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49201 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Maud_Mortimer

Maud Mortimer (verheiratet Maud Charlton, auch Cherleton) (* um 1307; † nach August 1345) war eine englische Adlige.

Maud Mortimer entstammte der anglonormannischen Familie Mortimer. Sie war wahrscheinlich die zweitälteste Tochter von Roger Mortimer of Wigmore und dessen Frau Joan de Geneville.[1] Als erste der zahlreichen Töchter Mortimers wurde sie vor dem 13. April 1319 mit John Charlton, dem ältesten Sohn von John Charlton, 1. Baron Charlton, dem Lord von Powis verheiratet.[2] Ihr Vater musste sich im Januar 1322 nach einer gescheiterten Rebellion gegen König Eduard II. ergeben. Anders als mehrere ihrer Geschwister wurde Maud danach nicht verhaftet, obwohl ihr Schwiegervater ebenfalls zu den Rebellen gehört hatte.[3] 1322 wurde ihr Schwiegervater vom König begnadigt. 
Mortimer, Maud (I41469)
 
49202 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mauguio

Mauguio (früher Melgueil)

Mauguio (okzitanisch Mauguòu) ist eine französische Gemeinde mit 17.219 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Hérault in der Region Okzitanien; sie gehört zum Arrondissement Montpellier und ist Verwaltungssitz des Kantons Mauguio.

Geschichte
Mauguio oder besser Melgueil, sein früherer Name, war im Mittelalter eine wohlhabende Stadt. Die Grafen von Melgueil herrschten über Montpellier, und im Ort, dessen Bedeutung der von Toulouse entsprach, wurde der Denier melgorien geschlagen. Von dieser Zeit ist nur eine Motte erhalten, die Burg wurde in den Religionskriegen zerstört.

Geographie
Die Stadt liegt rund zehn Kilometer östlich von Montpellier. Nachbargemeinden von Mauguio sind:

Baillargues im Norden,
Mudaison im Nordosten,
Candillargues, Lansargues und Marsillargues im Osten,
La Grande-Motte im Südosten,
Pérols und Lattes im Südwesten,
Montpellier im Westen sowie
Saint-Aunès im Nordwesten.
Zur Gemeinde gehört fast der gesamte Lagunensee Étang de l’Or (auch: Étang de Mauguio) und ein Teil des Dünenstreifens zwischen Palavas-les-Flots und La Grande-Motte, der den See vom offenen Meer abtrennt. Hier befindet sich auch der Badeort Carnon, nachdem Mauguio sich heute auch oft Mauguio-Carnon nennt.

Das Gemeindegebiet wird von den Flüssen Salaison und Cadoule sowie einigen kleineren Bachläufen durchquert, die alle in den See entwässern. Die Stadt grenzt im Norden an der Bewässerungskanal Canal d’irrigation du Bas-Rhône Languedoc, der in östlicher Richtung bis zur Petit Rhône verläuft.

Verkehrsanbindung
Der Gemeindehauptort ist über die Départementsstraße D189 mit Lattes verbunden. Im äußersten Nordwesten wird das Gemeindegebiet von der Autobahn A9 (Montpellier - Nîmes) berührt, die dann jedoch weiter nördlich verläuft. An der westlichen Gemeindegrenze liegt der Flughafen Montpellier.

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von Melgueil, Ermesinde (I7649)
 
49203 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Maurice_de_Berkeley,_2._Baron_Berkeley

Maurice de Berkeley, 2. Baron Berkeley, genannt the Magnaminous, (* April 1271; † 31. Mai 1326 in Wallingford Castle) war ein englischer Adliger und Rebell.

Herkunft und frühe politische Tätigkeit
Maurice de Berkeley entstammte der Familie Berkeley, die im 13. und 14. Jahrhundert zu den einflussreichsten Familien in Gloucestershire und in den südlichen Welsh Marches gehörte. Er war ein Sohn von Thomas de Berkeley, 1. Baron Berkeley und von dessen Frau Joan de Ferrers. Noch zu Lebzeiten seines Vaters wurde Maurice ab 1295 wie sein Vater durch writ of Summons zu Parlamenten geladen. Es gibt zwar keinen Nachweis, ob er zu Lebzeiten seines Vaters tatsächlich an einer Parlamentsversammlung teilgenommen hat. Thomas de Berkeley starb erst 1321, doch ab 1308 galt Maurice als Baron Berkeley aus eigenem Recht. 1308 nahm er an der Krönung von Eduard II. teil.[1]

Dienst als Militär
Ab 1295 nahm Berkeley während des Schottischen Unabhängigkeitskriegs an mehreren Feldzügen nach Schottland teil. Über seinen Vater, der nicht nur ein Kronvasall, sondern auch ein Vasall von Aymer de Valence, 2. Earl of Pembroke war, kam Maurice de Berkeley in den Dienst von Pembroke. 1297 leistete er einen Treueschwur gegenüber Pembroke, und 1297, 1298, 1299 und 1308 gehörte er in den Kriegen in Frankreich und Schottland zu dessen militärischen Gefolge.[2] Der einflussreiche Pembroke belohnte Berkeleys Dienste, indem er ihm 1312 die Aufsicht über die Stadt Gloucester verschaffte.[3] Im Gefolge von Pembroke nahm Berkeley im Juni 1314 an der Schlacht von Bannockburn teil. Anders als sein Vater und seine eigenen Söhne Thomas und Maurice, die in schottische Gefangenschaft gerieten, entkam Berkeley mit einem großen Gefolge von walisischen Fußsoldaten.[4] Am 18. April 1315 wurde er für ein Jahr zum Kommandanten der Garnison von Berwick ernannt, einer der wichtigsten Grenzstädte zu Schottland.[5] Er fand die Garnison aber in so schlechter Verfassung vor, dass er dem König im September informierte, dass er ohne Geld für die Soldzahlungen und ohne Nachschub an Lebensmitteln die Stadt bald räumen müsse. Den folgenden Winter berichtete Berkeley dem König noch mehrmals über die schlechte Lage in Berwick.[6] Dennoch konnte Berkeley am 7. Januar 1316 einen schottischen Angriff unter König Robert Bruce abwehren.[7] Nach einem Jahr wurde Berkeley als Kommandant von Berwick abgelöst und stattdessen durch den Einfluss von Pembroke im Juni 1316 zum Justiciar von Südwales ernannt. In dieser Funktion belagerte er im Juli 1316 zusammen mit Roger Mortimer of Wigmore und John Charlton Bristol, deren Bürger gegen Bartholomew de Badlesmere, den Kommandanten von Bristol Castle rebellierten. Nach einwöchiger Belagerung ergab sich die Stadt am 26. Juli.

Vergeblicher Anspruch auf einen Teil des Clare-Erbes
Im Dezember 1314 war Berkeleys erste Frau gestorben. 1316 oder 1317 hatte er die über fünfzigjährige Isabel de Clare geheiratet, eine Tochter von Gilbert de Clare, 3. Earl of Gloucester aus dessen ersten Ehe mit Alice de Lusignan. Sie brachte ihre Besitzungen Bromsgrove und Norton in Worcestershire sowie Stanley in Gloucestershire mit in die Ehe, aus denen se etwa £ 100 jährliche Einkünfte hatte. 1307 hatte ihr Halbbruder Gilbert de Clare, 4. Earl of Gloucester ihr dazu die Güter von Shipton und Burford in Oxfordshire sowie Einkünfte aus weiteren Rechten geschenkt.[9] Es waren aber wohl nicht nur diese Güter, die Berkeley zu dieser Heirat bewogen hatten, sondern vor allem die Hoffnung, einen Anteil des Clare-Erbes zu erhalten. Isabels Halbbruder, der 4. Earl of Gloucester, war 1314 kinderlos in der Schlacht von Bannockburn gefallen, und nun sollte das reiche Erbe unter seinen Schwestern aufgeteilt werden. Allerdings hatte Isabels Vater bei seiner zweiten Heirat mit der Königstochter Johanna einen Vertrag geschlossen, nachdem seine Kinder aus erster Ehe, also Isabel und ihre Schwester Joan vom Erbe ausgeschlossen wurden. Offenbar glaubte Berkeley nun, dass dieser Ausschluss vom Erbe nicht rechtmäßig war. Wahrscheinlich rechnete er damit, dass der Earl of Pembroke seine Ansicht unterstützen würde. Pembroke war zum einen mit Isabel de Clare über deren Mutter verwandt und zum anderen der langjährige Lehns- und damit ein Schutzherr der Berkeleys, dazu hatte er zu dieser Zeit beträchtlichen Einfluss am Königshof. Pembroke hielt sich jedoch streng an geschlossene Verträge, weshalb Isabel für ihn vom Erbe ausgeschlossen blieb. Im November 1317 wurde das Clare-Erbe unter den drei Halbschwestern von Isabel aufgeteilt, die alle mit königlichen Günstlingen verheiratet waren,[10] während Berkeleys Anspruch unberücksichtigt blieb.

Fehde gegen den Earl of Pembroke
Nachdem der Earl of Pembroke Berkeleys Anspruch auf einen Teil des Clare-Erbes nicht unterstützt hatte, wollte Berkeley sich offenbar an Pembroke rächen. Berkeley war dazu im Oktober 1317 als Justiciar von Südwales entlassen worden, nachdem auf Betreiben von Pembroke Roger Mortimer of Chirk dieses einträgliche Amt erhalten hatte. Während Pembroke nun im Auftrag des Königs in Mittelengland mit dem Earl of Lancaster verhandelte, überfielen Maurice und sein Bruder Thomas zusammen mit mehreren anderen Mitgliedern der Familie sowie mit weiteren Unterstützern, darunter dem königlichen Ritter Thomas Gurney, John Maltravers der Jüngere und weiteren Männern am 31. Juli 1318 den Jagdpark von Pembrokes Gut Painswick in Gloucestershire, wo die Angreifer schwere Verwüstungen anrichteten.[11] Pembroke wandte sich darauf an König Eduard II., der am 8. August vier königliche Richter mit der Untersuchung des Falls beauftragte. Die einflussreiche Familie Berkeley nutzte jedoch jede Möglichkeit, das Gerichtsverfahren zu verhindern oder zu verschleppen. Am 30. Dezember 1318 beschwerte sich Pembroke beim königlichen Kanzler John Hotham, dass in dem Fall bislang nichts geschehen sei. Daraufhin wurde Pembroke am 11. Januar 1319 zugesichert, dass er Entschädigungen aus den Besitzungen der verantwortlichen Übeltäter erhalten würde, und am 14. Januar wurde eine neue Gerichtskommission berufen.[12] Diese Kommission benannte rasch 22 der Angreifer, und am 18. April wurden 30 weitere Personen namentlich genannt, die an dem Angriff beteiligt gewesen sein sollen. Darunter gehörten neben Maurice und Thomas Berkeley weitere Mitglieder der Familie wie Thomas de Berkeley of Beoly und Robert de Berkeley of Arlingham.[13] Obwohl zwischen dem 21. Juni und dem 3. Juli 1319 John Aymot, der Anwalt Pembrokes, die Berkeleys zu neun Terminen geladen hatte, um den Streit zu schlichten, erschienen weder diese noch ihre Anhänger zu einem dieser Termine. Daraufhin lud der Sheriff von Gloucestershire auf Befehl der Richter bis Oktober 1319 die Berkeleys zu vier Gerichtsterminen, zu denen sie ebenfalls nicht erschienen. Daraufhin wurden Maurice und sein Bruder Thomas am 1. Oktober geächtet. Die Richter konnten aber am 5. November keine Strafe für die Berkeleys verkünden, weil alle Coroner von Gloucestershire von Thomas und Maurice de Berkeley, von John Maltravers oder von Thomas de Gurney gefangen genommen worden waren. Daraufhin beauftragten die Richter den Sheriff, die Beschuldigten für den 20. Februar 1319 nach Lechlade vorzuladen. Zu diesem Termin erschienen die Berkeleys und ihre Anhänger, doch sie bestritten jede Beteiligung an dem Überfall auf Painswick. Daraufhin sollte eine aus Einwohnern aus Painswick gebildete Jury die Wahrheit herausfinden, doch die Bewohner waren von den Berkeleys so eingeschüchtert worden, dass der Sheriff bis Juli 1320 trotz fünf Versuchen keine Jury zusammenstellen konnte. Obwohl die Richter mindestens bis August 1320 weiter versuchten, den Überfall auf Painswick aufzuklären, blieb das Verfahren ergebnislos.[14] In der Zwischenzeit hatten einige der Angreifer in direkten Verhandlungen mit Pembroke diesem Entschädigungen zugestanden, weil sie angeblich Kontakte zu den Angreifern gehabt hätten. Auf diesem Wege versprachen Maurice und Thomas de Berkeley im Februar 1320, £ 150 an Pembroke zu zahlen. Mit dieser und anderen Zahlungen bekam Pembroke nach langem Rechtsstreit wenigstens einen Teil seiner Schäden ersetzt.[15] Das gute Verhältnis zwischen den Berkeleys und Pembroke war aber zerstört.

Gefolgsmann von Roger Mortimer of Wigmore und Teilnahme am Despenser War
Stattdessen gehörte Maurice de Berkeley ab 1318 zum Gefolge des mächtigen Marcher Lord Roger Mortimer of Wigmore.[16] Diese Verbindung wurde im Mai 1319 durch die Heirat seines Sohns Thomas de Berkeley mit Mortimers Tochter Margaret gefestigt. Im Februar 1320 ernannte der König Berkeley zum Seneschall der Gascogne.[17] Ob Berkeley dieses Amt wahrgenommen hat, ist unklar, denn im Frühjahr 1321 gehörte er wie Roger Mortimer zu den Marcher Lords, die im Despenser War die Besitzungen des verhassten königlichen Günstlings Hugh le Despenser plünderten.[18] Berkeley nahm sicher auch aus eigenem Interesse an dem Angriff teil, weil Despenser als Ehemann einer der Halbschwestern seiner Frau Glamorgan und andere Besitzungen aus dem Clare-Erbe erhalten hatte.[19] Nach dem Angriff auf die Besitzungen von Despenser nahm Berkeley an dem Treffen in Sherburn-in-Elmet teil, bei dem der Earl of Lancaster versuchte, die nordenglischen Barone mit den Marcher Lords zu verbünden.[20] Wie die anderen Marcher Lords wurde Berkeley im Sommer 1321 vom König für seine Vergehen begnadigt,[21] doch ab Herbst 1321 ging der König militärisch gegen die Rebellen vor. Nachdem sich Roger Mortimer im Januar 1322 dem König ergeben musste, ergab sich auch Berkeley zusammen mit Hugh Audley dem Älteren nach dem 6. Februar in Gloucester.[22] Seinen Besitz übergab der König dem jüngeren Despenser.

Gefangenschaft und Tod
Während Roger Mortimer im Tower of London inhaftiert wurde, wurden Maurice de Berkeley und Hugh Audley nach Wallingford Castle gebracht.[24] Dort versuchten im Januar 1323 Freunde und Vasallen von ihm, ihn zu befreien. Unter einem Vorwand besuchte Roger Wauton zusammen mit anderen Männern den Gefangenen. Sie luden den Kommandanten der Burg zum Essen ein und überwältigten ihn und die unvorsichtigen Wachen mit Waffen, die sie heimlich in die Burg geschmuggelt hatten. Anschließend ließen sie zwanzig weitere Anhänger Berkeleys in die Burg. Einem Jungen aus der Burg gelang es aber, den Mayor der Stadt Wallingford zu alarmieren. Diese blockierten daraufhin Berkeley und seine Unterstützer in der Burg und alarmierten den König.[25] Der Earl of Kent und der Earl of Winchester belagerten daraufhin die Burg, bis sich die Verschwörer um den 25. Januar ergaben. Sie hatten sich in das Kirchenasyl der Burgkapelle geflüchtet, wo sie jedoch ergriffen wurde. Roger Wauton und zwei weitere Verschwörer wurden zum König gebracht, der sie durch Hängen hinrichten ließ.[26] Die Aktion sollte vielleicht die Gefangennahme des Earl of Winchester vorbereiten, der zu der Zeit in der Nähe war,[27] möglicherweise war sie sogar Teil eines größer geplanten Staatsstreichs, bei dem auch Windsor Castle und der Tower of London besetzt werden und die dortigen Gefangenen, darunter Roger Mortimer of Wigmore, befreit werden sollten.[28] Berkeley starb in Gefangenschaft, wenige Monate bevor Roger Mortimer of Wigmore mit einem Heer in England landete und die Herrschaft von Eduard II. und der beiden Despensers stürzte.

Ehen
Berkeley hatte 1289 in erster Ehe Eva la Zouche († 1314), eine Tochter von Eudo de la Zouche und von dessen Frau Millicent de Cauntelo geheiratet.
Seine zweite Ehe ging er mit Isabel de Clare ein und blieb kinderlos. 
de Berkeley, Maurice (I28245)
 
49204 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_I._(HRR) (Okt 2027)

Maximilian I. Erzherzog aus dem Haus Habsburg, genannt der letzte Ritter (* 22. März 1459 in Wiener Neustadt; † 12. Januar 1519 in Wels, Oberösterreich), war ab 1477 Herzog von Burgund, ab 1486 römisch-deutscher König, ab 1493 Herr der Österreichischen Erblande und ab 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reichs.

Leben
Maximilian wurde auf der Burg in Wiener Neustadt als Sohn von Kaiser Friedrich III. und dessen Ehefrau Eleonore von Portugal geboren. Somit war er Erzherzog von Österreich und trug diesen Titel schon als Kind.
Als Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Friedrich III. und seinem jüngeren Bruder Erzherzog Albrecht VI. von Österreich erlebte Maximilian als Kleinkind zusammen mit seinen Eltern die Belagerung der Wiener Hofburg vom 16./17. Oktober bis 4. Dezember 1462 durch die damalige Wiener Stadtregierung. Die Hofburg wurde tagelang beschossen, außerdem herrschte ein enormer Mangel an Nahrungsmitteln. Maximilian hat sich später nur selten in Wien aufgehalten.

Herzog von Burgund und römisch-deutscher König
Am 19. August 1477 heiratete Maximilian in Gent auf Schloss Ten Walle die Erbherzogin Maria von Burgund, die Tochter Herzog Karls des Kühnen, und wurde iure uxoris Herzog von Burgund. Die Ehe der beiden, die nach dem frühen Tod seiner Frau von Maximilian selbst als Liebesbeziehung verklärt wurde, war bereits im Herbst 1476 zwischen ihren Familien vereinbart worden, nachdem es seit 1463 immer wieder diesbezüglich Verhandlungen gegeben hatte. Am 21. April 1477 wurde sie per procuram geschlossen[1].
Wenige Monate nach seiner Heirat wurde Maximilian am 30. April 1478 in Brügge zum Ritter geschlagen und danach zum Souverän (Großmeister) des Ordens vom Goldenen Vlies ernannt. Mit Maria hatte Maximilian zwei Kinder: Philipp (* 1478) und Margarete (* 1480); ein zweiter Sohn, Franz, starb 1481 nach der Geburt.
Die dynastische Verbindung mit Burgund wurde zum Ausgangspunkt des jahrhundertelangen habsburgisch-französischen Gegensatzes. Denn das Erbe Karls des Kühnen war nicht unumstritten. Frankreich wollte die Erbfolge Marias nicht anerkennen und besetzte das eigentliche Herzogtum Burgund, welches zum französischen Lehensverband zählte. In dieser Situation machten die Stände der Niederlande die Anerkennung Marias von politischen Zugeständnissen abhängig und rangen ihr das Große Privileg ab. Frankreichs Versuche, im burgundischen Erbfolgekrieg auch weitere ehemals französische Territorien aus der burgundischen Erbschaft zurückzuerobern, konnte Maximilian 1479 durch den Sieg seiner Truppen in der Schlacht bei Guinegate verhindern. Allerdings verlobte er bald danach seine kleine Tochter mit dem jungen französischen König Karl VIII., dem sie eben jene Territorien als Mitgift einbringen sollte. Dazu kam es aber nicht (s. u.).
Der frühe Tod Marias nach einem Jagdunfall 1482 traf Maximilian sowohl persönlich als auch politisch: Das burgundische Erbe fiel nun an Maximilians und Marias Sohn, Philipp. Maximilian konnte seine Herrschaftsrechte nun nur noch als Vormund seinnes vierjährigen Sohns ausüben, wurde aber als solcher von den niederländischen Ständen nicht anerkannt. Im langwierigen Krieg gegen die Franzosen stand Maximilian mehrmals am Rand der Niederlage. Im flandrischen Brügge warfen seine unzufriedenen Untertanen ihn sogar von Januar bis Mai 1488 ins Gefängnis. Sein Vater Friedrich stellte aber eine Armee zusammen, befreite ihn und schaffte es, die Lage in Burgund einigermaßen zu stabilisieren.
Bereits zwei Jahre zuvor, am 16. Februar 1486, hatte es Friedrich noch zu seinen Lebzeiten erreicht, dass Maximilian im Kaiserdom von Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König gewählt wurde. Am 9. April 1486 erfolgte seine Krönung im Kaiserdom zu Aachen.
Am 19. März 1490 verzichtete Sigmund von Tirol zugunsten Maximilians auf die Regentschaft in Oberösterreich, das damals Tirol, die österreichischen Vorlande und die verbliebenen Stammlande auf Schweizer Gebiet umfasste.
1490 heiratete Maximilian per procurationem, d. h. ohne persönliche Anwesenheit, Anna, die junge Herzogin und Erbin der Bretagne. Er musste aber erleben, dass die noch nicht vollzogene Ehe 1491 aufgelöst wurde und Anna Karl VIII. heiratete. Dieser schickte seine bisherige Verlobte zurück, Maximilians Tochter Margarete, die einen Großteil ihrer Kindheit am französischen Hof verbracht hatte. Am 16. März 1494 vermählte sich Maximilian I. in Hall in Tirol in zweiter Ehe mit Bianca Maria Sforza (1472–1510).

Herr der Österreichischen Erblande, regierender König und Kaiser
Nach dem Tod seines Vaters, des Kaisers Friedrich III., im Jahre 1493 trat Maximilian dessen Nachfolge als regierender römisch-deutscher König und als Herr der Österreichischen Erblande an. 1497 tauschte er die Herrschaft Rhäzüns gegen die Herrschaft Haigerloch.
Als 1495 Karl VIII. im Handstreich das Königreich Neapel eroberte, auf dessen Krone er Ansprüche geltend machte, bildete Maximilian mit dem Herzog von Mailand, der Republik Venedig, dem Papst Alexander VI. und König Ferdinand II. von Aragón didie Heilige Liga. Bei dieser Gelegenheit verlobte er seine Tochter Margarete mit Ferdinands Sohn Juan, dem voraussichtlichen Erben der Kronen Aragons und Kastiliens. Im Jahre 1496 verheiratete Maximilian seinen Sohn Philipp mit Ferdinands Tochter Johanna der Wahnsinnigen.[2] Da der spanische Thronerbe nur wenige Monate nach der Heirat mit Maximilians Tochter Margarete im Jahre 1497 starb, rückte Johanna, die Gemahlin Philipps des Schönen, als aragonisch-kastilische Thronerbin nach. Durch Maximilians Allianz mit Spanien fühlte sich Frankreich von Osten und Südwesten zugleich bedroht, was die habsburgisch-französische Rivalität, welche die Geschichte Europas für die nächsten 250 Jahre prägen sollte, weiter verschärfte.
1495 initiierte Maximilian auf dem Reichstag zu Worms eine umfassende Reichsreform, die eine reichsweite Steuer, den gemeinen Pfennig und einen ewigen Landfrieden vorsah, letzteren allerdings gegen den Willen Maximilians und auf Druck der Reichsstände. Die komplexen Strukturen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation konnte die Reform jedoch nicht aufbrechen. Von den Institutionen, die aus ihr hervorgingen, hatten die neugebildeten Reichskreise und das Reichskammergericht Bestand.
Seine Absicht, auf dem Reichstag einen Türkenkrieg zu beschließen, konnte er nicht verwirklichen. In der Folge hatte die Auseinandersetzung mit Frankreich Priorität, so dass es 1498 zu einem ersten Friedensschluss mit dem Osmanischen Reich kam. Geheimverhandlungen im Jahre 1510 zu dem Zweck, ein Bündnis gegen Venedig zu bilden, scheiterten.[3]
Mit dem letzten meinhardinischen Fürsten, Graf Leonhard von Görz, handelte Maximilian ab 1497/98 einen Erbvertrag aus, der den Habsburgern die Grafschaft Görz einbringen sollte. Aber erst nach einer schlussendlich gewonnenen Auseinandersetzung mit der Republik Venedig gelang es dem mit hohen Ehren dafür gewonnenen Görzischen Reichsverweser Virgil von Graben, diesen Vertrag endgültig zu realisieren.[4]
Noch wichtiger für die Zukunft des Hauses Österreich waren die Bemühungen Maximilians um den Erwerb Böhmens und Ungarns. Bereits 1491 war es Maximilian gelungen, in Pressburg einen Erbvertrag mit König Vladislav II. von Böhmen und Ungarn zu schlhließen. Dieser sah vor, dass die Kronen Böhmens und Ungarns an das Haus Österreich fallen würden, wenn Vladislav ohne Erben bleiben sollte. Da dieser jedoch aus seiner Ehe mit Anne de Foix-Candale Kinder hatte, die 1503 geborene Tochter Anna und den 1506 geborenen Sohn Ludwig II., wurde auf Betreiben Maximilians die Vereinbarung von Pressburg in Wien im Jahre 1506 durch den Plan wechselseitiger Heiraten zwischen den jeweiligen Thronfolgern erweitert.
Am 8. August 1507 ernannte König Maximilian den Kurfürsten Friedrich III. von Sachsen auf dem Reichstag in Konstanz zu seinem Reichsvikar für die Zeit seiner Abwesenheit im Reich wegen des geplanten Romzugs und seiner Kaiserkrönung. (Diese vorübergehende Verleihung der Reichsvikarswürde ist auf den Münzen, den Locumtenenstalern des Kurfürsten von Sachsen, verewigt.[5])
Am 4. Februar 1508 nahm Maximilian mit Zustimmung von Papst Julius II. im Dom zu Trient den Titel eines Erwählten Römischen Kaisers an, nachdem sein Romzug am Widerstand der Republik Venedig gescheitert war.
Um den wachsenden Druck zu vermindern, der durch Beistandsverträge der Herrscher Frankreichs, Polens, Ungarns, Böhmens und Russlands auf dem Reich lastete, aber auch um Böhmen und Ungarn für Habsburg zu sichern, traf sich Maximilian 1515 mit den jagiellonischen Königen Wladislaw II. von Ungarn und Böhmen und Sigismund I. von Polen in Wien. Dabei setzte er auch die Familie Radziwill in den Reichsfürstenstand. Die dort arrangierte Doppelhochzeit zwischen den Enkeln Maximilians – Erzherzog Ferdinand I. (oder Karl V.) und Erzherzogin Maria – mit den Kindern von König Wladislaw II., Anna von Böhmen und Ungarn und Ludwig II. König von Böhmen und Ungarn (1506–1526), die 1521 vollzogen wurde, brachten dem Haus Habsburg 1526 die Kronen von Ungarn und Böhmen ein. Der Kaiser legte am 22. Juli 1515 im Stephansdom in Wien neben Anna von Böhmen und Ungarn das Versprechen ab, die Prinzessin selbst zur Frau zu nehmen und zur Kaiserin zu machen, falls innerhalb eines Jahres nicht einer seiner Enkel – Ferdinand oder Karl – die Eheerklärung abgegeben habe. Dazu kam es jedoch nicht, da diese Erklärung 1516 von Erzherzog Ferdinand abgegeben wurde.
Freundschaftliche Beziehungen unterhielt Maximilian auch zu den russischen Zaren Iwan III. und Wassili III., doch die von Kaiser und Papst angestrebte Kirchenunion gelang nicht.

Tod und Nachleben
Maximilian starb am 12. Januar 1519 auf der beschwerlichen Reise von Innsbruck zum Landtag nach Linz[6] in der Burg von Wels, vermutlich an Darmkrebs. Wie andere Könige und Kaiser des Mittelalters (so z. B. Sigmund von Luxemburg) inszenierte Maximilian seinen Tod. Nachdem er bereits seit vier Jahren stets seinen Sarg mitgeführt hatte[7], präsentierte er sich nun als außergewöhnlich demütiger und mit Schuld beladenener Sünder und Büßer. Nachdem er die Sterbesakramente („letzte Ölung“) eempfangen hatte, übergab er das kaiserliche Siegel und verbot, ihn mit seinen Titeln anzureden.[8] Er ordnete an, nach seinem Tod nicht einbalsamiert zu werden, sondern verfügte stattdessen, dass sein Leichnam gegeißelt werde und dass seine Haare geschoren und die Zähne ausgebrochen werden.[8] Leichenhemd und Beinkleid ließ er sich (angeblich aus Scham) kurz vor dem Tod bringen, zog sich selbst noch an und verfügte, dass er so in den Sarg gelegt werden solle.[9] Er ordnete zudem an, seinen Leichnam in die Gewänder des St. Georgs-Ordens zu kleiden und danach unter Beimengung von Kalk und Asche in einen Sack einzunähen, der aus Leinen, Damast und weißer Seide bestand.[10] Neben religiösen Überlegungen der Buße spielten bei diesem bei Cuspinian überlieferten Vorgang auch die damals üblichen Methoden der Leichenkonservierung eine Rolle.[11] „Das Totenbildnis, das von ihm erhalten ist,“ schreibt Reformationshistoriker Thomas Kaufmann, „ist ein in seiner Realistik erschütterndes Dokument: ein fahlgelbes Gesicht mit tief eingefallenen Wangen, der zahnlose Mund leicht geöffnet; ein halb zugedrücktes Augenlid gibt den Blick auf eine verdrehte Pupille frei.“[8]
Maximilian I. wurde getreu dem Testament von Wels in seiner Taufkirche, der St.-Georgs-Kapelle der Burg in Wiener Neustadt, unter den Stufen des damaligen gotischen Hochaltars beigesetzt, wie sein Vater Friedrich III. im Ornat des St.-Georg-Ritterordens – und zwar so, dass Priester während der Messe genau über seinem Herzen zu stehen kommen. Sein Herz wurde getrennt bestattet und in der Liebfrauenkirche in Brügge im Sarkophag Marias von Burgund beigesetzt.[12] Maximilians berühmtes Grabmal mit zahlreichen Bronzefiguren, das er zu Lebzeiten für die St.-Georgs-Kapelle in Wiener Neustadt in Auftrag gegeben hatte, blieb unvollendet. Erst sein Enkel Ferdinand I. ließ es in der eigens dafür erbauten Hofkirche in Innsbruck aufstellen.
Maximilians Nachfolger als Kaiser wurde sein in den Niederlanden aufgewachsener Enkel Karl V., Sohn des schon 1506 verstorbenen Philipps und Johannas. Zum Vormund seiner Enkel und zur Regentin über die Niederlande hatte Maximilian nach Philipps Tod seine zwischendurch mit Philibert von Savoyen verheiratete, aber früh verwitwete Tochter Margarete berufen.

Die Österreichischen Erblande, Burgund und das Reich
Für die Geschichte Österreichs gilt Maximilian als Figur der Einigung, die auch sein Vater Friedrich betrieben hatte: Die Teilung des Hauses Habsburg in die albertinische und die leopoldinische Linie, die mit dem Neuberger Teilungsvertrag 1379 ganz gegen die Absicht Rudolfs des Stifters begonnen hatte, ging 1490 zu Ende. Sigmund von Tirol sorgte durch seinen Verzicht in Oberösterreich zugunsten des Enkels seines Bruders Ernst, genannt der Eiserne, für die Wiedervereinigung der habsburgischen Besitzungen, nachdem Friedrich schon 1463 Niederösterreich und Innerösterreich wieder vereint hatte.
Maximilian konnte das Reich seinem Enkel Karl V. in Universalmonarchie übergeben.
Durch fünfzehnjährigen Krieg verhinderte er die Aufteilung der Niederlande durch ihre Nachbarstaaten. Im Krieg gegen Frankreich konnte er die Herrschaft in den meisten Ländern der burgundischen Herzögen sichern, nur das Herzogtum Burgund selbst blieb unter französischer Kontrolle.[13]
Mit dem 1494 geschlossenen Bündnis zwischen Maximilian und den Königen Spaniens, Ferdinand und Isabella, und der daraus resultierenden Hochzeit zwischen Erzherzog Philipp und Erzherzogin Margarete mit den Kindern des spanischen Königshauses unnd der am 22. Juli 1515 im Stephansdom zu Wien geschlossenen habsburgisch-jagiellonischen Verlobung (und späteren Doppelhochzeit) legte er den Grundstein für die spätere Weltgeltung des Hauses Habsburg: Sein Enkel Karl, Kaiser Karl V. sollte über ein Reich herrschen, in dem „die Sonne nicht mehr unterging“.
Gleichzeitig beginnt mit seinem Sohn Philipp dem Schönen aber die nächste Teilung der Habsburger. Mit dessen Sohn Karl begründet sich die spanische Linie (Casa de Austria; als Beginn gilt Philipps Übersiedlung nach Madrid 1504 oder Karls Amtsantritt 1516), während der jüngere Sohn Philipps, Ferdinand, das Haus Österreich begründet.
1480 markiert den ersten Türkeneinfall im Heiligen Römischen Reich, konkret in Kärnten und in der Steiermark. Maximilian versuchte erfolglos die deutschen Stände zu einem Krieg gegen das Osmanische Reich zu motivieren.

Schulden
Da Maximilian einem prunkvollen Lebensstil huldigte, der allerdings auch durch seine soziale Stellung, viele Konflikte, in die er verwickelt wurde und Erblasten früherer Herrscher des Heiligen Römischen Reichs bedingt war, hinterließ er einen enormen Schuldenberg. Die Kosten seiner zahllosen Kriege und seine Hofhaltung wurden durch die laufenden Einnahmen nicht annähernd gedeckt, so dass der Kaiser ständig neue Kredite bei seinem Hausbankier Jakob Fugger aufnehmen musste. 1501 wurde deshalb sogar ein Haus in Augsburg erworben. Aufgrund seiner 17 Aufenthalte (insgesamt 2 Jahre und 211 Tage) nannten ihn die Augsburger „Bürgermeister von Augsburg“. Da Maximilian mit seinem Schuldendienst kaum nachkam, gelang es dem Augsburger Bankhaus, zahlreiche Privilegien zu erlangen. Aber auch andere Städte mussten für die horrenden Kosten aufkommen. So besuchte er die nahe an Augsburg gelegene freie Reichsstadt Memmingen insgesamt 13-mal und nannte sie seine Ruh und Schlafzell. Als Reichsstadt musste Augsburg bei jedem seiner Besuche Geld- und Naturalienzahlungen leisten, dazu war Augsburg aber (wie auch die anderen Reichsstädte) bereits unter den früheren Königen und Kaisern des Heiligen Reiches verpflichtet gewesen.
Das Diktat der leeren Kassen brachte Maximilian letztlich auch dazu, völlig unstandesgemäß die Tochter des italienischen Condottierefürsten Galeazzo Maria Sforza und der Bona von Savoyen, Bianca Maria Sforza, zu ehelichen, was ihr Onkel Ludovico Sforza in die Wege geleitet hatte. Maximilian erhielt dafür die wahrhaft kaiserliche Mitgift von 400.000 Golddukaten in bar und weitere 40.000 Dukaten in Juwelen. Ludovico erreichte auf diese Weise sein großes Ziel, das Herzogtum Mailand als Lehen des Heiligen Römischen Reiches zu bekommen.

