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49451 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Bernard_II._(Foix) (Nov 2018)

Roger Bernard II. (* um 1195; † 26. Mai 1241), genannt der Große, war von 1223 bis zu seinem Tod Graf von Foix. Er war der einzige erbberechtigte Sohn und Nachfolger seines Vaters Graf Raimund Roger und dessen Ehefrau Philippa de Montcada.
Die Zeit seines Lebens und Regentschaft war bestimmt von den kriegerischen Ereignissen des Albigenserkreuzzuges in dem Roger Bernard und sein Vater auf der Seite der Fürsten Okzitaniens eine bedeutende Rolle spielten. Mit seinem Vater kämpfte eer 1211 bei Lavaur und Castelnaudary. 1217 verteidigte er sechs Wochen lang die Burg Montgrenier gegen die Kreuzfahrer und nahm 1218 an der Verteidigung von Toulouse teil, wo der Anführer des Kreuzzuges Simon IV. de Montfort getötet wurde. Danach nahm er an den Kämpfen gegen dessen Sohn Amaury de Montfort teil und befreite dabei mehrere Städte wie Limoux und Lavaur. Er half seinem Vater bei der Vertreibung der Kreuzritter aus der Grafschaft Foix wo Raimund Roger nach der Einnahme von Mirepoix im Frühjahr 1223 verstarb. Nachdem am 14. Januar 1224 der junge Vizegraf Raimund II. Trencavel in Carcassonne einzog gab Amaury de Montfort den Kampf auf, womit der päpstliche Kreuzzug mit einem Misserfolg endete.
Dennoch sollte der Kampf weitergehen. König Ludwig VIII. von Frankreich vereitelte erfolgreich die Bemühungen des Papstes Honorius III. den Kreuzzug gegen die Albigenser zu beenden und rief auf einem Konzil in Bourges 1225 zu einem neuen Kreuzzuzugsunternehmen auf das der König persönlich anführen wolle. Dieses Mal konnten die Grafen des Languedoc der neuen Bedrohung nichts entgegensetzen. Am 16. Juni 1226 unterwarf sich Carcassonne dem König, dessen Tod vor Avignon wenige Monate später die Niederlage nicht aufhalten konnte. Roger Bernard konnte sich bis in den Juni 1227 in Limoux halten, doch ohne nennenswerte Unterstützung musste er letztlich doch vor dem königlichen Seneschall von Carcassonne, Humbert V. de Beaujeu, kapitulieren. Roger Bernard erkannte 1229 die Bestimmungen des Vertrages von Meaux-Paris an und unterstellte sich und seine Grafschaft in St. Jean-de-Verges der Lehnshoheit der französischen Krone. Dabei musste er den Verlust von Mirepoix und des Monttségur, der noch von den Katharern gehalten wurde, an Guy de Lévis akzeptieren der diese Lehen direkt von der Krone erhalten sollte. Jedoch konnte er wichtige Positionen wie Montgaillard, Cher (Quié), Rabat und Saverdun behalten. Weiterhin musste Roger Bernard die Inquisition in seiner Grafschaft walten lassen, gegen die er aber mehrfach konspirierte. Allerdings verzichtete er nun auf eine antifranzösische Politik und verweigerte so z.B. im Herbst 1240 dem Raimund Trencavel die Unterstützung bei dessen Versuch Carcassonne zurückzuerobern.
Stattdessen nahm Roger Bernard die Expansionspolitik seiner Vorfahren, mit dem Ziel die Grafschaft in den Süden der Pyrenäen zu erweitern, wieder auf. Im Streit um die Herrschaft über die Täler der Caboet-Familie, auf die er durch seine erste Ehe einen Erbanspruch erheben konnte, geriet der Graf in einen langjährigen Konflikt mit dem Bischof von Urgell, der langfristig zur Entstehung des Fürstentums Andorra führen sollte.
Roger Bernard von Foix starb am 26. Mai 1241 im Frieden mit der katholischen Kirche die ihn zweimal exkommuniziert (1227 und 1239) und 1240 in Durfort die Absolution gewährt hatte. Er wurde in der Abtei von Boulbonne beigesetzt. 
von Foix, Graf Roger Bernard II. der Grosse (I9801)
 
49452 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Bernard_III._(Foix) (Nov 2018)

Roger Bernard III. (Foix)

Roger Bernard III. († 3. März 1303) war von 1265 bis zu seinem Tod Graf von Foix, Vizegraf von Castelbon (als Roger Bernard II.), ab 1290 durch Heirat Vizegraf von Béarn (als Roger Bernard I.) und seit 1278 Kofürst von Andorra. Er war der einzige Sohn seines Vorgängers Graf Roger IV. und dessen Ehefrau Brunissende de Cardona.

Kampf gegen Frankreich
Gleich zu Beginn seiner Regentschaft sollte Roger Bernard III. im Zentrum bedeutender Ereignisse stehen die für das weitere Schicksal seiner Grafschaft entscheidend waren. Seit dem Frieden von Lorris 1243 mussten die Grafen von Foix für das Tiefland ihrer Grafschaft den König von Frankreich als Lehnsherren anerkennen, dieses Abhängigkeitsverhältnis versuchte Roger Bernard nun mittels einer riskanten Politik zu beenden.

1268 unternahm Roger Bernard einen Zug in die katalanische Grafschaft Empúries, wo er raubend und plündernd hindurch zog. Daraufhin wurde er vor den königlichen Seneschall von Carcassonne zitiert, der ihn 1271 zur Begleichung des entstandenen Schadens einer Zahlung von 5533 livre tournois verurteilte, Roger Bernard legte gegen dieses Urteil aber Einspruch ein. Nur ein Jahr später sollte es zur militärischen Konfrontation mit dem König kommen, als sich Roger Bernard in eine Fehde zwischen Graf Géraud VI. von Armagnac und Géraud de Casaubon einmischte. Dabei ergriff er Partei für Armagnac während Casaubon sich dem Schutz des Königs unterstellte. Dies hinderte die beiden Grafen aber nicht daran Casaubons Burg Sompuy zu zerstören, woraufhin sie sich erneut vor dem Seneschall von Carcassonne verantworten sollten. Doch Roger Bernard versäumte nicht nur den dafür angesetzten Termin, sondern ließ den Seneschall persönlich überfallen, woraufhin dieser umgehend das Tiefland von Foix besetzen ließ. Währenddessen bereitete König Philipp III. einen Feldzug gegen Foix vor.

Als im Mai 1272 das königlich-französische Heer auf Pamiers zumarschierte, rief Roger Bernard den aragonesischen König Jakob I. um dessen Schutz an, mit der Behauptung, dass er für das Hochland von Foix ein Vasall Aragons sei. Tatsächlich aber dürfte der Graf das Hochland als souveräner Fürst regiert haben, da Aragon bereits im Vertrag von Corbeil 1258 auf jegliche Ansprüche im Norden der Pyrenäen, mit Ausnahme des Roussillon, verzichtet hatte. Trotzdem zog Jakob I. nun mit einem Heer über die Pyrenäen. In dieser spannungsreichen Lage schaltete sich der Vizegraf von Béarn, Roger Bernards Schwiegervater, als Vermittler ein und ein Krieg zwischen beiden Königreichen konnte in der Abtei von Boulbonne diplomatisch verhindert werden. So vereinbarten beide Könige, dass sich Roger Bernard der französischen Krone unterwerfen sollte, doch dieser lehnte diese Forderung ab.

Unterwerfung
König Philipp III. begann darauf am 3. Juni 1272 mit der Belagerung von Foix und schon am 5. Juni ergab sich Roger Bernard der Übermacht. Der Graf wurde der Kerkerhaft in Carcassonne übergeben und seine Ehefrau musste als Geisel mit nach Paris kommen. Die Hochlandburgen wurden von Frankreich beschlagnahmt, gleichwohl Aragon sie für sich beanspruchte, und der Mutter des Grafen zu Verwaltung unterstellt.

Nach über einem Jahr Kerkerhaft war Roger Bernard Ende 1273 bereit sich der königlichen Hoheit zu ergeben. Er wurde nach Paris eingeladen wo er vom König zum Ritter geschlagen wurde. Er erhielt am 15. März 1273 wieder alle Rechte für das Tiefland seiner Grafschaft zurück, im Hochland aber musste er weiter die königliche Besatzung akzeptieren. Auf diese Weise schob der König einem erneuten Zusammengehen des Grafen mit Aragon einen Riegel vor.

Die Familie des Grafen wurde auch zu einem Objekt französischer Interessenspolitik als seine Schwester Esclarmonde 1275 nach französischer Vermittlung den aragonesischen Prinzen Jakob heiratete. Diese Hochzeit sollte einen Keil in die aragonesische Königsfamilie treiben indem der Prinz, welcher der Erbe bedeutender Teile des Reiches seines Vaters war, näher an die Seite Frankreichs gezogen werden sollte. Prinz Jakob brauchte einen starken Verbündeten um den Machtansprüchen seines Bruders Peter zu entgehen. Diese Hochzeit gab Roger Bernard auch die Gelegenheit seinen enormen Reichtum zur Schau zu tragen indem er die Mitgift von 3000 Mark Silber allein aufbringen konnte.

Im Dienst der Krone
Danach konnte sich Roger Bernard im Dienste Frankreichs beweisen als er an der Spitze eines königlichen Heeres nach Navarra entsandt wurde. Dort war bereits 1274 König Heinrich I. gestorben und hinterließ nur seine unmündige Tochter Johanna I. die unter der Regentschaft ihrer Mutter Blanche d’Artois stand. Dadurch wurden bei den spanischen Nachbarn Kastilien und Aragon Begehrlichkeiten auf eine Annexion des baskischen Königreiches geweckt. Nachdem sich die Bewohner von Pamplona 1275 gegen die Regentin erhoben hatten floh diese mit ihrer Tochter nach Frankreich wo sie bei ihrem Vetter König Philipp III. um Unterstützung wirbt. Denn bekam sie für den Preis der Hand ihrer Tochter die mit dem Prinzen Philipp verheiratet werden sollte.

Das Heer unter der Führung Roger Bernards konnte Pamplona 1276 einnehmen und die formelle Herrschaft Johannas, tatsächlich die von Frankreich, über Navarra herstellen, bis 1277 konnte auch Kastiliens Zugriff auf Navarra abgewehrt werden. Nachdem 1276 der Kronprinz Ludwig gestorben war sollte Johannas Verlobter, Prinz Philipp, neuer Thronanwärter Frankreichs werden. Dadurch sollte Navarra bis 1441 faktisch mit Frankreich vereint werden. Roger Bernard wurde für seine Dienste mit dem Amt eines Gouverneurs von Biskaya belohnt, auch die Hochlandburgen seiner Grafschaft wurden ihm wieder übergeben allerdings musste er nun für seine gesamte Grafschaft den Lehnseid auf Frankreich leisten.

Gründervater Andorras
Im Jahr 1278 konnte Roger Bernard mit dem Bischof von Urgell Pere d’Urtx einen Streit um die Herrschaft über die Pyrenäentäler beilegen der seit den Tagen seines Großvaters währte. Bei einer Zusammenkunft am 8. September in Lleida vereinbarte er mit Bischof Pere d’Urtx einen paréage-Vertrag der eine Herrschaftsteilung beider Parteien über das umstrittene Gebiet regeln sollte.

Die Bestimmungen von 1278 waren wie folgt:

die aufzubringenden Steuern des Volkes sollten im jährlichen Wechsel an den Grafen und dem Bischof entrichtet werden
der Graf und der Bischof üben die gemeinsame Rechtsprechung aus
das Volk war beiden Herren zur Waffengefolgschaft verpflichtet es sei denn die beiden Herren bekämpften sich gegenseitig
Paréage-Verträge waren in der gesamten Zeit des Mittelalters keine Seltenheit. Die Grafen von Foix hatten schon mehrmals auf dieses Mittel zurückgegriffen um Streitigkeiten mit anderen Mächten über lehnsrechtliche Angelegenheiten beizulegen. Das Besondere aber an diesem Vertrag, der 1282 auch von Papst Martin IV. anerkannt wurde, war dessen äußerst lange Lebenszeit. Er sollte bis zur Erklärung der Unabhängigkeit Andorras 1993 bestand haben und wurde erst dann durch die andorranische Verfassung abgelöst. Die lehnsherrlichen Rechte des Grafen von Foix sollten dabei im Verlauf der Jahrhunderte vom französischen Souverän übernommen werden, nachdem der letzte Graf Heinrich II. 1594 als Heinrich IV. den französischen Königsthron bestiegen hatte.

Dieser Vertrag sollte noch von Graf Roger Bernard und dem Bischof am 6. Dezember 1288 erweitert werden, nachdem es zwischen beiden erneut zu Spannungen gekommen war, als der Graf eine Burg auf Puy-Saint-Vincenç erbaut hatte, um die Aktivitäten des Bischofs zu überwachen. So fügten sie hinzu, dass keiner der beiden Herren ohne die Zustimmung des anderen Burgen in Andorra bauen darf.

Kreuzzug gegen Aragon
Im Frühjahr 1280 mischte sich Roger Bernard in die inneren Verhältnisse Aragons ein wo sich die Grafen Arnaud Roger I. von Pallars-Sobirà und Ermengol X. von Urgell, ein Cousin Roger Bernards, gegen die Herrschaft König Peters III. erhoben. Roger Bernard unterstützte die Revolte wurde jedoch mit den anderen Grafen bei Balaguer vernichtend geschlagen und geriet in die Gefangenschaft Aragons.

In der Zeit seiner Gefangenschaft brach 1282 auf der Insel Sizilien ein Aufstand der Bevölkerung gegen die Herrschaft des Herrschers Karl von Anjou aus. Diese sizilianische Vesper nutzte König Peter III. von Aragon aus, vertrieb Karl von Anjou von der Insel und krönte sich zum König von Sizilien. Anjou jedoch war ein Protege des Papstes und außerdem der Onkel des französischen Königs. So wurde Peter III. von Aragon vom Papst exkommuniziert und ein Kreuzzug gegen ihn wurde ausgerufen, der von König Philipp III. von Frankreich geführt werden sollte. In dieser Situation hielt es König Peter für angebracht den Grafen von Foix 1283 aus der Gefangenschaft zu entlassen, als Preis für seine Freiheit sollte Roger Bernard die Vizegrafschaft Castelbon an Aragon abtreten. Einmal auf freien Fuß dachte Roger Bernard aber nicht daran sich an Vereinbarungen mit einem gebannten König zu halten und schloss sich dem aragonesischen Kreuzzug an. In dessen Verlauf konnte Roger Bernard 25. Mai 1285 Elne einnehmen, das vom Bastard von Roussillon hartnäckig verteidigt wurde. Am 7. September war er auch bei der Eroberung von Girona beteiligt. Jedoch scheiterte der Kreuzzug, nachdem das französische Heer durch Krankheiten stark dezimiert wurde. Nachdem sich das Heer nach Perpignan zurückgezogen hatte, verstarb dort König Philipp III. von Frankreich am 5. Oktober, womit der Kreuzzug endete. Nur der schnelle Tod König Peters von Aragon am 11. November desselben Jahres rettete Roger Bernard vor einem Gegenschlag Aragons.

Das Erbe von Béarn
Im Jahr 1290 verstarb Roger Bernards Schwiegervater der Vizegraf Gaston VII. von Béarn. Dieser hatte bereits im Mai 1268 seine zweite Tochter Marguerite, nicht ohne Zutun Roger Bernards, zur alleinigen Erbin seines Besitzes eingesetzt. So regierte nun Roger Bernard im Namen seiner Frau in Béarn. Doch 1293 sollten Marguerites jüngere Schwester Mathe und deren Sohn Graf Bernard VI. von Armagnac das Erbe anfechten. Trotz eines königlichen Verbotes, das Privatfehden untersagte, forderte der Graf von Armagnac Roger Bernard zu einem Duell auf. Es fand tatsächlich statt, jedoch bleibt der Ausgang des Zweikampfes unklar. Im weiteren Verlauf des Krieges gegen Armagnac besetzte Roger Bernard auch Gebiete in Aragon, wofür er vom Erzbischof von Saragossa exkommuniziert wurde.

