Treffer 49,101 bis 49,150 von 52,053
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| 49101 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lord_Rhys Lord Rhys (eigentl. Rhys ap Gruffydd, bekannt als walisisch Yr Arglwydd Rhys (‘The lord Rhys’), * 1132; † 28. April 1197) war ein Herrscher des südwalisischen Fürstentums Deheubarth. Herkunft und Jugend Rhys war der jüngste Sohn von Gruffydd ap Rhys, einem Fürsten von Deheubarth, und Gwenllian ferch Gruffydd, einer Tochter von Gruffydd ap Cynan und damit eine Schwester von Owain Gwynedd. Seine Mutter fiel 1136 im Kampf gegen die anglonormannischen Besatzer, sein Vater starb im Jahr darauf unter ungeklärten Umständen. Die Führung des Widerstands gegen die Anglonormannen in Südwales ging damit an seine älteren Halbbrüder Anarawd und Cadell über. Bereits als 13-jähriger Jugendlicher nahm er unter Führung seiner älteren Brüder Maredudd und Cadell an der Eroberung von Llansteffan Castle und an Kriegszügen gegen die anglonormannischen Marcher Lords in Dyfed teil. 1150 und 1151 begleitete er seinen Bruder Cadell bei der Eroberung des benachbarten Fürstentums Ceredigion, das von Hywel ab Owain, einem Sohn Owain Gwynedds beherrscht wurde. Herrscher ab 1155 Sein ältester Bruder Anarawd war bereits 1143 ermordet worden, sein Bruder Cadell wurde 1151 während der Jagd von Anglonormannen aus Tenby überrascht und schwer verwundet. Er war seitdem invalide. Zusammen mit seinem Bruder Maredudd eroberte Rhys 1151 Loughor Castle auf Gower. 1153 eroberten sie in einem nächtlichen Überraschungsangriff Tenby, wo sie den Überfall auf Cadell rächten, und Aberafan Castle. Anschließend führte Rhys einen Raubzug in das Cantref Cyfeiliog nach Powys. Nachdem Maredudd 1155 bereits mit 25 Jahren gestorben war, folgte Rhys ihm als alleiniger Herrscher Deheubarths nach. Zur Verteidigung der Nordgrenze von Ceredigion gegen seinen Onkel Owain Gwynedd von Gwynedd errichtete er 1156 Aberdyfi Castle. Seine Brüder hatten bisher im Kampf gegen die Anglonormannen von der Anarchy in England profitieren können. Der neue König Heinrich II. unterstützte nach seiner Thronbesteigung nun die Marcher Lords im Kampf um die Rückeroberung ihrer während dieser Zeit verloren gegangenen Gebiete. Nach einem Feldzug des Königs nach Wales 1157 musste sich Rhys 1158 dem König unterwerfen und huldigte ihm für Cantref Mawr und weitere verstreute Gebiete, während er Ceredigion an Roger de Clare und Cantref Bychan mit Llandovery Castle an Walter de Clifford verlor. Dennoch gingen die Kämpfe nach einem Überfall von Walter de Clifford auf Deheubarth weiter. Rhys eroberte im Gegenzug Llandovery Castle zurück, während sein Neffe Einion ab Anarawd Castell Hywel in Ceredigion angriff. Heinrich II. führte eine erneute Streitmacht nach Südwales und Rhys musste sich ihm erneut unterwerfen, Llandovery Castle wieder abtreten und die englische Oberherrschaft anerkennen, ehe der König im August 1158 nach Frankreich übersetzte. Mit dieser Huldigung verlor er faktisch seinen Status als Fürst und wurde fortan Lord Rhys genannt.[1] Bereits 1159 führte Rhys jedoch Raubzüge nach Dyfed und belagerte Carmarthen Castle. Eine anglonormannische Streitmacht unter Reginald de Dunstanville, 1. Earl of Cornwall zwang ihn zum Abbruch der Belagerung. Dunstanville bot ihm einen Waffenstillstand an, den Rhys annahm. 1162 eroberte Rhys während Heinrichs Abwesenheit in der Normandie erneut Llandovery Castle, worauf Heinrich II. im folgenden Jahr einen weiteren Feldzug gegen ihn unternahm. Rhys musste sich dem König bei Pencader ergeben und wurde als Gefangener nach England gebracht, wo er sich am 1. Juli 1163 in Woodstock zusammen mit Owain Gwynedd und Malcolm IV. von Schottland dem König förmlich unterwarf. Nach diesem Rückschlag eroberte Rhys 1164 jedoch fast ganz Ceredigion als Vergeltung für den Tod seines Neffen Einion ab Anarawd, der 1163 vermutlich auf Veranlassung Roger de Clares ermordet worden war. Im August 1165 traf sich Rhys mit Owain Gwynedd und anderen Waliser Fürsten in Corwen, um den gemeinsamen Widerstand gegen den Feldzug Heinrichs II. zu besprechen. Der Feldzug des Königs endete, nicht zuletzt wegen Dauerregen, in einer Katastrophe, so dass der König gezwungen war, sich nach England zurückzuziehen. Im weiteren Verlauf des Jahres vollendete Rhys die Eroberung von Ceredigion, eroberte die Burgen von Cardigan und Cilgerran und nahm den Constable von Cardigan, seinen Cousin Robert FitzStephen gefangen. 1166 und 1167 unterstützte er Owain Gwynedd bei der Eroberung des Cantref Tegeingl in Nordostwales, und im weiteren Verlauf des Jahres griffen die beiden Fürsten Owain Cyfeiliog von Powys Wenwynwyn an und eroberten die Burg von Tafolwern, die an Rhys fiel. Außerdem eroberte er die königliche Burg Rhuddlan Castle. Rhys hatte damit seine 1158 verlorene Macht zurückerlangt. Ceredigion blieb nun bis zu seinem Tod unter seiner Herrschaft. Ausgleich mit Heinrich II. Bis 1171 war die Beziehung Rhys gegenüber dem englischen König durch Ungehorsam und Feindschaft, unterbrochen durch widerwillige Unterwerfung nach militärischem Druck, geprägt. Nach 1171 änderte sich die Politik Heinrichs II. gegenüber Rhys radikal. Durch den Tod von Owain Gwynedd im November 1170 war Rhys zum mächtigsten walisischen Fürsten aufgestiegen. Das Ansehens Heinrichs dagegen war in England nach dem Mord an Thomas Becket zerstört, gleichzeitig unternahmen eine Reihe der Marcher Lords einen Eroberungsversuch in Irland. Rhys hatte die Angriffe auf Irland unterstützt, beispielsweise hatte er Robert FitzStephen nur unter der Bedingung freigelassen, dass er an dem Angriff auf Irland teilnahm. Heinrich II. hatte erkannt, dass er auf militärischem Weg Wales nicht befrieden konnte, gleichzeitig beunruhigte ihn die durch die Eroberungen in Irland zunehmende Macht der Marcher Lords. Bevor er nach Irland übersetzte, um dort seine Herrschaft über die Marcher Lords zu behaupten, traf er sich im Oktober 1171 in Pembroke mit Rhys. Der König bestätigte Rhys Herrschaft über Ceredigion, Ystrad Tywi, Emlyn und die Commotes von Ystlwyf und Efelffre in Cantref Gwarthaf, außerdem ließ er Rhys Sohn Hywel Sais frei, der als Geisel gestellt worden war. Im Gegenzug begleitete Hwywel Sais nach Heinrichs Rückkehr 1173 nach Frankreich, und Rhys selbst führte die südostwalisischen Fürsten Seisyll ap Dyfnwal von Gwent, Einion ab Clud von Elfael, Morgan ap Caradog von Glamorgan, Iorwerth ab Owain von Caerleon und Gruffudd ab Ifor von Senghenydd[2] nach Gloucester, die dort dem König am 29. Juni 1175 huldigten. Der Frieden blieb jedoch nicht völlig ohne Spannungen, so griff beispielsweise nach dem Tod von William FitzRobert, 2. Earl of Gloucester 1183 Rhys Neffe Morgan ap Caradog Teile von Glamorgan an, und 1186 musste der Justiciar Ranulf de Glanville in einem Konflikt vermitteln, den Rhys Söhne durch Überfälle in Herefordshire und Cheshire verursacht hatten. Herrschaft über Deheubarth In der langen Friedensphase festigte Rhys sein Fürstentum. Die walisische Oberschicht übernahm teilweise die anglonormannische Kultur, und Rhys erbaute nach normannischem Vorbild steinerne Burgen zur Sicherung seiner Herrschaft, neben seiner Residenz Dinefwr Castle vor allem Cardigan Castle. In Cardigan Castle fand 1176 ein erstes Eisteddfod unter seiner Schirmherrschaft statt. Weitere Burgen waren die 1177 erbaute und 1194 verstärkte Burg von Rhayader und das 1190 erneuerte Kidwelly Castle. Nach normannischem Vorbild förderte Rhys Klöster und Abteien. Nach der Eroberung von Ceredigion übernahm er 1165 das Patronat über die Strata Florida Abbey und beschenkte sie ebenso wie Whitland Abbey reich mit Gütern. Er war der erste walisische Fürst, der Niederlassungen der Zisterzienser in Wales ermöglichte, und gründete selbst ein Zisterzienserinnen-Kloster in Llanllŷr sowie die Prämonstratenserabtei von Talley. Seine Zeitgenossen beurteilten ihn fast ausschließlich wohlwollend. Giraldus Cambrensis lobte seine Großzügigkeit, Tatkraft und Klugheit, sein Geschick und seinen Erfolg in der Kriegsführung. Seine militärischen Leistungen wurden sowohl von den Engländern wie auch von Walisern respektiert. Grenzkriege nach dem Tod Heinrichs und Nachfolgestreit Der Tod Heinrichs II. im Juli 1189 bedeutete das Ende der langen friedlichen Koexistenz in Wales. Rhys selbst betrachtete augenscheinlich die Vereinbarung mit Heinrich II. mit dessen Tod als erloschen. Da er mit dem neuen König Richard I. noch keine Vereinbarung geschlossen hatte, griff er bereits im September 1189 Burgen des Königs und der Marcher Lords an. Der Bruder des Königs, Johann, unternahm darauf einen Feldzug gegen Rhys, schloss mit ihm einen Waffenstillstand und eskortierte Rhys nach Oxford, wo er Richard Löwenherz treffen sollte. Das Treffen kam jedoch nicht zustande, worauf Rhys nach Wales zurückkehrte und seine Angriffe auf englische Burgen in Dyfed fortsetzte. Zu Weihnachten 1189 eroberte er St Clears Castle und Llansteffan Castle, 1191 eroberte Rhys Nevern Castle, eine Burg seines Schwiegersohns William FitzMartin. 1192 eroberte er Llawhaden Castle, eine Burg von Peter de Leia, des Bischofs von St Davids. Geschwächt wurde seine Herrschaft jedoch durch Familienzwiste. Er hatte seinen zweitältesten Sohn Gruffydd als Haupterben vorgesehen, der 1189 mit Maud, einer Tochter des mächtigen Marcher Lord William de Braose verheiratet wurde. Sein vermutlich ältester Sohn Maelgwn ap Rhys war wegen seiner Zurücksetzung mit Gruffydd zutiefst verfeindet und musste deshalb 1189 gefangen genommen werden.[3] Gruffydd lieferte Maelgwn ohne Wissen seines Vaters an seinen Schwiegervater aus, und Maelgwn blieb bis 1192 in Gefangenschaft Braoses, ehe er auf Initiative seines Vaters wieder freigelassen wurde. An der Belagerung von Swansea Castle 1192 nahm Maelgwn teil, doch seine Feindschaft zu Gruffydd soll zum Scheitern der Belagerung beigetragen haben. Wiston Castle wurde dagegen 1192 erobert. 1194 schlossen Rhys Söhne Maelgwn und Hywel Sais eine Allianz gegen ihren Vater, nahmen ihn gefangen und sperrten ihn in Nevern Castle ein. Hywel Sais ließ ihn wenig später wieder frei, während Maelgwn ins Exil flüchtete. Die Familienkriege führten zu weiteren Rückschlägen, als William de Braose St Clears zurückeroberte und auch Wiston Castle wieder verloren ging. Schließlich musste Rhys 1195 seine Söhne Maredudd und Rhys Gryg gefangen nehmen, die sich der Burgen von Dinefwr und Llandovery bemächtigt hatten, und kerkerte sie in der Burg von Ystrad Meurig ein. 1196 unternahm er seinen letzten großen Feldzug und verwüstete Carmarthen, die Burg jedoch konnte er nicht erobern. Anschließend eroberte er Colwyn Castle in Upper Elfael, schlug in Radnor Roger Mortimer of Wigmore und eroberte William de Braoses neue Burg bei Painscastle. Im Alter von 65 Jahren starb er am 28. April 1197. Da er wegen des Kriegs mit dem Bischof von St Davids noch exkommuniziert war, musste sein Sohn Gruffydd erst Buße für ihn tun, ehe Rhys in der Kathedrale von St Davids begraben werden konnte. Er war verheiratet mit seiner Cousine Gwenlllian, Tochter von Madog ap Maredudd von Powys | von Deheubarth (ap Gruffydd), Fürst Rhys (Lord Rhys) (I29945)
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| 49102 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lorenzo_di_Giovanni_de’_Medici (Aug 2017) Lorenzo di Giovanni de’ Medici (auch Lorenzo der Ältere genannt; * um 1395; † 23. September 1440 in Careggi) war ein Bankier aus Florenz. Lorenzos Eltern waren Giovanni di Bicci de’ Medici, der Stammvater des Hauses Medici, und dessen Ehefrau Piccarda de’ Bueri. Sein älterer Bruder Cosimo de’ Medici begründete den Familienzweig der Medici di Cafaggiolo, der mit einer Unterbrechung bis 1537 Florenz regierte. Von Lorenzo stammt die jüngere Medici-Linie der Popolani ab, aus der später die Großherzöge der Toskana hervorgingen. Er war mit Ginevra Cavalcanti verheiratet und hatte mit ihr zwei Söhne, Francesco und Pierfrancesco de’ Medici den Älteren (1430–1476). In der Öffentlichkeit hielt sich Lorenzo, der sich vor allem um die Geschäfte der von seinem Vater gegründeten Medici-Bank kümmerte, verglichen mit seinem Bruder Cosimo sehr zurück. Er übernahm aber immer wieder wichtige Aufgaben für seine Heimamatstadt Florenz: 1429 reiste er als Gesandter nach Venedig, 1431 zum neugewählten Papst Eugen IV. nach Rom und 1438 nach Ferrara, um den Papst davon zu überzeugen, das Konzil von Basel/Ferrara/Florenz nach Florenz zu verlegen. 1431 wurde Lorenzo auch in den einflussreichen Rat der Zehn gewählt. Als sein Bruder Cosimo 1433 zunächst inhaftiert und dann aus Florenz verbannt wurde, versuchte Lorenzo, zu dessen Unterstützung eine Armee aufzustellen, begleitete ihn aber schließlich ins Exil nach Venedig. Schon 1434 kehrten sie gemeinsam nacch Florenz zurück, wo Cosimo nun die Macht übernahm. Lorenzo ging im Jahr darauf als Verwahrer der Einkünfte des Heiligen Stuhls nach Rom. Er starb 1440, wie sein Bruder und dessen Sohn Lorenzo nach ihm, in der Medici-Villa in Careggi bei Florenz und wurde in der Basilica di San Lorenzo begraben. | von Medici, Lorenzo di Giovanni (I8855)
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| 49103 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lorenzo_il_Magnifico (Apr 2018) Lorenzo de’ Medici (genannt il Magnifico „der Prächtige“; * 1. Januar 1449 in Florenz; † 8. April 1492 in Careggi) war ein Bankier und Politiker in Florenz aus dem Geschlecht der Medici. Innenpolitik Lorenzo war das dritte Kind und der älteste Sohn von Piero di Cosimo de’ Medici und Lucrezia Tornabuoni. Zusammen mit seinem Bruder Giuliano di Piero de’ Medici wurde Lorenzo durch eine umfassende humanistische Ausbildung auf seine künftige Rolle vorbereitet. Nach dem Tod seines Vaters wurde er 1469 der leitende Staatsmann der Republik Florenz. Er besaß in der Republik rechtlich keine Amtsgewalt, dennoch regierte er faktisch die Stadt. Er regierte hinter vorgehaltener Hand, im Hintergrund, indem er die Leute, die die offiziellen Ämter besaßen, um sich scharen konnte. Nur wer von Lorenzo protegiert wurde, konnte eine politische Laufbahn beginnen. Weitere wichtige Voraussetzungen für das Regieren von Lorenzo waren der immense Reichtum der Familie, der vor allem durch den Banco Medici unter der Leitung von Lorenzos Großvater und Vorvorgänger, Cosimo, erwirtschaftet worden war; die stark betriebene Propaganda und auch eine Manipulation der Verfassung, unter anderem eine Einführung von neuen medicitreuen Räten sowie Manipulation des Wahlverfahrens. Auswärtige Politik Bei der Pazzi-Verschwörung im Jahre 1478, in welcher die florentinische Familie Pazzi, der Erzbischof von Pisa Francesco Salviati und Papst Sixtus IV. die führenden Persönlichkeiten der Medici-Sippe umbringen wollten, kam Lorenzos Bruder Giuliano bei einem Attentat ums Leben. Lorenzo entkam jedoch knapp dem Attentat, womit der Putsch scheiterte. Daraufhin erklärten der Papst und Neapel der Republik Florenz den Krieg. Durch das geschickte und gegenüber Neapel nachgiebige Handeln von Lorenzo konnte jedoch kurze Zeit später ein Friedensvertrag ausgehandelt werden. Dadurch wurde Lorenzos Stellung in Florenz erheblich gestärkt. Seine wichtigste politische Leistung jedoch war das Erreichen eines italienischen Gleichgewichts der fünf großen Mächte Rom, Florenz, Neapel, Mailand und Venedig nach dem Frieden von Lodi im Jahre 1454. Diese Balance sollte ihren Begründer Lorenzo jedoch nur zwei Jahre überleben, bis zum Einmarsch Frankreichs unter Karl VIII. in Italien. Förderung der schönen Künste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Den Beinamen il Magnifico (‚der Prächtige‘) erhielt Lorenzo durch seine großzügige Förderung der schönen Künste: Literatur, Malerei, Bildhauerei und auch ein wenig auf dem Gebiet der Architektur. Zu den geförderten Künstlern zählten unter anderem Sandro Botticelli und Michelangelo Buonarroti. Unter seiner Herrschaft wurde Florenz die wichtigste Stadt der Künste während der Renaissance. Von den wenigen Architekturbeispielen, die von einer Förderung Lorenzos zeugen, ist vor allem die Kirche San Salvatore al Monte zu nennen. An ihrer Planung war Lorenzo il Magnifico seit 1474 selbst beteiligt. Schon Cosimo hatte den Kreis der Florentiner Platoniker unterstützt. Der besonders in Florenz gepflegte Platonismus wuchs unter der Ägide Lorenzos zu einer der prägenden Strömungen in der Philosophie der Renaissance, wobei insbesondere die Gedankenwelt des Neuplatonismus die Humanisten inspirierte. So wirkten in Florenz unter anderem Giovanni Pico della Mirandola, Angelo Poliziano und Marsilio Ficino. Auch der Staatsphilosoph Niccolò Machiavelli wurde stark durch das Gedankengut der Ära geprägt. Allerdings gab es damals in Florenz keine „Platonische Akademie“ als Institution; dieser früher übliche Begriff ist irreführend, da es sich nur um einen lockeren Kreis von Humanisten ohne institutionellen Rahmen handelte, wie die neuere Forschung gezeigt hat. → Hauptartikel: Stundenbuch des Lorenzo de’ Medici Lorenzo förderte und beschützte nicht nur Künstler, sondern besaß auch selbst genaue Kenntnisse in der Architektur und Literatur. Er verfasste Gedichte in der Landessprache, die von seiner beträchtlichen Begabung auf diesem Gebiet zeugen. Misserfolge, Nachfolgeproblem und Tod Den politischen und kulturpolitischen Erfolgen stand allerdings ein wirtschaftlicher Misserfolg vor allem in finanzieller Hinsicht (Niedergang des Banco Medici) entgegen. Gründe dafür waren die fehlenden wirtschaftlichen Kenntnisse Lorenzos und auch ungünstige Entwicklungen im Umfeld (Auflösung des bei den Medici hochverschuldeten Burgunderreiches; Rosenkriege in England; Osmanische Expansion und damit zusammenhängend der osmanisch-venezianische Krieg). Geschädigt wurde Lorenzos Ansehen dadurch, dass er 1472 seinen Truppen gestattete, die revoltierende Stadt Volterra zu plündern. Als verhängnisvoll erwies sich, dass es Lorenzo nicht gelang, seinen Nachfolger auf die Aufgabe der Staatslenkung angemessen vorzubereiten. Das System der indirekten Machtausübung konnte nur so lange funktionieren, wie die Bevölkerung Vertrauen in den Vorsteher der Medici-Sippe hatte. Lorenzo hatte insgesamt sechs Kinder, darunter Giovanni, der von 1513 bis 1521 unter dem Namen Leo X. Papst war. Nachfolger wurde der erstgeborene Piero di Lorenzo de’ Medici, der aber wegen Inkompetenz, Selbstüberschätzung und mangelnden Interesses an den Staatsgeschäften der anspruchsvollen Aufgabe nicht gewachsen war. Nach einer politischen Fehlentscheidung (Bündnis mit Neapel gegen Mailand) war er mitverantwortlich für den Einmarsch der Franzosen 1494 in Italien und wurde von den Florentinern, als Verantwortlicher für die unvermeidbare Kapitulation ihrer Stadt, vertrieben. Die Herrschaft übernahm an seiner Stelle der Bußprediger Girolamo Savonarola. Zeit seines Lebens litt Lorenzo, wie auch sein Vater und sein Großvater, an Arthrose, die seine Mobilität erheblich einschränkte. Lorenzo il Magnifico starb im Jahr 1492 mit nur 43 Jahren. Die genaue Todesursache ist bis heute unklar, Fremdverschulden wie etwa Gift wird aber ausgeschlossen. Begraben liegt er in der Basilica di San Lorenzo in Florenz in der Neuen Sakristei der Medici-Kapelle. | von Medici, Lorenzo der Prächtige (I8835)
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| 49104 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lorenz_(Werle) (Aug 2023) Nach dem Tod des Vaters Nikolaus III. im Jahr 1360/61 regierte er erst allein und ab frühestens dem 21. September 1365 zusammen mit seinem Bruder Johann V. So datiert eine gemeinsam unterzeichnete Urkunde. Johann starb jung schon vor dem 9. September 1378. Ab da unterzeichnet Lorenz die Urkunden bereits wieder allein. Lorenz unterzeichnet letztmals am 24. Februar 1393 eine Urkunde. | von Werle-Güstrow, Lorenz (I42130)
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| 49105 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Loretta_von_Sponheim Loretta von Sponheim (* um 1300; † 1346) aus dem Geschlecht Salm war von 1323/24 bis 1331 Regentin der Hinteren Grafschaft Sponheim. Leben Loretta wurde um 1300 als Tochter von Johann I. von Salm und Jeanne von Joinville (Geneville), der einzigen Tochter des anglo-französischen Barons Geoffrey de Geneville, in den Vogesen geboren. Sie wurde zweisprachig erzogen. 1315 wurde sie mit Heinrich II. von Sponheim-Starkenburg vermählt. In den acht Jahren ihrer Ehe gebar sie drei Söhne. Nachdem ihr Gemahl 1323 an einer Krankheit verstorben war, verlegte sie ihren Wohnsitz von Wolfstein an der Lauter nach der Starkenburg an der Mosel. Da im Folgejahr 1324 auch ihr Schwiegervater Johann II. starb, musste die junge Witwe für ihren noch minderjährigen ältesten Sohn Johann III. die Regentschaft übernehmen und die Geschicke der Grafschaft in einer wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeit zunächst allein lenken. In dieser Zeit, die von territorialen Konflikten, Landflucht und Missernten geprägt war, stellten Armut und Geldmangel große Probleme dar. Aus dieser Notlage heraus ließ sich Loretta auf eine Machtprobe mit dem seinerzeit einflussreichen Kurfürsten Balduin von Luxemburg, Erzbischof von Trier (1285–1354), einem der mächtigsten Männer Europas, ein. 1326 ließ Loretta von Sponheim den störrischen Wildgrafen von Kyrburg in Beugehaft nehmen, bis er ihr mit seinem Sohn Gefolgschaft versprach. Im Mai 1328 griff Loretta trotz eines Stillhalteabkommens nochmals zu dieser drastischen Maßnahme: Sie überraschte mit ihrem Gefolge den ahnungslosen Kurfürsten Balduin von Luxemburg bei einer Schiffsfahrt durch sponheimisches Territorium und nötigte diesen zu einem Zwangsaufenthalt auf ihrer als uneinnehmbar geltenden Starkenburg. Trotz der drohenden Exkommunizierung und damit verbundenen politischen und gesellschaftlichen Sanktionen setzte sie den mächtigen Balduin von Luxemburg fest und erzwang nach zähen Verhandlungen Lösegeld und die Erfüllung politischer Forderungen. Ihre Bitte um Absolution und Sühne an Papst Johannes XXII. wurde später angenommen, unterstützt durch ihre Geisel Balduin von Luxemburg, mit dem sie eine politische Freundschaft einging – ein weiterer Beleg ihres diplomatischen Geschicks. Im Jahre 1331 heiratete Lorettas Sohn Johann III. und übernahm fortan selbst die Regentschaft. Loretta ließ sich auf der Burg Frauenburg bei Birkenfeld nieder, die sie eigens für sich hatte errichten lassen – der Legende nach mit Hilfe des von Balduin erhaltenen Lösegeldes – und verwaltete von dort aus bis zu ihrem Lebensende tatkräftig ihren persönlichen Besitz. Sie starb 1346 und wurde in der Zisterzienserabtei Himmerod beigesetzt. | von Salm, Gräfin Loretta (I41271)
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| 49106 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_Udo_II._(Nordmark) Lothar Udo II. von Stade (* 1020/30; † 4. Mai 1082) war Graf von Stade und ab 1057 Markgraf der Nordmark. Leben Lothar Udo war der vermutlich einzige Sohn des Grafen Lothar Udo I. von Stade, Markgraf der Nordmark aus dem Hause der Udonen, und der Adelheid von Rheinfelden, Tochter des Grafen Kuno. Der ursprüngliche Herrschaftsbereich der Grafen von Stade lag an der unteren Elbe um Harsefeld und Stade. Sie besaßen aber infolge einer Eheverbindung, die im 1. Drittel des 11. Jahrhunderts geschlossen wurde, auch im östlichen Sachsen Güter und Rechte. Im Jahr 1044 wurde Wilhelm, Sohn des Grafen Bernhard II. von Haldensleben, neuer Markgraf der Nordmark. 1056, in der Schlacht bei Pritzlawa (bei Werben (Elbe)), wurde das sächsische Heer von den slawischen Liutizen vernichtend geschlagen. Dabei starb auch Wilhelm, und Kaiser Heinrich III. belehnte Lothar Udo I., Sohn des Grafen Siegfried II. von Stade, mit der Nordmark. Dieses Reichslehen in der sächsischen Nordmark stärkte die Stellung der Udonen in diesem Raum. Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1057 wurde Lothar Udo II. neuer Markgraf der Nordmark. Er stellte sich gegen die mit ihm verwandten Billunger und gegen den Erzbischof Adalbert von Bremen. Adalbert hatte großen Einfluss auf den noch unmündigen König Heinrich IV. gewonnen und wollte das Territorium des Erzbistums Bremen zu Lasten kleinerer Grafschaften erweitern. 1063 erwirkte er die Übertragung der Grafschaft Stade im Gebiet zwischen Unterelbe und Unterweser an das Erzbistum Bremen, so dass Udo II. in diesem wichtigen Bestandteil des stadischen Besitzes erzbischöflicher Lehnsträger wurde. Zunächst hatte Erzbischof Adalbert die Grafen von Stade als Gegengewicht zur starken Stellung der Billunger gefördert. Das Verhältnis der Grafen von Stade zu dieser herzoglichen Familie verschlechterte sich bald danach und es brachen kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Udonen und den Billungern aus. Im Jahr 1065 wurde Heinrich IV. volljährig. Lothar Udo II. war 1066 deshalb mit den Billungern am Sturz Adalberts beteiligt und gewann alle verlorenen Rechte und Gebiete zurück. Auch Udo nutzte Adalberts Schwäche zu Besitzerweiterungen aus. Im Jahr 1068 bekam Udo II. die Mark Zeitz dazu. Im gleichen Jahr marschierte er mit König Heinrich IV. gegen die slawischen Liutizen an der Elbe. 1069 wurde der Kriegszug erfolglos beendet. Im Jahr 1071 beteiligte er sich an einer Verschwörung der Fürsten in Bardowiek. Zum aufständischen Adel zählten 1073 auch die Grafen von Stade. Von der königstreuen Politik ihrer erzbischöflichen Lehnsherren, Adalbert und Liemar, dürften sie sich schon vorher abgewandt haben. Der Herzog von Bayern, Otto von Northeim, war 1075 der Anführer der aufständischen Sachsen im Sachsenkrieg gegen Heinrich IV. Udo kämpfte in der Schlacht bei Homburg an der Unstrut auf sächsischer Seite. Sie wurden jedoch geschlagen. Während sich die Mehrzahl der sächsischen Fürsten erst nach langen Verhandlungen zur Unterwerfung bereitfand, verständigte sich Udo bald nach der Niederlage mit dem König, der gegen Auslieferung eines seiner Söhne als Geisel darauf verzichtete, ihn in Haft zu nehmen. Gemeinsam mit Erzbischof Liemar ist Udo wenig später als Vermittler zwischen Heinrich IV. und den aufständischen Fürsten tätig geworden. Nach seinem Tod 1082 folgte ihm in der Markgrafschaft sein Sohn Heinrich I. der Lange. Ehe Er heiratete Oda von Werl (auch Uda und Hilaria; * ca. 1050), Tochter der Richenza von Schwaben aus ihrer ersten Ehe mit Hermann III. (von den Grafen von Werl). | von Stade (der Nordmark) (Udonen), Graf Lothar Udo II. (I21079)
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| 49107 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_d’Amboise (Sep 2023) Louis d’Amboise nahm am Hundertjährigen Krieg teil und stand seit dem 24. Januar 1429 vor Orléans an der Seite Jeanne d’Arcs. Wenig später verabredete er mit Lezay und Vivonne die Entführung von Georges de La Trémoille, dem Favoriten Karls VII., und den König nach Amboise zu bringen, wurde aber vor Ausführung verhaftet. Das Parlement de Paris, das sich noch in Poitiers befand, verurteilte alle drei am 8. Mai 1431 zum Tode. Lezay und Vivonne wurden hingerichtet, Louis vom König jedoch begnadigt. Er wandelte die Todes- in eine Haftstrafe um und beschlagnahmte seine Güter. Louis’ Vetter Pierre d’Amboise, Herr von Chaumont-sur-Loire, brach nachts in Begleitung der Herren von Bueil und Coëtivy sowie vierzehn weiterer wichtiger Adliger des Königreichs in die Burg Chinon ein, wo sich Karl VII. und La Trémoille aufhielten, entführten La Trémoille, brachten ihn zum Château Montrésor, und ließen ihn nur gegen ein Lösegeld und die Zusage gehen, dass Louis d'Amboise freigelassen werde, was 1434 auch geschah. Louis erhielt die meisten seiner Besitzungen zurück, mit Ausnahme von Amboise, Château-Gontier und Civray, die der König für sich behielt. Zwölf Jahre nach seiner Freilassung verheiratete er seine jüngste Tochter mit dem Sohn seines Gegners, der dann auch seine Besitzungen erbte. | d’Amboise, Herr Louis (I42328)
