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49401 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_de_Clare,_5._Earl_of_Hertford

Richard de Clare, 5. Earl of Hertford und 2. Earl of Gloucester (* 4. August 1222; † 15. Juli 1262 in Waltham) war ein englischer Magnat.

Herkunft und Jugend
Richard de Clare entstammte der anglonormannischen Familie Clare. Er war der älteste Sohn von Gilbert de Clare, 4. Earl of Hertford und 1. Earl of Gloucester und von Isabel Marshal. Richard war erst acht Jahre alt, als sein Vater am 25. Oktobeer 1230 starb. Am 1. November übertrug König Heinrich III. gegen eine Gebühr in Höhe von 7000 Mark die Verwaltung der Besitzungen der Familie Clare sowie die Vormundschaft und das Recht, den jungen Erben zu verheiraten, an seinen Justiciar Hubert de Burgh. Richards Mutter heiratete sechs Monate nach dem Tod ihres Mannes Richard von Cornwall, den Bruder des Königs. Richard wuchs im Haushalt von de Burgh auf, bis dieser im Sommer 1232 gestürzt und geächtet wurde. Zum neuen Vormund für deen jungen Richard ernannte der König de Burghs Rivalen Bischof Peter des Roches von Winchester, die Verwaltung der Besitzungen der Familie Clare übertrug er an Peter de Rivallis, einem Neffen des Bischofs. Dem König und wahrscheinlich auch Huberrt de Burgh war nicht bekannt, dass zu diesem Zeitpunkt der junge Richard bereits verheiratet war.[1] In den Wirren des Sturzes von de Burgh hatte dessen Frau Margarete von Schottland in Bury St. Edmunds Zuflucht gesucht und dort den zehnjährigen Richard mit ihrer etwa gleichaltrigen Tochter Megotta verheiratet, wahrscheinlich, um die Zukunft ihrer Tochter zu sichern. Das junge Paar wuchs jedoch weiter getrennt auf, denn Megotta lebte wahrscheinlich im Haushalt ihrer Mutter, während Richard im Haushalt von Peter des Roches blieb, bis auch dieser im Sommer 1234 die Gunst des Königs verlor und gestürzt wurde. Richard de Clare wurde von nun an im Haushalt des Königs erzogen. 1236 wurde gerüchteweise bekannt, dass Richard de Clare bereits verheiratet war. Der König erklärte die Heirat für nichtig, da sie ohne seine Genehmigung erfolgt war, und begann Verhandlungen über eine erneute Heirat des jungen Erben. Richards Braut Megotta starb im November 1237. Im Herbst 1237 haatte John de Lacy, 1. Earl of Lincoln, dem König 5000 Mark für die Heirat von Richard mit seiner Tochter Maud geboten. Der König wollte den reichen Erben jedoch mit einer seiner Verwandten aus dem Poitou verheiraten und bot seinem Stiefvater Graf Hugo X. von Lusignan an, ihn mit einer seiner Töchter zu verheiraten. Durch Vermittlung von Richard von Cornwall, dem Stiefvater des jungen Richard de Clare, erhielt der Earl of Lincoln das Recht, gegen eine Gebühr von 3000 Mark Richard de Clare mit einer seiner Töchter zu verheiraten, falls Lusignan das Angebot ablehnen würde. Lusignan lehnte ab, und am 25. Januar 1238 heiratete Richard de Clare Maud de Lacy.

Kämpfe in Wales
Schon bevor er im August 1243 gegen eine Gebühr von 1200 Mark für volljährig erklärt wurde, übernahm er 1240 oder 1241 inoffiziell von seinem Onkel Gilbert Marshal die Herrschaft über Glamorgan. Hier setzte er den Kampf seines Vaters gegen die wwalisischen Lords fort, die zwar offiziell unter der Oberherrschaft der Lords of Glamorgan standen, doch tatsächlich weitgehend autonom über das Bergland von Glamorgan herrschten und im Bunde mit den walisischen Fürsten von Gwynedd die englische Herrschaft gefährdeten. 1242 kam es zu einem Konflikt zwischen Gilbert de Turberville von Coity Castle, einem anglonormannischen Lehnsmann von Richard, und den walisischen Lords Hywel ap Maredudd von Meisgyn und Rhys ap Gruffydd von Senghenydd. Gilbert vermittelte Ende Juli 1242 bei einem Treffen in Cardiff Castle einen Waffenstillstand. Dieser wurde kurz darauf von dem anglonormannischen Lord Richard Siward gebrochen, der den Süden von Meisgyn angriff. Im November 1242 sollte sich Richard Siward vor Gericht verantworten, weigerte sich jedoch, den Waffenstillstand zu halten. Daraufhin griff Hywel ap Maredudd Kenfig Castle und andere englische Besitzungen an, wobei er nun von Richard Siward unterstützt wurde. Im Gegenzug besetzte Richard de Clare nun Hywel ap Maredudds Herrschaften Meisgyn und Glynrhondda. Hywel ap Maredudd musste schließlich vor 1246 ins Exil nach Gwynedd flüchten. Vor Gericht konnte Richard de Clare 1245 erreichen, dass Richard Siward als Friedensbrecher verurteilt wurde, und dass seine Besitzungen an ihn fielen. Zur Sicherung seiner Eroberung von Meisgyn begann er mit dem Bau von Llantrisant Castle.[2] 1245 nahm Richard an dem Feldzug des Königs gegen Fürst Dafydd ap Gruffydd teil, durch den die Vormachtstellung der Fürsten von Gwynedd zerschlagen wurde. Bei diesem Feldzug wurde er im Juni 1245 zum Ritter geschlagen.
Reisen zu Turnieren, als Wallfahrer und als Gesandter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Als Earl of Hertford und Gloucester wurde Richard de Clare rasch zu einem der führenden Magnaten des Reiches. Er stand im höfischen Geist seiner Zeit und war als erfolgreicher Turnierkämpfer und Förderer höfischer Kultur bekannt. Nachdem er erfoolgreich seine Oberherrschaft in Glamorgan durchgesetzt hatte, unternahm er zahlreiche und weite Reisen. Zusammen mit seinem Bruder William und William de Valence, 1. Earl of Pembroke, dem Halbbruder des Königs, nahm er in Frankreich an Turniereen teil. 1248 und 1249 besuchte er das Kloster Pontigny in Frankreich, wo der 1246 heiliggesprochene Erzbischof Edmund Rich von Canterbury begraben worden war, und 1250 Santiago de Compostela. Daneben war er häufig als Gesandter für den König und für dessen Bruder Richard von Cornwell unterwegs. 1254 begleitete er Königin Eleanore auf ihrer Reise nach Frankreich, wo sie im Juni in Bordeaux ihren bereits im August 1253 aufgebrochenen Gatten König Heinrich  III. traf. Richard de Clare begleitete das Königspaar auf ihrer weiteren Reise durch den Kontinent und nahm im Oktober 1254 in Burgos an der Hochzeit des Thronfolgers Eduard mit der Prinzessin Eleonore von Kastilien teil.
Bevor er 1250 nach Santiago gereist war, hatte er Richard von Cornwall bei einer Reise zu Papst Innozenz IV. nach Lyon begleitet. Er reiste zweimal nach Deutschland, wo in schwierigen Verhandlungen Richard von Cornwall in der Doppelwahl von 1256/57 schließlich zum deutschen König gewählt wurde. Bei den Verhandlungen spielte er allerdings nur eine formale Rolle.[3] In Verhandlungen mit Graf Hugo XI. von Lusignan vereinbarte er 1252 oder 1253, dass sein ältester Sohn Gilbert Lusignans Tochter Alice heiratete.

Erweiterung seiner Besitzungen
Nachdem sein Onkel Anselm Marshal Ende 1245 kinderlos gestorben war, konnte er durch seine 1240 verstorbene Mutter einen Erbanspruch auf einen Teil des Marshal-Besitzes geltend machen. Anselms Vater William Marshal hatte Ende des 12. Jahrhunderts durch seine Heirat mit Isabel de Clare, der Erbin von Richard de Clare, 2. Earl of Pembroke, die Besitzungen einer Nebenlinie der Clares erworben. Nun konnte Richard de Clare einen Teil davon zurückgewinnen. Bei der Teilung des Marshal-Erbes erhielt er im Juli 1246 Usk in Südostwales sowie Castle Walwyn in Pembrokeshire sowie im Frühjahr 1247 Kilkenny, einen Teil von Leinster in Irland. Damit besaß er mit Glamorgan, Usk und Wentloog ein kompaktes Territorium in Südostwales. 1254 beananspruchte er bei König Heinrich III. vergeblich den Besitz von Bristol, das bis 1213 zur Honour of Gloucester gehört hatte, dann aber von König Johann in Besitz genommen worden war. 1257 kam es zu neuen walisischen Angriffen auf Glamorgan. Fürst Llywelyn ap Gruffydd zerstörte Llangynwyd Castle in Glynrhondda, worauf der König Richard de Clare zum Kommandanten der englischen Truppen in Glamorgan und Pembrokeshire ernannte. Die Hauptkämpfe fanden jedoch im Tal des Tywi statt, wo eine englische Armee in der Schlacht von Cymerau eine vernichtende Niederlage erlitt. Der neue Lord von Senghenydd, Gruffydd ap Rhys, verbündete sich mit Llywelyn ab Gruffydd und bedrohte somit Glamorgan.

Rolle in der Adelsopposition gegen den König
Richard de Clare kam jedoch nicht mehr dazu, sich gegen diese Bedrohung zu stellen. 1258 gehörte er mit Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester, zum Kern einer Adelsopposition gegen König Heinrich III., womit er anders als sein Vater und sein Großvater politische Initiative ergriff.[4] Trotz gelegentlicher Differenzen war er bislang gut mit dem König und dessen französischen Verwandten, den Poitevins ausgekommen. Seinen Erben hatte er mit einer Tochter eines Adligen aus dem Poitou verhrheiratet. Die Behauptung von Matthew Paris, dass William de Valence, ein Halbbruder des Königs, im Juli 1258 durch Walter de Scotenay, den Seneschall von Richard de Clare, ihn und seinen Bruder William vergiften wollte, ist höchst wahrscheinlich falsch.[5]
Nachdem Clare zunächst in der Adelsopposition gegen König Heinrich III. führend war und nach den Provisions of Oxford dem 15-köpfigen Staatsrat angehörte, der die Regierung übernommen hatte, wechselte er schließlich wieder auf die Seite des Köninigs über. Im November 1259 reiste er mit dem König nach Frankreich, wo dieser den Vertrag von Paris mit dem französischen König schloss. Er kehrte im Frühjahr 1260 vor dem König nach England zurück und bereitete die Wiedererlangung der Macht des Königs vor. Zu diesem Seitenwechsel wurde er vermutlich durch die Angriffe von Llywelyn ap Gruffydd, der die Lage in England ausnutzte und seine Macht in den Welsh Marches ausbaute, bewogen. Dazu entwickelte Richard de Clare eine Abneigung geggen Simon de Montfort, dem Führer der Adelsopposition. Montfort setzte sich im Gegensatz zu Richard de Clare kompromisslos für seine Ziele ein und schien den König endgültig von der Macht verdrängen zu wollen, und letztlich fühlte sich Richard dde Clare durch die Verwaltungs- und Justizreform, die Montfort mit den Provisions of Westminster auf lokaler Ebene begonnen hatte, in seiner Macht bedroht.[6] Nachdem der König jedoch im Frühjahr 1261 seine Macht vollständig zurückerlangen suchte und auch seine exilierten Verwandten zurückrief, söhnten sich Montfort und Clare wieder aus. Zusammen mit anderen Magnaten begann er, ein Heer aufzustellen. Der König zeigte sich jedoch nicht kompromissbereit, und angesichts seiner militärischen Überlegenheit unterwarfen sich die Barone dem König. König Heinrich III. erklärte im Mai 1262 die Provisions of Oxford für ungültig und segelte im Juli 1262 nach Frankreich, um den ebenfalls nach Frankreich gegangenen Simon de Montfort beim französischen König Ludwig zu verklagen. Am Tag nach der Abreise des Königs starb Richard de Clare nach mehrmonatiger Krankheit. Er wurde in Tewkesbury Abbey begraben.

Nachwirkung
1248 hatte er das Priorat von Clare gestiftet, das die erste Niederlassung der Augustinereremiten in England war.[7]
Obwohl er zu Beginn der Adelsopposition dank seiner Stellung führend war, zeigen seine Seitenwechsel im weiteren Verlauf des Konflikts, dass er weniger den Idealen einer gesetzlich legitimierten Regierung von Simon de Montfort nachhing, sondern vor allem seine eigene Macht und seine eigenen Vorteile suchte.[8] Sein Sohn und Erbe Gilbert de Clare spielte während des folgenden Zweiten Kriegs der Barone eine entscheidende Rolle. 
de Clare, Graf Richard (I9690)
 
49402 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_FitzAlan,_8._Earl_of_Arundel (Aug 2023)

Richard FitzAlan, 8. Earl of Arundel, nach anderer Zählung auch 1. Earl of Arundel, (vermutlich * 3. Februar 1267; † 9. März 1302) war ein englischer Magnat und Militär.

Herkunft und Jugend
Seine Eltern waren John Fitzalan aus dem Adelsgeschlecht FitzAlan und Isabella Mortimer, eine Tochter von Roger Mortimer, 1. Baron Mortimer. Sein Vater starb, als er fünf Jahre alt war. Richard erbte von ihm die Herrschaften Clun und Oswestry in den Welsh Marches sowie die Herrschaft Arundel mit Arundel Castle in Sussex. Sein Großvater John FitzAlan hatte Arundel von seiner Mutter Isabel d’Aubigny, einer Tochter von William d’Aubigny, 3. Earl of Arundel geerbt, dazu hatte er nach dem Tod ihres Bruders Hugh d’Aubigny, 5. Earl of Arundel 1243 de iure auch den Titel Earl of Arundel geerbt, doch weder er noch Richards Vater hatten den Titel geführt. Während Richards Minderjährigkeit verwaltete seine Großmutter Maud de Verdon und ihr zweiter Ehemann Richard d’Amundeville sein Erbe, die es jedoch schlecht führten und verschuldeten. Richard selbst wuchs als Mündel seines Großvaters Roger Mortimer auf. Vor 1285 heiratete er Adelasia (Alice) († 25. September 1292), eine Tochter von Markgraf Thomas I. von Saluzzo und von Luisa di Ceva. Die Heirat wurde vermutlich während eines längeren Aufenthalts in Italien vermittelt.

Leben
1287 wurde er volljährig und erhielt am 8. Dezember sein Erbe. Während der Rebellion des walisischen Lords Rhys ap Maredudd im selben Jahr wurde FitzAlan aufgefordert, sich zum Schutz seiner Besitzungen in Shropshire aufzuhalten, bis die Rebellion niedergeschlagen worden sei. 1291 wurde er erstmals in das Parlament berufen und führte ab diesem Zeitpunkt als erster Angehöriger der Familie FitzAlan den Titel Earl of Arundel.[1] Die genaue Verleihung seines Titels ist nicht bekannt, zumal auch John de Warenne seit 1282 den Titel Earl of Sussex führte. Gegen Gilbert de Leofard, Bischof von Chichester, verlor er einen Rechtsstreit über sein Jagdrecht im Wald von Houghton. Danach schloss er sich den königlichen Truppen an, die den walisischen Aufstand von 1294 bis 1295 niederschlagen sollten. Er war Kommandant einer Truppe, die das belagerte Castell y Bere entsetzen sollte,[2] doch der Versuch scheiterte wahrscheinlich. 1295 gehörte er zu den Führern einer Adelsopposition, die die Forderung von König Eduard I. nach bezahltem Militärdienst in der Gascogne ablehnte. Bis 1297 änderte er jedoch seine Meinung und stimmte einem Dienst in Südwestfrankreich zu. Während des Schottischen Unabhängigkeitskriegs erhielt er 1298 und 1299 jeweils ein Kommando in Schottland, und 1300 nahm er an der Belagerung von Caerlaverock Castle teil. Letztmals nahm er 1301 am Parlament von Lincoln teil, während dessen er mit zu den Unterzeichnern des Briefes der Barone an Papst Bonifatius VIII., in dem der Herrschaftsanspruch des Königs auf Schottland begründet wurde und in dem dem Papst jede Einmischung in weltliche Angelegenheiten abgesprochen wurde.[3] Am 24. Juni 1301 wurde er zum Militärdienst nach Carlisle gerufen. 
FitzAlan, Richard 8. Earl of Arundel (I41792)
 
49403 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_FitzGilbert_de_Clare (Sep 2021)

Richard FitzGilbert de Clare (* 1094; † 15. April 1136) aus der Familie Clare war der Sohn von Gilbert Fitz Richard de Clare, Lord von Clare, Tonbridge und Cardigan, und Alice (Adeliza) de Clermont. Er war der Gründer der Abtei Tonbridge. Sein Neffe war der Heerführer Richard de Clare, 2. Earl of Pembroke.

Richard war Lord von Cardigan (Ceredigion in Wales). Als 1135 in Südwales ein Aufstand gegen die Herrschaft der Normannen ausbrach, in dem am 1. Januar 1136 zwischen Loughor und Swansea die Waliser einen Sieg über lokale normannische Truppen errangen, war Richard de Clare außer Landes. Er kehrte an die Landesgrenzen zurück und drang mit einer kleinen Streitmacht ungeachtet der Warnungen Richtung Ceredigion vor. Er war noch nicht weit gekommen, als er in der Nähe der Abtei von Lanthony bei Abergavenny in einen Hinterhalt von Männern aus Gwent unter der Führung von Iorwerth ab Owain und seinem Bruder Morgan, Enkel von Caradog ap Gruffydd, geriet, bei dem er getötet wurde.

Die Nachricht von Richards Tod brachte Owain Gwynedd, den Sohn von Gruffydd ap Cynan, König von Gwynedd dazu, in Ceredigion einzufallen. Mit seinem Verbündeten Gruffydd ap Rhys von Deheubarth errang er einen vernichtenden Sieg über die Normannen in der Schlacht von Crug Mawr außerhalb von Aberteifi; der Ort wurde danach erobert und niedergebrannt, Richards Witwe Adeliza musste in die Burg von Cardigan fliehen. Sie wurde von Miles of Gloucester befreit, der sie nach England in Sicherheit brachte. 
de Clare, Lord Richard FitzGilbert (I27344)
 
49404 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Goz (Jul 2022)

Richard Goz

Richard Goz (auch: Richard Le Goz; † um 1082), Vizegraf von Avranches [1], ist ein normannischer Adliger des 11. Jahrhunderts (siehe auch: Haus Conteville).

Er ist skandinavischer Herkunft, sein Vater ist der Vizegraf Thurstein Goz (1015–1040 bezeugt)[2], sein Großvater der Däne Ansfrid[3].

Herzog Wilhelm II., der Halbbruder seiner Ehefrau Emma, übergab ihm die Vizegrafschaft Avranches bereits vor 1046[2] oder aber erst um 1055/56, nach dem Sturz Guillaume Werlencs[4]. Vermutlich war er auch Herr von Creully [2]. Kurz nach dem Krieg Wilhelms gegen die Bretonen 1064 erhielt er auch die vom Herzog gebaute Burg Saint-James [2]. Allerdings gehört Richard Goz nicht zu denjenigen, deren Teilnahme an der Schlacht von Hastings berichtet wird.

In den 1070er Jahren war Richard Goz in den Streit zwischen Raoul Tesson und der Abtei Fontenay verwickelt[2]. Um 1076 ist er einer der Richter beim Prozess gegen Robert Bertram[2]. Er starb um 1082[5]. 
von Avranches (Le Goz), Vizegraf Richard (I12582)
 
49405 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_II._(England)

Richard II. (* 6. Januar 1367[1] in Bordeaux; † 14. Februar 1400 Schloss Pontefract, Yorkshire) war von 1377 bis zu seiner Absetzung 1399 König von England.

Kindheit und Jugend
Richards Eltern waren Edward of Woodstock, Prince of Wales (der Nachwelt als der „Schwarze Prinz“ bekannt), und Joan of Kent (The Fair Maid of Kent). Er war vermutlich der erste englische König, der Englisch als Muttersprache sprach, obwohl auch er die ersten Lebensjahre wahrscheinlich in Aquitanien verbracht hatte. Weil Richard vermutlich zu Epiphanias geboren wurde und bei seiner Geburt drei Könige anwesend waren, war man der Legende nach schon kurz nach seiner Geburt allgemein der Ansicht, er sei, obwohl Zweitgeborener, für große Taten bestimmt. Tatsächlich starb sein älterer Bruder Edward sechsjährig bereits im Jahre 1371. Im gleichen Jahr kehrte die Familie nach England zurück. Zum dritten Prince of Wales und zweiten Duke of Cornwall wurde Richard, nachdem sein Vater 1376 nach jahrelanger Krankheit gestorben war. Am 23. April 1377 wurde Richard in den Hosenbandorden aufgenommen.[2] Zwei Monate später starb auch sein Großvater Eduard III., und der zehnjährige Richard wurde König von England.

Eine unsichere Thronfolge
Richards Thronfolge war von Anfang an umstritten. Sein Vater war nie englischer König gewesen, aber als Erstgeborener fest für die Nachfolge Eduards III. vorgesehen. Da der Schwarze Prinz aber ein Jahr vor seinem Vater starb, blieb unklar, ob sein Sohn Richard oder ein jüngerer Bruder den Thron besteigen sollte. Eduard III. hatte allerdings noch zu Lebzeiten die Thronfolge Richards verfügt, was später umgesetzt, aber von den Söhnen Eduards III. und ihren Nachkommen nie ganz akzeptiert wurde. Dennoch trat das Kind als Richard II. die Thronfolge an. Gründe waren die Unterstützung durch das Parlament, das zu dieser Zeit im Streit mit Richards Onkel John of Gaunt, 1. Duke of Lancaster lag, der für Eduard III. die Herrschaftsgeschäfte geführt hatte und die Rechte des Königs energisch gegenüber dem Machtanspruch des Parlaments zu behaupten versuchte. Dazu kamen die fast schon mythische Verehrung für den Schwarzen Prinzen und der große Einfluss von Joan von Kent am Königshof. Dennoch legte die Unsicherheit in Sachen Thronfolge den Grundstein für den Zerfall des Hauses Plantagenet und die Rosenkriege nach dem Tod Richards II.

Richard II. wurde nur elf Tage nach der Bestattung seines Großvaters am 16. Juli 1377 gekrönt. Trotz seiner Minderjährigkeit wurde kein Regent bestellt, da das Parlament John of Gaunt misstraute. Die Alltagsgeschäfte übernahm stattdessen ein königlicher Rat, in dessen Hintergrund allerdings John of Gaunt und Richards Mutter Joan of Kent die Fäden zogen.

1380 wurde der junge König auf Betreiben der Commons im Parlament vorzeitig für volljährig erklärt. Ein Jahr später musste er eine erste schwere Krise meistern. Während des Bauernaufstands von 1381 gelang es aufständischen Bauern unter Wat Tyler, mit Hilfe verbündeter Stadtbürger in London einzudringen. Das Leben des jungen Königs war unmittelbar bedroht, einige seiner engsten Berater wurden erschlagen. Nach nicht mehr vollständig überprüfbaren Überlieferungen gelang es Richard II., die Lage durch persönliche Verhandlungen zu beruhigen. Er versprach den Rebellen weitgehende Zugeständnisse, bis hin zur Abschaffung der Leibeigenschaft. Dies führte zum Abzug eines Teils der Aufständischen und verschaffte dem König Zeit, neue Truppen heranzuholen, die dann die verbleibenden Bauernheere zerschlugen. Wenn auch die nachfolgende Bestrafung moderat ausfiel, erfüllte Richard seine Zusagen nicht.

Außenpolitisch bestimmte der Krieg mit Frankreich das Geschehen. Militärische Erfolge blieben weitgehend aus, so dass Richards Berater sich verstärkt diplomatischer Mittel bedienten. Im Rahmen dieser Verhandlungen heiratete Richard II. 1382 Anne von Böhmen, Tochter des Kaisers Karl IV. Die Ehe erfüllte kaum die in sie gesetzten politischen Erwartungen, da ihr Bruder Wenzel sich durch sie nicht zu militärischen Schritten gegen Frankreich bewegen ließ und Anne 1394 kinderlos starb.

Ein Feldzug John of Gaunts gegen das mit Frankreich verbündete Königreich Kastilien im Jahr 1386 schien zunächst Erfolg zu versprechen. Im Sommer 1387 jedoch war John militärisch geschlagen und musste sich wieder zurückziehen.

Auseinandersetzung mit den Parlamenten
Während der Abwesenheit des von Richard oft angegriffenen, aber als erfahrener Verhandlungsführer agierenden John of Gaunt verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Richard II. und den Lords schlagartig. Richard hatte persönliche Günstlinge mit hohen Staatsämtern betraut und dem Hochadel gegenüber bevorzugt. Dazu kam die Bedrohung durch eine französische Invasionsflotte, die sich in Flandern sammelte. Während der Verhandlungen des „Wundervollen Parlaments“ im Herbst 1386 forderte der Kanzler Michael de la Pole, der aus einer Kaufmannsfamilie stammte und von Richard in das höchste Staatsamt entsandt worden war, ungewöhnlich hohe Geldleistungen zur Landesverteidigung. Die Lords und Commons lehnten empört ab und erzwangen die Entlassung de la Poles und des Schatzmeisters John Fordham. Darüber hinaus setzte das selbst nur sporadisch tagende Parlament durch, dass dem König ein ständiges Kontrollgremium zur Seite gestellt werden sollte. Der König begab sich im Februar 1387 auf eine Rundreise durch England, um sich Unterstützung gegen das Parlament zu verschaffen. Zunächst bildete er ein Richterkollegium, das die Beschlüsse des „Wundervollen Parlaments“ für ungültig erklärte und Hochverratsverfahren gegen die Oppositionsführer vorbereitete. Diese reagierten prompt und zogen Truppen zusammen, die Richard II. in London gefangen setzten. Ein königstreues Entsatzheer wurde im Dezember 1387 bei Radcot Bridge in Oxfordshire zerschlagen. Im Februar 1388 berief die Opposition das „Gnadenlose Parlament“ ein. Es verhängte auf rechtlich nur wenig abgesicherter Grundlage mehrere Todesurteile gegen Berater und Verbündete des Königs. Zentrale Wortführer dieser Opposition waren Thomas of Woodstock, 1. Duke of Gloucester, ein Onkel Richards, Henry Bolingbroke, Earl of Derby, ein Vetter des Königs, Thomas de Beauchamp, 12. Earl of Warwick, Richard FitzAlan, 11. Earl of Arundel, und Thomas Mowbray, Earl of Northampton. Als Lords Appellant sind sie in die Geschichte eingegangen. Richard war dadurch in seiner personellen Machtstruktur getroffen, persönlich gedemütigt und wurde um den Jahreswechsel 1387/88 sogar für ein paar Tage abgesetzt, dann aber wieder als König anerkannt, weil seine Gegner sich nicht auf einen Nachfolger einigen konnten. Schon bald nach dem Wirken des „Gnadenlosen Parlaments“ konnte Richard II. jedoch langsam wieder an Einfluss gewinnen. Die Sympathien, die zuvor klar auf Seiten der Opposition gelegen hatten, wanderten zu dem jungen König zurück. Allmählich konnte er die vom Parlament aufgezwungenen Berater aus ihren Ämtern entfernen. Im Dezember 1389 kehrte auch John of Gaunt nach England zurück.

Inzwischen war der Krieg gegen Frankreich eingeschlafen. Zwei Jahre nach dem Tod seiner ersten Gemahlin heiratete Richard 1396 die siebenjährige Prinzessin Isabella von Valois, Tochter des Königs von Frankreich. Diese Ehe, Teil eines Abkommens mit Frankreich, das einen 28-jährigen Waffenstillstand während des Hundertjährigen Krieges vorsah, endete faktisch 1399 mit Richards II. Absetzung und blieb aufgrund des Alters von Isabella ebenfalls kinderlos. Obwohl die Verbindung politisch war, entwickelte sich zwischen dem König und dem Kind eine respektvolle Beziehung. Die vorübergehende militärische Entlastung durch den Waffenstillstand in Frankreich ermöglichte es Richard, in Irland einzufallen und die englischen Herrschaftsstrukturen, die seit der Regierungszeit von Heinrich II. zerfallen waren, wieder zu festigen.

Die diplomatischen und militärischen Erfolge stärkten das Ansehen des jungen Königs, was sich auch in seiner üppigen Hofhaltung widerspiegelte. Der Hof erlangte unter Richard II. die Funktion eines kulturellen Zentrums, die er erst wieder unter den Tudorkönigen ausfüllte. Verfeinerte Sitten, ein luxuriöser Lebensstil und die Förderung der Literatur um Englands größten spätmittelalterlichen Dichter Geoffrey Chaucer waren Charakteristiken des englischen Hofs unter Richard II. Unter seiner Herrschaft setzte sich Englisch endgültig gegen Französisch als Sprache der Herrschaftsschicht durch.

Die Tyrannei Richards II.
Im Sommer 1397 sah Richard die Zeit gekommen, sich für die Demütigungen durch das „Gnadenlose Parlament“ zu rächen. Es begann eine Phase, die in der englischen Geschichtsschreibung allgemein als „Tyrannei Richards II.“ bezeichnet wird. Thomas Mowbray, einer der Appellants von 1387, informierte den König über eine Verschwörung gegen ihn, die insbesondere von Thomas Woodstock angeführt werde. Woodstock wurde festgenommen und nach Calais gebracht. Dort stand er unter der Aufsicht seines Anklägers Mowbray und starb unter ungeklärten Umständen. Mowbray stieg zum Duke of Norfolk auf. Eine Prozesswelle gegen die meisten Oppositionsführer des „Gnadenlosen Parlaments“ folgte, die aber meist mit Geldstrafen oder Verbannung, seltener mit Todesurteilen endete. Arundel war einer derjenigen, die als Verräter verurteilt und geköpft wurden; Warwick wurde verbannt. Schließlich waren von den Appellants nur noch Henry Bolingbroke, der Sohn Johns of Gaunt und spätere König Heinrich IV., kurz nach den Ereignissen von 1388 um Ausgleich mit seinem königlichen Vetter bemüht, und Thomas Mowbray übrig geblieben. Während die Prozesswelle rollte, klagten sich die beiden plötzlich gegenseitig an. Mowbray warf Henry Hochverrat vor, Henry bezeichnete Mowbray als Mörder Woodstocks. Am Ende wurde gegen Mowbray lebenslange Verbannung angeordnet, Henry 1398 für die Dauer von zehn Jahren aus England verbannt. Als kurz darauf John of Gaunt starb, verlängerte der König diese Verbannung auf Lebenszeit, um sich das reiche Erbe Henrys anzueignen. Als Richard jedoch zu einem zweiten Irlandfeldzug aufbrach, landete Bolingbroke in Yorkshire und erhielt sofort einen gewaltigen Zulauf aus nahezu dem gesamten englischen Adel. Der König kehrte umgehend aus Irland zurück, doch bereits in Wales löste sich sein Heer auf und lief zum Großteil zu Henry über.

Richards Tod
Als Richard von Henry Bolingbroke die Zusicherung bekam, am Leben gelassen zu werden, ergab er sich am 19. August 1399 in Flint Castle.[3] Richard kehrte somit als Gefangener Henrys nach London zurück und wurde hier am 1. September im Tower of London inhaftiert.[4] Um die Krönung Henry Bolingbrokes zu ermöglichen, wurde Richard II. wahrscheinlich gezwungen, zugunsten des neuen Königs, Heinrich IV., abzudanken. Was genau mit Richard II. nach der Amtsenthebung durch seinen Cousin geschah, kann nur vermutet werden. Wahrscheinlich wurde Richard Ende des Jahres 1399 nach Pontefract Castle in Yorkshire verlegt,[5] wo er Anfang 1400 starb. Das sogenannte "Epiphany Rising", in welchem öffentlich wurde, dass treue Angehörige Richards, u. a. die Earls of Huntingdon, Kent und Rutland, sowie Thomas le Despenser, ein Mordkomplott gegen Heinrich IV. planten, könnte Heinrich dazu veranlasst haben, Richard II. umbringen zu lassen. Es wird davon ausgegangen, dass Richard um den 14. Februar 1400 auf Pontefract Castle verhungerte.[6] Während der Regentschaft Heinrichs V. kamen Gerüchte auf, dass Richard noch am Leben sein könnte. Unterstützt wurde diese Vermutung durch einen Mann, welcher sich in Schottland als Richard ausgab und zum Aushängeschild für einige Intrigen gegen das Haus Lancaster wurde. Dieser nicht näher beschriebenen Person wird allerdings in den zeitgenössischen Quellen eine psychische Erkrankung nachgesagt. Fakt ist, dass Heinrich V. 1413 den Leichnam Richards II. von King’s Langley in die Westminster Abbey verlegen ließ. Hier wurde Richard in einem von ihm selbst konzipierten Sarg beigesetzt, in welchem bereits die Gebeine seiner Frau Anne von Böhmen lagen.[7]

Rezeption
Richard II. ist die titelgebende Hauptfigur von William Shakespeares Drama Richard II.

