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49001 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johan_II._van_Arkel

Johan II. van Arkel (* um 1010 in IJsselmonde; † 7. Januar 1077) aus dem ersten Haus van Arkel war (Lehen)heer des Landes van Arkel, von Heukelom und Polsbroek.

Er war der Sohn des Herren Johan I. van Arkel und der Elisabeth van Cuyk (um 1010 – um 1030), Tochter des Willem van Cuyk. Johan II. heiratete Margaretha van Altena. Während seiner Herrschaft über das Land van Arkel ließ Johan II. die Kirchen von Spijk und Dalem erbauen. Im Jahre 1076 zog er gemeinsam mit Robert dem Friesen und dessen Schwiegersohn Dietrich V. van Holland in den Kampf gegen den Bischof Konrad von Utrecht und half mit bei der Belagerung von Schloss IJsselmonde. Johan II. ist womöglich bei der Schlacht von IJsselmonde ums Leben gekommen. 
von Arkel (1. Haus), Herr Johann (Jan) II. (I29600)
 
49002 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johan_III._van_Arkel

Johan III. van Arkel († 1115/1118) aus dem ersten Haus van Arkel war heer des Landes van Arkel, von Heukelom und Polsbroek.

Johan III. wurde als Sohn des Johan II. van Arkel und der Margaretha van Altena geboren. Er nahm im Kontingent des Grafen Robert II. von Flandern am Ersten Kreuzzug teil. Nach der Ankunft in Jerusalem erhielt er durch Gottfried von Bouillon den Ritterschlag. Einer Sage nach hatte er im Heiligen Land Streit mit einem italienischen Edelmann, der dasselbe Wappen wie das der Arkels führte. Nach seiner Rückkehr heiratete er Aleid/Adelheid van Heusden (1060–1145), Tochter des Jan II. van Heusden. Dieser Ehe sind zwei Söhne entsprungen:

Johan IV. van Arkel, erbte das Land van Arkel
Folpert van Arkel van der Leede, erhielt die dem Land van Arkel ausgegliederte Herrlichkeit Ter Leede und begründete somit das Haus Van der Leede-van Arkel 
von Arkel (1. Haus), Herr Johann (Jan) III. (I29598)
 
49003 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Johan_von_Selbach

Johan von Selbach (vor 1482–1563) war Kastellan zu Coevorden (NL), Drost von Drenthe (NL), später Amtmann zu Windeck/Sieg, Marschalck im Herzogtum Berg und 1542 Kommandant der Heere aus dem Westfälischen Kreis im Türkenkrieg.

Johan von Selbach (so buchstabierte er seinen Namen; die "modernisierte" Form ist Johann von Seelbach) wurde zu Schloss Crottorf im Wildenburger Land geboren. Seine Eltern waren Johann von Seelbach und Margarethe von Lipp gen. Huen.

Drost bei Johan II van Wisch (um 1510–1517)
Johan von Selbach war schon vor 1511[2] in die Dienste von Johan II van Wisch zu Ter Borgh in der Grafschaft Zutphen (NL) getreten. Van Wisch hatte Karl von Egmond, Herzog des Herzogtums Geldern, den Treueeid geschworen. Burg Wisch wurde, als von Selbach dort Drost war, um Pforten, Graben, Bastione und Staketten verstärkt. Unter dem Oberbefehl von Maarten van Rossum und mit weiteren Rittern aus Geldern nahm von Selbach an verschiedenen Kriegszügen zur Schwächung der Kontrahenten von Karl von Geldern teil.[1]

Im Dienste von Herzog Karl von Geldern (1517–1536)
Johan van Wisch starb 1517 und im Juni dieses Jahres trat von Selbach in die Dienste Karls von Geldern. Von Selbach war (mit Johan Golstein) Führer eines etwa 6000 Mann starken Heeres, "Arumer schwarzen Haufen" genannt. Es sollte die Friesen in deren Streit mit Holland unterstützen. Aus Geldmangel musste das Heer entlassen werden und man meinte, sich von den Truppen entlasten zu können, indem man sie durch Pier Gerlofs Donia (Grutte Pier) per Schiff über die Zuiderzee nach Holland übersetzen ließ. In Holland wurde das Städtchen Medemblik erobert und geplündert. Danach zog von Selbach mit den plündernden Truppen an Alkmaar und Haarlem entlang nach Asperen (nahe Culemborg, NL). Dieses Städtchen wurde nach schweren Verlusten erobert und ausgeplündert, die Bevölkerung ermordet. September 1517 jagte Heinrich III. van Nassau-Breda (Statthalter von Holland 1515–1521) dieses Heer in Richtung Geldern.

1522 eroberte Johan von Selbach im Auftrag des Herzogs Karl von Geldern die Feste Coevorden in der Provinz Drenthe. So wurde Coevorden das Zentrum der Macht des Herzogs in den nordöstlichen Niederlanden. Dies war ein klares Signal in Richtung Kaiser Karl V., der für sich die Hegemonie über alle niederländischen Provinzen beanspruchte. Geldern ernannte Johan 1522 zum Drost von Drenthe und Kastellan von Coevorden. Von Selbach (in Drenthe van Selbach) war als Drost oft in Schlichtungen involviert.[3] Er war zudem verantwortlich für die Verteidigung der Provinz und verstärkte die Festung Coevorden erheblich. Auch sorgte er sich eifrig um die Eintreibung der Steuern, aber viel gab es in diesem armen Drenthe nicht zu holen.[1] Die Karte von Sebastian Münster, ca. 1570, enthält bei Drenthe den Vermerk "Ein ruch Land".

Karl V. und der von ihm inzwischen eingesetzte Statthalter von Friesland, Georg Schenck von Tautenburg, waren nach 1522 nicht tatenlos geblieben. Es gab einen kleinen Krieg zwischen Geldern und Utrecht und Tautenburg fiel deswegen 1527 in die Provinz Overijssel ein. Karl von Geldern musste 1528 Overijssel an Kaiser Karl V. abtreten, durfte aber (vorerst) Drenthe und Groningen behalten. September 1536 gelang es General Schenk von Tautenburg, die Burg Coevorden nach zweimonatiger Belagerung für Karl V. zu erobern. Dazu aus einem Bericht von Picardt um 1650: "Anno 1536 hat den Vry-herr Georg Schenck, Stadt-halter von Vrieslandt, im Namen Caroli V, Covorden belagert als dort drinnen Commandierte Herr Johan van Selbach, Geldersche Drost zu Covorden in der Landtschaft Drenth, und Oberer Commandeur über sichere Geldersche Truppen. Und obwohl der Commandant und das Guarnison sich männlich zuwehr setzten so wurden sie doch wegen Mangel verschiedener Sachen ghenötigt Covorden in den Winter auf zu geben: Und in dieser Belagerunge ist die Stadt Covorden wieder sehr geschendet und unschädlich gemacht".[4]: Johan von Selbach wurde ein ehrenhafter Abzug gewährt: er durfte mit Soldaten, fahrenden Kanonen und persönlichem Eigentum "sowohl Bekleidung, Wertsachen, gold und silber, als Münze oder roh, Pferd und Harnisch" Coevorden verlassen. Beidseitige Gefangene wurden freigelassen. Für den Transport nach Geldern wurden Pferde und Wagen sowie eine Begleitung zur Verfügung gestellt.[1] Johan war auf den Tag genau 14 Jahre Drost von Drenthe gewesen.

Amtmann zu Windeck/Sieg (1542–1549), Türkenkrieg (1542)
Nach dem Ableben von Karl von Geldern 1538 ging Geldern vertragsgemäß über an Cleve. Jülich, das Herzogtum Cleve so wie das Herzogtum Berg waren inzwischen als Erbfolge Wilhelm V., Herzog von Jülich-Cleve-Berg und Graf von der Mark, zugefallen. Johan kehrte zurück ins Siegerland und wurde dort Drost zu Burg Windeck an der Sieg (am Südrand des Herzogtums Berg). Er war im Amt von 1542–1549. "Er bezog ein Amtgeld von 100 fl., 300 Zentnern Hafer und dem Zehnten. Dafür musste er einen Kaplan, einen Kellner, einen Bäcker, einen Koch, einen Landboten, Pförtner und vier Wächter einstellen".[5] Er wohnte wieder zu Schloss Crottorf, etwa 30 km NO von Windeck.

Am Hofe des Herzogtums Berg hatte Johan von Selbach die Funktion des "Marschalck" inne. Mit seiner Erfahrung in Verwaltung und Krieg wurde er 1538 (Crottorf war ein Lehen von Nassau) auch Rat am Hofe von Wilhelm dem Reichen von Nassau-Dillenburg (Bruder des vorhin genannten Heinrich III. von Nassau-Breda). 1542 beauftragte Wilhelm der Reiche von Nassau Johan, das Nassauische Heereskontingent in den neuen Türkenkrieg (den der Reichstag 1542 beschlossen hatte) zu führen.[6] Er führte wohl auch die Kontingente aus Jülich-Kleve-Berg und aus Münster.[7] Er war daher Obrist aller Truppen aus dem Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. Der Türkenkrieg hatte in diesem Jahr die Rückeroberung von Budapest als Ziel.[8]

Nach seiner Rückkehr führte Johan von Selbach die Geschäfte als Amtmann weiter und verwaltete Crottorf aktiv, wie viele Akten/Urkunden bezeugen.[7] Er kaufte Güter, Dokumente zu Verkäufen gibt es weniger. 1549 legte er das Amt nieder.

Zurück auf Crottorf (1549–1563)
Nun fing er, etwa 70 Jahre alt, mit dem Umbau seines Burgsitzes an. Nach 10 Jahren "präsentierte sich Schloss Crottorf als ein stark befestigter Zweiflügelbau mit drei Geschossen, dessen Außenwerke heute noch vorhanden sind. Zwei Bastionen, an der Nordost- und der Südwest-Ecke, werden auf einer Ansicht als mächtige Rondelltürme dargestellt".[9] Die Art des von Johan von Selbach durchgeführten großen Umbaus wurde sicher maßgeblich von seinen vorherigen Erfahrungen mit dem Umbau und den Belagerungen von Festungen beeinflusst. So wurden bei Crottorf alle Türme, auch die des Schlosses selber, in strategischer Höhe mit Maulscharten versehen.

Johan erlangte 1554 von Kaiser Karl V. die "Reichsstandschaft" für ihn, seine Gattin, das Gesinde, Schloss und Herrschaft Crottorf.[10]

Ende 1562 wurde Johan krank.[7] Er starb Anfang 1563, über 80 Jahre alt, und wurde (wie er es schon 1542 vor seinem Türkenkrieg vorbereitete und 1561 in seinem Testament bestätigte) beerdigt in der Abtei Marienstatt bei Hachenburg. Auf Grund seiner Stiftungen 1542 an die Abtei war er auch "Ritter des Klosters".[7] Der Text auf der gusseisernen Grabplatte (die Anfertigung veranlasste er wohl selber, frühzeitig) lautet: "ANNO 15.. DEN. . TAG DES …. IST IN GOT CHRISTLICH ABGESCHIEDEN DER EDLE VND ERNVESTE JOHAN VON SELBACH MARSCHALCK ZV CRVTTORF DER SELE GOT GENEDIG SEI". Das genaue Sterbedatum konnte nachträglich nicht mehr angebracht werden. 
von Selbach, Johan (I41132)
 
49004 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_Beaufort,_1._Duke_of_Somerset

John Beaufort, 1. Duke of Somerset KG (* 1404; † 27. Mai 1444) war ein englischer Adliger aus dem Haus Beaufort.

Er war der zweite Sohn von John Beaufort, 1. Earl of Somerset und Margaret Holland. Er folgte 1418 seinem älteren Bruder Henry als 3. Earl of Somerset nach. Sein Großvater war John of Gaunt, der ein Sohn König Eduards III. von England war.

Leben
Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1410 kam John Beaufort als Page an den Hof seines Cousins König Heinrich V. von England und wurde später Knappe des Königs.

Seine militärische Karriere begann 1419 in Frankreich. 1421 begleitete John seinen Stiefvater Thomas, Duke of Clarence zur Schlacht in Anjou. Sein Stiefvater, der ein Bruder des Königs war, fiel in der Schlacht von Baugé, John geriet in Gefangenschaft. Seine Gefangenschaft dauerte 17 Jahre, da sich das Parlament weigerte ihn gegen den Grafen von Eu, Charles d’Artois, auszutauschen, der in englischer Kriegsgefangenschaft war. Sein Onkel, Kardinal Henry Beaufort, und sein Bruder Edmund bemühten sich jahrelang um einen Austausch, was ihnen 1438 gelang. Die Zeit als adliger Gefangener nutzte er zum Studieren von Büchern. Nach seiner Freilassung kam er an den Hof des englischen Königs Heinrich VI., wo er dank seiner Bildung schnell zum Berater aufstieg.

1439 heiratete er Margaret Beauchamp. Mit ihr hatte er eine Tochter namens Margaret, deren Sohn Henry Tudor am Ende der Rosenkriege zwischen den Häusern Lancaster und York als Heinrich VII. den englischen Thron bestieg.

1443 wurde er zum Duke of Somerset, zum Oberbefehlshaber der englischen Streitkräfte in Frankreich und zum Mitglied des Hosenbandordens erhoben. Allerdings scheiterte sein Feldzug, daraufhin nahm sein Kontrahent Richard Plantagenet, 3. Duke of York seine Stelle als Kommandant und Ratgeber des Königs ein.

Nach einem Streit mit dem Hause York wurde John Beaufort schließlich vom Hof verbannt. Er starb am 27. Mai 1444 möglicherweise durch Suizid und wurde neben seiner Gattin im Minster of St. Cuthburga in Wimborne Minster beigesetzt. 
Beaufort, Duke John (I28212)
 
49005 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_Charlton,_1._Baron_Charlton (Jul 2023)

John Charlton, 1. Baron Charlton (auch John Cherleton, 1. Baron Cherleton; * 1268; † 1353) war ein englisch-walisischer Marcher Lord und Militär sowie zeitweise Justiciar of Ireland.

Herkunft und Aufstieg im Dienst Eduards II.
John Charlton stammte aus einer Familie der niederen Gentry aus Shropshire, sein Vater hieß Robert und besaß Grundbesitz in Cherelton im heutigen Wrockwardine bei Wellington. Sein Bruder Alan wurde der Stammvater der Familie Cherleton von Apley Castle in Shropshire, ein anderer Bruder, Thomas, wurde Bischof von Hereford. John diente 1301 während des Ersten Schottischen Unabhängigkeitskriegs als Kommandant von 59 Bogenschützen aus Staffordshire. Vor Juni 1305 war er in den Dienst des Thronfolgers Eduard, des Prince of Wales, getreten, und als dieser 1307 König wurde, wurde er Mitglied des königlichen Haushalts. Im September 1307 diente er als Wache, kurz danach wurde er zum Ritter geschlagen. Im Januar 1308 begleitete er den König zu seiner Hochzeit nach Frankreich, während er 1309 in Irland diente. Im März 1309 erhielt er das Gut von Pontesbury in Shropshire. Als am 25. Juni 1309 Gruffudd ab Owain, der walisische Lord von Powys starb, durfte Charlton vor dem 26. August dessen Schwester und mögliche Erbin Hawise de la Pole heiraten. Damit kam er in den Besitz von Welshpool Castle sowie der Besitzungen von Gruffudd ab Owain. 1310 bot Charlton 400 Mann auf, die an dem erfolglosen Feldzug des Königs nach Schottland teilnahmen. Spätestens 1311 wurde er King’s Chamberlain. Charlton galt als aggressiv und habgierig, aber er war ein loyaler Anhänger des Königs, weshalb die Lords Ordainers wiederholt seine Entlassung forderten. Der König ignorierte diese Forderung und behielt ihn im Amt. 1313 begleitete Charlton den König und die Königin nach Frankreich.

Gewalttätiger Erbstreit um Powys
1311 begann er einen erbitterten Erbstreit, als er Gruffudd de la Pole, einem Onkel seiner Frau, das Recht auf die kleinen Herrschaften Dinas und Mechain Iscoed abstritt. Gruffudd de la Pole beanspruchte darauf selbst die Herrschaft Powys, da nach walisischem Recht, anders als nach englischem Recht, seine Nichte Hawise als Frau nicht erbberechtigt war, so dass er der nächste männliche Erbe war. Gruffudd wollte schließlich den Streit gewaltsam entscheiden und belagerte mit einer großen Anzahl Walisern Charlton und Hawise in Welshpool Castle. Erst im September 1312 konnte Roger Mortimer of Wigmore die Burg entsetzen und die Belagerung aufheben. Dank der Gunst des Königs, der Charltons Ansprüche bestätigte, blieb er im Besitz von Powys, worauf Gruffudd de la Pole in den Dienst von Thomas of Lancaster, dem Führer der Adelsopposition gegen den König trat. Der König versuchte den Streit beizulegen, indem er sowohl Charlton wie auch Gruffudd im November 1313 begnadigte, doch der Konflikt schwelte weiter. Zur Sicherung seiner Stellung baute Charlton Welshpool Castle weiter aus, unter anderem durch das noch erhaltene doppeltürmige Torhaus.[1]

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Cherleton (Charlton), John 1. Baron Cherleton (I41470)
 
49006 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_Cherleton,_2._Baron_Cherleton

John Cherleton, 2. Baron Cherleton (auch Charleton oder Charleton; † vor 30. August 1360) war ein anglo-walisischer Marcher Lord.

John war der älteste Sohn von John Cherleton, 1. Baron Cherleton und von Hawise de la Pole, der Erbin der walisischen Herrschaft Powys. Er kämpfte während des Hundertjährigen Kriegs in den 1350er Jahren unter dem Schwarzen Prinzen in der Gascogne. Nach dem Tod seines Vaters erbte er 1353 die Herrschaft Powys. Im März 1354 wurde erstmals als Baron Cherleton in das Parlament berufen. 1359 wurde er Chamberlain of the Household, starb jedoch kurz vor dem 30. August 1360.

Er wurde vor dem 13. April 1319 mit Maud Mortimer, einer Tochter von Roger de Mortimer of Wigmore und von Joan de Geneville verheiratet. Mit ihr hatte er mindestens einen Sohn, der sein Erbe wurde:

John Cherleton, 3. Baron Cherleton (um 1334–1374) 
Cherleton (Charlton), John 2. Baron Cherleton (I41468)
 
49007 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_de_Lacy,_1._Earl_of_Lincoln (Jul 2023)

John de Lacy, 1. Earl of Lincoln (nach anderer Zählung auch 3. Earl of Lincoln; * um 1192; † 22. Juli 1240) war ein englischer Magnat.

Herkunft und Jugend
John entstammte der Familie Lacy, einer der ältesten, reichsten und bedeutendsten Familien des anglonormannischen Adels. Er war der älteste Sohn und Haupterbe von Roger de Lacy († 1211), dem Constable von Chester, und von Maud (oder Matilda) de Clere. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Als sein Vater starb, war er noch minderjährig, erst im September 1213 konnte er sein umfangreiches Erbe in Besitz nehmen. Das Erbe umfasste Ländereien in den nördlichen Midlands und in Nordengland mit über 100 Knight’s fees und den Baronien von Pontefract in Yorkshire und Clitheroe, Penwortham, Widnes und Halton in Lancashire. Damit Lacy sein Erbe antreten konnte, verlangte König Johann Ohneland, dass er innerhalb von drei Jahren die immens hohe Gebühr von 7000 Mark bezahlte. Als Sicherheit verlangte der König, dass ihm die beiden wichtigsten Burgen des Erbes, Pontefract und Castle Donington in Leicestershire übergeben wurden. Lacy musste dabei die Kosten für die Besatzungen tragen, und im Falle einer Rebellion drohte ihm der König mit Enteignung.

Wechselnde Haltung während des Ersten Kriegs der Barone
1214 nahm Lacy am erfolglosen Feldzug des Königs ins Poitou teil. Im selben Jahr übergab ihm der König Donington Castle, wofür Lacy jedoch seinen jüngeren Bruder als Geisel stellen musste. Zusammen mit dem König legte er am 4. März 1215 ein Kreuzzugsgelübde ab. König Johann stand ab 1214 einer immer stärker werdenden Adelsopposition gegenüber, doch noch Ende Mai 1215 gehörte Lacy zu den Unterstützern des Königs. Als sich jedoch auch die City of London den Rebellen anschloss, wechselte auch Lacy die Seiten. Obwohl ihm der König nach seinem Kreuzzugsgelübde die noch offenen Schulden von 4200 Mark erlassen hatte, war die hohe Gebühr, die Lacy für den Antritt seines Erbes zahlen sollte, sicher der Hauptgrund für Lacys Parteiwechsel. Im Juni 1215 war Lacy bei der Anerkennung der Magna Carta durch den König zugegen und wurde zu einem der 25 Barone gewählt, die die Einhaltung ihrer Bestimmungen durch den König überwachen sollten. Er befehligte die Streitkräfte der Rebellen in Yorkshire und Nottinghamshire, doch während des folgenden Ersten Kriegs der Barone schwankte er zwischen der Partei des Königs und den Rebellen. Neujahr 1216 unterwarf er sich dem König, der ihn zwang, der Magna Carta abzuschwören und ihm erneut seinen Bruder als Geisel zu stellen. Nachdem er zunächst weiter den König unterstützt hatte, schloss er sich noch vor Johanns Tod im Oktober 1216 wieder den Rebellen an. Nach der verlorenen Schlacht von Lincoln im Mai 1217 wechselte er jedoch wieder das Lager und schwor im August dem jungen König Heinrich III. die Treue. Der Regentschaftsrat beauftragte ihn im September 1217, die Übergabe von Carlisle Castle durch den schottischen König Alexander II. zu überwachen. Zu dieser Zeit plante Lacy bereits, sein Kreuzzugsgelübde zu erfüllen. Im Mai 1218 brach er zusammen mit seinem Oberherrn Ranulf de Blondeville, 4. Earl of Chester zum Kreuzzug von Damiette auf. Im August 1220 kehrte er zusammen mit dem Earl of Chester nach England zurück. Seine Bindung an seinen Oberherrn festigte er 1221 durch die Heirat mit Margaret de Quincy, einer Nichte des Earls.

Unterstützer von Heinrich III.
Im Februar 1221 unterstützte er während der Rebellion von William de Forz die Belagerung von Skipton Castle. Im Winter 1223 bis 1224 gehörte er mit dem Earl of Chester der Adelsopposition gegen den Justitiar Hubert de Burgh an. Er unterwarf sich jedoch wieder dem König und nahm 1224 an der Belagerung des von Rebellen gehaltenen Bedford Castle teil. Im Februar 1225 bezeugte er die erneute Anerkennung der Magna Carta durch Heinrich III. 1226 diente er als königlicher Richter von Lincolnshire und Lancashire. Er gehörte zu der englischen Gesandtschaft, die sich 1227 in Antwerpen mit deutschen Fürsten traf, und nahm 1230 am Frankreichfeldzug Heinrichs III. teil. Nach dem fehlgeschlagenen Feldzug war er einer der englischen Unterhändler, die einen Waffenstillstand mit Frankreich aushandelten. Zum Dank übergab ihm der König Collingham in Yorkshire sowie Bardsey in Lincolnshire.

Im Sommer 1232 unterstützte er erneut die Adelsopposition unter dem Earl of Chester gegen Hubert de Burgh, der Ende Juli als Justitiar entlassen wurde. Nachdem de Burgh in Devizes Castle inhaftiert worden war, stellte Lacy einen der vier Ritter, die ihn bewachen sollten. Das neue Regime unter Peter des Roches unterstützte er jedoch nur halbherzig, vermutlich beruhte seine Unterstützung für des Roches auf dem Wunsch, zum Earl of Lincoln erhoben zu werden. Nach einer noch vor dem Tod des Earls of Chester am 26. Oktober 1232 geschlossenen Vereinbarung erbte Hawise, die Schwester des Earls, dessen Titel Earl of Lincoln, den sie dann ihren Schwiegersohn Lacy weitergab. Am 22. November 1232 wurde Lacy offiziell zum Earl of Lincoln erhoben und erhielt damit ein Drittel der Steuereinnahmen aus Lincolnshire. Daneben erbte er weitere Güter des Earls of Chester, darunter Teile der Herrschaft Leeds. Im Herbst 1233 unterstützte Lacy den König während der Rebellion von Richard Marshal bei der Verteidigung der Welsh Marches. Nach der Chronik von Roger von Wendover wurde Lacy dabei von Peter des Roches bestochen, der ihm dafür die Vormundschaft des minderjährigen Erben und die Einkünfte aus den Besitzungen von Nigel de Mowbray gegen die geringe Gebühr von 1000 Mark versprach. Des Roches wurde jedoch im Frühjahr 1234 gestürzt. Lacy stieg nun zu einem der wichtigsten Ratgeber des Königs auf und übernahm 1236 bei der Krönung von Königin Eleonore wichtige zeremonielle Aufgaben.

1237 gehörte Lacy zu Gesandtschaften nach Schottland und Wales, dazu bezeugte er die erneute Anerkennung der Magna Carta durch den König. Der König übertrug ihm dafür nach dem Tod von John of Scotland, Earl of Chester 1237 die Verwaltung von Cheshire. Lacy bot dem König 5000 Mark für das Recht, seine Tochter Maud mit dem minderjährigen Richard de Clare, dem Erben der Familie Clare, verheiraten zu können. Der König versuchte zunächst, den jungen Clare mit einer seiner französischen Verwandten zu verheiraten. Nachdem dies gescheitert war, erwarb Lacy das Recht zur Verheiratung für nur 3000 Mark.[1] Richard von Cornwall, der jüngere Bruder des Königs, hatte bei diesem Arrangement zunächst Lacy unterstützt, doch schließlich verübelte er dessen bevorzugte Stellung beim König und versuchte 1238 eine erfolglose Revolte gegen seinen Bruder. Lacys Einfluss am Hof nahm nach 1238 jedoch ab, vermutlich wegen einer langfristigen Erkrankung.

Neben Stiftungen für die Kirche von Pontefract und für das Zisterzienserkloster Stanlaw Abbey in Leicestershire erließ John die älteste erhaltene Charta für Rochdale. Er wurde nah seinem Vater im Chor der Kirche von Stanlaw Abbey begraben. Als das Kloster in den 1290er Jahren nach Whalley verlegt wurde, wurden seine Gebeine dorthin umgebettet. 
de Lacy, John 1. Earl of Lincoln (I41523)
 
49008 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_de_Mohun,_2._Baron_Mohun

John de Mohun, 2. Baron Mohun KG (* 1320; † 14. September 1376) war ein englischer Adliger und Militär.

Sein Vater hatte in der Schlacht bei Boroughbridge gekämpft und war wenig später 1322 in Schottland gefallen. Als 1330 auch sein Großvater starb, erbte John dessen Ländereien in Somerset als Baron Mohun und Herr der feudalen Baronie Dunster. Da er noch minderjährig war, wurde Henry Burghersh, Bischof von Lincoln, als sein Vormund eingesetzt. Nach dessen Tod erhielt John 1341 schließlich die Kontrolle über seine Ländereien. Etwa zur gleichen Zeit heiratete er die Nichte seines Vormunds, Joan Burghersh, Tochter des Bartholomew Burghersh, 1. Baron Burghersh († 1355).

1341 wurde er zum Kriegsdienst gegen Schottland einberufen und beteiligte sich, unter dem Kommando seines Schwiegervaters, 1342 an einem Feldzug in die Bretagne. Nachdem er 1346 als Commissioner of Array für die Truppenaushebungen in Somerset zuständig war, nahm er in den Folgejahren an Feldzügen in Frankreich teil, wo er dem Gefolge des Prince of Wales angehörte. 1348 wurde er von dessen Vater, König Eduard III., als Gründungsmitglied in den Hosenbandorden aufgenommen. In den folgenden Jahren nahm er erneut an Feldzügen in Frankreich teil.

Offenbar geriet er in finanzielle Schwierigkeiten, jedenfalls vergab er seine wesentlichen Güter, einschließlich Dunster Castle und Minehead 1369 zugunsten seiner Gattin an Lehensnehmer.

Er starb am 14. September 1376 und wurde im Kloster von Bruton in Somerset bestattet. 
de Mohun, John 2. Baron Mohun (I41475)
 
49009 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_de_Vere,_7._Earl_of_Oxford

John de Vere, 7. Earl of Oxford (* 1312; † 23. oder 24. Januar 1360) war ein englischer Magnat und Militär.

Herkunft und Erbe
John de Vere war der einzige Sohn von Alfonso de Vere († 1328) und von dessen Frau Jane Foliot. Sein Vater war ein jüngerer Bruder von Robert de Vere, 6. Earl of Oxford, und nachdem dieser 1331 kinderlos starb, erbte John die Güter der Familie de Vere, den Titel Earl of Oxford und das Erbamt des Chamberlain of England. Obwohl die Familie de Vere eine alte und angesehene Familie des anglonormannischen Hochadels war, besaß sie im Vergleich zu anderen Magnaten nur einen relativ bescheidenen Grundbesitz. 1336 heiratete Oxford Maud, die Witwe von Robert FitzPayn und zweite Tochter von Bartholomew de Badlesmere und dessen Frau Margaret. Nach dem kinderlosen Tod ihres Bruders Giles de Badlesmere wurde sie 1338 Miterbin der Besitzungen der Familie Badlesmere. Durch das Erbe seiner Frau konnte Oxford seinen Besitz zwar vergrößern, da seine Frau sich das Erbe jedoch mit ihren drei Schwestern teilen musste, war ihr Erbteil nicht besonders umfangreich.

Leben
Den Großteil seines Lebens verbrachte Oxford als Militär im Dienst von König Eduard III. im Krieg gegen Frankreich und gegen Schottland. Aus seinem relativ geringen Grundbesitz konnte er dafür nur ein geringes Gefolge aufbieten. Als Militär arbeitete Oxford eng mit dem annähernd gleichaltrigen William de Bohun zusammen, mit dem er verschwägert war. Nachdem sie gemeinsam an mehreren Feldzügen teilgenommen und auch in England eng zusammengearbeitet hatten, starben sie beide innerhalb von neun Monaten.

Oxfords militärische Karriere begann in den 1330er Jahren im Krieg gegen Schottland. 1333 nahm er an der Belagerung von Berwick teil.[1] Am Winterfeldzug des Königs von 1334 bis 1335 nach Roxburgh nahm er mit 28 Men-at-arms und 12 berittenen Bogenschützen. Aufgrund seiner begrenzten Mittel nahm er 1335 am Sommerfeldzug des Königs nach Perth im Gefolge von John de Warenne, 7. Earl of Surrey teil.[2] Als der König 1339 eine französische Invasion befürchtete, wurde Oxford mit der Verteidigung der Küste von Essex betraut. Im November 1339 rüstete Oxford auf Befehl des Königs Schiffe aus und diente im März 1340 unter dem Earl of Warwick in Flandern. Im Februar 1342 nahm er an einem Turnier in Dunstable teil, wo er, im Gegensatz zu den wegen ihres Alters nicht mehr an Turnieren teilnehmenden Earls of Gloucester, Arundel und Warenne, neben Derby, Warwick, Northampton, Pembroke und Suffolk als einer der jungen Earls des Königs galt, der erst wenige Jahre zuvor die Titel der Earls of Derby, Northampton, Pembroke und Suffolk geschaffen hatte.

Im August 1342 unternahm Oxford seinen ersten größeren Feldzug nach Frankreich, wo er zusammen mit seinem Schwager Northampton, der als Stellvertreter des Königs diente, im bretonischen Erbfolgekrieg kämpfte. Sie entsetzten das belagerte Brest und schlugen am 30. September die Truppen von Karl von Blois in der Schlacht von Morlaix nach hartem Kampf in die Flucht. Im nächsten Jahr unternahmen Oxford und Northampton einen Feldzug nach Schottland, wo sie das belagerte Lochmaben Castle entsetzten. Angeblich wurden ihre Schiffe bei der Rückreise von Schottland bis an die Küste des westirischen Connacht abgetrieben, wo ein Teil ihrer Schiffe von der einheimischen Bevölkerung geplündert wurde. Im Januar 1346 war Oxford wieder in Quimperlé in der Bretagne, wo er und Northampton vermutlich überwinterten.

Vermutlich zogen sie im Sommer 1346 von der Bretagne durch das feindliche Frankreich in die Normandie, wo sie sich dem dort gelandeten Heer von Eduard III. anschlossen. Der Chronist Froissart berichtet, das Oxford am 26. August in der Schlacht von Crécy an der Seite des Schwarzen Prinzen gekämpft hatte. Er soll einer der Kommandeure gewesen sein, den der Schwarze Prinz während der Schlacht zu seinem Vater, dem König, mit der Bitte um Verstärkung gesandt hatte. Obwohl die Truppen des Schwarzen Prinzen hart bedrängt waren, soll der König seinem Sohn die Unterstützung mit den berühmten Worten „Wenn er König werden sollte, muss er allein zurechtkommen“ verweigert haben. Nach dem englischen Sieg nahm Oxford an der Belagerung von Calais teil. 1348 erkrankte er schwer und nahm bis 1355 an keinem weiteren Feldzug mehr teil. In diesem Jahr nahm er unter dem Schwarzen Prinzen an dessen Chevauchée durch das Languedoc teil, und Anfang 1356 überfiel er die Region um Rocamadour im Quercy. Im Herbst 1356 zog Oxford mit der Armee des Schwarzen Prinzen nach Norden, wo sie von der französischen Armee gestellt wurden. In der Schlacht von Poitiers am 19. September war Oxford zusammen mit dem Earl of Warwick Kommandant der Vorhut. Während der Schlacht gelang es Oxford, mit seinen Bogenschützen die angreifende französische Kavallerie von der Flanke her zu beschießen. Dadurch erlitten die Franzosen hohe Verluste, wodurch die im englischen Zentrum aufgestellten Bogenschützen davor bewahrt wurden, überritten zu werden. Nach der Schlacht zog er sich nach Bordeaux zurück. Als die nach dem englischen Sieg begonnenen Friedensverhandlungen mit Frankreich stockten, wurde Oxford am 10. Oktober zu einer Ratsversammlung nach London berufen. Anschließend begleitete er den König bei dessen Feldzug gegen Reims. Dabei starb er wahrscheinlich während eines Vorstoßes nach Burgund. Sein Leichnam wurde zurück nach England gebracht, wo er im Familienkloster Earls Colne Priory in Essex beigesetzt wurde. Sein Grabdenkmal war 1653 noch erhalten, doch wurde es spätestens im 18. Jahrhundert zerstört.

Trotz seines langjährigen Militärdienstes und seiner Teilnahme an zwei der bedeutendsten Schlachten im Krieg gegen Frankreich wird Oxford von keinem zeitgenössischen Chronisten wegen seiner Tapferkeit gerühmt. Auch König Eduard III. belohnte ihn im Vergleich zu anderen Militärs nur wenig, beispielsweise wurde er nicht in den Hosenbandorden aufgenommen. Von Oxford sind weder an seinem Hauptsitz Hedingham Castle noch am Familienkloster Earls Colne Priory größere Baumaßnahmen überliefert. In seinem Testament vermachte Oxford dem Kloster nur die geringe Summe von 100 Mark. 
de Vere, John 7. Earl of Oxford (I29816)
 
49010 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_de_Warenne,_6._Earl_of_Surrey

John de Warenne, 6. Earl of Surrey (auch als Earl Warenne oder Earl of Sussex bezeichnet) (* 1231; † um 29. September 1304 in Kennington, Kent) war ein englischer Magnat. Als mächtiger Adliger spielte er eine wichtige Rolle während des Zweiten Kriegs der Barone und während der Eroberung von Wales durch König Eduard I. Während der Schottischen Unabhängigkeitskriege betraute Eduard I. Warenne mit der Verteidigung der englischen Oberherrschaft in Schottland, womit dieser letztlich scheiterte.

Herkunft
John de Warenne entstammte der anglonormannischen Familie Warenne. Er war der einzige Sohn von William de Warenne, 5. Earl of Surrey, und von dessen Frau Maud Marshal. Seine Mutter war die Witwe von Hugh Bigod, 3. Earl of Norfolk, und eine der fünf Töchter von William Marshal, 1. Earl of Pembroke. Über seine Mutter hatte er damit verwandtschaftliche Bindungen zu zahlreichen hochadligen Familien in Frankreich und England. Johns ältere Schwester Isabel de Warenne war die Gründerin von Marham Abbey.

Erbe der Güter der Familie Warenne und Verheiratung
Sein Vater starb bereits 1240, so dass der neunjährige John als königliches Mündel an den Hof von König Heinrich III. kam. Von seinem Vater hatte er umfangreiche Besitzungen geerbt, die über ganz England verstreut lagen. Der Schwerpunkt der Besitzungen war die Baronie Lewes in Sussex, dazu gehörten Stamford und Grantham in Lincolnshire, Castle Acre in Norfolk, Conisbrough, Sandal und Wakefield in Yorkshire sowie Reigate in Surrey. Diese Ländereien übergab der König zur Verwaltung an Peter von Savoyen, einen Onkel der Königin. Über seine Mutter wurde er 1245 dazu zum Teilerben der umfangreichen Güter der Familie Marshal. 1246 versprach der König seinem Mündel, ihn mit einer der Töchter von Graf Amadeus IV. von Savoyen zu verheiraten, was jedoch nicht erfolgte. Stattdessen verheiratete der König Warenne im August 1247 mit seiner Halbschwester Alice de Lusignan, einer Tochter des französischen Grafen Hugo X. von Lusignan und von Heinrichs Mutter Isabella von Angoulême. Nach der Heirat übergab der König Warenne 1248 einen Teil seines Erbes.

Höfling im Dienst von Heinrich III.
Warenne blieb am Königshof und schloss sich Anfang der 1250er Jahre der Gruppe Höflinge an, die sich um die Halbbrüder des Königs, die sogenannten Lusignans, und den jungen Thronfolger Lord Eduard gebildet hatte. Von 1252 bis 1253 unterstützte er seinen Schwager Aymer de Lusignan bei dessen gewalttätigen Konflikt mit Erzbischof Bonifatius von Savoyen. 1252 wurde Warenne volljährig, womit er den Titel und die Einkünfte des Earl of Surrey erhielt. Zusammen mit Lord Eduard wurde er 1254 zum Ritter geschlagen und folgte dem König in die südwestfranzösische Gascogne, wo dieser eine Rebellion niederschlagen musste. Dort bürgte er in Bordeaux für die Schulden des Königs, die dieser dort gemacht hatte. 1255 reiste er zusammen mit seinem Schwager William de Valence und Richard de Clare, 2. Earl of Gloucester, erneut nach Frankreich. Im gleichen Jahr gehörte er auch zu den Baronen, die den jungen schottischen König Alexander III. und dessen Frau Margarete von Edinburgh nach Wark-on-Tweed Castle eskortierten, wo sie den englischen König trafen. Er war auch anwesend, als für den minderjährigen Alexander ein neuer Regentschaftsrat eingesetzt wurde. 1257 begleitete Warenne Richard von Cornwall, den Bruder Heinrichs III., nach Aachen, wo dieser zum römisch-deutschen König gekrönt wurde.

Rolle während des Kriegs der Barone
Anfänglicher Unterstützer des Königs
Als 1258 eine Adelsopposition eine Reform der erfolglosen Herrschaft des Königs forderte, schwankte Warenne wie viele Barone politisch zwischen den Gegnern und den Unterstützern des Königs. Einer der Hauptziele der Adelsopposition war die Beseitigung des Einflusses der Lusignans auf den König. Obwohl seine eigene Frau aus Frankreich stammte, hatte Warenne 1255 zu einer Gruppe von Baronen gehört, die gegen die große Zahl von Ausländern protestierte, die unter Heinrichs Herrschaft nach England kamen. Aufgrund seiner Herkunft und seiner familiären Bindung an die Lusignans und damit an den König stand Warenne dann in den nächsten Jahren doch zumeist auf der Seite des Königs. Als während des Parlaments in Oxford im Juli 1258 über das Reformprogramm der Adelsopposition, den Provisions of Oxford, beraten wurde, gehörte Warenne zusammen mit William de Valence und Aymer de Lusignan zu den zwölf Vertretern, die der König benannte, um den neuen 15-köpfigen Staatsrat zu wählen. Obwohl Warenne die Einhaltung der Provisions of Oxford geschworen hatte, verweigerte er seine Zustimmung zur Rückgabe der Burgen und Ländereien, welche die Lusignans vom König erhalten hatten. Zusammen mit Lord Eduard und den Lusignans floh er schließlich nach Winchester, wo sie sich in Wolvesey Castle, einer Burg von Aymer de Lusignan, verschanzten. Dort wurden sie von den überlegenen Anhängern der Adelsopposition zur Aufgabe gezwungen. Warenne wurde überzeugt, dass die Lusignans das Land verlassen mussten, und begleitete seine Schwäger nach Dover, von wo sie ins Exil gingen.