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| 49108 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_I._de_Bourbon,_comte_de_Vendôme Louis de Bourbon (dt.: Ludwig von Bourbon) (* 1376; † 21. Dezember 1446 in Tours) war von 1403 bis zu seinem Tod (als Louis I.) Graf von Vendôme. Er war der zweite Sohn Jeans de Bourbon, Graf von La Marche, und dessen Ehefrau Catherine († 1412), Gräfin von Vendôme und Castres. Louis regierte seit dem Tod seines Vaters gemeinsam mit seiner Mutter in der Grafschaft Vendôme, während sein älterer Bruder Jacques in La Marche und Castres die Nachfolge antrat. Seit 1403 regierte er selbständig, nachdem er dem Herzog Ludwig II. von Anjou gehuldigt hatte. Seit 1406 war er in Besitz der Baronie von Mondoubleau im Maine, die er Charles de la Rivière abgekauft hatte. In jungen Jahren kämpfte Louis in England an der Seite des Earls of Derby gegen die Herrschaft des Königs Richard II. Nachdem dieser 1399 gestürzt wurde, bestieg der Earl of Derby als Heinrich IV. den englischen Thron und begründete so die Dynastie der Lancaster. Nach seiner Rückkehr war Louis in Frankreich ein Parteigänger des Herzogs Louis d’Orléans, der seit dem geistigen Verfall König Karls VI. die Regierung über Frankreich ausübte und dabei in Konflikt mit dem Burgunderherzog Johann Ohnefurcht stand. Nach der Ermordung des Herzogs von Orléans 1407 geriet Louis kurzzeitig in die Gefangenschaft Johanns, wurde aber 1408 unter dessen Regentschaft zum Großkammerherrn der Krone ernannt. Er unterstützte fortan den Grafen Bernard VII. d’Armagnac, der die Führung in der Partei Orléans übernommen hatte (siehe: Bürgerkrieg der Armagnacs und Bourguignons). Bei einem Überfall Burgunds auf das Vendômois im Juli 1412 wurde Louis ein weiteres Mal gefangen genommen, aber wenig später nach dem Vertrag von Auxerre wieder freigelassen. Im September 1413 war Louis Abgesandter Frankreichs in Aragon, wo er die Rechte der Prinzessin Jolanthe, der Ehefrau Herzog Ludwigs II. von Anjou, vertreten sollte. Im November desselben Jahres wurde er zum Großmeister von Frankreich ernannt und mit der Regierung der Provinzen Champagne, Brie und Picardie betraut. Eine erneute diplomatische Mission führte Louis nach England, um dessen König Heinrich V. von einer Wiederaufnahme des Hundertjährigen Krieges abzuhalten. Er bot ihm unter anderem die Hand der Prinzessin Katharina von Valois an. Die Friedensangebote wurden von König Heinrich jedoch abgelehnt. Nachdem das englische Heer im Sommer 1415 an der Küste der Normandie erfolgreich gelandet war, kämpfte Louis am 25. Oktober in der desaströsen Schlacht von Azincourt, in der er von Sir John Cornewall gefangen genommen wurde. Nach England gebracht wurde er von diesem an König Heinrich verkauft. Der Erlös ermöglichte es Sir John, ein Schloss in Ampthill zu erbauen. Für seine Freiheit sollte Louis dem englischen König eine Summe von 100.000 Écu zahlen, da er jedoch nicht in der Lage war, eine solch hohe Summe zu zahlen, wurde er nach der Überweisung von 54.000 Écu freigelassen. Wieder in Frankreich unterstützte Louis nun die Rechte des Dauphin Karl VII. gegen die Bestimmungen des Vertrags von Troyes und gegen die englische Besetzung des französischen Nordens. Auch der Kampf gegen den Herzog von Burgund, der sich inzwischen mit England verbündet hatte, wurde fortgeführt. Am 31. Juli 1423 unterlag Louis als Führer eines französisch-schottischen Heeres in der Schlacht von Cravant gegen ein burgundisch-englisches Heer und geriet ein weiteres Mal in Gefangenschaft. In Folge dieser Niederlage verlor Louis die Grafschaft Vendôme an die Engländer, deren Vertreter in Frankreich, der Duke of Bedford, dort den ihm getreuen Robert de Willughby als Graf einsetzte. Aus der Gefangenschaft von Karl VII. ausgelöst, wurde Ludwig 1425 zum zweiten Mal in das Amt eines Großmeisters eingesetzt, das er 1418 an Thibaud de Neufchâtel hatte abgeben müssen. Danach beteiligte er sich an der Seite Jeanne d’Arcs an der Offensive gegen die Engländer und nahm am Entsatz Orléans' (Mai 1429), am Kampf um Jargeau (Juni 1429) und an der Krönung Karls VII. in der Kathedrale von Reims (17. Juli 1429) teil. Im Jahr darauf nahm er an der Belagerung Compiègnes teil und konnte seine Grafschaft wieder in Besitz nehmen, nachdem die Engländer ihre dortige Besatzung abgezogen hatten. 1435 gehörte Louis zu den Zeugen, die den Vertrag von Arras unterzeichneten, der Burgund mit dem König versöhnte. Im Jahr 1438 betätigte sich Ludwig als Vermittler der Ehe zwischen der Prinzessin Katharina und dem Grafen Karl von Charolais. 1440 nahm er am Aufstand des Adels gegen die Heeresreform des Königs teil (siehe: Praguerie), wurde von diesem aber begnadigt, nachdem die Revolte im Juli des Jahres gescheitert war. 1446 war Louis noch einmal als Abgesandter in London tätig, wo er erfolgreich den Vertrag von Troyes (1444) vermitteln konnte, der zu einem kurzzeitigen Frieden zwischen beiden Königreichen führte. Wenige Monate später starb er in Tours. Sein Leichnam wurde in der Stiftskirche Saint-Georges in Vendôme bestattet, deren Bau er 1428 veranlasst hatte. Sein Herz wurde in der Chapelle de l’Annonciation (auch bekannt als Chapelle de Vendôme) der Kathedrale von Chartres beigesetzt, deren Bau er ebenfalls gefördert hatte. Ehen Louis von Bourbon war seit 1414 in erster Ehe mit Blanche († 22. August 1424), Tochter des Grafen Hugo II. von Roucy, verheiratet. In zweiter Ehe heiratete er 1424 in Rennes Jeanne de Montfort-Laval, Tochter des Herrn Guido XIII. von Montfort aus dem Haus Montfort-Laval. Sie starb am 18. Dezember 1468 auf der Burg Lavardin. Während seiner Gefangenschaft in England zeugte Louis mit Sybil Boston zudem einen unehelichen Sohn, Jean (* 1420; † 1496), der 1449 durch den König legitimiert wurde. Nachdem Louis’ älterer Bruder Jacques II. nach seinem Tod 1438 lediglich eine Erbtochter hinterließ, sollte sich der jüngere Zweig des Hauses Bourbon über Louis’ Nachkommen fortsetzen und mit seinem Ur-Ur-Urenkel Heinrich 1589 den französischen Königsthron besteigen. | von Bourbon-La Marche (Vendôme), Graf Louis I. (I29666)
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| 49109 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_II._de_Bourbon (Sep 2023) Louis II. begann seine militärische Karriere 1359 bei der Verteidigung von Reims gegen König Eduard III. von England. Wenig später war er einer der Geiseln, die im Austausch gegen König Johann II. der Gute an den englischen Hof gebracht wurden. Johann II. war in der Schlacht von Maupertuis, in der Louis’ Vater fiel, in die Gefangenschaft der Engländer geraten. Louis kam erst 1369 wieder frei und unterstützte danach König Karl V. bei der Rückeroberung der von den Engländern besetzten Gebiete. Auf Anweisung des Königs und Bertrand du Guesclins griff er nicht in die Schlachten ein, sondern führte einen Scharmützelkrieg, mit dem es ihm gelang, zwischen 1369 und 1374 mehr als 30 befestigte Plätze zwischen dem Limousin und der Bretagne sowie in der Guyenne zu besetzen. Ein 1374 geschlossener Friedensvertrag zwischen Frankreich und England verschaffte ihm die Möglichkeit, Söldnerbanden aus seiner Grafschaft zu verjagen. Anschließend ging er auf die Iberische Halbinsel, um gegen die Mauren zu kämpfen, kehrte aber nach Frankreich zurück, als König Heinrich II. von Kastilien ihn einsetzen wollte, um Portugal anzugreifen. 1378 schickte der König ihn in die Normandie in den Kampf gegen Karl II. von Navarra, dem er dabei die meisten festen Plätze wegnehmen konnte. Nach dem Tod Karls V. gehörte Louis zum Regentschaftsrat für König Karl VI., für den er um 1382 in der Schlacht bei Roosebeke gegen die Flamen und 1387/88 mit Du Guesclin gegen den Duke of Lancaster in Kastilien kämpfte. Auf Bitten der Republik Genua unternahm Louis als Anführer eines französischen Ritterheeres von 1389 bis 1390 einen Feldzug gegen die Mauren in Tunis, der von der päpstlichen Kurie in Avignon als Kreuzzug deklariert wurde (Kreuzzug gegen Mahdia). Mit 100 genuesischen Galeeren brach er von Marseille auf und landete widerstandslos am Strand von Mahdia, das sowohl von Land als auch von See belagert wurde. Obwohl es den Kreuzfahrern gelang, jeden Ausfall der Belagerten und Entsatzangriffe der Mauren abzuwehren, gelang es ihnen nicht, die Stadt einzunehmen, vor allem wegen unzureichender Vorbereitung für eine lange Belagerung. Nachdem das Heer durch mangelnden Nachschub und Krankheiten zunehmend geschwächt wurde, einigte sich Louis nur widerwillig mit den Verteidigern auf einen Frieden. Es wurde ein Waffenstillstand auf zehn Jahre, Tributzahlungen Mahdias an Genua, sowie eine Aufwandsentschädigung an Louis vereinbart. Nach einigen Scharmützeln gegen sardische Städte erreichte das Kreuzzugsheer im Oktober 1390 Genua. Wenig später kehrte Louis nach Frankreich zurück, wo er trotz seiner Zugehörigkeit zum Regentschaftsrat die Anarchie, die sich aufgrund des geistig instabilen Zustandes des Königs im Land ausbreitete, nicht verhindern konnte. Er unterstützte aktiv den Herzog Louis von Orléans gegen Johann Ohnefurcht von Burgund, wurde von diesem aber nach dem Mord an den Herzog von Orléans 1407 weitgehend verdrängt. Louis hatte anlässlich des Endes seiner Geiselhaft in England 1369 den „Orden vom grünen Schild“ gegründet, der allerdings nur sehr kurzlebig blieb. | von Bourbon, Herzog Louis II. (Ludwig) (I42386)
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| 49110 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_III._de_Châtillon (Apr 2018) Louis III. de Châtillon († 15. Juli 1391) war Graf von Dunois und Herr vom Romorantin. Er war der Sohn von Guy II. de Châtillon, Graf von Blois, und Maria von Namur. Er heiratete am 29. März 1386 in Bourges Maria (* wohl 1367; † Juni 1434 in Lyon), seit 1370 Herzogin von Auvergne, Tochter von Jean de Valois, duc de Berry. Er war der einzige Sohn und Erbe der Grafschaft Blois. Er starb vor seinem Vater und war zudem kinderlos, so dass das Haus Châtillon in dieser Linie nicht fortgesetzt wurde. Nach dem Tod seines Vaters 1397 kaufte Herzog Louis de Valois, duc d’Orléans den Erben Guys II. die Grafschaften Blois und Dunois für 200.000 französische Kronen ab. Seine Witwe heiratete ein halbes Jahr nach seinem Tod, am 27. Januar 1392, Philippe d’Artois, Graf von Eu, der im gleichen Jahr zum Connétable von Frankreich ernannt wurde. | von Châtillon, Graf Louis III. (I9262)
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| 49111 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lucienne_von_Rochefort (Jul 2017) Lucienne wurde als Tochter Guidos von Rochefort, genannt der Rote, aus dem Haus Montlhéry und dessen zweiter Frau Adelheid von Crécy (französisch Adélaïde de Crécy) geboren. Im Jahr 1104 ernannte der französische König Philipp I. ihren Vater zum Seneschall von Frankreich, und um die guten Beziehung zwischen der Familie und dem Königshaus zu festigen, wurde Guidos noch nicht geschlechtsreife Tochter Lucienne im gleichen Jahr[1] mit den Thronfolger Ludwig VI. verlobt. Die Verbindung blieb jedoch nur drei Jahre bestehen, ohne dass die Ehe vollzogen wurde, wenn man der Vita Ludovici VI. des Abts Suger von Saint-Denis Glauben schenkt. Das Verlöbnis wurde ein Jahr bevor Ludwig den französischen Thron bestieg von Papst Paschalis II. unter dem Vorwand der Blutsehe auf dem Konzil von Troyes am 23. Mai 1107 annulliert, denn Lucienne und Ludwig VI. waren im sechsten kanonischen Grad miteinander verwandt. Über die Gründe der Annullierung berichtete Suger von Saint-Denis in seiner Vita Ludovici VI., dass Intrigen der mit den Rocheforts rivalisierenden Familie von Garlande dafür verantwortlich gewesen seien. Ebenso ist aber möglich, dass die Auflösung der Verbindung auf Betreiben von Philipps II. zweiter Frau Bertrada von Montfort geschah, weil sie versuchte, den Stand Ludwigs auf jede erdenkliche Art zu schwächen, um ihren eigenen Sohn Philipp von Mantes auf den französischen Thron zu brbringen.[2] Guido von Rochefort und sein Sohn Hugo von Crécy verwickelten Ludwig VI. aus Groll über die aufgelöste Verlobung für etwa eineinhalb Jahre in kriegerische Auseinandersetzungen, bei denen sie ein Bündnis mit dem Grafen Theobald IV. von Blois eingingen, doch sie unterlagen dem König schlussendlich. | von Rochefort (Montlhéry), Lucienne (I7029)
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| 49112 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lucrezia_di_Lorenzo_de’_Medici (Aug 2023) Lucrezia di Lorenzo de’ Medici, (* 4. August 1470 in Florenz; † 15. November 1553) war die älteste Tochter von Lorenzo dem Prächtigen (1449–1492), dem Stadtherren von Florenz, und dessen Ehefrau Clarice Orsini (1453–1488) und wurde am 10. September 1486 mit Jacopo Salviati (1461–1533), einem Florentiner Bankier, verheiratet. Sie war die Schwester von Piero dem Unglücklichen (1472–1503), der von 1492 bis 1494 in Florenz regierte, von Giovanni de’ Medici (1475–1521), dem späteren Papst Leo X. und von Giuliano de’ Medici (1479–1516), dem späteren Herzog von Nemours. Im Jahr 1474 forderte der Neffe des Papstes Sixtus IV. (1414–1484), Kardinal Giuliano della Rovere, der spätere Papst Julius II. (1443–1513), Lorenzo den Prächtigen auf, dessen damals vierjährige Tochter Lucrezia mit seinem Bruder Giovanni della Rovere (1457–1501) zu vermählen. Des Weiteren erwartete der Kardinal als Mitgift für Lucrezia die Übergabe der Städte Sansepolcro und Città di Castello. Sansepolcro gehörte allerdings rechtlich zum Kirchenstaat und wurde 1441 Florenz als Pfand für die Schulden des Papstes überlassen. Niccolò Vitelli, den mit den Medici verfeindeten Stadtherren von Città di Castello, beabsichtigte der Kardinal della Rovere mit Hilfe der Florentiner aus seinem Herrschaftsgebiet zu vertreiben. Lorenzo beabsichtigte nicht, seine Lieblingstochter dem Haus della Rovere zu überlassen, und entschied aufgrund der fragwürdigen Politik des Papstnepoten, Lucrezia nicht mit dessen Bruder Giovanni zu vermählen. Giuliano della Rovere fiel daraufhin im Juni 1474 an der Spitze eines päpstlichen Heeres in Umbrien ein. Er vollzog ein grausames Strafgericht an den Aufständischen in Todi und Spoleto und versuchte wenig später Città di Castello zu erobern. Lorenzo entschloss sich deswegen, seinen bisherigen Feind Vitelli zu unterstützen, und vertrieb mit Hilfe mailändischer und neapolitanischer Truppen das päpstliche Heer. Sixtus IV. entzog daraufhin Lorenzo und Giuliano de’ Medici (1453–1478) das einträgliche Amt eines päpstlichen Depositars und beauftragte den Condottiere Federico da Montefeltro (1422–1482) mit der Eroberung von Città di Castello. Federico da Montefeltro eroberte diese Stadt, seine Tochter Giovanna heiratete wenig später Giovanni della Rovere, der ein Herrschaftsgebiet, bestehend aus den Gebieten Senigallia und Mondavia, erhielt. Lorenzo de’ Medici musste sich ab diesem Zeitpunkt der unversöhnlichen Politik des Papstes erwehren, deren trauriger Höhepunkt die Pazzi-Verschwörung im Jahr 1478 war. Florenz festigte deshalb seine Bündnisse mit Mailand und Neapel, letzteres wurde durch die Übernahme einer Patenschaft für Lucrezia durch den neapolitanischen König Ferrante (1423–1494) manifestiert. Trotz dieser schwierigen politischen Lage hatten Lucrezia und ihre Geschwister eine behütete und glückliche Kindheit. Lorenzo der Prächtige sorgte für eine gute Ausbildung seiner Kinder. Zu ihren Lehrern gehörte der Humanist Angelo Poliziano (1454–1494), der sowohl Lorenzos Söhnen als auch seinen Töchtern Lesen und Schreiben beibrachte und sie in Literatur, Poesie und Philosophie unterrichtete. Lucrezia Tornabuoni (1425–1482), die Mutter Lorenzos, vermittelte ihren Enkelinnen Grundkenntnisse in der Buchhaltung, im Rechnungswesen und im Führen eines Haushaltes. Des Weiteren erlernten die Mädchen praktische Fähigkeiten wie das Nähen. Lorenzo de’ Medici befürchtete nach der Niederschlagung der Pazzi-Verschwörung weitere Komplotte von Teilen der Oligarchie. Er erkannte die politische Notwendigkeit, potentielle innenpolitische Gegner familiär an sich zu binden, und entschied deshalb, seine älteste Tochter Lucrezia mit Jacopo, dem Sohn des früh verstorbenen Giovanni Salviati, zu vermählen. Jacopo und sein Vormund Averardo Salviati erwiesen sich bisher als loyale Anhänger der Medici, allerdings war ihr Verwandter Kardinal Francesco Salviati, der ehemalige Erzbischof von Pisa, einer der Initiatoren der Pazzi-Verschwörung gewesen und dies führte zur gesellschaftlichen Ächtung der Familie Salviati. Die Eheschließung Lucrezias und Jacopos sollte zur Versöhnung ihrer Familien beitragen. Am 13. September 1481 gaben beide Familien die Verlobung ihrer Kinder in der Domkirche, in der Lorenzos Bruder Giuliano 1478 ermordet worden war, öffentlich bekannt. Der Hochzeitstermin wurde, da Lucrezia erst elf Jahre zählte, auf das Jahr 1486 verschoben und ihre Mitgift auf 2000 Fiorini festgesetzt. Am 10. September 1486 fand die Hochzeit zwischen Lucrezia und Jacopo Salviati in Florenz statt. Lucrezia lebte nach ihrer Eheschließung noch häufig im Haus ihres Vaters, zu dem sie ihr enges Verhältnis, vor allem nach dem Tod ihrer Mutter († 1488), beibehielt, dem sie 1492 als Sterbendem beistand und den sie zeitlebens verehrte. Lucrezias Ehegatte Jacopo Salviati stieg in den 1490er Jahren zu einem einflussreichen Bankier und Politiker in Florenz auf. Er fungierte von 1499 bis 1518 als einer der Prioren der Signoria und bekleidete 1514 das höchste Amt eines Gonfaloniere de Giustizia. Lucrezia respektierte ihren Mann und widmete ihr Leben vor allem der Erziehung und Ausbildung ihrer zehn Kinder. Außerdem sah die älteste Tochter Lorenzos des Prächtigen ihre Aufgabe darin, für den Zusammenhalt ihrer seit 1494 im Exil lebenden Geschwister zu sorgen. Ebenso bemühte sie sich, die zerstrittenen Angehörigen der jüngeren und älteren Linie der Medici zu versöhnen. Im Jahr 1509 nahmen die Salviatis den elfjährigen verwaisten Sohn von Giovanni il Popolano (1467–1498) und Caterina Sforza (1463–1509), Giovanni de’ Medici, in ihrem Haus auf. Lucrezia gelang es, den eigensinnigen Giovanni (1498–1526), der später der letzte große Condottiere der italienischen Renaissance Giovanni dalle Bande Nere wurde, positiv zu beeinflussen. Besondere Zuneigung empfand Giovanni zu Maria, der fast gleichaltrigen Tochter der Salviatis. Lucrezia initiierte deshalb 1515 die Verlobung und 1516 die Vermählung ihrer Tochter mit Giovanni. Sie erwartete, dass diese Ehe eine politische Verbindung zwischen den Angehörigen der jüngeren und älteren Linie der Medici herstellen werde und die wirtschaftlichen Beziehungen des Bankhauses Salviati zu den vermögenden jüngeren Medici gefestigt würden. Maria und Giovanni wurden 1519 die Eltern von Cosimo, des späteren ersten Großherzogs der Toskana. Im Jahr 1513 wurde Lucrezias Bruder Giovanni zum Papst gewählt. Leo X. sah nun seine wichtigste Aufgabe darin, die Herrschaft der Medici in Florenz wieder zu errichten und seine Schwestern Lucrezia, Maddalena und Contessina sowie deren Familien materiell zu begünstigen. Lucrezia lebte während des Pontifikats ihres Bruders (1513–1521) die meiste Zeit in Rom und bewirkte, dass Leo X. ihren ältesten Sohn Giovanni am 1. Juli 1517 zum Kardinal ernannte. Im Jahr 1530 verließen Lucrezia und Jacopo Salviati aus politischen Gründen Florenz. Lucrezia lebte nach dem Tode ihres Mannes († 1533) zurückgezogen und verstarb hochbetagt am 15. November 1553. Dabei hatte sie ihren Ehemann, acht ihrer zehn Kinder und einen Urenkel überlebt, außerdem alle ihre vier Enkel und zehn ihrer sechzehn Urenkel miterlebt. Die Politik ihres Enkels Cosimo I. beeinflusste sie nicht mehr. | von Medici, Lucrezia (I42065)
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| 49113 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lucy_of_Bolingbroke (Jul 2023) Lucy of Bolingbroke († um 1138)[1] war eine anglonormannische Erbin in Zentralengland und gegen Ende ihres Lebens Countess of Chester. Vermutlich war sie mit den angelsächsischen Earls of Mercia verwandt, da sie ausgedehnten Landbesitz in Lincolnshire hatte, der von ihren Ehemännern verwaltet wurde und den sie an ihre Söhne vererbte. Sie war zudem eine bemerkenswerte christliche Stifterin, die zwei kleine religiöse Einrichtungen gründete und mehrere mit Grundbesitz und Kirchengebäuden ausstattete. Vorfahren Ein Dokument der Croyland Abbey, das heute für gefälscht gehalten wird, nennt Thorold of Bucknall – der vielleicht mit ihrem wahrscheinlichen Vater Thorold, dem Sheriff von Lincolnshire, identisch ist – als einen Bruder von Godgifu (Godiva), der Ehefrau von Leofric, Earl of Mercia.[2][3] Das gleiche Dokument widerspricht sich allerdings hierzu, wenn es Leofrics und Godgifus Sohn, Ælfgar, als Thorold's cognatus (Vetter) bezeichnet.[2] Eine spätere Quelle aus der Coventry Abbey sieht Lucy als Schwester der Earls Edwin und Morcar, während zwei unzuverlässige Quellen, die Chronik des Abtes Ingmund von Croyland (Historia Croylandensis) und die Peterborough Chronicle aus Lucy eine Tochter Ælfgars machen.[2] Keats-Rohans Erklärung für diese Berichte sind Fehlinformationen, durch die Lucy mit ihrer Ahnin, der Mutter William Malets, verwechselt wird, die mit der Familie Godgifus verwandt war.[2] Zeitgenössische Historiker sind der Ansicht, sie sei eine Tochter von Thorold, Sheriff von Lincoln und einer Tochter William Malets († um 1071).[4] Sie erbte eine umfangreiche Gruppe von Gütern um Spalding in Lincolnshire, vielleicht als Erbe sowohl aus der Familie Malet und der Familie Lincoln.[5] Diese Besitzungen wurden später „Honour of Bolingbroke“ genannt.[6] Kirchliche Stiftungen Als verwitwete Countess gründete Lucy 1135 den Konvent von Stixwould als eine von wenigen Aristokratinnen des späten 11. und des 12. Jahrhunderts, die als unabhängige Laiengründer auftraten.[14] Ihre religiöse Aktivität konzentrierte sich jedoch auf Spalding Priory, ein Kloster, für das ihre Familie der erste Patron war. Dieses Haus, ein Ableger von Crowland, wurde 1085 von Lucy und ihrem Ehemann Yves de Taillebois gegründet oder wieder gegründet[14] Später gingen von ihr viele Stiftungen aus, z. B. in den 1120er Jahren mit ihrem dritten Ehemann Earl Ranulph die Kirchen von Minting, Belchford und Scamblesby für die Spalding Priory.[14] 1135 stiftete Lucy – jetzt zum letzten Mal verheiratet –, der Priory ihr eigenes Haus in Spalding zur dauerhaften Nutzung durch die Mönche.[14] Den Berichten zufolge machte Lucy große Anstrengungen, um sicherzustellen, dass nach ihrem Tod ihre Söhne die Stiftungen weiterführen würden. | of Bolingbroke, Lucy Countess of Chester (I41546)
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| 49114 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludmilla_von_Böhmen (Jul 2017) Heilige Ludmilla von Böhmen (auch Lidmilla, tschechisch Svatá Ludmila beziehungsweise Lidmila, * zwischen 855 und 860; † 15. September 921 in Tetín) war eine böhmische Fürstin. Sie war die erste christliche Herrscherin und ist die erste Heilige des Landes. Während ihrer Lebenszeit wurde der Grundstein für die Christianisierung gelegt und die Machtbasis der Přemysliden-Dynastie geschaffen. Das Leben der Großmutter und Erzieherin des heiligen Wenzel wurde in vielen Legenden beschrieben, die grundlegende Quellen zur Geschichte Böhmens im 9. und 10. Jahrhundert sind. Die Hauptquelle für das Leben der heiligen Ludmilla ist die sogenannte Christianslegende, die in den Jahren 992 bis 994, möglicherweise im Kloster Břevnov, entstand.[1] Der Legende wird eine hohe Glaubwürdigkeit zugesprochen. Ihr Verfasser ist wahrscheinlich identisch mit dem Prager Benediktinermönch Strachkvas, einem Angehörigen der regierenden Přemysliden-Dynastie, der als solcher mit der Familiengeschichte vertraut war. Zudem will sie offensichtlich keine Heiligenvita im eigentlichen Sinne sein, sondern ist eher als eine Art Chronik angelegt. Sie verzeichnet als erste den Stoff von Přemysl und Libuše, die Gründungssage des Přemysliden-Hauses, und schildert die Geschichte des Landes von den mythischen Anfängen bis ins 10. Jahrhundert. Außer dem Werk Christians gibt es eine Reihe weiterer Wenzels- und Ludmilla-Legenden, die zum Teil älter sind und Christian als Grundlage gedient haben, zum anderen Teil auf ihm und anderen, verlorenen schriftlichen Überlieferungen aufbauen. Neben lateinischen sind altkirchenslawische Legenden aus der Kiewer Rus und Böhmen erhalten. Die Auswertung von Legenden für historische Zusammenhänge ist schwierig; andere zeitgenössische Quellen sind jedoch nicht vorhanden. In westlichen Quellen wie den Annales Fuldenses wird zwar die Situation in Böhmen geschildert, die Person Ludmillas aber nicht erwähnt. Ludmilla wurde zwischen 855 und 860 als Tochter des slawischen Fürsten Slavibor geboren. Wo dessen Herrschaftsgebiet lag, ist umstritten. Zwei Möglichkeiten werden in Betracht gezogen: zum einen die Gegend der heutigen tschechischen Stadt Mělník und zum anderen das Gebiet des sorbischen Stammes der Milzener in der Oberlausitz. Für Mělník spricht die Angabe Christians, Ludmilla stamme: „ex provincia Sclavorum, que Psou antiquitus nuncupabatur, nunc a modernis ex civitate noviter constructa Mielnik vocitatur. (aus einer slawischen Provinz, die früher Pšov hieß, heute aber nach der neu erbauten Burg Mělník genannt wird).“[2] In der Gegend ist mit Hradsko bei Mšeno eine große befestigte Anlage bekannt, die vermutlich in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts entstand. Einen Beweis für Ludmillas Herkunft gibt es hier indes nicht. Auch für die Abstammung aus dem Gebiet der Sorben, die in der sogenannten Prolog-Legende überliefert ist, gibt es starke Anhaltspunkte. Zwischen Böhmen und den sorbischen Stämmen bestanden im 9. und 10. Jahrhundert intensive Kontakte. Vom Frankenreich und insbesondere von den östlichen Herzogtümern ging für beide Gebiete eine ernsthafte Bedrohung aus, es gab gemeinsame kriegerische Aktivitäten. Eine Heirat zur Bekräftigung eines antifränkischen Bündnisses liegt zumindest im Bereich des Möglichen. Auch Ludmillas Schwiegertochter Drahomíra kam nur wenig später aus dem westslawischen Stamm der Heveller als fürstliche Braut nach Böhmen. Wahrscheinlich im Jahr 874 heiratete Ludmilla im Alter von etwa 14 Jahren den böhmischen Fürsten Bořivoj. Ob sie dessen einzige Ehefrau war, ist unbekannt. Beide waren zum Zeitpunkt der Eheschließung noch nicht christianisiert, und die Kirche in Böhmen kämpfte noch im 10. Jahrhundert relativ erfolglos gegen Polygamie in den höheren Schichten. Um 875 wurde der erste Sohn Spytihněv geboren, um 888 Vratislav. Dazwischen bekam das Paar einen weiteren Sohn und drei Töchter, deren Namen nicht überliefert sind. Bořivojs damalige Stellung lässt sich nicht genau bestimmen. Er wird zwar einerseits als Landesherr (dux, princeps) bezeichnet, im 9. Jahrhundert ist aber mehrfach das Auftreten mehrerer böhmischer Herzöge belegt.[3] Ob dieser Titel Herrschern üüber eigenständige Stämme zustand oder ob es sich um einen Stamm handelte, der sich über mehrere Siedlungskammern verteilte, bleibt unklar. Festzustehen scheint lediglich, dass Böhmen am Ende des 9. Jahrhunderts keinen Alleinherrscher kannte, diie Herzöge aber nach außen hin geschlossen als Vertreter eines Landes auftraten und einen oder mehrere Hauptvertreter duldeten. Der Alleinvertretungsanspruch der Přemysliden-Dynastie wurde erst zu Beginn des 10. Jahrhunderts von Bořivoj, Ludmilla und ihren direkten Nachkommen durchgesetzt. Taufe Zwischen 882 und 885 wurde das Fürstenpaar getauft, am wahrscheinlichsten scheint das Datum 883 zu sein. Christian schildert den Übertritt Bořivojs zum christlichen Glauben so: Der Fürst sei „in irgendeiner Angelegenheit, die ihn und sein Volk betraf“, bei dem großmährischen Fürsten Svatopluk vorstellig geworden. Dort durfte er nicht am Tisch Platz nehmen, sondern musste nach heidnischer Sitte auf dem Fußboden sitzen. Der mährische Bischof Methodius konnte ihn daraufhin von den Vorteilen einer Taufe überzeugen: „Du wirst der Herr deiner Herren werden und alle deine Feinde werden deiner Macht unterworfen und deine Nachkommenschaft wird täglich wachsen wie ein großer Fluss, darin viele Bäche einströmen.“[4] Auch wenn der Legende mit Sicherheit nicht wörtlich Glauben geschenkt werden kann, enthält sie Anhaltspunkte für die mögliche Motivation des böhmischen Fürsten zur Konversion. Böhmen war, vermutlich um 883, unter die Vorherrschaft des großmährischen Reiches geraten. Die Taufe könnte also erzwungen gewesen sein, auf jeden Fall musste Bořivoj Christ sein, um am mährischen Hof als gleichberechtigter Gesprächspartner anerkannt zu werden. Über die Taufe Ludmillas schweigt Christian merkwürdigerweise. Nach den Legenden Diffundente Sole und Tempore Michaelis Imperatoris hat sie erst in Böhmen stattgefunden. Bořivoj habe nach der Rückkehr in seinem Wohnort, der Burg Levý Hradec, eine Kirche gebaut, sie dem heiligen Kliment geweiht und einen Priester namens Kaich eingesetzt, den Sventopluk ihm mitgegeben hatte. Kurze Zeit später habe ihm Methodius dort einen Besuch abgestattet und bei der Gelegenheit Ludmilla zusammen mit vielen anderen getauft. Sicher ist, dass die Taufe eine Verbindung des entstehenden böhmischen Christentums mit der östlichen slawischen Kirche begründete. Methodius hatte mit seinem Bruder Kyrill ab 863 in Mähren missioniert und die bereits vorhandene, auf Regensburg ausgerichtete Kirchenorganisation reformiert. Kyrill übersetzte das Evangelium und entwickelte die altkirchenslawische Schriftsprache, Methodius wurde ab etwa 869 Bischof in Mähren. Die Liturgie konnte sich nach seinem Tod 885 nicht halten, die slawischen Priester wurden aus Mähren vertrieben. In Böhmen fertigten Mönche dagegen noch im 10. Jahrhundert slawische Schriften an, und Ludmillas Enkel Václav wurde sowohl aus slawischen als auch aus lateinischen Büchern unterrichtet. In Böhmen selbst hatte der Glaubenswechsel zunächst negative Folgen. Es kam zu einem landesweiten Aufstand, Bořivoj und Ludmilla wurden vertrieben und mussten nach Mähren fliehen. Das Volk wählte einen neuen Herrscher namens Strojmír. Die Empörurung war wohl nicht allein der Taufe geschuldet, denn immerhin hatten sich bereits 845 in Regensburg 14 böhmische Herzöge taufen lassen, wenn auch ohne bleibenden Erfolg.[5] Wichtiger könnte Bořivojs „Alleingang“ und die damit verbundene Stärkung seiner Machtposition gewesen sein. Strojmír konnte sich jedoch nicht lange an der Macht halten, da er die Landessprache nicht beherrschte, und das Fürstenpaar kehrte aus dem Exil zurück. Bořivoj baute nach der Rückkehr eine zweite, der heiligen Maria geweihte Kirche in der Prager Burg. Vermutlich fand bei der Gelegenheit auch ein Wohnortwechsel und damit die Verlagerung des politischen Zentrum des Landes von Levý Hradec nach Prag statt. Witwenstand Um 889/890 starb Bořivoj und Ludmilla wurde mit etwa 28 Jahren Witwe. Die Primogenitur, also der Anspruch des ältesten Sohnes Spytihněv auf die Nachfolge, kann für diese Zeit nicht zweifelsfrei angenommen werden. Vielmehr konnte die Herrschaft vermutlich noch nach der älteren Tradition auf das älteste Mitglied der Familie oder durch Wahl auf jedes andere erwachsene Familienmitglied übertragen werden. Wie die Erbfolge innerhalb des Landes geregelt wurde, ist unbekannt, Böhmen wurde jedenfalls im März 890 in einer Zusammenkunft des ostfränkischen Königs Arnulf und Sventopluks dem mährischen König zur direkten Herrschaft übergeben.[6] Ludmilla konnte höchstwahrscheinlich weiterhin über das Gefolge und den fürstlichen Besitz verfügen, und die Landesteilung in mehrere Gebiete dauerte fort: Als nach Sventopluks Tod die böhmischen Herzöge im Jahre 895 nach Regensburg kamen, um sich Arnulf von Kärnten zu unterwerfen, werden als ihre Anführer ein nicht weiter bekannter Witizla und Spytihněv, Ludmillas Sohn, genannt.