Doch letztlich konnte Roger Bernard Béarn für sich gewinnen, womit er wieder in ein kompliziertes Abhängigkeitsverhältnis trat, denn Béarn war ein Lehen des Herzogtums Gascogne und dieses wurde vom König von England gehalten, der wiederum für die Gascogne dem König von Frankreich huldigen musste. Roger Bernard nutzte seine neue Lage aus um erneut die königliche Autorität herauszufordern und griff die Zisterzienserabtei von Cahors an, wo er mehrere königliche Wachsoldaten tötete. Nachdem er sich weigerte sich für diese Tat zu verantworten zwang ihn der König dazu, indem er einen Teil der Grafschaft Foix besetzen ließ. Nun lenkte Roger Bernard ein und sollte als Buße einen Kreuzzug ins heilige Land unternehmen und falls er diesen nicht binnen Jahresfrist angetreten habe, sollte er eine Strafe von 10.000 Libra zahlen. Roger Bernard wird wohl wahrscheinlich die Geldstrafe gezahlt haben, da seit der Eroberung Akkons am 18. Mai 1291 weitere Kreuzzugsunternehmen aussichtslos wurden. Noch schwerwiegender für den Grafen war aber die zu leistende Übergabe der Burgen von Lordat und Montréal an den Seneschall von Carcassonne. Im Juli 1291 reiste Roger Bernard nach Paris, wo er genötigt war eine Erklärung abzugeben, gegen keine königlichen Anordnungen zu verstoßen noch Besitz der Krone zu schädigen.

Danach war Roger Bernard wieder fest an der Seite Frankreichs und nahm bis 1295 im Gefolge des Prinzen Charles de Valois an dessen Gascognekriegen gegen England teil, was ihm die einträglichen Gouverneursposten in Auch, Aire, Dax und Bayonne einbrachte.

Der Graf gegen Bernard Saisset
Nachdem sich das Verhältnis König Philipps IV. zu Graf Roger Bernard wieder entspannt hatte, war der König bereit dem Grafen mehrere Beweise seiner Gunst zukommen zu lassen. So durfte der Graf zum Beispiel zwei Hochlandburgen, die der König zuvor noch beschlagnahmen ließ, wieder in seine Hand nehmen. Ebenfalls beabsichtigte der König 1294 dem Grafen von Foix die Rückerstattung seiner herrschaftlichen Rechte über die Stadt Pamiers. Gegen dieses Vorhaben legte jedoch der Abt von St. Antonin de Frédélas, Bernard Saisset, Einspruch ein.

Die Co-Herrschaft über diese Stadt wurde einst 1111 von Graf Roger II. mit dem Abt von St. Antonin in einem paréage-Vertrag geregelt, indem sich Abt und Graf auf einer Teilung der Herrschaft zu gleichen Teilen geeinigt hatten. Dieser Vertrag hatte die Generationen über bestand, doch als sich Roger Bernard 1270 im Kampf gegen Frankreich befand übertrug der Abt Bernard Saisset die gräflichen Rechte an den König. Dadurch wurde er zum faktischen Alleinherrscher Pamiers. Doch schon 1175 wollte der König, nachdem der Graf sich ihm unterworfen hatte, diese Rechte an Roger Bernard zurückgeben. Aber Bernard Saisset weigerte sich die Wiederherstellung der Verhältnisse von vor 1270 zu akzeptieren. So einigte man sich auf eine Übergangszeit von 5 Jahren, die 1280 um weitere 10 Jahre verlängert wurde, in denen der Graf die ihm entgehenden Einkünfte aus Pamiers vom König erstattet bekam.

Nun aber am 30. Januar 1294 forderte der König den Abt dazu auf den Grafen endlich in seinen vertraglichen Rechten anzuerkennen, doch der Abt weigerte sich erneut. So wies der König den Seneschall von Carcassonne im Februar 1295 an die königlichen Truppen aus Pamiers abzuziehen und die Burg der Stadt an den Grafen zu übergeben. Nachdem der Seneschall diese Anordnung nach einem Monat nicht nachgekommen war fühlte sie Roger Bernard getäuscht und besetzte mit der Hilfe der Bürger der Stadt die Burg wie auch die Abtei und übernahm die Kontrolle über Pamiers. Saisset reagierte darauf indem er den Grafen und die Bürger Pamiers exkommunizierte und rief Papst Bonifaz VIII. um Hilfe an. Doch dessen Intervention beim König hatte keinen Erfolg, so wurde der Abt im November 1297 gezwungen den Grafen in seinen Rechten anzuerkennen. Roger Bernard aber musste den Abt als seinen Lehnsherrn für Pamiers anerkennen und musste zudem für den entstandenen Sachschaden finanziell aufkommen. Der Papst hob dagegen die Exkommunikation des Grafen und der Stadtbevölkerung auf.

Der Graf und die babylonische Gefangenschaft
In seinen letzten beiden Lebensjahren sollte Graf Roger Bernard eine kleine wenn auch entscheidende Rolle in dem Konflikt zwischen den Papst und dem französischen König über das Verhältnis der geistlichen zur weltlichen Macht spielen, der langfristig in der sogenannten babylonische Gefangenschaft der Kirche in Avignon führen sollte.

Auslöser dieses Konfliktes war erneut Bernard Saisset der, inzwischen Bischof von Pamiers, im April 1301 erneut mit Roger Bernard in einen Streit über die Jurisdiktion in Pamiers geraten war. Roger Bernard genoss dabei die Unterstützung des Königs worauf der Bischof die Stadt ein weiteres Mal mit der Exkommunikation belegte. Die Bürger der Stadt legten aber beim Erzbischof von Narbonne und beim Papst erfolgreich Einspruch gegen denn Bann ein.

Bernard Saisset ließ es nun auf eine direkte Konfrontation mit dem König ankommen und unterstützte öffentlich die päpstliche Forderung den in königlicher Haft befindenden Grafen von Flandern, Guido I., freizulassen. Der König reagierte darauf indem er eine Untersuchungskommission einsetzte die den Verdacht des Hochverrates des Bischofs untersuchen sollte. Vor dieser Kommission trat auch Roger Bernard als Zeuge auf, und dort sagte er aus der Bischof habe ihn und andere Grafen der Region dazu aufgefordert einen Aufstand gegen den König anzuführen. Diese Aussage reichte dem König aus um den Bischof am 6. Oktober 1301 wegen Hochverrates und Majestätsbeleidigung zu verhaften und nach Senlis zu bringen, wo das Verfahren gegen den Bischof stattfinden sollte. Der Papst empfand dies als Angriff auf die kirchliche Autorität und berief im Dezember des Jahres eine Synode in Rom ein, die König Philipp IV. alle ihm gewährten Privilegien entzog und ihn zur Unterwerfung aufforderte. Der König aber ließ die dazu angefertigte päpstliche Bulle verbrennen und verbot auf einer Synode in Paris am 10. April 1302 allen Prälaten seines Reichs, nach Rom zu fahren. Damit war der Bruch zwischen Frankreich und dem Papst besiegelt, der am 7. September 1303 in dem Attentat von Anagni seinen Höhepunkt haben sollte, nachdem das Papsttum eine stärker werdende Abhängigkeit zum französischen König hinnehmen musste, die wenige Jahre später in der Übersiedelung des Papstes nach Avignon mündete.

Bischof Bernard Saisset hingegen wurde bereits 1303 aus der königlichen Haft entlassen.

Tod und Fazit
Graf Roger Bernard III. aber starb schon am 3. März 1303 in Tarascon während der Vorbereitungen zu einem Kriegszug nach Aragon, wo er sich als Erbe einer entfernten Verwandten durchsetzen wollte.

Seit seiner Regentschaft mussten die Grafen von Foix endgültig die Oberlehnsherrschaft Frankreichs über ihre Grafschaft akzeptieren, womit sie ihre fast souveräne Stellung zugunsten der französischen Interessen aufgeben mussten. Satt dessen waren die Grafen fortan bemüht innerhalb der französischen Feudalwelt zum führenden Adel aufzusteigen, was sich bereits mit der Hochzeit von Roger Bernards Erben mit einer kapetingischen Prinzessin niederschlug.

Innerhalb ihrer Grafschaft aber behielten die Grafen gegenüber der Krone noch für lange Zeit ihre Vorrechte in Fragen von Justiz, Steuern und des wichtigen Bergbaus, die nicht zuletzt Roger Bernard III. hartnäckig verteidigt hatte. 
von Foix, Graf Roger Bernard III. (I13193)
 
49453 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Bigod (Aug 2023)

Roger Bigod († September 1107 in Earsham) war ein anglonormannischer Adliger. Er gilt als Begründer der Adelsfamilie Bigod.

Herkunft
Roger Bigod war vermutlich ein Sohn von Robert Bigod, eines kleinen Gefolgsmanns des Grafen von Mortain, der 1055 die geplante Rebellion seines Oberherrn an Herzog Wilhelm von der Normandie verraten hatte. Zur Belohnung hatte er unter der Oberherrschaft von Bischof Odo von Bayeux eine kleine Herrschaft im Calvados. Obwohl gelegentlich behauptet wird, dass Robert Bigod an der normannischen Eroberung Englands und an der Schlacht bei Hastings teilgenommen hat, ist dies unwahrscheinlich.[1]

Leben
Roger Bigod wird erstmals 1075 genannt, als er von seinem Oberherrn Bischof Odo von Bayeux einen größeren Landbesitz in East Anglia erhielt, nachdem der bisherige Besitzer, Earl Ralph de Gaël, wegen des gescheiterten Aufstands der Grafen aus England vertrieben worden war. Von 1081 bis 1086 diente Bigod als Sheriff von Norfolk. Vermutlich benutzte er dieses Amt, um seinen Landbesitz wesentlich zu vergrößern, denn im Domesday Book wird 1086 der jährliche Wert seiner Honour mit £ 430 angegeben, womit sie an 15. Stelle der englischen Herrschaften stand. König Wilhelm II. setzte Bigod 1087 als Sheriff ab. Daraufhin besetzte oder befestigte Bigod Norwich Castle und befahl einem seiner Vasallen, das bislang der Abtei von Bury St Edmunds gehörende Gut von Southwold zu besetzen. Der König lenkte angesichts der Opposition Bigods ein und ernannte ihn 1091 wieder zum Sheriff von Norfolk sowie zum Steward of the Royal Household. Diese beiden Ämter behielt er bis zu seinem Tod.

Ehen und Erbe
Bigod war zweimal verheiratet. In erster Ehe hatte er Adelaide geheiratet, in seiner zweiten Ehe Alice de Tosny. Sein Erbe wurde zunächst sein Sohn William aus erster Ehe, der jedoch 1120 beim Untergang des White Ship ums Leben kam.[2] Daraufhin wurde sein Sohn Hugh aus seiner zweiten Ehe sein Erbe. Zu seinen weiteren Kindern gehörten Maud Bigod, die William d’Aubigny Pincerna, Lord of Buckenham aus dem Haus Aubigny heiratete, und Cecilia, die William d'Aubigné Brito heiratete.

Um 1104 hatte Bigod Thetford Priory gestiftet, dazu war er Schutzherr des Priorats der Kathedrale von Norwich. Nach seinem Tod kam es zwischen den Mönchen des Kathedralpriorats und denen von Thetford zu einem Streit, wo Bigod beigesetzt werden sollte. Beide Parteien behaupteten, dass Bigod ihre Kirche als Begräbnisplatz gewünscht hatte. Angeblich soll der Bischof von Norwich daraufhin Bigods Leichnam nachts heimlich in die Kathedrale von Norwich bringen lassen. 
Bigod, Roger (I27383)
 
49454 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Bigod,_2._Earl_of_Norfolk

Roger Bigod, 2. Earl of Norfolk (* um 1143; † vor 2. August 1221) war ein englischer Magnat. Er gehörte der Adelsopposition an, die König Johann Ohneland zur Anerkennung der Magna Carta zwang.

Herkunft und Erbstreit
Roger Bigod entstammte der anglonormannischen Familie Bigod. Er war der einzige Sohn aus der Ehe von Hugh Bigod, 1. Earl of Norfolk und dessen ersten Frau Juliana de Vere, einer Schwester von Aubrey de Vere, 1. Earl of Oxford. Seine Mutter wurde von seinem Vater verstoßen, danach heiratete sein Vater Gundred, eine Tochter von Roger de Beaumont, 2. Earl of Warwick. Mit ihr hatte er weitere Kinder, darunter die Söhne Hugh und William. Nach dem Tod seines Vaters 1176 oder 1177 behauptete Gundred, dass ihr Mann ihren Sohn Hugh anstelle ihres Stiefsohns Roger als Erben der Ländereien der Familie Bigod eingesetzt hätte, zumal er angeblich viele dieser Ländereien erst nach der Geburt von Hugh erworben hätte. Diesen Erbstreit nutzte König Heinrich II. aus, um sich für die Unterstützung von Hugh Bigod für Heinrich den Jüngeren, der von 1173 bis 1174 vergeblich gegen seinen Vater rebelliert hatte, zu rächen. Obwohl Roger im Gegensatz zu seinem Vater während der Rebellion auf der Seite des Königs geblieben war und ihn auch in den folgenden Jahren unterstützt hatte, traf der König in dem Erbstreit keine Entscheidung und beschlagnahmte die zwischen den Halbbrüdern umstrittenen Ländereien, dazu erklärte er den Titel Earl of Norfolk aufgrund der Rebellion für verwirkt. Erst König Richard Löwenherz verlieh Bigod bei seiner Thronbesteigung 1189 gegen die Zahlung einer relativ geringen Gebühr von 1000 Mark (etwa £ 666) wieder den Titel Earl of Norfolk.

Vasall der englischen Könige
Im Gegenzug blieb Bigod während des Kreuzzugs des Königs ein loyaler Vasall, vermutlich reiste er sogar nach Deutschland, um den bei seiner Rückkehr vom Kreuzzug in Gefangenschaft geratenen König nach seiner Freilassung heimzubegleiten. Entsprechend stand Bigod beim König in hoher Gunst und war bei dessen erneuten Krönung 1194 einer der vier Earls, die über dem König einen seidenen Baldachin trugen. Von 1194 bis 1196 diente er als Baron des Schatzamtes (Baron of the Exchequer), dazu diente er als königlicher Richter sowie als Steward of the royal Household. Der Streit mit seinem Halbbruder Hugh um das Erbe ihres Vaters wurde jedoch erst 1199 beilegt, in einem Vergleich musste Roger seinem Halbbruder einen kleinen Landbesitz übergeben. Um diese Zeit konnte er mit dem Wiederaufbau des nach der Rebellion von 1174 zerstörten Framlingham Castle, dem Hauptsitz der Familie, beginnen. Dabei befestigte er die Burg nach neuen Erkenntnissen des Burgenbaus mit einer starken, mit mehreren zum Hof offenen Mauertürmen versehenen Ringmauer anstelle eines zentralen Keeps. Auch Richards Bruder und Nachfolger Johann Ohneland diente Bigod jahrelang loyal. Er nahm am 27. Mai 1199 an der Krönung des Königs teil, anschließend gehörte er zu der Gesandtschaft, die den schottischen König Wilhelm I. nach England geleitete, wo er Johann für seine englischen Besitzungen huldigte. Danach begleitete er König Johann während des Französisch-Englischen Kriegs ab 1202 in die Normandie und während des Feldzugs von 1206 ins Poitou. Auch an den Feldzügen nach Schottland von 1209, nach Irland 1210 und Wales 1211 nahm er teil.

Rebell gegen den König
Trotz seiner bisherigen loyalen Dienste rebellierte Bigod ab 1215 gegen den König. Ein Hauptgrund hierfür waren die immer weiter steigenden Finanzforderungen des Königs an seine Barone. Der König erhob zur Finanzierung seiner zahlreichen Feldzüge von seinen Baronen mehrfach ein von der Größe des Grundbesitzes abhängiges Schildgeld, so dass der reich begüterte Bigod für 160 Knight’s fee Schildgeld zahlen sollte. Dies zwang ihn 1211 dazu, mit dem königlichen Schatzmeister ein Zahlungsabkommen zu schließen. Er sollte für das noch offene Schildgeld einmalig 2000 Mark (£1333) zahlen, dazu wurde vereinbart, dass er zukünftig nur noch für 60 Knight’s fee Schildgeld zahlen müsse. Bigod zahlte bis 1212 1340 Mark, dann wurden ihm die noch offenen 360 Mark erlassen. Bigod hatte jedoch noch weitere Gründe für seine Unzufriedenheit über den König. Als er 1207 in einen Rechtsstreit mit William the Falconer verwickelt wurde, hielt er die ausgewählten Richter für befangen, doch seine Einwände wurden vom König abgelehnt und das Verfahren gegen ihn fortgesetzt.