Kunst und Literatur[
Maximilian, selbst hochgebildet und ein Freund des Humanismus und der Renaissance, pflegte ein großes Interesse an Wissenschaft, Literatur und Kunst und machte sich um ihre Förderung im Reich verdient. Er gab selbst poetische Werke heraus, die von ihm konzipiert waren, teils von ihm selbst, teils von Marx Treitzsaurwein von Ehrentrei(t)z, Melchior Pfintzing und Hans Ried geschrieben wurden. Der Theuerdank, weitgehend von eigener Hand, allegorisiert Maximilians Brautwerbung, der Weißkunig (unvollendet), geschrieben von Marx Treitzsaurwein von Ehrentrei(t)z, berichtet von seinen Taten bis 1513. Beide illustrierten Hans Burgkmair der Ältere, Hans Schäufelin und andere Künstler mit Holzschnitten. Der Freydal, ein drittes geplantes Werk zu den Turnieren des Kaisers, blieb jedoch vom Textumfang und von der Anzahl der Illustrationen her ein fragmentarisches Projekt. In seinem Auftrag entstand zwischen den Jahren 1504 und 1516 das Ambraser Heldenbuch.
Maximilian unterstützte den Humanismus, indem er ein Konzept von Konrad Celtis umsetzte und 1501 ein Collegium poetarum et mathematicorum gründete. Dieses sollte Teil der Universität Wien sein und zwei Lehrstühle für Poetik und Rhetorik sowie zwei für Mathematik und ihre naturwissenschaftlichen Anwendungsgebiete beinhalten.[14] Diese Institutionalisierung des Humanismus war eine Pioniertat.
Das Verdienst Maximilians und seines Kanzlers Niclas Ziegler um die Entstehung einer vorbildlichen deutschen Schreibweise wird von der Folgezeit sehr hoch eingeschätzt. Die Einheitsbestrebungen äußerten sich in einer Zurückdrängung ausgesprochen süddeutscher Züge zugunsten von mitteldeutschen. So erwuchs in Süddeutschland eine bald auch den Buchdruck umfassende Schreibtradition, die man das 'Gemeine Deutsch' nannte und die noch lange Zeit eine Konkurrenz für die sich immer mehr durchsetzende ostmitteldeutsche Tendenz der neuhochdeutschen Schriftsprachentwicklung darstellte.
Wohl vermittelt über Willibald Pirckheimer trat Maximilian 1512 zu Albrecht Dürer in Verbindung; ab 1515 gewährte er ihm eine jährliche Rente von 100 Gulden.
Maximilian gilt als Stifter der Frauensteiner Schutzmantelmadonna in Molln, eines Werks Gregor Erharts. Unter dem Mantel sind unter anderem er und Bianca Maria Sforza dargestellt.[15]

Feudaler Ritter und Renaissance-Fürst
Als Kunstmäzen, Förderer der Wissenschaften, Humanist, aber auch in seiner Prunkverliebtheit stellte sich Maximilian zwar als typischer Renaissanceherrscher dar, auch tragen seine Bemühungen zur umfassenden Popularitätssteigerung bereits alle ZüZüge eines „modernen“ Herrschers. Doch gleichzeitig stilisierte sich Maximilian entsprechend der burgundischen Tradition des Rittertums zum Idealbild des mittelalterlichen Ritters. Maximilians groß angelegte Dichtungen sind nicht nur ein letztes, nachklingendes Denkmal einer vergangenen Epoche, sondern teilweise auch verschlüsselte Autobiographien, die neben realen Ereignissen auch Bezug auf Pläne und Vorhaben des Kaisers wiedergeben, die dieser wegen Geldmangels nicht ausführen konnte. Ebenso strickte der Kaiser damit aber bewusst an seiner eigenen Legende – so trug ihm der unvollendete Freydal später den Ruf ein, der beste Turnierkämpfer seiner Zeit gewesen zu sein.
Maximilian erhielt den Beinamen Der letzte Ritter, denn er verkörperte noch das bereits geschwundene Ideal des alten burgundischen Rittertums. Zugleich erwies er sich jedoch als vorausschauender, modernisierender Herrscher der anbrechenden Neuzeit, sodass man das auch zu Der letzte Ritter und erste Kanonier erweitert hat.

Wappen und Wahlspruch
Kaiser Maximilian I. von Habsburg:
Auf dem nimbierten Deutschen Doppeladler, schwarz auf Gold, ein Brustschild, vorne in Rot ein silberner Balken, der Bindenschild, das ist Österreich, hinten von Gold und Blau dreifach schrägrechts geteilt in rotem Bord, das ist Burgund
Motto:
Um ein außen herum mit Schwertern und Streitkolben bestecktes Rad, über welchem ein Reichsapfel schwebt, die Devise:
„Per tot discrimina rerum“
„Durch so viele Gefahren“ 
von Österreich (von Habsburg), Kaiser Maximilian I der letzte Ritter (I9029)
 
49205 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/May_(Patrizierfamilie)

Die Familie von May ist eine Berner Patrizierfamilie, die als Kaufmannsfamilie mit Namen de Madis aus Introzzo in der Lombardei einwanderte. Ein 1537 nach Augsburg eingewanderter Zweig wurde 1627 zum dortigen Patriziat aufgenommen, nachdem sie bereits 1605 in Johann Siebmachers Wappenbuch zu den Ehrbaren Geschlechtern Augsburgs gezählt wurden.

Geschichte
Seit ungefähr 1404 besitzt das Geschlecht das Burgerrecht der Stadt Bern und seit 1434 gehört es der Gesellschaft zu Mittellöwen an. 1446 gehörte erstmals ein Familienmitglied dem Grossen Rat an. 1448 hatte die Familie ein vergleichsweise bescheidenes Vermögen von 900 Gulden. Ihr gelang es aber, sich im 15. Jahrhundert in der städtischen Gesellschaft zu etablieren und mit den damals führenden Ratsgeschlechtern verwandtschaftliche Beziehungen einzugehen. Bartholomäus May, der Sohn von Jakob May, gehörte zu den reichsten Bernern und versteuerte 1494 ein Vermögen von etwa 13.300 Gulden. Er wurde im gleichen Jahr als erster Bürger mit italienischer Abstammung in den Kleinen Rat gewählt.

Angehörige der Familie besassen oder besitzen mehrere Häuser an der Münstergasse, Schloss Hünigen, Schloss Ursellen, Schloss Toffen, Schloss Rued, Schloss Brestenberg, Schloss Schöftland und das Rebgut Belletruche.

In Schaffhausen befindet sich noch heute das Haus zum Ritter, mit den bedeutenden Spätrenaissance-Fassadenmalereien, die das Allianzwappen des Christoph von Waldkirch († 1570) und der Ursula May (verheiratet 1544)[4] wiedergeben. Christoph von Waldkirch war durch seinen Schwiegervater Benedict May von Rued in den Besitz von dessen Gerichtsherrschaft Marthalen gekommen, welche den May von Bern bis 1561 gehörte.

In Johann Siebmachers Wappenbuch von 1605 ist das Wappen der May bei den ehrbaren Geschlechtern der Reichsstadt Augsburg dargestellt, allerdings verballhornt mit Greifen statt Löwen im Schild. Bartholomäus II. May († 1576) war es, der 1537 nach Augsburg auswanderte. Kaiser Karl V. erkannte ihm und seinen Brüdern 1551 einen Adelsbrief zu. 1561–1576 gehörte er dem kleinen Rat Augsburgs als Vertreter der Gesellschaft der Mehrer[6] an. Sein Enkel Marcus von May († 1643) wurde Mitglied des Stadtgerichts und 1631 Bürgermeister von Augsburg.1627 erfolgte für ihn zu Prag die kaiserliche Aufnahme zu den edlen und ratsfähigen Geschlechtern als Patrizier von Augsburg. 
May, Bartholomäus (I58029)
 
49206 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/May_(Patrizierfamilie)

Die Familie von May ist eine Berner Patrizierfamilie, die als Kaufmannsfamilie mit Namen de Madis aus Introzzo in der Lombardei einwanderte. Ein 1537 nach Augsburg eingewanderter Zweig wurde 1627 zum dortigen Patriziat aufgenommen, nachdem sie bereits 1605 in Johann Siebmachers Wappenbuch zu den Ehrbaren Geschlechtern Augsburgs gezählt wurden.

Seit ungefähr 1404 besitzt das Geschlecht das Burgerrecht der Stadt Bern und seit 1434 gehört es der Gesellschaft zu Mittellöwen an. 1446 gehörte erstmals ein Familienmitglied dem Grossen Rat an. 1448 hatte die Familie ein vergleichsweise bescheidenes Vermögen von 900 Gulden. Ihr gelang es aber, sich im 15. Jahrhundert in der städtischen Gesellschaft zu etablieren und mit den damals führenden Ratsgeschlechtern verwandtschaftliche Beziehungen einzugehen. Bartholomäus May, der Sohn von Jakob May, gehörte zu den reichsten Bernern und versteuerte 1494 ein Vermögen von etwa 13.300 Gulden. Er wurde im gleichen Jahr als erster Bürger mit italienischer Abstammung in den Kleinen Rat gewählt.

Angehörige der Familie besassen oder besitzen mehrere Häuser an der Münstergasse, Schloss Hünigen, Schloss Ursellen, Schloss Toffen, Schloss Rued, Schloss Brestenberg, Schloss Schöftland und das Rebgut Belletruche.

In Schaffhausen befindet sich noch heute das Haus zum Ritter, mit den bedeutenden Spätrenaissance-Fassadenmalereien, die das Allianzwappen des Christoph von Waldkirch († 1570) und der Ursula May (verheiratet 1544) wiedergeben. Christoph von Waldkirch war durch seinen Schwiegervater Benedict May von Rued in den Besitz von dessen Gerichtsherrschaft Marthalen gekommen,[4] welche den May von Bern bis 1561 gehörte.

In Johann Siebmachers Wappenbuch von 1605 ist das Wappen der May bei den ehrbaren Geschlechtern der Reichsstadt Augsburg dargestellt, allerdings verballhornt mit Greifen statt Löwen im Schild. Bartholomäus II. May († 1576) war es, der 1537 nach Augsburg auswanderte. Kaiser Karl V. erkannte ihm und seinen Brüdern 1551 einen Adelsbrief zu. 1561–1576 gehörte er dem kleinen Rat Augsburgs als Vertreter der Gesellschaft der Mehrer an. Sein Enkel Marcus von May († 1643) wurde Mitglied des Stadtgerichts und 1631 Bürgermeister von Augsburg.[7] 1627 erfolgte für ihn zu Prag die kaiserliche Aufnahme zu den edlen und ratsfähigen Geschlechtern als Patrizier von Augsburg. 
May, Klaudius (Glado) (I58062)
 
49207 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mechthild_von_Holstein (Apr 2018)

Mechthild von Holstein (* 1220 oder 1225; † 1288 in Kiel) war von 1250 bis 1252 Königin von Dänemark.

In einer Urkunde[1] vom 12. Mai 1260 verpfändete Mechthild von Holstein gemeinsam mit ihren beiden Söhnen Erich I. und Abel Abelsen ihren Grundbesitz Stapelholm, Fræzlæt, Schwansen und das Krongut Jarnwith an die Holsteiner Grafen Johann I. und Gerhard I. In der Urkunde erwähnt ist auch die Festung Rendsburg, die Mechthild als Mitgift erhalten hatte.[2]
Mechthild von Holstein ist in Varnhems Klosterkirche in Varnhem bei Skara/Västergötland in Schweden begraben. 
von Holstein, Mechthild (I9625)
 
49208 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mechthild_von_Sayn

Mechthild von Sayn (* um 1203; † um 1291 in Köln; auch Mechthild von Landsberg, Mechtild, Mechtildis, Mathilde) war eine deutsche Gräfin und die Ehefrau von Heinrich III. von Sayn. Aufgrund ihrer kirchlichen Stiftungen war sie eine bedeutende Persönlichkeit im späten Mittelalter.

Leben
Mechthild war die Tochter des Markgrafen Dietrich von Landsberg, Sohn von Dedo dem Feisten, und Jutta, der Tochter und Erbin des Thüringischen Landgrafen Ludwig III.[1] Mechthild wurde um 1200, nach anderen Quellen um 1203, geboren und heiratete um 1215 den Grafen Heinrich III. von Sayn.[2] In einer Urkunde der Abtei Heisterbach aus dem Jahr 1216 wird Mechthild als Ehefrau Heinrichs bezeichnet.[3] Auslöser für die Ehe waren Streitigkeiten zwischen Dietrich von Landsberg und Heinrich II. von Sayn, deren Territorien aneinandergrenzten. Darüber hinaus gehörten die beiden im staufisch-welfischen Thronstreit Ende des 12. Jahrhunderts unterschiedlichen Parteien an. Dietrich, Anhänger der Staufer, besaß die von seinen Vorfahren errichtete Burg Altenwied, Heinrich II., Anhänger der Welfen, baute die Löwenburg. Papst Innozenz III. zog 1205 Erkundigungen ein, ob sich der Streit durch eine Heirat zwischen Heinrich III. und Mechthild beilegen lasse. Die Vereinbarung muss spätestens 1207 erfolgt sein, da Dietrich von Landsberg in diesem Jahr starb.[1]

Als Heinrich III. von Sayn in der Silvesternacht des Jahres 1246 starb, hinterließ er keinen männlichen Erben. Die einzige Tochter der Mechthild wurde vermutlich kurz vor oder kurz nach dem Tod Heinrichs geboren und verstarb.[1][4]

Heinrich hatte in der Weihnachtswoche 1246 im Beisein der Äbte von Marienstatt und Heisterbach auf Burg Blankenheim sein Testament aufsetzen lassen. Er verfügte, wenn sein zu dem Zeitpunkt noch ungeborenes Kind überlebe, solle Mechthild Alleinerbin werden. Wenn das Kind jedoch stürbe, dann solle Mechthild das Recht haben, bis zu ihrem Tode alle Güter zu behalten, nach ihrem Tode sollten die Besitzungen an die Kinder der Schwestern Heinrichs fallen.[4][5] Heinrichs Schwestern waren Adelheid, in erster Ehe verheiratet mit Gottfried von Sponheim-Starkenburg († 1223?), in zweiter Ehe seit 1225 verheiratet mit Eberhard von Eberstein († 1263?), und die jüngere Agnes, verheiratet mit Heinrich von Blieskastel.[1][4]

Anders als von Heinrich testamentarisch gewollt, erhoben die saynischen Anverwandten bereits kurz nach seinem Tod Ansprüche auf die saynischen Besitzungen. Schon am 29. August 1247 überließ Mechthild den Söhnen ihrer Schwägerin Adelheid u. a. Burg und Stadt Blankenberg, Burg und Flecken Hachenburg, Burg Freusburg, Burg Sayn, die Burgen Saffenberg und Hülchrath und alle Grafschaften und Vogteien, die Heinrich besessen hatte. Mechthild behielt ihr eigenes thüringisches Erbe und behielt sich das Wohnrecht auf der saynischen Löwenburg im Siebengebirge vor.[1]

Die Burg Waldenburg und die Dörfer Drolshagen und Meinerzhagen wurden am 20. Januar 1248 an den Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden für 2.000 Mark verkauft. Mechthild verblieben vorerst die Burgen Altenwied, Neuerburg, Rennenberg und Windeck sowie die Dörfer Rosbach, Linz, Leubsdorf, Neustadt, Asbach, Winden, Windhagen, Gielsdorf, Sechtem, Nieder- und Oberbreitbach und im Streubesitz verschiedener Weinbergs- und Grundbesitz am Rhein und an der Mosel.[6]

Am 1. Mai 1250 schloss Mechthild auf der Neuerburg mit dem Kölner Kurfürsten Konrad von Hochstaden einen Vertrag, dem zufolge gegen eine einmalige Zahlung von 600 Mark und eine jährliche Zahlung von 170 Mark der gesamte Besitzkomplex um die Burgen Altenwied, Neuerburg, Rennenberg und Windeck nach ihrem Tod an das Erzstift Köln falle.[6] Die Neuerburg und das Kirchspiel Breitbach standen unter dem Vorbehalt der lebenslangen Nutzung. Am 2. März 1261 erneuerte der Nachfolger Konrads, Erzbischof Engelbert I., den Vertrag, der 1263 von Papst Urban IV. bestätigt wurde.[4]

Mechthild lebte noch einige Jahre auf der Neuerburg und siedelte später nach Köln, wo sie im Kloster Sion eine Wohnung besaß. 1283 verfügte sie in ihrem Testament, dass nach ihrem Tod ihre Besitztümer endgültig dem Erzstift übereignet würden. Das Todesdatum ist unbekannt, nach einer unbestätigten Interpretation eines Grabsteins in Köln hat sie möglicherweise bis 1291 gelebt.[1]

Urkunden
Die wichtigsten Stiftungen und Schenkungen, die Mechthild zusammen mit ihrem Mann tätigte, waren:[1]

1215 gründeten sie den Saynischen Hof in Köln, aus dem später das Kloster Sion entstand
1222 schenkten sie dem Abtei Marienstatt die Klosterstätte im Nistertal und Güter zum Unterhalt
1231 Gründung des Klosters Seligenthal bei Siegburg
1235 stifteten sie das Kloster Drolshagen
zahlreiche kleinere Schenkungen, u. a. an das Kloster Heisterbach, wo Mechthilds Mutter Jutta beerdigt wurde.
Die Urkunden Mechthilds waren oft in deutscher Sprache abgefasst, was im 13. Jahrhundert eine Ausnahme darstellte.[6]

Auszug aus der am 2. März 1261 gefertigten Urkunde des Kölner Erzbischofs Engelbert II., in der die Schenkung der Gräfin Mechthild und deren Vertrag mit der kölnischen Kirche bestätigt werden:[7]

„Wir Engelbreht van der Gnaeden Goddis gekorin zo Erchebisscoue ze Colne inde Erchecancelere in Ytalien, Allen di disen Brief sient, Heil in unseme Herin Gode. Wir willen dat kundich si, want de edele vrowe, unse můne Metholt, de wilne Grieuinne was ze Seyne, in ire burg Wiede inde dise dorp inde kirspele: Lynse, Winthain, Nuestat, Aspach inde Roispe, mit alle deme, dat zv den Dorpen inde den Kirspelen gehorich is, dat gelegin is an der siden des Rynes da de burg Wiede ane steit, inde och alle di man, inde dinstman, houislude inde waszinsige Lude, of welchis rehtis si sin, din gienen uzbescheiden, di se zů irme ůrbore inde dienste, zů irme liue behalden wilt, der nåmen hir beniedene gescrieuen sint, mit underscheide alse hir na bescrieuen is, durch Lieue, durch trůwe inde umbe gnåde uns inde unseme Gestithe lezit ingain Dar umbe so geiue wir ire allir iargelichis also lange al si geleuit, vunftehalf hundert marc Colchir penninge, zwelf Schillinge vůr de marc gezalt…“
Schenkungen und Stiftungen der Witwe Mechthild:[1]

1247 Gründung des Klosters Zissendorf bei Hennef
1247 Gründung des Klosters Herchen bei Windeck
1254 Stiftung des Hospitals beim Kloster Heisterbach
 
von Landsberg (von Wettin), Mechthild (I41068)
 
49209 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mécia_Lópes_de_Haro (Aug 2023)

Mécia Lópes de Haro (* ca. 1215 in der Provinz Bizkaia in Spanien; † ca. 1270 in Palencia) (andere Schreibweise Mécia López de Haro) war eine leonesische Adlige aus dem Haus Haro und durch Heirat Königin von Portugal.

Über ihre Mutter stammte sie – wenn auch unehelich – von König Alfons IX. von León ab (ihr leiblicher Großvater) und war somit auch weitläufig mit ihrem späteren Ehemann, dem portugiesischen König Sancho II. von Portugal verwandt.

Um das Jahr 1239 heiratete sie in zweiter Ehe Sancho II. In Portugal tobte zu dieser Zeit gerade ein Kampf zwischen dem König und der katholischen Kirche, der dazu führte, dass Papst Innozenz IV. am 24. Juli 1245 den König für abgesetzt erklärte und statt ihm seinen Bruder, Alfons III. zum König erklärte. Der Kampf zwischen Kirche und König eskalierte so zu einem Bürgerkrieg zwischen den beiden Brüdern. Bereits vorher hatte der Papst, das Fehlen eines nach kanonischen Rechts wegen der Verwandtschaft zwischen Mécia und ihrem Ehemann eigentlich notwendigen päpstlichen Dispens zum Vorwand nehmend, die Ehe zwischen Mécia und Sancho II. annulliert, also zwangsweise geschieden, was weder vom König noch von Mécia anerkannt wurde.

Von der Gegenseite im portugiesischen Bürgerkrieg wurde Mécia verteufelt als die „verfluchte Königin“ (a rainha maldita), der vorgeworfen wurde, sie würde ihren als schwach bekannten Ehemann beeinflussen. Sancho II. verlor schließlich den Krieg gegen seinen Bruder und ging ins Exil nach Toledo, wo er verstarb. Königin Mécia verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Nájera, wo sie auch in einer eigenen Kapelle im Westflügel des Kreuzgangs des Klosters Santa María la Real de Nájera bestattet wurde.

Mécia und Sancho II. hatten keine Kinder. Da auch die erste Ehe der Königin kinderlos blieb, wird angenommen, dass sie unfruchtbar gewesen sei. 
de Haro, Königin von Portugal Mécia Lópes (I41931)
 
49210 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Megingoz_von_Geldern

Megingoz von Geldern (* um 920; † 997 in Geldern) war ein adeliger Stiftsgründer und Vater der heiligen Adelheid von Vilich.

Über Megingoz' Geburt und Jugend ist nichts bekannt, er scheint aber aus dem niederrheinischen Geldern zu stammen, wo seine Familie große Güter besaß – ebenso wie in der Nähe von Bonn.[1] Zwar wird er in Urkunden gelegentlich als „comes“ (Graf) bezeichnet, doch stammte er offenbar aus dem niederen Adel, da ihn die Königsdiplome nur als „nobilis vir“ (Edelmann) aufführen. Er ehelichte die aus höchstem Hause stammende Gerberga, Tochter des lothringischen Pfalzgrafen Gottfried und Enkelin des westfränkischen Königs Karl III. (des Einfältigen). Zudem war sie eine Nichte des Kölner Erzbischofs Wichfried.

Als Vasall Heinrichs und Gegner der deutschen Herrschaft in Lotharingien ergriff Megingoz im Streit gegen König Otto I. beim zweiten Aufstand 941 die Partei Heinrichs und kämpfte auf dessen Seite. Möglicherweise war er auch bereits beim ersten Aufstand im Jahre 939 dabei. Nach der Niederschlagung musste er fliehen, um sich vor der Todesstrafe zu retten, verlor aber sämtliche Besitzungen. Nachdem Heinrich von seinem Bruder Otto wieder in Ehren aufgenommen worden war, erhielt auch Megingoz auf Heinrichs Bitten sein Eigengut mit Urkunde vom 1.8.944 durch Otto I. zurück.
Im Jahre 976 oder 977 fiel Gottfried, der einzige Sohn und Erbe, im Kampf gegen die Böhmen. Zu seinem Andenken gründete Megingoz mit seiner Frau Gerberga 978 auf ihrem Grund und Boden in (Bonn-)Vilich ein Frauenstift (St. Adelheidis-Stift) neben einer bereits seit dem 8. oder 9. Jahrhundert befindlichen kleinen Kirche, die wohl schon zuvor als Friedhofskapelle genutzt worden war. 987 wurde aus dem Kloster ein Reichsstift mit besonderen Privilegien. Da die Tochter Bertrada bereits Äbtissin des Kölner Klosters Maria im Kapitol war, setzten die Eltern ihre jüngste Tochter Adelheid als Leitung des Stifts ein, das sie später in ein Kloster umwandelte und deren erste Äbtissin sie wurde.
Nach der Stiftsgründung zog Megingoz sich für den Rest seines Lebens nach Geldern zurück. Als er starb, wurden seine Gebeine ins Kloster Vilich überführt.

Mehr unter dem Link oben.. 
von Geldern, Graf Meginoz (I4046)
 
49211 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Melchior_von_Hatzfeldt

Melchior Friedrich Gottfried Graf von Gleichen und Hatzfeldt, Herr zu Trachenberg (* 20. Oktober 1593 auf Schloss Crottorf, Kreis Altenkirchen, Westerwald; † 9. Januar 1658 in Powitzko bei Trachenberg) war ein kaiserlicher Feldherr, der im Dreißigjährigen Krieg unter Albrecht von Wallenstein und Matthias Gallas diente. Ab 1639 war er Oberbefehlshaber in Westfalen und befehligte ein eigenes Korps unabhängig von der kaiserlichen Hauptarmee. 1645 übernahm er vorübergehend den Befehl über die Hauptarmee, wurde aber in der Schlacht bei Jankau gefangen genommen und beendete im Jahr darauf seine militärische Karriere. Erst 1657 kehrte er im Zweiten Nordischen Krieg nochmals als kaiserlicher Oberbefehlshaber zurück, musste das Kommando aber Ende des Jahres gesundheitsbedingt niederlegen und starb bald darauf.

Frühe Karriere
Melchior gehörte der seit dem 13. Jahrhundert in Hessen nachweisbaren Familie von Hatzfeldt an. Er war der zweite von fünf Söhnen des Sebastian von Hatzfeldt und seiner Ehefrau Lucie von Sickingen, einer Urenkelin Franz von Sickingens und Enkelin Georg von Frundsbergs. Ursprünglich wie sein jüngerer Bruder Franz von Hatzfeld, der spätere Fürstbischof von Würzburg und Bamberg, für den geistlichen Stand vorgesehen, durchlief er eine geistliche Ausbildung in Fulda, wo er das päpstliche Seminar der Jesuiten besuchte, bis zum Diakon. Nach Studien in Würzburg, seit 1613 in Pont-à-Mousson und Bourges, trat er 1620 als Offizier in das kaiserliche Regiment „Altsachsen“ ein.

Er diente zunächst unter den protestantischen Befehlshabern Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg und Adolf von Holstein-Gottorf und nahm 1623 am Sieg von Stadtlohn teil. Als er 1625 in Wallensteins Armee eintrat, wurde er Oberstleutnant im Regiment von Franz Albrecht von Sachsen-Lauenburg und kämpfte anschließend in Niedersachsen, Ungarn, Dänemark und Mantua. Nach seiner Teilnahme an der Schlacht bei Breitenfeld 1631 stieg er rasch auf, erhielt 1632 sein eigenes Regiment und wurde Oberst, 1633 wurde er zum Feldmarschallleutnant befördert.[1]

Nach der Ermordung Wallensteins im Februar 1634 diente er unter Gallas. In Wallensteins Sturz war er zwar nicht verwickelt; der Tod des Feldherren brachte ihm jedoch manche Vorteile. Die Hinrichtung Hans Ulrich von Schaffgotschs schuf erst für Melchior die Möglichkeit, die Standesherrschaft Trachenberg, die vorher Lehen des Hingerichteten war, zu gewinnen. Er nahm im Kampf um Regensburg an der Rückeroberung der von den Schweden besetzten Stadt Regensburg teil, wobei er am 5. Juni 1634 bei einem nächtlichen Ausfall der Schweden einen Schuss in die rechte Wange erhielt und ihm „die Kugel im Bein (Kieferknochen) stecken blieb“. Einige Wochen kämpfte er im Kloster Prüll bei Regensburg mit dem Tod.[2] Nach der Genesung in Wien stieß er gegen Ende September 1634 wieder zum Heer, eroberte 1635 Kaiserslautern und wurde zum Feldmarschall und Reichsgrafen von Hatzfeldt ernannt.

Laufbahn als eigenständiger Befehlshaber
Den nach Abschluss des Prager Friedens auf die Seite des Kaisers zurückgekehrten sächsischen Kurfürsten Johann Georg unterstützte Hatzfeld ab Anfang 1636 mit einem kaiserlichen Korps im Kampf gegen die Schweden. Im Mai nahm er die Festung Magdeburg ein, musste aber am 4. Oktober 1636 in der Schlacht bei Wittstock eine Niederlage gegen die Schweden unter Johan Banér hinnehmen.[3] Im nächsten Jahr verstärkt vom kaiserlichen Hauptheer unter Gallas, gelang ein Zurückdrängen der Schweden aus Kursachsen bis an die Ostseeküste. Als 1638 ein mit englischem Geld finanziertes Heer unter dem exilierten pfälzischen Kurprinzen Karl Ludwig in Norddeutschland landete, wurde Hatzfeldt beauftragt, es aufzuhalten. In der Schlacht bei Vlotho besiegte er die Pfälzer entscheidend und nahm Prinz Ruprecht gefangen, den Bruder des Kurprinzen.

Hatzfeldt befehligte danach dauerhaft ein unabhängiges Korps der kaiserlichen Armee, mit dem er vor allem Westfalen gegen Hessen-Kassel verteidigen sollte. Wiederholt wurde er aber auch ins Königreich Böhmen geordert, um der Hauptarmee gegen die Schweden zur Hilfe zu kommen. Zur Abwehr von Banérs Vordringens bis vor Prag Mitte 1639 zog Hatzfeldt nach Böhmen und nahm Anfang 1640 unter Piccolomini am Feldzug teil, der die Schweden erfolgreich aus dem Königreich zurückwarf.[3] 1641 eroberte Hatzfeldt in der Belagerung von Dorsten das wichtigste rechtsrheinische Bollwerk der Hessen am Niederrhein. Anfang 1642 verlor jedoch Guillaume de Lamboy mit seinen kaiserlichen Hilfstruppen für die Spanier in der Schlacht bei Kempen gegen Franzosen und Hessen, weil er die Schlacht annahm, ohne auf Verstärkung durch Hatzfelds Truppen zu warten. Den Rest des Jahres musste Hatzfeldt zusammen mit bayerischen und kurkölnischen Truppen unter Joachim Christian von der Wahl und Johann von Werth den französisch-hessischen Vormarsch eingrenzen.

Als die Hauptarmee Ende 1642 bei Breitenfeld den Schweden unterlag, wurde Hatzfeldt erneut vom Rhein abgerufen. In den Auseinandersetzungen in der Armee zwischen Deutschen und „Welschen“ über die Verantwortung für die Niederlage schlug er sich auf Seite der deutschen Offiziere und weigerte sich, interimsweise den Befehl über die Hauptarmee zu übernehmen.[4] Ende des Jahres 1643 unterstützte er die Bayern unter Franz von Mercy in der Schlacht bei Tuttlingen, in der ein Großteil des französischen Heeres in Gefangenschaft geriet.[3]

Im Jahr 1644 sollte Hatzfeldt den kaiserlichen Feldzug nach Holstein unterstützen, indem er an die Weser zieht und die weiter östlich entlang der Elbe vorrückende Hauptarmee unter Gallas abschirmt. Hatzfeldt verzögerte jedoch den Aufbruch und reagierte ausweichend auf Aufforderungen, sich mit Gallas’ Armee zu vereinen. Im Juni verwies er auf eine Erkrankung und sandte nur 3000 Mann unter Wenzel von Zahrádecký zu Gallas.[5] Im September verstärkte Hatzfeldt wieder die Bayern unter Mercy am Rhein, kam dort aber zu spät an, um den Fall von Philippsburg zu verhindern.[6] Am 21. Oktober erteilte der Kaiser ihm den ersten Marschbefehl nach Sachsen-Anhalt, um die in Bernburg von den Schweden eingeschlossene Hauptarmee zu unterstützen. Trotz immer drängenderer Hilferufe durch Gallas und erneuten Marschbefehlen des Kaisers ließ er sich Zeit, am 2. November war er noch in Würzburg, am 19. November erst bis Haßfurt weitergezogen. Im kaiserlichen Hofkriegsrat in Wien vermuteten Walter Leslie und Heinrich Schlik, dass Hatzfeldt gar nicht vorhabe, sich mit Gallas zu vereinigen und die Ausführung des Befehls bewusst verschleppe.[7]

Trotz seines vorherigen Ungehorsams wurde Hatzfeldt zum Befehlshaber des kaiserlichen Heers bestellt, das Böhmen gegen die Schweden verteidigen sollte. Am 6. März 1645 geriet er in der Schlacht bei Jankau in schwedische Gefangenschaft, konnte aber nach kurzer Zeit ausgetauscht werden. 1646 beendete er seinen Dienst im kaiserlichen Heer.

Nach dem Westfälischen Frieden
Im Jahr 1657 kam er im Rang eines Generalfeldmarschalls nochmal zum Einsatz, als er 16.000 Mann kaiserlicher Truppen zur Unterstützung des polnischen Königs Johann II. Kasimir gegen Karl Gustav von Schweden führte und Krakau eroberte. Auf seine schlesischen Güter zurückgekehrt, starb er hier auf dem bei Trachenburg gelegenen Schloss Powitzko bereits nach wenigen Monaten, am 9. Januar 1658. Hatzfeldts Leichnam wurde in Prausnitz bestattet, sein Herz in der Bergkirche Laudenbach (Weikersheim).[8] In beiden Kirchen errichtete man ihm künstlerisch sehr anspruchsvolle, nahezu identische Tumba-Grabmäler, gefertigt von Achilles Kern.[9]

Als Mensch galt Melchior Graf von Hatzfeldt als rechtschaffen und religiös gemäßigt. Er starb unvermählt und wurde von seinem Bruder Hermann beerbt. Von den Besitzungen seiner Nachfolger ging das schlesische Trachenberg 1945 verloren, aber das von ihm 1641 als Wasserburg errichtete Schloss Crottorf und die Burg Schönstein an der Sieg sind noch immer Eigentum von Nachkommen der Familie.

Der Schriftsteller Grimmelshausen, selbst Teilnehmer der Schlacht bei Wittstock, lässt am Ende des XXIV. Kapitels seines Romans Simplicissimus Hatzfeldt kurz auftreten. 
von Hatzfeldt-Wildenburg-Crottorf, Melchior (I41366)
 
49212 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Merfyn_Frych

Merfyn Frych oder Merfyn Frych ap Gwriad (Merfyn der Sommersprossige, Sohn von Gwriad; † 844) war der Erste seines Hauses, der von 825 bis 844 das in Nordwestwales gelegene keltische Königreich Gwynedd regierte. Seine Bedeutung verdankt er aber mehr der Tatsache, dass er der Vater von Rhodri dem Großen war, dem es nach Jahrhunderten der Aufspaltung gelang, einen Großteil von Wales in einer Hand zu vereinen.

Herkunft
Ursprung
Merfyn Frych stammt aus einer sehr alten keltischen Herrscherfamilie, die sich der Tradition nach bis auf den legendären britischen König Beli Mawr (Beli der Große) zurückführen lässt. Dieser war wahrscheinlich ein historischer Herrscher, dem es als erstem gelang, die keltischen Stämme in Britannien zu einigen, jedoch wurde sein Leben so von Mythen so überwuchert, dass es schwer ist, historische Fakten zu erkennen. Er lebte eine Generation vor der Invasion Britanniens durch Julius Caesar (55 v. Chr.), da diesem der Tradition nach sein Sohn Caswallon oder Cassivellaunus (c. 60–48 v. Chr.) als Gegenspieler gegenübertrat.[1]

Nähere Stammväter
Coel Hen (Coel der Alte), den walisische Überlieferungen (wie das Bonedd Gwŷr y Gogledd, „Die Nachkommenschaft der Männer des Nordens“) um 350 bis 420 als König im Hen Ogledd („der alte Norden“), das heißt, im britonisch sprechenden Gebiet Nordenglands und Südschottlands im römischen oder nachrömischen Britannien, als Ahnherr einiger Königsdynastien nennen.