Das persönliche Emblem Richard II., der Weiße Hirsch, ist das Vorbild für den fünfthäufigsten Gasthausnamen in England, „White Hart Inn“. Ein derartiges Lokal war vermutlich seinerseits Namenspatron der White Hart Lane in London, an welcher das Fußballstadion von Tottenham Hotspur steht. 
von England (Plantagenêt), König Richard II. (I9439)
 
49406 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_le_Despenser,_4._Baron_Burghersh

Richard le Despenser, 4. Baron Burghersh (* 30. November 1396; † zwischen 7. Oktober 1413 und 7. Oktober 1414) war ein englischer Adliger.

Richard le Despenser war ein Sohn von Thomas le Despenser, 2. Baron Despenser und Constance Langley. Sein Vater rebellierte 1399 erfolglos gegen den neuen König Heinrich IV. und wurde im Januar 1400 als Verräter hingerichtet. Seine Besitzungen wurden beschlagnahmt, seine Titel waren ihm aberkannt worden. Richards Mutter Constance erhielt jedoch einen Teil der Besitzungen zurück.

Richard erbte im August 1409 nach dem Tod seiner Großmutter Elizabeth de Burghersh, der einzigen Tochter von Bartholomew Burghersh, 2. Baron Burghersh den Titel Baron Burghersh. Der noch Minderjährige wurde nach dem 13. Mai 1412 mit Eleanor de Neville, einer Tochter von Ralph Neville, 1. Earl of Westmorland und von Joan Beaufort verheiratet. Am 8. April 1413 wurde er am Vorabend der Krönung von Heinrich V. zum Knight of the Bath geschlagen. Er starb kinderlos, sein genaues Todesdatum ist umstritten. Möglicherweise starb er am 7. Oktober 1413, doch spätestens vor dem 16. April 1414,[1] nach anderen Angaben erst am 7. Oktober 1414.[2][3] Er wurde in Tewkesbury Abbey begraben. Mit ihm starb die Familie le Despenser in männlicher Linie aus. Seine Erbin wurde seine Schwester Isabel. Seine Witwe heiratete nach seinem Tod im Oktober 1414 in zweiter Ehe Henry Percy, 2. Earl of Northumberland. 
le Despenser, Baron Richard (I27404)
 
49407 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Löwenherz (Okt 2017)

Richard I. (genannt Löwenherz, französisch Richard Ier Cœur de Lion, englisch Richard I the Lionheart, eigentlich Richard Plantagenêt; * 8. September 1157 in Oxford; † 6. April 1199 in Châlus) war von 1189 bis zu seinem Tod König von England.
Von 1172 bis zum Jahr seiner Krönung war Richard Herzog von Aquitanien. Danach hielt er neben der Königswürde noch die Titel Graf von Maine, Herzog der Normandie und Graf von Anjou.
Richard war der dritte Sohn König Heinrichs II. von England und der Eleonore von Aquitanien.

Kindheit und Jugend
Die erste schriftliche Erwähnung des Knaben geht auf das Jahr 1159 und eine geplante Verlobung mit einer Tochter des Grafen von Barcelona Raimund Berengar IV. zurück, die infolge des frühen Todes des Grafen nicht zustande kam. Am 6. Januar 1169 leistete Richard in Montmirail während eines Treffens seines Vaters Heinrich II. mit dem französischen König Ludwig VII. diesem einen Lehenseid für Aquitanien, das er im Falle des Todes seines Vaters aus dem Besitz seiner Mutter als Herrschaftsgebiet zugewiesen bekommen hätte.
Er genoss am Hof seiner Mutter in Aquitanien eine standesgemäße Erziehung. Aquitanien war eine der wohlhabendsten und kultiviertesten Gegenden Frankreichs, ein lebendiges Zentrum der Musik, Dichtung und Malerei. Es ist umstritten, wie stark Richard in diesem Umfeld von den Troubadouren und ihrer Dichtung beeinflusst wurde.[1][2] Eine gewichtige Rolle in der kulturellen und politischen Prägung Richards spielten die Beziehungen des Hofes von Eleonore zu den iberischen Königreichen und ihrer Reconquista. Als wahrscheinlich gilt, dass Richard von seiner Mutter an Ostern 1170 auf einer Versammlung in Niort den Vasallen als künftiger Herzog von Aquitanien und Graf von Poitou vorgestellt wurde.

Der Aufstand gegen den Vater
Richard hatte vier Brüder, Wilhelm (1153–1156), Heinrich (1155–1183), Gottfried (1158–1187) und Johann (1167–1216). Wilhelm war jung verstorben. Heinrich, genannt der Jüngere, war 1160 mit Margarete von Frankreich verheiratet worden und war Herzrzog der Normandie, Graf von Anjou und Maine und als legitimer Erbe des englischen Throns bereits zu Lebzeiten seines Vaters, im Jahr 1170, vorzeitig zum König von England gekrönt worden. Gottfried war Herzog von Bretagne. Richard selbst war Graf von Maine und Herzog von Aquitanien. Der jüngste Bruder Johann, genannt Ohneland, war Graf von Mortain. Ihr Vater Heinrich II. hatte allerdings keinem seiner Söhne die effektive Herrschaft über deren nominellen Besitz übertragen.
Im März 1173 schlossen Richard und Gottfried sich Heinrich dem Jüngeren an, der gegen seinen Vater rebellierte. Auslöser des Konfliktes war die von Heinrich II. geplante Übereignung der Burgen Chinon, Loudun und Mirebeau an seinen noch minderjährigen jüngsten Sohn, Johann, anlässlich dessen Verlobung mit Adelheid (Alys), der Tochter des Grafen Humbert III. von Savoyen. Heinrich der Jüngere, der schon länger einen Vorwand suchte, erhob sich daraufhin anlässlich einer Versammlung in Limomoges gegen seinen Vater und verlangte von diesem die Übergabe der tatsächlichen Herrschaft im Herzogtum Normandie. Unterstützt wurde er dabei von seinem Schwiegervater König Ludwig VII. von Frankreich, seiner Mutter Eleonore von Aquitanien sowie Graf Philipp I. von Flandern und König Wilhelm I. von Schottland.
Der junge Richard und seine beiden Brüder begaben sich in die Obhut Ludwigs VII. nach Paris, während die Auseinandersetzung sich zu einem bewaffneten Konflikt zuspitzte, den Heinrich II. mit einem brabantischen Söldnerheer von 20.000 Mann niederschlug. Heinrich II. nahm seine Gemahlin gefangen, die, auch nachdem er seine Söhne infolge eines Gnadengesuches wieder in seine Gunst aufgenommen hatte, inhaftiert blieb.
Nach dem Tod seiner beiden Brüder Heinrich und Gottfried wurde Richard der Anführer der Verschwörung. Mit Hilfe seines letzten Bruders Johann Ohneland und des französischen Königs Philipp II. August gelang es ihm schließlich im Jahr 1189, seinen Vater endgültig zu schlagen und sich von diesem in dem Abkommen von Azay-le-Rideau als alleinigen Erben anerkennen zu lassen. Der alte König starb am 6. Juli 1189 in der Burg Chinon im Alter von 56 Jahren.

Krönung
Am 3. September 1189 wurde Richard Löwenherz in Westminster als Richard I. zum König von England gekrönt und war damit durch seine französischen und englischen Besitzungen der mächtigste Herrscher Europas nach Kaiser Friedrich Barbarossa. Im Gegensatz zu der Krönung der meisten seiner Vorgänger wurde die Zeremonie mit großem Pomp in Anwesenheit zahlreicher Lehnsträger aus dem gesamten Reich veranstaltet.
Richards Teilnahme am Dritten Kreuzzug – Der Name Löwenherz
Richard ging jedoch zunächst nicht an die Festigung seiner Herrschaft, sondern bereitete die Erfüllung des Kreuzzugsgelübdes vor, das er als erster Adliger nördlich der Alpen im November 1187 in Tours abgelegt hatte[2]. Es war ihm bewusst, dass durch diese Entscheidung seine eigenen Zukunftsperspektiven wie auch die seiner Dynastie bedroht waren, und sein Vater war über diese Entscheidung entsetzt.[2] Kurz darauf führte er den Dritten Kreuzzug (1189 bis 1192) zur Rückeroberung Jerusasalems von den Truppen des Sultans Saladin an. Richard und Philipp brachen gemeinsam in Vézelay auf und stachen in Marseille bzw. Genua in See, die Flotten erreichten am 16. September 1190 Messina auf Sizilien. Richards Schwester Johanna wurde in der Stadt gefangengehalten, nachdem ihr Mann König Wilhelm II. am 17. November 1189 gestorben war. Natürlich forderte Richard nach seiner Ankunft, dass seine Schwester unverzüglich freizulassen sei, was er in wenigen Tagen auch erreichte. Jedoch gab es in der Folge ständig Scharmützel und Sticheleien, denn Richard trat auf wie ein Eroberer. Nachdem die Stadtbewohner einige Ausfälle aus der Stadt wagten, wurden die Kreuzfahrer schließlich auch von der Kampflust ergriffen. Richard stelllte sich nun an die Spitze seiner Truppe und erstürmte die Stadt, woraufhin stundenlang Raub, Mord und Plünderung in Messina wüteten, bis der König seinem Heer Schonung gebot. Ab diesem Zeitpunkt wagten es die Sizilianer und mit ihnen ihr König, Tankred von Sizilien, nicht mehr, dem Kreuzfahrerheer zu trotzen, und wurden umgänglicher. Der Respekt vor dem König ging sogar so weit, dass man ihm den Beinamen „der Löwe“ oder „Löwenherz“ gab.[3] Richard konnte auch der Königswitwe und Schwwester anschließend ihre Rechte sichern. Weiter auf dem Weg in das Heilige Land eroberte Richard I. noch Zypern und nahm dessen ersten und einzigen Kaiser Isaak Komnenos gefangen. Zypern verkaufte er an Guido von Lusignan, den vor Saladin auf deer Flucht befindlichen König von Jerusalem. Am 12. Mai 1191 heiratete Richard in Limassol Berengaria von Navarra. Mit dieser Verbindung sollte unter anderem der französische Reichsteil abgesichert werden, dessen Regentschaft Richard für die Daueer des Kreuzzuges seinem Schwiegervater Sancho VI. von Navarra und seiner Mutter Eleonore von Aquitanien anvertraut hatte. Bereits in Sizilien hatte sich Richard mit Berengaria verlobt. Philipp von Frankreich war über die Verbindung verärgert, da Richard dazu sein bisheriges Verlöbnis mit Philipps (Halb-)Schwester Alix aufgelöst hatte.
Das herausragende Ereignis des Dritten Kreuzzugs war die Eroberung Akkons, bei der die Franken tief in feindlichem Territorium eine Belagerungsstellung um die Stadt halten konnten, obwohl sie ihrerseits von den Truppen Saladins eingekesselt wareren[2]. Richard kam erst gegen Ende der 22-monatigen Belagerung, aber die Verstärkung die er (und König Philipp II. August) mitführten, brachte die Entscheidung. Am 12. Juli 1191 wurde eine Vereinbarung getroffen, die die Belagerung beendete. DiDie muslimischen Bewohner wurden am Leben gelassen, allerdings wurden die Soldaten der Garnison als Geiseln genommen, um die Leistung der Entschädigungsbedingungen sicherzustellen. Diese Bedingungen waren drastisch und zeigen den großen Sieg, den Richard über Saladin errungen hatte.[2]
Danach zog Richard entlang der Küste nach Süden, wobei er darauf achtete, dass die militärische Formation geschlossen blieb und so den wiederholten Attacken der Muslime keine Angriffsfläche geboten wurde. Am 7. September 1191 fügte er Saladin bei Arsuf eine schwere Niederlage zu.
In der Folge schwankte Richard zwischen dem Bestreben, Askalon als Tor zur reichsten ajjubischen Provinz Ägypten, oder Jerusalem als das religiöse Ziel des Kreuzzugs zu erobern. Verstärkt wurde diese Unentschlossenheit noch von der Situation in England, das während des Kreuzzuges von seinem Bruder Johann Ohneland verwaltet wurde. Philipp II., mit dem sich Richard I. zerstritten hatte, kehrte nach der Eroberung von Akkon vorzeitig nach Frankreich zurück und schloss einen Vertrag mit Johann: Philipp erhielt einen Teil der englischen Besitzungen in Frankreich, Johann wurde im Gegenzug die Verwaltungshoheit über die restlichen Gebiete zugesichert. Begünstigt wurde dieser Pakt durch Intrigen im englischen Adel, die Richards Justiziar Wilhelm von Longchamp am effektiven Eingreifen zugunsten des Königs hinderten und ihn schließlich zur Aufgabe seines Amtes zwangen.
Aufgrund der Nachrichten aus der Heimat schloss Richard 1192 einen Waffenstillstand mit Saladin, der den Zugang zu Jerusalem für die Christen sicherte, brach den Kreuzzug ab und machte sich im Oktober 1192 auf den Rückweg in die Heimat. Richard hatte mehrere glänzende Siege gegen Saladin errungen und die Mittelmeerküste von Akkon bis Askalon erobert.
Die Rettung Outremers im Dritten Kreuzzug wird zu einem guten Teil als das Verdienst Richards gesehen.[2] Er zeigte während seines Kreuzzuges großes Selbstbewusstsein, Tapferkeit und Klugheit[2] aber bisweilen wenig diplomatisches Geschick. So wies er bei der Eroberung von Akkon schroff die Machtansprüche Leopolds V. von Österreich zurück (dessen Standarte wurde im Streit um die Beuteverteilung von einem seiner Knappen in den Burggraben geworfen) und ließ auch keine Gelegenheit aus, Philipp II. von Frankreich spüren zu lassen, dass er der Mächtigere sei. Der durch seine Machtdemonstrationen provozierte Unmut seiner Rivalen sollte ihn später teuer zu stehen kommen.
Gefangenschaft

Gefangennahme in Österreich
Am 30. Oktober 1192 brach Richard Löwenherz vom Heiligen Land auf. Für die Fahrt über das Mittelmeer galt dies angesichts zu erwartender Winterstürme als extrem spät. Auf der Fahrt südlich von Sizilien erfuhr er, dass Philipp II. die französischen Häfen hatte sperren lassen, und so fuhr Richard Löwenherz durch die Adria in Richtung Norden. Der Legende nach griffen Piraten das Schiff an; der Schiffskoch und der Piratenkapitän kannten sich jedoch, wodurch der Angriff zu einer Verbrüderung geworden sei. Richard stieg auf das Piratenschiff um und nahm angeblich nur einen Vertrauten mit. Das Piratenschiff setzte die beiden Reisenden als Kaufleute verkleidet auf der Halbinsel Istrien bei Aquileia am 15. November 1192 an Land ab.
Später tauchte Richard Löwenherz in Kärnten auf. In Friesach erkannte man ihn zum ersten Mal, aber er konnte entkommen. Leopold V. befahl, den König gefangenzusetzen. Am 6. Dezember 1192 war Richard in Bruck an der Mur; dort fiel er bereits durch sein höfisches Gehabe auf, das für Pilger, für die er sich samt Gefolge ausgegeben hatte, doch eher ungewöhnlich war. Mit seinen Begleitern wollte er zu seinem welfischen Schwager Heinrich dem Löwen nach Bayern gelangen. Die Entscheidung, entwweder über die verschneiten Alpenpässe oder über den Semmering nach Wien und von dort nach Bayern zu gehen, fällte er zugunsten Wiens. Am 21. Dezember 1192 traf er in Erdberg, einem Vorort von Wien, ein. Er schickte einen Vertrauten in die Stadt, um Lebensmittel einzukaufen. Es fiel auf, dass ein einfacher Mann mit größeren Mengen morgenländischen Geldes zahlte. Man folgte ihm nach Erdberg in ein kleines Gasthaus (Eckhaus Erdbergstraße 41/Schwalbengasse 17). Dort fasste man Richard Löwenherz.
Richard Löwenherz wurde Leopold vorgeführt und zu Hadmar von Kuenring nach Dürnstein gebracht.[4] Es steht heute nicht mehr fest, ob Richard Löwenherz oben auf der Burg in der heutigen Ruine Dürnstein, im Tal oder auf einer Nebenburg, die heutte nicht mehr existiert, gefangengehalten wurde. Für die nächsten Monate hielt Leopold ihn in diesem Gebiet fest und informierte noch am 27. Dezember 1192 Kaiser Heinrich VI. von der Gefangennahme. Dieser wollte das politische Kapital nutzen, das sich aus dem Besitz der Person Richards ergab, aber auch das Lösegeld an sich bringen. Leopold dagegen hätte aus der Gefangennahme nur geringen Nutzen ziehen können, weil ihm Richard Löwenherz einerseits schon aus standesrechtlichen Gründen nicht hätte lehnspflichtig werden können. Andererseits wäre Leopold aber auch dem politischen Widerstand nicht gewachsen gewesen.

Hintergründe für die Festsetzung
Die Gefangennahme war zwischen Kaiser Heinrich VI. und König Philipp II. August von Frankreich abgesprochen worden. Die Gründe ihrer Intrige waren verschiedene Konflikte mit Richard, darunter vor allem:
• der Streit Richards mit Philipp August wegen der Auflösung seines Verlöbnisses mit dessen Schwester Alix;
• die beharrliche Unbotmäßigkeit Richards, der mehrere französische Herzogtümer – das sogenannte Angevinische Reich – besaß, in seiner Eigenschaft als Lehnsmann des französischen Königs;
• die massive Unterstützung des englischen Königs für seinen Schwager Heinrich den Löwen im Zusammenhang mit der welfischen Fürstenverschwörung gegen Heinrich VI.;
• das Bündnis Richards mit Tankred von Lecce und seine Unterstützung für die normannische Verschwörung gegen Heinrichs VI. Königtum in Sizilien;
• die Brüskierung Leopolds von Österreich bei der Eroberung von Akkon 1191, als er dessen Standarte in den Burggraben werfen ließ und damit dessen Beuteanspruch zunichtemachte;[5]
• die Affäre um die Ermordung des Königs von Jerusalem;
• die Gefangennahme des Herrschers von Zypern Isaak Komnenos und die Usurpation des zyprischen Thrones.

Lösegeldforderung
Leopold V. verhandelte in den nächsten Monaten mit Heinrich VI. über die Lösegeldforderungen für Richard Löwenherz. Es kam schließlich ein Vertrag zustande, in dem sich Heinrich VI. verpflichtete, Richard Löwenherz erst wieder freizulassen, wenn dieser folgende Bedingungen erfüllte:
1 Zahlung von 100.000 Mark Silber. Die Mark war eine Gewichtseinheit, und das Lösegeld wurde nach der Kölner Mark berechnet, die etwa 234 Gramm wog. 100.000 Mark zu je 234 g ergaben also etwa 23 Tonnen Silber. Diese Menge Silber entsprach ungefhr den doppelten Jahreseinkünften der englischen Krone. Davon erhielt Leopold die Hälfte.
2 Waffenhilfe für Heinrich VI. bei einem Feldzug nach Sizilien.
3 Freilassung von Isaak Komnenos und seiner Tochter auf Zypern.
4 Heirat von Richards Nichte Eleonore von der Bretagne mit Friedrich I., dem Sohn Leopolds V.
5 Richard Löwenherz setzt sich beim Papst dafür ein, dass Leopold nicht exkommuniziert und wieder in die Kirche aufgenommen wird (die Gefangennahme eines Mannes, der das Kreuz genommen hatte, damit quasi sakrosankt und in den Kämpfen im Heilign Land der Held des Kreuzzugs gewesen war, stellte einen ungeheuren Verstoß gegen den Kreuzzugsgedanken dar).
Nach Vertragsunterzeichnung durch Heinrich lieferte Leopold Richard Löwenherz am 28. März 1193 in Speyer an den Kaiser aus, und dieser überstellte ihn auf die Burg Trifels.

Gefangen auf Burg Trifels
Dort angekommen, legte Heinrich VI. Richard Löwenherz den Vertrag vor. Richard lehnte alle Punkte sofort ab. Er spielte möglicherweise auf Zeit, da der Papst ihn unterstützte. Papst Coelestin III. drohte den Beteiligten mit der Exkommunikation, weil sie einen unter besonderem kirchlichen Schutz stehenden Kreuzfahrer gefangenhielten. Leopold von Österreich wurde später exkommuniziert. Der Kaiser konnte diese Sanktion für sich nur mit Mühe vermeiden, stand aber unter starkem sowohl zeitlichem als auch politischem Druck.
Um sich gegen die drohende Exkommunizierung zur Wehr zu setzen, versuchte Heinrich VI., die Festnahme durch einen „Prozess“ zu legalisieren: Er fasste alle tatsächlichen oder vermeintlichen Fehler, Vergehen, Sünden und Anschuldigungen zusammen. Man warf Richard unter anderem vor, mit Saladin kollaboriert und den Auftrag zur Ermordung des Königs von Jerusalem, Konrad von Montferrat, durch die Assassinen gegeben zu haben sowie den Herrscher Zyperns, Isaak Komnenos, und dessen Tochter widerrechtlich gefangenzuhalten. Den Schauprozess nutzte Richard allerdings, um sich rhetorisch geschickt zu rechtfertigen.
Philipp II. von Frankreich mischte sich in die Lösegeldverhandlungen ein und versprach, nach der Auslieferung von Richard Löwenherz alle Punkte der Forderung einzulösen. Mit diesen neuen Fakten konfrontierte Heinrich VI. Richard Löwenherz. Die AAuslieferung an Philipp hätte bedeutet, dass Richard in die Hand des französischen Königs geraten wäre, der ihn wegen der Auseinandersetzungen um die Festlandteile des Angevinischen Reiches als unbotmäßigen Vasallen betrachtete. Richard willigte deshalb in alle Punkte ein, außer in die Waffenhilfe auf Sizilien. Für diesen Punkt arbeitete Heinrich einen Ersatzpunkt aus, in dem sich Richard verpflichtete, ein nicht näher definiertes Versprechen mit den Welfen einzulösen. Sollte dieses nnicht einlösbar sein, so verpflichtete sich Richard Löwenherz zur Zahlung von weiteren 12 Tonnen (50.000 Mark) Silber an Kaiser Heinrich. Für die Zeit, während das Geld aufgetrieben wurde, stellte England 200 Adelige als Geiseln zu Verfügung, die erst freigelassen wurden, als die gesamte Summe gezahlt war. Zur Einlösung des Versprechens an die Welfen kam es nicht, und somit wurde die zusätzliche Zahlung von 50.000 Mark Silber fällig. Welchen Anteil Leopold V. von dieser Summe bekam, ist nicht bekannt, aber es gibt kein Schriftstück über eine Beschwerde, dass er zu wenig bekommen hätte.

Zahlung und Verwendung des Lösegeldes
Während Johann Ohneland die Bezahlung des Lösegeldes verweigerte, ja sogar dagegen intrigierte, um selbst länger an der Macht bleiben zu können, bemühte sich Richards Mutter Eleonore von Aquitanien, das Lösegeld für ihren Sohn aufzubringen. Diejejenigen Güter, die Richard nicht für seinen Kreuzzug verkauft hatte, verkaufte jetzt seine Mutter für das Lösegeld. Es sind bis zum heutigen Tage keine wertvollen Gegenstände (Lüster, silbernes Besteck etc.) aus dieser Zeit in England vorhandenen. Wirtschaftlich waren diese Kapitalabflüsse für England verheerend und zogen Unruhen nach sich, die später den Robin-Hood-Mythos hervorbrachten. Wie viel diese Menge Silber damals wert war, lässt sich schwer mit heutigen Maßstäben vergleichen. Zu dieser Zeit entsprach die Summe aber etwa einem doppelten Jahreseinkommen der englischen Krone. Heinrich VI. rüstete sich mit dem Lösegeld für den Kampf um Sizilien und kehrte nach der Eroberung mit einem Vielfachen an Geld zurück, das er für den Aufbau und die Verstärkung der Städte Worms und Speyer verwendete.
Leopold finanzierte in Wien die neuen Stadtmauern, die in diesen Dimensionen noch bis ins 19. Jahrhundert bestehen sollten, und bezahlte das Zuschütten des alten Grabens vom Stephansdom bis zur Freyung. Er ließ die Stadt Wiener Neustadt gründenen, die Stadt Friedberg (Steiermark) befestigen und verstärkte die Stadtmauern von Hainburg. Die häufig mit dem Lösegeld in Verbindung gebrachte Gründung der Münzstätte Wien, aus der später das Wiener Hauptmünzamt und 1989 die Münze Österreich AG hervorgingen, ist eine schöne Gründungslegende für ein Traditionsunternehmen, aber quellenmäßig nicht belegbar. Die Theorie taucht irgendwann im 19. Jahrhundert auf und fügte sich schön in das romantisch verklärte Geschichtsbild dieser Zeit. Als Gründungsjahre wurden aber auch schon 1166[6] und 1180[7] genannt, am wahrscheinlichsten ist allerdings ein Prägebeginn zwischen 1189 und 1194.[8] Die erste schriftliche Erwähnung von Wiener Pfennigen findet sich allerdings erst 1203 in den RReiserechnungen des Passauer Bischofs Wolfger von Erla.[9] Wolfgang Hahn hat für die 11 Monate zwischen dem Eintreffen der ersten englischen Lösegeldzahlungen 1193 und dem Tod Leopolds V. 1194 für alle babenbergischen Münzstätten (Krems, Fischau, Enns und evtl. Wien) zusammen einen Prägeausstoß von 4000 Münzen täglich errechnet – sicher wurde aber auch einiges in Barren gegossen. Obwohl durch das Lösegeld eine große Menge Silber nach Österreich gelangte, reichte dieser Vorrat nicht unbegrenzt. Ein Konsortium von 48 reichen Wiener Bürgern – die sogenannten Wiener Hausgenossen – sollte bis zu seiner Auflösung 1522 die weitere Silberversorgung der Münzstätte sichern. Ursprünglich waren die Hausgenossen zur jährlichen Bereitstellung von rund 5,7 Tonnen Silber verpflichtet, im Lauf des 15. Jahrhunderts sank diese Menge auf ca. 2,4 Tonnen und weniger, wofür sie umgekehrt das Silbermonopol in Österreich unter der Enns besaßen (Geldwechselgeschäfte, Silberimporte, Handel mit Bruchsilber...).[10] Durch jährliche Münzverrufungen und der damit einhergehenden Verschlechterung des Feingehalts verlor der Wiener Pfennig stetig an Wert, den endgültigen Tiefpunkt bildete allerdings erst die Schilderlingszeit im 15. Jahrhundert, als die Münzen praktisch nur noch aus Kupfer bestanden.
Auf Drängen des Papstes Coelestin III. sollte das Silber rückerstattet werden. Doch Heinrich VI. hatte bereits alles für seinen Sizilienfeldzug ausgegeben, und Leopold V. hatte nur noch einen Bruchteil (rund 4000 Mark) davon übrig. Auf seinem Sterbebett schworen er und sein Sohn Friedrich I., dafür zu sorgen, dass das Silber wieder zurückgegeben werde. Die Exkommunikation wurde daraufhin zurückgenommen. Friedrich I. wollte es den englischen Adeligen mitgeben, die als Geiseln für ausstetehende Beträge nach Wien entsandt worden waren, aber diese weigerten sich, das Geld mitzunehmen, weil sie fürchteten, das Ziel sämtlicher Diebe und Räuber auf ihrem Weg zu werden. So kehrten sie ohne das restliche Silber nach England zurück. Ein weiterer Versuch, das Silber rückzuerstatten, ist nicht bekannt.

Einlösung der Bedingungen und Ende der Gefangenschaft
• Zur Heirat zwischen dem Sohn Leopolds V., Friedrich I., und der Cousine von Richard Löwenherz kam es nicht. Das Hochzeitsgefolge erfuhr in Passau vom Tod Leopolds V. und kehrte wieder um.
• Die Exkommunikation Leopolds V. wurde an seinem Sterbebett aufgehoben.
• Isaak Komnenos starb in Gefangenschaft. Über das Schicksal seiner Tochter ist nichts bekannt.
Die Gefangenschaft von Richard Löwenherz endete am Reichstag in Mainz am 2.–4. Februar 1194 unmittelbar nach Ableistung des Lehnseids vor dem Kaiser. Die damit verbundenen lehnsrechtlichen Fragen (etwa, ob es sich nur um eine personenbezogene Vasallität gehandelt hat) müssen offenbleiben.[11]
Richard bereiste nach seiner Freilassung noch einige Städte in Deutschland und nutzte die Zeit, um Kontakt mit mehreren deutschen Fürsten aufzunehmen. Er kehrte erst Wochen später nach England zurück.[12]

Die Rückeroberung
Nach der Rückkehr in sein Reich versöhnte sich Richard wieder mit seinem Bruder Johann und ging dann gegen den einstigen Verbündeten Philipp II. August vor. Nach den Siegen Richards bei Fréteval 1194 und Issoudun 1195 sowie der Einnahme von Angoulême durch Sancho VI. musste Philipp II. 1196 dem Vertrag von Louviers zustimmen, der Richard den größten Teil der annektierten Gebiete zurückgab, aber eben nur einen Teil. Spätestens mit diesem Vertrag begann der unaufhaltsame Schrumpfungsprozess des Angevinischen Reiches. Gleichzeitig gelangen Richard I. diplomatische Erfolge. So näherte er sich durch eine geschickte Heiratspolitik an den mächtigen Grafen Balduin IX. von Flandern an, konnte seine Schwester Johanna mit Raimond VI., ddem Grafen von Toulouse, verheiraten und schließlich seinem Neffen Otto IV. von Braunschweig den Weg zur Kaiserkrönung ebnen. In den folgenden Jahren konzentrierte sich Richard auf die Auseinandersetzung mit dem aufständischen Adel in Aquitanien unter der Führung von Adémar V. von Limoges. Bei der Belagerung der Burg Châlus wurde er am frühen Abend des 25. März von einem Armbrustbolzen oder Pfeil getroffen. Am 6. April 1199 starb Richard Löwenherz in den Armen seiner Mutter im Alter vvon 41 Jahren in Châlus, sein Leichnam wurde in der Abtei Fontevrault beigesetzt, sein Herz in der Kathedrale von Rouen. Nachfolger wurde sein Bruder Johann, unter dem sich die Auflösung des Angevinischen Reiches beschleunigte (siehe auch Château Gaillard).
Das späte 12. Jahrhundert gilt als eine Hoch-Zeit der englischen Geschichtsschreibung. Aus den Händen klösterlicher Chronisten liegen so viele Schriften vor wie über keine vorherige Epoche der englischen Geschichte. Richard erscheint meist als Idealfigur des zugleich ritterlichen, weisen sowie gutmütigen Königs. In der älteren französischen Geschichtsschreibung wird Richard vor allem deshalb kritisiert, weil er durch seine Ansprüche auf die Normandie der Staatskonsolidierung unter Philipp II. entgegenstand.