[7] In der Folgezeit haben sich die Přemysliden-Herrscher endgültig durchgesetzt. Spytihněvs Herrschaft dauerte etwa 20 Jahre, anschließend regierte weitere fünf bis sechs Jahre sein Bruder Vratislav. Formal gehörte das Land weiterhin in den Einflussbereich des Ostfrankenreichs, das aber durch die Ungarneinfälle geschwächt war. Böhmen war von den Angriffen offenbar weniger betroffen als seine Nachbarn, und die Brüder nutzten die Zeit zum Aufbau eines geschlossenen Herrschaftsbezirks, der sogenannten Přemysliden-Domäne. Deren Hauptorte Prag, Levý Hradec und Budeč wurden von einem Kreis weiterer Befestigungen umgeben: Die Burgen in Tetín, Libušín, Mělník, Stará Boleslav und Lštění sind alle etwa 30 Kilometer Luftlinie von Prag entfernt und liegen an wichtigen Verkehrswegen. Sie wurden mit einer Kirche und einem Palas ausgestattet und dienten wohl oft als Wohnsitz nichtregierender Familienmitglieder. Von Ludmilla ist aus dieser Zeit bekannt, dass sie bereits zu Lebzeiten ihres Sohnes Vratislav die Erziehung ihrer Enkel Václav und Boleslav übernahm und diese nach christlichen Grundsätzen ausrichtete. Sie bewohnte ein eigenes Haus in der Prager Burg und verfügte über ein eigenes Gefolge. Die Mutter der Kinder, Vratislavs Ehefrau Drahomíra, war dagegen möglicherweise noch nicht getauft. Tod 921 starb Vratislav, vielleicht am 13. Februar. Sein Sohn Václav war zu diesem Zeitpunkt etwa 13 Jahre, Boleslav etwa 7 bis 8 Jahre alt. Die Großen des Landes ernannten Václav trotz dessen Minderjährigkeit zum Nachfolger seines Vaters, betrauten aber Ludmilla mit der Erziehung der Kinder. Drahomíra musste in diesem Schritt eine entscheidende Schwächung ihrer Machtstellung als faktische Regentin befürchtet haben. Spätestens im Sommer 921 kam es zum offenen Konflikt beider Frauen, in dem Ludmilla unterlag. Sie ließ ihrer Schwiegertochter ausrichten: „Ich will nicht über dich herrschen. Nimm deine Söhne, wie es dir beliebt, regiere mit ihnen, gewähre mir aber die Freiheit, dem allmächtigen Christus zu dienen, an einem dir genehmen Ort.“[8] Ludmilla übergab die Enkel an deren Mutter und begab sich mit ihrem Gefolge nach Tetín, einer der Přemysliden-Burgen, die auf dem Weg nach Regensburg lag. Sie verließ also die Domäne nicht und stellte damit offenbar weiterhin eine Gefahr für Drahomíra dar. Im September beschloss die Regentin jedenfalls, die Schwiegermutter töten zu lassen, und sandte einen Teil ihres Gefolges unter dem Befehl zweier Männer namens Tunna und Gommon mit einem eindeutigen Auftrag aus. Am 15. September trafen die Krieger in Tetín ein. Nach den Worten Christians ahnte Ludmilla, was passieren würde, ließ ihren Priester Pavel eine Messe lesen und legte die Beichte ab. Nach Anbruch der Dunkelheit, nach damaliger Zeitrechnung also bereits am 16. September, brachen die Eindringlinge das Tor auf und einige, darunter Tunna und Gommon, drangen in das Haus ein. Bewaffneten Widerstand gab es nicht, nur die Fürstin versuchte noch, mit ihren Mördern zu reden. Vergeblich: Die Männer rissen sie aus dem Bett, ließen sie ein letztes Gebet sprechen und erwürgten sie mit einem Strick, nach einer anderen Lesart mit einem Schleier. Ludmillas Bitte, mit dem Schwert enthauptet zu werden, wurde verwehrt. Die Todesart galt den Hagiographen als besonders grausam, da sie ohne Blutvergießen stattfand. Dies war aber für einen Märtyrer eine der Voraussetzungen für die Heiligsprechung. Gleichzeitig wird daraus auf die Herkunft Tunna und Gommons geschlossen. Die Erdrosselung uund anschließende Verbrennung von Witwen in der Kiewer Rus beschrieb für den genannten Zeitraum Ahmad Ibn Fadlān, und so wird vermutet, die beiden Männer seien Waräger in böhmischen Diensten gewesen.[9] Gegen diese These gibt es ein gravierendes Gegenargument: Zur Vollziehung einer derartigen Opferhandlung hätte Ludmilla ihrem Tod zustimmen müssen, was sie eindeutig nicht getan hatte. Ebenso möglich ist daher, dass Drahomira die Erdrosselung befohlen hatte, um einen Märtyrerkult um ihre Schwiegermutter zu verhindern. Für Tunna und Gommon hatte sich die Tat nicht ausgezahlt. Sie wurden zwar reich belohnt und stiegen in der Folgezeit zu einer fürstengleichen Stellung auf, doch bald ließ Drahomíra die Täter „bestrafen“: Tunna konnte zwar fliehen, aber Gommon und alle Angehörigen beider Krieger wurden auf Geheiß der Fürstin getötet. Kult Nach ihrem Tod erhielt Ludmilla ein rasches Begräbnis an der Mauer ihres Hauses in Tetín. Noch in den Jahren 921 bis 924 ließ Drahomíra über dem Grab eine Kirche errichten und dem Erzengel Michael weihen. Dass ausgerechnet die heidnische Fürstin einen Sakralbau befahl, erschien den Legendisten unglaubwürdig. Nach Aussage Christians sollte dadurch die sich bereits abzeichnende Verehrung gestoppt und umgelenkt werden. Kultbauten über den Gräbern Verstorbener sind allerdings keine christtliche Erfindung: Auch andere frühe west- und mitteleuropäische Memorialkirchen weisen Verbindungen zum vorchristlichen Totenkult auf. Die Berichte können somit auf einen alten Brauch hinweisen, der in Drahomíras Zeit noch lebendig und akzeptiert war.[10] Ludmillas Tod fiel jedenfalls nicht dem Vergessen anheim: einer der ersten selbständigen Amtshandlungen ihres Enkels Václav nach dem Regierungsantritt war 925 die Übertragung der Gebeine seiner Großmutter nach Prag und ihre Umbettung in die Basilika des heiligen Georg. Mit der feierlichen Translatio war Ludmillas Status als Heilige begründet; eine offizielle Heiligsprechung war im 10. Jahrhundert noch nicht üblich und nötig. Die kirchliche Bestätigung erteilte erst 1143–1144 der päpstliche Legat Guido di Castello während eines Besuches in Prag. Der Kult war von Beginn an der einer dynastischen Heiligen und sollte die Macht des Přemysliden-Hauses unterstreichen. Im Gegensatz zum Kult ihres Enkels setzte er sich nur zögerlich durch. Die Verehrung war zunächst auf das Benediktinerinnenkloster beschränkt, dem um 970 die Georgskirche zufiel, und noch zu Beginn des 12. Jahrhunderts lehnten die Prager Bischöfe eine Anerkennung ab. Nach Cosmas von Prag wollte die Äbtissin von St. Georg im Jahr 1100 ein Stück von Ludmillas Schleier bei einer Kirchenweihe als Reliquie verwenden, Bischof Herman war jedoch dagegen. Der Stoff wurde daraufhin einer Feuerprobe unterzogen und bestand, womit die Heiligkeit zweifelsfrei bewiesen war. Den Bericht der Chronik unterstützt ein archäologischer Fund: Als 1981 Ludmillas Grab geöffnet wurde, fand man eine weiße Textilie mit eingewebtem geometrischen Muster, die offenbar von Beginn an dort gelegen hatte.[11] Erst am Ende des 12. Jahrhunderts stieg Ludmilla in den Kreis der Schutzpatrone Böhmens auf. In der Prager Kapitular-Handschrift des Augustinus-Werkes De civitate dei, die zwischen 1197 und 1214 entstand, steht sie in einer Reihe neben Václav, Vojtěch und Prokop und ist damit eine der vier Hauptpatrone des Landes. Besonderen Aufschwung nahm die Ludmilla-Verehrung, als mit Kunigunde eine Tochter des Königs Ottokar II. Přemysl Äbtissin des Georgs-Klosters wurde (1302–1321). Im Laufe des 14. Jahrhunderts entstanden die wertvollsten Darstellungen der Heiligenen. Theoderich von Prag, Hofmaler Kaiser Karls IV., bildete sie in einigen seiner Fresken in der Kapelle der Burg Karlštejn ab. Bekannt sind die Bilderzyklen zur Wenzels- und Ludmilla-Legende in zwei illustrierten Prachthandschriften, der um 1350 entstandenen Velislaus-Bibel und der lateinischen Übersetzung der Dalimil-Chronik vom Anfang des 14. Jahrhunderts. Neben ihrer Funktion als Schutzheilige des Landes und der Přemysliden diente Ludmilla als Patronin der Winzer, der Großmütter, Mütter und der christlichen Erzieher. Die bildlichen Darstellungen zeigen sie im langen Kleid mit einem Schleier oder einer fürstlichen Kopfbedeckung, ihr Attribut ist meist ein Schal oder ein Strick. Oft wird sie mit dem heiligen Wenzel als dessen Lehrerin abgebildet. Als Gedenktage werden der Todestag am 16. September und die Übertragung am 10. November gefeiert. Antonín Dvořák schuf 1886 das Oratorium Die Heilige Ludmilla. Die Prager Ludmillakirche wurde 1892 vollendet. Auswahl der Legenden In den früh- und hochmittelalterlichen Legenden über ihren Enkel Wenzel wird Ludmilla meist nur am Rande erwähnt. Die wichtigsten ihr selbst gewidmeten hagiographischen Zeugnisse sind: • Fuit in provincia Boemorum – die älteste erhaltene Ludmilla-Legende, entstanden in Prag kurz nach 975. Herausgegeben von V. Chaloupecký: Prameny 10. století Legendy Kristiánovy o sv. Václavu a sv. Ludmile. Prag 1939. Unter dem Titel Passio. Ludmillae ediert von Oswald Holder-Egger in MGH SS 15,1, Hannover 1887, S. 572–574 (Digitalisat) • Legenda Christiani. Vita et passio sancti Wenceslai et sancte Ludmile ave eius. – Christianslegende, entstanden um 992–994. Herausgegeben von Jaroslav Ludvíkovský, Prag 1978. E-Text (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) • Prolog-Legende – kurzer altkirchenslawischer Text, entstanden in Russland, vermutlich Ende des 11. bis Anfang des 13. Jahrhunderts. Herausgegeben von Josef Vajs in: Sborník staroslovanských literárních památek o Sv. Václavu a Sv. Lidmile, Prg 1929. (Lateinische Übersetzung des 19. Jahrhunderts durch A. Brückner) • Diffundente sole – entstanden wohl frühestens im 13. Jahrhundert. Herausgegeben von Jaroslav Ludvíkovský in Magnae Moraviae Fontes Historici II, Prag 1967, S. 276–283. | von Böhmen, Ludmilla (I3288)
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| 49115 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludolf_I._von_Dassel Ludolf I. von Dassel (* um 1115; † nach 1166) war Graf von Dassel (urkundlich 1153–1166). Sein Vater war Graf Reinold I. von Dassel. Sein jüngerer Bruder war der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel. Er war mindestens zweimal bei Kaiser Friedrich Barbarossa in Goslar. Vermutlich starb auch er, wie sein Bruder Rainald, auf dem Feldzug von Friedrich Barbarossa 1167 in Italien an Malaria (Sumpffieber) oder an Ruhr. | von Dassel, Graf Ludolf I. (I28428)
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| 49116 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludovico_III._Gonzaga (Aug 2023) Ludovico III. war der älteste Sohn von Gianfrancesco I. Gonzaga, dem Herrn von Mantua aus dem alten italienischen Adelsgeschlecht der Gonzaga, und seiner Ehefrau Paola Malatesta. Ab 1423 wurde er, wie auch seine drei Brüder und die beiden Schwestern, im Geist der Renaissance in der Schule des Humanisten und Pädagogen Vittorino da Feltre erzogen. Die Ausbildung der Kinder erfolgte auf höchstem Niveau. Neben Latein und Griechisch, Mathematik und Musik, waren auch Rhetorik und Philosophie Bestandteil der Erziehung. Diese Bildung wurde gemeinsam mit all jenen geteilt, die sich als würdig herausstellten, ungeachtet des Ranges. So wuchsen die Kinder des Markgrafen in Kontakt mit Gleichaltrigen verschiedener Herkunft auf, mit denen sie während ihres späteren Lebens oft bedeutende Beziehungen unterhielten. Diese hervorragende ausgewogene und auch strenge Ausbildung hinterließ bei Ludovico deutliche Spuren hinsichtlich seiner Disziplin, seinem Umgang mit Intellektuellen an seinem Hof und einer besonderen Liebe zu den Geisteswissenschaften.[1] Anfang der dreißiger Jahre begann seine militärische Ausbildung. Im Jahr 1432 kämpfte er an der Seite seines Vaters in der venezianischen Armee und es kann davon ausgegangen werden, dass er bis 1436 Im Sold der Serenissima blieb.[1] Im November 1433 fand die vom Vater arrangierte Ehe Ludovicos mit der zehn Jahre jüngeren Barbara von Brandenburg aus dem Geschlecht der Hohenzollern statt.[A 1] Die Bedeutung, die der Vater dieser Verbindung beimaß, lässt sich daran erkennen, dass die Mitgift nicht wie üblich vom Vater der Braut, sondern vom zukünftigen Schwiegervater der Braut gezahlt wurde. Durch Kaiser Sigismund erhielt Gianfrancesco I. nach einer Zahlung von 12.000 Fiorini d’oro im Jahr 1433 eine Rangerhöhung zum Markgrafen von Mantua.[2] Im Jahr 1436 stellte sich Ludovico in den Dienst von Filippo Maria Visconti, dem Herzog von Mailand, unter der einen Bedingung, nicht gegen den Vater kämpfen zu müssen. Es scheint so, dass er diesen Schritt ohne das Wissen seines Vaters vollzog. Markgraf Gianfrancesco muss sehr verärgert über den Erstgeborenen gewesen sein, denn er erbat beim Kaiser die Erlaubnis, die Reihenfolge der Nachfolge in der Markgrafschaft zu Gunsten seines zweitgeborenen Sohnes Carlo zu ändern und erhielt mit Schreiben vom 3. November 1436 die Genehmigung.[1] Fünf Jahre später versöhnten sich Vater und Sohn im Jahr 1441, der Überlieferung nach, dank Paola Malatesta und Vittorino da Feltre, und die Reihenfolge der Nachfolge wurde wiederhergestellt. Im selben Jahr brachte Barbara den lang ersehnten Erben Federico zur Welt, dem danach noch weitere zehn Kinder folgten. Markgraf von Mantua und Condottiere Im September 1444 starb der Vater und Ludovico trat die Nachfolge als Markgraf von Mantua an. Den testamentarischen Verfügungen des Vaters entsprechend, stellte das von Ludovico direkt kontrollierte Gebiet den Großteil der Markgrafschaft dar. Gebiete entlang der westlichen Grenzen und im nördlichen Teil des Staates, gingen in die Hände der Brüder Carlo (Luzzara, Sabbioneta, Bozzolo), Gianlucido (Volta, Cavriana, Ceresara) und Alessandro (Castelgoffredo, Castiglione, Solferino) über. Da alle drei Brüder keinen männlichen Erben hatten, waren diese Gebietsabtretungen nur vorübergehend. Mit dem Tod des letzten Bruders Alessandro kam 1466 das gesamte väterliche Erbe unter seine Herrschaft zurück. Die Markgrafschaft Mantua war ein durch übermäßige Ausgaben und jahrzehntelange Kriege verarmtes Land. Wichtigste Aufgabe war es für Ludovico, den Expansionsgelüsten der Nachbarn Einhalt zu gebieten. Im Jahr 1445 schloss er mit dem Herzog von Mailand ein siebenjähriges Defensivbündnis, das allerdings schon 1447 durch den Tod des Filippo Maria Visconti zerbrach. In den Jahren 1446 und 1447 führte er erfolgreiche Verhandlungen mit Florenz und Venedig, um den Frieden in Mantua zu sichern und unter allen Umständen zu vermeiden, dass die Markgrafschaft ein Schlachtfeld oder auch nur ein Durchzugsgebiet kampfbereiter Truppen Venedigs oder Mailands werden könnte. Verhandlungen diesbezüglich führte er auch mit den Herren von Correggio und von Mirandola sowie dem Grafen von Guastalla.[1] Trotz aller Friedensbemühungen wurde Ludovico in die Kämpfe hineingezogen, die um die Nachfolge des letzten Visconti im Herzogtum Mailand, das nun die kurzlebige Ambrosianische Republik war, ausbrachen. Die Zusammenstöße zwischen den Mailändern und der Armee Venedigs gipfelten am 15. September 1448 in der Schlacht von Caravaggio, in der Ludovico zur Flucht gezwungen wurde. Das am 18. Oktober in Rivoltella unterzeichnete Abkommen ebnete Francesco Sforza den Weg zur Herrschaft über Mailand. Während Ludovicos Bruder Carlo in Diensten der Ambrosianischen Republik stand, blieb Ludovico bis Ende 1449 im Dienst der Serenissima und erreichte, nicht nur sich selbst, sondern auch seine beiden Brüder unter den Schutz von Venedig zu stellen. Ab Juli des Jahres führte er Verhandlungen mit König Alfons I. von Neapel, in deren Ergebnis er im November 1449 im Dienst des Königs als Generalleutnant der neapolitanischen Truppen in der Lombardei, mit einem Kontingent von 900 Lanzen und 900 Fußsoldaten, stand. Die Vergütung mit 45.000 fiorini d'oro, von denen 30.000 sofort vom König bezahlt wurden und 15.000 später von Mailand kassiert werden sollten, war außerordentlich lukrativ. Außerdem verpflichtete sich der König, die Neutralität des Markgrafen gegenüber der Serenissima zu respektieren.[1] Bündnis mit Mailand und der Friedensvertrag von Lodi Nach der Übernahme der Macht durch Francesco Sforza schloss Ludovico im November 1450 mit dem neuen Herzog von Mailand den ersten einer langen Reihe von Verträgen, in denen er im Falle eines Krieges mit Venedig den Dienst dafür übernahm. Die exakt vereinbarte Summe von 82.000 Dukaten zahlbar in 54 Raten für den Kriegsfall und 47.000 Dukaten in Friedenszeiten einerseits, und keine genau detaillierten Angaben der zu stellenden Truppenkontingente durch den Markgrafen andererseits, zeigt, dass dies eigentlich ein Pakt der politischen Unterwerfung und einer diplomatischen Allianz zwischen Ungleichen war.[1] Der Frieden von Lodi im Jahr 1454 markierte das Ende der offenen Konflikte zwischen Mailand und Venedig. Damit begann für Mantua eine Phase der relativen Stabilität als Folge der Mailänder Allianz, die bis zu Ludovicos Lebensende währte. Die Verträge mit Mailand wurden etwa alle fünf Jahre erneuert und 1466 nach dem Tod des Francesco Sforza von dessen Nachfolger, in diesem Jahr auch durch den König von Neapel, bestätigt und fortgeführt. Der (später aufgekündigte) Ehevertrag zwischen Ludovicos Tochter Dorotea (1449–1467) mit Herzog Galeazzo Maria Sforza war ein weiterer Schritt, um dieses Bündnis zu festigen.[3][A 2] Noch bedeutsamer war der Kontakt, den Markgräfin Barbara mit Herzogin Bianca Maria von Mailand pflegte. Beide Frauen standen an der ersten Stelle ihrer Höfe und ihre rege Korrespondenz und gegenseitigen Besuche belegen nicht nur ein enges Verhältnis, sondern auch die aktive Rolle, die sie während der Abwesenheit ihrer Männer übernahmen. Zu den Zielen der nach dem Frieden von Lodi im August 1454 geschaffenen Lega italica, welche die gegenseitige Hilfe im Falle eines Angriffs auf die Integrität eines Mitgliedsstaates und einen fünfundzwanzigjährigen Waffenstillstand gewährleistete, gehörte auch der Krieg gegen die Türken. Fünf Jahre nach der osmanischen Eroberung von Konstantinopel berief Pius II., 1458 zum Papst gewählt, im darauffolgenden Jahr einen in Mantua stattfindenden Reichstag der christlichen Fürsten ein, dessen Ziel es war, die Gegenoffensive des Christentums zu organisieren und, wenn möglich, Konstantinopel zurückzuerobern. Der Einzug des Papstes zum Fürstentag wurde 1459 ein Großereignis. Wenngleich sich der Fürstentag im Wesentlichen als nutzlos erwies, das Ziel, eine koordinierte Aktion der italienischen und europäischen Staaten gegen die Türken zu beschließen und konkret zu fördern, wurde nicht erreicht, bedeutete dies für Ludovico einen bedeutenden persönlichen Erfolg. Bei dieser Gelegenheit wurde die Stadt für einige Monate, Pius II. verließ Mantua erst im Januar 1460, eine Art europäische Hauptstadt, in der sich die Vertreter der großen Fürstenhäuser versammelten.[1] Ludovico III. nutzte die engen Beziehungen, die er dadurch knüpfen konnte, sowie das Ansehen, das er beim Papst genoss, um ein Projekt durchzuführen, das ihm sehr am Herzen lag, nämlich den Aufstieg des zweiten Sohnes Francesco zum Kardinal. Die Aufgabe, diesbezüglich Verhandlungen zu führen, übernahm seine Frau Barbara, die durch die Vermittlung von Kardinal Nikolaus von Kues und dank ihrer engen Kontakte zu den Sforza in Mailand sowie ihres Onkels Albrecht Achilles von Brandenburg, der ebenfalls zum Fürstentag nach Mantua gekommen war, und dessen Fürsprache beim Kaiser zum gewünschten Erfolg führten. Am 18. Dezember 1461 wurde Francesco in die Würde des Kardinaldiakons von Santa Maria Nuova erhoben, trotz einiger Verlegenheiten durch sein jugendliches Alter von siebzehn Jahren.[1] Markgräfin Barbara kam auch danach eine tragende Rolle zu; fast ausnahmslos liefen in den folgenden zwanzig Jahren die Beziehungen zwischen Mantua und Rom über den Kontakt zwischen Barbara und ihrem Sohn Francesco. Aufschwung und kulturelle Blüte Die Friedenszeit bescherte der Markgrafschaft einen Aufschwung, eine Periode der relativen Stabilität und wachsender Einnahmen. Ludovico III. kümmerte sich um eine bessere Organisation bei der Verwaltung der Ausgaben, so ließ er das Land in 52 kleinere territoriale Bezirke unterteilen. Zwischen Ende der vierziger und Anfang der siebziger Jahre nahm er eine Reihe großangelegter Eingriffe in das städtische Gefüge vor, mit dem Ziel, ganze Stadtviertel neu zu gestalten. Er veranlasste die Instandsetzung oder Erneuerung der herrschaftlichen Güter und der aus dem Altertum stammenden Befestigungen sowie die Verbesserung des Kanal- und Straßennetzes. Er holte namhafte Architekten in das Land, so unter anderem Luca Fancelli für den Bau der Burg von Revere bis 1478 und zwischen 1470 und 1475 der Residenz von Saviola, oder Bertola da Novate und Giovanni da Padova, die beide am Bau des Goito-Kanals und der Schleuse bei Governolo beteiligt waren. Ab 1461 begannen große Renovierungsarbeiten an der Festung von Cavriana und den Befestigungsanlagen von Goito unter Giovanni da Padova; ab 1468 arbeitete er am Palast von Gonzaga.[1] In der Stadt Mantua ließ Ludovico III. im Jahr 1450 ein Krankenhaus bauen. Anlässlich des Fürstentages und Papstbesuches begann ab 1459 der Bau der Kirche San Sebastiano nach einem Entwurf von Leon Battista Alberti. Ebenfalls nach Plänen Albertis wurde ab 1472 die Basilika Sant’Andrea erbaut. Zwischen 1462 und 1464 ließ er durch Luca Fancelli den Palazzo del Podestà renovieren und zwischen 1470 und 1473 durch ihn die Casa del mercato bauen und den Torre dell'Orologio (Uhrturm) errichten. In den späten fünfziger Jahren hatte Ludovico bereits dafür gesorgt, dass die zentralen Plätze der Stadt gepflastert wurden. Der Ausbau Mantuas zu einer repräsentativen Residenzstadt mit stattlichen Gebäuden im Stil der Renaissance ging somit einher mit einer allgemeinen Verbesserung der Lebensbedingungen im mittelalterlichen Stadtkern.[1] In Erwartung der Ankunft von Papst Pius II. richtete sich Ludovicos Aufmerksamkeit ab 1458 besonders auf seine Residenz, ein Gebäudekomplex, dessen ältester Teil, der Palazzo del Capitano aus dem frühen 14. Jahrhundert stammte. Den Bau des heutigen Palazzo Ducale (Herzogspalast) hatte sein Vater Gianfrancesco I. um 1425 von Antonio Pisanello mit beeindruckenden Fresken ausmalen lassen. Seit einem Aufenthalt in Florenz im Jahre 1447 war diese Stadt Ludovicos großes Vorbild und ab dem Jahr 1456 bemühte er sich, den aus Padua stammenden Maler Andrea Mantegna abzuwerben. Im Jahr 1458 arbeitete Mantegna dann erstmals für ihn in Cavriana und Goito; die Werke sind durch die Zerstörungen der Burgen nicht erhalten geblieben, ebenso wie sein Wirken in Revere in den Jahren 1463 und 1464. Mit zahlreichen Lockangeboten, Mantegna erhielt ein sehr großes Haus, ein festes Gehalt, ein eigenes Wappen und andere Privilegien[4], konnte er den Künstler dauerhaft nach Mantua holen. Im Jahr 1460 zog Mantegna mit seiner ganzen Familie als offizieller Hofmaler, aber auch als Kunstberater und Kurator von Kunstsammlungen nach Mantua. Er blieb der Stadt bis an sein Lebensende treu. Als ein Höhepunkt seines Schaffens in Mantua kann der Zyklus von Fresken in der Camera degli sposi bezeichnet werden, der in den Jahren 1464 bis 1474 entstand. Lebensende Im Dezember 1476 wurde Ludovicos Bündnispartner Galeazzo Maria Sforza ermordet und der Markgraf sah sich gezwungen, seine Truppen zu mobilisieren. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes und seines Alters von 65 Jahren erschien Ludovico persönlich am 6. Januar 1477 in Mailand. Durch seine Anwesenheit trug er dazu bei, die Nachfolge von Gian Galeazzo Sforza unter der Regentschaft der Herzogin Bona von Savoyen zu garantieren. Die Autorität und das Ansehen, das er genoss, standen außer Frage. Im März 1477 erhielt Ludovico von Papst Sixtus IV. die Auszeichnung mit der Goldenen Rose. Gegen Ende des Sommers zwang ihn seine schlechte körperliche Verfassung, den Kurort Terme di Petriolo aufzusuchen, um sich zu erholen und das Wiederauftreten von Problemen in den Beinen behandeln zu lassen. Eine Pestepidemie, die im Mai 1478 in Mantua ausbrach, zwang Ludovico III. zur Flucht in die Burg von Goito, während seine Frau mit den Kindern am 1. Juni im Vorort San Giorgio Zuflucht suchte. Wegen eines Unwohlseins ihres Mannes reiste sie einige Tage später von dort aus nach Goito. Am 11. Juni schrieb Barbara ihren Kindern, sie sollten sich ihr anschließen, weil sich der Zustand des Vaters verschlechtert hatte. Am 12. Juni 1478 starb Ludovico III. in Goito, nicht an der Pest, sondern wahrscheinlich an Rippenfellentzündung. | Gonzaga, Markgraf Ludovico III. (I42080)
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| 49117 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_(Arnsberg) Ludwig († 2. Mai 1313) war Graf von Arnsberg und regierte anfangs noch als Mitregent seines Vaters, später allein von 1282 bis 1313. Familie und Herkunft Ludwig war der Sohn des Grafen Gottfried III. von Arnsberg und der Adelheid von Blieskastel, Tochter und Miterbin von Graf Heinrich. Er selbst heiratete Pironette von Jülich, eine Tochter von Graf Wilhelm IV. von Jülich. Mit dieser hatte Ludwig dreizehn Kinder. Von diesen wurde Wilhelm Nachfolger Ludwigs. Die übrigen Söhne traten in den geistlichen Stand ein. Der Sohn Gottfried wurde Bischof von Osnabrück. Später beanspruchte er auch das Bischofsamt im Bistum Bremen. Walram wurde Kanoniker in Aachen, Domherr in Utrecht sowie Propst des Stifts Meschede. Gerhard war Kanoniker an St. Gereon in Köln. Friedrich wurde Abt im Kloster Steinfeld und später Kanoniker im Kloster Wedinghausen. Johann war Domherr in Paderborn und Kanoniker an St. Gereon in Köln. Richarda war in erster Ehe mit Johann II., Fürst von Mecklenburg in Gardebusch, und in zweiter Ehe mit Wilhelm Graf von Dale verheiratet. Peronette wurde Kanonisse in St. Cäcilien in Köln. Rixeta wurde Äbtissin von St. Ursula in Köln. Katharina heiratete Dietrich II. von Bilstein. Adelheid war mit Philipp II. von Viaden vermählt. Mechthild war Nonne im Kloster Oelinghausen. Loretta war Kanonisse in Villich.[1] Leben und Wirken Der Übergang der Grafenwürde ist nicht eindeutig zu datieren. Klar ist, dass Ludwig noch zu Lebzeiten seines Vaters einige Jahre Mitregent war. In der äußeren Politik setzte Ludwig eher auf Kompromisse. Daher kam es trotz erheblicher Konflikte mit den kölnischen Erzbischöfen, insbesondere mit Siegfried von Westerburg, nicht zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Im Streit um die Kontrolle des Gogerichts Wickede, auf das die Grafen von Arnsberg und auch die Kölner Anspruch erhoben, wurde ein Schiedsgericht eingesetzt. Dies diente offenbar zur Beschwichtigung, um den Grafen zum Verbündeten im Limburger Erbkrieg gegen Brabant im Jahr 1280 zu machen. In diesem Zusammenhang sagte der Erzbischof dem Grafen Schutz vor den Grafen von der Mark zu. Außerdem versprach der Erzbischof, einige der Söhne und Brüder Ludwigs mit kirchlichen Pfründen zu versorgen. Trotz dieses Bündnisses scheint sich Ludwig an den kriegerischen Aktionen des Bischofs nicht beteiligt zu haben. Trotz der demonstrierten Eintracht bestanden gewisse Spannungen weiter. So befand sich Ludwig 1293 in einer Fehde mit der kölnischen Besatzung in Hovestadt. Für das dennoch fortdauernde Einvernehmen spricht, dass der Erzbischof selbst 1296 die Trauung des späteren Grafen Wilhelm mit Beatrix von Rietberg vornahm. Im Fall des Streits um Wickede kam es auch durch die Verschleppung des Verfahrens zu keiner Entscheidung, weswegen sich Ludwig beim neuen Kölner Erzbischof Wigbold von Holte beschwerte, dass der Erzstuhl das Gericht noch immer unrechtmäßig für sich beanspruche. Inwieweit eine Intervention in dieser Sache bei König Albrecht Erfolg hatte, ist nicht ganz klar. Weitere Beschwerden kamen hinzu. So habe Köln das Dorf Werl, einst Hauptsitz der gräflichen Familie, und noch immer auf dem Gebiet der Grafschaft liegend, unrechtmäßig befestigt. Die Kölner Erzbischöfe hatten auf dem Fürstenberg unmittelbar an der Grenze der Grafschaft eine neue Burg errichtet. Vor allem aber hatten die Kölner innerhalb eines Waldgebietes, das der Graf vom Kaiser zu Lehen erhalten hatte, die Städte Warstein, Belecke und Kallenhardt errichtet. Insgesamt befand sich Graf Ludwig gegenüber den expansiven Kölner Erzbischöfen erkennbar in der Defensive. Nicht zuletzt deswegen konzentrierte er sich auf den inneren Ausbau und die Schaffung eines zusammenhängenden Herrschaftsgebiets. So wurden entlegene Besitztümer gegen solche innerhalb der Grenzen getauscht. Seine Schwester Mathilde (Mechthild), die mit dem Grafensohn Heinrich III. von Waldeck verlobt war, erhielt die Wewelsburg als Brautschatz. Einen bedeutenden Besitzzuwachs erfuhr das Grafenhaus durch Elisabeth Holte, eine Erbin der Edelherren von Arnsberg, die alle früher zu Lehen gegebenen Güter an Graf Ludwig zurückgab. Von einem weiteren Nachkommen dieses Geschlechts erhielt er die Hälfte der Freigrafschaft Velmede und später auch die Freigrafschaft Stockum. Vom Kloster Scheda erwarb Ludwig die Patronatsrechte über die Pfarrei Hüsten. Das Dorf Wenholthausen, das sich im Besitz der Herren von Ardey befand, kaufte er für die Grafschaft zurück. Daneben entstanden durch Rodungen die Dörfer Sundern, Hagen und Langscheid, die teilweise zu Freiheiten erklärt wurden. Dass diese kein vollständiges Stadtrecht erhielten, hing mit der ablehnenden Haltung des Kölner Erzbischofs in seiner Eigenschaft als Herzog von Westfalen zusammen. Nach fast vierzigjähriger Regierungszeit starb Graf Ludwig am 2. Mai 1313. | von Arnsberg, Graf Ludwig (I41376)
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| 49118 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_(Savoyen) (Okt 2018) Ludwig, genannt der Ältere (* 21. Februar 1413 in Genf; † 29. Januar 1465 in Lyon) war Herzog von Savoyen, Fürst von Piemont, Graf von Aosta und Maurienne von 1439 bis 1465. Er war der Sohn von Amadeus VIII. und Marie von Burgund. Seit 1434 regierte er für seinen Vater Amadeus VIII unter dem Titel eines Fürsten von Piémont, nachdem dieser sich als Witwer von der Politik abgewandt und der Religion zugewandt hatte. Als sein Vater 1439 sogar zum Gegenpapst gewählt wurde, trat dieser als Herzog zurück. Ludwig heiratete in Chambéry am 1. November 1433 Anne de Lusignan (1418–1462) aus dem Teil der Familie der Ramnulfiden, die Zypern beherrschte und dort unter dem Namen Lusignan regierten. Sie war die Tochter von Janus, König von Zypern und Jerussalem und Charlotte von Bourbon. Ludwig hatte in der Folge die Intrigen des zypriotischen Hofstaats seiner Ehefrau ebenso auszuhalten wie die Ambitionen seiner französischen und Mailänder Nachbarn. Er musste auf das Valentinois verzichten, konnte sich aber auch nicht nach dem Tod des letzten Visconti des Herzogtums Mailand bemächtigen. Herzog Ludwig erwarb 1453 aus dem Besitz einer Nachfahrin Geoffroy de Charnys das Turiner Grabtuch, das darauf mehr als fünfhundert Jahre lang bis 1983 im Besitz des Hauses Savoyen verbleiben sollte. | von Savoyen, Herzog Ludwig I. (I9273)