Als die Adelsopposition sich im April 1215 in Stamford bewaffnet sammelte, um ihre Rechte gegen den König zu verteidigen, schlossen sich Bigod und sein ältester Sohn Hugh ihnen an. Unter dem Druck der Rebellen musste der König im Juni die Magna Carta anerkennen, und Bigod wurde zu einem der 25 Barone gewählt, die die Einhaltung der Bestimmungen der Magna Carta durch den König überwachen sollten. Als der König mit Unterstützung des Papstes im September seine Anerkennung der Magna Carta widerrief, gehörten Bigod und sein Sohn während des folgenden Kriegs der Barone gegen den König zu den Führern der Rebellion in East Anglia. Dafür wurden er und sein Sohn im Dezember von Papst Innozenz III. exkommuniziert. Nachdem der König Anfang 1216 einen erfolgreichen Feldzug gegen die Rebellen in Nordengland geführt hatte, wandte er sich anschließend gegen die Rebellen in Ostengland. Im März 1216 konnte König Johann Framlingham Castle, den Hauptsitz der Bigods, nach kurzer Belagerung erobern. Er begnadigte die gefangen genommenen Gefolgsleute von Bigod und bot ihm an, sich zu unterwerfen, andernfalls drohte er, ihn zu enteignen. Dennoch kämpften Roger und sein Sohn weiter auf der Seite der Rebellen, bis sie sich nach dem Frieden von Lambeth im September 1217 dem Regentschaftsrat, der für den minderjährigen neuen König Heinrich III. die Regierung führte, unterwarfen. Bis April 1218 erhielt Bigod seine Ländereien und Titel zurück, doch über 70-jährig zog er sich nun zunehmend zurück und starb drei Jahre später.

Religiöse Stiftungen
Bigod war wie viele seiner adligen Zeitgenossen ein großzügiger Stifter, der während seines langen Lebens eine Reihe von Klöstern unterstützte. Wie seine Vorfahren förderte er Earls Colne Priory in Essex, daneben die Abteien von Wymondham in Norfolk und Rochester in Kent. Weitere Klöster, die er unterstützte, waren Carrow und Hickling in Norfolk sowie Bungay, Leiston und Sibton in Suffolk. 
Bigod, Graf Roger (I27378)
 
49455 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Bigod,_5._Earl_of_Norfolk (Aug 2023)

Roger Bigod, 5. Earl of Norfolk (* um 1245; † vor 6. Dezember 1306) war ein englischer Magnat und Militär.

Herkunft und Erbe
Roger Bigod entstammte der anglonormannischen Adelsfamilie Bigod. Er war der älteste Sohn von Hugh Bigod, der von 1258 bis 1260 königlicher Justitiar war, und von dessen Frau Joan de Stuteville, der Erbin der Familie Stuteville. Nach dem Tod seines Vaters 1266 erbte er dessen Grundbesitz, und vier Jahre später erbte er nach dem Tod seines Onkels Roger Bigod, 4. Earl of Norfolk, der kinderlos gestorben war, den Titel Earl of Norfolk und die umfangreichen Ländereien der Familie Bigod. Sein Onkel hatte ihm bereits kurz vor seinem Tod das erbliche Amt des Marshals von England übergeben.

Teilnahme an der Eroberung von Wales
Als Earl Marshal war er 1274 mit für die Krönungszeremonie von Eduard I. und Eleonore von Kastilien verantwortlich, dazu nahm er als Earl Marshal an allen Kriegen zur Eroberung von Wales durch König Eduard I. teil. Während des Ersten Feldzugs 1277 kämpfte er mit der englischen Hauptarmee in Nordwales und führte später eine Armeeabteilung bei Flint. Auch im Feldzug von 1282 gehörte er zunächst zur englischen Hauptarmee in Nordwales, wo er das Aufgebot des Feudalheers führte. Bei der Niederschlagung der Rebellion von Rhys ap Maredudd 1287 kam es zwischen ihm als Earl Marshal und dem Regenten Edmund of Cornwall zu einem Streit über die Befehlshoheit, bis der in Frankreich weilende König bestätigte, dass Bigods Status nicht in Frage gestellt sei, auch wenn er Befehle des Regenten annehmen würde. Bei der Niederschlagung des walisischen Aufstands von 1294 bis 1295 führte er zunächst Truppen in Südwales. Als der König dort Roger de Moels zum Marshal ernannte, protestierte Bigod gegen diese Ernennung, bis ihm der König bestätigte, dass auch diese Ernennung keinen Einfluss auf seinen Status hätte.

Opposition gegen den König und die Krise von 1297
In den 1290er Jahren geriet Bigod in finanzielle Schwierigkeiten. Er war bei italienischen Bankiers verschuldet, dazu musste er 1291 einige seiner Güter an den König übergaben. Die Beziehungen zwischen ihm und dem König verschlechterten sich weiter, als das Schatzamt von ihm die Zahlung von lange fälligen Schulden verlangte. 1293 schuldete er dem König £ 2232, so dass Bigod gezwungen war, im Parlament um Schuldenerlass zu bitten. Das Parlament forderte schließlich von ihm die Rückzahlung von £ 1432, die er in Jahresraten von £ 100 zahlen sollte. Verärgert über seine Schulden und sich in seinem Rang verletzt fühlend, gehörte Bigod zu den Führern der Adelsopposition von 1297. Im Februar des Jahres kam es während des Parlaments in Salisbury zu einem offenen Streit zwischen einer Gruppe von Baronen und dem König. Während des Krieges mit Frankreich plante der König, Bigod mit Truppen in die Gascogne zu schicken, während er selbst eine Armee nach Flandern führen wollte. Als Bigod gegen diesen Plan Einwände erhob, soll der König ihm mit der Hinrichtung durch Hängen gedroht haben,[1] dennoch zog Bigod nicht in die Gascogne. Als am 7. Juli in London das für die Feldzüge aufgebotene Feudalheer durch Bigod als Earl Marshal und durch Humphrey de Bohun, dem Constable, gemustert werden sollte, verweigerten die beiden Magnaten die Abnahme der Truppen, weil sie bemängelten, dass die Vasallen nicht nach der vorgeschriebenen Form einberufen worden waren. Daraufhin enthob der erzürnte König die beiden Magnaten ihrer Ämter. Die Opposition der Magnaten beschränkte sich jedoch nicht nur auf den Kriegsdienst. Am 22. August, als der König zu seinem Feldzug nach Flandern aufbrach, erschienen sie mit bewaffneten Gefolge beim königlichen Schatzmeister und protestierten gegen die ihrer Meinung nach willkürlich erhobene Steuer auf den achten Teil des beweglichen Besitzes. Erst durch die erneute Bestätigung der Magna Carta und der Forstcarta durch den Regentschaftsrat am 10. Oktober sowie die Anerkennung von weiteren Bedingungen der Barone in der Confirmatio cartarum wurde die Krise beigelegt. Der König bestätigte am 5. November in Flandern die vom Regentschaftsrat gemachten Zugeständnisse und begnadigte Bigod und die anderen Oppositionellen.

Beteiligung an den Kriegen in Schottland
Ab 1291 war Bigod in den schottischen Thronfolgestreit involviert. Er gehörte dem Rat an, der von 1291 bis 1292 versuchte, eine Lösung der Thronfolge zu finden. Im Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg nahm er 1296 am Feldzug des Königs nach Schottland teil. Als es in Schottland zum Aufstand unter William Wallace kam, war er 1297 gegen den gleichzeitigen Feldzug des Königs nach Flandern im Krieg gegen Frankreich. Zum Aufgebot, das Bigod in diesen Jahren stellen sollte, gehörten fünf Bannerherren, neun Ritter und etwa 20 Men-at-arms. Im Herbst 1297 erklärte er sich sogar bereit, mit 130 Reitern am Winterfeldzug nach Schottland teilzunehmen. Am Feldzug von 1298, der zum englischen Sieg bei Falkirk führte, nahm er jedoch nur nach der Zusicherung des Königs teil, dass er die Magna Carta beachten würde, und nach dem englischen Sieg fühlte er sich erneut benachteiligt und war über die Art und Weise verärgert, wie der König die eroberten Ländereien in Schottland vergab. 1299 forderte er erneut eine Bestätigung der Carta und musste dabei zu seiner Enttäuschung akzeptieren, dass der König seinen Forderungen auswich. Er nahm daraufhin an keinen weiteren Feldzügen nach Schottland mehr teil und übergab sein Amt als Earl Marshal an John Seagrave.

Späteres Leben
Bigod war zweimal verheiratet gewesen, doch beide Ehen waren kinderlos geblieben. In erster Ehe hatte er 1271 Aline Basset, die Witwe von Hugh le Despenser geheiratet, sie starb 1281. In zweiter Ehe hatte er 1290 Alice (oder Alix), eine Tochter von Graf Johann II. von Holland, geheiratet.

1302 übergab Bigod sein Amt als Earl Marshal offiziell ab. Da seine Ehen kinderlos geblieben waren, übergab er seine Ländereien in diesem Jahr dem König, der sie ihm auf Lebenszeit zurückgab. Möglicherweise war dies gegen seinen Bruder John gerichtet, der Geistlicher war und auf diese Weise enterbt wurde. John hatte seinem Bruder in der Vergangenheit beträchtliche Summen Geld geliehen, hatte dabei aber immer auf prompte Rückzahlung bestanden. In einer weiteren Abmachung wurden ihm 1305 vom König alle Schulden erlassen. Er starb im folgenden Jahr, worauf seine Titel und seine Ländereien an die Krone fielen, wie es 1302 vereinbart worden war.

Sonstiges
Bigod besaß in den Welsh Marches umfangreichen Grundbesitz, besonders die Herrschaft von Chepstow, dazu Ländereien in Norfolk sowie einträglichen Besitz in Irland. In Chepstow Castle ließ er das Torhaus sowie die Wohngebäude luxuriös ausbauen. Auch Bungay Castle in Suffolk ließ er ab 1294 ausbauen. Durch seine großzügige Förderung konnte die Kirche der walisischen Tintern Abbey neu errichtet werden, die um 1301 vollendet wurde. 
Bigod, Roger 5. Earl of Norfolk (I41553)
 
49456 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_de_Beaumont,_2._Earl_of_Warwick

Roger de Beaumont, 2. Earl of Warwick (* 1102; † 12. Juni 1153) war der älteste Sohn von Henry de Beaumont, 1. Earl of Warwick, und Marguerite, Tochter von Geoffrey II. von Perche und Beatrix von Montdidier. Er ist auch als Roger de Newburg bekannt.

Er erbte 1119 von seinem Vater den Titel Earl of Warwick und den Großteil von dessen anderen englischen Gütern. 1138 überließ er seinem jüngeren Bruder Henry de Neubourg die Herrschaft Gower in Wales.[1] Roger wird im Allgemeinen als ein gläubiger und frommer Mann erachtet. Eine Chronik aus dieser Periode, die Gesta Regis Stephani, spricht von ihm als einen Mann sanften Gemüts (engl. man of gentle disposition). Die Borough Warwick gedenkt seiner als Gründer des Hospital of S. Michael für Leprakranke, welches er mit dem Zehnten von Wedgnock und anderen Besitz ausstattete. Ferner unterstützte er das Templerhaus jenseits der Brücke. In der Regierungszeit von König Stephan errichtete er eine Priory bei Llangennilth, Glamorgan, die dem Heiligen Kenned gewidmet war, und der Abtei St. Taurin in Évreux in der Normandie unterstand. 
von Beaumont, Graf Roger 2. Earl of Warwick (I27388)
 
49457 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_de_Breteuil,_2._Earl_of_Hereford (Sep 2018)

Roger de Breteuil (* vor 1051; † nach 1087) war Earl of Hereford und Herr von Breteuil. Er war der Sohn von William FitzOsbern, 1. Earl of Hereford, dessen Erbe er 1071 antrat.

Seine Beziehung zu König Wilhelm I. war schwierig. 1075 verheiratete er, ein Verbot des Königs missachtend, seine Schwester Emma mit Ralph de Guader, dem Earl of Norfolk. Unmittelbar danach erhoben sich Roger und Ralph im Aufstand der Grafen gegen den König. Doch Roger, der seine Soldaten von Westen heranführen musste, um sie mit den Truppen Ralphs zu vereinen, wurde am Severn von der Miliz (Fyrd) Worcestershires aufgehalten, die Bischof Wulfstan von Worcester, Walter de Lacy und andere Normannen gegen ihn ins Feld führten.

Nach dem Scheitern des Aufstands wurde Roger im gleichen Jahr vor das Great Council gebracht. Ihm wurde sein Titel aberkannt, der englische Besitz wurde beschlagnahmt, und er selbst zu lebenslanger Haft verurteilt. 1087, nach dem Tod Wilhelms, wurde er ebenso wie andere politische Gefangene, freigelassen.

Die Herrschaft Breteuil fiel wohl zunächst an Roger, 1099 an dessen Vetter Raoul II. de Gaël, Sohn Ralphs de Guader.

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von Breteuil, Graf Roger (I12657)
 
49458 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_de_Clare,_2._Earl_of_Hertford (Sep 2021)

Roger de Clare, 2. Earl of Hertford († 1173) war ein anglonormannischer Adliger.

Er war ein Sohn von Richard FitzGilbert de Clare und dessen Frau Adeliza, Tochter von Ranulph le Meschin, 1. Earl of Chester. Nach dem Tod seines älteren Bruders Gilbert, der 1152 ohne männliche Nachkommen starb, erbte er die südenglischen Besitzungen Clare und Tonbridge und den Titel eines Earl of Hertford. Der von König Stephan geschaffene Titel wurde vom neuen König Heinrich II. bestätigt, dennoch wurde Roger oft auch Earl de Clare genannt.

Kampf um die walisischen Besitzungen
Roger versuchte die von seinem Großvater Gilbert de Clare eroberten Besitzungen im walisischen Ceredigion zurückzuerlangen, die nach dem Tod seines Vaters und der Schlacht von Crug Mawr 1136 wieder von Walisern erobert worden waren. 1157 nahm er am Feldzug Heinrichs II. nach Nordwales teil, wo er während eines Gefechts am Coleshill die von Henry d’Essex verlorene königliche Standarte rettete. Nach dem Frieden Heinrichs mit dem walisischen Fürsten Lord Rhys erwarb er 1158 Cardigan, Aberdyfi und eine Reihe von anderen walisischen Burgen. Eine dieser Burgen, Castell Hywel wurde jedoch von Rhys Neffen Einion erobert und geplündert. 1159 versuchte Roger vergeblich mit vier weiteren englischen Earls sowie einer Allianz walisischer Fürsten Lord Rhys aus dem südwalisischen Cantref Mawr zu vertreiben. Als Einion 1163 heimtückisch im Schlaf von einem seiner Gefolgsmänner ermordet wurde, nahm Roger den Mörder auf. Lord Rhys verdächtigte Roger deshalb der Anstiftung zu dem Mord und griff seine Besitzungen in Ceredigion an. Nach dem fehlgeschlagenen walisischen Feldzug Heinrichs II. von 1165 konnte Lord Rhys im Gegenzug Cardigan Castle und ganz Ceredigion erobern. Damit waren die walisischen Besitzungen seines Vaters für Roger endgültig verloren.

Gefolgsmann des Königs und Streit mit Thomas Becket
Roger begleitete den König mindestens zweimal nach Frankreich, einmal vermutlich 1156, als er bei der Belagerung von Chinon anwesend war, und im Winter von 1160 bis 1161. Bei dieser Reise geriet Roger mit Thomas Becket in Streit, der gerade Erzbischof von Canterbury geworden war und deswegen Rogers Huldigung für Tonbridge Castle forderte. Roger verweigerte diese, was zu einem fortdauernden Streit führte, bis Erzbischof Hubert Walter 1194 die Huldigung von Rogers Sohn und Erben erhielt. Dieser Streit war mit eine Ursache für das Zerwürfnis zwischen dem König und dem Erzbischof, da der König Rogers Haltung unterstützte. Roger nahm an dem Treffen in Clarendon im Januar 1164 teil, als Becket mit den Constitutions of Clarendon konfrontiert wurde, deren Zustimmung er verweigerte.