Königsmythos
Um Richard Löwenherz, der in Literatur und Sagen als der Inbegriff des weisen, guten Königs größter Ritterlichkeit gehandelt wird, ranken sich trotz seiner nur kurzen Herrschafts- und Lebenszeit zahlreiche Legenden.
Ein Teil dieser Idealisierung beruht auf gezielter Propaganda schon zu Lebzeiten. So inszenierten sich König und Hof als ritterliche Idealbilder. Die Artus-Sage spielte dabei eine große Rolle. Richard besaß unter anderem ein Schwert, das man als Excalibur, die mythische Klinge Artus', ansah. Richards unbestreitbare militärische Fähigkeiten wurden maßlos übertrieben. Beispielsweise wurde behauptet, er habe 1192 in der Schlacht von Jaffa gemeinsam mit nur sechs Rittern (und deren Gefolgschaft) dreitausend Sarazenen in die Flucht geschlagen.
Sicherlich ist Richard I. Plantagenêt eine der schillerndsten Personen des Hochmittelalters. Richard hatte ebenso wie seine Eltern ein ungeheures Charisma und war in jeder Hinsicht ein entschlossener Entscheider. Meist handelte er sofort und konnsequent. Obgleich selbst Normanne, erkannte Richard dennoch, wie wichtig es war, den Konflikt zwischen den einstigen Eroberern aus der Normandie und den alteingesessenen Angelsachsen beizulegen. Wollte er die Angelsachsen für seine militärischeen Pläne zuverlässig nutzen können, so musste er nicht nur deren Treue, sondern auch deren Akzeptanz bei den Normannen gewinnen. Gegen die Widerstände des normannischen Adels erließ Richard das Edikt, dass es fortan keine Unterscheidung mehr nach Normannen und Angelsachsen gebe, sondern nur noch ein Volk: das der Engländer. Da es den widerständlerischen normannischen Adligen an einer einigenden Gegenfigur fehlte, die ein Richard ebenbürtiges Format gehabt hätte, setzte Richard dieses Vorhaben durch und tat damit den ersten Schritt zu seiner Legendenbildung.
Richard war für seine Zeit sehr groß (1,86 m), ihm fehlte es tatsächlich in Gefechten nicht an Mut, und es ist bekannt, dass er auch für Gegner zeitweilig große Achtung und Bewunderung empfand. Erfunden ist jedoch, dass er sich persönlich jemals mit Saladin, dem Sultan von Ägypten und islamischen Führer im Kampf gegen die christlichen Kreuzritter, getroffen habe oder gar mit ihm befreundet gewesen sei. Belegt ist hingegen, dass sie jeweils große Achtung voreinander empfanden. Doch Ricchard I. Plantagenet war nicht nur der strahlende, charismatische König, sondern er konnte für heutiges Empfinden mitunter auch impulsiv und grausam sein. So ließ er nach der Eroberung von Akkon in einem nahe gelegenen Tal im August 1191 ca. 270700 muslimische Gefangene töten, die zur Sicherstellung der Entschädigungsbedingungen (u.a. Zahlung von 200.000 Golddinaren, Rückgabe der Reliquie des "Wahren Kreuzes", Freilassung fränkischer Gefangener) als Geiseln genommen worden waren[2], als Saladin die versprochene Umsetzung der Bedingungen verzögerte.[13] Den Quellen nach zu urteilen war Richard  – wie die übrigen frühen normannischen Könige  – sehr belesen und unter anderem des Lateinischen mächtig.
Ebenfalls ins Reich der Legenden gehört Richards angebliche Liebe zu England. Es ist unter Historikern umstritten, ob er überhaupt Englisch sprach. Jedenfalls bevorzugte er Französisch und fühlte sich vermutlich vor allem als Aquitanier und alals Herrscher eines vom Königreich Frankreich unabhängigen Angevinischen Reichs. Er soll das kalte regnerische England gehasst und jeden Vorwand genutzt haben, nicht dort sein zu müssen. So kam es, dass er sich während seiner Gesamtregierungszeit von zehn Jahren insgesamt nicht länger als zehn Monate tatsächlich in England aufhielt. Zeitgenossen berichten:
„Zur Finanzierung des Kreuzzuges hätte er sogar London verkauft, wenn er einen Käufer dafür gefunden hätte.“
Die Legende seiner Ritterlichkeit begründet sich nicht zuletzt in der ebenfalls teilweise erfundenen Geschichte um seinen Tod. Wahr ist, dass Richard während eines Gefechtes in Frankreich, Châlus, Haute-Vienne, von einem Armbrustbolzen getroffen wurde und nach einigen Tagen an den Folgen des Wundbrands starb. Der Legende nach ließ er Pierre Basile, den feindlichen Schützen des tödlichen Bolzens, nach der gewonnenen Schlacht suchen und zu sich bringen und schlug diesen mit den Worten zum Ritter:
„Wer fähig ist, mich, den König, zu töten, der ist es wert, ein Ritter zu sein.“
Inwieweit dies der Wahrheit entspricht, ist nicht mehr zu klären. Die Tatsachen sprechen dagegen, denn der Schütze wurde nach dem Tod Richards von dessen Angehörigen gehäutet und zu Tode gefoltert. Richards Tod wurde von dem anglo-normannischen Chronisten Roger von Hoveden wie folgt kommentiert:
„In seinem Tod vernichtete die Ameise den Löwen. O Schmerz, in einem solchen Untergang geht die Welt zugrunde![14]“
Das Herz von Richard Löwenherz ist in einem Grabmal in der Kathedrale von Rouen, in der Normandie, zu finden. Der Leichnam selbst ist im Kloster Fontevrault, zusammen mit den Gräbern seiner Eltern Heinrich II. und Eleonore von Aquitanien, beigesetzt. 
von England (Plantagenêt), König Richard I. Löwenherz (I8375)
 
49408 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Marshal,_3._Earl_of_Pembroke (Jul 2023)

Richard Marshal, 3. Earl of Pembroke (nach anderer Zählung auch 6. Earl of Pembroke; * in den frühen 1190er; † 16. April 1234 in Kilkenny), war ein anglonormannischer Magnat, und Höfling. Er führte von 1233 bis zu seinem Tod eine erfolglose Revolte gegen den englischen König.

Herkunft und Jugend
Richard Marshal entstammte der Familie Marshal. Er wurde zu Beginn der 1190er Jahre als zweiter Sohn von William I. Marshal und von Isabel de Clare, der Tochter und Erbin von Richard Strongbow geboren. Er wird erstmals 1203 erwähnt, in den nächsten Jahren taucht er als Jugendlicher im Gefolge seines Vaters auf, der zu den wichtigsten Magnaten unter König Johann Ohneland gehörte. Als sich die Beziehungen zwischen dem König und William Marshal 1207 so verschlechterten, dass sich dieser auf seine Güter in Irland zurückzog, zwang ihn der König, das er nicht nur seinen ältesten Sohn William, sondern auch seinen zweiten Sohn Richard als Geisel für sein Wohlverhalten stellte. Bis auf eine kurze Unterbrechung lebte Richard bis 1212 in königlichem Gewahrsam, ehe der König wieder von der Treue seines Vaters überzeugt war. 1214 begleitete Richard den König auf seinen fehlgeschlagenen Feldzug ins Poitou, wo er lebensbedrohlich erkrankte und nur knapp überlebte. Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder William ist nicht überliefert, dass Richard aktiv am Ersten Krieg der Barone teilnahm. Als sein greiser Vater im Mai 1219 starb, war Richard am Hof des französischen Königs Philipp II., wo er sich vermutlich auf die Übernahme der Besitzungen seines Vaters in der Normandie vorbereitete.

Seigneur in der Normandie
Nach dem Tod ihrer Mutter Isabel 1220 übernahm Richard die Besitzungen seines Vaters in der Normandie und wurde nach Zahlung einer hohen Gebühr an König Philipp II. Seigneur von Longueville-sur-Scie und Orbec. Bis 1231 war er nun ein französischer Adliger, während sein älterer Bruder William die Besitzungen in England, den Welsh Marches und in Irland übernommen hatte. Um 1222 hatte Marshal Gervaise († um 1239) geheiratet, die Tochter und Erbin von Alain de Dinan, einen der wichtigsten Adligen der Bretagne. Sie war bereits zweifach verwitwet. In erster Ehe hatte sie Juhel III. von Mayenne (Haus Mayenne), den bedeutendsten Adligen von Maine, geheiratet, in zweiter Ehe den bretonischen Vicomte Geoffroy de Rohan (Haus Rohan). Durch seine Heirat wurde Marshal auch zu einem bedeutenden Adligen der Bretagne, und im Mai 1225 nahm er an einer großen Versammlung der bretonischen Adligen mit ihrem Herzog Peter Mauclerc in Nantes teil. Nach dem plötzlichen Tod von König Ludwig VIII. wandte sich der französische Regentschaftsrat im November 1226 an Marshal und andere Adlige der Normandie und bat sie um ihre Unterstützung für den minderjährigen Thronfolger Ludwig.

Neben den Besitzungen in Frankreich hielt Marshal jedoch auch Long Crendon in Buckinghamshire, ein Gut seiner Mutter, und beanspruchte erfolgreich die Güter von Ringwood in Hampshire und Burton Latimer in Northamptonshire, auf die seine Frau langwährende Ansprüche hatte. Der Besitz von Gütern in England, das mit Frankreich weiterhin offiziell verfeindet war, war ein Gunstbeweis des englischen Königs an seine Familie. Richard nutzte die Situation aus, um in England Privilegien für Kaufleute aus der Normandie zu erhalten. Die fortwährende Feindschaft zwischen England und Frankreich brachte jedoch neue Schwierigkeiten für Richard und auch seinen Bruder William in Verlegenheit. Während des Französisch-Englischen Kriegs von 1224 bis 1225 fielen die englischen Güter von Richard zeitweise in königliche Verwaltung. Als der englische König Heinrich III. im Mai 1230 in der Bretagne landete (→ Frankreichfeldzug Heinrichs III. (1230)) und Richards Burg Dinan besetzte, geriet Richard in neue Schwierigkeiten. Anscheinend war Richard zunächst an der englischen Expedition beteiligt, doch als er nicht seine Treue gegenüber dem französischen König kündigte, zog er sich den Zorn von Heinrich III. zu.

Umstrittene Nachfolge seines Bruders in England
Als sein älterer Bruder William Marshal Ostern 1231 in England ohne männliche Nachfahren starb, war Richard Marshal in Rouen. Heinrich III. wollte zunächst die Erbfolge von Richard verhindern und wies seine Hafenbeamten an, Richard nicht ins Land zu lassen. Angesichts von Richards Treue zu Frankreich war dies eine natürliche Vorsichtsmaßnahme. In Südwales war es nach William Marshals Tod zu Unruhen gekommen. Heinrich III. selbst marschierte nach Südwales und befriedete das Land, doch nach seinem Rückzug stieß der walisische Fürst Llywelyn ab Iorwerth nach Südwales vor. Heinrich III. sammelte daraufhin sein Feudalheer in Oxford und marschierte im Juli erneut nach Wales, wo die Waliser seiner Armee auswichen. Der König ließ daraufhin Painscastle in den Welsh Marches wiederaufbauen. Dort wurde er von Peter Mauclerc und dem Earl of Chester besucht, die gerade einen dreijährigen Waffenstillstand mit Frankreich abgeschlossen hatten. Richard Marshal, der trotz der Maßnahmen des Königs in England gelandet war, erschien ebenfalls und beanspruchte das Erbe seines Bruders. Der Justiciar Hubert de Burgh riet dem König, seine Hommage auszuschlagen und ihn wieder des Landes zu verweisen. Angeblich soll Richard daraufhin die Anhänger seiner Familie in Wales und Irland zur Revolte aufgerufen haben. Der König, der die Marshal-Ländereien besetzt hatte, rechtfertigte sich in einem Brief an die irischen Barone. Der Prior von Notley Abbey und der Earl of Chester sicherten Richard Marshal freies Geleit zu, um Ende Juni den König zu treffen, und der König setzte ihn schließlich Anfang August als Earl of Pembroke, Lord of Leinster und als Marshal ein. Von nun an bis zu seinem Tod wurde Richard Marhal für die englische Politik mitbestimmend.

Beginn der Revolte gegen den König
Am 29. Juli 1232 entließ der König seinen Justiciar Hubert de Burgh und ernannte Stephen of Seagrave zu dessen Nachfolger. Tatsächlich wurde jedoch der aus Frankreich stammende Bischof Peter des Roches von Winchester die führende Figur im Regentschaftsrat. Im November 1232 wurde Marshal als einer der vier Earls ausgewählt, die den in Ungnade gefallenen Hubert de Burgh in Devizes Castle bewachen sollten. Für diesen Dienst erhielt er von der Krone Awre in Gloucestershire. Das gute Einvernehmen zwischen Marshal und dem König war jedoch nur von kurzer Dauer, da Richard sich sträubte, Eleanor, der Witwe seines Bruders und Schwester des Königs, ein angemessenes Wittum zu übergeben. Schließlich erklärte er sich bereit, ihr die knappe Summe von £ 400 im Jahr aus ihr zustehenden Besitzungen in Südwales und Irland zu zahlen. Bereits im Juni 1233 versäumte er aber seine Zahlungen. Zu dieser Zeit stand der König stark unter dem Einfluss von Bischof Peter des Roches und dessen Neffen Peter de Rivallis. Diese sogenannten Poitevins hatten zusammen mit dem Justiciar Stephen of Seagrave Weihnachten 1232 einen Großteil der englischen Hofbeamten durch ihre meist aus Frankreich stammenden Anhänger ersetzt. Damit hatten sie fast ein Monopol auf die Gunst des Königs erreicht, was zu erheblichen Unmut unter den englischen Baronen führte. Unter den Beamten, die sie verdrängt hatten, war auch William of Rowden, ein enger Gefolgsmann von Marshal. Im Frühjahr 1233 nahmen die Spannungen zwischen den Poitevins und den Gefolgsleuten von Marshal, besonders Gilbert Basset und seine Brüder sowie Richard Siward, zu. Marshal wurde schließlich, vielleicht gegen seinen Willen, zu bewaffneten Protest und in eine verhängnisvolle Revolte gegen den König getrieben.

Als der König seine Barone für den 24. Juni 1233 zu einer Ratsversammlung nach Oxford lud, folgten die meisten englischen Barone der Einladung nicht, ebenso wenig einer Ladung für den 5. Juli nach Westminster. Am 9. Juli erklärten Marshal, Basset und Siward, sie hätten sich im Zorn vom Königshof zurückgezogen, da der König Basset und Siward Gerechtigkeit verweigert hätte. Der genaue weitere Ablauf wird von den zeitgenössischen Chronisten unterschiedlich dargestellt. Der Chronist Roger von Wendover beschreibt, dass Isabella von Pembroke, die Ehefrau von Richard von Cornwall und Marshals Schwester, ihren Bruder vor einer Verschwörung am Hofe gewarnt hätte. Marshal sollte bei einer Ratsversammlung am 14. August verhaftet werden, woraufhin er rebellierte und vor dem 1. August nach Wales floh. Der König soll ihn daraufhin geächtet haben.

Wahrscheinlicher ist dagegen, dass Marshal für eine offene Revolte keine Vorbereitungen getroffen hatte. Er versuchte, Anfang August seine Anhänger bewaffnet bei Gilbert Bassets Gut in Wycombe in Buckinghamshire zu sammeln. Die meisten seiner Sympathisanten schreckten dabei vor einer offenen Revolte zurück, so dass Marshal außerhalb der Welsh Marches keine Unterstützer hatte. Der König hatte dagegen noch Mitte August keine Kenntnis über die drohende Rebellion und wollte einen Feldzug nach Irland unternehmen. In Wales besetzten Anhänger Marshals Hay Castle und Ewyas Lacy Castle, während Basset und Siward ihre Treue gegenüber dem König aufkündigten. Als Heinrich III. davon erfuhr, berief er für den 17. August ein Heer nach Gloucester und vereinte es mit seinen Söldnern aus dem Poitou. Er erklärte Marshal zum Verräter, ohne gemäß den Bestimmungen der Magna Carta seine Barone angehört zu haben. Dann ließ er Marshals Güter in England besetzen und begann mit der Belagerung von Usk Castle in Südostwales. Angesichts seiner geringen Zahl an Unterstützern hatte Marshal keine Wahl und musste versprechen, sich am 8. September zu unterwerfen.

Offener Bürgerkrieg in den Welsh Marches
Damit war die erste Phase des Konflikts vorbei, und auf einer Ratsversammlung in Westminster bedrängten die anwesenden Barone den König, sich mit Marshal auszusöhnen. Marshal befand sich jedoch weiterhin mit dem walisischen Lord Morgan ap Hywel von Caerleon, dem traditionellen Feind seiner Familie, in Kriegszustand. Dazu unternahmen die weiterhin geächteten Basset und Siward wahrscheinlich mit Billigung, auf jeden Fall mit Kenntnis von Marshal, einen Überfall auf Güter von Peter des Roches. Marshal misstraute den Absichten des Königs und seiner ausländischen Ratgeber, und da er von den englischen Magnaten keine Unterstützung erhielt, wandte er sich an den walisischen Fürsten Llywelyn ab Iorwerth. Er überwand die bisherige Feindschaft zwischen seiner Familie und dem Waliser und verbündete sich mit diesem gegen den König, der sich seit 1231 im Krieg mit dem englischen König befand. Vielleicht um seine weiterhin geächteten Anhänger zu beruhigen oder um zu verhindern, dass Morgan ap Hywel Unterstützung durch König Heinrich erhielt, wandte sich Marshal Anfang Oktober mit walisischer Hilfe gegen Glamorgan, das von Peter des Roches verwaltet wurde. Er eroberte einschließlich Cardiff Castle alle Burgen in der Herrschaft, während Llywelyn ab Iorwerth Brecknockshire angriff und Abergavenny Castle eroberte und zerstörte. Daraufhin ließ der König am 18. Oktober alle Besitzungen und Burgen Marshals förmlich beschlagnahmen und befahl zehn Tage später deren Zerstörung. Als Richard Siward und die Bassets Ende Oktober den aus seiner Gefangenschaft ins Kirchenasyl geflüchteten Hubert de Burgh in Devizes befreiten, vergrößerte sich nur der Zorn des Königs. Er sammelte eine Armee bei Hereford und überfiel damit die Besitzungen Marshals in Südwales.

Siward und Basset brachten den befreiten Hubert de Burgh nach Chepstow Castle, wo er sich Marshal anschloss. Angesichts der Übermacht des Königs konnten die Rebellen nicht auf einen Sieg hoffen, doch sie leisteten anhaltenden und erfolgreichen Widerstand. Am Abend des 11. November überraschten die walisischen Verbündeten von Marshal das lagernde königliche Heer vor Grosmont Castle, schlugen es in die Flucht und konnten angeblich 500 Packpferde rauben. Einen direkten Angriff auf den in die Burg geflüchteten König untersagte Marshal jedoch. Der König zog sich nach Gloucester zurück, doch am 25. November überlebte Marshal nur knapp ein blutiges Gefecht mit königlichen Söldnern unter Balduin von Guînes bei Monmouth Castle.[1] Ein Friedensangebot des Königs wies Marshal am 22. Dezember zurück, und nach einem weiteren Überfall auf die königliche Armee am 26. Dezember stockten weitere Vorstöße der königlichen Truppen. Anfang Januar 1234 plünderten Llywelyn ab Iorwerth und Marshal Shropshire und brannten Teile von Shrewsbury nieder, konnten jedoch Shrewsbury Castle nicht erobern. Auch die dreimonatige Belagerung von Carmarthen Castle durch ein kombiniertes walisisch-englisches Heer unter dem Waliser Rhys Gryg scheiterte im März nach der Ankunft eines königlichen Entsatzheeres unter Henry de Trubleville unter hohen Verlusten.[2] Siward und Basset unternahmen dagegen bis Mai erfolgreich weitere Raubzüge auf Güter ihrer Feinde in England. Heinrich III. zog sich von Gloucester nach Winchester zurück, worauf Gloucestershire von den Rebellen verwüstet wurde.

Der König war außer sich vor Zorn und verlangte, dass Marshal mit einem Strick um den Hals ihn um Gnade anflehen solle. Tatsächlich war die Situation unentschieden, und die Bischöfe von England und Wales, die bereits im Herbst 1233 zu vermitteln suchten, unternahmen einen neuen Versuch, die Rebellion zu beenden. Am 2. Februar wandten sie sich unter Führung von Edmund Rich, den gewählten neuen Erzbischof von Canterbury, in Winchester an den König und verlangten die Entfernung von Bischof Peter des Roches und seiner Verbündeten aus dem königlichen Rat. Angesichts des Drucks der Bischöfe, die mit kirchlichen Sanktionen drohten, musste der König nachgeben. Er beauftragte den Erzbischof, mit Marshal und mit Llywelyn ab Iorwerth einen Waffenstillstand zu schließen.

Entscheidung in Irland
In der Zwischenzeit hatte sich der Konflikt nach Irland ausgeweitet, wo der irische Justiciar Maurice Fitzgerald, Richard de Burgh und andere Vasallen des Königs die Besitzungen Marshals angriffen. Um seine Güter zu schützen, setzte Marshal im Februar oder März von Wales nach Irland über. Über den genauen Verlauf der Auseinandersetzungen gibt es nur wenige gesicherte Angaben. Angeblich wurde Marshal von seinem Vasallen Geoffrey Marsh verraten, der insgeheim mit FitzGerald verbündet war. Am 1. April kam es zwischen Marshals Truppen und seinen Gegnern in der Ebene von Curragh bei Kildare zur Schlacht. Angeblich sollen Marshals irische Vasallen ihn vor der Schlacht verlassen haben, so dass sich Marshal, der eine Flucht ablehnte, mit nur wenigen walisischen Rittern der Übermacht stellte. Nach heldenhaften Kampf wurde er geschlagen und gefangen genommen. Am 16. April erlag er in seiner eigenen, von seinen Gegnern eroberten Burg Kilkenny seinen Verletzungen. Er wurde vermutlich im von seinem Bruder gegründeten Dominikanerkonvent von Kilkenny, nach anderen Angaben im Franziskanerkonvent von Kilkenny begraben.

Folgen
Die Nachricht von Marshals heldenhaften Kampf und Tod schockierte den König und seinen Hof. Sie verschlechterte weiter die Stimmung gegen Peter des Roches, Peter de Rivallis, Stephen of Seagrave und deren Anhänger aus dem Poitou, die beim König vollends in Ungnade fielen und vom Hof verbannt wurden. Schon bald kamen Gerüchte auf, nach denen die Poitevins königliche Briefe gefälscht und somit den Krieg in Irland provoziert hätten. In Wirklichkeit belohnte der König FitzGerald und dessen Verbündete großzügig mit der Vergabe von Marshals irischen Besitzungen, während die noch in Gefangenschaft befindlichen irischen Vasallen Marshals hohe Lösegelder bezahlen mussten. Auch Geoffrey Marsh, der wahrscheinlich nur der Sündenbock der Chronisten war, musste ein hohes Lösegeld für seine Freilassung entrichten. Der als Kriegsheld gefeierte Richard Siward dagegen genoss die Gunst des Königs, der ihm am 3. Juni 1234 die Verwaltung von Glamorgan übergab.[3] Am 22. Juni 1234 schloss der König auch mit dem rebellischen Llywelyn ab Iorwerth einen Friedensvertrag.

Erbe
Richard Marshals Ehe war kinderlos geblieben. Er war ein großzügiger Stifter für eine Reihe von Klöstern in der Normandie, der Bretagne, in England und Irland gewesen. Sein Erbe wurde sein Bruder Gilbert, der die Güter in England, den Welsh Marches und die verbliebenen Güter in Irland sowie den Titel Earl of Pembroke erbte. Die Besitzungen in der Normandie wurden jedoch nach Richards Tod von König Ludwig IX. beschlagnahmt. 
Marshal, Richard 3. Earl of Pembroke (I41658)
 
49409 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Neville,_5._Earl_of_Salisbury

Richard Neville, jure uxoris 5. Earl of Salisbury, KG, PC (* 1400 auf Raby Castle, Durham; † 31. Dezember 1460) war ein Führer der Yorkisten in den Anfängen der Rosenkriege.

Leben
Richard war der dritte Sohn (als zehntes Kind) von Ralph Neville, 1. Earl of Westmorland, und das erste Kind seiner zweiten Ehefrau Joan Beaufort. Die Besitzungen der Neville befanden sich in erster Linie in Durham und Yorkshire, aber die Könige Richard II. und Henry IV. von England sahen die Familie als nützliches Gegengewicht zu der Macht der Percies an der schottischen Grenze an, woraus sich Ralphs 1397 verliehener Titel und seine Ernennung zum Lord Warden of the Marches 1403 begründete. Ralphs Ehe mit Joan Beaufort kann als weiterer Beweis der Wertschätzung verstanden werden, da sie als Enkelin Eduard III. zur königlichen Familie zählte.

Waren schon die Kinder von Ralphs erster Ehefrau vorteilhaft im örtlichen Adel verheiratet worden, konnten die Kinder von Joan Beaufort in bedeutend wichtigere Familien verheiratet werden. Drei von Richards Schwestern heirateten englische Dukes (seine jüngste Schwester wurde die Ehefrau von Richard Plantagenet, 3. Duke of York), Richard selbst heiratete Alice Montacute, Tochter und Erbin von Thomas Montacute, 4. Earl of Salisbury.

Das genaue Datum ihrer Hochzeit ist nicht überliefert, sie muss aber vor Februar 1421 stattgefunden haben, da beide als verheiratetes Paar an der Krönung von Königin Catherine teilnahmen. Zur Zeit der Hochzeit stand noch nicht fest, dass sie die Earlswürde erben würden, da nicht nur Earl Thomas noch lebte, sondern er 1424 noch seine zweite Ehefrau Alice Chaucer geheiratet hatte. Diese Ehe blieb aber kinderlos, so dass Richard Neville und Alice mit Thomas Montacutes Tod im Jahr 1428 zum neuen Earl und Countess von Salisbury aufstiegen.

Von diesem Zeitpunkt an wurde Richard Neville regelmäßig als Salisbury benannt. 
Neville, Richard 5. Earl of Salisbury (I41459)
 
49410 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_of_Chilham

Sir Richard of Chilham (auch Richard fitz Regis, Richard Fitzroy oder Richard of Dover) († vor 24. Juni 1246) war ein englischer Adliger und Militär.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Richard of Chilham war ein unehelicher Sohn des englischen Königs Johann Ohneland und von dessen Geliebten Adela, einer Tochter von Hamelin de Warenne, Earl of Surrey, die auch seine Cousine war. Er wurde vermutlich in den 1190er Jahren geboren. In den mittelalterlichen Quellen kann er oft mit seinem namensgleichen Halbbruder Richard verwechselt werden, vor allem bevor dieser 1225 die Titel Graf von Poitou und 1227 Earl of Cornwall erhielt. Daneben gab es noch einen weiteren Richard of Dover († 1244/45).

Rolle im Krieg der Barone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Richard ist der einzige uneheliche Sohn des Königs, der zum Baron aufstieg. Um den 10. Juli 1214 heiratete er Rose of Dover, Tochter und Erbin von Fulbert II of Dover. Dadurch wurde er Lord der Honour of Chilham in Kent. Zu der Honour gehörten Chilham Castle sowie etwa 15 Knight’s fees in Kent und Essex. 1215 wurde Richard zum Ritter geschlagen. Während des Ersten Kriegs der Barone diente er als Hauptmann der königlichen Truppen und als Constable von mehreren königlichen Burgen. Seine wichtigste Aufgabe erhielt er im Juni 1216, als er Constable des strategisch wichtigen Wallingford Castle in Berkshire wurde. Die Burg einschließlich der zugehörigen Honour mit etwa 120 Knight’s fees verwaltete er mindestens bis März 1218, dazu diente er ab 1217 als Sheriff von Berkshire. Am 24. August 1217 zeichnete er sich in der Seeschlacht von Sandwich aus, die den Krieg der Barone militärisch entschied. Richard war Kommandant eines Schiffes, das das französische Flaggschiff angriff und schließlich enterte. Nach der Chronik des Roger von Wendover hat Richard anschließend selbst den Kommandanten der französischen Flotte, den berüchtigten Piraten Eustache le Moine, enthauptet. Nach Ende des Kriegs der Barone wurde ihm im Mai 1218 erneut die Verwaltung von Burg und Honour of Wallingford übertragen, wobei offen ist, ob er dieses Amt zuvor überhaupt abgegeben hatte. Im selben Jahr brach er, vermutlich mit anderen englischen Baronen und Rittern, zum Kreuzzug nach Damiette auf. Er erreichte Ägypten und kehrte nach dem Scheitern des Kreuzzugs vermutlich 1220 nach England zurück.

Späteres Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Während sein Vater Johann ihm offenbar voll vertraut hatte, hatte Richard zu seinem Halbbruder König Heinrich III. kein enges Verhältnis. Ende April 1220 übergab er der Krone wieder Wallingford Castle, blieb jedoch Sheriff von Berkshire.[1] Ob er oder sein Halbbruder Richard 1223 im englischen Heer in Wales diente und 1225 zusammen mit dem schottischen König Alexander II. eine Wallfahrt nach Canterbury unternahm, ist ungeklärt. Gesichert ist, dass er 1225 die Steuer des Fünfzehnten in Kent eintrieb, die das Parlament für einen Feldzug im Poitou bewilligt hatte. 1227 legte er vermutlich sein Amt als Constable von Wallingford nieder, als er erneut als Kreuzfahrer ins Heilige Land aufbrach und nach 1228 zurückkehrte. 1230 nahm er am Feldzug Heinrichs III. in die Bretagne teil. Im Mai und Juni 1242 leitete er noch zusammen mit William Bardolf die Seeoperation gegen die Insel Lundy, wo der Pirat William de Marisco und seine Genossen gefangen genommen und zur Hinrichtung nach London gebracht wurden.

Richard starb 1246, am 24. Juni huldigte seine Witwe Rose dem König für ihre Ländereien.
Seine Witwe heiratete vor 1253 den Richter William of Wilton. Richards Erbe wurde zunächst sein Sohn Richard, nach dessen Tod erbte seine Tochter Isabel Chilham, durch deren Heirat mit Maurice de Berkeley die Güter an die Familie Berkeley fielen. 
FitzRoy (von Chilham), Baron Richard (I28251)
 
49411 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Pole_(Ritter)

Sir Richard Pole (* 1462; † 1505) war ein englischer Ritter walisischer Abstammung, der den englischen König Heinrich VII. unterstützte und sehr nahe stand. Er wurde zum Ritter des Hosenbandordens ernannt und war mit Margaret Plantagenet, einem Mitglied der Plantagenet-Dynastie, verheiratet. Diese Heirat stärkte die Allianz zwischen Haus York und Haus Lancaster zum Haus Tudor.

Familie
Er war der Nachfahre einer uralten walisischen Familie und gehörte der Landed gentry von Buckinghamshire an. Er war der Sohn von Geoffrey Pole, Esquire, (1431–1474) der die Güter Worrell in Cheshire und Wythurn bei Medmenham in Buckinghamshire besaß. Seine Mutter war Edith St John, die Tochter von Sir Oliver St John, of Bletso in Bedfordshire, und die Halbschwester von Lady Margaret Beaufort, der Mutter von Heinrich VII. Somit war Richard ein Cousin ersten Grades vom englischen König. Auch war er der Cousin ersten Grades von Alice St John, Ehefrau von Henry Parker. Ihre Tochter war Jane Parker, die wiederum George Boleyn, den Bruder von Anne Boleyn, heiratete.

Leben während der Regentschaft von Heinrich VII.
König Heinrich VII. nahm Richard Pole als Knappen in seine Leibwache auf, schlug ihn vermutlich im August 1487 zum Knight Bachelor und gab ihm viele Lehen in Wales. Im Jahre 1495 stellte er auch Männer gegen die Rebellion Perkin Warbecks auf.

Sir Richard Pole war „ein tapferer und erfahrener Kommandant“. Zuerst diente er Heinrich in den schottischen Kriegen 1497. Ihm wurden 200 Bogenschützen und fünf Halb-Lanzierer gestellt, kurz danach 600 Waffenknechte, 60 Halb-Lanzierer und 540 Bogenschützen.

Der König ernannte ihn später zum Haushofmeister seines ältesten Sohnes und Erben, Arthur Tudor. Am 23. April 1499 wurde er als Knight Companion in den Hosenbandorden aufgenommen.[1] Nachdem Arthur Tudor 1501 Katharina von Aragon geheiratet hatte, begleitete Pole das Ehepaar nach Ludlow Castle, dem damaligen Wohnsitz Arthurs als Prince of Wales. Später bekam er die Verantwortung für die walisischen Märsche übertragen. Ebenso hatte er die Aufgabe sich mit dem walisischen Vorstand zu beraten, wie sie den König über den Tod seines meistgeliebten und ältesten Sohnes am 2. April 1502 informieren sollten.