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| 49119 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_I._(Anjou) (Okt 2017) Er war der zweite Sohn des Königs Johann II. von Frankreich und seiner Frau Bonne von Luxemburg (auch Guta von Luxemburg oder Böhmen genannt), einer Tochter des böhmischen Königs Johann von Luxemburg, des Vaters des späteren Kaisers Karl IV. Er war Graf und Herzog von Anjou, Graf von Maine, Herzog von Touraine, König von Neapel und Jerusalem, Graf von Provence und Forcalquier. Ludwig kämpfte 1356 in der Schlacht bei Maupertuis unter dem Kommando seines Bruders Karl V. (auch Dauphin genannt). Es wurde hart gekämpft und mitten in der Konfrontation floh die ganze Gruppe. Sie entgingen somit ihrer Gefangennahme durch diie Engländer. König Johann II. und Ludwigs jüngerer Bruder Philipp II. dagegen wurden von Edward, dem „Schwarzen Prinzen“, gefangengenommen. Am 8. Mai 1360 kam es zum Friedensvertrag von Brétigny zwischen Frankreich und England. Der ausgehandeltlte Vertrag bestimmte, dass Johann II. gegen Zahlung eines Lösegeldes freigelassen werden sollte. Als Garantie für die Zahlung des Lösegeldes sollten 40 adlige Geiseln übergeben werden. Ludwig, der schon Herzog von Anjou war, war in dieser Gruppe und segelte im Oktober 1360 nach England. Frankreich war aber in keiner guten wirtschaftlichen Lage und weitere Schuldenraten wurden aufgeschoben. Infolgedessen dauerte Ludwigs englische Haft viel länger als die erwarteten sechs Monate. Er bememühte sich, seine Freiheit in einer privaten Verhandlung mit Eduard III. von England auszuhandeln und, als dies scheiterte, entschied er zu fliehen. Nach Frankreich zurückgekehrt, warf ihm sein Vater sein unritterliches Verhalten vor. Johann II. fühlte sich entehrt; seine Lösegeldzahlungen, die im Rückstand waren, zwangen ihn nach England in die Gefangenschaft zurückzukehren, um seine Ehre wiederzugewinnen. Von 1380 bis 1382 regierte Ludwig mit seinen Brüdern Johann von Berry und Philipp von Burgund in der Regierung der Herzöge für seinen Neffen, König Karl VI. von Frankreich; er verließ aber Frankreich, um den Thron Neapels nach dem Tod der Königin Johanna I. zu beanspruchen. Da sie kinderlos war und nicht wünschte, ihr Erbe der nahen Verwandtschaft zu überlassen, adoptierte sie ihn. Während Ludwig von Anjou es geschafft hatte, ihr nach ihrer Ermordung (1382) durch Karl II. von Durazzo (ihr Cousin zweiten Grades) als Graf von Provence und Forcalquier zu folgen, schaffte er es nicht das an Karl verlorene Königreich Neapel wiederzugewinnen. Papst Klemens VII., der in Avignon residierte, exkommunizierte infolge Karl von Durazzo unnd krönte seinerseits Ludwig von Anjou zum neuen König von Neapel und Sizilien. Ludwig marschierte mit 15.000 Mann über Avignon und die Lombardei nach Süden, ein Teilheer verblieb vorerst in der Toscana, um die feindlich gesinnte Republik Florenz in Schach zu halten. Der Hauptteil der französischen Truppen unter Amadeus von Savoyen, dem "Grünen Graf" erreichte Neapel im Herbst 1382. Im Februar 1383 verbreitete sich in den Bergen über Neapel eine Epidemie im Heere Anjous, an welcher auch der Graf von Savoyen am 1. März verstarb. Ludwig ging zudem sein Geld aus, vom Hinterland war er durch Söldnertruppen unter Sir John Hawkwood in Apulien abgeschnitten, sein hungerndes Heer wurde notdürftig zur See versorgt, begann sich jetzt aber völlig aufzulösen. Ludwig selbst erlag 1384 einer Epidemie in seinem Hauptquartier in Bari, er ernannte noch Sire Enguerrand von Coucy zu seinen Vizekönig in Italien. Seinen Thronanspruch vererbte er seinem Sohn Ludwig II. | von Anjou, Ludwig I. (I8926)
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| 49120 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_I._(Ligny,_St._Pol_und_Brienne) Ludwig I. von Luxemburg (franz.: Louis I. de Luxembourg, * 1418; † 19. Dezember 1475 in Paris) war ein Connétable von Frankreich ab 1465 bis 1475. Er war der Sohn des Peter von Luxemburg, Graf von Saint-Pol, und der Margarete von Baux. Weiterhin war er ein Neffe des Bischofs Ludwig von Thérouanne, Kanzler von Frankreich, und des Grafen Johann II. von Ligny. Er erbte von seinem Vater die Grafschaften Saint-Pol, Brienne und Conversano, von seinem Onkel 1441 die Grafschaften Ligny und Guise, sowie die Herrschaften Enghien, Roussy und Beaurevoir. Ludwig war ein enger Verbündeter des Grafen Karl von Charolais (Karl der Kühne) und war mit ihm einer der militärischen Führer der Ligue du Bien public. Er kämpfte 1465 mit in der Schlacht bei Montlhéry gegen König Ludwig XI., zu dem er aber schon kurz darauf überlief. Am 5. Oktober 1465 wurde er zum Connétable von Frankreich ernannt, von 1466 bis 1473 war er Gouverneur und Stellvertreter des Königs (Lieutenant du roi) in der Normandie, anschließend in der Picardie. Ludwigs persönliche Ambitionen und sein mangelndes loyales Verhalten erweckten beim König Verdacht. Vom Herzog von Burgund wurde er 1475 an den König ausgeliefert, der ihn des Hochverrats anklagte, verurteilte und am 19. Dezember 1475 auf der Place de Grève in Paris köpfen ließ. | von Luxemburg-Ligny (von Saint Pol und Brienne), Graf Ludwig (Louis) I. (I29680)
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| 49121 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_I._(Nevers) (Okt 2017) Ludwig von Dampierre oder Ludwig I. von Nevers (* 1272; † 22. Juli 1322) war Graf von Nevers von 1280 bis 1322, Graf von Rethel von 1290 bis 1322 sowie Erbgraf von Flandern. Er war der Sohn von Robert III. von Dampierre († 1322), Graf von Flandern, und Jolanthe von Burgund († 1280), Gräfin von Nevers. Nach dem Tode König Heinrichs VII. Heinrich VII. war er - neben anderen mitteleuropäischen Fürsten - einer der Kandidaten auf die römisch-deutsche Königskrone. Ludwig von Dampierre starb zwei Monate vor seinem Vater, so dass die Grafschaft Flandern direkt von diesem auf seinen Sohn Ludwig I. überging | von Nevers (Dampierre), Ludwig I. (I9083)
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| 49122 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_I._(Orléans-Longueville) Ludwig I. von Orléans-Longueville – in Frankreich Louis I. d’Orléans-Longueville – (* 1480; † 1. August 1516 in Beaugency) war Herr von Montgommery, Tancarville, Châtelaillon, Abbeville und durch seine Heirat Graf von Neuenburg am See. Er bekleidete das Amt eines Großkammerherrn von Frankreich und des Grand sénéchal de Provence.[1] Familie Ludwig stammte aus dem Haus Orléans-Longueville und war ein jüngerer Sohn des François I. d’Orléans-Longueville (Sohn des Johann der Bastard von Orléans und der Agnes von Savoyen, einer Tochter des Ludwig von Savoyen und Schwägerin des französischen Königs, Ludwig XI.). Ludwig heiratete 1504 Johanna von Hachberg-Sausenberg († 1543), die Tochter des Markgrafen Philipp von Hachberg-Sausenberg und der Maria von Savoyen. Leben Nach seiner Heirat mit Johanna von Hachberg-Sausenberg erhob er auch Anspruch auf die badischen Herrschaften seines verstorbenen Schwiegervaters, die Herrschaft Rötteln und die Landgrafschaft Sausenberg, sowie die Herrschaft Badenweiler. Er konnte diesen Anspruch jedoch nicht durchsetzen und bewirkte durch sein Verhalten sogar noch den Verlust der Grafschaft Neuenburg. Im November 1511 zogen die Eidgenossen über den Gotthard bis vor Mailand. Bereits während dieses Winterfeldzugs besetzten Truppen von Bern und Solothurn die Grafschaft Neuenburg[4], um ihre Grenze im Nordwesten gegen Frankreich zu sichern. Da Ludwig I. von Orléans-Longueville, bei der französischen Armee diente und Neuenburger Söldner dem französischen Heer zuführte, wurde die von ihm mitregierte Grafschaft zum Sicherheitsrisiko erklärt. Aufgrund des Protestes der anderen Kantone verständigten sich Bern und Solothurn zunächst mit Luzern und Fribourg im Juli 1512 auf eine gemeinsame Besetzung, da diese vier Kantone durch Burgrecht mit Neuenburg verbunden waren.[5] 1512 wurde Ludwig als Nachfolger seines Bruders, François II., Großkammerherr von Frankreich, was er bis zu seinem Tode blieb. 1515 folgte er seinem Bruder auch als 2. Herzog von Longueville. Er wurde 1513 von den Engländern in der Schlacht bei Guinegate gefangen genommen und nutzte seine Gefangenschaft in London um die Heirat des französischen Königs, Ludwig XII., mit Mary Tudor auszuhandeln. Während der Gefangenschaft hatte er eine Affäre mit der aus Frankreich stammenden Hofdame, Jane Popincourt.[6] 1515 kämpfte Louis in der Schlacht bei Marignano. Im Mai 1516 kehrte Jane Popincourt nach Frankreich zurück, und im August verstarb Louis aus unbekannter Ursache. Mehr unter dem Link oben.. | von Orléans-Longueville, Herr Ludwig I. (I13005)
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| 49123 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_I._(Teck) Ludwig I. (Teck) Ludwig I. von Teck, († 1283), Herzog von Teck, war ein Sohn von Konrad I. von Teck und gehörte zu der Zähringer Seitenlinie der Herzöge von Teck. Er gilt als Stammvater der Oberndorfer Linie des Hauses Teck. Leben Ludwigs Mutter ist nicht urkundlich belegt, evtl. war es eine Tochter des Grafen Hermann von Sulz. Die erste urkundliche Nennung Ludwig I. erfolgte 1249 auf Burg Teck und erlaubte teckischen Dienstmannen Schenkungen an die Dominikanerinnen im Kirchheimer Kloster zu machen. [1] Im Jahre 1261 wird Owen das erste Mal in einer von Ludwig I. besiegelten Urkunde seines Dienstmannen Bertold "Übelritter" von Owen erwähnt. Als Inhaber des Schenkenlehens des Klosters St. Gallen und als Vogt des Klosters Alpirsbach ergaben sich zahlreiche Aktivitäten am oberen Neckar im Gebiet um seinen Eigenbesitz Burg Waseneck mit den Ortschaften Altoberndorf, Bochingen, Beffendorf und Waldmössingen. Mitte des 13. Jahrhunderts gründet Ludwig I. die Stadt Oberndorf. 1272 stattet er das Dominikanerinnenkloster in Oberndorf mit Privilegien aus. Bei einer Schlichtungsurkunde 1251 um die ritterlichen Befugnisse im Dorf Dornhan ist das erste Mal das tecksche Rautenschild als Wappenbild der Herzöge von Teck am Urkundensiegel hinterlegt. 1276 wird das Stadttor zu Dornhan urkundlich erwähnt. Auch die Gründung der Stadt Rosenfeld wird mit Ludwig I. in Verbindung gebracht. Urkundliche Nennungen weisen Ludwig I. die Teilnahme am Hoftag König Rudolf von Habsburg am 12. Mai 1275 in Augsburg zusammen mit seinem Bruder Konrad aus. Ludwig I. von Teck verstarb 1283 und wurde am 24. Dezember 1283 in der teckschen Gruft in der Klosterkirche zu Kirchheim beigesetzt. Ehe Der Name seiner Ehefrau ist nicht urkundlich belegt, evtl. war es Irmelgard von Baden. Dies würde den Übergang der ehemals badischen Orte Marbach am Neckar und Lauffen am Neckar in den Besitz der Herzöge von Teck erklären. Mehr unter obenstehendem Link.. | von Teck, Herzog Ludwig I. der Ältere (I11626)
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| 49124 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_III._(Thüringen) Ludwig III., genannt der Fromme oder der Milde, (* 1151/1152; † 16. Oktober 1190 östliches Mittelmeer bei Zypern) aus der Familie der Ludowinger war Landgraf von Thüringen von 1172 bis 1190. Er war Sohn des Landgrafen Ludwig II. und dessen Gemahlin Jutta. 1172 folgte er diesem in die Landgrafenwürde. Seinem Bruder Heinrich Raspe III. (nicht zu verwechseln mit dem späteren letzten Landgrafen und Gegenkönig Heinrich Raspe IV.) überließ er dabei Hessen und die Besitzungen am Rhein als teilunabhängige Herrschaft. Im Großen und Ganzen setzte Landgraf Ludwig III. die Politik seiner Vorgänger fort. Er kämpfte gegen die Adelshäuser Thüringens und der benachbarten Länder (wie die Schwarzburger und die Askanier) sowie gegen das Erzbistum Mainz. Als Neffe von Kaiser Friedrich Barbarossa unterstützte er dessen Politik und stand damit zu Beginn seiner Herrschaft auch auf der Seite des Welfenherzogs Heinrichs des Löwen, bis dieser sich 1179 mit den Staufern überwarf, die seitdem dessen sächsische Gegner unterstützten. Für diese Bündnistreue erhielt er vom Kaiser die Pfalzgrafschaft Sachsen. 1181 überließ er diese seinem Bruder Hermann, der später sein Nachfolger wurde. Ludwig stürzte beim Erfurter Latrinensturz 1184 zwar auch mit in die Tiefe, überlebte dieses Unglück jedoch. Er nahm am Dritten Kreuzzug teil. Kaiser Barbarossa war mit dem Hauptheer auf dem Landweg über den Balkan und Kleinasien unterwegs, als Ludwig sich mit seinem Kontingent von Brindisi nach Tyros einschiffte. Im heiligen Land angekommen, schloss er sich der Belagerung von Akkon an. Noch bevor das deutsche Hauptheer – oder was davon übrig war – in Akkon eintraf, trat er, von Krankheit gezeichnet, 1190 die Rückreise an, verstarb jedoch am 16. Oktober auf der Überfahrt nach Zypern. Dort wurden seine Eingeweide bestattet, seine Gebeine wurden ins Kloster Reinhardsbrunn überführt und im 14. Jahrhundert in die Georgenkirche zu Eisenach umgebettet. Ludwig war zunächst mit Margarethe von Kleve, Tochter Dietrich II. verheiratet, mit der er eine Tochter Jutta hatte. 1186 ließ er sich von ihr scheiden, weil die Verwandtschaft angeblich zu eng war. In zweiter Ehe heiratete er Sophia, die Witwe des dänischen Königs Waldemar I. Auch sie verstieß er nach kurzer Zeit. Diese Ehe war kinderlos geblieben. Seine Tochter Jutta heiratete vor 1190 Dietrich (* vor 13. September 1159; † 13. Juni 1207), Graf von Sommerschenburg und Groitzsch, Sohn von Dedo III.von der Lausitz, sowie Propst zu Magdeburg. Die Grabplatte Ludwigs III. von Thüringen Das Bildnis des Landgrafen Ludwig III. wird uns auf seiner posthumen Grabplatte gezeigt. Sie stammt aus der Zeit nach dem Brand der Reinhardsbrunner Klosterkirche – entstand also nach 1292 – und kann stilistisch um 1330 datiert werden. Heute findet sie sich zusammen mit den anderen Monumenten der Grablege des Landgrafenhauses in der Georgenkirche Eisenach aufgestellt. Die längere Inschrift spricht auch vom Begräbnisort „ANNO DOMINI MC NONAGESIMO. SEPTIMO DECIMO KALENDAS NOVE... [O. LVDEVICVS PIVS TERT]VS; ThVRINGOR° LANTGRAVIUS ET hIC SEPVLTVS +“. In einer vertieften Nische findet sich frontal ausgerichtet eine männliche Gestalt, deren Haupt in ein Kissen sinkt. Auf dem über der rechten Schulter (mit vier Schmuckspangen) geschlossenen Mantel findet sich außerdem (auf der Brust) eine Pilgermuschel angebracht, die den Landgrafen als Wallfahrer auszeichnet. Mit der Rechten hält der Ludwig III. eine Stange, die neben im aufsteht und deren Banner zwischen Kopf und Kissen einsinkt. Mit der anderen Hand werden Schild und Schwert an die Hüfte gedrückt. Sie wird zusammen mit den anderen Monumenten des Hauses abgebildet und beschrieben in Wäß 2006, Band 2, S. 532 f. | von Thüringen (Ludowinger), Landgraf Ludwig III. (I41072)
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| 49125 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_III._von_Arnstein Ludwig III. von Arnstein Ludwig III. von Arnstein (* 1109 Burg Arnstein[1]; † 28. Oktober 1185 im Kloster Gommersheim[2], heute Gau-Odernheim) war ein Graf sowie mehrfacher Klostergründer. Er wurde Prämonstratenser, wird traditionell als Seliger verehrt und mit ihm starb sein Geschlecht im Mannesstamm aus.[3] Biografie Herkunft und Familie Seine Familie waren die Grafen im Einrichgau. Die genaue Genealogie ist umstritten und weitgehend unbekannt. Über Graf Ludwig III. existiert seine im Original erhaltene Vita Gesta comitis Ludewici, worin auch seine direkten Vorfahren und eine nicht näher präzisierte Blutsverwandtschaft mit dem Stauferherzog Friedrich II. von Schwaben (Vater von Kaiser Friedrich I. Barbarossa) erwähnt werden. Diese Quelle gilt anhand bisher nachprüfbarer Angaben als sehr zuverlässig; verfasst wurde sie um 1200 von dem Arnsteiner Prämonstratenser Luwandus. Das Adelsgeschlecht trug seinen Namen von der Burg Arnstein bei Seelbach im Rhein-Lahn-Kreis, die Graf Ludwig III. in das noch existierende Kloster Arnstein umwandelte. Leben Er war der Sohn von Graf Ludwig II. und seiner Gattin Udelhild von Odenkirchen. Ludwig II. starb frühzeitig (um 1115). Die Mutter zog sich nach erlangter Großjährigkeit des Sohnes auf die ihr als Morgengabe gehörende Besitzung Odenkirchen zurück. Später lebte sie als Kanonissin und schenkte ihre Erbgüter dem Erzbistum Köln; sie wurde im Kölner Dom beigesetzt. Graf Ludwig III. trat sehr früh in die Rechte seines verstorbenen Vaters ein. Durch die mangelhafte Erziehung, ohne Vater, führte er ein ausschweifendes und gewalttätiges Leben; seine Burg wurde zum Ausgangspunkt gefürchteter Raubzüge. Um 1125 verheiratete er sich mit Gräfin Guda von Bomeneburg, deren Heimat die neuere Geschichtsforschung auf der Altenbaumburg bei dem heutigen Ort Altenbamberg lokalisiert. Sie habe dem Geschlecht der Emichonen angehört. Die Ehe blieb kinderlos und Ludwig III. vollzog eine radikale innere Wandlung. Seines oberflächlichen Lebens überdrüssig beschloss er – anfangs gegen den erklärten Widerstand der Gemahlin – seine Güter geistlichen Zwecken zu widmen und bestimmte sich selbst für den klösterlichen Stand. 1139 berief er eine Gruppe von 12 Prämonstratensern aus dem Kloster Gottesgnaden bei Calbe an der Saale zu sich und übergab ihnen seine Stammburg, die er zum Kloster Arnstein umwidmete. Er selbst trat im Alter von 30 Jahren dort als Laienbruder ein. Zum Stiftungsgut des neuen Klosters gehörten von Anfang an der Ort Bubenheim (Pfalz) und seine Peterskirche, welche der Graf möglicherweise aus dem Heiratsgut seiner Frau besaß. Für das Dorf Bubenheim ist die 1140 erfolgte Schenkung an das Kloster Arnstein auch die erste urkundliche Erwähnung. Die schon bestehende Bubenheimer Kirche wurde 1163 im Auftrag des Klosters Arnstein von dem Priester Gottfried von Beselich neu erbaut.[4] Sie gilt als älteste romanische Dorfkirche der Pfalz und besitzt eine Erbauungsinschrift des Arnsteiner Klerikers mit seinem Porträtbild; der Neubau dürfte in enger Abstimmung mit dem auch als Ordensmann hier öfter aufenthältlichen Schenkgeber erfolgt sein. Ludwigs Gattin Guda lebte nach seinem Ordenseintritt als Inkluse in Arnstein. Das Ehepaar schenkte sein gesamtes Vermögen der Kirche, woraus zahlreiche weitere Klöster erwuchsen. Beim Besuch seiner Güter in Bubenheim pflegte Graf Ludwig III. öfter im heutigen Rheinhessen, bei Dienstmannen des Hochstiftes Metz einzukehren. Über diese erhielt er 1146 die Gommersheimer Güter des Hochstiftes, damit er dort ein Kloster der Prämonstratenserinnen, als Filiale von Arnstein gründen konnte.[5] Bereits 1144 hatte er das ebenfalls in der Nähe liegende Kloster Münsterdreisen reaktiviert und mit Prämonstratensern aus dem Kloster Gottesgnaden besetzt. Sein eigener Kaplan Marquard, wurde 1145 dort der erste Propst.[6][7] Graf Ludwig III. betreute auch die Prämonstratenser-Chorfrauen im Kloster Bethlenrode bei Kirdorf. Diese verpflanzte er ebenfalls in die Pfalz, siedelte sie zunächst in Stetten nahe Bubenheim an und gründete für sie schließlich um 1146 den Konvent zu Marienthal, der dem Kloster Münsterdreisen juristisch unterstellt wurde.[8] 1148 folgte die Stiftung des Prämonstratenserinnenklosters Enkenbach, als weiteres Tochterkloster von Münsterdreisen.[9] Weiterhin gehört das Chorfrauen-Kloster Beselich in das Umfeld Graf Ludwigs von Arnstein. Initiator war zwar der auch in Bubenheim tätige Gottfried von Beselich, jedoch hat bei der um 1170 erfolgten Gründung als Filialkonvent des Klosters Arnstein zweifelsohne der dort als Konverse lebende Graf eine wichtige Rolle gespielt,[10] zumal er für die zuvor schon dort erbaute und seinem Kloster übergebene Kirche bereits 1163 einen Schutzbrief des Erzbischofs Hillin von Trier erwirkte.[11] Tod Ludwig III. von Arnstein starb 1185 im Kloster Gommersheim, wo er sich gerade wieder auf einer seiner Inspektionsreisen zu den pfälzischen Klöstern und Besitztümern befand. Propst Burkard von Münsterdreisen erteilte ihm dort die Sterbesakramente. Aus allen umliegenden Dörfern seien die Leute herbeigeeilt um den Klostergründer zu beweinen. Die Leiche blieb zwei Tage in der Gommersheimer Klosterkirche aufgebahrt, kam am dritten Tag ins Kloster Eberbach, einen Tag später nach Kirdorf und wurde von dort zur Beisetzung ins Kloster Arnstein verbracht.[12] Von Graf Ludwig wird u. a. überliefert, dass er Kleidungsstücke auszog und an Bettler verschenkte, weshalb seine Vita eine Parallele zum Hl. Martin von Tours zieht. Es heißt dort: „Er hatte mit den Armen seinen Mantel geteilt, wie der Heilige Bischof Martin, damit hat er erworben ein Gnadenkleid von Purpur und Seide, die ewige Freude des Himmels.“ Gedenken Ludwig von Arnstein ist in vielen Heiligenlegenden aufgeführt und Kloster Arnstein, seine ehemalige Burg, existiert bis heute. Die anderen von ihm gestifteten Klöster gingen alle unter. Erhalten blieben die Klosterkirche St. Norbert in Enkenbach-Alsenborn, die Peterskirche in Bubenheim, sowie Reste der Klosterkirche von Marienthal. Sein Name und seine Intention leben weiter in der neuzeitlichen Ordensgemeinschaft der Arnsteiner Patres. Sie heißen zwar offiziell Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes, nennen sich im deutschen Sprachraum aber Arnsteiner Patres, nach ihrem hiesigen Mutterhaus im Kloster Arnstein.[13] Mehr unter dem Link oben.. | von Arnstein, Graf Ludwig III. (I11948)
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| 49126 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_IX._(Bayern) Ludwig IX. der Reiche (* 23. Februar 1417 in Burghausen; † 18. Januar 1479 in Landshut) war Herzog von Bayern-Landshut in den Jahren 1450 bis 1479. Er war der zweite der drei „reichen Herzöge“, die Bayern-Landshut im 15. Jahrhundert regierten. 1463 schloss er nach siegreichem Feldzug den Prager Frieden. 1472 gründete er die Universität Ingolstadt, die spätere Ludwig-Maximilians-Universität in München. Ludwig wurde als Sohn Heinrichs des Reichen und seiner Frau Margarete von Österreich auf der Burg zu Burghausen geboren, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Mütterlicherseits war er daher ein Neffe von König Albrecht II. Die Sparsamkeit seines Vaters Heinrich machte auch vor seiner Familie in Burghausen nicht halt, so dass Ludwig später einen Hang zur Prunksucht entwickelte. Nach dem Tod seines Vaters am 30. Juli 1450 Herzog geworden, nahm der 33-Jährige am 8. September in Landshut die Huldigung der Landstände entgegen. Am 5. Oktober ließ er alle Juden, die sein Vater geschützt hatte, in seinem Reich gefangen nehmen. Die Schuldbriefe der herzoglichen Räte und Diener wurden an die Aussteller zurückgegeben, und die übrigen Schuldner brauchten nur das Kapital unter Abzug der bereits bezahlten Zinsen zahlen. Nach einer Woche mussten alle Juden unter Mitnahme ihrer Habe das Land verlassen. Lediglich durch die Taufe konnten einige diesem Befehl entgehen. Damit befand sich Ludwig auf einer Linie mit dem Herzog in München, der ebenfalls die Juden vertrieben hatte. Am 16. Dezember 1450 schloss Ludwig mit Albrecht III. von Bayern-München den Vertrag von Erding. Dieses Abkommen bestätigte ihm den bei weitem größten Teil des erledigten Herzogtums Bayern-Ingolstadt, das sein Vater bereits an sich gerissen hatte, wodurch Ludwig erheblich mächtiger wurde als sein Münchner Verwandter. Nur Lichtenberg, Baierbrunn und das Gericht Schwaben verblieben als Ingolstädter Pfandgabe bei Bayern-München. Auch Deggendorf fiel als Landshuter Pfand an Albrecht zurück. Ludwigs berühmter Reichtum beruhte wie schon bei seinem Vater hauptsächlich auf dem Besitz der Bergwerke in den Herrschaften in Reichenhall und nun auch um Kitzbühel. Bei seiner prunkvollen Hochzeitsfeier 1452 bewirtete er eine Woche lang 22.000 Gäste und 9.000 Pferde auf seine Kosten. 1463 erhielt Herzogin Amalia dann von ihrem Gemahl wie einst dessen Mutter Schloss Burghausen als Wohnstätte zugewiesen, wofür er auch eine umfangreiche und strenge Hofordnung erließ. Bayerischer Krieg Als im Sommer 1456 in der Reichsstadt Dinkelsbühl ein Dieb gehängt wurde, der erst auf herzoglichem Gebiet gefasst worden war, schickte er 1.500 Reiter in die Stadt. Ludwig erzwang ein ehrenvolles Begräbnis des Gehenkten und die Zahlung eines Sühnegeldes von 1.000 Gulden. Nun erhob er Anspruch auf die Reichsstadt Donauwörth, die seiner Ansicht nach widerrechtlich dem Ingolstädter Herzog Ludwig dem Bärtigen enteignet worden war. Am 8. Oktober 1458 erschien ein starkes herzogliches Heer vor Donauwörth, das die Stadt nach elf Tagen Belagerung zur Kapitulation zwang. Kaiser Friedrich III. sprach wegen der Annexion Donauwörths 1459 die Reichsacht über Ludwig aus und übertrug die Vollstreckung dem Markgrafen Albrecht Achilles von Ansbach. Ludwig erkannte den Eichstätter Bischof Johann III. von Eych als Vermittler an. Als der Bischof jedoch zu seinen Ungunsten entschied, erklärte er ihm und dem Markgrafen Ende März 1460 den Krieg. Ludwig eroberte Eichstätt und die Stadt Roth, wo am 24. Juni 1460 mit der „Rother Richtung“ ein Vergleich beschlossen wurde. Am 13. Juli 1461 erklärte Kaiser Friedrich III. dem Bayernherzog den Krieg und bestellte Albrecht zum Reichshauptmann. Ludwig stand dagegen in einem Bündnis mit Friedrich I. von der Kurpfalz sowie mit Böhmen unter Georg Podiebrad. Der Konflikt zwischen Ludwig und Markgraf Albrecht wurde als Bayerischer Krieg zu einem Nebenschauplatz der Mainzer Stiftsfehde. Am 19. Juli 1462 besiegte Ludwig seinen Gegner in der Schlacht bei Giengen (Giengen an der Brenz), als dieser seinen Machtbereich in Franken ausdehnen wollte. Am 23. August 1462 schloss man in Nürnberg einen Waffenstillstand. Der Friede zu Prag, der Donauwörth als Reichsstadt bestätigte, beendete 1463 die Auseinandersetzung. Reformpolitik der späten Jahre Im Jahr 1466 erhielt Ludwig von Papst Paul II. die Erlaubnis zur Reformation aller Klöster seines Herzogtums. Insbesondere die Franziskanerklöster waren durch den Empfang von zahlreichen Schenkungen aufgefallen, was dem Armutsgelübde ihrer Ordensregel widersprach. Es wurde die strenge Observanz eingeführt, um zum ursprünglichen Ideal zurückzufinden. Beispielsweise wurde der Konvent des Klosters St. Peter und Paul in Landshut, der daraufhin aufgrund seiner minoritischen Neigung das Kloster noch im Jahr 1466 verließ, gegen Observanten ausgetauscht.[1] 1468 kam es zur Versöhnung Ludwigs mit dem Kaiser, innenpolitisch wandte sich der Herzog nun verstärkt dem Landesausbau sowie der wirtschaftlichen Konsolidierung zu. Unter den Räten Ludwigs befand sich der fähige Staatsmann Martin Mair. 1472 gründete Ludwig die schon seit längerer Zeit geplante Universität Ingolstadt, die spätere Ludwig-Maximilians-Universität München. Herzog Ludwig hatte sich bereits im April 1459 von Papst Pius II. das Stiftungsprivileg für eine bayerische Landesuniversität verleihen lassen. 1474 erließ Ludwig eine neue Landesordnung. Die Hochzeit seines Sohnes Georg mit der polnischen Prinzessin Jadwiga im Jahr 1475 ging als die Landshuter Hochzeit in die Geschichte ein. Wenige Jahre später starb Ludwig, der schon seit längerer Zeit an der Gicht und Übergewicht litt. Er wurde im Zisterzienserinnen-Kloster Seligenthal Landshut bestattet. | von Bayern (von Landshut) (Wittelsbacher), Herzog Ludwig IX. (I41457)
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| 49127 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Pfyffer_von_Altishofen Ludwig Pfyffer (von Altishofen) (* 1524 in Luzern; † 17. März 1594 in Luzern) war ein Schweizer Staatsmann und Heerführer in fremden Diensten. Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Ludwig Pfyffer war der Sohn von Leodegar Pfyffer (Kleinrat und Säckelmeister) und Elisabeth, geb. Kiel. Der Vater von Leodegar, Kleinrat Johannes Pfyffer (1438–1540), gilt als Stammvater des Luzerner Patriziergeschlechts Pfyffer von Altishofen. Ein Bruder von Ludwig, Jost Pfyffer (1531–1610), war Geschäftsmann, Kleinrat, Vogt und Schultheiss. Ein weiterer Bruder, Rudolph Pfyffer (1545–1630), war Vogt, Oberst in französischen Diensten, Kleinrat und Bannerherr. Ludwig Pfyffer trat 1553 als Offizier in den französischen Kriegsdienst, nachdem er in seiner Heimat verschiedene hohe Ämter bekleidet hatte. Er zeichnete sich 1562 in der Schlacht von Dreux aus und wurde zum Obersten eines Schweizerregiments ernannt. Dieses bildete den Kern der Heere Karls IX. in den Hugenottenkriegen. Gleichzeitig nahm Pfyffer 1566 als Gesandter der Eidgenossenschaft am Reichstag zu Augsburg teil, wo er von Kaiser Maximilian II. in den Ritterstand erhoben wurde. Ein Jahr später führte er die königliche Familie unter den ständigen Angriffen der Hugenotten sicher von Meaux nach Paris. Ferner nahm er an den Schlachten von Saint-Denis (Zweiter Hugenottenkrieg, November 1567) und Jarnac (Dritter Hugenottenkrieg, März 1569) teil und entschied diejenige von Moncontour (Oktober 1569). Er wurde in den französischen Adelsstand erhoben und in den prestigeträchtigen französischen Michaelsorden aufgenommen. Nach dem Frieden von Saint-Germain kehrte Pfyffer nach Luzern zurück, wo er die Würde eines Schultheissen bekleidete. Als Haupt der katholischen Partei der Eidgenossenschaft förderte er die Gegenreformation und betrieb die Vereinigung der katholischen Kantone. 1577 berief er die Jesuiten, setzte sich für den Borromäischen Bund (1586) und die Allianz der katholischen Kantone mit Spanien (1587) ein und warb schweizerische Regimenter für die französische Liga. Diese zeichneten sich 1590 unter dem Kommando seines Bruders Rudolph in der Schlacht von Ivry aus. Wegen seines Einflusses wurde Pfyffer von den Zeitgenossen als «Schweizerkönig» bezeichnet. 1571 baute er Schloss Altishofen, nachdem er die Herrschaft vom Deutschen Orden gekauft hatte. 1588 erwarb er das Wasserschloss Wyher bei Ettiswil. Pfyffer gilt als der Begründer des Luzerner Patriziats. Sein Geschlecht geniesst noch heute eine angesehene berufliche und gesellschaftliche Stellung. | Pfyffer von Altishofen, Ritter Ludovic (Ludwig) (I13310)