Seitenwechsel vor dem Krieg der Barone
Warenne unterstützte nun Lord Eduard, als dieser sich Ende 1258 politisch von seinem Vater absetzte und sich im März 1259 mit dem Earl of Gloucester verbündete. Warenne bezeugte jedoch auch den Brief, in dem Eduard im Oktober 1259 Gloucesters Gegenspieler Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester, seine Unterstützung anbot. Im Frühjahr 1260 stand er allerdings nicht mehr entschlossen hinter dem Thronfolger. Ende März 1260 gewährte der König Warenne eine jährliche Pension, und als Lord Eduard im April 1260 bereit war, offen gegen seinen Vater vorzugehen, gehörte Warenne zu den Baronen, die der König bewaffnet zu seiner Unterstützung nach London befahl. Nachdem sich Eduard und sein Vater daraufhin wieder versöhnt hatten, gehörte Warenne zum Gefolge des Thronfolgers, mit dem dieser nach Frankreich reiste, um an mehreren Turnieren teilzunehmen. Wahrscheinlich war Warenne vor dem 17. Februar 1261 wieder nach England zurückgekehrt, als ihn der König zusammen mit 26 anderen Baronen zu seiner Unterstützung wieder bewaffnet nach London befahl. Als nun der König scheinbar wieder seine Macht zurückgewonnen und die Adelsopposition besiegt hatte, wechselte Warenne erneut die Seiten. Zusammen mit seinen Halbbrüdern Roger Bigod, 4. Earl of Norfolk, und Hugh Bigod verlangte er die Einhaltung der Provisions of Oxford und wandte sich an den französischen König Ludwig IX., um in dem Konflikt zu vermitteln. Nachdem auch diese Opposition gegen den König gescheitert war, begnadigte der König im Dezember 1261 offiziell Warenne und andere Barone. Anschließend verließ Warenne erneut England und kehrte erst am 10. März 1263 zusammen mit Henry of Almain und Simon de Montfort dem Jüngeren nach England zurück. Als auch Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester, im April wieder nach England zurückkehrte, berief er Warenne, Henry of Almain und Gilbert de Clare, den Sohn des verstorbenen Earl of Gloucester, zu seinen Ratgebern. Sie trafen sich in Oxford, wo sie erneut die Einhaltung der Provisions verlangten. Anschließend schloss sich Warenne im Mai 1263 in Worcester den bewaffneten Rebellen an, die bereit zum Kampf gegen den König waren und bereits Besitzungen von Anhängern des Königs in den Midlands und in den Welsh Marches angegriffen hatten. Als der König im Sommer 1263 nachgab und der Adelsopposition unter Montfort wieder die Regierung überließ, wurde Warenne im August 1263 Mitglied des neuen Regierungats und zum Verwalter von Pevensey Castle ernannt. Zusammen mit Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester, Henry of Almain und anderen gehörte er der Gesandtschaft an, die Friedensverhandlungen mit dem walisischen Fürsten Llywelyn ap Gruffydd führten. Kurz danach wechselte er jedoch erneut die Seiten und schloss sich zusammen mit Henry of Almain, Roger und Hugh Bigod und anderen wieder Lord Eduard an. Der König belohnte ihn, indem er ihm am 18. September die Erblichkeit seiner Besitzungen gewährte. Am 23. September gehörte Warenne zusammen mit Henry of Almain, Lord Eduard und Königin Eleonore zur Begleitung des Königs, als dieser nach Frankreich segelte, um dort König Ludwig IX. zu treffen. Zurück in England, gehörte Warenne am 3. Dezember dem königlichen Heer an, das versuchte, Dover Castle zu besetzen. Danach zählte er weiter zum engen Gefolge des Königs und wurde am 24. Dezember zum militärischen Befehlshaber von Surrey und Sussex ernannt.

Beitrag zum Sieg der Partei des Königs
Als es im Frühjahr 1264 zum offenen Krieg der Barone zwischen dem König und der Adelsopposition unter Montfort kam, war Warenne zusammen mit Roger of Leybourne Kommandant von Rochester Castle, das vom 19. bis zum 26. April von den Rebellen unter Montfort belagert wurde. Nachdem der König die Burg entsetzt hatte, schloss sich Warenne wieder dem königlichen Heer an. In der Schlacht von Lewes am 14. Mai gehörte Warenne unter dem Kommando von Lord Eduard zum rechten Flügel des Heeres. Als klar wurde, dass das königliche Heer geschlagen würde, flüchtete Warenne zusammen mit seinen Schwägern William de Valence, Gottfried de Lusignan sowie mit Hugh Bigod nach Pevensey Castle und dann weiter ins Ausland. Für diese Flucht wurde er von mehreren Chronisten heftig kritisiert, da aufgrund ihrer Flucht vom Schlachtfeld angeblich der Thronfolger von den Rebellen gefangen genommen wurde. Die siegreichen Rebellen unter Montfort beschlagnahmten Warennes Besitzungen. Reigate und Lewes Castle blieben unter der Kontrolle der Regierung der Barone, seine Besitzungen in Sussex fielen an Simon de Montfort den Jüngeren, während die anderen Besitzungen am 20. Juni 1264 an Gilbert de Clare übergeben wurden. In Frankreich bat Warenne den französischen König um Hilfe, dazu beriet er die in Frankreich verbliebene Königin Eleonore, als diese ein Söldnerheer für eine Invasion in England anwerben wollte. Dieses Vorhaben wurde jedoch erst im Frühjahr 1265 ausgeführt. Zusammen mit William de Valence und 120 Söldnern landete Warenne Anfang Mai 1265 bei Pembroke in Südwestwales. Ihnen schloss sich ihnen bald Gilbert de Clare an, der auf die Seite des Königs gewechselt war. Sie sandten den Prior von Monmouth Priory nach Hereford, wo der König zusammen mit Montfort weilte, und verlangten die Rückgabe ihrer Besitzungen, die unrechtmäßig beschlagnahmt worden seien. Ihnen wurde daraufhin sicheres Geleit angeboten, doch sie sollten sich vor Gericht verantworten. Am 28. Mai entkam jedoch Lord Eduard aus dem Gewahrsam der Rebellen. Er schloss sich rasch Warenne und seinen Verbündeten an, und zusammen eroberten sie eine Reihe von Städten in den Welsh Marches. Daraufhin zog Montfort mit seinen Truppen nach Westengland, um die Rebellion niederzuschlagen. Warenne gehörte dem Heer an, das in der Nacht vom 1. zum 2. August einen Teil dieser Truppen unter Simon Montfort dem Jüngeren bei Kenilworth Castle überraschen und schlagen konnte, und wahrscheinlich kämpfte er auch am 4. August in der Schlacht von Evesham, in der die Truppen Montforts entscheidend besiegt wurden.

Unterstützer des Königs nach dem Krieg der Barone
Nach dem Sieg der Anhänger des Königs wurde Warenne beauftragt, Kent und die Cinque Ports zu unterwerfen. Anschließend erschien er mit 200 Bogenschützen aus dem Weald in London, um die Einwohner einzuschüchtern. Zusammen mit Henry of Almain ging er dann gegen verbliebene Rebellen aus Nordengland unter dem Earl of Derby vor, dann griff er zusammen mit William de Valence Bury St Edmunds an, um East Anglia wieder unter königliche Kontrolle zu bringen. 1267 beauftragte ihn der König, zusammen mit William de Valence Gilbert de Clare, 3. Earl of Gloucester, zur Teilnahme am Parlament zu drängen. 1268 erhielt er vom König eine offizielle Begnadigung, weil er während des Bürgerkriegs zeitweise die Rebellen unterstützt hatte. Auch für seinen Beitrag zum Sieg des Königs wurde er nicht besonders üppig belohnt. Ihm wurde eine einträgliche Vormundschaftsverwaltung zugesprochen, dazu erhielt er die Häuser, die der Rebell Hugh de Neville in London besessen hatte, kleinere Ländereien sowie 200 Mark in bar. Allerdings wurden auf seine Bitten hin einige weitere Ritter begnadigt. Im Juni 1268 legte Warenne während des Parlaments in Northampton zusammen mit Lord Eduard, William de Valence und anderen Magnaten ein Kreuzzugsgelübde ab. Dennoch nahm er nicht am Kreuzzug Lord Eduards teil, sondern blieb in England. Als Heinrich III. im November 1272 starb, schwor Warenne bei der Beisetzung des verstorbenen Königs zusammen mit anderen Magnaten dem immer noch abwesenden Eduard die Treue. Bis zur Rückkehr des neuen Königs übernahm er mit die Verwaltung des Reiches.

Militär und Diplomat im Dienst von Eduard I.
Militär in den Kriegen in Wales
In den Kriegen von König Eduard I. gegen Schottland und Wales war Warenne ein bedeutender Kommandant. Er gehörte dem Gericht an, das 1276 den walisischen Fürsten Llywelyn ap Gruffydd als abtrünnigen Vasallen verurteilte und diente sowohl im Feldzug von 1276 bis 1277 wie im Feldzug von 1282 bis 1283 in Wales. Der König belohnte ihn mit den beiden neugebildeten Herrschaften Bromfield und Yale in Nordostwales. Während der Rebellion von Rhys ap Maredudd 1287 führte Warenne erneut ein Kontingent Truppen nach Wales, und 1294 wurde er wieder aufgeboten, um die Rebellion des Walisers Madog ap Llywelyn niederzuschlagen. Dabei versuchte er 1294 hartnäckig, aber letztlich erfolglos, während der Vakanz der Diözese St Asaph die Verwaltung von dessen walisischen Besitzungen zu erhalten.

Diplomat in Schottland und Norwegen
Bereits während der Kriege in Wales war Warenne auch in Schottland aktiv. 1278 begleitete er den schottischen König Alexander III. nach London. Dort nahm Warenne an dem Parlament teil, bei dem Alexander König Eduard für seine englischen Besitzungen die Treue schwor. 1285 begleitete Warenne Eduard I. bei dessen Reise nach Schottland. 1286 starb König Alexander ohne überlebende Nachkommen. Warenne gehörte von 1289 bis 1290 der englischen Gesandtschaft an, die in schwierigen Verhandlungen die Heirat der schottischen Thronerbin Margaret, der Enkelin Alexanders, mit dem englischen Thronfolger Eduard aushandelte. Im Herbst 1289 gehörte er der Delegation an, die 1289 den Vertrag von Salisbury und im Juli 1290 den Vertrag von Birgham aushandelte. In diesen Verträgen sollten die Bedingungen der Hochzeit und die künftigen Beziehungen zwischen England und Schottland geregelt sein. Anschließend gehörte er der englischen Gesandtschaft an, die nach Norwegen zu König Erik II., dem Vater von Margaret, reiste. Durch den plötzlichen Tod von Prinzessin Margaret im September 1290 wurden diese Verhandlungen gegenstandslos. In Schottland gab es nun dreizehn mögliche Thronanwärter, zu denen auch Warennes Schwiegersohn John Balliol gehörte. Der englische König sollte in einem Schiedsspruch den neuen König bestimmen. Warenne unterstützte nun stark Balliols Thronkandidatur, der schließlich 1292 neuer schottischer König wurde. Eduard I. versuchte nun, die englische Oberherrschaft über Schottland durchzusetzen. Dagegen rebellierten 1295 jedoch Balliol und die Schotten.

Kommandant während des Schottischen Unabhängigkeitskriegs
Zu Beginn des Schottischen Unabhängigkeitskriegs 1295 ernannte der König Warenne zum Befehlshaber der Küstenverteidigung, zu einem der Kommandanten von Nordengland und von Bamburgh Castle. Am 27. April 1296 schlug Warenne die Schotten unter Balliol in der Schlacht bei Dunbar, anschließend konnte er Dunbar Castle erobern. Der Sieg hatte keine entscheidende Wirkung, doch Warenne stellte ihn als wichtigen Sieg dar, der die Schotten demoralisieren sollte. Anschließend begleitete er im Sommer 1296 Eduard I. bei dessen siegreichen Feldzug durch Schottland, worauf er am 3. September zum Verteidiger Schottlands ernannt wurde. Warenne zog sich jedoch anschließend nach Nordengland zurück und weigerte sich, in Schottland einzugreifen, als es 1297 zum Aufstand unter William Wallace kam. Als Begründung dafür gab er das schlechte Wetter und seine angeschlagene Gesundheit an. Der Aufstand entwickelte sich daraufhin zu einer weiten Rebellion gegen die englische Vorherrschaft, worauf der König Warenne befahl, nach Schottland zurückzukehren und zu kämpfen. Auf diesen Druck hin zog Warenne langsam nach Norden. Bis Juli hatte er nur Berwick erreicht. Nur sein Enkel Henry Percy, den er vorausgesandt hatte, konnte einige Erfolge erzielen. Im August versuchte der König daraufhin Warenne als Verteidiger von Schottland durch Brian fitz Count zu ersetzen, doch dieser erklärte, dass er zu arm sei, um die Kosten für dieses wichtige Amt zu bestreiten. Anfang September 1297 befahl der König Warenne deshalb ausdrücklich, die Rebellion in Schottland niederzuschlagen. Warenne marschierte daraufhin nach Stirling, wo eine schmale Brücke den Forth überkehrte. Am gegenüberliegenden Ufer lagerte ein schottisches Heer unter William Wallace. Nachdem Verhandlungen gescheitert waren, entschloss sich Warenne trotz der schlechten Ausgangslage zum Angriff. Noch bevor die Engländer vollständig die Brücke überquert hatten, griffen die Schotten an. Die Engländer erlitten in der Schlacht von Stirling Bridge eine schwere Niederlage. Über Berwick zog sich Warenne mit seinem geschlagenen Heer nach England zurück. Am 27. September traf er in York den Thronfolger Eduard, der seinen Vater als Regent vertrat.

Trotz dieser Niederlage vertraute der König weiter seinem alten Kämpfer, obwohl er angeblich auch Warenne wegen seiner schlechten Führung verhöhnt haben soll. Im Dezember 1297 ernannte er ihn wieder zum Kommandanten eines Feldzugs nach Schottland. Angesichts der Belastung durch den Krieg in Schottland und dem andauernden Krieg mit Frankreich kam es in England zu einem Protest zahlreicher Adliger gegen die Politik des Königs. In die daraus entstandene Staatskrise war Warenne nicht direkt verwickelt. Als alter Anhänger des Königs schwor er im November 1297 die Confirmatio Cartarum einzuhalten. Anstelle des in Flandern weilenden Königs führte er im Januar 1298 den Vorsitz über das Parlament in York, wo erneut die Magna Carta bestätigt wurde. Anschließend führte er einen raschen Feldzug gegen Schottland, bei dem er Berwick zurückeroberte. Als Eduard I. von Flandern nach England zurückkehrte, dankte er Warenne für seine Dienste in Schottland und befahl ihn zurück nach England, um mit ihm die Lage in Schottland zu besprechen. Danach kämpfte Warenne wieder in Schottland, dabei nahm er am 22. Juli 1298 an der siegreichen Schlacht von Falkirk teil. Im November 1298 ernannte ihn der König zu einem der Richter, die Amtsverfehlungen seiner Forstbeamten untersuchen sollten. 1299 wurde er erneut zum Kriegsdienst in Schottland einberufen. Im September 1299 gehörte er bei der zweiten Hochzeit des Königs zu den Gästen. Im November 1299 ernannte ihn der König zum Vormund seines Enkels Edward Balliol, einem der potentiellen schottischen Thronanwärter. Während des Feldzugs von 1300 nach Schottland kommandierte Warenne die zweite Abteilung der englischen Armee und nahm an der Belagerung von Caerlaverock Castle teil. Auch 1301, 1302 und 1303 berief ihn der König zum Militärdienst nach Schottland.

Streitbarer Verteidiger seiner Rechte und Güter
Wenn es um Warennes eigenen Besitzungen und Rechte ging, verteidigte er diese aggressiv. Bereits 1253 war er dazu verurteilt worden, ungerechtfertigt umzäuntes Gemeinland bei Wakefield wieder aufzugeben und die Zäune niederzureißen. 1269 kam es wegen der Rechte an Weideland fast zu einer offenen Fehde zwischen ihm und dem Earl of Lincoln, bis schließlich königliche Richter das Land dem Earl of Lincoln zusprachen. Wenig später, im Sommer 1270, kam es, vermutlich ebenfalls wegen Landbesitzes, zwischen ihm und Alan de la Zouche im Palace of Westminster zu einem Streit, bei dem Warennes Gefolgsleute Zouche schließlich angriffen und tödlich verwundeten. Warenne flüchtete nach Reigate Castle, und erst nachdem ihm der Earl of Gloucester und Henry of Almain freies Geleit zugesichert hatten, stellte er sich dem königlichen Gericht. Warenne schwor, dass er Zouche nicht vorsätzlich, sondern in unkontrollierter Wut getötet hatte. Er wurde zu einer Strafzahlung von 10.000 Mark verurteilt, die er ursprünglich in Jahresraten von 700 Mark zahlen sollte. Der König verringerte die Rate auf jährlich 200 Mark, doch zur Verbitterung vieler anderer Barone zahlte Warenne auch diese relativ geringe Summe nie vollständig. 1274 fielen Bogenschützen und weitere Gefolgsleute Warennes über die Ländereien von Robert d'Aguillon her und belästigten dessen Knechte. Zwischen 1274 und 1276 im Auftrag von König Eduard durchgeführte Untersuchungen bestätigten, dass die Vögte und Verwalter von Warenne auf dessen Gütern eine strenge Herrschaft führten. Sie erhoben überhöhte Abgaben, Steuern und Zölle und inhaftierten Untertanen, die sich dagegen beschwerten. Warenne maßte sich Rechte an, die ihm nicht gewährt worden waren. Unrechtmäßig vergrößerte er weiter durch Einzäunungen von Gemeindeland seine Besitzungen. Das Wild aus seinen Wildparks beschädigte die Ernte auf den angrenzenden Feldern, worüber sich Erzbischof Pecham beschwerte. Als Eduard I. eine Erhebung der Knight’s fees in England durchführen wollte, verweigerten Warrenes Vögte den königlichen Beamten den Zugang zu dessen Besitzungen, und seine Vasallen weigerten sich, vor den königlichen Beamten zur Aussage zu erscheinen. Der Legende nach soll Warenne 1279 von königlichen Richtern aufgefordert worden sein, die Besitzurkunden seiner Ländereien zu zeigen. Warenne soll ein rostiges Schwert gezogen und gerufen haben, dies wäre seine Besitzurkunde, da seine Vorfahren als Begleiter von Wilhelm dem Eroberer die Besitzungen mit dem Schwert erobert hätten. Um 1286 kam es in Wales zu Zusammenstößen zwischen Warenne und Reginald Grey, dem königlichen Justiciar von Chester, dem Warenne Übergriffe auf seine Besitzungen vorwarf. Daneben gab es noch zahlreiche weitere Beschwerden, Untersuchungen und Prozesse über Warennes Verwaltung seiner Besitzungen.

Warenne starb um den 29. September 1304, wurde jedoch erst nach Weihnachten 1304 in einer feierlichen Zeremonie in Lewes Priory beigesetzt. Robert Winchelsey, der Erzbischof von Canterbury, leitete die Beisetzung, an der auch zahlreiche Adlige teilnahmen.

Bewertung
Obwohl Warenne wesentlich an der Auseinandersetzung zwischen den Anhängern des Königs und der Adelsopposition sowie am Zweiten Krieg der Barone beteiligt war, hatte er nie eine führende Rolle. Meist schloss er sich anderen Baronen an, die durch Verwandtschaft oder Heiraten miteinander verbunden waren. Dies lässt vermuten, dass die Seitenwechsel von Warenne weniger aus politischen, sondern eher aus freundschaftlichen Interessen erfolgten. Dabei ließ er sich scheinbar von mit ihm verwandten Führungspersonen wie Lord Eduard und William de Valence leiten. Trotz seiner wankelnden Loyalität wurde er schließlich ein enger Gefolgsmann von Lord Eduard, dem er dann bis zu seinem Tod diente. Politisch und auf dem Schlachtfeld agierte Warenne eher zögerlich, wenn nicht sogar feige, im Gegensatz zu seinen Vasallen und Untergebenen, gegenüber denen er anmaßend und unverschämt war. Trotz seiner hohen Herkunft und seines Ranges wurde er nicht zu einem der führenden Magnaten Englands. Stattdessen wurde er zum Symbol eines konservativen Adligen, wie die Legende über seine Zurückweisung der königlichen Richter zeigt. 
de Warenne, Graf John (I27369)
 
49011 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_Hastings,_1._Baron_Hastings (Sep 2017)

John Hastings, 1. Baron Hastings (auch John de Hastings) (* 6. Mai 1262 in Allesley, Warwickshire; † vor 28. Februar 1313) war ein englischer Adliger und Militär. Er war 1290 einer der dreizehn Anwärter auf den schottischen Thron und diente den englischen Königen als Seneschall der Gascogne.

Herkunft und Erbe
John Hastings war der älteste Sohn und Erbe von Henry Hastings und von Joanna Cantilupe, einer Tochter von William III de Cantilupe. Sein Vater, der während des Zweiten Kriegs der Barone einer der führenden Rebellen war, starb bereits 1269, seine Mutter starb 1271. König Heinrich III. vergab die Vormundschaft für John an seinen jüngeren Bruder Richard von Cornwall und an dessen Sohn Edmund. Dazu vergab er das Recht von Johns Verheiratung an seinen Halbbruder William de Valence, einen der sogenannten Lusignans. Als 1273 George de Cantilupe, der Bruder seiner Mutter starb, wurde John auch zum Erben von Abergavenny, einer Herrschaft der Welsh Marches in Südostwales. Am 12. Juli 1283, als er volljährig wurde, wurde ihm deshalb Abergavenny mit Abergavenny Castle sowie Cilgerran Castle übergeben.

Marcher Lord von Abergavenny in Wales
Hastings war in den nächsten Jahren im Dienst des Königs in Schottland, Irland, Wales und in der Gascogne tätig. 1285 heiratete seine Schwester Ada den walisischen Lord Rhys ap Maredudd, einen der wenigen Waliser, die nach der Eroberung von Wales 1283 noch eine eigene Herrschaft besaßen. Hastings schenkte dem Paar seine Ländereien in St Clears, Angoy und Pemmlick. Bereits 1287 wurde Rhys ap Maredudd zu einer Rebellion gegen die englische Herrschaft getrieben. Hastings gehörte dem englischen Heer an, dass zur Niederschlagung der Rebellion aufgeboten wurde. Rhys Burg Dinefwr wurde erobert, er selbst wurde enteignet und floh. Auch einige von Hastings walisischen Untertanen hatten die Rebellion unterstützt, weshalb sie zu Strafzahlungen verurteilt wurden. Hastings wurde gestattet, die relativ milden Strafgelder selbst zu behalten.

Anwärter auf den schottischen Thron und schottischer Unabhängigkeitskrieg
Als es zum Schottischen Thronfolgestreit kam, erhob Hastings 1291 als Enkel von Ada, der jüngsten der drei Töchter von David of Huntingdon und damit als Ur-ur-urenkel von König David I. von Schottland einen Anspruch auf den schottischen Thron. AAls Enkel einer jüngeren Töchter von David of Huntingdon hatte er dabei allerdings gegenüber John Balliol oder Robert V. de Brus wenig reelle Chancen. Er behauptete aber, dass Schottland als englisches Lehen kein selbständiges Reich sei, so dass das schottische Throngut nach englischen Erbrecht unter den Erben aufgeteilt werden müsste. Dieser Anspruch wurde jedoch von dem Komitee, das über die Thronfolge entscheiden sollte, zurückgewiesen. Als offensichtlich wurde, dass John Balliol die besten Aussichten hatte, den Thron zu besteigen, unterstützte noch Robert de Brus vergeblich den Anspruch von Hastings. Zuvor hatte Brus noch versucht, sowohl die Ansprüche von Balliol und von Hastings auf ihren Anteil von Earl Davids Herrschaft Garioch zu bestreiten.
1290 wurde Hastings erstmals in das Parlament berufen. Ab 1295 nahm er regelmäßig an den Parlamentsversammlungen teil, so dass er den Titel Baron Hastings erhielt. 1296 nahm er am Feldzug von König Eduard I. teil, durch den Schottland unter direrekte englische Herrschaft gebracht wurde. Nachdem es ab 1297 zum schottischen Unabhängigkeitskrieg kam, nahm Hastings regelmäßig an den englischen Feldzügen teil. Während des Krieges wurde Hastings auch offiziell zum Ritter geschlagen. 1300 nahhm er an der Belagerung von Caerlaverock Castle teil, dabei führte er das Banner des mit ihm befreundeten Bischofs Antony Bek von Durham. Der Krieg mit Schottland belastete dabei direkt seine Finanzen, da Joan de Clare, die verwitwete Countess of Fife ihm 960 Mark schuldete. Weil ihre Besitzungen von den Schotten unter Sir Herbert Morham geplündert worden waren, musste sie Hastings zur Begleichung der Schulden mehrere Güter in Schottland und England überlassen. Nachdem Hastings durch die Einnahmen aus diesen Gütern sein Geld zurückerhalten hatte, gab er sie nach drei Jahren an Joan de Clare zurück.
Seneschall der Gascogne und weitere Teilnahme am Krieg mit Schottland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Als anerkannter und fähiger Vasall des Königs wurde er im Dezember 1302 zum King’s Lieutenant und Seneschall der Gascogne ernannt. Nach dem Aufstand von Robert the Bruce, der als Robert I. zum schottischen König geworden war, kehrte er 1306 nach England zurück und nahm wieder an den Kämpfen in Schottland teil. Seine Hauptaufgabe war nun die Seeblockade der schottischen Westküste, wofür zunächst Ayr als sein Hauptstützpunkt diente. Später verlegte er seinen Stützpunkt auf die Isle of Arran, wo er Kommandant von Brodick Castle wurde. Dabei gelang es im Februar 1307 einer Gruppe schottischer Rebellen unter James Douglas und Robert Boyd, von Kintyre aus auf Arran zu landen. Die Rebellen erbeuteten von einem Transport, der Verstäärkungen nach Brodick bringen sollte, Waffen und weitere Ausrüstung. Dennoch wurde Hastings zum Dank für seine Dienste anstelle von Alan, Earl of Menteith, der Robert the Bruce unterstützte, zum Earl of Menteith erhoben. 1307 kehrte Hastings nach England zurück, wo er am 25. Februar 1308 an der Krönung von Eduard II. teilnahm. Im Oktober 1309 reiste er im Auftrag des Königs wieder in die Gascogne, wo er im November wieder das Amt des Seneschalls und des King’s Lieutenant übernahm.
Hastings starb vor dem 28. Februar 1313 und wurde in der Franziskanerkirche in Coventry begraben.

Ehen

In erster Ehe war Hastings mit Isabel († 1305) verheiratet worden, einer Tochter von William de Valence, Earl of Pembroke und Joan de Munchensi.

In zweiter Ehe heiratete er vor 1308 Isabel le Despenser, die Witwe von Gilbert de Clare, Lord of Thomond[1] und Tochter von Hugh le Despenser dem Älteren und von Isabella de Beauchamp.

Seine Witwe heiratete nach seinem Tod in dritter Ehe Ralph de Monthermer, 1. Baron Monthermer. 
Hastings, John 1. Baron Hastings (I9925)
 
49012 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_Howard,_1._Duke_of_Norfolk

John Howard, 1. Duke of Norfolk KG (* um 1425; † 22. August 1485 bei Market Bosworth) war ein englischer Adliger und Militär. Er war während der Rosenkriege ein loyaler Unterstützer des Hauses York, dessen Königen er als Militär, Verwalter und Diplomat diente. Dabei galt er als einer der erfolgreichsten englischen Diplomaten seiner Zeit. Von Richard III. zum Duke of Norfolk erhoben, unterstützte er diesen, wenn auch nicht uneigennützig, bis zu seinem Tod in der Schlacht von Bosworth.

Herkunft
John Howard entstammte der englischen Familie Howard. Er war der einzige Sohn Sir Robert Howard und dessen Frau Lady Margaret Mowbray, einer Tochter von Thomas Mowbray, 1. Duke of Norfolk. Sein Geburtsjahr ist unbekannt, doch seine Mutter war 1421 noch unverheiratet und da Howards erstes Kind 1443 geboren wurde, wurde er wahrscheinlich Mitte der 1420er geboren. Sein Vater starb bereits 1436. Nach dem Tod seines Großvaters Sir John Howard 1437 erbte er von seiner Großmutter Alice Tendring ein kleines Gut in Stoke-by-Nayland in Suffolk, das sein Wohnsitz wurde.

Aufstieg als Vasall des Duke of Norfolk
Wie bereits sein Vater trat Howard in den Dienst der mit ihm verwandten Dukes of Norfolk aus dem Haus Mowbray. Als Vasall seines Cousins John Mowbray, 3. Duke of Norfolk gehörte er auch dessen Rat an. Dabei wurde er in den in East Anglia ausgetragenen Machtkampf zwischen Norfolk und William de la Pole, 1. Duke of Suffolk verwickelt. Howard wurde zahlreicher Vergehen wie der Zerstörung von Zäunen und der widerrechtlichen Jagd auf Ländereien von Suffolk beschuldigt. 1453 verlor er einen Prozess gegen Suffolks Witwe Alice Chaucer. Auch sein Versuch, vor Gericht als Erbe seiner Großmutter mehrere Güter der Herrschaft Kerdiston einzuklagen, scheiterte. In den 1450er Jahren bekleidete Howard eine Reihe von Ämtern in East Anglia, wo er zunehmend an Einfluss gewann. Er diente als Richter in Norfolk und Suffolk und ab Anfang der 1450er Jahre übernahm er verschiedene lokale Ämter. Bei den Unterhauswahlen 1449 wurde er als Knight of the Shire für Suffolk gewählt. Bei den umstrittenen Unterhauswahlen von 1453 und 1461 wurde er als Knight of the Shire für Suffolk und 1455 für Norfolk gewählt. 1461 diente er als Sheriff für Norfolk und Suffolk. Nach späteren Angaben nahm er in der Endphase des Hundertjährigen Kriegs am Feldzug von Lord Lisle in die Gascogne teil, die mit der Niederlage in der Schlacht von Castillon am 17. Juli 1453 endete.

Weiterer Aufstieg im Dienst von Eduard IV.
Teilnahme an den Kämpfen der Rosenkriege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Während der Rosenkriege führte Howard 1461 die Truppen des Dukes of Norfolk, der Eduard, den Thronanwärter des Hauses York unterstützte. Nach dem entscheidenden Sieg in der Schlacht von Towton wurde er bei der Krönung von Eduard zum Ritter geschlagen. Anschließend wurde er zum Sheriff von Norfolk und Suffolk sowie zum Kommandanten von Norwich und Colchester Castle ernannt. Nach dem Tod Er wechselte nun in den königlichen Haushalt, wobei er dem König vor allem als Militär diente. 1462 und 1463 gehörte er dem Belagerungsheer an, das die drei großen Burgen Alnwick, Bamburgh und Dunstanburgh Castle in Northumberland belagerte, die noch in den Händen von Anhängern des Hauses Lancaster waren. 1464 führte er einen Feldzug gegen die Lancastrianer im nordwalisischen Denbighshire. Dabei diente Norfolks Burg Holt Castle, deren Kommandant Howard war, als sein Hauptstützpunkt. Danach führte er noch im selben Jahr eine eigene Streitmacht nach Nordengland, wo er sich dem letzten Feldzug des Königs gegen die Lancastrianer in Nordengland anschloss.

Tätigkeit als Diplomat und Höfling
Von November 1467 bis November 1468 diente Howard als Sheriff von Berkshire und Oxfordshire. Im Juni 1467 organisierte er als Stellvertreter seines Cousins Norfolk in Smithfield ein Turnier, das als das prächtigste der damaligen Zeit galt. Howard wendete dafür selbst 300 Mark auf. In dem Turnier tjostierte Anthony, Lord Scales, ein Bruder der Königin gegen Antoine, ein unehelicher Sohn von Herzog Philipp III. von Burgund. Durch seine Dienste für den König stieg Howard vor 1467 zum Knight of the Body des Königs auf. Im selben Jahr wurde er erstmals zum königlichen Gesandten ernannt. Er gehörte der hochrangigen Delegation an, die in Burgund über eine Heirat von Margaret, der Schwester des Königs, mit Herzog Karl dem Kühnen verhandelte. Danach gehörte er einer weit weniger hochrangigen Gesandtschaft nach Frankreich an, wo der französische König Ludwig XI. versuchte, das Bündnis zwischen England und Burgund zu stören. Die Gesandtschaft bestand aus Howard, Sir Richard Tunstall und Thomas Langton. Trotz der erfolglosen Mission beeindruckte die Gesandtschaft sowohl den französischen wie auch den englischen König, und die drei stiegen in der Folge zu den wichtigsten englischen Gesandten der damaligen Zeit auf. Dazu wurde Howard auch Mitglied des königlichen Rates. 1468 gehörte er zur Eskorte, die Prinzessin Margaret zu ihrer Hochzeit nach Burgund geleitete, und im September 1468 wurde er zum Treasurer of the Household ernannt. Zwischen dem 29. Dezember 1469 und dem 12. Februar 1470 wurde er zum Baron Howard erhoben.

Aufbau eines bedeutenden Landbesitzes
Durch den Dienst für den König war Howard zum reichen Mann geworden. Von seinem Grundbesitz Stoke-by-Nayland aus hatte er einen Besitz aufgebaut, der etwa sechzehn Güter umfasste. Sieben dieser Güter hatte er 1462 vom König erhalten, zwei Güter hielt er als Lehen seines Cousins Norfolk und zwei weitere als Lehen seiner Cousine Elizabeth Howard, Countess of Oxford, der Erbin ihres Großvaters Sir John Howard und dessen ersten Frau Margaret Plaitz. Die restlichen Güter hatte er vermutlich gekauft, möglicherweise zur Zeit seiner Heirat mit Catherine Moleyns zu Beginn der 1440er Jahre. Seine Aufzeichnungen und andere Dokumente belegen, dass Howard sich erheblich um das Tagesgeschäft der Bewirtschaftung seiner Güter kümmerte. Dabei erwies er sich als umsichtiger und effizienter Verwalter. Ab 1463 kaufte oder erhielt er weitere Güter, darunter sechs, die vom Earl of Oxford, dem Sohn seiner Cousine Elizabeth beschlagnahmt wurden. Dadurch war Howard zum wichtigsten Unterstützer von Eduard IV. in East Anglia geworden. Von den anderen vier Magnaten der Region waren der Duke of Norfolk und der Duke of Suffolk politisch unbedeutend, Anthony, Lord Scales hielt sich ständig am Königshof und nicht in East Anglia auf, und der Earl of Oxford war im Exil. Um diese Zeit hatte Howard aus seinen Ländereien jährliche Einkünfte von etwa £ 800, dazu kamen seine Einkünfte aus seinen Ämtern und durch Handel. Vor 1467 war er reich genug geworden, so dass er seinem verarmten Cousin Norfolk £ 1000 leihen konnte.

Tätigkeit als Schiffseigner und als Admiral
Anscheinend war Howard bereits früh der Seefahrt verbunden und stieg während seines Lebens zu den größten Schiffseignern des Englands des 15. Jahrhunderts auf. Er gehörte schon vor der Thronbesteigung von Eduard IV. einem Ausschuss an, der sich mit Angelegenheiten der Seefahrt beschäftigte, und vor 1464 wurde er zum stellvertretenden Admiral für Norfolk und Suffolk ernannt. In dem ersten erhaltenen Band seiner Haushaltsbücher sind vor allem Zahlungen für den Bau eines Schiffes in Dunwich enthalten. Die Baukosten für das 80 t große Schiff betrugen zwischen £ 150 und £ 200, wobei Howard vom König mit £ 30 finanziell unterstützt wurde. Mehrere Fahrten des schließlich Edward getauften Schiffes sind belegt. In der Folge ließ Howard weitere Schiffe bauen, und über mehrere Jahre hinweg besaß er zehn, vielleicht sogar zwölf Schiffe, von denen sechs groß genug waren, um Handel mit dem Ausland zu betreiben. Ihre Fahrten können durch Rechnungsbücher und Zollbelege nachvollzogen werden. Howards Schiffe wurden für Handelsfahrten gechartert, wobei sie auch als Geleitschiffe zum Schutz von kleineren Schiffen gegen Angriffe von Piraten dienten. Sie dienten auch dem König als Teil der königlichen Flotte. 1468 war er für die Ausrüstung und Verproviantierung mehrerer Kriegsschiffe von der Ostküste Englands verantwortlich, die von Lord Scales kommandiert wurden. 1470 diente er selbst als Kommandant einer Flotte, die im Ärmelkanal patrouillierte, und am 2. Juli 1470 wurde er zum stellvertretenden Statthalter von Calais, dem englischen Brückenkopf in Frankreich, ernannt.

Weiterer Dienst für Eduard IV.
Als Anhänger des Hauses Lancaster im Sommer 1470 Eduard IV. stürzten und wieder Heinrich VI. auf den Thron setzten, verlor Howard seine Ämter. Er folgte Eduard jedoch nicht ins Exil, sondern wurde als neu erhobener Baron im Oktober 1470 von Heinrich VI. zum Parlament geladen. Als im kommenden Jahr Eduard IV. wieder in England landete, stellte Howard zu seiner Unterstützung eine Truppe auf, die für die Yorkisten in der Schlacht von Barnet kämpften. Nach dem Sieg Eduards IV. wurde Howard 1472 in den Hosenbandorden aufgenommen. Dazu erhielt er sein Amt als stellvertretender Statthalter von Calais zurück, weshalb er in den nächsten Jahren viel Zeit in Calais verbrachte. Während des hansisch-englischen Kriegs setzte Howard 1473 wieder einmal mit dem Schiff nach Calais über, von wo er nach Brügge weiterreisen wollte. Ziel seiner Reise war es, die Spannungen in den Handelsbeziehungen mit Burgund auszuräumen, bevor der geplante gemeinsame Angriff von Burgund und England auf Frankreich begann. Bei der Überfahrt aber wurde Howards Schiff von drei hanseatischen Schiffen angegriffen und auf eine Sandbank gedrängt. Sechzehn seiner Diener und Begleiter wurden bei dem Angriff getötet, doch Howard selbst konnte knapp in einem Beiboot entkommen. Als 1475 der geplante englische Angriff auf Frankreich begann, stellte Howard ein Kontingent von 20 Men-at-arms und 200 Bogenschützen. Er spielte jedoch vor allem eine Rolle in den Verhandlungen, die zum Vertrag von Amiens führten, mit dem der Krieg mit Frankreich beendet wurde. Anschließend blieb er als Geisel in Frankreich, während sich die englische Armee über den Ärmelkanal nach England zurückzog. In Frankreich lernte er den französischen Chronisten Philippe de Commynes kennen, der später bemerkte, dass die Engländer ihre Verhandlungen nicht mit der Gerissenheit der Franzosen führten, sondern mit Offenheit und Aufrichtigkeit. Dabei riet er, dass die Engländer nicht brüskiert werden sollten, denn es sei gefährlich, wenn sie sich einmischen würden. Diese allgemeine Charakterisierung deckt sich mit den Eigenschaften, die von Howard bekannt sind. Wie eine Reihe anderer Räte profitierte auch Howard finanziell von dem Frieden. Er erhielt von dem französischen König Ludwig XI. eine Pension von 1200 Écu sowie noch weiteres Geld und Silber. Bis zu Eduards Tod blieb Howard aber einer der vertrautesten Gesandten des englischen Königs. 1481 führte er mit seinen Schiffen einen erfolgreichen Vorstoß nach Schottland, bei dem er im Firth of Forth mehrere schottische Schiffe verbrannte.