1171 begleitete er den König bis Pembroke, von wo dieser sich nach Irland einschiffte. Während der Rebellion der Söhne Heinrichs gegen ihren Vater verhielt er sich unentschlossen, da die Familie seiner Frau sich der Rebellion anschloss. Der König versuchte ihn auf seine Seite zu ziehen, in dem er ihm weitere Ländereien gab, doch er starb, bevor er eindeutig Partei ergreifen musste. Er wurde in Stoke bei Clare in Suffolk begraben. Sein Nachfolger und Erbe wurde sein Sohn Richard.

Familie und Nachkommen
Er war mit Matilda (auch Maud genannt) verheiratet, einer Tochter von James de St Hilaire (oder St Hilary), einem englisch-bretonischen Grundbesitzer.

Seine Witwe Matilda heiratete in zweiter Ehe William d’Aubigny, 2. Earl of Arundel. 
de Clare, Roger 2. Earl of Hertford (I27341)
 
49459 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_de_Montgomerie,_1._Earl_of_Shrewsbury (Sep 2018)

Roger de Montgomerie (* um 1005; † 27. Juli 1094), Herr von Montgomery (heute Saint-Germain- und Sainte-Foy-de-Montgommery, Département Calvados), war ein normannischer Edelmann, sowie ein Verwandter und Gefolgsmann Wilhelms des Eroberers. Seit 1067 Earl of Arundel and Shrewsbury.

Obwohl häufig als Sohn Hugos von Montgomery und der Josseline de Beaumont, der Tochter Turolfs de Pontaudemer, oder einer anderen Nichte der dänischen Gunnora, der zweiten Frau Herzog Roberts, genannt, war er wohl eher der Sohn eines älteren Roger de Montgomery. In der Gründungsurkunde der Abtei Troarn bezeichnet Roger sich als „Rogerius, ex normannis, normannus magni autem Rogerii filius.“ Hugo von Montgomery war möglicherweise sein Großvater. Der ältere Roger besaß ausgedehnte Ländereien im Herzen der Normandie, die Roger nach dessen Tod erbte.

Wann Roger senior starb, ist nicht genau bekannt. Er war aber 1056 sicher tot, als Roger, der Jüngere, den Abt von Châtillon, Gislebert, mit seinen Mönchen nach Troarn einlud und die 12 Kanoniker, die sein Vater 1022 dort installiert hatte, auswies, weil sie sich der Ausschweifung, der Völlerei und anderen fleischlichen Genüssen hingegeben hatten.

Ordericus Vitalis, dessen Vater Odelerius von Orléans als Berater zum engsten Umkreis Rogers gehörte und der als akkurater Chronist bekannt ist, berichtet, dass es der Familie Montgommery gelang, Guillaume II. Talvas de Bellême, der von seinem Sohn Arnoul verjagt worden war, wieder an die Macht zu bringen, wofür Roger de Montgommery im Gegenzug die Hand seiner Tochter – und Alleinerbin, nachdem Arnoul ermordet war – Mabile de Bellême erhielt. Er scheint darüber hinaus, dass Herzog Wilhelm diese Heirat gefordert hat, um nach Jahren kriegerischer Auseinandersetzungen die Ruhe an der Südgrenze der Normandie wiederherzustellen und gleichzeitig das Gebiet über seiner Vertrauten Montgommery enger an sich zu binden.

Roger von Montgomery wird häufig als einer der Heerführer Wilhelms in der Schlacht bei Hastings genannt. Tatsächlich war er aber höchstwahrscheinlich während der Eroberung nicht in England, sondern blieb als Statthalter Wilhelms in der Normandie zurück. Der einzige ernstzunehmende Autor, der Rogier de Montgomeri namtlich erwähnt und ihm sogar eine prominente Rolle in der Schlacht zuschreibt, ist Wace (um 1100 bis 1174). Ordericus Vitalis nennt Roger erst im Dezember 1067 als Begleiter Williams nach England und erwähnt ausdrücklich, dass Roger zur Zeit der früheren Expedition als Statthalter in der Normandie zurückgelassen worden war. Auch Robert du Mont, Wilhelm von Jumièges, Benoît de Sainte-Maure, Wilhelm von Poitiers und der Autor des Carmen de Bello Hastingensi (Bischof Guy von Amiens zugeschrieben) erwähnen Rogers Anwesenheit zur Zeit der Invasion nicht. Möglicherweise kommt der Irrtum daher, dass Roger bei der Planung der Invasion 1066 in Lillebonne anwesend war und aus seinem großen Vermögen 60 Schiffe ausgerüstet hat („A Rogero de Montgomeri sexaginta naves“). Dafür, dass er die Schiffe auch begleitet hat, gibt es keinen Beweis.

1083 gründete Roger das Benediktinerkloster von Shrewsbury und beendete den Bau von Arundel Castle. 1094 trat er, wenige Zeit vor seinem Tod, in den Konvent ein. Er wurde in der Abteikirche bestattet.

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de Montgommery (Montgomerie), Roger 1. Earl of Shrewsbury (I12678)
 
49460 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_de_Mortimer_(Adliger,_†_1214)

Roger de Mortimer († vor 19. August 1214) war ein anglonormannischer Adliger.

Herkunft, Jugend und Erbe
Roger de Mortimer entstammte der anglonormannischen Familie Mortimer. Er war der zweite Sohn von Hugh II de Mortimer und von dessen Frau Matilda. Als junger Ritter unterstützte er während der Rebellion von 1173 bis 1174 König Heinrich II. Der König belohnte ihn daraufhin mit einer Pension, die aus königlichen Gütern in Worcestershire gezahlt wurde, solange er weiter im Dienst des Königs stand.[1] 1179 töteten jedoch Mortimers Gefolgsleute Cadwallon ap Madog, den walisischen Fürsten von Maelienydd. Da dieser auf der Rückreise von Verhandlungen am Königshof war und der König ihm freies Geleit zugesichert hatte, wurde Roger verhaftet. Er verlor seine Pension und befand sich noch im Gefängnis, als sein Vater 1180 oder 1181 starb. Da sein älterer Bruder Hugh bereits gestorben war, erbte nun Roger die umfangreichen Besitzungen der Familie in England, den Welsh Marches und in der Normandie. Er wurde vielleicht dennoch erst 1182 freigelassen.

Eroberung von Maelienydd
Sein Leben lang kämpfte Mortimer gegen die walisischen Fürsten um die Herrschaft in den mittleren Welsh Marches. 1195 gelang es ihm mit Unterstützung der Krone, das lange umkämpfte Maelienydd wieder zu erobern. Zur Sicherung seiner Herrschaft ließ er Cymaron Castle ausbauen. 1196 wurden Mortimer und der mit ihm verbündete Baron Hugh de Sai in einer Schlacht bei Radnor von den Walisern unter Lord Rhys, dem Fürsten von Deheubarth geschlagen. Dabei erlitt ihr Heer schwere Verluste.[2] 1199 machte er zugunsten von Cwmhir Abbey in Powys eine Schenkung, um der Ritter und Soldaten zu gedenken, die bei der Eroberung von Maelienydd gefallen waren.[3] Trotz dieser Rückschläge und offensichtlichen Verluste konnte Mortimer seine Herrschaft in Maelienydd behaupten und galt 1202 als bedeutendster Machthaber in Mittelwales.

Rolle während der Herrschaft von Richard I. und von Johann Ohneland
In England wurde Mortimer 1191 von William de Longchamp beschuldigt, sich mit den Walisern gegen den König verbündet zu haben. Da König Richard unterwegs auf seinem Kreuzzug und Longchamp als Justiciar den König vertrat, musste Mortimer ins Exil gehen. Nach dem Chronisten Richard of Devizes blieb er drei Jahre lang im Exil, doch wahrscheinlich war sein Exil in Wirklichkeit kürzer.[4] Möglicherweise unterstützte er zunächst Graf Johann von Mortain, einen Bruder des Königs. Diesem gelang es im Herbst 1191, Longchamp zu stürzen, der nun selbst ins Exil gehen musste. Johann von Mortain rebellierte 1194 erfolglos gegen seinen Bruder Richard, doch offenbar hatte sich Mortimer zuvor wieder dem zurückgekehrten König angeschlossen. 1194 gehörte er zum Heer von Richard in Frankreich, und auf Befehl des Königs unterstützte der Justiciar Hubert Walter 1195 Mortimer im Kampf um Maelienydd.[5] Nachdem Johann von Mortain 1199 als Nachfolger seines Bruders König geworden war, blieb Mortimer ihm loyal bis zu seinem Tod. Der König erließ ihm 1202 die Schuld von £ 400, die Mortimer bereits von seinem Vater geerbt hatte.[6] Mortimer kämpfte im Krieg des Königs gegen Frankreich in der Normandie. Durch die Eroberung der Normandie durch Frankreich bis 1204 verlor auch er seine Besitzungen in dem Herzogtum. 1205 wurde Mortimer gefangen genommen, als er versuchte, Dieppe zurückzuerobern. Erst gegen die Zahlung eines Lösegelds von 1000 Mark kam er wieder frei. Auch danach blieb er ein Unterstützer des Königs, gegen dessen Herrschaft andere Adlige zunehmend aufbegehrten. Als der König 1210 einen Feldzug nach Irland unternahm, um eine Rebellion von William de Braose niederzuschlagen, unterstützte Mortimer den Feldzug mit seinen Rittern, obwohl Braose der Schwiegervater von einem seiner Söhne war.[7] Schwer erkrankt, übertrug er 1214 noch vor seinem Tod seine Ländereien seinem ältesten Sohn.[8]

Ehe
Roger de Mortimer hatte Isabella de Ferrers geheiratet, eine Tochter von Walcheline de Ferrers.

Als junger Mann hatte Mortimer versucht, die Schenkungen seines Vaters zugunsten von Wigmore Priory rückgängig zu machen. Als er jedoch erlebte, wie feierlich die Mönche den Jahrestag des Todes seines Vaters begingen, änderte er sein Verhältnis zu dem Kloster. 
Mortimer, Roger (I29873)
 
49461 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_de_Mortimer_(Adliger,_†_nach_1080)

Roger de Mortimer (auch Roger I de Mortimer oder Mortemer) (bl. 1054–um 1080) war ein normannischer Magnat. Er war der Stammvater der anglonormannischen Familie Mortimer.

Herkunft und Besitzungen in der Normandie
Die Herkunft von Roger de Mortimer ist nicht genau geklärt. Er stammte aus der Normandie und war auf jeden Fall mit den Rolloniden verwandt. Als am wahrscheinlichsten gilt, dass er ein Sohn von Ralph I de Warenne und von dessen Frau Beatrice war. Seine Mutter soll eine Nichte von Herzog Richard II. von der Normandie gewesen sein. Damit wäre Roger ein entfernter Cousin von Herzog Wilhelm II. gewesen. Dieser übergab dem jungen Roger die Burg von Mortemer an der Grenze der Normandie zu Amiens, und nach dieser Burg benannte sich später Roger. Dazu besaß Roger im Pays de Caux umfangreichen Landbesitz, wo er enge Verbindungen zum lokalen Adel hatte.

Vasall von Herzog Wilhelm II.
Roger schwor auch dem benachbarten Graf Ralph de Crépy als Vasall Hommage. 1054 überfiel jedoch der französische König Heinrich I. die Normandie. Zu der französischen Armee, die nach Mortemer vorstieß, gehörte auch Ralph de Crépy. Zur Abwehr der Invasion sandte Herzog Wilhelm unter anderem Roger de Mortimer und Graf Robert von Eu, die die Franzosen in der Schlacht von Mortemer besiegen konnten.[1] Dabei wurde Graf Ralph gefangen genommen. Roger behandelte seinen Lehnsherrn ritterlich. Er brachte ihn in seine Burg, so dass er ihn vor den Ansprüchen anderer Normannen schützen konnte, und geleitete ihn schließlich zurück zu seinen Besitzungen. Damit rief er den Zorn von Herzog Wilhelm hervor, der Roger aus der Normandie verbannte und seine Besitzungen beschlagnahmte. Roger konnte sich zwar wieder mit Wilhelm aussöhnen, der ihm daraufhin seine Güter, nicht aber die Burg von Mortemer zurückgab. Diese erhielt der mit Roger verwandte Guillaume de Warenne.[2] Roger verlegte daraufhin seinen Hauptwohnsitz nach Saint Victor-en-Caux. Der Herzog hatte ihm wohl den Großteil seiner Besitzungen zurückgegeben, doch Roger war wohl noch immer in Ungnade. Er war vermutlich vom Herzogshof ausgeschlossen, denn bis 1066 bezeugte er keine Urkunden des Herzogs mehr. An der Eroberung Englands durch Herzog Wilhelm nahm vermutlich Mortimers Sohn Ralph, aber nicht Roger teil.

Als Belohnung für seine Teilnahme an der Eroberung erhielt Ralph umfangreiche Besitzungen in England, doch Roger war wahrscheinlich nie dort. Über sein weiteres Leben ist nur wenig bekannt. Er bezeugte die zwischen 1078 und 1080 ausgestellte Charter, mit der die Stiftung von Lewes Priory durch Guillaume de Warenne von König Wilhelm bestätigt wurde. Diese Urkunde wurde aber möglicherweise nicht in England, sondern in der Normandie ausgestellt. Auch das Todesjahr von Roger ist unbekannt. Sein Sohn Ralph war 1086 im Besitz der englischen Güter, doch damit ist nicht geklärt, ob Roger bereits gestorben war, denn er könnte weiterhin im Besitz der Güter in der Normandie gewesen sein. 
Mortimer, Roger I. (I29881)
 
49462 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_I._(Carcassonne)

Roger I. (Carcassonne)
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Roger I. († 1012) genannt le Vieux (der Alte) war seit etwa 957 Graf von Carcassonne, Couserans, eines Teils von Comminges und Herr von Foix. Roger war der älteste Sohn des Grafen Arnaud I. von Comminges-Couserans und dessen Ehefrau, der Gräfin Arsinde von Carcassonne-Razès.

Als Haupterbe seiner Eltern gehörte Roger seiner Zeit zu den mächtigsten Adligen Septimaniens und der Pyrenäen. Seine Macht erlaubte es ihm, die Vasallität seiner Familie zu den Grafen von Toulouse abzuschütteln. Zeitweise nannte er sich selbst marchio (Markgraf) und ab 1002 princeps Carcassonne, was einen Herrschaftsanspruch auch über andere Feudalherren der Region implizierte.

Sein größter Konkurrent war Oliba Cabreta, Graf von Cerdanya und Besalú, der ebenfalls seine Macht in die Region des Razès ausdehnen wollte. Roger und sein Bruder Odo von Razès mussten ihm die Territorien von Sault, Peyrepertuse, Donezan und Capcir abtreten. Erst nach Olibas Tod in Italien um 990 konnte sich Roger gegen dessen Söhne durchsetzen.

Roger der Alte gilt als Erbauer einer Wehranlage auf dem „Roc de Foix“ (Fels von Foix), am Zusammenfluss des Arget in die Ariège, die erstmals in Urkunden aus dem Jahr 987 belegt ist. Die neue Burg lag dort der karolingischen Abtei St. Volusien gegenüber. Unter Rogers Nachkommen, die die Burg um drei Türme erweiterten, wurde sie zur Hauptresidenz seines Geschlechts und zum Zentrum der gleichnamigen Grafschaft.