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| 49128 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_VI._(Bayern) Ludwig der Römer (* 7. Mai 1328 in Rom; † zwischen 11. November 1364 und 27. Februar 1365[2]) war als Ludwig VI. von 1347 bis 1351 Herzog von (Ober-)Bayern und als Ludwig II. ab 1351 Markgraf von Brandenburg. Als Markgraf von Brandenburg wird er auch als Ludwig der Jüngere bezeichnet. 1356 wurde er zudem zum Kurfürsten und Erzkämmerer des Heiligen Römischen Reiches erhoben. Zeitgeschichtlicher Hintergrund Mit Ludwigs Vater Ludwig IV. dem Bayern stellten die Wittelsbacher 1314 erstmals den römisch-deutschen König. Ludwig der Bayer, der sich erst nach langem Ringen gegen seinen Konkurrenten Friedrich den Schönen aus dem Hause Habsburg durchgesetzt hatte, baute die Hausmacht seiner Familie planvoll aus: Zusätzlich zu den angestammten Besitzungen in Bayern und der Pfalz erwarb er Brandenburg und Tirol sowie Holland, Seeland und den Hennegau. Nach seinem Tod 1347 fielen diese Gebiete an seine sechs Söhne Ludwig V. den Brandenburger, Stephan II., Ludwig VI. den Römer, Wilhelm I., Albrecht I. und Otto V. Das Todesjahr Ludwigs IV., 1347, stellt einen Einschnitt in der Geschichte Europas dar. Der Schwarze Tod, eine Pestepidemie ungeahnten Ausmaßes, verbreitete sich auf dem ganzen Kontinent. Zu den verheerenden ökonomischen und demografischen Auswirkungen der Pest trat der 1337 ausgebrochene Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich. Auch der Einfluss der Kirche, die sich 1378 im Avignonesischen Schisma für vier Jahrzehnte gespalten hatte, ging zurück. Wegen dieser Entwicklungen spricht man für die Zeit, in die Ludwig geboren wurde, auch von der Krise des Spätmittelalters. Leben Frühe Jahre Ludwig der Römer war der erste Sohn aus der zweiten Ehe des römisch-deutschen Kaisers Ludwig des Bayern mit Margarete von Holland. Er wurde 1328 in Rom geboren, als sich seine Eltern wegen der Kaiserkrönung des Vaters dort aufhielten. Am 7. September 1346 ordnete Ludwig der Bayer an, dass Margarethes zweiter Sohn Wilhelm seiner Mutter im Fall von deren Ableben in den Niederländischen Grafschaften nachfolgen solle, und dass nach Wilhelm, falls er kinderlos stürbe, Margarethes dritter Sohn Albrecht an die Reihe käme. Dafür verzichtete Ludwig der Römer als ältester Sohn Margarethes auf das Erbe seiner Mutter, die niederländischen Grafschaften, wobei die Hintergründe nicht geklärt sind. Ludwig dürfte aber schon früh dazu ausersehen gewesen sein, zusammen mit Ludwig dem Brandenburger die Belange des wittelsbachischen Hauses im Nordosten Deutschlands zu vertreten, denn bereits 1335 wurde er angesichts zunehmender Spannungen zwischen Ludwig dem Bayern und dem Luxemburger König Johann von Böhmen als Bräutigam der polnischen Prinzessin Elisabeth in Aussicht genommen. Seit seiner Verlobung mit deren Schwester Kunigunde – einer Tochter König Kasimirs III. von Polen, erhoffte Ludwig sogar die polnische Krone zu erlangen zu können. Spätere Erbansprüche in den Niederländischen Grafschaften konnte er gegen Wilhelm und Albrecht nicht mehr durchsetzen. Regierungsbeginn als Herzog von Bayern Im Oktober 1347 starb Ludwig der Bayer und Ludwig der Römer folgte ihm gemeinsam mit seinen fünf Brüdern als Herzog von Bayern nach. Zunächst setzten die Brüder die Reichspolitik ihres Vaters fort. Erst im Februar 1350 erkannten auch die Wittelsbacher Karl IV. als neuen König an und verpflichteten sich ihm die Reichskleinodien auszuliefern. Im Konflikt um die Herrschaft in Holland ab 1350 unterstützte Ludwig seine Mutter gegen Wilhelm, der jedoch als Sieger hervorging. Ludwig konnte sich jedoch den später mit Geld abgelösten Anspruch auf die Herrschaft Voorne und die Burggfschaft Seeland sichern. Bei der Teilung des Herzogtums Bayern mit seinen Brüdern im Landsberger Vertrag 1349 erhielt er mit seinen Brüdern Ludwig V. und Otto Oberbayern. Im Dezember 1351 erhielt Ludwig im Luckauer Vertrag die Marken Brandenburg und Lausitz gemeinsam mit Otto, die Herrschaft über Oberbayern fiel im Gegenzug an den älteren Ludwig. Schon ab Herbst 1348 hatte Ludwig seinen älteren gleichnamigen Bruder im Konflikt um Brandenburg unterstützt, durch seinen Aufenthalt in Holland hatte sich die neue Machtaufteilung jedoch zuletzt noch verzögert. Vertraglich blieben Ludwig und Otto jedoch danach weiterhin in Oberbayern erbberechtigt. Markgraf und Kurfürst von Brandenburg In der Mark zwang Ludwig den Falschen Woldemar endgültig zum Verzicht auf Brandenburg, die hohe Verschuldung des Landes infolge der Kriegswirren der vorangegangenen Jahre führten jedoch dazu, dass Ludwig Teile der Mark verpfändete. Auch musste er endgültig auf brandenburgische Lehensrechte in Pommern und Mecklenburg verzichten. Ludwig regierte in einer Zeit großer Rechtsunsicherheit und heftiger Fehden eines rebellierenden Adels, in dessen Abhängigkeit Ludwig zeitweise geriet, und die Mark Brandenburg verarmte zusehends. Im Januar 1356 wurde Ludwig die Kurfürstenwürde sowie das Erzamt des Erzkämmerers bestätigt, die Kaiser Karl IV. durch die Goldene Bulle fest mit der Markgrafenwürde von Brandenburg verband.[3] Als sein Bruder Albrecht die Regentschaft an Stelle des erkrankten Wilhelms in den Niederlanden angenommen hatte, verzichtete Ludwig im Juni 1358 nach einem neuerlichen Familienzwist endgültig auf die Grafschaften. 1358 wurde Ludwig nach seiner Rückkehr aus den Niederlanden mit Unterstützung des Kaisers aus dem päpstlichen Bann befreit, in den die Söhne Ludwigs des Bayern geraten waren. Nachdem seine Ehefrau Kunigunde 1357 gestorben war, heiratete er 1360 Ingeborg, eine Tochter Herzog Albrechts II. von Mecklenburg. Um sich gegen seine bayerischen Brüder Stephan II. und Albrecht zu revanchieren, mit denen er wegen der Kur und danach wegen der bayerischen Erbfolge nach dem Tode seines Neffen Meinhard erneut in Streit geraten war, trat er im März 1363 zusammen mit seinem Bruder Otto anlässlich von dessen Verlobung mit einer Tochter des Kaisers in eine Erbverbrüderung mit Karl IV. ein, welche diesem nach seinem und Ottos kinderlosem Tode die Mark Brandenburg zusicherte. Ludwig ließ daraufhin die Brandenburger Stände dem Kaiser huldigen. Mit Unterstützung der oberbayerischen Stände hatte Stephan zuvor die Herrschaft in Oberbayern angetreten, obwohl dort nach den Wittelsbacher Verträgen nur die mittlerweile landfremd gewordenen Brüder Ludwig und Otto erbberechtigt waren. Karl IV. ließ ihnen jedoch trotz der Erbverbrüderung und gegenteiliger Versprechungen keine wirksame Hilfe zu Teil kommen. Am 8. Mai 1364 schloss Ludwig dann in Bautzen sogar ein Bündnis mit den österreichischen Habsburgern, die gegen Stephan II. um Tirol kämpften. Als Ludwig im Alter von 36 Jahren starb, ohne Kinder hinterlassen zu haben, wurde sein Bruder Otto sein Nachfolger. Ludwig wurde wie seine erste Frau Kunigunde im Grauen Kloster in Berlin beigesetzt.[4] Denkmal Standbild Ludwigs von Emil Graf Görtz zu Schlitz in der Berliner Siegesallee mit den beiden Büsten Ritter Hasso der Rote von Wedel und Friedrich von Lochen, enthüllt am 14. November 1900 als Denkmalgruppe 11. | von Bayern (Wittelsbacher), Kurfürst Ludwig VI. (I26918)
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| 49129 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_VI._(Frankreich) (Okt 2017) Ludwig VI., genannt der Dicke (franz.: Louis VI le Gros; * Herbst 1081 in Paris; † 1. August 1137 in Béthisy-Saint-Pierre) aus der Dynastie der Kapetinger, war von 1108 bis 1137 König von Frankreich. Er gilt als einer der tatkräftigsten französischen Herrscher des Mittelalters, der dem Königtum in der Île-de-France eine starke Basis für dessen spätere Etablierung als dominierende politische Instanz des Königreiches schuf. Sein schon von Zeitgenossen verwendeter Beiname geht auf sein im Alter erlangtes, körperliches Übergewicht zurück. Familie und Jugend Ludwig, getauft auf den Namen Louis Thiébaut, war der älteste von vier Söhnen des Königs Philipp I. († 1108) und dessen erster Ehefrau Bertha von Holland († 1094) und erreichte als einziger Sohn das Erwachsenenalter. Als erster Vertreter des kapetingischen Hauses erhielt er einen merowingisch-karolingischen Namen.[1] Seine ältere Schwester Konstanze wurde nacheinander mit dem Grafen Hugo von Troyes und dem Fürsten Bohemund von Tarent verheiratet. Erzogen wurde er in der zur Abtei von Saint-Denis gehörenden Schule Saint Denis de l'Estrée gemeinsam mit Suger, der ihm sein Leben lang ein verlässlicher Freund und Ratgeber wurde. Ludwig wurde 1092 mit der Grafschaft Vexin[2] belehnt und erhielt weiterhin die Städte Mantes und Pontoise. Diese hatte er vor allem gegen die Angriffe des anglo-normannischen Königs Wilhelm II. Rufus zu verteidigen. Zwischen 1101 und 1105 wurde er auch Graf von Vermandois.[3] Ebenfalls im Jahr 1092 verstieß sein Vater die Mutter, um Bertrada von Montfort zu heiraten, die Ehefrau des Grafen Fulko IV. von Anjou, was das französische Königtum in eine tiefe Krise stürzte. Ludwig verlebte seine Jugend fern vom Hof, zum Ritter schlug ihn 1098 in Abbeville der Graf von Ponthieu.[4] Zudem ist er den Nachstellungen seiner Stiefmutter ausgesetzt, welche die Thronfolge zugunsten ihrer eigenen Söhne zu beeinflussen suchte. Nachdem Ludwig von seinem Vater 1100 zum Nachfolger designiert wurde, versuchte Bertrada ihn mittels eines königlichen Mandats in London festzuhalten, als er dort auf einer Reise verweilte. Als er dennoch in die Heimat zurückkehrte, beauftragte Bertrada drei Kleriker den Prinzen zu töten. Der Anschlag wurde rechtzeitig aufgedeckt, aber ein 1101 folgendes Giftattentat konnte nicht verhindert werden. Der Prinz erkrankte schwer und erst die Heilkünste eines jüdischen Arztes retteten sein Leben. Danach stellte sich Ludwig dem Machtstreben Bertradas entgegen, indem er sich 1104 mit der Tochter des einflussreichen Seneschalls Guido des Roten von Rochefort verheiratete. Lucienne von Rochefort war eine Cousine der Frau seines Halbbruders PhPhilipp, der Sohn Bertradas. Diese hatte mit der Verheiratung ihres Sohnes mit einer Tochter der mächtigsten Familie der Île-de-France versucht diese auf ihre Seite zu bringen, doch Ludwigs Verlobung ließ diesen Versuch ins Leere laufen, da er so die Rocheforts nun auch auf seine Seite ziehen konnte. Weiterhin versöhnte sich Ludwig öffentlich mit Bertrada und versprach deren Sohn die Grafschaft Mantes. Herrschaftsantritt Die Krönung und Salbung Ludwigs fand in aller Eile am 3. August 1108 in Orléans statt, unmittelbar nach der Bestattung seines Vaters in Saint-Benoît-sur-Loire, und musste von Bischof Daimbert von Sens vollzogen werden. Denn zu diesem Zeitpunkt war Ludwig bereits mit dem Aufstand einer breiten Opposition der Barone gegen ihn konfrontiert. Die Zeremonie konnte auch nicht im traditionellen Weiheort Reims begangen werden, da dort nach einer Doppelwahl Gervasius von Retel und Radulfus ‚le Vert‘ um die Erzbischofswürde konkurrierten, was für die Diözese zum päpstlichen Interdikt führte.[5] Zudem war Reims nicht sicher genug, da Ludwig dort dem Zugriff seines Halbbruders Philipp und des mit ihm verbündeten Grafen Theobald IV. von Blois ausgesetzt war. Kaum einer der großen Vasallen des Königreiches war bei der Krönung persönlich oder durch Vertreter zugegen, bezeichnend für den tiefen Punkt, den das Königtum unter Ludwigs Vorfahren in Autorität und Ansehen erreicht hatte. Allerdings konnte Ludwig unmittelbar darauf Bertrada zur Aufgabe ihrer Ambitionen nötigen. Er erlaubte ihr noch ihr Wittum zu verkaufen, von dessen Erlös sie das zu Fontevraud gehörende Priorat Hautes-Bruyères gründen konnte, in das sie sich zurückziehen durfte. Philipp machte er unschädlich, indem er ihm Mantes entzog. Ludwigs Königtum Dennoch musste Ludwig gleich zu Beginn seiner Regierung um das Überleben seiner Herrschaft kämpfen. Sein tatsächlicher Herrschaftsraum, die Krondomäne, war auf die Île-de-France mit ihren Zentren in Orléans, Paris und Senlis begrenzt. Umgeben war dieses Gebiet von den mächtigen Lehnsfürstentümern, wie zum Beispiel der Normandie und Flandern im Norden, der Champagne im Osten, dem Anjou und der Bretagne im Westen oder Aquitanien im Süden. Die Herren dieser Provinzen erkannten wenn überhaupt den König nur noch formell als ihren Lehnsherren an, betrieben aber eine eigenständige Politik. Aber auch in der Île-de-France war der König nur noch bedingt Herr im eigenen Haus. Die Straßen zwischen den Städten wurden kontrolliert von mächtigen Burgherren, die sich zumeist wie Raubritter gebärdeten und untereinander eng versippt waren. Die mächtigste Familie war die der Herren von Montlhéry-Rochefort, welche mit ihren Burgen wie Montlhéry, Rochefort-en-Yvelines, Bray-sur-Seine oder Crécy-en-Brie, sowie ihren weitverzweigten familiären Verbindungen seit der Herrschaft von Ludwigs Vater einen dominanten Einfluss auf den königlichen Hof ausübten. Ludwig selbst wurde mit der Tochter des Seneschalls verlobt, deren Bruder Hugo von Crécy 1106 problemlos das Amt des Seneschalls von seinem Vater übernehmen konnte. Nachdem Ludwig Bertrada neutralisiert hatte, machte er sich daran, nun die Macht der Monthlérys zu brechen. Sein erster Schritt dazu war die bereits 1107 erfolgte Auflösung der Ehe mit Lucienne von Rochefort, ein Konzil in Troyes leistete nach einer Aufforderung Papst Paschalis II. dafür den nötigen Dispens. Durchsetzung der Herrschaft gegen die Barone Hugo von Crécy und Hugo von Le Puiset Dies trieb Luciennes Vater, Guido den Roten von Rochefort, und ihren Bruder Hugo von Crécy in den Aufstand, dem Ludwig mit der Belagerung und Einnahme deren Burg von Gournay 1108 begegnete. Der wenig später erfolgte Tod Guidos von Rochefort sollte die Opposition gegen den jungen König allerdings nicht abschwächen. Ludwig übergab das Seneschallat, welches er Hugo von Crécy entzogen hatte, an Anseau de Garlande. Obwohl dieser ebenfalls mit den Montlhérys verschwägert war, sollte der sich als ein dem König ergebener Mann erweisen. Hugo von Crécy verbündete sich darauf mit Hugo III. von Le Puiset, sie verwüsteten anschließend das Land um Chartres, was Ludwig im Gegenzug den mächtigen Grafen Theobald IV. von Blois als Verbündeten einbrachte. 1109 eroberte Ludwig die Burg La Roche-Guyon und zusammen mit Theobald zerstörte er 1111 die Burg Le Puiset, nahm Hugo von Le Puiset gefangen und sperrte ihn in Château-Landon ein. Zur Stärkung seiner Position erbaute der König zwei Kilometer vor Le Puiset eine eigene Burg, Toury. Einen schweren Schlag musste Ludwig unmittelbar darauf hinnehmen, als der Graf Robert I. von Meulan die Île de la Cité von Paris überfiel und brandschatzte, als Vergeltung von Übergriffen königlicher Truppen auf sein Territorium. Der Tod des Grafen Odo von Corbeil 1112 verschärfte zusätzlich die Lage. Die Grafschaft Corbeil war zwar klein, befand sich aber in einer wichtigen strategischen Lage zwischen Paris und Orléans. Ludwig ergriff die Gelegenheit und zog Corbeil als erledigtes Lehen ein, machte sich damit aber Theobald IV. von Blois, der einen Erbanspruch darauf erhoben hatte, zum Feind. Zugleich beging Ludwig den Fehler, Hugo von Le Puiset freizulassen, nachdem dieser auf eigene Ansprüche auf Corbeil verrzichtet hatte. Einmal in Freiheit wollte Hugo davon nichts mehr wissen und verbündete sich erneut mit den Rebellen. In dieser Bedrängnis verbündete sich Ludwig mit dem Grafen Robert II. von Flandern und zog mit seinem Heer diesem zur Vereinigung entgegen. Dies nutzte Hugo von Le Puiset, indem er Toury einnahm. Ludwig ließ sein Heer wenden und eroberte Toury zurück. Anschließend siegte er zusammen mit seinem Vetter Rudolf von Vermandois in einer Schlacht über Hugo von Le Puiset, Hugo von Crécy, Theobald von Blois, Guido II. von Rochefort und Raoul von Beaugency, was ihm die erneute Zerstörung von Le Puiset und die Gefangennahme dessen Herrn ermöglichte. Doch im Gegenzug schlug und tötete der Graf von Blois des Königs Verbündeten, Robert II. von Flandern, bei Meaux. Letztlich konnte Ludwig dennoch über seine Feinde siegen, nachdem er 1114 Hugo von Crécy und Guido II. von Rochefort in der Burg Gournay einschloss und zur Unterwerfung zwingen konnte. Die Familie Montlhéry fand damit ihren Untergang, deren Besitzungen wurden unter den Siegern aufgeteilt. Montlhéry, Gometz, Châteaufort behielt Ludwig für sich, Rochefort vergab er an seinen getreuen Anseau von Garlande, Gournay an den eigenen Sohn Robert, Bray-sur-Seine als Ausgleich an Theobald von Blois und Crécy-en-Brie an die Familie Châtillon. Hugo von Crécy trat als Mönch in die Abtei Cluny ein. Hugo von Le Puiset wagte 1118 noch einmal einen Aufstand, nachdem er seinen eigenen Veter ermordet hatte. Bei der Belagerung seiner Burg wurde der Seneschall Anseau von Garlande getötet, doch auch Hugo konnte zur Aufgabe gezwungen werden. Er begab sich danach in das Exil nach Palästina, wo er starb. Thomas von Marle Nach der Bewältigung dieser Bedrohung richtete der König sein Augenmerk auf die Region nördlich der Krondomäne. Dort befehdete der mächtige Baron Thomas von Marle und sein Vater Enguerrand von Boves die Bürger, den Vidame und den Bischof von Amiens, welche sich gegen deren Herrschaft aufgelehnt hatten. Ludwig unterstützte den Vidame der Stadt mit Truppenentsendungen, und nachdem Thomas in der Ermordung des Bischofs Gaudry von Laon verwickelt war, sorgte der König im Dezember 1114 auf einem Konzil in Beauvais für dessen Exkommunizierung. Anschließend belagerte Ludwig die Burg Castillon, nördlich von Amiens, wo er 1115 eine Verwundung an der Brust davontrug, zwang aber Thomas zur Aufgabe und Unterwerfung. Ludwig begnadigte Thomas und beließ ihn in seinem Besitz, doch nachdem aber 1116 Enguerrand von Boves starb und der König die Grafschaft Amiens an Adelheid von Vermandois übertrug, begann Thomas eine Fehde gegen die Familie der Gräfin, welche das Land noch auf Jahre hinaus in Unruhe versetzte. Kampf gegen Heinrich Beauclerc Nachdem er seine Herrschaft in der Krondomäne gefestigt hatte, wagte sich Ludwig an die Durchsetzung königlicher Autorität gegenüber den großen Vasallen seines Reiches. Hauptgegner war dabei der Normanne Heinrich I. Beauclerc. Seit dessen Vater Wilhelm der Eroberer 1066 England erobert hatte, bildete das von ihm geschaffene anglo-normannische Reich die größte Bedrohung für das französische Königtum. Heinrich Beauclerc ist es 1106 nach der Schlacht bei Tinchebray gelungen, das Erbe seines Vaters wieder in einer Hand zu vereinen, wobei das Herzogtum Normandie ein Lehen Frankreichs war. Ludwig hatte damals als Prinz seine Zustimmung zu diesem Machtwechsel gegeben, was er später bitter bereute. Noch während seiner Auseinandersetzung mit den Baronen führte Ludwig einen Krieg gegen Heinrich Beauclerc, der 1106 inmitten des Vexin die Burg von Gisors verstärkt hatte. 1110 musste Ludwig vor Gisors eine Niederlage hinnehmen, die ihn 1113 zu einem Frieden mit Heinrich zwang, indem er diesen nicht nur in der Normandie anerkennen, sondern ihm auch die Lehnshoheit über die Bretagne und das Maine sowie die Burg Gisors, das Einfallstor in das Vexin, überlassen musste. Nachdem Ludwig diie Barone unterworfen hatte, konnte er seine Anstrengungen nun ganz auf die Normandie konzentrieren und unterstützte nun Wilhelm Clito, Sohn des 1106 entmachteten Herzogs Robert II. Kurzhose, als rechtmäßigen Prätendenten der Normandie. Weiterhin förderte er eine Opposition normannischer Adliger gegen Heinrich und verbündete sich mit den Grafen Fulko V. von Anjou und Balduin VII. von Flandern. Die Kämpfe begannen 1118 mit der Revolte der normannischen Barone gegen Heinrich. An einem Zug in die Normandie wurde der König jedoch durch Graf Theobald IV. von Blois gehindert, der sich mit seinem Onkel Heinrich Beauclerc verbündet hatte. Nachdem sich aber der Graf von Blois im Frühjahr 1119 gezwungen sah, sich mit dem König zu versöhnen, konnte Ludwig seine Kräfte auf die Normandie konzentrieren. Dort war inzwischen Heinrich gelandet und hatte den Aufstand weitestgehend niedergeschlagen. Ludwig zerstörte die Burg von Ivry, scheiterte jedoch vor Breteuil, zugleich musste er einen schweren Verlust hinnehmen, nachdem der Graf von Flandern bei Bures-en-Bray von Heinrich geschlagen und tödlich verwundet wurde. Ludwig zog daraufhin ein Heer zusammen und marschierte mit diesem vom Vexin aus in die Normandie ein. Doch schon auf dem Feld von Brémule wurde er von Heinrich gestellt und in der folgenden Schlacht, trotz anfänglicher Erfolge, geschlagen. Der Gefangennahme konnte er nur durch eine erfolgreiche Flucht in das nahe gelegene Les Andelys entgehen. Nach dieser Niederlage musste Ludwig den Kampf aufgeben, auch weil Fulko V. von Anjou sich mit Heinrich versöhnt hatte. Konflikt mit dem Kaiser Im Februar 1119, unmittelbar vor seinem Feldzug in die Normandie, hatte Ludwig die Wahl des Erzbischofs von Vienne zum Papst unterstützt. Kalixt II. (Guido von Burgund) war ein Onkel seiner Frau und ein Anhänger der klerikalen Partei um Papst Gelasius II., der in seinem Exil in Cluny gestorben war. Der König ergriff damit Partei gegen Kaiser Heinrich V. und dessen Papst Gregor VIII., die von Kalixt auf einem Konzil in Reims (Oktober 1119) mit dem Bann belegt wurden. Dieser traf auch Ludwigs Feind Heinrich Beauclerc, der ebenfalls den kaiserlichen Gegenpapst unterstützte. Während Ludwig so eine enge und lang anhaltende Allianz der Kapetinger mit dem heiligen Stuhl begründete, führte dieses Handeln zu einem Bündnis des Normannenherrschers mit dem Kaiser gegen Frankreich zusammen, das auch nach der Beilegung des Kirchenstreits 1122 (Wormser Konkordat) Bestand haben sollte. Ein erneuter Versuch Ludwigs und Wilhelm Clitos, in die Normandie vorzudringen, scheiterte deshalb 1123. Noch bedrohlicher wurde die Lage ein Jahr darauf, als der Kaiser ein großes Heer zusammenzog und sich damit gegen Frankreich in Marsch setzte. Ludwig seinerseits rief alle Vasallen seines Reiches auf, ihm Heerfolge zu leisten. Und tatsächlich fanden sich fast alle Großen des Reiches mit ihren Aufgeboten ein, sogar Graf Theobald IV. von Blois und der Herzog von Aquitanien. Insgesamt soll das Heer, das Ludwig, die Oriflamme voraus tragend, nach Lothringen führte, eine Stärke von über 60.000 Mann gehabt haben. In der Nähe der Festung Metz begegneten sie dem Heer des Kaisers, der angesichts der unerwarteten Größe des französischen Heeres auf einen Kampf verzichtete und sein eigenes Heer auflösen ließ. Die Bedrohung von Seiten des Reiches konnte Ludwig damit beenden, der Kaiser starb im folgenden Jahr. Auvergne und Flandern Trotz seines Scheiterns in der Normandie verfolgte Ludwig weiterhin eine Stärkung seiner Position innerhalb der großen Fürstentümer seines Reiches. Eine Gelegenheit bot sich ihm in der Auvergne, wo eine Fehde zwischen dem Grafen Wilhelm VI. und dem Bischof von Clermont tobte. Ludwig hatte dort schon einmal 1122 für den Bischof interveniert, doch der Graf nahm seine Umtriebe gegen den Bischof wieder auf. 1126 führte Ludwig erneut einen großen Heerzug in die Auvergne. Der Graf bat darauf bei seinem Lehnsherren Herzog Wilhelm IX. von Aquitanien um Hilfe, doch auch der Herzog wagte nicht den Kampf und zog es vor, dem König in Orléans zu huldigen. Darauf folgte ein ambitioniertes Engagement des Königs in Flandern, wo im März 1127 Graf Karl der Gute ermordet wurde. Ludwig griff darauf auf seinen Schützling Wilhelm Clito zurück, der als entfernter Verwandter des flandrischen Hauses einen Anspruch geltend machen konnte, und ließ diesen in Arras von dem Adel Flanderns zu ihrem Grafen wählen. Ende März 1127 zog Ludwig in Brügge ein, wo ihm Wilhelm Clito huldigte. In Flandern aber kollidierte Ludwig wieder mit den Interessen seines RiRivalen Heinrich I. Beauclerc von England, für den Flandern als Abnehmer englischer Wolle von hoher wirtschaftlicher Bedeutung war. Die um ihren Handel mit England besorgten flämischen Kaufleute stellten deshalb den lothringischen Grafen Dietrich von Elsass als Gegenkandidaten auf und übernahmen die Kontrolle in den Städten. Im Juli 1128 schlossen Ludwig und Wilhelm ihren Gegner in Alost ein, doch der Tod Wilhelms an einer Verwundung aus dem Kampf ließen Ludwigs Pläne in Flandern scheitern, er zog sich zurück und überließ Dietrich das Feld. Dieser war erst 1132 bereit, dem König zu huldigen, nachdem der Graf des Hennegau eigene Ansprüche auf Flandern erhob, dennoch sollte Flandern seine unabhängige Stellung gegenüber der Krone bewahren. Der Aufstand des Garlande Die Abwesenheit Ludwigs in Flandern rief eine kritische Situation in der Île-de-France hervor. Dort war sein Kanzler und Seneschall Stephan von Garlande nach einer Auseinandersetzung mit der Königin in den offenen Aufstand gegangen. Stephan war ein jüngerer Bruder von Anseau von Garlande, des treuen Seneschalls des Königs. Dies hatte seinen schnellen Aufstieg am königlichen Hof begünstigt, wo er von Ludwig nach der Entlassung des streitbaren Bischofs von Senlis 1118 zum Kanzler ernannt wurde. Nach dem Tod seines zweiten Bruders Wilhelm 1120 übernahm Stephan zusätzlich das Amt des Seneschalls, wodurch er zum allmächtigen Minister an Ludwigs Seite aufstieg. Diese Ämterhäufung und weitere Privilegierungen Garlandes hatte König Ludwig viel Kritik seitens seiner Ratgeber eingebracht, die aber der König überging. Und tatsächlich strebte Garlande danach, das Seneschallat in der Familie seiner Nichte, den Herren von Montfort, erblich zu machen. Damit aber fand Garlande in Königin Adelheid eine resolute Gegnerin. Während ihr Mann in Flandern kämpfte, verbannte sie Garlande aus Paris und ließ die Häuser seiner Anhänger wie auch die Reben seines Weinberges beim „Petit Pont“ niederreißen. Der Aufstand Garlandes wäre sicherlich nur eine weitere Episode im Leben des Königs geblieben, doch ging von ihm eine ernste Bedrohung aus, nachdem Garlande die Unterstützung des Grafen von Blois und vor allem Heinrich Beauclercs erhielt. Ludwig ging deshalb die Niederwerfung der Revolte nun entschlossen an und belagerte vom April bis Mai 1128 zusammen mit Graf Rudolf I. von Vermandois Garlandes Burg Livry. Der Graf von Vermandois verlor dabei im Kampf ein Auge, der König selbst musste den Durchschuss eines Armbrustbolzens an seinem Bein hinnehmen. Garlande ergab sich schließlich und sollte 1132 noch einmal die Kanzlerschaft erhalten, doch sein Einfluss am Hof war gebrochen. Darauf nahm sich Ludwig des weiterhin unruhigen Thomas von Marle an, den er 1115 noch begnadigt hatte. Der hatte in seiner Fehde gegen das Haus Vermandois 1130 den jüngeren Bruder Graf Rudolfs getötet. Der König ermächtigte den Grafen mit der Bekämpfung Marles, der im Oktober 1130 während der Belagerung seiner Burg Coucy getötet wurde. Letzte Jahre und Tod Die letzten Jahre seines Lebens war Ludwig vor allem mit der Regelung seiner Nachfolge beschäftigt. Er wollte nicht den Fehler seines Vaters wiederholen, der es zu Lebzeiten versäumt hatte, Ludwig salben zu lassen, was diesem nach dessen Tod Probleme bei der Machtübernahme bereitete. Deshalb ließ Ludwig bereits 1129 seinen ältesten Sohn Philipp zum Mitkönig krönen, der damit automatisch nach dem Tod Ludwigs Alleinherrscher geworden wäre. Philipp starb allerdings im Oktober 1131 in Paris bei einem Sturz vom Pferd. Eilends ließ der König seinen zweitältesten Ludwig VII. aus dem Kloster holen, um ihn noch im selben Monat in Reims krönen und salben zu lassen. Den Weiheakt nahm niemand anderes als Papst Innozenz II. vor, der zu dieser Zeit in Frankreich weilte. Im Jahr 1135 stirbt Ludwigs langjähriger, an Macht und Mitteln weit überlegener Gegner Heinrich Beauclerc. Obwohl nach ihm das anglo-normannische Reich in einen Bürgerkrieg driftete, konnte Ludwig keinen Profit daraus schlagen, da mit dem Hause Blois nur ein weiterer seiner Gegner den Normannenthron übernahm. Im Frühjahr 1137 entschloss sich der Herzog von Aquitanien, auf eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela zu gehen, und unterstellte deshalb seine Erbtochter Eleonore dem königlichen Schutz. Als der Herzog im Verlauf seiner Reise starb, zögerte Ludwig nicht lange und ordnete die Ehe zwischen seinem Sohn und der jungen Herzogin an. Dieser Schachzug sollte der Krone eines der reichsten und mächtigsten Fürstentümer Frankreichs einbringen. Mit diesen verheißungsvollen Aussichten machte sich Ludwig im Sommer 1137 zur Bekämpfung der räuberischen Herren von Saint-Brisson-sur-Loire bei Gien auf. Dem König, der unter Fettleibigkeit und einer Ruhrerkrankung litt, wurde von seinen Ratgebbern erfolglos von diesem Zug abgeraten. Auf dem Weg befiel den König eine erneute Dysenterieattacke, die ihn zu einer Rast auf der Burg Béthisy-Saint-Pierre zwang. Dort starb er am 1. August 1137, bestattet wurde er in der Abtei von Saint-Denis. Bei der Plünderung der Königsgräber von Saint-Denis während der französischen Revolution wurde sein Grab im August 1793 geöffnet und geplündert, seine Überreste wurden in einem Massengrab außerhalb der Kirche beerdigt. Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] König Ludwig VI. gilt allgemein als einer der verdienstvollsten Monarchen Frankreichs des Mittelalters. Zeit seines Lebens ständig im Kampf mit unbotmäßigen Vasallen und Feinden des Königreiches beschäftigt, führte er die Autorität und das Ansehhen der kapetingischen Dynastie aus ihrem, unter seinen Vorgängern erreichten, Tiefpunkt heraus. Nach Guizot setzte sich mit Ludwig VI. eine neue Auffassung des Königtums durch, wonach der Herrscher mehr als nur der Beschützer der Kirche, sondern auch der der Bauern, Handwerker und Kaufleute war. Sein Feldzug gegen den Kaiser von 1124 führte zu einem bis dahin ungekannten patriotischen Einheitsgefühl der Franzosen. Der König des Handels und der Städte Die Île-de-France, der unmittelbare Herrschaftsraum des Königs, erlebte unter Ludwigs Regentschaft einen sprunghaften Aufstieg zu einer der wirtschaftlich herausragendsten Regionen des Landes. Gewährleistet durch den Schutz des Königs konnten nun Händler gefahrlos und ohne Erpressungen örtlicher Barone von Orléans über Paris bis nach Reims ziehen. Profitiert hatten davon vor allem die Städte der Île-de-France, welche unter Ludwig auflebten, insbesondere Paris. War die Stadt zu Beginn seiner Regierung noch auf die Seineinsel beschränkt, war sie zu seinem Tod weit in das Umland hinein gewachsen. Dieser Aufschwung wurde besonders auch vom König gefördert, der unter anderem die Abteien von Saint-Victor (1113) und Saint-Lazare (vor 1122) stiftete, in der Nähe letzterer richtete er eine Messe ein, die zur neuen wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt beitrug. Die Königin gründete 1134 auf dem Montmartre ein Damenstift, und 1137 ließ sich der Templerorden in Paris nieder. Ludwig ließ die alte römische Brücke von der Insel zum Nordufer der Seine abreißen und errichtete eine neue aus Stein (Pont au Change) 125 Meter weiter östlich, in der Nähe zum Palast, und sicherte diese mit einem Châtelet. Diese Baumaßnahme war der Stadt nach dem Überfall des Grafen von Meulan von 1111 geschuldet. Nach der Chronik von Morigny überragte Paris zu Ludwigs Tod alle anderen Städte Frankreichs. Der Reformer Ludwig schuf eine auf die Person des Königs zugeschnittene Verwaltung und Justiz, welche von seinen Nachfolgern übernommen und ausgebaut wurde, wodurch er zu den Vätern des späteren französischen Zentralismus gezählt werden kann. Seit ihm waren Barone der Krondomäne gezwungen, den Ladungen vor das königliche Gericht Folge zu leisten, womit sich das Königtum vom freiherrlichen Adel abgrenzte, was zuvor nicht selbstverständlich war, wie zum Beispiel die Ehe Ludwigs mit Lucienne von Rochefort zeigt. Mit den königlichen Rittern (les chevaliers royaux) und niederen Prälaten schuf er dem Königtum ein ständiges Gefolge (l’entourage du roi). Da dessen Mitglieder vorzugsweise aus dem niederen Adel beziehungsweise aus der niederen Kiirchenhierarchie rekrutiert wurden, standen sie aufgrund der ihnen so eröffneten Aufstiegschancen der Krone loyal gegenüber. Der König wiederum konnte sich somit in seiner Herrschaftsführung von der vom Hochadel dominierten Hofgesellschaft lösen. Aus Mitgliedern des königlichen Gefolges wurde unter Ludwigs Herrschaft erstmals auch ein ständiges Regierungsgremium in der Form des königlichen Rats (conseil oder curia regis genannt) gebildet, das der Krone zukünftig in der Regierung beratend zur Seite stand. Gleichzeitig degradierte Ludwig die zuvor mächtigen Großämter der Krone in ihren Kompetenzen, um deren Missbrauch, wie er zuvor von den Montlhéry und Garlande betrieben wurde, einzudämmen. Wenn es ihm auch persönlich verwehrt blieb, die Macht der großen Vasallen zu brechen und diese dem Willen der Krone zu beugen, so schuf Ludwig die Voraussetzungen dafür, die schließlich seinem Enkel Philipp II. August zugutekamen. Ludwigs Persönlichkeit Auch der persönliche Charakter des Königs findet unter Historikern eine positive Beurteilung, vor allem durch Sugers um 1144 niedergeschriebene Vita Ludwigs. Aber auch distanziertere Chronisten wie Ordericus Vitalis oder Ivo von Chartres bescheinigten ihm ein lebensfrohes, gutmütiges und geistvolles Wesen. Während eines Kampfes soll der König einen ihn hartnäckig verfolgenden Ritter darüber belehrt haben, dass es nicht nur im Schachspiel verboten sei, den König gefangen zu nehmen. Kritik fand hingegen seine gelegentlich offenbarte Naivität, besonders im Bezug zu der milden Behandlung des Thomas von Marle 1115, oder die fehlende Weitsichtigkeit auf Heinrich Beauclercs Machtübernahme in der Normandie 1106. Auch die körperliche Entwicklung des Königs fand Kritik bei seinen Zeitgenossen. Wurde er in seiner Jugend von stattlichem Körperbau mit einem Hang zum Schwertkampf beschrieben, nahm seine Körperfülle im Alter so stark zu, dass ihm ab dem vierzigsten Lebensjahr Fettleibigkeit attestiert werden kann. Aus Angst um des Königs Wohl soll ihm deshalb Suger vor dem Feldzug in die Auvergne 1126 abgeraten haben. Die Umgebung des Königs wollte in seinem wachsenden Gewicht eine Folge von Gefräßigkeit erkannt haben. Ehen In erster Ehe war Ludwig von 1104 bis 1107 mit Lucienne von Rochefort aus dem Haus Montlhéry verheiratet, einer Tochter des Grafen Guido von Rochefort und der Elisabeth von Crécy. Die Ehe wurde 1107 geschieden. Lucienne heiratete wenig später den Herren Guichard IV. von Beaujeu. Sie starb nach 1137. Bereits während seiner Ehe führte Ludwig ein Verhältnis zu Marie de Breuillet, die vermutlich einfacher Herkunft war. Mit ihr hatte er die Tochter Isabella (Isabelle * wohl 1105, † nach 1175), die mit dem Herren Guillaume von Chaumont verheiratet wurde. Am 25. oder 30. März 1115 heiratete Ludwig in Paris Adelheid von Maurienne (* um 1092), eine Tochter des Grafen Humbert II. von Maurienne und Savoyen und der Gisela von Burgund. Adelheid hatte Anteil an der Regierung ihres Mannes und nahm besonders Einfluss auf die Beziehungen der Krone zur Reformpartei der Kirche. Sie ist die einzige französische Königin, deren Regierungsjahre in ausgestellten Urkunden neben denen des Königs genannt wurden. Nach dem Tod des Königs heiratete sie 1141 den Connétable Mathieu I. de Montmorency (siehe Stammliste der Montmorency) und trat noch zu dessen Lebzeiten 1153 in die Abtei von Montmartre ein, wo sie am 18. November 1154 starb und bestattet wurde. | von Frankreich (Kapetinger), König Ludwig VI. der Dicke (I7028)
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| 49130 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_VIII._(Frankreich) (Okt 2017) Ludwig VIII. (* 5. September 1187 in Paris; † 8. November 1226 in Montpensier), genannt der Löwe (le Lion), war von 1223 bis zu seinem Tod ein König von Frankreich aus der Dynastie der Kapetinger. Herkunft und Jugend Ludwig war der älteste Sohn König Philipps II. aus dessen erster Ehe mit Isabella von Hennegau († 1190) und damit von Geburt an der designierte Nachfolger seines Vaters auf den französischen Thron. Der Prinz litt zeit seines Lebens an einer schwachen körperlichen Gesundheit, die ihm 1191 während einer Ruhrerkrankung beinahe zum Verhängnis wurde. Gemeinsam mit dem Plantagenet-Prinzen Arthur von der Bretagne erhielt Ludwig am Hofe seines Vaters durch Bischof Stephan von Tournai eine umfassende geistige Ausbildung. Gemäß den Bestimmungen des Vertrages von Le Goulet zwischen Philipp II. und Johann Ohneland wurde Ludwig 1200 mit der kastilischen Prinzessin Blanka verheiratet, die eine Nichte Johanns war. Kampf gegen Johann Ohneland Ludwig nahm seit dem Jahr 1204 an den Feldzügen seines Vaters gegen Johann Ohneland teil, welcher per Parlamentsurteil all seiner Territorien in Frankreich für verlustig erklärt worden war. Am 17. Mai 1209 erhielt Ludwig in Compiègne die Schwertleite. Dazu musste er seinem Vater allerdings eidlich versichern, niemals an einem Turnier teilzunehmen, da sein Leben nicht einer zusätzlichen Gefahr ausgesetzt werden sollte. Als Ausgleich auf den Verzicht an dieser grundlegend ritterlichen Betätigung erhielt Ludwig die Lehen Château-Landon, Lorris und Poissy geschenkt. 1212 führte er erstmals selbständig einen Feldzug in das Artois, wo er von seiner Mutter geerbte Ansprüche gegen den flandrischen Grafen Ferrand verteidigen musste. Als Vertreter seines Vaters besiegelte Ludwig im November 1212 in Vaucouleurs mit Friedrich von Hohenstaufen das französisch-staufische Bündnis, welches gegen Johann Ohneland und dessen Neffen Kaiser Otto IV. gerichtet war.[1] Auf einem Hoftag König Philipps II. zu Soissons am 8. April 1213 wurde der Beschluss gefasst, Prinz Ludwig auf den englischen Königsthron zu setzen, um dort den gebannten Johann Ohneland zu ersetzen. Das Vorhaben kam jedoch nicht zur Ausführung, nachdem sich Johann dem Heiligen Stuhl unterworfen hatte. Stattdessen zog Ludwig mit dem aufgestellten Invasionsheer unter Führung seines Vaters erneut gegen Flandern. Im Jahr 1214 griff Johann Ohneland vom Poitou aus das ihm 1204 verlorengegangene Anjou an, während gleichzeitig Kaiser Otto IV. ein Heer vom Norden aus über Flandern gegen Frankreich führte. Prinz Ludwig zog Johann mit einem Heer von Chinon aus entgegen und siegte am 2. Juli bei Roche-aux-Moines über diesen. Johann musste auf seiner überstürzten Flucht sein gesamtes schweres Belagerungsgerät zurücklassen, womit ihm jede Möglichkeit auf ein erfolgreiches Fortführen seines Feldzuges genommen wurde. Wenige Tage später siegte Ludwigs Vater in der Schlacht bei Bouvines über den Kaiser. Invasion in England und Kreuzzug[ Nach diesem Sieg wurde der Plan zur Invasion Englands neu aufgegriffen. Dessen Realisierung erschien günstig, nachdem Johanns Herrschaft von den aufständischen englischen Baronen trotz der Anerkennung der Magna Carta 1215 in Frage gestellt wurde. Die Barone sandten an Prinz Ludwig eine förmliche Einladung, den englischen Thron zu besteigen. Dieser, nun weitaus selbstständiger handelnd, versuchte den Papst Innozenz III., der noch Johann unterstützte, für sich zu gewinnen, indem er den PPapst von der Gewaltherrschaft Johanns zu überzeugen versuchte und die Ansprüche seiner Frau als Enkelin Heinrichs II. von England hervorhob. Im Dezember 1215 landete Ludwigs Vorhut auf der britischen Insel und zog in London ein, am 26. Mai 12116 folgte Ludwig persönlich nach, wo er in der St Paul’s Cathedral die Huldigung der Barone wie auch von König Alexander II. von Schottland entgegennahm, ohne dabei aber gekrönt zu werden. Im weiteren Verlauf des Jahres gelang es ihm, das gesamte östliche England zu erobern, bis am 26. Oktober 1216 König Johann verstarb. Dessen treuster Anhänger William Marshal ließ unverzüglich Johanns unmündigen Sohn Heinrich III. krönen, der den Schutz Papst Honorius III. erhielt. Ludwig musste Anfang 1217 nach Frankreich zurückkehren, um neue Truppen zu werben, nachdem ihm sein Vater die Unterstützung entzogen hatte. Im Mai 1217 erlitt seine Partei bei Lincoln eine Niederlage gegen William Marshal, im folgenden August wurde seine Flotte vor Sandwich versenkt. Nach diesen Niederlagen musste Ludwig am 11. September 1217 den Frieden von Lambeth eingehen und seine Truppen von der Insel abziehen. Nach dem gescheiterten Unternehmen in England stellte sich Ludwig wieder in den Dienst seines Vaters. Dieser sandte Ludwig 1218 an der Spitze eines Kreuzfahrerheers in das Languedoc, das seit neun Jahren Schauplatz des Albigenserkreuzzuges war. Ludwig hatte bereits im Frühjahr 1215 kurzzeitig an diesem teilgenommen, nun sollte er nach dem Tod des Anführers des Kreuzzuges Simon de Montfort 1218 die Positionen dessen unfähigen Sohnes Amaury de Montfort und damit die Einflussnahme der ffranzösischen Krone in dieser Region retten. Doch eingedenk seines schlechten Verhältnisses zu Papst Honorius III., der auf diesen Feldzug diplomatisch drängte, brach Ludwig den Feldzug nach einem Massaker an der Bevölkerung von Marmande im Juni 1219 und einer halbherzig und ohne Erfolg geführten Belagerung von Toulouse wieder ab. In der Folge gelang es den Gegnern des Kreuzzuges unter Führung des Grafen Raimund VI. von Toulouse, bis 1224 die Kreuzfahrer aus dem Languedoc zu vertreiben. Herrschaft Herrschaftsantritt und Feldzug in das Poitou Bereits im März 1223 hatten Papst Honorius III., Kaiser Friedrich II. und Johann von Brienne bei einer Zusammenkunft in Ferentino einen konkreten Plan für einen groß angelegten Kreuzzug ins Heilige Land vereinbart. Dazu erhielten sowohl der frannzösische als auch der englische Hof vom Papst die Aufforderung zur Beendigung ihres Konflikts und zur Erhebung einer Kreuzzugssteuer. Für das Unternehmen werbend erschien Johann von Brienne eigens in Frankreich, wo er aber zu seiner Enttäuschung auf eine geringe Kreuzzugsbegeisterung in der Ritterschaft des Landes als auch am königlichen Hof stieß. Weder der bereits erkrankte Philipp II. noch der ihm im Juli 1223 nachfolgende Ludwig VIII. erklärten sich zu einer persönlichen Beteiligung an einer bewaffneten Pilgerfahrt in den Orient bereit. Ludwig war lediglich eine finanzielle Unterstützung abzuringen. Nachdem sein Vater am 14. Juli 1223 in Mantes gestorbenen war, wurde Ludwig am 6. August 1223 in der Kathedrale von Reims von Erzbischof Guillaume de Joinville zum neuen König von Frankreich gesalbt und gekrönt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Kapetinger-Dynastie setzte sich einzig das Geburtsrecht durch, da diesem Herrschaftswechsel keine beratende Versammlung voraus ging. Auch war Ludwig VIII. der erste Kapetingerkönig, der nicht zu Lebzeiten seines Vaters zum König geweiht woorden war. Auf dieses Mittel zur Nachfolgesicherung waren Ludwigs Vorgänger angewiesen gewesen, seine Nachfolger konnten fortan darauf verzichten. Diese nunmehr unbestrittene Anerkennung der Dynastie war das Ergebnis der erfolgreichen Politik von Philipp II. August. Unmittelbar nach dem Tod Philipps II. hatte Ludwig mit Kaiser Friedrich II. den französisch-staufischen Pakt von 1212 erneuert, der besonders auf die weitere Isolierung Englands abzielte. Allerdings gelang es Ludwig nicht, den in Deutschland regierenden Kaisersohn, König Heinrich (VII.), bei einem gemeinsamen Treffen in Toul im November 1224 zu einem Beitritt in dieses Bündnis zu bewegen. Ebenso wurde das Eheangebot mit einer französischen Prinzessin seitens Heinrichs zurückgewiesen. Diese Ablehnung ging sehr wahrscheinlich auf den einflussreichen Erzbischof Engelbert I. von Köln zurück, den in dessen niederrheinischem Einflussgebiet wirtschaftliche Interessen mit England verbanden. Nach zwei Umritten in den der Krondomäne neu gewonnenen Gebieten nördlich der Loire, wo er sich der stabilen Autorität der Krone versichern konnte, nahm Ludwig den zu Ostern 1224 auslaufenden Frieden mit England zum Anlass für ein weiteres milittärisches Vorgehen gegen die Plantagenets. Ziel war dabei die Unterwerfung der letzten von diesen gehaltenen Gebieten in Frankreich südlich der Loire. Zunächst erlangte er die Kontrolle über das Poitou, danach unterwarf sich ihm der mit der Witwe Johanns Ohnelands verheiratete Hugo X. von Lusignan, der Ludwig für La Marche und Angoulême huldigte. Anschließend stieß Ludwig in die Saintonge vor, die er nach der Einnahme von La Rochelle am 13. August 1224 unter seine Kontrolle brachte. Der Vizegraf von Limoges unterwarf sich ihm freiwillig. Dann wandte sich Ludwig der Gascogne zu, in die er Hugo von Lusignan mit einem Heer entsandte, doch diesem gelang es nicht Bordeaux einzunehmen. Der englische Prinz Richard von Cornwall führte von dort aus im Frühjahr 1225 einen Gegenschlag, der die Gascogne wieder unter die englische Herrschaft brachte. Kreuzzug gegen die Albigenser Als Reaktion auf dieses Ausgreifen Ludwigs bildete sich gegen ihn eine Allianz des Papstes mit England, der auch Peter Mauclerc und der wankelmütige Hugo von Lusignan beitraten, weiterhin gelang es Papst Honorius III. den Grafen Raimund VII. von Toulouse in dieses Bündnis zu integrieren. Doch bevor dieses aktiv werden konnte, übernahm Ludwig die Initiative und berief im November 1225 ein Konzil in Bourges ein. Dort gelang es ihm mit der Hilfe des ihm gewogenen päpstlichen Legaten Romano Bonaventura die Politik des Papstes zu sabotieren, indem er den Grafen von Toulouse exkommunizieren und einen erneuten Kreuzzug in das Languedoc proklamieren ließ. Das Konzil übertrug die militärische Leitung des Feldzuges an Ludwig und die geistige an Bischöfe der Krondomäne, die Finanzierung sollte ganz dem Kirchenvermögen zur Last gelegt werden. Auch sollten alle eroberten Gebiete an die Krone fallen, als rechtliche Grundlage hierfür diente vor allem die zu Bourges vorgenommene Übertragung der Rechte Amaurys de Montfort an den König. Im Mai 1226 zog Ludwig mit seinem Heer entlang am linken Ufer der Rhone, auf Reichsterritorium, in den Süden. Das kaiserliche Avignon versperrte ihm jedoch den Weg und erst eine langwierige Belagerung konnte den Widerstand dieser Stadt am 9. September des Jahres brechen. Die Wirkung dieses Erfolges war sehr groß und alle nachfolgenden Kriegsziele wie Nîmes, Beaucaire, Narbonne, Carcassonne, Montpellier und Pamiers ergaben sich kampflos. Auf eine Belagerung des starken Toulouse verzichtete man aufgrund des von Krankheiten geschwächten Heeres. Das unterworfene Gebiet wurde einer strengen nordfranzösischen Ordnung, basierend auf den 1212 von Simon de Montfort erlassenen Statuten von Pamiers, unterstellt und vom König ernannten Seneschalle zur Verwaltung anvertraut. Das französische Königtum gewann damit einen dauerhaften Zugang zum Mittelmeer und eine Ausgangsbasis für die endgültige Unterwerfung des Südens. Tod Im Oktober zog Ludwig über Albi wieder in den Norden zurück, von wo ihm seine Frau entgegen reiste. Doch noch vor dem Zusammentreffen starb Ludwig VIII. am 8. November in Montpensier an den Folgen einer Ruhrerkrankung, die er sich bei Avignon zuzugezogen hatte. Auf dem Sterbebett ließ er die Großen seines Königreiches auf seinen noch unmündigen ältesten Sohn einschwören. Allerdings hatte er in seinem Testament, das er vor dem Antritt des Feldzuges verfasst hatte, keine Vorsorge für eine eventuelle Vormundschaft und Regentschaft für seinen Sohn getroffen, was seiner Witwe in den kommenden Jahren erhebliche Schwierigkeiten in ihrer Regierung bereitete. Ludwig wurde am 15. November 1226 in der Abtei von Saint-Denis neben seinem Vater bestattet. Bewertung Aufgrund seiner mit nur drei Jahren besonders kurzen Regierungszeit stand Ludwig VIII. in der geschichtlichen Erinnerung lange im Schatten seines ruhmreichen Vaters und der Heiligkeit seines Sohnes. Allgemein gilt sein Wirken als eine Weiterführhrung der Politik des Vaters, die Autorität des Königtums gegenüber dem Lehnsadel, insbesondere der Plantagenets, auszubauen und zu festigen. Ludwigs 1225 initiierter Kreuzzug gab den Anstoß zur Unterwerfung des Südens, den seine Witwe im Vertrag von Meaux-Paris 1229 vollendete. Auch seine Eroberungen gegen die Plantagenets im Poitou wurden von seinem Sohn behauptet und im Vertrag von Paris 1259 besiegelt. In seinem Testament hatte Ludwig die Verfügungen zur Ausstattung seiner jüngeren Söhne mit Lehen vorgenommen, die sein ältester Sohn später auch umsetzte. Ludwig gilt damit als Begründer des Brauches, jüngere Prinzen der königlichen Familie mit Apanagen auszustatten, wofür er von späteren Historikern kritisiert wurde, die darin eine stete Gefahr für die Machtposition des Königtums erkannten. Dabei beriefen sie sich besonders auf die von Ehrgeiz geprägte Politik der jüngeren Brüder Köönig Karls V. als Beispiel. Allerdings erkannten andere Historiker in der Vergabe von Apanagen auch ein effektvolles Mittel zu Verhinderung von innerdynastischen Kämpfen, wie sie die Dynastie der Plantagenets im späten 12. Jahrhundert heimgesucht hatten. Zeitgenössische Rezeption Sein Beiname ist zeitgenössisch und wurde besonders in der Poesie seiner Zeit häufig für seine Charakterisierung angewandt. „Dieser Ludwig war mutig, kühn und kampfeslustig, er besaß das Herz eines Löwen. Aber so wie er lebte, fehlte es ihm nicht an Leid und Mühe.“: so beschrieb ihn der anonyme Minnesänger aus Reims. Eine Vita urteilte über ihn: „König Ludwig war während seines Lebens wild wie ein Löwe gegenüber den Bösen, doch bewundernswert friedlich den Guten gegenüber,…“.[2] Von dem normannischen Dichter Nicolas de Bray (Faits et gestes de Louis VIII) wurde Ludwig VIII. zwei Jahre nach seinem Tod auch als „magnus Alexander“ besungen.[3] Die karolingische Erneuerung Ludwig VIII. der Löwe nimmt in der ideologischen Verherrlichung der kapetingischen Dynastie eine besondere Rolle ein, die auf einer legendenhaften Prophezeiung des heiligen Walarich zurückgeht. Der soll dem Gründer der Dynastie Hugo Capet einst vorausgesagt haben, dass sein Haus für sieben Generationen herrschen werde, worauf im Anschluss der Stamm Karls des Großen auf den Thron der Franken zurückkehren werde (Reditus regni Francorum ad stirpem Karoli Magni). Philipp II. August war der siebte Kapetingerkönig und bereits er hatte eine Aszendenz zu den Karolingern über seine Mutter Adela von Champagne beansprucht[4]. Im Taufnamen seines unehelichen Sohnes Karlotus, aber auch in der von ihm begründeten Institution der zwölf Pairs, schlug sich dies nieder. Aber erst in der Genealogie Ludwigs VIII. wurde der Prophezeiung ein erfolgreicher Beweis durch den Abt der Benediktinerabtei von Marchiennes erbracht[5]. Der sah diese Voraussage in dem Umstand bestätigt, dass Ludwig der Sohn der Isabella von Hennegau war, deren Familie angeblich in direkter Linie von dem großen Kaiser abstammte. Der Abt hatte die Herrschaft Hugo Capets und seiner Nachkommen als Usurpation hervorgehoben, sie aber durch göttliches Eingreifen erklärt und durch die Rückkehr der legitimen Dynastie durch Ludwig VIII. als vollständig neutralisiert betrachtet. Der den Kapetingern anhaftende Makel, nur durch einen Bruch des Geblütsrechts auf den Thron der Franken gelangt zu sein, sollte damit eine Rechtfertigung ihrer Legitimität gegeben werden, die seit den Tagen Ludwigs VIII. und seines Vaters nie wieder angezweifelt wurde. Auch bei Ludwig schlug sich die neue karolingische Identität der Dynastie in ihrem Namenskode nieder, indem sein jüngster postum geborener Sohn den Namen Karls des Großen erhielt, den auch spätere Generationen der Kapetinger benutzten. Bereits der Kanoniker Aegidius von Paris (um 1160 bis um 1214) hatte dem jungen Kronprinzen Ludwig VIII. den Herrscherspiegel Karolinus gewidmet, in dem er die Taten Karls des Großen während dessen Spanienfeldzug beschrieb.[6] Dem Prinzen sollte diese Darstellung als Erinnerung an die einstige Vormachtstellung der Franken in Europa dienen und dazu ermuntern, diese nach dem Vorbilde Karls zu erneuern. Beim Tod Ludwigs VIII. lebten sechs seiner Söhne und eine Tochter. Der jüngste Sohn Karl ist vielleicht postum geboren, wobei bei diesem auch eine Identitätsgleichheit mit Stephan vermutet wird. Ludwig VIII. hatte im Juni 1225 vor Beginn seines Kreuzzuges ein Testament niedergelegt, in dem er die Erbverfügungen für fünf seiner ihm überlebenden Söhne bestimmte.[8] Der sechste Sohn Stephan ist wohl erst nach der Aufsetzung des Testaments geboren. Demnach sollte der erste Sohn (Ludwig IX.) im Königtum nachfolgen, der zweite (Robert) sollte für die Grafschaft Artois, der dritte (wohl Johann) für die Grafschaften Anjou und Maine, der vierte (Alfons) für die Grafschaft Poitiers und der fünfte (Philipp-Dagobert) schließlich für eine geistliche Laufbahn bestimmt werden.[9] Johann und Philipp-Dagobert starben beide 1232 noch vor der Umsetzung des Testaments und der vermutlich postum geborene Karl rückte in die Erbverfügung Johanns auf. | von Frankreich, König Ludwig VIII. der Löwe (I7541)
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| 49131 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XII. (Okt 2017) Ludwig XII. (* 27. Juni 1462 in Blois; † 1. Januar 1515 im Hôtel du Roi, einem Teil des Hôtel des Tournelles in Paris) war von 1498 bis 1515 König von Frankreich aus dem Haus Valois-Orléans. Der fortwirkende Beiname Ludwigs XII. war und ist „père du peuple“, „Vater des Volkes“. Dies geht auf eine Versammlung von Deputierten der Städte in Tours 1506 zurück, als ihm die ehrende Bezeichnung durch den spontanen Ausruf eines Untertanen angetragen war.[1] Leben Ludwig XII. war der spätgeborene einzige Sohn von Karl, Herzog von Orléans, und dessen dritter Gattin Maria von Kleve. Er war Urenkel von König Karl V. und Enkel von dessen jüngerem Sohn Ludwig von Orléans, dem Stammvater des Hauses Valois-Orléans, einer Nebenlinie der Dynastie der Valois. Wesentlich für seine Herkunft und sein Leben war ferner die Abkunft der Orléans von Valentina Visconti, da sie einen 1450 durch Francesco I. Sforza usurpierten Erbanspruch auf das Herzogtum Mailand begründete. Opfer und Rebell unter Ludwig XI. und Karl VIII. von Frankreich (1476–1498) Gemäß dem Willen von König Ludwig XI., der die Nebenlinie auszulöschen versuchte oder möglicherweise einen Konkurrenten für den 1470 geborenen Karl VIII. witterte, genoss Ludwig keine gute Erziehung und zeigte sich als junger Mann gewalttätig und verschwenderisch. Mit Abschluss vom 8. September 1476 zielte eine dekretierte Ehe mit Jeanne de France auf die Austilgung, da die Königstochter unansehnlich und vermutlich gebärunfähig war. Nach dem Tod Ludwigs XI. (1483) beanspruchte Louis d’Orléans die Regentschaft für den 13-jährigen Karl, scheiterte jedoch vor der Generalständeversammlung von 1484 gegenüber Anne de Beaujeu, der Königsschwester. Seinen Hort fand er in der Adelsopposition an der Seite Franz’ II. von Bretagne, ehe im sog. „verrückten Krieg“ (Guerre folle) die Bretonen scheiterten und ihren Unterstützer 1488 nach der Schlacht von Saint-Aubin-de-Cormier in Gefangenschaft sahen. Er wurde 1491 rehabilitiert. Als Karl VIII. von Frankreich 1494/95 Krieg um Neapel führte und von Lodovico Sforza, seinem einstmaligen Bundesgenossen, verraten worden war, geriet Louis d’Orléans im Herbst 1495 in Bedrängnis: Während der König auf dem Rückmarsch Richtung Norden durchzubrechen versuchte, war Louis nach dem Versuch, gegen Mailand vorzustoßen und seine Erbrechte einzufordern, in Novara eingekreist. Mit dem Waffenstillstand von Vercelli vom Oktober 1495 zog auch er nach Frankreich ab, musste jedoch einmal mehr auf Revanche gegen Mailand sinnen. König von Frankreich (1498–1515) Mit den Worten „Der König von Frankreich rächt sich nicht am Unrecht, das dem Herzog von Orléans angetan wurde“ amnestierte Ludwig auf seiner Krönungsmesse in Reims im Mai 1498 faktisch die Figuren alter Hofrivalitäten, nachdem Karl VIII. im April des Jahres jung verstorben war. Kaum an die Regierung gelangt, machte Ludwig XII. die Ansprüche auf Mailand geltend. Er verbündete sich bis zum Frühjahr 1499 mit Papst Alexander VI. und der Republik Venedig, brachte die Schweizer auf seine Seite und lenkte den römisch-deutschen König Maximilian, der seit 1494 mit Lodovico Sforza verschwägert war, ab. Umtriebigkeiten am Niederrhein mit dem Herzog von Kleve, ein Separatfriede mit Philipp dem Schönen von Burgund und die Unterstützung des so genannten Schwaben- und Schweizerkrieges taten ein Übriges: Die Macht der Sforza brach unter einem Stoß bis zum Frühherbst 1499 zusammen und wich endgültig, als bis zum April 1500 eine Rebellion gegen die französische Besatzung und ihre Unterstützung durch alte Sforza-Adhärenten niedergeworfen war (siehe auch Italienische Kriege). Das Bündnis mit Alexander VI. hatte 1499 die Annullierung der Ehe mit Jeanne de France erbracht und den Dispens für eine Ehe mit Anne de Bretagne, die, mit Karl VIII. verbunden, am 8. Januar 1499 Ludwig XII. ehelichte. Sie war durch ihren alteen Ehevertrag, falls kein Dauphin überlebt hatte, zu einer Ehe mit dem Thronfolger verpflichtet. Politisch relevant war die Ehe mit Anne, da sie das Herzogtum Bretagne an die Krone Frankreichs band und somit der Konsolidierung des Königreichs den letzten großen Stein beifügte. Mit der 1499 geborenen Tochter Claude taktierte Ludwig XII., indem er nach der Eroberung des Reichslehens Mailand und angesichts der offenen Burgundischen Frage Maximilian und Philipp von Burgund mit Verlobungsverträgen band. Diese nicht eingelööste und durch Geheimtestamente sogar verbotene Verbindung hätte Claude mit dem 1500 geborenen Karl V. zusammengeführt. Tatsächlich zielte Ludwig XII. auf eine Verbindung seiner Tochter mit seinem Neffen Francois d'Angoulême, der, falls der König ohne Söhne blieb, Thronfolger Frankreichs war. Im November 1500 verfügte ein geheimer Partagetraktat, dass Ludwig XII. von Frankreich und Ferdinand II. von Aragonien das Königreich Neapel teilen und Friedrich IV. von Neapel aus dem Königtum zu vertreiben meinten. Nach dem Siegeszug – den französische Hauptleute führten – entzweite sich allerdings der Spanier von der Übereinkunft, ehe die Franzosen in der Schlacht von Cerignola im Frühjahr und in der Schlacht am Garigliano im Dezember 1503 geschlagen und der italienische Süden verloren war. Daneben hatte Ludwig XII. den im August 1503 verstorbenen Alexander VI. und dessen Sohn Cesare Borgia in Mittelitalien erstarken lassen, so dass die französische Macht nach einem päpstlichen Bündniswechsel bereits ins Wanken gebracht worden war. Der Waffenstillstand von Lyon leitete ab dem Februar 1504 zu einer Aufteilung Italiens zwischen einem französischen Norden und einem spanischen Süden über und hatte im Juni 1507 im Akkord von Savona, wo Ludwig XII. persönlich auf Ferdinand von AAragón traf, vollendete Form. Wenig später verband der König von Frankreich seine Nichte Germaine de Foix mit dem verwitweten Ferdinand und legte die Erbfrage Neapels bei, während er in Aussicht auf neue Nachkommen seines Bundesgenossen zugleich der Erbanwartschaft des Hauses Habsburg auf die spanischen Kronen zu steuern versuchte. 1506/07 hatte bereits eine von Ludwig persönlich niedergeschlagene Rebellion Genuas die französische Macht erschüttert. Ein Italienzug von Maximilian scheiterte im Frühjahr 1508 an dem seit 1499 mehr oder weniger beständigen Bündnis mit Venedig. Sodann war die Liga von Cambrai noch Okkasion, im Verein mit Ferdinand und Maximilian die Lagunenrepublik, die bislang an den Kriegen der Potentaten profitiert hatte, zu strafen: Ludwig persönlich schlug die Venezianer 1509 bei Agnadello. Schicksalhaft war nach dem Sieg über Venedig, dass Papst Julius II. das Bündnis von Cambrai bzw. seine sachliche Teilhabe hinter sich ließ und mit den Venezianern sich verbündete. Dies gipfelte nach päpstlichen Provokationen in der sog. Heiligen Liga, die Ferdinand zum Abfall brachte und Heinrich VIII. von England im Norden drohen ließ: Obwohl die Franzosen in der Schlacht bei Ravenna im April 1512 gesiegt hatten, brach ihre Macht nach dem Tod ihres Feldherren in Italien zusammen. Gleichfalls ging an den Pyrenäen das Klientelkönigreich von Navarra an die Spanier verloren. Nach der Vertreibung aus der Lombardei scheiterte die Revision der Franzosen 1513 bei Novara an den Schweizern, ehe ihr Vorstoß gegen Burgund nur knapp mit einem fingierten Akkord abgewandt werden konnte. In der Schlacht von Guinegate waren didie Franzosen gleichfalls unterlegen und nur errettet, weil die Engländer in Schottland abgelenkt wurden. Um die Engländer auszusöhnen, heiratete Ludwig XII., der seit dem Januar 1514 verwitwet war, am 9. Oktober des Jahres die blutjunge Mary von England. | von Frankreich-Valois (Kapetinger), König Ludwig XII. Vater des Volkes (I8887)