Unterstützer von Richard III. und Erhebung zum Duke of Norfolk
Als der letzte Duke of Norfolk aus dem Haus Mowbray 1476 starb, wurde sein einziges Kind, seine Tochter Anne, rasch mit Richard of York, dem jüngeren Sohn des Königs verheiratet, doch sie starb 1481 noch als Kind. Die nächsten potentiellen Erben der Ländereien der Familie Mowbray waren über ihre Mütter Howard und sein Cousin William Berkeley, 2. Baron Berkeley. Ihre Erbansprüche wurden aber durch zwei Parlamentsbeschlüsse entkräftet, nach denen das Mowbray-Erbe an Richard of York fiel, der auch zum Duke of Norfolk erhoben worden war. Für den Verlust seines Erbes wurde Berkeley von Eduard IV. reich entschädigt, Howard jedoch nicht. Als Eduard IV. 1483 starb, gehörte Howard nicht zu den erklärten Unterstützern von Königin Elizabeth Woodville und deren Familie. Stattdessen hatte er bereits mehrfach mit Richard, Duke of Gloucester zusammen gearbeitet, dem Bruder des Königs. Gloucester sicherte sich für seinen Griff nach Krone die Unterstützung von Howard, indem er ihn am 28. Juni 1483, zwei Tage, nachdem er sich des Thrones bemächtigt hatte, zum Duke of Norfolk und zum Earl Marshal erhob. Die Erhebung von Howard zum Duke of Norfolk machte das Dukedom von Richard of York und die beiden Parlamentsbeschlüsse ungültig, bevor die Gerüchte aufkamen, dass Richard of York oder sein älterer Bruder, der rechtmäßige Thronerbe Eduard tot sein könnten. Von dem Mowbray-Erbe erhielt Berkeley die Besitzungen in den Midlands und den Titel Earl of Nottingham, während Howard die Besitzungen in East Anglia sowie in Surrey und Sussex erhielt. Richard III. schenkte Howard noch weitere Ländereien, außerdem wurde er am 13. Mai 1483 Verwalter der Ländereien des Duchy of Lancaster südlich des Trent und am 25. Juli 1483 Admiral of England. Damit war Howard zu einem der reichsten Magnaten von England aufgestiegen. Im Gegenzug war Howard ein loyaler Unterstützer von Richard III. Während der Rebellion des Duke of Buckingham sicherte Howard erfolgreich die City of London für den König. 1484 gehörte er zum Gefolge des Königs, als dieser in Nottingham eine schottische Gesandtschaft empfing. Dennoch war Howard trotz seines Titels und seiner Ämter selten am Hof von Richard III., sondern lebte hauptsächlich auf seinen Besitzungen in East Anglia. Als 1485 Henry Tudor in Wales landete, stellte Howard ein 1000 Mann starkes Kontingent auf, das am 22. August 1485 in der Schlacht von Bosworth für Richard III. kämpfte. Obwohl Howard bereits etwa 60 Jahre alt war, kommandierte er in der Schlacht die Vorhut des Königs. Diese Einheit war lange Zeit die einzige Abteilung des königlichen Heeres, das aktiv kämpfte, und kämpfte gegen den Earl of Oxford. Kurz nachdem Richard III. selbst in einem verzweifelten Versuch Henry Tudor angegriffen hatte, wurde Howard getötet. Sein Leichnam wurde nach Thetford Priory überführt, der traditionellen Begräbnisstätte der Dukes of Norfolk. Das erste Parlament des siegreichen Heinrich VII. verhängte postum eine Bill of Attainder gegen ihn, dazu eine gegen seinen Sohn Thomas Howard, Earl of Surrey. Später wurde sein Sohn rehabilitiert und erhielt als zweiter Duke of Norfolk den Titel seines Vaters. 
Howard, Herzog John 1. Duke of Norfolk (I8906)
 
49013 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_Marshal_(†_1165)

John Marshal (auch John FitzGilbert) († vor 29. September 1165) war ein anglonormannischer Adliger und Marshal von England.

Herkunft und Dienst unter Heinrich I. und Stephan von Blois
John entstammte der anglonormannischen Familie Marshal. Er war ein Sohn von Gilbert, dem Marschall von Heinrich I.
Bereits kurz nach dem Tod von Heinrich I. unterstützte er Stephan von Blois als neuen König. Von 1136 bis 1138 bezeugte er zahlreiche königliche Urkunden, und 1137 begleitete er den König in die Normandie.

Rolle im Thronfolgestreit nach dem Tod von Heinrich I., der Anarchie
Als Matilda, die Tochter von Heinrich I., ebenfalls den Thron beanspruchte und es zum offenen Bürgerkrieg, der sogenannten Anarchie kam, scheint John um 1138 auf die Seite von Matilda gewechselt zu haben. Er besetzte Marlborough und Ludgershall Castle, die er als Lehen von König Stephan erhalten hatte. Daraufhin begann Stephan eine Belagerung von Marlborough Castle, die durch die Landung von Matilda und Robert of Gloucester im September 1139 in Sussex unterbrochen wurde. Im März 1140 nahm John den räuberischen Söldnerführer Robert fitz Hubert gefangen, doch ob er um diese Zeit noch Robert of Gloucester oder wieder den König unterstützte, ist umstritten. Anscheinend versuchte er den Bürgerkrieg auszunutzen, um im nördlichen Wiltshire und im Kennet Valley eine eigene Herrschaft aufzubauen.

Nach der Gefangennahme von König Stephan in der Schlacht von Lincoln im Februar 1141 stand John eindeutig auf der Seite von Matilda. Im Juli gehörte er zu ihrem Gefolge in Oxford und im August und September unterstützte er die Belagerung von Winchester. Vermutlich war er der John, der mit einer Streitmacht eine Entsatzarmee der Anhänger des Königs abwehren sollte. In Wherwell Abbey geriet er in einen Hinterhalt des Söldnerführers Wilhelm von Ypern. Die Abtei ging in Flammen auf, wobei John ein Auge verloren haben soll. In den nächsten Jahren blieb John ein loyaler Gefolgsmann von Matilda, zumal sein Bruder William FitzGilbert ihr als Kanzler diente. Er nutzte den Bürgerkrieg jedoch weiter, um seine Besitzungen in Berkshire und in Wiltshire zu erweitern. Als Mittelpunkt seiner Besitzungen befestigte er seinen Sitz in Hamstead Marshall in Berkshire.[1] Durch seine Gebietsansprüche geriet er dabei mit den Mönchen von Abingdon Abbey sowie mit Patrick of Salisbury in Konflikt. Noch 1141 hatte er zusammen mit Patricks älteren Bruder William of Salisbury Wiltshire für Matilda verwaltet, doch vor 1145 geriet er mit Patrick und dessen Familie in Streit, der zu einer Fehde zwischen diesen beiden Unterstützern von Matilda wurde. In dieser Fehde konnte sich jedoch der mächtige Earl Patrick gegen John durchsetzen, so dass John ein Abkommen mit ihm schließen musste. Danach musste er sich unter dem Vorwand, dass eine nahe Verwandtschaft mit seiner Frau Adelina entdeckt worden sei,[2] von ihr scheiden lassen und um 1145 Sybil, eine Schwester von Earl Patrick heiraten.

John blieb weiter ein Unterstützer von Matilda und wird 1147 oder 1149 als Begleiter von Henry fitz Empress in Devizes erwähnt. Die Belagerung von Johns Burg in Newbury in Berkshire 1152 durch königliche Truppen wurde zu einer Krise der Herrschaft von König Stephan. John selbst befand sich nicht in der Burg und wollte seinen belagerten Gefolgsleuten zu Hilfe kommen. Unter dem Vorwand, verhandeln zu wollen, übergab er dem König dazu seinen Sohn William als Geisel. Den folgenden Waffenstillstand nutzte er jedoch, um die Burg mit Verstärkungen und Proviant zu versorgen. Als die Belagerungstruppen diese Verletzung des Waffenstillstands bemerkten, informierten sie John, dass sein Sohn als Geisel hingerichtet worden sei, worauf John erwiderte, er könne noch mehr und bessere Söhne zeugen. König Stephan hatte mit dem Kind jedoch Mitleid und lehnte dessen Hinrichtung ab. Stattdessen holte er den jungen William an seinen Hof. Newbury fiel schließlich dennoch an den König, der anschließend weiter nach Wallingford Castle zog. Dort kam es zur entscheidenden Konfrontation mit Henry fitz Empress, wobei John Marshal zu Henrys Aufgebot gehörte. Die Konfrontation führte jedoch zu keiner Schlacht, sondern zu Verhandlungen. Diese führten zum Vertrag von Wallingford, der den Bürgerkrieg beendete.

Späteres Leben unter Heinrich II.
John Marshal behielt zu Beginn der Herrschaft des neuen Königs Heinrich II. eine wichtige Stellung am Königshof und durfte den Großteil der Ländereien, die er während des Bürgerkriegs besetzt hatte, behalten. Nur Ludgershall Castle musste er anscheinend wieder dem König übergeben. Bereits nach einem oder zwei Jahren verlor er jedoch die Gunst des Königs und 1158 musste er Marlborough Castle dem König übergeben. Als er 1163 behauptete, dass sich auf den König eine Prophezeiung von Merlin bezog, nach der Heinrich II. vor seiner Rückkehr aus Frankreich nach England sterben würde, fiel er vollends in Ungnade. Bereits 1162 hatte John auf sein Gut von South Mundham verzichten müssen, das wie andere seiner Güter von Erzbischof Thomas Becket von Canterbury beansprucht wurde. Als seine Klage vom erzbischöflichen Gericht zurückgewiesen wurde, wandte er sich an den König und beklagte sich über ungerechte Behandlung. Heinrich II. entschied während der Ratsversammlung in Northampton im Oktober 1164 über Johns Beschwerde. Er wies diese zurück, doch nutzte er den Fall, um seinerseits Becket des Amtsmissbrauchs zu beschuldigen.

John starb vor Michaelis 1165. 
Marshal (FitzGilbert), John (I27374)
 
49014 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_Neville,_3._Baron_Neville_de_Raby

John Neville, 3. Baron Neville de Raby, KG (* 1337/40 auf Raby Castle; † 17. Oktober 1388 in Newcastle upon Tyne), war ein englischer Peer und Militär.

Herkunft
John Neville war der älteste Sohn von Ralph Neville, 2. Baron Neville de Raby und dessen Ehefrau Alice Audley, einer Tochter von Hugh de Audley, Gutsherr von Stratton Audley in Oxfordshire, und Schwester von Hugh de Audley, 1. Earl of Gloucester, 1. Baron Audley (um 1291–1347). Er hatte fünf Brüder, darunter Alexander Neville, Erzbischof von York, und vier Schwestern.

Laufbahn
Cokayne merkt an, dass Nevilles öffentliche Karriere genauso aktiv war wie die seines Vaters. Er kämpfte am 17. Oktober 1346 in der Schlacht von Neville’s Cross als Kapitän unter dem Oberbefehl seines Vaters gegen die Schotten. Er wurde um 1360 nach einem Gefecht bei Paris zum Knight Bachelor geschlagen,[2] wo er unter Walter Mauny, 1. Baron Mauny diente, und kämpfte 1366 in Aquitanien.

Nach dem Tod seines Vaters am 5. August 1367 erbte er dessen Adelstitel als Baron Neville de Raby und übernahm im Oktober des gleichen Jahres dessen Ländereien in England und Schottland.

1368 war er einer von mehreren Gesandten in Frankreich. 1369 wurde er in den Hosenbandorden aufgenommen.[3] Im Juli 1370 wurde er zum Admiral of the North ernannt. Im November 1370 war einer von mehreren Unterhändlern gegenüber der Republik Genua. 1372 war er Steward of the King's Household, im Juli des gleichen Jahres nahm er an einem Feldzug in der Bretagne teil. Die nächsten Jahre diente er in Schottland und den Scottish Marches. 1378 hatte er die Erlaubnis, Raby Castle zu befestigen, im Juni des gleichen Jahres diente er in der Gascogne, wo er Vogt von Burg Fronsac und (englischer) Leutnant der Gascogne war. Er blieb mehrere Jahre in der Gascogne und gehörte zu denen, die 1381 die Belagerung von Mortaigne beendeten.

Nach seiner Rückkehr nach England wurde er zum Lord Warden of the Marches ernannt, 1381 in Gemeinschaft später dann alleine. Im Mai 1383 gehörte er der Gesandtschaft an, die den Frieden mit Schottland aushandeln sollte. Im Juli 1385 begleitete er König Richard II. nach Schottland.

John Neville starb in Newcastle upon Tyne am 17. Oktober 1388. In seinem Testament ordnete er seine Bestattung in der Durham Cathedral neben seiner ersten Ehefrau an. Sein Nachfolger wurde sein ältester Sohn Ralph Neville, 1. Earl of Westmorland.

Ehen
John Neville war zwei Mal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er vor 1362 mit Maud Percy († vor 18. Februar 1379), einer Tochter von Henry Percy, 2. Baron Percy, und Idoine de Clifford, einer Tochter von Robert de Clifford, 1. Baron de Clifford. Mit ihr hatte er sieben Kinder.

Am 9. Oktober 1381 war er in zweiter Ehe mit Elizabeth Latimer († 5. November 1395) verheiratet, Tochter und Erbin von William Latimer, 4. Baron Latimer; sie heiratete nach seinem Tod in zweiter Ehe Robert Willoughby, 4. Baron Willoughby de Eresby (* um 1348/50; † 9. August 1396). Aus dieser Ehe hatte er zwei Kinder. 
Neville, Baron John (I8979)
 
49015 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_of_Gaunt,_1._Duke_of_Lancaster (Okt 2017)

John of Gaunt, Duke of Lancaster KG – dt. Johann von Gent, Herzog von Lancaster, frz. Jean de Gand – (* 6. März 1340 in Gent; † 3. Februar 1399 in Leicester) war von 1362 bis zu seinem Tod Duke of Lancaster. Er begründete damit das Haus Lancaster, das mit seinem Sohn Heinrich erstmals den König stellte. Er entstammte dem ursprünglich französischen Adelsgeschlecht der Anjou-Plantagenêt, das seit 1154 mit Heinrich II. die englischen Könige stellte.

John of Gaunt war der dritte überlebende Sohn König Eduards III. von England (1312–1377) und dessen Ehefrau Philippa von Hennegau (1311–1369). Seine weiteren Titel lauteten Ritter des Hosenbandordens, Lord High Steward of England, Herzog von Aquitanien bzw. Herzog von Guyenne, Earl of Derby, Earl of Lincoln, Earl of Richmond, Earl of Leicester, Lord of Bergerac & Roche-sur-Yon, Lord of Beaufort & Nogent und König von Kastilien. Der Namenszusatz Gaunt (Gent) leitet sich von seinem Geburtsort Gent in der Grafschaft Flandern ab.

Leben
1340 bis 1370
Obwohl seine Kindheit und Jugend vom Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich (1337–1453) und dem verheerenden Ausbruch der Pest (in England 1348/49) überschattet war, wuchs John in harmonischen Familienverhältnissen auf. Im Haushalt seines von ihm verehrten älteren Bruders Edward of Woodstock (1330–1376), der wegen seiner schwarzen Rüstung der Schwarze Prinz genannt wurde, erhielt John bereits als Kind eine ritterliche Ausbildung. Er erlebte im Alter von zehn Jahren die Seeschlacht von Winchelsea, mit fünfzehn erhielt er seinen Ritterschlag, und als Neunzehnjähriger kommandierte er erstmals eine eigene Truppe während eines zermürbenden Winterfeldzuges in der Normandie.
Gemäß der Heiratspolitik seines Vaters vermählte sich John 1359 mit seiner Verwandten Blanche of Lancaster (1341–1368) in der Reading Abbey. Seine Braut war eine der beiden Erbtöchter von Henry of Grosmont, 1. Duke of Lancaster (1306–1361), der wiederum aus einer auf Heinrich III. (1207–1272) zurückzuführenden Nebenlinie der Plantagenets stammte. John erhielt nach dem Tod seines Schwiegervaters die Hälfte von dessen Ländereien, womit er das meiste Land im englischen Norden besaß, einschließlich der Titel Earl of Lancaster und 14. Baron von Halton. Durch den Tod von Blanches mit Wilhelm I. von Bayern verheirateter, aber kinderloser Schwester Maud (1339–1362) erbte er auch die andere Hälfte des Nachlasses seines Schwiegervaters.
Von Eduard III. am 13. November 1362 zum Duke of Lancaster erhoben, galt John of Gaunt seitdem als größter Landeigner nach der Krone in England, dem als reichstem der englischen Lords schließlich 30 Schlösser und ausgedehnte Ländereien in Englanand und Frankreich gehörten. Bald übertraf er sowohl seinen Vater als auch seinen Bruder in seiner Vorliebe für Prunk und Pracht, sein Hofstand war in Ausmaß und Organisation mit dem des Königs vergleichbar, und die Schönheit seiner Paläste wurde legendär. Besonders ausgeprägt war die Leidenschaft des Herzogs für Glasfenster sowie für Skulpturen und Reliefs aus Alabaster. Ebenso zählte der bedeutendste Dichter des englischen Mittelalters, Geoffrey Chaucer (1340–1400), zu den Klienten und Freunden Lancasters.
Nachdem der Krieg zwischen England und Frankreich mit dem Vertrag von Brétigny 1360 vorläufig endete, begannen 1367 Engländer und Franzosen erneut ihre Kriegshandlungen, indem beide sich in den Bürgerkrieg in Kastilien zwischen dem entmachteteten König Peter dem Grausamen (1334–1369) und dessen Halbbruder Heinrich von Trastamara (1334–1379) einmischten. Die Engländer zogen als Verbündete Peters unter dem Kommando des Schwarzen Prinzen und seines jüngeren Bruders John über die Pyrenäen und schlugen am 3. April 1367 in der Schlacht von Nájera die verbündete kastilisch-französische Armee. Trotz seiner herausragenden, besonders hervorgehobenen Verdienste in dieser Schlacht erlangte der Herzog – im Gegensatz zum König und dem Fürsten von Wales – nie den Status eines Kriegshelden. Stattdessen erlitt er häufig seinen Ruf schädigende militärische Niederlagen. Allerdings blieb die Schlacht von Nájera für lange Zeit der letzte bedeutende Erfolg der Engländer; erst in der Schlacht von Azincourt im Jahr 1415 erreichten sie unter Johns Enkel Heinrich V. den nächsten bedeutenden Sieg über die Franzosen.

1370 bis 1377
Der Sieg seiner englischen Verbündeten ermöglichte es Peter, für knapp zwei Jahre auf den Thron Kastiliens zurückzukehren. Zusätzlich wurde das englisch-kastilische Bündnis mit dem Eheversprechen zwischen Peters jüngerer Tochter Isabella (1355–1392) und einem jüngeren Sohn Eduards III, Edmund of Langley, 1. Duke of York (1341–1402), gefestigt. Nachdem Peter 1369 erneut vom Thron gestürzt und danach von seinem Halbbruder eigenhändig ermordet worden war, gelangte im Gefolge Isabellas auch deren ältere Schwester Konstanze (1354–1394) an den englischen Hof. Weil bereits 1369 ein Versuch des inzwischen verwitweten Herzogs von Lancaster, die Erbin Margarete von Flandern (1350–1405) zu ehelichen, nur am Veto des mit dem französischen König Karl V. (1338–1380) verbündeten Papstes Urban V. (1310–1370) gescheitert war, entschloss sich Lancaster im Jahr 1371 aus politischem Kalkül, Konstanze zu ehelichen und ihren Thronanspruch auf die Krone Kastiliens zu übernehmen. Bereits zzu dieser Zeit führte er mit der verwitweten ehemaligen Hofdame seiner ersten Frau Blanche, der Flämin Catherine Swynford, geborene de Rouet (1350–1403), eine feste Lebenspartnerschaft. Catherine war außerdem die Schwägerin des Dichters Geoffrey Chaucer, der mit ihrer Schwester Philippa de Rouet († 1387) verheiratet war.
Da der Schwarze Prinz Anfang der 1370er Jahre schwer erkrankte und Eduard III. nach dem Tod seiner Frau geistig und körperlich verfiel, musste der Duke of Lancaster als Präsident des königlichen Rates die militärische Führung und politische Verantwortung in einer für England schwierigen Zeit übernehmen. Diese umfangreichen Aufgaben konnte er kaum bewältigen.
Er begann im Juli 1373 einen Beute- und Verwüstungsfeldzug durch Frankreich, wobei er versuchte, direkte Kampfhandlungen mit dem Heer des gefürchteten Connétables Bertrand du Guesclin (1320–1380) zu vermeiden. Jedoch erlitten die nach Aquitanieien vordringenden Engländer enorme Verluste in ihren Scharmützeln mit lokalen französischen Rittern und in Gefechten mit der Armee Philipps des Kühnen, Herzogs von Burgund (1342–1405), des jüngeren Bruders des französischen Königs und Ehemann der Margarete von Flandern. Bereits 1374 hatten die Engländer die meisten ihrer Gebiete in Frankreich verloren; sie kontrollierten nur noch Calais und kleine Teile Aquitaniens, ebenso konnte ihre Flotte nicht mehr die Vorherrschaft im Ärmelkanal behaupten. Dies bedeutete, dass alle infolge der militärischen Siege von Crécy (1346) und Maupertuis/Poitiers (1356) gewonnenen Gebiete verloren gegangen bzw. alle Regelungen des Vertrages von Brétigny (1360) zunichte geworden waren.
Ebenso wenig konnte sich der Herzog von Lancaster gegen skrupellose und machtgierige Höflinge seines zunehmend regierungsunfähig werdenden Vaters durchsetzen. Es gelang ihm auch nicht, Eduard III. dem Einfluss seiner verschwendungssüchtigen Mätrtresse Alice Perrers († nach 1377) zu entziehen, die – neben den hohen Steuern – mit ihrer extravaganten Hofhaltung den finanziellen Ruin Englands beschleunigte. Dass John of Gaunt grundsätzlich für das Versagen der Regierung und für militärischhe Rückschläge in den 1370er Jahren öffentlich verantwortlich gemacht wurde, vereinfachte seine Lage nicht. Die politische Krise verschlimmerte sich außerdem durch die 1374/75 in England grassierende Pestwelle und zunehmende Einfälle der Schotten in den Norden Englands. Des Weiteren empfanden große Teile der englischen Bevölkerung den frühen Tod des dahinsiechenden Schwarzen Prinzen (1376) und den bald darauf folgenden Tod seines Vaters (1377) als Strafe Gottes für deren Politik. Lancaster stieg 1376/77 zur zentralen Figur der königlichen Regierung auf. Er musste sich mit dem „guten Parlament“ auseinandersetzen, in dem 60 Abgeordnete der Städte und 74 Landedelleute der Grafschaften im Unterhaus vereint waren, die energisch und mit Hilfe des Oberhauses die Ahndung und Wiedergutmachung von 164 Rechtsverletzungen forderten.

1377 bis 1386
Um den über enorme Privateinnahmen verfügenden, aber in breiten Teilen der Bevölkerung unbeliebten Herzog von Lancaster bildete sich während der Minderjährigkeit seines Neffen Richard II. (1367–1400) eine von ihm finanziell abhängige Gefolgschaft heraus, die ihm als Gegenleistung half, seinen Einfluss abzusichern und so de facto zum Machthaber Englands aufzusteigen. Allerdings wurde der Herzog, der konsequent die Rechte der Krone gegen Forderungen des Parlaments – insbesondere gegen dadas „gute Parlament“ von 1376 – verteidigt hatte, nicht zum offiziellen Regenten des minderjährigen Königs bestimmt. Da er als ältester noch lebender Sohn Eduards III. nicht übergangen werden konnte, gestattete man ihm und Richards Mutter Joan of Kent (1329–1385), im Hintergrund zu wirken, während das politische Alltagsgeschäft einem königlichen Rat (mit wechselnden Mitgliedern) überlassen wurde. Lancaster verleugnete eigene Machtambitionen und unterstützte im Wesentlichen seinen Neffen. Die ihm angelastete Absicht zur Usurpation der Krone war eine gezielte, bisher nicht belegte Unterstellung des ihm misstrauisch gesinnten Parlaments.
Die Fortführung des festgefahrenen Krieges, die Verteidigung von Calais und den verbliebenen Teilen Aquitaniens, die Schuldenpolitik Eduards III., die Einfälle der Schotten in den Norden Englands und die Folgen der Pest erforderten immer höherre Steuern. Da der französische König Karl V. sich mit Hilfe der Seemacht Kastilien eine schlagkräftige Flotte schuf, befürchteten viele Engländer eine baldige französische Invasion. 1380 scheiterten Lancasters Versuche, die Hafenstadt Saint-Malo zu erobern. Als besonders verhängnisvoll erwies sich jedoch seine 1381 initiierte und im Parlament durchgesetzte Kopfsteuer für alle Männer und Frauen über 14 Jahre. Diese allgemeine Kopfsteuer wollten und konnten die seit 1360 infolge der restriktiven Gesetze Eduards III. verarmten Bauern und Handwerker nicht leisten. Die Unzufriedenen sammelten sich unter Führung des Dachdeckers und Kriegsveteranen Wat Tyler, der zur Abschaffung der Leibeigenschaft, des Frondienstes und der Gerichtsgewalt der Lords aufrief. Am 13. Juni 1381 besetzten die Aufständischen London, sie zerstörten Lancasters Savoy Palace und töteten die Bediensteten. Der junge Henry of Bolingbroke (1367–1413), Lancasters ältester Sohn, konnte nur durch den mutitigen Einsatz eines Ritters der Lynchjustiz der Bauern entkommen. Der verhasste Herzog jedoch weilte zum Zeitpunkt des – auch als Peasants’ Revolt bekannten – Wat-Tyler-Aufstandes nicht in London; er hielt sich im englischen Norden auf, wo er mit schottischen Warlords Verhandlungen zur Beilegung der Grenzstreitigkeiten führte.
Es gelang Richard II., den Rebellenführer zu überlisten, der während der gemeinsamen Verhandlungen am 15. Juni 1381 unter unklaren Umständen getötet wurde.[1] Seines Führers beraubt, brach der Aufstand bald darauf zusammen. Richard II. begann daanach, die Vorherrschaft seines Onkels allmählich zu überwinden, zunehmend gewannen seine Günstlinge Einfluss auf die englische Politik. John of Gaunt widersetzte sich deren Herrschaft, er beteiligte sich am politischen Aufruhr der Magnaten, doch war er vorsichtig genug, sich nicht offen als Gegner des Königs und seiner Günstlinge zu zeigen.
Ungeklärt dagegen sind die Gründe, die ihn bewogen, die vorreformatorische Bewegung des Oxforder Professors John Wyclif († 1384) zu unterstützen. Es steht nur fest: Der Schutz des mächtigen Herzogs sicherte das Leben des Theologen und Philosopheen vor Angriffen der katholischen Kirche und ermöglichte ihm das schnelle Verbreiten seiner Lehre, die letztlich auch die Aufständischen um Wat Tyler beeinflusst hatte. Während des 14. Jahrhunderts lebten die Anhänger John Wyclifs, die Lollardenen, sicher in England, erst nach 1400 verschlechterte sich ihre Situation. So wurde Wyclif 1415 auf dem Konzil zu Konstanz postum zum Ketzer verurteilt und die Exhumierung seiner Gebeine angeordnet, die 1428 schließlich durchgeführt wurde. Ob deder Libertin John of Gaunt ernstlich eine Reform der katholischen Kirche befürwortete, ob er nur den weltlichen Einfluss des Papstes und der Bischöfe einschränken wollte oder gar nur nach den Ländereien des Klerus trachtete, ist bisher spekulativ geblieben.

1386 bis 1399
Um seinen Anspruch auf die Nachfolge des „grausamen“ Königs Peter durchzusetzen, begann John of Gaunt zu Ostern 1386 eine militärische Expedition gegen das mit Frankreich verbündete Kastilien, die sich als wenig günstig für die englischen Intereressen erwies. Nach anfänglichen Erfolgen – es gelang ihm, Galicien zu besetzen – kam der Eroberungsfeldzug zum Erliegen. Nachdem der Herzog im Juni/Juli 1387 seinen Rivalen Johann I. von Kastilien (1358–1390) als König anerkannt hatte, musste er ohne greifbares Ergebnis die Reste seiner Armee nach England zurückschicken. Der Konflikt zwischen dem Haus Burgund-Ivrea, dessen Anspruch Lancaster vertrat, und dem Haus Trastámara wurde jedoch 1388 diplomatisch beendet, indem sich der damalige Infant Heinrich (1379–1406) mit John of Gaunts Tochter Katharina (1373–1418) vermählte.
Während der Abwesenheit Lancasters formierte sich 1387 eine Opposition der Lords gegen die Missherrschaft Richards II., die England an den Rand eines Bürgerkrieges brachte. Der König war deshalb gezwungen, seine Macht mit fünf Lords zu teilen, den so genannten Appellanten – engl. Lords Appellant – zu denen Richards Onkel Thomas of Woodstock, Herzog von Gloucester (1355–1397), Richards Cousin bzw. Lancasters Sohn Henry of Bolingbroke, Richards Jugendfreund Thomas Mowbray, späterer 1. Herzog von Norfolk (1366–1399), Thomas de Beauchamp, 12. Earl of Warwick (1339–1401) und Richard FitzAlan, 11. Earl of Arundel (1346–1397) gehörten. Nach seiner erst 1389 erfolgten Rückkehr gelang es Lancaster, den König mit allen ihm feindlich gegesinnten Appellanten auszusöhnen und Frieden mit Frankreich zu schließen. Aus diesem Grund initiierte John of Gaunt 1396 die Ehe zwischen Richard II. und Isabella von Frankreich (1389–1409). Jedoch war sein Einsatz für den Frieden mit Frankreich nicht nur politisch begründet, er verfolgte damit auch dynastische Ziele, da er die Interessen seiner Töchter Philippa, Königin von Portugal, und Katharina, Königin von Kastilien und Leon, schützen wollte. In den 1390er Jahren leitete Lancasters Friedenspolitik eine Periode relativer Stabilität ein. England erholte sich wirtschaftlich, die rechtlichen Grundlagen des Zusammenlebens wurden wieder durchgesetzt und Lancaster bekam als Hauptverantwortlicher die ihm gebührende Achtung seiner Zeitgenossen.
Nach dem Tod seiner zweiten Frau Konstanze († 1394) heiratete John of Gaunt im Januar 1397 seine langjährige Mätresse Catherine Swynford. Dies sorgte für einen gesellschaftlichen Skandal, vor allem nachdem der Herzog im Februar 1397 die vier gemeinsamen Kinder vom Papst legitimieren ließ. Diese Kinder trugen seitdem den Namen „Beaufort“; sie selbst und ihre Nachkommen spielten im 15. Jahrhundert eine wichtige Rolle in der englischen Geschichte.
Richard II., der nach dem Tod seiner ersten Gattin Anne von Böhmen (1366–1394) immer unberechenbarer wurde, rächte sich 1397 an den Appellanten, indem er zuerst seinen Onkel Gloucester und den Earl of Arundel ermorden ließ, später verbannte er MMowbray und den Earl of Warwick auf Lebenszeit. 1398 wurde Henry of Bolingbroke für sechs Jahre außer Landes gewiesen. Lancasters Versuche, den Konflikt zu entschärfen und den König umzustimmen, blieben erfolglos, da er bereits am 3. Februar 13999 infolge eines Herzinfarktes in Leicester verstarb. Er wurde an der Seite seiner ersten Gattin Blanche im Kirchenschiff der Londoner St Paul’s Cathedral in einem von Henry Yevele gestalteten Grab aus Elfenbein – ähnlich dem seines Sohnes in der Canterbury Cathedral – beigesetzt. Leider wurde dieses Grabmal während des Londoner großen Brandes von 1666 vernichtet.
Richard II. zog nach dem Tod des Herzogs dessen Vermögen für die Krone ein und verbannte dessen Sohn Heinrich auf Lebenszeit. Dieser entschloss sich jedoch, nach England zurückzukehren, um sein Erbe zu beanspruchen. Die Ereignisse überschlugen sich dann, die Unzufriedenen schlossen sich Henry of Bolingbroke an. Das Parlament beschloss im September 1399, den König zu abzusetzen, und am 13. Oktober wurde Heinrich IV. aus dem Hause Lancaster zum neuen König gekrönt. Der entmachtete Richard II. starb unter ungeklärten Umständen im Februar 1400 auf Schloss Pontefract, Yorkshire. Mit ihm erlosch die Hauptlinie der Plantagenets.

Thronanspruch des Hauses Lancaster
Heinrich IV., der erste König aus der Dynastie Lancaster, baute seinen Thronanspruch auf zwei Überlegungen auf:
1. Sein ältester Onkel Lionel von Antwerpen, Herzog von Clarence (1338–1368) hatte nur eine Tochter, Philippa Plantagenet, 5. Countess of Ulster (1355–1382), die mit Edmund Mortimer, 3. Earl of March (1352–1381) verheiratet wurde. Ihr gemeinsamer Sohn Roger Mortimer, 4. Earl of March (1374–1398), der von Richard II. zum Thronfolger ernannt wurde, war bereits tot, die Thronansprüche seines noch minderjährigen Sohnes Edmund Mortimer, 5. Earl of March (1391–1425) wurden sowohl von Heinrich IV. als auch vom Parlament übergangen.
2. Da sein Vater John of Gaunt älter war als Edmund of Langley, Herzog von York (1341–1402) und Thomas of Woodstock, Herzog von Gloucester (1355–1397) begründete Heinrich IV. seinen Thronanspruch als Prätendent der älteren agnatischen Linie. Dies war ein erstaunlicher politischer Bewusstseinswandel, dessen Widerspruch seinen Zeitgenossen nicht verborgen blieb, vor allem nachdem Heinrich V. (1387–1422) sich entschloss, den Hundertjährigen Krieg fortzusetzen, der ja letztlich auf den über eine Frau, Isabella von Frankreich (1292–1358), vermittelten Erbanspruch auf die Krone Frankreichs basierte.
Anne Mortimer (1390–1411), die Schwester des letzten Mortimers Edmund, ehelichte 1406 Richard of Conisburgh, 1. Earl of Cambridge (1375–1415), den jüngeren Sohn des Herzogs von York. Mit ihrem Sohn Richard (1411–1460), seit 1425 3. Herzog von York, entstand dem englischen König Heinrich VI. (1421–1471) ein politischer Gegner, der seine Thronansprüche sowohl über Lionel von Antwerpen als auch über seine direkte agnatische Abstammung von Eduard III. begründen konnte. Nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges (1453) entzündete sich 1455 der schwelende Konflikt des Hochadels in offene Kriegshandlungen. Diese Rosenkriege, die ihren Namen den Wappen der Kontrahenten verdankten, endeten 1485 mit der Thronbesteigung Heinrichs VII. (1457–1509) aus dem Haus Tudor. Die bekannte Tudorrose symbolisierte schließlich die Vereinigung der roten Rose des Hauses Lancaster mit der weißen Rose des Hauses York. 
von Lancaster (Plantagenêt), Herzog John of Gaunt (I8938)
 
49016 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/John_Welles,_1._Viscount_Welles

John Welles, 1. Viscount Welles (* nach 1448; † 9. Februar 1499 in London)

Er war der jüngere Sohn des Lionel Welles, 6. Baron Welles, und das einzige Kind aus dessen zweiter Ehe mit Margaret Beauchamp, Witwe des John Beaufort, 1. Duke of Somerset.

Sein Vater fiel während der Rosenkriege, als er 1461 auf der Seite des Hauses Lancaster in der Schlacht von Towton kämpfte. Sein älterer Halbbruder Richard Welles, 7. Baron Welles und dessen Sohn Robert Welles, 8. Baron Welles wurden 1470 wegen Beteiligung an einem Aufstand gegen König Eduard IV. aus dem Hause York hingerichtet. 1475 wurden sie posthum geächtet und ihre Ländereien von der Krone eingezogen. John Welles erwirkte 1478 von Eduard IV. eine Begnadigung und die Bestätigung seiner aus dem Erbe seiner Mutter stammenden Ländereien Maxey in Northamptonshire und Bletso in Bedfordshire.

1483 beteiligte er sich am erfolglosen Aufstand des Henry Stafford, 2. Duke of Buckingham, floh in die Bretagne und wurde durch Parlamentsbeschluss geächtet. Er kehrte im Gefolge von Henry Tudor, 2. Earl of Richmond, ins Königreich England zurück. Dieser schlug John Welles bereits am Tag der Landung am 7. August 1485 in Milford Haven zum Knight Bachelor.[1] Nachdem Henry Tudor im weiteren Verlauf als Heinrich VII. König wurde, erkannte er Welles als Baron Welles an und das Parlament hob die Ächtung seines Bruders und Neffen rückwirkend auf. Zudem verlieh ihm der König 1485 die Ämter des Konstabler von Bolingbroke Castle, Truchsess der Ländereien des Duchy of Lancaster in Lincolnshire, Konstabler und Truchsess von Rockingham Castle, Jägermeister von Rockingham Forest, Truchsess der Richmond Fee in Lincolnshire und der Herrschaft Holderness. Um den Jahreswechsel 1485/86 wurde er zum Viscount Welles erhoben. 1488 wurde er als Knight Companion in den Hosenbandorden aufgenommen.[2] 1488 wurde er mit den eingezogenen Ländereien des Viscount Lovel und weiteren Gütern belehnt. 1490 wurden ihm auf Lebenszeit die Burgen von Caerleon und Usk in Wales übertragen. Im Herbst 1492 beteiligte er sich am Frankreichfeldzug Heinrichs VII. und der erfolglosen Belagerung von Boulogne.

Ende 1487 heiratete er Prinzessin Cecily of York (1469–1507), Tochter König Eduard IV. Mit ihr hatte er zwei Töchter, Elizabeth († vor 1498) und Anne († um 1499), die beide jung starben. Da er bei seinem Tod, 1499, keine Nachkommen hinterließ, erlosch sein Viscounttitel und die Baronie fiel in Abeyance. 
de Welles, John (I28216)
 
49017 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jolande_von_Frankreich

Jolande von Frankreich (auch Jolante, Jolanta, Violanta, Jolanda, französisch Yolande de France oder de Valois) (* 23. September 1434 in Tours; † 28. August 1478 in Chambéry[1]) war die Tochter von König Karl VII. von Frankreich aus dem Haus Valois und Maria von Anjou. Sie war die Ehefrau von Herzog Amadeus IX. von Savoyen und leitete schon zu Lebzeiten ihres Gatten und über seinen Tod hinaus als Vormund ihres Sohnes Philibert I. die Geschicke des Herzogtums Savoyen.

Leben
Jolande war das sechste Kind aus der Ehe zwischen Karl VII. und Maria von Anjou, benannt nach ihrer Großmutter mütterlicherseits, Jolanthe von Aragón. Nach dem Tod ihrer ältesten Schwester Radegunde und der Ehe der zweitältesten Schwester Katharina mit dem zukünftigen Herzog Karl „dem Kühnen“ von Burgund, dem mächtigsten Vasallen Frankreichs, war die Ehe Jolandes mit Amadeus IX., dem künftigen Herzog von Savoyen 1452 aus politischer und dynastischer Sicht geschickt eingefädelt, da damit Familienbande mit zwei wichtigen aufstrebenden Reichen an der französischen Ostgrenze geschlossen wurden, die auf spätere Erbschaften oder Bündnisse hoffen ließen. Tatsächlich leiteten spätere französische Könige aus den beiden Ehen Ansprüche Frankreichs auf Savoyen und Burgund ab.

Amadeus IX. folgte seinem Vater 1465 als Herzog von Savoyen. Er litt jedoch unter einer schwachen Konstitution und schwerer Epilepsie, sodass er 1469 abdankte und seine Frau zur Regentin von Savoyen ernannte. Dies löste in Savoyen einen Bürgerkrieg zwischen der französischen und der burgundischen Partei aus. Sowohl der französische König Ludwig XI. als auch der burgundische Herzog Karl versuchten Savoyen als Bündnispartner zu gewinnen. Jolandes energischer Regierungsstil setzte sie auch in Opposition zu den savoyischen Baronen. Trotzdem konnte sie sich über den Tod ihres Mannes 1472 hinaus bis zu ihrem Tod 1478 als Regentin behaupten. Dabei stand Peter, Bruder ihres Mannes und Fürstbischof von Genf, als Berater an ihrer Seite.

Jolande konnte jedoch nicht verhindern, dass Savoyen durch Karl den Kühnen von Burgund in dessen Konflikt mit der Eidgenossenschaft hineingerissen wurde. Obwohl die Herzöge von Savoyen seit längerem mit den Eidgenossen verbündet waren, schien in den 1470er Jahren ein Zusammengehen mit dem mächtigen, expandierenden Burgund vielen savoyischen Baronen ratsam, um das Ausgreifen der mächtigen eidgenössischen Reichsstadt Bern ins savoyische Waadtland zu beenden. Daneben sollten in einem Bündnis mit Burgund lange anstehende territoriale Fragen gelöst werden, z. B. die Annexion der Stadt Genf und die endgültige Unterwerfung des Wallis. Weiter drohte Savoyen zwischen die Fronten zu geraten, da Karl auch mit dem Herzogtum Mailand verhandelte, das für die Besitzungen Savoyens im Piemont eine Bedrohung darstellte. Der Hof Jolandes war beherrscht von den Intrigen und den Parteikämpfen zwischen den burgundischen und französischen Anhängern. Drei Brüder des verstorbenen Herzogs Ludwig kämpften um Einfluss und repräsentierten in unterschiedlichen Konstellationen die Interessen Frankreichs und Burgunds: Peter, Fürstbischof von Genf, Jakob, Graf von Romont, Herr über die Waadt sowie Philipp von Savoyen «Ohneland».