Ehe
Er heiratete Margaret Plantagenet, Tochter von George Plantagenet, 1. Duke of Clarence und Isabella Neville zwischen 1491 und 1494. William Shakespeare schrieb, Margaret habe sich in der Ehe gefunden. Horace Walpole schrieb, „Heinrich verheiratete sie mit dem bedeutsamen Sir Richard Pole, welcher der Walisische Prinz genannt wird“. Wahrscheinlich wurde gerade er für Margaret ausgewählt, weil der König ihm vertraute und selbst mit ihm verwandt war. Es war wichtig, die Plantagenet-Tochter mit einem treuen Mann zu verheiraten, da es immer wieder Aufstände gab, die die weiße Rose (Haus York) wieder an der Macht haben wollten. 
Pole, Herr Richard (I28194)
 
49412 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Woodville,_1._Earl_Rivers

Richard Woodville, 1. Earl Rivers KG (eigentlich Richard Wydeville oder Wydville, * um 1405 in Maidstone; † 12. August 1469 in Kenilworth) war ein englischer Militär und Adliger, der über seine Enkelin Elizabeth von York zu den Vorfahren des heutigen britischen Königshauses gehört.

Leben
Herkunft
Woodville entstammte einer alten Familie der Gentry von Northamptonshire. Er war ein Sohn von Richard Wydeville, der als jüngerer Sohn eines Adligen als Soldat während des Hundertjährigen Kriegs in Frankreich gekämpft hatte.

Soldat im Hundertjährigen Krieg
Woodville wurde ebenfalls Soldat und wurde vor allem aufgrund des Ansehens seines Vaters 1426 zum Knight Bachelor geschlagen. 1429 diente er als Captain und 1435 gehörte er zum Gefolge des Duke of Bedford, des englischen Regenten in Frankreich. Im selben Jahr nahm er an der Schlacht von Gerberoy teil, während der er vermutlich gefangen genommen wurde. Nach seiner Freilassung diente er bis 1436 unter William de la Pole, Duke of Suffolk, 1439 unter dem Duke of Somerset und dem Earl of Shrewsbury und von 1441 bis 1442 unter Richard von York. 1440 gewann er in Smithfield einen Turnierkampf gegen den spanischen Ritter Pedro de Vasquez. Woodville wurde Captain von Alençon und begleitete 1444 als Knight Banneret die zukünftige Königin Margarete von Anjou nach England. 1450 wurde er Seneschall der Gascogne, doch er konnte sein Amt nicht mehr antreten, da die Region von Frankreich erobert wurde. Von 1454 bis 1455 war er Lieutenant von Calais. Nachdem sein Vater um 1441 gestorben war, erbte er dessen bescheidenen Besitzungen in Grafton Regis in Northamptonshire und Mote bei Maidstone. Woodville bekleidete mehrere Ämter, darunter ab 1448 als Friedensrichter von Northamptonshire und ab 1454 für Kent. 1450 nahm er an der Niederschlagung der Revolte von Jack Cade teil.

Heirat der Witwe des Duke of Bedford
Sowohl als Militär wie auch als Grundbesitzer war Woodville bislang nur mäßig erfolgreich gewesen. Seinen Aufstieg verdankte er Jacquetta von Luxemburg, der jungen Witwe des 1435 gestorbenen Duke of Bedford, die er im März 1437 heimlich geheiratet hatte. Diese unstandesgemäße Ehe war für Jacquettas Verwandtschaft ein Schock, und da sie ohne Erlaubnis des Königs erfolgt war, verurteilte dieser Woodville zur Zahlung einer Strafe in Höhe von £ 1000. Woodville wurde durch seine Ehe jedoch ein Verwandter des Hauses Lancaster und der französischen Familie Luxemburg-Ligny, der Grafen von St Pol sowie der späteren englischen Königin Margarete von Anjou. Durch ihr Wittum erhielt er ein lebenslanges jährliches Einkommen in Höhe von 2000 Mark. Am 9. Mai 1448 wurde Woodville zum Baron Rivers erhoben und 1450 als Knight Companion in den Hosenbandorden aufgenommen. Für seine Kinder konnte er Heiraten mit dem niederen Adel arrangieren. Dennoch wurde er von den alten Adelsfamilien, vor allem von den Nevilles, als Emporkömmling behandelt. Richard Neville, 16. Earl of Warwick, bestätigte ihn 1456 nicht mehr als Lieutenant von Calais. In der Folge war Woodville häufig im Dienst des Duke of Somerset unterwegs und wurde 1457 Constable von Rochester.

Unterstützer des Hauses Lancaster während der Rosenkriege
Nach der Flucht des Earl of Salisbury und des Earl of Warwick, der Hauptunterstützer von Richard von York nach Calais 1459 sollte Woodville als Constable von Rochester Kent vor einem Angriff der Yorkisten beschützen. Er wurde jedoch selbst 1460 bei Sandwich von den Yorkisten überrascht und unter demütigenden Umständen gefangen genommen. Nach seiner Freilassung kämpfte er weiter für das Haus Lancaster, bis er nach der Niederlage von Towton, als die Rosenkriege für das Haus Lancaster verloren schienen, die Seiten wechselte. Er wurde nicht enteignet, musste sich aber im Kampf gegen die verbliebenen Lancastrianer in Nordengland bewähren.

Schwiegervater König Eduards IV.
Ab 1463 hatte er die Gunst des neuen Königs, Eduard IV. aus dem Haus York der ihn in seinen Rat aufnahm. Im Mai 1464 heiratete der König zunächst heimlich Woodvilles älteste, bereits verwitwete Tochter Elizabeth. König Edward IV. versorgte seinen Schwiegervater und seine Schwägerinnen und Schwäger großzügig mit Titeln und Ämtern. Woodville wurde am 4. März 1466 zum Lord High Treasurer ernannt und am 25. Mai 1466 zum Earl Rivers erhoben. Am 24. August 1467 wurde er Constable of the Realm, nachdem der bisherige Amtsinhaber, der Earl of Worcester, das Amt zum Kauf angeboten hatte. Von Woodvilles Kindern wurde Lionel Bischof von Salisbury, John heiratete die verwitwete Duchess of Norfolk, und sein Enkel Thomas Grey heiratete Anne Holland, Tochter und Erbin des Duke of Exeter. Seine Tochter Katherine heiratete den Duke of Buckingham, und für Margaret, Anne, Mary und Eleanor wurden Heiraten mit Thomas, Lord Maltravers, William, Lord Bourchier, William Herbert and Anthony Grey, den Erben bzw. Earls of Arundel, Essex, Pembroke und Kent arrangiert. Der König übernahm auch die Kosten der Hochzeiten und stattete sie teilweise auch mit Ländereien als Mitgift aus. Durch diese Bevorzugung durch den König und durch seinen steilen Aufstieg bekam Woodville zahlreiche Neider und Feinde, vor allem der Earl of Warwick, der selbst zahlreiche Töchter hatte, für die er potentielle Heiratskandidaten suchte.

Über Woodvilles Frau Jacquetta, die auch mit den Herzögen von Burgund verwandt war, knüpfte König Eduard Beziehungen zum burgundischen Hof. Woodvilles Sohn Anthony trug 1467 ein berühmtes Turnier mit Antoine, Graf von La Roche aus, einem unehelichen Sohn des Herzogs von Burgund. 1468 heiratete Margaret, die Schwester des Königs, den Herzog von Burgund selbst. 
Woodville, Richard (I28183)
 
49413 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Wydeville

Richard Wydeville (auch Wydville oder Woodville; * um 1385; † um 1441) war ein englischer Militär und Politiker.

Herkunft und Jugend
Wydeville war ein Sohn von John Wydeville und dessen zweiten Frau Isabel, der Witwe von Robert Passelow.

Leben
Von 1405 bis 1406 war er Sheriff von Northamptonshire.[1] Während des Hundertjährigen Kriegs gehörte er 1411 unter dem Kommando von Thomas of Lancaster zur Garnison von Guînes in Nordfrankreich. Während der Feldzüge von 1415 und 1417 in Frankreich diente er als Captain und nahm an der Schlacht von Agincourt teil. Bis 1435 diente er fast ständig in Frankreich und kam nur während kurzer Missionen zurück nach England, beispielsweise 1425, als er Constable of the Tower wurde. 1418 übergab ihm König Heinrich V. die Herrschaften Préaux und Dangu in der Normandie. 1420 wurde er Seneschall der Normandie, Kämmerer des Duke of Bedford, des englischen Regenten in Frankreich, und 1423 dessen Schatzmeister. Damit gehörte er dem Rat des Regenten in Frankreich an. 1427 und 1435 war er als Lieutenant Kommandant von Calais.

1433 war er als Knight of the Shire für Kent Abgeordneter im House of Commons. Nachdem sein Halbbruder Thomas Wydeville um 1435 ohne Nachkommen gestorben war, kehrte Wydeville nach England zurück. Sein Bruder hatte ihm Grafton Regis in Northamptonshire sowie das Manor La Mote bei Maidstone in Kent vermacht, während die anderen Besitzungen an Thomas Schwestern bzw. deren Erben fielen. Wydeville wurde Constable von Rochester Castle und 1437 erneut Sheriff von Northamptonshire. 
Wydeville (Wydville, Woodville), Richard (I28223)
 
49414 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rieneck_(Adelsgeschlecht)

Rieneck (Adelsgeschlecht)

Die Grafen von Rieneck waren ein fränkisches Adelsgeschlecht, das im Mittelalter in der Grafschaft Rieneck im heutigen Unterfranken herrschte.

Vorgeschichte
Name
Den Namen von Rieneck/von Rheineck (in mittelhochdeutscher Schreibweise identisch) trug zunächst ein Adelsgeschlecht, das am Rhein ansässig war, bei Andernach/Bad Breisig eine Burg Rheineck besaß, aber 1150 im Mannesstamm ausstarb.

Territorium
Am Ende des 11. Jahrhunderts tritt ein Mainzer Burggraf und Hochvogt, Graf Gerhard (comes Gerhardus), auf. Neben seinen Mainzer Ämtern hatte er umfangreichen Besitz in und um Lohr am Main, Gemünden am Main und Karlstadt. All dies kam aus ursprünglich königlichem Besitz, und die Bindung zwischen Gerhard und dem Königtum war eng. Als Gerhard 1106 starb, hinterließ er keinen männlichen Erben.

Loon
Ihm folgten in seinen Ämtern und in seinem Besitz sein Schwiegersohn, Graf Arnold I. von Loon (1101–1139), dessen Sohn, Arnold II., und der Enkel, Ludwig I. Sie hielten an der engen Bindung zum Königtum fest.

Ursprung
Um die Mitte des 12. Jahrhunderts nannte sich Graf Ludwig I. von Loon zusätzlich von Rieneck, wohl weil er die rheinische Burg Rheineck (erfolglos) für sich beanspruchte. Seine Familie hatte über dem Ufer der Sinn eine Höhenburg errichtet, die bald als Burg Rieneck bezeichnet wurde, wie auch das umliegende Territorium als Grafschaft Rieneck. Mit der Erweiterung der Burg in Rieneck im Jahr 1168 wählte Graf Ludwig I. Burg und Ort zum Mittelpunkt seiner Herrschaft.

Mittelalter
Königsnahe Politik
Im späten 12. Jahrhundert waren die Loon-Rienecker Grafen eine der Stützen des staufischen Ausbaus in Franken. Sie gewannen dabei weiter Territorium und Einfluss, etwa die Vogtei über das Stift St. Peter und Alexander in Aschaffenburg. Mit dem Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. am Ende des 12. Jahrhunderts aber brach die Unterstützung des Königs für die Rienecker ab. Die Reichspolitik wandte sich nun anderen Gebieten zu.

Im späten 12. Jahrhundert teilte die Familie ihren Besitz: Ludwig II. erhielt Loon, Gerhard III. den Rienecker Herrschaftsteil. Gerhard III. heiratete um 1200 die Erbtochter Kunigunde von Zimmern und Lauda, sein Enkel, Ludwig III., 1243 die Erbtochter Udelhilt von Grumbach und Rothenfels. Diese beiden Erbschaften verdoppelten das Territorium der Grafschaft Rieneck nahezu. Gewonnen wurden Gebiete südöstlich von Tauberbischofsheim um den Ort Grünsfeld und die Burgen Rothenfels und Schloss Burggrumbach.

Auseinandersetzung mit Mainz
Auseinandersetzung mit Mainz

Grabplatte der Elisabeth von Rieneck im Kloster Arnsburg. Im oberen Schild die Hanauer Sparren, im unteren die Rienecker Balken.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts zeichnete sich ein Konflikt zwischen den Erzbischöfen von Mainz und den Grafen von Rieneck ab. 1221 verloren die Grafen ihre angestammten, inzwischen aber überwiegend symbolischen Ämter des Burggrafen und Hochvogts von Mainz. Sowohl die Mainzer Erzbischöfe als auch die Grafen von Rieneck versuchten, den westlichen Spessart unter ihre Kontrolle zu bringen. Dies führte zu einem lang anhaltenden Konflikt, der sich bis 1271 hinzog. Letztlich blieb der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein Sieger und die Grafen von Rieneck mussten zurückstecken. Ein Ergebnis dieser Niederlage war, dass eine Tochter des Grafen Ludwig III., Elisabeth, mit reicher Aussteuer, zu der unter anderem die Stadt Steinau an der Straße gehörte, und unter ihrem Stand, an den Sohn eines Mainzer Verbündeten, Ulrich I., Herr von Hanau, verheiratet wurde. Die Hanauer, stolz auf diesen ständischen Aufstieg, kopierten Wappen und Helmzier der Rienecker, worüber es zum Streit kam, der 1367 mit einem Vergleich beigelegt wurde.

Teilung
Der Bruder der nach Hanau verheirateten Elisabeth von Rieneck, Graf Ludwig V., erbte 1289 noch als Minderjähriger die Grafschaft. Vormund war sein Schwager, Ulrich I. von Hanau. Zwischen Ludwig V. und Ulrich I. kam es 1296 zu einem Erbvertrag, nach dem, sollte Ludwig V. ohne männliche Erben sterben, seine Lehen an Hanau fallen sollten.

Unter Graf Ludwig V. kam es auch zu einer Teilung der Rienecker Grafschaft: Ludwig V. erhielt Lauda, Partenstein, Gemünden und Burggrumbach, seine Vettern Ludwig IV. und Heinrich III. erhielten Lohr, Grünsfeld und die Burg Wildenstein im Südwest-Spessart bei Eschau. Die Burg Rieneck blieb zunächst gemeinschaftlicher Besitz, taugte damit aber schlecht als Residenz. Seit 1295 war deshalb Lohr Hauptort der Grafschaft und, im Schutz der örtlichen Burg, auch Grenzposten gegen die Erzbischöfe von Mainz. 1333 erhielten die Grafen von Rieneck für ihre Stat zu oberen Lore von Kaiser Ludwig dem Bayern als Dank für ihre Unterstützung im Kampf um das Königtum das Stadtrecht.

Entgegen dem 1296 geschlossenen Erbvertrag mit Hanau verfügte Ludwig V. 1329, dass seine Tochter Udelhilt Alleinerbin werden sollte – auch hinsichtlich der Lehen. Das führte nach seinem Tod 1333 sofort zu einem Erbstreit, in dem sich auch die anderen Familienzweige, das Erzbistum Mainz und das Hochstift Würzburg beteiligten und der zu herben Gebietsverlusten für die Grafschaft Rieneck führte.

1366 beanspruchte das Erzstift Mainz die Lehensherrschaft über die gesamte Grafschaft. Nach dem Tod des Grafen Ludwig XI. von Rieneck wurde dieser Anspruch 1408 noch einmal bekräftigt. Im 15. Jahrhundert führte ein Streit zwischen den Grafen Philipp I. und Philipp II. zu einer erneuten Teilung der Grafschaft in eine Nordhälfte um Lohr und eine Südhälfte um Grünsfeld. Dieser südliche Teil ging 1502 an die Kurpfalz und das Hochstift Würzburg verloren.

Klostergründung
Das Kloster Himmelthal, zwischen Eschau und Rück im Elsavatal, wurde 1232 durch Graf Ludwig II. von Rieneck und seiner Frau Adelheid von Henneberg gegründet. 1568 hob das Erzbistum Mainz das ausgestorbene Frauenkloster auf und machte es zum erzstiftischen Kameralhof.

Neuzeit
1544 wurde in der Grafschaft Rieneck die Reformation durch den Schaffhausener Reformator Johann Konrad Ulmer eingeführt. Graf Philipp III. von Rieneck arbeitete in der Frage der Reformation und auch wohl sonst eng mit Graf Philipp III. von Hanau-Münzenberg zusammen. Als absehbar war, dass der Rienecker ohne männliche Erben sterben würde, bat er Kaiser Karl V. um die Eventualübertragung der Lehen an Hanau, was der Kaiser auch gewährte. Da der Kaiser noch im gleichen Jahr abdankte, versuchte Philipp III. von Hanau, diese Übertragung von König Ferdinand I. bestätigt zu erhalten. Bevor das jedoch geschah, starb Philipp III. von Rieneck als letztes männliches Mitglied seiner Familie am 3. September 1559. Hinsichtlich der materiellen Erbansprüche konnte Philipp III. von Hanau nur wenig durchsetzen, jedoch übernahm er das Wappen der Rienecker und deren Namen in seine Titulatur. Das allodiale Erbe des Grafen Philipp III. von Rieneck, namentlich die Herrschaft Kleinheubach, fiel über seine Frau Margarethe, Gräfin zu Erbach-Erbach, an das Erbacher Grafenhaus.[1] Die Lehen fielen zurück an das Kurfürstentum Mainz und das Hochstift Würzburg. Lohr war von nun Verwaltungssitz der mainzischen Herrschaft Rieneck. Die Grafschaft Rieneck wurde 1673 von Mainz an den Grafen Johann Hartwig von Nostitz-Rieneck verkauft. Nach dem Wiener Kongress kam Rieneck 1815 an das Königreich Bayern.

Weitere namhafte Familienmitglieder
Dorothea von Rieneck
Wappen
Das Wappen der Grafen von Rieneck ist sieben bis neunmal in Gold und Rot geteilt. Beide Ausführungen oben beginnend mit Rot als auch mit Gold sind geläufig. Das Wappen nach dem Scheiblerschen Wappenbuch zeigt obendrein einen Helm und als Helmzier "ein ganzer stehender Schwan mit aufgethanen oder zugethanen Flügeln" [2]
Das Wappen findet sich wieder in den Wappen der Städte Rieneck, Grünsfeld, und Lohr am Main, weiterhin ist es identisch mit dem der Grafschaft Loon.

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von Rieneck, Graf Gerhard (I12284)
 
49415 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rimsingen

Rimsingen

Rimsingen ist die Bezeichnung für ein ehemaliges Dorf am Südwesthang des Tuniberges westlich von Freiburg im Breisgau. Rimsingen bestand von jeher aus zwei Dorfteilen, deren Kerne etwa 500 m auseinanderlagen. Die heutigen Dörfer Niederrimsingen und Oberrimsingen waren bis zur Eingliederung in die Stadt Breisach am Rhein 1973 bzw. 1975 selbständige Gemeinden.

Geschichte
Das Dorf Rimsingen wurde im Jahr 819 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch erstmals schriftlich erwähnt. Im 10. Jahrhundert besaßen die Edelfreien von Rimsingen die Ortschaft. Graf Birchtilo stiftete 993 das Kloster in Sulzburg und stattete es mit Gütern in Niederrimsingen aus. Vom Geschlecht der Rimsingen stammen die Herren von Üsenberg ab, die auf der gleichnamigen Felseninsel im Rhein unterhalb von Breisach ihre Burg und ihren Stammsitz hatten. Hesso von Üsenberg berief 1072 Mönche aus der Abtei Cluny im Burgundischen nach Oberrimsingen, die wenige Jahre später unter ihrem ersten Prior Gerold das Kloster vom Tuniberg in das nahe, heute verschwundenen, Grüningen verlegten.

Durch die kirchlichen Verhältnisse bahnte sich zwar eine Trennung der beiden Rimsingen an, die erste Erwähnung von Oberrimsingen im Jahre 1291 und von Niederrimsingen im Jahre 1334 ist jedoch nur in Verbindung mit dem Lehnswesen zu sehen. 1275 wurde die Trennung beider Siedlungen in der Erwähnung von „Rimsingen superior“ (deutsch: obern Rimsingen 1329) deutlich.

Zahlreiche Klöster hatten im 12. Jahrhundert in Oberrimsingen umfangreichen Grundbesitz, in den folgenden Jahrhunderten besaßen auch die die Herren von Üsenberg, die Markgrafen von Hachberg, die Stadt Breisach, das Kloster Günterstal und die Herren von Falkenstein Güter und Rechte. 1430 gelangte Oberrimsingen unter die Herrschaft der Herren von Staufen, Niederrimsingen blieb jedoch weiterhin bei Breisach. Diese unterschiedliche Herrschaftszughörigkeit führte zur Bildung der beiden Gemeinden.[1]

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von Rimsingen, Dietrich (I11971)
 
49416 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ringgenberg_(Adelsgeschlecht)

Ringgenberg (Adelsgeschlecht)

Von Ringgenberg war der Name eines alemannischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Ringgenberg waren Reichsvögte. Namensgebender Stammsitz der Familie ist die Burg Ringgenberg in der Berner Gemeinde Ringgenberg in der Schweiz.

Geschichte
Die genau Herkunft der Familie ist nicht klar. Es wird davon ausgegangen, dass die Familie entweder aus dem Kanton Uri oder aus dem bernischen Seeland stammte.

Um 1230 ernannte der deutschen Kaiser Friedrich II. (HRR), den Ritter Kuno von Brienz zum Reichsvogt des Brienzerseegebietes und diese nannten sich zuerst Vögte von Brienz. Dieser erbaute um 1240 die Burg Ringgenberg und nannten sich fortan von Ringgenberg. Die Familie erhielt den Besitz im Allod und dieser umfasste das ganze Rechte Ufer des Brienzersees, Güter in Unterwalden, Uri und in der Region um den Bielersee. In der Mitte des 13. Jahrhunderts geriet die Familie in eine Lehensabhängigkeit zu den Grafen von Kyburg. Im 14. Jahrhundert wurde die Familie in den Konflikt zwischen den Habsburgern und dem Stadtstaat Bern um die Kontrolle des Berner Oberlands gezogen. 1308 schlossen die von Ringgensberg ein Burgrechtsvertrag mit der Stadt Bern gegen Habsburg. 1315 während der Schlacht von Morgarten und dem folgenden Laupenkriegs verhielt man sich neutral. Nach der Niederlage der Habsburger versuchte die Familie durch Heirat mit den von Hunwil aus Unterwalden ihre Position gegenüber Bern zu stärken. 1351 kam die Familie soweit in finanzielle Schwierigkeiten und musste, unter Philipp von Ringgenberg Teile der Herrschaft, unter anderem die Burg, an das Kloster Interlaken verpfänden werden. 1386 erhielt Petermann das Burgerrecht der Stadt Bern. Petermann versuchte durch Steuererhöhungen die Lage zu verbessern. Dies führte zu einem Aufstand, zur Zerstörung der Burg und zur Gefangennahme von Petermann durch die Bevölkerung (Ringgenberger Handel). 1390/91 starb Petermann und hinterliess keinen männlichen Erben. Die Töchter Beatrix und Ursula von Ringgenberg waren gezwungen 1411 und 1439 das Reichslehen an das Kloster Interlaken zu verkaufen.

Zu Anfang des 13. Jahrhunderts entsteht im Wallis ein weiterer Familienzweig unter dem Namen von Raron.

Namensträger
Johann von Ringgenberg († 1270), Spruchdichter
Philipp II. von Ringgenberg (1351–1374)
Petermann von Ringgenberg († 1390/91)
Beatrix und Ursula von Ringgenberg

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von Ringgenberg, Petrissa (Beatrix?) (I12292)
 
49417 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rixa_von_Werle (Jun 2021)

Rixa von Werle (* um 1270;[1] † 26. November 1317) war Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg, Fürstin von Braunschweig-Wolfenbüttel-Göttingen.

Rixa war die Tochter von Heinrich I., Prinz von Werle und seiner Frau Rikitsa (Richiza) sowie die Enkelin von Birger Magnusson von Bjälbo und dessen erster Frau Ingeborg. Sie heiratete Albrecht II., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg und Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel am 10. Januar 1284 oder bereits 1282. 
von Werle, Herzogin Rixa (I7505)
 
49418 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rjurik

Rjurik (deutsch auch Rurik; in kyrillischer Schrift Рюрик; altnordisch Hrœrikr ‚berühmter Herrscher‘; * um 830; † um 879) war ein Fürst der Rus, der gemäß Nestorchronik von slawischen und finno-ugrischen Stämmen der Gegend um Nowgorod zum Herrscher berufen wurde. Den Hintergrund bildete der Zwist zwischen den einzelnen Stämmen, die sich letztlich auf einen neutralen Fürsten und Richter von der anderen Seite des Meeres einigten.

Rjurik begann gemäß der Chronik ab 862 in Nowgorod zu herrschen, seine beiden Brüder Sineus und Truwor, die allerdings bald starben, in Isborsk und Beloosero. In der russischen Geschichtswissenschaft gilt das Jahr 862 deshalb als der Beginn der russischen Staatlichkeit und der Dynastie der Rurikiden. Die Herrschaft Rjuriks soll bis 879 gedauert haben. Das Gebiet, auf das sich seine Macht erstreckte, umfasste auch Städte wie Rostow, Susdal, Polozk und andere. Als sein Nachfolger gilt Oleg der Weise, der die Herrschaft als Regent für Rjuriks Sohn Igor innegehabt haben soll. In seinem Bestreben, den gesamten Weg von den Warägern zu den Griechen zu kontrollieren, eroberte Oleg im Jahr 882 Kiew und die umliegenden Gebiete, womit das historische Kapitel der Kiewer Rus begann. Die Nachfahren Rjuriks herrschten bis ins späte 16. Jahrhundert über Russland.

Ob es sich bei Rjurik um eine reale Person oder nur um eine Legendengestalt handelt, ist in der Geschichtswissenschaft seit mehreren Jahrhunderten umstritten. Im 20. Jahrhundert haben Archäologen seinen vermutlichen Herrschaftssitz in Rurikowo Gorodischtsche südlich von Nowgorod ausgegraben.

Gewöhnlich werden die Rus mit den skandinavischen Warägern assoziiert. Bestenfalls als Spekulation kann die Identifizierung Rjuriks mit dem dänischen Wikinger Rorik gelten, der laut fränkischen Chroniken im friesischen Dorestad lebte. Eventuell war Rjurik lediglich eine Personifizierung der Skandinavier, die im 9. Jahrhundert teils als Söldner slawischer Adliger, teils als Eroberer in das spätere Russland zogen. In der russischen Geschichtswissenschaft gibt es auch Vertreter der These, dass es sich bei Rjurik um einen westslawischen Edelmann von der Südseite der Ostsee handelte und dass die Rus entweder westslawischer oder gemischter Herkunft waren bzw. eine Gruppe, die nicht nach ihrer ethnischen Herkunft, sondern nach ihrer Lebensweise als Krieger und Fernhändler definiert war.

Nach Rjurik wurde auch eine russische Brigg benannt, die im Auftrag des Grafen Nikolai Rumjanzew 1815 bis 1818 eine Weltumseglung zur Erkundung der Nordwestpassage unternahm (siehe Rurik-Expedition). 
(Rurikiden), Fürst Rurik (Rjurik) (I29573)
 
49419 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert,_1._Earl_of_Gloucester

Robert, 1. Earl of Gloucester

Robert, 1. Earl of Gloucester (* wohl 1100; † 31. Oktober 1147) war ein unehelicher Sohn des englischen Königs Heinrich I. und eine der dominanten Persönlichkeiten des Englischen Bürgerkriegs von 1135 bis 1154. Er war auch bekannt als Robert de Caen und Robert der Konsul.

Leben
Robert war vermutlich eines der ältesten von Heinrichs zahlreichen unehelichen Kindern. Er wurde in Caen in der Normandie geboren. Über seine Mutter ist nichts sicher bekannt, obwohl zeitgenössische Gelehrte sie dem niederen Adel Oxfordshires zuweisen. Das „Compendium of Irish Biography“ bezeichnet ihn als Sohn der Nest ferch Rhys.[1] Wilhelm von Malmesbury verweist auf Roberts „normannische, flämische und französische“ Ahnen, was sich aber vermutlich nur auf die väterliche Seite bezieht. Heinrich erkannte seinen Sohn mit der Geburt an und ließ ihn an seinem Hof erziehen.

Robert wurde zum Förderer Malmesburys, ebenso der von Geoffrey von Monmouth und der Abtei Tewkesbury in Gloucestershire, deren Lehrtätigkeit von seinem Schwiegervater initiiert worden war.

1119 kämpfte Robert in der Schlacht von Brémule als einer der fähigsten Offiziere seines Vaters. 1121 oder 1122 wurde er zum Earl of Gloucester erhoben.

In der Auseinandersetzung um die Thronfolge nach dem Tod seines Vaters (Englischer Bürgerkrieg von 1135 bis 1154) stellte er sich erst auf die Seite von Stephan von Blois, wechselte dann aber zu seiner Halbschwester, der ehemaligen deutschen Kaiserin Matilda über, der er bis zu seinem Tod loyal blieb.

In der Ersten Schlacht von Lincoln gelang es ihm, Stephan festzunehmen, den er dann unter Aufsicht seiner Ehefrau Mabel ins Gefängnis sperrte. Dieser entscheidende Vorteil ging verloren, als Robert selbst in Winchester in die Hände seiner Gegner fiel, wo er Matildas Flucht nach einer misslungenen Belagerung deckte. Robert war Matilda so wichtig, dass sie ihn gegen Stephan austauschen ließ.

1142 sandte sie Robert aus, um ihren Ehemann Gottfried V. dazu zu bewegen, sich ihrer Sache anzuschließen. Gottfried weigerte sich, nach England zu kommen, bevor er nicht die Normandie erobert hatte, so dass Robert bei ihm in Frankreich blieb, bis er erfuhr, dass Matilda in Oxford belagert wurde, woraufhin er in Begleitung von Matildas jungem Sohn Heinrich nach England zurückkehrte.

1144 trat einer von Roberts eigenen Söhnen, Philipp, auf Stephans Seite über, so dass der Riss jetzt auch durch die eigene Familie ging.

Robert starb 1147 in Bristol an einem Fieber und wurde in der Kirche der von ihm selbst 1129 gestifteten Benediktiner-Priorei St. James in Bristol begraben.

Ehe und Nachkommen
Robert heiratete 1107 Mabel von Gloucester († 1157), Tochter von Robert Fitzhamon und Sibyl de Montgomerie, wodurch er die Herrschaften Tewkesbury und Glamorgan erwarb.

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de Caen, Robert 1. Earl of Gloucester (I12670)
 
49420 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_de_Beaumont,_2._Earl_of_Leicester (Sep 2018)

Robert de Beaumont, 2. Earl of Leicester, genannt Le Bossu (der Bucklige) (* 1104; † 5. April 1168), war ein englischer Adliger französischer Herkunft.

Er war der Sohn von Robert de Beaumont, 1. Earl of Leicester und Elisabeth von Vermandois; sein Zwillingsbruder war Waleran de Beaumont, 1. Earl of Worcester.
Die beiden Brüder, Robert und Waleran, wurden kurz nach dem Tod ihres Vaters (1118) – Robert erbte dadurch dessen Titel, insbesondere die Grafschaft Leicester – in den königlichen Haushalt übernommen. Sie begleiteten den englischen König Heinrich I. auf seinen Reisen, zuerst in die Normandie, dann (1119) zum Treffen mit Papst Kalixt II.

1135 waren sie bei Heinrichs Tod anwesend. Im Juni 1139 leiteten die Brüder die Aktionen gegen Bischof Roger von Salisbury und Bischof Alexander von Durham.
König Stephan hatte Robert und Waleran als persönliche Berater zu sich geholt, sie blieben ihm loyal, und übertrugen ihre Loyalität auch auf seinen Nachfolger Heinrich II., den Sohn von Stephans Rivalin Matilda, und aufgrund des Vertrags von Walallingford dessen Nachfolger. Robert de Beaumont wurde der Chief Justiciar des neuen Königs. Schließlich kaufte er Hugh Bigod, 1. Earl of Norfolk das Amt des Truchsess (Steward) ab und wurde der erste Lord High Steward Englands. Robert nahm somit einen hohen Rang an Heinrichs Hof ein, handelte sogar zeitweise als Regent. Sein Name erscheint an der Spitze der Constitutions of Clarendon und er nahm am Konzil von Northampton teil.
Er gründete zusätzlich zu St. Mary de Pré, der Abtei von Garendon, das Kloster von Nuneaton, die Priorei von Lusfield und das Hospital von Brackley. 
von Beaumont, Robert II. 2. Earl of Leicester (I7962)
 
49421 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_de_Brus,_Lord_of_Annandale_(um_1195) (Jul 2023)

Robert de Brus, Lord of Annandale (auch Robert (IV) de Brus) (* um 1195; † zwischen 1226 und 1233) war ein englisch-schottischer Adliger.