Graf Roger der Alte starb 1012 und wurde, wie auch seine Frau, in der Abtei Saint-Hilaire bei Limoux bestattet. Diese Abtei, ursprünglich dem Heiligen Saturnin von Toulouse gewidmet, genoss eine langjährige Förderung durch Roger den Alten. Nachdem 970 in der Klosterkirche durch Grabungen, die der Graf veranlasst hatte, die Gebeine des Heiligen Hilarius von Carcassonne entdeckt worden waren, wurde die Abtei diesem gewidmet und den Regeln des Heiligen Benedikt unterstellt. Auch die Legende nahm sich der Verbindung des Grafen zu dem heiligen ersten Bischof von Carcassonne an, als Graf Roger am Fluss Lauquet eine Schlacht gegen seinen Rivalen Oliba Cabreta schlug. Als Roger kurz davor stand den Kampf zu verlieren, soll er zu St. Hilarius um Schutz gebetet haben. Der Heilige erschien darauf, in ein strahlendes Gewand gehüllt, mit einem Heer auf dem Schlachtfeld und schlug Oliba in die Flucht.

Familie und Erbregelung
Roger der Alte war mit Adelais (Adelaides/Adélaïde) verheiratet, die vermutlich die Witwe seines Onkels Graf Roger I. von Comminges war.

Gemäß Rogers Testament wurde sein Erbe unter den zwei älteren Söhnen aufgeteilt. Der älteste, Raimund I. Roger, sollte die Grafschaft Carcassonne bekommen; da er aber schon vor seinem Vater starb, folgten des Alten Enkelsöhne Peter Raimund und Wilhelm Raimund. Rogers zweiter Sohn, Bernard Roger, bekam Couserans sowie Burg und Land um Foix.

Roger wurde damit Stammvater zweier Linien seiner Dynastie. Das besondere aber war Rogers Verfügung, dass eine Linie die andere beerben sollte, falls eine von beiden in männlicher Linie aussterben sollte. Das Erbrecht von Frauen, das in dieser Zeit bereits üblich war, sollte dabei ignoriert werden. Auf diese Weise suchte Roger die herausragende Macht seiner Dynastie in der Region zu bewahren.

Seinen Anteil an Comminges vermachte Roger vermutlich seinem Stiefsohn Arnaud II. von Comminges. 
von Comminges (Couserans), Roger der Alte (I13116)
 
49463 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_I._(Carcassonne) (Okt 2017)

Roger I. († 1012) genannt le Vieux (der Alte) war seit etwa 957 Graf von Carcassonne, Couserans, eines Teils von Comminges und Herr von Foix. Roger war der älteste Sohn des Grafen Arnaud I. von Comminges-Couserans und dessen Ehefrau, der Gräfin Arsinde von Carcassonne-Razès.

Als Haupterbe seiner Eltern gehörte Roger seiner Zeit zu den mächtigsten Adligen Septimaniens und der Pyrenäen. Seine Macht erlaubte es ihm, die Vasallität seiner Familie zu den Grafen von Toulouse abzuschütteln. Zeitweise nannte er sich selbst marchio (Markgraf) und ab 1002 princeps Carcassonne, was einen Herrschaftsanspruch auch über andere Feudalherren der Region implizierte.
Sein größter Konkurrent war Oliba Cabreta, Graf von Cerdanya und Besalú, der ebenfalls seine Macht in die Region des Razès ausdehnen wollte. Roger und sein Bruder Odo von Razès mussten ihm die Territorien von Sault, Peyrepertuse, Donezan und Capcir abtreten. Erst nach Olibas Tod in Italien um 990 konnte sich Roger gegen dessen Söhne durchsetzen.
Roger der Alte gilt als Erbauer einer Wehranlage auf dem „Roc de Foix“ (Fels von Foix), am Zusammenfluss des Arget in die Ariège, die erstmals in Urkunden aus dem Jahr 987 belegt ist. Die neue Burg lag dort der karolingischen Abtei St. Volusien gegenüber. Unter Rogers Nachkommen, die die Burg um drei Türme erweiterten, wurde sie zur Hauptresidenz seines Geschlechts und zum Zentrum der gleichnamigen Grafschaft.
Graf Roger der Alte starb 1012 und wurde, wie auch seine Frau, in der Abtei Saint-Hilaire bei Limoux bestattet. Diese Abtei, ursprünglich dem Heiligen Saturnin von Toulouse gewidmet, genoss eine langjährige Förderung durch Roger den Alten. Nachdem 970 in der Klosterkirche durch Grabungen, die der Graf veranlasst hatte, die Gebeine des Heiligen Hilarius von Carcassonne entdeckt worden waren, wurde die Abtei diesem gewidmet und den Regeln des Heiligen Benedikt unterstellt. Auch die Legenende nahm sich der Verbindung des Grafen zu dem heiligen ersten Bischof von Carcassonne an, als Graf Roger am Fluss Lauquet eine Schlacht gegen seinen Rivalen Oliba Cabreta schlug. Als Roger kurz davor stand den Kampf zu verlieren, soll er zu St. Hilarius um Schutz gebetet haben. Der Heilige erschien darauf, in ein strahlendes Gewand gehüllt, mit einem Heer auf dem Schlachtfeld und schlug Oliba in die Flucht.

Gemäß Rogers Testament wurde sein Erbe unter den zwei älteren Söhnen aufgeteilt. Der älteste, Raimund I. Roger, sollte die Grafschaft Carcassonne bekommen; da er aber schon vor seinem Vater starb, folgten des Alten Enkelsöhne Peter Raimund und Wilhelm Raimund. Rogers zweiter Sohn, Bernard Roger, bekam Couserans sowie Burg und Land um Foix.
Roger wurde damit Stammvater zweier Linien seiner Dynastie. Das besondere aber war Rogers Verfügung, dass eine Linie die andere beerben sollte, falls eine von beiden in männlicher Linie aussterben sollte. Das Erbrecht von Frauen, das in dieser Zeit bereits üblich war, sollte dabei ignoriert werden. Auf diese Weise suchte Roger die herausragende Macht seiner Dynastie in der Region zu bewahren.
Seinen Anteil an Comminges vermachte Roger vermutlich seinem Stiefsohn Arnaud II. von Comminges. 
von Carcassonne (von Couserans), Graf Roger I. (I9221)
 
49464 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_I._(Foix)

Roger I. (Foix)

Roger I. († 1067) war ein Graf von Foix und seit 1050 als Roger II. Graf eines Teils von Carcassonne. Er war der zweite Sohn seines Vorgängers Graf Bernard Roger und dessen Ehefrau Gersende von Bigorre.

Roger I. war der erste seiner Familie, der sich Graf von Foix nannte. Sein Vater hatte bei seinem Tod (um 1036/1038) die Herauslösung des pays de Foix (Land von Foix) aus der Grafschaft Couserans verfügt, deren Rest Rogers jüngerer Bruder Peter Bernard bekam, um dort Roger als Erben einzusetzen. Zu diesem Land erhielt Roger gräfliche Rechte, womit die Grafschaft Foix letztlich begründet wurde.

Im Jahr 1034 ging Roger eine Erbvereinbarung mit seinem Onkel Bischof Peter Roger von Girona ein, wonach sich beide gegenseitig beerben würden. Roger sollte dabei alle nichtkirchlichen Besitzungen bekommen, die der Bischof besaß. Dies waren vor allem Burgen in der Grafschaft Carcassonne, wo der Bischof als Graf amtierte. Im Gegenzug war Roger bereit, seinen Onkel als Lehnsherren anzuerkennen und die Vormundschaft für seinen Nachfolger in Foix zu übertragen, falls Roger zu früh sterben sollte. Dieser Fall trat jedoch nicht ein, stattdessen starb 1050 der bischöfliche Onkel und Roger konnte dessen weltlichen Besitz (die Grafschaft Carcassonne) übernehmen.

In Carcassonne konnte Roger 1064 seine Position stärken, als er von seinem Cousin Graf Roger III. seine Erbrechte auf den Rest der Grafschaft bestätigt bekam, wie sie beider Vorfahr Graf Roger I. der Alte einst verfügt hatte. Sie teilten sich die Rechtsprechung und Roger III. verpflichtete sich zur Waffenhilfe gegen jeden Aggressor, der gegen Roger I. auftreten sollte, mit Ausnahme der Grafen von Toulouse, die Roger III. zuvor schon als Lehnsherren anerkannt hatte.

Graf Roger I. starb 1067. Er war mit einer namentlich unbekannten Frau verheiratet, mit der er aber keine Kinder hatte, weshalb ihm in der Grafschaft Foix sein Bruder Peter Bernard und dessen Sohn Roger II. nachfolgten. Seine Besitzungen in Carcassès übernahm Roger III., der so die gesamte Grafschaft Carcassonne unter sich vereinen konnte, er starb jedoch kurze Zeit später selbst.

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von Foix (von Carcassonne), Graf Roger I. (I13200)
 
49465 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_I._(Sizilien) (Okt 2017)

Roger I. (* 1031; † 22. Juni 1101 in Mileto, Kalabrien) war Herrscher von Sizilien und jüngster Sohn Tankreds von Hauteville.

Leben
Gaufredus Malaterra, der Robert Guiskard und seinen Bruder Roger mit „Joseph und Benjamin“ vergleicht, sagt über Roger: „Er war ein junger Mann von größter Schönheit, hoher Statur, anmutiger Gestalt, äußerst redegewandt und gelassen in der Beratatung. Er war weitsichtig in allen seinem Handlungen, freundlich und fröhlich mit all seinen Männern, stark und mutig, und wild in der Schlacht.“ Er teilte sich mit Robert Guiskard die Eroberung Kalabriens, und in einem Vertrag von 1062 richteten die Brüder eine Art „Kondominium“ ein, indem sie jedem die Hälfte von jeder Burg und jeder Stadt in Kalabrien zusprachen.
Robert wandte Rogers Aufmerksamkeit und Tatendrang auf Sizilien, das neben den Muslimen viele griechische Christen bewohnten, die arabischen Fürsten unterstanden, die wiederum vom Sultan von Tunis abhängig waren. Im Mai 1061 griffen die Brüder vvon Reggio Calabria aus Messina an und eroberten die Stadt. Nachdem Palermo im Januar 1072 gefallen war, machte Robert Guiskard als Souverän seinen Bruder zum Grafen von Sizilien, behielt aber Palermo, halb Messina und den nordöstlichen Teil, das Val Demone, für sich. Erst 1085 war Roger in der Lage, den systematischen Kampf gegen die muslimischen Herrscher aufzunehmen. Residenz und Hauptstützpunkt auf der Insel war Troina, in dem zeitgleich mit der Ernennung eines Bischofs in Mileto das erste lateinische Bistum in Sizilien errichtet wurde.
Im März 1086 unterwarf sich Syrakus, 1090 Malta und als im Februar 1091 Noto aufgab, war die Eroberung vollständig. Viel von Robert Guiskards Erfolg war Rogers Unterstützung zu verdanken, umgekehrt unterstützte letzterer den Herzog Roger Borsaa, seinen Neffen, gegen Bohemund von Tarent, Capua und seine Rebellen, wobei die tatsächliche Führung in der Familie Hauteville an den sizilianischen Grafen überging. Als Gegenleistung für seine Hilfe gegen Bohemund und seine Rebellen übergab der Herzog 1085 seinem Onkel seinen Anteil an den Burgen Kalabriens und 1091 seinen Anteil an Palermo. Rogers Herrschaft in Sizilien war realer als die Roberts Guiskards in Italien. Bei der Verteilung der Lehen 1072 und 1092 wurden keine großen ungeteilten Besitztümer geschaffen, und die normannischen, französischen und italienischen Vasallen, die dem Grafen ihren Besitz verdankten, trübten folglich nicht Rogers Herrschaft durch wichtige feudale Revolten.

Kirchenpolitik
Politisch der Oberste, wurde er auch der Herr der insularen Kirche. Er ließ der griechischen Kirche volle Freiheit, schuf neue lateinische Bistümer unter anderem in Syrakus und Agrigent, ernannte die Bischöfe selbst. Das Erzbistum Palermo wurdrde nach dem Tod des Erzbischofs Nicodemus, den die Normannen bei der Eroberung vorgefunden und wieder in der zwischenzeitlich zur Moschee umgewidmeten Kathedrale inthronisiert hatten, mit einem Lateiner besetzt. Der Papst, der einen Fürsten, der Sizilien den Muslimen abgenommen hatte, bevorzugte, gewährte ihm und seinen Erben 1098 das Amt des Apostolischen Legaten auf der Insel.

Toleranzpolitik[
Roger praktizierte eine allgemeine Tolerierung der Araber und der Griechen und erlaubte jeder Gruppe die Ausweitung ihrer eigenen Zivilisation. In den Städten behielten die Muslime ihre Moscheen, ihre Qadis und ihre Handelsprivilegien - auf deem Land wurden sie Leibeigene. Aus der Gruppe der Muslime rekrutierte er seine Infanterie, zu denen Anselm von Canterbury bei der Belagerung Capuas 1098 meinte, „die braunen Zelte der Araber seien nicht zählbar“ gewesen. Dennoch begannen bald die lateinischen Elemente zu überwiegen durch die Lombarden und andere Italiener, die während der Eroberung ins Land strömten.
Ein um 1098 in Mileto geprägter Trifollis zeigt uns den Grafen als Ritter auf dem Pferd, mit einem normannischen Schild und geschulterter Fahnenlanze sowie der Umschrift ROGERIUS COMES.[1] Auf der Rückseite ist eine sitzende Gottesmutter mit Kind dargestellt. Roger, der „große Graf von Sizilien“[2], starb am 22. Juni 1101 in Mileto, Kalabrien, und wurde dort in der von ihm gegründeten Kirche Santa Trinità begraben. 
von Sizilien (von Hauteville), Graf Roger I. (I8306)
 
49466 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_I._de_Montgommery

Roger I. de Montgommery (oder Montgomery, Montgoméri) († vor 1048) war ein normannischer Baron des 11. Jahrhunderts.

Roger hatte Grundbesitz in der zentralen Normandie und gehörte zu den jungen Adligen, mit denen sich der Graf von Hiémois, der spätere Herzog Robert I., um 1026 umgab. 1024 ist er als Vizegraf von Hiémois belegt. Als Robert I. 1027 die Nachfolge antrat, ernannte er Roger zum Vicomte d’Hiémois (oder Exmes).

Wie sein Herzog, so bereicherte sich auch Roger am Besitz der Kirche. Er versuchte zum Beispiel, den Markt von Vimoutiers, an dem die Abtei Jumièges Rechte hatte, gewaltsam durch einen zu ersetzen, der sich in Montgommery (heute Saint-Germain-de-Montgommery und Sainte-Foy-de-Montgommery), also auf seinem Land und nur ein oder zwei Kilometer weiter, befand. Der Herzog reagierte erst auf Druck von Robert dem Dänen, Erzbischof von Rouen: er ließ den Markt Rogers zerstören und den der Mönche wieder aufbauen, gestattete dann aber Roger, auf seinem Land den gewünschten zweiten Markt zu betreiben[1].

Roger I. de Montgommery gründete das Stift in Troarn. Deren Bewohner, 12 Kanoniker, deren Disziplin zu wünschen übrig ließ, wurde von seinen Enkel Roger de Montgomerie, 1. Earl of Shrewsbury 1059 wieder verjagt, um sie durch eine Gruppe von Mönchen zu ersetzen[2].

Nach dem Tod Herzog Roberts 1035 scheint Roger in Ungnade gefallen zu sein. Wilhelm von Jumièges schildert, dass er ins Exil gehen musste (ohne das konkrete Gründe bekannt sind), und sich an den König Heinrich I. von Frankreich wandte[3]. Es wird vermutet, dass er sich gegen den minderjährigen Herzog Wilhelm II. erhoben hat. Roger de Montgommery starb in Paris, wohl im Jahr 1040.

Seine fünf Söhne blieben in der Normandie. Einer von ihnen, Guillaume/Wilhelm, ermordete Osbern de Crépon, den Seneschall des Herzogs, um 1040. 
von Montgommery (Montgomery, Montgoméri), Baron Roger I. (I28390)
 
49467 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_I._de_Tosny

Roger I. de Tosny

Roger I. de Tosny († 1040) ist ein Mitglied des Hauses Tosny. Er nahm an der Reconquista teil, weshalb Ordericus Vitalis ihn auch Roger von Spanien (Roger d'Espagne) nennt.

