges gegen England plädierten. Im selben Jahr wurde Jean in den Michaelsorden aufgenommen, war dabei allerdings kein Gründungsmitglied dieses Ordens. Jean starb 1478 in Lavardin, nach einem Manuskript der Stiftskirche von Vendôme infolge einer Vergiftung. Er förderte während seines Lebens den Ausbau religiöser Einrichtungen in Vendôme wie zum Beispiel der Kapelle von Saint-Jacques oder die bereits genannte Stiftskirche, in der er auch bestattet wurde. Neu erbauen ließ er die Kirche der Marie Madeleine um 1474. | von Bourbon-La Marche (Vendôme), Graf Jean VIII. (Johann) (I13262)
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| 48933 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jimeno_(Navarra) (Aug 2023) Jimeno Garcés († 29. Mai 931) war von 925 bis 931 König von Navarra aus dem Haus Jiménez. Er war der jüngere Sohn eines García (II.) Jiménez und dessen zweiter Frau Dadildis von Pallars.[1] Der Vater war vermutlich ein Angehöriger des baskischen Hauses des Íñigo Arista und war vielleicht mit einem gleichnamigen König aus der Mitte des 9. Jahrhunderts identisch. Nach dem Tod seines älteren Bruders Sancho I. Garcés 925 übernahm Jimeno die Regentschaft an Stelle seines unmündigen Neffen García I.[2] Einer Urkunde der Abtei San Martín de Albelda vom 11. Januar 931 ist zu entnehmen, das Jimeno den Königstitel führte.[3] Bereits am 29. Mai 931 starb er.[2] Danach übernahm zunächst sein Halbbruder Íñigo Garcés die Regentschaft, bis er 933 von seiner Schwägerin Toda Aznárez verdrängt wurde. | von Navarra, König Jimeno Jiménez (I13171)
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| 48934 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Joan_de_Munchensi (Sep 2017) Joan de Munchensi, Countess of Pembroke (* vor 1234; † 1307) war eine englische Adlige, die eine der Erbinnen der Familie Marshal wurde. Joan de Munchensi war das einzige überlebende Kind aus der Ehe von Warin de Munchensi, dem Lord von Swanscombe in Kent, und von Joan Marshal, einer Tochter von William Marshal, 1. Earl of Pembroke und von Isabel de Clare, 4. Countess of Pembroke. Nach dem Tod ihrer Mutter, die vor 1234 starb, wurde sie von ihrer Stiefmutter Dionisie de Munchensi erzogen. Nachdem die Brüder ihrer Mutter bis 1245 alle kinderlos gestorben waren, wurde Joan zu einer Miterbin der umfangreichen Besitzungen ihres Großvaters William Marshal. König Heinrich III. verheiratete sie nach 1247 mit seinem Halbbruder William de Valence, der somit zum Erben von Pembroke Castle und weiteren Besitzungen in den Welsh Marches und Irland, darunter Wexford, wurde und schließlich zum Earl of Pembroke erhoben wurde. | de Munchensi, Joan (I9928)
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| 48935 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jobst_II._(Hoya) Jobst II. von Hoya (* 1493; † 25. April 1545) war von 1511 bis 1545 regierender Graf von Hoya. Nach dem frühen Tod seines Vaters, Jobst I. von Hoya, übernahmen seine Mutter, Ermengard zur Lippe sowie die Grafen von Spiegelberg und die Edelherren von Diepholz von 1507 bis 1511 die Vormundschaft für Jobst. Sein Bruder Johann trat in schwedische Dienste und wurde Statthalter von Wyborg, sein Bruder Erich IV. wurde mit der Teilgrafschaft Stolzenau abgefunden, seine Schwestern Anna und Elisabeth wurden Stiftsdamen in Vreden und Essen. Jobst heiratete Anna von Gleichen. Seine kinderlosen Söhne Albrecht, Erich und Otto regierten nacheinander die Grafschaft, bis mit Otto 1582 die Dynastie ausstarb. | von Hoya, Graf Jobst II. (I36962)
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| 48936 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_(Hachberg-Sausenberg) Johanna von Hachberg-Sausenberg (auch Johanna von Hochberg; französisch Jeanne de Hochberg oder Jehanne de Hochberg) (* zwischen 1485 und 1487; † 23. September 1543 in Époisses) war von 1503 bis 1512 und von 1529 bis 1543 regierende Gräfin von Neuchâtel. Familie Johanna war die Tochter des Markgrafen Philipp von Hachberg-Sausenberg und der Maria von Savoyen.[1] Amadeus IX. von Savoyen war ihr Großvater und Olivier de Hochberg (ein illegitimer Sohn des Markgrafen Rudolf IV. von Hachberg-Sausenberg) war ihr Onkel. 1504 heiratete sie Louis I. von Orléans-Longueville († 1516) aus einer Nebenlinie des französischen Königshauses. Der Röttler Erbstreit Aufgrund eines 1490 zwischen den Markgrafen Philipp von Hachberg-Sausenberg und Christoph I. von Baden abgeschlossenen Vertrages über eine Erbvereinigung die beiderseitigen Besitzungen im Breisgau betreffend, besetzte Christoph die Herrschaften Rötteln und Badenweiler, sowie die Landgrafschaft Sausenberg unmittelbar nach Bekanntwerden des Todes von Philipp. Johanna und ihre Mutter riefen die eidgenössischen Stände Bern, Fribourg, Solothurn und Luzern an, mit denen sie im Burgrecht standen. Sie erhoben Anspruch auf das Erbe Philipps im Breisgau, da er gemäß den Bestimmungen in seinem Heiratsvertrag den Vertrag über die Erbvereinigung gar nicht hätte eingehen dürfen. Nachdem die Eidgenossen sich zunächst vehement für die Gräfinnen eingesetzt und dem Markgrafen teilweise mit Krieg gedroht hatten, entspannte sich die Situation Ende 1503. Maria und Johanna schickten auf einen angesetzten Verhandlungstag keine Vertreter mehr, verzichteten aber auch nicht auf ihren Anspruch. Da Christoph Tatsachen geschaffen hatte und das einflussreiche Bern keinen Krieg wollte, blieb es beim Status quo. Bern wollte vermitteln und griff den 1490 von Philipp verfolgten Plan einer Heiratsverbindung zwischen Johanna und dem Haus Baden wieder auf. Ursprünglich war an eine Heirat mit Christophs Sohn, Philipp gedacht. Nachdem dieser Plan vom französischen König hintertrieben worden war, hatte Philipp jedoch im Januar 1503 Elisabeth von der Pfalz geheiratet. Nun brachte Bern einen der jüngeren Söhne Christophs, Ernst ins Spiel[3], was aber von Johanna und ihrer Mutter abgelehnt wurde. Der 1503 begonnene Rechtsstreit vor dem Reichskammergericht wurde erst am 28. August 1581 auf Vermittlung von Bern beigelegt. Die vormundschaftliche Regierung der Markgrafschaft Baden-Durlach, vertreten durch die Mutter des Markgrafen Ernst Friedrich von Baden-Durlach, Anna von Pfalz-Veldenz, erklärte sich bereit, eine Abstandszahlung von 225 000 Gulden an das Haus Orléans-Longueville zu leisten. Für das Haus Orléans-Longueville verzichtete Marie de Bourbon, die Witwe von Herzog Leonor und Mutter von Henri und François von Orléans-Longueville, auf alle Ansprüche auf die Herrschaften im Breisgau.[4] Das Haus Orléans-Rothelin führte allerdings weiterhin den Titel marquis de Rothelin. Die Ansprüche des Hauses Châlon auf die Grafschaft Neuenburg Die Ländereien der Grafschaft Neuenburg waren seit 1288 ein Reichslehen an die Grafen von Châlon, das diese als Afterlehen den Grafen von Neuenburg gegeben hatten. Als 1395 die Grafen von Neuenburg mit Gräfin Isabelle ausstarben, erbte deren Neffe, Graf Konrad III. von Freiburg, die Grafschaft, was durch die Lehensherren akzeptiert wurde, obwohl kein Rechtsanspruch auf das Erbe bestand. Konrad stützte sich auf das Testament der Isabella. Nebenlinien des Hauses Neuenburg hatten aufgrund einer früheren Realteilung keine Ansprüche. Hingegen hatten die Grafen von Châlon als Lehensherren aufgrund des Reichslehensrechts das Recht, die Grafschaft Neuenburg als erledigtes Lehen einzuziehen und neu zu vergeben. Graf Johann IV. von Châlon erkannte das Testament der Gräfin Isabelle nicht an, belehnte aber 1397 doch Konrad von Freiburg in einem Gnadenakt, ohne dessen Ansprüche anzuerkennen. 1424 folgte Johann von Freiburg seinem Vater unbestritten als Graf von Neuenburg. Nachdem Johann 1457 ohne Nachkommen verstorben war, ging entsprechend seiner Verfügung die Grafschaft an Rudolf IV. von Hachberg-Sausenberg über. Der Graf von Châlon, Louis II. de Chalon genannt le Bon, betrachtete das Lehen als erledigt, aber Rudolf schaffte vollendete Tatsachen und nahm die Grafschaft einfach in Besitz. Er wurde dabei von den Eidgenossen – insbesondere Bern – unterstützt, da man in den Fürsten von Châlons einen unbequemen Nachbarn sah. Bern erkannte am 7. April 1458 den Markgrafen als rechtmäßigen Herrn von Neuenburg an und erneuerte das Burgrecht mit ihm, worauf die Neuenburger Rudolf huldigten. Der Graf von Châlon versuchte sein Recht mit Hilfe von Papst und Kaiser zu erhalten, wurde aber überall bis zu seinem Tod im Jahre 1463 nur hingehalten, so dass sich Rudolf als Herrscher von Neuenburg etablieren konnte.[5] Nachdem das Haus Hachberg-Sausenberg mit Markgraf Philipp 1503 ausgestorben war und sich die Erbtochter Jeanne 1504 mit Louis I. d’Orléans-Longueville verheiratet hatte, machte Claude I. von Neuchâtel-Vaumarcus 1507 in Bern einen Vorstoß um Anerkennung als Herr von Neuchâtel als Lehen des Hauses Chalon. Dies scheiterte jedoch am Widerstand von Bern.