Llywarch Hen ap Elidyr (Llywarch der Alte, Sohn des Elidyr) war König von Rheged (in Nordwestengland und Südwestschottland) und von der Isle of Man (c. 560–595),[2]. Als Erbe seiner Mutter, die eine Tochter von Maelgwyn König von Gwynedd war, konnte er vermutlich seine Herrschaft auch auf die zum Königreich Gwynedd gehörige Insel Anglesey ausdehnen. Llywarch war jedoch seiner Natur nach weniger ein Herrscher als ein Dichter, verzichtete daher vorzeitig auf die Krone und ließ sich bei seinen Verwandten, den Königen von Gwynedd und den von Powys, als Hofdichter nieder (siehe auch Englynion y Clyweid, „Die Sprüche der Weisen“). Um 582 wurde die Isle of Man von König Aedan von Dalriada erobert.[3]

Eltern
Merfyns Vater war Gwriad (Guriat) ap Elidyr (Gwriad Sohn des Elidyr), der sich um das Jahr 800 wieder als König der Isle of Man durchgesetzt hatte, was nicht ganz einfach war, da damals die Insel vorwiegend von Iren bewohnt war und er daher als Fremder angesehen wurde. Vermutlich gelang ihm dies dank der Unterstützung durch seinen Schwiegervater, den König von Gwynedd.[4] An Merfyns Vater erinnert das von diesem in Maughold im Norden der Isle of Man (Insel Man) gestiftete „Crux Guriad“ (Kreuz des Gwriad).[5]

Merfyns Mutter war Essyllt (Ethyllt), eine Prinzessin von Gwynedd. Sie war eine Tochter von Cynan Dindaethwy ap Rhodri, König von Gwynedd (798–816), dessen Stammreihe der Tradition nach über Coel Hen gleichfalls bis auf Cassivellaunus (cl. 60–48 v. Chr.) – den britischen Gegenspieler von Julius Caesar – zurückgeführt wird. Auf ihr beruht der von Merfyn später erhobene Anspruch auf die Thronfolge im Königreich Gwynedd.[6]

Leben
König der Isle of Man
Merfyn wurde der Tradition nach auf der Isle of Man geboren und folgte dort nach dem Tod seines Vaters als König der Insel. Seine Herrschaft als König der Isle of Man war allerdings nicht von langer Dauer, da Man und die anderen im Westen Britanniens gelegenen Inseln ab 830 zunehmend von skandinavischen Wikingern und von den irisch-nordischen Gael-Gaedhill besiedelt wurden.

König von Quinedd

Durch seine Mutter, die aus dem Königshaus von Gwynedd abstammte, hatte er einen zumindest theoretischen Erbanspruch auf die Krone dieses Königreiches. Daher verfolgte er mit persönlichem Interesse den langjährigen Machtkampf, den sich sein Großvater Cynan Dindaethwy ap Rhodri Molwynog, der von 798 bis 816 als König von Gwynedd regierte, mit dessen Bruder, Hywel ap Rhodri Molwynog, lieferte.

In diesen Familienstreit siegte letztlich Merfyns Großonkel Hywel, der seinen Bruder 816 vertrieb und bis 825 als König von Gwynedd regierte.[7] Nach dem Tod seines mütterlichen Großonkels, König Hywel im Jahre 825 gelang es Merfyn – wohl mangels näherer männlicher Erben – sich in Quinedd als Herrscher durchzusetzen und damit zugleich über zwei Königreiche zu herrschen.

In Quinedd kam es dadurch zur Ablösung der bisher herrschenden Dynastie, die sich von dem halbmythischen König Cunedda Wledig ap Edern (Cunedda der Kaiser, Sohn von Edern) ableitet, der um 420 vom Norden Britanniens nach Nordwales gekommen war, wo seine Nachkommen dann etwa 400 Jahre lang als Könige von Quinedd regierten.

Bedrohungen von außen

Beide Königreiche waren äußeren Bedrohungen ausgesetzt.

Abwehr gegen die Wikinger
Die Isle of Man wie die Shetlandinseln waren schon seit Ende des 8. Jahrhunderts Ziel von Überfällen norwegischer Wikinger, die sich vielfach dort auch dauerhaft niederließen, wie sich an vielen Ortsnamen zeigt. Obwohl die Isle of Man immer wieder von Wikingern heimgesucht wurde, konnte sich Merfyn als Vertreter der einheimischen keltischen Könige vorerst noch halten.

Nach dem isländischen Landnámabók das die Besiedlung Islands beschreibt und der isländischen Eyrbyggja saga eroberte wenig später der norwegische Heerführer Ketill flatnefr (Ketill Flachnase) im Auftrag von Harald I. Schönhaar König von Norwegen (872–930) die Hebriden und machte sich dort zum König. Auch Man wurde Teil des skandinavischen Herrschaftsbereiches.[8]

Abwehr gegen die Angelsachsen
Der andere Herrschaftsbereich Merfins, das im Osten seiner Inseln gelegene walisische Königreich Gwinedd, war gleichfalls äußeren Bedrohungen ausgesetzt. Neben Überfällen räuberischer Wikinger gab es eine viel ernsthaftere Gefahr in der Gestalt des östlichen Nachbarn, des angelsächsischen Königreiches Mercia. Dieses hatte dank seiner expansiven Politik die Vorherrschaft innerhalb der Heptarchie der angelsächsischen Königreiche errungen und strebte danach, auch Wales seiner Hegemonie zu unterwerfen. So war es Beornwulf König von Mercia (823–825) bereits 823 gelungen, das walisische Königreich Powys zu unterwerfen, der Angriff auf das benachbarte Königreich Gwynedd war daher nur eine Frage der Zeit.

Zum Glück für Merfyn erwuchs Beornwulf um diese Zeit in der Person von Egbert, König von Wessex (802–839), ein mächtiger Rivale. Beim Versuch, auch diesen seiner Oberherrschaft zu unterwerfen, kam es zur Schlacht von Ellandun, nahe Swindon in Wiltshire, wo die Truppen von König Beornwulf besiegt und er selbst zur Flucht gezwungen wurde. Er starb kurz darauf bei der Niederwerfung einer Revolte in Ostanglien.

Diese Niederlage der Truppen von König Beornwulf war folgenschwer, da sie zum Zusammenbruch der Hegemonie des Königreichs Mercia und damit zu einer Neuordnung der Machtverhältnisse innerhalb der angelsächsischen Heptarchie führte, indem nunmehr das Königreich Wessex zur führenden angelsächsischen Macht aufstieg. Die Angelsächsische Chronik[9] hält dazu fest, dass König Egbert nach der Eroberung von Mercia als der siebente „Bretwalda“ (etwa: Hochkönig von Britannien) angesehen wurde.

König Merfyn mag über diese Entwicklung zunächst Erleichterung empfunden haben, da die ständige Bedrohung durch das Königreich Mercia damit hinfällig war. Es zeigte sich jedoch sehr bald, dass dies nur ein frommer Wunsch war, da König Egbert von Wessex diesen Sieg nur als Schritt zu einer umfassenden Hegemonie in Britannien ansah und daher die Gefahr einer Aggression von Osten weiterhin gegeben war. Tatsächlich unternahm er 830 einen erfolgreichen militärischen Vorstoß nach Wales, wo er Powys überrannte, aber in Gwynedd – wo König Merfyn die Verteidigung verstärkt hatte – auf harten Widerstand stieß, daher wieder abziehen musste. Dies nicht zuletzt, da es in seinem Rücken gleichzeitig zu einem Aufstand in Mercia kam, wo Wiglaf König von Mercia (827–829 und 830 bis 840) die Abhängigkeit von König Egbert abschüttelte und Mercia neuerlich zu einem unabhängigen Königreich machte.

Noch einmal kam es zu einem bedrohlichen Vorstoß von König Egbert von Wessex zur Eroberung des keltischen Westen Britanniens. Der Feldzug des Jahres 836 richtete sich jedoch primär gegen „Westwales“, das heißt gegen Cornwall, wobei Egbert jedoch bei Carthampton (in Somerset) von dänischen Wikingern besiegt wurde. Bei einem neuerlichen Feldzug konnte er jedoch 838 eine Koalition aus Dänen und Walisern bei Hingston Down in Cornwall besiegen. Dass Merfin an dieser Koalition beteiligt war, ist nicht gesichert.

Merfyn wird in einer zeitgenössischen Ergänzung der Historia Brittonum des Geschichtsschreibers Nennius[10][11] – wohl etwas übertrieben – als „König der Briten“ genannt. Er tritt auch im Red Book of Hergest (walisisch: Llyfr Coch Hergest) in der Prophezeiung künftiger Könige als Merfyn Frych aus dem Land Manau auf.[12]

Merfyn starb nach den Annales Cambriae[13] im Jahre 844 in der Schlacht von Cyfeillog bei Ketell in Wales.

Ehe und Nachkommen
Merfyn war mit Nest Prinzessin von Powys, einer Tochter von Cadell ap Brochfael, König von Powys (773–808) verheiratet. 
von Gwynedd, König Merfyn Frych (I29912)
 
49213 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mesko_I._(Teschen) (Feb 2022)

Mesko I. von Teschen (auch Mieszko I. von Teschen; polnisch Mieszko I. cieszyński; tschechisch Měšek I. Těšínský; * zwischen 1252 und 1256; † vor dem 27. August 1315)

Mesko I. entstammte dem Oppelner Zweig der Schlesischen Piasten. Seine Eltern waren Herzog Wladislaus I. von Oppeln-Ratibor und dessen Frau Eufemia. Vor 1280 vermählte sich Mesko mit einer Frau unbekannter Herkunft, die um 1303 verstarb. Mit ihr hatte er die Söhne Kasimir und Wladislaus von Auschwitz sowie die Tochter Viola, die sich mit dem böhmischen König Wenzel III. vermählte und später den Namen Elisabeth annahm.

Nach dem Tod von Meskos Vater Wladislaus I. 1281/82 wurde sein Herzogtum auf seine vier Söhne aufgeteilt. Mesko erhielt zunächst von Ratibor mit Teschen und Auschwitz. 1290 gliederten sie Teschen und Auschwitz aus, wodurch das Herzogtum Teschen entstand, das Mesko nachfolgend allein regierte[1]. Alle vier Söhne des Herzogs Wladislaus I. titulierten zum Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit auch weiterhin als Herzöge von Oppeln.

Wie seine Brüder wandte sich Mesko politisch Böhmen zu und lehnte die Unterstützung piastischer Anwärter auf den polnischen Thron ab. Die tschechische Königsaaler Chronik behauptete, dass er am 17. Januar 1291 mit seinem jüngeren Bruder Bolko I. in Olmütz König Wenzel II. huldigte, der zu dieser Zeit Anspruch auf den Krakauer Thron erhob und benutzte schon im frühen Jahr 1291 den Titel des Herzogs von Krakau. Die Analyse des Texts des Vertrags von Olmütz sowie der folgenden Ereignisse ergab[A 1] dass sie dieser lehensrechtlichen Unterordnung widersprechen. Nach Jerzy Wyrozumski und Idzi Panic was das ein Bündnis ungleicher Partners.[2] Beide verpflichteten sich, Wenzel bei der Durchsetzung seiner Rechte gegen jedermann beizustehen und gelobten, an einem möglichen Feldzug Wenzels persönlich teilzunehmen oder gegebenenfalls ihre Mannen zu entsenden. Zudem versprachen sie, dem König jederzeit ihre Burgen zu öffnen. Für den Fall von Eroberungen stellte ihnen Wenzel eine Belohnung in Aussicht. Das Bündnis mit Mesko war für König Wenzel von besonderer Bedeutung, da durch sein Gebiet die unmittelbare Wegverbindung nach Krakau führte, dessen Eroberung bei Wenzels Bestrebungen nach dem polnischen Thron wichtig war.

Schon ein Jahr später zog Mesko 1292 mit König Wenzel gegen Władysław I. Ellenlang, der am 9. Oktober 1292 im Lager bei Sieradz zum Verzicht auf Krakau und Sandomir gezwungen wurde. Zusammen mit den anderen oberschlesischen Herzögen nahm Mesko zu Pfingsten 1297 an Wenzels Krönung in Prag teil und drei Jahre später an dessen Krönung zum polnischen König in Gnesen. Vermutlich noch zu Lebzeiten König Wenzels II. wurde Meskos Tochter Viola 1305 mit dessen Sohn und Nachfolger Wenzel III. vermählt, der jedoch schon Jahr später verstarb. Während seiner letzten Lebensjahre unterstützte Mesko den böhmischen König Johann von Luxemburg.

Am 2. August 1297 bestätigte Mesko und der Olmützer Bischof Theoderich von Neuhaus die Grenze an der Ostrawitza. Es wurden zwei Dokumente auf beiden Seiten ausgestellt, worin das Gebiet am rechten Ufer im Lateinischen als Polen bezeichnet wurde (super metis et terminie apud Ostraviam in minibus buno rum ducatus nostri et episcopatus Olomucensis pro eo, quod fluvius idem qui de beret metas Polonie et Moravie distingire). Dies war ein Beispiel, dass sich diese Bezeichnung bis zu dieser Zeit auch unter den schlesischen Piasten gut etablierte und auch von der mährischen (und böhmischen) regierenden Schicht anerkannt wurde.[3]

Mesko betrieb wie sein Vater und seine Brüder eine intensive Siedlungspolitik. Er gründete zahlreiche, meistens im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis erstmals erwähnte deutschrechtliche Ortschaften und verlieh bzw. bestätigte u. a. Teschen, Auschwitz, Zator, Bielitz und Freistadt das Stadtrecht.

Nach Meskos Tod 1315 wurde das Gebiet von Auschwitz aus dem Herzogtum Teschen herausgelöst, wodurch das Herzogtum Auschwitz entstand, das der zweitgeborene Sohn Wladislaus erhielt. Das so verkleinerte Herzogtum Teschen behielt Meskos erstgeborener Sohn Kasimir I. 
von Teschen, Herzog Mesko I. (Miezko) (I28346)
 
49214 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_II._Komnenos_Dukas_Angelos (Okt 2017)

Nach der Ermordung seines Vaters 1214 ging Michael ins Exil, aus dem er nach 1230 erst nach Epirus zurückkehrte. Ihm gelang es, die politischen Wirren nach dem Mongolensturm ausnutzend, seine Herrschaft in Epirus und Teilen Thessaliens gegen die Bulgaren und das Königreich Thessaloniki zu errichten und seine Unabhängigkeit auch gegenüber dem Kaiser in Nicäa zu behaupten. Michael II. und Johannes III. schlossen 1249 einen Freundschaftsvertrag, der durch die Ehe einer Enkelin des Kaisers mit Michaels Sohn bekräftigt werden sollte, und mit dem Nicäa den Rücken frei bekam, um sich gegen das Lateinische Kaiserreich in Konstantinopel zu wenden.

Als aber Michael zwei Jahre später (1251) gegen Nicäa zu den Waffen griff, zögerte Johannes III. nicht, den Angriff zu erwidern, so dass sich Michael II. 1253 zur Kapitulation gezwungen sah. Er musste nicht nur die eroberten Gebiete, sondern auch Teile des westlichen Makedonien abtreten, seinen Sohn an den Hof des Gegners schicken, wo dann die vereinbarte Ehe auch geschlossen wurde, nicht allerdings ohne einen weiteren Waffengang zuvor (Theodor hatte in letzter Minute die Herausgabe der Stadt Durazzo gefordert), der für Michael günstig bis zur Belagerung Thessalonikis führte – und dann durch einen Überfall des neuen Königs von Sizilien, des Staufers Manfred, der 1258 in Epirus einfiel, Korfu und einige Küstenorte besetzte, fast gescheitert wäre.
Michael gelang es jedoch, Manfred und kurze Zeit später auch Wilhelm II. von Villehardouin, den Fürsten von Achaia, zu einem Bündnis zu bewegen, denen er jeweils einer seiner Töchter zur Frau gab (und den Sizilianern als Mitgift das, was sie ohnehin schon erobert hatten).
1259 kam es dann zu entscheidenden Auseinandersetzung. Bei der im September folgenden Schlacht von Pelagonien verriet Michael (wohl nach einem Streit) seine Verbündeten, indem er am Abend zuvor zum Gegner überlief. Nicäa gewann die Schlacht, und Michaels Herrschaftsgebiet wurde von ihnen trotz des Überlaufens besetzt.

Michael gelang es in der Folgezeit, sein Fürstentum zurückzuerobern, kämpfte dann mit wechselndem Erfolg weiter gegen seine Gegner, bis 1264 ein Frieden zwischen den Kontrahenten geschlossen werden konnte, der in diese Richtung dann auch Bestand hatte.

Stattdessen tat sich eine neue Bedrohung im Westen auf: Manfred war 1266 in der Schlacht bei Benevent von Karl von Anjou geschlagen worden und selbst gefallen, Karl hatte seine Nachfolge angetreten, die er dann auch auf die Besitzungen östlich der Adria ausdehnen wollte. 1267 eroberte er Korfu und große Teile des epirotischen Festlands, verhinderte damit aber nicht, dass nach Michaels Tod 1271 dessen Sohn Nikephoros I. die Nachfolge als Despot antreten konnte. 
von Epirus (Komnenen), Michael II. Dukas Angelos (I8339)
 
49215 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mieszko_I._(Oppeln) (Apr 2018)

Mieszko I. (auch: Mieszko I. Kreuzbein; Mieszko I. Schlenkerbein; polnisch: Mieszko I Plątonogi; tschechisch: Měšek I. Opolsko-Ratibořský Křivonohý; * zwischen 1132 und 1146; † 16. Mai 1211) war 1163–1173 Herzog von Schlesien, nach der Teilung Schlesiens ab 1173 Herzog von Ratibor, ab 1202 Herzog von Oppeln; ab 1210 als Mieszko IV. Seniorherzog (Princeps) von Polen. Er entstammte der Linie der Schlesischen Piasten.
Herkunft und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater Wladyslaw II. der „Vertriebene“ († 1159) war Begründer der Linie der Schlesischen Piasten. Mieszkos Mutter war Agnes, Tochter des österreichischen Markgrafen Leopold III. Mieszkos Brüder waren:
• Boleslaw I. († 1201), Herzog von Schlesien
• Konrad I. († nach 1178), Herzog von Schlesien
• Mieszkos Schwester Richildis war seit 1152 mit König Alfons VII. von Kastilien verheiratet.

Leben
Mieszko wurde 1146 zusammen mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder Boleslaw von seinem Onkel Bolesław IV. „Kraushaar“ vertrieben. Nachdem die Familie am Hof des römisch-deutschen Königs Konrad III. Aufnahme fand, verbrachte Mieszko zunächst einige Zeit auf der kaiserlichen Pfalz Altenburg in Thüringen, wo sein jüngerer Bruder Konrad geboren wurde. In der Verbannung erhielt Mieszko seine Erziehung im Benediktinerkloster Michaelsberg in Bamberg.
Erst vier Jahre nach dem Tode ihres Vaters durften Mieszko und Boleslaw mit Hilfe Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ 1163 nach Schlesien zurückkehren, während ihr jüngerer Bruder Konrad zunächst noch im Reich zurückblieb. Den zurückgekehrten Brüdeern Mieszko und Boleslaw musste ihr Onkel Herzog Bolesław IV. „Kraushaar“ Schlesien herausgeben. Sie erhielten ihr Gebiet innerhalb der polnischen Senioratsverfassung als selbständiges Herzogtum und waren gegenüber dem Kaiser tributpflichtig. Ihr Herrschaftsgebiet, das die später als Mittel- und Niederschlesien sowie das Oppelner Land bezeichneten Regionen umfasste, regierten sie zunächst gemeinsam.
Nachdem es zwischen den Brüdern zu Streitigkeiten kam, wurde das Land 1173 geteilt. Boleslaw als der ältere erhielt Mittel- und Niederschlesien mit den Gebieten von Liegnitz, Breslau und Oppeln. Mieszko erhielt die Gebiete von Ratibor und Teschen. Da Mieszko bei der Teilung Schlesiens benachteiligt worden war, erhielt er 1177 vom neuen Seniorherzog Kasimir „dem Gerechten“ Beuthen, Auschwitz, Zator, Sewerien und Pleß zugewiesen. Nach dem Tode Kasimirs 1194 unterstützte Mieszko die Kandidatur seines Onkels Mieszko „des Alten“ als Princeps von Krakau gegen dessen Vetter Leszek I. „den Weißen“.
1202 eroberte Mieszko, nur wenige Monate nach dem Tod seines Bruders Boleslaw, das Oppelner Land, dessen Erbe Boleslaws Sohn Heinrich I. war. Boleslaw hatte Oppeln 1180 seinem Sohn Jaroslaw auf dessen Lebenszeit übertragen müssen, und nach dessen Tod 1201 fiel es vertragsgemäß an Boleslaw zurück. Am 25. November 1202 musste Heinrich – neben der Zahlung von 1000 Mark Silber – für die Zukunft auf jedes Erbrecht zwischen den beiden schlesischen Herzogslinien verzichten. Mieszko verband Oppeln auf Dauer mit seinem bisherigen Herrschaftsgebiet und wurde damit zum Begründer der Oppelner Linie der schlesischen Piasten sowie des Herzogtums Oppeln.
Nach dem Tod Mieszkos III. „des Alten“ 1202 erhoben die schlesischen Fürsten Anspruch auf das Krakauer Seniorat, das als dem ältesten lebenden Piasten Mieszko I. zustand. Er wurde jedoch von der Krakauer Adelspartei zu Gunsten Leszek „des Weißenen“ übergangen. Mit päpstlicher Bestätigung wurde eine neue Thronfolgeordnung erlassen, wonach das Krakauer Land mit Sandomir als erbliches Eigentum bei den Söhnen Leszeks verbleiben sollte. Die neue Regelung wurde von Mieszko I. nicht anerkanntt, und er führte um das Seniorat einen jahrelangen Kampf. Erst am 9. Juni 1210 befahl Papst Innozenz III. dem Gnesener Bischof die Einhaltung der Senioratsverfassung von 1138, auf die Mieszko seinen Anspruch gründete. Mieszko konnte daraufhin den Krakauer Thron besteigen, starb jedoch schon ein Jahr später.
Als Herzog von Oppeln folgte ihm sein damals etwa 32-jähriger Sohn Kasimir I. Mieszkos Witwe Ludmilla starb am 20. Oktober 1211. 
von Oppeln (von Polen) (Piasten), Herzog Mieszko I. Kreuzbein (I9758)
 
49216 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mieszko_III. (Jun 2018)

Mieszko der Alte (polnisch Mieszko III. Stary; * 1126; † 13. März 1202 in Kalisz) war ab 1138–1177/79, 1181/82–1202 Herzog in Großpolen, sowie 1173–1177, 1198–1202, als Mieszko III., Seniorherzog von Polen, aus der Dynastie der Piasten.

Leben
Mieszko wurde um 1126 als dritter Sohn des Herzogs Bolesław III. Schiefmund von Polen und seiner zweiten Gemahlin Salome von Berg geboren und erhielt im Testament des Vaters Großpolen als Herzogtum. 1146 nahm er am Aufruhr der Brüder gegen Władysław II. den Vertriebenen teil und knüpfte nach dessen Verbannung aus Polen enge Kontakte zu den sächsischen Fürsten: U. a. nahm er 1147 am Wendenkreuzzug teil, wobei er in der südlichen Abteilung unter Albrecht dem Bären mitzog. Es herrschte nämlich zwischen ihm und Heinrich dem Löwen ein Konflikt wegen des Polabenlandes, da beide Ansprüche darauf hegten.[1] Nach dem Tode seines Bruders Bolesławs IV. des Kraushaarigen 1173, bestieg er den Krakauer Thron. Er verwendete unter anderem die Titel dux maximus und dux totius Poloniae. In der Innenpolitik griff er zu sehr strengen Steuermaßnahmen, welches die Feindschaft der kleinpolnischen Magnaten hervorrief, die ihn 1177 aus Krakau verjagten und seinen jüngsten Bruder, Kasimir II. den Gerechten, auf den Seniorthron beriefen. Gleichzeitiger Aufruhr des eigenen Sohnes Odon (Otto) in Großpolen zwang Mieszko, Asyl und Hilfe bei den Herzögen von Pommern zu suchen. 1181 gelang es Mieszko, mit Hilfe pommerscher Truppen einen Teil von Großpolen mit Gnesen und Kalisz, das zu seiner Hauptstadt wurde, zurückzugewinnen.

1191 wurde Kasimir der Gerechte in interne Kämpfe in der Rus eingeschaltet; Mieszko eroberte währenddessen Krakau zurück und wurde für kurze Zeit wieder Seniorherzog. Im Jahre 1194, nach dem Tode des Bruders Kasimir, griff er erneut nach dem Krakauer Thron und wurde wieder durch die kleinpolnischen Magnaten verjagt, die mehrheitlich Anhänger des minderjährigen Leszek waren.
1198 gelang es Mieszko, als Vormund für den Neffen Leszek, abermals an die Macht zu kommen. Er starb am 13. März 1202 in Kalisz und wurde dort bestattet. 
von Polen, Grossherzog Miezislaus III. (Mieszko) (I4768)
 
49217 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Miles_de_Gloucester,_1._Earl_of_Hereford (Jul 2023)

Miles de Gloucester, 1. Earl of Hereford, auch Miles of Gloucester, Milo de Gloucester oder Miles FitzWalter genannt († 24. Dezember 1143), war ein anglonormannischer Adliger und erster Lord High Constable von England. Während der Anarchy in England war er einer der wichtigsten Unterstützer der Kaiserin Matilda.

Herkunft und Aufstieg
Miles entstammte dem niederen normannischen Adel. Sein aus Pîtres stammender Großvater Roger de Pitres wurde als Gefolgsmann von William FitzOsbern, der entscheidend an der Eroberung der westlichen Midlands beteiligt war, Sheriff von Gloucestershire und Constable von Gloucester Castle. Nach dem Tod Rogers erbte dessen Bruder Durand die Ämter, und nach dessen Tod wurde um 1097 Rogers Sohn Walter Sheriff von Gloucestershire und Constable von Gloucester Castle. Miles wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts als Sohn von Walter und dessen Frau Berta geboren. Durch seine Heirat mit Sibyl, der Tochter und Erbin von Bernard de Neufmarché, erbte er um 1125 von seinem Schwiegervater die Herrschaft Brecknockshire. Von seinem Vater, der vor 1130 starb oder sich in die Abtei Llanthony zurückgezogen hatte, erbte er dessen Ämter sowie die Herrschaft Caldicot sowie Ländereien in Gloucestershire und Herefordshire. Zudem war er 1128 auch Sheriff von Staffordshire geworden. Zusammen mit Payn FitzJohn, dem Sheriff von Herefordshire und Shropshire beherrschte er so die mittelenglische Region entlang der walisischen Grenze.

Gefolgsmann von König Stephan
König Stephan, der Anfang 1136 den englischen Thron usurpierte, versicherte sich anlässlich des Begräbnisses von Heinrich I. in Reading die Gefolgschaft der beiden mächtigen Marcher Lords Miles und Payn FitzJohn, die er in ihren Ämtern bestätigte. Außerdem unterstützte der König die Hochzeit von Miles Sohn Roger mit Payn FitzJohns Tochter Cecily, die einen Anspruch auf einen Großteil des Erbes ihrer Familie hatte. In den folgenden Jahren war Miles ein loyaler Unterstützer des Königs. Nach der verlorenen Schlacht von Crug Mawr wurde Adeliza, die Witwe von Richard FitzGilbert de Clare 1136 von aufständischen Walisern in Cardigan Castle belagert. Im Auftrag des Königs befreite Miles sie in einem kühnen Streifzug und brachte sie nach England. Daneben betrachtete der König Miles als Gegenpol zu seinem potentiellen Konkurrenten um den Thron, Robert, 1. Earl of Gloucester. Als Robert 1138 gegen Stephen rebellierte, empfing Miles im Mai den König in Gloucester und unterstützte ihn im August bei der Belagerung von Shrewsbury. Stephen bestätigte im Gegenzug im Februar 1139 Gilbert Foliot, einen Verwandten von Miles, als Abt von Gloucester Abbey.

Unterstützer der Kaiserin
Als jedoch im August 1139 Stephens Gegenspielerin Matilda in England landete, konnte ihr Halbbruder Robert of Gloucester Brian FitzCount und Miles davon überzeugen, dass sie die rechtmäßige Thronanwärterin sei. Miles traf sie in Bristol, wohin sie nach ihrer Niederlage bei Arundel gebracht worden war. Anschließend huldigte er ihr als seine rechtmäßige Herrscherin in Gloucester und wurde zu einem ihrer wichtigsten Unterstützer, Ratgeber und Feldherren. König Stephen eroberte darauf Miles Burg in South Cerney und belagerte Brian FitzCount in Wallingford. Im Gegenzug veranlasste Miles seinen Schwiegersohn Humphrey II de Bohun (Haus Bohun), Truppen in Trowbridge zusammenzuziehen. Stephen musste zur Begegnung dieser Bedrohung nach Wiltshire ziehen, so dass Miles Wallingford entsetzen konnte. Er eroberte Burg und Stadt Hereford, die für den weiteren Verlauf einen der wichtigsten Stützpunkte der Kaiserin wurden, sowie die Burg von South Cerney zurück. Im November 1139 griff Miles Worcester an und brannte es nieder, ebenso 1140 die Stadt Winchcombe. Sein Versuch, Sudeley Castle zu erobern scheiterte dagegen unter hohen Verlusten. Wegen seines Verrats hatte König Stephan ihm das Amt des Constabler von Gloucester Castle entzogen, Matilda dagegen übergab ihm als Dank St Briavels Castle und das Amt des Warden des Forest of Dean. Am 2. Februar 1141 nahm er an der Schlacht von Lincoln teil, in der König Stephen gefangen genommen wurde. Nach diesem Sieg konnte die Kaiserin mit ihm im März im Triumph in Winchester und anschließend in St Albans und in Westminster einziehen. Nachdem Matilda die Londoner Bevölkerung unter anderem durch hohe Steuern gegen sich aufgebracht hatte, musste er mit ihr vor einer gegnerischen Streitmacht unter Stephens Frau Mathilda von Boulogne und dem Söldnerführer Wilhelm von Ypern nach Gloucester fliehen. Er führte sie anschließend nach Oxford, das er zur Basis ihres Kampfes gegen London machte. Dort ernannte ihn die Kaiserin am 25. Juli 1141 zum Earl of Hereford. Mit diesem Titel schuf sie auch das Amt des Lord High Constable, das erblich mit dem Titel verbunden war.[1]

Niederlage bei Winchester
Im August 1141 wollte Matilda Heinrich von Blois, den Bruder Stephans und Bischof von Winchester unterwerfen. Miles belagerte zusammen mit Robert of Gloucester und Reginald, Earl of Cornwall Wolvesey Castle, den bischöflichen Palast. Dabei wurden die Belagerer selbst von den Truppen von Wilhelm von Ypern, der von den Einwohnern Winchesters unterstützt wurde, eingeschlossen und in den folgenden Kämpfen aufgerieben. Matilda, Reginald und Miles konnten knapp entkommen, während Robert of Gloucester gefangen genommen wurde. Miles soll bei der Flucht nach Gloucester seine Waffen und seine Rüstung verloren haben.

Weiterer Verlauf des Krieges
Da der gefangene König Stephan nun im November gegen Robert of Gloucester ausgetauscht wurde, befanden sich die Anhänger der Kaiserin wieder in einer schwierigen Situation. Bevor Robert of Gloucester im Juni 1142 zur Unterstützung von Matildas Ehemann Gottfried von Anjou in die Normandie reiste, versicherte er sich in einem formellen Bündnis der Treue von Miles, der als Zeichen seiner Loyalität seinen Sohn Mahel als Geisel stellen musste. Ende 1141 oder 1142 hatte Miles von seinem Vetter Brian FitzCount Abergavenny Castle erworben, als dieser sich auf die Verteidigung von Wallingford Castle konzentrierte. 1143 versuchte Miles aus den kirchlichen Gütern, selbst aus den Ländereien von Robert de Bethune, des Bischofs von Hereford, weitere Mittel für den Krieg zu pressen. Dagegen wehrten sich die Bischöfe von Hereford und Worcester. Als Miles daraufhin die Ländereien des Bischofs von Hereford plünderte, wurde er von Bethune exkommuniziert.

Tod
Am Heiligabend 1143 befand sich Miles auf der Jagd im Forest of Dean, als er versehentlich von einem Jagdpfeil tödlich verwundet wurde. Seine Ergebenheit gegenüber der Kaiserin und sein Einsatz für ihren Thronanspruch wurden von allen Chronisten anerkannt. Miles hatte selbst Matildas Kosten während ihrer Aufenthalte in England übernommen. Dagegen war er für die Kirche nie ein großer Wohltäter gewesen. Die Abteien von Brecon und Gloucester erhielten von ihm nur geringe Schenkungen. Die einzige größere Schenkung erhielten die Mönche von Llanthony, nachdem sie während des walisischen Aufstands 1136 vertrieben wurden. Miles übergab ihnen als Ausgleich Ländereien bei Gloucester für die Gründung eines neuen, Llanthony Secunda Priory genannten Hauses. Nach seinem Tod entbrannte ein Streit zwischen der Abtei St Peter in Gloucester und der Abtei von Llanthony Secunda über den Begräbnisort von Miles, der schließlich von drei Bischöfen, darunter Bernard von St Davids zugunsten von Llantony Secunda entschieden wurde.[2] Miles wurde schließlich im Kapitelhaus der Abtei begraben. Sein Sohn Roger gründete 1151 Flaxley Abbey vermutlich an der Stelle, wo sein Vater tödlich verwundet wurde. 
de Glouchester (FitzWalter), Miles 1. Earl of Hereford (I41734)
 
49218 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Miles_von_Plancy (Aug 2023)

Er stammte aus Plancy in der Champagne und kam in den 1160er Jahren ins Heilige Land, wo er unter König Amalrich I. diente, mit dem er weitläufig verwandt war.

Amalrich machte ihn zum Seneschall von Jerusalem. 1167 nahm er an Amalrichs Ägypten-Feldzug teil, bei dem er Amalrich riet, lieber einen Vertrag mit den Ägyptern abzuschließen, statt es mit Gewalt zu erobern und zur Plünderung freizugeben. Nach Amalrich Rückkehr fiel Ägypten bald unter die Herrschaft Nur ad-Dins und seines Befehlshabers Schirkuh.

1152 hatten die Tempelritter eine Festung in Gaza gebaut, um Angriffe aus Ägypten abzuwehren. Als die Stadt 1170 angegriffen wurde, verweigerte Miles den unbewaffneten Bewohnern der Stadt, in der Burg Schutz zu suchen, was für viele von ihnen den Tod bedeutete. 1173 heiratete er Stephanie von Milly, Tochter des Philipp von Milly und Witwe von Humfried III. von Toron. Er bekam die Burg Montreal und durch die Heirat die Herrschaft Oultrejordain.