Biografie
1013 waren Roger und sein Vater Raoul I. de Tosny die Kommandanten der Burg von Tillières im Auftrag des Herzogs Richard II. von Normandie. Einige Jahre darauf mussten Raoul und Roger aus einem nicht bekannten Grund das Land verlassen. Während der Vater nach Italien ging und in Apulien kämpfte, wandte sich Roger nach Spanien, wo er den Kampf gegen die Moslems unterstützte. Im Auftrag von Ermesende, der nach dem Tod des Grafen Raimund Borell in der Grafschaft Barcelona regierenden Witwe, trat er gegen den muslimischen Herrscher Musetus an, der die Grafschaft bedrohte. Roger heiratete die Tochter der Gräfin und schaffte es, eine Reihe von muslimischen Städten und Burgen zu erobern.

Ademar von Chabannes berichtet, Roger habe dabei den Namen Maurenfresser erworben: Täglich habe er einen Gefangenen töten und in zwei Teile schneiden lassen – der eine Teil wurde gekocht und den übrigen Gefangenen zu essen gegeben, den anderen Teil nahm Roger mit, angeblich, um ihn selbst zu verspeisen. Anschließend wurden einigen Gefangenen die Flucht ermöglicht, damit sie von den Grausamkeiten Rogers berichten konnten.[1]

Die katalanische Hochzeit Rogers ist nicht gesichert. Gotelina/Godehildis, Rogers namentlich bekannte Ehefrau war keine Spanierin, aber es ist auch nicht klar, ob sie seine erste Ehefrau war.[2] Vor dem Jahr 1024 erhielten Roger und sein Vater von Herzog Richard II. die Erlaubnis, zurückzukehren. Sein Vater starb kurz darauf.

Roger de Tosny ist der Gründer von Conches-en-Ouche. Er ließ hier die Kirche Sainte-Foy bauen[3] (vor 1026), später die Abtei Saint-Pierre de Castillon in Conches (um 1035), wo er Mönche aus der Dreifaltigkeitsabtei (La Trinité) von Fécamp ansiedelte – dieses Kloster ist eine der Gründungen eines Barons in der Normandie, der damit einen Akt vornahm, der bislang auf Initiative des Herzogs geschah. Die Gründungsurkunde erinnert daran, dass der Herr von Tosny rund um Conches einen umfangreich Grundbesitz hatte.

1035 starb Herzog Robert I. und für das Herzogtum brach eine unruhige Zeit an. Kriege zwischen den Adelsfamilien brachen aus, und Roger de Tosny, dessen Beziehungen zu seinen Nachbarn zuvor schon schwierig gewesen zu sein scheinen, war einer der Hauptakteure. Die normannischen Chronisten,[4] berichten, der Herr von Tosny habe sich geweigert, dem neuen und noch minderjährigen Herzog Wilhelm II. zu dienen, unter dem Vorwand, dass er nichtehelich sei. Er profitierte sicher von der Schwäche der Zentralregierung, plünderte die Güter seiner Nachbarn, vor allem diejenigen von Onfroi de Vieilles, der seinen Sohn Roger de Beaumont in Marsch setzte. 1040 fanden Roger I. de Tosny und seine beiden ältesten Söhne den Tod in einer Schlacht. Robert de Grandmesnil, ein Verbündeter Tosnys, starb wenige Wochen später an seinen Verletzungen.

Die Familie Tosny musste nun mit ihren Nachbarn Frieden schließen. Rogers Witwe Gotelina/Godehildis wurde mit Graf Richard von Évreux verheiratet.

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von Tosny, Roger I. (I12655)
 
49468 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_II._(Sizilien) (Okt 2017)

Roger II. (* 22. Dezember 1095 in Mileto; † 26. Februar 1154 in Palermo) aus dem normannischen Adelsgeschlecht der Hauteville war ab 1105 Graf und ab 1130 bis zu seinem Tod König von Sizilien.
Er war der zweite Sohn Rogers I. aus dessen dritter Ehe und wurde nach dem Tode seines Bruders Simon im Jahre 1105 Graf von Sizilien, das sein Vater Roger zusammen mit seinem Bruder Robert Guiskard erobert hatte. Seine Mutter Adelheid übte für ihn bis spätestens 1113 die Herrschaft aus, da er beim Tod seines Bruders erst neun Jahre alt war. Er wird als einer der bedeutendsten Herrscher des mittelalterlichen Europa gesehen und galt zu seiner Zeit als reichster Herrscher Europas.
Roger II. war der Großvater von Kaiser Friedrich II.

Leben
Von seinen normannischen Verwandten im Jahre 1127 mit dem Herzogtum Apulien (1127) und mit Tarent (1128) beerbt, gewann er ganz Süditalien bis hin zu den päpstlichen Besitzungen. Mit Päpsten hatte er mehrmals Meinungsverschiedenheiten. So wurde er erst am 22. August 1128 von Papst Honorius II. auf einer Brücke in Benevent in einem Friedensschluss mit dem Herzogtum Apulien belehnt. Roger nutzte das Schisma unter Innozenz II. für seine Zwecke aus, verbündete sich mit dem Gegenpapst Anaklet II. und ließ sich Weihnachten 1130 in Palermo zum König von Sizilien erheben. Die militärischen Auseinandersetzungen mit Innozenz II. führten 1139 zur Gefangennahme des Papstes; Innozenz musste die Königswürde Rogers anerkennen.
Roger II. galt als sehr gebildet und weltoffen und sprach vermutlich nicht nur Griechisch, sondern auch Arabisch. Er errichtete eine effiziente Herrschaft über seine Besitzungen und förderte den Schwefelabbau, die Seidenproduktion und den Aufbau einer Handelsmarine, um nicht nur mit Byzanz, sondern auch mit den arabischen und nordafrikanischen Städten einen einträglichen Handel zu treiben. An seinem Hof lebte unter anderen auch der arabische Kartograf Al-Idrisi, der für ihn eine silberne Weltkarte erschuf.
Mit seinem Gesetzgebungswerk der Assisen von Ariano legte Roger II. nach dem Vorbild des Corpus iuris civilis Kaisers Justinian I. von Byzanz die Grundlagen seiner Königsherrschaft in einer Art Verfassung nieder. Unter den darin enthaltenen Beschlüssen finden sich u. a. auch Hinweise auf eine Gleichbehandlung von Untertanen verschiedenen Glaubens.
Stark in die Kreuzzugsbewegung involviert, konnte Roger II. schon bald Besitzungen in Nordafrika erwerben, was Handel und Steueraufkommen zusätzlich begünstigte. Mit der Eroberung von Tunis im Jahre 1146 wurde er zum Beherrscher des zentralen Mittelmeers. Roger II. galt zu seiner Zeit denn auch als der reichste Herrscher Europas und unterhielt – ohne Vorbild für den Westen – einen ausgedehnten Harem. Unter ihm erlebte Sizilien eine bis heute nie wieder erreichte Blütezeit.
Die Cappella Palatina, Palastkapelle König Rogers II. in Palermo, zeigt die Auswirkungen der Kulturpolitik der Normannen: Kufische Inschriften finden sich neben biblischen Heilsgeschichten, arabische Ornamentik und byzantinische Mosaikkunst gehen eine Synthese ein.

Nachkommen
Roger II. war dreimal verheiratet. Aus seiner ersten Ehe mit Elvira († 1135), einer Tochter Alfons' VI. von Kastilien, gingen vier Söhne hervor. Die drei ältesten, Roger, Tankred und Alfons, starben noch vor ihrem Vater. Den jüngsten Sohn Wilhelm (geboren 1122) setzte er 1151 zum Mitregenten ein. Er wurde als Wilhelm I. auch der Nachfolger seines Vaters als König von Sizilien.
Die zweite Ehe 1149 mit Sibylle, einer Tochter des Herzogs Hugo II. von Burgund, blieb kinderlos. Sibylle starb bereits 1150, im Jahr nach der Hochzeit, an einer Fehlgeburt.
Aus seiner dritten Ehe 1151 mit Beatrix († 1185), einer Tochter des Grafen Günther von Rethel, ging als einziges Kind Konstanze hervor, die erst nach dem Tod Rogers II. geboren wurde. Sie heiratete 1186 den späteren Kaiser Heinrich VI., womit das Königreich Sizilien auf die Staufer überging. Roger II. wurde im Dom von Palermo bestattet.



Literatur
• Theo Broekmann: „Rigor iustitiae“. Herrschaft, Recht und Terror im normannisch-staufischen Süden (1050–1250). (= Symbolische Kommunikation in der Vormoderne. Studien zur Geschichte, Literatur und Kunst), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Damstadt 2005, ISBN 978-3-534-18060-8. (Rezension)
• Carlrichard Brühl: Urkunden und Kanzlei König Rogers II. von Sizilien. Köln 1978.
• Erich Caspar: Roger II. (1101–1154) und die Gründung der normannisch-sicilischen Monarchie. Wagner, Innsbruck 1904 (Nachdrucke 1963, 1966; italienisch 1999).
• Ferdinand Chalandon: Histoire de la domination normande en Italie et en Sicile. (2 Bd.), Paris 1907, Nachdruck New York 1960.
• Josef Deér: Papsttum und Normannen. Untersuchungen zu ihren lehnsrechtlichen und kirchenpolitischen Beziehungen. Köln 1972.
• Hubert Houben: Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident. 2., bibliogr. vollst. aktualisierte und erg. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-23113-3.
Weblinks
 Commons: Roger II. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Veröffentlichungen über Roger II. im Opac der Regesta Imperii 
von Sizilien (Hauteville), König Roger II. (I8311)
 
49469 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_III._(Foix) (Okt 2017)

Roger III. († 1147 oder 1148) war von 1124 bis zu seinem Tod Graf von Foix. Er war der älteste Sohn von Graf Roger II. von Foix und dessen zweiter Ehefrau Estefanía von Besalú.

Ausgleich mit den Trencavel
Zu Beginn seiner Regentschaft ging Graf Roger III. am 31. März 1125 ein Abkommen mit dem Vizegrafen Bernard Aton IV. Trencavel von Carcassonne ein, das vermutlich die endgültige Aufgabe des Anspruches des Grafen von Foix auf die Besitzungen dedes Vizegrafen beinhaltete, der ihm durch die Erbverfügung seines Urahnen Roger dem Alten zugestanden hatte. Auch Rogers Brüder unterzeichneten dieses Abkommen. Im Ausgleich dazu wurden Roger wichtige Positionen wie Preixan und Arsens überlassen, ebenso erhielt er die Souveränität über Ortschaften wie Mirepoix, Lordat und Dun zurück, die einst sein Vater an Trencavel verpfändet hatte. Nach Trencavels Tod 1130 sollte aus der gegenseitigen Anerkennung ein engeres Bündnis beider Häuser werden, da sich Roger III. und die Söhne Trencavels gegenseitige Waffenhilfe zusicherten, die sich gegen jeden Aggressor richtete, der gegen sie auftreten sollte. Eine Ausnahme sollte aber für die Grafen von Toulouse gelten, da beide Häuser mittlerweile in einem Abhängigkeitsverhältnis zu diesen standen.

Krieg um die Provence
Die gleichen Jahre waren bestimmt vom Konflikt der Häuser Barcelona und Toulouse um die Vorherrschaft im Languedoc. Dieser mündete in einem offenen Kampf, der die Erbfolge in der Grafschaft Provence als Ursache hatte. Deren Erbin Dulcia war mimit Graf Raimund Berengar III. von Barcelona verheiratet und brachte diesem so ihr beträchtliches Erbe in die Ehe. Die Grafen von Toulouse aber versuchten nun die dadurch entstehende Umklammerung ihres Territoriums zu verhindern. In den folgendeden Kampf war der gesamte Adel des Languedoc involviert. Während die Häuser Trencavel und Montpellier dabei Partei für Barcelona ergriffen, stand Roger III. von Foix auf der Seite des Grafen Alfons Jourdan von Toulouse, welcher sein Lehnsherr für größere Teile seiner Grafschaft war. In diesem Krieg konnte jedoch keine der beiden Seiten eine Entscheidung erzwingen, worauf der Graf von Toulouse den provencalischen Erbgang an Barcelona 1125 anerkannte. Der Konflikt sollte aber noch bis 1143 weiter schwelen und erst nach einer allgemeinen Erschöpfung der Parteien beendet werden. Hier tat sich besonders Roger III. als Schiedsrichter hervor, der als Schwager des Grafen von Barcelona über gute Beziehungen zu diesem verfügte.

Der Graf und der Kaiser von Spanien
Am Anfang der 30er Jahre wurde Roger III. wie auch der restliche Adel des Languedoc in die politischen Verhältnisse südlich der Pyrenäen hineingezogen, wo König Alfons VII. von Kastilien im Konflikt mit seinem Stiefvater König Ramiro II. von Aragon lag. Alfons beanspruchte den Thron von Aragon, da Ramiro nur eine Tochter als Erbin hatte. Die Grafen des Languedoc traten dort als Vermittler zwischen beiden Parteien auf, welche den Konflikt 1134 in Saragossa beilegen konnten. Die aragonesische Prinzessin Petronella sollte später den Grafen Raimund Berengar IV. von Barcelona heiraten, im Gegenzug bekam Alfons die Unterstützung der Grafen für seinen Kampf gegen die Muslime, weiterhin waren sie bereit, Alfons als Kaiser anzuerkennen, ohne ihm jedoch huldigen zu müssen. Roger III. war bei der Kaiserkrönung des Spaniers am 26. Mai 1135 in León zugegen.

Die letzten Jahre
Danach kümmerte sich Roger III. um den Ausbau seiner Macht in Foix. So errichtete er in der Nähe der Abtei von Lézat-sur-Lèze eine Burg, welche die Abtei gegen Plünderungen durch Banditen schützen sollte. Dabei war er bereit, die Abtei an hoheitlichen Privilegien wie der Rechtsprechung und den Steuereinnahmen zu beteiligen. Bedeutsam war auch seine Stiftung des ersten Hauses des Templerordens auf europäischem Boden, der „Ville-Dieu“ (Stadt Gottes), am 27. Oktober 1136 in Nogarède am Fluss Ariège. Von ebenso hoher Bedeutung war die Gründung der Abtei von Boulbonne, die bereits 1129 erfolgte und 1150 dem Kloster Bonnefont unterstellt wurde. Boulbonne sollte später als Grablege für die Grafen von Foix dienen.
Graf Roger III. starb zwischen den Jahren 1147 und 1148. 
von Foix, Graf Roger III. (I9813)
 
49470 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Mortimer,_1._Earl_of_March

Roger Mortimer, 1. Earl of March (* April oder Mai, nach anderen Angaben 25. April[1] 1287 in Wigmore Castle; † 29. November 1330 in London) war ein englischer Magnat, Militär und Rebell. Nach dem Sturz von König Eduard II. 1326 war er der eigentliche Regent von England, bis er 1330 selbst gestürzt und hingerichtet wurde.

Herkunft und Erbe
Roger Mortimer entstammte der Familie Mortimer, einer anglonormannischen Familie, die seit dem 11. Jahrhundert zu den führenden englischen Adelsfamilien gehörte. Durch Erbschaften und die Großzügigkeit von König Eduard I. war die Familie Mortimer Ende des 13. Jahrhunderts zur angesehensten und reichsten Familie der englischen Barone aufgestiegen, übertroffen nur noch von den Familien der Earls. Er war der älteste Sohn von Edmund Mortimer, 1. Baron Mortimer, und dessen Frau Margaret de Fiennes. Sein Vater verlobte ihn am 20. September 1301 mit Joan de Geneville, einer Tochter von Peter de Geneville († 1292) und von dessen Frau Joan. Ihr Großvater Geoffrey de Geneville, 1. Baron Geneville, beschloss, dass Joan nach dem Tod seines ältesten Sohnes seine alleinige Erbin sein sollte und schickte ihre beiden Schwestern als Nonnen in das Kloster Aconbury.[2] Beim Tod seines Vaters im Juli 1304 war Roger noch minderjährig. Zu seinem Erbe gehörten neben dem Stammsitz Wigmore Castle Güter in Herefordshire, Shropshire, Gloucestershire und Worcestershire. Dazu kamen weitere Besitzungen in Südengland und durch das Erbe von Teilen der Besitzungen der Familien Marshal und Briouze umfangreiche Ländereien in Irland, darunter Dunamase im County Leix. Vor allem gehörten aber sieben Herrschaften der Welsh Marches zu seinem Erbe, die vor allem im Bergland von Mittelwales lagen. Dies waren Maelienydd, Gwrtheyrnion, Radnor, Ceri und Cedewain, dazu gehörten ihm noch Narberth und ein Drittel der Herrschaft St Clears in Südwestwales. Allerdings fiel etwa die Hälfte der walisischen Besitzungen als lebenslanges Wittum an seine Mutter Margaret. Da diese ihn überlebte, kam Roger nie in den Besitz seines gesamten Erbes.