Herkunft
Robert de Brus entstammte der Familie Brus. Er war der älteste Sohn von William de Brus und dessen Frau Christina. Nach dem Tod seines Vaters 1211 oder 1212 wurde er zum Erben von dessen Besitzungen, darunter das schottische Kronlehen Annandale sowie von Ländereien in Cumberland und Yorkshire in Nordengland.

Tätigkeit als schottischer und englischer Adliger
Brus galt 1215 als volljährig, als er vom englischen König Johann Ohneland kleinere Gunstbeweise erhielt, darunter die wohl vorzeitige Übergabe des englischen Erbes seines Vaters sowie die Bestätigung des Rechts, in Hartlepool einen Jahrmarkt abhalten zu dürfen. Der König sah sich zu diesem Zeitpunkt einer Adelsopposition gegenüber, der vor allem nordenglische Barone angehörten, und offenbar versuchte er die Unterstützung von Brus zu gewinnen. Wenig später erzwangen die Barone die Anerkennung der Magna Carta durch den König, und als der König einige Wochen später seine Anerkennung widerrief, kam es zum Ersten Krieg der Barone gegen den König. Tatsächlich gibt es keine Belege, dass Brus sich an dem Kampf der Barone gegen den König beteiligt.[1] Auch an den Feldzügen des mit den rebellierenden Baronen verbündeten schottischen Königs Alexander II. nach England nahm Brus offenbar nicht teil, obwohl der schottische König mit Sicherheit seine Vasallendienste eingefordert hatte. Sein entfernter Cousin Peter de Brus, Lord of Skelton gehörte dagegen zu den rebellierenden Baronen. Nach dem Ende des Kriegs der Barone bezeugte Brus 1221 die Heiratsvereinbarung von Alexander II. mit der englischen Königstochter Johanna. Bis 1226 wurden Schildgeldforderungen der englischen Krone an ihn gerichtet, danach gibt es keine Hinweise mehr, das er noch lebte. Sein Sterbejahr ist unbekannt, doch er starb an einem 21. April oder an einem 26. August. Mit Sicherheit war er vor März 1234 gestorben, als Peter de Brus Hartlepool verwaltete. Lange wurde angenommen, dass er erst 1245 gestorben sei. Möglicherweise erlitt er einen Unfall oder wurde nach 1221 auf anderem Weg beeinträchtigt, so dass sein Bruder William die Verwaltung seiner Besitzungen übernahm.[2] Traditionell wurde er auch als Robert the Noble bezeichnet, doch diese Bezeichnung galt seinem Sohn und Erben.[3] Tatsächlich musste er Edenhall in Cumberland verkaufen.

Seine Witwe überlebte ihn und starb erst 1251. Sie wurde in Sawtry Abbey in Huntingdonshire beigesetzt. Sie wurde nach dem kinderlosen Tod ihres Bruders John, Earl of Huntingdon eine von dessen Erbinnen. 
de Brus (Bruce), Robert IV. Lord of Annandale (I41533)
 
49422 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_de_Brus,_Lord_of_Annandale_(um_1220) (Jul 2023)

Robert de Brus, Lord of Annandale (auch Robert V de Brus oder Robert de Bruce, genannt Robert the Noble) (* um 1220; † 31. März 1295 in Lochmaben Castle) war ein englisch-schottischer Magnat. Er gehörte zu den Anwärtern auf den schottischen Thron.

Herkunft
Robert de Brus entstammte der ursprünglich anglonormannischen Familie Brus. Er war ein Sohn seines gleichnamigen Vaters Robert IV de Brus und von dessen Frau Isabel († 1251). Beim Tod seines Vaters vor 1233 war er noch minderjährig. Sein Vormund wurde Peter de Brus aus Skelton, ein entfernter Verwandter aus der älteren Linie der Familie Brus. Dieser übernahm auch die Verwaltung seiner englischen Besitzungen. 1237 war Robert de Brus vermutlich noch minderjährig, als er zusammen mit anderen schottischen Baronen schwor, den Vertrag von York einzuhalten. Spätestens Juni 1242 war er volljährig geworden. Seine Mutter Isabel war die zweite Tochter und damit eine Miterbin von Earl David of Huntingdon. Nach ihrem Tod 1251 erbte er 1252 umfangreiche Besitzungen in Essex und Garioch in Aberdeenshire.

Rolle als Magnat mit Besitzungen in England und in Schottland
Nach dem Tod von Alexander II. 1249 verweigerte Brus dem mächtigen Walter Comyn, Earl of Menteith seine Unterstützung und duldete offensichtlich, dass Alan Durward, der Justiciar of Scotia, zunächst weiter die Regierung führte.[1] Er wurde zwar zu den Ratgebern des jungen schottischen Königs Alexander III. gezählt und bewährte sich 1255 beim Sturz von Walter Comyn und dessen Unterstützern durch Durward, doch tatsächlich war Brus vor allem in England und weniger in Schottland tätig. Der Versuch des englischen Königs Heinrich III. im September 1255, die schottische Politik zu beeinflussen, bewog ihn auch dazu, am 22. August Brus zum Sheriff von Cumberland zu ernennen. Brus wurde zum Nachfolger von John de Balliol, der bislang als Vertreter des Königs in Schottland gedient hatte, sich aber den Zorn des Königs zugezogen hatte.[2] Nachdem die Krise in Schottland beigelegt werden konnte, wurde Brus bereits am 28. Oktober wieder als Sheriff entlassen. 1257 schickte ihn der englische König als Gesandten nach Schottland. Möglicherweise gehörte er nur in dieser Funktion 1258 dem Rat des schottischen Königs an. Obwohl Brus ein Schwager des Earl of Gloucester war, der ab 1258 einer der Führer der Adelsopposition gegen den englischen König war, gibt es keinen Beleg dafür, dass Brus sich aktiv an dem Machtkampf zwischen den Baronen und dem König beteiligt hat. Vermutlich hielt er sich bis 1262 in Schottland auf, ehe er nach England zurückkehrte. Im Oktober und Dezember 1263 bezeugte er Urkunden des englischen Königs. Danach muss er sich wieder nach Hartness oder nach Schottland zurückgezogen haben, bis er während des Kriegs der Barone zu einer Armee von nordenglischen und schottischen Baronen gehörte, die dem englischen König zu Hilfe kam. Die königliche Partei wurde jedoch im Mai 1264 in der Schlacht von Lewes von den Truppen der Adelsopposition geschlagen. Brus geriet in Gefangenschaft und wurde von seinem Sohn Robert VI de Brus ausgelöst. Trotz der Niederlage konnte Brus während des Feldzugs offenbar ein gutes Verhältnis zum englischen Thronfolger Eduard aufbauen. Nachdem die königliche Partei die Adelsopposition in der Schlacht von Evesham im August 1265 entscheidend besiegt hatte, gehörte Brus zu den Baronen, die sich am Besitz der geschlagenen Rebellen bereicherten. Er besetzte dabei Güter von Walter de Fauconberg und von John de Melsa. In den nächsten Jahren stand er weiter im Dienst von Heinrich III. Von 1267 bis 1268 hatte er das Kommando über Carlisle Castle, und 1269 reiste er im Auftrag des Königs nach Schottland. Offensichtlich nahm er im März 1270 an einer vom schottischen König Alexander III. einberufenen Versammlung in Scone teil, bei der ein Streit über die Rechte an den Pfarreien in Annandale beigelegt wurde. Ein Brief des Königs über diese Versammlung ist ausnahmsweise auf Französisch gehalten, der Muttersprache von Brus, so dass Brus den Brief geschrieben haben könnte. 1270 beabsichtigen die Söhne von Brus, am Kreuzzug des englischen Thronfolgers Eduard teilzunehmen, doch es nicht geklärt, ob sie an dem Kreuzzug teilnahmen. Sein ältester Sohn blieb nachweislich in England bzw. Schottland, worauf Brus trotz seines fortgeschrittenen Alters sich 1271 dem Kreuzzug von Edmund, dem Bruder des Thronfolgers Eduard anschloss. Auf seiner Rückreise von Palästina besuchte Brus Clairvaux. Dort pilgerte er zum Grab des heiligen Malachias, um den Fluch aufzuheben, den der Heilige über seinen Vorfahren Robert II de Brus ausgesprochen hatte.

Anwärter auf den schottischen Thron
Rolle im Thronstreit nach dem Tod von Alexander III.
1278 gehörte Brus Sohn Robert zum Gefolge von Alexander III., als dieser nach Tewkesbury reiste. Wohl wegen des fortgeschrittenen Alters von Robert V de Brus begleitete sein Sohn den König auf dieser Reise. Dennoch hatte sich Brus noch nicht aus der Politik zurückgezogen. Von 1283 bis 1285 diente er erneut als Sheriff von Cumberland. 1284 gehörte er zu den schottischen Magnaten, die nach dem Tod von Alexander, dem einzigen Sohn von Alexander III. schworen, dessen Enkelin Margarete, die sogenannte Maid of Norway, als Thronerbin anzuerkennen. Nach dem Tod von Alexander III. im März 1286 war die schottische Thronfolge aber ungeklärt, da Königin Yolande schwanger war. Im September 1286 trafen sich zahlreiche Anhänger von Brus in dessen Burg Turnberry, wo sie beschlossen, zwei irische Magnaten, den Earl of Ulster und den Lord of Thomond in Irland zu unterstützen. Dies gilt als Beleg dafür, dass Brus sich zu diesem Zeitpunkt bereits als potentieller Thronanwärter sah. Nachdem Yolande im November entweder eine Fehlgeburt oder ein totgeborenes Kind hatte, sah Brus sich als Nachfahre von David of Huntingdon als Thronkandidat. Er ließ eine Reihe königlicher Burgen in Südwestschottland besetzen, doch er erhielt offenbar weniger Unterstützung, als er erhofft hatte. Den Guardians of Scotland gelang es deshalb bis zum Frühjahr 1287, dass die Maid of Norway allgemein als Thronerbin anerkannt wurde. Dadurch konnte der Frieden im Reich wiederhergestellt werden.

Erneuter Thronanspruch nach dem Tod der Maid of Norway
Die nächsten beiden Jahre verliefen ohne Fortschritte in der Thronfolgeregelung. Während dieser Zeit wurden Brus oder seinen Unterstützern keine königlichen Burgen zur Verwaltung übertragen. 1289 gehörte er jedoch anstelle des Guardian James Stewart zu den vier schottischen Gesandten, die über eine Heirat der Maid of Norway mit dem englischen Thronfolger Eduard verhandelten. Im Oktober 1290 waren zahlreiche schottische Magnaten in Scone versammelt, um die Maid of Norway bei ihrer Ankunft in Schottland zu begrüßen. Als stattdessen die Nachricht eintraf, dass die Maid of Norway während der Überfahrt gestorben sei, beschloss Brus, unterstützt vom Earl of Atholl, die Thronfolgefrage gewaltsam zu lösen. Durch Verhandlungen konnte ein Bürgerkrieg doch noch verhindert werden. Die schottischen Magnaten erklärten sich nun aber bereit, dem englischen König Eduard I. die Entscheidung zu übertragen, wer der rechtmäßige schottische Thronfolger sei. In dieser politisch unruhigen Zeit wandte sich Brus wohl im Dezember 1290 in einem Brief an den englischen König. In diesem beschwerte er sich über die Anhänger seines Rivalen John Balliol. Er behauptete dabei, dass sieben schottische Earls seinen Thronanspruch unterstützen würden. Es konnten allerdings mit Mar und Duncan, 9. Earl of Fife nur zwei der sieben Earls namentlich genannt werden, von denen Fife ein Kleinkind war. Somit ist zweifelhaft, wer der eigentliche Urheber war.[3] Brus drängte den englischen König sogar, nach Schottland zu kommen, um die Oberherrschaft zu beanspruchen, die Richard I. 1189 leichtfertig und widerrechtlich an den schottischen König Wilhelm I. verkauft hätte. Wenn Eduard I. die Oberherrschaft über Schottland erreicht hätte, solle er anschließend den berechtigten Thronanspruch von Brus durchsetzen. Es war wohl kein Zufall, dass Eduard I. im Mai 1291, als er an die schottische Grenze zog, tatsächlich die Oberherrschaft beanspruchte. Brus, aber auch die Thronanwärter Graf Florens von Holland und der englische Baron John Hastings erkannten diesen Anspruch sofort an.

Rolle im Great Cause
Letztlich waren Balliol und Brus die einzigen unter den dreizehn Thronanwärtern, die einen ernsthaften Anspruch hatten. Über ihre und über die Ansprüche der anderen Anwärter sollte eine Versammlung von 100 Richtern entscheiden. Wie Balliol durfte Brus vierzig Vertreter in diese Versammlung entsenden, die über den sogenannten Great Cause entscheiden sollte. Die restlichen zwanzig Vertreter benannte der englische König, der auch den Vorsitz hatte. Während Balliol als Nachfahre der ältesten Tochter von David of Huntingdon gemäß der Primogenitur den Thron beanspruchte, erklärte Brus, dass sich die Erbfolge einer Monarchie von der Erbfolge um Landbesitz unterscheiden würde. Deshalb würde er als Enkel von David of Huntingdon näher der Krone stehen, da Balliol nur ein Urenkel war. Dazu war er der Sohn einer Tochter des Königsbruders, während Balliol der Sohn einer Tochter einer Tochter war, demnach wäre die männliche Erbfolge höher zu werten als die doppelte weibliche bei Balliol. Balliols Mutter Dervorguilla hätte kein Recht, ihren Erbanspruch auf ihren Sohn zu übertragen, während Brus als Mann ein Vorrecht hätte.[4] Die Belege in diesem komplexen Thronfolgestreit sind nur bruchstückhaft erhalten, doch sie zeigen, dass in dem Streit erheblich manipuliert und eingegriffen wurde. Unter anderem wurde behauptet, dass schon Alexander II., als er um 1238 noch kinderlos war, Brus als Erben eingesetzt haben soll. Dies sollen die schottischen Barone bezeugt und anerkannt haben, doch die Urkunde blieb auf mysteriöse Weise verschwunden. Auch Graf Florens bezog sich vor allem auf verschwundene Urkunden, wobei er sich wohl von Brus inspirieren ließ. Tatsächlich schloss Brus am 14. Juni 1292 mit Florens ein Abkommen, nach dem sie, falls einer von ihnen König würde, dem anderen umfangreiche Landschenkungen aus dem Krongut machen würden.[5] Brus versuchte mit dieser Absprache und anderen Mitteln, die Thronfolge von Balliol zu verhindern. Wahrscheinlich war er auch die treibende Kraft, als König Erik von Norwegen als Schwiegersohn des verstorbenen Alexander III. einen Thronanspruch erhob. Unterstützt von Rechtsgelehrten aus Paris beanspruchte Brus im Juli 1292, dass im Fall einer Thronfolge von Balliol Schottland wie eine Baronie betrachtet werden solle. In diesem Fall würde das Krongut unter den drei Teilerben von David of Huntingdon, Balliol, Brus und Hastings, aufgeteilt. Nach dieser Argumentation würde also die Monarchie im Erbfall genau wie Landbesitz behandelt werden, womit Brus seiner früheren Argumentation widersprach.[6] Am 6. November 1292 entschied die Versammlung jedoch, dass Balliol der rechtmäßige Thronfolger sei. Zusammen mit Hastings hatte Brus sieben Tage Zeit, um Einspruch gegen diese Entscheidung einzulegen. Danach bestätigte der englische König am 17. November die Thronfolge von Balliol. Brus hatte bereits zuvor am 7. November seinen Thronanspruch auf seinen Sohn Robert de Brus, Earl of Carrick übertragen. Dieser übertrug am 9. November das Earldom Carrick an seinen Sohn Robert Bruce, womöglich, damit er in Schottland kein Krongut besaß und somit Balliol nicht huldigen musste.

Auch wenn Balliol rechtlich den stärkeren Thronanspruch hatte,[7] war Brus offenbar fest überzeugt, dass er der rechtmäßige Thronfolger sei. Er beanspruchte den Thron eher entsprechend den politischen Möglichkeiten und nicht nach dem damaligen Recht. Als Magnat, dessen Besitzungen vor allem in Schottland lagen, wurde er von den Earls of Dunbar, Lennox, Atholl und Mar, vom Stewart und von weiteren mächtigen Familien unterstützt. Balliol dagegen war vor allem ein Baron aus England, der in Schottland vor allem von den mächtigen Comyns unterstützt wurde.[8] Wie Balliol hatte Brus gute Anwälte beschäftigt. Durch seine Anerkennung der Oberherrschaft des englischen Königs hatte er versucht, diesen für sich zu gewinnen. Eduard I. hatte wohl tatsächlich zunächst Brus bevorzugt, doch letztlich hatte er sich anders entschieden.

Letzte Jahre und Tod
Nach der Einsetzung von Balliol als König spielte Brus keine politische Rolle mehr. Er starb auf Lochmaben Castle, das vermutlich unter ihm erheblich ausgebaut worden war. Er wurde am 17. April 1295 neben seinem Vater in Gisborough Priory beigesetzt. 
de Brus (Bruce), Robert V. Lord of Annandale (I41515)
 
49423 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_de_Brus,_Lord_of_Annandale_(†_1142) (Jul 2023)

Robert de Brus, Lord of Annandale (auch Robert Bruce) († 11. Mai 1142) war ein normannischer Adliger und Militär.

Herkunft
Robert de Brus soll ein Sohn eines Robert de Brus (nach anderen Angaben auch eines Adam de Brus) gewesen sein, der 1066 auf normannischer Seite an der Schlacht von Hastings teilgenommen hat. Hierfür gibt es aber keine Belege. Tatsächlich ist Robert de Brus das erste belegbare Mitglied der Familie Brus. Er stammte wahrscheinlich aus Brix südlich von Cherbourg, das Ende des 11. Jahrhunderts im Besitz von Heinrich, dem jüngsten Sohn von König Wilhelm I. war. Dieser wurde 1100 englischer König und kämpfte gegen seinen Bruder Herzog Robert um den Besitz der Normandie. Als Verbündeter von Heinrich I. unterstützte Brus dessen Eroberung der Normandie, vermutlich nahm er im September 1106 an der Schlacht bei Tinchebray teil, in der Herzog Robert entscheidend besiegt wurde. Vielleicht bereits 1103, doch spätestens vor 1110 erhielt Brus vom König etwa achtzig Güter in Yorkshire, vor allem im wapentake von Claro. Dreizehn Güter, die zuvor im Besitz von Graf Wilhelm von Mortain gewesen waren, befanden sich bei Skelton. Um 1119 erhielt Brus noch die Güter von Hart und Hartness im County Durham. Damit war Brus zu einem der wichtigsten Barone in Nordengland aufgestiegen, wo die normannische Herrschaft noch gefestigt werden musste.

Tätigkeit als anglonormannischer Baron
Vor allem nach 1106 bezeugte Brus mehrere Urkunden von Heinrich I. 1129 gehörte er in Lyons-la-Forêt und Ostern 1130 in Woodstock zum Gefolge des Königs. Er hielt sich jedoch nicht ständig am Königshof, sondern häufiger auf seinen nordenglischen Besitzungen auf. 1121 nahm er an einem Treffen von nordenglischen Magnaten teil, als der Besitz von Tynemouth zwischen dem Kathedralpriorat von Durham und der Abtei St Albans umstritten war. Vermutlich 1119 gründete er das Augustinerpriorat Guisborough im North Riding of Yorkshire. Er stiftete etwa dreißig Carrucates Landbesitz für das Kloster, dessen erster Prior sein Bruder William wurde.

Freundschaft mit König David I. von Schottland
Vielleicht schon in der Normandie war Brus ein enger Freund von David, Earl of Huntingdon geworden, der ein jüngerer Bruder des schottischen Königs Alexander I. war. Brus schenkte zugunsten des Seelenheils von Earl David und seinen Eltern die Rechte der Kirche von Querqueville in der Normandie dem Kloster St Mary's in York. Möglicherweise unterstützte Brus auch David, als dieser 1107 einen Feldzug gegen seinen Bruder führte. Bei diesem Feldzug erkämpfte sich David Strathclyde, Teviotdale und weitere südschottische Ländereien, die ihm sein ältester Bruder König Edgar vermacht hatte. Als David 1124 nach dem kinderlosen Tod von Alexander I. König der Schotten wurde, gab er Annandale an Brus. Vielleicht war dies auch nur eine Bestätigung des Besitzes, weil zu der Baronie Annan Castle gehörte, die nach der Meinung älterer Historiker nur von einem Normannen wie Brus erbaut werden konnte. Brus bezeugte zahlreiche Urkunden von David, sowohl als dieser noch englischer Earl gewesen war, aber auch als dieser König geworden war. Dabei wurde er in der Regel als erster der anglonormannischen Barone genannt, dies gilt als Zeichen, das er ein enger Freund des Königs war.

Rolle in der Anarchy
Nach dem Tod des englischen Königs Heinrich I. kam es jedoch während der sogenannten Anarchy zum Bruch zwischen den beiden. Heinrich I. hatte seine Magnaten schwören lassen, die Thronfolge seiner Tochter Matilda anzuerkennen, und vermutlich hatte auch Brus 1127 diesen Eid geleistet. Nach dem Tod des Königs Ende 1135 unterstützte Brus jedoch Matildas Cousin Stephan von Blois. Er nahm 1136 an der Belagerung von Exeter durch König Stephan und später an der Belagerung von York teil. 1138 war er schließlich einer der Führer der englischen Armee, die die in Nordengland eingefallene schottische Armee unter König David I. im Cowton Moor stellte. Brus wurde zu den Schotten gesandt, um seinen Freund David zum Rückzug zu bewegen. Brus erinnerte den König, wie er sich früher auf Engländer und Normannen verlassen konnte, und tatsächlich soll David daraufhin bereit gewesen sein, den Rückzug anzutreten.[1] Dann jedoch beschuldigte William fitz Duncan Brus des Verrats und überzeugte David I. zum Kampf. Daraufhin widerrief Brus seinen Treueschwur gegenüber dem König, was keine leere Geste war, sondern auf seine Zeitgenossen großen Eindruck machte. In der folgenden Standartenschlacht konnten die Engländer die Schotten vernichtend besiegen. Brus konnte danach seine Freundschaft zum schottischen König nie wieder herstellen. Möglicherweise verlor er auch Annandale, das aber an seinen jüngeren Sohn Robert fiel, der in der Standartenschlacht auf schottischer Seite gekämpft hatte.[2]

Nach einer im 14. Jahrhundert erstellten Familienchronik soll Brus am 11. Mai 1141 gestorben sein, wofür es aber keine weiteren Belege gibt. Wahrscheinlicher ist die Angabe des Chronisten John of Hexham, nach der Brus im Folgejahr starb. Er wurde vermutlich in seiner Gründung Guisborough Priory beigesetzt. 
de Brus (Bruce), Robert I. Lord of Annandale (I41539)
 
49424 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_de_Brus,_Lord_of_Annandale_(†_um_1194) (Jul 2023)

Robert de Brus, Lord of Annandale (auch Robert (II) de Brus oder Robert de Bruce) (* um 1120; † um 1194) war ein englisch-schottischer Adliger.

Herkunft und Landbesitz
Robert de Brus entstammte der Familie Brus. Er war ein jüngerer Sohn von Robert (I) de Brus und dessen Frau Agnes. Nach einer späteren Familienchronik soll sein Vater ihm bereits vor 1138 die schottische Herrschaft Annandale übergeben haben. Der junge Brus gehörte der Armee des schottischen Königs David I. an, die 1138 in der Standartenschlacht gegen die Engländer eine schwere Niederlage erlitt. Er soll von seinem Vater gefangen genommen, der auf englischer Seite gekämpft hatte, und an König Stephan von Blois übergeben worden sein. Der König übergab Brus an dessen Mutter Agnes. Der Legende nach beklagte sich der junge Brus im Haushalt seiner Eltern, dass in Annandale kein Weizen gedeihen würde und dass er deshalb kein Weißbrot essen könne. Daraufhin soll ihm sein Vater Hart und Hartness im County Durham überlassen haben, wo Weizen angebaut werden konnte. Diese Legende ist völlig unbelegt, und der junge Brus verbrachte seine Gefangenschaft nicht im Anwesen seiner Eltern in Northallerton. Vermutlich erhielt er seine Besitzungen erst nach 1138, wobei er Annandale als schottisches Kronlehen und Hartness als Lehen der Bruce of Skelton, der älteren Linie der Familie hielt. Dazu besaß er fünf Knight’s fees in Yorkshire, die jedoch nicht genau benannt werden können. Vom englischen König Heinrich II. erhielt er später Edenhall in Cumbria, das er ebenfalls als Lehen der Bruce of Skelton hielt.

Tätigkeit als schottischer Lord of Annandale
1141 versuchte Brus zusammen mit anderen nordenglischen Baronen im Auftrag von David I. und von Kaiserin Matilda, die Mönche des Kathedralpriorats von Durham zur Wahl von William Cumin zum Bischof zu bewegen. Cumin wurde tatsächlich zum Bischof der Diözese Durham gewählt. Aus den nächsten Jahren ist nur wenig von Brus bekannt. Hatte er unter David I. und Malcolm IV. noch häufig königliche Urkunden bezeugt, so sind aus der Zeit des schottischen Königs Wilhelm I. nur drei von Brus mit bezeugte Urkunden bekannt. Vielleicht war Brus bei Wilhelm I. in Ungnade gefallen, weil er 1157 nicht dessen Versuch unterstützt hatte, zum Earl of Northumberland erhoben zu werden. Vor 1173 stellte der König in Lochmaben eine Urkunde aus, in der er Bruce den Besitz von Annandale bestätigte. Allerdings sollte Brus dafür dem König mit zehn Knight’s fees dienen, diese für Schottland hohe Zahl wurde in früheren Urkunden nicht gefordert. Dazu betonte der König seine juristische Oberhoheit über Annandale.[1] Während der Rebellion von 1173 bis 1174 unterstützte Brus dann auch den englischen König Heinrich II. im Kampf gegen Wilhelm I. und Heinrichs Sohn Heinrich der Jüngere.

In den 1140er Jahren hatte Brus den später heiliggesprochenen Malachias zu Gast in seiner Burg von Annan. Malachias bat Brus, einen überführten Dieb zu begnadigen, was dieser zusicherte. Als Malachias am nächsten Morgen jedoch die Leiche des Diebs am Galgen sah, verfluchte er Brus. Als der Annan bei einem Hochwasser einen Teil der Motte von Annan Castle unterspülte, betrachtete Brus dies als Folge des Fluches. Vermutlich ließ Brus auch deshalb das große Lochmaben Castle als neuen Hauptsitz von Annandale errichten. Um die Baukosten aufzubringen, lieh er sich über £ 237 von dem jüdischen Geldverleiher Aaron the Jew. Dazu führte Brus über die Rechte an den Kirchen von Annandale einen langjährigen Streit mit den Bischöfen Ingram und Jocelyn von Glasgow. Nach Brus Auffassung gehörten die Kirchen Guisborough Priory, dessen Patronatsherr er war. Dort wurde er vermutlich auch beigesetzt. 
de Brus (Bruce), Robert II. Lord of Annandale (I41537)
 
49425 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_de_Conteville,_comte_de_Mortain (Jul 2023)

Robert von Mortain (* 1031; † 8. Dezember 1090) aus dem Haus Conteville war ein normannischer Edelmann, Graf von Mortain und Earl of Cornwall.

Seine Eltern waren Herluin, Vizegraf von Conteville (1001–1066) und dessen Gemahlin Herleva (Arlette) (1003–1050). Durch seine Mutter war er der Halbbruder von Wilhelm dem Eroberer (1027–1087) und Bruder von Odo, Bischof von Bayeux (1035–1097).

1049 setzte sein Halbbruder Wilhelm ihn als Graf von Mortain ein, als Nachfolger seines 1048 abgesetzten Onkels zweiten Grades, Wilhelm Warlong.

1058 heiratete er Mathilde (1039–1085), Tochter von Roger II. de Montgomery (1005–1094) und dessen Gemahlin Mabile de Bellême (1026–1079). Nach Mathildes Tod heiratete er in zweiter Ehe Almodis.

Er begleitete seinen Halbbruder bei der Eroberung Englands und nahm an der Schlacht bei Hastings (1066) teil. Als Gegenleistung erhielt er von seinen Halbbruder Wilhelm, nun König von England, mehrere englische Ländereien als Lehen sowie 1068 den Titel Earl of Cornwall. Dadurch wurde er einer der größten und mächtigsten Landbesitzer in England und der Normandie.

In Mortain ließ er den Vorgängerbau der heutigen Stiftskirche St. Évroult errichten, von dem sich noch ein Portal aus seiner Zeit erhalten hat. Sein Kaplan war der später heiliggesprochene Vitalis, der Gründer der Abtei Savigny. Nach seinem Tod wurde er in der Abtei Notre-Dame in Grestain bestattet. 
von Mortain (Conteville), Graf Robert 1. Earl of Cornwall (I29848)
 
49426 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_de_Sablé (Sep 2023)

Es ist kein exaktes Geburtsjahr überliefert, aber Robert scheint zum Zeitpunkt seines Todes ein relativ alter Mann gewesen zu sein. Er war der Sohn von Robert III. de Sablé und ein führender angevinischer Vasall König Richards I. Löwenherz von England. Das Kerngebiet seiner Herrschaft bildeten einige Ländereien um Sablé-sur-Sarthe in der Region Anjou, die er 1160 von seinem Vater geerbt hatte. Er war ein Großneffe zweiten Grades des Templergroßmeisters Robert de Craon.

Angevinischer Bürgerkrieg
1173 unterstützte Robert die Revolte Heinrichs des Jüngeren gegen dessen Vater König Heinrich II. von England. Die Revolte wurde zwar niedergeschlagen, Robert gewann für seine Unterstützung aber die Gunst des späteren Königs Richard Löwenherz.

Karriere im Heiligen Land
Im Juni 1190 wurde er von König Richard Löwenherz, neben Richard de Camville und Guillaume de Forz, zu einem der Kommandanten der Flotte für den dritten Kreuzzug ernannt. Zusammen mit Camville legte er darauf mit einem Verband von 64 Schiffen von der Küste der Gascogne ab, um die Iberische Halbinsel zu umrunden. Bereits vor ihnen hatte sich ein Geschwader der Londoner Bürgerschaft aufgemacht, die von König Sancho I. von Portugal dazu eingeladen wurde, die Stadt Silves gegen die Mauren zu verteidigen. Obwohl sie dafür entlohnt wurden, begannen sie darauf plündernd durch Lissabon zu ziehen. Nachdem dort er und Richard de Camville mit ihren Schiffen eintrafen artete die Situation in einen regelrechten Krieg gegen König Sancho aus. Erst als am 24. Juli das Geschwader von Guillaume de Forz in der Mündung des Tajo erschien, beendeten sie die Plünderungen. Vereint segelte die Flotte weiter bis nach Marseille, wo sie König Richards Kreuzzugsheer aufnahm.

Nach Ankunft in Palästina 1191, trat er alsbald dem Templerorden bei. Nur kurz darauf wurde er zum neuen Großmeister gewählt. Dabei kam ihm, neben der Fürsprache König Richards zugute, dass die Templer nach dem Tod Gérard de Ridefort in der Schlacht bei Akkon fast ein Jahr lang keinen neuen Großmeister gewählt hatten, da sie sich zunächst auf eine neue Ordensregel einigen wollten, die den Dienst des Großmeisters an vorderster Front überdachte. Gerade noch rechtzeitig zur anstehenden Wahl war er dem Orden beigetreten. Robert errichtete ein neues Hauptquartier der Templer in der gerade zurückeroberten Stadt Akkon, wo sie sich 100 Jahre lang halten konnten.