1174 starb Amalrich und Miles agierte daraufhin als inoffizieller Regent für dessen Sohn und Nachfolger Balduin IV., der, obwohl an Lepra erkrankt, zum König gekrönt wurde. Der Chronist Wilhelm von Tyrus mochte ihn nicht, nannte ihn „einen Zänker und Verleumder, immer tätig, Unruhe zu stiften“. Miles beleidigte die anderen Barone des Reiches, insbesondere jene, die im Land geboren waren, indem er sich weigerte, sie in irgendeiner Art und Weise um Rat zu fragen. Graf Raimund III. von Tripolis kam nach Jerusalem und erhob Anspruch auf die Regentschaft als Balduins nächster männlicher Verwandter. Er wurde von den anderen im Land geborenen mächtigen Baronen unterstützt, darunter Humfried IV. von Toron, (Miles’ Stiefsohn, da er der Sohn Stephanies war), Balduin von Ibelin und Balian von Ibelin. Im Herbst 1174 wurde Miles in Akkon von Unbekannten ermordet, einen direkten Beweis zu Raimunds Verwicklung in die Tat gibt es nicht. Wilhelm von Tyrus hörte Gerüchte, dass der Grund für den Mord Miles’ unbeugsame Loyalität zu Balduin IV. sei, aber auch, dass er plante, mit Hilfe seiner französischen Verwandten die Krone selbst zu tragen.

Innerhalb weniger Tage machte der Haute Cour Raimund offiziell zum Regenten. Stephanie heiratete 1176 mit Rainald von Chatillon einen weiteren Zugereisten. 
von Plancy, Miles (Milon, Milo) (I42222)
 
49219 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Milon_I._von_Montlhéry (Aug 2018)

Milon I. von Montlhéry

Milon I.,[1] genannt le Grand/der Große († um 1102) war ein Herr von Montlhéry und Bray-sur-Seine aus dem Haus Montlhéry. Er war ein Sohn des Guido I. von Montlhéry und der Hoderine von Gometz, sein Bruder war Guido der Rote von Rochefort. In den zeitgenössischen Chroniken wird er Milon de Bray genannt.

Es ist unklar wie Milon zu seinem Beinamen kam, vermutlich aufgrund umfangreicher Händel und Intrigen. Abt Suger schrieb, dass Milon ein umtriebiger Störer des Friedens gegen König Philipp I. war.[2]

Gemeinsam mit seinem ältesten Sohn und seinem Neffen, Erhard III. von Le Puiset, nahm Milon am ersten Kreuzzug teil.[3] Weil sein Sohn bei der Belagerung von Antiochia 1098 desertierte, nahm Milon mit seinem Bruder Guido von Rochefort am anschließenden Kreuzzug von 1101 teil, um die Familienehre wiederherzustellen.[4] Dabei reiste er mit seinem Neffen Joscelin von Courtenay und dem Vizegrafen Eudes Herpin von Bourges.[5] Er starb im heiligen Land, vermutlich in der zweiten Schlacht von Ramla. 
de Montlhéry, Milon I. der Grosse (I12110)
 
49220 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Miró_der_Jüngere (Aug 2023)

Miró der Jüngere, in dynastischer Kontinuität auch Miró II. (katalanisch Miró el Jove; † 927), war ein Graf von Cerdanya, Conflent und Besalú aus dem Haus Barcelona. Er war einer der vier Söhne von Wilfried dem Haarigen († 898), dem Begründer der katalanischen Herrscherdynastie.[1]

Aus dem Gebietskonglomerat seines Vaters hatte Miró die Grafschaften Cerdanya und Conflent erhalten und um 920 seinen Onkel Radulf in der Grafschaft Besalú beerbt.

Am 13. Juni verfasste Miró sein Testament.[2] Es ist das älteste bekannte Testament in Katalonien, das nicht von einem Kleriker aufgesetzt wurde, und steht damit am Anfang der im hohen Umfang betriebenen schriftlichen Fixierung der Willensbekundungen der katalanischen Herrscherdynastie.[3] Es datiert nach der Herrscherzeit König Karls III. des Einfältigen, der zu diesem Zeitpunkt bereits durch die Robertiner entmachtet war. Die katalanischen Grafen hatten die Usurpation des Throns durch die neue Dynastie also nicht mitgetragen. Miró starb 927, da sein Testament in diesem Jahr eröffnet wurde. 
von Barcelona, Miró (I42023)
 
49221 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Misox

Misox

Das Misox (italienisch Val oder Valle Mesolcina) ist ein Tal im Schweizer Kanton Graubünden südlich des San-Bernardino-Passes.

Geographie
Das Tal erstreckt sich vom San-Bernardino-Pass in südlicher Richtung bis Grono, wo es sich mit dem Calancatal vereinigt, und von dort westwärts bis an die Tessiner Grenze kurz vor Bellinzona. Durch das Misox fliesst die Moësa, die kurz hinter der Tessiner Grenze in den Tessin (italienisch: Ticino) mündet. Nachbartäler sind im Westen das Calancatal und im Osten das Val San Giacomo in Italien.

Das Misox ist wie das Bergell und das Puschlav ein Bündner Tal südlich des Alpenhauptkammes. Im Misox wird Italienisch gesprochen wie im Bergell und Puschlav und nicht wie im restlichen Graubünden Schweizerdeutsch oder Rätoromanisch.

In Grono wurde am 11. August 2003 mit 41,5 °C die offiziell höchste je gemessene Temperatur in der Schweiz registriert.

Orte im Misox
Das Misox liegt in der der Bündner Region Moësa. Bis zur Gebietsreform im Kanton Graubünden 2015–2017 bestanden die Verwaltungskreise Mesocco, Roveredo und Calanca im ehemaligen Bezirk Moësa, der durch die Region Moësa abgelöst worden ist.

Zum Misox (ohne Calancatal) gehören folgende Gemeinden:

Mesocco
Soazza
Lostallo
Cama
Grono
Roveredo
San Vittore

Geschichte
Die Familie der Sax (italienisch: de Sacco) herrschte im Castello di Mesocco über das Tal der Moesa und der Calanca von etwa 1100 bis zum Jahre 1480. Sie hatten zwei Gerichtsgemeinden Mesocco und Roveredo eingesetzt und drei Verwaltungsgebiete (italienisch: Squadre) Mesocco, di Mezzo (Soazza, Lostallo, Cama, Verdabbio und Leggia) und Roveredo (Grono, Roveredo und San Vittore) eingerichtet. Die Hundertschaft (italienisch: Centena), eine öffentliche Versammlung der Bürger, war die gesetzgebende Gewalt, sie fand jedes Jahr am 25. April in Lostallo statt. Ein Generalrat übte die exekutive Gewalt aus, und das Talgericht bestand aus jeweils 30 Geschworenen. 1480 veräusserte Giovanni Pietro de Sacco seine Herrschaftsrechte an den Mailänder Feldherren Gian Giacomo Trivulzio. Während der Herrschaft der Trivulzio-Familie prägte eine Münzwerkstätte in Roveredo Gold- und Silbermünzen.

Ebenfalls 1480 lehnten sich die Bewohner von Soazza und Mesocco an den Grauen Bund an, gefolgt von der Einwohnerschaft der restlichen Teile der Talschaften am 4. August 1496. Gian Francesco Trivulzio, der Sohn von Gian Giacomo Trivulzio, billigte im Jahre 1549 gegen eine Zahlung von 24'500 Golddukaten eine Ablösung der noch verbliebenen Herrschaftsrechte. Seit diesem Jahre ist die Geschichte von Misox eng mit der der Drei Bünde bzw. Graubündens verbunden.

1555 zogen die ausgewiesenen Evangelischen Locarnos durchs Misox und durchs Rheintal nach Zürich. Giovanni Beccaria, der Reformator Locarnos, war schon 1549 ins Misox geflüchtet. Er nahm 1559 erneut seine Lehrer- und Predigertätigkeit in diesem Tal wieder auf, um den entstandenen evangelischen Gemeinden zu dienen. 1561 wurde er aufgrund katholischer Interventionen im Rahmen der Gegenreformation aus dem Misox verbannt und flüchtete ins tolerantere Chiavenna und 1571 nach Bondo, wo er als reformierter Pfarrer tätig war.[1][2] Die Evangelischen, vorwiegend italienische Glaubensflüchtlinge, wurden anlässlich der Pastoralvisite von Bischof Karl Borromäus 1583 zum katholischen Glauben gezwungen. 108 Personen wurden angeklagt, davon elf wegen angeblicher Hexerei durch die weltliche Gewalt verbrannt, die übrigen kehrten unter Folter zur katholischen Kirche zurück.[3]

Bereits seit 1500 waren viele Menschen aus dem Misox aus wirtschaftlichen Gründen emigriert; danach waren sie als Kaminfeger, Baumeister, Stuckateure, Glaser und Flachmaler in ganz Europa tätig.[4] Auch im 17. Jahrhundert kam es im Misox zu verschiedenen Hexenprozessen unter fragwürdigen Umständen.[5]

Über Ereignisse und Themen aus dem Misox berichtet die Radiosendung Voci del Grigione italiano.

Wirtschaft
Der grosse Waldbestand wurde früher für Holzschlag und -export in die Lombardei genutzt. Landwirtschaft, vor allem Viehzucht, wurde früher intensiv betrieben, sie ist nach dem Zweiten Weltkrieg stark zurückgegangen. Heute werden Reben im unteren Misox angebaut; Rinder-, Ziegen- und Schafzucht mit Alpbestossung ist im oberen Misox vorherrschend.

Um 1950 wurden die ersten grossen Wasserkraftwerke erstellt. Heute sind die Elektrizitätswerke von Ara bei Soazza und von Lostallo in Betrieb. Auch einige Unternehmen der Metall- und Plastikverarbeitung, der Bekleidungsindustrie, mehrere Baufirmen und Handwerksbetriebe sind im Tal niedergelassen. Viele Arbeitnehmende fahren als Pendler in die Agglomerationen von Bellinzona und Lugano. Etwas Tourismus entwickelte sich in San Bernardino, in kleinerem Umfang auch auf der Alp Laura bei Roveredo. Die meisten Skilifte in San Bernardino sind inzwischen veraltet und seit 2012 geschlossen, weil Investoren fehlen. Das hat negative Auswirkungen auch auf die Hotellerie, Gewerbe und die gesamte lokale Wirtschaft.[6][7]

Verkehr
Schon im Mittelalter führte eine einfache Transitstrasse durch das Misox, die den Süden mit dem Norden Europas verband. Um 1750 wurde sie ausgebaut und verbreitert. 1818–1822 wurde eine neue Passstrasse unter der Leitung des Tessiner Ingenieurs Giulio Pocobelli über den San Bernardinopass gebaut, die noch heute im Sommerhalbjahr befahrbar ist.

1907–1972 wurde das untere Misox durch eine elektrifizierte Schmalspurbahn befahren, die von Bellinzona bis Mesocco führte; seither bestehen verschiedene Postautoverbindungen nach San Bernardino, Thusis und Chur.

Seit 1967 verbindet der 6,6 Kilometer lange San Bernardino-Strassentunnel die Dörfer San Bernardino und Hinterrhein, seit 1973 führt die Halbautobahn A13 durchgängig von Bellinzona nach Chur.

Seit Jahrhunderten gibt es zusätzlich Saumpfade und Wanderwege über den San-Jorio-Pass, wo man zum Comersee kommt, und durch das Val de la Forcola und den Forcola-Pass erreicht man Chiavenna.[8]

Mehr unter dem Link oben..
 
von Sax-Misox, Albert III (I12185)
 
49222 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Montfort_(Adelsgeschlecht)

Die Grafen von Montfort waren ein schwäbisches Adelsgeschlecht, das dem reichsunmittelbar regierenden Hochadel des Heiligen Römischen Reichs angehörte. Das Geschlecht erlosch 1787.

Die einflussreichen und sehr begüterten Grafen trugen ihren Namen nach dem nahe der Schweizer Grenze gelegenen Stammschloss Montfort bei Weiler im heutigen Vorarlberg. Mit ihren Herrschaften Feldkirch (bis 1390), Bregenz (bis 1523) und Tettnang (bis 1779) haben sie die territoriale Entwicklung Oberschwabens, der Ostschweiz und Vorarlbergs entscheidend beeinflusst.

Ursprünge
Der ursprüngliche Stammsitz, die Burg Hohennagold im Nordschwarzwald, wurde von den Grafen von Nagold um 1100 errichtet. Anselm der Ältere (um 966) ist der älteste urkundlich erwiesene Nagoldgau-Graf in der Reihe der Ahnherren der Pfalzgrafen von Tübingen und der Grafen von Montfort. Es folgte dann ein weiterer Graf im Nagoldgau namens Anselm (der Jüngere), der in den Jahren 1027 und 1048 genannt wurde. Zwischen beiden Anselmen, die die einzigen bekannten, nach dem Nagoldgau bezeichneten Grafen sind, erscheint, wohl von derselben Familie, im Jahre 1007 ein Graf Hugo von Nagold mit dem seinem Gau Glehuntare zugeteilten Ort Holzgerlingen, und eröffnet die Reihe der seit dem letzten Viertel des 11. Jahrhunderts häufiger werdenden Hugos, Grafen von Nagold und schließlich Pfalzgrafen von Tübingen.[1] So wird Graf Hugo V. von Nagold spätestens ab 1146 als Hugo I., Pfalzgraf von Tübingen, bezeichnet. Vermutlich beruhte diese Rangerhöhung auf Diensten, die er dem 1138 zum König gewählten Staufer Konrad III. geleistet hatte.

Die Entstehung des Geschlechts der Grafen von Montfort lässt sich auf seinen Sohn Hugo II., Pfalzgraf von Tübingen († 1182), zurückführen. Durch seine Frau, Gräfin Elisabeth von Bregenz, Erbin von Bregenz, Montfort und Sigmaringen, Tochter von Graf Rudolf von Bregenz, erbte er den Besitz der Grafen von Bregenz und kam dadurch – neben seiner mächtigen Stellung in Oberschwaben – in eine beherrschende Stellung im Raum Vorarlberg/Ostschweiz. Außerdem kam er durch diese eheliche Verbindung in nahe verwandtschaftliche Beziehungen zu Kaiser Friedrich I. Barbarossa und den Welfen (Elisabeth war – ebenso wie Barbarossa und Heinrich der Löwe – ein Enkelkind des Welfenherzogs Heinrichs des Schwarzen von Bayern). Ein Großteil des Bregenzer Erbes ging nach Hugos II. Tod an seinen zweiten Sohn Hugo († 1228/30, III. von Tübingen, I. von Montfort)[2] über, der sich etwa ab dem Jahr 1200 Hugo von Montfort nannte. Sein Besitz umfasste die Grafschaft über Churrätien, Tettnang, Bregenz, Feldkirch, Sonnenberg, Werdenberg und Sargans. Für das Wappen des neu entstandenen Montforter Hauses wurde das Wappen des Tübinger Grafenhauses abgewandelt und die rote Montfortsche Kirchenfahne auf silbernen (statt goldenen) Grund gelegt.

Hugo von Montforts älterer Bruder Rudolf I. (1160–1219) setzte die Linie der Pfalzgrafen von Tübingen fort; fünf Generationen später verkaufte jedoch Pfalzgraf Gottfried II. († 1369) Tübingen 1342 an die Grafschaft Württemberg und führte nurmehr den bloßen Titel eines Grafen von Tübingen; er erbte aber über seine Frau Clara von Freiburg die Herrschaft Lichteneck. Die Linie seiner Nachfahren, der Grafen von Tübingen-Lichteneck, existierte bis 1664 und stellte damit neben den Montfortern in Tettnang die am längsten bestehende Linie des Hauses Nagold-Tübingen dar.
 
von Montfort-Tettnang, Graf Hugo I. (I11588)
 
49223 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Montfort_(Adelsgeschlecht)

Montfort (Adelsgeschlecht)

Die Grafen von Montfort waren ein schwäbisches Adelsgeschlecht, das dem reichsunmittelbar regierenden Hochadel des Heiligen Römischen Reichs angehörte. Das Geschlecht erlosch 1787.

Die einflussreichen und sehr begüterten Grafen trugen ihren Namen nach dem nahe der Schweizer Grenze gelegenen Stammschloss Montfort bei Weiler im heutigen Vorarlberg. Mit ihren Herrschaften Feldkirch (bis 1390), Bregenz (bis 1523) und Tettnang (bis 1779) haben sie die territoriale Entwicklung Oberschwabens, der Ostschweiz und Vorarlbergs entscheidend beeinflusst.

Geschichte
Ursprünge
Der ursprüngliche Stammsitz, die Burg Hohennagold im Nordschwarzwald, wurde von den Grafen von Nagold um 1100 errichtet. Anselm von Nagoldgau (um 966) ist der älteste urkundlich erwiesene Nagoldgau-Graf. Es folgte dann ein Anselm von Nagoldgau (der Jüngere), der in den Jahren 1027 und 1048 vorkommt. Zwischen beiden Anselmen, die die einzigen bekannten, nach dem Nagoldgau bezeichneten Grafen sind, erscheint, wohl von derselben Familie, im Jahre 1007 ein Graf Hugo I. von Nagold mit dem, seinem Gau Glehuntare zugeteilten Ort Holzgerlingen, und eröffnet die Reihe der seit dem letzten Viertel des 11. Jahrhunderts häufiger werdenden Hugos, Grafen von Nagold und schließlich Pfalzgrafen von Tübingen.[1] So wird Graf Hugo V. von Nagold spätestens ab 1146 als Hugo I., Pfalzgraf von Tübingen, bezeichnet. Vermutlich beruhte diese Rangerhöhung auf Diensten, die er dem 1138 zum König gewählten Staufer Konrad III. geleistet hatte.

Die Entstehung des Geschlechts der Grafen von Montfort lässt sich auf seinen Sohn Hugo II., Pfalzgraf von Tübingen († 1182), zurückführen. Durch seine Frau, Gräfin Elisabeth von Bregenz, Erbin von Bregenz, Montfort und Sigmaringen, Tochter von Graf Rudolf von Bregenz, erbte er den Besitz der Grafen von Bregenz und kam dadurch – neben seiner mächtigen Stellung in Oberschwaben – in eine beherrschende Stellung im Raum Vorarlberg/Ostschweiz. Außerdem kam er durch diese eheliche Verbindung in nahe verwandtschaftliche Beziehungen zu Kaiser Friedrich I. Barbarossa und den Welfen (Elisabeth war – ebenso wie Barbarossa und Heinrich der Löwe – ein Enkelkind des Welfenherzogs Heinrichs des Schwarzen von Bayern). Ein Großteil des Bregenzer Erbes ging nach Hugos II. Tod an seinen zweiten Sohn Hugo († 1228/30, III. von Tübingen, I. von Montfort)[2] über, der sich etwa ab dem Jahr 1200 Hugo von Montfort nannte. Sein Besitz umfasste die Grafschaft über Churrätien, Tettnang, Bregenz, Feldkirch, Sonnenberg, Werdenberg und Sargans. Für das Wappen des neu entstandenen Montforter Hauses wurde das Wappen des Tübinger Grafenhauses abgewandelt und die rote Montfortsche Kirchenfahne auf silbernen (statt goldenen) Grund gelegt.

Hugo von Montforts älterer Bruder Rudolf I. (1160–1219) setzte die Linie der Pfalzgrafen von Tübingen fort; fünf Generationen später verkaufte jedoch Pfalzgraf Gottfried II. († 1369) Tübingen 1342 an die Grafschaft Württemberg und führte nurmehr den bloßen Titel eines Grafen von Tübingen; er erbte aber über seine Frau Clara von Freiburg die Herrschaft Lichteneck. Die Linie seiner Nachfahren, der Grafen von Tübingen-Lichteneck, existierte bis 1664 und stellte damit neben den Montfortern in Tettnang die am längsten bestehende Linie des Hauses Nagold-Tübingen dar.

Linie Feldkirch
Der genannte Graf Hugo (III. von Tübingen, I. von Montfort, † 1228), gründete die Stadt Feldkirch und erbaute um 1200 auf einem Hügel über der Stadt die Schattenburg. Sie wurde im 14. Jahrhundert Mittelpunkt der Herrschaft Montfort-Feldkirch und damit zur Nachfolgerburg zu Alt-Montfort. 1375 verkaufte Burggraf Rudolf IV. von Montfort die von der Schattenburg aus verwaltete Herrschaft Feldkirch an Herzog Leopold III. aus dem Hause Habsburg.

Linie Bregenz
→ Hauptartikel: Grafschaft Bregenz
Hugo II., Pfalzgraf von Tübingen († 1182), hatte durch seine Frau Elisabeth den Besitz der Grafen von Bregenz geerbt. Unter montfortischer Herrschaft existierten ab 1170 als Teillinie die Grafen von Montfort-Bregenz. Sie erloschen schon 1338 wieder.

In Folge bildete sich aus dem dritten Haus der Montforter (das erste war Montfort-Feldkirch), den Montfort-Tettnang, ab 1354 die Linie Montfort-Tettnang-Bregenz, die sich 1379 in die ältere und die jüngere Herrschaft teilte. Dieses Haus brachte mit Hugo XII. (VIII. von Bregenz, 1357–1423), Minnesänger und Staatsmann, einen europäisch bedeutenden Vertreter hervor.

Elisabeth von Hochberg (Hachberg), Erbtochter Wilhelms VII. († 1422), verkaufte 1451 die ältere Herrschaft, einen Teil des Gebiets, an die Habsburger. Die jüngere Herrschaft nannte sich ab 1514 Tettnang-Bregenz-Bregenz, da sich mit den Tettnang-Bregenz-Pfannberg/Beckach (siehe unten) ein steirischer Zweig mit den Besitzungen, die der Minnesänger Hugo durch Heirat erworben hatte, ergab. 1523 verkauften die Montfort-Bregenzer, die allesamt in der Fremde dienten,[3] auch den anderen Teil der Bregenzer Grafschaft.[4] Das Montfort-Tettnang-Bregenzer Haus trat aber im steirischen Zweig 1574 auch das Erbe der Montfort-Tettnanger an, und erlosch erst 1787, und mit ihm das Gesamthaus Montfort.

Mehr unter obenstehendem Link..

Stammliste

(nach Bilgeri 1971,[11] 1974[12])
Hugo (II. von Tübingen, † 1182),
Rudolf (I. von Tübingen, † 1219)
Hugo I. (III. von Tübingen, † 1228); Gründungsvater der Grafen von Montfort
Rudolf I. (von Montfort bzw. Werdenberg, II. von Tübingen, † 1243) → Werdenberger
Heinrich (III. von Tübingen, I. von Montfort, † 1272); Bischof von Chur, Dominikaner
Friedrich (o.Z.)
Hugo II. († 1257)
Rudolf II. (I. von Feldkirch, † 1302); Graf von Montfort-Feldkirch → Feldkircher Linie
Hugo IV. († 1310); Graf von Montfort-Feldkirch
Rudolf III. († 1334)[13]
Ulrich II. († 1350)[13]
Ulrich I. († 1287); Graf von Montfort-Bregenz → Bregenzer Linie
Hugo (o.Z., † 1338)
Hugo III. (I. von Tettnang, † 1309); Graf von Montfort-Tettnang → Tettnanger Linie
Friedrich I. († 1290); Bischof von Chur
Wilhelm I. († 1301); Fürstabt von St. Gallen 
von Montfort, Elisabeth (I11574)
 
49224 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Montlhéry_(Adelsgeschlecht)

Montlhéry (Adelsgeschlecht)

Montlhéry war eine jener Familien des niederen Adels der Île-de-France, die im 11. und 12. Jahrhundert die Macht für sich vereinnahmt hatten, dann aber von der politischen Bühne verschwanden. Höhepunkt ihrer Entfaltung war die Verlobung (oder sogar Ehe) von Lucienne von Rochefort mit dem Kronprinzen Ludwig (VI.), die aber vor dessen Thronbesteigung wieder gelöst wurde - was den faktischen Sturz der Familie bedeutete. In der gleichen Generation starb die Familie Montlhéry aus.

Anmerkung
In älteren genealogischen Arbeiten wurde die Familie Montlhéry als Nebenlinie der Montmorency angesehen; diese Auffassung hat sich als nicht haltbar erwiesen.[2]

Mehr, auch Stammtafeln, unter dem Link oben.. 
de Montlhéry, Elisabeth (I12112)
 
49225 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Moosburg_(Effretikon)

Die Moosburg ist die Ruine einer Niederungsburg im ehemaligen Weiler Moosburg im Süden von Effretikon im Kanton Zürich.

Geschichte
Die Burg wurde um 1254 von Graf Hartmann IV. von Kyburg für seine Gemahlin Margaretha von Savoyen erbaut. Nach dem Tod des kinderlosen Ehepaars kam die Burg 1273 an die Habsburger und um 1300 als Lehen an die Herren von Schlatt ZH.

1386 wurde sie durch die Zürcher zerstört, um 1400 verpfändete Burkhard von Schlatt die Moosburg an seinen Schwager Johannes Schwend den Älteren. In dieser Zeit war sie Verwaltungssitz einiger Niedergerichte. Schwends gleichnamiger Sohn war der erste zürcherische Landvogt auf der Grafschaft Kyburg. Während seiner Amtszeit von 1424 bis 1437 wohnte er auf der Moosburg.

Während des Alten Zürichkrieges wurde die Burg im Mai 1444 von den Innerschweizer Truppen zerstört und in der Folge diente die Ruine als Steinbruch. Ein Stich von David Herrliberger von 1745 lässt erkennen, dass der Turm und Teile der Umfassungsmauer noch erhalten waren.

Die ersten Ausgrabungen erfolgten 1896 durch die Schweizerische Gesellschaft zur Erhaltung Historischer Kunstdenkmäler. Die Ausbeute war gering; ein Eisenhut, der aus dem Sodbrunnen geborgen wurde, erwies sich als wertvollster Fund. 1910 erwarb die Antiquarische Gesellschaft in Zürich den Burghügel.

1952 und 1953 fanden umfangreiche Ausgrabungen statt. Gefunden wurden zahlreiche Scherben von Tongefässen, ein Armbrustbolzen und Fragmente von Ofenkacheln aus der Zeit um 1400. 1955 wurde die Moosburg von der Gemeinde Illnau-Effretikon für 30'000 Franken übernommen. Die nördlichen und westlichen Mauerzüge wurden 1970 konserviert.

Bau
Die Burg lag auf einem Moränenhügel in einer sumpfigen Ebene, Moos genannt. Der Hügel war von Süden her über eine Brücke erreichbar. Die Anlage war von einem breiten und tiefen Wassergraben umgeben, der im Südosten durch einen zweiten Graben verstärkt wurde. Vom Riet hat sich im Osten des Burghügels ein Streifen erhalten.

Der rechteckige Wohnturm (Bergfried) mit Hocheingang war rund 13 Meter lang und 10,5 Meter breit; die Mauerstärke betrug 2,2 Meter. In den oberen Stockwerken lagen die Wohnräume. Südlich des Turmes lag ein Wohngebäude, im Norden waren Stallungen und Wirtschaftsgebäude. Eine 1,2 Meter feste Ringmauer umschloss die Gebäude in einer Entfernung von rund 5 Metern.

 
Schwend, Johannes II der Alte (I6117)
 
49226 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Moosburg_(Effretikon)

Die Moosburg ist die Ruine einer Niederungsburg im ehemaligen Weiler Moosburg im Süden von Effretikon im Kanton Zürich.

Geschichte
Die Burg wurde um 1254 von Graf Hartmann IV. von Kyburg für seine Gemahlin Margaretha von Savoyen erbaut. Nach dem Tod des kinderlosen Ehepaars kam die Burg 1273 an die Habsburger und um 1300 als Lehen an die Herren von Schlatt ZH.

1386 wurde sie durch die Zürcher zerstört, um 1400 verpfändete Burkhard von Schlatt die Moosburg an seinen Schwager Johannes Schwend den Älteren. In dieser Zeit war sie Verwaltungssitz einiger Niedergerichte. Schwends gleichnamiger Sohn war der erste zürcherische Landvogt auf der Grafschaft Kyburg. Während seiner Amtszeit von 1424 bis 1437 wohnte er auf der Moosburg.

Während des Alten Zürichkrieges wurde die Burg im Mai 1444 von den Innerschweizer Truppen zerstört und in der Folge diente die Ruine als Steinbruch. Ein Stich von David Herrliberger von 1745 lässt erkennen, dass der Turm und Teile der Umfassungsmauer noch erhalten waren.

Die ersten Ausgrabungen erfolgten 1896 durch die Schweizerische Gesellschaft zur Erhaltung Historischer Kunstdenkmäler. Die Ausbeute war gering; ein Eisenhut, der aus dem Sodbrunnen geborgen wurde, erwies sich als wertvollster Fund. 1910 erwarb die Antiquarische Gesellschaft in Zürich den Burghügel.

1952 und 1953 fanden umfangreiche Ausgrabungen statt. Gefunden wurden zahlreiche Scherben von Tongefässen, ein Armbrustbolzen und Fragmente von Ofenkacheln aus der Zeit um 1400. 1955 wurde die Moosburg von der Gemeinde Illnau-Effretikon für 30'000 Franken übernommen. Die nördlichen und westlichen Mauerzüge wurden 1970 konserviert.

Bau
Die Burg lag auf einem Moränenhügel in einer sumpfigen Ebene, Moos genannt. Der Hügel war von Süden her über eine Brücke erreichbar. Die Anlage war von einem breiten und tiefen Wassergraben umgeben, der im Südosten durch einen zweiten Graben verstärkt wurde. Vom Riet hat sich im Osten des Burghügels ein Streifen erhalten.

Der rechteckige Wohnturm (Bergfried) mit Hocheingang war rund 13 Meter lang und 10,5 Meter breit; die Mauerstärke betrug 2,2 Meter. In den oberen Stockwerken lagen die Wohnräume. Südlich des Turmes lag ein Wohngebäude, im Norden waren Stallungen und Wirtschaftsgebäude. Eine 1,2 Meter feste Ringmauer umschloss die Gebäude in einer Entfernung von rund 5 Metern. 
von Schlatt zu Moosburg, Dietrich (I6693)
 
49227 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Moos_(Adelsgeschlecht)

Die von Moos sind ein aus dem innerschweizerischen Uri stammendes Ritteradelsgeschlecht (Uradel), das seit dem 14. Jahrhundert auch in Luzern vertreten ist. Aus dem Luzerner Zweig ging die Familie der Stahlindustriellen hervor.

Das Ministerialengeschlecht wurde urkundlich erstmals 1281 mit Petrus villicus de Palude und mit Johann (1285 bis vor 1331), einem Ministerialen der Abtei Disentis in Ursern, erwähnt. Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Konrad von Moos (1270–1328), der von 1309 bis 1317 urkundlich belegt ist.

Die von Moos verfügten über Lehen der Klöster Disentis, Wettingen und des Zürcher Fraumünsters und traten dort mit Gütern in Altdorf und Wassen im Urner Reusstal auf. Sie hatten als königliche Vögte und Ammänner über zwei Generationen die Vormachtstellung im Urserntal und hielten einen Anspruch auf die Reichsvogtei in der Leventina im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts.

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts büssten sie ihren politischen Einfluss ein. Die männliche Linie der Altdorfer Zweige starb im 17. Jahrhundert aus. Heiratsverbindungen wurden nur mit Unterwaldner und Luzerner Nobiles- und Ministerialengeschlechtern, nicht aber mit einheimischen, eingegangen.

In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts pflegte die Familie über den Handel und den Gotthardverkehr rege Beziehungen zur Stadt Luzern. Ritter Jost von Moos (1328–1369), ein in österreichischen Diensten stehender Burggraf zu Neuhabsburg, liess sich um 1330 in Luzern nieder und begründete damit die Luzerner Linie der Familie. Zudem wurde jener auch Teilhaber an der Vogtei zu Malters und Gersau (ab 1333) und war ein Mitschiedsrichter im Marchenstreit zwischen den Kantonen Uri und Schwyz (1348). Junker Heinrich (1339–1386) ist als Hauptmann der Eidgenossen in der Schlacht bei Sempach (1386) aktenkundig. Durch die Heiratsverbindung mit den pro-österreichischen Herren von Freienbach trat er in den Dienst der Herrschaft Habsburg-Österreich und verwaltete mehrere Lehen und Pfandschaften, unter anderem die Feste und Herrschaft Neuhabsburg.

Vertreter der Familie erreichten in der Politik der Stadt Luzern bedeutenden Einfluss. Sie stellten eine Reihe führender Politiker, Militärs und hoher Beamter in Stadt und Kanton Luzern. Josts Enkel Heinrich (1387–1430) war als Ratsmitglied (1402 Grossrat, ab 1416 Kleinrat) in Luzern und Schultheiss der Letzte des Luzerner Zweigs mit einer wichtigen politischen Rolle. Die Familie konnte sich im entstehenden städtischen Patriziat nicht etablieren, da ein ökonomischer Niedergang ab 1550 und ein politischer Bedeutungsschwund seit dem Ende des 16. Jahrhunderts sie daran hinderte. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts widerrief Kaspar (1582–1629), Chorherr zu Beromünster, seinen angestammten Glauben und zog aus der katholischen Innerschweiz nach Zürich und wurde damit zum Begründer des reformierten Zweiges der Familie im Kanton Zürich.

Ab 1680 waren Luzerner Vertreter der Familie im Eisenwarenhandel tätig und Ende des 18. Jahrhunderts setzte mit der Beteiligung am Eisen- und Textilgewerbe ein wirtschaftlicher und sozialer Aufstieg ein. Sie gehörten den Luzerner Zünften, vorab der Zunft zu Safran, an. Peter (1636–1713) war Krämerschultheiss (Vorsteher der Safran-Zunft) von Luzern und betrieb um 1680 in Kriens am Krienbach ein Hammerwerk und eine Nagelschmiede. Seither ist der Name von Moos mit der Herstellung und dem Handel mit Eisenwaren verbunden. Die Familie brachte neben Industriellen, Geistliche, Juristen, Ärzte, Maschinen- und Bauingenieure, Architekten, Apotheker, Chemiker, Offiziere und Forstleute hervor. Ihr entstammen zudem Schriftsteller, Kunsthistoriker und Künstler wie die Maler Joseph (1859–1939), Paul (1882–1969) und Max sowie der Kunsthistoriker Stanislaus. 
von Moos, Konrad (I95)
 
49228 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Morphia_von_Melitene (Mai 2028)

Morphia von Melitene, auch Morfia († 1. Oktober 1126 oder 1127), war die Ehefrau von Balduin II., König des Kreuzfahrerkönigreiches von Jerusalem.

Morphia war die Tochter des armenischen Adligen Gabriel (armenisch Khoril) von Melitene. Obwohl sie Armenier waren, praktizierte die Familie den griechisch-orthodoxen Glauben. Melitene (heute Malatya) grenzte an die Grafschaft Edessa, und bald wurde Gabriel ein Vasall dieses Landes. Der zukünftige König von Jerusalem, Balduin II., war nach 1100 auch Graf von Edessa und festigte seine Position im Land durch die Heirat mit Morphia um etwa 1101. Morphia bekam von ihrem Vater, der sehr reich war, eine Mitgift in Höhe von 50.000 Goldmünzen. Balduin und Morphia hatten vier Töchter: Melisende, Alice, Hodierna und Ioveta.

Als Balduin 1118 König von Jerusalem wurde, blieben Morphia und die Kinder in Edessa. Nachdem die Muslime bei der Schlacht von Ager Sanguinis 1119 gesiegt hatten, kehrte Balduin in den Norden zurück, um sich ihnen entgegenzustellen. Nachdem er seine Ländereien gesichert hatte, bezog er Jerusalem 1120 mit seiner Familie und Morphia wurde gekrönt.