Schließlich ging Jolande 1475 ein Bündnis mit Karl dem Kühnen ein, nicht zuletzt weil bernische Truppen im Waadtland die savoyischen Lehen burgundischer Adliger geplündert und besetzt hatten. König Ludwig XI. von Frankreich versuchte vergeblich, Jolande zu stürzen und durch Philipp als Regent zu ersetzen. Das Bündnis mit Burgund veranlasste Bern, mit seinen Verbündeten Freiburg und Wallis neben den burgundischen Besitzungen auch die savoyische Waadt sowie das Unterwallis zu plündern und zu besetzen. Jakob von Savoyen kämpfte in den sog. Burgunderkriegen aktiv an der Seite Karls, der aber trotzdem 1476 bei Grandson und Murten zwei Mal deutlich von den Eidgenossen geschlagen wurde. Auch ein savoyischer Vorstoß ins Wallis misslang und nach der verlorenen Schlacht auf der Planta besetzte Walter Supersaxo, Bischof von Sitten, das Unterwallis. Im Frieden von Freiburg i. Ü. 1476 musste Jolande Teile der Waadt an Bern abtreten sowie ihre Rechte über das Wallis und Freiburg aufgeben. Damit begann der Niedergang der savoyischen Macht in der heutigen Westschweiz, die 1536 von Bern endgültig erobert wurde. Den Friedensschluss zwischen Jolande und der Eidgenossenschaft empfand Karl als Verrat und er ließ deshalb Yolande 1476 durch Olivier de la Marche bei Genf entführen und in der Burg von Rouvres inhaftieren. Sie entkam nach wenigen Monaten starb aber kurze Zeit später 1478. Neuer Vormund ihres Sohnes Philibert wurde nun der Genfer Bischof Peter von Savoyen.

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von Frankreich, Jolande (I13013)
 
49018 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Joscelin_I.

Joscelin von Courtenay († 1131) war als Joscelin I. von Edessa Graf von Edessa. Er regierte die Grafschaft während des Zenits ihres Bestehens, von 1118 bis 1131. Sein militärisches Können hielt die weiten und labilen Grenzen des Landes zusammen.

Leben
Er war ein jüngerer Sohn des Joscelin von Courtenay und der Elisabeth von Montlhéry. Er erreichte das Heilige Land mit dem kleineren Kreuzzug von 1101, der im Anschluss an den erfolgreichen Ersten Kreuzzug stattfand. Er wurde bald einer der wichtigsten Gefolgsleuten seines Vetters des Grafen Balduin II. von Edessa (die Mütter waren Schwestern). Balduin ernannte ihn zum Kommandeur der Festung Turbessel am Euphrat, einem wichtigen Außenposten der Grafschaft im Kampf gegen die Seldschuken.

1104 geriet er in der Schlacht von Harran zusammen mit seinem Herren Balduin in die Gewalt der Muslime und wurde drei Jahre lang, bis 1107, von ihnen gefangen gehalten. 1113 erhielt er von Balduin I. das Fürstentum Galiläa.

Als Balduin II. 1118 im Königreich Jerusalem als Nachfolger Balduins I. König wurde, machte er Joscelin 1119 in Edessa zu seinem Nachfolger als Graf. Dies war auch der Lohn für das Engagement Joscelins bei der Königswahl zu Gunsten Balduins II.

Joscelin wurde 1122 erneut gefangen genommen, und als Balduin II. kam, um ihn zu befreien, geriet dieser ebenfalls in Gefangenschaft, so dass Jerusalem nun ohne König war. Joscelin gelang 1123 die Flucht und er erreichte Balduins Freilassung im Jahr darauf.

1125 nahm er an der Schlacht von Azaz teil, einem Sieg der Kreuzritter gegen den Atabeg von Mosul.

1131, während der Belagerung einer kleinen Burg im Nordosten Aleppos, wurde er durch den Einsturz eines Pioniergrabens schwer verletzt, woraufhin er die Regierung der Grafschaft an seinen Sohn Joscelin II. übergab. Kurze Zeit später erhielt er die Nachricht, dass der Danischmenden-Emir Ghazi gegen die Stadt und Festung Kaisun marschiere. Als sein Sohn der Stadt die Hilfe verweigerte, befahl er seiner eigenen Armee, aufzubrechen, wobei Joscelin auf einer Bahre an der Spitze des Heeres getragen wurde. Als Ghazi von Joscelins Kommen hörte – vielleicht hielt er ihn auch bereits für tot – hob er die Belagerung auf und zog sich zurück. Kurze Zeit darauf starb Joscelin am Straßenrand.

Joscelin war in erster Ehe mit einer Tochter des Fürsten Konstantin I. von Armenien verheiratet, in zweiter Ehe mit Maria von Salerno, der Schwester des Roger von Salerno, Regent von Antiochia.

Literatur
Jonathan Riley-Smith: Josselin I., in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 5, Sp. 637 (dort auch weiterführende Literatur).
Weblinks
Joscelin de Courtenay bei fmg.ac (englisch)
 
von Courtenay (von Edessa), Graf Joscelin I. (I11064)
 
49019 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Joscelin_II.

Joscelin II. von Edessa (* 1113; † 1159 in Aleppo) war ab 1131 der letzte regierende Graf von Edessa.

Er wurde in der Schlacht von Azaz 1125 von den Muslimen gefangen genommen, und von Balduin II., König von Jerusalem wieder freigekauft. 1131 war sein Vater, Joscelin I. in einer Schlacht gegen die Danischmenden schwer verletzt worden, woraufhin er ihm die Grafschaft übergab. Als Joscelin II. sich weigerte, mit der kleinen Armee Edessas gegen die Danischmenden zu marschieren, zwang Joscelin I. diese selbst zum Rückzug, starb aber wenig später.

Joscelin II. regierte den schwächsten und isoliertesten der Kreuzfahrerstaaten. 1138 verbündete er sich mit dem Fürstentum Antiochia und dem byzantinischen Kaiser Johannes II. Komnenos, um Zengi, den Atabeg von Aleppo anzugreifen, erlitt aber eine Niederlage. Zurück in Antiochia schürte er einen Aufruhr gegen das Byzantinische Reich, weil Johannes II. versuchte, sein Gebiet auf Kosten der Kreuzfahrer zu erweitern: Johannes war gezwungen, sich zurückzuziehen.

1143 starben sowohl König Fulko von Jerusalem als auch Johannes II., so dass Joscelin II. ohne kraftvolle Alliierte bei der Verteidigung Edessas blieb. Als Joscelin II. den strategischen Fehler beging und nach einem Hilferuf eines artuquidischen Herrschers im Herbst 1144 mit einem großen Heer Edessa verließ, belagerte Zengi die schutzlose Stadt und eroberte sie am 24. Dezember 1144. Es kam zu einem grausamen Massaker an der Zivilbevölkerung Edessas durch die Truppen Zengis.[1] Joscelin floh nach Turbessel, von wo aus er die westlich des Euphrats liegenden Reste der Grafschaft verteidigte. Als Zengi 1146 starb, versuchte Joscelin die Rückeroberung Edessas, wurde aber von Zengis Sohn Nur ad-Din zurückgeschlagen. Der Zweite Kreuzzug, der als Antwort auf den Fall Edessas begonnen wurde, war auch nicht in der Lage, die Muslime zu schlagen. 1150 wurde Joscelin auf einer Reise nach Antiochia von seiner Begleitung getrennt und fiel in die Hände turkmenischer Muslime. Zengis Sohn und Nachfolger Nur ad-Din ließ Joscelin gefangen nehmen, blenden und in ein Verlies der Zitadelle von Aleppo werfen, wo der Graf nach neun Jahren starb.

Joscelin II. heiratete um 1132 Beatrix, die Witwe des Wilhelm von Sahyun. Seine Tochter Agnes von Courtenay heiratete König Amalrich I. von Jerusalem. Sein Sohn Joscelin III. war nur noch Titulargraf von Edessa. 
von Courtenay (von Edessa), Joscelin II. (I36605)
 
49020 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Joscelin_III.

Joscelin III. (* um 1135; † vor 1200) aus der Adelsfamilie Courtenay war Titulargraf von Edessa sowie Baron im Königreich Jerusalem.

Leben
Er war der Sohn von Joscelin II., Graf von Edessa, und dessen Gattin Beatrix. Da die Stadt Edessa 1144 und der Rest der Grafschaft bis 1149 von den Muslimen erobert worden war erbte Joscelin III. beim Tod seines Vaters 1159 lediglich Titularansprüche auf dessen Grafschaft.

Joscelin lebte im Königreich Jerusalem, wo er 1156 bis 1159 Marschall war. Seine Schwester Agnes hatte 1157 König Amalrich I. († 1174) geheiratet und wurde 1161 die Mutter des Thronfolgers und baldigen Königs Balduin IV. († 1185).

Um 1163 erwarb er die Burg und Herrschaft Harenc im Fürstentum Antiochia. Diese wurde 1164 von Nur ad-Din angegriffen. In der folgenden Schlacht von Artah wurde Joscelin gefangen genommen und in Aleppo festgehalten. Harenc fiel an die Muslime. Erst als die Zengiden 1175, nach dem Tod Nur ad-Dins von Saladin bedrängt eine Verständigung mit den Christen anstrebten, wurde er 1176 gegen Lösegeld, dass wohl Agnes bezahlte, freigelassen. Sie erwirkte auch seine Einsetzung zum Seneschall von Jerusalem, so dass er nun zum inneren Kreis der königlichen Familie in Jerusalem gehörte, denen die niederen Adligen, die von Raimund III. Graf von Tripolis angeführt wurden, in Opposition gegenüberstanden.

Nach seiner Freilassung heiratete er 1176 Agnes von Milly, Tochter des Heinrich von Milly, genannt Bubalus (der Büffel), Herr von Petra. Es gelang ihm auch, rund um Akkon genügend Land aus der Krondomäne als Lehen zu erwerben, dass eine eigene Herrschaft errichtet werden konnte. Die Herrschaft wurde später „Seigneurie de Joscelin“ (Herrschaft des Joscelin) genannt. Die Herrschaft bildete kein geschlossenes Territorium, sondern bestand aus 44 Casalien in relativ dichter Streulage auf fruchtbarem Land im Nordosten von Akkon und umfasste auch die Burgen Banias (ab 1176), Castellum Regis (ab 1182) und Toron (ab 1186).[1]

1180 wurde Joscelin königlicher Botschafter im Byzantinischen Reich, wo er Wilhelm von Tyrus ersetzte, dessen Einfluss am Hof gesunken war. 1184 bekam er während der Regentschaft Raimunds III. die Aufsicht über den minderjährigen König Balduin V.,[2] was ihn näher an den einfachen Adel brachte und von der königlichen Familie entfernte. Agnes war zu diesem Zeitpunkt wohl gestorben, und obwohl Joscelin Balduins Großonkel war, lag die Macht bei Raimunds Adelspartei. Als Balduin V. 1186 starb, wechselte Joscelin erneut die Seiten und hinderte Raimund daran, am Begräbnis teilzunehmen. Als Parteigänger des neuen Königs Guido von Lusignan wurde er von diesem mit Toron belehnt, das er der „Seigneurie de Joscelin“ hinzufügte.

An der Schlacht bei Hattin nahm er in der Nachhut neben Balian von Ibelin teil, ihm gelang die Flucht nach Tyrus. Seine Ländereien wurden sämtlich von Saladin erobert. Am folgenden Dritten Kreuzzug zur Rückeroberung des Königreiches, insbesondere an der Belagerung von Akkon nahm er teil. Seine Herrschaft wurde bis 1191/92 größtenteils wiederhergestellt, nur Toron blieb muslimisch besetzt.

Joscelins Todesdatum ist unklar. Er unterzeichnete zuletzt im Oktober 1190 eine Urkunde. Als während der Belagerung von Akkon im Juli 1190 Königin Sybille gestorben war, aus deren Recht ihr Gatte Guido von Lusignan die Königskrone von Jerusalem trug, wurde im November 1190 aus politischen Gründen die Ehe zwischen Sybilles Schwester und Erbin Isabella und ihrem ersten Ehemann Humfried IV. von Toron annulliert. Durch Verheiratung Isabellas mit Konrad von Montferrat wurde dieser nun König von Jerusalem. Humfried IV. hatte im Rahmen seiner Heirat Toron in die Krondomäne eingebracht und erhielt seine Ansprüche auf die – noch muslimisch besetzte – Burg und Herrschaft nun zurück. In den entsprechenden Urkunden ist kein Protest Joscelins gegen die Wegnahme Torons aus seiner Herrschaft enthalten, weshalb spekuliert wird, ob er bereits im November 1190 während der Belagerung von Akkon im Feldlager einer Seuche erlegen sei. Urkundlich belegt ist jedenfalls, dass er im Oktober 1200 bereits tot war. 
von Courtenay (von Edessa), Baron Joscelin III. (I36607)
 
49021 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Josias_Simler

Josias Simler (auch Josias Simmler; * 6. November 1530 in Kappel am Albis; † 2. Juli 1576 in Zürich) war ein Schweizer reformierter Theologe und Historiker, bekannt unter anderem durch seine Werke zur Schweizer Landeskunde und Geschichte.

Abstammung
Seine Eltern waren Peter Simler (1486–1557), Konventuale und Prior im Kloster Kappel am Albis, und dessen Ehefrau Anna Huser († 1555). Sein Grossvater war Rudolf Simler (1449–1534), Schultheiss von Rheinau. Seine Schwester Margaretha (* 1541) war mit dem Pfarrer in Embrach, Hans Frey († 1569), verheiratet.

Leben
1544 ging Josias Simler nach Zürich, um unter seinem Paten und Förderer Heinrich Bullinger zu studieren. 1546 setzte er sein Studium in Theologie, Sprachen und Naturwissenschaften in Basel und 1547 bis 1549 in Arithmetik und Geometrie in Strassburg fort. Danach schloss er in Zürich sein Theologiestudium ab, arbeitete als Pfarrer und zwischendurch als Mathematiklehrer für Conrad Gessner. 1552 wurde er in Zürich Professor am Carolinum für Exegese des Neuen Testaments, 1560 für Theologie. In diesem Jahr übernahm er vorübergehend den Lehrstuhl des entlassenen Theodor Bibliander. 1563 wurde er anstelle des verstorbenen Peter Martyr Vermigli Professor für Altes Testament.

Ab 1555 begann er die Bibliotheca universalis von Conrad Gessner neu herauszugeben. In seinem Werk De Alpibus commentarius von 1574, welches das erste Werk war, das sich umfassend mit den Alpen befasste, sammelte er alle Informationen über das Gebirge aus den Werken verschiedener anderer Autoren versehen mit Anmerkungen aus eigener Anschauung. Er entwickelte dabei neue Einsichten über das Wesen der Lawinen, den Unterschied von Firn und Eis, die niedrige Temperatur grosser Höhen sowie den Pflanzenendemismus der Alpen.

Simler schrieb zudem weitere Werke über die Schweizer Landeskunde, wie De Republica Helvetiorum (Abriss der Chronik von Johannes Stumpf, 1547/48) oder Vallesiae Descriptio. Ausserdem beriet er Ulrich Campell bei der Abfassung seiner Raetiae alpestris topographica descriptio (Topographische Beschreibung des alpinen Rätiens/rätischen Alpenlandes. Chur 1573). Ihm zu Ehren ist das Simler-Schneefeld in der Antarktis benannt.

Werke
Oratio de vita et obitu clarissimi viri et praestantissimi theologi D. Petri Martyris Vermilii. Zürich 1563 (Nekrolog auf Petrus Martyr Vermilius).
Vita clarissimi philosophi et medici excellentissimi Conradi Gesneri. Zürich 1566 (Nekrolog auf Conrad Gessner).
De aeterno Dei filio. Zürich 1568 (Über den ewigen Gottessohn).
Vallesiae descriptio, libri duo: de alpibus commentarius (Beschreibung des Wallis. Zwei Bände. Kommentar zu den Alpen). Zürich 1574.
Neuausgabe/Übersetzung: De Alpibus commentarius. Die Alpen. Bearb., übers., erläutert und eingeleitet v. Alfred Steinitzer. Mit einhundertzwölf Abbildungen. Gesellschaft Alpiner Bücherfreunde, München 1931, OCLC 504343489.
Narratio de ortu, vita et obitu reverendi viri D. Henrici Bullingeri, Tigurinae Ecclesiae pastoris. Zürich 1575 (Nekrolog auf Heinrich Bullinger).
Regiment Gemeiner loblicher Eydgnoschafft. Zürich 1576.
De Republica Helvetiorum Libri duo. Zürich 1577 (Zwei Bücher über die Schweizer Republik).
 
Simmler (Simler), Josias (I56057)
 
49022 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Juan_Manuel (Aug 2023)

Juan Manuel (als Buchautor Don Juan Manuel) (* 5. Mai 1282 in Escalona, Provinz Toledo; † 13. Juni 1348 auf Burg Peñafiel, Peñafiel, Provinz Valladolid) war ein kastilischer Staatsmann und Schriftsteller. Als letzterer gilt er als einer der Hauptrepräsentanten der mittelalterlichen Prosa in kastilischer Volkssprache. Er erbte von seinem Vater die Herrschaft Villena und erhielt die Titel „Herr“, „Herzog“ und schließlich „Fürst“ von Villena.[1] Darüber hinaus war er Grundherr (señor) von Escalona, Peñafiel, Cuéllar, Elche, Cartagena, Lorca, Cifuentes, Alcocer, Salmerón, Valdeolivas und Almenara. Zusätzlich war er Mayordomo der Könige Ferdinand IV. und Alfons XI. sowie Adelantado Mayor von Andalusien und von Murcia.

Juan Manuel wurde als Sohn des Infanten Manuel von Kastilien und seiner Gemahlin Beatrix von Savoyen geboren und gehörte somit einer der reichsten und mächtigsten Familien des kastilischen Hochadels an. Im Alter von fünf Jahren verlor er beide Eltern, mit zwölf Jahren nahm er an seinem ersten Kriegszug zur Abwehr der maurischen Belagerung von Murcia teil. Juan Manuel genoss eine ritterliche Erziehung im Stile seiner Zeit (Jagen, Reiten, Fechten), interessierte sich jedoch auch sehr für intellektuelle Disziplinen wie Rechtswissenschaften, Geschichte und Theologie. Mit seinen Königen Ferdinand IV. und Alfons XI. stand Juan Manuel in spannungsreicher Beziehung. Seine Tochter Constança Manuel verheiratete er bereits mit sieben Jahren mit dem mit 14 Jahren gerade volljährig gewordenen König Alfons XI., dessen Lehrer er zeitweise war. Nachdem dieser die Ehe zwei Jahre später hatte annullieren lassen, verheiratete er sie mit dem portugiesischen Kronprinzen und späteren König Pedro. Er starb im Jahr 1348; sein Grabmal mit Liegefigur befindet sich in der von ihm erbauten Kirche San-Pablo in Peñafiel.

Er hinterließ einen beträchtlichen, aber weit verstreuten Grundbesitz, aus dem die Katholischen Könige im Jahr 1475 das Herzogtum von El Infantado machten.

Werk
Von Don Juan Manuel (Autorenname) sind acht Bücher überliefert, darunter sein berühmtestes, El Conde Lucanor, eine von 1330 bis 1335 – also ca. 20 Jahre vor Giovanni Boccaccios Decamerone – erstellte und dialogisch aufgebaute Sammlung von 51 Erzählungen (Exempla) mit moralisierender Absicht, die hauptsächlich auf Elemente der antiken und arabischen Erzähltradition zurückgreift. Sie enthält auch die Vorlage für Hans Christian Andersens berühmtes Märchen Des Kaisers neue Kleider.

Don Juan Manuel schrieb in kastilischer Volkssprache und nicht in Latein, um ein Maximum an Lesern zu erreichen. Seine ursprünglichen Vorbilder liegen in den anonymen Sammelwerken seines Onkels, des Königs Alfons X. von Kastilien, der den Beinamen „Der Weise“ trug. Im Lauf seiner schriftstellerischen Entwicklung verstärkte sich bei Don Juan Manuel das didaktische und moralisierende Element. 
Manuel, Don Juan (I41950)
 
49023 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Judhael_de_Totnes (Jul 2023)

Judhael de Totnes, auch Juhel de Totnes († vor 1130), war ein normannischer Adliger und Unterstützer Wilhelm des Eroberers.

Herkunft
Nach eigenen Angaben hieß sein Vater Alfred, ob Judhael aus der Bretagne oder der Normandie stammt ist ungeklärt.

Leben
Vermutlich kurz nach der normannischen Eroberung Englands erhielt Judhael umfangreichen Grundbesitz entlang der Ostküste von Devon. In Südwestengland hatte es 1068 eine Rebellion gegen die normannischen Eroberer gegeben, zusätzlich wurden die Küsten von irischen Seeräubern bedroht. Zur Sicherung der normannischen Herrschaft errichtete Judhael Totnes Castle im Nordosten der angelsächsischen Stadt Totnes.[1] Außerdem stiftete er das Benediktinerpriorat St Mary in Totnes. Im Domesday Book wird Judhael 1086 noch als Herr von über 100 Lehen genannt, doch unter König Wilhelm II. verlor er aus unbekannten Gründen um 1091 Totnes, das an Roger de Nonant fiel. 
de Totnes, Judhael (I41733)
 
49024 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Jutta_von_Ravensberg

Jutta von Ravensberg (* um 1223/um 1231; † 1301/nach 1302) war Gräfin von Ravensberg. Sie verkaufte 1252 ihre Herrschaftsrechte im Emsland und in Vechta an den Bischof von Münster, daraus entstand später das Niederstift Münster.

Leben
Jutta von Ravensberg wurde um 1223 oder um 1231 als Tochter von Otto II. von Ravensberg († 1244) und dessen Ehefrau Sophie von Oldenburg geboren. Da ihr Bruder Hermann von Ravensberg früh verstarb und sie die einzige überlebende Tochter war, wurde sie Alleinerbin ihrer Eltern. 1252 verkauften Jutta von Ravensberg, ihr zweiter Ehemann Walram III. von Monschau und ihre Mutter Sophie von Oldenburg die Herrschaftsrechte im Emsland und in Vechta für 40 000 Mark an Bischof Otto II. von Münster († 1259), daraus entstand später das Niederstift Münster. Jutta von Ravensberg verstarb 1301 oder nach 1302.

Besitz
Jutta von Ravensberg verfügte über: die Freigrafschaft Sögel auf dem Hümmling; das Gut in Oythe; die Herrschaft und Burg Vechta mit Markt-, Münz- und Zollrecht; die Herrschaft und Burg Vlotho; die Juttaburg und andere Besitzungen in Haselünne; Güter im Raum Bersenbrück; Reichslehen sowie Lehen der Erzbischöfe von Köln und Bremen, der Bischöfe von Paderborn, Minden, Osnabrück, Utrecht und des Klosters Corvey.

Ehen
1238 wurde die noch minderjährige Jutta von Ravensberg mit Heinrich III. von Tecklenburg († 1247/1248), dem Sohn von Otto I. von Tecklenburg († 1263) und dessen Ehefrau Mechthild von Holstein-Schauenburg verlobt, um die Aussöhnung der verfeindeten Häuser Ravensberg und Tecklenburg zu festigen. 1242/um 1244 heirateten sie. Als Ehegeschenk erhielt sie von Heinrich III. und Otto II. das Gut in Oythe und die Freigrafschaft Sögel auf dem Hümmling.

Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes 1247/1248 heiratete sie 1251 oder vor 1251 in zweiter Ehe Walram III. von Monschau (von Montjoie), († 1266), den Sohn von Walram II. von Monschau († 1242) und dessen Ehefrau Elisabeth von Bar.

Beide Ehen blieben kinderlos. 
von Ravensberg, Gräfin Jutta (I41297)
 
49025 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Kahle (Jul 2023)

Karl II. (* 13. Juni 823 in Frankfurt; † 6. Oktober 877 in Avrieux bei Modane), auch: Karl der Kahle (französisch: Charles II dit le Chauve), aus dem Adelsgeschlecht der Karolinger war von 843 bis 877 westfränkischer König und von 875 bis 877 König von Italien und Römischer Kaiser.

Leben
Herkunft
Karl war der jüngste Sohn Ludwigs des Frommen aus dessen zweiter Ehe mit Judith. Nach der von Karl veranlassten Hinrichtung des Grafen Bernhard von Septimanien im Jahr 844 kam jedoch die Vermutung auf, er sei wegen Ehebruchs mit Karls Mutter getötet worden. Vor allem Karls rivalisierende Brüder schürten das Gerücht, dass Karl möglicherweise gar nicht Ludwigs Sohn sei, sondern der Nachkomme von Bernhard aus dessen Beziehung zu Judith.

Seine seitens der Wissenschaft stets angenommene Erziehung durch Walahfrid Strabo, der im Jahr 829 nach Aachen an den Hof Ludwigs des Frommen berufen worden war, scheint durch die neuere Forschung widerlegt.[1]

Sein Beiname der Kahle könnte darauf hindeuten, dass Karl vor dem Reichstag in Worms 829 im Gegensatz zu seinen älteren Brüdern bei der Aufteilung des Frankenreiches nicht berücksichtigt worden war, bis zu diesem Zeitpunkt also kahl im Sinne von landlos/besitzlos war.

Herrschaft
Im Alter von sechs Jahren wurde Karl im August 829 zum dux Alemanniae ernannt. Bereits 838 wurde er zum Unterkönig von Neustrien (nördliches Frankreich) gekrönt. Nach dem Tod Kaiser Ludwigs 840 und dem gemeinsam mit Ludwig dem Deutschen errungenen Sieg über den ältesten Bruder Lothar I. in der Schlacht von Fontenoy 841 fiel im Vertrag von Verdun 843 das westliche Drittel des Reichs von den Pyrenäen bis zur Schelde an Karl. Wenig später wurde ihm von seinen Getreuen der ihn in seiner Machtfülle stark einschränkende Vertrag von Coulaines (November 843) aufgezwungen. Dem dadurch konsolidierten Westfrankenreich fügte er 848 schließlich, nach der Absetzung seines Neffen Pippin II., die direkte Herrschaft über Aquitanien hinzu.

Er erließ 864 das Edictum Pistense, in dem erstmals in Europa gesetzlich festgeschrieben wurde, welche Eigenschaften Geldmünzen haben mussten, um als umlauffähiges Zahlungsmittel anerkannt zu werden.[2]

Nach dem Tod Lothars II. 869, des Herrschers im nördlichen Drittel des 855 von Lothar I. geteilten Mittelreiches, versuchte er, dessen gesamtes Gebiet seinem Westreich anzuschließen, musste es jedoch 870 im Vertrag von Meerssen mit seinem Halbbruder Ludwig dem Deutschen teilen.

Das Westfrankenreich wurde in seiner Regierungszeit mehrmals von Wikingerangriffen heimgesucht. 845 erschien eine große Wikingerflotte vor Paris, angeführt von einem gewissen Ragnar; die Wikinger zogen erst nach der Zahlung eines hohen Geldbetrags wieder ab. Dem sollten noch weitere Belagerungen durch Wikinger in den Jahren 856, 865 und 866 folgen. Karl erwies sich als unfähig, eine effektive und nachhaltige Verteidigung zu organisieren, was während der Zeit seiner Herrschaft mit zum Niedergang der politischen Macht des Königtums und zum Erstarken des hohen Adels beitrug.

Nach dem Tode seines kinderlos gebliebenen Neffen Ludwig II. von Italien im Jahre 875 erbte er dessen italienisches Königreich, zu dem seit dem Tode seines Neffen Karl von der Provence im Jahre 863 auch der Großteil Burgunds gehörte. Am 25. Dezember 875 wurde Karl in Rom zum römischen Kaiser gekrönt. Anfang 876 erfolgte im Beisein des Erzbischofs Ansbert von Mailand die Krönung zum König der Langobarden.

Karl selbst starb im Oktober 877 und wurde in Nantua bestattet, später in die Basilika Saint-Denis umgebettet. Bei der Plünderung der Königsgräber von Saint-Denis während der Französischen Revolution wurde sein Grab am 18. Oktober 1793 geöffnet und geplündert, seine Überreste wurden in einem Massengrab außerhalb der Kirche beerdigt.

Karls Erben waren im Westfrankenreich sein Sohn Ludwig der Stammler und in Italien sein ostfränkischer Neffe Karlmann, ältester Sohn des ostfränkischen Königs Ludwig des Deutschen; in Burgund begründete 879 Boso von Vienne das Königreich Niederburgund.

Karl hat zweimal geheiratet:
- am 13./14. Dezember 842 Irmentrud (825–869) in Quierzy, Tochter des Grafen Odo von Orléans (Geroldonen, Konradiner)
- am 22. Januar 870 Richildis von der Provence († 2. Juni 910), Tochter des Grafen Buvinus von Metz und der Richeut von Arles (Buviniden), Schwester des Boso von Vienne 
von Frankreich (Karolinger), Kaiser Karl II. der Kahle (I220)
 
49026 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_I._(Münsterberg-Oels)

Karl I. von Münsterberg (auch: Karl I. von Podiebrad, tschechisch: Karel z Minstrberka; * 2./4. Mai 1476 in Glatz; † 31. Mai 1536 in Frankenstein) war Herzog von Münsterberg und Herzog von Oels sowie Graf von Glatz. 1519–1523 bekleidete er das Amt des Landvogts der Oberlausitz, ab 1523 war er Oberst-Landeshauptmann von Böhmen, ab 1524 Landeshauptmann und ab 1527 Oberlandeshauptmann von Schlesien.

Karl war ein Enkel des böhmischen Königs Georg von Podiebrad. Seine Eltern waren Heinrich d. Ä. von Münsterberg und Ursula von Brandenburg, Tochter des Markgrafen Albrecht Achilles. 1488 vermählte ihn sein Vater mit Anna (1480/83–1541), einer Tochter des Herzogs Johann II. von Sagan. Auch Karls ältere Brüder Albrecht und Georg waren mit Töchtern Johanns II. verheiratet.

Nach dem Tod ihres Vaters regierten die drei Brüder Albrecht, Georg und Karl zunächst gemeinsam, wobei jeder auf seinem eigenen Hof lebte: Albrecht in Glatz, Georg in Oels, Karl in Münsterberg. Da Karl beabsichtigte, seine Residenz nach Frankenstein zu verlegen, förderte er die Entwicklung der Stadt. Um die Ansiedlung in der Stadt zu begünstigen, ließ er neue Steinhäuser errichten und gab Landadeligen Stellen für Freihäuser. Die Stadtbefestigung wurde erneuert und verstärkt und 1511 ein steinerner Pfarrhof errichtet. Etwa zur selben Zeit begann Karl mit der Errichtung eines großen Schlosses an Stelle der verfallenen mittelalterlichen Burg von Frankenstein. Dorthin verlegte er 1530 seine Residenz. Die Anlage, an der auch seine Nachfolger weitergebaut haben, ist nie fertig geworden. Die hohen Kosten für den Schlossbau haben vermutlich dazu beigetragen, dass das Herzogtum Münsterberg Mitte des 16. Jahrhunderts so hoch verschuldet war, dass es zeitweilig verpfändet werden musste.

Seine Brüder Georg und Albrecht starben 1502 bzw. 1511. Seitdem regierte Karl die ererbten Länder als Herzog von Münsterberg und Oels allein. Obwohl Karl und seine Brüder bereits 1501 die Grafschaft Glatz an ihren späteren Schwager Ulrich von Hardegg verkauft hatten, führten sie und ihre Nachkommen weiterhin den Titel eines Grafen von Glatz bis zum Erlöschen der Münsterberger Stammlinie der Herren von Podiebrad in männlicher Linie 1647.

Nach dem Tod seines Vetters Bartholomäus von Münsterberg 1515 folgte ihm Karl als Berater des Königs Vladislav II. Zugleich übernahm er die Erziehung des Prinzen Ludwig II., der nach dem Tod Vladislavs II. 1516 König von Böhmen und Ungarn wurde. König Ludwig II. ernannte Karl I. 1519 zum Landvogt der Oberlausitz. 1523 stieg Karl I. zum Oberst-Landeshauptmann des Königreichs Böhmen auf und gehörte damit zu jenen hohen Adligen, die das Land in Abwesenheit des Königs, der sich meist in Ungarn aufhielt, verwalteten. Zudem wurde er 1524 Landeshauptmann von Schlesien.

Nach dem Tod König Ludwigs II. 1526 war Karl von Münsterberg führend an der Organisation der Königswahl beteiligt. Er legte sich früh auf den Kandidaten Ferdinand I. fest, was ihm dieser nach der Krönung 1527 mit der Bestätigung der Hauptmannschaft in Böhmen und der Verleihung der Oberlandeshauptmannschaft für Schlesien belohnte. Die Ausübung dieser Ämter war für Karl mit beträchtlichem finanziellen Aufwand verbunden, so dass er sich genötigt sah, Teile seiner Länder zu verkaufen.

Obwohl Karl Luthers Schriften zunächst mit wohlwollendem Interesse las, hielt er auch während der Reformation am katholischen Glauben fest. Bereits 1516 unterstützte er die nicht zustande gekommene Heiligsprechung des ersten Prager Erzbischof Ernst von Pardubitz, der 1364 auf eigenen Wunsch in der Glatzer Pfarrkirche beigesetzt worden war. Hierzu wurde vom Breslauer Kanoniker Valentin Krautwald eine Lebensbeschreibung des Erzbischofs verfasst, der ein Dokument des Herzogs Karl I. beigefügt wurde. In diesem beurkunde Karl I. ein Wunder, das der Franziskaner Johann Filipec vor 1498 in Glatz erlebt haben soll.[1] 
von Münsterberg (von Oels), Herzog Karl I. (I28280)
 
49027 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_I._(Valois) (Feb 2022)

Karl I. von Valois (* 12. März 1270 wohl im Schloss Vincennes; † 5. oder 16. Dezember 1325 in Nogent-le-Roi) war der vierte Sohn, der zweite erwachsen gewordene, des Königs Philipp III. des Kühnen von Frankreich und der Isabella von Aragon, der jüngere Bruder des Königs Philipp IV. des Schönen. Aufgrund der fehlenden Nachkommenschaft unter den Söhnen Philipps IV. wurde er der Stammvater der Dynastie Valois.

Biographie
Mittelmäßig intelligent, überdurchschnittlich ehrgeizig, und leidlich habgierig sammelte Karl von Valois – als jüngerer Sohn ohne ererbten Besitz – Fürstentümer. Als Sohn, Bruder, Schwager, Schwiegersohn von Königen und Königinnen (Frankreichs, Navarras, Englands und Neapels) und – nach seinem Tod – Vater des nächsten französischen Königs und Schwiegervater des deutschen Kaisers, war sein lebenslanges Ziel eine eigene Krone zu erwerben, was ihm jedoch niemals gelang.

Titularkönig von Aragon
1284 erkannte Papst Martin IV. ihn als König von Aragón – als Sohn der Isabella von Aragon – und damit als Vasall des Heiligens Stuhls an. Damit stand Karl in Konkurrenz zu König Peter III. von Aragon, der seit der Sizilianischen Vesper 1282 eiin Gegner Roms und vor allem Karls I. von Anjou war. Sein Vater unternahm, gegen den Rat des Prinzen Philipp dem Schönen, 1284 einen Kreuzzugs gegen Aragon um dieses Königreich für seinen Sohn und dem französischen Einfluss zu gewinnen, erreichte aber 1285 nur die Krönung Karls mit einem Kardinalshut, der so der Lächerlichkeit preisgegeben wurde und ihm den Spottnamen eines Königs des Hutes eintrug. Karl wagte niemals das Zepter, das er sich für diese Gelegenheit hatte anfertigen lassen, zu benutzen. Der Kreuzzug endete in einem militärischen Desaster, König Philipp III. starb und der neue König Philipp IV. beendete sofort den Feldzug.
Karl musste die Krone Aragons aufgeben und erhielt 1290 als Trost die Hand seiner Cousine Margarete von Anjou, die ihm die Grafschaften Anjou und Maine in die Ehe brachte.

Feldherr
Karls größte Fähigkeit war die eines Kriegsherren. Im Krieg Frankreichs gegen England und Flandern befehligte er erfolgreich einen Feldzug in der Gascogne und anschließend in Flandern, woraus sein königlicher Bruder ein wenig voreilig schloss, dass Karl auch einen Feldzug in Italien führen könne um dort den, gegen Aragon in Bedrängnis geratenen, Vettern aus dem Königreich Neapel Hilfe zu leisten. Mit dem heimlichen Einverständnis des Papstes, ging Karl an die Rettung seines Schwiegervaaters Karl II. von Neapel. Er wurde zum päpstlichen Vikar für Italien ernannt und verlor sich in den Wirren der italienischen Politik, kompromittierte sich durch ein Massaker in Florenz und in finanziellen Erpressungen, landete auf Sizilien wo er seinen Ruf als Plünderer festigte und kehrte – völlig in Verruf gebracht – 1301/1302 nach Frankreich zurück. Allerdings förderte dieses Engagement auch den Frieden von Caltabellotta (1302), der den Krieg zwischen Neapel und Sizilien beendete.

Titularkaiser von Konstantinopel
Nachdem Karl erneut erfolgreich in Flandern kämpfte, träumte er nun von der Kaiserkrone von Konstantinopel. Er hatte 1301 Catherine de Courtenay geheiratet, die als Enkelin und Erbin des letzten lateinischen Kaisers von Konstantinopel, Balduin II. von Courtenay, Titularkaiserin von Konstantinopel war.
Karl schloss 1306 ein Abkommen mit Venedig und gewann auch den Fürsten der Serben als Verbündeten. Papst Clemens V. belegte den byzantinischen Kaiser Andronikos II. Palaiologos mit dem Bann und gab damit sein Einverständnis zur Eroberung Konstantinopels. Weiterhin gewann Karl die byzantinischen Statthalter von Thessaloniki und Sardes und vor allem die Katalanische Kompanie für seine Sache. Im Jahr 1308 landete Karls Bevollmächtigter, Thibaud de Cepoy, mit elf venezianischen Schiffen auuf Euböa und nahm die Insel erfolgreich für seinen Herren in Besitz. Doch es entwickelte sich nicht wie geplant, denn die Katalanische Kompanie zog zuerst nach Thessalien und schließlich in das lateinische Herzogtum Athen, wo die Söldner 1311 deen Herzog Walter von Brienne am Cephissus vernichtend schlugen und sich so zu den neuen Herren Athens aufschwangen. An einer Eroberung Konstantinopels zeigten die Katalanen kein Interesse mehr womit Karls Bestrebungen der Boden entzogen war. 1307 oder 1308 war Catherine de Courtenay gestorben und der Rechtstitel ging auf ihre gemeinsame Tochter, Katharina, über die 1313 mit Philipp von Tarent verheiratet wurde.
Kandidat für die deutsche Krone und Regent in Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Karl nahm noch einmal den Versuch nach einer Krone zu greifen auf als der römisch-deutsche König Albrecht I. 1308 ermordet wurde. Karl stellte sich der nun folgenden Wahl zur Kandidatur, ermutigt von seinem Bruder Philipp dem Schönen. Der wollte einerseits nicht selbst das Risiko des Scheiterns auf sich nehmen, andererseits es sich wahrscheinlich gut vorstelte einen Strohmann auf dem römisch-deutschen Thron zu haben. Die Kandidatur scheiterte jedoch an der Ablehnung der deutschen Fürsten und des Papstes, gewählt wurde Heinrich VII. aus dem Hause Luxemburg.
Karl und sein älterer Bruder brachten sich ein Leben lang als einzige leibliche Vollbrüder eine enge gegenseitige Zuneigung entgegen, da beide unter der Wiederverheiratung ihres Vaters mit Maria von Brabant gelitten hatten. Karl konnte jedoch ninie einen größeren Profit daraus schlagen, da sich Philipp des geringen Talentes seines Bruders bewusst war welches nicht an die Verantwortungen heranreichte mit denen er als königlicher Prinz überhäuft wurde. Es war Karl von Valois, der 1311 die königliche Gesandtschaft bei der Zusammenkunft in Tournai mit den Flamen leitete und sich dabei mit dem königlichen Rat Enguerrand de Marigny zerstritt, der ihn offen in den Schatten stellte. Der Bruder des König verzieh diesen Affront nicht und blieb der erbittertste Feind Marignys auch nach dem Tod des Königs.
Während der Herrschaft seines Neffen, König Ludwig X. dem Zänker (1314-1316), war Karl schließlich der einflussreichste Ratgeber des Königs und befand sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Kurz vor seinem Tod 1316 bestimmte der König ihn sogar zum Kopf des Regentschaftsrates für den verwaisten Thron und ließ Karl so die Hoffnung auch weiterhin eine wichtige politische Rolle zu spielen. Doch der Bruder des Königs, Graf Philipp von Poitou, zog im Juli 1316 in Paris ein und wurde von den Pairs umgehend als neuer Regent Frankreichs anerkannt. Philipp wurde noch im selben Jahr als Philipp V. selber König und bei seinem Tod 1324 dachte dann niemand mehr an den Grafen von Valois. Immerhin kommandierte er in diesem Jahr noch einmal während des Kriegs von Saint-Sardos mit Erfolg eine Armee des neuen Königs, Karl IV. dem Schönen, in der Guyenne gegen den König von England.
Karl von Valois starb im Dezember 1325 und wurde in der Kirche Saint-Jacques in Paris beerdigt. 
von Valois (Kapetinger), Karl I. (I8422)
 
49028 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_II._(Alençon) (Sep 2023)

Karl erhielt aus dem Erbe seines 1325 verstorbenen Vaters die Grafschaften Alençon und Le Perche. Er gehörte zu den wichtigsten Unterstützern seines Bruders bei dessen Thronbesteigung 1328 und kämpfte mit ihm in der Schlacht von Cassel. Am königlichen Hof setzte er sich für den Grafen Robert von Artois in dessen Lehnsprozess ein. Während der Querelen zwischen König Philipp VI. und König Eduard III. von England um Hoheitsrechte in der Guyenne besetzte Karl 1330 Saintes, das aber im Folgejahr wieder an den König von England zurückerstattet wurde. Noch in dem Jahr, in dem der Hundertjährige Krieg ausbrach (1337), verteidigte er zusammen mit Philipp III. von Navarra erfolgreich Boulogne gegen die Engländer. 1340 griff er in den Bretonischen Erbfolgekrieg ein. 
von Valois (Kapetinger), Graf Karl II. (I42275)
 
49029 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_II._(England)

Karl II. (englisch Charles II, auch The Merry Monarch genannt; * 29. Mai 1630 in London; † 6. Februar 1685 ebenda) aus dem Hause Stuart war König von England, Schottland und Irland (durch die Monarchisten am 30. Januar 1649 ausgerufen; Thronbesteigung nach der Wiederherstellung der Königswürde am 29. Mai 1660).