[6] Die Besetzung der Grafschaft Neuenburg durch die Eidgenossen (1511–1529) 1509 lief das zu Beginn des Schwabenkrieges geschlossene Bündnis zwischen Frankreich und der Alten Eidgenossenschaft aus und beide Seiten zeigten wenig Interesse an einer Erneuerung. Der französische König Ludwig XII. hatte sich Kaiser Maximilian I. angenähert (Liga von Cambrai). Die Eidgenossen beteiligten sich 1511 an der Heiligen Liga gegen die Expansionspolitik Ludwigs XII. in Norditalien. Im November 1511 zogen die Eidgenossen über den Gotthard bis vor Mailand. Bereits während dieses Winterfeldzugs besetzten Truppen von Bern und Solothurn die Grafschaft Neuenburg[7], um ihre Grenze im Nordwesten gegen Frankreich zu sichern. Da der Ehemann von Jeanne de Hochberg, Ludwig I. von Orléans-Longueville, bei der französischen Armee diente und Neuenburger Söldner dem französischen Heer zuführte, wurde die von ihm mitregierte Grafschaft zum Sicherheitsrisiko erklärt. Aufgrund des Protestes der anderen Kantone verständigten sich Bern und Solothurn zunächst mit Luzern und Fribourg im Juli 1512 auf eine gemeinsame Besetzung, da diese vier Kantone durch Burgrecht mit Neuenburg verbunden waren.[8] Der Berner Ludwig von Diesbach wurde als erster Landvogt von Neuenburg eingesetzt. Die anderen Kantone hatten Bern und Solothurn unterstellt, dass sie unter dem Vorwand des Krieges gegen Frankreich eine eigennützige Expansionspolitik betrieben. Durch den Einbezug von Luzern und Fribourg änderte sich an der Haltung der anderen Kantone wenig und man drängte auf eine gemeinsame Verwaltung von Neuenburg durch die Eidgenossenschaft. Im Frühjahr 1513 wurden auch die übrigen Kantone an der Verwaltung von Neuenburg beteiligt. Jeanne de Hochburg bemühte sich beständig bei den Eidgenossen, eine Rückgabe der Grafschaft zu erreichen. Nach dem Tod ihres Gatten im Jahre 1516 war ja der Anlass zur Besetzung entfallen. Am 12. Mai 1529[9] beschloss die Eidgenossenschaft gegen die Stimme von Uri, die Grafschaft Neuenburg an Jeanne de Hochberg zurückzugeben, und am 10. August fand die Übergabezeremonie statt.[10] Bern behielt allerdings eine Schiedsrichterrolle für den Fall von Konflikten zwischen Bürgerschaft und Fürsten.[11] Die Gräfin kehrte nicht nach Neuchâtel zurück und ließ die Grafschaft durch einen Statthalter, Georges de Rive[12], verwalten, der dieses Amt bis 1552 wahrnahm. Reformation Während der eidgenössischen Verwaltung der Grafschaft behinderten die katholischen Kantone die Ausbreitung der Reformation. Nach der Rückgabe Neuenburgs an Jeanne de Hochberg im Jahre 1529 gewannen die Reformatoren unter dem Schutz von Bern[13] zunehmend Einfluss, wobei sie von Guillaume Farel angeführt wurden.[14] 1530 bekannten sich die meisten Gemeinden der Grafschaft Neuenburg und der Herrschaft Valangin zur Reformation und die Église réformée évangélique du canton de Neuchâtel entstand. Die Macht der Gräfin – die weiter katholisch blieb – nahm weiter ab, was sich durch eine neue Verfassung für die Stadt Neuchâtel 1537 weiter akzentuierte. Aufgrund finanzieller Probleme versuchte Jeanne de Hochberg nach der Reformation, die Grafschaft an Bern zu verkaufen. Schließlich verpachtete sie 1536–1544 einen großen Teil der Einkünfte aus der Grafschaft an die Stadt Neuchâtel.[15] Nachfolge Als Jeanne 1543 starb, waren ihre beiden ältesten Söhne, Claude und Louis († 1536), bereits tot. Nach den Regeln der Primogenitur stand die Nachfolge ihrem Enkel François, dem Sohn von Louis zu.[16] Der Enkel war allerdings beim Tod von Jeanne erst 8 Jahre alt und starb selbst bereits 1551 im Alter von 16 Jahren. Der dritte Sohn von Jeanne, François († 1548), übernahm zunächst für sechs Monate mit seinem gleichnamigen Neffen (dem Sohn seines Bruders Louis) gemeinschaftlich die Regierung.[17] Danach übernahm der Großvater des kleinen François, der Herzog von Guise, die vormundschaftliche Regierung alleine. Die Mutter, Marie de Guise, hatte 1538 den schottischen König, Jakob V. geheiratet und lebte in Schottland, wo sie sich nach dem Tod des Königs (1542) um ihre Tochter, Maria Stuart (also eine Halbschwester von François) kümmern musste. Gedenken In Neuchâtel gibt es eine rue Jehanne de Hochberg. Mehr unter dem Link oben.. | von Hachberg-Sausenberg, Gräfin Johanna (I13006)
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| 48937 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_(Toulouse) (Aug 2023) Johanna von Toulouse (* 1220; † 20. August 1271 in Corneto bei Siena) war als einzige Tochter des Grafen Raimund VII. von Toulouse und dessen Frau Sancha von Aragón die letzte Gräfin von Toulouse und Markgräfin der Provence. Entsprechend den Klauseln des Vertrages von Paris aus dem Jahre 1229 wurde Johanna mit dem französischen Prinzen Alfons von Poitiers, dem Bruder König Ludwigs IX., verlobt. Von da ab lebte sie am königlichen Hof in Paris, wo sie auch ihre Erziehung erhielt. Im Jahr 1241 erfolgte die Hochzeit mit Alfons, nach dem Tod ihres Vaters 1249 konnten beide dessen Erbe antreten. Das Paar blieb kinderlos. Beide starben auf dem Rückweg vom siebten Kreuzzug in Italien an zwei aufeinander folgenden Tagen. Johanna wurde in der von ihr gegründeten Abtei Gercy (Jarcy) (heute Varennes-Jarcy) beerdigt, ihr Mann allerdings in der Basilika Saint-Denis. Der Besitz der beiden wurde als erledigtes Lehen von der Krone eingezogen und in die königliche Domäne integriert. Nur das Comtat Venaissin ging an den Papst, unter dessen Herrschaft es bis 1791 blieb. | von Toulouse (Raimundiner), Gräfin Johanna (I41841)
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| 48938 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_III._(Burgund) Johanna III. von Burgund (* 1./2. Mai 1308; † 10./15. August 1347) war (als Johanna von Frankreich) die älteste Tochter des französischen Königs Philipp V. und der Pfalzgräfin Johanna II. von Burgund. Sie wurde am 18. Juni 1318 mit Odo IV. (* 1295; † 1350), seit 1315 Herzog von Burgund, verheiratet und erbte mit dem Tod ihrer Mutter 1330 die Freigrafschaft Burgund, die Grafschaft Artois und die Herrschaft Salins und war damit eine der Pairs von Frankreich. Weblinks • Adelsdatenbank der Uni-Erlangen | von Frankreich (von Burgund), Gräfin Johanna III. (I9237)
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| 48939 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_III._(Navarra) Jeanne III. von Navarra, besser bekannt als Jeanne d'Albret (* 7. Januar 1528 in Pau, Aquitanien, Frankreich; † 9. Juni 1572 in Paris), war von 1555 bis 1572 Gräfin von Rodez und Königin von Navarra. Leben Sie war Tochter Heinrichs II. (1503–1555), genannt Henri d'Albret, König von Navarra (1517–1555) und von Margarete von Navarra, der Schwester des französischen Königs Franz I. Sie heiratete 1541 Wilhelm V., Herzog von Jülich-Kleve-Berg. Die Ehe wurde nicht vollzogen und fünf Jahre später annulliert. Auf Betreiben ihrer Mutter und ihres Onkels heiratete sie dann im Jahr 1548 Anton von Bourbon (1518–1562), Sohn von Charles de Bourbon (1489–1537), Herzog von Vendôme, und seiner Frau Françoise d'Alençon. Als Königin von Navarra betrieb sie die Ausrottung der katholischen Lehre, wodurch sie Spannungen mit dem französischen Hof erzeugte. Ihr Sohn Heinrich sollte als erster Prinz von Geblüt an den Hof in Paris geholt werden, doch sie widersetzte sich und so erlebte ihr Sohn seine frühe Kindheit in Navarra. Allerdings konnte sie sich dem Ruf bald nicht mehr widersetzen und er verbrachte die nächste Zeit auf Wunsch der Königinmutter Katharina von Medici in Frankreich. In der Folgezeit unterstützte sie die Hugenotten zumindest moralisch und starb wenige Tage vor der Bluthochzeit ihres Sohnes in Paris. Ihr Privatarzt war der Franzose Jean Bauhin, beraten wurde sie von Théodore de Bèze. Literatur • Michael Tilly: Jeanne d'Albret. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 1593–1595. • Ernst Wurm: Die Adlerin. Roman der Johanna von Navarra Speidelsche, Wien 1936, Neuausgabe 1956 (belletristische Darstellung). Weblinks Commons: Jeanne d'Albret – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien | von Navarra (von Albret), Königin Johanna III. (Jeanne) (I9541)