Balduin wurde am 18. April 1123 während einer Patrouille an Edessas Grenzen gefangen genommen. Morphia kehrte in den Norden zurück und sicherte im Juni 1124 seine Freilassung, indem sie ihre Tochter, die vierjährige Ioveta, als Geisel anbot. Ioveta wurde 1125 gegen Kaution freigelassen.
Nach dem Melisende-Psalter starb Morphia am 1. Oktober, das Jahr ist jedoch unbekannt. Es war entweder 1126 oder 1127, wobei 1126 wahrscheinlicher ist. Ohne einen männlichen Erben war Balduin II. gezwungen, seine älteste Tochter Melisende als Erbin einzusetzen, und verheiratete sie mit Fulko V. von Anjou. Auch zwei andere seiner Töchter heirateten einflussreiche Adelige der Kreuzzüge: Alice heiratete Bohemund II. von Antiochia und Hodernia Raimund von Tripolis. Ioveta wurde Nonne in Bethanien.

Morphia ist möglicherweise teilweise für den griechischen und armenischen Einfluss auf das Lateinische Königreich verantwortlich. Die Kunst des Königreiches, wie der Melisende-Psalter, zeigen oft eine Mischung aus westlichen und östlichen Stilenn, genauso wie die Kreuzfahrer auch begannen, östliche Elemente in ihre Kultur aufzunehmen. Morphia wurde in der Abtei zu St. Maria Josaphat, im Tal von Josaphat außerhalb von Jerusalem, begraben,[1] die angebliche Grablege der Jungfrau Maria, wo später auch ihre Tochter Melisende ihre letzte Ruhestätte finden sollte. 
von Melitene, Morphia (Morfia) (I9915)
 
49229 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mstislaw_I. (Okt 2017)

Mstislaw I. Wladimirowitsch der Große (russisch Мстислав Владимирович; * Juni 1076 in Turau; † April 1132 in Kiew) war von 1125 bis 1132 Großfürst der Kiewer Rus, ältester Sohn und Nachfolger Wladimir Monomachs und seiner Frau Gytha von Wessex, Tochter von Harald II. von England. In skandinavischen Sagas wurde Mstislaw I. nach seinem Großvater auch Harald genannt.

Leben
Als ältester Sohn Wladimir Monomachs erhielt er die Herrschaft über Nowgorod (1088–1093 und 1095–1117, zwischenzeitlich über Rostow). Die Zeit als Fürst von Nowgorod war geprägt von Kämpfen gegen Tschuden, Kumanen und seinen Onkel und Taufpateen Oleg von Tschernigow, den er 1096 aus Murom, Rostow und Susdal vertrieb. In Nowgorod erbaute er zahlreiche Kirchengebäude, von denen die St.-Nikolaus-Kathedrale und das St.-Antonius-Kloster bis heute überdauern. Nach 1117 wurde er Mitherrscher Monomachs und Fürst in Belgorod am Dnepr. Nach Monomachs Tod 1125 folgte er diesem als Großfürst nach.

Über Mstislaws Regierungszeit ist wenig bekannt. 1129 verwüstete er das Fürstentum Polozk und verbannte den dortigen Fürsten David, einen Sohn von Wseslaw, und mehrere seiner Vettern nach Byzanz. Allerdings vertrieb die Polozker Stadtbevölkerung seinen von ihm als Fürst eingesetzten Sohn Swjatopolk und rief 1139 ihren alten Herrscher zurück. Er führte um 1130 ebenfalls Feldzüge gegen die Kumanen und Litauer und ließ seine Söhne die Tschuden unterdrücken.
Nach Mstislaws Tod und dem seines Bruders Jaropolk II. 1139 brachen um die Herrschaft über Kiew eine Reihe von Kämpfen zwischen den Nachkommen Monomachs (Monomachowitschi) und denen seines alten Rivalen Oleg von Tschernigow (Olgowitschi) aus, die letztlich zum Zerfall der Rus führten und den Aufstieg des Fürstentums Wladimir-Susdal unter Mstislaws Bruder Juri Dolgoruki begünstigten. 
von Kiew (Rurikiden), Mstislaw I. (Wladimirowitsch) der Grosse (I6899)
 
49230 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mülinen

Die Familie von Mülinen sind ein Aargauer Rittergeschlecht aus Mülligen AG, später habsburgische Ministerialen in der Schweiz. Seit dem 15. Jahrhundert zählen die Mülinen zum bernischen Patriziat. Einige Familienmitglieder führten den Titel eines Reichsgrafen von Mülinen. Das Geschlecht ist 2008 im Mannsstamm ausgestorben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der früheste bekannte Namensträger ist Peter von Mülinen († 1287), Schultheiss von Brugg. Sein Sohn Berchtold († 1344) erwarb 1301 oder 1311 die Herrschaften Kasteln und Ruchenstein. Henmann († 1421) wurde 1407 Burger von Bern und ab 1414 Herr zu Schinznach. Hans Friedrich († 1491) erwarb durch seine Heirat mit Barbara von Scharnachthal die Herrschaft Brandis und begründete damit den Berner Zweig.

Laut dem Familienchronisten Berchtold von Mülinen sei jene "Ida aus dem Aargau", mit der König Rudolf von Habsburg den unehelichen Sohn Albrecht von Löwenstein († 1304)[1] zeugte, Ida von Mülinen gewesen.[2]

Bekannte Familienangehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kaspar von Mülinen (1481–1538), Schweizer Adliger und Politiker
Beat Ludwig von Mülinen (1521–1597), Schultheiss von Bern
Friedrich von Mülinen (1706–1769), Schweizer Politiker
Albrecht von Mülinen (1732–1807), Schultheiss von Bern
Niklaus Friedrich von Mülinen (1760–1833), Schultheiss von Bern
Wolfgang Friedrich von Mülinen (1863–1917), Historiker
Helene von Mülinen (1850–1924), Frauenrechtlerin
Egbert Friedrich von Mülinen (1817–1887), Schweizer Historiker und Privatgelehrter
Alice von Mülinen (1868–1952), Lyrikerin
Beatrix von Steiger (geb. von Mülinen; 1889–1974), Kulturschaffende
Frédéric de Mulinen, Volksrechtler, ultimus.
Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Schloss Auenstein
Belletruche
Schloss Wildenstein
Schloss Kasteln
Schloss Muri
Schloss Schöftland
Liste der gefallenen Adeligen auf Habsburger Seite in der Schlacht bei Sempach/M 
von Mülinen, Anna (I13402)
 
49231 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Munia_Mayor (Aug 2023)

Munia Mayor (* 990/5; † nach dem 13. Juni 1066) war Gräfin von Kastilien und Königin von Navarra.

Munia war die älteste Tochter von Sancho García, Graf von Kastilien und seiner Gattin Urraca. Sie heiratete Sancho III. den Großen, König von Navarra. Im Jahr 1024 nahm sie den Namen Mayor an. Nach der Ermordung ihres Bruders García Sánchez, des Grafen von Kastilien, folgte sie 1029 in Kastilien. Ihr Gatte Sancho besetzte die Grafschaft Kastilien und die angrenzenden Gebiete um Cea und Pisuerga in León. Nach dem Tode Sanchos wurde sein Besitz geteilt, der älteste illegitime Sohn Ramiro wurde König von Aragón. Von Munias überlebenden Söhnen erhielt García Navarra, Ferdinand Kastilien, das Königreich wurde und Gonzalo das neu geschaffene Königreich Sobrarbe-Ribagorza. Nach dem Tod ihres Gatten zog sich Munia ins Kloster zurück. Letztmals erwähnt wurde sie am 13. Juni 1066 in einer Urkunde, in der sie ein Begräbnis im von ihr gegründeten Kloster San Martín de Frómista wünschte. 
von Navarra (von Kastilien), Königin Munia Mayor (I7079)
 
49232 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Muzio_Attendolo_Sforza (Aug 2023)

Giacomo oder Muzio Attendolo, manchmal auch Giacomuzzo (* 10. Juni 1369 in Cotignola in der Romagna; † 4. Januar 1424 im Fluss Pescara bei L’Aquila) war ein Condottiere bäuerlicher Herkunft. Er war der Sohn von Giovanni Attendolo und von Elisa, die vermutlich eine Tochter des Ugolino Petracini war.

Muzio Attendolo wurde der Anführer der Bande von Abenteurern, die ihn zuvor entführt hatte. Er nahm den Namen Sforza an, was Bezwinger bedeutet, kämpfte für Perugia, Mailand und Florenz, diente in Neapel unter Königin Johanna II., kämpfte gegen die Spanier, diente Papst Martin V., der ihn zum römischen Grafen erhob.

In seinem Dienst für Johanna II. beherrschten Sforza und ihr Liebhaber Pandolfo Alopo die Königin völlig, während die Barone des Königreichs ihr einen Ehemann an die Seite stellen wollten, der stark genug sein sollte, die Macht ihrer Favoriten zu brechen, aber nicht selbst König werden wollte. Die Wahl fiel auf Jakob II. von La Marche (1370–1438), die Hochzeit wurde 1415 gefeiert. Jakob machte sich jedoch zum König, ließ Alopo töten, Sforza einkerkern und hielt seine Frau fast in Isolation, was wiederum zu Reaktionen bei den Baronen führte, die Jakob zwangen, Sforza freizulassen, auf sein Königtum zu verzichten und schließlich das Land zu verlassen.

Kurz darauf sandte Johanna Sforza aus, ihre Macht in Rom wiederherzustellen, wo die Neapolitaner nach Ladislaus’ Tod verjagt worden waren. Sforza drang in die Stadt ein und zwang den Condottiere Braccio da Montone, der Rom im Auftrag des Papstes verteidigte, abzuziehen (1416). Als aber Oddo Colonna 1417 als Martin V. zum Papst gewählt worden war, verbündete dieser sich mit Johanna, die wiederum versprach, Rom aufzugeben und Sforza nach Neapel zurückzuholen. Letzterer fand sich nun ohne Einfluss bei der Königin, die jetzt völlig von ihrem neuen Liebhaber Giovanni (Sergianni) Caracciolo dominiert wurde. In der Hoffnung, seine Position wiederherstellen zu können und Caracciolo zu vernichten, förderte Sforza die Ansprüche Ludwigs III. von Anjou auf den Thron Neapels, der Johannas Nachfolger nach ihrem Tod werden wollte, was auch die Zustimmung des Papstes fand. Durch Einflussnahme Caracciolas weigerte Johanna sich jedoch, Ludwig zu adoptieren, stattdessen rief sie Alfons V. von Aragon zu Hilfe, dem sie dafür die Erbschaft versprach und ihn 1420 adoptierte. Das Ergebnis dieser Diplomatie war ein Krieg zwischen Johanna und Alfons auf der einen, Ludwig und Sforza, letztere mit Unterstützung des Papstes, auf der anderen Seite, der 1422 mit dem Sieg der Monarchen und einem Friedensschluss endete. Meinungsverschiedenheiten zwischen den Aragonesen und Neapolitanern führten dann dazu, dass Caracciolo verhaftet wurde, woraufhin Johanna, um ihre eigene Sicherheit fürchtend, wiederum Sforza um Hilfe bat, der sie mit Mühe nach Aversa bringen konnte, wo sie 1423 Ludwig von Anjou anstelle des aus ihrer Sicht undankbaren Alfons adoptierte. 
Attendolo (Sforza), Giacomo (Muzio) (I42094)
 
49233 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Nesselrode_(Adelsgeschlecht)

Nesselrode ist der Name eines bergischen Adelsgeschlechts. Zweige der Familie bestehen bis heute. Die Herren von Nesselrode gehören zum Uradel der Grafschaft Berg. Wegen der über eine Tochterlinie abstammenden Grafen Droste zu Vischering von Nesselrode-Reichenstein siehe Droste zu Vischering.

Eine Verwandtschaft zu dem erloschenen Geschlecht von Nesselröden ist unwahrscheinlich.

Geschichte
Herkunft
In den Urkunden des Grafen Heinrich III. von Sayn (+ 01.01.1247) vom 16. Oktober 1241 ausgestellt in Herchen a.d. Sieg und Mechthild (* v. Landsberg + 12.11.1285) ehemalige Gräfin von Sayn vom 16. Februar 1249 im Hof der Gräfin in Köln, wird ein Zeuge Heinrich Fleck (Vlekko / flecko) von Holstein, abgegangene Wasserburg bei der späteren Burg Homburg bei Nümbrecht (Oberbergischer Kreis) erwähnt.

Das Geschlecht wird erstmals mit dem Ritter Heinrich genannt Flecke von Nesselrode als Lehnsmann der Abtei Deutz im September 1303 in einer Urkunde genannt.[1] Eine Abstammung von Albert Sobbe von Leysiefen ist wahrscheinlich.[2] Namensgebender Stammsitz war die Burg Nesselrath an der Wupper bei Leichlingen. 1335 wird der Sohn von Heinrich Flecke von Nesselrode, Flecke von Nesselrode, Lehnsmann des Grafen Rainald II. von Geldern.[3] 1368 erscheint der Ritter Johann von Nesselroide, der als Lehnsmann der Grafen von Berg auftritt und siegelt.[4]

Thomas Bohn, Gräfin Mechthild von Sayn (1200/03-1285) Eine Studie zur rheinischen Geschichte und Kultur; Böhlau Verlag Köln; Weimar; Wien 2002 S. 492 Urk. Nr. 17 und S. 510 Urk. Nr. 37 ISBN 3-412-10901-0

Linien und Besitzungen
Wilhelm von Nesselrode († 1389 oder 1399?) heiratete Jutta von Grafschaft, Tochter des Adolf von Grafschaft zu Ehreshoven und Jutta von Sayn. Er wurde durch diese Ehe Herr von Ehreshoven bei Engelskirchen im heutigen Oberbergischen Kreis und Mitherr von Stein. Seine Söhne Johann der Ältere zum Stein und Johann der Jüngere zu Ehreshoven waren Stammväter der zwei Hauptlinien Stein-Reichenstein und Ehreshoven.

Angehörige der Stein-Reichensteiner Linie erhielten bereits 1481 das Erbmarschallsamt und das Erbkämmereramt des Herzogtums Berg. Der Sohn von Johann dem Älteren von Nesselrode zum Stein und der Katharina von Gehmen, Wilhelm († 1499), heiratete Elisabeth Nyt von Bürgel und erhielt 1478 die Reichsgrafschaft Rheydt. Seine Urenkel, die Reichsfreiherren Bertram und Johann Matthias von Nesselrode, begründeten zwei weitere Zweige der Familie. Bertram († 1678), Herr auf Herten, Stein und Ehrenstein, kurkölnischer Geheimrat und Statthalter des Vest Recklinghausen, war der Stammvater der Reichensteiner Linie. Er war mit Lucie Gräfin von Hatzfeld verheiratet. Freiherr Franz von Nesselrode-Reichenstein, sein Sohn, kaiserlicher Kämmerer und Kanzler im Hochstift Münster, erwarb 1698 die reichsunmittelbare Herrschaft Reichenstein und erhielt 1702 die Reichsstandschaft mit Sitz und Stimme im Niederrheinisch-Westfälischen Reichsgrafenkollegium. Mit dem Tod seines Sohnes Franz Wilhelm Anton, Statthalter im Vest Recklinghausen, am 22. September 1776 erlosch dieser Zweig. Der Begründer der Landscroner Linie Johann Matthias war mit Elisabeth von Wylich vermählt. Aus dieser Ehe entstammte der Freiherr Johann Wilhelm von Nesselrode, der durch Heirat mit Franziska Margaretha von Brempt, Erbtochter des Johann von Brempt aus dem Adelsgeschlecht derer von Brent, die Herrschaft Landscron erhielt. Sein Enkel Graf Johann Wilhelm († 1800) konnte nach dem Erlöschen der Reichensteiner Linie 1776 deren reichsunmittelbare Besitzungen erwerben und den Sitz im westfälischen Grafenkollegium erben. Die Linie starb 1824 mit Franz Joseph (* 1755) im Mannesstamm aus.

Im § 24 des Reichsdeputationshauptschlusses vom 25. Februar 1803 wurde den Grafen von Nesselrode-Reichenstein für Burgfey und Mechernich eine Rente von 206 Gulden zugestanden.[5] Franz Josephs Tochter Maria Carolina (* 1776), aus der Ehe mit Felicitas Johanna Gräfin von Manderscheidt-Blanckenheim, heiratete 1799 Johann Felix Bernhard Freiherr Droste zu Vischering. Sein Sohn Felix wurde von seinem Großvater mütterlicherseits, Johann Franz Joseph von Nesselrode-Reichenstein († 1824), als Universalerbe eingesetzt. Der Name, das Wappen und die Güter der Linie Nesselrode-Landscron/Reichenstein fielen daher nach dem Tod Maria Carolinas am 21. Januar 1858 an die Familie Droste zu Vischering. Heute tragen diese den Doppelnamen Grafen Droste zu Vischering von Nesselrode Reichenstein.

Der Begründer der Ehreshovener Hauptlinie, Johann der Jüngere zu Ehreshoven, war vermählt mit Helene von Bock. Seine Nachkommen waren Amtmänner und Räte in bergischen Diensten und Domherren und Kanoniker in rheinischen, westfälischen und lütticher Domstiften. Wilhelm Franz († 1732) wurde Kanoniker zu Lüttich und Paderborn, Propst zu Münster und Stuhlweißenburg und seit 1703 Bischof von Fünfkirchen. Franz Karl († 1750), kaiserlicher Wirklicher Geheimer Rat, erhielt am 20. November 1729 das Indigenat in Ungarn. Sein Sohn Karl Franz († 1798), jülich-bergischer Kanzler und kurpfälzischer geheimer Staatsrat, war von 1776 bis 1794 kurpfälzischer Statthalter von Jülich-Berg. Er verkehrte mit Goethe und förderte die öffentlichen Bibliotheken. In Düsseldorf führte er das Palais Nesselrode und war Protektor der kurfürstlichen Kunstakademie. Sein jüngerer Bruder Wilhelm wurde russischer Gesandter in Lissabon und Berlin. Dessen Sohn Karl Robert von Nesselrode (* 1780; † 1862) war russischer Reichskanzler und einer der führenden Diplomaten des 19. Jahrhunderts. Die Herrschaft Ehreshoven erhielt die Genossenschaft des rheinischen ritterbürtigen Adels zur Errichtung eines „Stifts für unverheiratete katholische adelige Fräuleins“ von Maria von Nesselrode (* 1853; † 1920).

Ein weiterer Johann von Nesselrode wurde 1508 mit Hugenpoet belehnt. Seine Nachkommen Johann und Wilhelm begründeten die Linie Nesselrode-Hugenpoēt, die noch heute in Bayern und den Niederlanden besteht. Aus der Linie kamen u. a. eine Ur-Ur-Urgroßmutter der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, Johanna, die 1670 Bernhard III. von Droste-Hülshoff (1634–1700) heiratete[6]. Deren Enkelin wiederum, Richmod von Droste zu Hülshoff (1704–1750), heiratete Christian von Nesselrode-Hugenpoet, General in österreichischen Diensten[7]. Ebenfalls aus diesem Zweig kam unter anderen Johann Leopold Freiherr von Nesselrode-Hugenpoēt († 1768), Generalvikar zu Speyer und der bayerische General Maximilian Freiherr von Nesselrode-Hugenpoēt (* 1804; † 1886).

Standeserhebungen
Im Laufe der Zeit sind an Mitglieder der verschiedenen Linien zahlreiche Standeserhebungen gekommen.

Durch ihr siegreiches Vorgehen bei der Schlacht von Worringen im Jahr 1288 erlangte die Familie Bedeutung. Sieben Junker von Nesselrode wurden daraufhin von Herzog Johann I. von Brabant zum Ritter geschlagen.

Aus der Linie Ehreshoven wurde am 3. Juli 1653 Philipp Wilhelm von Nesselrode zum Thumb und Ehreshoven in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Als Erbmarschall des Herzogtums Berg und Direktor der Bergischen Ritterschaft erhielt er das ungarische Indigenat am 12. November 1695 zu Wien. Sein Bruder Wilhelm Franz Johann Bertram von Nesselrode, der ebenfalls am 3. Juli 1653 den Reichsfreiherrentitel erhielt, wurde am 4. September 1710, zusammen mit seinem Neffen Franz Karl Freiherr von Nesselrode, in den Reichsgrafenstand erhoben. Franz Carl Graf von Nesselrode erhielt als kurpfälzischer Kämmerer und Stallmeister am 20. November 1729 das ungarische Indigenat. Bei der Kurländischen Ritterschaft wurde Karl Robert Graf von Nesselrode, der spätere kaiserlich-russische Geheimrat und Reichskanzler, am 21. April 1817 immatrikuliert. Sein Sohn Dimitri Graf von Nesselrode, kaiserlich russischer Kammerherr, Staatsrat und Oberhofmeister, erhielt am 24. November 1864 eine russische Anerkennung des Grafentitels.

Aus der Linie Stein erhielten die Brüder Bertram von Nesselrode zum Stein und Matthias von Nesselrode zu Rath den alten Reichsfreiherrenstand am 14. Oktober 1652 zu Prag. Eine Bestätigung des Reichsfreiherrenstandes für Franz Freiherr von Nesselrode, Sohn von Bertram und kurfürstlich-kölnischer Rat und Gouverneur des Vest Recklinghausen, erfolgte am 3. August 1685 zu Wien. Am 3. Oktober 1702 wurde er in den Reichsgrafenstand erhoben. Johann Salentin Wilhelm Freiherr von Nesselrode und Rhade, kaiserlicher Oberstleutnant, erhielt am 4. September 1710 zu Wien den Reichsgrafentitel mit von Landscron. Dessen Sohn Johann Franz Graf von Nesselrode-Landscron, kaiserlicher Kämmerer, Geheimrat und Generalfeldzeugmeister, wurde 1731 in die niederösterreichische und 1734 in die oberösterreichische Landsmannschaft aufgenommen.

Aus der Linie Nesselrode-Hugenpoēt wurden am 22. August 1814 in die Freiherrenklasse der Adelsmatrikel im Königreich Bayern Carl-Theodor Freiherr von Nesselrode-Hugenpoēt, königlich-bayerischer Major, und sein Bruder Maximilian Freiherr von Nesselrode-Hugenpoēt, der spätere königlich-bayerische Generalmajor, eingetragen. Ebenfalls bei der Freiherrenklasse immatrikuliert wurde am 26. März 1822 Carl Anselm Franz Freiherr von Nesselrode-Hugenpoēt, königlich-bayerischer Hauptmann. 
von Nesselrode, Wilhelm (I41121)
 
49234 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Nest_ferch_Cadell

Nest ferch Cadell (* ca. 770 in Powys, heute Montgomeryshire) war eine Prinzessin des mittelalterlichen walisischen Königreiches Powys, das sich im Nordosten von Wales befand.

Herkunft
Ursprung
Nest ferch Cadell stammt aus einer alten keltischen Dynastie aus Wales, die nach ihrem legendären Stammvater, des römisch-keltischen Kriegsherren Vortigern (walisisch: Gwrteyrn) als „Gwertherion (Gwrtheyrnion) Dynastie“ bezeichnet wird, die nach dem Abzug der römischen Legionen aus Britannien im Jahr 410[1] rund vierhundert Jahre lang das Königreich Powys beherrschte.

Näherer Stammvater
Ein näherer Stammvater dieses Hauses war Elisedd ap Gwylog (Elisedd Sohn des Gwylog), auch Eliseg ap Gwylog genannt, König von Powys (725–ca. 755), dem es gelang, trotz der Expansionsbestrebungen des angelsächsischen Königreiches Mercia sein keltisches Königreich im nordöstlichen Teil von Wales nicht nur erfolgreich zu verteidigen, sondern auch zu konsolidieren. Aus Dankbarkeit ließ sein Urenkel, Cyngen ap Cadell, König von Powys (808–854) der Bruder von Nest fech Cadell – zu dessen Andenken eine Gedenksäule, genannt „Pillar of Eliseg“ (Säule des Eliseg) auch „Elise’s Pillar“ oder „Croes Elisedd“, errichten. Es handelt sich dabei um eine Steinsäule – der Rest von einem ursprünglichen steinernen Kreuz mit runden Balken – die sich in der Nähe der späteren Abtei der Zisterzienser Valle Crucis in Denbighshire in Wales befindet. Die – inzwischen verwitterte – Inschrift enthielt eine Stammreihe der Könige von Powys, die dort auf Vortigern und dessen Gemahlin Severa zurückgeführt wird. Severa wird dort als Tochter des römischen Generals Magnus Maximus bezeichnet, der 383 von den römischen Truppen in Britannien zum Römischen Kaiser ausgerufen wurde.[2]

Nest ferch Cadell war eine Urenkelin von König Elisedd ap Gwylog

Eltern
Der Vater von Nest war Cadell ap Brochfael (Cadell, Sohn des Brochfael), der von 773 bis 808 als König von Powys regierte[3] und dem es gelang, trotz Rivalität mit den benachbarten walisischen Königreichen und vor allem trotz der Bedrohung durch das expansive angelsächsische Königreich Mercia die Unabhängigkeit seines Königreiches zu bewahren. Was mit Gegnern wie Offa, König von Mercia (757–796) und dessen Nachfolger Coenwulf (796–821), der mehrere Kriegszüge nach Wales unternahm und – dank seiner Vormachtstellung in Britannien – sogar den Titel „Kaiser“ annahm, nicht gerade einfach war.[4]

Über die Mutter von Nest ferch Cadell liegen keine näheren Angaben vor.

Leben
Anwartschaft auf den Thron
Über ihr Leben sind nur wenige Einzelheiten bekannt. Ihre wichtigste Rolle bestand wohl darin, dass sie als Tochter und Schwester von Königen von Powys ihrem Sohn, Rhodri dem Großen eine Anwartschaft auf das Königreich Powys und damit die Grundlage zu seinem Aufstieg verschaffte, der ihn zu einem der wenigen Herrscher von Wales machte, die einen Großteil von Wales beherrschten und zum ersten walisische Herrscher machte, dem von der Geschichtsschreibung der Ehrentitel „der Große“ zuerkannt wurde.

Die Säule des Eliseg: Symbol, nicht aber Garant der Dynastie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Es ist nicht bekannt, welchen Anteil Nest ferch Cadell an der Errichtung der Säule des Eliseg hatte, die von ihrem Bruder Cyngen ap Cadell um 850 zu Ehren seines – und ihres – Urgroßvaters, König Elisedd ap Gwylog errichtet wurde. Durch den Inhalt der in Kopie erhaltenen Inschrift wird deutlich, dass es hier nicht nur darum ging, einem bestimmten Vorfahren ein Denkmal zu setzen, sondern darum, den Herrschaftsanspruch der Dynastie auf das Königreich Powys durch eine in Stein gemeißelte genealogische Stammreihe zu verewigen. Diese wurde sowohl auf den mächtigsten walisischen Herrscher der Zeit nach dem Abzug der Römer – auf Vortigern – zurückgeführt, als auch auf den römischen General Magnus Maximus, der sich als Militärkommandant von Britannien im Jahre 383 von seinen Soldaten zum Römischen Kaiser ausrufen ließ und über seine Tochter Sevra, die er mit Vortigern verheiratete, zum Vorfahren der Könige von Powys wurde. Die Säule des Eliseg war daher ein Monument zur Verherrlichung der Dynastie, die seit rund 400 Jahren Powys regierte und damit ein Projekt, an dem Nest zweifellos auch persönlich Anteil genommen hat. Es sollte sich jedoch erweisen, dass dieses Monument zwar ein Symbol, nicht aber ein Garant der Dynastie war.

Wechsel der Dynastie
In scharfem Kontrast zu dieser beeindruckenden Demonstration uralter Herrschaftsansprüche der Querthrion-Dynastie steht das abrupte Ende ihrer tatsächlichen Herrschaft. Bereits wenige Jahre nach der Vollendung der Säule des Elisegg, die wohl eines der beeindruckendsten dynastischen Symbole von Wales, wenn nicht von Britannien war, kam die Herrschaft der Gwerthynion-Dynastie zu einem plötzlichen Ende. Bereits zu Lebzeiten seines Onkels Cyngen ap Cadell übte der ambitionierte Sohn von Nest ferch Cadell, Rhodri ap Merfyn Frych, der seit 844 das benachbarte Königreich Gwynedd beherrschte, einen wachsenden Einfluss auf seinen Onkel und damit auf die Politik des Königreiches Powys aus. König Cyngen unternahm vor 855 eine Pilgerreise nach Rom und war damit der erste walisische Herrscher, der nach der Einigung über das Datum des Osterfestes zwischen der walisischen Keltischen Kirche und der Römischen Kirche nach Rom kam. Bald darauf starb König Cyngen in Rom.

Für seine Nachfolge hatte König Cyngen ausreichend gesorgt, da er vier Söhne hinterließ. Sein Nachfolger auf dem Thron war jedoch keiner seiner Söhne, sondern der Sohn seiner Schwester Nest ferch Cadell – Rhodri ap Merfyn Frych! Dies war insofern ungewöhnlich, da hierdurch der älteste Sohn und natürliche Erbe von König Cyngen, Elisedd ap Cyngen, übergangen und von der Nachfolge ausgeschlossen wurde, während Rhodri die Herrschaft über das Königreich Powys mit dem über das Königreich Gwynedd in seiner Hand vereinigte. Rechtlich ist diese Vorgangsweise schwer zu erklären, da die walisischen Gesetze zwar eine weibliche Erbfolge nicht ausschließen, aber – ähnlich der „Lex Salica“ männliche gegenüber weiblichen Erben bevorzugen. Es ist daher wohl davon auszugehen, dass dieser „Erbverzicht“ der Söhne von König Cyngen nicht ganz freiwillig erfolgte. Rhodri dürfte die Abwesenheit und das Ableben seines Onkels König Cyngen in Rom dazu genutzt haben, um die Macht zu übernehmen und sich selbst zum König von Powys zu machen. Ob Nest persönlich an dieser Änderung der Erbfolge mitgewirkt hat, ist nicht überliefert. Sollte sie den Regierungsantritt ihres Sohnes noch miterlebt haben, könnte sie sowohl Freude über seinen Erfolg als auch Bedauern über das Ende der Herrschaft ihrer eigenen vierhundertjährigen Dynastie empfunden haben, die noch kurz zuvor als "in Stein gemeißelt" erschien.

Ehe
Nest ferch Cadell heiratete Merfyn Frych ap Gwriad, König von Gwynedd (825–844) 
von Powys (ferch Cadell), Prinzessin Nest (I29913)
 
49235 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Neuhoff_(Adelsgeschlecht)

Neuhoff (Adelsgeschlecht)

Aus der Familie gingen zahlreiche Seitenlinien hervor. Stammsitz ist Schloss Neuenhof (bei Lüdenscheid). Weitere Besitze waren Pungelscheid (bei Werdohl), Haus Ley (bei Ründeroth), Burg Eibach (bei Lindlar, heute Ruine) und Burg Koverstein (bei Meinerzhagen, heute Ruinenreste). Die Familie stellte über Generationen die Drosten in einigen Ämtern der Region und besetzte weitere einflussreiche Positionen. Aus ihr gingen der einzige König von Korsika, ein Bischof und mehrere Äbte hervor. Zweige der Familie bestehen bis heute.

Geschichte
Stammlinie
Rötger (Rütger) vam Nienhave (Niggenhove) ist der älteste bekannte Vertreter der Familie und wurde 1326 erstmals in einem Brief zu Soest genannt. 1331 wurde „Rütger van dem Niggenhove, ein wohlgeborner Knape“ vom Graf Heinrich von Nassau-Siegen mit einer Geldsumme belehnt. Bei dem Niggenhove handelte es sich wohl um eine Wasserburg. Rötger hatte zwei Söhne, Engelbert und Rötger.

Engelbert „dey Kelner“ van dem Niggenhove wurde 1338 und 1352 als Besitzer des Hauses Neuenhoff genannt. Er war verheiratet mit Judit (Gudeke) von Düdenscheid, ihre Kinder hießen Rötger, Eberhard (Evert) und Engelbert.

Engelbert (II.) van dem Niggenhove „dey Schnacke“ gehörte noch das halbe Haus Neuenhoff. Er heiratete 1361 Agnes (Neyse) von Deisinghausen und hatte mit ihr zwei Söhne, Engelbert und Johann.

Rütger von Neuhoff auf Kaltenbach bei Ründeroth erscheint 1370.[1]

Engelbert (III.) vam Nyenhofe heiratete Elisabeth von Fremersdorff und hatte mit ihr sechs Kinder.

Johann von dem Neyenhofe tritt 1395 urkundlich auf und siegelt.[2]

Röttger (II.) von Neuhoff „dey Duve“ (der Taube) (* 1378, † 1447), Sohn von Engelbert, verteidigte 1404 im Dienste des Grafen Adolf von Kleve die Burg Bergneustadt, eroberte die Wolffsburg in Hessen, die Stadt Lennep im Bergischen und zog bis vor Mülheim am Rhein. Aufgrund seiner Verdienste wurde er Amtmann zu Lüdenscheid, Bergneustadt, Breckerfeld und Plettenberg. 1408 erwarb er die Anteile seiner Brüder und Vettern am Schloss Neuenhoff und wurde so alleiniger Besitzer. 1419 heiratete er Elisabeth von Plettenberg und bekam mit ihr zwei Söhne, Johann und Hermann, sowie eine Tochter. 1435 war er Bürgermeister von Lüdenscheid.

Adolf von Neuhoff genannt von der Ley beginnt 1420 die ununterbrochene Stammreihe.[1]

Johann von Neuhoff „dey Duve“, erbte Schloss Neuenhoff und die Drostenämter zu Lüdenscheid und Breckerfeld. Er heiratete Margret von und zu Cobbenrode.

Georg von Neuhoff († 1538), einziger Sohn von Johann, erbte das Drostenamt zu Lüdenscheid und Breckerfeld. Er heiratete Bilie (Wigile) Steck zur Steinkulen und hatte mit ihr vier Kinder.

Jacob von Neuhoff († 1578), Sohn von Georg, war Drost zur Bergneustadt und seit 1529 mit Elske Quad von Wickrad zu Stadteck verheiratet, mit der er fünf Kinder hatte.

Steffen von Neuhoff († 1609), Sohn von Jacob, wurde Truchsess des Herzog Wilhelm zu Jülich-Kleve-Berg und erbte das Drostenamt in Bergneustadt. 1572 heiratete er Margret von und zu Canstein und kam so an ihr Erbe zu Horstmar und Neuenburg. Das Paar hatte 10 Kinder, der Älteste war Leopold.

Leopold von Neuhoff (* 1574, † 1634) wurde infolge des Jülich-Klevischen Erbfolgestreites um 1614 kurbrandenburgischer Rat. 1632 wurde er Drost zu Hörde und Lünen und gab dafür das Amt in Bergneustadt ab. Er war verheiratet mit Elisabeth Schenckinck zu Bevern, Haselünen und Horstmar.

Steffen von Neuenhoff (* 1608, † 1671), sein Sohn, und wurde ebenfalls kurbrandenburgischer Rat sowie Droste zu Altena und Iserlohn. 1643 ließ er das Schloss Neuenhoff nach Kriegsbeschädigungen zu einem zweigeschossigen Wohnhaus ausbauen. Er heiratete 1638 Adolpha von Ascheberg und hatte mit ihr neun Kinder.