Kindheit und Jugend
Karl war der zweite Sohn von König Karl I. von England, Schottland und Irland und der Königin Henrietta Maria, einer geborenen Prinzessin von Frankreich. Als er am 29. Mai 1630 zur Welt kam, war er der erhoffte Thronfolger, nachdem sein älterer Bruder ein Jahr zuvor am Tage seiner Geburt gestorben war. Am 27. Juni 1630 wurde er nach den Riten der Church of England getauft. Die Zeremonie wurde vom Bischof von London William Laud, einem Freund von König Karl I., vollzogen.

Obwohl alle Hoffnungen auf ihm ruhten, war seine Mutter Henrietta Maria wenig begeistert vom Aussehen des Kindes. In einem Brief an ihre Schwester soll sie geschrieben haben, dass sie ein schwarzes Kind habe und sich schämte, es zu zeigen. Über den kleinen Karl schrieb sie am 6. Mai 1631 in einem Brief an Madame St. George ebenso bestürzt:

“[…] he is so ugly I am ashamed […] but his size and fatness supply what he lacks in beauty.”
„[…] er ist so hässlich, dass ich mich schäme […], aber seine Größe und Beleibtheit machen wett, was er an Schönheit vermissen lässt.“

1631 wurde Karl seiner künftigen Erzieherin übergeben, Mary Sackville, Countess of Dorset, die im Ruf stand, eine makellose Anglikanerin zu sein. In der Obhut der Countess kümmerte sich als seine Erzieherin Mrs. Christabella Wyndham um ihn; sie sollte in seinem Leben noch eine Rolle spielen. Er genoss eine liebevolle und umfassende Erziehung durch verschiedene Lehrer, u. a. durch Thomas Hobbes, und wurde schon früh von seinem Vater in die Belange des Landes eingeführt.

So waren er und sein Bruder Jakob bei ihrem Vater Karl I., als dieser am 22. August 1642 das Kriegsbanner in Nottingham Castle hissen ließ und damit die kommende Schlacht eröffnete (siehe auch Englischer Bürgerkrieg). Als sich die königlichen Kinder am nächsten Tag im Durcheinander der Schlacht in einer Scheune vor den Parlamentstruppen versteckten, kam es zu einer überlieferten Begebenheit, die den Mut des jungen Prinzen beschreibt. Als die Kinder gefunden wurden, soll Karl seine Pistole gezogen, auf die Männer gezielt und gesagt haben: I fear them not. (Ich fürchte sie nicht.) Karl wurde dieser Mutprobe enthoben, da in diesem Moment royalistische Truppen die Scheune stürmten und die Kinder befreiten.

Er nahm den Titel des Prince of Wales an, der ihm formell nie verliehen wurde, weil der Englische Bürgerkrieg dies verhinderte. Um 1643/44 wurde Karl ein eigenes Ratgeber-Kollegium (auch Privy Council des Kronprinzen genannt) zugeteilt. Dieses council of advisers bestand unter anderen aus Edward Hyde, Sir Arthur Capel, Ralph Hopton, 1. Baron Hopton und einer Auswahl überzeugter Royalisten von makellosem Ruf. Sir Edward Hyde blieb auch später einer der engsten Vertrauten und Berater des späteren Königs Karl II.

Heiratspläne und Flucht aus England
In dieser Zeit, um 1644, begann Karls Mutter bereits, Heiratspläne für ihren Sohn zu schmieden. Eine der aussichtsreichsten Heiratskandidatinnen war Luise Henriette von Oranien. Deren Vater Friedrich Heinrich von Oranien war aber nicht gewillt, seine Tochter in einen Bürgerkrieg zu schicken. Luise Henriette heiratete später Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Auch die Pläne, Karl mit Johanna, der zweiten Tochter von König Johann IV. von Portugal, oder mit der Tochter von Jean-Baptiste Gaston, Herzog von Orléans, Anne Marie Louise d’Orléans, zu vermählen, zerschlugen sich. Karl heiratete später Katharina Henrietta von Braganza, die jüngere Schwester von Johanna von Portugal.

Völlig unbeeinflusst von den wichtigen Heiratsallianzen, die seine Mutter für ihn plante, soll Karl mit 14 Jahren seine erste bekannte sexuelle Beziehung zu seiner ehemaligen Erzieherin Christabella Wyndham aufgenommen haben. In zeitgenössischen Schriften wird von einer Verführung des frühreifen Prinzen durch Mrs. Wyndham berichtet. Mrs. Wyndham galt zu ihrer Zeit als gefeierte und opulente Schönheit und im Hinblick auf die spätere Mätressenwirtschaft des zukünftigen Königs wurde beiden diese amouröse Begegnung wohl eher angedichtet. Ob diese Verführung wirklich stattfand, kann mit keiner zeitgenössischen Quelle belegt werden. Die Bekanntschaft des jungen Prinzen mit Mrs. Wyndham war immerhin so vertraut, dass sie ihn in der Öffentlichkeit spontan an sich zog und sein Gesicht mit Küssen bedeckte (darüber berichtet Edward Hyde in seinen Lebenserinnerungen (Claredons History)).

In der Zwischenzeit hatte Karls Mutter, zusammen mit seiner jüngeren Schwester Henriette Anne, bereits die Flucht aus dem unsicheren England in das französische Exil angetreten. Als Ruprecht von der Pfalz, Duke of Cumberland, der Generalissimus aller königlichen britischen Armeen, die Stadt Bristol ab 1645 nicht mehr halten konnte und sie im September 1645 an Lord Fairfax übergab, wurde auch über ein sicheres Exil für Karl diskutiert. Während seine Mutter Henrietta Maria ihre Heimat Frankreich als Exil favorisierte, plädierte Karl I. für Holland. Schon seit Beginn des Jahres 1646 auf der Flucht, landete Karl mit seinem Stab am 4. März 1646 auf St Mary’s auf den Scilly-Inseln.

Der König selbst wusste von der Flucht und dem neuen Aufenthalt seines Sohnes nichts. Am 22. März 1646 schrieb er in einem Brief an seinen Sohn: Hoping that this will find you safe with your mother.. (Hoffentlich erreicht dich dies {Schreiben} in Sicherheit mit deiner Mutter zusammen...). Auch das englische Parlament zeigte Interesse für den Prince of Wales. Man lud ihn in einem förmlichen Schreiben ein, in seine Heimat zurückzukehren. Karl II. lehnte diese Einladung höflich, aber bestimmt, ab. Sein Vater war für ihn außerhalb jeglicher Kontaktmöglichkeit im von den Truppen Cromwells belagerten Oxford.

Karl II. segelte am 16. April 1646 nach Jersey, wo er von der Bevölkerung begeistert empfangen wurde. Er bezog als neuen Wohnsitz das alte Schloss aus der Zeit von Elisabeth I., das Elizabeth Castle in Saint Helier. Hier soll er seine zweite dokumentierte Geliebte, Marguerite oder Margaret de Carteret, Tochter des Seigneur von Trinity Manor, kennengelernt und mit ihr einen unbeschwerten Sommer verbracht haben. Marguerite brachte bald darauf einen Sohn zur Welt, den sie James nannte. James de la Cloche, oder Jean de la Cloche, wurde von Karl jedoch nie offiziell anerkannt, obwohl Karl auch später nicht zögerte, sich zu seinen illegitimen Kindern zu bekennen. Als dieser später Jesuit werden wollte, wurden Briefe von ihm verbreitet, in denen er sich auf seine angeblich königliche Abstammung berief.

Zum Ende des Sommers 1646 segelte Karl von Jersey nach Frankreich, nachdem er in Briefen seines Vaters gebeten wurde, sich mit seiner Mutter und seiner Schwester zu vereinen. Königin Henrietta Maria bewohnte bereits das alte Schloss von Saint-Germain nahe Paris. Von ihrem Einkommen, das auf 1200 Francs pro Tag festgesetzt und von der französischen Regierung gezahlt wurde, schickte sie das meiste Geld nach England, um den Kampf ihres Mannes zu unterstützen. Ihre Juwelen sowie Silberbestecke und goldene Schüsseln hatte sie schon in England verkauft, so dass die königliche Familie im französischen Exil sehr ärmlich lebte. Ihre jüngste Tochter Henriette Anne wurde 1646 aus dem belagerten Exeter geschmuggelt und lebte, getrennt von ihrer Mutter, in Paris. Die königliche Familie war zerrissen.

Exil und Bürgerkrieg
n Frankreich teilte Karls bester Freund, George Villiers, 2. Duke of Buckingham, das königliche Leben im Exil und die ausgefüllten Unterrichtsstunden mit dem Prinzen. Beide wurden von Thomas Hobbes in Mathematik, von John Earle in Literatur und von Brian Duppa in Naturwissenschaften unterrichtet.

Erst am 14. August wurde Karl mit seiner Familie offiziell vom jungen französischen König Ludwig XIV. und dessen Mutter Anna von Österreich empfangen. Das Treffen war eher distanziert, der 18-jährige Karl konnte mit dem nur zehn Jahre alten König noch nichts anfangen, außerdem sprach Karl kaum Französisch, weshalb sich die beiden Cousins nur schweigend betrachteten. Weitere persönliche Begegnungen mit seinem Cousin Ludwig sind nicht bekannt. Erst als Karl 1660 den Thron bestieg, vertiefte sich die Beziehung. Bis zu Karls Tod sollten sich die beiden als politische Freunde betrachten und einen regen Briefwechsel pflegen.

Im Verlauf des Jahres 1648 wurde die Situation des englischen Königs, der noch immer unter schottischem Schutz stand, bedrohlicher. Karl I. suchte nach dem Scheitern aller militärischen Optionen zunächst bei der schottischen Armee Zuflucht. Er verhandelte insgeheim mit den Schotten und dem englischen Parlament und versuchte, beide Seiten gegeneinander auszuspielen. Sein Vorteil war, dass ohne seine Zustimmung keine verfassungsgemäße Änderung der Regierungsform in England möglich war.

Henrietta entschied, ihren Sohn nach Calais zu schicken, um von dort schneller in die zukünftigen Entwicklungen in England eingreifen zu können. Doch Kardinal Mazarin, als regierender Minister Frankreichs, stoppte diesen Vorstoß. Er ließ ausrichten, dass Karl Frankreich nicht verlassen dürfe.

Das Lavieren des Königs führte unterdessen zu einem zweiten Bürgerkrieg, in dem die schottische Armee auf seiner Seite stand. Die Truppen von Oliver Cromwell gingen gegen deren Angriff auf Nordengland vor und besiegten die ehemaligen Verbündeten. König Karl I. versuchte nun, sich mit der Parlamentsmehrheit zu einigen, und schloss den Vertrag von Newport, der ein Gesetz gegen Häresie vorsah, in dem die Puritaner einen Angriff auf ihre Glaubensfreiheit sehen mussten. Cromwell und die mehrheitlich puritanischen Offiziere der Armee hatten bis dahin geglaubt, mit dem König noch zu einer Einigung kommen zu können, und hatten selbst mit ihm verhandelt.

Im Juni 1648 entschied Kardinal Mazarin, der sich gegen den Ausbruch der Fronde wehren musste, dass Karls Hausarrest aufgehoben sei. Die Pläne des Prinzen, direkt nach Schottland zu reisen, um dort zu den Truppen seines Vaters zu stoßen, wurden kurzfristig wieder geändert. Obwohl alleine die Reaktionen auf die Nachricht, dass der Prince of Wales die schottischen Truppen anführt, immens sein würde, wurden diese Pläne durch die antiparlamentarische Revolte der englischen Flotte vereitelt.

Karl reiste nach Den Haag und traf dort nach drei Jahren auf seinen jüngeren Bruder Jakob. In Den Haag lernte Karl auch seine erste bekannte Mätresse, die walisische Adelige Lucy Walter, kennen. Ihr Sohn James, der am 9. April 1649 geboren wurde, wurde von Karl unverzüglich anerkannt und wurde später James Scott, 1. Duke of Monmouth. Es kursierten später Gerüchte, dass Karl Lucy geheiratet hätte und James eigentlich ein eheliches Kind und offizieller Thronfolger sei. Dieses Gerücht wurde von den antikatholischen Stimmungsmachern in England später nur zu gerne geglaubt und unterstützt, da Karl II. und seine spätere Frau Katharina von Braganza keine Kinder hatten und Katharina zusätzlich noch Katholikin war. Eine Urkunde oder ein anderer Beweis, dass Lucy Walter und Karl II. verheiratet waren, konnte niemals erbracht werden.

Die Revolte der englischen Flotte stellte sich unterdessen als Revolte von unzufriedenen Matrosen heraus, die von Jakob unterstützt wurden. Die Pläne, nach Schottland zu segeln, wurden wieder aufgenommen und am 24. Juli 1648 traf Karl mit seinem Gefolge in Yarmouth (Isle of Wight) ein. Nach seiner Landung befreite Karl mit seinen Truppen die Stadt Colchester, die bereits von Fairfax eingenommen worden war. Er beschlagnahmte mehrere Schiffe und organisierte eine Blockade der Parlamentsflotte an der Mündung der Themse. Am 10. August versuchte John Maitland, 2. Earl of Lauderdale, Karl zur Reise nach Schottland zu überreden. Kurz bevor sich Karl entscheiden konnte, wurden die schottischen Truppen von der Armee Cromwells bei Preston vernichtend geschlagen. Karl kehrte nach Den Haag zurück, getrennt von seiner Mutter, aber zusammen mit seinem Bruder Jakob.

König von Schottland
Nach und nach erkannte Oliver Cromwell, dass Karl I. nicht bereit war, sich in eine neue Verfassungsordnung einbinden zu lassen. Als der König es ablehnte, die presbyterianische Kirche in England zu etablieren, übergaben die Schotten ihn an die englischen Parlamentstruppen. So lange der König lebte, würde er für die Parlamentstruppen und Oliver Cromwell eine ständige Bedrohung sein und neue Bürgerkriege heraufbeschwören können. Man nahm Karl I. daher gefangen und zwang das Parlament, ihn des Hochverrats anzuklagen. Karl wurde schuldig gesprochen und am 30. Januar 1649 vor dem Banqueting House in London enthauptet. Am 7. Februar 1649 wurde er auf dem Friedhof von Windsor Castle in Berkshire beerdigt.

Erst am 5. Februar 1649 erfuhr Karl vom Tod seines Vaters. Am 16. Februar 1649 wurde Karl II., bezeichnenderweise nur in Jersey, als neuer König von England proklamiert mit den Worten: „Vive le Roy Charles Second“ (Lang lebe König Karl II.). Wenige Wochen später erklärte das House of Commons England zur Republik, die von Oliver Cromwell unter dem neu geschaffenen Titel eines Lordprotektors bis zu seinem Tod 1658 regiert wurde. Auf die Enthauptung von Karl I. reagierten die europäischen Herrscherhäuser mit schockierten Briefen an den neuen König. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg schrieb Karl II. in einem Brief folgende Zeilen:

“The occasion seems suitable for all Christian princes
to come to the help of His Majesty, to avenge as befits,
the dreadful and never-before-heard-of deed … [1]”
„Zu diesem Anlass scheint es angemessen für jeden christlichen Fürsten
Seiner Majestät zu Hilfe zu kommen, zu sühnen wie es sich ziemt,
diese schreckliche und nie zuvor dagewesene Tat …“
Landgräfin Amalie Elisabeth von Hessen-Kassel schickte einen gleichlautenden Brief, konnte aber in Ermangelung an Geld und Truppen nur moralischen Beistand leisten, ebenso wie die Briefe von Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg, dem Erzbischof von Mainz und Bischof von Würzburg Johann Philipp von Schönborn und Melchior Graf von Hatzfeldt, die alle die Enthauptung von Karl I. verdammten, aber echte Unterstützung für einen Feldzug nicht aufbringen konnten oder wollten.

Nach dem Tod seines Vaters wurde Karl mit der Ausrufung zum König von Schottland in Edinburgh die Möglichkeit gegeben, den Thron Schottlands zu besteigen, wenn er das Scottish Covenant, die Zusicherung der Glaubensfreiheit für schottische Presbyterianer, unterzeichnen würde. Mit seiner Ankunft in Schottland am 23. Juni 1650 signierte er die Erklärung. So wurde er am 1. Januar 1651 in Scone zum König von Schottland gekrönt. In Schottland fand er auch die nötige Unterstützung, um gegen den Lordprotektor Oliver Cromwell vorzugehen.

Der Kampf gegen Cromwell scheiterte am 3. September 1651 mit der Niederlage Karls in der Schlacht von Worcester. Nur der Umstand, dass er sich in der Krone einer Eiche des Boscobel House verbergen konnte, gab ihm die Möglichkeit, verkleidet auf den Kontinent zu fliehen. Das englische Parlament setzte ein Kopfgeld von £ 1000 auf Karl aus. Über alle Personen, die ihm bei seiner Flucht aus England geholfen hatten, wurde die Todesstrafe wegen Hochverrats verhängt. Nach einer sechswöchigen Flucht durch England gelang es Karl am 16. Oktober 1651, in Fécamp in der Normandie zu landen. Er war zwar König von Schottland, lebte aber wieder im Exil.

Karl war nun gezwungen, vor allem durch den chronischen Geldmangel der königlichen Familie, in Den Haag zu leben. Obwohl er durch seine Mutter mit dem französischen Hof und durch seine Schwester Mary mit dem holländischen Hof verwandt war, konnte er nicht genügend Geldmittel aufbringen, um eine wirkungsvolle und schlagkräftige Armee gegen Cromwell zusammenzustellen.

Leben im Exil
Obwohl Karl König war, hatte er kein Königreich und daher kein Einkommen. Sein Leben hing von den Zahlungen seiner Mutter ab, die Geld von der französischen Regierung erhielt. Henrietta Maria musste über ihre Ausgaben genau Buch führen und ging sogar soweit, schriftlich alle Ausgaben für ihren Sohn festzuhalten, wann immer sie für ihn, sogar für sein Essen, Geld ausgeben musste. Durch ihre finanzielle Lage und im Gefühl der völligen Abhängigkeit wurde Henrietta Maria immer verbitterter und die Beziehung zu ihrem ältesten Sohn litt unter Spannungen. Durch den Ausbruch des französischen Bürgerkrieges wurden die Unterhaltszahlungen für die englische Königin und ihre Familie zeitweise eingestellt. Ab dem Sommer 1653 erhielten Karl, wie auch seine Mutter, wieder ihre vollen Bezüge.

Von Kardinal Mazarin zeitweise als Gast behandelt, dann wieder ohne Geld unter Hausarrest gestellt, ergriff Karl die günstige Gelegenheit und reiste zehn Tage nach Erhalt des Geldes aus Frankreich nach Spa ab. In Spa erlaubte sich Karl mit seinem kleinen Hofstaat den Luxus eines unbeschwerten Lebens und traf sich mit seiner Schwester Mary. Mary hatte den holländischen Statthalter Wilhelm II. von Oranien geheiratet, der inzwischen verstorben war und sie als Witwe und verschuldet mit seinem kleinen Sohn und Nachfolger Wilhelm III. von Oranien zurückließ.

Zusammen mit seiner Schwester reiste Karl am 7. September 1654 nach Aachen. In Aachen besuchten sie den Aachener Dom und das Grab von Karl dem Großen. Bis in den Herbst blieb die Gesellschaft dort und reiste später weiter nach Köln. Über den Winter, fast ein ganzes Jahr, blieb Karl in Köln. Noch im Jahr 1654 stattete er von Köln aus dem Herzog von Pfalz-Neuburg, Jülich und Berg, Philipp Wilhelm von der Pfalz, im nahen Düsseldorf einen Staatsbesuch ab.[2] Im Herbst 1655 reiste er nach Frankfurt am Main, um die bekannte Handelsmesse zu besuchen. Im März 1656 erhielt er die Erlaubnis, nach Brüssel zu reisen, um von dort in Brügge einen ständigen Haushalt einzurichten. Seine Haushaltsgüter wurden ihm nur teilweise aus Köln nachgeliefert, da er in der Stadt noch offene Rechnungen hatte. Bis zur Bezahlung dieser Rechnungen behielten seine Gläubiger einen Teil des königlichen Haushalts ein.

Im Brügge begegnete man dem englischen König ohne Land ausgesprochen freundlich und machte ihn zum Schirmherrn der Gilden von St. George und St. Sebastian. Das Gefolge von Karl, das sich ebenfalls in Brügge niederließ, stand im Ruf, ausschweifende und zügellose Orgien zu feiern. Einer der Spione von John Thurloe berichtete, dass Trunkenheit, Unzucht und Ehebruch normale Sünden im Gefolge des Königs seien (A Collection of the State Papers of John Thurloe). Auch wurden in jedem Bericht die neuen Frauen, mit denen Karl verkehrte, ausführlich beschrieben und erwähnt. Seit der Geburt seines Sohnes James Croft hatte sich Karl auch zur Vaterschaft von Charlotte Jemima Henrietta Maria Boyle, seiner Tochter mit Elizabeth Killigrew, bekannt. Karls Haupt-Mätresse in Brügge war allerdings Catherine Pegge, Lady Green. Von Brügge aus zog Karl wieder nach Den Haag, wo auch seine Affäre mit Barbara Villiers begann.

Obwohl ihre Affäre 1655 bereits beendet war, machte Karl das Leben und der Umgang seiner Geliebten Lucy Walter offensichtlich Probleme. Um 1655 stürzte sich Lucy in rascher Reihenfolge in zahlreiche Affären, bis es Karl II., dem jede gewöhnliche Hure gerade recht war (a common whore is good enough), zu viel wurde. 1655 bat er seinen Freund und Vertrauten Theobald Taaffe, 1. Earl of Carlingford, Lucy möglichst schnell aus der Gegend von Den Haag zu entfernen.

1656 wurde Lucy sogar beschuldigt, zwei weitere illegitime Kinder, deren Väter unbekannt blieben, abgetrieben zu haben. Außerdem beschuldigte man sie, ein Dienstmädchen ermordet zu haben. Beide Anklagen wurde später fallengelassen. Im Sommer desselben Jahres kehrte sie mit ihren Kindern James und Mary zurück nach England. Die Familie wurde nach ihrer Ankunft von den Abgesandten Oliver Cromwells sofort verhaftet und in ein Gefängnis eingeliefert. Bei ihrer Verhaftung wurde Lucy Walter erstmals offiziell als Frau und Geliebte von Charles Stuart (the wife and mistress of Charles Stuart) bezeichnet, was später dem Gerücht um eine heimliche Hochzeit zwischen Karl II. und Lucy Nahrung geben sollte. Lucy Walter gelang es, mit ihren Kindern aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Sie reiste zurück nach Den Haag. Taaffe, inzwischen wieder als Vermittler zwischen Lucy und Karl II. tätig, sicherte ihr eine regelmäßige Pensionszahlung zu, vor allem, um den gemeinsamen Sohn James gut versorgt zu sehen. 1658 erreichten die königlichen Vermittler, dass Lucy ihren Sohn James unter Karls Obhut stellte. Lucy weigerte sich erst, ihren Sohn abzugeben, wurde aber umgestimmt. James sah seine Mutter nie wieder. Lucy starb im September oder Oktober 1658 in Paris.

Zur gleichen Zeit, am 3. September 1658 starb Oliver Cromwell in England. Sein Sohn Richard Cromwell, sein ruhmloser Nachfolger, regierte nur bis April 1659. Der Weg zum Thron von England war freier als je zuvor für Karl.

Wiederherstellung der Monarchie und Herrschaft
Das englische Parlament verlieh Karl II. im Mai 1660 die Königswürde. Am 23. Mai 1660 erreichte Karl Dover und an seinem dreißigsten Geburtstag, dem 29. Mai 1660, zog er in einer umjubelten Prozession in London ein. Die Wiederherstellung der Monarchie (Restauration) wurde zu einer der bedeutenden Epochen Englands und Karl II. gilt als letzter englischer König, der eine absolute Monarchie ins Leben rief und charismatisch über sein Land herrschte.

Ein sehr schmeichelhaftes, aber ausführliches Porträt von Karl, wurde von Sir Samuel Tuke 1660 geschrieben:

Er ist etwas größer als die mittlere Statur
eines Engländers […] Sein Gesicht ist eher
ernst als streng, was sich sehr abmildert,
wenn er spricht; seine Hautfarbe ist etwas dunkel,
aber wird sehr aufgehellt durch seine Augen,
die schnell und leuchtend sind […] Sein Haar
von dem er viel hat, ist von strahlendem Schwarz
nicht kraus, aber so natürlich gelockt in großen
Locken, dass es seine Person sympathisch macht,
wenn er läuft, tanzt, Pall Mall spielt, beim Tennis,
oder wenn er sein Streitross reitet, was
seine normalen Übungen sind. Die Anmut seiner
Haltung und seines Benehmens geht zusammen mit
seiner Zugänglichkeit, seiner geduldigen
Aufmerksamkeit und der Liebenswürdigkeit in der
Melodie und dem Stil seiner Rede (Sprache)…

Bereits in den frühen Jahren seiner Regentschaft war Edward Hyde der Berater von Karl, den er 1661 zum Earl of Clarendon machte. Clarendon war zugleich Schwiegervater des jüngeren Bruders Karls II., des Duke of York und späteren Jakob II. Jakob hatte Lady Anne Hyde heimlich am 24. November 1659 in Breda (Holland) geheiratet. Die offizielle Hochzeit fand am 3. September 1660 in London statt.

Mit seinem Einzug in Whitehall bezog auch Barbara Villiers, die offizielle Mätresse des Königs, ihre Wohnung im königlichen Palast. 1661 brachte sie ihr erstes von fünf Kindern mit Karl zur Welt, Anne Palmer. Barbaras Schönheit wurde von Samuel Pepys oft beschrieben und gerühmt; Sir Peter Lely malte mehrere Porträts von ihr. Lely war so hingerissen von Barbara, dass er sich laut Pepys außerstande sah, ihre Schönheit in Bildern festzuhalten:

es lag jenseits der künstlerischen Möglichkeiten,
ihrer Süße und ausgesuchten Schönheit gerecht zu werden (in einem Bild).

Da Barbara verheiratet war und ihre enge Beziehung zum König nicht geheim hielt, machte Karl ihren Mann Roger Palmer am 11. Dezember 1661 zum Earl of Castlemaine und Baron Limerick.[3] Diese Titel dienten vor allem dazu, die Kinder mit Barbara Palmer zu versorgen.

Heirat und Mätressenwirtschaft
Da Karl bisher nur illegitime Kinder mit verschiedenen Frauen hatte und um die Thronfolge sicherzustellen, wurde nach langjähriger Verlobungs- und Verhandlungszeit die Hochzeit mit Katharina von Braganza, einer portugiesischen Prinzessin, auf den 31. Mai 1662 festgesetzt.

Katharina brachte als Mitgift die Hafenstadt Tanger, die indische Stadt Bombay sowie Handelsprivilegien für Brasilien, ganz Ostindien und 300.000 englische Pfund in die Ehe ein. Karl II. musste seiner neuen Frau die freie Ausübung ihres Glaubens zusichern, allen englischen Untertanen in Portugal volle kommerzielle und religiöse Freiheit garantieren und Portugal militärischen Schutz vor Spanien und Frankreich zusichern. Am 25. April 1662 segelte Katharina mit ihrem Gefolge nach England, wo sie am 13. Mai in Portsmouth landete.

Überliefert ist die angebliche Äußerung von Karl, als er seine zukünftige Frau zum ersten Mal sah. So soll der englische König, von der portugiesischen Haarmode verwirrt, gesagt haben: My god, they sent me a bat instead of a woman. (Mein Gott, sie haben mir eine Fledermaus geschickt, anstelle einer Frau). Ebenfalls überliefert ist, so schreibt es die Biografin von Karl II., Antonia Fraser, die Bitte von Katharina nach einer Tasse Tee und die Antwort von Karl: We don’t drink tea in England. But maybe some ale will do (In England trinken wir keinen Tee. Vielleicht würde ein Bier reichen?). Tee war zur damaligen Zeit in England noch kaum bekannt.

Katharina wusste zur Zeit ihrer Hochzeit wenig vom höfischen Leben. Sie war in der Abgeschiedenheit eines Klosters erzogen worden und sehr religiös. Sie sprach kaum Englisch und wenig Französisch, so dass ein Gespräch oder eine Annäherung an ihren Mann ein Problem war. Noch weniger wusste sie von den höfischen Intrigen oder Ränkespielen und dass ihr Mann ein großer Liebhaber der Frauen und zur Zeit ihrer Heirat bereits Vater einiger illegitimer Kinder war. Seine Favoritin war zu dieser Zeit unangefochten Barbara Villiers, Lady Castlemaine.

1662 kam es zur sogenannten Bedchamber Crisis, in der sich Barbara sogar gegen die ausdrücklichen Wünsche von Katharina durchsetzen konnte. Barbara behielt gegen den Wunsch von Katharina ihre Wohnung in Whitehall und wurde wenig später Kammerfrau (Lady of the Bedchamber) der Königin, hatte also Zutritt zu den privaten Räumen von Katharina. Das Verhältnis zur Königin, die im Gegensatz zu Barbara kinderlos blieb und sie als offizielle Mätresse akzeptieren musste, war sehr angespannt. Im gleichen Jahr erwirkte Barbara die Entlassung einer Hofdame von Katharina, da diese es gewagt hatte, sich mit ihr zu streiten. Der König, so schien es lange Zeit, war pures Wachs in den Händen seiner Mätresse. Bis 1663 hatte sie mehr Einfluss am englischen Hof als die Königin und viele Berater des Königs. Vor allem im königlichen Berater Edward Hyde hatte Barbara einen Erzfeind, dem ihre Position als Kammerfrau der Königin Katharina missfiel. 1667 wurde Hyde nach den Niederlagen im Krieg mit Holland des Hochverrats angeklagt und floh daraufhin nach Frankreich. Als sich Barbara 1662 offiziell zum katholischen Glauben bekannte, erhielt sie von Karl die Erlaubnis, sich eine Privatkapelle in Whitehall einzurichten. Auf die Nachfragen seiner Minister, ob dies klug sei, antwortete Karl: I am less concerned with women's souls than with their bodies (Ich interessiere mich weniger für die Seele von Frauen als für ihren Körper).

Katharina lernte mit der Zeit die vielen Liebschaften ihres Mannes, u. a. zu Nell Gwyn und Louise de Kérouaille, zu ignorieren oder zu akzeptieren. Die Ausmaße der Mätressenwirtschaft am englischen Hof waren so groß und bekannt, dass zeitgenössische Autoren und Diplomaten auch von der Herrschaft der Unterröcke sprachen, wenn sie vom englischen Königshof berichteten. Trotz dieser Demütigungen lernte Katharina schnell mit ihren Konkurrentinnen, die ihr gesellschaftlich weit unterlegen waren, umzugehen. Als Katharina ihren Mann, der wegen einer angeblichen Erkältung nicht zum Abendessen erschien, besuchen wollte und unter dem Bett den Fuß von Nell Gwyn, einer späteren Mätresse von Karl, sah, soll sie ausgerufen haben: Ha, I will be off. I see it is not you who had the cold (Ha, ich werde dann gehen. Ich sehe, dass es nicht Ihr seid, der die Erkältung hatte). So lernte Katharina nicht nur den englischen Humor und Ausdruck kennen und schätzen, sie war als begabte Bogenschützin bekannt und wurde Schirmherrin vieler Schützenvereine.

Trotz ihres völligen Desinteresses an der englischen Politik wurde Katharina von protestantischen Fanatikern vorgeworfen, sie würde zugunsten der englischen Katholiken Druck auf Karl II. ausüben und wäre an Komplotten beteiligt. Katharina mischte sich nie in politische Angelegenheiten ein, was ihr die Sympathie ihres Mannes einbrachte, der sie später immer mehr zu seiner engsten Vertrauten machte. Als sie wegen einer Fehlgeburt lebensgefährlich erkrankte, unterbrach Karl II. eine Gesellschaft, zu der er geladen war, und pflegte sie. Die Kinderlosigkeit wurde ihr von der antikatholischen Opposition in England negativ ausgelegt, da die Fruchtbarkeit des Königs durch zahlreiche illegitime Kinder bewiesen war. Man deutete ihre Unfruchtbarkeit als Zeichen des Himmels, dass ihre Ehe nicht gewollt sei, und beschuldigte sie später (Popish Plot) sogar, Pläne zur Ermordung ihres Mannes geschmiedet zu haben.

Im Jahr 1662 verkaufte Karl die Stadt Dünkirchen seinem Cousin Ludwig XIV. Als Anerkennung für die Unterstützung zur Wiederherstellung der Monarchie überschrieb Karl acht englischen Adeligen die 1663 entstandene Provinz Carolina an der nordamerikanischen Ostküste, deren Namen seinen Vater ehren sollte. Nach Karl II. selbst wurde die 1670 gegründete Stadt Charleston (South Carolina) benannt.

Dutch Gift
In den Jahren 1660/61 verfolgte Amsterdam als das damalige politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Republik der Vereinigten Niederlande eine pro-englische Strategie, welche ihr die militärische Unterstützung gegen Spanien und den freien Handel (vrij schip, vrij goed) sicherte. Schlussendlich brauchte man einen starken Verbündeten, um das republikanische System in den Niederlanden zu sichern. Aus diesem Grund wurde unter der Leitung der Gebrüder Cornelis und Andries de Graeff eine Kommission gegründet, welche dem englischen König Karl II. zahlreiche wertvolle Gemälde und Kunstgegenstände überreichte. Diese Schenkung erhielt den Namen Dutch Gift.[4]

Katastrophen und fehlende Thronerben
Nachdem London 1665 von einer verheerenden Pestepidemie, der Großen Pest, heimgesucht worden war, die mehr als 70.000 Menschenleben forderte, verwüstete im September 1666 der Große Brand weite Teile der City of London. Etwa 13.000 Häuser und 89 Kirchen fielen den Flammen zum Opfer. Für diese Katastrophen machte man auch Katharina und ihren katholischen Glauben zum Sündenbock. In den protestantischen Kreisen wurde die Forderung nach einer offiziellen Scheidung von Katharina laut. Da sie weiterhin kinderlos blieb, war der nächste Thronanwärter Karls jüngerer Bruder Jakob, der Duke of York. Jakob hatte sich bereits 1672 offiziell zum katholischen Glauben bekannt und beschwor damit das alte Schreckgespenst der meisten Protestanten herauf. Die Protestantenverfolgungen der Bartholomäusnacht in Frankreich und der englischen Königin Maria I. waren die größten Befürchtungen der meisten Engländer, die die Wiederkehr eines katholischen Königs in England ablehnten. So löste die Kinderlosigkeit von Katharina zugleich eine Staatsaffäre aus, die den illegitimen Sohn ihres Mannes mit der walisischen Adeligen Lucy Walter für viele Engländer zum eigentlich berechtigten Thronanwärter machte – James Scott, 1. Duke of Monmouth. James war zwar illegitim, aber er war Protestant und der Erstgeborene von Karl II. Die Rufe nach Scheidung von Katharina und Anerkennung seines Erstgeborenen, damit die protestantische Thronfolge in England sichergestellt sei, wurden mit der Zeit immer lauter. Karl II. widersprach diesen Forderungen ausdrücklich und weigerte sich, seine Ehe vom Parlament scheiden zu lassen. Ebenso ausdrücklich weigerte er sich, dem Druck der Öffentlichkeit und den Gerüchten um eine heimliche Heirat zwischen ihm und Lucy Walter Nahrung zu geben, indem er seinen Sohn James als Thronfolger vom Parlament bestätigen ließe.

Die Gründe, aus denen Karl II. sich nicht scheiden und auch seinen Sohn James Scott, 1. Duke of Monmouth, nicht legitimieren ließ, liegen nicht in seiner starken Liebe zu Katharina oder einer Abneigung gegenüber James. Karl fühlte sich als Monarch und absolutistischer Herrscher, der dem englischen Parlament keinen Präzedenzfall in die Hände spielen wollte, über die Privatangelegenheiten des Königs zu entscheiden. Seine Königswürde war für ihn der Wille Gottes und zugleich war es seine Aufgabe, diesen Gotteswillen gegen den Willen von Parlament und Volk zu verteidigen. Da sein Vater durch die Entscheidung des Parlaments zum Tode verurteilt worden war, war Karl II. in der Wahrung seiner Interessen umso unerbittlicher.

Außenpolitische Konflikte
Die früheren Einschränkungen des holländischen Handels (Navigation Acts, 1650) führten zwischen 1665 und 1667 zum zweiten Holländischen Krieg (Englisch-Niederländischer Krieg (1665–1667)). Zunächst konnte England die holländische Besitzung Nieuw Amsterdam erobern. Nieuw Amsterdam wurde später zu Ehren von Karls jüngerem Bruder, Jakob, Duke of York, in New York umbenannt. 1667 gelang der holländischen Flotte ein Überraschungsangriff auf englischem Boden. Die holländische Flotte segelte die Themse stromaufwärts, versenkte alle vor Anker liegenden Schiffe und schleppte das Flaggschiff (die Royal Charles) als Trophäe zurück nach Holland. Mit dem Frieden von Breda wurden 1667 alle Kampfhandlungen mit Holland beigelegt. Als direkte Folge der Niederlage der englischen Flotte wurde Edward Hyde, 1. Earl of Clarendon, aus allen Diensten und Ämtern des Königs entlassen. Das englische Parlament klagte ihn des Hochverrats an und Hyde flüchtete nach Frankreich, wo er 1674 in Rouen starb. Nachdem Karl seinen engsten und langjährigen Berater als Sündenbock für die Niederlage der englischen Flotte missbrauchte, bildete sich ein neuer Beraterstab um den König, der sich Cabal nannte und aus folgenden Personen bestand: George Villiers, 2. Duke of Buckingham, Anthony Ashley Cooper, 1. Earl of Shaftesbury, Thomas Clifford, Henry Bennet und John Maitland, 1. Duke of Lauderdale.

Im Jahre 1668 verbündete sich England mit Schweden und dem einstigen Feind Holland zur Tripleallianz, um der aggressiven Außenpolitik (Devolutionskrieg 1667–1668) von Ludwig XIV. besser zu begegnen. Die Tripleallianz wurde durch den Vertrag von Dover (Treaty of Dover) zerstört, an dessen Ausarbeitung Karls jüngste Schwester, Henriette Anne, maßgeblich beteiligt war. Ludwig XIV. schloss mit seinem Cousin Karl ein Abkommen, das jährliche Zahlungen von £ 200.000 an Karl II. vorsah. Im Gegenzug versprach Karl, den französischen König mit Truppen zu unterstützen und sich öffentlich zum katholischen Glauben zu bekennen. Die Glaubensklausel wurde an folgende Einschränkung geknüpft: as soon as the welfare of his realm will permit (so schnell es das Wohlergehen seines Königreichs zulässt). Ludwig XIV. versprach Karl für die Durchsetzung seines neuen Glaubensbekenntnisses die Unterstützung von 6000 Soldaten. Der englische König war klug genug, dieses Abkommen geheim zu halten. Es bleibt bis heute unklar, ob Karl II. jemals wirklich vorhatte, die Glaubensklausel umzusetzen.