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| 48940 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_von_Dreux Johanna von Dreux genannt die Lahme (la Boiteuse) (* 1319; † 10. September 1384) war Gräfin von Penthièvre und Titular-Herzogin der Bretagne während des Bretonischen Erbfolgekriegs. Sie war einziges Kind des Guido von Dreux, Graf von Penthièvre, und nach dem Tod ihres Vaters 1331 als Nichte des kinderlosen Herzogs Johann III. von Bretagne, dessen potenzielle Erbin. 1337 wurde sie in Paris mit Karl von Blois verheiratet und erhob 1341, nach dem Tod Johanns III., gemeinsam mit ihrem Gatten Anspruch auf die Bretagne. Hierbei wurde sie unterstützt von der französischen Krone, fand jedoch einen Widersacher in Johann IV., einem Halbbruder von Johann III. aus der zweiten Ehe Herzog Arthurs II. mit Jolanthe von Montfort, dessen Ansprüche von der englischen Krone gestützt wurden. Das Resultat dieses Konfliktes war der Bretonische Erbfolgekrieg, der erst 1364 mit der Niederlage und dem Tod Karls von Blois in der Schlacht von Auray endete. | von der Bretagne (Dreux), Gräfin von Penthièvre Johanna (I8929)
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| 48941 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_von_England_(1165–1199) (Aug 2023) Johanna von England, auch Johanna Plantagenet (engl.: Joan of England, franz.: Jeanne d'Angleterre; * Oktober 1165 in Angers; † 4. September 1199 in Fontevraud-l’Abbaye), war eine englische Prinzessin aus dem Haus Plantagenet und durch ihre Ehen Königin von Sizilien und Gräfin von Toulouse. Sie war eine Tochter des englischen Königs Heinrich II. Plantagenet und der Herzogin Eleonore von Aquitanien. Zu ihren Voll- und Halbgeschwistern gehörten unter anderem die englischen Könige Richard I. Löwenherz und Johann Ohneland sowie die französische Prinzessin Maria von Champagne. Königin von Sizilien Johanna wurde in der Burg von Angers im Anjou geboren, dem Stammland ihrer Familie, und verbrachte ihre Kinderjahre an den Höfen ihrer Mutter in Winchester und Poitiers. Im Jahr 1176 richtete der sizilianische König Wilhelm II. über eine Gesandtschaft eine Bitte an ihren Vater für eine Ehe mit einer seiner Töchter. Die Verlobung wurde am 20. Mai des Jahres verkündet und am 27. August verließ Johanna, eskortiert vom Bischof von Norwich und ihrem Onkel Hamelin de Warenne, ihre Heimat. Im südfranzösischen Saint-Gilles wurde sie von einer Abordnung ihres Verlobten in Empfang genommen und in das Königreich Sizilien geleitet. Am 13. Februar 1177 fand die Heirat und Krönung der elfjährigen Johanna in der Kathedrale von Monreale bei Palermo statt. Die Ehe blieb bis zum Tod ihres Mannes 1189 kinderlos, weshalb die Nachfolgefrage in Sizilien mehrere Probleme aufwarf. Den Thron bestieg mit der Unterstützung der normannischen Barone der Graf Tankred von Lecce, welcher ein illegitimer Enkel König Rogers II. war. Allerdings erhob auch der römisch-deutsche Kaiser Heinrich VI. im Namen seiner Ehefrau Konstanze von Sizilien, die eine Tochter König Rogers II. war, Anspruch auf den Thron. Dies führte Sizilien in eine langandauernde kriegerische Auseinandersetzung mit dem Kaiser. Von König Tankred wurde Johanna wie eine Gefangene behandelt und im Palast von Palermo eingesperrt. Dritter Kreuzzug Im September 1190 erreichten König Philipp II. von Frankreich und Richard Löwenherz auf ihrem Weg nach Palästina das Königreich Sizilien. Richard geriet wegen der Behandlung seiner Schwester sofort mit König Tankred in Konflikt und nötigte diesen, Johanna frei zulassen. Als Tankred aber die Auszahlung ihres Wittums verweigerte, erstürmte Richard mit seinen Kreuzrittern am 4. Oktober die Hafenstadt Messina, was Tankred zum Einlenken zwang. Während der Überwinterung des Kreuzfahrerheeres in Unteritalien gelangte Richard mit Tankred zu einem friedlichen Einvernehmen und sogar zu einem gemeinsamen Bündnis gegen den Kaiser. Johanna sah ihre Mutter wieder, als diese mit der von ihr nach Süditalien eskortierten Verlobten Richards, Berengaria von Navarra, am 30. März 1191 in Messina eintraf. Johanna entschied sich zur Teilnahme am Kreuzzug ihres Bruders und reiste zusammen mit Berengaria auf einem Schiff über das Mittelmeer. Dabei wurden sie allerdings in einem Sturm von der Hauptflotte abgedrängt und erreichten als erste im April 1191 die zypriotische Hafenstadt Limassol. Der byzantinische Herrscher Zyperns, der selbsternannte Kaiser Isaak Komnenos, beabsichtigte die zwei Frauen gefangen zu nehmen, aber Richard Löwenherz erreichte rechtzeitig die Insel und eroberte Limassol, wo Richard und Berengaria am 12. Mai 1191 heirateten. Kurz darauf konnte der englische König ganz Zypern erobern; Isaak Komnenos musste sich ergeben. Nach der Eroberung von Akkon zogen Johanna und ihre Schwägerin in diese Stadt um, wo sie sich im weiteren Verlauf des Kreuzzuges aufhielten. Einem später verfassten Bericht des Bar Hebræus zufolge habe Saladin im Oktober 1191 bei Richard zum Zweck eines gemeinsamen Friedens um eine Ehe zwischen Johanna und seinem Bruder al-Adil Abu Bakr (von den Christen „Saphadin“ genannt) ersucht, dem Paar sollte dabei die Herrschaft über Jerusalem zugesprochen werden. Dieses Vorhaben sei aber letztlich an der Weigerung al-Adils gescheitert, den geforderten Übertritt zum christlichen Glauben zu begehen. Um die Jahreswende 1191/92 reisten Johanna und Berengaria nach Frankreich zurück. Gräfin von Toulouse Von ihrem Bruder Richard wurde Johanna 1196 mit dem Grafen Raimund VI. von Toulouse verlobt, die Ehe wurde im Oktober des Jahres in Rouen geschlossen. Sie sollte vor allem dem Frieden zwischen Richard und dem Grafen dienen, der ihn zuvor noch bekämpft hatte. Als Mitgift wurden Johanna dabei die Provinzen Agenois und Quercy beigegeben; im Juli 1197 gebar sie ihr einziges überlebendes Kind, den zukünftigen Grafen Raimund VII. von Toulouse. Johannas Ehe verlief alles andere als harmonisch, am Hof von Toulouse begegnete man ihr mit Ablehnung aufgrund der generationenlangen Rivalität zwischen dem Adel des Toulousain und ihren aquitanisch-angevinischen Vorfahren. Als sie 1199 erneut schwanger war, wurde sie angesichts einer Revolte mehrerer Burgherren von ihrem Mann im Stich gelassen. Während sie eine Belagerung der Burg Les Cassès leitete, wurde sie von ihren Anhängern verraten und floh darauf nach Aquitanien, um bei ihrem Bruder um Hilfe zu ersuchen. Richard Löwenherz aber befand sich zu diesem Zeitpunkt selber im Kampf gegen rebellische Vasallen und wurde bei der Belagerung von Châlus verwundet. Zusammen zogen sie zu ihrer Mutter nach Chinon, wo Richard an den Folgen seiner Verwundung starb. Johanna bat darauf um Aufnahme in die Abtei Fontevrault, was eher ungewöhnlich für eine verheiratete und schwangere Frau war, ihr aber dennoch gestattet wurde. Dort starb sie wenig später als Nonne im Kindbett. Sie gebar ein Kind, das noch lang genug lebte, um getauft zu werden, es starb aber nur wenige Tage später und wurde in der Kathedrale von Rouen bestattet. Johanna selbst wurde, wie schon kurz zuvor ihr Bruder, in Fontevrault bestattet. | von England (Plantagenêt), Prinzessin Johanna (I41849)
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| 48942 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_von_Genf Johanna von Genf Sie war eine Tochter von Graf Gerold von Genf und von Gisela von Burgund. Um 1065 heiratete sie Graf Amadeus von Maurienne, der auch über das Chablais und den Bugey regierte. Erwähnt wird sie ungenau in der Chronik der savoyischen Königsabtei Hautecombe. Durch ihre Heirat gelangte wohl ein bedeutender Grundbesitz in der Grafschaft Genf in den Besitz der Grafen von Maurienne, so die Region Valromey und das Gebiet an der Rhone bei Culoz und Bellegarde. Als Graf Peter von Maurienne im Jahr 1078 starb, wurde Johannas Ehemann Amadeus als dessen Bruder das regierende Oberhaupt der Familie. Bis zu Amadeus’ Tod im Jahr 1080 war Johanna Gräfin von Maurienne. Die Nachkommen dieser mächtigen Familie aus den Westalpen nannten sich ab dem 12. Jahrhundert Grafen von Savoyen. | von Genf, Gräfin Johanna (I7033)