Templerherrschaft auf Zypern
Auf dem Weg ins Heilige Land hatte Richards Kreuzzugsheer im Mai 1191 Zypern erobert. Nach der Rückeroberung von Akkon im Juli 1191 stimmte Richard zu, die Insel für 100.000 weiße Bezants dem Templerorden zu verkaufen. Während es dem Johanniter-Orden später gelingen würde feste Stützpunkte auf Rhodos und Malta zu errichten, vergab Robert de Sablé die Chance seinem Orden die Herrschaft auf Zypern zu sichern. Nachdem die Templer einige Aufstände der Zyprioten nur mit Mühe zurückgeschlagen hatten, gaben sie die Insel schließlich an Richard zurück, obwohl sie so ihre Anzahlung von 40.000 Bezants einbüßten. Die Ursachen für das Scheitern der Templer ist in der geschwächten militärischen Position der Templer im Heiligen Land infolge der Niederlage von Hattin zu suchen. Obwohl sie offenbar über große Geldmittel verfügten, konnten sie nur zwanzig Ordensritter als Garnison auf Zypern abstellen.[1] Richard verkaufte die Insel 1192 für 60.000 Bezants seinem Vasallen Guido von Lusignan, dem ehemaligen, inzwischen landlosen König von Jerusalem und konnte mit dem Erlös die Kosten seines Kreuzzuges decken. 
de Sablé, Herr Robert (I42335)
 
49427 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_de_Vere,_5._Earl_of_Oxford

Robert de Vere, 5. Earl of Oxford (* um 1240; † vor 7. September 1296) war ein englischer Magnat.

Herkunft
Robert de Vere entstammte der anglonormannischen Familie de Vere, die ihren Stammsitz in Hedingham in Essex hatte. Er war der älteste Sohn von Hugh de Vere, 4. Earl of Oxford und dessen Frau Hawise de Quincy. Nach dem Tod seines Vaters 1263 erbte er dessen Besitzungen, den Titel Earl of Oxford und das Erbamt des Chamberlain. Trotz des Titels und des Amtes war er jedoch ein eher unbedeutender Adliger mit recht geringen Besitzungen, die seinem Stand nicht entsprachen.[1] Das Amt des Chamberlain war zwar eines der höchsten Staatsämter, doch hatte es im Jahrhundert zuvor seine Verwaltungsfunktionen verloren und war im 13. Jahrhundert auf rein zeremonielle Aufgaben beschränkt. Allerdings hatte der Amtsinhaber immer noch Vorrang am Königshof.[2]

Rolle während des Zweiten Kriegs der Barone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bereits de Veres Vater hatte die Adelsopposition gegen König Heinrich III. unterstützt. Nachdem Robert de Vere Ende 1263 sein Erbe übernommen hatte, unterstützte er auch während des offenen Zweiten Krieg der Barone die Rebellen unter Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester.[3] Im Mai 1264 wurde er vor der Schlacht von Lewes von Montfort zum Ritter geschlagen.[4] De Vere gehörte der Armee von Simon de Montfort dem Jüngeren an, die am 1. August 1265 vor Kenilworth Castle von der Armee des Thronfolgers Eduard überrascht und geschlagen wurde. Nach dem entscheidenden Sieg der königlichen Partei wenige Tage später in der Schlacht von Evesham wurde ihm das Amt des Chamberlain und der Titel Earl of Oxford entzogen, dazu verlor er umfangreiche Besitzungen wie die Honour von Oxford an Roger Mortimer.[5] Andere Ländereien fielen an Gilbert de Clare, 6. Earl of Gloucester[6] Nach den Bedingungen des 1266 erlassenen Dictum of Kenilworth konnte er den Großteil seiner Besitzungen zurück erwerben und wurde wieder als Earl anerkannt. Er musste eine Strafe in Höhe von 2500 Mark an Mortimer für die Rückgabe der Honour of Oxford zahlen. Diese wurde mit einem Heiratsvertrag verbunden, nach dem eine von Mortimers Töchtern de Veres ältesten Sohn heiraten sollte.[7] Das Amt des Chamberlain erlangte erst sein Enkel John de Vere, 7. Earl of Oxford wieder erlangen.

Späteres Leben
De Vere nahm von 1282 bis 1283 am Feldzug von König Eduard I. zur Eroberung von Wales teil.[8] Während des Französisch-Englischen Kriegs ab 1294 weigerte er sich zusammen mit dem Earl of Arundel und anderen Magnaten, 1294 am Feldzug in die Gascogne teilzunehmen.[9] Nach seinem Tod 1296 wurde er im Familienpriorat von Earls Colne in Essex beigesetzt. Nach der Reformation wurde sein Grabdenkmal in die St Stephen's Chapel in Bures St Mary in Suffolk überführt.

Ehe
De Vere hatte Alice de Sandford († vor 1312), eine Tochter und Miterbin von Gilbert de Sandford und dessen Frau Lorette geheiratet. 
de Vere, Robert 5. Earl of Oxford (I29820)
 
49428 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_de_Vere,_6._Earl_of_Oxford

Robert de Vere, 6. Earl of Oxford (* um 24. Juni 1257; † 17. April 1331) war ein englischer Magnat.

Leben
Robert de Vere entstammte der anglonormannischen Familie de Vere, die ihren Stammsitz in Hedingham in Essex hatte. Er war der Sohn und Erbe von Robert de Vere, 5. Earl of Oxford aus dessen Ehe mit Alice de Sanford. 1296 erbte er die Güter der Familie de Vere und den Titel Earl of Oxford. Das eigentlich in der Familie erbliche Amt des Chamberlain of England wurde ihm vorenthalten, nachdem es seinem Vater entzogen worden war; erst sein Nachfolger erhielt es zurück. Obwohl die Familie de Vere eine alte und angesehene Familie des anglonormannischen Hochadels war, besaß sie im Vergleich zu anderen Magnaten nur einen relativ bescheidenen Grundbesitz.

Robert nahm an den Feldzügen Eduards I., Eduards II. und Eduards III. in Wales, Schottland und Frankreich teil. Sein Wappen ist in der Falkirk Roll enthalten, die anlässlich der Schlacht von Falkirk am 22. Juli 1298 erstellt wurde. 1308 nahm er an der Krönung der Königin Isabella teil, der Ehefrau Eduards II.

Robert de Vere war mit Margaret Mortimer verheiratet, Tochter von Roger Mortimer of Wigmore und Maud de Briouze (Braose). Ihre Kinder sind:

Thomas de Vere (* um 1282, † vor 12. Mai 1329), ⚭ vor 17. Juni 1315 Agnes/Anne de Ros († vor 1. Dezember 1328), Tochter von William de Ros, 1. Baron de Ros, und Maude de Vaux, Witwe von Pain de Tibetot, 1. Baron Tibetot († 1314);
Ellen, ⚭ Sir Hugo de Naunton.
Robert de Vere starb am 17. April 1331, er wurde im Familienpriorat von Earls Colne in Essex bestattet. Da er seinen einzigen Sohn überlebte, beerbte ihn sein Neffe John de Vere, 7. Earl of Oxford, der einzige Sohn seines Bruders Alphonse de Vere, als Earl of Oxford. 
de Vere, Robert 6. Earl of Oxford (I29823)
 
49429 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_de_Vere,_Duke_of_Ireland

Robert de Vere, Duke of Ireland, Marquess of Dublin, 9. Earl of Oxford, KG (* 13. Januar 1361; † 1392) war ein englischer Adliger und Berater König Richards II.

Robert de Vere folgte seinem Vater, Thomas de Vere, 8. Earl of Oxford, 1371 als 9. Earl of Oxford.[1] Damit übernahm er von seinem Vater auch das Amt des Lord Great Chamberlain. Im April 1377 wurde er anlässlich der Investitur des Richard of Bordeaux als Prince of Wales zum Knight of the Bath geschlagen.[2] Er wurde zum Günstling und Vertrauten des Prinzen, der im Juli desselben Jahres als Richard II. König von England wurde. 1384 nahm dieser ihn in den Hosenbandorden auf[3] und erhob ihn am 1. Dezember 1385 auf Lebenszeit zum Marquess of Dublin. Am 13. Oktober 1386 legte er den Marquesstitel nieder und wurde stattdessen auf Lebenszeit zum Duke of Ireland.[4][5] Seine Erhebung zum Marquess of Dublin war die erste Ernennung eines Marquess auf den Britischen Inseln. Der Titel eines Dukes war bis dahin nahen Verwandten des Königs vorbehalten.

Richard II. hatte persönliche Günstlinge, u. a. Robert de Vere, mit hohen Staatsämtern betraut und dem Hochadel gegenüber bevorzugt. Daraufhin und wegen der Misswirtschaft und Verschwendungssucht des Königs verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Richard II. und den Lords 1387 schlagartig. Es entstanden die Lords Appellant, eine Gruppe von Lords, die zusammenstanden, um dem König seine politische Macht zu entreißen.[6] 1387 führte De Vere eine Armee gegen die Appellanten. Er unterlag in der Schlacht von Radcot Bridge[7] in der Nähe von Oxford. Nach dieser Schlacht wurde De Vere ins Exil nach Frankreich geschickt und seine Ländereien wurden beschlagnahmt. Sein Titel eines Duke of Ireland wurde 1388 eingezogen und nie wieder vergeben.

1392 starb De Vere durch einen Jagdunfall. 1395 brachte König Richard II. den balsamierten Leichnam De Veres zurück nach England und hat angeblich dort bei offenem Sargdeckel die Hand seines getreuen Gefolgsmanns geküsst.

Robert de Vere war mit Philippa de Coucy aus dem Haus Gent verheiratet, einer Cousine des Königs. Obwohl historisch schwer zu belegen, wird ihm sowohl eine Affäre mit Agnes de Launcekrona (einer tschechischen Gefolgsdame von Anne von Böhmen, der Gemahlin von Richard II. und damit der englischen Königin) als auch homosexuelle Beziehungen zu Richard II. selbst nachgesagt. Hier gilt zu beachten, dass die meisten Aufzeichnungen dieser Zeit von kirchlichen Vertretern stammen. Richard II. gehörte dem Haus Plantagenet an, das wiederum nicht unbedingt gut mit der Kirche stand. De Vere war seinerzeit anscheinend eher unbeliebt bei den anderen englischen Adligen, nicht zuletzt aufgrund der Günstlingswirtschaft von König Richard II. 
de Vere, Graf Robert 9. Earl of Oxford (I29813)
 
49430 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Fitzhamon

Robert Fitzhamon (auch: Robert FitzHamon; † März 1107), Herr von Creully (heutiges Département Calvados, Normandie), war Lord of Gloucester und der Eroberer von Glamorgan. Als Verwandter Wilhelms des Eroberers war er einer der wenigen anglonormannischen Adligen, die loyal zu seinen beiden Nachfolgern Wilhelm II. und Heinrich I. standen. Seine Familie besaß die Herrschaften Torigny, Creully, Mézy und Évrecy in der Normandie.

Verwandtschaft und Vorfahren
Robert Fitzhamon wird als Verwandter Wilhelms des Eroberers gesehen, wobei die genaue Verwandtschaft nicht bekannt ist. Er ist dem Namen nach der Sohn eines Hamon (engl.) bzw. Aymon (frz.). In Burke’s Peerage [1] wird er als angeblicher Enkel von Hamo Dentatus bezeichnet.

Aufstieg in England
Robert wird im Domesday Book (1086) nicht erwähnt. Er tritt erstmals während des Aufstands von 1088 als Gefolgsmann König Wilhelms II. auf, der nach dem Scheitern der Rebellion mit umfangreichem Grundbesitz vor allem in Gloucestershire belohnt wurde.

Als der walisische Fürst Iestyn ap Gwrgan von Glamorgan die Normannen um Hilfe gegen Rhys ap Tewdwr von Deheubarth bat, schlug Robert Fitzhamon Rhys, übernahm dann aber selbst Glamorgan, und drang auch in Dyfed und Ceredigion ein. Robert Fitzhamon baute 1091 Cardiff Castle [2] an einer Stelle, an der zuvor eine römische Festung gestanden hatte.

Rhys Tochter Nest ferch Rhys wurde die Geliebte Heinrichs I. und die Mutter von Robert, 1. Earl of Gloucester, der wiederum Mabel, Fitzhamons Tochter und Erbin heiratete.[3]

Tewkesbury Abbey
Im Jahr 1092 gründete er Tewkesbury Abbey, deren Dimensionen etwa der von Westminster Abbey entsprechen. Der erste Abt wurde Giraldus (Gerald), Abt von Cranborn, der 1110 starb, somit Jahre, bevor das Kloster 1121 geweiht werden konnte. Der Bau der Abtei stand offensichtlich unter dem Einfluss von Roberts Ehefrau Sibylle [4].

Robert und Heinrich I.
Robert FitzHamon stand loyal zu den Königen Wilhelm II. und Heinrich I., auch als letzterer sich gegen seinen Bruder, Herzog Robert von der Normandie, zur Wehr setzen musste.

Im Jahr 1105 ging er in die Normandie, wo er in der Nähe von Bayeux in Gefangenschaft geriet – einer der Gründe, weshalb Heinrich I. im gleichen Jahr noch den Ärmelkanal überquerte. FitzHamon wurde befreit und schloss sich Heinrichs Feldzug an. In der Schlacht von Tinchebrai erlitt er 1106 eine schwere Kopfverletzung, an der er schließlich starb.[5] Er wurde in Tewkesbury Abbey begraben.

Ehe und Kinder
Robert FitzHamon heiratete um 1087/90 Sibylle, offenbar die jüngste Tochter von Roger de Montgomerie, 1. Earl of Shrewsbury, und seiner ersten Ehefrau Mabile de Bellême. Das Paar soll vier Töchter gehabt haben, die beim Tod ihres Vaters noch minderjährig waren. Deshalb zog Heinrich I. zunächst Robert Fitzhamons Ländereien ein. Schließlich verheiratete er die älteste Tochter Mabel um 1119 mit seinem unehelichen Sohn Robert und erhob diesen 1121 zum Earl of Gloucester, so dass FitzHamons Besitz in Gloucestershire der Kern der Grafschaft Gloucester wurde. FitzHamon wird daher auch manchmal Earl of Gloucester genannt, obwohl er es nicht war.

Mehr unter dem Link oben.. 
FitzHamon, Herr Robert (I12676)
 
49431 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_I._(Dauphin_von_Auvergne) (Sep 2023)

Robert I., nannte sich selbst in Anlehnung an seine Verwandten mütterlicherseits Dauphin (* um 1170; † 1234), war ein Dauphin von Auvergne. Er war ein Sohn des Grafen Wilhelm VII. von Auvergne und der Marquise d’Albon, die aus der Familie der Dauphins von Vienne stammte.

Sein Vater wurde einst als Graf von Auvergne von dessen Onkel verdrängt; der Familie blieb als Besitz lediglich ein Gebiet um Vodable und Herment sowie einiger weiterer Burgen im Westen der Auvergne. Sie führten den Titel eines „Grafen von Clermont“, nach der Hauptstadt der Auvergne Clermont-Ferrand, werden aber seit Robert in der Regel „Dauphins von Auvergne“ genannt.

Robert Dauphin war der Mode seiner Zeit entsprechend ein Patron der Trobadore und lud an seinen Hof bekannte Poeten wie Gaucelm Faidit. Als Dalfi d'Alvernha schrieb er selbst mehrere Werke in okzitanischer Lyrik, mit Bischof Robert von Clermont und Richard Löwenherz tauschte er satirische und erotische Verse aus. Mit dem Verehrer seiner Schwester, Guilhem de Saint-Leidier, trug er eine poetische Debatte (Partimen) aus um die Frage, ob sich eine Dame entehrt, wenn sie ihre Liebe einem reicheren oder mächtigeren Herrn gewährt.

Politisch war Robert Dauphin mit seinem Cousin, Graf Guido II. von Auvergne, gegen die französische Krone verbündet. Als im Frühjahr 1196 König Philipp II. August die Burg von Issoire belagerte, riefen sie Richard Löwenherz um Hilfe an, der sie aber nicht gewährte. Als Löwenherz wenig später selbst wieder Krieg gegen Philipp II. führte, bat er seinerseits bei Robert und Guido um Unterstützung. Dieses Anliegen hatte er ihnen in Form einer Sirventes zukommen lassen, das Robert aber in gleicher Form zurückwies, da Löwenherz zuvor ihn und Guido in Stich gelassen habe. Um das Jahr 1230 schlossen er und der Graf von Auvergne mit der französischen Krone Frieden, indem sie König Ludwig IX. huldigten.

Sein Sohn Wilhelm Dauphin folgte ihm nach. 
von Clermont (Auvergne), Graf Guillaume Dauphin II. (Wilhelm) (I42536)
 
49432 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_I._(Dreux) (Sep 2018)

Robert I., genannt der Große (le Grand) (* wohl 1123; † 11. Oktober 1188 wohl in Braine-sur-Vesle) war der fünfte Sohn des französischen Königs Ludwig VI. und der Adelheid von Savoyen.

Wohl bereits im Jahr seiner Geburt bekam er die Herrschaft über Savigny, 1132 erhielt er als Apanage von seinem Vater die Grafschaft Dreux. Durch seine Heiraten gelang es ihm, seinen Besitz wesentlich zu vergrößern.
1139/41 heiratete er in erster Ehe Agnès de Garlande (* wohl 1122; † 1143), die Tochter des Anseau de Garlande, Graf von Rochefort, und NN de Montlhéry.
Seine zweite Ehe schloss er um 1144 mit Havise von Évreux (* wohl 1118; † 1152), der Tochter des Walter von Évreux (Gautier d'Évreux), Earl of Salisbury, und Sibylle de Chanort und Witwe von Rotrou III. Graf von Perche.
Robert unterstützte seinen Bruder, König Ludwig VII., 1143 im Kampf gegen den Grafen Theobald II. von Champagne. Dabei eroberte er unter anderem Reims und Châlons. 1147 begleitete er – wie viele weitere französische Adlige auch – seinen Bruder auf den zweiten Kreuzzug und kämpfte 1148 bei der Belagerung von Damaskus. Robert brach den Kreuzzug noch vor seinem Bruder ab und kehrte mehrere Wochen vor ihm in die Heimat zurück. Im Glauben, die Stimmungslage nach dem gescheiterten Kreuzzug nutzen zu können, versuchte er eigene Ambitionen auf den Thron zu verwirklichen. Dabei wurde er aber von den Regenten Suger von Saint-Denis, Erzbischof Samson von Reims und Graf Rudolf von Vermandois behindert, bis schließlich die Ankunft des Königs diese Pläne zu Fall brachten.
Ende 1152 heiratete er in dritter Ehe Agnes de Baudement (* wohl 1130; † zwischen 1202 und 11. Juli 1218), Gräfin von Braine, Herrin (Dame) von Fère-en-Tardenois, Pontarcy, Nesles, Longueville und Quincy, Erbtochter von Guido (Guy) von Baudement, Graf von Braine, und Alix, Witwe von Milon II. von Bar-sur-Seine, Stifterin der Abtei Saint-Yved (Braine). Durch diese Ehe gelangte er in den Besitz der Güter seiner Frau.
1159 gab er der Stadt Dreux ihre Kommunalverfassung. Darüber hinaus ist er der Gründer der Stadt Brie-Comte-Robert, die heute seinen Namen trägt. Im Jahr 1187 stiftete er die Kirche Saint-Thomas, die direkt neben der Burg des Louvre errichtet wurde. 
von Dreux, Robert I. (I8245)
 
49433 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_I._(Flandern)

Robert I. der Friese (franz: Robert le Frison, lat: Robertus Friso; * um 1033; † 12. oder 13. Oktober 1093) war ein Graf von Flandern aus dem Haus Flandern. Er war ein jüngerer Sohn des Grafen Balduin V. von Flandern und der Adela, einer Tochter König Roberts II. des Frommen.

Nach dem Willen ihres Vaters sollte Roberts älterer Bruder Balduin VI. in der Grafschaft Flandern nachfolgen, wohingegen Robert selbst ohne bedeutendes Erbe bleiben sollte. Nach einer Geschichte des Lampert von Hersfeld soll ihm sein Vater Geleld und ein voll ausgerüstetes Boot gegeben haben mit dem Rat, sein Glück jenseits des Meeres zu suchen. Darauf sei Robert auf eine mehrjährige Abenteuerreise gegangen, auf der er in Spanien gegen die Mauren kämpfte und Schiffbruch auf dem Weg in das heilige Land erlitt. Danach habe er einige Zeit im Dienst der Warägergarde des byzantinischen Kaisers in Konstantinopel gestanden.[1] Die Glaubwürdigkeit dieser Geschichte wird als eher gering eingestuft, jedenfalls zog Robert 1063 nach Friesland, um dort die Witwe des Grafen Florens I. zu heiraten und um anschließend dort die nächsten Jahre als Vormund seines unmündigen Stiefsohnes, Graf Dietrich V., zu herrschen.[2] Sein zeitgenössischer Beiname resultiert daher.
Im Jahr 1070 starb Graf Balduin VI. von Flandern und hinterließ nur zwei jugendliche Söhne, deren Mutter Richilde die Regentschaft in Flandern übernahm. Robert nutzte sofort die unsichere Lage in Flandern zu seinen Gunsten und brachte gegen seine Schwägerin den Norden der Grafschaft in Aufruhr, was ihm die Kontrolle über Gent und Brügge sicherte. Als er auch den Süden für seine Sache gewinnen wollte, wurde er von Graf Eustach II. von Boulogne gefangen genommen und in Saint-Omer eingesperrt. Etwa um die gleiche Zeit geriet aber auch Richilde in die Gefangenschaft seiner Anhänger, worauf der Kastellan von Saint-Omer, Wulfric Rabel, ihn wieder frei ließ im Tausch für die Freilassung der Gräfin. Diese verbündete sich mit König Phhilipp I. von Frankreich und der anglo-normannischen Königin Mathilde, die Roberts Schwester war. Am 22. Februar 1071 kam es in der Schlacht bei Cassel zum entscheidenden Kampf, indem Robert einen vollständigen Sieg über seine Feinde errang. Sein Neffe, Graf Arnulf III. der Unglückliche, fiel im Kampf und Richilde floh mit ihrem zweiten Sohn in ihren heimatlichen Hennegau. Schnell verständigte sich Robert mit König Philipp I., dem er die Abtei Corbie überließ und im Gegenzug von ihm als Graf von Flandern anerkannt wurde. Gemeinsam verbündeten sie sich gegen das Normannenreich Wilhelms des Eroberers, diese Allianz wurde durch die Ehe des Königs mit Roberts Stieftochter, Bertha, weiter vertieft.
Mit dem Gewinn Flanderns ging für Robert der Verlust Frieslands einher. Bischof Wilhelm I. von Utrecht hatte sich gegen ihn mit dem Herzog Gottfried IV. dem Buckligen von Niederlothringen verbündet, von dem er im Sommer 1071 in einer blutigen Schlacht bei Leiden geschlagen wurde. Der Lothringer erlangte danach die vollständige Herrschaft in Friesland, nachdem er dort den unterlegenen Dietrich V. vertrieben hatte. In den folgenden Jahren war Robert mit der Konsolidierung seiner Herrschaft in Flandern beschäftigt, besonders im Süden der Grafschaft kam es wiederholt zu Revolten gegen ihn, die er militärisch niederschlug. Um das Land zu befrieden förderte er die in seiner Zeit aufkommende Gottesfriedensbewegung in Flandern. Er machte Brügge zu seiner festen Hauptstadt, womit er der früh einsetzenden urbanen Entwicklung Flanderns Vorschub leistete. Auch unterstützte er die Kanonisierung der Godeleva, einer Ritterstochter aus dem Boulonnais, die von ihrem nordflämischen Ehemann in der Zeit des Erbfolgekampfes 1070 ermordet worden war.[3] Mit ihrer Heiligsprechung konnte sich Robert mit dem einst mit ihm verfeindeten Grafen von Boulogne aussöhnen.
Gegenüber seinem gefährlichsten Feind, Wilhelm dem Eroberer, blieb Robert weiter unversöhnlich. So bot er 1072 dem Prätendenten Edgar Ætheling Asyl in Flandern und unterstützte 1077 die Revolte des Robert Kurzhose gegen dessen Vater. Seinen Einfnfluss in Friesland gewann er bereits 1076 mit der Ermordung Herzog Gottfrieds des Buckligen und dem gleichzeitig eintretenden Tod des Bischofs von Utrecht wieder, worauf er seinen Stiefsohn Dietrich V. in sein Erbland zurückführen konnte.[4] BiBis zum Jahr 1085 hatte Robert seine Herrschaft weit genug gefestigt um mit seinem Schwiegersohn, König Knut IV. von Dänemark, eine Invasion Englands zu organisieren, was Wilhelm dem Eroberer zur Aushebung eines großen Söldnerheeres in Frankreich nötigte.[5] Zur Invasion und anderweitigen Kämpfen kam es allerdings nicht mehr, nachdem der Dänenkönig 1086 ermordet wurde, wodurch Robert zur Begehung einer langjährigen Pilgerreise nach Jerusalem frei wurde, die er noch im selben Jahr antrat. Auf dem Weg nahm er wahrscheinlich an der Rückeroberung von Beroia 1087 durch den byzantinischen Kaiser Alexios I. Komnenos teil, jedenfalls nannte ihn dessen Tochter Anna Komnena in ihrem Geschichtswerk (Alexiade) in diesem Kontext an der Seite ihres Vaters. Robert versprach dem Kaiser ihm eines Tages 500 Ritter für den Kampf gegen die Feinde von Byzanz zu senden.[6] Auf seiner Heimreise legte Robert offensichtlich in Apulien eine Zwischenstation ein, bei der er die Ehe seiner Tochter mit dem Normannenherzog Roger Borsa arrangieren konnte. Spätestens im April 1090 war er wieder in Flandern, wo noch im selben Jahr ein Brief des Kaisers Alexios eintraf, der ihn an sein Versprechen erinnerte und eine bedrohliche Lage des byzantinischen Reichs schilderte. Solche Hilfsgesuche hatte der Kaiser an mehrere Fürsten des lateinischen Westen gerichtet, die eine Ursache für den wenige Jahre später ausgerufenen ersten Kreuzzug lieferten. Robert jedenfalls kam seinem Versprechen nach, denn schon für das Jahr 1091 berichtete Anna Komnena von der Ankunft der 500 Ritter aus Flandern.[7]
In seinen letzten Lebensjahren vollzog Robert einen Bruch mit König Philipp I., nachdem dieser 1092 seine Stieftochter für Bertrada von Montfort verstoßen hatte, und verbündete sich stattdessen mit seinem ehemaligen normannischen Erzgegner, König Wilhelm II. Rufus. Im Sommer 1093 setzte er nach Dover über um dort mit Wilhelm Rufus persönlich das Bündnis zu besiegeln.[8] Kurz nach seiner Rückkehr in Flandern starb er am 12. oder 13. Oktober 1093, sein Sohn konnte ihm unbestritten nachfolgen.[9]

Familiäres
Robert der Friese war seit 1063 verheiratet mit Gertrude Billung († 1113), einer Tochter des Herzogs Bernhard II. von Sachsen und Witwe des Grafen Florens I. von Holland.


Literatur
• Pieter Lodewijk Muller: Robert I. der Friese. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 28, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 717–720.
• C. Verlinden: Le chroniqueur Lambert de Hersfeld et les voyages de Robert le Frison, Comte de Flandres, in: Annales de la Société d’Emulation de Bruges 76 (1933), S. 83–94
• C. Verlinden: Robert I le Frison, comte de Flandre; étude d’histoire politique (Antwerpen, 1935)
• E. Joranson: The Problem of the Spurious Letter of Emperor Alexius to the Count of Flanders, in: American Historical Review (AHR) 55 (1950), S. 811–832
• F.-L. Gansdorf: Robert le Frison et Alexis Comnène, in: Byzantion 31 (1961), S. 64–65
• M. de Waha: La lettre d’Alexis Comnène à Robert I le Frison, in: Byzantion 47 (1977), S. 113–125
• W. Mohr: Richilde vom Hennegau und Robert der Friese: Thesen zu einer Neubewertung der Quellen, in: Revue belge de philosophie et d’histoire lix (1981), S. 265–292 
von Flandern, Graf Robert I. der Friese (I5139)
 
49434 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_I._(Meulan) (Sep 2018)

Robert de Beaumont (* zwischen 1040 und 1050; † 5. Juni 1118) war als Graf von Meulan (in Frankreich) und 1. Earl of Leicester (in England) einer der mächtigsten Adligen in beiden Staaten. Chronisten beschreiben ihn als einen redegewandten und gebildeten Mann, dessen Rat von drei englischen Königen geschätzt wurde.

Robert de Beaumont war der älteste Sohn von Roger de Beaumont und Adeline de Meulan, Tochter von Graf Galéran III. von Meulan, und der ältere Bruder von Henry de Beaumont, 1. Earl of Warwick. Er begleitete 1066 Wilhelm den Eroberer nach England, wo seine Dienste ihm mehr als 91 Titel und Besitzungen einbrachten. In der Schlacht von Hastings war er der Befehlshaber der Infanterie auf dem rechten Flügel.
Als seine Mutter 1081 starb, erbte er die Grafschaft Meulan in der Normandie ebenso wie den Titel eines Vizegrafen von Ivry und eines Lord Norton. Er huldigte dem französischen König Philipp I. und saß als französischer Adliger im Parlement, das in Poissy tagte.
Er und sein Bruder Henry waren Teilnehmer der königlichen Jagdgesellschaft im New Forest, bei der König Wilhelm II. am 2. August 1100 unter verdächtigen Umständen zu Tode kam. Er huldigte daraufhin dessen Bruder Heinrich I., der ihn 1107 zum Earl of Leicester ernannte.
Nach dem Tod Wilhelms II. fielen Wilhelm, Graf von Évreux, und Ralph de Conches mit großem Erfolg in Roberts normannische Besitzungen ein unter dem Vorwand, durch einen Rat, den er dem König gegeben hatte, Unrecht erlitten zu haben.
Robert de Beaumont heiratete 1096 die zu der Zeit erst 9 oder 11 Jahre alte Elisabeth von Vermandois, Tochter des Hugo von Vermandois und der Adelheid von Vermandois, mit der er (ab 1102) drei Söhne und sechs Töchter hatte, darunter die 1104 geborenen Beaumont-Zwillinge Waleran de Beaumont, 1. Earl of Worcester, und Robert de Beaumont, 2. Earl of Leicester, sowie Hugh de Beaumont, 1. Earl of Bedford und Isabel de Beaumont, die spätere Geliebte König Heinrichs I.
Die Ehe ging nach 15 bis 20 Jahren auseinander, Robert und Elisabeth trennten sich oder wurden sogar geschieden. Elisabeth ging eine Beziehung mit William de Warenne ein, den späteren 2. Earl of Surrey, der sie 1115 entführte.
Nach Ansicht des Chronisten Heinrich von Huntingdon starb Robert 1118 an der Schande, nachdem ihm „ein gewisser Graf seine Ehefrau entweder durch eine Intrige oder durch Gewalt und List entführt hatte“ - nach Roberts Tod konnten Elisabeth und William dann heiraten. 
von Beaumont (von Meulan), Robert I. 1. Earl of Leicester (I7371)
 
49435 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_I._(Schottland)

Leben
Familiärer Hintergrund und frühe Lebensjahre
Robert wurde als erstes Kind und ältester Sohn von Robert Bruce, Earl of Carrick und dessen Ehefrau Marjorie, Countess of Carrick geboren. Der Legende nach soll Roberts Mutter seinen Vater gefangengehalten haben, bis er schließlich nachgab und ssie heiratete. Von seiner Mutter erbte er das gälische Fürstentum Carrick (ein Teil von Ayrshire) und von seinem Vater die Abstammung von einer königlichen Linie, die es ihm später ermöglichen sollte, Anspruch auf den Thron zu erheben. Das Datum seiner Geburt ist definitiv gesichert, nicht jedoch sein Geburtsort; wahrscheinlich war es Turnberry Castle in Ayrshire, doch auch Lochmaben Old Castle in Lochmaben, Dumfriesshire wird genannt.
Über seine Jugendjahre ist wenig bekannt. Er wurde wahrscheinlich von einer anderen Familie aus der Gegend aufgezogen, was den damaligen lokalen Gebräuchen entspricht. Es kann angenommen werden, dass er fließend Gälisch und Normand (normannischer Dialekt des Französischen) sprach, daneben Latein und wahrscheinlich auch Englisch. Einem englischen Chronisten zufolge lebte er die meiste Zeit am Hofe Eduards I. Die Thronbesteigung von John Balliol im Jahre 1292 empfand er als ungerecht. Der neue, durch England eingesetzte Herrscher verwehrte damit seiner Familie das rechtmäßige Erbe.
Bald darauf übergab sein Großvater Robert Bruce, 5. Lord of Annandale, einer der erfolglosen Anwärter auf den schottischen Thron, seinen Lordtitel an seinen Sohn, Roberts Vater. Nach dem Tode seiner Ehefrau im Jahre 1292 übergab Roberts Vater deen Titel des Earl von Carrick an seinen Sohn. Der Vater wie auch der Sohn verbündeten sich mit Eduard I. gegen John Balliol. Im April 1294 erhielt der jüngere Bruce die Erlaubnis, während eineinhalb Jahren Irland zu besuchen. Als weiteres Zeichen von Eduards Gunst erhielt er einen Zahlungsaufschub auf alle Schulden beim englischen Königshaus.
1295 heiratete Robert seine erste Ehefrau Isabella von Mar, die Tochter von Donald, 6. Earl of Mar. Isabella brachte zwischen 1295 und 1297 eine Tochter, Marjorie, zur Welt und starb kurz danach. Roberts Tochter Marjorie Bruce heiratete ca. 1315 Walter Stewart, den Truchsessen (High Steward) von Schottland und gebar am 2. März 1316 den zukünftigen König Robert II.