..vollständiger Bericht mit vielen Bilder unter obenstehendem Link! 
von England, von Schottland, von Irland (Stuart), König Karl II. (I8824)
 
49030 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_III._(Navarra) (Okt 2017)

Karl III. genannt der Edelmütige (le Noble) (* 1361 in Mantes-la-Jolie, Yvelines, Frankreich; † 8. September 1425 in Olite) war König von Navarra, Herzog von Nemours und Graf von Évreux.

Leben
Er war der Sohn König Karls II. des Bösen und der Johanna von Frankreich, einer Tochter des Königs Johann II.

Beim Tod seines Vaters 1387 erbte er dessen Titel und Ländereien.

Im Jahr 1404 verzichtete er durch einen Vertrag endgültig auf die Grafschaften Évreux und Beaumont (die an die Krone gingen) sowie auf seine Ansprüche auf Champagne und Brie, erhielt dafür die zum Herzogtum und zur Pairie erhobene Grafschaft Nemours sowie eine Rente von 12.000 Livres und eine Abfindung von 20.000 Écu.

1423 einigte er die verschiedenen miteinander verfeindeten Gemeinden zur Stadt Pamplona, in deren Kathedrale er zusammen mit seiner Frau begraben liegt. Sein Grabmal (errichtet 1413–1419) gilt als ein Meisterwerk der Gotik. 
von Navarra, König Karl III. (I8986)
 
49031 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_III._(Savoyen)

Karl III. (Savoyen)

Karl III. (II.)[1] genannt der Gute (il Buono) (* 10. Oktober 1486 in Chazey-sur-Ain; † 17. August 1553 in Vercelli) war von 1504 bis 1553 Herzog von Savoyen, obwohl das Land in der Zeit von 1536 bis zu seinem Tod von der französischen Krone beherrscht wurde. Er war außerdem Titular-König von Zypern und Jerusalem.

Karl war der jüngere Sohn des Philipp II. „Ohneland“ und dessen zweiter Frau Claudine de Brosse, eine Familie die ihre Ansprüche auf das Herzogtum Bretagne ohne Erfolg geltend machte. Seine Großeltern waren Ludwig der Ältere und Anna von Zypern; sein Vorgänger Philibert II. war ein Halbbruder. Er wurde nach seinem Cousin, dem damals regierenden Karl I., genannt „der Krieger“, benannt.

Als er zehn Jahre alt geworden war, bestieg sein Vater unerwartet den Thron seines Großneffen Karl II. Johann Amadeus als Herzog und nunmehriges Oberhaupt der Dynastie Savoyen, die dem Titel nach auch über das Königreich Zypern, Jerusalem und Armenien herrschten. Allerdings gingen die letztgenannten Reiche an andere Erben. Dennoch behielt Karl II. die Titel.

1497 bestieg der Halbbruder Karls III. Philibert II. „der Schöne“ den Thron des Vaters. 1504 starb Philibert kinderlos. Mit 18 Jahren folgte ihm dann Karl III.

Nachdem 1499 die Rechte an Jerusalem und Zypern der Familie Savoyen verloren gingen, übernahm Karl III. die Titel weiterhin. Erst 1713 erhielt einer der Nachkommen Karls III., Victor Amadeus II. von Savoyen die Bestätigung der Könige von Spanien und Frankreich, diese Titel fortzuführen. Sie waren mit dem Tode Karls an die Französischen Herren von La Tremoille, den Prinzen von Talmond und Taranto gegangen.

Karl III. verband sich in den Italienischen Kriegen mit den Habsburgern. König Franz I. von Frankreich und Kaiser Karl V. fochten erbitterte Schlachten. Karl III. heiratete schließlich Beatrix von Portugal (1504–1538), der Tochter Manuels I. von Portugal, eines nahen Verwandten des Kaisers. Beatrix und Karl III. hatten gemeinsam neun Kinder, von denen jedoch lediglich eines, Emanuele Filiberto, die Volljährigkeit erreichte.

Die Franzosen überrannten das Herzogtum ab 1536 mehrere Male und konnten die meisten Gebiete bis 1559 halten. Weitere Teile des Landes gingen zudem an die Schweiz verloren. Karl III. verbrachte daher die meiste Zeit seines Lebens im Exil.

Karl III. war derjenige Herzog, der François Bonivard, den Prior von Genf, 1530 in Schloss Chillon einkerkerte.

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von Savoyen, Herzog Karl III. der Gute (I13003)
 
49032 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_IV._(HRR)

Karl IV. (tschechisch: Karel IV.; * 14. Mai 1316 in Prag; † 29. November 1378 ebenda), geboren als Wentscheslaw[1], war römisch-deutscher König (ab 1346), König von Böhmen (ab 1347), König von Italien (seit 1355) und römisch-deutscher Kaiser (ab 1355). Er stammte aus dem Geschlecht der Luxemburger und zählt zu den bedeutendsten Kaisern des Spätmittelalters sowie den einflussreichsten europäischen Herrschern jener Zeit.

Chronologie der Titel
• Erste Wahl zum römisch-deutschen König (Gegenkönig) in Rhens am 11. Juli 1346, Krönung am 26. November 1346 in Bonn
• Ab 2. September 1347 König von Böhmen als Karl I.
• Zweite Wahl zum römischen König am 17. Juni 1349 in Frankfurt am Main, Krönung am 25. Juli 1349 in Aachen
• Ab 6. Januar 1355 Titularkönig von Italien
• Ab 5. April 1355 römisch-deutscher Kaiser als Karl IV.
• Ab 4. Juni 1365 König von Burgund

Jugend und der Weg zum Königtum
Karl IV., getauft auf den Namen Wenzel, war der Sohn von Johann von Luxemburg (auch bekannt als Johann der Blinde), dem König von Böhmen (1311–1346), und seiner sowohl den Habsburgern als auch dem Přemyslidengeschlecht entstammenden Gattin Elisabeth, der zweitältesten Tochter des Königs Wenzel II. Přemysl.
Sowohl in der väterlichen Linie seines Vaters, dem Haus Limburg-Arlon, dessen mütterlicher Linie, dem Haus Namur, als auch unter den Přemysliden wurde er der erste Träger des Namens Karl.
Die Luxemburger unterhielten seit langer Zeit gute Kontakte zum französischen Hof, sodass es der französische König Karl IV. war, der ihm seinen Firmnamen gab. In Paris erhielt Karl eine umfassende und für die damalige Zeit keineswegs selbstverständliche Erziehung (ca. 1323–30). Dort wurde auch bereits die Ehe mit Blanca Margarete von Valois (französisch Blanche de Valois) gestiftet. 1331 begab er sich nach Italien, wo sein Vater Johann weitreichende Pläne verfolgte. Hier nahm Karl auch zum ersten Mal selbstständige Amtshandlungen vor, auch wenn das Vorhaben seines Vaters, in Oberitalien einen luxemburgischen Herrschaftskomplex zu errichten, 1333 vor allem aufgrund der Opposition einiger mächtiger italienischer Stadtstaaten und des Königreichs Neapel scheiterte. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war ambivalent. Es war keineswegs frei von Spannungen, was teilweise wohl auch auf die Auseinandersetzung zwischen Karls Eltern zurückzuführen ist, aber auch auf die unterschiedlichen Charaktere. Johann galt als ein ritterlicher und verwegener Charakter, Karl dagegen wirkte eher als nachdenklicher und (außer in seiner Jugend) dem Turnier abgeneigter Mensch.
Karl verfasste später eine Autobiografie, die jedoch nicht sein gesamtes Leben, sondern nur seine Kindheits- und Jugendjahre abdeckt; aus ihr erfährt man jedenfalls, dass er fünf Sprachen beherrschte (Latein, Deutsch, Böhmisch, Französisch und Italienisch). 1333 kehrte Karl nach Böhmen zurück und wurde 1334 mit der Markgrafschaft Mähren belehnt. Im Konflikt mit den einflussreichen Baronen und seinem Vater konnte er sich weitgehend behaupten. 1335 war er am Vertragsabschluss zwischen dem Königreich Böhmen mit Polen und Ungarn beteiligt (es war dabei um die Thronansprüche der böhmischen Krone auf die beiden Reiche gegangen). 1335–38 war er auch Regent in Tirol für seinen jüngeren Bruder Johann Heinrich (* 1322) und dessen Görzerische Gemahlin Margarete (später Maultasch genannt).[2] Die Tiroler hatten sich geweigert, unter Habsburg und Wittelsbach aufgeteilt zu werden, und Karl musste das Land militärisch auch gegen die Habsburger besetzen. 1336/37 und 1344/45 begleitete er seinen Vater auf Preußenfahrten.[3] Am 8. Juni 1341 übertrug Johann aufgrund seiner Erblindung Karl die Administration des Königreichs; bald darauf zog sich Johann faktisch völlig aus der Regierung zurück.
Im selben Zeitraum spitzte sich der Konflikt zwischen Ludwig dem Bayern und seinen Gegnern im Reich immer mehr zu. Papst Klemens VI., Karls ehemaliger Erzieher am französischen Hof, förderte die Opposition, und so wurde Karl, unterstützt von seinem Großonkel Balduin von Trier, einem der bedeutendsten Reichspolitiker des 14. Jahrhunderts, schließlich als Gegenkönig zu Ludwig aufgestellt und am 26. November 1346 – „am falschen Ort“ – in Bonn zum König gekrönt. Nach Erhalt der Approbation, um die Karl nicht gebeten hatte, ließ er sich am 17. Juni 1349 noch einmal in Frankfurt am Main wählen und im selben Jahr am 25. Juli in Aachen erneut krönen. Vor der Krönung musste er einige Tage vor der Stadt warten, weil Aachen voller Wallfahrer und/oder Geißler war. Diese waren wegen der Pest zu einer außerplanmäßigen Heiligtumsfahrt nach Aachen gekommen.[4]
Bereits im August 1346 war Karls Vater Johann in der Schlacht von Crécy gefallen, an der auch Karl teilnahm; Karl hatte sich jedoch frühzeitig und unter nicht geklärten Umständen zurückgezogen. Am 2. September 1347 folgte er seinem Vater als König von Böhmen nach. Danach unternahm er im selben Jahr eine Huldigungsreise von Prag nach Bautzen, den Hauptort des böhmischen Nebenlandes Oberlausitz, um sich dort von den Lausitzer Ständen huldigen zu lassen. Ludwig der Bayer starb bald darauf, sodass ein offener Konflikt verhindert wurde. Nun erhob man Günther von Schwarzburg zum Gegenkönig Karls (1349).

Die Reichspolitik Karls bis zu seinem Tode

Karls erste Regierungsjahre: Sicherung der Herrschaft, Pest und Judenpogrome
Karl konnte sich gegen Günther von Schwarzburg rasch durchsetzen. Noch im Mai 1349 verzichtete der schwache Gegenkönig in einem Vertrag auf seinen Titel und starb bald darauf. Nachdem Karl seine Gegner durch ein Heiratsbündnis mit dem Pfalzgrafeen am Rhein und dem falschen Woldemar (einem angeblich überlebenden Mitglied der Herrscherfamilie der Askanier, der die Wittelsbacher in der Mark Brandenburg unter Druck setzte) empfindlich geschwächt hatte, kam es 1348 zu einer Verständigung mit den Habsburgern und 1350 mit den Wittelsbachern (Vertrag von Bautzen). Nun konnte Karl seine Herrschaft festigen.
Gleichzeitig erreichte die Pestwelle ihren Höhepunkt. Die auch Schwarzer Tod genannte Epidemie entvölkerte ganze Landstriche, deren Einwohnerschaft teilweise um mehr als ein Drittel zurückging. Da die verzweifelten Menschen nach der Ursache suchten, wurde der Behauptung, die Juden hätten Brunnen vergiftet, oft Glauben geschenkt und diese nun instrumentalisiert. Während der Judenpogrome in Deutschland 1349, der so genannten Pestpogrome, machte sich Karl mindestens der Mitwisserschaft schuldig: Um seine Schulden zu tilgen, verpfändete Karl das königliche Judenregal, unter anderem an Frankfurt am Main. Es wurde gar geregelt, was mit dem Besitz von Juden zu geschehen habe, falls „die Juden daselbst nächstens erschlagen“ würden (Frankfurter Urkunden vom 23., 25., 27. und 28. Juni 1349, bezogen auf Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber und Frankfurt am Main). Obwohl er in seinem Herrschaftsbereich die Juden effektiv schützen konnte, wirft dieses Ereignis viele Fragen in Bezuug auf Karls Charakter auf, besonders da Karl sonst immer bestrebt war, das Bild eines gerechten christlichen Herrschers zu vermitteln. Dabei verstieß nämlich die Duldung der Morde auch gegen das damalige Rechtsverständnis, da die Juden unter dem direkten Schutz des Königs standen und dafür auch Zahlungen leisteten. Es zeigte sich, dass Karl oft mehr nach Zweckmäßigkeiten handelte, wobei er sich mit seinem Verhalten die Loyalität vieler Städte sicherte, die in die Judenpogrome verwickelt waren.

Die Italien- und Frankreichpolitik Karls
1354 zog Karl, dessen Kommen Cola di Rienzo, der einige Zeit in Prag geweilt hatte, immer wieder angemahnt hatte, mit einem nur kleinen Heer nach Italien. Er ließ sich am 6. Januar 1355 in Mailand mit der eisernen Krone der Lombardei krönen. Seine Kaiserkrönung wurde in Rom am 5. April 1355 von einem von Papst Innozenz VI., der wie alle Päpste seit Clemens V. in Avignon residierte, beauftragten Kardinal vorgenommen. Bereits wenig später verließ er Italien wieder, ohne sich um die Ordnunung der dortigen Verhältnisse bemüht zu haben, wenn er auch durch die Zahlungen zahlreicher Kommunen finanziellen Gewinn aus dem Romzug ziehen konnte und die Kaiserkrönung wenigstens ohne Blutvergießen erreicht hatte. Dennoch trug sein Verhalten gegenüber dem Papsttum dazu bei, dass er als „Pfaffenkönig“ (rex clericorum) bezeichnet wurde, was so sicherlich falsch ist, aber doch bezeichnend für Karls kuriale Politik war, die sehr auf Einvernehmen mit dem Papst setzte.
Karls erster Italienzug hatte ebenso wie der zweite Italienzug 1368–69 (bei dem er mit Papst Urban V. kooperierte, von dem er sich eine Rückkehr des Papsttums von Avignon nach Rom erhoffte) wenig Bedeutung. Seine Italienpolitik war im Großen und Ganzen ineffektiv, denn Karl gab sich mit der Kaiserkrone zufrieden. Er zog Gelder der Kommunen ein und vergab dafür Privilegien, mischte sich sonst jedoch nicht weiter in die italienischen Angelegenheiten ein; dafür wurde sein Verhalten als das eines Kaufmanns bezeichnet (siehe Matteo Villani und Petrarca). Karl gab damit die universale Politik seines Großvaters Heinrich VII. zu Gunsten einer auf die Hausmacht gestützten Reichspolitik auf. Allerdings erreichte er die Anerkennung seiner Stellung als Kaiser durch Florenz und Mailand und gab in Italien auch keine Reichsrechte auf.
Im Westen tat Karl kaum etwas, um der dortigen Expansionspolitik des Königreichs Frankreich, mit dessen Königshof er gute Beziehungen pflegte, entgegenzuwirken. Im Gegenteil: Trotz seiner Krönung in Arles 1365 entließ er Avignon aus der Lehnsherrschaft des Imperiums und gab 1378 das Reichsvikariat im Königreich Burgund (Arelat) preis, wohl um so ungestört von äußeren Einmischungen seine Reichspolitik betreiben zu können. Dennoch wurde dadurch dem Vordringen Frankreichs Vorschub geleistet, auch wenn er 1361 Genf und Savoyen aus dem Königreich Burgund löste und direkt ins Heilige Römische Reich integrierte.

Die Goldene Bulle und Politik in Deutschland
1354 starb Karls Großonkel Balduin von Luxemburg, der sich als die wichtigste Stütze des Kaisers im Westen erwiesen hatte. Der wohl folgenreichste Schritt in Karls Regierung, die Verabschiedung der Goldenen Bulle 1356, war denn erst nach schwierigen Verhandlungen möglich. Die Bulle regelte unter anderem das Wahlverfahren des römisch-deutschen Königs und setzte die Anzahl und Namen der Kurfürsten fest. So wurde sie zum „Grundgesetz“ des Reichs bis zu seinem Untergang 1806. (Das Männleinlaufen an der Nürnberger Frauenkirche erinnert heute noch daran.)
Es ist in der Forschung allerdings strittig, ob Karl damit einen Erfolg verbuchen konnte oder ob es nicht eher ein Erfolg der Kurfürsten war, die damit Karls Bestrebungen zu einem hegemonialen Königtum einen Riegel vorschoben. Wie die Geschichte gezeigt hat, konnte sie sowohl von den Kurfürsten als auch von der kaiserlichen Regierungsgewalt zum jeweiligen Vorteil genutzt werden. Bemerkenswert an der Goldenen Bulle ist, dass die Notwendigkeit der päpstlichen Bestätigung, der Approbatioion, zur Erlangung der Kaiserwürde nicht erwähnt wird. Außerdem wurde in dem Gesetz das päpstliche Reichsvikariatsrecht schlicht abgeschafft. Karls ältester Sohn Wenzel, der bereits seit 1363 König von Böhmen war, wurde noch zu Lebzeiten Karls aam 10. Juni 1376 zum römisch-deutschen König gewählt. Die Goldene Bulle sah dies zwar nicht vor, verbot es aber auch nicht, so dass Karl durch eine recht geschickte Politik die Wahl seines Sohnes durchsetzen konnte, obwohl er sich die Stimmen der anderen Kurfürsten mit hohen Geldsummen erkaufen musste, was generell eine gängige Methode zur Durchsetzung seiner Interessen gewesen war. Bis zum Ende des römisch-deutschen Reiches im Jahre 1806 wurde die dynastische Thronfolge der Luxemburger und der ihnen verwandten Habsburger bei fortbestehender Wahlmonarchie nur durch die Wittelsbacher Ruprecht von der Pfalz (1400–1410) und Karl VII. von Bayern (1742–1745) unterbrochen.
Im Norden wurde Karl auf die Hanse aufmerksam und besuchte 1375 als erster römisch-deutscher König seit Friedrich I. die Stadt Lübeck. In Tangermünde (Altmark) richtete Karl in der alten Burg eine Kaiserpfalz ein. Die Stadt sollte zur Hauptstadt der mittleren Provinzen aufsteigen, was durch seinen Tod verhindert wurde. Nach seinem Tod kam es zu einer unruhigen Entwicklung in der Mark Brandenburg, bis die Hohenzollern das Kurfürstenamt übernahmen und zunächst in Tangermünde residierten.
Eine wichtige Rolle in Karls Politik spielte auch die Reichsstadt Nürnberg, mit der der Kaiser eng zusammenarbeitete (Via Carolina, Förderung der Burggrafen aus dem Hause Hohenzollern). Dabei hatte Karl u. a. das Ziel, eine in dieser Region gelelegene „Reichslandschaft“ zu errichten (so genanntes Neuböhmen); als dortige Residenzen dienten ihm die Nürnberger Kaiserburg sowie das ab 1356 für ihn errichtete Wenzelschloss in Lauf an der Pegnitz. Im Osten verfolgte Karl im Hinblick auf Polen und Ungarn hausmachtpolitische Ziele (siehe unten).
Karl starb im gleichen Jahr, in dem sich auch das abendländische Schisma ereignete (1378). Der Kaiser, der persönlich fromm war und immer versucht hatte, im Einklang mit dem Papst zu regieren, konnte nichts mehr unternehmen, um diese Kirchenspaltung zu verhindern, entschied sich aber für den römischen Papst.

Karl als König von Böhmen
Nachdem Karl 1344 für die Erhebung des Prager Bistums zum Erzbistum gesorgt hatte, leitete er den Baubeginn des gotischen St. Veitsdoms (katedrála sv. Víta, Václava a Vojtěcha) ein. Für die sichere Aufbewahrung der königlichen und kaiserlichen IInsignien ließ er die Burg Karlštejn (Karlstein) bauen. Die umfangreiche Bautätigkeit in seiner Residenz machte Prag zur Goldenen Stadt. Davon zeugt vor allem die Karlsbrücke über die Moldau. 1348 gründete Karl die erste Universität im östlichen Mitteleuropa, die Karls-Universität (Univerzita Karlova), nach dem Vorbild der durch Kaiser Friedrich II. errichteten Universität von Neapel[5] und dem des Studium generale an der Pariser „universitas“.[6] Prag wurde von ihm zu einem der wichtigsten geistigen und kulturellen Zentren seiner Zeit ausgebaut und zur De-facto-Haupt- und Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches (Praga Caput Regni: Prag Hauptstadt des Reiches lautet eine Inschrift am Altstädter Rathaus); weiterhin von BBedeutung waren jedoch Frankfurt am Main, Nürnberg sowie ab 1355 Sulzbach (heute Sulzbach-Rosenberg) als Zentrum der kaiserlichen Neuerwerbungen in der heutigen Oberpfalz. Die von Johannes von Neumarkt geführte kaiserliche Kanzlei war vorbildlich für die Ausbildung der neuhochdeutschen Sprache.
Allerdings scheiterte Karl mit seinem Landfrieden (Maiestas Carolina) 1355 am Widerstand des einheimischen Adels. In seine Regierungszeit fällt auch die endgültige Eingliederung Schlesiens in den böhmischen Herrschaftsverband mit dem Vertrag von Namslau 1348, für die sein Vater mit dem Vertrag von Trentschin die Voraussetzungen geschaffen hatte. Im Gegenzug erhielt der polnische König Kasimir der Große Masowien als persönliches Lehen. Karls Heirat mit Elisabeth, einer Enkelin Kasimirs, 1363 sollte den alten böhmisch-polnischen Konflikt vorerst beilegen.
Weiterführende Informationen zu diesem Thema: →Geschichte Prags

Hausmachtpolitik Karls
Karl war ohne Zweifel der erfolgreichste Hausmachtpolitiker des Spätmittelalters. Es wurde auch die böhmische Oberhoheit über Schlesien (endgültig 1368) und die Niederlausitz (Kauf 1367) gesichert. 1373 erhielt er im Vertrag von Fürstenwalde die volle Verfügungsgewalt über die Mark Brandenburg und damit eine zweite Kurwürde für sein Haus. Die Hochzeit seines Sohnes Sigismund mit der Erbin König Ludwigs I. von Ungarn (Verlobung 1372) sicherte den Luxemburgern auch dieses Königreich. Der erhoffte Erwerb Polens gelang jedoch nicht. Um seine Hausmacht zu stärken, scheute sich Karl nicht, Reichsgüter zu verpfänden oder gar Reichsrechte aufzugeben, wie im Westen Burgund (siehe oben).
Karls Verpfändungspolitik war teils durch seinen chronischen Geldmangel begründet (er hatte allein zur Sicherstellung seiner Wahl zum römisch-deutschen König eine enorme Summe aufbringen müssen), teils auch durch seine dynastische Politik. Von nun an war jeder nachfolgende König auf seine Hausmacht angewiesen. Das Haus Luxemburg war nun fast unangreifbar geworden. Doch sollte sich dies für seinen Sohn Sigismund als schwere Hypothek erweisen, da er außerhalb des Luxemburger Einflussgebiiets über keine nennenswerte Hausmacht und keine größeren Reichsgüter verfügte. Karl bestimmte zudem, dass seine Söhne und Verwandten nach seinem Tode aus dem Hausmachtskomplex versorgt werden sollten, womit die von Karl geschaffene Machtstellung letztendlich wieder verloren ging.

Lebensende
Nach dem Tod des Kaisers am 29. November 1378 wurde sein Leichnam elf Tage lang im Auditorium der Prager Burg aufgebahrt. Vier Tage dauerten die anschließenden Begräbnisfeierlichkeiten, bei denen der Tote unter Begleitung von 7.000 Teilnehmern von der Burg durch die Prager Alt- und Neustadt und dann über die Karlsbrücke auf Vyšehrad überführt wurde. Dort wurde er eine Nacht lang aufgebahrt. Zwei weitere Tage wurden die sterblichen Reste im Konvent des Hl. Jakob und in der Johanniter-Kirche der Jungfrau Maria dem Publikum zugänglich gemacht. Die abschließende Bestattungszeremonie im Veitsdom unter Anwesenheit seines gesamten Hofs wurde vom Prager Erzbischof Johann Očko von Wlašim zelebriert, dem weitere sieben Bischöfe assistierten.

Karl als Schriftsteller
• Vita Caroli Quarti
Karls IV. Autobiografie ist die erste Selbstdarstellung eines mittelalterlichen deutschen Herrschers und umfasst die Zeit von dessen Geburt (1316) bis zur Königswahl (1346). Während die ersten 14 Kapitel streng subjektiv verfasst sind und die Geschichte fortlaufend bis 1340 erzählen, bleiben die letzten 6 Kapitel objektiv distanzierend, deshalb wird angenommen, dass ein anderer Verfasser aus dem Umkreis des Herrschers dafür verantwortlich ist. Die Autobiografie ist nicht einheitlich, sondern beinhaltet auch andere literarische Gattungen, z. B. eine Abhandlung über Leben und Herrschaft oder auch eine Schriftexegese zum Fest der heiligen Ludmilla. Schwerpunkte der Darstellung sind aber die Augenblicke im Leben Karls IV., in denen er sich gegen große Widerstände bewährte, so z. B. als er die Vergiftung seines Gefolges als einziger durch die Gnade Gottes, wie er schreibt, überlebt (Kap. 4). Eine weitere interessante Anekdote ist die Erzählung einer Geistererscheinung während einer Übernachtung in der Prager Burg (Kap. 7). Ebenfalls in Kapitel 7 befindet sich eine Vision Karls: Ein Engel entführt ihn des Nachts und bringt ihn auf ein Schlachtfeld, auf dem ein anderer Engel dem Anführer der Angreifer, dem Dauphihin von Vienne, die Geschlechtsteile abschlägt, weil dieser gegen den Herrn gesündigt habe. Die Vision folgt dem klassischen Aufbau mittelalterlicher Visionen, und auch die Bestrafung des Dauphin ist ein mittelalterlicher Topos. Der Dauphin Guigo VIII. starb am 28. Juli 1333 tatsächlich an den Folgen einer Wunde, die ihm bei der Belagerung des Schlosses La Perrière zugefügt worden war.
• Wenzelslegende
Der Kult des Heiligen Wenzel nahm in Karls Leben eine zentrale Stelle ein. Er selbst hieß bis zu seinem siebten Jahr nach dem böhmischen Nationalheiligen und ließ auch seinen Erstgeborenen auf diesen Namen taufen. Karls Schrift gilt als Höhepunkt der Wenzelsverehrung. Er verfasste sie wohl zwischen 1355 und 1361, möglicherweise 1358 als Votivgabe zur Geburt seiner Tochter Elisabeth. Wie jede voll entwickelte mittelalterliche Heiligenlegende besteht auch Karls Wenzelslegende aus einer LLebensgeschichte und einer Wundergeschichte (im Anschluss an die Translatio des Leichnams des Heiligen an seine Kultstätte, den Prager Dom). Karl IV. verarbeitete wahrscheinlich seit dem 10. Jahrhundert überlieferte Viten des Heiligen. Es handelt sich also um eine Kompilation früherer Texte. Karl IV. fühlte sich dem katholischen Stundengebet (liturgia horarum) verpflichtet. Das Stundengebet ist auch noch heute für die Geistlichen der katholischen Kirche bindend. Der Sinn des Stundengebbets besteht darin, jede Tageszeit mit ihrer Besonderheit vor Gott zu bringen. Karl IV. verrichtete das Stundengebet wie ein Geistlicher, da er sich kraft seiner Krönung auch als Diakon fühlte. Während des Weihnachtsgottesdienstes nahm er deshalb auch das Recht wahr, im vollen kaiserlichen Herrscherornat vor Klerus und Volk das Weihnachtsevangelium zu singen. Die Bereitschaft, das Evangelium zu verteidigen, unterstrich er dabei durch dreimaliges Schwingen des Reichsschwertes. So überrascht es nicht, dass die einzelnen Teile der Wenzelslegende aus Lektionen eines Reimofficiums bestehen. Eine klassische Stelle ist in Lectio V zu sehen: das so genannte Fußstapfenwunder. Demnach soll der heilige Wenzel in einer Winternacht in Begleitung seines Dieners die Kirchen der Gegend besucht haben. Der Heilige ging dabei barfuß durch den Schnee, so dass seine Füße bluteten und Spuren hinterließen. Der Diener folgte der Spur des Heiligen und verspürte keine Kälte mehr. Vor allem im englischen Sprachraum ist dieses Wunder durch das Weihnachtslied Good King Wenceslas bekannt.
• Moralitates
Eine Sammlung philosophischer Sentenzen, geistlicher Texte und Überlegungen über verschiedene religiöse und moralische Fragen. Die Moralitates sind ein Beweis für Karls tiefen Glauben und seine Auffassung von Tugend eines Königs: Ein König hat innerhalb der Gnade Gottes für Gerechtigkeit und Wohlergehen seines Landes zu sorgen (Kap. 1). In drei Überschriften wird Karl explizit als Urheber genannt. Ein Beispiel der Bibelexegese, und zwar aus dem sechsten Kapitel, in dem Karl IV. als Autor genannt wird („Haec est moralisatio domini Caroli regis Romanorum“). Karl IV. bezieht sich in diesem Kapitel auf eine Stelle in der Genesis (Gen. IV, 22) über „Thubalcain, der die Geräte aller Erz- und Eisenhandwerker schmiedete“. In der Moralisatio des Kaisers wird Thubalcain mit dem Menschen gleichgesetzt: Der Mensch habe, nach Karl, die Aufgabe, wie dieser zu handeln: Nämlich so wie Thubalcain dem Eisen Töne entlockte, so soll der Mensch durch Kasteiung (castigatio) sich selbst „Töne“ entlocken und damit Vollkommenheit erreichen.
• Fürstenspiegel
Die Urheberschaft Karls IV., die der Herausgeber S. Steinherz vertreten hatte, wird in der Forschung heute nicht mehr angenommen (siehe Fürstenspiegel Karls IV.). Im Fürstenspiegel beschreibt ein nicht näher genannter Kaiser seinem Sohn die richtige Art und Weise des Regierens. Dabei schöpft der Verfasser vor allem aus Augustinus und Petrarca.

Rezeption
In der modernen Forschung wird Karl IV. unterschiedlich beurteilt. Vertreter einer positiven Sicht sind u. a. Ferdinand Seibt und Peter Moraw, teilweise auch Jörg K. Hoensch. Teils sehr kritisch, dabei auch höchst differenziert betrachtet ihn Heinz Thomas (Bonn).
Unstrittig ist, dass Karl hochintelligent und ein hervorragender Diplomat war und dass er Künste und Wissenschaften förderte. Im Rahmen positiver Würdigungen (etwa bei Moraw) wird er als der größte römisch-deutsche Kaiser des Spätmittelalters bezeichnet. Ferner wird ihm zugutegehalten, dass er sich nicht in die italienischen Verhältnisse verwickeln ließ wie noch sein Großvater Heinrich VII. und dass er ohne Blutvergießen und im Einvernehmen mit dem Papst den Kaisertitel erringen konnte. Seine Regierungszeit wird als der letzte Höhepunkt des alten Reichs im Mittelalter empfunden, wenn auch sein Kaisertum kaum noch Ähnlichkeiten mit dem universalen Kaisertum vergangener Zeiten hatte.
Kritisch wird hingegen vermerkt, dass er in Italien nicht bereit war, die politische Lage vor Ort zu regeln. Sein Italienzug, bei dem er sich nach der Kaiserkrönung sofort wieder nach Norden aufmachte, wurde bereits von den Zeitgenossen Petrarca und Matteo Villani sehr kritisch gesehen. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass es ihm nicht gelang, die erschaffene Machtstellung auch zu bewahren. Auch Moraw räumt ein, dass er die Basis der Dynastie in Böhmen brüchig hinterließ. Negativ angerechnet wird ihm ferner die Verpfändungspolitik, wodurch sich das Kaisertum zu einem reinen Hausmachtskönigtum entwickelte. Auch der Umstand, dass er es teilweise versäumte, seine Schutzpflicht gegenüber den Juden zu erfüllen, fällt auf der negativen Seite seiner Regierungsbilanz ins Gewicht.
Gradmesser für das wissenschaftliche und öffentliche Interesse an mittelalterlichen Herrscherpersonen sind seit der Stauferschau von 1977 groß angelegte Ausstellungsprojekte. Das 600. Jubiläum des Todestages Karls IV. im Folgejahr brachte drei dderartige Ausstellungen mit sich, wobei „Die Zeit Karls IV. in der Geschichte der Völker der Tschechoslowakischen sozialistischen Republik“ mit 650.000 Besuchern auf der Prager Burg als „politisch motivierte[s]“ Konkurrenzprojekt zu „Kaiser Karrl IV. 1316–1378“ mit ca. 200.000 Besuchern auf der Nürnberger Kaiserburg bewertet wird.[7] Die Ende des Jahres in Köln eröffnete Ausstellung „Die Parler und der Schöne Stil 1350–1400“ (ca. 300.000 Besucher) stellte mit ihrem dreibändigen Katalog eine Grundlegung zu „Kunst und Kultur unter den Luxemburgern“ dar. Eine umfassende Neudarstellung dieser Aspekte bot „Karl IV. Kaiser von Gottes Gnaden“ 2006 in New York (Metropolitan Museum) und Prag (Burg), wobei nun als Triebkraft weniger die Baumeisterfamilie Parler, sondern Hofkultur und Repräsentationswille des Hauses Luxemburg begriffen wurden. An die bewusst europäische Perspektive dieser Schau knüpft auf organisatorischer wie inhaltlicher Ebene die erste bayerisch-tschechische Landesausstellung zum 700. Jubiläum des Geburtsjahres Karls IV. 2016 in der Wallenstein-Reitschule und der Karlsuniversität Prag sowie dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg an, die anhand vornehmlich kunst- und kulturhistorischer Objekte die Biographie des Herrschers im Kontext einer als krisenhaft geschilderten Epoche darlegt.

Standbilder und Denkmäler
• ca. 1350 Statuen (von seinen Schwiegereltern Karl IV. und Blanche von Valois Herzog Rudolphs IV.von Habsburg) am Südturm des St. Stephansdomes Wien
• 1851, Kolossalstatue für Prag, ausgeführt von Jacob Daniel Burgschmiet
• 1899, Monument in der Siegesallee in Berlin, Denkmalgruppe 13, ausgeführt von Ludwig Cauer
• 1900, Bronzestatue für Tangermünde, ausgeführt von Ludwig Cauer, Schenkung von Kaiser Wilhelm II. an die Stadt



Literatur
• Kaiser Karl IV. 1316-2016. Ausstellungskatalog Erste Bayerisch-Tschechische Landesausstellung (Nationalgalerie Prag/Germanisches Nationalmuseum Nürnberg). Hrsg. von Jiří Fajt und Markus Hörsch. Národní galerie v Praze, Prag 2016, ISBN 978-80-035-613-5.
• Ausstellungs-Katalog Karl IV., Kaiser von Gottes Gnaden. Kunst und Repräsentation unter den Luxemburgern 1347–1437, Prager Burg, 15. Februar – 21. Mai 2006. Hrsg. von Jiří Fajt unter Mitwirkung von Markus Hörsch und Andrea Langer. Deutscher Knstverlag, München-Berlin 2006, ISBN 978-3-422-06598-7. (Umfassende Neudarstellung mit zahlreichen Abbildungen zu Kunst und Kultur des luxemburgischen Hauses).
• Marco Bogade: Kaiser Karl der IV. Ikonographie und Ikonologie. Ibidem, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-89821-482-7 (Zugleich Dissertation an der Universität Bamberg 2004).
• Evamaria Engel (Hrsg.): Karl IV. – Politik und Ideologie im 14. Jahrhundert. Böhlau, Weimar 1982 DNB 830490582.
• Marie-Luise Heckmann: Stellvertreter, Mit- und Ersatzherrscher. Regenten, Generalstatthalter, Kurfürsten und Reichsvikare in Regnum und Imperium vom 13. bis zum 15. Jahrhundert. Bd. 2. Fahlbusch Verlag, Warendorf 2002 (= Studien zu den Luxembrgern und ihrer Zeit, Bd. 9), S. 511–684, ISBN 3-925522-21-2.
• Marie-Luise Heckmann: Zeitnahe Wahrnehmung und internationale Ausstrahlung. Die Goldene Bulle Karls IV. im ausgehenden Mittelalter mit einem Ausblick auf die Frühe Neuzeit. Mit einem Anhang unter Mitarbeit von Mathias Lawo: Nach Überlieferungkonfigurationen geordnete Abschriften der Goldenen Bulle. In: Die Goldene Bulle. Politik, Wahrnehmung, Rezeption. Hrsg. von Ulrike Hohensee, Mathias Lawo, Michael Lindner, Michael Menzel und Olaf B. Rader, Bd. 1, Berlin 2009, S. 933–1042.
• Bernd-Ulrich Hergemöller: Cogor adversum te. Drei Studien zum literisch-theologischen Profil Karls IV. und seiner Kanzlei (= Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit, Bd. 7). Fahlbusch Verlag, Warendorf 1999. ISBN 3-925522-18-2.
• Eugen Hillenbrand: Karl IV. In: Verfasserlexikon. 2. Aufl., Bd. 4, S. 995ff.
• Jörg K. Hoensch: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie von gesamteuropäischer Bedeutung 1308–1437, Stuttgart 2000, S. 105–192.
• Martin Kintzinger: Karl IV. In: Bernd Schneidmüller/ Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., München 2003, S. 408–32 und S. 593f. (informative Kurzbiographie
• Dietmar Lutz (Hrsg.): Die Goldene Bulle von 1356. Lübeck 2006.
• Hans Patze (Hrsg.): Kaiser Karl IV. 1316–1378. Forschungen über Kaiser und Reich. Göttingen 1978 (Aufsatzsammlung).
• Ferdinand Seibt: Karl IV. Ein Kaiser in Europa. Frankfurt am Main 2003 (Nachdruck der Ausgabe von 1978). (Standardwerk)
• Ferdinand Seibt (Hrsg.): Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen. Katalog der Ausstellung in Nürnberg und Köln 1978/79, München 1978 (Katalog zur Ausstellung mit Aufsätzen von namhaften Historikern).
• Jiri Spevacek: Karl IV. Sein Leben und seine staatsmännische Leistung. Academia/Prag und Union Verlag, Berlin 1979.
• Heinz Stoob: Karl IV. und seine Zeit. Graz u. a. 1990. (umfassende biographische Darstellung)
• Heinz Thomas: Zwischen Regnum und Imperium. Die Fürstentümer Bar und Lothringen zur Zeit Kaiser Karls IV. Ludwig Röhrscheid Verlag, Bonn 1973.
• Heinz Thomas: Deutsche Geschichte des Spätmittelalters. Kohlhammer, Stuttgart 1983, besonders S. 212ff. (gute Darstellung der politischen Geschichte des deutschen Spätmittelalters).
• Ferdinand Seibt: Karl IV. (Taufname Wenzel). In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 188–191 (Digitalisat).
• Franziska Hälg-Steffen: Karl IV.. In: Historisches Lexikon der Schweiz
• Stephan Haering: KARL IV.. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 1136–1140.
Weblinks
 Commons: Karl IV. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Vita Caroli IV – Quellen und Volltexte (Latein)
 Wikisource: Karl IV. – Quellen und Volltexte
• Literatur von und über Karl IV. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
• Werke von und über Karl IV. in der Deutschen Digitalen Bibliothek
• Eintrag in der Residenzen-Kommission
• Regesta Imperii
• Veröffentlichungen zu Karl IV. im Opac der Regesta Imperii
• 'Constitutiones et acta publica imperatorum et regum 1357–1378' – digitale Vorabpublikation von Urkunden Karls IV durch die MGH
• Carolus IV im Repertorium „Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters“
Anmerkungen
1 František Kavka: Chapter 3: Politics and culture under Charles IV. In: Mikuláš Teich (Hrsg.): Bohemia in History. Cambridge University Press, 1998, ISBN 0-521-43155-7, S. 60.
2 Cassian Anton von Roschmann: Geschichte der gefürsteten Grafschaft Tirol: zum Gebrauche der studirenden Jugend in den k.k. Staaten. Veröffentlicht 1781, S.61 (Google eBook, vollständige Ansicht)
3 Werner Paravicini: Die Preußenreisen des europäischen Adels. Teil 1 (= Beihefte der Francia. Band 17/1). Thorbecke, Sigmaringen 1989, ISBN 3-7995-7317-8, S. 147 (Digitalisat).
4 Historischer Verein Ingelheim e.V. vom 3. August 2010. ingelheimergeschichte.de. Abgerufen am 7. Januar 2011.
5 Diether Krywalski, Geschichte der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters in den böhmischen Ländern. (= Beiträge zur deutschmährischen Literatur) Band 11 Olomouc 2009, S. 232
6 Milada Řihová: Der Unterricht an der Prager Medizinischen Fakultät im Mittelalter. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 17, 1998, S. 163–173; hier: S. 163.
7 René Küpper: Kat.-Nr. 19.9 a–c „Renaissance Karls IV. durch drei Ausstellungen 1978“, S. 619f. In: Ausst.-Kat. Prag/Nürnberg 2016. 
von Luxemburg (von Böhmen), Kaiser Karl IV. (I8196)
 
49033 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kasimir_I._(Oppeln-Ratibor) (Okt 2017)

Kasimir I. von Oppeln, auch Kasimir I. von Oppeln-Ratibor; polnisch Kazimierz I opolski; tschechisch Kazimír I. Opolský, (* 1178 oder 1179; † 13. Mai 1230) war 1211 bis 1230 Herzog von Oppeln-Ratibor. Er entstammte dem Oppelner Zweig der Schlesischen Piasten.