Johann Leopold von Neuhoff (* 1641, † 1701), ältester Sohn Steffens, war Herr zu Neuenhoff und Laer. Er durchwanderte Frankreich und Italien und wurde 1666 kurbrandenburgischer Hauptmann. Ferner war er Clever und Märkischer Justiz- und Hofgerichtsrat und Droste zu Altena und Iserlohn. Das Schloss ließ er an der Ostseite durch zwei flankierende Türme erweitern. 1695 wurden die Arbeiten durch Aufsetzen einer Wetterfahne mit Jahreszahl abgeschlossen.

Elisabeth Josina Neuhoff, seine Tochter aus zweiter Ehe mit Ida von und zu Laar, wurde mangels männlichem Nachwuchs Alleinerbin. 1714 heiratete sie den Freiherrn Friedrich Wilhelm Leopold Christian von Bottlenbeck genannt Kessell zu Hackhausen.

Neuhoff zu Pungelscheid
Hermann (I.) von Neuhoff, der zweite Sohn Röttgers (II.) und Elisabeth von Plettenbergs (s. o.) war 1465 Herr zu Pungelscheid, Pfandherr des Hauses Rade auf der Volme und Droste zu Nienrade.

Hermann (II.) von Neuhoff, Sohn Hermanns, hatte Besitz zu Neuenrade und war verheiratet mit Catharina von Bonzel. Ihre Söhne Volmer, Caspar und Bernd wurden 1524 in einem Brief des Stifts Herdecke als Brüder und Zeugen genannt.

Volmer von Neuhoff († vor 1544) erbte das Drostenamt und den Besitz zu Neuenrade und wurde 1509–1543 erwähnt. Um 1520 heiratete er Anna von Voss zu Rodenberg und hatte mit ihr drei Söhne, Hermann, Wilhelm und Volmer. Die Burg Pungelscheid fiel jedoch an seinen Bruder Caspar. Von ihm erbte sie dessen Schwiegersohn Jaspar Rump von Varenbert.

Volmer (II.), Sohn Volmers (I.) von Neuhoff, lebte noch 1560. Er war verheiratet mit Sophia Knipping zum Grimberg und Grevel und hatte mit ihr acht Kinder, darunter Gert und Hermann.

Gert von Neuhoff erbte das Drostenamt Nienrade und war Herr zu Rhade, Gelinde und Grevel. 1573 begleitete er Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg nach Preußen und nahm 1585 auf einem Turnier in Düsseldorf teil. 1598 wurde er Drost zu Bergneustadt. 1607 wurde er zudem mit Lüneburg belehnt und nannte sich nun Drost zu Lünen, Herr zu Grevel. Er war zunächst mit Cecilia von Ingenhaven verheiratet und hatte mit ihr einen Sohn, Wilhelm. Danach war er noch dreimal verheiratet und hatte viele weitere Kinder.

Wilhelm von Neuhoff, Herr zu Rhade und Gelinde, war auch Drost zu Lünen und Nienrade. Im Dreißigjährigen Krieg wurde er 1627 kurbrandenburgischer Kriegs-Kommissar. 1636 heiratete er seine 14-jährige Cousine Anna Henrica von Neuhoff gen. Ley, Erbin zu Pungelscheid und brachte so Pungelscheid wieder in Familienbesitz. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

Diedrich Steffen (Stephan) von Neuhoff († 1694), der älteste Sohn Wilhelms, wurde Herr zu Pungelscheid, Gelinde, kurbrandenburgischer Drost zu Nienrade und Cleve und Märkischer Justizrat. 1662 heiratete er ebenfalls eine Cousine, Anna Elisabeth von und zu Neuhoff. Mit ihr hatte er 10 Kinder, darunter Frantz Bernhard Johan und Leopold Wilhelm, den Vater des kurzzeitigen Königs von Korsika, Theodor von Neuhoff.

Frantz Bernhard Johan von Neuhoff (* 1664, † 1747) wurde Herr zu Pungelscheid, Rade, Ebach, Gelinde, Muckhausen und Sassenrade. Zudem wurde er königlich-preußischer geheimer Regierungsrat und Drost zu Nienrade, Altena und Iserlohn. Mit seiner zweiten Frau Amalia Wilhelmina Elisabeth von der Mark zu Vilgeste hatte er drei Söhne und vier Töchter. Das Geschlecht der von Neuhoff besteht bis heute.

Neuhoff zu Ahausen
Hermann (III.) von Neuhoff (* um 1530, † 1581), Sohn des Volmar II. von Neuhoff zu Pungelscheid, heiratete vor 1559 Elisabeth von Schnellenberg, Erbin zu Ahausen und kam durch sie in Besitz von Gut Ahausen. Ihre Kinder hießen Wilhelm, Johann und Anna.

Wilhelm von Neuhoff zu Ahausen erbte Ahausen. Sein Bruder Johann von Neuhoff wurde 1586 als Herr zu Förde, Niedermarpe und Weuspert erwähnt. Johanns Tochter Theodora Guida erbte 1633 Niedermarpe und heiratete später Ernst Jobst von Schledorn. Seine Schwester Anna von Neuhoff, heiratete im Jahre 1592 den kurkölnischen Rat und Drosten der Ämter Eversberg und Medebach Heinrich von Schade, der ein Burgmannsgut zu Grevenstein besaß.

Johann Adrian von Neuhoff, Sohn Wilhelms, erbte das Schloss Ahausen.

Sein Sohn, der als fürstlich fuldaischer Amtmann in Bieberstein lebte, verkaufte 1642 das Gut Ahausen an seinen Vetter Johann Moritz von Schade zu Grevenstein. 
von Neuhoff genannt Ley, Anna (I41141)
 
49236 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Niall,_Earl_of_Carrick (Jul 2023)

Niall mac Dhonnchaidh (auch Níall mac Donnchadha, Niall of Carrick oder Neil of Carrick) († 1256) war der zweite Mormaer/Earl of Carrick.

Niall war der älteste Sohn und Nachfolger von Donnchadh, Earl of Carrick. Nach dem Tod seines Vaters 1250 folgte er ihm als Earl of Carrick. 1255 unterstützte er Alan Durward, als dieser während der Minderjährigkeit von König Alexander III. die von Walter Comyn, Earl of Menteith geführte Regierung stürzte. Carrick wurde Mitglied des neuen, fünfzehnköpfigen Regentschaftsrats.[1]

Er heiratete 1234 Margaret, Tochter des Walter Stewart, 3. High Steward of Scotland.

Diese wurde seine Erbin in Carrick, das aber zunächst unter königliche Verwaltung gestellt wurde.[2] Die jährlichen Einkünfte aus Nialls Besitzungen sollen zu der Zeit etwa £ 170 betragen haben.[3] Zum Führer seines Clans (ceann ceneóil) hatte Carrick seinen Neffen Lachlann bestimmt, der damit sowohl militärische wie auch juristische Funktionen übernahm.[4] 
von Carrick, Graf Niall 2. Earl of Carrick (I9368)
 
49237 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Niccolò_III._d’Este (Aug 2023)

Niccolò III. entstammte der jüngeren Linie der Fulc-Este oder nur Este, die seit 1171 den Titel der Markgrafen von Este trugen. Niccolò folgte 1393 unter Vormundschaft eines Regentschaftsrates seinem Vater als Markgraf nach und schloss erst dreizehnjährig im Juni 1397 eine erste Ehe mit Gigliola da Carrara, Tochter des Francesco Novello da Carrara, Herr von Padua. Diese Ehe war unglücklich, weil Gigliola keine Kinder gebar und Niccolò keinen legitimen Erben hatte. Nach langer Krankheit starb Gigliola am 16. Februar 1416 zurückgezogen zum Kummer der Armen der Stadt, deren Wohltäterin sie war.[1]

Seit 1403 war Stella de’ Tolomei, Tochter von Giovanni de’ Tolomei, seine Geliebte. Der Bischof und Schriftsteller Matteo Bandello (* 1485, † 1561) nannte ihn den „Hahn von Ferrara“ und schrieb, dass es in Ferrara und im Umland keine Gegend gäbe, wo Niccolò nicht einen Bastardsohn hätte, sodass im Volk der Spruch kursierte „di qua e di là dal Po son tutti figli di Niccolò“ („auf beiden Seiten des Po – lauter Kinder von Niccolò“). Stella Tolomei sah endlich den Moment gekommen, aus der Rolle einer Geliebten heraustreten zu können, um die ihr versprochene Rolle als legitime Ehefrau und Markgräfin zu übernehmen.

Drama um Parisina
Am 2. April 1418 vermählte er sich mit der weit jüngeren Parisina Malatesta (1404–1425), Tochter des Andrea Malatesta, Herr von Cesena. Es dürften hierbei auch strategische Überlegungen eine Rolle gespielt haben, denn in unruhigen Zeiten konnte die Schwägerschaft mit dem Haus Malatesta, das sich regelmäßig durch tüchtige Condottieri auszeichnete, von entscheidender Bedeutung sein. Parisina fand in Ferrara nicht nur die Geliebte ihres Ehemannes, sondern auch deren Kinder vor, die etwa gleich alt waren wie sie selbst. Besonders gewöhnungsbedürftig waren für die junge neue Markgräfin vor allem die – überschäumenden – erotischen Bedürfnisse ihres Ehemannes. Parisina gebar dem Markgrafen 1419 zwei Töchter (Zwillinge) und 1421 mit Alberto Carlo d´Este einen legitimen Thronfolger, der allerdings nach kurzer Zeit verstarb. Nachdem Niccolò die junge Parisina als Ehefrau vorzog, starb Stella am 11. Juli 1419 an „gebrochenem Herzen“. Parisinas Beziehung zu ihren Stiefkindern war nicht einfach, da sie – fast gleichaltrig – wenig Autorität besaß, ihr Ehemann seine außerehelichen Kinder liebte, sie ehelichen völlig gleichstellte und insbesondere Ugo in sein Herz geschlossen hatte, der von ihm als Erbe ausersehen war.

Nach einer nicht gesicherten Version begann sie eine Beziehung mit ihrem Stiefsohn Ugo, als die Pest in Ferrara ausbrach. Um sie vor einer Ansteckung zu schützen, sei Parisina aus der Stadt in das Schloss Fossadalberto in Sicherheit gebracht wurde, wobei sie zum Schutz von ihrem Stiefsohn Ugo d´Este begleitet wurde. Bei diesem Aufenthalt in dem abgeschiedenen Schloss hätte sich zwischen den beiden ein Liebesverhältnis entwickelt. Da die Verlobte Ugos Verdacht schöpfte, wurde Niccolo die Ungereimtheit hinterbracht. Niccolo wollte daher Gewissheit, und beobachtete von einem Versteck aus seine Frau und ertappte sie am 18. Mai 1425 beim Ehebruch.[2] Außer sich vor Zorn befahl er die Abhaltung eines Schnellgerichtes, um die Schuldigen nach dem Gesetz – das die Todesstrafe für in flagranti ertappte Ehebrecher vorsah – zu verurteilen. Ugo wurde in den „Löwenturm“ und Parisina in den Turm des Castello Estense gesperrt, der noch heute „Torre Marchesana“ heißt. Beide wurden zum Tod verurteilt. Am 21. Mai wurde zuerst Ugo enthauptet. Als man Parisina abholte, fragte sie nach Ugo. Als man ihr mitteilte, er wäre tot, rief sie, auch sie wolle nicht mehr leben, nahm sich selbst den Schmuck ab, und bedeckte selbst ihr Gesicht, um die Enthauptung zu erleichtern. Noch in der gleichen Nacht wurden beide in der Kirche San Francesco begraben.[3] Als man den Markgrafen über den Vollzug der Hinrichtung informierte, raste er vor Schmerz, verwünschte seinen Beschluss und weinte tagelang über den Verlust seines geliebten Sohnes. In seiner Verzweiflung befand Niccolo, dass alle Frauen die wie Parisina die Ehe gebrochen hatten, dieselbe Strafe erleiden sollten. Das erste Opfer war Laudania Romei, die Gemahlin eines hohen Würdenträgers bei Hof. Nach deren Hinrichtung besann sich Niccolò und zog seinen Wahsinnsbefehl wieder zurück.

Letztes Wirken
Im Frühjahr 1433 bestätigte der römisch-deutsche Kaiser Sigismund am 17. September 1433 dem Markgrafen Niccolò III. d'Este die Grafschaft Comacchio als zusätzliches Reichslehen, nachdem er bereits am 13. September dessen Söhne zu Rittern geschlagen hatte.[4]

Papst Eugen IV. ließ am 8. Januar 1438 durch seinen Legaten Kardinal Niccolò Albergati in Ferrara ein Konzil eröffnen. Die Unterhandlungen begannen mit dem Empfang des Papstes durch Niccolo in seiner Stadt im März des Jahres. Es kam dabei zum letzten Treffen eines Papstes mit einem Patriarchen der christlichen Ostkirche. Aus Gründen der Seuchenvorbeugung und der päpstlichen Geldnot wurde im Januar 1439 das Konzil nach Florenz verlegt. 
d'Este, Markgraf Niccolò III. (I42202)
 
49238 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Niclas_von_Abensberg

Niclas von Abensberg (auch Nikolaus von Abensberg; * 1441; † 28. Februar 1485 bei Freising) war ein deutscher Ritter.

In seiner Jugend kam Niclas an das Hoflager Herzog Ludwigs des Reichen von Bayern-Landshut. Zeitgenössische Quellen schildern ihn als mutig und geschickt im Waffenhandwerk. Niclas nahm an vielen Landesturnieren teil; in der Schlacht bei Giengen (Giengen an der Brenz) 1462 zeichnete er sich aus. Er hatte die Aufsicht über Graisbach, Riedenburg und Kelheim.

Noch heute wird alljährlich in seiner Geburtsstadt Abensberg seiner gedacht, da er einmal im Jahr eine Almosenausgabe an Arme stiftete, die bis ins 19. Jahrhundert Bestand hatte. Vergessen wird hingegen, dass Niclas 1450 alle Juden aus seinen Ländereien vertrieb und die Synagoge von Abensberg zerstören ließ.

Beim Landesteilungsstreit zwischen Albrecht IV. von Bayern-München und seinem jüngeren Bruder Christoph ergriff Niclas Partei für den Ersteren und nahm Christoph 1471 gefangen. Der Streit zwischen den Brüdern wurde zunächst beigelegt, brach aber 14 Jahre später wieder aus. Auch diesmal führte Niclas von Abensberg das Heer Albrechts IV. gegen Christoph und eroberte die Städte Päl, Weilheim und Landsberg. Bei Freising geriet er in einen Hinterhalt und wurde gefangen genommen. In der Gefangenschaft wurde er von einem Knappen erstochen.

Niclas’ Ehefrau Martha († 1486) entstammte dem Geschlecht der Grafen von Werdenberg. Das Paar hatte keine überlebenden Kinder, daher starben die Grafen von Abensberg mit Niclas aus.

Aus dem Jahr 1461 ist ein Schmähbrief mit einem Schandbild Niclas’ von Abensberg überliefert: Das Bild zeigt den Grafen kopfüber an einem Galgen hängend und daneben sein gestürztes Wappen. Verfasserin des mit dem Bild als Einblattdruck vervielfältigten Schandbriefes war Benigna von Tanndorf.[1]

Über dem Bild befindet sich die handschriftliche Zeile „Nicklaus herre zcu Abensperg ben ich genant / mein posheit macht mich weid bekannt.“; im Schmähbrief klagt Benigna von Tanndorf, dass Niclas ihr ihre „kleynet“, ihre Kleinode also wohl Wertsachen[2] aus ihrer „behaussunge“, also ihrer Behausung oder Wohnung auf diebische Weise entwendet habe. Dadurch sei ihr ein Schaden von 3000 Gulden entstanden, weswegen sie jeden warnen wolle vor Niclas „demselben verretischen plutferkeuffer und morders-poesswicht“. 
von Abensberg, Ritter Nikolaus (Niclas) (I41408)
 
49239 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Niels_(Dänemark) (Apr 2018)

Niels Svensson (Nicolás Svensson * um 1064; † 25. Juni 1134) war von 1104 bis 1134 König von Dänemark.

Genealogie
Niels – unehelicher Sohn von Sven Estridsson − war der Thronfolger seines Bruders Erik Ejegod, der während einer Pilgerreise ins Heilige Land auf Zypern 1103 gestorben war. Erik hatte zwar seinen ungefähr zwölf Jahre alten außerehelichen Sohn Harald Kesja zum Nachfolger ausersehen, aber die Aristokraten wählten Niels.
1104 heiratete Niels in erster Ehe Margarethe Fredkulla, Witwe des 1103 gefallenen Königs Magnus Berrføt von Norwegen und Tochter des schwedischen Königs Inge Stenkilsson. Mit ihr hatte er die Söhne Magnus der Starke und Ingo sowie die Tochter Ingrid. In zweiter Ehe war Niels mit Ulvhild Håkonsdatter verheiratet.[1] Nach Saxo Grammaticus entführte sie Sverker I. von Schweden und machte sie zu seiner Frau.[2]

Leben
Die ersten 25 Jahre seiner Regierungszeit verliefen friedlich. Das Verhältnis des Staates zur Kirche unter dem Erzbischof Asker von Lund entwickelte sich positiv. Niels führte den Kirchenzehnten ein.cAls erster dänischer König nannte sich Niels „König von Gottes Gnaden“. Er beschränkte auch die Zahl seines Gefolges, was die Unterbringungskosten des Reisekönigs herabsetzte. Er setzte seine dadurch freigewordenen Gefolgsleute (hirðmenn) überall im Lande als seine Amtsleute ein, die Bußen einzutreiben hatten, Wracks in Beschlag legten und Erbschaften für den König entgegennahmen, wo kein natürlicher Erbe vorhanden war. Auf König Niels geht der Bau der Burg zu Ribe zurück.

Knud, der Sohn seines Bruders Erik, war bei den Schleswigern sehr populär, so dass sie ihn 1119 zum Schutzherrn wählten. Niels’ Sohn Magnus sah in ihm einen gefährlichen Thronkonkurrenten und ermordete ihn am 7. Januar 1131 in der Nähe von Ringsted. Dies löste einen mehrjährigen Bürgerkrieg zwischen Niels und seinem Sohn Magnus auf der einen Seite und Erik Emune, dem Halbbruder Knud Lavards auf der anderen Seite aus.

Als Papst Innozenz II. die Selbständigkeit der dänischen Kirchenprovinz Lund aufhob und sie wieder Hamburg-Bremen unterstellte, wandten sich Erzbischof Asker und das mächtige Häuptlingsgeschlecht „Hvide“ aus Sjælland von Niels und Magnus ab, die sie dafür verantwortlich machten, und schlossen sich Erik Emune an. Am 11. Juni 1134 kam es zur Schlacht bei Fodevig in der Nähe von Lund. Die Schlacht endete mit einer totalen Niederlage von Niels und Magnus, weil eine (wahrscheinlich deutsche) Rittertruppe von 300 Mann das Heer des Königs ganz überraschend angriff und ihm keine Zeit ließ, sich in Schlachtordnung aufzustellen. Magnus und fünf Bischöfe, die die Partei von Niels ergriffen hatten, fielen. Niels floh in einer völligen Überschätzung seiner königlichen Autorität ausgerechnet nach Schleswig. Dort töteten die Schleswiger Bewohner König Niels aus Rache für die Ermordung ihres geliebten Knud Lavard. 
von Dänemark, König Niels Svennson (I7942)
 
49240 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Niklaus_von_Diesbach

Niklaus von Diesbach war der Sohn des Loy von Diesbach, der durch Heirat mit Klara von Büren Herr zu Signau geworden war. Er heiratete in erster Ehe 1449 Anna von Rüssegg von Luzern und in zweiter Ehe 1467 Barbara von Scharnachtal, Tochter des Caspar von Scharnachthal. Diesbach absolvierte ab 1439 in Basel bei Wernlin von Kilchen, Vorsteher der Halbisen-Gesellschaft, eine kaufmännische Ausbildung. Anschliessend stieg er in die Diesbach-Watt-Gesellschaft ein und begab sich auf mehrere Reisen, darunter auch nach Barcelona.

1450 gelangte er in den Grossen Rat der Stadt Bern, 1452 bereits in den Kleinen Rat, in den Jahren 1465 bis 1466 und 1474 bis 1475 war er Schultheiss von Bern. Während des Waldshuterkrieges 1468 war er einer der Hauptleute der Berner Truppen. Gemeinsam mit seinem Vetter Wilhelm von Diesbach unternahm er eine Pilgerfahrt nach Jerusalem und dem Sinai, wo beide zu Rittern des Katharinenklosters[1] geschlagen wurden.

Im Jahr 1469 gelang es ihm, die letzten fehlenden Anteile der Herrschaften Diessbach und Worb der Geschlechter von Kilchen und Bogkess an sich zu bringen. Im Twingherrenstreit kämpfte er mit seinem späteren Gegner Adrian I. von Bubenberg um herrschaftliche Rechte. 
von Diesbach, Ritter Nikolaus (Niklaus) (I57515)
 
49241 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Niklot

Niklot[1] (* um 1100; † August 1160 bei der Burg Werle) war ein slawischer Fürst, der im 12. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommern über die heidnischen Stämme der Abodriten, Kessiner und Zirzipanen herrschte.
Anfang des 12. Jahrhunderts hatte das Abodritenreich seine größte Ausdehnung erreicht. Das Einflussgebiet des abodritischen Samtherrschers erstreckte sich von Wagrien bis zur Oder und an Havel und Spree. Doch mit dem Tod des nakonidischen Samtherrschers Heinrich 1127 begann das Abodritenreich zu zerfallen. Bereits zwei Jahre später waren nur noch die alten Teilstammesgebiete verblieben. Niklot regierte über Abodriten, Kessiner und Zirzipanen, Pribislaw über Wagrier und Polaben. Beide unterstanden der Oberhoheit Lothars von Supplinburg. Als Zeichen ihrer Unterwerfung leisteten sie ihm Tribut. Mit dem Tod Lothars erlangte Niklot 1137 eine königsgleiche Alleinherrschaft über das Abodritenland. Der in Nordalbingien eingesetzte Graf Adolf II. sah sich deshalb veranlasst, um die Freundschaft des mächtigen Nachbarn nachzusuchen. Im Zuge des Slawenkreuzzuges 1147 verlor Niklot seine Unabhängigkeit und geriet erneut in eine tributäre Abhängigkeit, diesmal von Heinrich dem Löwen. Als dessen Vasall schlug er 1151 einen Aufstand der Kessiner und Zirzipanen nieder. Niklots maritime Vorherrschaft im südlichen Ostseeraum blieb zunächst unberührt. Erst die Krönung Waldemars I. änderte auch dort die politischen Verhältnisse. Als Reichsvasall verlangte Waldemar I. von Kaiser Friedrich I. die Beendigung der wendischen Überfälle auf die dänischen Küsten. Niklots Weigerung veranlasste Heinrich den Löwen zu zwei Feldzügen, in deren Verlauf Niklot 1160 vor der Burg Werle fiel.
Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts galt Niklot als Sinnbild eines ethnisch und religiös motivierten, aber aussichtslosen Abwehrkampfes der heidnischen Abodriten gegen die christlichen Sachsen, dessen Festhalten am heidnischen Glauben die Möglichkeit zur abodritischen Staats- und Nationenbildung vereitelte. Eine quellengestützte Überprüfung der Forschungsergebnisse gelangte zu dem Resultat, dass eine christliche Missionierung in nennenswertem Umfang oder sächsische Besiedlungsabsichten bbis zu Niklots Tod im Abodritenland ebenso wenig feststellbar sind wie durch territoriale Ansprüche motivierte Kampfhandlungen. Niklot genügte mit der Erfüllung seiner Vasallenpflichten den von sächsischer Seite gestellten Anforderungen. Bei den Feldzügen von 1158 und 1160 handelte es sich nicht um Eroberungskriege Heinrich des Löwen, sondern um Strafexpeditionen des Lehnsherrn gegen den treulosen Vasallen.

Herkunft und Familie
Die Herkunft Niklots ist unbekannt. Weder Helmold von Bosau noch Saxo Grammaticus berichten über seine Abstammung. An ernsthaften Erklärungsversuchen hat es gleichwohl nicht gemangelt: entfernter Abkömmling des abodritischen Samtherrschers Kruto,[2] Sohn des Kessinerfürsten Dumar[3] oder des namentlich nicht genannten Anführers der Abodriten in der Schlacht bei Schmilau.[4] Letztlich ist jedoch keine dieser Personen durch Quellen als Vorfahr Niklots belegbar.[5] Der Slawenchronik des HHelmold von Bosau lässt sich allenfalls entnehmen, dass Niklot einem neuen Fürstengeschlecht des abodritischen Teilstammes angehörte.[6] Dieser Teilstamm hatte mit dem Tod Gottschalks und der Flucht seines Sohnes Heinrich im Jahr 1066 sein altees Herrscherhaus der Nakoniden verloren.[7] Obwohl Niklot nicht den Nakoniden angehörte, blieb seine Herrschaft über den Teilstamm der Abodriten unangefochten. Das deutet auf eine starke erbrechtliche Legitimation in diesem Gebiet hin.[8] Helmold bezeichnet ihn dann zum Jahr 1129 auch als Großen des Abodritenlandes.[9] Demgegenüber scheint er über die Teilstämme der Kessiner und Zirzipanen keine angestammten Herrschaftsrechte innegehabt zu haben, lehnten sich diese doch 1150 gegen Niklots Herrschaft auf.[10] Ebenso unwahrscheinlich ist eine Herkunft Niklots aus Polabien oder Wagrien, da Niklot auf diese Teilstammesgebiete zu keinem Zeitpunkt Anspruch erhob.[11]
Niklot gilt als Stammvater der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg.[12] Er hatte einen Bruder Lubemar[13] sowie drei Söhne Prislav, Wertislaw und Pribislaw, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Teilstammesfürsten der Wagrier und Polaben, Pribislaw von Alt-Lübeck.

Niklot und Pribislaw
Niklot und Pribislaw von Alt-Lübeck treten erstmals im Zusammenhang mit Kämpfen um das Abodritenreich in Erscheinung.[14] Der deutsche König Lothar von Supplinburg unternahm 1129 nach dem Tod des abodritischen Samtherrschers Heinrich noch einmal den Versuch, das Abodritenreich unter einer einheitlichen Herrschaft zusammenzufassen. Zu diesem Zweck belehnte er jedoch nicht Heinrichs Neffen Pribislaw mit dem Abodritenreich, sondern setzte stattdessen seinen Schützling Knud Lavard gegen Zahlung eines hohen Geldbetrages als abodritischen Samtherrscher ein.[15] Knud, Angehöriger des dänischen Königshauses, verfügte aufgrund seiner Verwandtschaft mit Heinrich zwar über eine erbrechtliche Legitimation.[16] Gleichwohl musste er seinenen Herrschaftsanspruch mit militärischen Mitteln gegen Niklot und Pribislaw durchsetzen. Dazu sammelte er ein Heer von Holsten, fiel in Wagrien ein und „schlug alles tot, was sich ihm entgegenstellte.“[17] Ob Niklot und Pribislaw gemeinsam gegen Knud kämpften bleibt unklar. Beide gerieten schließlich in Gefangenschaft und wurden nach Schleswig abgeführt. Von dort gelangten sie erst wieder in die Freiheit, nachdem sie Lösegeld gezahlt, Geiseln gestellt und die Herrschaft Knud Lavards als Samtherrscher der Abodriten anerkannt hatten. Dabei scheint Knud Lavard wie sein Vorgänger Heinrich nur Wagrien und Polabien unmittelbar verwaltet zu haben.[18] Denn seine Anwesenheit ist nur für Neumünster und Lübeck belegt.[19] Dem entsprechend hätte Niklot dann die östlichen Teilstammesgebiete allein regiert und dem Samtherrscher Tribut gezahlt.
Nach der Ermordung Knud Lavards 1131 scheint Lothar von Supplinburg sich mit Niklot und Pribislaw als tributpflichtigen Vasallen und Herrschern über die abodritischen Teilstämme abgefunden zu haben.[20] Denn für das Jahr 1131 sind beide als abodritische Fürsten überliefert.[21] Danach hatten sie das Abodritenreich unter sich aufgeteilt. Pribislaw gebot über Wagrier und Polaben, während Niklot den Teilstamm der Abodriten regierte. Ungeachtet dieser Quellenlage wird überwiegend angenommen, Niklots Machtbereich habe auch die weiter östlich gelegenen Siedlungsgebiete der Kessiner und Zirzipanen umfasst.[22] Zur Begründung wird auf die verfassungsrechtlichen Verhältnisse unter dem abodritischen Samtherrscher Heinrich verwiesen. Dieser verwaltete nur Wagrien und Polabien selbst. Die östlichen Teilstämme hingegen unterstanden eigenen Fürsten, die an Heinrich Tribut entrichteten. Dem entsprechend seien Kessiner und Zirzipanen Niklot nach Heinrichs Tod tributpflichtig gewordden. Diese Annahme ist nach einer erneuten Auswertung der Quellen zuletzt in Frage gestellt worden.[23] Eine Tributherrschaft Niklots über Kessiner und Zirzipanen habe erst ab 1148 bestanden. Einigkeit besteht nur insoweit, als die Oberherrschaft des deutschen Königs Lothar von Supplinburg sowohl von Pribislaw als auch von Niklot anerkannt wurde. Nach der Ermordung Knud Lavards durch den dänischen Thronanwärter Magnus war Lothar von Supplinburg mit einem großen Heer an das Danewerk gezogen, um von den Dänen für den Tod seines Lehnsmannes Vergeltung zu fordern. In diesem Zusammenhang unterwarf er auch die aufständischen Abodriten, die nach dem Tod Knud Lavards offenbar die Tributzahlungen eingestellt hatten.[24]
Mit dem Tod Lothar von Supplinburgs 1137 entglitt Niklot der deutschen Tributherrschaft. Auch Pribislaw versuchte die Machtkämpfe in Sachsen zu nutzen, um sich von der Tributherrschaft zu befreien. Dazu überfiel er 1137 die Siegesburg bei Bad Seegeberg, vermochte diese aber nicht einzunehmen. Nach einer verheerenden Niederlage im Winterfeldzug 1138/39 gegen den sächsischen Grafen Heinrich von Badewide begann sich Pribislaws Herrschaftsgebiet aufzulösen. Während er fortan politisch keine Rolle mehr spielte, regierte Niklot im Abodritenland wie ein König.[25]

Niklot und Adolf II.
Niklot und Adolf II. verband ab 1143 ein Freundschafts- und Beistandspakt.[26] Der aus Westfalen stammende Adolf II. war 1142 von Heinrich dem Löwen im benachbarten Nordalbingien zum Grafen von Stormarn, Holstein und des slawischen Wagrien eingeesetzt worden.[27] In Holstein und Stormarn sah sich der landfremde Adolf II. einem ablehnend bis feindlich gesinnten einheimischen Adel gegenüber.[28] In Wagrien musste er mit Aufständen der gewaltsam unterworfenen Slawen rechnen. Zudem galt es, das von den Holsten verwüstete Wagrien wieder aufzubauen, da der Graf nur hier ohne die einschränkende Konkurrenz der Holsteiner Abgaben in nennenswertem Umfang erheben konnte.[29] Zu diesem Zweck warb er unter hohem finanziellen Einsatz westftfälische, friesische und holländische Bauern an und siedelte sie in den slawischen Gebieten an.[30] Zur Sicherung seiner Machtstellung und der Siedlungspolitik war ein Friedensabkommen mit dem benachbarten Wendenfürst ebenso unerlässlich wie für eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit den aufsässigen Holsten.[31] Adolf II. entsandte deshalb Boten zu Niklot, versicherte sich dessen Freundschaft und beschenkte die abodritischen Großen.[32] Niklot versprach, vor Aufständen der Wagrier zu warnen.[33] Aufgrund seiner slawischen Sprachkenntnisse konnte Graf Adolf II. in der Folge auch direkt mit Niklot verhandeln. Helmold von Bosau berichtet, Niklot und Adolf II. hätten sich später regelmäßig in Lübeck und Travemünde getroffen, um politische Angelegenheiten zu erörtern.[34] Niklot seinerseits stand bei Abschluss des Abkommens unter dem Eindruck der Niederlage Pribislaws 1138/1139. Ein gegenseitiger Nichteinmischungspakt mit dem sächsischen Grafen gewährleistete Niklot die Unverletzlichkeit des eigenen Herrschaftsgebietes und damit sowohl den Fortbestand der eigenen Herrschaft als auch der wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Identität des Stammes.[35]
Am Vorabend des Wendenkreuzzuges ließ Niklot unter Berufung auf das geschlossene Bündnis („fedus“) und die Freundschaft („amicicia“) bei Graf Adolf II. um die Vermittlung von Friedensverhandlungen mit den sächsischen Fürsten nachsuchen.[36] Die ausgegebene Losung „Taufe oder Tod“[37] bedrohte die Abodriten in ihrer kulturellen und politischen Eigenständigkeit. Adolf II. war die Erfüllung dieser Bitte unmöglich. Zum einen schuldete er seinem Lehnsherrn Heinrich dem Löwen die Treue, zuzum anderen wäre schon das von ihm überbrachte Ansinnen zur Aufnahme von Verhandlungen mit dem heidnischen Wendenfürsten eine schwere Beleidigung des Welfen gewesen, bedeutete es doch im Ergebnis nichts anderes als eine Aufforderung zum Eidbruchh. Auch Niklots politische Entscheidungsfreiheit mag in dieser Lage durch innenpolitische Widersacher beschränkt gewesen sein.[38] Letztendlich verblieb im Korsett der politischen Zwänge Helmold zufolge als Konsens nur das persönliche Versprechen Niklots, den Grafen vor einem eigenen Angriff oder einer Erhebung der Slawen in Wagrien zu warnen.
Niklots Beweggründe für den nachfolgenden Überfall auf Lübeck und die Verwüstung Wagriens sind vor diesem Hintergrund schwer nachzuvollziehen. Denn obwohl er sich vom Bündnis mit Graf Adolf II. nicht losgesagt hatte, fiel er am 26. Juni 1147 in Wagrien ein, zerstörte den von Graf Adolf II. neu errichteten Handelsplatz Lübeck mit Ausnahme der abseits gelegenen Burg und vernichtete die Dörfer der Kolonisten. Die ebenfalls neu in wagrischem Gebiet angelegten Siedlungen der Holsten hingegen blieben unbehelligt.[39] Getreu seinem Versprechen warnte er Graf Adolf II., und als er Nachricht erhielt, dieser würde Truppen sammeln, rückte Niklot mit reicher Beute und Gefangenen wieder ab.[40] Militärisch war dieser Raubzug damit völlig sinnlos.[41] Weder schwächte er die Kreuzfahrer noch hatte die Lübecker Kaufmannssiedlung irgendeine strategische Bedeutung. Als Präventivschlag war der Überfall also denkbar ungeeignet.[42] Zudem veranlasste erst dieser Überfall die Kreuzfahrer zu einer Teilung ihres Heeres,[43] dessen westliche Heeresgruppe dann später in das Abodritenland einmarschieren sollte. Helmold berichtet von Gerüchten, der eingesessene Holsteiner Adel habe Niklot aus Hass gegen die fremden Siedler zum Angriff auf die Kolonisten aufgestachelt.[44] Diese Bemerkung ist dahingehend verstanden worden, Niklot habe aus Enttäuschung über die Erfolglosigkeit seiner bis dahin geübten Politik einer friedlichen Koexistenz von Wagriern und Kolonisten die ursprünglichen Verhältnisse wiederherstellen und die fremden Zuwanderer mit Duldung der Holsten ausrotten wollen.[45] Möglicherweise diente der Raubzug aber auch nur der Anhäufung finanzieller Mittel für eine Kriegskasse, um sich angesichts des bevorstehenden Kampfes der Treue der eigenen Gefolgschaft zu versichern und die militärische Unterstützung der ruanischen Flotte zu erkaufen, deren Einsatz zwei Monate später die dänischen Kreuzfahrer zum Abzug zwingen sollte.[46] Festzustehen scheint lediglich, dass der Angriff nicht religiös motiviert war.[47]
Niklot und Heinrich der Löwe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Niklot und Heinrich der Löwe begegneten einander während des Slawenkreuzzuges als feindliche Heerführer.[48] Mochte auch der Slawenkreuzzug als Mittel einer Christianisierung der Abodriten ein Fehlschlag gewesen sein, so hatte er doch für Niklot politisch einschneidende Folgen. Der unabhängige Fürst des Abodritenlandes wurde 1147 zum Vasallen Heinrich des Löwen.[49] Niklot war dem Welfen über ein Jahrzehnt ein gehorsamer Gefolgsmann.[50] Erst die Einmischung Heinrichs in den abodritisch-dänischen Krieg führte 1158 zum Aufbegehren Niklots gegen den Sachsenherzog und machte aus dem Vasallen schließlich einen Geächteten.