Beginn der Unabhängigkeitskriege
Im August 1296 leisteten Vater und Sohn Bruce bei Berwick-upon-Tweed dem englischen König Eduard I. gegenüber einen Treueschwur und erneuerten diesen in Carlisle. Doch bereits ein Jahr später brach der jüngere Bruce den Schwur und schloss sich dder schottischen Revolte an. Im Sommer 1297 wurde er aufgefordert, Eduards Kommandanten John de Warenne zu unterstützen. Doch statt dem Befehl zu gehorchen, verwüstete Robert Bruce mit seinen Anhängern das Land jener Leute, die zu Eduard hielten. Am 7. Juli wurde Bruce zu einem Waffenstillstand gezwungen, der „Kapitulation von Irvine“. Den schottischen Lords wurde versichert, dass sie nicht gegen ihren Willen in Frankreich dienen müssten. Nach einem erneuten Treueschwur würden ihnen die Gewalttaten verziehen. Der Bischof von Glasgow, der Truchsess James und Sir Alexander Lindsay übernahmen die Bürgschaft für Bruce, bis er seine kleine Tochter Marjorie als Geisel übergab.
Kurz nach der Schlacht von Stirling Bridge am 11. September 1297 schlug sich Robert Bruce wieder auf die Seite seiner Landsleute. Er verwüstete Annandale und zerstörte die von den Engländern gehaltene Burg bei Ayr. Als Eduard nach seinem Sieg in der Schlacht von Falkirk nach England zurückkehrte, entzog er Robert Bruce die Herrschaftsrechte über Annandale und Carrick, gab ihm aber die Chance, seine Loyalität ihm gegenüber zu beweisen.
William Wallace war nach Falkirk von seinem Amt als Guardian of Scotland zurückgetreten. Auf ihn folgten Robert Bruce und John Comyn, die sich das Amt teilten, das demjenigen eines Reichsverwesers entsprach. Doch die beiden konnten ihre persönlichen Differenzen nicht beilegen. Als Neffe und Anhänger von John Balliol hatte Comyn ebenso ein Anrecht auf den Thron und war deshalb Bruces Konkurrent. 1299 wurde William de Lamberton, der Bischof von St Andrews, zum dritten neutralen Wächter gewählt, um den sich anbahnenden Konflikt zwischen Bruce und Comyn zu entschärfen. 1300 trat Bruce von seinem Amt zurück und wurde durch Sir Ingram de Umfraville ersetzt. De Umfraville, Comyn und Lamberton traten im Mai 1301 ihrerseits zurück. NeNeuer alleiniger Wächter Schottlands wurde John de Soulis. Er war vor allem deshalb gewählt worden, weil er weder zum Bruce-Lager noch zum Comyn-Lager gehörte und darüber hinaus ein Patriot war. De Soulis setzte sich aktiv dafür ein, John Balliol wieder als schottischen König einzusetzen.
Im Juli 1301 begann Eduard mit dem sechsten Feldzug nach Schottland. Obwohl er Bothwell und Turnberry Castle eroberte, konnte er die Schotten nicht entscheidend schlagen und einigte sich im Januar 1302 auf einen neunmonatigen Waffenstillstand. Etwa um diese Zeit unterwarfen sich Bruce und andere Adlige dem englischen König, obwohl sie bis vor kurzem auf der Seite der Rebellen gekämpft hatten. Es gab verschiedene Gründe für diesen Schritt. Bruce wollte seine Anhänger nicht länger für eine aussichtslose Sache opfern. Es gab Gerüchte, dass John Balliol mit einer französischen Armee wieder nach Schottland zurückkehren würde. Dies hätte jedoch bedeutet, dass Bruce jegliche Chance verlieren würde, jemals selbst den schottischen Thrhron zu besteigen. Eduard wiederum sah ein, dass es zu diesem Zeitpunkt besser war, einen schottischen Adligen als Verbündeten denn als Feind zu haben; er selbst sah sich mit einer Exkommunikation durch den Papst und einer möglichen französischen Invasion konfrontiert.
Robert Bruce heiratete 1302 seine zweite Gattin Elizabeth de Burgh, die Tochter von Richard Og de Burgh (Earl of Ulster und enger Freund des englischen Königs). Er hatte sie wahrscheinlich am englischen Königshof kennengelernt. Die Hochzeit fand in Writtle bei Chelmsford in Essex statt. Elizabeth gebar ihm vier Kinder, den späteren König David II. sowie John, Mathilda und Margaret.
1303 marschierte Eduard erneut in Schottland ein, erreichte Edinburgh und wandte sich nach Perth. John Comyn, mittlerweile der neue „Guardian of Scotland“, konnte nicht hoffen, sich gegen die englische Armee verteidigen zu können. Eduard blieb bis Juli in Perth und zog dann weiter über Dundee, Montrose und Brechin nach Aberdeen, wo er im August eintraf. Danach kehrte er über Moray und Badenoch nach Dunfermline zurück. Da Eduard nun praktisch das ganze Land kontrollierte, unterwarfen sich ihm im Februar 1304 alle führenden schottischen Adligen mit Ausnahme von William Wallace. John Comyn führte die Verhandlungen. Die Gesetze und Freiheiten Schottlands, wie sie unter der Herrschaft von Alexander III. bestanden hatten, sollten weiterhin gültig sein. Bei zukünftigen Gesetzesänderungen behielt sich Eduard jedoch ein Mitspracherecht vor.
Robert Bruce und William de Lamberton, die beide Zeugen der heroischen schottischen Verteidigung bei der Schlacht von Stirling Bridge gewesen waren, schlossen am 11. Juni 1304 eine Allianz. Sollte einer der beiden den geheimen Pakt brechen, würde er dem anderen eine Buße von zehntausend Pfund bezahlen. Diese Allianz war ein Zeichen ihres tief verwurzelten Patriotismus und ihres Kampfes für die Freiheit Schottlands. Sie beabsichtigten, die Zeit bis zum Tod des englischen Königs abzuwarten, der bereits im fortgeschrittenen Alter war.
Eduard begann unterdessen mit der vollständigen Integration des wehrlosen Schottland ins englische Königreich. Die Adligen schworen erneut Treue. Eine Parlamentssitzung wurde einberufen, um jene zu wählen, die mit dem englischen Parlament die Regeln für die Verwaltung Schottlands festzulegen hatten. Die wirkliche Macht lag in den Händen der Engländer, die schottischen Regierungsmitglieder waren lediglich Marionetten. Eduards Neffe, der Earl of Richmond, führte die untergeordnete schottische Regierung an.
In der Zwischenzeit war William Wallace in der Nähe von Glasgow gefangengenommen und am 23. August 1305 in London brutal hingerichtet worden. Eduard hatte aus Wallace einen Märtyrer gemacht, einen überlebensgroßen patriotischen Helden für die Schotten. Anstatt die „schottische Frage“ endgültig zu lösen, legte er damit die Grundlage für weitere Aufstände.

Exkommunikation und Krönung
Eduard befahl im September 1305 Robert Bruce, das Kommando über Kildrummy Castle abzugeben. Er vermutete, dass Bruce nicht völlig vertrauenswürdig sei und womöglich hinter seinem Rücken eine Verschwörung organisierte. Der geheime Pakt, den Brucce mittlerweile mit William de Lamberton geschlossen hatte, wurde durch einige Adlige aufgedeckt. Bruce hielt mit John Comyn eine Konferenz ab, die mit einer Einigung endete. Comyn würde Bruces Anspruch auf den schottischen Thron unterstützen und im Gegenzug seine Ländereien erhalten, oder auch umgekehrt. Doch aus unbekannten Gründen, wahrscheinlich aber um seinen Rivalen zu schädigen, verriet Comyn die Verschwörung. Bruce, der sich gerade am englischen Königshof aufhielt, wurde gewarnt und floh nach Schottland.
Robert Bruce traf am 10. Februar 1306 in Dumfries ein und brachte in Erfahrung, dass Comyn sich ebenfalls dort aufhielt. In der dortigen Franziskanerkirche trafen sich die beiden zu einem privaten Gespräch. Bruce beschuldigte Comyn, ihn verraten zu haben, was dieser jedoch verneinte. Voller Zorn zog Bruce seinen Dolch und verletzte seinen Widersacher schwer. Als Bruce aus Angst aus der Kirche floh, betrat sein Begleiter Sir Roger de Kirkpatrick das Gebäude, fand den noch lebenden Comyn und tötete ihn. Bruce wurde später ob dieser Freveltat auf heiligem Boden von Papst Clemens V. mit dem Kirchenbann belegt.
Nach dem Mord konnte der englische König Bruce jedoch nicht mehr decken. Er hatte damit alle Brücken hinter sich abgebrochen und musste sehr schnell handeln. Es gab nur den Weg nach vorn: Um nicht alles zu verlieren – vor allem den Anspruch auf den schottischen Thron –, ließ er sich nur wenige Tage später am 25. März 1306 in Scone zum König der Schotten krönen. Obwohl er nun König war, hatte er noch kein Königreich. Seine Bemühungen, das Land zurückzuerobern, erwiesen sich bis nach dem Tod von Eduard I. als katastrophale Fehlschläge.

Rückeroberung
Viele Angehörige des altgälischen und auch des normannischen Adels misstrauten Bruce wegen seiner früheren engen Beziehungen zum englischen Königshaus noch immer und unterstützten ihn nicht. Außerdem hatten die normannischen Fürsten noch immer Ländereien beiderseits der Grenze in England und Schottland und wagten es daher nicht, sich gegen den englischen König zu stellen. So war Robert zunächst ein so gut wie machtloser König und ständig auf der Flucht vor Eduard, der sich an seinem untreuen Vasallen rächen wollte und ihm seine Häscher nachsandte. Im Juni 1306 wurde er in der Schlacht bei Methven besiegt und im August bei Strathfillan, wohin er sich zurückgezogen hatte, von englischen Truppen überrascht. Die weiblichen Familienangehörigen schickte er im Januar 1307 nach Kildrummy Castle, um sie in Sicherheit zu bringen.
Im Frühling 1307 marschierten Eduards Truppen erneut nach Norden. Auf dem Weg dorthin enteignete er die schottischen Ländereien von Robert Bruce und dessen Anhängern und verteilte sie unter seinen eigenen Gefolgsleuten. Darüber hinaus veröffentllichte er den durch den Papst verhängten Kirchenbann über Robert Bruce. Seine Ehefrau Elizabeth de Burgh, seine Tochter Marjorie und seine Schwester Christina gerieten nach der Belagerung von Kildrummy Castle in Gefangenschaft, während seine drei jüngeren Brüder exekutiert wurden. Doch am 7. Juli starb Eduard I. und wurde von seinem schwächlichen Sohn Eduard II. abgelöst. Das Blatt begann sich zu wenden.
Nach einer von Legenden umwobenen Flucht auf die Äußeren Hebriden kehrte Robert Bruce im Februar 1307 nach Schottland zurück und begann vom Südwesten aus sein Reich von seinen inneren und äußeren Feinden zurückzuerobern. Er griff unermüdlich – meist aus dem Hinterhalt – an und wurde dabei zu einem Meister der Guerillataktik. Dadurch gewann Bruce ganz allmählich doch den Respekt und die dringend notwendige Unterstützung des schottischen Adels. Seinen ersten großen Sieg über die Engländer errang er bei Glen Trool und besiegte dann Aymer de Valence in der Schlacht von Loudoun Hill.
Robert Bruce übergab dann das Kommando über die Truppen in Galloway seinem Bruder Edward Bruce, während er selbst seine Operationen nach Aberdeenshire verlegte. Er überrannte Buchan, und nach einer schweren Krankheit besiegte er im Mai 1308 in der Schlacht bei Inverurie den Earl of Buchan. Bruce begab sich mit seinen Truppen nach Argyll, besiegte in der Schlacht bei Brander weitere interne Feinde und eroberte Dunstaffnage Castle. Im Mai 1309 berief er in St Andrews seine erste Parlamentssitzung ein, und im August kontrollierte er alle Gebiete nördlich des Flusses Tay. Bei einer Generalversammlung im Jahre 1310 erkannte ihn der schottische Klerus als König an. Dass er trotz der Exkommunikation die Unterstützung der lokalen Kirchenoberhäupter erhielt, war von großer Bedeutung und wahrscheinlich auf den Einfluss seines Freundes Lamberton zurückzuführen.
Während der nächsten drei Jahre fielen mehrere englische Burgen und Außenposten in die Hand der Schotten. Linlithgow wurde 1310 erobert, Dumbarton 1311 und Perth im Januar 1312 (diesen Feldzug führt Bruce persönlich an). Bruce führte auch Raubzüge nach Nordengland an. Im März 1313 eroberte James Douglas die Stadt Roxburgh, während Thomas Randolph zur gleichen Zeit Edinburgh Castle einnahm. Im Mai führte Bruce erneut einen Raubzug durch den Norden Englands an und unterwarf die Isle of Man.
In der Auseinandersetzung um Stirling Castle, die letzte von Engländern gehaltene Burg in Schottland, wurde am 23. und 24. Juni 1314 das scheinbar überlegene englische Heer in der historischen Schlacht an dem kleinen Bach Bannockburn, der Schlacht von Bannockburn, von den Schotten vernichtend geschlagen. Die rund 9000 Schotten rieben die ca. 25.000 Engländer fast vollständig auf, und Robert Bruce wurde zum schottischen Nationalhelden. Der unerwartete Sieg garantierte die vollständige Akzeptanz von Robert Bruce als König im eigenen Land. Von der englischen Bedrohung befreit, zogen die schottischen Armeen nach England, schlugen eine weitere englische Armee nördlich der Grenze zurück und unternahmen Raubzüge in Yorkshire und Lancashire. Eduard II. sah sich gezwungen, einen Waffenstillstand anzunehmen.

Feldzug in Irland und Diplomatie
Bestärkt durch die militärischen Erfolge, starteten die schottischen Truppen 1315 eine Invasion Irlands. Angeblich wollten sie die Insel von der englischen Herrschaft befreien, doch ist es wahrscheinlicher, dass sie im andauernden Konflikt mit England eine zweite Front schaffen wollten. 1316 wurde Edward Bruce zum Irischen Hochkönig gekrönt, und Robert Bruce begab sich mit einer weiteren Armee dorthin, um seinen Bruder zu unterstützen.
Die Schotten warben mit einer "pan-gälischen Allianz" um die Gunst der irischen Anführer und betonten dabei die Gemeinsamkeiten wie Sprache, Gebräuche und kulturelles Erbe. Die diplomatischen Bemühungen brachten einige Erfolge, zumindest in Ulster, wo die Schotten volle Unterstützung genossen. Doch außerhalb von Ulster stießen sie auf wenig Begeisterung und konnten im Süden der Insel keine nennenswerten Erfolge verbuchen.
Nach dem Trauma der Unabhängigkeitskriege machten die Freien und Mächtigen des Reiches im Jahre 1320 ihrem König allerdings klar, dass er nicht vollkommen willkürlich handeln konnte. In der Deklaration von Arbroath erklärten sie, dass sie ihn nur solange unterstützen würden, wie er die Rechte der Nation zu wahren bereit war. In der entscheidenden Passage aus dieser Erklärung heißt es:
Doch Robert selbst, sollte er sich von dieser Aufgabe, die er begonnen hat, abwenden und sich einverstanden erklären, dass wir oder unser Reich dem englischen König oder seinem Volk unterworfen würden, würden wir ihn als unser aller Feind ausstotoßen, als einen, der unsere und seine Rechte untergraben hat, und würden einen anderen König wählen, damit er unsere Freiheit verteidigt; denn so lange, als nur Hundert von uns noch überleben, werden wir uns in keiner Weise englischer Herrschaft beugen. Denn wir kämpfen weder für Ruhm, noch für Wohlstand, noch für Ehre; sondern wir kämpfen allein für die Freiheit, die kein rechtschaffener Mann aufgibt – außer mit seinem Leben.
Zwar hielt der Kriegszustand zwischen den beiden Ländern noch an, doch wurde 1328 die Unabhängigkeit Schottlands vom englischen König Eduard III. im Abkommen von Edinburgh und Northampton anerkannt.

Familie und spätes Leben
Robert Bruce hatte neben seiner ältesten Tochter Marjorie, seiner zweiten Frau Elizabeth de Burgh und ihren gemeinsamen Kindern eine große Familie. Da waren seine Brüder Edward, Alexander, Thomas und Nigel, seine Schwestern Christina (oder Christian) of Mar, Isabel (später Königin von Norwegen), Margaret, Matilda und Mary sowie seine Neffen Donald und Thomas Randolph. Alexander, Thomas und Nigel wurden von den Engländern gefangengenommen und hingerichtet, Edward starb 1318 in Irland auf dem Schlachtfeld.
Zusätzlich zu seinen legitimen Nachkommen hatte Robert Bruce mehrere illegitime Kinder von unbekannten Geliebten. Die Söhne waren Robert (starb 1332 in der Schlacht von Dupplin) und Nigel (starb 1346 in der Schlacht von Durham). Seine Töchter waren Elizabeth, Margaret und Christina.
Robert Bruce starb am 7. Juni 1329 im Alter von 55 Jahren beim Rittergut Cardross in Dunbartonshire (der exakte Ort ist ungewiss und war vielleicht gar nicht einmal in der Nähe des heutigen Dorfes Cardross). Seit einigen Jahren hatte er laut zeitgenössischen Berichten an einer „unsauberen Krankheit“ gelitten. Laut der traditionellen Ansicht soll er an Lepra gestorben sein, doch wird dies heute bezweifelt. Zwar bleibt unklar, um welche Krankheit es sich gehandelt hat, doch liegen Syphilis, Schuppenflechte oder eine Reihe von Schlaganfällen im Bereich des Möglichen.
Roberts sterbliche Überreste wurden in der Dunfermline Abbey beigesetzt. Gemäß seinem letzten Willen aber sollte sein alter Waffengefährte James Douglas das Herz entnehmen und es auf dem Kreuzzug in das Heilige Land bringen, um Roberts Mord an John III. Comyn, Lord of Badenoch zu sühnen. Doch Douglas kam nur bis nach Spanien, wo er in der Schlacht von Teba im Kampf gegen die Mauren getötet wurde. Seiner Familie wurde gestattet, das Herz des Robert Bruce in ihr Wappen aufzunehmen. Das Herz wurde später gefunden, nach Schottland zurückgebracht und unter dem Hochaltar der Melrose Abbey in Roxburghshire begraben. Roberts einziger überlebender Sohn bestieg als David II. den schottischen Thron.


Rezeption
Robert the Bruce und sein Kampf für die schottische Unabhängigkeit erfuhr bis heute vielfache Rezeption. Insbesondere seit dem 19. Jahrhundert und zum 700. Jahrestag seiner Geburt im Jahre 1974 wurde und wird Robert the Bruce zunehmend als schottischer Nationalheld stilisiert. In der medialen Rezeption wird er heute zumeist als unbeugsamer Widerstandskämpfer dargestellt, der sich auch von wiederholten Rückschlägen nicht von seinem Ziel abbringen lässt.
1846 entstand für die Pariser Oper das Opern-Pasticcio Robert Bruce mit Musik von Gioacchino Rossini, in dem der schottische Freiheitskampf behandelt wird.
In der Begräbnisstätte Roberts, der Dunfermline Abbey, erinnert seit dem 19. Jahrhundert ein Gedenkstein und seit 1974 ein Bleiglasfenster mit Porträt an ihn. Bruchstücke seines – in der Reformation zerstörten – Grabmals werden im Museum of Scottland ausgestellt. Statuen von Robert the Bruce stehen heute unter anderem vor Edinburgh Castle, der Scottish National Portrait Gallery sowie auf dem Gelände der Schlacht von Bannockburn und vor Stirling Castle. Eine künstlerische Darstellung von Robert the Bruce fand sich von 1981 bis 1989 auf den schottischen Ein-Pfund-Banknoten bzw. seit 1990 bis heute auf den 20-Pfund-Noten der Clydesdale Bank.
In einer Reihe historischer Romane taucht Robert the Bruce als Nebenfigur auf oder werden die um seine Person gebildeten Legenden verarbeitet. Der schottische Autor Nigel Tranter widmete zwischen 1969 und 1971 Roberts Leben und Wirken drei Romane, die 1985 als The Bruce Trilogy (in englisch) erneut veröffentlicht wurden. Das Geschehen um das Herz des Königs erzählt Moritz Graf von Strachwitz in der Ballade Das Herz von Douglas [1] mit dichterischer Freiheit. Der erste Band einer derzeit entstehenden Trilogie von Robyn Young ist 2011 in deutscher Sprache unter dem Titel Rebell der Krone erschienen. Nach Aussage der Schöpfer der DC-Comicfigur Batman war Robert the Bruce eines der Vorbilder bei der Schaffung der Figur Bruce Wayne.[2]
Der britische Film The Bruce von 1996 mit Sandy Welch in der Hauptrolle beschreibt den Aufstieg Roberts zum schottischen König und kulminiert in der Schlacht von Bannockburn. Im US-amerikanischen Film Braveheart von 1995 wird Bruce von Angus Macfadyen verkörpert und seine Rolle im Schottischen Unabhängigkeitskrieg – allerdings in stark fiktionalisierter Weise – angeschnitten.
In der französischen Armee wird der Marche des soldats de Robert Bruce, durch schottische Söldner in französischen Diensten, zum Beispiel den Royal Ecossais, bekannt gemacht, bis heute gespielt. Während es Aufnahmen vom Musikkorps der Bundeswehr gibt, wird der Marsch nur selten von Musikern der britischen Armee gespielt.

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von Schottland, König Robert I. (Robert Bruce) (I9361)
 
49436 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_I._de_Craon (Jul 2023)

Robert der Burgunder (französ.: Robert le Bourguignon, lat.: Rotbertus Burgundus; * um 1023; † 1098) war Herr von Craon, durch Ehe Herr von Sablé und der Stammvater des Hauses Craon. Er selbst entstammte dem Haus Monceaux als zweiter Sohn des Grafen Rainald I. von Nevers und der Adele, einer Tochter König Roberts II. des Frommen.

Während sein älterer Bruder Wilhelm I. im väterlichen Erbe nachfolgte, trat Robert mit seinen jüngeren Brüdern, Heinrich und Guido, als milites in den Dienst des Grafen Gottfried II. Martel von Anjou, dem zweiten Ehemann ihrer Großtante Mathilde von Burgund. Erstmals wird er im Gefolge des Grafen in der ersten Hälfte der 1040er Jahre urkundlich als Alobros Robertus genannt.[1] Vom Grafen wurde er wohl zwischen 1051/52 mit der Burg Craon belehnt, die an der Grenze des Maine lag und deren bisheriger Herr sich gegen den Grafen aufgelehnt hatte. Durch eine Ehe mit der Erbin der Burg Sablé gelangte er in den Besitz einer weiteren wichtigen Grenzburg des Anjou. Dadurch und bedingt durch seine familiäre Bande zu den angevinischen Grafen bis hin zum Königshaus begründete er die herausragende Position seiner Familie im Anjou. Seinen Einfluss im Maine sicherte er sich durch eine Ehe seiner Nichte Ermengarde mit Hubert, dem Vizegrafen von Maine.

Robert nahm am ersten Kreuzzug teil, in dessen Verlauf er starb. 
von Nevers (Monceaux), Robert (I41613)
 
49437 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_II._(Frankreich)

Robert II., genannt der Fromme (französisch Robert le Pieux; * 27. März 972; † 20. Juli 1031 in Melun) war ein König von Frankreich von 987 (ab 996 Alleinherrscher) bis 1031 aus der Dynastie der Kapetinger.

Mitregent
Robert war der einzige Sohn Hugo Capets und dessen Gemahlin Adelheid von Aquitanien. Sein Vater sorgte für eine vorzügliche Ausbildung, indem er den Sohn zeitweise in Reims von Gerbert von Aurillac unterrichten ließ. Nachdem der Vater im Mai 987 zum König gewählt und im Juli in Noyon gekrönt worden war, erhob er zur Sicherung der Erbfolge gegen vielfachen Widerstand auch seinen Sohn zum Mitkönig, der dann im Dezember 987 in Orléans von Adalbero von Reims gekrönt wurde.
988 heiratete Robert auf Wunsch des Vaters in erster Ehe Rozala-Susanna, die Tochter König Berengars II. von Italien und Witwe des Grafen Arnulf II. von Flandern. Die Ehe wurde 992 getrennt, wohl weil Rozala mit ihren etwa 38 Jahren zu alt war, Kinder zu gebären. In zweiter Ehe vermählte er sich 996 mit Bertha von Burgund, der Tochter König Konrads von Burgund und Witwe des Grafen Odo I. von Blois.

Alleinherrschaft
Nach dem Tod seines Vaters im selben Jahr übernahm Robert die Alleinregierung und sorgte 997 für eine Beilegung des Streites zwischen Gerbert von Aurillac und dessen Vorgänger Arnulf um das Erzbistum Reims. Gerbert begab sich danach an den Hof des jungen Kaisers Otto III.
Roberts zweite Ehe führte zu Komplikationen mit dem Klerus, denn er stand als Cousin zweiten Grades in zu naher Verwandtschaft zu Bertha. Ihre gemeinsamen Urgroßeltern waren König Heinrich I. und Mathilde von Sachsen. Die Großmutter väterlicherseits von Robert II., Hadwig von Sachsen, war die Schwester der Großmutter mütterlicherseits von Bertha, Gerberga von Sachsen. Diese nahe Verwandtschaft zwischen den Ehegatten, nämlich im 3. kanonischen Grad, veranlasste Papst Gregor V. im Jahr 9998 dazu, eine Scheidung zu verlangen und durch Exkommunikation auch zu erzwingen. 1003 heiratete er dann Konstanze von der Provence, mit der er sieben Kinder hatte. Da Robert aber sein Verhältnis zu Bertha weiter führte, spaltete sich der Hof in den mächtigen familiären Anhang der beiden Frauen, auf Berthas Seite standen ihre Söhne aus dem Hause Blois, während Konstanze von dem Haus Anjou unterstützt wurde. Roberts Autorität gegenüber diesen mächtigen Fürsten war gering. Den Mord an dem Pfalzgrafen Hugo von Beauvais 1008 während eines Jagdausfluges des Hofes konnte er nicht gerichtlich verfolgen, da sich der verantwortliche Graf Fulko Nerra von Anjou einfach weigerte, vor dem Hofgericht zu erscheinen.
Nachdem im Jahr 1002 sein Onkel Heinrich gestorben war, versuchte Robert die Gelegenheit zu nutzen, das Herzogtum Burgund der königlichen Domäne hinzuzufügen. Dabei traf er aber auf den Widerstand des burgundischen Adels unter der Führung des Grafen Otto Wilhelm, der selber einen Anspruch auf das Herzogtum erhob. Erst nachdem Robert 1005 Auxerre erobert hatte, zog Otto Wilhelm seine Ansprüche zurück. Der Krieg endete aber erst mit dem der Einnahme von Sens 1015 und dem Tod des oppositionellen Bischofs Brun von Langres 1016. Robert gelangte mit dem Adel Burgunds zu einem Kompromiss, indem die Autonomie des Herzogtums durch die Ernennung seines Sohnes Heinrich zum Herzog weiter gewahrt wurde.
Ein ähnliches Vorgehen versuchte Robert auch in der Champagne, nach dem dort um 1020 Graf Stephan von Meaux-Troyes gestorben war. Hier aber musste er der überlegenen militärischen Stärke des Grafen Odo II. von Blois nachgeben, der sich bis 1023 in der Champagne durchsetzen konnte. Zum Zwecke eines gemeinsamen Bündnisses gegen Odo traf sich Robert am 10. und 11. August 1023 mit Kaiser Heinrich II. bei Ivois. Diese Allianz endete aber schon mit dem Tod des Kaisers im folgenden Jahr ohne irgendeinen Vorteil gebracht zu haben. Stattdessen schloss er mit Odo einen Frieden und erkannte ihm die Champagne zu. Robert versuchte den Tod des Kaisers zu nutzen um das 925 dem westfränkischen Regnum verloren gegangenen Lothringen zurückzugewinnen. Gleichzeitig unterstützte er die Aspirationen Herzog Wilhelms V. von Aquitanien auf die italienische Krone, die zuvor schon ihm angeboten worden war. Diese Pläne scheiterten aber mit dem Verzicht Herzog Wilhelms auf Italien und der schnellen Durchsetzung des Saliers Konrad II. auf dem Thron im ostfränkischen Regnum.
Bereits im Jahr 1017 hatte Robert seinen erstgeborenen Sohn Hugo zum Mitkönig krönen lassen. Nach dessen Tod 1025 setzte er gegen den Widerstand seiner Frau die Krönung des zweitältesten Heinrich durch. Konstanze hatte sich für die Ansprüche ihres Lieblingssohnes Robert eingesetzt. Dieser Konflikt belastete Roberts letzte Lebensjahre und war auch nach seinem Tod 1031 noch nicht beigelegt. Er wurde in der Abtei Saint-Denis begraben.

Nachleben
Den Beinamen „der Fromme“ erhielt der König aufgrund der von seinem Biographen Helgaud von Fleury geschilderten Frömmigkeit: Robert soll durch Handauflegen und Segnungen erfolgreich Wunden und Skrofeln geheilt und sich der Pflege Kranker und Aussätziger angenommen haben. Damit begründete er einen Brauch der bis zum Ende der Monarchie von seinen Nachkommen weitergeführt wurde. Für Robert und seine unmittelbaren Nachfolger bildete das Attribut des wundertätigen Heilens eine Möglichkeit sich gegenüber den mächtigen Fürsten ihrer Zeit abzugrenzen, da diese Fähigkeit nur gekrönten Personen kraft der göttlichen Gnade ihres Amtes anerkannt wurde. Helgaud von Fleury beanspruchte wenn auch vergeblich das Leben Roberts als heiligenmäßig anzuerkennen.
Rodulfus Glaber bescheinigte dem König einen hohen Sinn für Bildung und Studium. Richer von Reims übte Anerkennung an dem Sachverstand Roberts in den Fächern der Theologie und des kanonischen Rechts. Der Bischof Adalbero von Laon widmete ihm die Schrift Carmen ad Rotbertum regem, in der er die funktionale Dreiteilung der menschlichen Gesellschaft in Geistliche, Kämpfer und Arbeiter, svw. Feudalismus, beschrieb. Dies ist überhaupt eine der frühsten Beschreibungen dieser gesellschaftlichen Ordnung die das hohe Mittelalter prägte.
Indem er 1022 in Orléans eine Anzahl von kirchlichen Amtsträgern der Stadt, darunter den Beichtvater Konstanzes, als Ketzer verbrennen ließ, war Robert der erste mittelalterliche Herrscher, der eine Ketzerverbrennung anordnete. 
von Frankreich (Kapetinger), König Robert II. der Fromme (I6813)
 
49438 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_II._(Schottland)

Robert II. von Schottland (* 2. März 1316 in Paisley, Renfrewshire; † 19. April 1390 in Dundonald Castle, Ayrshire; eigentlich Robert Stewart) war von 1371 bis zu seinem Tode schottischer König. Vor seinem Amtsantritt im Alter von 55 Jahren wawar er Truchsess (Steward) von Schottland. Er begründete die Königsdynastie der Stuarts (damals noch Stewart geschrieben). Robert war der einzige Sohn von Walter Stewart und Marjorie Bruce, der Tochter von König Robert the Bruce und dessen erster Ehefrau Isabella von Mar. Er kam vermutlich per Kaiserschnitt auf die Welt; seine Mutter starb wenige Stunden nach der Geburt.