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| 48943 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_von_Kastilien_(Portugal) (Okt 2022) Johanna von Kastilien (genannt Juana la Beltraneja (spanisch) bzw. auf portugiesisch Joana a Beltraneja oder la hija de la reina (die Tochter der Königin))[1] (* 28. Februar 1462 in Madrid; † 12. April 1530 in Lissabon) war 1462 bis 1464 Fürstin von Asturien und 1475 bis 1481 Königin von Portugal. Herkunft Johanna wurde als Tochter König Heinrichs IV. und Johannas von Portugal, einer Tochter König Eduards I. geboren. Ihr Vater heiratete im Jahr 1440 im Alter von 15 Jahren Blanka von Navarra (* 1424; † 1464). Die Ehe wurde im 1453 durch ein Gericht des Erzbischofs von Segovia für nichtig erklärt. Als Grund wurde die Impotenz des Ehemanns (Heinrich IV.) angegeben.[2] Im Jahr 1455 heiratete Heinrich IV. Juana de Avis y Aragón die Schwester des portugiesischen Königs Alfons V. Sechs Jahre später wurde Johanna von Kastilien geboren. Die Königin (Juana de Avis y Aragón) pflegte offen einen freizügigen Lebensstil. Es werden ihr mindestens zwei außereheliche Kinder unterstellt.[3] Diese Tatsachen ließen es einigen Zeitgenossen unwahrscheinlich erscheinen, dass Heinrich IV. der Vater von Johanna sei. Es wurde angenommen, dass Beltrán de la Cueva der wirkliche Vater sei. Daher bekam die Infantin den Beinamen „la Beltraneja“. Thronfolge Die Cortes, die sich in Madrid versammelten, erkannten Johanna direkt nach ihrer Geburt als Thronfolgerin an. Am 30. November 1464 enterbte Heinrich IV. seine Tochter, ohne sie jedoch für unehelich zu erklären und benannte seinen Halbbruder Alfons als Thronerben.[4] Nach dem Tod von Alfons im Jahr 1468 sah sich seine Schwester Isabella als rechtmäßige Thronerbin. Im Pakt von Torros de Guisando vom 18. September 1468 bezeichnete der König Johanna weiterhin als seine Tochter. Der König stellte allerdings fest, dass seine Ehe mit Johanna von Portugal ungültig sei, weil kein Dispens wegen der nahen Verwandtschaft vorgelegen habe und daher eine Thronfolge von Johanna ausgeschlossen sei. Er ernannte Isabella offiziell zu seiner Erbin und verlieh ihr den Titel einer Fürstin von Asturien, den die Erben der Krone von Kastilien seit Johann I. offiziell führen. Erbfolgekrieg Heinrich IV. starb in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 1474 in Madrid. Am 13. Dezember 1474 ließ sich Isabella in Segovia als Königin von Kastilien ausrufen. Sie führte die Regierung in den Ländern der Krone von Kastilien gemeinsam mit ihrem Ehemann Ferdinand V. Die damals 12-jährige Johanna befand sich in der Obhut des Marquis von Villena. Die Haltung des kastilischen Hochadels und der Bevölkerung in Bezug auf die Unterstützung von Johanna oder Isabella war uneinheitlich. Ende Dezember 1474 forderte König Alfons V. von Portugal die kastilischen Adeligen auf, seine Nichte Johanna als Königin von Kastilien anzuerkennen. Um Kastilien in einen Zweifrontenkrieg zu verwickeln, trat Alfons mit dem französischen König Ludwig XXI. in Verhandlungen. Ludwig sollte Kastilien von Norden aus angreifen. Vom 10. bis 30. Mai 1475 überquerte eine portugiesische Armee aus etwa 15.000 Mann an verschiedenen Stellen die Grenze zwischen Portugal und Kastilien und schlug den Weg nach Salamanca und Zamora ein. Alfons besetzte Toro doch Ferdinand versperrte ihm den Weg nach Burgos. Am 29. Mai 1475 heiratete die damals 13-jährige Johanna in Plasencia ihren 43-jährigen Onkel Alfons V.[5] Ferdinand, und Isabella konnten eine TrTruppe aus 2.000 Mann (Reiter mit Harnisch und Lanzen), 6.000 Reitern und 20.000 Infanteristen aufstellen, mit der sie im Juli in Richtung Toro marschierten.[6] Von der Anzahl her war die kastilische Truppe der portugiesischen weit überlegen. Sie war allerdings undiszipliniert und hatte keine einheitliche Kommandostruktur.[7] Am 15. Juli wurde Ferdinand darüber unterrichtet, dass Zamora dem Feind die Tore geöffnet hatte. Er ließ daraufhin seinen Plan Toro einzunehmen fallen. Im März 1476 erfolgte der französische Angriff, mit dem man schon seit mehreren Monaten gerechnet hatte: 50.000 Mann überschritten die Grenze in Hendaye. Der Angriff konnte aber, auch mit Unterstützung der baskischen Marine, abgewehrt werden. In der Schlacht von Toro am 1. März 1476 zwang König Ferdinand den Gegner zum Rückzug und gab damit dem Krieg die entscheidende Wende. Die beiden Anführer der für Johanna eintretenden Partei in Kastilien, der Marques de Villena und Alfonso Carrillo der Erzbischof von Toledo, unterwarfen sich im September 1476 den Katholischen Königen. Damit endete 1476 die Bürgerkriegsphase des Erbfolgestreites.[8] Nach der Schlacht von Toro kam es kaum noch zu Kämpfen zwischen Portugal und Kastilien. Allerdings wwurden mehrere kastilische Grenzfestungen weiterhin von Portugal besetzt. Erst im Februar 1479 griff Alfons V. Kastilien erneut an. Ein unter dem Befehl von García de Meneses dem Bischof von Evora stehendes portugiesisches Heer überschritt in der Nähe von Badajoz die Grenze. Am 24. Februar 1479 wurden die Portugiesen von den kastilischen Truppen unter der Führung von Alfonso de Cárdenas, dem Großmeister des Santiagoordens, in Albuera geschlagen. Daraufhin war Alfons verhandlungsbereit. Vertrag von Alcáçovas Die Friedensverhandlungen zogen sich über Monate hin, da alle Probleme zwischen Portugal und Kastilien abschließend geklärt werden sollten. Am 4. September 1479 wurde der Vertrag von Alcáçovas unterschrieben und am 6. März 1480 von den Katholischen Königen in Toledo ratifiziert. Der Vertrag besteht aus vier Teilen. Im ersten Teil wird die Aufteilung der Interessengebiete in Afrika und im Atlantik geregelt. Der zweite Teil befasst sich mit der Zukunft Johannas. Der Vertrag bot Johanna zzwei Wahlmöglichkeiten. Die erste Möglichkeit war, Johann von Aragón und Kastilien den Erbprinzen von Kastilien zu heiraten, wenn dieser das vierzehnte Lebensjahr erreicht hatte. Bis dahin, d.h. die nächsten dreizehn Jahre, sollte sie in Portugagal unter Bewachung stehen. Der Vertrag enthielt auch eine Klausel, die vorsieht, dass Johann die Heirat ablehnen könnte. Die zweite Möglichkeit sah vor, dass Johanna in Portugal in ein Kloster eintritt. Johanna wählte die zweite Option. Sie trat am 5. November 1479 als Novizin in das Kloster der Klarissen in Coimbra ein. Trotz des Klostereintritts verlieh ihr König Alfons den Titel einer Infantin, den Titel einer Exzellenz (Excelente Senhora). Als sie am 15. November 1480 ihr Ordensgelübde ablegte, war Hernando de Talavera der Beichtvater der Königin Isabella anwesend, der in ihrem Auftrag darauf achtete, dass kein Formfehler unterlaufen sollte.[9] Bis zu ihrem Tod im Jahr 1530 betrachtete Johanna sich als Königin und unterschrieb so auch ihre Briefe. Siehe auch: Liste der Königinnen Portugals, Liste der Könige Portugals, Portugal unter dem Hause Avis, Geschichte Portugals, Zeittafel der Geschichte Portugals. | von Kastilien, Fürstin Johanna (I9533)
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| 48944 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_von_Rosental Johanna von Rosental († 12. November 1475) (tschechisch Johana z Rožmitálu) war böhmische Königin und Ehefrau des Königs Georg von Podiebrad. Sie stammte aus dem böhmischen Adelshaus Rosental. Leben Die zweite Frau des böhmischen Königs hatte zwei Brüder und eine Schwester. Obwohl ihre Familie dem katholischen Lager angehörte, sympathisierten ihr Vater und ihr Onkel mit den Hussiten. Nach dem Tod von Kunigunde von Sternberg, der ersten Frau Georgs, die im November 1449 bei der Geburt von Zwillingen gestorben war, heiratete der Witwer mit fünf Kindern 1450 Johanna. Kurz darauf wurde Georg zum Landesverweser ernannt und am 27. Februar 1458 zum König gewählt. Am 8. Mai 1458 erfolgte die Krönung Johannas zur Königin. In den nächsten achtzehn Jahren bestimmte sie mittelbar, aber auch unmittelbar das Schicksal des Königreichs Böhmen. Ihr Wunsch war dabei, im Land wieder Frieden zwischen den Religionen herzustellen. Schon ihre Hochzeit war in der damaligen Zeit wegweisend für eine offene Glaubensrichtung. Obwohl katholisch, heiratete sie nach dem Glauben der Reformatoren und setzte damit ein Zeichen für die Verträglichkeit des Glaubens und gegenseitigen Respekt. Als Königin nahm sie an den Sitzungen des Königsrats teil, reiste mit ihrem Mann zu politischen Konferenzen und führte selbst Verhandlungen mit verfeindeten Parteien. Daneben hatte sie auch Mutterpflichten für fünf Kinder aus der ersten Ehe Georgs und weitere zwei Kinder, die sie in den ersten Jahren nach der Hochzeit gebar. Zusätzlich nahm sie noch den jungen Matthias Corvinus und eine sächsische Prinzessin auf. Sie setzte sich auch für Schwache und Arme ein und verlangte Milde und Gerechtigkeit gegenüber Gefangenen und Aufständischen. Ihrem Mann schenkte sie 1466 zu Weihnachten ein Gebetbuch, erwähnenswert, weil es die erste historisch belegte Buchschenkung in Böhmen war. Das Geschenk erfolgte auch zu einer Zeit, als der Papst die Geduld mit dem böhmischen König verlor, ihn zum Ketzer ausrief und einen Kreuzzug gegen Böhmen organisierte. Später wurden auch die Königin und deren Kinder vom Papst unter Bann gestellt. Das band sie noch mehr an ihren Mann und sein Amt. Als Georg während der Kämpfe gegen seinen ehemaligen Schwiegersohn Corvinus Prag verlassen musste, übernahm Johanna seine Aufgaben. 1470 rief sie die königstreuen Junker zusammen und zog an deren Spitze gegen ihren einstigen Zögling, den ungarischen König, der kurz vor Prag stand. 1471, nach dem Tod Georgs berief sie die Landesversammlung ein, in der es ihr gelang, das Vermächtnis ihres Mannes durchzusetzen, der den polnischen Prinzen Vladislav zu seinem Nachfolger bestimmt hatte. Sie unterstützte den neuen König mit dem erworbenen politischen Wissen, Autorität und Macht. Sie galt als Mitregentin, die Versammlungen einberief, den böhmischen Adel zur Eintracht aufrief und die Wiedervereinigung des Landes forderte, das zum Teil durch den Ungarn Matthias besetzt war. 1473 zog sie sich auf ihren Sitz nach Mělník zurück, führte aber von hier weiterhin intensive Verhandlungen mit bayerischen und sächsischen Herzögen. Ihr Sohn Hynek von Podiebrad war Reichsfürst, Herzog von Münsterberg, Graf von Glatz, Diplomat und Schriftsteller. | von Böhmen (von Rosental), Königin Johanna (I26937)