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| 49132 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luigi_I._Gonzaga (Aug 2023) Ludovico I. stammte aus dem Haus der Gonzaga, einer alteingesessenen Familie ländlichen Ursprungs der Lombardei, die bis in das 12. Jahrhundert zurückreicht, sich ursprünglich Corradi, dann nach ihrem Landbesitz Gonzaga „Corradi di Gonzaga“ und schließlich nur noch Gonzaga nannte.[1] Ludovico war ein Enkel von Antonio Corradi († 1283 in Mantua), der 1259 einer der „Anziani del Popolo“ (etwa: Stadtrat) von Mantua und mit der reichen Erbin Richilde Pedroni verheiratet war, die große Teile der Herrschaft Gonzaga in die Ehe brachte, die zum Namensgeber der Familie Gonzaga und zur Grundlage des Aufstieges zu einer der berühmtesten und mächtigsten Familien Italiens wurde.[2] Sie liegt an der südlichen Grenze der Provinz Mantua und ist etwa 29 km von Mantua und 34 km von Reggio nell’Emilia entfernt. Sein Vater war Guido (auch Corrado genannt) Corradi da Gonzaga († 1318 in Mantua), ein reicher Grundbesitzer, der 1287 die Belehnung mit der Burg und Herrschaft Gonzaga durch das Benediktinerkloster San Benedetto di Polirone erwirkte. Ludovicos Mutter war eine Tochter von Strambino di San Martino, Herrn von San Martino dall’Argine (etwa 31 Kilometer südwestlich von Mantua am Fluss Oglio gelegen). | Gonzaga, Herr Ludovico I. (Luigi) (I42187)
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| 49133 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lun%C3%A9ville Lunéville Lunéville [ly.ne.vil] (veraltet auch Lünstadt)[1] ist eine französische Gemeinde im Département Meurthe-et-Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Lunéville ist Sitz der gleichnamigen Unterpräfektur, Hauptort der Kantone Lunéville-1 und Lunéville-2. Lunéville liegt an der Einmündung der Vezouze in die Meurthe, etwa 30 Kilometer entfernt von Nancy. Mit 19.020 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) ist Lunéville nach Nancy die zweitgrößte Stadt im Département Meurthe-et-Moselle Geschichte Lunéville war einst eine kleine Grafschaft und gehörte seit dem 15. Jahrhundert zum Herzogtum Lothringen. Seinen Aufschwung verdankte es Leopold Joseph von Lothringen, der 1702 nach Lunéville zog, weil seine Hauptstadt Nancy von französischen Truppen besetzt wurde. Er ließ sich vom Architekten Germain Boffrand das Rokokoschloss errichten und die Stadt zu einer würdigen Residenz ausbauen. Eine Steingutfabrik wurde im Jahre 1730 hier gegründet, die bald als königlich anerkannt wurde. Sie stellt noch heute weltberühmte keramische Produkte her. Danach regierte Stanislaus I. Leszczyński – der letzte Fürst von Lothringen – das Herzogtum bis zu seinem Lebensende (23. Februar 1766) auch von Lunéville aus. Lothringen fiel nach ihm vertragsgemäß an die französische Krone. Am 9. Februar 1801 unterzeichneten hier Joseph Bonaparte für die Französische Republik und Johann Ludwig Graf Cobenzl für Österreich den Vertrag von Lunéville. Dieser Friedensschluss markiert das Ende des Zweiten Koalitionskrieges und den Sieg Frankreichs. Inhaltlich bereitet dieser Friedensvertrag den Reichsdeputationshauptschluss (1803) vor. 1827 wurde Fürst Ludwig Aloys zu Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein zum Marschall und Pair von Frankreich ernannt. Für seine Verdienste erhielt er das Schloss Lunéville zeitlebens als Residenz. Er war Kommandeur des Regiments Hohenlohe, das 1831 in die französische Fremdenlegion einging. Ludwig Aloys starb in Lunéville am 31. Mai 1829. Besonders zu Anfang des Ersten Weltkriegs war die Umgebung der Stadt stark umkämpft. Der Durchbruchsversuch der deutschen 6. Armee auf Épinal scheiterte Ende August 1914 an der auf starke Befestigungen gestützten französischen Verteidigung im Raum Nancy/Lunéville. Mehr unter dem Link oben.. | von Lunéville und Amance, Folmar I. (I11945)
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| 49134 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest. Geschichte 1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut. 1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen. Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen. Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland. Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern. 1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont. 1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. | von Luternau, Agnes (I57560)
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| 49135 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lüthold_II._von_Rötteln_(Bischof_von_Basel) Lüthold II. von Rötteln (Bischof von Basel) Lüthold II. von Rötteln (* im 12. oder 13. Jahrhundert; † 16. Januar 1249) war von 1238 bis 1248 Bischof von Basel. (Als Herr von Rötteln war er Lüthold I.). Leben und Wirken Lüthold entstammte dem in der Umgebung Basels ansässigen Adelsgeschlecht der Herren von Rötteln. Sein Vater war Dietrich III. von Rötteln, sein Bruder, Walther von Rötteln, war von 1213 bis 1215 Bischof von Basel, sein Onkel, Konrad II. von Tegerfelden, von 1209 bis 1233 Bischof von Konstanz. Lüthold ist erstmals 1215 als Domherr in Konstanz und Teilnehmer am IV. Laterankonzil bezeugt. Ab 1233 war er Archidiakon des Bistums Konstanz für das Breisgau, ab 1236 auch Archidiakon für Burgund. Er wurde 1238 zum Bischof von Basel gewählt und empfing die Bischofsweihe im März 1239. Lüthold erwarb 1239 Arlesheim von der Äbtissin von Odilienberg, 1241 trat Burkhard IV. von Hasenburg seinen Besitz an den Bischof von Basel ab und nahm ihn zum Lehen[1]. Seine Teilnahme am, von Papst Innozenz IV. 1245 einberufenen, Konzil von Lyon führte zum Konflikt mit der auf der Seite des staufischen Kaisers stehenden Stadt Basel. Die Basler Bürger stürmten 1247 die bischöfliche Pfalz und zerstörten sie, woraufhin Papst Innozenz das Interdikt über die Stadt verhängte. Am 11. März bestellte der Papst Berthold von Pfirt als Koadjutor, im Juni trat Lüthold zurück. Er starb kurze Zeit später am 16. Januar 1249 und wurde im Basler Münster bestattet. Mehr unter dem Link oben.. | von Rötteln, Bischof Lüthold (I10776)
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| 49136 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mabile_de_Bellême (Feb 2022) Mabile Talvas de Bellême († 2. Dezember 1079) war die Ehefrau des mächtigen normannischen Barons Roger de Montgomerie, 1. Earl of Shrewsbury. Biographie Mabile war die Tochter von Guillaume II. Talvas de Bellême und Hildeburge, folglich gehörte sie zum Haus Bellême, das vom Geschichtsschreiber Ordericus Vitalis so verabscheut wurde, dass man von ihm keine Lobeshymnen erwarten kann. Nach Vitalis hatte Mabile nicht nur die Laster ihres Vaters geerbt, sondern diesen auch noch die Mängel ihres Geschlechts hinzugefügt; seiner Beschreibung nach war sie grausam, schurkisch, amoralisch, arrogant und schwatzhaft. Um 1050 heiratete sie einen der wichtigsten Barone der Normandie, Roger II. de Montgommery, einen engen Berater des Herzogs Wilhelm II. Für die normannischen Geschichtsschreiber war diese Ehe vom Vater der Braut geplant worden, um Verbündete nach dem Verlust seines Besitzes zu gewinnen[1]. Die heutigen Historiker sehen die Heirat eher als Versuch Herzog Wilhelms, die Unabhängigkeit des Hauses Bellême zu beschneiden. Die Verbindung zwischen der Erbin Bellêmes und seinem Vertrauten Roger de Montgomerie sicherte Wilhelm den Frieden im Süden des Landes. Der Historiker Lucien Musset geht noch weiter: „dadurch trat die mächtigste Familie Maines in den Orbit der Normandie ein“[2]. Tatsächlich war das Paar dem Herzog treu ergeben. Wie der Landesherr, so stellten sie mehrere Klöster wieder her: Almenêches, Troarn und Saint-Martin in Sées. Auf der anderen Seite machten sie sich einige Barone zu Gegnern: Robert de Grandmesnil und seinen Bruder Hugues de Grandmesnil, Raoul II. de Tosny, Ernaud Fitz-Giroie. Ordericus Vitalis sieht darin jedoch das Werk Mabiles, die – seinen Angaben nach – versucht haben soll, Ernauld Fitz-Giroie zu vergiften und damit dem Kampf zwischen den Familien Giroie und Bellême eine weitere Episode hinzufügte. Um 1070, nach dem Tod ihres Onkels Yves de Bellême, Bischof von Sées, erbte Mabile vermutlich die Herrschaft Bellême. 1071 oder 1074 wurde sie als Ehefrau Rogers Countess of Shrewsbury. Tod und Würdigung Während Mabiles Aufenthalts auf ihrer Burg Bures bei Caen gelang es Angehörigen der Familie Giroie, Hugues de Saugei und seinen beiden Brüdern, in die Burg einzudringen und Mabile zu köpfen. Diese Todesart war normalerweise Männern vorbehalten. Sie wurde in Troarn in dem von ihr und Roger finanzierten Kloster bestattet. Ihr von Ordericus Vitalis überliefertes Epitaph unterstreicht die Eigenheiten dieser Frau: „ihr Charakter war energisch, ihr Geist wachsam, ihre Tätigkeit unermüdlich, ihre Beredsamkeit überzeugend, ihre Weisheit vorausschauend. Klein von Gestalt, war sie groß durch ihre Tugenden; großartig und prächtig, liebte sie den Schmuck. Sie war der Schutzschild ihres Vaterlandes, die Prachtstraße seiner Grenze, und für ihre Nachbarn mal angenehm, mal fürchterlich. | de Bellême, Mable (Mabile) (I12679)
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| 49137 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Madeleine_de_la_Tour_d’Auvergne (Okt 2017) Madeleine de la Tour d’Auvergne war die Tochter von Jean III. d’Auvergne, dem Grafen von Auvergne, und Jeanne de Bourbon-Vendôme, der Tochter Jeans VIII. de Bourbon und Witwe Jeans II., Herzog von Bourbon. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahre 1501 trug sie bis zu ihrem Tod im Jahre 1519 den Titel Gräfin der Auvergne. Prestige mit Blick auf ihre Abkunft hatte Madeleine, da sie Gottfried von Bouillon unter ihren älteren Ahnen führte. Dies war ein Argument, als sie durch ihre Verbindung mit dem jüngeren Lorenzo de' Medici zum Pfand für das Bündnis Papst Leos X. und der Krone Frankreichs wurde. Sie heiratete am 13. Mai 1518 in Amboise und traf am 7. September in Florenz ein. Ihre Denkwürdigkeit und ihren Folgereichtum in der Geschichte der europäischen Dynastien erlebte Madeleine nicht mehr: Sie starb kurz nach der Geburt ihrer einzigen Tochter am 28. April 1519. Auch der Gemahl Lorenzo verstarb bald darauf, am 4. Mai, kaum zwei Wochen später. Erbe und Bedeutung Madeleines Tochter Caterina war die letzte Exponentin der Medici aus der Linie des älteren Cosimo - und markierte das Erlöschen der Linie im Mannesstamm. Kaum die Figur von Eheberedungen, erlangte sie jedoch später als Königinwitwe von Heinrich II. Prominenz und war die erste von zwei französischen Königinnen aus dem Haus Medici. Madeleines älteste Schwester Anne, welche die Grafschaft Auvergne geerbt hatte, heiratete den Herzog von Albany und überlebte ihre Schwester. Da sie jedoch gleichfalls kinderlos starb, ging die Grafschaft Auvergne an Katharina von Medici über. | de La Tour, Gräfin Madeleine (I8830)
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| 49138 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Madog_ap_Maredudd Madog ap Maredudd († 1160) war ein König des walisischen Fürstentums Powys. Er war der zweite Sohn von Maredudd ap Bleddyn und dessen Frau Hunydd. Nach dem Tod seines älteren Bruders Gruffydd 1128 wurde er Erbe seines Vaters, der 1132 starb. Während der Anarchy unter König Stephan konnte er die englische Oberherrschaft über Powys abschütteln und an die Anglonormannen verlorene Gebiete zurückerobern. In der Schlacht von Lincoln gehörten er und seine Krieger neben Cadwaladr ap Gruffydd von Gwynedd und Morgan ab Owain von Caerleon zu dem "fürchterlichen walisischen Mob", der Ranulph, Earl of Chester unterstützte.[1] 1149 eroberte er sogar Oswestry in Shropshire, das er bis 1157 halten konnte. Seinen Neffen Owain, einen Sohn seines Bruders Gruffydd erhob er im gleichen Jahr zum Unterherrscher von Cyfeiliog. Besonders zwischen 1149 und 1157 musste er sein Reich gegen die Angriffe von Owain Gwynedd verteidigen, der die Burg Tomen-y-Rhodwydd am südlichen Ende des Tals des Clwyd errichtete. Zur Abwehr gegen Gwynedd verbündete sich Madog 1150 wieder mit Ranulph of Chester. Dennoch wurde er in der Schlacht am Coleshill bei Flint von Owain geschlagen und verlor die Herrschaft über das Cantref Iâl. Madog setzte seine englandfreundliche Politik auch während des Feldzugs des englischen Königs Heinrich II. fort und unterstützte nicht das von Owain Gwynedd initiierte Bündnis der walisischen Fürsten. Madog blieb in dem Konflikt neutral, nutzte aber die Gelegenheit, um durch seinen Bruder Iorwerth Goch die Burg Tomen-y-Rhodwydd und damit die Herrschaft über Iâl zurückzuerobern. Er starb 1160 und wurde in der Kirche St. Tysilio in Meifod begraben. Ehe Er war mit Susanna, der Tochter von Gruffydd ap Cynan, einer Schwester Owain Gwynedds verheiratet. | von Powys (ap Maredudd), König Madog (I29930)
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| 49139 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Maelgwn_Fychan Maelgwn Fychan († 1257), auch Maelgwn Ieuanc genannt, eigentlich Maelgwn ap Maelgwn, war ein walisischer Lord aus der Dinefwr-Dynastie. Er war ein Sohn von Maelgwn ap Rhys, dessen Besitzungen von Is Aeron, einer Teilherrschaft des ehemaligen Fürstentums Deheubarth im Norden von Ceredigion, er nach dessen Tod 1230 erbte. 1231 eroberte er im Auftrag von Llywelyn ab Iorwerth von Gwynedd und mit Unterstützung durch seinen Onkel Rhys Gryg Cardigan Castle. Um 1233 vollendete er Trefilan Castle in Ceredigion. Ende 1233 nahm er während der Rebellion von Richard Marshal, 3. Earl of Pembroke gegen den englischen König Heinrich III. an der Belagerung von Carmarthen Castle teil, die schließlich im März 1234 durch die Ankunft einer Entsatzarmee scheiterte. Maelgwn Fychan blieb weiter ein Verbündeter der Marshals, er heiratete eine illegitime Tochter von Gilbert Marshal und wurde zum Vasallen von Gilbert.[1] Auf Druck des Königs zerbrach dieses Bündnis jedoch wieder, und Maelgwn Fychan wurde kurzzeitig zum Gefangenen Marshals, der ihn in Cilgerran Castle inhaftierte. Nach dem Tod von Llywelyn ab Iorwerth 1240 verlor er Cardigan an Walter Marshal.[2] Verbündet mit seinen Schwägern, den walisischen Lords von Meirionydd und Cedewain, schloss er sich schließlich 1244 der antienglischen Koalition unter Dafydd ap Llywelyn an. Nach dem Tod von Dafydd ap Llywelyn wurde er jedoch 1246 von Nicholas de Moels, dem königlichen Constable von Carmarthen und Cardigan besiegt und aus seinen Besitzungen vertrieben. Nicholas de Moels wurde dabei von Maelgwns Verwandten Maredudd ap Owain von Südceredigion und von Maredudd ap Rhys von Dryslwyn unterstützt. Maelgwn Fychan flüchtete in das Bergland von Gwynedd und ergab sich Ende 1246 den Engländern. Er erhielt mit Geneu'r Glyn und Iscoed nur die nördlich des Ystwyth gelegenen Teile seiner Ländereien zurück, während das Commote Perfedd an Maredudd ap Owain und an Rhys ap Maredudd fiel. Maelgwn Fychan heiratete in erster Ehe Angharad, eine Tochter von Llywelyn ab Iorwerth. In zweiter Ehe heiratete er Isabel, eine Tochter von Gilbert Marshal. | Fychan, Maelgwn (I29958)
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| 49140 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Magdalena_Nägeli Magdalena Nägeli kam als Tochter des Hans Franz Nägeli und der Rosina Wyttenbach zur Welt. Johannes Haller berichtet in seinen chronikalen Aufzeichnungen, dass Magdalena Nägeli am 22. Juli 1567 in der Kirche Bremgarten den Schultheissen Hans Steiger, Freiherr zu Rolle und Mitherr zu Münsingen heiratete. Das Hochzeitsfest sei in Bremgarten am 4. August gehalten worden und das Ehepaar sei am 6. August in Bern eingeritten. Die Burgerschaft habe das Paar mit Spiessen und Fähnlein festlich empfangen. Am 17. August sei vor dem Münster zu ihren Ehren das Buch Esther aufgeführt worden.[2] Magdalena Nägeli hatte mit Steiger acht Kinder. Er starb am 10. Februar 1581. In zweiter Ehe verheiratete sie sich 1582 mit Johann von Wattenwyl, ebenfalls Schultheiss von Bern. Mit ihm hatte sie zehn Kinder. 1605 heiratete sie in dritter Ehe Albrecht Manuel, auch er Schultheiss von Bern. Magdalena Nägeli dichtete fünf Zeilen zu ihren 97 Nachkommen. Das Gedicht findet sich als Inschrift auf ihrem 1622 entstandenen Porträt: „MAGDALENA NAEGELIN von Schultheßen ich myn Ursprung nam / drei Schultheißn ich zur Ehe bekam, Steiger, von Wattenwyl die beid / Sälig, Manuel bhütt Gott vor leid, / Kinder, kindtskinder, deren kind, / Nüntzigh siben von mir her sind, Drissig siben entschlaffen doch, Sechzig aber die läben noch.“ – Magdalena Nägeli Magdalena Nägeli lebte aufgrund der Pest in einer Zeit hoher Sterblichkeit. Durch ihren Kinderreichtum wurde sie für einen beachtlichen Teil des bernischen Patriziats zur Stammmutter. | Nägeli, Magdalena (I57925)
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| 49141 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_I._(Mecklenburg) Magnus I., Herzog zu Mecklenburg (* um 1345; † 1. September 1384) war Herzog zu Mecklenburg von 1383 bis zu seinem Tod. Magnus war der dritte Sohn von Herzog Albrecht II. zu Mecklenburg und dessen Frau Eufemia, die eine Schwester des schwedischen Königs Magnus Eriksson war. Er war mit Elisabeth von Pommern-Wolgast, der Tochter von Herzog Barnim IV. (nach 1362) verheiratet. Nach dem Tod seines Bruders Heinrich III. übernahm er zusammen mit dessen Sohn Albrecht IV. kurzzeitig von 1383 bis zu seinem Tod 1384 die Regierung im Herzogtum. | von Mecklenburg, Herzog Magnus I. (I26919)
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| 49142 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_I._(Schweden) (Aug 2023) 1266, nach dem Tode des Vaters, übernahm Magnus Ladulås dessen Amt als Jarl und versuchte, dem Amt dieselbe Machtfülle zu geben, die davor Birger Jarl ausgeübt hatte. Dadurch kam er mit seinem Bruder, König Waldemar, in Konflikt, der 1275 in einen offenen Kampf überging. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Erik und der Unterstützung des dänischen Königs Erik Klipping besiegte Magnus die königlichen Anhänger bei Hova. Im selben Jahr wurde er, nachdem Waldemar gezwungenermaßen abgedankt hatte, zum schwedischen König gewählt und im Mai in Uppsala zum König gekrönt. Es dauerte fünf Jahre, bis Magnus Ladulås seine Herrschaft gefestigt hatte. Der Machtkampf seines abgedankten Bruders, Meinungsverschiedenheiten mit dem dänischen König und ein Adelsaufstand 1278 bedrohten seine Herrschaft. 1280 hatte schließlich Waldemar endgültig seine Ansprüche aufgegeben, die Adligen hatten sich mit Magnus versöhnt oder waren hingerichtet worden, und die Kirche war durch ein Versprechen über weitreichende Privilegien auf die Seite des Königs übergewechselt. Magnus Ladulås führte im nächsten Jahrzehnt umfassende Reformen durch. In den Satzungen von Alsnö (1280) und Skänninge (1284) wurde die Beziehung zwischen Königtum und Adel geregelt. Es entstand der Stand der Ritter, die von steuerlichen Abgaben befreit waren. Ein Königsfrieden wurde kundgetan und die Blutrache wurde endgültig verboten. Ebenfalls wurde die Kirche in den Privilegien von Söderköping 1281 von der Steuerpflicht befreit. Feste Burgen mit dazugehörigen – nicht erblichen – Lehen wurden errichtet und ein neues Steuersystem wurde eingeführt. Und nicht zuletzt wurde ein königlicher Rat konstituiert, für den Fall, dass der Thronfolger beim Tode des Königs noch unmündig ist. 1285 und 1288 schloss Magnus Ladulås Verträge mit Gotland, die die Insel schließlich unter königliche Oberhoheit brachten. | von Schweden, König Magnus I. (Ladulås) (I42155)
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| 49143 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_II._(Mecklenburg) Magnus II., Herzog zu Mecklenburg (* 1441; † 20. November 1503 in Wismar) war von 1477 bis 1503 regierender Herzog zu Mecklenburg. Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Magnus war ein energischer, tatkräftiger Fürst, hatte schon zu Lebzeiten seines Vaters Heinrich IV., der sich mehr und mehr einem genusssüchtigen Wohlleben ergab, mit seinen älteren Brüdern Albrecht und Johann den tätigsten Anteil an den Regierungsgeschäften übernommen und gelangte bald nach des Vaters Tode (1477) durch den frühen Tod der beiden älteren genannten Brüder im Jahr 1483 tatsächlich zur Alleinregierung, da sein nunmehr einziger jüngerer Bruder Balthasar sich fast gar nicht um Regierungssachen kümmerte. Johann war schon 1474 vor dem Vater gestorben und hatte die Herzogin Sophie von Pommern als trauernde Braut hinterlassen, welche später Herzog Magnus selbst heimführte. Magnus war von vornherein bestrebt, die Schulden, welche durch die verschwenderische Hofhaltung seines Vaters übermäßig angewachsen waren, zu verringern. Er schränkte seine eigene Hofhaltung in jeder Weise ein, löste verpfändete Güter und Regalien aus und suchte durch außerordentliche Beden (vom niederdt. Beden = bei einem Fronhof abzugebende Naturalien) den zerrütteten Finanzen wieder aufzuhelfen. Hierüber aber geriet er mit den beiden dem Hansebund angehörenden Städten Rostock und Wismar, welche als solche den Herzögen gegenüber stets eine selbstständigere Stellung geltend machten, in Streitigkeiten. So kam es in Rostock in den Jahren 1487 bis 1491 zur „Rostocker Domfehde“. Der Anlass war die Einrichtung eines gemeinhin als „Dom“ bezeichneten Kollegiatstiftes an der Jakobikirche, mit der Herzog Magnus II. die Finanzierung der Universität und seine Machtposition innerhalb der Stadt sichern wollte. Am Tag der Weihe des Stifts, dem 12. Januar 1487, wurde der eben eingesetzte Stiftspropst Thomas Rode auf offener Straße brutal umgebracht, die anwesenden Fürsten mussten aus der Stadt fliehen. Dabei geriet Magnus während eines Streifzuges der Rostocker in äußerste Lebensgefahr und wurde nur durch die Entschlossenheit seiner nächsten Begleitung, welche sich im dichtesten Handgemenge bedeckend über ihn warf, mit knapper Not gerettet. Erst 1491 endete der von Handwerkern getragene Aufstand mit der Hinrichtung des Anführers Hans Runge und drei weiterer Aufständischer. Rostock musste das Domstift anerkennen, eine erhebliche Geldbuße leisten und alle Privilegien bestätigen. Dafür wurde die Lösung von Bann und Interdikt erreicht, welche die Herzöge Magnus und Balthasar vom Kaiser und vom Papst erwirkt hatten. Außer diesen Fehden im eigenen Lande nahm Magnus nach der Weise der damaligen Zeit, wo Fehden wegen Erb-, Lehn- und Grenzstreitigkeiten der Fürsten untereinander oder mit ihren Vasallen an der Tagesordnung waren, auch an den Streitigkeiten benachbarter Fürsten wiederholt den tätigsten Anteil, sei es durch Kampf oder durch Vermittelung zwischen den streitenden Parteien. Manche andere Unternehmungen zum Wohl seines Landes, wie die beabsichtigte Kanalverbindung der Ostsee mit der Elbe und Nordsee durch den Schweriner See, sowie auch die Verbesserung des Gehaltes der mecklenburgischen Landesmünze musste der Herzog wegen Mangels der nötigen Mittel anstehen lassen. 1492 bestätigte Magnus II. das im Sternberger Hostienschänderprozess nach kanonischem Recht gefällte Urteil gegen 27 Juden, denen Hostienfrevel unterstellt worden war. Die Juden wurden am 24. Oktober 1492 vor den Toren der Stadt Sternberg in seiner Gegenwart und der seines Bruders auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Alle übrigen Juden wurden des Landes verwiesen.[2] Das Angebot von Magnus II. an die Juden durch Taufe dem Feuertod zu entgehen, wurde von diesen ausgeschlagen.[3] Wie Friedrich Lisch schrieb, gingen alle „mit festem Muthe, ohne Widerstreben und Thränen zum Tode und hauchten mit alten, heiligen Gesängen ihr Leben aus.“[4] Doch hatte er in seinem häuslichen Leben die Genugtuung, noch bei seinen Lebzeiten zwei seiner Töchter mit angesehenen deutschen Fürsten zu vermählen, wodurch seine Tochter Anna die Stammmutter der hessischen und Sophie, die der Ernestinischen regierenden Linie wurde, während, freilich erst nach seinem Ableben, seine jüngste Tochter Katharina als Mutter des berühmten Herzogs Moritz von Sachsen selber zu Ruhm gelangte. Magnus starb 1503 in Wismar und wurde später feierlich im Doberaner Münster beigesetzt. | von Mecklenburg, Herzog Magnus II. (I26926)
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| 49144 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_Maximus Magnus Maximus[1] (* um 335; † 28. August 388) war von 383 bis zu seinem Tod als Usurpator Kaiser im Westen des römischen Reiches. Leben Aufstieg Geboren in Hispanien, diente Maximus unter Flavius Theodosius, dem Vater von Theodosius I. Wenig wahrscheinlich ist eine verwandtschaftliche Beziehung zu Theodosius, da Maximus von geringerer Herkunft war. Maximus wurde von seinen Truppen im Frühjahr 383 zum Kaiser proklamiert, während er die römische Armee in Britannien kommandierte. Anlass für die Rebellion war angeblich unter anderem die zunehmende Verärgerung des Militärs über den Westkaiser Gratian, der mehr und mehr alanische Truppen favorisiert hatte. Entscheidend dürfte aber gewesen sein, dass sich die römischen Truppen auf der Insel, die in ständige, verlustreiche Kleinkriege mit Pikten, Skoten und Iren verwickelt waren, vom fernen Gratian im Stich gelassen fühlten. Es war typisch für die römische Armee, dass eine kämpfende Truppe stets ein großes Verlangen nach „Kaisernähe“ hatte. Da Gratian nicht greifbar war, erhoben die britannischen Legionen daher ihren Anführer Maximus. Möglicherweise lief kurz darauf auch der einflussreiche germanische Heermeister Merobaudes zu Maximus über. Magnus Maximus als Kaiser Maximus wandte sich zunächst nach Gallien. Gratian zog ihm entgegen, seine Armee jedoch wechselte bei Paris zu Maximus, woraufhin Gratian nach Lyon floh, wo er am 25. August 383 erschlagen wurde. Maximus wurde 384 neben Gratians Halbbruder Valentinian II. vom Ostkaiser Theodosius I. – vorerst – als zweiter Augustus des Westens anerkannt und war fortan für die transalpinen Provinzen, also Britannien, Gallien, Germanien und Spanien, zuständig. Seinen Sohn Flavius Victor erhob er zum Caesar. Sein Verbündeter Gildo herrschte über Africa. Maximus nahm seine Residenz in Augusta Treverorum (Trier). Er wurde ein in Gallien sehr populärer Kaiser, dessen Andenken noch Jahrzehnte später von Männern wie Sidonius Apollinaris in hohen Ehren gehalten wurde. Zugleich aber war er auch ein unerbittlicher Verfolger jeglicher Häresie, etwa der gnostisch beeinflussten asketischen Bewegung Priscillians in Spanien und Südfrankreich. Durch die Hinrichtung Priscillians – des ersten Christen, der vom nunmehr ebenfalls christlichen römischen Staat aus religiösen Gründen getötet wurde – und die Verfolgung seiner Anhänger brachte er sich in Gegensatz zu Ambrosius von Mailand. Die bedrohte Rheingrenze konnte Maximus wieder sichern. Niederlage und Tod Im Verlauf des Jahres 386 wuchsen die Spannungen zwischen Maximus und seinen Mitherrschern. 387 zog er schließlich über die Alpen auf Mailand zu, um auch Italien und das Illyricum seinem Machtbereich hinzuzufügen. Zum Schutz der Rheingrenze ließ er Truppen unter dem General Nanninus zurück, dessen Obhut er auch den nunmehr zum Augustus erhobenen Victor anvertraute. Die Abwesenheit größerer Truppenverbände nutzten die Germanen jedoch aus. 388 musste Nanninus schwere fränkische Überfälle abwehren (siehe Marcomer). Gegen Valentinian II. hingegen war Maximus erfolgreich. Valentinian floh schließlich zu seinem Schwager Theodosius I., der bereits seit längerem zu einem Feldzug gegen Maximus rüstete. Theodosius schlug Maximus im Sommer 388 in zwei Schlachten (bei Siscia, heute Sisak, und Poetovio, heute Ptuj). Wenig später wurde Maximus hingerichtet. Flavius Victor wurde kurz darauf in Gallien ermordet, und Theodosius setzte Valentinian II. erneut als Kaiser des Westens ein. Magnus Maximus in walisischen Legenden In der Erzählung Breuddwyd Macsen („Macsens Traum“) wird Magnus Maximus „Macsen Wledig“ genannt (von walisisch „Gwlad“: Land, Nation, also etwa „Landbesitzer“), verheiratet mit Elen Luyddawg, der Tochter des Königs Eudaf Hen aus der Gegend um Segontium, das heutige Caernarvon. Die Geschichte von Macsen Wledig und Helen ist sicher unhistorisch. Es wird ferner behauptet, Magnus Maximus sei der Verantwortliche für den Rückzug der römischen Truppen aus Wales gewesen, zwanzig Jahre bevor der Rest Britanniens sich selbst überlassen wurde. Tatsache ist, dass Maximus’ Gallienfeldzug dazu führte, dass ein großer Teil der römischen Truppen die Insel verließ, um am Bürgerkrieg gegen Theodosius teilzunehmen; da aber um 390 noch einmal neue Einheiten nach Britannien verlegt wurden, die 398 auch noch einmal eine Offensive in der Region des Hadrianswalles durchführten, kann die Aufgabe der Provinz nicht sicher mit der Usurpation des Maximus verbunden werden. | Magnus Maximus (Macsen Wledig) (I30023)