Fürst
Als Fürst[51] der Abodriten führte Niklot das Aufgebot des Stammes im Krieg.[52] Dementsprechend hatte er schon vor dem Überfall auf Wagrien die Vorbereitungen für eine Verteidigung des Landes gegen das Kreuzfahrerheer eingeleitet.[53] Der Wendeenfürst war sich darüber bewusst, dass die Abodriten den Kreuzfahrern in einer offenen Feldschlacht hoffnungslos unterlegen sein würden und suchte deshalb sein Heil in der unwirtlichen Geländegestaltung des Landes.[54] Die Bevölkerung zog sich in die ausgedehnten Ur- und Bruchwälder zurück oder versteckte sich in den schwer zugänglichen Mooren und Sümpfen.[55] Niklot verschanzte sich mit seinen Getreuen und den Umlandbewohnern in der Burg Dobin.[56] Diese lag auf einer sumpfigen Landbrücke zwischen der nordöstlichen Spitze des Schweriner Sees und der Döpe und war damit schwer zu erstürmen, konnte aber über den See versorgt werden.
Die Kreuzfahrer überquerten zunächst bei der Ertheneburg die Elbe und zogen über Pötrau[57] nach Ratzeburg. Vor Dobin erhielten sie Verstärkung durch zwei dänische Abteilungen unter ihren rivalisierenden Anführern Sven Grate und Knut V., die mit ihren Schiffen in der Wismarer Bucht gelandet waren. Die Sachsen und Dänen belagerten die Slawen in Dobin, indem sie einander entgegengesetzt am nördlichen und südlichen Ende der Landbrücke in Stellung gingen, getrennt durch den Burgwall auf der Landbrücke, der sich wegen der beiden Seen nicht umgehen ließ. Bei einem Ausfall der Abodriten erlitten die Dänen erhebliche Verluste, ohne dass die Sachsen ihnen wegen der spezifischen örtlichen Gegebenheiten hätten zu Hilfe eilen können. Nachdem auch noch die zur Unterstützung der Abodriten einlaufende ranische Flotte die schlecht bewachten Schiffe der Dänen angriff, zogen die Dänen wieder ab. Unterdessen führten die Gefolgsleute Heinrich des Löwen die Belagerung nur halbherzig. HHeinrich, der sich eines angestammten Anspruches auf die alleinige Oberherrschaft über die Abodriten berühmte, hatte kein Interesse an einer Erstürmung der Burg. Die gewaltsame Einnahme der Festung hätte zum Tod der abodritischen Eliten und damit zur vollständigen Beseitigung der abodritischen Ordnungsgewalt führen können. Da die Heinrich nicht verpflichteten anderen weltlichen und kirchlichen Würdenträger des Kreuzzugheeres ebenfalls Ansprüche auf eine Herrschaft über die Abodriten erhoben, wäre die Frage nach eine Neuordnung der Herrschaft unausweichlich geworden.[58] Durch die Untätigkeit der Truppen Heinrichs zermürbt, erklärten sich die anderen Würdenträger nach dreimonatiger erfolgloser Belagerung mit einem Abbruch einverstanden.[59] Daraufhin ließ Heinrich den Grafen Adolf II. Verhandlungen mit den belagerten Abodriten aufnehmen.[60] Eine andere Erklärung für die auffällige Zurückhaltung der Sachsen gibt Joachim Ehlers. Für ihn sind nicht in erster Linie machtpolitische Erwägungen Heinrich des Löwen maßgeblich für die Verschonung Niklots, sondern dessen freundschaftliche Beziehungen zu Adolf II.[61]
Niklots Gegenleistung für den Abzug scheint vorrangig darin bestanden zu haben, zukünftig die Oberherrschaft Heinrich des Löwen anzuerkennen.[62] Zudem hatte er in die Freilassung der dänischen Gefangenen und in eine Massentaufe einzuwilligen, die zur Entbindung der Kreuzfahrer von ihrem Gelübde „Taufe oder Tod“ diente. Woher die Täuflinge stammten und ob Niklot sich unter ihnen befand, vermerken die Quellen nicht.[63] Gleichwohl mehren sich die Stimmen, die von einer Taufe Niklots ausgehen.[64]

Vasall
Als Vasall schuldete Niklot dem Sachsenherzog Tribut, Waffenhilfe und Hoffahrt zu den Landtagen Heinrich des Löwen.[65] Auch wenn es sich dabei um die üblichen Pflichten des Lehnsmannes gegenüber seinem Lehnsherrn handelte, beruhte Niklots Abhängigkeit nicht auf den ausgleichenden Regeln des deutschen Lehnsrechtes, sondern auf einer Unterwerfung nach Kriegsrecht.[66]

Erhaltung der Eigenständigkeit
Mit der Erfüllung seiner Vasallenpflichten bewahrte sich Niklot die innenpolitische Eigenständigkeit.[67] Die dafür zu entrichtenden Tribute leistete er sehr wahrscheinlich jährlich in Mark Silber.[68] Eine erste Waffenhilfe ist für das Jahr 1151 in dem seit 1148 Heinrichs Oberhoheit unterstehendem Gebiet der Kessiner und Zirzipanen belegt.[69] Dort hatte der Wendenfürst die Interessen des sächsischen Herzogs wahrzunehmen, indem er die von dem Welfen beanspruchten Tribute einforderte und an den sächsischen Hof abführte.[70] Als Kessiner und Zirzipanen 1150 die Entrichtung der erdrückenden Abgaben verweigerten, suchte Niklot 1151 am Hof in Lüneburg um militärische Unterstützung für eine Strafexpedition nach. Während der Abwesenheit des Herzoges stellte die Regentin Clementia von Zähringen Niklot den Grafen Adolf II. mit der für mittelalterliche Verhältnisse beachtlichen Zahl von 2000 Kämpfern zur Seite.[71] Der Übermacht des vereinigten Heeres von Holsteinern und Abodriten waren Kessiner und Zirzipanen nicht gewachsen. Sie entrichteten den rückständigen Tribut und bewegten die Verbündeten durch die Zahlung eines weiteren, außergewöhnlich hohen Geldbetrages zum Abzug.
Im übrigen folgte das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturell-religiöse Leben in Niklots Herrschaftsgebiet den eigenen Traditionen.[72] Vereinzelte christliche Missionsversuche durch den späteren Bischof Berno begannen frühestens im Sommer 1156. Zwar lässt Helmold den Abodritenfürsten bereits im Januar 1156 die Annahme des christlichen Glaubens für sich und sein Volk zurückweisen, wenn Niklot Heinrich dem Löwen auf dessen Mahnung entgegnet: „Sei der Gott, der im Himmel ist Deiin Gott und Du unser Gott, so sind wir zufrieden. Verehre du jenen, wir werden Dich verehren.“[73] Doch eine christliche Mission ist bis 1156 noch nicht nachweisbar. Sie wäre auch den fiskalischen Interessen des Herzogs abträglich gewesen. Dieser vermochte die Abgaben gegenüber den Abodriten willkürlich festzusetzen, während für die Abgabenerhebung bei christlichen Untertanen feste Regeln galten. In der neueren Forschung wird die Aussage deshalb auch eher als Kritik Niklots an der rücksichtslosen wirtschaftlichen Ausbeutung des Abodritenlandes durch Heinrich den Löwen denn als im Kern gegen eine Missionierung seines Volkes gerichtete Gotteslästerung gedeutet.[74]
Im südwestlichen Ostseeraum verblieb Niklot auch außenpolitische Bewegungsfreiheit. Die Abodriten hatten mit der Besiedelung der Inseln Lolland und Falster begonnen.[75] Von der Wismarer Bucht unternahm Niklots Kriegsflotte Raubzüge an den dänischen Küsten und erhob Seezölle.[76] Für Niklot war diese Art der Einnahmenerzielung zur wirtschaftlichen Notwendigkeit geworden, um die Tributforderungen Heinrichs des Löwen zu befriedigen. Auf den Märkten der Festungen Mecklenburg und Dobin verkauften die Schiffsbesatzungen gefangene Dänen zu Hunderten in die Sklaverei. Der dänische Historiograph Saxo Grammaticus beklagte, die Insel Fünen sei bereits annähernd entvölkert.[77] Die seit 1146 andauernden dänischen Thronstreitigkeiten hatten die Wikingerflotte bedeutungslos werden lassen, so dass die Dänen den wendischen Kriegsschiffen nichts ebenbürtiges entgegenzusetzen hatten.[78]

Beschränkung der Autonomie
Im Juli 1158 forderte Heinrich der Löwe Niklot zur Einstellung des Seekrieges gegen die Dänen auf.[79] Waldemar I. war 1157 als Sieger aus den dänischen Thronstreitigkeiten hervorgegangen.[80] Im Sommer 1158 entsandte er Unterhändler, die Kaiser Barbarossa auf dem Reichstag in Augsburg die Anerkennung seiner Oberherrschaft durch ihren König anboten, wenn das Reich die Dänen gegen den Wendenfürst unterstützte.[81] Friedrich I. einigte sich mit Heinrich dem Löwen darauf, dass dieser seinem Vasallen Niklot als Ausdruck kaiserlicher Ordnungsmacht Einhalt gebieten sollte. Niklot musste das Verlangen ohne Umschweife ablehnen. Die Einstellung des Seekrieges gegen die Dänen hätte nicht nur den Verlust der letzten außenpolitischen BeBewegungsfreiheit und eine empfindliche finanzielle Einbuße mit sich gebracht, sondern Waldemar I. konnte als Sohn Knud Lavards auch angestammte Herrschaftsansprüche auf das Abodritenland geltend machen.[82] Diesen Anspruch hatte er obendrein mit der Eheschließung seiner Schwester Katharina Knudsdotter und Niklots abtrünnigem Sohn Prislav flankiert.[83] Prislavs Söhne hätten damit über einen erbrechtlich begründeten Anspruch auf die abodritische Samtherrschaft verfügt, ein Recht, das Niklot und seinen Abkömmlingen nicht zustand.
Der offene Ungehorsam seines Vasallen veranlasste den Sachsenherzog zum sofortigen Handeln. Noch im Herbst 1158 zog er mit einem Heer in das Abodritenland,[84] nahm Niklot gefangen und kerkerte ihn in Lüneburg ein.[85] Versuche von Niklots Söhnen Wartislaw und Pribislaw, den Konflikt zwischen Heinrich und Niklot auf dem Verhandlungswege zu lösen, scheiterten zunächst. Helmold zufolge bewegten Heinrich „weder Geld noch gute Worte“ zu einer Freilassung.[86] Erst nachdem die Niklotsöhne die zur benachbarten Grafschaft Ratzeburg gehörigen Grenzorte Gadebusch und Wittenburg in Schutt und Asche gelegt hatten, kehrte der Welfe an den Verhandlungstisch zurück.[87] Niklot kam seine Freilassung teuer zu stehen. Heinrich handelte ihm Ländereien in der Terra Bresen ab, die er dann zur Ausstattung des Bistums Ratzeburg verwendete.[88]

Bruch des Landfriedens
Im Frühjahr 1159 nahm der Sachsenherzog Verhandlungen mit Niklot über einen Landfrieden auf.[89] Friedrich I. hatte aus Italien um militärische Unterstützung im Reich nachgesucht, und Heinrich beabsichtigte, mit 1200 Panzerreitern nach Süden aufzubrechen. Für die Dauer seiner Abwesenheit sollten kriegerische Auseinandersetzungen in seinem Einflussgebiet im Allgemeinen und Angriffe der Wendenflotte Niklots auf die Dänen im Besonderen unterbleiben. Niklot willigte unter der Bedingung einn, dass die Kampfhandlungen längstens bis zur Rückkehr Heinrichs ruhten. Denn nachdem Waldemar I. Niklots abtrünnigen Sohn Prislav auch noch als Jarl mit einem großen Teil Lollands belehnt hatte, gefährdete eine Einstellung des Seekrieges Niklots Herrschaft auf den Inseln. Nachdem Niklot den Landfrieden öffentlich beschworen hatte, verlangte Heinrich als Beweis für die Ernsthaftigkeit des heiligen Eides die Herausgabe der abodritischen Schiffe. Diese sollten in Lübeck abgeliefert werden und dort bis zur Rückkehr des Herzogs unter Aufsicht verbleiben. Dieses überraschende Ansinnen stellte für Niklot eine schwere Demütigung dar, erachtete doch der Herzog das öffentlich beschworene Wort seines Vasallen als ungenügend. Niklot beffand sich in einem Dilemma: Lieferte er die Schiffe ab, entblößte er damit die abodritische Küste und war Waldemar I. ausgeliefert, der seine Schiffe behalten durfte. Lieferte er die Schiffe hingegen nicht ab, musste er sich sogleich dem Verdacht des beabsichtigten Friedbruchs ausgesetzt sehen. Mit der Überführung ausschließlich alter und unbrauchbarer Schiffe nach Lübeck wäre dem Verlangen des Herzogs Genüge getan gewesen, wenn denn die Abodriten mit der Fortführung des Krieges bis zum Ablauf der vereinbarten Frist zugewartet hätten. Doch Helmold berichtet, die Abodriten hätten im Gegensatz dazu den Krieg schon vorher fortgesetzt.[90]
Aufgrund der anhaltenden Plünderungen der dänischen Küsten ließ Waldemar I. 1160 bei Heinrich dem Löwen Klage gegen Niklot erheben. Der Vorladung des Herzogs zur Verhandlung der Klage auf dem Landtag zu Barförde leistete Niklot keine Folge. Nach den Regeln des deutschen Rechts verhängte der Herzog gegen den Ausgebliebenen daraufhin die Acht, jedoch ohne die Möglichkeit, sich binnen Jahr und Tag von dieser zu lösen. Stattdessen verurteilte Heinrich ihn sofort in die volle Fried- und Rechtlosigkeit und verkündete eine Strafexpedition gegen den friedbrüchigen Vasallen für die Erntezeit.

Geächteter
Als Geächteter sah sich Niklot im Spätsommer 1160 einer schonungslos durchgeführten Strafexpedition des Sachsenherzogs ausgesetzt. Heinrich der Löwe, der unter Inanspruchnahme königsgleicher Rechte einen weit über seinen reichsrechtlich legitimierten Einflussbereich hinausgehenden Landfrieden gestiftet hatte, war durch den abermaligen Ungehorsam seines Vasallen düpiert. Dementsprechend fiel seine Reaktion aus. Er drang mit seinem gesamten Heeresaufgebot in das Abodritenland ein, vernichtete Äcker und Siedlungen „mit Feuer und Schwert“[91] und ließ Gefangene hängen, eine im Mittelalter besonders schimpfliche Strafe. Niklots Verteidigungslinie, die sich vom Ostufer der Wismarer Bucht über die Festungen Ilow, Mecklenburg und Dobin zum Schweriner See und von dort bis zur Burg Schwerin erstreckte, musste zur Vermeidung einer Einkesselung aufgegeben werden. Waldemar I. war von See aus auf der Insel Poel gelandet und bewegte sich damit im Rücken der Befestigungen. Niklot bbrannte die Burgen nieder und zog sich in das Land Kessin zurück. Von der Burg Werle unternahmen seine Söhne Wertislaw und Pribislaw wenig erfolgreiche Angriffe gegen das Sachsenheer. Als Niklot selbst ausrückte, um eine vermeintlich unbewaffnete Versorgungseinheit zu überfallen, geriet er in einen Hinterhalt, in dem ihn ein sächsischer Ritter namens Bernhard, wohl Bernhard I. von Ratzeburg,[92] erschlug. Noch an dem Leichnam vollstreckte Bernhard die zeitgemäße sächsische Strafe für Eidbruch und trennte den Kopf ab, der anschließend auf einer Lanze aufgespießt durch das Lager der Sachsen und der Dänen getragen wurde.

Nachwirkung

Mittelalter
Über das Leben Niklots berichteten mangels slawischer Schriftquellen zunächst nur die Chroniken und Annalen der benachbarten Dänen und Sachsen. Von sächsischer Seite war es vor allem der Bosauer Pfarrer Helmold, der in seinem zwischen 1167/68 unnd 1172 entstandenen Werk Chronica Slavorum von Niklot erzählt. Helmold bezeichnet ihn als „wilde Bestie“ und „erbitterten Feind der Christen“,[93] bringt aber auch die Wertschätzung der sächsischen Gegner zum Ausdruck, wenn er deren Verwunderunng über das schmähliche Ende „eines so bedeutenden Mannes“ schildert.[94] Für den dänischen Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus, der in seiner um 1200 entstandenen Gesta Danorum die Kriegsführung König Waldemars I. gegen die Slawen rechtfertigte und glorifizierte, war Niklot „der mächtigste der slawischen Fürsten.“[95] Welche Bedeutung selbst Heinrich der Löwe seinem Sieg über Niklot beimaß, erschließt sich aus einer Urkunde des Jahres 1162. Darin stellte er den Erfolg seiner Strafexpedition gegen „das treulose Volk der Slawen“ mit dem Sieg des Kaisers über die aufständischen Mailänder gleich.[96]
Bald nach seinem Tod geriet Niklot bei den Nachbarvölkern in Vergessenheit. Der Sächsischen Weltchronik des 13. Jahrhunderts war er nur noch eine Randnotiz wert.[97] Anders dagegen in Mecklenburg. In dem Bemühen um eine Aufwertung des Mecklenburgischen Fürstenhauses durch den schriftlichen Nachweis von hohem Alter und königlicher Herkunft wurden lange Ahnenreihen angefertigt, in denen Niklot das Bindeglied zu den Nakoniden darstellte. In einer Auftragsarbeit Herzog Albrechts II. von Meecklenburg aus der Zeit um 1379, der Mecklenburgischen Reimchronik des Ernst von Kirchberg, wurde Niklot durchgängig zum „König Nyklot“ überhöht. Eine spätere Auftragsarbeit des mecklenburgischen Herzogs Heinrich V. aus der Zeit um das Jahr 1520, dem von Nikolaus Marschalk erstellten Chronicon der mecklenburgischen Regenten, betitelte Niklot ebenfalls als König.[98] In der Schweriner Bilderhandschrift aus dem Jahr 1526 wurde Niklot mit gekröntem Haupt abgebildet.

Ältere Forschung
Im 19. Jahrhundert wurde Niklot von der durch dynastische Interessen angeregten mecklenburgischen Landesgeschichtsschreibung wiederentdeckt und als wendischer „Nationalheld“ und als „Stammvater unseres Fürstenhauses“ gefeiert.[99] Neben den Mecklenburger Geschichtsschreibern beflügelte das „tragische Ende“[100] Niklots auch die Fantasie romantisch historisierender Schriftsteller,[101] Schlachtenmaler und Bildhauer. Zentrales Deutungsmuster der Forschung war zunächst der dem christlichehen Expansionsdrang von Sachsen und Dänen in tapferer Gegenwehr unterliegende Ahnherr des mecklenburgischen Herzogshauses. Niklot, „das Schicksal seines Volkes verkörpernd“,[102] durfte sich dabei in Mecklenburg der Achtung und des Mitgefühls der Rezipienten gewiss sein. Außerhalb Mecklenburgs hingegen, wo bereits eine vertiefte Kenntnis der slawischen Geschichte als exotisch galt, zumal sich die deutsche Forschung „bisweilen mit der Existenz einer slawischen Bevölkerung auf nachmals deutschem Boden nur unter Schwierigkeiten abfinden konnte“,[103] erfuhr Niklot allenfalls als Randfigur Eingang in Darstellungen zur Person Heinrich des Löwen. Mit dem aufkommenden Nationalismus in Deutschland und den Staaten Osteuropas trat nebeben den religiös motivierten Widerstand das Deutungsmuster eines ethnischen Abwehrkampfes. Danach widersetzte sich mit Niklot ein zwar heidnischer, vor allem aber slawischer Fürst den Herrschaftsansprüchen des sächsischen Herzogs, einer deutschen Besiedelung und dem mit ihr einhergehenden technischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt.
Mit der grundlegenden Untersuchung Wolfgang H. Fritzes über die Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung hielt das in der Mitte des 20. Jahrhunderts vorherrschende Forschungsthema von der Entstehung der Nationen im Mittelalter Einzug in die slawische Mediävistik.[104] Fritze gelang der Nachweis, dass die Abodriten unter ihren Fürsten Gottschalk und Heinrich Herrschaftsstrukturen entwickelt hatten, die denjenigen des Merowingerreiches entsprachen und bei ungestörtem Forttgang die Möglichkeit zur Nationenbildung bestanden hätte. Mit dieser Erkenntnis änderte sich auch das Urteil der Geschichtsforschung über die historische Bedeutung Niklots: An die Stelle des heroischen Abwehrkampfes trat ein staatsmännisches unnd nationales Versagen.[105] In der Synthese der Deutungsmuster gerät Niklots Festhalten am heidnischen Glauben zur Ursache für eine gescheiterte abodritische Staats- und Nationenbildung und ist damit verantwortlich für den Verlust der ethnischen Identität der Wenden.[106] Den Abschluss dieser Entwicklung markieren die 1995 und 1996 veröffentlichten Abhandlungen des Mecklenburger Historikers Nils Rühberg.[107] Für Rühberg ist Niklot noch einmal der „standfeste Mann“, dessen aussichtsloser Abwehrkampf gegen Christianisierung und sächsische Besiedelung des Landes dazu beigetragen habe, die Abodriten „von der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der christlichen Nachbarvölker“ abzuschneiden.[108]

Neuere Forschung
Der Kieler Philologe Hans-Otto Gaethke gelangte 1999 im Rahmen einer quellengestützten Neubewertung der Beziehungen Niklots und Heinrich des Löwen zu dem Ergebnis,[109] mit Ausnahme der Kämpfe im Rahmen des Slawenkreuzzuges sei es in der Zeit voon 1142 bis 1158 zu keinen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Niklot und Heinrich dem Löwen gekommen. Der Welfe hätte eine Eroberung des Abodritenlandes nicht beabsichtigt, Niklot mit der Erfüllung seiner Vasallenpflichten die an ihn vovon sächsischer Seite gestellten Anforderungen erfüllt. Christliche Missionierungsversuche, denen Niklot sich hätte widersetzen können, seien bis 1156 nicht feststellbar, danach nur in untergeordnetem Umfang und ohne Unterstützung des sächsischen Herzogs. Den Grund für die Feldzüge Heinrich des Löwen gegen Niklot 1158 und 1160 erkennt Gaethke im offenen Ungehorsam des Vasallen, vorrangig ausgelöst durch Heinrichs Versuch einer Beschränkung der abodritischen Seeherrschaft zu Gunsten Waldemars I., einem bis dahin in der Forschung noch völlig unterentwickelten Gesichtspunkt. Habe Heinrich der Löwe 1158 auf die ausgehandelte Unterwerfung Niklots noch Milde walten lassen, so hätte er 1160 keine Gnade mehr gekannt und eine Strafexpedition, aber keinen Eroberungsfeldzug durchgeführt.[110]