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| 48945 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_(Brandenburg-Kulmbach) (Okt 2017) Johann von Brandenburg, genannt der Alchimist, (* 1406; † 16. November 1464 in Baiersdorf) war Markgraf des hohenzollerschen Markgraftums Brandenburg-Kulmbach. Leben Johann der Alchimist war der älteste Sohn des späteren Kurfürsten Friedrich I. von Brandenburg (1371–1440) aus dessen Ehe mit Elisabeth (1383–1442), Tochter des Herzogs Friedrich von Bayern-Landshut. Zum Zeitpunkt seiner Geburt war sein Vater noch Burggraf von Nürnberg. Johanns jüngere Brüder waren Friedrich II. und Albrecht Achilles, Kurfürsten von Brandenburg. Johann heiratete 1416 Barbara (1405–1465), Tochter des Herzogs Rudolf III. von Sachsen-Wittenberg. Die Ehe war von Kaiser Sigismund vermittelt worden, der versprochen hatte, Johann als Nachfolger der Askanier mit Kursachsen zu belehnen. Johann wurde aber 1422 mit einer Geldsumme abgefunden. Im Alter von 20 Jahren wurde er von seinem Vater in die Regierungsgeschäfte mit einbezogen und zwei Jahre darauf zum Statthalter der Mark ernannt. Hier wurde der wenig ehrgeizige, der Alchemie anhängende Johann zu einer Enttäuschung für seinen Vater, der mit dessen Einverständnis 1437 die Erbfolge neu ordnete. 1440 wurde Friedrich II. der Kurfürst von Brandenburg. Sein Bruder hatte kein Interesse an den Regierungsgeschäften. Johann verzichtete damit auf seine Rechte der Erstgeburt und erhielt die fränkischen Besitzungen der Hohenzollern. Seine Residenz wurde die Plassenburg in Kulmbach. Da er keine überlebenden männlichen Nachkommen hatte, trat mit Albrecht Achilles einer seiner jüngeren Brüder, mit dem er 1435 eine Jerusalemfahrt unternommen hatte, sein Erbe als Kulmbacher Markgraf an. Johann beendete im Frieden zu Wittstock im Jahr 1442 zuvorderst einen Streit zwischen der Mark Brandenburg und Mecklenburg um Sukzessions- und Lehnsrechte nach dem Aussterben der Linie Werle nach dem Tod Wilhelm von Werle im Jahr 1436. Er sicherte Brandenburg die Uckermark (Lychen, etc.), die fortan endgültig bei Brandenburg blieben, und begründete das Recht der Brandenburger auf Eventualsukzession in Mecklenburg für den Fall des Aussterbens des mecklenburgischen Fürstenhauses im thronfolgefähigen Mannesstamm. Sein Schwiegersohn König Christoph von Dänemark aus dem Haus der Wittelsbach übertrug ihm die Administration seiner Besitzungen in der Oberpfalz. | von Brandenburg, Markgraf Johann (I9551)
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| 48946 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_(Jülich-Kleve-Berg) Johann von Jülich-Kleve-Berg (* 10. November 1490; † 6. Februar 1539), auch Johann der Friedfertige genannt, war ab 1521 der erste Herrscher der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg. Johann entstammte dem Haus Mark. Er war der Sohn von Johann II. von Kleve-Mark aus dessen Ehe mit Mechthild von Hessen. Im Alter von sechs Jahren wurde er mit Maria von Jülich, der Erbtochter der Herzogtümer Jülich und Berg verlobt (eine Kinderverlobung), die Ehe wurde 14 Jahre später in Düsseldorf geschlossen, als sogenannte „Klever Union“. Nach dem Tod seines Schwiegervaters Herzog Wilhelm von Jülich-Berg übernahm er 1511 die Herrschaft in Jülich, Berg und Ravensberg. 1521 trat er auch das Erbe seines Vaters Johann II. von Kleve in Kleve und Mark an und bildete damit die Vereinigten Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg, wodurch er zum mächtigsten Fürsten im deutschen Westen wurde.[1] Zusätzlich war Johann über seine Mutter Mechthild von Hessen ein Urenkel des letzten regierenden Grafen Philipp I. von Katzenelnbogen und führte auch den Titel eines „Grafen von Katzenelnbogen“.[2] In der Reformationszeit zeigte Johann eine ausgleichende Haltung, die sich um eine „via media“, einen mittleren Weg, zwischen den beiden Bekenntnissen bemühte. Einer seiner wichtigsten Berater war der Humanist Konrad Heresbach. | von Kleve-Mark, Herzog Johann III. (I29613)
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| 48947 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Corvinus Johann Corvinus (auch Johannes Corvinus; kroatisch Ivaniš Korvin, ungarisch János Corvin, tschechisch Jánoš Korvín; * 2. April 1473 in Buda; † 12. Oktober 1504 in Krapina) war Graf von Hunyadi, Ban von Kroatien und Slawonien sowie Herzog von Slawonien, Troppau, Leobschütz, Glogau und Liptau[1]. Herkunft Johann entstammte einer illegitimen Beziehung des ungarischen und böhmischen (Gegen)Königs Matthias Corvinus mit der Bürgerstochter Barbara Edelpöck († 9. März 1495[2]) aus Stein/Donau. Er war dessen einziger Nachkomme, da dessen beide Ehen kinderlos geblieben waren.[3] Leben Nachdem sich König Matthias Corvinus vergeblich bemüht hatte, für seinen einzigen, aber außerehelichen Sohn Johann die Nachfolge als König von Ungarn zu sichern, verschaffte er ihm andere einflussreiche Positionen und Gebiete. 1481 ernannte er den damals achtjährigen Johann zum Grafen von Hunyadi und Herzog von Liptau. Bereits 1477, noch vor dem Frieden von Olmütz, beabsichtigte Matthias, Johann das Herzogtum Glogau zu übertragen, das seit 1331 ein Lehen der Krone Böhmen war. Wegen des Glogauer Erbfolgestreits konnte er diesen Plan erst 1488 nach der Absetzung des Herzogs Johanns II. verwirklichen. Nach dem Tod des Herzogs Przemislaus III. 1484 eignete sich Matthias das Herzogtum Tost an und 1485 das Herzogtum Troppau, das ihm Viktorin von Podiebrad im Tausch gegen einige Schlösser in Slawonien herausgeben musste. Beide übertrug er seinem Sohn Johann. Das Herzogtum Leobschütz, dessen letzter Herzog Johann II. um 1485 starb, zog Matthias Corvinus zunächst als erledigtes Lehen ein und übertrug es dann ebenfalls an seinen Sohn Johann. Nach dem Tod des Königs Matthias 1490 gelang es Johann nicht, den von seinem Vater für ihn zusammengetragenen Besitz zu verteidigen. Von den schlesischen Erwerbungen musste er alle abgeben bis auf das Herzogtum Troppau, auf dessen Rückgabe sich Viktorin von Podiebrad vergeblich Hoffnungen machte. Beim Kampf um den ungarischen Thron zwischen den jagiellonischen Brüdern Vladislav II. und Johann Albrecht sowie dem Habsburger Maximilian I., wurde er gänzlich ausgeschaltet. Als böhmischer Landesherr übertrug König Vladislav II. 1491 das Herzogtum Glogau pfandweise seinem Bruder Johann Albrecht als Entschädigung dafür, dass er ihm bei der Königswahl in Ungarn den Vortritt ließ[4]. Auch nachdem Johann Albrecht 1498 Glogau an König Vladislav II. zurückgegeben hatte, wurde es nicht an Johann Corvinus restituiert, sondern als erledigtes Lehen für die Krone Böhmen eingezogen und ein Jahr später dem jüngsten Bruder Vladislavs II., dem litauischen Großfürsten Sigismund I., wiederum als böhmisches Lehen vergeben. An diesen verlor Johann Corvinus 1501 in einem Zwangstausch gegen andere Gebiete auch das Herzogtum Troppau. Das Baldassare Estense zugeschriebene Verlöbnisbildnis Johanns befindet sich in der Alten Pinakothek in München. Johann starb 1504 im Alter von nur 31 Jahren. Seine Witwe Beatrice vermählte sich 1509 mit dem Markgrafen Georg von Brandenburg. | Corvinus, Johann (I28277)
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| 48948 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Franz_Heinrich_Carl_von_Ostein Johann Franz Heinrich Carl von Ostein Sein Vater war Johann Franz Sebastian von Ostein (* 4. November 1652 in Pruntrut; † 24. Juni 1718 in Aschaffenburg). Einer dessen Vorfahren war Johann Heinrich von Ostein (* 1579; † 26. November 1646 in Delsberg[1]) seit 1628 Bischof von Basel (während des Dreißigjährigen Krieges); Aufgrund der Reformation der Stadt Basel wurde bereits 1527 der offizielle Sitz des Fürstbischofs nach Pruntrut verlegt, daher sein Geburtsort. Er selbst war Kurmainzer Geheimrat, Kammerherr, Kämmerer und Oberamtmann zu Amorbach, Buchau, Walldürn und Selingenthal. Johann Franz Sebastian von Ostein verkaufte seine ererbten Güter nebst dem im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Stammschloss Ostein an die Antoniter Komturei zu Isenheim im Elsass. Im Jahre 1710 kaufte er für 400.000 Gulden ein im Königreich Böhmen gelegenes Landgut, die Herrschaft Maleschau (heute Maselow). Auch erwarb er die als Niederwald genutzten Ländereien der kurfürstlich Mainzer Burg Ehrenfels (Hessen). Diese ehemalige Zollburg wurde nach Eroberung durch die Franzosen und vor deren Rückzug 1689 im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges von diesen zerstört. Die Ruine wurde vom Mainzer Domkapitel aufgegeben und damit war deren Wirtschaftswald zu verkaufen. 1693 gingen Teile und dann nochmals 1705 der Rest der Liegenschaft an Johann Franz Sebastian von Ostein. | von Ostein, Graf Johann Franz Heinrich Carl (I58101)