Herkunft
Kasimir war der einzige Sohn des Herzogs Mieszko I. von Ratibor-Oppeln und der Ludmilla († 1211), die vermutlich eine Přemyslidin war. Sie wird als die Gründerin des Rybniker Prämonstratenserklosters angesehen, das 1228 von Herzog Kasimir nach Czarnowanz verlegt wurde.

Kasimir folgte 1211 seinem verstorbenen Vater Mieszko I. als Herzog von Oppeln-Ratibor und residierte vermutlich als erster Herzog in Oppeln. Vor 1217 berief er nach Oppeln und Ratibor Zuwanderer (hospites) aus dem Westen, denen er bestimmte Priivilegien und Rechte nach deutschem und flämischem Recht gewährte. Diese wiederum erteilte er 1217 auch den adeligen Besitzern des Marktes Leschnitz. 1222 erlaubte Kasimir dem Breslauer Bischof Lorenz die Ansiedlung von Deutschen im bischöflichen Gebiet von Ujest. Mit einer 1225 ausgestellten Gründungsurkunde verlieh er den deutschen Siedlern von Kostenthal jene Privilegien, wie sie bereits die Bürger von Zülz hatten. 1226 beurkundete er auf Bitten des Breslauer Bischofs der Stadt Rosenberg deren alte Zollsatzung. Im selben Jahr bestätigte er dem Kloster Leubus die Schenkung von 1000 Hufen, die Herzog Jaroslaus zwischen den Flüssen Hotzenplotz und Straduna den Zisterziensern aus Pforta geschenkt hatte. Die neuerliche Schenkung wurde dadurch erforderlich, weil nach Jaroslaws Tod 1201 dessen Vater Boleslaus, der kurze Zeit später ebenfalls starb, die Zisterzienser zum Verzicht auf das Gebiet bewog. Sein Nachfolger, Kasimirs Vater Mieszko, bestätigte zwar die Schenkung, verweigerte jedoch die Herausgabe der 1000 Hufen. 1228 vergab Kasimir das Dorf Falkenberg seinem Palatin Clemens und dessen Bruder Virbecha, die dafür Bauleistungen an der Oppelner Burg zu erbringen hatten.

Kasimir starb 1230. Die Vormundschaft über seine minderjährigen Kinder übernahm Herzog Heinrich I., der damit seine Macht wiederum auf ganz Schlesien ausdehnen konnte. Kasimirs Witwe Viola wies er die Gebiete von Kalisch und Ruda an. 
von Oppeln (von Ratibor) (Piasten), Herzog Kasimir I. (I9756)
 
49034 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kasimir_I._(Teschen) (Aug 2023)

Kasimir I. (tschechisch: Kazimír I. Těšínský, polnisch: Kazimierz I cieszyński; * um 1280/1290; † 1358) war von 1315 bis 1358 Herzog von Teschen.

Kasimir I. war der Sohn des Teschener Herzogs Mesko I. Der Name seiner Mutter, die um 1303 verstarb, ist unbekannt.

Nach dem Tod seines Vaters um 1315 erhielt Kasimir den südwestlichen Teil des Herzogtums mit der Stadt Teschen im Mittelpunkt. Er unterhielt zunächst gute Beziehungen zu Władysław I. Ellenlang, der 1320 polnischer König wurde. Als dieser aber mit der Unterstützung litauischer Truppen in das Herzogtum Auschwitz einfiel, wandte sich Kasimir dem böhmischen König Johann von Luxemburg zu. Zusammen mit den Herzögen Bolko von Falkenberg und Wladislaus von Beuthen-Cosel begab er sich im Februar 1327 nach Troppau, um dort König Johann zu huldigen, der sich auf einem Kriegszug von Brünn über Oberschlesien nach Krakau befand. Am 18. und 19. Februar übergaben sie König Johann formal ihre Gebiete, die sie anschließend wiederum als ein Lehen der Krone Böhmen vom König verliehen bekamen[2].

Kasimir wollte eine weitere Zersplitterung des Herzogtums vermeiden und sah deshalb nur seinen Sohn Przemislaus I. als seinen Nachfolger vor. Für die verbleibenden Söhne wählte er eine geistliche Laufbahn. 1334 erwarb er von Herzog Wladislaus von Beuthen und Cosel das Herzogtum Sewerien, wodurch ihm die Ausdehnung seines Einflussbereiches gelang.

Es wird vermutet, dass Kasimir die Teschener Burg neu errichtete und die Stadt mit einer Stadtmauer befestigte. Er unterstützte auch die wirtschaftliche Entwicklung des Herzogtums durch die Förderung der Städte. 
von Teschen, Herzog Kasimir I. (I42086)
 
49035 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kasimir_II._(Oppeln-Beuthen) (Okt 2017)

Kasimir II. von Beuthen (auch Kasimir II. von Cosel und Beuthen, polnisch Kazimierz bytomski; tschechisch Kazimír II. Bytomský; * 1256 oder 1257; † 10. März 1312) war 1281 bis 1312 Herzog des oberschlesischen Herzogtums Beuthen und ab 1286 auch Herzog von Cosel. Als erster schlesischer Herzog überreichte er 1289 sein Gebiet als ein Lehen an den böhmischen König Wenzel II.

Herkunft
Kasimir entstammte dem oberschlesischen Familienzweig der Schlesischen Piasten. Seine Eltern waren Wladislaus I. und Euphemia († nach 1281), Tochter des großpolnischen Herzogs Władysław Odon.

Leben
Nach dem Tod von Kasimirs Vater Wladislaus I. von Oppeln 1281 wurde dessen Herzogtum für seine Söhne in vier Teilherzogtümer aufgeteilt. Kasimir, der in der Reihenfolge der Brüder der zweitgeborene war, erhielt das Herzogtum Beuthen, zu dem neben Beuthen auch Cosel, Gleiwitz, Tost und Sewerien gehörten. Ab 1286 nannte er sich auch Herzog von Cosel. Sein älterer Bruder Mieszko I. erhielt zunächst gemeinsam mit dem jüngsten Bruder Primislaus, der unter Mieszkos Vormundschaft stand, das Herzogtum Ratibor mit den Gebieten von Teschen und Auschwitz. Aus den Gebieten von Teschen und Auschwitz wurde für Primislaus 1290 das Herzogtum Teschen gegründet. Der drittgeborene Bruder Bolko erhielt das um die vorstehenden Gebiete verkleinerte Herzogtum Oppeln.
Schon zu Beginn seiner Regentschaft wandte sich Kasimir politisch Böhmen zu. Bereits am 10. Januar 1289 huldigte er in Prag in Gegenwart des Schweidnitzer Herzogs Bolko I. und des Troppauer Herzogs Nikolaus I. freiwillig dem böhmischen König Wenzel II. Gleichzeitig übernahm er mit Zustimmung seiner Söhne sein Land als ein Lehen der Krone Böhmen. Da das Herzogtum Beuthen unmittelbar an Kleinpolen grenzte, war das Bündnis mit Kasimir für König Wenzel in seinen Bestrebungen um den polnischen Thron von besonderer Bedeutung. Kasimir seinerseits beabsichtigte vermutlich mit der Anlehnung an Böhmen eine Begrenzung der Macht des Breslauer Herzogs Heinrich IV., der seit 1288 Herzog in Krakau und somit Seniorherzog von Polen war.
1292 beteiligte sich Kasimir zusammen mit seinem Bruder Bolko, der zuvor von König Wenzel als Krakauer Hauptmann eingesetzt worden war, sowie den niederschlesischen Herzögen Heinrich V. von Breslau und Bolko I. von Schweidnitz am feierlichen Eininzug König Wenzels in Krakau. Am 12. Oktober des Jahres war Kasimir mit seinem Bruder Bolko sowie den Herzögen von Troppau und Masowien und den Bischöfen von Gnesen, Prag und Olmütz in Sieradz zugegen, wo sie alle urkundlich bezeugten, dass sich Herzog Władysław I. Ellenlang dem böhmischen König Wenzel als seinem wahren Lehnsherrn unterworfen habe.
Um 1306 verheiratete Kasimir seine Tochter Maria mit dem ungarischen König Karl Robert von Anjou, dem es dadurch gelang, in Kasimir einen Unterstützer seiner Politik zu finden. Bereits zu seinen Lebzeiten teilte Kasimir sein Herzogtum in drei kleine Teile. Der älteste Sohn Boleslaus urkundete seit 1304 als Herr von Tost, Wladislaus urkundete als Herr von Cosel und Ziemowit bezeichnete sich 1311 als Herr von Beuthen. Ein Jahr später starb Kasimir. 
von Oppeln-Beuthen (von Cosel) (Piasten), Herzog Kasimir II. (I9766)
 
49036 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kasimir_III._(Polen) (Jun 2018)

Kasimir der Große (polnisch Kazimierz III Wielki, lateinisch Kazimirus; * 30. April 1310 in Kowal; † 5. November 1370 in Krakau, Polen) war der jüngste Sohn von König Władysław I. Ellenlang aus seiner Ehe mit Hedwig von Kalisch, Tochter von Herzog Bolesław dem Frommen von Großpolen. Er entstammte der Dynastie der kujawischen Piasten und war ab 1333 als Kasimir I., König von Polen (als Herzog von Polen – dux Regni Poloniae – der III.). Er legte ererbte Konflikte mit den deutschen Nachbarn bei, indem er Gebietsansprüche vor allem auf Schlesien fallen ließ, und konzentrierte sich auf die Expansion des Königreichs Polen nach Osten.[1] Mit ihm starben die Piasten in königlicher Linie aus.

Außenpolitik
Vom politischen Erbe seines Vaters übernahm Kasimir das Bündnis mit Ungarn, verstärkt durch die Heirat seiner Schwester Elisabeth mit Karl Robert von Anjou, König von Ungarn, die Konflikte mit dem Deutschen Orden um Pommerellen, mit den Luxemburgern Johann und Karl IV. um die Oberherrschaft in Schlesien, sowie mit Johann, der als König von Böhmen auch auf die polnische Königskrone Anspruch erhob. Während sein Vater militärische Entscheidungen gesucht hatte, strebte Kasimir eher nach friedlichen und diplomatischen Lösungen.
1335 verzichtete König Johann für 20.000 Schock (1,2 Millionen) Prager Groschen auf die polnische Krone, gleichzeitig ließ Kasimir, um die Allianz zwischen den Luxemburgern und dem Deutschen Orden zu entkräften, im Vertrag von Trentschin „für alle Zeiten“ seine dynastischen Ansprüche auf Schlesien fallen. Nach ergebnislosen Verhandlungen mit dem Deutschen Orden um Pommerellen und das Kulmer Land strengte er einen Prozess vor der päpstlichen Kurie an. Die Verhandlung fand in Warschau statt, das damals ein unbedeutender Handelsplatz war.[2] Da das für Polen günstige Urteil des Warschauer Prozesses von 1339 vom Papst nicht bestätigt wurde, verzichtete Kasimir im Frieden von Kalisch 1343 gegen Herausgabe des 1332 vom Orden besetzten Herzogtums Kujawien und Dobrins auf die Rückgabe von Pommerellen und des Kulmer Landes, ohne jedoch die Rechtstitel preiszugeben.
Ab 1341 besetzte er einige schlesische Städte an der Grenze (1341–1356 Namslau, Pitschen, Kreuzburg und Fraustadt). 1345 kam es zu erneuten Auseinandersetzungen mit den Luxemburgern um Schlesien, an deren Ende Kasimir 1348 im Vertrag von Namslau endgültig auf seine Rechte auf Schlesien verzichten musste. Seit 1343 suchte er seinen Einfluss in Pommern zu festigen (Bündnis mit den Greifen der Stettiner sowie Wolgaster Linie), was 1365 zur Besetzung einiger Netze- und Neumarkdistrikte mit Zantoch, Driesen und Landsberg an der Warthe (bis 1372), sowie der Region um Deutsch-Krone und Tempelburg 1368 führte.
Kasimirs Hauptinteresse lag jedoch im ruthenischen Fürstentum Halytsch-Wolhynien in Rotrussland, das er mit Unterstützung Ungarns nach dem Tod des Piasten Boleslaw-Trojdenowicz (als russischer Fürst Georg II. bzw. Jurii II. genannt) ab 1340, teieils direkt, teils als Lehen bis 1366 seinem Reich fast vollständig einverleibte: Darunter waren die Städte Halitsch, Lemberg, Chelm, Belz, Wolodymyr-Wolynskyj, sowie die Regionen Podolien und das Sanoker Land. 1351 unterwarf er die seit etlichen Jahren säkular verselbständigten masowischen Herzogtümer teils als Lehen (Herzogtum Warschau-Rawa-Czersk), teils direkt (Herzogtum Plock) seiner Suzeränität. Diese Expansionspolitik verhalf Polen zu einer machtvollen Stellung in Mitteleuropa.
Dies zeigt auch der „Kongress“ der im September 1364 aus Anlass des Besuches von Peter I. von Lusignan, König von Zypern (1359–1369) in Krakau stattfand, da dieser sich als Titularkönig von Jerusalem seit 1363 um das Zustandekommen eines Kreuzzuuges gegen die Mamluken Ägyptens bemühte. An dem Treffen nahmen neben König Kasimir von Polen und König Peter I. von Zypern u. a. Kaiser Karl IV. , König Ludwig von Ungarn, Herzog Siemovit III. von Masovien, Otto V. Herzog von Bayern und Markgraaf von Brandenburg und mehrere schlesische Herzöge teil. Zum Abschluss gab es zwar wenige Zusagen aber ein ritterliches Turnier, bei dem man den König von Zypern zum Sieger erklärte.[3] Dieser Kreuzzug gegen Alexandria fand 1365 - allerdings ohne polnische Beteiligung – statt.

Innenpolitik
Gleichermaßen erfolgreich verliefen die Reformen im Innern, die in wirtschaftlicher Hinsicht die Besiedlung von Wüstungen, die Übertragung von Magdeburger und Kulmer Recht auf Städte und Dörfer, eine königliche Zoll- und Steuerpolitik und die ErErschließung und Sicherung von Handelswegen. 1334 bestätigte und erweiterte König Kasimir die Charta namens Statut von Kalisch seines Großvaters Bolesław dem Frommen mit dem Statut von Wiślica und dehnte ihre Gültigkeit auf das gesamte Königreicich Polen aus. Kasimirs Schutzpolitik galt besonders den Juden und dem Bauernstand. Seine Regierungszeit gilt als eine Ära des großen Wohlstands für die polnischen Juden. Seine Zeitgenossen nannten ihn daher auch „König der Bauern und Juden“. Daas Statut von Wiślica gilt als erste Verfassung Kleinpolens, mit der Einführung der Generalstarosteien mit administrativen und gerichtlichen Befugnissen, Staatsrat und Kanzleiführung. Kasimir sicherte die Grenzen seines Reiches mit 50 befestigteen Burgen, gründete 1364 die Universität Krakau, eröffnete Salinen, schuf für das Magdeburger Recht eigene Appellationsgerichtshöfe und verbot die Appellation nach Magdeburg. Bereits 1339 schloss er mit seinem Schwager, dem ungarischen König Karl von Anjou, einen Nachfolgevertrag, den er 1355 zugunsten seines Neffen Ludwig des Großen erneuerte und der nach seinem Tod realisiert wurde. Er ist der einzige der polnischen Könige, welcher als „der Große“ bezeichnet wird. 
von Polen (Piasten), König Kasimir III. (I9713)
 
49037 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Aragon

Katharina von Aragon (auch Katharina von Aragonien, spanisch Catalina de Aragón y Castilla oder Catalina de Trastámara y Trastámara, englisch Catherine of Aragon; * 15. Dezember 1485 in Alcalá de Henares; † 7. Januar 1536 auf Schloss Kimbolton, Kimbolton, Huntingdonshire) war als erste Frau Heinrichs VIII. Königin von England und Mutter der späteren Königin Maria I. Tudor. Sie war das jüngste Kind Ferdinands II. von Aragón und Isabellas I. von Kastilien und somit Urururenkelin Eduards III. von England. Ihr Lebensmotto war “humble and loyal” (deutsch: „bescheiden und loyal“). Über ihre Schwester Johanna („Johanna die Wahnsinnige“) war sie die Tante der deutschen Kaiser Karl V. und Ferdinand I.

Leben
Heirat mit Arthur Tudor
Schon 1489 wurde zwischen den Königshäusern Englands und Spaniens ein Heiratsvertrag für Katharina von Aragon und den erst zwei Jahre alten Arthur Tudor, den Sohn Heinrichs VII. von England, geschlossen. Heinrich sah es als wichtigste Aufgabe an, seine Macht als Monarch zu stärken und seine oberste Gewalt zu sichern. Er hatte in der Schlacht von Bosworth Field das Heer des Hauses York unter Richard III. geschlagen. Sein Thronanspruch beruhte jedoch nur vage auf einer illegitimen Nachkommenschaft. Die Heirat seines Sohnes mit der spanischen Prinzessin würde seinen Anspruch weiter verbessern und ein starkes Bündnis zwischen England und Spanien begründen. Im September 1501 verließ Katharina Spanien. Bei ihrer Heirat mit dem englischen Thronfolger am 14. November 1501 in der St Paul’s Cathedral waren beide 15 Jahre alt. Als Prince of Wales (Fürst von Wales) entsandte man Arthur nach Schloss Ludlow an der walisischen Grenze, um dem Rat von Wales vorzusitzen, wobei Katharina ihn begleitete. Schon kurz nach der Heirat erkrankten beide an schwerem Fieber. Arthur erlag der Krankheit, so dass Katharina bereits nach vier Monaten Ehe zur Witwe wurde.

Leben zwischen Spekulationen
Katharina war durch den frühen Tod ihres Mannes Arthur ihrem Schwiegervater praktisch ausgeliefert. Heinrich VII. behandelte sie nicht sonderlich gut und erlaubte ihr kein standesgemäßes Leben. Für Heinrich war Katharina nach dem Tod Arthurs eher eine kostspielige Geisel als eine Schwiegertochter oder ein Mitglied der königlichen Familie. Bei Hofe war Katharina nicht erwünscht, daher zog sie sich nach Durham House zurück. Der englische König zahlte ihr so wenig Unterhalt für ihre Haushhaltung, dass Katharina gezwungen war, ihre Eltern um Geld zu bitten, damit sie ihre Lebensmittel, Bediensteten, Kleidung und Holz bezahlen konnte. Sie trug jahrelang nur zwei Kleider und gab Teile ihres Tafelgeschirrs in Zahlung, um Lebensmittel kaufen zu können. Dazu kamen später weitere Demütigungen hinzu: die Auflösung ihrer Verlobung mit dem Thronfolger Heinrich und die neuen Heiratsspekulationen des englischen Königs. Vielleicht gerade wegen ihres Unglücks und der Demütigungen, die Katharina würdig erduldete, war sie beim englischen Volk sehr beliebt.

Heirat mit Heinrich Tudor
Nach dem Willen seines Vaters sollte nun der 12-jährige neue Thronfolger, der künftige Heinrich VIII., Katharina von Aragon heiraten, sobald er 14 Jahre alt würde. Eine solche Eheschließung mit der Frau seines Bruders verstieß jedoch gegen kanonnisches Recht (welches in diesem Punkt letztlich auf Levitikus 18,16 zurückgeht). Nachdem die Hofdamen jedoch bezeugt hatten, dass die Ehe mit Arthur wegen der Jugend des Paares nicht vollzogen worden sei, erteilte Papst Julius II. einen Dispens. Als Isabella I. von Kastilien am 26. November 1504 starb, wurden diese Heiratspläne zunächst auf Eis gelegt. Die Engländer warteten ab und nahmen neue Heiratsverhandlungen auf. Heinrich sollte nun Eleonore von Kastilien heiraten, die Tochter Philipps des Schönen, des neuen Königs von Spanien.
Heinrich VII. veranlasste im Juni 1505 (sein Sohn war gerade volljährig geworden) die Lösung von dessen Verlobung mit Katharina und zog, da Philipp I. im Jahr 1506 starb, seine eigene Vermählung mit dessen Witwe Johanna von Kastilien in Erwägungng. Als sie jedoch aufgrund des Verlustes ihres Ehemanns immer mehr dem Wahnsinn verfiel, gab Heinrich VII. diese Heiratspläne auf. Spanien bestand nun auf der Einhaltung des Heiratsvertrages zwischen Heinrich und Katharina oder einer Rückzahlunng der sehr ansehnlichen Mitgift. Der am 23. Juni 1503 ausgehandelte Verlobungsvertrag wurde am 11. Juni 1509 mit der Hochzeit endgültig eingelöst. Der Legende nach soll Heinrich VII. auf seinem Sterbebett (er starb am 21. April 1509) seinen Sohn gebeten haben, die als Fürstin von Wales überaus populäre Katharina von Aragon nun doch zu heiraten.

Königin von England
Nur wenige Wochen nach der Hochzeit war Katharina schwanger, hatte jedoch im Januar 1510 eine Totgeburt, ein Mädchen. Das zweite Kind, Prinz Henry, wurde am Neujahrstag 1511 geboren, starb aber nach 52 Tagen. Katharina hatte dann eine Fehlgeburt, gefolgt von einem weiteren früh verstorbenen Sohn. Trotz dieser dynastischen Rückschläge führten Katharina und Heinrich eine harmonische Ehe. Katharina war – nicht nur für den Hof und das Volk – die ideale Gattin. So ließ sie sich nicht nehmen, die Hemden ihres Mannes selbst zu flicken, und zeigte sich in Gegenwart von Heinrich still, fürsorglich und unterwürfig. Damit entsprach sie dem Frauenideal ihrer Zeit, was sie aber nicht davon abhielt, ihre Meinung zu äußern. Ihr besonderes Talent bestand darin, genau zu wissen, wann sie dem König nicht widersprechen sollte und wann sie einlenken musste.
Die Affären ihres Mannes mit seinen einzigen historisch verbürgten Mätressen Elizabeth Blount und Mary Boleyn[1] behandelte sie diskret und nahm sie offiziell nicht zur Kenntnis. Allerdings führte ihr Elizabeth Blount ihre Unfähigkeit vor Augen, einen männlichen Thronerben zu gebären, als sie 1519 Henry Fitzroy das Leben schenkte. Dieser wurde von Heinrich auch offiziell als Sohn anerkannt und mit den Titeln des Duke of Richmond und Duke of Somerset bedacht. Trotz ihrer sonstigen Diskretion betrachtete Katharina diese Ehrungen als Affront und sie erklärte, „kein Bastard sollte über die Tochter einer Königin erhoben werden“.[2]
Im Jahr 1514 fiel Heinrich im Zuge der Italienischen Kriege mit seiner Armee in Frankreich ein, ernannte aber zuvor Katharina zur Regentin während seiner Abwesenheit. Mit einer großen Armee von 30.000 bis 40.000 Mann setzte er nach Calais über und eroberte die Stadt Thérouanne. Der schottische König Jakob IV., der durch die Auld Alliance mit Frankreich verbündet war, erklärte daraufhin England den Krieg. Katharina schickte eine Armee nach Norden. Dieser Feldzug fand kurze Zeit später seinen blutigen Höhepunkt in der Schlacht von Flodden Field. Nahe der englisch-schottischen Grenze fielen der schottische König und mit ihm viele hochrangige Adlige sowie zehntausend seiner Untertanen.
Im Februar 1516 gebar Katharina im Palast von Placentia in Greenwich, London, die Tochter Mary, die spätere Königin Maria I. von England. 1518 brachte sie ein totes Mädchen zur Welt.

Auflösung der königlichen Ehe
Spätestens seit Ende 1526 war Anne Boleyn, eine von Katharinas ehemaligen Hofdamen und Schwester der früheren Mätresse Mary Boleyn, die Geliebte Heinrichs VIII. Anne Boleyn war nicht nur körperlich anziehend, sondern bestach auch durch eine außergewöhnliche Bildung und Schlagfertigkeit. Dies waren Eigenschaften, die auf viele Männer besonders herausfordernd wirkten, da sich die meisten Damen gemäß der zeitgenössischen Sitte still, unterwürfig und demütig verhielten. Heinrich VIII. entbrannte sehr schnell für Anne, aber diese ließ sich durch das glühende Werben des Königs zunächst nicht beeindrucken. Ihre geschickte Taktik des Sich-Verweigerns entfachte umso mehr stürmische Gefühle im König. Ab dem Frühling 1527 scheint Heinrich nur noch mit dem Gedanken beschäftigt gewesen zu sein, wie er seine Ehe mit Katharina beenden könnte. Da ihre Ehe nachweislich vollzogen wurde, schied dieser Grund für die Annullierung aus. In der Bibel wurde dann das passende Argument gefunden:
„Wenn jemand die Frau seines Bruders nimmt, so ist das eine abscheuliche Tat. Sie sollen ohne Kinder sein, denn er hat damit seinen Bruder geschändet.“
– 3 Mos 20,21 LUT
Da Katharina von Aragón ihrem Mann nicht den gewünschten männlichen Thronfolger schenkte, wollte Heinrich mit dieser Bibelstelle seine Ehe annullieren lassen, obwohl er für diese Ehe im Jahre 1503 einen päpstlichen Dispens erhalten hatte. Papspst Clemens VII. jedoch zeigte kein Interesse, den Dispens von Julius II. aufzuheben. Zudem wollte er zu dieser Zeit, nach dem Sacco di Roma im Mai 1527, Katharinas Neffen Karl V. nicht verärgern. Bei der Ablehnung des Ansinnens verwendete er die dadurch bekannt gewordene Formulierung Non possumus.
Katharina, der die Pläne von Heinrich nicht verborgen blieben, hielt an der Rechtmäßigkeit ihrer Ehe unerschütterlich fest. Im Mai 1529 entsandte Clemens VII. seinen Gesandten Lorenzo Campeggi, der gemeinsam mit Kardinal Thomas Wolsey den Vorsittz einer Kommission führen sollte, die mit der Untersuchung der Scheidungsfrage betraut wurde. Mit quälender Langsamkeit zog sich die Entscheidung des Tribunals hin, bis Papst Clemens VII. schließlich anordnete, den Fall in Rom zu verhandeln. Der Zorn des Königs über diese päpstliche Entscheidung entlud sich über Kardinal Wolsey, der seiner Hinrichtung nur entkam, weil er am 29. November 1530 starb. Vorher zog Heinrich VIII. aus Ärger über den Rückschlag Wolseys Güter ein.
Bis Juni 1531 hielt Heinrich das Bild der problemlosen Ehe mit Katharina für das englische Volk aufrecht. Offizielle Auftritte wurden von König und Königin absolviert. Ab Juli 1531 übernahm Anne für alle sichtbar die Rolle der Königin. Im Oktober 1532 begleitete sie Heinrich zu einem Treffen mit Franz I. nach Frankreich. Katharina musste für diese Reise ihre Kronjuwelen an Anne herausgeben, die diese nun bei offiziellen Empfängen und auf Festen für alle sichtbar trug.
Wahrscheinlich gab Anne kurz nach ihrer Rückkehr aus Frankreich Heinrichs Werben endlich nach. Ende Dezember 1532 muss sie Heinrich mitgeteilt haben, dass sie schwanger war. Heinrich musste nun schnell handeln, damit sein Kind (er ging davon ausus, dass es ein Sohn werden würde) legitim geboren werden konnte. Am 25. Januar 1533 heiratete er Anne Boleyn in einer stillen Zeremonie in einer Kapelle in der Nähe des Greenwich-Palastes. Die Ehe wurde zunächst geheim gehalten, da Heinrich noch nicht geschieden war und so in Bigamie lebte. Nachdem Heinrich heimlich Anne Boleyn geheiratet hatte, verabschiedete er am 23. Mai 1533 eine Parlamentsakte zur Annullierung seiner Ehe mit Katharina.
Schatzkanzler Thomas Cromwell und der Erzbischof von Canterbury Thomas Cranmer wurden von Heinrich beauftragt, seine Ehe mit Katharina nun endlich, mit dem Anstrich der theologischen Richtigkeit, scheiden zu lassen. Beide schafften es, den Klerus in England unter Druck zu setzen, so dass am 23. Mai 1533 ein Scheidungsgericht die Ehe mit Katharina von Aragón für ungültig erklärte. Dies geschah ohne Zustimmung des Papstes. Es war der erste Schritt zum Bruch mit der römisch-katholischen Kirche und zur Entstehung der Anglikanischen Gemeinschaft (umgangssprachlich als „Anglikanische Kirche“ bekannt).

Prozess und Exil
Nach fünf Jahren des Wartens forderte Heinrich im März 1534 Papst Clemens VII. auf, der Scheidung zuzustimmen, was der Papst jedoch im Anbetracht des vorherigen Dispens und aus Rücksicht auf Kaiser Karl V. ablehnte. Daraufhin betrieb Heinrich den Bruch mit der katholischen Kirche und die Etablierung der anglikanischen Staatskirche, der er selbst als Oberhaupt vorstand.
Katharina lehnte die Einwilligung in die Scheidung ab und wurde gezwungen, den königlichen Hof zu verlassen. Sie wurde von ihrer für illegitim erklärten Tochter getrennt und in fern gelegene Schlösser geschickt. Die Hoffnung, dass sie sich unter den demütigenden Umständen fügen werde, erwies sich jedoch als gegenstandslos, denn Katharina akzeptierte die Scheidung nie und unterzeichnete noch ihren letzten Brief mit „Katharina die Königin“. Die abgeschobene Königin lebte zunächst im Buckden Palast in Huntingdonshire. Im Frühling 1534 musste Katharina noch einmal umziehen, nach Schloss Kimbolton. Zu dieser Zeit erfuhr sie, dass die Ehe Heinrichs mit Anne sich zum Schlechten wandte. Ob sie noch Hoffnung hatte, dass er eines Tages zu ihr zurückkehren würde, ist nicht überliefert.
Ab Dezember 1535 fühlte sich Katharina unwohl und starb am 7. Januar 1536 an einer Krebserkrankung auf Schloss Kimbolton. Ihre letzten Worte aus ihrem letzten Brief an Heinrich VIII. waren:
„Oculi mei te solum desiderant. Vale.“
„Meine Augen verlangen nur nach dir. Lebwohl.“
– Katharina von Aragón
Sie wurde in der Kathedrale von Peterborough mit der Zeremonie der Witwe eines Fürsten von Wales beigesetzt, nicht mit der einer Königin. Als der König vom Tode seiner ersten Frau erfuhr, soll er folgende Worte gesagt haben: „Gott sei gelobt! Wir sind nun von jeglicher Kriegsangst befreit.“ Einen Tag später nahm Heinrich an einem Ball teil; er untersagte seiner Tochter Maria, ihrer Mutter das letzte Geleit zu geben.

Mythos
Der Leichnam der ehemaligen Königin wurde in solcher Hast einbalsamiert, dass schon früh Gerüchte über einen Giftmord aufkamen. Untersuchungen erwiesen aber, dass Katharina an einem Krebsgeschwür am Herzen gestorben ist.

Nachkommen
Kinder mit König Heinrich VIII. (Heirat am 11. Juni 1509, die Ehe wurde am 23. Mai 1533 annulliert):
• Tochter (*/† 31. Januar 1510)
• Henry, Herzog von Cornwall (* 1. Januar 1511; † 22. Februar 1511)
• Sohn (*/† November 1513)
• Henry, Herzog von Cornwall (*/† Dezember 1514)
• Maria I. (* 18. Februar 1516; † 13. September 1558); ∞ mit Philipp II.
• Tochter, Totgeburt im 8. Monat (*/† 10. November 1518) [3]

Titel
• Infanta Catalina of Castile and Aragon (16. Dezember 1485 – 14. November 1501)
• The Princess of Wales, Duchess of Cornwall, Countess of Chester (14. November 1501 – 2. April 1502)
• The Dowager Princess of Wales, Dowager Duchess of Cornwall, Dowager Countess of Chester (2. April 1502 – 11. Juni 1509)
• Her Grace The Queen of England (11. Juni 1509 – 1519)
• Her Majesty The Queen of England (1519 – 23. Mai 1533)
• Her Highness The Dowager Princess of Wales, Dowager Duchess of Cornwall, Dowager Countess of Chester (23. Mai 1533 – 7. Januar 1536)



Fachliteratur
Allgemeines
• David Starkey: Six Wives: The Queens of Henry VIII. Harper Perennial, 2004, ISBN 0-06-000550-5 (englisch)
• Peter Wende: Englische Könige und Königinnen. Von Heinrich VII. bis Elisabeth II. C. H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-43391-X
• Uwe Baumann: Heinrich VIII. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2001, ISBN 3-499-50446-4
• Jean Plaidy: Die Königinnen. Heinrich VIII. und seine Frauen. Herder, Freiburg 1983, ISBN 3-451-17331-X
• Antonia Fraser: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Claassen, Berlin 1995, ISBN 3-546-00081-1
• Marita A. Panzer: Englands Königinnen. Piper, München 2003, ISBN 3-492-23682-0
• Helga Thoma: Ungeliebte Königin. Piper, München 2003, ISBN 3-492-23526-3
Primärquellen
• Calendar of Close Rolls, Henry VII 1485–1509, K. H. Ledward, 1955 – (Offizielle Staatspapiere und Briefe aus der Regierungszeit Heinrich VII.)
• Letters and Papers, Foreign and Domestic, of the Reign of Henry VIII, 1509–1547, ed. J.S. Brewer et al, London, 1862–1932 – (Offizielle Staatspapiere und Briefe aus der Regierungszeit Heinrich VIII.)
• Calendar of State Papers, Spain, Band 1–5, 1485–1538 (Offizielle Staatspapiere und Briefe Spaniens, England betreffend)
Biografien
• Garrett Mattingly: Katharina von Aragon. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1962
• Patrick Williams: Catherine of Aragon. Amberley 2012, ISBN 978-1-84868-325-9
• Giles Tremlett: Catherine of Aragon: The Spanish Queen of Henry VIII Walker & Company 2010, ISBN 978-0-8027-7916-8
Romane
• Margaret George: Ich, Heinrich VIII. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2006, ISBN 3-404-15584-X.
• Philippa Gregory: Die ewige Prinzessin. Bastei Lübbe, Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Bastei Verlag), ISBN 3-404-16469-5
Weblinks
 Commons: Katharina von Aragón – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Katharina von Aragón – Zitate
Einzelnachweise
1 C. S. L. Davies and John Edwards: Katherine (1485–1536). In: Oxford Dictionary of National Biography. Oxford University Press 2004; Online Edition May 2011, Zugriff am 13. Januar 2013
2 Anna Whitelock: Mary Tudor. England’s First Queen. Bloomsbury 2010, S. 32
3 Brief des venezianischen Botschafters vom 13. Dezember 1518: „The Queen had been delivered in her eighth month of a stillborn daughter, to the great sorrow of the nation at large.“ In: Calendar of State Papers Relating to English Affairs in te Archives of Venice, Volume 2: 1509–1519, S. 478–482 (1867). 
von Aragón (von Kastilien) (Trastámara), Prinzessin Katharina (I8865)
 
49038 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Habsburg_(1320–1349)

Katharina von Habsburg (* 9. Februar 1320[1]; † 28. September 1349[2]) entstammte dem Haus der Habsburger und war die Gattin von Enguerrand VI. de Coucy.

Leben
Katharina von Habsburg war eine Tochter des Herzogs Leopold I. von Österreich und seiner Gattin Katharina von Savoyen. Sie hatte eine Schwester namens Agnes. Als ihr Vater bereits im Februar 1326 verstarb, wurde sie unter die Vormundschaft ihrer beiden Onkeln väterlicherseits, Friedrichs des Schönen und Albrechts II., gestellt.

Herzog Albrecht II. sorgte auch für Katharinas standesgemäße Verheiratung. In Anwesenheit des Papstes Benedikt XII. vermählte sie sich um 1338 in Paris mit dem französischen Adligen Enguerrand VI. de Coucy, dessen enorme Körperkraft in alten Chroniken geschildert wird. Der Ehevertrag wurde am 25. November 1338 im Schloss Vincennes unterzeichnet. Das Paar hatte einen Sohn, der wie sein Vater Enguerrand benannt wurde. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Anfangsphase des Hundertjährigen Kriegs fiel Katharinas Gatte 1346 in den Scharmützeln vor oder in der Schlacht von Crécy selbst.

Ein Jahr danach machte Katharina die Bekanntschaft des Grafen Konrad II. von Hardegg, Burggraf von Magdeburg, mit dem sie sich 1348 in zweiter Ehe vermählte. Somit ging sie die erste bekannte morganatische Liebesehe im habsburgischen Geschlecht ein. Allerdings hatte Albrecht II. keinen Bescheid davon erhalten und verwies in seinem Ärger die vier Brüder Hardegg des Landes, die aber den Schutz des römisch-deutschen Königs Karl IV. in Anspruch nahmen.

1349, nur drei Tage nach dem Tod ihres zweiten Gatten Konrad, fiel Katharina der Pest zum Opfer und wurde in der Kirche des Klosters Königsfelden bestattet. 1770 kam sie durch die Feierliche Übersetzung der kaiserlich-königlichen-auch-herzoglich-österreichischen höchsten Leichen zunächst in den Dom St. Blasien und nach der Aufhebung des Klosters St. Blasien 1806 in das Stift Spital am Pyhrn, dann 1809 in die Stiftskirchengruft des Klosters Sankt Paul im Lavanttal in Kärnten. 
von Österreich, Katharina (I29766)
 
49039 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Lancaster (Sep 2017)

Katharina von Lancaster LG (englisch Katherine of Lancaster or Catherine Plantagenet, spanisch Catalina de Lancáster) (* wahrscheinlich 31. März 1373[1] in Hertford, England; † 2. Juni 1418 in Valladolid) war als Gattin Heinrichs III. Königin von Kastilien und León (1393–1406). Von 1406 bis zu ihrem Tod fungierte dieses weibliche Familienmitglied des Hauses Anjou-Plantagenêt als Regentin für ihren minderjährigen Sohn Johann II.

Herkunft
Katharina war die Tochter des John of Gaunt, 1. Duke of Lancaster und seiner zweiten Gattin Konstanze von Kastilien, der Tochter und Thronerbin Peters I. des Grausamen. Katharina hatte nur einen im Kleinkindalter verstorbenen Vollbruder John, aber mehrere Halbgeschwister, die aus weiteren Ehen ihres Vaters stammten.

Jugend
Als Kleinkind erhielt Katharina im Jänner 1375 ihre eigene Hofhaltung in Melbourne in Derbyshire. Von Mitte April 1380 bis mindestens 1382 war sie bei einer verwitweten Verwandten ihres Vaters, Joan Burghersh, Lady Mohun, wohnhaft. Da Katharinanas Großvater mütterlicherseits 1369 von seinem Halbbruder Heinrich von Trastámara ermordet worden war, wollte sich John of Gaunt über die Ansprüche seiner Gattin zum König von Kastilien machen. Nach dem 1385 erfolgten Sieg Johann I. von Portugal in der Schlacht von Aljubarrota gegen Johann I. von Kastilien, den Sohn Heinrich von Trastámaras, verbündeten sich England und Portugal gegen Kastilien. Dorthin unternahm daraufhin John of Gaunt, begleitet von seiner Gattin, seiner Tochter Katharina und deren Schwestern 1386 einen Feldzug, jedoch musste sich er nach einem missglückten Einfall in León nach Portugal zurückziehen. Johann I. von Kastilien schlug zur Beendigung der Rivalitäten vor, dass Katharina seinen Sohn Heinrich (III.) heiraten und im Gegenzug John of Gaunt auf seine Thronansprüche verzichten sollte. Der Herzog von Lancaster stimmte 1387 zu, am 8. Juli 1388 wurde der entsprechende Vertrag von Bayonne unterzeichnet.