Regentschaft
1318 beschloss das schottische Parlament eine neue Nachfolgeregelung: Sollte Robert the Bruce ohne einen Sohn sterben, würde sein Enkel auf den Thron folgen. Doch die Geburt von David II. im Jahr 1324 verzögerte Roberts Thronbesteigung um beinahe 42 Jahre. Nachdem der noch junge David im Jahr 1329 König geworden war, übernahm der Truchsess eine wichtige Rolle in den schottischen Regierungsgeschäften. Er war einer der Anführer der schottischen Armee in der Schlacht bei Halidon Hill im Juli 1333. Nachdem er einige Siege über die Anhänger des abgesetzten Königs Edward Balliol erzielt hatte, wurden er und John Randolph als Guardian of Scotland zu Regenten gewählt, während David nach Frankreich in Sicherheit gebracht wurde.
Nachdem Randolph von den Engländern gefangengenommen worden war, war Robert Stewart alleiniger Regent. Er konnte die königliche Autorität über Schottland wiederherstellen und ermöglichte damit die Rückkehr Davids im Jahr 1341. In der Schlacht von Neville’s Cross im Jahr 1346 wurde König David gefangengenommen, und Robert Stewart übernahm erneut als Regent die Amtsgeschäfte.
Widerstand gegen David II.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nach der Unterzeichnung eines Abkommens in Berwick-upon-Tweed, das die Zahlung eines hohen Lösegeldes vorsah, kehrte David im Jahr 1357 wieder nach Schottland zurück. Doch wegen der Armut des Landes war es nicht möglich, das Lösegeld zu bezahlen. Zwar wurden einige Raten abgestottert, doch David strebte danach, die Schuld zu begleichen, indem er den englischen König Eduard III. oder einen seiner Söhne zum schottischen Thronfolger ernennen wollte. Eine weitere Kränkung für Robert war, dass er (wahrscheinlich zu Unrecht) von David beschuldigt wurde, ihn bei Neville’s Cross im Stich gelassen zu haben.
Im Jahr 1363 führte Robert Stewart eine Rebellion gegen den König an. Doch die Rebellion wurde bald niedergeschlagen und er musste sich ergeben. Zusammen mit vier seiner Söhne wurde er gefangengesetzt, unter anderem im Loch Leven Castle, in dem 200 Jahre später auch seine direkte Nachfahrin die schottische Königin Maria Stuart arretiert wurde. Kurz vor Davids Tod im Februar 1371 wurde er freigelassen und einen Monat später zum König von Schottland gekrönt.

König
Gemäß den von Robert the Bruce im Jahr 1318 erlassenen Gesetzen trat nun Robert Stewart die Thronfolge an und wurde im März 1371 in Scone zum König gekrönt. Er war kein besonders aktiver König und kümmerte sich kaum um die Regierungsgeschäfte. So übernahmen einflussreiche Adlige die Kontrolle in mehreren Bereichen des Staatswesens. 1378 brach erneut ein Krieg gegen England aus, doch der König beteiligte sich nicht persönlich an den Kämpfen. Nachdem unter anderem Edinburgh niedergebrannt worden war, endete der Konflikt 1388 mit dem Sieg der Schotten in der Schlacht von Otterburn.
Aufgrund des fortgeschrittenen Alters und der Gebrechlichkeit des Monarchen ernannte 1389 das Parlament seinen zweitältesten überlebenden Sohn, Robert Stewart, 1. Duke of Albany zum Regenten. Der König starb 1390 im Dundonald Castle und wurde in Scone beigesetzt. Sein ältester überlebender Sohn John trat als Robert III. die Thronfolge an. 
von Schottland (Stuart), König Robert II. (I9352)
 
49439 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_III._(Artois)

Robert III. von Artois (* 1287; † 1342 in London), war von 1302 bis 1309 ein Graf von Artois und von 1310 bis 1331 ein Graf von Beaumont-le-Roger. Er war ein Sohn des Philipp von Artois (1269–1298), Erbe des Artois, und der Blanka von Bretagne (1270–1327). Über beide Elternteile war er ein Nachkomme französischer Könige aus der Dynastie der Kapetinger, deren Seitenzweig von Artois er angehörte.

Leben
Beim Tod seines Großvaters Graf Robert II. 1302 war Robert noch unmündig, was von seiner Tante Mathilde ausgenutzt wurde. Sie behauptete, dass es keine rechtsgültigen Beweise für die Eheschließung seiner Eltern gebe, Robert sei somit unehelich und nicht erbberechtigt. Es folgte ein langer Prozess, den Robert verlor, wobei das endgültige Urteil von König Philipp IV. dem Schönen stark von den burgundischen Verbündeten der Gräfin Mathilde beeinflusst worden zu sein scheint. Für den Verlust des Artois wurde er mit der Grafschaft Beaumont-le-Roger entschädigt.
Robert wird nachgesagt, er sei 1314 an der Denunzierung des Ehebruchs Margaretes von Burgund, erster Frau des späteren Königs Ludwig X., beteiligt gewesen, woraufhin die Königin im Château-Gaillard festgesetzt und wenig später dort erdrosselt wurde (siehe: Tour de Nesle).
Zwei Jahre später spielte er eine wichtige Rolle bei der Wiedereinführung einiger Adelsprivilegien unter Ludwig X. (1316–1318), die von dessen Vater Philipp IV. (1285–1314) abgeschafft worden waren. Dies erreichte er gemeinsam mit Karl von Valois unter anderem durch die Absetzung und Hinrichtung Enguerrands de Marigny, des damaligen Beraters des Königs, der unter Philipp IV. wichtige Reformen zu Gunsten des Reichs, aber zu Ungunsten des Adels durchgesetzt hatte.

1318 heiratete er Johanna von Valois (1304–1363), Tochter Karls von Valois und Schwester des späteren Königs Philipp VI.

Lehnsprozess und Verbannung
Aufgrund seiner Ehe spielte Robert eine wesentliche Rolle bei der Wahl seines Schwagers Philipp VI. zum König von Frankreich im Jahr 1328 und war eine Zeit lang einer seiner wichtigsten Berater. Für seine Dienste wurde er mit der Pairswürde ausgezeichnet. Durch seine enge Beziehung zum neuen König glaubte Robert bessere Chancen auf eine Rückgewinnung des Artois zu haben und strengte 1328 einen neuen Lehnsprozess vor dem Pairshof an. Es gelang ihm, mit dem Herzog von Bretagne und dem Grafen Karl II. von Alençon mächtige Fürsprecher für sich zu gewinnen. Als 1329 Mathilde starb und König Philipp VI. das Artois einstweilen einzog, schien sich eine Entscheidung zugunsten Roberts anzubahnen. Da aber starb 1330 Mathildes Tochter und Eventualerbin Johanna, worauf nun deren Schwiegersohn, Herzog Odo IV. von Burgund, das Artois für seine Ehefrau Johanna beanspruchte. König Philipp VI. hoffte, das Artois für die Krondomäne halten zu können, und bot Robert und dem Herzog von BBurgund Ausgleichszahlungen an, doch die Stände des Artois verweigerten ihre Zustimmung für die dafür notwendigen Steuererhebungen. Dadurch wurde eine Entscheidung für einen der beiden Bewerber unumgänglich. Als aber Robert seine Position mittels gefälschter Dokumente zu verbessern versuchte, dies aber aufgedeckt wurde, schlug die Stimmung des Hofgerichts gegen ihn um.
Roberts Güter wurden 1331 vom König beschlagnahmt, der Pairshof sprach das Artois dem Herzog von Burgund zu und verhängte am 8. April 1332 die Verbannung Roberts aus Frankreich. Er wandte sich zunächst an seinem Neffen, Markgraf Johann II. von Namur, während seine Ehefrau und seine Söhne ins Gefängnis gingen. Philipp VI. forderte den Bischof von Lüttich auf, Namur anzugreifen, woraufhin Robert weiter zu Herzog Johann III. von Brabant floh, dem Ehemann seiner Nichte. Als Philipp VI. auch Brabant mit Krieg drohte, setzte sich Robert im Dezember 1336 nach England ab. Dort ermunterte er König Eduard III., den französischen Thron als Nachkomme des Königs Philipp IV. des Schönen für sich zu beanspruchen, und trug damit zur Auslösung des Hundertjährigen Kriegs bei. Er nahm 1339 an Eduards Feldzug nach Flandern teil und hatte das Kommando in der unentschieden endenden Schlacht von Saint-Omer im Jahr 1340.
Robert starb an Verwundungen, die er im 1341 ausbrechenden Bretonischen Erbfolgekrieg vor Vannes erlitten hatte. Er wurde in der St Paul’s Cathedral in London bestattet.
Er ist einer der Hauptcharaktere in Maurice Druons siebenbändigem Roman „Les Rois Maudits“.



Weblinks
• Materialsammlung 
von Artois, Graf Robert III. (I8457)
 
49440 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_III._(Auvergne) (Sep 2023)

Er war der ältere Sohn des Wilhelm VI., Graf von Auvergne und Velay. Beim Tod seines Vaters erbte er die Grafschaft Auvergne, während sein Bruder Wilhelm der Ältere Velay erhielt. Er hinterließ einen Sohn und Erben, Wilhelm der Jüngere.

Seine Mutter war Emma von Sizilien, König Roger II. von Sizilien und der berühmte Kreuzfahrer Raimund von Toulouse waren seine Onkel mütterlicherseits. Der Historiker Riley-Smith vertritt die Ansicht, dass Robert sich als Kreuzfahrer ins Heilige Land begab, dort 1141 in den Hospitaliterorden eintrat und sogleich Seneschall dieses Ordens wurde.[1] Ein entsprechender Seneschall namens Robert ist dort 1141 und 1142 mehrfach urkundlich belegt.

Eine Urkunde aus dem Jahr 1145 über eine Vereinbarung zwischen seinem Sohn Wilhelm und Aimerich, dem Bischof von Clermont, in dem Wilhelm nicht „Graf der Auvergne“, sondern „Sohn des Grafen Robert“ genannt wird, ist der letzte urkundliche Beleg, dass Robert wohl noch lebte. 
von Clermont (Auvergne), Graf Robert III. (I42540)
 
49441 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_III._(Flandern) (Jun 2022)

Robert III. von Flandern, genannt Robert von Dampierre (nach seinen väterlichen Vorfahren) oder Robert von Béthune (nach einem Lehen seiner Mutter) (* 1249; † 1. September 1322 in Ypern) war Graf von Flandern 1305–1322. Er war der Sohn von Guido von Dampierre und Mathilde (Mahaut) von Béthune.

Angesichts der französischen Invasion (1297–1300) in der Grafschaft Flandern aufgrund Erbansprüche des Königs Philipp IV. verteidigte er Flandern, geriet aber in Gefangenschaft und wurde von Philipp IV. dann fünf Jahre lang (1300–1305) in Chinon festgehalten. Erst aufgrund des Vertrages von Athis-sur-Orge wurde er freigelassen und trat sofort die Herrschaft in Flandern nach dem Tod seines Vaters kurz zuvor an. Der Vertrag regelte den Transport de Flandre, das heißt, den Transfer der Souveränität des südlichen Flandern (Lille, Douai und Orchies) und erhob ein immenses Lösegeld. In der Zwickmühle zwischen der Wut seiner Untertanen, die lange für die Unabhängigkeit ihres Landes gekämpft hatten, und dem machiavellistischen Verhahalten des französischen Königs, hatte er kein leichtes Taktieren. Als guter Feudalherr gelobte er jedoch Vasallentreue, akzeptierte auch die finanziellen Verpflichtungen und die Schikanen gegenüber den Flamen. Während der Friedenszeit (1309–1312 und ab 1317) förderte er – wie seine Vorgänger – Wirtschaft und Handel. Die Auseinandersetzung mit seinem Sohn Ludwig I. von Nevers endete mit einer Versöhnung 1322, kurz vor dem Tod sowohl von Robert als auch Ludwig. 
von Flandern (Dampierre), Graf Robert III. (I9087)
 
49442 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_IV._(Dreux) Apr 2018)

Robert IV. (* 1241; † 12. November 1282) war ein Graf von Dreux und Braine. Er war ein Sohn des Grafen Johann I. von Dreux und dessen Ehefrau, Marie von Bourbon.

Robert nahm 1270 am Kreuzzug König Ludwigs IX. nach Afrika (Siebter Kreuzzug) teil.[1] 1272 beteiligte er sich am Feldzug König Philipps III. gegen den Grafen Roger Bernard III. von Foix teil. Nach seinem Tod wurde er in der Abtei Saint-Yved in Braine bestattet. 
von Dreux, Graf Robert IV. (I9320)
 
49443 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_of_Bellême,_3._Earl_of_Shrewsbury

Robert of Bellême, 3. Earl of Shrewsbury (auch Belleme oder Belesme, * 1052; † 8. Mai nach 1130) war ein anglonormannischer Adliger und einer der wichtigsten Akteure in der Auseinandersetzung um die Nachfolge auf dem englischen Thron und in der Normandie zwischen den Söhnen Wilhelms des Eroberers. Er ist auch als Robert II. de Montgommery, seigneur de Bellême bekannt.

Er war der älteste Sohn von Roger de Montgomerie, 1. Earl of Shrewsbury (Haus Montgommery), und Mabile de Bellême (Haus Bellême), der Erbin der Herrschaft Alençon.

Junge Jahre
Roberts erste dokumentierte Aktion war 1077 – ähnlich vielen anderen normannischen Adligen – die Teilnahme am Aufstand Roberts II. Curthose gegen Wilhelm den Eroberer. Die Rebellion wurde niedergeschlagen, die Teilnehmer wurden begnadigt, jedoch forderte Wilhelm die Stationierung herzoglicher Garnisonen in den wichtigsten Burgen der Barone, um zukünftige Aufstände zu erschweren.

Roberts Mutter wurde 1077 getötet, wodurch Robert ihr Eigentum im Hügelland zwischen der Normandie und Maine erbte. Aufgrund dieser frühen Erbschaft ist er eher als Robert de Bellême denn als Robert de Montgommery bekannt.

Wilhelm der Eroberer starb 1087 und Roberts erste Tat, als er davon hörte, war die Vertreibung der herzoglichen Garnison aus seinen Burgen. Roberts II. Curthose, der neue Herzog von Normandie, war nicht in der Lage, in der Normandie Ordnung zu halten, so dass Robert de Bellême die Lage ausnutzte, um Krieg gegen weniger mächtige Nachbarn zu beginnen.

Der Aufstand von 1088
Im Jahr darauf, 1088, erhob sich Odo von Bayeux in dem Versuch, Robert II. Curthose anstelle von Wilhelm II. auf den englischen Thron zu bringen. Robert von Bellême wurde nach England geschickt, wo er sich den Verteidigern von Rochester Castle anschloss. Den Aufständischen hier wurden nach der Unterwerfung und dem Fehlschlagen der Rebellion erlaubt, abzuziehen.

Robert kehrte in die Normandie zurück, wo Odo von Bayeux es mittlerweile geschafft hatte, den Herzog davon zu überzeugen, dass Robert eine Gefahr für ihn darstelle. Robert de Bellême wurde bei seiner Landung auf dem Festland verhaftet und eingekerkert, ebenso wie der jüngere Bruder des Herzogs, der spätere König Heinrich I.

Roberts Vater, Roger de Montgommery, kam aus England herüber in die Normandie, übernahm die Burgen seines Sohnes und stellte sich gegen den Herzog. Dieser eroberte mehrere der Festungen, wurde des Kampfes aber bald müde und ließ Robert frei.

Robert de Bellême kehrte zu den Kämpfen gegen seine Nachbarn in der südlichen Normandie zurück. Er half dem Herzog bei der Unterwerfung eines Aufstands der Bürger von Rouen offenbar mit der Motivation, dabei möglichst viel von deren Eigentum an sich zu bringen. Herzog Robert wiederum unterstützte Robert de Bellême bei den Kämpfen mit seinen Nachbarn.

1094 erobert Heinrich, der Bruder des Herzogs, Domfront, eine der wichtigsten Burgen Bellêmes. Es gelang Robert nicht, die Festung zurückerlangen, so dass er sie für den Rest seines Lebens aufgeben musste.

Später im gleichen Jahr starb Roberts Vater. Sein jüngerer Bruder Hugh of Montgomery erbte den englischen Besitz und die englischen Titel, Robert bekam die normannischen Güter und damit einen großen Teil der zentralen und südlichen Normandie.

1098 starb Hugh, so dass Robert nun auch den englischen Besitz erbte. Er wurde Earl of Shrewsbury und Herr von Arundel (siehe auch Rape (Sussex)), wobei er auch bei letzterem häufig als Earl gerechnet wird.

Robert war einer der Barone, die 1101 die Invasion Englands des Robert II. Curthose unterstützte, ebenso wie seine Brüder Roger Poitevin und Arnulf de Montgomery und sein Neffe William FitzRobert. Die Invasion, die das Ziel hatte, König Heinrich I. abzusetzen, endete mit dem Vertrag von Alton, der den Invasoren Amnestie versprach, aber auch die Bestrafung von Verrätern erlaubte. Heinrich erlegte Robert 1102 eine Reihe von Lasten auf, die dieser aber nicht akzeptierte, woraufhin der König die englischen Burgen Bellêmes belagerte und eroberte. Robert verlor seinen englischen Besitz und seine englischen Titel und wurde von der Insel verbannt.

In der Schlacht bei Tinchebray konnte Robert als einer der Befehlshaber in der Armee Roberts II. Curthose nur durch seine Flucht vom Schlachtfeld die Gefangennahme vermeiden, die den Herzog ereilte. Die Normandie kam nun unter Heinrichs Herrschaft, der Robert aber nach seiner Unterwerfung erlaubte, weiterhin seinen normannischen Besitz zu halten. Erst nach weiteren Verschwörungen unter anderem zur Befreiung Roberts II. Curthose wurde er enteignet und 1112 eingekerkert. Den Rest seines Lebens – mindestens 18 Jahre – verbrachte er im Gefängnis, ab 1113 in Wareham Castle in Dorset, sein Todesjahr ist nicht bekannt, lediglich, dass es der 8. Mai war.

Robert hatte eine rasche Auffassungsgabe, war ein fähiger Militär und vermutlich der sachkundigste Burgenbauer seiner Zeit, hatte aber auch einen fürchterlichen Ruf als grausamer Sadist.

Familie und Nachkommen
Robert heiratete kurz vor dem 9. September 1087 Agnes, die Tochter und Erbin des Grafen Guido I. von Ponthieu. Nach dem Tod des Schwiegervaters übernahm er aus ihrem Recht die Grafschaft Ponthieu. Mit Agnes hatte er einen Sohn, Wilhelm, der ihm nach seiner Gefangennahme in Alençon und Ponthieu nachfolgte. 
de Bêlleme (de Montgommery), Graf Robert (I28382)
 
49444 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_V._(Auvergne)

Robert V. († 1277) war seit 1247 Graf von Auvergne und ab 1259 auch Graf von Boulogne.

Er war der Sohn von Wilhelm X., Graf von Auvergne, und seiner zweiten Frau Alix (Adelheid) von Brabant, Erbin der Grafschaft Boulogne.

Nachdem mit dem Tod von Mathilde von Dammartin († 1259), der Frau von Philipp Hurepel und Tochter von Rainald I. von Boulogne, das Amt des Grafen von Boulogne vakant wurde, meldete er Erbanspruch auf dieses an. Dabei stützte er sich auf die Verwandtschaft zu Matthäus von Elsass, Graf von Boulogne, (*1137; † 1172), mit dem er durch seine Mutter Alix und seine Großmutter Mathilde (*1170; † 1210), Gräfin von Boulogne und Tochter von Matthäus, verbunden war. Robert gelangte schließlich nach längeren Auseinandersetzungen in dieses Amt und behielt dieses bis zu seinem Tode inne.

Robert heiratete um 1250 Eleonore de Baffie, Tochter von Wilhelm I. de Baffie

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von Auvergne, Graf Robert V. (I13031)
 
49445 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_V._(Béthune)

Robert V. (Béthune)
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Robert V., genannt der Rote (* vor 1138; † 1191 vor Akkon) war ein Herr von Béthune, Richebourg, Varneston und Chocques, sowie erblicher advocatus der Kirche und Abtei Saint-Vaast von Arras aus dem Haus Béthune. Er war der Sohn des Wilhelm I. († 1138) Herr von Béthune, Richebourg und Varneston, und der Clémence, Tochter von Hugo II., Herr von Cambrai.

Zusammen mit seinem zwei ältesten Söhnen begleitete Robert V. seinen Lehnsherrn, Graf Philipp von Flandern, im Jahr 1177 erstmals zu einer bewaffneten Pilgerfahrt in das heilige Land. Dort versuchte der Graf eine Ehe zwischen den Béthune-Söhnen mit den zwei Schwestern des Königs Balduin IV. von Jerusalem, Sibylle und Isabella, zu arrangieren, was allerdings am Einspruch der Barone um Balduin von Ibelin scheiterte.

Den Grafen von Flandern folgte Robert V. auch 1191 auf den dritten Kreuzzug. Er fiel dabei während der Belagerung von Akkon.[1]

Er war mit Adelise von Saint-Pol verheiratet.

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von Béthune, Herr Robert V. der Rote (I13040)
 
49446 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_VI._(Auvergne)

Robert VI. († 1314) war ein Graf von Auvergne und Boulogne. Er war ein Sohn des Grafen Robert V. und der Eleonore de Baffie. Er folgte seinem 1280 verstorbenen Bruder Wilhelm XI. nach.

Robert nahm an der Seite König Philipps IV. am Krieg gegen die Flamen teil. Dabei kämpfte er 1297 in der siegreichen Schlacht von Veurne, aber auch 1302 in der desaströsen Schlacht der goldenen Sporen, zu deren wenigen Überlebenden er zählte.

Seit 1279 war er verheiratet mit Beatrix, einer Tochter des Faucon III. von Montgascon. Ihr Sohn war Robert VII. († 1325)

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von Auvergne, Graf Robert VI. (I11878)
 
49447 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_VII._(Béthune)

Robert VII. (Béthune)

Robert VII. de Béthune († November 1248 auf Sardinien) war ein französischer Adliger des im Artois beheimateten Hauses Béthune. Er war ein jüngerer Sohn des Sire Guillaume II. de Béthune († 1214) und der Mathilde de Dendermonde.

Da sein älterer Bruder Daniel († 1226) als Erbe des Vaters galt, hatte Robert auf kein größeres Erbe zu hoffen, er wurde daher Ritter im Gefolge des Grafen Ferrand von Flandern. Das Haus Béthune gehörte zum einflussreichsten Adel des Artois, ein ehemals flämisches Lehen, welches aber nach wechselvollem Streit an den Sohn der Isabella von Hennegau, den französischen Kronprinzen Ludwig VIII., abgetreten werden musste. Graf Balduin IX. von Flandern hatte dies einst im Vertrag von Péronne (1198) anerkannt, allerdings verfolgte dessen Schwiegersohn, Graf Ferrand, eine Politik zur Rückgewinnung des Artois, womit er sich gegen das französische Königshaus stellte. Im Spannungsfeld dieser Mächte positionierte sich das Haus Béthune auf beiden Seiten. Während sein Vater und sein Bruder treu zu ihrem französischen Lehnsherren standen, entschied sich Robert für die Seite des Grafen von Flandern.

Im Jahr 1213 begleitete Robert den Grafen Ferrand in das Exil nach England, nachdem König Philipp II. August in Flandern einmarschiert war. Noch im selben Jahr führte er zusammen mit dem Earl of Salisbury einen erfolgreichen Angriff auf die französische Flotte im Hafen von Damme durch, womit eine drohende Invasion Englands vereitelt werden konnte. Im Folgejahr nahm er an der entscheidenden Schlacht bei Bouvines (27. Juli 1214) teil, in der allerdings König Philipp II. August den Sieg davontragen und Graf Ferrand gefangen nehmen konnte. Robert selbst wurde in der Schlacht von einem gegnerischen Ritter gefangen genommen, allerdings ließ dieser ihn umgehend wieder frei, nachdem er ihm versprochen hatte ein Lösegeld nachzuzahlen.[1] Überliefert wurde diese Geschichte von einem anonymen Chronisten, der in Roberts Diensten stand und zwischen 1220 und 1223 eine Chronik über die französischen Könige verfasste (Chroniques des rois de France et ducs de Normandie).[2]

Im Jahr 1226 starb Daniel de Béthune ohne eigene Kinder, womit Robert den Familienbesitz um Béthune, Richebourg und Dendermonde, sowie das erbliche Amt des advocatus der Kirche und Abtei Saint-Vaast von Arras erbte. Offensichtlich hatte er sich in den folgenden Jahren der französischen Krone angenähert, denn 1236 wird er als ein Garant des Vertrags von Péronne genannt, den er somit anerkannte. Zuvor hatte sich schon Graf Ferrand von Flandern der Krone zur Gänze unterworfen, nachdem er 1227 aus seinem Gefängnis entlassen worden war.

Aus seiner Ehe mit Elisabeth de Morialmez hatte Robert eine Tochter und Erbin, Mathilde († 1264), die im Jahr 1246 mit Gui de Dampierre († 1305) verheiratet wurde, einem Mitglied des flämischen Grafenhauses der Dampierre. Im Jahr 1248 entschloss sich Robert zur Teilnahme am Kreuzzug des Königs Ludwig IX. von Frankreich nach Ägypten (Sechster Kreuzzug). Auf seiner Schiffspassage nach Zypern erkrankte er während einer Zwischenlandung auf Sardinien und starb, sein Leichnam wurde nach Arras überführt und dort bestattet.

Da Gui de Dampierre im Jahr 1251 zum Grafen von Flandern aufgestiegen war, wurde das Béthune-Erbe durch Mathilde mit der flämischen Grafschaft verbunden. Ihr Sohn, Graf Robert III. (auch Robert de Béthune genannt), trat Béthune allerdings 1312 an die Krone Frankreichs ab.

Die Familie Béthune setzte sich in einer Nebenlinie bis heute fort, abstammend von Roberts jüngerem Bruder Guillaume de Béthune, Herr von Meulebeeke.

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von Béthune, Herr Robert VII. (I13036)
 
49448 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_von_Bar

Robert von Bar, gelegentlich auch Robert von Marle genannt (* um 1390; † 25. Oktober 1415 bei Azincourt), war Graf von Marle und Soissons aus dem Herzogshaus von Bar. Er war ein Sohn des Heinrich von Bar und der Marie de Coucy († 1405).

Nach dem Tod seines Vaters 1397 galt Robert als präsumtiver Erbe seines Großvaters auf das Herzogtum Bar. Herzog Robert I. aber enterbte ihn 1401 zugunsten eines weiteren Sohnes, Eduard III. Auch das Erbe seiner Mutter blieb nicht unangetastet. Zwar konnte Robert von ihr die Grafschaften Soissons und Marle, sowie die Herrschaft Oisy übernehmen, nicht aber die große Baronie von Coucy. Diese hatte Marie im Jahr 1400 an den Herzog Ludwig von Orléans, einem Bruder König Karls VI., wohl nicht freiwillig abtreten müssen. Robert führte dagegen mehrere Prozesse vor dem königlichen Parlament in Paris an, die allerdings abgewiesen oder zugunsten des Herzogs entschieden wurden. Als Ausgleich für diesen Verlust wurde ihm 1413 die Herrschaft Marle in eine Grafschaft aufgewertet und er selbst in das Amt des Großmundschenks eingesetzt.

Am 25. Oktober 1415 fiel Robert in der Schlacht von Azincourt gegen die Engländer. Unter den Toten befanden sich auch seine Onkel, Herzog Eduard III. von Bar und Johann von Bar-Puisaye.

Er war verheiratet mit Jeanne de Béthune († 1449), Vizegräfin Meaux. Ihre einzige Tochter und Erbin war Jeanne de Bar (* 1415; † 14. Mai 1462), die 1435 den Connétable Louis I. de Luxembourg, Graf von Saint-Pol und Brienne, heiratete. Roberts Witwe heiratete 1418 den Onkel seines Schwiegersohns, Jean II. de Luxembourg, Graf von Ligny. 
von Bar-Scarponnois (von Marle), Graf Robert (I29758)
 
49449 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roeder_von_Diersburg_(Adelsgeschlecht)

Roeder von Diersburg (u. a. historisch auch von Hohenrod, von Rode, von Rodirn, Roder, Rodder, Roeder/Röder, Roederer/Röderer, Röder/Roeder von Renchen, Röder von Diersburg, Röder von Tiersperg oder von Roeder zu Diersburg) ist der Name eines Adelsgeschlechts, das zum Uradel der Ortenau zählt. Zweige des Geschlechts bestehen bis heute. Seit 1902 werden je nach Bedarf Familientage abgehalten.

Stammburg des Geschlechts war Hohenrode (auch Brigittenschloss genannt, Mitte des 11. Jahrhunderts erbaut, Ruine nach 1524) bei Sasbachwalden. Aus der Ortenau verbreitete sich das Geschlecht zunächst nach dem Elsass. Erster nachweisbarer Angehöriger ist Burcard von Hohenrod, urkundlich 12. April 1197. Stammvater der einzig noch bestehenden Hauptlinie von Renchen (später von Diersburg, nach der 1455 erworbenen Herrschaft Diersburg) ist der Knappe Dietrich der Ältere Roder, urkundlich 1381.

1474 war das Geschlecht Mitbegründer der Schwäbischen Reichsritterschaft, Kantons Ortenau.

Während des 18. Jahrhunderts gehörten die Freiherren Roeder von Diersburg, wegen der Herrschaft Diersburg, zur Reichsritterschaft im Ritterkanton Neckar, Bezirk Ortenau, des Schwäbischen Ritterkreises. 1802 waren Philipp Ferdinand, Philipp Friedrich Karl Ludwig August, Georg, Ludwig und Egenolf Christian Roeder von Diersburg, Herren zu Diersburg und Reichenbach. Am 9. Mai 1742 wurden Angehörige der Familie im Ritterkreis Unterelsass immatrikuliert, nachdem das Geschlecht schon im Stichjahr 1680 dort angesessen war und mit seinen Gütern der Ritterschaft angehörten.[1] Die französische Anerkennung des Freiherrenstandes (Baronats) erfolgte am 6. August 1773 in Compiègne, die großherzoglich badische Bestätigung zur Führung des Freiherrentitels (für das Gesamtgeschlecht) am 24. April 1911 in Karlsruhe.

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von Diersburg (Diersberg), Heilika (I11987)
 
49450 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_(Maine) (Jul 2023)

Roger (auch Rotger; † 31. Oktober 900) war Graf von Maine von 886 bis 893 und von 895 bis 898. Er war vermutlich verheiratet mit Rothild (* wohl 871; † 929/929), einer Tochter Karls des Kahlen (Karolinger).

886, beim Tod des Grafen Gauzfried aus dem Haus der Rorgoniden, war dessen Sohn Gauzbert noch zu jung, um in einer derart wichtigen Grenzregion, wie Maine es vor allem gegenüber den Bretonen und den Normannen war, sein Nachfolger zu werden. Die Grafschaft wurde daher an Roger gegeben, der zu den Verbündeten des Robertiners Odo von Paris gehörte, der im gleichen Jahr Herr von Anjou und Touraine, im Jahr darauf Regent und wiederum ein Jahr später (888) selbst König von Frankreich wurde. Wenig später, um 890, heiratete Roger vermutlich eine Tochter Karls des Kahlen und damit in die (noch) königliche Familie ein.

In der Folgezeit stritten sich die Rorgoniden und die Robertiner um die Grafschaft. Gauzbert gelang es 893, Roger zu verdrängen, musste aber zwei Jahre später selbst weichen. Den gleichen Erfolg, aber ebenfalls nur für zwei Jahre, hatte dann 898 Gauzberts Bruder Gauzlin II.

Nach dem Tod Rogers im Jahr 900 wurde sein Sohn Hugo I. († 940), zu seinem Nachfolger ernannt. Es gilt als wahrscheinlich, dass Hugo später eine Tochter Gauzlins heiratete, um so dem Streit zwischen den Familien ein Ende zu setzen. 
von Maine (Zweites Haus), Graf Rotger (Roger) (I41620)
 

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