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| 48949 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_I._(Brabant) (Okt 2017) Johann I. war der zweitälteste Sohn des Herzogs Heinrich III. „des Friedfertigen“ von Brabant und der Adelheid (Aleidis) von Burgund geboren. Beim Tode des Vaters übernahm Johanns Mutter die Regentschaft für den schwachsinnigen älteren Bruder Heinrich IV. Die Politik der Regentin führte zu starken Spannungen. Um einen Bürgerkrieg zu vermeiden, verzichtete Heinrich IV. 1267 zugunsten Johanns auf den Thron. Unter Johann I. erlebte Brabant seine Blütezeit. Johann war durch die Heirat 1270 mit seiner ersten Frau Margarete, einer Tochter Ludwigs IX. von Frankreich, eng mit dem französischen Thron verbunden. Auch wenn seine Frau bereits 1272 an Kindbetttfieber starb, unterstützte er 1284/85 seinen Schwager Philipp III. von Frankreich, der wiederum mit Johanns Schwester Marie in zweiter Ehe verheiratet war, bei dessen Feldzug gegen Aragonien. Er gilt als Wegbereiter des französischen Einflusses am Niederrhein. Jahrelang war er Mitregent in Holland, gab die Regentschaft jedoch 1280 auf, um Hollands Unterstützung im Limburger Erbfolgestreit zu gewinnen. Mit den Verbündeten Kleve, Berg, Mark und der Stadt Köln erweiterte er nach der siegreichen Schlacht von Worringen gegen den Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg, Geldern und Luxemburg sein Herrschaftsgebiet um das Herzogtum Limburg und gewann die Schirmvogtei über das Bistum Lüttich. 1292 wurde er vom deutschen König Adolf von Nassau zum Reichspfleger am Niederrhein bestellt und erreichte damit weitgehende Unabhängigkeit innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Johann galt als gefürchteter Turnierkämpfer. Während der Schlacht von Worringen (die meisten Quellen sprechen zwar von Brabant, womit aber auch seine Umgebung gemeint sein könnte) erschlug er Graf Heinrich VI. von Luxemburg („den Verdammten“) und drei seiner Brüder. Daneben war er den schönen Künsten zugetan. Er tat sich selbst als Dichter hervor, wovon neun Minnelieder in der großen Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse) zeugen. Er schuf eine neue Kodifizierung der Rechtsverhältnisse gegen den Landadel. Am 20. September 1293 erhielt er bei einem Turnier in Bar-le-Duc eine schwere Verwundung an der er nach langem Leiden am 3. Mai 1294 starb. Er wurde neben seiner zweiten Ehefrau im Minoritenkloster Brüssel bestattet. | von Brabant, Herzog Johann I. (I8206)
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| 48950 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_I._(Brandenburg) (Okt 2017) Johann I. (* um 1213; † 4. April 1266) war von 1220 bis zu seinem Tod, gemeinsam mit seinem Bruder Otto III. dem Frommen, Markgraf der Mark Brandenburg. Die Regierungszeit der beiden askanischen Markgrafen war gekennzeichnet durch den weiträumigen Landesausbau nach Osten, der die letzten Teile des Teltow und des Barnims, die Uckermark, das Land Stargard, das Land Lebus und erste Teile östlich deer Oder in der Neumark einbezog. Die innenpolitische Bedeutung und Stellung der Mark Brandenburg im Heiligen Römischen Reich konnten sie nachhaltig festigen, was unter anderem darin zum Ausdruck kam, dass Johanns Bruder Otto 1256 Kandidat für diie Besetzung des Königsthrons im Reich war. Zudem gründeten sie verschiedene Städte und machten sich besonders um die Entwicklung der beiden Berliner Gründungsstädte Cölln und Berlin verdient. Die benachbarte askanische Burg in Spandau bauten sie zu ihrer bevorzugten Residenz aus. Noch vor ihrem Ableben teilten sie die Mark im Zuge der Erbregelungen in die Johanneische und Ottonische Linie und stifteten 1258 unter dem Namen Mariensee das Zisterzienser Kloster Chorin, da die traditionelle askanische Grablege Kloster Lehnin bei der Ottonischen Linie verblieb. Nach dem Aussterben der Ottonier 1317 kamen die beiden Landesteile unter Johanns I. Enkel Waldemar wieder zusammen. Zeit der Vormundschaft Johann war der ältere Sohn Albrechts II. von Brandenburg aus dem Geschlecht der Askanier und der Mathilde (Mechthild) von der Lausitz, Tochter des Grafen Konrads II. von Groitzsch aus einem Nebenzweig der Wettiner. Da sowohl Johann als auch sein zwei Jahre jüngerer Bruder Otto beim Tod des Vaters im Jahr 1220 unmündig waren, übertrug Kaiser Friedrich II. die ihm zufallende Lehnsvormundschaft dem Erzbischof Albrecht I. von Magdeburg; die Vormundschaft übte Graf Heinrich I. von Anhalt, der ältere Bruder Herzog Albrechts I. von Sachsen und Vetter Albrechts II. aus. Als Söhne Herzog Bernhards von Sachsen waren beide die nächsten Verwandten väterlicherseits, wobei Heinrich die älteren Rechte hatte. 1221 kaufte die Mutter, Gräfin Mathilde, dem Magdeburger Erzbischof die Lehnsvormundschaft gegen 1900 Mark Magdeburger Silbers ab und regierte anschließend gemeinsam mit Heinrich I. an ihrer Söhne statt.[1] Als der Magdeburger Erzbischof bald dadarauf zu Kaiser Friedrich II. nach Italien reiste, versuchte Sachsenherzog Albrecht, sich die Lage zunutze zu machen, was zu einem Zerwürfnis mit seinem Bruder Heinrich I. führte. Die sächsischen Übergriffe veranlassten Mechthilds Schwager, Graf Heinrich I. von Braunschweig-Lüneburg, sich einzumischen. Eine Fehde verhinderte Friedrich II., der die fürstlichen Brüder aufforderte, Frieden zu halten. Wahrscheinlich seit dem Tod ihrer Mutter im Jahre 1225 übten die Brüder die Lehnsherrschaft über die Mark Brandenburg gemeinsam aus; sie waren zu diesem Zeitpunkt vermutlich im Alter von zwölf (Johann I.) und zehn (Otto III.) Jahren. 1231 sollen sie in der Neustadt Brandenburg die Schwertleite erhalten haben – dieses Jahr wird als offizieller Beginn ihrer Regierungszeit gewertet.[2] Innenpolitik Nach dem Tod Graf Heinrichs von Braunschweig-Lüneburg (1227) unterstützten die Brüder dessen Neffen, ihren Schwager Otto das Kind, der sich gegen staufische Ansprüche und die eigenen Ministerialen nur mit Waffengewalt durchsetzen konnte. 1229 kam es zu einer Fehde mit dem früheren Lehnsvormund Erzbischof Albrecht, die friedlich beendet wurde. Wie ihre früheren Widersacher und Verteidiger erschienen sie 1235 auf dem Reichstag zu Mainz, auf dem der Mainzer Landfrieden verkündet wurde. Nach den Auseinandersetzungen um die Königsherrschaft Konrads IV. und Heinrich Raspes erklärten sie 1251 König Wilhelm von Holland ihre Anerkennung; 1257 übten sie bei der Wahl Alfons X. von Kastilien erstmals das brandenburgische Kurrecht aus. 1256 war Otto III. (auch: Otto der Fromme) einer der Anwärter auf die Königswürde. Zwar wurde er nicht König, doch drückt die Kandidatur die gewachsene innenpolitische Bedeutung aus, die die 1157 von Albrecht dem Bären gegründete Mark unter der Regentschaft der Brüder gewonnen hatte. War die Mark in den ersten Jahren als eigenständiges Fürstentum kaum wahrgenommen worden, erhielt sie in den 1230er/1240er Jahren endgültig das Reichskämmereramt. Die Beteiligung der Markgrafen an der Wahl des deutschen Reichsoberhauptes galt seit Mitte des 13. Jahrhunderts als unverzichtbar.[3] Landesausbau Gemeinsam mit seinem Bruder erweiterte Johann I. das Gebiet der Markgrafschaft und baute Marktflecken oder Burgstandorte wie Spandau, Cölln, Berlin, und Prenzlau zu zentralen Orten oder Städten aus. Dazu zählte auch Frankfurt/Oder, das Johann I. nach der Entsendung eines Lokators 1253 zur Stadt erhob. Teltow-Krieg und Vertrag von Landin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Die letzten Teile des Barnims und die südliche Uckermark bis zur Welse kamen 1230/1245 zur Mark Brandenburg. Am 20. Juni 1236 erwarben die beiden Markgrafen im Vertrag von Kremmen das Land Stargard nebst Beseritz und Wustrow von Herzog Wartislaw III. von Pommern. Noch im gleichen Jahr 1236 ließen die Askanier zur Sicherung ihrer nördlichsten Landesteile mit dem Bau der Burg Stargard beginnen. Obwohl dicht bei Berlin-Cölln gelegen und heute Berliner Stadtteil, gelangte der ehemalige Hauptsitz der Sprewanen, die slawische Burg Köpenick (Copnic = Inselort) am Zusammenfluss von Spree und Dahme, erst 1245 nach einem siebenjährigen Entscheidungskampf um den Barnim und den Teltow gegen die Meißner Wettiner unter die askanische Herrschaft. Nach diesem Teltow-Krieg war auch die wettinische Festung Mittenwalde im Besitz der Markgrafen, die ihre Herrschaft in der Folge konsequent weiter nach Osten ausbauten. 