Quellen
• Helmoldi Presbyteri Bozoviensis: Chronica Slavorum (= Monumenta Germaniae Historica. Scriptores. Bd. 7 = Scriptores Rerum Germanicarum in Usum Scholarum separatim editi. Bd. 26). Herausgegeben vom Reichsinstitut für ältere deutsche Geschichtskunde. 3. Ausgabe, bearbeitet von Bernhard Schmeidler. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1937 (Neu übertragen und erläutert von Heinz Stoob. (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe. Bd. 19, ISSN 0067-0650). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1963 (7. Auflage (unverändert der 6., gegenüber der 5., um einen Nachtrag erweiterte Auflage 2002). Mit einem Nachtrag von Volker Scior. ebenda 2008, ISBN 978-3-534-21974-2)).
• Saxo Grammaticus: Gesta Danorum. = Danmarkshistorien. Latinsk tekst udgivet Karsten Friis-Jensen. Dansk oversættelse ved Peter Zeeberg. Danske Sprog- og Litteraturselskab & Gads Forlag, Kopenhagen 2005, ISBN 87-12-04025-8.
• Knýtlinga saga. The History of the Kings of Denmark. Translated by Hermann Pálsson and Paul Edwards. Odense University Press, Odense 1986, ISBN 87-7492-571-7.
Literatur
• Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Band 111, 1996, ISSN 0930-8229, S. 5–20.
• Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe (= Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte. Band 24). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1999, ISBN 3-31-34652-2 (Zugleich Dissertation an der Universität Kiel, 1998, Rezension).
• Hubertus Seibert: Niklot. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 261 (Digitalisat).
Weblinks
 Commons: Niklot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Niklot – Quellen und Volltexte
• Literatur über Niklot in der Landesbibliographie MV
Anmerkungen
1 Auch Niclot, lateinisch Niclotus (bei Helmold) oder Nucletus (bei Saxo Grammaticus), dän. Mjúklátr.
2 Wilhelm Gottlieb Beyer: König Kruto und sein Geschlecht. Eine historische Untersuchung über die Abstammung des großherzoglich-meklenburgischen Fürstenhauses. In: Jahrbücher des Vereins für Meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. Bd. 1, 1848, ISSN 0259-7772, S. 3–55, hier S. 18, online.
3 Friedrich Wigger: Stammtafeln des Großherzoglichen Hauses von Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. Bd. 50, 1885, S. 111–326, hier S. 133, online.
4 Wolfgang H. Fritze: Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat. In: Herbert Ludat (Hrsg.): Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder. W. Schmit, Gießen 1960, S. 141–219, hier S. 172; ihm folgend Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 6 f.
5 Dazu Helge Bei der Wieden: Die Anfänge des Hauses Mecklenburg – Wunsch und Wirklichkeit. In: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands. Bd. 53, 2007, S. 1–20, hier S. 8.
6 Evamaria Engel: Die militärisch-politische Eroberung. In: Joachim Herrmann (Hrsg.): Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neiße vom 6. bis 12. Jahrhundert. Ein Handbuch (= Veröffentlichunngen des Zentralinstituts für Alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaften der DDR. Bd. 14). Neubearbeitung. Akademie-Verlag, Berlin 1985, S. 379–404, hier S. 382: „ein bei den Abodriten emporgestiegener Stammesfürst“; Wolfgang H. Fritze: Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat. In: Herbert Ludat (Hrsg.): Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder. W. Schmitz, Gießen 1960, S. 141–219, hier S. 172.
7 Helmold I, 22 und 23.
8 Wolfgang H. Fritze: Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat. In: Herbert Ludat (Hrsg.): Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder. W. Schmit, Gießen 1960, S. 141–219, hier S.179 f. zur Bedeutung der erbrechtlichen Legitimation bei den Abodriten.
9 Helmold I, 49: maior terrae Obodritorum.
10 Helmold I, 71: Kycini et Circipani paulatim rebellare ceperint.
11 Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 9 f. hält zumindest angestammte Herrschaftsansprüche für möglich.
12 Helge Bei der Wieden: Die Anfänge des Hauses Mecklenburg – Wunsch und Wirklichkeit. In: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands. Bd. 53, 2007, S. 1–20, hier S. 8.
13 Erwähnt bei Helmold I, 93: Lubemarum quendam veteranum, fratrem Nicloti.
14 Helmold I, 49: fratruelem Heinrici Pribizlaum et maiorem terrae Obotritorum Niclotum.
15 Walther Lammers: Das Hochmittelalter bis zur Schlacht von Bornhöved (= Geschichte Schleswig-Holsteins. Bd. 4, Tl. 1). Wachholtz, Neumünster 1981, ISBN 3-529-02404-X, S. 242 bezeichnet die Übergehung Pribislaws als „auffällig“.
16 Heinrich und Knud hatten mit Sven Estridsson einen gemeinsamen Großvater.
17 Helmold I, 49: occidens et sternens omnes sibi adversantes.
18 Richard Wagner: Die Wendenzeit (= Mecklenburgische Geschichte in Einzeldarstellungen. Heft 2, ZDB-ID 982989-1). Süsserott, Berlin 1899, S. 141.
19 Helmold I, 49: Sepius et in terram Wagirorum deversans Falderensi hospico usus est. und Veniens quoque Lubeke.
20 Elżbieta Foster, Cornelia Willich: Ortsnamen und Siedlungsentwicklung. Das nördliche Mecklenburg im Früh- und Hochmittelalter (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa. Bd. 31). Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-55-08938-8, S. 25.
21 Helmold I, 52: Pribizlaus atque Niclotus, bipartito scilicet principatu, uno scilicet Wairensium atque Polaborum, altero Obotritorum provinciam gubernante.
22 Manfred Hamann: Mecklenburgische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Landständischen Union von 1523 (= Mitteldeutsche Forschungen. Bd. 51). Auf der Grundlage von Hans Witte neu bearbeitet. Böhlau, Köln u. a. 1968, S. 70; Nils Rühberg: Nikllot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 7; Fred Ruchhöft: Vom slawischen Stammesgebiet zur deutschen Vogtei. Die Entwicklung der Territorien in Ostholstein, Lauenburg, Mecklenburg und Vorpommern im Mittelalter (= Archäologie und Geschichte im Ostseeraum. Bd. 4). Leidorf, Rahden (Westfalen) 2008, ISBN 978-3-89646-464-4, S. 163: Ab 1129; Jan-Christoph Herrmann: Der Wendenkreuzzug von 1147. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2011, ISBN 978-3-631-60926-2, S. 128.
23 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 141.
24 Annalista Saxo 1131: Simili modo super Slauos rebellantes irruit eosque subiugavit.; dazu Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 48.
25 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 113.
26 Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-787-1, S. 73.
27 Helmold I, 56.
28 Karl Jordan: Heinrich der Löwe. Eine Biographie (= dtv 4601 dtv Wissenschaft). 4. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1996, ISBN 3-423-04601-5, S. 18.
29 Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-787-1, S. 63.
30 Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-787-1, S. 64, geht auf der Grundlage onomastischer Untersuchungen davon aus, dass die Siedlungen der Kolonisten und der eingesessenen Slawen nebeneinandr bestanden, ohne dass es zu Vertreibungen gekommen wäre.
31 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 80; Karl Jordan: Heinrich der Löwe. Eine Biographie (= dtv 4601 dtv Wissenschaft). 4. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1996, ISN 3-423-04601-5, S. 31.
32 Helmold I, 57.
33 Helmold I, 62.
34 Helmold I,71 für die Zeit nach 1150.
35 Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 9.
36 Helmold I, 62 berichtet von Verhandlungen durch Gesandte.
37 Diese angeblich gebrauchte Losung war eine vereinfachende Kurzfassung der von Bernhard von Clairvaux gepredigten Kreuzzugsabsichten.
38 Walther Lammers: Das Hochmittelalter bis zur Schlacht von Bornhöved (= Geschichte Schleswig-Holsteins. Bd. 4, Tl. 1). Wachholtz, Neumünster 1981, ISBN 3-529-02404-X, S. 323 sieht auch Niklot in einer innenpolitischen Zwangslage. Ähnlich Nis Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 19, der Niklots politische Spielräume durch Adel und Priesterschaft begrenzt ansieht; auch nach Auffassung von Manfred Hamann: Mecklenburgische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Landständischen Union von 1523 (= Mitteldeutsche Forschungen. Bd. 51). Auf der Grundlage von Hans Witte neu bearbeitet. Böhlau, Köln u. a. 1968, S. 81 ist Niklots Entscheidungsfreiheit durch den entgegenstehenden Willen der abodritischen Großen eingeengt.
39 Helmold I, 63; dazu ausführlich Walther Lammers: Das Hochmittelalter bis zur Schlacht von Bornhöved (= Geschichte Schleswig-Holsteins. Bd. 4, Tl. 1). Wachholtz, Neumünster 1981, ISBN 3-529-02404-X, S. 323 f.
40 Helmold I, 64.
41 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 91.
42 Karl Jordan: Heinrich der Löwe. Eine Biographie (= dtv 4601 dtv Wissenschaft) 4. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1996, ISBN 3-423-04601-5, S. 37 und Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 97-3-88680-787-1, S. 73 gehen von einem Präventivschlag aus. Dagegen jetzt ausführlich Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 90–94.
43 Mikołaj Gładysz: The Forgotten Crusaders: Poland and the Crusader Movement in the Twelfth and Thirteenth Centuries. (The Northern World: North Europe and the Baltic c. 400–1700 A.D., Peoples, Economies and Cultures Bd. 56) Brill, Leiden andoston 2012, ISBN 978-90-04-18551-7, S. 71; Zu diesem Grund für die Teilung des Heeres Helmold I, 65. Anders Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 93 f., der in dem Raubzug nur einen zusätzlichen Rechtfertigungsgrund für Heinrich den Löwen erkennt, während die Teilung des Heeres bereits kurz zuvor auf dem Reichstag in Nürnberg beschlossen worden sei.
44 Helmold I, 62.
45 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 91.
46 Manfred Hamann: Mecklenburgische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Landständischen Union von 1523 (= Mitteldeutsche Forschungen. Bd. 51). Auf der Grundlage von Hans Witte neu bearbeitet. Böhlau, Köln u. a. 1968, S. 74.
47 Roman Zaroff: Perception of Christianity by the Pagan Polabian Slavs. In: Studia mythologica Slavica. Bd. 4, 2001, ISSN 1581-128X, S. 81–96, hier S. 92, Digitalisat (PDF; 145 KB).
48 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 96 zur Führungsrolle Heinrichs trotz seines jugendlichen Alters; Jan-Christoph Herrmann: Der Wendenkreuzzug von 1147. Lang, Frankfurt am Main. a. 2011, ISBN 978-3-631-60926-2, S. 160 bezeichnet ihn als „wichtigste Leitfigur“.
49 Elżbieta Foster, Cornelia Willich: Ortsnamen und Siedlungsentwicklung. Das nördliche Mecklenburg im Früh- und Hochmittelalter (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa. Bd. 31). Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-55-08938-8, S. 26.
50 Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 15.
51 Helmold bezeichnet ihn 1129 als Großen (Kap. 49: maior), 1151 als Fürsten (Kap. 71: princeps) und 1156 als Kleinkönig (Kap.84: regulus), Saxo Grammaticus 1160 als Herzog (Lib. 14, p. 759: dux).
52 Wolfgang H. Fritze: Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat. In: Herbert Ludat (Hrsg.): Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder. W. Schmit, Gießen 1960, S. 141–219, hier S. 178.
53 Helmold I, 62 berichtet u.a. von der Errichtung der Burg Dobin (et cepit edificare castrum Dubin).
54 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 142–150.
55 Jan-Christoph Herrmann: Der Wendenkreuzzug von 1147. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2011, ISBN 978-3-631-60926-2, S. 134.
56 Niklots Anwesenheit in der Burg ist nicht belegbar, wird aber meist angenommen, vgl. etwa Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–2, hier S. 10–12; Richard Wagner: Die Wendenzeit (= Mecklenburgische Geschichte in Einzeldarstellungen. Heft 2). Süsserott, Berlin 1899, S. 151 f.
57 Im Ratzeburger Zehntregister findet sich dazu folgende Notiz: Putrowe tota cum censu et decima vacat episcopo. Hanc liberam cum omni iure dux Heinricus Leo fundator contulit Raceburgensi episcopo, quia, cum primum intraret terram cum exercit, prima nocte quieuit ibi, et hoc primum sacrificium fecit domino et beate Marie.
58 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 71–106, insbes. 99–101 sowie 456; ihm ausdrücklich folgend Elżbieta Foster, Cornelia Willich: Ortsnamen und Siedlungsentwicklung. Das nördlice Mecklenburg im Früh- und Hochmittelalter (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa. Bd. 31). Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-08938-8, S. 26.
59 Zur Dauer der Belagerung Annales Magdeburgenses 1147: Fere tres menses peragrando omnia vastaverunt.
60 Für Adolf II. als sächsischen Verhandlungsführer Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 11.
61 Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-787-1, S. 73, 157 f.
62 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 105 f.
63 Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 12; dazu bereits Richard Wagner: Die Wendenzeit (= Mecklenburgische Geschichten Einzeldarstellungen. Heft 2). Süsserott, Berlin 1899, S. 151f.
64 Friedrich Lotter: Bemerkungen zur Christianisierung der Abodriten. in: Mitteldeutsche Forschungen 74/II, Festschrift für W. Schlesinger, Köln/Wien 1974, S. 395–442, hier S. 433; Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampfgegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 12; Roman Zaroff: Perception of Christianity by the Pagan Polabian Slavs. In: Studia mythologica Slavica. Bd. 4, 2001, ISSN 1581-128X, S. 81–96, hier S. 92; Elżbieta Foster, Cornelia Willich: Ortsnamen und Siedlungsentwicklung. Das nördliche Mecklenburg im Früh- und Hochmittelalter (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa. Bd. 31). Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-08938-8, S. 26 Anmerkung 43; siehe bereits Richard Wagner: Die Wendenzeit (= Mecklenburgische Geschichte in Einzeldarstellungen. Heft 2). Süsserott, Berlin 1899, S. 195 Anmerkung 33. mit einem Hinweis auf die mögliche Erwähnung von Niklots Taufnamen Nikolaus in den Annales Palidenses 1160: principem Niclot, qui et Nicolaus trucidavit.
65 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 158.
66 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 141.
67 Elżbieta Foster, Cornelia Willich: Ortsnamen und Siedlungsentwicklung. Das nördliche Mecklenburg im Früh- und Hochmittelalter (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa. Bd. 31). Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-55-08938-8, S. 26 heben hervor, dass Heinrich der Löwe auf die inneren Verhältnisse der Abodriten bis 1158 kaum Einfluss nahm.
68 Helmold I, 56 berichtet, die Wagrier hätten jährlich 1000 Mark Silber an den Herzog zahlen müssen, das sind etwa 233 kg.
69 Helmold I, 71.
70 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 105.
71 Helmold I, 71: Abiitque comes cum duobus milibus et amplius electorum.; dazu Karl Jordan: Heinrich der Löwe. Eine Biographie (= dtv 4601 dtv Wissenschaft). 4. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1996, ISBN 3-423-04601-5, S. 44: mt großer Mannschaft.
72 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 114; ihm ausdrücklich folgend Elżbieta Foster, Cornelia Willich: Ortsnamen und Siedlungsentwicklung. Das nördliche Mecklenburg im Früh- und Hocmittelalter (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa. Bd. 31). Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-08938-8, S. 26.
73 Helmold I, 84: Sit Deus, qui in celis est, deuus tuus, esto tu deus noster, et sufficit nobis. Excole tu illum, porro nos te excolemus.
74 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 19.
75 Magdalena Naum: Convivencia in a Borderland: The Danish-Slavic Border in the Middle Ages. In: W. Paul van Pelt (Hrsg.): Archaeology and Cultural Mixture (= Archaeological Review from Cambridge. Bd. 28, 1, ISSN 0261-4332). University of Cambrdge – Department of Archaeology, Cambridge 2013, S. 75–94, hier S. 84.
76 Helmold I, 87: slavi de Mikilinburg. Dazu ausführlich Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 235 f.
77 Saxo Lib. 14, Kap. 5 und 15 bemerkt, Seeland und Fünen seien infolge der ständigen Angriffe entvölkert, Dänemark in seinem Bestand bedroht.
78 Nach Saxo Lib. XIV Kap. XXIII.2 verfügte der Dänenkönig 1159 nicht einmal mehr über ein eigenes Schiff: Iam pridem enim regem expeditionum desuetudo navigio spoliaverat.
79 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 170.
80 Oskar Eggert: Die Wendenzüge Waldemars I. und Knuts VI. von Dänemark nach Pommern und Mecklenburg. In: Baltische Studien. NF Bd 29, 1927, ISSN 0067-3099, S. 10–149, hier S. 33, Anm. 3.
81 Rahewin: Gesta Friderici Imperatoris. Lib. III, Kap. XXV: Eodem loco hisdemque diebus nuncii regis Datiae N., nuper electi, principis adeunt presentiam, postulantes, quatinus investituram de regno suo regi mittere ac electionem de ipso factm ratihabitione confirmare dignaretur.
82 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 459.
83 Saxo Grammaticus Lib. XIV Kap. XXV, 12: Nucleti filius, quem, quod Waldemari sororem in matrimonio haberet.
84 Annales Palidenses 1158: Sclaviam cum exercitu intrans, totam terram ferro et igne devastat.
85 Helmold I, 98: Non recogitas, quod pater noster Niclotus cum Lunenburg teneretur in custodia.
86 Helmold II, 98: neque perce neque pecunia.
87 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 173.
88 Die in der Stiftungsurkunde des Bistums Ratzeburg von 1158 aufgeführten Dörfer Lvbemari villam, Maliante und Gressowe, Mecklenburgisches Urkundenbuch. Band 1: 786–1250. Stiller, Schwerin 1863, 65 (S. 58).
89 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 178.
90 Helmold I, 87.
91 Helmold I, 88: igne et gladio.
92 Friedrich Wigger: Berno, der erste Bischof von Schwerin, und Meklenburg zu desen Zeit. In: Jahrbücher des Vereins für Meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. Bd. 28, 1863, S. 3–278, hier S. 114, Anm. 1, online.
93 Helmold I, 52
94 Helmold I, 88: tantus vir, dazu Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 18.
95 Saxo Lib. XIV, Kap. XXV, 12: potentissimi Sclavorum principis Nucleti.
96 Mecklenburgisches Urkundenbuch. Band 1: 786–1250. Stiller, Schwerin 1863, 74: in IIdo anno, postquam perfidam gentem slavos videlicet.
97 Ludwig Weiland (Hrsg.): Sächsische Weltchronik. Eberhards Reimchronik von Gandersheim. Braunschweigische Reimchronik. Chronik des Stiftes S. Simon und Judas zu Goslar. Holsteinische Reimchronik (= Monumenta Germaniae Historica. Scriptores. Dutsche Chroniken und andere Geschichtsbücher des Mittelalters. Bd. 2). Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1877, S. 224: He let oc slan den herren van Weneden Nyclote unde bedwang alle de dar weder ene weren.
98 Nicolai Mareschalci Chronicon der Mecklenburgischen Regenten & c. Reim-Weise. In: Ernst Joachim de Westphalen (Hrsg.): Monumenta inedita rerum Germanicarum praecipue Cimbricarum et Megapolensium. Band 1. Martini, Leipzig 1739, Sp. 561–646, her Sp. 586–594.: König Nicoloth.
99 Zitate aus Richard Wagner: Die Wendenzeit (= Mecklenburgische Geschichte in Einzeldarstellungen. Heft 2). Süsserott, Berlin 1899, S. 140.; Forschungsgeschichtliche Bewertung bei Bernhard Friedmann: Untersuchungen zur Geschichte des abodritishen Fürstentums bis zum Ende des 10. Jahrhunderts (= Osteuropastudien des Landes Hessen. Reihe 1: Giessener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europäischen Ostens. Bd. 137). Duncker & Humblot, Berlin 1986, ISBN 3-428-05886-0, S. 14, Anm. 7 (Zugleich: Frankfurt am Main, Universität, Dissertation, 1980).
100 Manfred Hamann: Mecklenburgische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Landständischen Union von 1523 (= Mitteldeutsche Forschungen. Bd. 51). Auf der Grundlage von Hans Witte neu bearbeitet. Böhlau, Köln u. a. 1968, S. 82; ähnlich noch Karlordan: Heinrich der Löwe. Eine Biographie (= dtv 4601 dtv Wissenschaft). 4. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1996, ISBN 3-423-04601-5, S. 87.
101 David Russa (das ist: David Jacob Assur): Der Obotrit. Ein historischer Roman. F. A. Leo, Leipzig 1833.
102 Manfred Hamann: Mecklenburgische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Landständischen Union von 1523 (= Mitteldeutsche Forschungen. Bd. 51). Auf der Grundlage von Hans Witte neu bearbeitet. Böhlau, Köln u. a. 1968, S. 82.
103 Bernhard Friedmann: Untersuchungen zur Geschichte des abodritischen Fürstentums bis zum Ende des 10. Jahrhunderts (= Osteuropastudien des Landes Hessen. Reihe 1: Giessener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europäischen Osens. Bd. 137). Duncker & Humblot, Berlin 1986, ISBN 3-428-05886-0, S. 13 (Zugleich: Frankfurt am Main, Universität, Dissertation, 1980).
104 Wolfgang H. Fritze: Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat. In: Herbert Ludat (Hrsg.): Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder. W. Schmit, Gießen 1960, S. 141–219.
105 Manfred Hamann: Mecklenburgische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Landständischen Union von 1523 (= Mitteldeutsche Forschungen. Bd. 51). Auf der Grundlage von Hans Witte neu bearbeitet. Böhlau, Köln u. a. 1968, S. 82.
106 Manfred Hamann: Mecklenburgische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Landständischen Union von 1523 (= Mitteldeutsche Forschungen. Bd. 51). Auf der Grundlage von Hans Witte neu bearbeitet. Böhlau, Köln u. a. 1968, S. 83.
107 Nils Rühberg: Obodritische Samtherrscher und sächsische Reichsgewalt von der Mitte des 10. Jahrhunderts bis zur Erhebung des Fürstentums Mecklenburg 1167. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 110, 1995, S. 21–50; Nils Rühberg: Niklot und dr obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20.
108 Nils Rühberg: Niklot und der obodritische Unabhängigkeitskampf gegen das sächsische Herzogtum. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 111, 1996, S. 5–20, hier S. 19.
109 Hans-Otto Gaethke: Herzog Heinrich der Löwe und die Slawen nordöstlich der unteren Elbe. 1999, S. 458; ihm ausdrücklich folgend Elżbieta Foster, Cornelia Willich: Ortsnamen und Siedlungsentwicklung. Das nördliche Mecklenburg im Früh- und Hohmittelalter (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa. Bd. 31). Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-08938-8, S. 26 Anmerkung 41.
110 Zur eingeschränkten Wiederholbarkeit der Deditio Gerd Althoff: Otto III. und Heinrich II. in Konflikten. In: Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Otto III. und Heinrich II. Eine Wende. Sigmaringen 1997, S. 77–94, hier: S. 80. 
Meklenburg (Mecklenburg), Fürst Niklot (I9632)
 
49242 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_I._(Tecklenburg) (Aug 2023)

Nikolaus I. (* um 1300; † um 1368) war der erste Graf von Tecklenburg aus dem Haus Schwerin.

Er war der Sohn des Gunzelin VI. aus der Linie Schwerin-Wittenburg und der Richardis von Tecklenburg.

Nach dem Tod Otto IV. endete 1328 die Linie der Grafen von Tecklenburg aus dem Haus Bentheim-Tecklenburg. Dieser hatte schon 1326 zu Gunsten seines Schwagers Gunzelin von Schwerin auf die Grafschaft Tecklenburg und die zugehörigen Besitzungen verzichtet. Gunzelin starb bereits 1327. Daher trat der Neffe Ottos Nikolaus von Schwerin-Dannenberg das Erbe an. Er begründete damit die Linie Tecklenburg-Schwerin.

Zur Zeit des Erbfalles war er allerdings noch nicht volljährig. Als Vormund regierte bis 1330 der Verwandte Adolf von der Mark. Nach dem Nikolaus selbst die Regierung übernommen hatte, schlug ihm als Fremden Misstrauen gegenüber. Er konnte sich allerdings behaupten. Er bekämpfte den Ritter Hermann von Cappel, der ohne gräfliche Erlaubnis eine Burg erbaut hatte. Außerdem kämpfte er gegen die Friesen und unternahm weitere Kriegs- und Eroberungszüge. Damit machte er sich weitere Feinde.

Mit Bischof Ludwig von Münster, Graf Adolf von der Mark, Bernhard von Ravensberg, Simon und Otto von der Lippe schloss 1333 ein Bündnis gegen die von Korff mit dem Ziel das neue Haus Harkotten zu zerstören und die Anlage weiterer Burgen im Bereich des Gogerichts Warendorf zu verhindern. Er erwarb 1335 das Gogericht Hümmling. Durch König Ludwig IV. wurde ihm und seinen Nachkommen eine Freigrafschaft und königlicher Bann verliehen.

Zwischen 1348 und 1352 wurde auch die Grafschaft Tecklenburg von der Pest schwer betroffen. Er verlor 1350 einige Gebiete an die Bischöfe von Osnabrück. Im Jahre 1354 nahm Nikolaus die Iburg der Bischöfe von Osnabrück ein, gab sie aber nach Geldzahlungen wieder zurück. In dieser Zeit gerieten die Grafschaft Ravensberg und die Herrschaft Rheda unter seinen Einfluss. Im Jahr 1365 fiel die Herrschaft Rheda ganz an Tecklenburg.

Mit Zustimmung seines Sohnes Otto VI. verkaufte Nikolaus im Jahre 1358 seine Rechte an der Grafschaft Schwerin an Herzog Albrecht II. und dessen Sohn Heinrich III. von Mecklenburg. Mit dem Geld konnte er den Landesausbau in Tecklenburg vorantreiben und Befestigungen anlegen. Im Jahr 1360 unternahm Nikolaus Raubzüge im Gebiet des Bischofs von Münster. Er wurde 1364 von Papst Urban V. gebannt. Erst nach seinem Tod wurde er davon wieder gelöst. Im Jahr 1366 verlieh er Bevergern die Stadtrechte. Möglicherweise etwas früher erhielt auch Tecklenburg Stadtrechte. Diese sind aber erst 1388 urkundlich nachweisbar. Mit der Stadtrechtsverleihung versuchte er den Landesausbau voranzutreiben. Sie war aber auch eine Maßnahme gegen den wachsenden Einfluss der Ritterschaft, die um 1355 das Recht der Steuerbewilligung beanspruchten. 
von Tecklenburg-Schwerin, Nikolaus I. (I42106)
 
49243 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_I._(Troppau)

Nikolaus I. von Troppau - tschechisch: Mikuláš I. Opavský; (* um 1255; † 26. Juli 1318 in Brünn) war ein Sohn des böhmischen Königs Ottokar II. Přemysl und Begründer des Herzogtums Troppau. Er entstammte dem Troppauer Zweigs der böhmischen Přemysliden. Als Halbbruder des böhmischen Königs Wenzel II. bekleidete er zeitweise das Amt des Hauptmanns von Krakau und Sandomir. 1300–1303 war er dessen Statthalter in Großpolen.

Leben
Nikolaus entstammte einer außerehelichen Beziehung seines Vaters Ottokar II. mit Anna von Kuenring. Auf Ottokars Bitte hin legitimierte Papst Urban IV. Nikolaus als Ottokars Sohn, jedoch ohne das Recht auf die böhmische Thronfolge. Nikolaus wuchs am Prager Königshof auf und unterstützte die Politik seines Vaters, den er auf dessen Zügen begleitete. Im November 1269 wurde ihm die bis dahin mährische Provinz Troppau zugewiesen, wodurch das Bistum Olmütz einen bedeutenden Gebietsverlust hinnehmen musste. Nachfolgend titulierte Nikolaus I. als „Herr von Troppau“. 1278 nahm Nikolaus an der Seite seines Vaters an der Schlacht auf dem Marchfeld teil. In der Schlacht, bei der der Vater getötet worden war, geriet Nikolaus in ungarische Gefangenschaft, aus der er erst 1280 entlassen wurde. Obwohl er vom Römisch-deutschen König Rudolf I. wieder in sein alten Rechte auf das Troppauer Gebiet eingesetzt wurde und er seine Herrschaft konsolidieren konnte, kam es zu kriegerischen Machtkämpfen mit seiner Stiefmutter Kunigunde von Halitsch. Sie hatte ein heimliches Liebesverhältnis mit dem mächtigen Witigonen Zawisch von Falkenstein und lebte mit diesem zeitweise auf der Troppauer Herzogsburg Grätz, wo sie ihn bald ehelichtte. Da sich Zawisch die Führung der Regierungsgeschäfte anmaßte, wurde er u. a. von Nikolaus und dem Prager Bischof Tobias von Bechin bekämpft. Obwohl Kunigunde bereits 1285 starb, wurden die Machtkämpfe bis 1288 fortgesetzt, als König Wenzel II. Zawisch von Falkenstein gefangen nehmen ließ.
In einem Konflikt mit dem Breslauer Bischof Thomas II. verwüstete Nikolaus 1281 von der Burg Edelstein aus das Neisser Bistumsland. Der Konflikt wurde mit einem Vertrag beigelegt, den Heinrich IV. von Breslau beurkundete. Als Entschädigung erhielt der Bischof pfandweise Zuckmantel sowie die Burg Edelstein.
Anfang 1285 wurde für drei Jahre ein Friedensvertrag zwischen Nikolaus und den böhmischen Baronen, die die Regierung für den minderjährigen Halbbruder von Nikolaus und böhmischen Thronfolger Wenzel II. führten, geschlossen. Anschließend übernahm Nikolaus das Amt eines Hofmarschalls. Am 10. Januar 1289 nahm er in Prag zusammen mit Heinrich IV. von Breslau und Bolko I. von Schweidnitz an der freiwilligen Huldigung Kasimirs II. († 1312) von Beuthen teil, bei der auch dessen Söhne und Barone anwesend waren. Mit der Huldigung übertrug Kasimir die Oberhoheit über das Herzogtum Beuthen an Böhmen.
Nachdem durch einen Erbvertrag Wenzel II. 1290 das Fürstentum Krakau seines kinderlos verstorbenen Cousins Heinrich IV. Probus erhalten hatte, gehörte Nikolaus von Troppau zu den Zeugen, die am 13. Oktober 1292 in Sieradz beurkundeten, dass sicch Herzog Władysław I. Ellenlang dem böhmischen Lehnsherrn Wenzel II. unterworfen habe. Zu den Mitunterzeichnern der Urkunde gehörten u. a. die Bischöfe von Gnesen, Prag und Olmütz sowie die Herzöge Boleslaus von Masowien, Kasimir II. von Beuthen und Bolko I. von Oppeln. Anfang 1295 wurde Nikolaus von Troppau von König Wenzel II. zum Hauptmann von Krakau und Sandomir ernannt. 1297 gelang es ihm, erneut die Ansprüche von Herzog Władysław abzuweisen. Mit einer Urkunde, die am 18. November 1297 in Sieradz unterzeichnet wurde, bestätigte Władysław, dass die Ansprüche Wenzels auf beide Herzogtümer berechtigt seien. Nachdem Wenzel im Jahre 1300 zum polnischen König gekrönt worden war, ernannte er Nikolaus von Troppau zum Statthalter („capitanus regni Poloniae“) für Großpolen. An der von Wenzel veranlassten Münzreform war Nikolaus maßgeblich beteiligt. Wegen anhaltender Beschwerden verlor er das Amt des Statthalters jedoch 1303.
Nach der Ermordung des letzten přemyslidischen Königs Wenzel III. 1306 blieb Nikolaus weiterhin im Besitz seines Troppauer Gebiets. 1308 wurde es jedoch vom böhmischen König Heinrich von Kärnten an dessen Stiefschwager Boleslaw III. von Liegnitz verpfändet. Boleslaw war mit Margarethe, einer Tochter des Königs Wenzels II. verheiratet, von dem er die versprochene Mitgift nicht erhalten hatte. Deshalb wurde er auf diese Weise entschädigt. 1311 erkannte Heinrichs Nachfolger Johann von LuLuxemburg die Pfandschaft an, verlangte jedoch nach Bezahlung der Pfandsumme die Rückgabe an Böhmen. Deshalb fiel Troppau 1313 als erledigtes Lehen an die Krone Böhmen heim. Kurz vor Nikolaus I. Tod 1318 belehnte König Johann dessen gleichnamigen Sohn Nikolaus II. mit dem Troppauer Gebiet, das er gleichzeitig zu einem Herzogtum erhob.
Bereits 1291 hatte Nikolaus I. das Dominikanerkloster in Troppau gegründet. Er starb 1318 in Brünn, wo er in der St.-Jakobs-Kirche beigesetzt wurde.

Ehe
Nikolaus vermählte sich im Januar 1285 in Eger mit Adelheid von Habsburg, einer Nichte des Königs Rudolf I.


Literatur
• Ludwig Petry u. a.: Geschichte Schlesiens. Bd. 1, Sigmaringen 1988, ISBN 3-7995-6341-5, S. 126, 128f., 133, 138, 140, 143, 146.
• Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Beck, München 1997, ISBN 3-406-41694-2, S. 88, 104–108
• Joachim Bahlcke u. a.: Handbuch der historischen Stätten Böhmen und Mähren, Kröner-Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-32901-8, S. 168, 510, 628.
• Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Schlesien. Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, Stammtafeln auf S. 600/601.
• Rudolf Žáček: Dějiny Slezska v datech. Praha 2004, ISBN 80-7277-172-8, S. 437.
Weblinks
• Genealogie 
von Troppau, Herzog Nikolaus I. (I8111)
 
49244 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_I._(Werle) (Jun 2021)

Nikolaus I., Herr zu Werle (* um 1210; † 14. Mai 1277); war von 1229 bis 1234 Herr zu Rostock und von 1234 bis 1277 Herr zu Werle.

Nach der Landesteilung in Mecklenburg wurde ihm der Teil Mecklenburg-Werle zugesprochen. Nikolaus übernahm für seinen Bruder Heinrich Borwin III. bis zu dessen Volljährigkeit die Verwaltung des Landes Rostock. Er führte zusammen mit Barnim I. Krieg gegen die Markgrafschaft Brandenburg und verlor Perleberg, Wesenberg und Penzlin. Konnte aber nach dem Tod seines Bruders Pribislaw I. Parchim, Plau und Goldberg für sich sichern. Er schlichtete noch 1275 einen Bruderkrieg seiner Söhne, welche nach seinem Tod das Land aufteilten.

Er übte starken Einfluss bei den Stadtgründungen in seinem Gebiet aus, die er als Mittel zur Kolonisation sah.  
von Werle (von Mecklenburg), Nikolaus I. (I7895)
 
49245 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_II._(Werle) (Jun 2021)

Nikolaus II., Herr zu Werle (* vor 1275; † 18. Februar 1316 im heute wüsten Pustow oder Pustekow in der Nähe des Güstrower Ortsteils Klueß) war von 1283 bis 1316 Herr zu Werle-Parchim, ab 1292 Herr zu Werle.

Im Jahr 1291 wurde Nikolaus’ Onkel Heinrich I. von seinen eigenen Söhnen bei der Jagd erschlagen, da sie nach der Wiederheirat des Vaters ihr Erbe bedroht sahen. Nach einem längeren Krieg gelang es Nikolaus, die Söhne, die ein Bündnis mit Heinrich II. von Mecklenburg und Albrecht III. von Brandenburg eingegangen waren, zu entmachten. Dadurch konnte er um 1292 die Linien Werle-Parchim und Werle-Güstrow wieder miteinander vereinen. Nach seinem Tod spaltete sich das Fürstentum wieder in zwei Linien auf. Während sein Sohn Johann III. von Werle-Goldberg das Fürstentum Werle-Goldberg bekam, erhielt sein Bruder Johann II. das Fürstentum Werle-Güstrow.

1311 reiste Nikolaus nach Montpellier in Südfrankreich, wo er sich an der berühmten Medizinischen Hochschule Heilung vom Aussatz (alte Bezeichnung für Lepra) erhoffte. Der Verlauf der Krankheit wurde aber lediglich verlangsamt, daher legte er die Regierungsgeschäfte nieder und lebte zurückgezogen auf Pustow. 
zu Werle, Herr Nikolaus II. (I26964)
 
49246 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_III._(Werle) (Aug 2023)

Nikolaus III., Herr zu Werle[-Güstrow], genannt Staveleke (* nach 1311 und vor 1333 oder 1337; † zw. 10. August 1360 und 1. August 1361) war von 1337 bis 1360 Herr zu Werle-Güstrow.

Er war der älteste Sohn von Johann II. von Werle[-Güstrow] und Mechthild.

Nach dem Tod des Vaters 1337 regierte er erst allein und ab 1339 bis 1347 zusammen mit seinem Bruder Bernhard. Nach 1347 übernahm sein Bruder die Herrschaft Werle-Waren und er behielt den Teil Werle-Güstrow. Am 10. August 1360 wird er letztmals urkundlich erwähnt und ist wahrscheinlich kurze Zeit darauf gestorben. 
von Werle-Güstrow, Herr Nikolaus III. (I42127)
 
49247 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_IV._(Werle) (Jun 2021)

Nikolaus IV., Herr zu Werle [-Goldberg], genannt Poogenoge (* vor 1331; † zwischen 14. März und 13. November 1354) war von 1350 bis 1354 Herr zu Werle-Goldberg.

Er war der Sohn von Johann III. und Mechthild von Pommern (* vor 1319; † 1331). Seinen Beinamen soll er von der Form und dem Ausdruck seiner Augen erhalten haben.

Er regierte anfangs gemeinsam mit seinem Vater Johann und ab 1350 alleine die Herrschaft Werle-Goldberg. Er schloss noch am 14. März 1354 einen Landfrieden ab, wird aber am 13. November des gleichen Jahres nicht mehr erwähnt. 
zu Werle-Goldberg, Nikolaus IV. (I26960)
 
49248 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Nuno_Álvares_Pereira (Sep 2017)

Nuno Álvares Pereira (auch bekannt als Heiliger Nuno de Santa Maria) (* 24. Juni 1360 in Cernache do Bonjardim, Portugal; † 1. November 1431 in Lissabon) war ein portugiesischer Heerführer. Als Sohn des Priors Álvaro Gonçalves Pereira und dessen Frau Iria Gonçalves do Carvalhal entstammte er einer Adelsfamilie und schlug eine militärische Laufbahn ein. Mit 17 Jahren heiratete er, mit 23 wurde er portugiesischer Heerführer. 1423 trat er dem Karmelitenorden bei. Im Jahr 2009 wurde er von der katholischen Kirche heiliggesprochen.

Geschichte
Nach der Revolution von 1383 befand sich Portugal in einer schwierigen Auseinandersetzung mit dem benachbarten Königreich von Kastilien. In Portugal war mit König Ferdinand I. der letzte Herrscher aus der Dynastie der Burgunder ohne männlichen EErben verstorben. Über Ferdinands Tochter, die mit König Johann I. von Kastilien verheiratet war, hätte Portugal eigentlich als Erbschaft an die kastilische Krone fallen sollen. Dagegen revoltierte die portugiesische Bevölkerung. Johann von Avis, ein nichtehelicher Halbbruder Ferdinands, setzte sich an die Spitze des Aufstandes. Als Kastilien mit einer großen Streitmacht nach Portugal einfällt, erklärt ihn die Cortes, das portugiesische Adelsparlament, zum „Verteidiger des Vaterlandes“s“. Nuno Álvares Pereira stand als Heerführer loyal auf der Seite Johanns von Avis. Er wird als ebenso fromm wie als begnadeter Stratege und Taktiker beschrieben. 1385 kam es zur Entscheidung, als die kastilischen und portugiesischen Heere in der Schlacht von Aljubarrota aufeinander trafen. Dabei waren die Kastilier den Portugiesen zahlenmäßig überlegen und besser bewaffnet. Trotzdem gelang es den Portugiesen, einen überwältigenden Sieg zu erringen, was besonders dem strategischen Genie des Nuno Álvares Pereira zugeschrieben wird.

Mit diesem Sieg waren die kastilischen Ansprüche auf Portugal dauerhaft abgewehrt. Johann von Avis wurde von den Cortes zum König ausgerufen, als Johann I. von Portugal und begründete so die zweite portugiesische Dynastie, das Haus Avis. Nuno Álvares Pereira wurde zum Nationalhelden, der dankbare König überhäufte ihn mit Ehren und materiellem Besitz. Über die Hochzeit von Nunos Erbtochter Beatriz mit Alfons von Braganza, unehelicher Sohn von Johann I., fiel dieser Besitz später zum großen Teil an die Familie Braganza und bildete die Basis für den Aufstieg der Familie zur bedeutendsten Adelsfamilie Portugals. Somit kann er als der Begründer des Hauses Braganza gelten, das im Jahre 1640 den portugiesischen Thron bestieg.

Einem Gelübde folgend gründete Nuno Álvares Pereira das Karmelitenkloster Convento do Carmo (Lissabon), dessen Ruine heute eine Sehenswürdigkeit der portugiesischen Hauptstadt ist. Erst im Alter von 62 Jahren, nach dem Tod seiner Frau, trat er in das von ihm gestiftete Kloster ein, wo er auf eigenen Wunsch die niedrigsten Dienste verrichtete und sich selbst fortan Nuno de Santa Maria nannte.
Im Zentrum seiner Spiritualität stand eine besonders innige Verehrung der Jungfrau und Gottesmutter Maria. Als Nuno Álvares Pereira 1431 im Rufe der Heiligkeit starb, nahm der gesamte königliche Hof an seiner Beisetzungsfeier teil. Bestattet wurde er in dem von ihm gestifteten Kloster. Bald nach seinem Tod setzte ein reger Pilgerstrom zu seinem Grab ein, wo die Menschen seine Fürsprache in ihren Nöten anriefen. Es entstanden zahlreiche Lieder, die die Tugenden des „Santo Condestável“ (Heiliger Marschall) priesen.
Wegen seiner großen Frömmigkeit wurde Nuno Álvares Pereira 1918 von der katholischen Kirche seliggesprochen. Am 26. April 2009 wurde Nuno Álvares Pereira durch Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. In Portugal wird sein Gedenktag am 6. November begangen.[1]

Nachwirkung
In Portugals Nationalepos, Die Lusiaden, nennt Luís de Camões Nuno Álvares Pereira allein 14 Mal als den Heiligen Nuno.
Der deutsche Schriftsteller Reinhold Schneider hat Nuno Álvares Pereira in seinem Roman Die silberne Ampel (Köln-Olten 1956) ein literarisches Denkmal gesetzt.
Die älteste Missionsschule im heutigen Osttimor ist das Colégio Nuno Álvares Pereira in Soibada.[2]
Siehe auch: Geschichte Portugals, Zeittafel Portugal und Portugal unter dem Hause Avis 
Pereira, Nuno Álvares (I9022)
 
49249 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Obersulmetingen

Obersulmetingen

Obersulmetingen ist ein Dorf, das seit 1975 zur Stadt Laupheim gehört. Es liegt an der Riß, einem Nebenfluss der Donau.

Geschichte
Die Herren von Sulmetingen waren ein edelfreies Geschlecht und Vorahnen der Herren von Neuffen.[1]

Am 1. Januar 1975 wurde Obersulmetingen in die Stadt Laupheim als letzter der heutigen Laupheimer Teilorte eingegliedert.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das Dorfbild wird vom Schloss Obersulmetingen dominiert.

Durch den Ort führt der Oberschwäbische Jakobsweg von Ulm nach Konstanz.

 
von Sulmetingen (von Neuffen), Mangold (I10864)
 
49250 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Obizzo_II._d’Este (Aug 2023)

Obizzo war ein illegitimer Sohn Rinaldos I. d’Este, des einzigen Sohns des Markgrafen Azzo VII., und einer neapolitanischen Wäscherin. Seine Mutter musste zusammen mit ihm kurz nach seiner Geburt Ferrara verlassen und nach Ravenna gehen.

1251 änderte sich für Obizzo die Situation, als Rinaldo, ein Gegner Kaiser Friedrichs II. seit 1238, zusammen mit seiner Frau Adelaide da Romano vergiftet wurde. Da nun Obizzo der einzige Nachkomme Azzos war, setzte sich der Großvater für seine Anerkennung ein. Papst Innozenz IV. legitimierte ihn 1252, kurz nachdem seine Mutter ertränkt worden war. 1263 heiratete er Giacomina († Dezember 1287). Sie war eine Tochter des Niccolò Fieschi di Lavagna und Nichte des Papstes. Nach 1263 brachte sie als ersten Sohn den späteren Azzo VIII. zur Welt († 31. Januar 1308), weitere vier Kinder folgten. Ihre Tochter Beatrice heiratete in zweiter Ehe am 24. Juni 1300 Galeazzo I. Visconti, den Signore von Mailand. Die zweite Tochter Maddalena wurde erst mit Aldobrandino Turchi aus Ferrara verheiratet, dann mit Raniero di Canossa. Der zweite Sohn Francesco starb 1312 im Krieg, der einzige überlebende Sohn war Aldobrandino II. († 1326).

Am 7. Februar 1264 wurde Obizzo als Guelfe zum Signore von Ferrara ernannt, und trat unter der Akklamation des „Volkes“ die Herrschaft an. Mit ihm endete die kommunale Ära in der Stadt. Er hatte die Stadt dem Ghibellinen Salinguerra entrissen, wechselte jedoch, je nach Bedarf, die Seite. Die Este bauten in den nächsten drei Jahrhunderten Ferrara zu einer der führenden Wirtschaftsmächte und zum Kultur- und Kunstzentrum aus. 1288 wurde er auch als Signore in die ghibellinische Stadt Modena und im folgenden Jahr auch in Reggio berufen. Auch zwei Anschläge in den Jahren 1273 und 1288 konnten ihn nicht aufhalten.

Der seit 1287 verwitwete Obizzo heiratete 1289 Costanza († 1306), eine Tochter des Alberto I. della Scala, des Signore von Verona. Allerdings blieb diese Ehe kinderlos. Bei einem Turnier verlor er ein Auge. Vielleicht wurde er von seinem Sohn Azzo VIII. getötet, ohne dass ein Nachfolger bestimmt worden war.

Nachfolge und Erbteilung
Seine Brüder Aldobrandino und Francesco kämpften um die Nachfolge, einigten sich aber schließlich darauf, Azzo die Herrschaft über Ferrara, Aldobrandino über Modena und Francesco über Reggio zu überlassen. Dabei beriefen sie sich auf langobardisches Recht, das die Erbteilung vorsah. 
d'Este, Markgraf Obizzo II. (I42197)
 

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