Ehe
In einer Erklärung vom 5. August 1388 akzeptierte Katharina ihre geplante Verheiratung und die Bedingungen des Vertrags von Bayonne, laut denen sie die Städte Soria, Almazán, Atienza, Deza und Molina als Mitgift erhielt und privat weiterhin didie Autorität des Papstes Urban VI. anerkennen durfte. Die Heirat von Katharina und dem erst neunjährigen Heinrich (III.) fand am 17. September 1388 in der Kathedrale von Palencia statt. Im September 1390 musste Katharina doch zustimmen, sich der religiösen Oberhoheit der Gegenpäpste von Avignon zu unterwerfen.
Nach dem Tod Johanns I. (1390) folgte ihm sein Sohn Heinrich III. auf den Thron Kastiliens, wurde aber erst 1393 für mündig erklärt und konnte nun die Regierung übernehmen. Der politische Einfluss Katharina auf die Regierung ihres Gatten war ziemlich gering. Immerhin ist ihre Förderung der Dominikaner bekannt.

Königinwitwe
Katharina spielte erst nach dem Tod ihres Gemahls (25. Dezember 1406) eine wichtige politische Rolle, da sie laut dessen Testament zusammen mit ihrem Schwager Ferdinand für ihren unmündigen Sohn Johann (II.) die Regierungsgeschäfte führen solltee. Doch hätte sie ihren Sohn selbst den Adligen Diego López de Stúñiga und Juan Fernandez de Velasco anvertrauen müssen. Allerdings wollte sie ihren Sohn nicht hergeben, sondern bezog 1407 zu ihrer Verteidigung in einer berühmten spanischen Burg, dem Alcázar von Segovia, Stellung, als ihr Schwager ein Abkommen aushandeln konnte, das ihr die Aufsicht über ihren Sohn garantierte.
Dennoch kam es zwischen den beiden Machthabern zu Uneinigkeiten, die durch Ferdinands in Fortsetzung der Politik seines Bruders beabsichtigtem Krieg gegen das südspanische Emirat von Granada verschärft wurden. Gemäß dem Testament des verstorbenen Königs wurde daher das Reich in Einflusssphären aufgeteilt. Dabei wurde Katharina der Norden mit Altkastilien und León zugesprochen. Dennoch bestanden die Spannungen zwischen der Königinwitwe und ihrem Schwager fort. Ferdinand war etwa die Förderung von Velasco und Stúñiga durch Katharina ein Dorn im Auge und er verlangte schließlich 1409 die Entfernung der beiden Adligen vom Hof. Nun unterstützte die Königinwitwe auch die teuren Kämpfe ihres Schwagers gegen Granada finanziell.
Aufgrund Katharinas Beitrag zu diesen Kriegen kühlte sich zwar ihr Bündnis mit Frankreich ab, doch konnte sie bessere Beziehungen zu Portugal – wo ihre ältere Halbschwester Philippa of Lancaster als Gemahlin König Johanns I. regierte – sowie zzu England etablieren. Zum englischen König Richard II. hatte sie ein gutes Verhältnis und mit dessen Nachfolger, ihrem seit 1399 regierenden Halbbruder Heinrich IV. pflegte sie sogar herzliche persönliche Kontakte. Zwar gab es zwischen Kastilien und England keinen Friedensvertrag, doch förderten die Herrscher den Handel zwischen den beiden Ländern. Katharina selbst kaufte teure Stoffe in London. Infolge ihrer Außenpolitik gelangten die kastilischen Gemeinden zu Wohlstand. Ferdinands Politik dagegen belastete ihr Budget schwer. Sein Streben nach der Krone von Aragon brachte zunächst die Städte Sevilla, Córdoba und Jaén unter Katharinas Kontrolle. Doch als Ferdinand 1412 tatsächlich König von Aragon wurde und bereits vier Jahrre später starb, unterstützten seine Rivalen Katharina in zunehmend geringerem Maß. Wegen ihrer Gegnerschaft zu Ferdinand befürwortete sie die Position des Gegenpapstes Benedikt XIII. und trat anfangs gegen das Konzil von Konstanz (1414 bis 1418) ein. Nach Ferdinand Tod (1416) musste Katharina mit dessen einflussreichen Söhnen ringen, die zudem Unterstützung von Adelsparteien erhielten.
Beeinflusst von Bischof Pablo de Santa María (Paulus von Burgos), der den kleinen Thronfolger Johann (II.) erzog, sowie den Ideen des katalanischen Predigers Vinzenz Ferrer verfügte Katharina strenge Gesetze gegen Juden und Muslime.
Ein von Fernán Pérez de Guzmán überlieferter Bericht über Katharinas Zustand kurz vor ihrem Tod beschreibt sie als kranke, teilweise gelähmte Frau, zeigt aber auch, dass sie etliche physische Eigenschaften von ihrem Vater geerbt hatte. Diese Darstellung schildert sie als groß, übergewichtig, blond und männlich wirkend, charakterlich als tugendhaft und großzügig, aber zu sehr unter dem Einfluss ihrer Günstlinge stehend. So musste sie zweimal Hofdamen aus ihrer Umgebung entfernen.
Katharina starb 1418 in Valladolid an einem vielleicht auf ihr Übergewicht zurückzuführenden Schlaganfall. Sie wurde mit ihrem Gatten in der Capilla de los Reyes Nuevos in der Kathedrale von Toledo beigesetzt. Auf ihrem Grabbild ist sie mit langem Gesicht und stark gewölbter Stirn dargestellt. 
von Lancaster (Plantagenêt), Königin Katharina (Catalina) (I9028)
 
49040 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Nassau-Beilstein

Katharina von Nassau-Beilstein († 6. September 1459) war die Tochter von Heinrich II. von Nassau-Beilstein[1] und durch Ehe Gräfin von Hanau.

Nach dem frühen Tod ihres ältesten Sohnes Reinhard III. im Jahre 1452 übernahm sie für dessen Sohn Philipp, zusammen mit dessen Großvater mütterlicherseits, Pfalzgraf Otto I. von Pfalz-Mosbach, und ihrem jüngsten Sohn, Philipp I. (dem Älteren), die Vormundschaft bis zur Landesteilung 1458. Danach wurde Philipp I. der Ältere zum alleinigen Vormund bestellt, und Katharina schied aus der Vormundschaft aus.

In der Auseinandersetzung um die Landesteilung vertrat Katharina die Position, dass die Landesteilung, die ihrem Sohn eine Heirat ermöglichte und damit die Chancen auf Fortbestehen des Hauses Hanau erhöhte, der strikten Befolgung der Primogenitur vorzuziehen sei. Katharina konnte es gleichgültig sein, ob ihr zweitgeborener Sohn, Philipp I. der Ältere, oder ihr Enkel, Philipp I. der Jüngere, die Linie fortsetzte. Sie schätzte die Gefahr für den Bestand des Hauses Hanau geringer ein, wenn dem zeugungsfähigen Philipp I. dem Älteren schnellstmöglich eine Heirat ermöglicht würde, statt dafür einzig auf den damals erst vierjährigen Philipp I. den Jüngeren zu setzen. 
von Nassau-Beilstein, Gräfin Katharina (I41319)
 
49041 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Navarra

Katharina von Navarra (französisch Catherine de Navarre, spanisch Catalina de Navarra; * 1470[1]; † 12. Februar 1517 in Mont-de-Marsan) war von 1483 bis 1517 Königin von Navarra, zudem Gräfin von Foix und Bigorre, Vizegräfin von Béarn und Kofürstin von Andorra.

Sie war die Tochter Gastons de Foix, Fürst von Viana, und Madeleine de France, der Schwester des französischen Königs Ludwig XI., sowie die Schwester von Franz Phoebus, König von Navarra 1479 bis 1483. Nach dem Tod ihres Bruders bestieg sie den Thron, stand allerdings bis 1494 unter der Regentschaft ihrer Mutter.

Am 14. Juli 1484[2] heiratete sie in Orthez Jean d’Albret, und beide wurden im selben Monat in Pamplona, der Hauptstadt Navarras, gekrönt. Ihre Herrschaft wurde jedoch von ihrem Onkel Johann von Foix, Vizegraf von Narbonne, angefochten. Als Begründung gab Johann das Salische Recht an, das jedoch in Navarra nie angewandt worden war.

Johann von Foix konnte sich nicht durchsetzen, der von ihm ausgelöste Krieg dauerte bis 1497 und endete zugunsten Katharinas mit einem Friedensschluss in Tarbes, bei dem Johann seine Ansprüche aufgeben musste. Er starb 1500. 1505 heiratete Ferdinand II., König von Aragón, Johanns Tochter Germaine de Foix, eine Nichte des französischen Königs Ludwig XII., aus politischen Gründen, die die Beziehungen zu Frankreich, aber kaum zu Navarra betrafen. Nachdem Johanns einziger Sohn, Gaston de Foix, Herzog von Nemours, am 11. April 1512 in der Schlacht bei Ravenna gefallen war, ließ Ferdinand II. durch Fadrique Álvarez de Toledo, 2. Herzog von Alba, erst Pamplona (am 25. Juli) und dann ganz Obernavarra besetzen. Da Papst Julius II. die Usurpation sanktionierte und die navarresischen Cortes 1513 zustimmten, war Navarra südlich der Pyrenäen verloren. Seitdem ist Obernavarra Bestandteil Spaniens.

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von Navarra (von Foix), Königin Katharina (I13230)
 
49042 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Sachsen-Lauenburg (Aug 2023)

Katharina von Sachsen-Lauenburg (* um 1400; † 22. September 1450) war Herrin zu Werle[-Güstrow] und Herzogin zu Mecklenburg, Regentin von 1422 bis 1436.

Katharina war die Tochter von Erich IV. und Sophia von Braunschweig-Lüneburg. Sie heiratete zuerst Johann VII. von Werle. Dieser starb bereits im Jahr 1414. Dadurch verwitwet heiratete sie den mecklenburgischen Herzog Johann IV. Als dieser im Jahr 1422 nach sechs Jahren Ehe starb, übernahm sie bis 1436 die Regentschaft im Herzogtum Mecklenburg für ihre minderjährigen Söhne. Als Feldherr und Rat unterstützte sie der Ritter Matthias von Axekow.

Lange galt ein Urkundenbeleg vom 23. Juli 1448 als Katharinas letzte Erwähnung. Eine andere nennt den November, als ihren Todesmonat. Hans Witte konnte schließlich um die Jahrhundertwende den Mauritientag (22. September) 1450 als ihren Sterbetag nachweisen. 
von Sachsen-Lauenburg (Askanier), Katharina (I26923)
 
49043 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Katherine_Woodville_(Adlige)

Katherine Woodville (auch Wydeville, * um 1458[1]; † 1497[1]) war eine englische Adlige. Durch Ehe war sie zeitweise Duchess of Buckingham, Duchess of Bedford und Lady Wingfield.

Sie war eine Tochter des Richard Woodville, 1. Earl Rivers und der Jacquetta von Luxemburg. Sie hatte acht Brüder und sieben Schwestern, darunter Elizabeth Woodville, die Gattin von König Eduard IV. von England.

Noch vor der Krönung ihrer Schwester Elizabeth zur Queen Consort im Mai 1465 wurde sie mit Henry Stafford, 2. Duke of Buckingham (1455–1483) verheiratet.[2] Beide Ehepartner waren zu dieser Zeit noch minderjährig.

Nachdem ihr erster Gatte 1483 wegen Hochverrats exekutiert worden war, heiratete sie am 7. November 1485 in zweiter Ehe Jasper Tudor, 1. Duke of Bedford (1431–1495). Dieser war der Onkel des erst eine Woche zuvor gekrönten Herrschers Englands, Heinrich VII. Nachdem zwei Monate später ihre Nichte Elizabeth die Ehe mit Heinrich VII. geschlossen hatte, war sie außer der Tante der Königin auch die des Königs.

In dritter Ehe heiratete sie Sir Richard Wingfield of Kimbolton (1468–1525), der sie überlebte. 
Woodville, Duchesse Katherine (I28200)
 
49044 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kempten_ZH

Kempten ist ein Ortsteil der Gemeinde Wetzikon im Bezirk Hinwil im Kanton Zürich.

Die heutige politische Gemeinde Wetzikon besteht aus den einstigen Zivilgemeinden Robenhausen, Robank, Kempten, Ettenhausen, Ober- und Unterwetzikon sowie dem Ortsteil Medikon.

Geschichte

Die römischen Mauern in Kempten (lat. Cambodunum) konnten aufgrund der Untersuchungen als Gutshof identifiziert werden. Dieser lag an der Verbindungsstrasse, die den oberen Zürichsee mit Vitudurum (heute Oberwinterthur) verband. Die Siedlung wurde um 50 n. Chr. gegründet und bestand bis in die erste Hälfte des 4. Jh. Die Bewohner der Anlage dürften hauptsächlich vom Durchreiseverkehr profitiert haben (Herberge, Pferdewechselstation oder Gaststätte).

1321 verkaufte Graf Johannes von Habsburg die Vogtei über den Kelnhof Kempten an seinen Diener Hermann von Hinwil.

Die ehemalige hochgerichtliche Herrschaft Kempten gehörte zu Grafschaft Kyburg. Nach dem aussterben der Gerichts- und Ortsherren der Freiherren von Kempten kam um 1400 die Herrschaft Kempten an Gaudenz von Hofstetten, durch dessen Tochter an die Familie Blarer von Wartensee. Mehrmals wurde die Herrschaft in Anteile zerstückelt und gelangte so in den Besitz verschiedener Familien. Um ca. 1629 gelangte ein Anteil der Herrschaft und Burg Kempten an die Junker Schmid von der Kugel, einem Adelsgeschlecht aus Zürich welche sich nach dem Erwerb als Junker Schmid von Kempten nach ihrem Besitz benannten. Auch in dieser Zeit wurde die Herrschaft mehrmals an verschiedene Familien aufgeteilt. Erst Junker Hans Schmid von Kempten (+1804) vereinigte alle Besitzanteile in einer Hand. Bis zur Auflösung der Gerichtsherrschaft Kempten 1798 blieb sie im Besitz der Adelsfamilie Schmid aus Zürich.

Die Mühle Kempten wird erstmals 1540 erwähnt. Zwei Rieter-Francis-Turbinen trieben einst die Mühle und später die Sägerei an. Der Mühlenhauptbau entstand 1807 nach einem Brand. Nach einem erneuten Feuer im Jahre 1987 und der folgenden Restauration präsentiert sich der Bau in der heutigen Form.

Der Gasthof zum Ochsen steht an der bedeutenden Wegkreuzung (Ochsenkreuzung) in Kempten, wo sich die Verbindungen Pfäffikon ZH–Hinwil–Rapperswil SG und Wetzikon–Bäretswil–Wald ZH schneiden. 1531 wurden, im Anschluss an das vom Zürcher Rat herausgegebenen Sittenmandat, vom Landvogteiamt und Amtsgericht Grüningen ZH drei Wirtshäuser für die Gegend von Wetzikon bestimmt, darunter eines zu Kempten, des Zanggers Haus. Im Jahre 1583 bestätigte der Rat in Zürich diese Wirtshäuser und bezeichnete jenes in Kempten als «Ochsen».

1884 wurde die Freiwillige Feuerwehr Kempten im Restaurant Metzg gegründet. Von den 27 Gründungsmitgliedern waren 17 als Sticker oder Stickermeister tätig. Um die Jahrhundertwende erlebte der Stickereiberuf eine ungeahnte Blüte. Die Produkte fanden in der ganzen Welt Absatz. Bis zur Vereinsgründung war das Feuerwehrwesen in Kempten in einem schlechten Zustand. Die Gerätschaften wurden in den Scheunen um den Ochsen herum gelagert. Im unteren Dorfteil fehlte das Löschwasser. Nach jahrelangem Streit um den Standort beschlossen die Zivilgemeinden Kempten und Kempten Burg, das heutige Feuerwehrhaus zu bauen. Als zudem noch um 1900 herum die Wetziker Wasserversorgung ausgebaut wurde, war auch der Löschwassermangel dank den neuen Hydranten behoben. Bis zum Jahr 1913 war die Freiwillige Feuerwehr eigenständig. Auf Beschluss der Wetziker Gemeindeversammlung hin gingen die den Zivilgemeinden gehörenden Lokale und Gerätschaften entschädigungslos an die politische Gemeinde Wetzikon über.

1903 nahm die Wetzikon-Meilen-Bahn den Betrieb zwischen dem Zürcher Oberland und dem Zürichsee auf. Obschon die Bahn gut frequentiert war, gelang es nicht, die erforderlichen Erneuerungen durchzuführen. Bereits 1931 musste das kurze Teilstück von Meilen SBB zur Schiffstation eingestellt werden, gefolgt von der Strecke Kempten–Wetzikon SBB, welche 1939 auf Bus umgestellt wurde. 1946 beschloss dann das Zürcher Stimmvolk die drei Oberländer Bahnen UOe, UeBB und WMB auf Bus umzustellen.

Der Chämptnerbach entspringt im Gebiet des Allmen oberhalb Bäretswil, durchfliesst Kempten und das Ausliker Ried und mündet als einziger Zufluss in den Pfäffikersee. Während der Hochwasserereignisse 1977 und 1984 führte der Bach beträchtliche Geschiebe- und Treibholzmengen mit sich und löste grosse Überschwemmungen aus.

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von Kempten, Elisabetha (I11282)
 
49045 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kien_(Adelsgeschlecht)

Kien (Adelsgeschlecht)

Die Freiherren von Kien waren eine schweizerische Adelsfamilie, die vielleicht aus dem Berner Oberland stammte. Daneben besassen sie Güter im Langetental im Oberaargau. Erstmals erwähnt ist die Familie seit 1175 mit den beiden Brüdern Heinrich I. und Hugo von Kien. Die Familie stellte mehrere Schultheissen in Thun, Werner II. und später sein Sohn Philipp von Kien waren Schultheissen in Bern.

Geschichte
Ursprung
Der Streubesitz der Familie von Kien lag im Berner Oberland, besonders im Frutigtal. Ihnen gehörte die Herrschaft Mülenen mit den beiden Burgen – Burg Aris ob der Bäuert Kien und Burg Mülenen – in der heutigen Gemeinde Reichenbach im Kandertal. Sie geboten auch über die Grosspfarrei Aeschi.

Damit darf angenommen werden, dass hier der Ursprung der Familie lag, die Burg Aris war vermutlich der Stammsitz der Freiherren von Kien. Sie war eine Anlage des 12. und 13. Jahrhunderts mit Burgturm und einem System von Halsgräben und Wall.

Ihre zweite Burganlage in Mülinen (erwähnt 1269 als „Mulinon“) stammt aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Sie lag am mittelalterlichen Saumweg ins Wallis und bildete mit einer Letzimauer vermutlich aus dem 12. Jahrhundert gegen Norden eine Talsperre. Die Siedlung, die sich an Burg und Letzi anlehnte, wurde zwar als „stetli“ erwähnt, jedoch ist kein Stadtrecht urkundlich fassbar.

Rechte und Grundbesitz derer von Kien in Mülinen gingen vor 1290 an die Freiherren von Wädenswil über.

Verbreitung
Ab 1232 waren die Kien Lehensleute der Bischöfe von Sitten, nach 1250 Bürger von Bern. Nach 1260 kam die Familie von Kien durch Erbe zur Herrschaft Worb. Damit befanden sie sich im Gefolge der Grafen von Savoyen. Werner II. ist für 1271 als Schultheiss von Bern belegt.

Im 14. Jahrhundert stellten sie mehrmals einen Schultheissen in Thun: Philipp von Kien für 1310 und 1319, sein Bruder Werner III. dazwischen 1312. Dessen Sohn Johannes I. war 1327 im Thuner Schultheissenamt. 
von Kien, Philipp (I61024)
 
49046 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Klingenberg_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Klingenberg waren ein süddeutsches Adelsgeschlecht. Im 13. und 14. Jahrhundert spielten sie eine maßgebliche Rolle im Thurgau und Hegau. Die Anpassungsprozesse des späten Mittelalters wurden von dem Geschlecht nicht gemeistert, so dass dem Höhepunkt seiner Machtentfaltung ein rascher Niedergang folgte, bis das Geschlecht 1583 mit dem Tod des zwölfjährigen Hans Georg von Klingenberg ausstarb. Der General Wichmann von Klingenberg leitete seine Herkunft von diesem Adelsgeschlecht ab und ließ sich 1741 den Adelsstand bestätigen und gleichzeitig in den Freiherrenstand erheben.

Das ursprüngliche Zentrum der Klingenberger lag in der Umgebung von Homburg im heutigen Schweizer Kanton Thurgau mit der Burg Klingenberg (heute Schloss).

Ihre Herkunft ist ungeklärt. Es bestanden möglicherweise Beziehungen zu den Herren von Steckborn, Rosenegg und Mülheim, die um 1260 ebenfalls Lehen der Bischöfe von Konstanz um Homburg besaßen oder den Schenken von Schüpf/Limpurg, von denen sich Conrad genannt Hurrier nach der von ihnen erbauten Burg Klingenberg am Main benannte.[1]

Die Klingenberger standen zunächst im Dienste der Bischöfe von Konstanz, dann der Grafen von Kyburg und später der Habsburger.

Erstmals belegt ist das Haus mit Heinrich von Klingenberg, der im Jahr 1200 als Zeuge für den Bischof von Konstanz auftrat. Dessen Sohn, ebenfalls Heinrich genannt, war ab 1271 der erste Nicht-Zürcher Propst am Grossmünster. Das Kloster Feldbach wurde von ihnen gefördert und nahm im Laufe der Zeit mehrere weibliche Familienmitglieder auf.

Neben den Herren von Landenberg waren sie eine der führenden Familien in der Region. Heinrich von Klingenberg war von 1293 bis 1306 Bischof von Konstanz, Abt des Klosters Reichenau und Kanzler des Reiches. Sein Bruder, Ulrich von Klingenberg, war von 1296 bis 1302 österreichischer Vogt von Mengen und Sigmaringen und 1303 Reichsvogt von Konstanz. Ein anderer Bruder, Konrad von Klingenberg, war 1294 bis 1300 Propst von Bischofszell, 1301 Dompropst von Konstanz, 1322–1324 Bischof von Brixen und 1324–1340 Bischof von Freising.

Der vierte Bruder, Albrecht, wie sein Bruder Ulrich ebenfalls zeitweilig Reichsvogt in Konstanz, erwarb am 16. Februar 1300 die Burg Hohentwiel um 940 Mark Silber von Ulrich von Klingen. Der Hohentwiel wurde von da an der Lebensmittelpunkt der Familie.

Das 14. Jahrhundert war geprägt von einem Niedergang der mindermächtigen Adelsgeschlechter. Auf der einen Seite führten äußere Bedingungen zu einem Einkommensverlust, andererseits konnten sich viele Adelshäuser nicht neben den aufstrebenden Territorialstaaten behaupten. Dem suchten diese kleinen Adeligen zu entgehen, indem sie sich bei diesen Territorialfürsten als „Beamte“, damals Räte genannt, andienten. Für die Klingenberger boten sich dafür das Erzherzogtum Österreich bzw. Württemberg an, aber auch der Königs-/Kaiserhof des Reiches.

Unter Caspar von Klingenberg († 1439), Hauptmann der Rittergesellschaft vom Sankt Jörgenschild und kaiserlicher Rat bei Kaiser Sigismund, war der Höhepunkt erreicht: Hohentwiel mit den Orten Arlen und Worblingen, die Städte Blumenfeld, Möhringen und Dettigkofen, die Erbschaft der Hälfte von Bürglen, Güter und Zehntrechte verteilt über das Hegau, den Thurgau und am Untersee. Die Klingenberger hatten dem König Geld leihen können und besaßen deshalb Pfandrechte auf die Reichssteuern von Ravensburg, Memmingen, Biberach an der Riß, Kaufbeuren, Buchhorn und Leutkirch. Dies war auch der Lohn für geleistete Kriegsdienste. Vertreter der Klingenberger finden sich als Gefallene in vielen Schlachten, der damaligen Zeit: Heinrich von Klingenberg, der im Waldviertel in Niederösterreich die bedeutende Herrschaft Litschau besaß und Erbvogt des Kollegiatstiftes Eisgarn war[2], gefallen am 26. August 1346 in der Schlacht von Crécy, Sigmund von Klingenberg am 9. Juli 1386 in der Schlacht bei Sempach und Rudolf, genannt Hürus von Schönau dem Ehemann der Anna von Klingenberg zusammen mit Martin Malterer, dem Schwager von Hans, genannt Schoch von Klingenberg und, der wiederum am 9. April 1388 in der Schlacht bei Näfels fiel. An dieser Schlacht nahm auch dessen Neffe Hans von Klingenberg, Ritter zu Stein teil, dem wir in der sogenannten Klingenberger Chronik eine Beschreibung dieser Schlacht verdanken. Am 17. Juni 1405 fiel Hans von Twiel, der Sohn des Schoch, in der Schlacht am Stoss. Der Enkel Caspars von Klingenberg, ebenfalls Caspar genannt, fiel im Schwabenkrieg 1499 bei Rielasingen.

Zusätzlich erwarb Caspar von Klingenberg 1433 von den Herren von Klingen die Herrschaft Hohenklingen mit der Stadt Stein am Rhein und dem dortigen Kloster Sankt Georg.

Die Klingenberger begaben sich auch in das Dienstrecht des Klosters Sankt Gallen, um Unter- und Oberstammheim samt dem dazugehörigen Kirchensatz zu erhalten.

Nach dem Tod Caspars von Klingenberg, dem Hauptmann des Ritterbundes mit Sankt Georgenschild, begann der Abstieg der Familie. Bedingt durch die Realteilung befanden sich teilweise bis zu fünf Familien auf dem Hohentwiel. Es wurde vereinbart, dass die Tore mit fünf Schlüsseln zu sichern seien, so dass niemand ohne Einverständnis der anderen Familien Zutritt erlangen solle. 1443 musste Bürglen verkauft werden, 1447 die Vogtei Eggen. 1457 kam es zum Verkauf von Stein am Rhein und der Burg Klingenberg. 1538 erfolgte die endgültige Übergabe des Hohentwiel an Württemberg, den Ulrich von Württemberg bereits 1521 unter Rückgabevorbehalt erworben hatte und der Verkauf der Bibermühle an Stein am Rhein.

Mit dem Tod des zwölfjährigen Hans Georg von Klingenberg im Jahr 1583 starb das Geschlecht aus. 
von Klingenberg, Verena (I57506)
 
49047 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Klingenberg_(Adelsgeschlecht)

Klingenberg (Adelsgeschlecht)

Die Herren von Klingenberg waren ein süddeutsches Adelsgeschlecht. Im 13. und 14. Jahrhundert spielten sie eine maßgebliche Rolle im Thurgau und Hegau. Die Anpassungsprozesse des späten Mittelalters wurden von dem Geschlecht nicht gemeistert, so dass dem Höhepunkt seiner Machtentfaltung ein rascher Niedergang folgte, bis das Geschlecht 1583 mit dem Tod des zwölfjährigen Hans Georg von Klingenberg ausstarb.

Geschichte
Das ursprüngliche Zentrum der Klingenberger lag in der Umgebung von Homburg im heutigen Schweizer Kanton Thurgau mit der Burg Klingenberg (heute Schloss).

Ihre Herkunft ist ungeklärt. Es bestanden möglicherweise Beziehungen zu den Herren von Steckborn, Rosenegg und Mülheim, die um 1260 ebenfalls Lehen der Bischöfe von Konstanz um Homburg besaßen.

Die Klingenberger standen zunächst im Dienste der Bischöfe von Konstanz, dann der Grafen von Kyburg und später der Habsburger.

Erstmals belegt ist das Haus mit Heinrich von Klingenberg, der im Jahr 1200 als Zeuge für den Bischof von Konstanz auftrat. Dessen Sohn, ebenfalls Heinrich genannt, war ab 1271 der erste Nicht-Zürcher Propst am Grossmünster. Das Kloster Feldbach wurde von ihnen gefördert und nahm im Laufe der Zeit mehrere weibliche Familienmitglieder auf.

Neben den Herren von Landenberg waren sie eine der führenden Familien in der Region. Heinrich von Klingenberg war von 1293 bis 1306 Bischof von Konstanz, Abt des Klosters Reichenau und Kanzler des Reiches. Sein Bruder, Ulrich von Klingenberg, war von 1296 bis 1302 österreichischer Vogt von Mengen und Sigmaringen und 1303 Reichsvogt von Konstanz. Ein anderer Bruder, Konrad von Klingenberg, war 1294 bis 1300 Propst von Bischofszell, 1301 Dompropst von Konstanz, 1322–1324 Bischof von Brixen und 1324–1340 Bischof von Freising.

Der vierte Bruder, Albrecht, wie sein Bruder Ulrich ebenfalls zeitweilig Reichsvogt in Konstanz, erwarb am 16. Februar 1300 die Burg Hohentwiel um 940 Mark Silber von Ulrich von Klingen. Der Hohentwiel wurde von da an der Lebensmittelpunkt der Familie.

Das 14. Jahrhundert war geprägt von einem Niedergang der mindermächtigen Adelsgeschlechter. Auf der einen Seite führten äußere Bedingungen zu einem Einkommensverlust, andererseits konnten sich viele Adelshäuser nicht neben den aufstrebenden Territorialstaaten behaupten. Dem suchten diese kleinen Adeligen zu entgehen, indem sie sich bei diesen Territorialfürsten als „Beamte“, damals Räte genannt, andienten. Für die Klingenberger boten sich dafür das Erzherzogtum Österreich bzw. Württemberg an, aber auch der Königs-/Kaiserhof des Reiches.

Unter Caspar von Klingenberg († 1439), Hauptmann der Rittergesellschaft vom Sankt Jörgenschild und kaiserlicher Rat bei Kaiser Sigismund, war der Höhepunkt erreicht: Hohentwiel mit den Orten Arlen und Worblingen, die Städte Blumenfeld, Möhringen und Dettigkofen, die Erbschaft der Hälfte von Bürglen, Güter und Zehntrechte verteilt über das Hegau, den Thurgau und am Untersee. Die Klingenberger hatten dem König Geld leihen können und besaßen deshalb Pfandrechte auf die Reichssteuern von Ravensburg, Memmingen, Biberach an der Riß, Kaufbeuren, Buchhorn und Leutkirch. Dies war auch der Lohn für geleistete Kriegsdienste. Vertreter der Klingenberger finden sich als Gefallene in vielen Schlachten, der damaligen Zeit: Johann von Klingenberg, gefallen am 26. August 1346 in der Schlacht von Crécy, Sigmund von Klingenberg am 9. Juli 1386 in der Schlacht bei Sempach, zusammen mit Martin Malterer, dem Schwager von Hans, genannt Schoch von Klingenberg, der wiederum am 9. April 1388 in der Schlacht bei Näfels fiel. An dieser Schlacht nahm auch dessen Neffe Hans von Klingenberg, Ritter zu Stein teil, dem wir in der sogenannten Klingenberger Chronik eine Beschreibung dieser Schlacht verdanken. Am 17. Juni 1405 fiel Hans von Twiel, der Sohn des Schoch, in der Schlacht am Stoss. Der Enkel Caspars von Klingenberg, ebenfalls Caspar genannt, fiel im Schwabenkrieg 1499 bei Rielasingen.

Zusätzlich erwarb Caspar von Klingenberg 1433 von den Herren von Klingen die Herrschaft Hohenklingen mit der Stadt Stein am Rhein und dem dortigen Kloster Sankt Georg.

Die Klingenberger begaben sich auch in das Dienstrecht des Klosters Sankt Gallen, um Unter- und Oberstammheim samt dem dazugehörigen Kirchensatz zu erhalten.

Nach dem Tod Caspars von Klingenberg, dem Hauptmann des Ritterbundes mit Sankt Georgenschild, begann der Abstieg der Familie. Bedingt durch die Realteilung befanden sich teilweise bis zu fünf Familien auf dem Hohentwiel. Es wurde vereinbart, dass die Tore mit fünf Schlüsseln zu sichern seien, so dass niemand ohne Einverständnis der anderen Familien Zutritt erlangen solle. 1443 musste Bürglen verkauft werden, 1447 die Vogtei Eggen. 1457 kam es zum Verkauf von Stein am Rhein und der Burg Klingenberg. 1538 erfolgte die endgültige Übergabe des Hohentwiel an Württemberg, den Ulrich von Württemberg bereits 1521 unter Rückgabevorbehalt erworben hatte und der Verkauf der Bibermühle an Stein am Rhein.

Mit dem Tod des zwölfjährigen Hans Georg von Klingenberg im Jahr 1583 starb das Geschlecht aus.

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von Klingenberg, Kaspar (I11483)
 
49048 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Arnstein

Kloster Arnstein

Kloster Arnstein war eine Prämonstratenserabtei an der Lahn, südlich von Obernhof in der Nähe von Nassau. Sie ist bis Ende 2018 ein Kloster der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens (SSCC), die in Deutschland unter dem Namen Arnsteiner Patres bekannt ist und dort eine Jugendbegegnungsstätte unterhält.

Geschichte

Burg Arnstein
Die Geschichte des Klosters geht bis in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts zurück: 1052 ist eine Burg Arnstein an der Lahn als Sitz der Grafen von Arnstein erstmals erwähnt. Es ist die älteste Erwähnung einer Burg an diesem Fluss, von der nur noch Mauerreste erhalten sind, die keine Rückschlüsse auf das Aussehen der Anlage zulassen.

Abtei Arnstein
1139 wandelte Ludwig III., der letzte Graf von Arnstein, seine Burg in ein Prämonstratenser-Kloster um und trat selbst dort ein. Seine Gemahlin lebte bis zu ihrem Tod als Klausnerin in der Nähe des Klosters. Im gleichen Jahr begann der Teilabriss der Burg. 1145 bestätigte König Konrad III. die Abtei als reichsunmittelbar. Seit 1236 bestand auch ein Filialkloster unter dem Patronat des nassauischen Grafen- bzw. Fürstenhauses, das Keppel bei Hilchenbach. 1360 wurde die Klosterkirche fertiggestellt. In ihr sind einzelne Bauteile enthalten, die sich auf das 12. Jahrhundert datieren lassen.

Von 1140 bis 1478 gehörte das pfälzische Dorf Bubenheim dem Kloster Arnstein, das dort 1163, durch seinen Kleriker Gottfried von Beselich, die heutige St. Peterskirche erbauen ließ, welche als älteste romanische Dorfkirche der Pfalz gilt. Das Kloster zur allerheiligsten Jungfrau Maria und den Heiligen Aposteln Petrus und Paulus der Prämonstratenser-Chorfrauen zu Beselich wurde von der Abtei Arnstein um das Jahr 1170 auf dem Beselicher Kopf begründet.

Mit dem Übertritt der Fürsten von Nassau zum Protestantismus unterstellte sich die Abtei unter ihrem Abt Petrus Marmagen († 1604) der Schutzherrschaft des Trierer Erzstiftes. Alle Güter des um das Jahr 1170 von der Abtei Arnstein begründeten Klosters Beselich gelangten nach langwierigen Streitigkeiten zwischen dem Prämonstratenser-Abt von Arnstein und dem Haus Nassau-Hadamar am 3. Oktober 1652 durch eine Stiftungsurkunde in den Besitz der Jesuiten von Hadamar.[1]

Säkularisation
1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben. Die weltliche Herrschaft fiel an das Herzogtum Nassau, die kirchliche Jurisdiktion an das 1827 begründete Bistum Limburg.[2] 1817 verkaufte die nassauische Regierung Kirche und Kloster auf Abbruch, d. h. mit der Maßgabe, dass die Gebäude nicht kirchlich genutzt würden.[3]

Von 1869 bis 1871 siedelte sich in Arnstein kurzzeitig ein Benediktiner-Priorat der Beuroner Kongregation unter Placidus Wolter an, wurde wegen Nachwuchsmangel und Baufälligkeit der Anlage jedoch wieder geschlossen.[4]

Arnsteiner Patres
1919 kam es zur Errichtung des ersten Konvents der Arnsteiner Patres in Deutschland. Der Superior und Vizeprovinzial Pater Alfons Spix wurde 1942 von den Nationalsozialisten verurteilt, weil er wiederholt polnische Zwangsarbeiter am Gemeindegottesdienst hatte teilnehmen lassen und sie beköstigt hatte. Er starb im Konzentrationslager Dachau. Pater Chrysostomus Lauenroth war bereits 1936 wegen angeblicher Devisenvergehen zu einer Zuchthausstrafe verurteilt worden.[5]

Im Jahr 1924 ist eine Herz-Jesu-Wallfahrt entstanden, die alljährlich zahlreiche Pilger anzieht.

Im Oktober 2015 haben die Arnsteiner Patres dem Bistum Limburg mitgeteilt, dass sie das Kloster zum 31. Dezember 2018 aufgeben werden. Als Grund wurden die personellen und finanziellen Ressourcen der Ordensgemeinschaft genannt.[6]

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von Arnstein, Katharina (I11929)
 
49049 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Knut_V._(Dänemark) (Aug 2023)

Knut V. Magnusson (* vor 1130; † 9. August 1157 in Roskilde) war 1146–1152 und 1154–1157 (Mit-)König von Dänemark.

Seine Eltern waren Prinz Magnus von Schweden, der Sohn des Königs Niels von Dänemark, und Rikissa von Polen.

Nach dem Tod von König Erich III. Lamm im Jahre 1146 kam es zu Thronstreitigkeiten zwischen Knut und seinem Vetter, dem Prinzen Sven III. Angesichts des bevorstehenden Kreuzzugs gegen die Wenden schlossen sie zunächst Frieden und stellten ein gemeinsames Heer gegen die Slawen auf. Zwei Jahre später gingen die Thronstreitigkeiten weiter. Auf dem Merseburger Reichstag 1152 wurde Knut zum Thronverzicht bewogen und als dänischer Vasall Herzog von Sjælland. Er wurde mit seinem Vetter Sven geladen. Sven kam in Begleitung des Bremer Erzbischofs Hartwig I. von Stade und Knut unter dem Geleit Heinrichs des Löwen. Durch einen Schiedsspruch konnte Friedrich Barbarossa einen Ausgleich zwischen den Widersachern erreichen. Bald kam es zu neuen Zwistigkeiten. Beide versuchten Graf Adolf II. von Schauenburg und Holstein für sich zu gewinnen, der sich für Knut entschied und dafür mit Besitzungen (wohl in Schleswig) belehnt wurde. Knut verbündete sich mit Waldemar, dem Sohn von Knud Lavard, den sein Vater ermordet hatte, und der zuvor Sven unterstützt hatte. Gemeinsam wurden sie 1154 in Viborg zu Königen von Dänemark gewählt, während Sven ins Exil gehen musste. Waldemar I. verlobte sich mit Knuts Halbschwester Sophia. Nach Svens Rückkehr wurde Knut am 9. August 1157 bei einem Fest anlässlich der erfolgreichen Verhandlungen von Sven ermordet. 
von Dänemark, König Knut V. Magnusson (I7712)
 
49050 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Knut_V._(Dänemark) (Aug 2023)

Knut V. Magnusson (* vor 1130; † 9. August 1157 in Roskilde) war 1146–1152 und 1154–1157 (Mit-)König von Dänemark.

Seine Eltern waren Prinz Magnus von Schweden, der Sohn des Königs Niels von Dänemark, und Rikissa von Polen.

Nach dem Tod von König Erich III. Lamm im Jahre 1146 kam es zu Thronstreitigkeiten zwischen Knut und seinem Vetter, dem Prinzen Sven III. Angesichts des bevorstehenden Kreuzzugs gegen die Wenden schlossen sie zunächst Frieden und stellten ein gemeinsames Heer gegen die Slawen auf. Zwei Jahre später gingen die Thronstreitigkeiten weiter. Auf dem Merseburger Reichstag 1152 wurde Knut zum Thronverzicht bewogen und als dänischer Vasall Herzog von Sjælland. Er wurde mit seinem Vetter Sven geladen. Sven kam in Begleitung des Bremer Erzbischofs Hartwig I. von Stade und Knut unter dem Geleit Heinrichs des Löwen. Durch einen Schiedsspruch konnte Friedrich Barbarossa einen Ausgleich zwischen den Widersachern erreichen. Bald kam es zu neuen Zwistigkeiten. Beide versuchten Graf Adolf II. von Schauenburg und Holstein für sich zu gewinnen, der sich für Knut entschied und dafür mit Besitzungen (wohl in Schleswig) belehnt wurde. Knut verbündete sich mit Waldemar, dem Sohn von Knud Lavard, den sein Vater ermordet hatte, und der zuvor Sven unterstützt hatte. Gemeinsam wurden sie 1154 in Viborg zu Königen von Dänemark gewählt, während Sven ins Exil gehen musste. Waldemar I. verlobte sich mit Knuts Halbschwester Sophia. Nach Svens Rückkehr wurde Knut am 9. August 1157 bei einem Fest anlässlich der erfolgreichen Verhandlungen von Sven ermordet. 
von Dänemark, König Knut V. Magnusson (I7712)
 

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