1249 erreichte der askanische Besitz mit Teilen des Landes Lebus die Oder. Als 1250 die Pommernherzöge im Vertrag von Landin die nördliche Uckermark (Terra uckra) bis zur Welse, Randow und Löcknitz im Tauschgeschäft gegen das halbe Land Wolgast an die Askanier abgetreten hatten, hatten Johann I. und Otto III. endgültig die Grundlage für die deutsche Besiedelung der Terra trans Oderam geschaffen. Bei diesem Tausch kam ihnen die Heiratspolitik zugute, denn Johanns erste Frau Sophia, die Tochter König Waldemars II. von Dänemark, hatte 1230 halb Wolgast als Mitgift in die Ehe gebracht. Der Vertrag von Landin aus dem Jahr 1250 gilt als Geburtsstunde der Uckermark.[4] Neumark und Stabilisierungspolitik Für die Besiedlung der späteren Neumark wurden im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts deutsche Siedler von Herzog Leszek I. angeworben. Mit seinem Tod 1227 verfiel die polnische Zentralmacht endgültig, was den Markgrafenbrüdern die Möglichkeit gab, nach Osten zu expandieren. Durch Landerwerb überschritten sie die Oder und bauten ihren Herrschaftsbereich weiter nach Osten bis zum Fluss Drage und nach Norden bis zum Fluss Persante aus. 1257 gründete Markgraf Johann I. Landsberg als Flussssübergang an der Warthe kurz vor dem bisherigen Pass bei Zantoch, um diesem polnischen Ort die beträchtlichen Einnahmen aus dem Fernhandel (Zoll, Gebühren vom Marktbetrieb und Niederlagerecht) abzuziehen (nach dem Parallelbeispiel von Berlin als Gegengründung zu Köpenick). 1261 kauften die Markgrafen vom Templerorden die Stadt Soldin, die sich zum Machtzentrum der Neumark entwickelte. Zur Stabilisierung der neuen Landesteile griffen die beiden Markgrafen auf das bewährte askanische Mittel von Klostergründungen und Besiedlungen zurück. Bereits um 1230 hatten sie die Gründung des Zisterzienser Klosters Paradies durch den polnischen Grafen Nicolaus Bronisius in der Nähe von Międzyrzecz (Meseritz) als Filiation von Lehnin unterstützt. Die Verbindung mit dem polnischen Grafen diente der Grenzsicherung gegen Pommern und bereitete die Übernahme dieses Neumarkteils wirtschaftlich vor. Als Siedler kam beispielsweise das später adlige Geschlecht Sydow in die neue Mark. Im Westen der heutigen polnischen Woiwodschaft Westpommern belehnten sie die Adelsfamilie von Jagow mit der Kleinstadt Zehden. Den Landesausbau und das Drängen der Askanier zur Ostsee, mittleren Oder und Uckermark resümiert Stefan Warnatsch wie folgt: „Der große Erfolg des Herrschaftsausbaus im 13. Jahrhundert war vor allem das Verdienst der Urenkel Albrecht des Bären […]. Sie griffen in ihrer Herrschaftskonzeption räumlich und konzeptionell deutlich weiter als ihre Vorgänger.“[5] Laut Lutz Partenheimer „hatten die Askanier [um 1250] ihre magdeburgischen, wettinischen, mecklenburgischen, pommerschen, polnischehen und kleineren Konkurrenten an allen Fronten zurückgedrängt.“[3] Allerdings konnten Johann I. und Otto III. die strategisch wichtige Verbindung zur Ostsee, die sie unter Umgehung Pommerns entlang der Oder und später durch die Neumark erreichen wollten, nicht herstellen. Entwicklung des Berliner Raums Die Entwicklung des Berliner Raums ist eng mit der Politik der beiden Markgrafen verbunden. Während die beiden Gründungsstädte Berlins (Cölln und Berlin) relativ späte Gründungen aus der Zeit um 1230/1240 sind (neuere Analysen 1170/1200, s.u.[6]), bestanden die heutigen Berliner Ortskerne Spandau und Köpenick als Burgwälle bereits zu slawischer Zeit (etwa ab 720) und hatten dadurch naturgemäß zunächst eine größere strategische und politische Bedeutung als die erst ab etwa 1170 entstehehenden Kaufmannsniederlassungen Berlin und Cölln. Die Grenze zwischen den Slawenstämmen der Heveller und Sprewanen verlief lange mitten durch das heutige Berlin. Spandau war als östlicher Vorposten der Heveller unter Pribislaw-Heinrich bereits um 1130, allerdings nur sehr indirekt, über einen (erst 1150 fällig gewordenen) Erbvertrag zwischen Albrecht dem Bären und Pribislaw-Heinrich mit der Mark verbunden, während Köpenick endgültig erst 1245 hinzukam. Residenz Spandau Nach einer Schlacht am Plauer See in der Nähe ihrer Residenz Brandenburg an der Havel, die sie 1229 gegen Truppen des Magdeburger Erzbischofs, ihren früheren Lehnsvormund, verloren hatten, mussten die Markgrafen in ihre Spandauer Burg flüchten, da sich die Brandenburger wegen der unmittelbar nachsetzenden Magdeburger weigerten, die Stadttore zu öffnen.[7] In der Folgezeit machten die Brüder Spandau – neben Tangermünde in der Altmark – zu ihrer bevorzugten Residenz. So sind zwischen 1232 und 1266 allein siebzehn bezeugte Aufenthalte in Spandau nachweisbar, mehr als an jedem anderen Ort.[8] Sehr wahrscheinlich hatte bereits Albrecht der Bär noch vor oder kurz nach seinem Sieg gegen Jaxa (wahrscheinlich Jaxa von Köpenick[9]) im Jahr 1157 die slawische Anlage auf der Burgwallinsel zur Grenzsicherung nach Osten ausbauen lassen. Gegen Ende des Jahrhunderts verlegten die Askanier vermutlich wegen des steigenden Grundwasserspiegels ihre Burg rund einen Kilometer nördlich in den Bereich der heutigen Zitadelle Spandau. Für 1197 kann der Nachweis einer askanischen Burg als gesichert gelten.[10] Johann I. und sein Bruder bauten die Anlage aus und förderten die civitas (Stadtrechte spätestens seit 1232) mit vielen Maßnahmen, unter anderem durch die reich ausgestattete Stiftung des Nonnenklosters der Benediktiner St. Marien im Jahr 1239. Die "Nonnendammallee", eine der ältesten Berliner Straßen und als Nonnendamm bereits im 13. Jahrhundert Teil einer Handelsstraße, erinnert an das Kloster.[11] Ausbau Cöllns und Berlins Für die Gebiete der benachbarten und durch die Spree getrennten Orte Berlin und Cölln ergibt sich nach gegenwärtigem Forschungsstand entgegen anderslautenden Darstellungen nicht der geringste Hinweis auf eine stadtartige slawische Siedlung.[12] Erst in der slawisch-deutschen Übergangszeit gewann die Berliner Furt durch das weitgehend sumpfige Berliner Urstromtal an Bedeutung, als Johann I. und Otto III. die bis dahin im Berliner Bereich dünnbesiedelten Hochflächen Teltow und Barnim mit Slawen aus der Umgebung und deutschen Zuwanderern aufsiedelten. Laut Adriaan von Müller lag die strategische Bedeutung von Cölln und Berlin und der Grund für die Gründungen sehr wahrscheinlich darin, einen Gegenpol zum wettinischen Handelsknotenpunkt Köpenick mit eigenen Handelswegen nach Norden und Osten zu bilden und zu sichern. Die breite Furt über zwei oder sogar drei Flussarme hinweg konnte mit zwei befestigten Nachbarsiedlungen am besten geschützt werden. Den nordwestlichen Teltow sicherten die Markgrafen durch die Ansiedlung des Templerordens, der durch eine Dörferkette mit den heutigen Berliner Ortsteilen Marienfelde, Mariendorf, Rixdorf und Tempelhof die aus dem Raum Halle heranziehende neue Handelsstraße schützte. Nachdem 1245 im Teltow-Krieg die Wettiner besiegt und Köpenick askanisch geworden war, ging die Bedeutung Köpenicks kontinuierlich zurück, während Berlin und Cölln eine zunehmend zentrale Position im Handelsgeflecht der neuen Räume einnahmen.[13] Für Winfried Schich ist weitgehend gesichert, „dass Berlin und Cölln ihre Entwicklung als städtische Siedlungen erst den Strukturveränderungen in diesem Raum in der Zeit des hochmittelalterlichen Landesausbaus verdankten, der einerseits zu eineer Verdichtung der ländlichen Besiedlung führte und andererseits eine Neuordnung der Fernhandelswege zur Folge hatte. […] Während der Regierungszeit der Markgrafen Johann I. und Otto III. […/wurden] auch die dilluvialen Hochflächen des Teltow und Barnim mit ihren schweren und vergleichsweise fruchtbaren Böden planmäßig aufgesiedelt und unter den Pflug genommen.“[14] In der ersten Siedlungsphase waren hingegen eher die Bereiche der Niederungen und Gewässer mit ihren leichteren Böden bevorzugte Niederlassungsorte gewesen. Laut der Chronica Marchionum Brandenburgensium aus dem Jahr 1280 hatten Johann I. und Otto III. Berlin und andere Orte erbaut (exstruxerunt). Da sie 1225 ihr Markgrafenamt angetreten hatten, gilt seither die Zeit um 1230 als Gründungsperiode Berlins. Jüngere archäologische Forschungen konnten für beide Berliner Kernteile Siedlungsspuren eines vermutlichen Marktfleckens bereits für den Ausgang des 12. Jahrhunderts nachweisen. Nach der Freilegung von 90 Gräbern am ältesten Berliner Bauwerk, der Nikolaikirche mit Grundmauern von 1220/30, gibt es Datierungen auch auf das letzte Viertel des 12. Jahrhunderts. Die beiden Markgrafen können somit nicht als Gründungsväter Berlins gelten, hatten aber am Ausbau der Stadt entscheidenden Anteil und privilegierten den Ausbau (extructio loci) spätestens um 1240.