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| 49145 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_Minnesköld Magnus Minnesköld (auch Magnus Minniskiöld; * im 12. Jahrhundert; † 31. Januar 1208 in der Schlacht bei Lena) war ein schwedischer Hochadeliger und Landrichter, der zum näheren Stammvater des schwedischen Herrscherhauses der Folkunger wurde, das eine Vielzahl hoher Würdenträger und von 1250 bis 1387 die Könige von Schweden stellte. Herkunft Magnus Minnesköld[1] stammt aus einer Familie, die nach ihrem Stammsitz Bjälbo (heute in der Gemeinde Mjölby in Östergötland) als „Bjälbo-Geschlecht“ (schwedisch: Bjalboätten) bezeichnet wurde. Als ältester Vorfahre gilt Folke der Dicke, der um 1100 lebte, und ein so mächtiger Herr war, dass er Ingegerd[2] eine Tochter von Knut IV. dem Heiligen, König von Dänemark (1080–1086)[3] zur Frau bekam und damit zu den ersten Magnaten des Königreichs Dänemark zählte. Die Herkunft Folkes ist nicht ganz geklärt. Nach dem dänischen Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus (* ca. 1140, † ca. 1220) war er ein Angehöriger des schwedischen Uradels, da er ihn schon im frühen 12. Jahrhundert in seinem Werk Gesta Danorum als „Sueticae gentis nobilissimus“ (Vornehmsten des schwedischen Volkes) bezeichnet[1] und schreibt, dass er „im Besitze großer Güter und fester Schlösser in den Göthalanden“ war.[4] Wegen des Vornamens gibt es jedoch, wie Brenner erwähnt,[5] auch Vermutungen, dass er aus Frankreich gekommen sein und vielleicht mit Foulques de Beaumont, Seigneur de Montevrault, (in Frankreich urkundlich bis ca. 1086) identisch sein könnte. Der Vater von Magnus Minnesköld war der schwedische Magnat Bengt Folkasson Snivil, Jarl in Schweden,[6] der ein Sohn von Folke dem Dicken und der Prinzessin Ingegerd von Dänemark (eine Tochter von Knut dem Heiligen) aus dem Haus des Torkel Björnsson, auch Thorgils Sprakalägg genannt. Name und Herkunft der Mutter von Magnus Minnesköld sind nicht bekannt. Leben Im Schatten des Bruders Das Leben des Magnus Minnesköld war durch seinen sozialen Hintergrund – als Angehöriger einer der mächtigsten Familien in Schweden mit verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Herrschern von Dänemark und Norwegen – aber auch durch den Umstand geprägt, dass er nicht der älteste Sohn und daher nicht das Haupt seiner Familie war. Er war der jüngere Bruder von Birger Brosa[7] (um 1161, † 9. Januar 1202), der 1174 von Knut Eriksson König von Schweden (1167–1196) (Sohn von Erik IX. Jedvardsson „der Heilige“, König von Schweden (1156–1159)) zum Jarl (Herzog) in Schweden – „Jarl der Schweden und Gauten“ – ernannt wurde. Birger Brosa konnte diese Position auch unter Knuts Nachfolger Sverker II. (1196–1208) fast dreißig Jahre lang bis zu seinem eigenen Tod im Jahre 1202 halten. Magnus stand daher im Schatten seines mächtigen Bruders, der ihm die Aussicht auf das höchste Amt unter dem König – das des Jarl – verstellte. Obwohl nähere Details nicht bekannt sind, ist wohl nicht daran zu zweifeln, dass er – gemeinsam mit seinem älteren und mit seinem jüngeren Bruder, Karl, genannt „der Taube“, († 8. August 1220), der seinerseits von 1216 bis 1220 Jarl in Schweden war, in Schweden und am königlichen Hof eine wichtige Rolle spielte. Rolle im Kampf um die Krone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Fest steht, dass er an dem Kampf zwischen Sverker II. Karlsson aus dem Sverkergeschlecht und Erik X. Knutsson aus dem Eriksgeschlecht um die schwedische Königskrone aktiv beteiligt war. Dieser Kampf wurde in drei Schlachten ausgefochten: In der Schlacht bei Älgarås, (heute ein Ort in der schwedischen Gemeinde Töreboda in Västergötland) im November 1205 – in der Sverker II. den Prätendenten Erik Knutsson besiegte. In der Schlacht bei Lena, (heute Kungslena in Västergötland) am 31. Januar 1208 – in der Erik Knutsson mit einem schwedisch-norwegischen Heer König Sverker II. und dessen vorwiegend dänische Armee vernichtend besiegte, ihn vom Thron vertrieb und sich selbst als Erik X. zum König von Schweden (1208–1216) machte. Sowie in der Schlacht bei Gestilren (vielleicht bei Enköping in Uppland) am 17. Juli 1210 – in der der vertriebene König Sverker II. mit einer dänischen Armee versuchte, seinen Thron zurückzugewinnen, jedoch besiegt wurde und in der Schlacht fiel. Magnus Minneskjöld nahm an den Kämpfen wohl als Feldherr von König Sverker II. teil, da dieser 1196 nur dank der Unterstützung durch seinen Bruder, Birger Brosa – damals Jarl von Schweden -die schwedische Krone erlangt hatte. Tod in der Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Dieser Machtkampf sollte schließlich auch das Ende des Magnus Minnesköld besiegeln. Er fiel im Rahmen dieser internen kriegerischen Auseinandersetzungen – vermutlich in der Schlacht bei Lena am 31. Januar 1208. Möglicherweise jedoch erst in der Schlacht bei Gestilren am 17. Juli 1210. Ehen Magnus Minnesköld war zweimal verheiratet. Über seine erste Frau, gibt es keine näheren Informationen. Magnus heiratete um 1195 – als seine zweite Frau – Ingrid Ylva Sunesdotter (* ca. 1180, † ca. 1250–1255) eine Tochter von Sune Sik, (* c. 1154), der – folgt man dem schwedischen Reformator und Historiker Olaus Petri (* 1493, † 1552)[8] -vermutlich ein jüngerer Sohn von König Sverker I. von Schweden (1130–1156) war. An Ingrid Ylva erinnert der nach ihr benannte Turm der Pfarrkirche in Bjälbo, von dem aus sie der Messe beigewoht haben und in dem sie bei Gefahr Zuflucht gefunden haben soll. | Minnesköld, Magnus (I26978)
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| 49146 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Malatesta (Sep 2023) Der Sohn Malatestas I., Malatesta da Verucchio (1212–1312), wechselte 1248 nach der Niederlage des Kaisers bei Parma auf die Seite der Guelfen und wurde damit zum Gegenspieler des ghibellinischen Anführers in der Romagna, Guido I. da Montefeltro. Nach der Vernichtung der Staufer durch Karl von Anjou sorgte dieser für die Ernennung Guidos I. zum päpstlichen Vikar der Stadt Florenz. Die Malatesta trugen erbitterte Gefechte mit rivalisierenden Adelsfamilien aus und wurden 1288 aus Rimini vertrieben, konnten aber in schweren Straßenkämpfen bereits 1295 ihre Rückkehr in die Stadt erreichen und vertrieben ihre Gegner. Noch im gleichen Jahr erklärte sich Guido I. zum Stadtherrn von Rimini und begründete damit eine Signoria, die seine Familie über 200 Jahre (bis 1504) beherrschte.[5] Offiziell waren sie „Vikare“ und damit Lehensnehmer des Kirchenstaates. Sie erwarben zahlreiche weitere Herrschaften in der Romagna. Ab 1285 waren sie Signori auch in Pesaro, wo ihnen 1445 die Sforza (und diesen 1513 die Della Rovere) folgten. Der von den Sforza um 1450 errichtete herzogliche Palast von Pesaro (heute Sitz der Präfektur) befindet sich an der Stelle ihrer einstigen Burg. | Malatesta da Verucchio (I42254)
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| 49147 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Malterer_(Adelsgeschlecht) Malterer (Adelsgeschlecht) Die Herren Malterer waren ein in Freiburg im Breisgau ansässiges Adelsgeschlecht, das 1386 im Mannesstamm erlosch. Herkunft Maurer sieht in den Herren Malterer ein aus der Kaufmannsschicht aufgestiegenes Adelsgeschlecht.[1] Geschichte Mit Konrad Malterer („Cuonrat der Malterer“) erscheint das Geschlecht der Herren Malterer erstmals in einer Urkunde von 1303.[2] Dieser Konrad war Mitglied, „der alten 24“, des Stadtrats von Freiburg, zu dem er noch 1337 gehörte. In einer Urkunde des Freiburger Spitals vom 8. Mai 1336 wird er zuerst als „Cunrat der Alte“ und ein Jahr danach am 16. Mai 1337 als „Her Cunrat Malterer“. Daraus lässt sich in der Regel erkennen, dass jemand mit der Ritterwürde bedacht wurde, was Kindler von Knobloch jedoch anzweifelt.[3] Aufstieg Die Herren Malterer zählten im 14. Jahrhundert zu den wohlhabendsten Familien in Freiburg. Zu ihren Schuldnern zählten neben den Städten Freiburg und Endingen auch hochrangige Adelsfamilien wie die Grafen von Freiburg, die Grafen von Fürstenberg, die Grafen von Tübingen, die Markgrafen von Hachberg, die Herren von Uesenberg, die Herren von Geroldseck, die Herren von Staufen, die Herren von Falkenstein, die Klöster St. Peter, St. Märgen und selbst der Abt von Einsiedeln. Ihr Wohlstand öffnete ihnen den Zugang zu den Adelskreisen. Johannes Malterer, der Sohn Cunrats des Alten, wird schließlich in einer Urkunde vom 25. November 1352 als Ritter bezeichnet.[4] Die Söhne Cunrat Malterers waren Henni Malterer der Kramer, Bürger in Freiburg, der mit einer Else verheiratet war (erstmals erwähnt am 28. Februar 1337) und Peter Malterer. Henni und Else hatten einen Sohn namens Peter. Ob Johannes Malterer der Sohn oder der Bruder Cunrat Malterers war, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Johannes Malterer, der den Beinamen Mezziger trug, war Mitglied des Freiburger Stadtrats. Er wird erstmals am 11. April 1317 urkundlich erwähnt. In einer Urkunde vom 1. Februar 1323 wird von „Johann Malterer dem Mezzier“ gesprochen.[5] Gemäß Kindler von Knobloch handelt es sich bei diesem Beinamen nicht um eine Berufsbezeichnung, sondern er deutet auf eine verwandtschaftliche Beziehung zu einem Geschlecht dieses Namens hin.[6] Schweizer nimmt an, Johannes sei einer der 24 Marktgeschworenen der Stadt gewesen, von denen ein jeder eine der Bänke, d. i. Verkaufsbuden, zu beaufsichtigen hatte, Johannes also wohl die der Metzger.[7] Johannes erscheint von 1324 bis 1350 im Rat von Freiburg. Kindler von Knobloch vermutet, dass Johannes Malterer bereits in jungen Jahren über einen ganz außergewöhnlichen Reichtum verfügte. Nicht nur dass er in zahlreichen Urkunden als Kreditgeber auftaucht, sondern auch spätere Eheverbindungen der Nachkommen liefern eindeutige Beweise dafür. Ein bis heute erhalten gebliebener Wandteppich, den Johann Malterer und dessen Schwester Anna (urkundlich als Nonne des Freiburger Dominikanerinnen-Klosters St. Katharina belegt) dem Kloster Adelhausen stifteten, zeigt die Bedeutung dieser Familie. Dieser Maltererteppich ist heute im Augustinermuseum ausgestellt.[8] Verheiratet war Johannes mit Gisela von Kaisersberg aus einem alten Elsässischen Hochadelsgeschlecht. Am 21. Januar 1356 kaufte er von den Meinwart deren Anteil an Burg Falkenstein, am 11. Juli 1356 gar zu rechtem Pfandschatz von Markgraf Heinrich von Hachberg, Herr zu Kenzingen und seiner Gemahlin Anna von Uesenberg die Burg Hochberg mit dem „Vorhoff und dem buwhoff“ zusammen mit der Herrschaft Hochberg für 220 Mark Silber. Der Ehevertrag seiner Tochter Elisabeth mit dem Markgrafen Otto von Hachberg vom 12. Juli 1356 gibt einen Einblick wie umfangreich diese Herrschaft war; dazu zählten neben der besagten Burg die Dörfer, Höfe, Leute, Güter, Rechte, Einkommen, Waldungen namentlich: St. Peterswald, den Jungwald, die Allmende oberhalb von Sexau, das Moos, den Hochberg, den Schlechthart, den Tettenbach, die lange Staude „Zugehör“ und Vogtei in: Malterdingen, Heimbach, Mundingen, Köndringen Gerichte, Güter, Gülten und Rechte in: Bahlingen, Denzlingen, Mundingen, Niderndorf, Berchtoltsfeld, Glimpenheim, Walawinkel, Maleck, Wöpplinsberg, Krumbach, Korben, Witenbühel, Aspen, Brunnen, Ottoschwanden, Schalabrunnen, Mussbach, Glashausen, Reichenbach Zwing, Bann und Gerichte in: Nortprechtsberg, Höfen, Bilstein, Altenkeppenbach, Gerlisberg, Theningen, Emmendingen, Windenreuthe, auf dem Wald, Endingen, Lützelwalde, Eymatt, Lohe, Zaismatt, Ebersbach, Eberstal, Mühlebach, Thesmer, Reichenbach und Sexau[9] Außerdem vereinbarte Johannes mit dem Markgrafen die Ehe seiner Tochter Elisabeth mit dem Markgrafen Otto von Hachberg, bei der Johannes Malterer noch eine Ehesteuer von 480 Mark Silber drauflegte. Neben Elisabeth (Lisa † 22. Juni[10]) ist noch die Tochter Margaretha (dicta de Bluomneg – † 16. März[11]) sowie sein Sohn Martin Malterer erwiesen. Möglicherweise waren auch die erwähnte Anna, Katharina und Gerdrut seine Töchter. Der Nekrolog des Klosters Günterstal führt weiter eine „Gisala Malterin dicta de Uesenberg“, die an einem 4. Februar verstarb,[12] sowie eine „Gisela Maltererin dicta de Stouffen“ mit dem Todestag 20. August an.[13] Wie diese einzuordnen sind, ist unklar. 1353 treten bei einer Stiftung des Johannes sein Schwiegervater Otto von Hachberg sowie Johannes Geben, Mitglied eines alten Freiburger Adelsgeschlechts, auf. Am 21. Dezember 1354 kaufte Johannes für seinen Sohn Martin die Burg und Herrschaft Kastelburg zusammen mit der Stadt Waldkirch und dem Schultheißenamt von Herrn Hans von Schwarzenberg für 2140 Mark Silber. Johannes Malterer starb am 17. Februar 1360[14] und wurde im Kloster Günterstal beigesetzt. Die nach dem Tod des Ehegatten eingesetzten Pfleger Ritter Herr Hesse Snewelin im Hof, Herr Johans Snewelin und Herr Dietrich von Falkenstein, kauften für sie und ihre Kinder am 19. Juni 1360 für 22 Mark Silber vom Spital das Dorf Betzenhausen und am 8. August 1365 von den Herren von Blumegg die Burg Alt-Urach in Lenzkirch für 500 Mark Silber. Martin Malterer, der Sohn des Johannes, verstand es, die standesgemäße Stellung der Malterers weiter auszubauen. Sein Vater hatte bereits 1254 mit dem Kauf der Burg und Herrschaft Kastelburg zusammen mit der Stadt Waldkirch und dem Schultheißenamt die Grundlage dafür gelegt. Dazu kamen weitere Erwerbungen. Verheiratet war er mit Anna von Thierstein, der Tochter des Grafen Walram von Thierstein.[15] Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor: Margaretha (später verheiratet mit Caspar von Klingenberg), Gisela (verheiratet mit Walraff dem Jüngeren von Thierstein) und Lisa (ledig gestorben). Als Sohn einer der reichsten Familien hatte er eine steile Karriere hinter sich. Bereits 1368 wurde er als Ritter bezeichnet, und ab 1380 war er als Landvogt im Elsass und im Breisgau für Herzog Leopold von Oesterreich tätig, der nach einer wohl unhaltbaren Sage sein leiblicher Vater gewesen sein soll.[16] Beim Krieg zwischen der Stadt Freiburg und dem Grafen Egino von Freiburg schlossen sich Martin Malterer zusammen mit dem Markgrafen Otto von Hachberg, Heinrich von Geroldseck-Tübingen, Heinrich von Geroldseck-Lahr, die Brüder Johann und Hesse von Uesenberg sowie Johann von Schwarzenberg zu einem Schutzbündnis mit Graf Egino von Freiburg zusammen.[17] Der eigentliche Bund muss jedoch aus mehr Mitgliedern bestanden haben. Dies geht aus den Sühnebriefen vom 30. März 1368 hervor. So werden als Bundesgenossen des Grafen von Freiburg auch der Edelknecht Hanmann von Weissweile, Ulrich Walther, Otto und Gottfried von Staufen, Graf Simon von Thierstein sowie Walther von der Dicke genannt. Untergang Die Schlacht bei Sempach brachte für das junge Adelsgeschlecht ein abruptes Ende. Martin Malterer fiel die Ehre zu, das Schlachtbanner der Freiburger zu führen. Seine Treue zum Hause Habsburg bezahlte er am 9. Juli 1386 in der verhängnisvollen Schlacht mit dem Tod zusammen mit rund 400 weiteren Adligen auf Habsburger Seite. Bannerträger Martin soll den sterbenden Leopold von Habsburg beschützt haben, fand man doch seine Leiche über der des Herzogs liegend. In der Schlacht bei Sempach verlor auch Martins Schwester Elisabeth ihren Ehemann Otto von Hachberg, woraufhin die Markgrafschaft Baden-Hachberg für 1500 Mark Silber an die Brüder ihres verstorbenen Ehemanns, Johann und Hesso, zurückfiel. Elisabeth ließ Otto im Kloster Tennenbach beisetzen. Sie heiratete später den Ritter Johann von Blumeneck. Nach dem Necrologium Güntersthalense starb sie an einem 26. Juli. Die Tochter Martins, Margareth, war mit Heinrich, dem Sohn des Markgrafen Hesso von Hachberg, verlobt und sollte 700 Mark Silber und 1/4 der Feste Heidburg als Mitgift erhalten. Als Heinrich jedoch bereits kurz nach der Heiratsabsprache starb, heiratete Margareth den Ritter Caspar von Klingenberg. Eine andere Tochter Martins soll mit einem Herrn von Tengen, eine weitere mit einem Herrn von Creuz in Burgund verheiratet gewesen sein. Auch Burg und Herrschaft Kastelburg mussten nach dem Tod Martins verkauft werden. Mit Martin erlosch das Geschlecht der Malterer im Mannesstamm. Stammwappen Das Stammwappen der Herren Malterer zeigt im geteilten Schild oben in Blau zwei goldene Muscheln, unten in Silber und Rot sparrenweise geteilt. Als Helmzier einen Helmüberzug in denselben Farben, jedoch oben nur eine Muschel und als Helmzier einen weißen Federball.[18] Der Maltererteppich zeigt dieses Wappen in Farbe. Mehr unter dem link oben.. | Malterer, Ritter Johannes (I12815)
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| 49148 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Manegold_von_Berg Manegold von Berg Manegold von Berg (* 1140/50er-Jahre; † 9. Juni 1215 in Wien) war Abt der Klöster von St. Georgen, Kremsmünster, Tegernsee und Bischof von Passau. Manegold, der jüngste Sohn des oberschwäbischen Grafen Diepold II. Graf von Berg und der Gisela von Andechs, war für eine geistliche Karriere bestimmt. In jungen Jahren wurde er Mönch, dann Abt des Klosters St. Georgen im Schwarzwald, wo er im Tennenbacher Güterstreit (1180–1187) die Besitzrechte des Schwarzwaldklosters verteidigte. Zudem erhielt Manegold die Leitung des österreichischen Klosters Kremsmünster (1183–1206), doch war er hier nicht unumstritten. Er wurde Abt im bayerischen Kloster Tegernsee (1190–1206) und gab nach 1193/94 die St. Georgener Abtswürde auf. Im Jahr 1197 beteiligte er sich am Kreuzzug ins Heilige Land, 1206 wurde er zum Bischof von Passau (1206–1215) gewählt. Vor dem Hintergrund der stauferfreundlichen Haltung der Grafen von Berg entfaltete Manegold mehrfach reichspolitische Aktivitäten und traf mit den Königen Heinrich VI. (1190–1197), Philipp von Schwaben (1198–1208), Otto IV. (1198–1215/1218) und Friedrich II. (1212/1215–1250) zusammen. Als Bischof war er am territorialen Ausbau seines Bistums interessiert; auch die Stadt Passau ließ er 1209 neu befestigen. Manegold von Berg starb am 9. Juni 1215 in Wien. Mehr unter dem Link oben.. | von Berg, Bischof Manegold (I12258)
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| 49149 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_I._(Byzanz) (Okt 2017) Manuel I. wurde 1143 nach dem Tod seines Vaters zum Kaiser ausgerufen, obwohl er der jüngste Sohn war. Dies, da zwei seiner älteren Brüder, der Mitkaiser Alexios Komnenos († 1142) und Andronikos Komnenos († 1142) vor ihm gestorben waren und deder dritte, Isaak, als Jüngling „von schwankender Gemütsart“ galt. Kaiser Johannes II. beschloss daher Manuel, als den begabtesten seiner Söhne, zum Nachfolger zu bestimmen. Kurz vor seinem Tod setzte er Manuel persönlich die Krone aufs Haupt und verpflichtete seine Feldherren, ihn als neuen Kaiser anzuerkennen.[1] Manuels Onkel Isaak Komnenos ergriff Partei für seinen jüngeren Namensvetter, doch entschied das Eingreifen des Generals Johannes Axuch den Machtkampf zu Gunsten Manuels, der danach gegenüber seinen rebellischen Verwandten, zu denen auch der Kaisar Johannes Roger Dalassenos zählte, Milde walten ließ. 1145 scheiterte der ältere Isaak mit einem weiteren Versuch, Manuel I. den Thron zu entreißen. Seine Herrschaft bedeutete eine späte Glanzstunde für das Byzantinische Reich, worauf jedoch der endgültige Niedergang als Großmacht folgte, an dem er aufgrund seiner letztlich gescheiterten Politik eine gewisse Mitschuld trägt. Eine wichtige Quelle für seine Regierungszeit stellt das Geschichtswerk des Niketas Choniates dar. Balkanpolitik Manuel forcierte die byzantinische Expansionspolitik auf dem Balkan, wobei jedoch sein Plan für ein ungarisch-byzantinisches Bündnis von ihm selbst um 1170 aufgegeben wurde. Da Manuel selbst mütterlicherseits aus dem ungarischen Herrscherhaus stammte, konnte er bei seiner Ungarnpolitik auf eine starke pro-byzantinische Partei im ungarischen Adel zählen. Manuel gewann durch den Feldzug 1149/50 den dominierenden Einfluss in Raszien (Serbien), welches nach der vom Normannen Roger II. unterstützten Rebellion des Groß-Župans Uroš II. 1150 als Vasall erneut die byzantinische Vorherrschaft anerkennen musste. Insgesamt löste unter Manuel der Balkan Kleinasien als Hauptfeld byzantinischer Außenpolitik ab. Der 1149 begonnene Heerzug auf dem Balkan, den Manuel persönlich leitete, führte vom albanischen Valbona über den Kosovo nach Ras, der Hauptstadt Rasziens, die er einnahm und besetzte. Ein Gegenangriff Uroš II. führte zu keinem entscheidenden Ergebnis und Manuel nahm 1150 einen zweiten Feldzug gegen den raszischen Herrscher auf. Ende 1150 führte er den Feldzug von Niš, dem Lauf der Morava folgend, zur Save, wo er die ungarische Verstärkung von Gesa II. abfangen sollte. Nach einem Schwenk am Lauf der Drina gelangte Manuel zurück nach Raszien. Die Schlacht von 1150 zwischen Manuel und Uroš II. fand in den Novembermonaten aam Fluss Tara statt. Trotz einsetzenden Schneefalls und der ungünstigen Topographie konnte Manuel den Angriff der serbisch-ungarischen Armee am Ufer der Tara standhalten und erreichte nach einem wenig entscheidenden Kampf, dass der Groß-Župan iin seinem Lager auftauchte und vor ihm als Vasall niederkniete. Damit verpflichtete sich der raszische Herrscher gegenüber Manuel, sowohl für seine Kriegszüge in Europa als auch in Kleinasien Truppen zu stellen. Ein prächtiger Triumphzug mit den führenden ungarischen Fürsten und serbischen Gefangenen wurde bei der Ankunft des Heeres in Konstantinopel abgehalten. Der Triumph wurde vom Bischof von Thessaloniki geleitet und in Gedichten von Theodoros Prodromos und dem anonymen sog. Manganeios Prodromos beschrieben. Die territorialen Streitigkeiten in Dalmatien und Kroatien um die Vorherrschaft auf dem Balkan zwischen Manuel und Gesa II. gipfelten in der Schlacht bei Sirmium 1167, wo die Ungarn dem Feldherrn Andronikos Kontostephanos, einem Neffen Manuels, und den mit ihm verbündeten Rasziern unterlagen. Damit waren die byzantinisch-ungarischen Kriege von 1151–1153 und 1163–1168 entschieden und die gesamte westliche Balkanhalbinsel in byzantinischem Besitz. Daraufhin befestigte Manuel die Donaugrenze. Manuels Politik im Westen Auch das westliche Europa beachtete er stärker als seine Vorgänger. Ein Grund für diese Neuausrichtung der Außenpolitik war Manuels Versuch, wohl in Rückgriff auf Justinian I., vor allem die Herrschaft über (Teile) Italien(s) wiederherzustellen. Manuel pflegte gute Beziehungen zu den Staufern, besonders zu Konrad III., den er während des Zweiten Kreuzzugs kennengelernt hatte und mit dem er 1148 in Thessaloniki ein Bündnis eingegangen war (→ Vertrag von Thessaloniki). Der im Dezember 1147 erkrankte Konrad hatte einige Zeit die Gastfreundschaft Manuels in Anspruch genommen, der ihm medizinische Hilfe zukommen ließ, ihn persönlich pflegerisch betreute[2] und für den Kreuzzug Unterstützung leistete. Manuel hatte bereits 1146 Konrads Schwägerin Bertha von Sulzbach geheiratet, mit der er eine Tochter, Maria Komnena, hatte. Die dynastische Verbindung wurde durch die Heirat von Manuels Nichte Theodora mit Konrads Halbbruder Heinrich II. Jasomirgott von Österreich (Herzog von Bayern, ab 1156 Herzog von Österreich) noch gestärkt. Beide Herrscher vereinbarten auch ein gemeinsames Vorgehen gegen die Normannen in Unteritalien, mit denen Manuel sich ab 1147 mehrere Gefechte lieferte. Nach dem Tod Konrads kühlte sich das Verhältnis zwischen den beiden Kaiserreichen allerdings merklich ab, besonders aufgrund der Intervention Manuels in Italien. Dort landeten byzantinische Truppen in Ancona, worauf es zu Spannungen mit dem römisch-deutschen Kaiser Friedrich I. kam. 1158 mussten sich die Truppen zurückziehen. Darauf vverbündete er sich mit dem normannischen Sizilien gegen Friedrich und unterstützte auch die oberitalienischen Städte in ihrem Kampf gegen Barbarossa. Verhandlungen mit Papst Alexander III. führten fast zur Anerkennung Manuels als gesamtrömischen Kaiser, während Friedrich von Alexander gebannt worden war. Als der Papst 1168 diesen letzten Schritt verweigerte, um nicht in byzantinische Abhängigkeit zu geraten, kam es 1172 zu einer erneuten Annäherung zwischen Manuel und Barbarossa. Keiner dieser politischen Züge erzielte jedoch einen durchschlagenden Erfolg in Italien. Manuels Politik im Osten Dafür war Manuels Politik im Osten umso erfolgreicher. Dort gewann er Kilikien und, nach einem Konflikt mit dem Kreuzfahrerstaat Antiochia, das Fürstentum Antiochia, das byzantinisches Lehen wurde. 1161 heiratete er Maria von Antiochia aus dem HHaus Poitou, nachdem seine erste Frau Bertha 1160 gestorben war. Währenddessen kämpfte Manuels fähiger General Johannes Axuch erfolgreich gegen die Türken. Dem stärker werdenden Einfluss Venedigs setzte er ein Bündnis mit Genua und Pisa entgegen. Die byzantinische Präsenz in Anatolien wurde in seiner Regierungszeit verstärkt. Die Niederlage gegen die Seldschuken in der Schlacht von Myriokephalon (1176) machte seine Erfolge in diesem Raum jedoch zunichte. Gleichzeitig markierte sie auch das Ende der byzantinischen Rückeroberungspolitik in Kleinasien und war der Beginn des endgültigen Verlustes dieses wichtigen Gebiets an die Türken. Es ist allerdings auch fraglich, ob der Versuch, sich nur auf Kleinasien zu konzentrieren, Erfolg gehabt hätte, besonders aufgrund der Landnahme durch die Türken. Die Ressourcen, die zu einer dauerhaften Befriedung der Region notwendig gewesen wären, hätten die Kraft von Byzanz vielleicht überstiegen. Bewertung Der Kaiser war vom Rittertum fasziniert, wie er überhaupt dem Westen zugeneigt war wie kaum ein anderer byzantinischer Herrscher und dort durchaus auch Respekt genoss. Unter seiner Regierung kam es zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blüte in Byzanz. Neben den Verhandlungen mit Papst Alexander III. versuchte er auch durch Kontaktaufnahme zu syrischen Monophysiten und zur armenischen Kirche die Einheit des Christentums wiederherzustellen. Seine weit ausgreifende Bündnispolitik, verknüpft mit einer geschickten Heiratspolitik, sorgte dafür, dass Byzanz ein letztes Mal als Großmacht auftreten konnte. Ehen Manuel war zwei Mal verheiratet. Er vermählte sich in erster Ehe 1146 mit Bertha von Sulzbach, einer Tochter von Graf Berengar I. von Sulzbach aus dessen zweiter Ehe mit Adelheid von Wolfratshausen, die in Konstantinopel den Krönungsnamen Irenene annahm. Ihr politischer Stellenwert lag darin, dass der römisch-deutsche König Konrad III. mit ihrer Schwester verheiratet war und Bertha – um ihren Rang zu erhöhen – auch noch adoptiert hatte. Damit waren die Herrscher des westlichen und des östlichen Imperiums miteinander verschwägert und Manuel gleichsam „Schwiegersohn“ Konrads. Bertha war damit auch ein Pfand für das Bündnis aus dem Jahr 1142 zwischen König Konrad III. und Kaiser Johannes II. gegen Roger II. von Sizilien. Berthha kam daher schon 1142, d. h., vier Jahre vor ihrer Hochzeit, mit der byzantinischen Gesandtschaft nach Konstantinopel, um sie hier auf ihre Aufgabe als künftige Kaiserin vorzubereiten. Aus Anlass dieser Vermählung unternahm Manuel I. 1146 einenen Feldzug gegen Masúd I. (Rukn ad-Dīn Mas’ūd), Sultan der Seldschuken von Rum (1116–1156), um seiner deutschen Gemahlin das byzantinische Rittertum in all seinem Glanz vor Augen zu führen.[3] Der Feldzug endete jedoch erfolglos, mit dem Rückzug der Truppen Manuels und einem Waffenstillstand (1147). Kaiserin Irene starb nach einem vorbildlichen, der Familie gewidmeten Leben Ende des Jahres 1159. Manuel verlobte sich 1159/60 auf Empfehlung von König Balduin III. von Jerusalem mit Melisende von Tripolis (* ca. 1143; † nach 1162), einer Tochter von Raimund II. Graf von Tripolis aus dem Haus der Grafen von Toulouse und der Hodierna von Rethel, Prinzessin von Jerusalem. Trotz umfangreicher Vorbereitungen der Brauteltern löste Kaiser Manuel die Verlobung, nachdem er erfahren hatte, dass wegen des bekannten Streites zwischen ihren Eltern Zweifel an der Legitimität ihrer Geburt bestannden. Diese Demütigung war zu viel für ihren Vater Graf Raimund II. von Tripolis: Er ließ die für die Hochzeit vorgesehenen zwölf Galeeren in Kriegsschiffe umrüsten und unternahm mit diesen einen Überfall auf die Küsten von Zypern. Es war auch zu viel für Melisende: Sie welkte und schwand früh dahin, lebte jedoch als die „Princesse lointaine“ in den französischen Ritterromanzen fort.[4] [5] Manuel vermählte sich in zweiter Ehe am 25. Dezember 1161 zum Ärger der Bevölkerung mit einer weiteren „Lateinerin“, Maria von Antiochia, die den Krönungsnamen Xene annahm. Sie war eine Tochter von Raimund Fürst von Antiochia aus dem Haus Poitou-Aquitanien (Sohn des ersten Troubadours Wilhelm IX., Herzog von Aquitanien) und der Konstanze, Fürstin von Antiochia (Tochter von Fürst Bohemund II. aus dem Haus der Fürsten von Tarent (Hauteville)). | Komnenos (Byzanz, Trapezunt), Kaiser Manuel I. (I7444)
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| 49150 | Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Maredudd_ab_Owain_(†_1265) Maredudd ab Owain († 1265) war ein walisischer Lord von Deheubarth aus der Dinefwr-Dynastie. Er war ein Sohn von Owain ap Gruffydd, dessen Besitzungen in Ceredigion er nach dessen Tod 1236 erbte. Nach dem Tod des Fürsten Llywelyn ab Iorwerth von Gwynedd 1240 schwankte seine Loyalität zwischen Llywelyns Sohn Dafydd ap Llywelyn und dem englischen König Heinrich III. Zu Beginn des Englisch-Walisischen Kriegs ab 1244 schloss er sich der antienglischen Koalition von Dafydd ap Gruffydd an, ergab sich aber nach dem Tod Dafydds zusammen mit seinem Verwandten Maredudd ap Rhys von Dryslwyn im April 1246 dem englischen König.[1] Zusammen mit Maredudd ap Rhys unterstützte und begleitete er Nicholas de Moels, den königlichen Constable von Cardigan und Carmarthen Castle, auf dessen Feldzug von Carmarthen nach Deganwy Castle in Nordwales und erhielt dafür Perfedd, einen Teil der Besitzungen seines Verwandten Maelgwn Fychan.[2] Ende 1256 musste er die Oberherrschaft von Llywelyn ap Gruffydd, dem neuen Herrscher von Gwynedd anerkennen, als dieser nach Südwestwales vordrang. 1257 besetzte er zusammen mit Maredudd ap Rhys nach der Vertreibung seines Verwandten Rhys Fychan von Dinefwr einen Teil von dessen Ländereien. Als Rhys Fychan mit englischer Unterstützung seinen Besitz zurückerobern wollte, war Maredudd ab Owain zusammen mit Maredudd ap Rhys einer der Führer der walisischen Armee, die der englischen Armee unter Stephen Bauzan in der Schlacht von Cymerau eine schwere Niederlage beibrachte. Nach der Schlacht musste er jedoch auf Druck von Llywelyn ap Gruffydd von Gwynedd die besetzten Ländereien an Rhys Fychan zurückgeben. Daraufhin wechselte er die Seiten und verbündete sich 1257 wieder mit dem englischen König, nur um im folgenden Jahr sich wieder Llywelyn ap Gruffydd zu unterwerfen, der sich inzwischen zum Fürsten von Wales erklärt hatte. Bis zu seinem Tod gehörte er dann zu den führenden walisischen Lords, die Llywelyn unterstützten. Maredudd hatte Eleanor, eine Tochter von Maelgwn Fychan und dessen Frau Angharad geheiratet. | von Deheubarth (ap Owain), Maredudd (I29964)
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