Jugend
Vermutlich lebte Mortimer bereits vor dem Tod seines Vaters am Königshof, wo er eine ritterliche Ausbildung erhielt.[3] Nach dem Tod seines Vaters blieb er weiter am Königshof, die einträgliche Vormundschaftsverwaltung für ihn vergab der König an Piers Gaveston, den Favoriten des Thronfolgers Eduard. Im April 1306 wurde Mortimer dann sein Erbe übergeben, obwohl er immer noch minderjährig war. Allerdings soll er Gaveston dafür 2500 Mark gezahlt haben.[4] Am 22. Mai 1306 wurde er zusammen mit dem Thronfolger, mit Edmund FitzAlan und zahlreichen anderen jungen Adligen zum Ritter geschlagen.[5] Im Sommer 1306 nahm er am Feldzug von Eduard I. nach Schottland teil. Nach dem Ende des Feldzugs verließ Mortimer zusammen mit über zwanzig anderen jungen Rittern das Heer, um in Frankreich an Turnieren teilzunehmen. Der König war über diese Fahnenflucht so erbost, dass er die Besitzungen von Mortimer und der anderen jungen Ritter für beschlagnahmt erklärte. Nur durch die Fürsprache des Thronfolgers und von Königin Margarethe erhielten die meisten der jungen Ritter Anfang 1307 ihre Güter zurück.[6] Im Februar 1307 wurde Mortimer erstmals als Baron Mortimer of Wigmore zum Parlament geladen. Im Dezember 1307 übergab Geoffrey de Geneville, der alte Großvater seiner Frau, ihr und Mortimer die Verwaltung seiner irischen Besitzungen und Güter in Meath. Nach dem Tod von Geneville 1314 erbte seine Frau dazu die Hälfte von Ludlow, mehrere Güter in Shropshire sowie die Herrschaft Ewyas Lacy in den Welsh Marches. Dieses Erbe festigte Mortimers Stellung in Westengland und in den Welsh Marches.

Karriere in Irland

Festigung seines irischen Besitzes
Als bedeutender Baron nahm Mortimer im Februar 1308 an der Krönung von Eduard II. teil. Während zahlreiche Magnaten schon wenig später die Verbannung des königlichen Günstlings Piers Gaveston forderten, unterstützte Mortimer den König. Am 17. März bekannte er auch offen seine Freundschaft zu Gaveston,[7] der wie Mortimer im Herbst 1306 zu den jungen Rittern gehört hatte, die unerlaubt das königliche Heer verlassen hatten. Von Ende März bis Anfang April 1309 nahm Mortimer an einem Turnier in Dunstable teil, zu dem zahlreiche Magnaten und Ritter zusammen gekommen waren und dabei womöglich das weitere Vorgehen der oppositionellen Magnaten gegen den König planten.[8] Mortimer wurde jedoch zu dieser Zeit nicht weiter in den Machtkampf zwischen den Magnaten und dem König verwickelt. Ab Herbst 1308 war er vor allem in Irland aktiv, wo er durch das Erbe seines Vaters und des Großvaters seiner Frau zu einem der mächtigsten anglo-irischen Adligen geworden war. Im Oktober 1308 war er mit seiner Frau erstmals nach Irland gereist, um seine Besitzungen zu besuchen. Auch in nächsten beiden Jahren reiste er zweimal nach Irland. Er erreichte, dass die englische Regierung in Irland Privilegien seiner Besitzungen bestätigte oder erweiterte. Das wichtigste Privileg, das er erhielt, war die Wiederherstellung der Freiheiten der Herrschaft Trim, die nun wieder eine eigene Kanzlei und ein eigenes Schatzamt erhielt.

Kampf gegen die schottische Invasionsarmee
Als jedoch am 25. Mai 1315 Edward Bruce, der Bruder des schottischen Königs Robert Bruce, mit einer schottischen Armee in Nordirland landete, musste Mortimer um seine irischen Besitzungen kämpfen. Anfang Dezember 1315 wurde sein Aufgebot von Bruce bei Kells geschlagen und Mortimer musste nach Dublin flüchten.[9] Von dort kehrte er Ende 1315 in Absprache mit dem königlichen Beauftragten John Hotham nach England zurück, um der Regierung über die verheerende Lage in Irland zu berichten. Die nächsten Monate verbrachte er in England und in Wales. Am 23. November 1316, am gleichen Tag, als sein Onkel Roger Mortimer of Chirk vom König zum Justiciar von Nordwales ernannt wurde, wurde Mortimer zum Justiciar of Ireland ernannt. Dieses Amt verdankte er wohl der Unterstützung durch den Earl of Pembroke.[10] Eduard II. beauftragte Mortimer, Edward Bruce zu schlagen, die Rebellionen der irischen Häuptlinge zu unterdrücken und dazu die Streitigkeiten unter den englischen Siedlern in Irland zu beenden. Daraufhin setzte Mortimer im April 1317 mit einer großen Armee vom walisischen Söldnern von Haverfordwest nach Irland über, wo er am 7. April in Youghal eintraf. In den nächsten Monaten versuchte er energisch, seine Aufgaben zu lösen. Zunächst ließ er im Mai 1317 Richard de Burgh, 2. Earl of Ulster, frei, der verdächtigt worden war, ein Verbündeter von Edward Bruce zu sein und der deshalb in Dublin inhaftiert worden war. Dann schlug er die Truppen der Familie Lacy aus Rathwire. Diese hatte Ansprüche auf das Erbe seiner Frau erhoben und dazu möglicherweise die Schotten unterstützt. Nach seinem Sieg zwang er die Führer der Familie, Irland zu verlassen. Im Juni hielt er außerhalb von Dublin eine Parlamentsversammlung ab, und gegen die aufständischen Iren in den Wicklow Mountains führte er mehrere Vorstöße. Insgesamt gelang es ihm, die englische Herrschaft in Süd- und Südwestirland wiederherzustellen. Den Schotten unter Bruce gelang es dagegen nicht, von Nordostirland aus weiter nach Süden vorzustoßen. Am 5. Mai 1318 wurde Mortimer als Justiciar abgelöst und nach England zurückberufen. Nach seiner Abreise wurden die Schotten im Oktober 1318 von einer englischen Armee unter John Bermingham in der Schlacht bei Faughart entscheidend geschlagen, in der Edward Bruce getötet wurde.

Zweite Amtsperiode als Justiciar of Ireland
In England wurde Mortimer aufgrund seiner Erfolge im März 1319 erneut zum Justiciar of Ireland ernannt, dazu übertrug ihm der König die Verwaltung von Roscommon, Randown und Athlone Castle. Im Juni 1319 nahm Mortimer wieder seine Tätigkeit in Irland auf. Er verfolgte nun eine eher ausgleichende Politik gegenüber der irischen Bevölkerung und gewährte jedem Iren auf Wunsch die Unterstellung unter englisches anstelle des traditionellen irischen Rechts. Im Mai 1320 hielt er in Dublin ein Parlament ab, bei dem Gesetze zur Aufrechterhaltung der englischen Herrschaft und zur Verbesserung der Verwaltung beschlossen wurden. Dazu gab er eine Untersuchung in Auftrag, um zu prüfen, welche Bestandteile der englischen Gesetzgebung auf Irland übertragen werden sollten. Im September 1320 kehrte er nach England zurück, doch erst im Februar 1321 wurde er offiziell als Justiciar abgelöst. Am 11. Februar 1321 unterzeichnete Mortimer in Wigmore einen Vertrag, in dem er seine irischen Besitzungen seinem jüngeren Sohn Roger Mortimer junior anlässlich von dessen Hochzeit mit Joan Butler überließ. Deren Vater, der anglo-irische Adlige Edmund Butler, Earl of Carrick zahlte Mortimer für die Heirat £ 1000.

Tätigkeit in England und Wales bis 1320
Unterstützer der Politik von Eduard II.
In England hatte Mortimer im Allgemeinen die Politik des Königs unterstützt. Aus den Konflikten am Königshof und aus dem Streit zwischen dem König und dem mächtigen Earl of Lancaster, der 1312 Gaveston willkürlich hinrichten ließ, hatte er sich zunächst herausgehalten.[11] Der König beauftragte ihn, in seinen walisischen Besitzungen Truppen für den Krieg mit Schottland aufzustellen. 1313 reiste er im Auftrag des Königs in die den englischen Königen gehörende Gascogne in Südwestfrankreich. Zurück in England, nahm er im Sommer 1314 an dem Feldzug des Königs nach Schottland und im Juni an der Schlacht von Bannockburn teil, in der das englische Heer eine vernichtende Niederlage erlitt. Mortimer wurde von den Schotten gefangen genommen, als er mit den Truppen des Earl of Pembroke die Flucht der Engländer deckte. Der mit ihm entfernt verwandte schottische König Robert Bruce ließ ihn aber ohne Lösegeldzahlung frei, und Mortimer durfte das auf dem Schlachtfeld gefundene königliche Siegel sowie die Leichen der in der Schlacht gefallenen Earl of Gloucester und Robert de Clifford nach England überführen.[12] Ab Februar 1316 war er an der Niederschlagung der Rebellion des Walisers Llywelyn Bren in Glamorgan beteiligt. Während jedoch Llywelyn Bren schließlich auf Betreiben des königlichen Günstlings Hugh le Despenser hingerichtet wurde, wurde Llywelyn ap Madog ap Hywel, ein weiterer Führer der Aufständischen, auf Verlangen von Mortimer begnadigt. Im Juli 1316 unterstützte Mortimer die Niederschlagung einer Revolte der Bürger von Bristol, die gegen den Kommandanten von Bristol Castle, Bartholomew de Badlesmere, den Schwiegervater seines ältesten Sohns, rebelliert hatten. Dazu unterstützte Mortimer den Anspruch von John Cherleton, dem King's Chamberlain, auf die Herrschaft Powys in Mittelwales.

Belohnungen des Königs für Mortimers Dienste
Für seine Dienste für den König hatte Mortimer bislang nur mäßige Belohnungen erhalten. Im August 1309 hatte ihm der König Cwmwd Deuddwr im walisischen Bergland und im Februar 1310 das Kommando über Builth Castle übergeben. Nach seinen Erfolgen als Justiciar of Ireland gewährte ihm der König im Dezember 1316 die Vormundschaft und das Recht, den jungen Erben James Audley zu verheiraten. Mortimer verlobte Audley mit seiner Tochter Joan. Auch sonst kümmerte sich Mortimer um die Versorgung seiner zahlreichen Kinder. Im Mai 1315 hatte er seinem jüngeren Sohn John einen Anteil an Pachteinkünften seiner Besitzungen gesichert. Im Mai 1316 schloss er mit Bartholomew de Badlesmere einen Heiratsvertrag, nach dem Mortimers ältester Sohn Edmund Badlesmeres Tochter Elizabeth heiratete. Badlesmere zahlte Mortimer für die Heirat 2000 Mark, während Mortimer dem jungen Brautpaar Güter in Somerset und Buckinghamshire sowie die Anwartschaft auf weitere Besitzungen in Westengland und den Welsh Marches übergab.

Rolle beim Abschluss des Vertrags von Leake
Nachdem Mortimer im Mai 1318 aus Irland zurückgekehrt war, begann er sich intensiver mit der Politik in England zu befassen. Dabei konnte er auf seine Erfahrungen in Irland zurückgreifen, aber auch auf seine Kontakte zu Bartholomew de Badlesmere, der wachsenden Einfluss auf den König hatte. Ob Mortimer in der angespannten politischen Situation zwischen der Hofpartei und dem Earl of Lancaster eine weitgehend neutrale Position hatte[13] oder ob er als hoher Amtsträger wie zahlreiche andere Barone dem König eng verbunden war, ist unklar.[14] An den Verhandlungen über einen Ausgleich zwischen dem König und Lancaster, die seit April 1318 liefen, war Mortimer wohl auf Vorschlag des Earl of Pembroke und von Badlesmere[15] ab Mitte Juli 1318 beteiligt. Dabei gelang es der Verhandlungsdelegation des Königs wahrscheinlich, Lancaster dazu zu bewegen, dass die Höflinge nicht alle königlichen Schenkungen zurückgeben oder erstatten mussten, wie Lancaster ursprünglich gefordert hatte. Mortimer war dabei nicht uneigennützig, denn noch am 20. Juli 1318 hatte ihm der König das Recht gewährt, den jungen Thomas de Beauchamp, den Erben des Earl of Warwick, zu verheiraten. Mortimer verlobte ihn mit seiner Tochter Katherine.[16] Nach der Rückkehr der Delegation, die mit Lancaster Verhandlungen geführt hatte, am 29. Juli gehörte Mortimer auch der nächsten Delegation an, die ab dem 1. August mit Lancaster verhandelte.[17] Die Verhandlungen konnten durch den am 9. August 1318 geschlossenen Vertrag von Leake erfolgreich abgeschlossen werden. Gemäß diesem Vertrag sollte ein sechzehnköpfiger Staatsrat die Regierung des Königs überwachen, und Mortimer wurde als einer der vier Barone bestimmt, die diesem Staatsrat angehören sollten. Dazu gehörte er dem Ausschuss an, der den königlichen Haushalt reformieren sollte.[18] 1319 gelang es ihm, eine weitere seiner Töchter mit dem Erben von Maurice de Berkeley, 2. Baron Berkeley, zu verheiraten, während eine weitere seiner Töchter John Charlton heiratete, den Erben von Powys. Durch diese Heiraten konnte Mortimer seine Stellung in Westengland und in den Welsh Marches weiter ausbauen.

Rolle im Despenser War
Sieg über die Despensers
Als Mortimer im September 1320 von seinem erneuten Dienst als Justiciar of Ireland nach England zurückkehrte, hatte sich die politische Situation erneut verändert. Hugh le Despenser der Ältere und sein gleichnamiger Sohn Hugh le Despenser hatten am Königshof eine beherrschende Position erlangt. Dabei benutzten beide rücksichtslos die Unterstützung des Königs, um ihre Macht zu vergrößern und um weitere Besitzungen zu erhalten. Durch den Machtzuwachs der Despensers fühlten sich vor allem die Marcher Lords bedroht, da der jüngere Despenser begonnen hatte, in Südwales ein eigenes, zusammenhängendes Territorium aufzubauen. Zwischen Mortimer und dem jüngeren Despenser bestand dazu ein persönlicher Konflikt, denn Mortimer hatte die von Despenser betriebene Hinrichtung des Rebellen Llywelyn Bren 1318 abgelehnt. Möglicherweise ging der Konflikt noch weiter zurück, denn der jüngere Despenser soll gedroht haben, den Tod seines Großvaters Hugh le Despenser zu rächen, der in der Schlacht von Evesham 1265 im Kampf gegen Mortimers Großvater Roger Mortimer gefallen war.[19] Über den Besitz der südwalisischen Herrschaft Gower kam es dann Anfang 1321 zum offenen Konflikt. Mortimer, aber auch sein Onkel Roger Mortimer of Chirk sowie mehrere andere Marcher Lords hatten erwartet, dass sie die Herrschaft von dem verschuldeten William de Briouze erwerben konnten. Der König jedoch beschlagnahmte im November 1320 die Herrschaft, um sie schließlich dem jüngeren Despenser zu übergeben. Daraufhin führten die beiden Mortimers Anfang 1321 eine offene Revolte, den sogenannten Despenser War, gegen die beiden Despensers, der sich der Earl of Hereford, Hugh Audley, Roger Damory, Roger Clifford und die meisten anderen Marcher Lords anschlossen. Die von Hereford und Mortimer geführten Marcher Lords[20] nahmen Kontakt mit dem Earl of Lancaster auf, und obwohl der König von Ende März bis April 1321 die Marcher Lords wiederholt aufforderte, Frieden zu bewahren und die Ländereien von Despenser nicht anzugreifen, überfiel und plünderte eine Armee der Marcher Lords vom 4. bis zum 9. Mai die Besitzungen Despensers in Südwales. Am 9. Mai eroberten Mortimers Truppen Cardiff Castle, dessen Kommandant er nach Wigmore Castle bringen ließ. Wenig später eroberte er auch Clun Castle, eine Burg des mit Despenser verbündeten Earls of Arundel.[21] In Clun nahm Mortimer die Hommage der Vasallen und Pächter von Arundel entgegen. Nach dieser gewalttätigen Revolte suchten Mortimer und die anderen Rebellen den Kontakt zu Lancaster. Am 28. Juni 1321 nahmen sie an dem Treffen in Sherburn-in-Elmet teil, durch das Lancaster das Bündnis zwischen ihm und den Marcher Lords festigen wollte.[22] Anschließend zog Mortimer mit den Marcher Lords nach London. Angesichts ihrer militärischen Übermacht gab der König nach und schickte die Despensers am 14. August ins Exil. Ein Parlament begnadigte Mortimer und die anderen Marcher Lords am 20. August für ihre seit dem 1. März begangenen Vergehen.