[15] Dazu gehörte neben der Übertragung des Brandenburger Rechts (u. a. Zollfreiheiten, freie Ausübung von Handel und Gewerbe, erbliches Grundbesitzrecht) vor allem das von den beiden Markgrafen ausgestellte Privileg der Niederlage[16] zugunsten der Doppelstadt, das entscheidend dazu beitrug, dass sich Berlin-Cölln wirtschaftlich gegenüber den Städten Spandau und Köpenick durchsetzen konnte. Dazu zählten Maßnahmen wie die Überschreibung der Mirica, der Cöllnischen Heide, mit allen Nutzungngsrechten an die Bürger von Cölln. Die Verbindung der Markgrafen zu Berlin drückt sich nicht zuletzt in der Wahl ihres Beichtvaters Hermann von Langele aus. Hermann war das erste namentlich bekannte Mitglied des Berliner Franziskanerkonvents und erscheint in einer 1257 von den Markgrafen in Spandau ausgestellten Urkunde als Zeuge.[17] Erbteilung und Nachkommen 1258/60 endete die gemeinsame Herrschaft der Markgrafen; eine kluge Aufteilung der Herrschaftsgebiete und weiterhin einvernehmliche Politik verhinderte allerdings ein Auseinanderfallen der Markgrafschaft. Die Vorbereitungen zur Neuordnung hatten wahrscheinlich bereits 1250 nach dem endgültigen Erwerb der Uckermark begonnen, spätestens aber 1255 nach der Vermählung Johann I. mit Jutta (Brigitte), einer Tochter des Herzogs Albrecht I. von Sachsen-Wittenberg.[18] Johanneische und Ottonische Linie Kloster Chorin – Grablege und Machtpolitik Die Heiratspolitik und 1258 vollzogene Aufteilung der Landesherrschaft führte zur gemeinsamen Stiftung des Klosters Mariensee auf einer ehemaligen Insel im Parsteiner See am nordöstlichen Rand des heutigen Landkreises Barnim für die johanneische Linie, da das Stammkloster Lehnin bei der ottonischen Linie verbleiben sollte. Der Klosterbau begann 1258 durch Mönche aus Lehnin. Noch vor der Fertigstellung erfolgte 1273 die Verlegung um rund acht Kilometer nach Südwesten mit dem neuen Namen Kloster Chorin. Nach seinem Tod 1266 war Johann I. im neuen Kloster Mariensee bestattet und nach 1273 nach Chorin umgebettet worden.[19] Die Klosterverlegung soll Johann I. bereits in seinem Todesjahr angeordnet und auf dem Totenbett das geplante Kloster Chorin mit reichen Schenkungen, darunter das Dorf Parstein, bedacht haben. Seine Söhne bestätigten diese Schenkungen später für das Seelenheil ihres Vaters und für ihr eigenes gleich mit.[20] Wie bei allen askanischen Klostergründungen spielten neben den seelsorgerischen Aspekten auch bei Chorin wirtschaftspolitische und machtpolitische Erwägungen eine wichtige Rolle. Denn westlich des Klosters befand sich auf der Insel im Parsteiner See ein slawischer Ringwall, den Johann I. und sein Bruder sehr wahrscheinlich als Turmburg gegen die pommerschen Konkurrenten nutzten. Das Kloster sollte Mittelpunkts- und Herrschaftsfunktionen übernehmen. „Sowohl die Gründung an sich als auch deren Lage in einem alten Regional-Zentrum ‚quer‘ zu den Verkehrsrouten […] in besiedeltem Landstrich sind landesherrlich-machtpolitisches Kalkül.“[21] • Zu den wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten der askanischen Klostergründungen siehe ausführlich: Kloster Lehnin Landesteilung Die Landesaufteilung sprach Johann I. und seinen Nachkommen Stendal mit der Altmark, die als Wiege Brandenburgs bis 1806 zur Mark gehörte, sowie unter anderem das Havelland und die Uckermark zu, während sein Bruder Otto in Brandenburg/Spandau und Salzwedel saß und den Barnim, das Land Lebus und das Land Stargard regierte.[22] Die Einkünfte und die Zahl der Vasallen stand bei dieser Aufteilung im Vordergrund, während geographische Gesichtspunkte nur eine untergeordnete Rolle spielten.[23] Die Nachfolger Johanns I. und Ottos III. als Markgrafen von Brandenburg, Otto IV. (mit dem Pfeil), Waldemar (der Große) und Heinrich II., (das Kind) entstammten sämtlich der johanneischen Linie. Die Söhne und Enkel Ottos und die übrigen Nachkommen Johanns führten zwar ebenfalls den Titel Markgraf und beurkundeten in dieser Funktion – wie 1273 Johanns Söhne Johann II. und Konrad I. als Mitunterzeichner der Urkunde zur Verlegung des Klosters nach Chorin – verschiedene Geschäfte, blieben jedoch „Mitregenten“. 1317 endete die ottonische Linie mit dem Tod Markgraf Ludwigs in Spandau, sodass der letzte große askanische Markgraf Waldemar beide Linien im gleichen Jahr wieder zusammenführte. Nur drei Jahre später war auch die johanneische Linie ausgestorben und 1320 die askanische Herrschaft in Brandenburg beendet. Noch 1290 hatten sich 19 Markgrafen beider Linien auf einem Berg bei Rathenow versammelt, 1318 lebten nur noch Waldemar und Heinrich das Kind.[24] Der letzte Askanier in Brandenburg, Heinrich II. das Kind († 1320), spielte in seinen beiden „Regierungsjahren“ als Elfjähriger 1319/1320 nur noch eine unbedeutende Rolle und wurde bereits zum Spielball der Interessen verschiedener Häuser, die in das Machtvakuum vorstießen. Doppelstandbild der Brüder in der Berliner Siegesallee Das abgebildete Doppelstandbild stand in der ehemaligen Siegesallee im Tiergarten in Berlin, dem 1895 von Kaiser Wilhelm II. in Auftrag gegebenen „Prachtboulevard“ mit Denkmälern aus der Geschichte Brandenburgs und Preußens. Unter der Leitung von Reinhold Begas schufen zwischen 1895 und 1901 27 Bildhauer 32 Standbilder der Brandenburger und Preußischen Herrscher von jeweils 2,75 m Höhe. Jedes Standbild wurde flankiert von zwei kleineren Büsten mit der Darstellung von Personen, die im Leben des jeweiligen Herrschers oder für die Geschichte Brandenburgs/Preußens eine wichtige Rolle gespielt hatten. Bei der Denkmalgruppe 5 waren das die Büsten des Propstes Simeon von Cölln und von Marsilius. Simeon ist am 28. Oktober 1237 gemeinsam mit Johann I. und Bischof Gernand von Brandenburg als Zeuge in der ersten Urkunde Cöllns genannt.[25] Marsilius war der erste nachgewiesene Schultheiß von Cölln und Berlin und für beide Orte zugleich zuständig.[26] Die Wahl des weltlichen und kirchlichen Vorstehers Berlin-Cöllns als Nebenfiguren unterstreicht die enge Bindung des markgräflichen Brüderpaars an die Stadt Berlin auch in der Geschichtsauffassung von Reinhold Koser, dem historischen Leiter der Siegesallee. Koser betrachtete die Gründung beziehungsweise den Ausbau der späteren Hauptstadt als bedeutendstes Verdienst der Markgrafen und stellte sie über den Landesausbau und die Klostergründung. Daneben beeindruckte ihn die einvernehmliche gemeinsame Regierung der Brüder, wie sie in der Chronik von 1280 dargestellt war. Nach Kosers Vorgabe entschied sich der Bildhauer Max Baumbach dafür, auf die Darstellung der Landgewinnung und der Klosterstiftung zu verzichten und die Gründung Berlins zum zentralen Thema der Doppelstatue zu machen. Der auf einem Stein sitzende Johann I. hat über seinen Knien die Urkunde ausgebreitet, durch die Berlin und Cölln das Stadtrecht erhalten haben sollen. Der jüngere Otto III. steht neben ihm und weist mit einem Arm auf die Urkunde, während der andere Arm auf einem Jagdspieß ruht. „Durch die ausgebreiteten Arme und den gesenkten Kopf Ottos werden Schutz und Förderung der Stadt durch das Brüderpaar suggeriert. Dass die jugendlichen Städtegründer hier als reife Männer dargestellt werden, schien Koser durch das Recht der künstlerischen Freiheit legitimiert.“ Zwei Knabengestalten hätten den Gründungsakt einer späteren Weltstadt aus Sicht der gängigen Geschichtsinterpretation nicht angemessen zum Ausdruck bringen können.[27] Während die Gesamtarchitektur der Gruppe im romanischen Stil gehalten ist, zeigen die beiden Bankadler laut Uta Lehnert Formen des strengen Jugendstils.[28] Gedicht Der Philosoph, Dichter und Philologe Otto Friedrich Gruppe (1804–1876) verfasste folgende Verse zu den beiden Markgrafen: Johann und Otto von Brandenburg Die Tafeln der Geschichte deckt manch ein blutig Bild, Und wohl steht Mord geschrieben da, wo es Kronen gilt: Des Vaters Scepter fasset mit blut’ger Hand der Sohn, Es stößt den eigenen Bruder der Bruder vom Thron ! Ich aber kann dir nennen das glückbegabte Land, Darin mit großen Thaten geherrschet, Hand in Hand, Ein Brüderpaar, ein hohes, an Sinn und Tugend gleich, In rechter Brudertreue sich teilend in das Reich ! Du hättest nie vernommen von Otto und Johann ? Den Freunden Kaiser Friedrichs, die wehrten seinem Bann ? Die tapfer sich gestemmet gegenüber Pfaffengier ? Die Städtegründer waren in unsern Landen hier ? Die kühn hinaus gen Morgen gesetzt den deutschen Fuß ? Den Oderstrom hinüber getragen deutschen Gruß ? Die Saaten hier gesäet für später Zeiten Lauf ? Jahrhunderte verflossen, da sprossen recht sie auf ! Und die ihr Banner hoben in also stolzer Art, Daß sich der deutsche Adel in Ehren drum geschart, Und daß des Reiches Krone dem Einen ward gebracht – Er aber hatte lieber der eignen Saaten acht. | von Brandenburg (Askanier), Markgraf Johann I. (I7306)
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