Niederlage gegen den König
Lancaster und die oppositionellen Barone versäumten es aber, ihren Sieg zu festigen. Bereits im Herbst 1321 begann der König seinen Gegenschlag und griff im Oktober nach einer Provokation zunächst Leeds Castle an, das von Margaret, der Frau von Badlesmere, verteidigt wurde. Mortimer, sein Onkel Roger Mortimer of Chirk und der Earl of Hereford sammelten eine Armee zum Entsatz der Burg, doch durch Verhandlungen konnte der Earl of Pembroke zusammen mit Erzbischof Reynolds und Bischof Stephen Gravesend von London die zerstrittene Adelsopposition bei Kingston stoppen.[23] Nach der Eroberung von Leeds Castle sandten Lancaster, Hereford, Mortimer und andere Barone Ende November eine vor allem gegen den jüngeren Despenser gerichtete Petition an den König, doch auf ein weiteres einheitliches Vorgehen konnten sie sich nicht einigen.[24] Ende 1321 führte der König ein Heer nach Westengland, um die Marcher Lords zu unterwerfen. Diese zogen sich hinter den Severn zurück, während die zugesagte Hilfe Lancasters ausblieb. Zwar konnten Mortimer, sein Onkel Roger Mortimer of Chirk und der Earl of Hereford in einem nächtlichen Angriff das von der königlichen Vorhut bereits besetzte Bridgnorth erobern, die Stadt niederbrennen und anschließend die Brücke über den Severn zerstören, doch der König zog daraufhin weiter den Severn hinauf. Am 14. Januar überschritt das königliche Heer den Fluss bei Shrewsbury. Nach Verhandlungen ergaben sich Mortimer und sein Onkel Roger Mortimer of Chirk am 23. Januar 1322.[25] Warum sie so schnell aufgaben, ist nicht genau geklärt. Nach verschiedenen Angaben sollen sie nach Vermittlung durch die Earls of Arundel und Richmond aufgegeben haben, nach anderen Angaben hätten die Earls of Pembroke, Surrey und Norfolk sie zur Aufgabe bewegt. Vielleicht hatten sie auch kein Geld mehr, um den Konflikt fortzuführen, zudem wurden mehrere ihrer Burgen von walisischen Aufständischen angegriffen, die den König unterstützten.[26] Der Hauptgrund für den raschen Zusammenbruch der Revolte in den Welsh Marches war aber wohl die Uneinigkeit der Adelsopposition und die ausbleibende Unterstützung durch Lancaster.[27] Ob der König den Mortimers in Verhandlungen Gnade zugesichert hatte, ist nicht geklärt. Er ließ sie nach London in den Tower bringen, während er sich nach der Unterwerfung der Marcher Lords gegen Lancaster wandte. Dieser wurde am 22. März 1322 in der Schlacht bei Boroughbridge in Nordengland geschlagen, gefangen genommen und anschließend hingerichtet, womit die Rebellion endgültig niedergeschlagen war. Im Juli 1322 verurteilte ein Gericht in London Mortimer und seinen Onkel ebenfalls zum Tod. Das Urteil wurde jedoch am 22. Juli in dauernde Haft umgewandelt.

Flucht und Exil
Mortimer blieb im Tower in Kerkerhaft, doch ein Jahr später konnte er mit Unterstützung durch Londoner Bürger[28] und durch seinen Wärter Gerard d’Ailspaye flüchten. Während der Constable of the Tower Stephen Seagrave und die Wachen anlässlich des Festtags St Peter in Chains betrunken waren,[29] wurde Mortimer aus seinem Kerker befreit und entkam mit einem auf ihn wartenden Boot über die Themse.[30] Obwohl seine Flucht bald bemerkt und er verfolgt wurde, konnte er mit wenigen Begleitern zu Pferd Dover erreichen und von dort mit einem Schiff nach Frankreich entkommen. In Paris empfing ihn König Karl IV., der einen Krieg gegen England vorbereitete. Im französischen Exil wurde Mortimer rasch der neue Führer der Opposition gegen den englischen König.[31] Schon wenige Wochen nach seiner Flucht gab es Gerüchte über eine Revolte in den Welsh Marches und über Pläne, den König zu ermorden.[32] Um schließlich den Krieg mit Frankreich zu beenden, schickte Eduard II. im Frühjahr 1325 seine Frau Isabelle, die eine Schwester des französischen Königs war, nach Frankreich. Isabelle konnte tatsächlich einen Frieden aushandeln, worauf der Thronfolger Eduard am 12. September 1325 in Paris eintraf, um dem französischen König für die Besitzungen des englischen Königs zu huldigen. Weder Isabelle noch der Thronfolger wollten jedoch an den von den beiden Despensers dominierten englischen Königshof zurückkehren. Stattdessen blieben sie in Frankreich, wo Isabelle eine Beziehung mit Mortimer einging. Diese Beziehung war beim Besuch von Walter Stapeldon, Bischof von Exeter, in Paris im November 1325 offensichtlich, weshalb der Skandal spätestens Anfang 1326 in England bekannt wurde.[33] Auch der Earl of Kent, ein Halbbruder des Königs, blieb in Frankreich und schloss sich Mortimer an.

Invasion von England
Mortimer begann nun mit konkreten Vorbereitungen, um Eduard II. zu stürzen. Nachdem sie bereits vom französischen König finanzielle Unterstützung erhalten hatten,[34] reisten Mortimer und Isabelle in die Niederlande, wo sie weitere Unterstützung durch Graf Wilhelm III. von Holland und Hennegau erhielten, der sich in einem Handelskonflikt mit England befand.[35] Der Thronfolger Eduard wurde mit einer Tochter des Grafen verlobt, und Mortimer konnte ein kleines Heer aus niederländischen und deutschen Söldnern anwerben. Die Armee war etwa 1500 Mann stark, darunter befanden sich etwa 700 Waffenknechte.[36] Johann von Beaumont, ein Bruder des Grafen und ein erfahrener Militär, erklärte sich bereit, die Invasion mit zu befehligen. Von den Niederlanden aus setzte das Invasionsheer nach England über, wo es am 24. September 1326 an der Mündung des River Orwell in Sussex landete. Der Earl of Norfolk, ein weiterer Halbbruder von Eduard II., und Henry of Lancaster, ein Bruder des hingerichteten Earl of Lancaster, schlossen sich sofort Mortimer und Isabelle an. Als Kämpfer gegen die verhasste Tyrannei der Despensers erhielten sie rasch weitere Unterstützung aus allen Schichten der Bevölkerung. Innerhalb weniger Wochen brach die Herrschaft von Eduard II. zusammen. Mortimer war in Bristol, wo am 27. Oktober der ältere Despenser zum Tod verurteilt und hingerichtet wurde. Am 17. November ließ Mortimer in Hereford den Earl of Arundel hinrichten. Der König und der jüngere Despenser waren nach Westengland und weiter nach Wales geflüchtet, wo sie am 16. November mit wenigen Getreuen gefangen genommen wurden. Der jüngere Despenser wurde nach Hereford gebracht, wo ihn Mortimer zum Tod verurteilen und am 24. November hinrichten ließ. Am 7. Januar 1327 erklärte ein von den neuen Machthabern einberufenes Parlament Eduard II. zugunsten seines Sohnes für abgesetzt.

Die Regentschaft Mortimers
Krönung von Eduard III. und mutmaßlicher Tod von Eduard II.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mortimer und Isabelle waren nun die neuen Machthaber in England. Weihnachten 1326 hatte Mortimer zusammen mit der Königin und dem Thronfolger in Wallingford gefeiert. Mortimer sicherte sich die Unterstützung der City of London, als er während eines Besuchs am 13. Januar 1327 die Privilegien der Stadt bestätigte und ihr im März eine neue Charter gewährte. Obwohl er immer noch nur den Rang eines Barons hatte, spielte er bei der Krönung von Eduard III. am 1. Februar eine wichtige Rolle. Anlässlich der Krönung wurden seine drei Söhne Edmund, Geoffrey und Roger zum Ritter geschlagen. Im April wurde der abgesetzte Eduard II. in die Obhut von Mortimers Schwiegersohn Thomas de Berkeley gegeben. Welche Rolle Mortimer beim mutmaßlichen Tod des abgesetzten Königs im September 1327 spielte, kann nicht geklärt werden. Möglicherweise wurde Eduard II. gar nicht ermordet, sondern Mortimer nutzte ihn als Faustpfand gegenüber seinem Sohn Eduard III. und ließ ihn in Corfe Castle weiter festhalten.[37] Gerüchte, nach denen Eduard II. nicht tot sei, verstummten zu Mortimers Lebzeiten nie, und in den 1330er Jahren gab es weitere Berichte, nach denen der König angeblich im Exil lebte, möglicherweise in Italien.[38]

Indirekte Herrschaft
Obwohl Mortimer anstelle des minderjährigen Eduard III. weiterhin der eigentliche Machthaber war, hatte seine Herrschaft keine Legitimation. Er übernahm nicht offiziell die Regentschaft oder ein anderes führendes Amt und gehörte noch nicht einmal dem vierzehnköpfigen Regentschaftsrat an, der für den minderjährigen Eduard III. die Regierung führte.[39] Als Führer der Invasion gegen Eduard II. zollten ihm die anderen Barone Respekt, und durch seine Verbündeten Bischof Adam Orleton und Sir Oliver Ingham hatte er erheblichen Einfluss im Regentschaftsrat. Vor allem blieb er aber der Liebhaber der Königinmutter Isabelle. Offiziell lebte er als Verwandter des Königs am Königshof und erhielt als Mitglied der Königsfamilie eine Pension. Tatsächlich gehörte er zum unmittelbaren Gefolge des Königs. Ihm wurde später vorgeworfen, dass der König ohne seine Erlaubnis nicht öffentlich sprechen durfte, und angeblich überging Mortimer den Regentschaftsrat, indem er den König Anordnungen erteilen ließ.

Seiner Frau Joan, die während seiner Gefangenschaft und seines Exils unter Arrest leben musste, machte Mortimer Geschenke, und er besuchte sie auch.[40] Er lebte jedoch nicht mehr mit ihr zusammen, auch wenn die Ehe offiziell nie getrennt wurde.

Ausschaltung des Earl of Lancaster und des Earl of Kent
Spätestens seit Herbst 1328 kam es unter den Adligen zu wachsendem Unmut über die Herrschaft Mortimers. Dafür waren zunächst die Misserfolge seiner Herrschaft verantwortlich. Der Feldzug gegen Schottland im Sommer 1327 blieb erfolglos, so dass Mortimer mit Schottland Friedensverhandlungen aufnahm. Diese führten im März 1328 zum Frieden von Edinburgh und Northampton, der den Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg beendete. Die Anerkennung von Robert Bruce als König eines unabhängigen Schottlands wurde von vielen englischen Baronen als so erniedrigend empfunden, dass Gerüchte aufkamen, Mortimer und Isabelle hätten bereits in Paris ein Bündnis mit den Schotten geschlossen. Dieser Misserfolg und auch die demütigenden Verhandlungen zur Verlängerung des Waffenstillstands mit Frankreich schwächten Mortimers Stellung. Vor allem aber führten Mortimers autokratische Herrschaft, sein zunehmender Machtanspruch und seine Gier nach Ländereien zur Bildung einer Opposition gegen ihn. Henry of Lancaster, der formal das Oberhaupt des Regentschaftsrats war, wurde zunehmend von Mortimer ignoriert. Bereits im April 1327 hatte ihm Mortimer die Aufsicht über den abgesetzten Eduard II. entzogen, und während der nächsten Monate wurden seine Verwandten und Unterstützer zunehmend aus ihren Ämtern verdrängt. Lancaster lehnte entschieden den Frieden mit Schottland ab, und aus Protest verweigerte er seine Teilnahme am Parlament, das für Oktober 1328 nach Salisbury einberufen worden war, aber von Anhängern Mortimers dominiert wurde. Lancaster versuchte, die Gegner Mortimers in London zu versammeln und veröffentlichte eine lange Liste mit Beschuldigungen gegen ihn. Mortimer gelang es aber, die mit Lancaster verbündeten Earls of Kent und Norfolk auf seine Seite zu ziehen. Dann ließ er Lancasters Besitzungen plündern und besetzte Leicester. Der ausmanövrierte und vom Großteil seiner Gefolgsleute verlassene Lancaster musste sich daraufhin Mitte Januar 1329 unter demütigenden Umständen Mortimer unterwerfen. Er und mehrere seiner Anhänger wurden zur Zahlung von enorm hohen Strafen verurteilt. Einige seiner engsten Unterstützer, darunter sein Schwiegersohn Thomas Wake sowie Henry de Beaumont mussten aus England flüchten, ihre Ländereien wurden beschlagnahmt. Mortimers Stellung war nun nahezu unanfechtbar. Als nun der Earl of Kent in eine Verschwörung verwickelt wurde, die auf der Annahme beruhte, dass der abgesetzte Eduard II. noch am Leben sei, nutzte Mortimer die Gelegenheit, um auch diesen Magnaten auszuschalten. Der Earl of Kent wurde nach einem umstrittenen Prozess im März 1330 hingerichtet. Mit dieser Hinrichtung eines weiteren potentiellen Gegners hatte Mortimer seine Stellung festigen wollen. Er vergab einen Teil der beschlagnahmten Besitzungen an einen seiner jüngeren Söhne, doch dies und der Justizmord am Earl of Kent verschärften nur die politischen Spannungen. Mortimer befahl daraufhin im Mai 1330 seinen führenden Vasallen wie Maurice de Berkeley und Simon Bereford, dafür Sorge zu tragen, dass ständig eine Leibwache für ihn und für Isabelle zur Verfügung stand.

Bereicherung und Ausbau seiner Macht
Machtgewinn in Wales
Fast alle zeitgenössischen Chronisten beschreiben Mortimers unersättliche Gier nach Ländereien und Macht. Als inoffizieller Machthaber Englands war er bestrebt, zum führenden englischen Magnaten aufzusteigen. Er baute seinen Landbesitz vor allem in Wales und in Irland aus, wo bereits zuvor der Schwerpunkt seiner Besitzungen gelegen hatte. In Wales und den Welsh Marches erwarb er vor allem die Besitzungen seiner gestürzten Gegner. Bereits am 15. Dezember 1326 hatte er sich die Herrschaft Denbigh gesichert, die zuvor Hugh le Despenser dem Älteren gehört hatte. Am 13. September 1327 erwarb er Oswestry und Clun in Shropshire, die zuvor im Besitz des Earls of Arundels gewesen waren. Am 12. Juni 1327 erwarb er von Eleanor, der Witwe des jüngeren Despenser die Verwaltung von Glamorgan. Am 2. September 1329 erreichte er, dass Königin Isabelle wieder die Verwaltung von Montgomery und Builth erhielt, die ihr nach ihrer Flucht nach Frankreich entzogen worden war. Im April 1330 erhielt er selbst Montgomery als Lehen. Besonders dreist war seine Aneignung der Besitzungen seines Onkels Roger Mortimer of Chirk, der wenige Wochen vor Mortimers Invasion 1326 im Tower gestorben war. Obwohl sein Onkel einen volljährigen Sohn hinterlassen hatte, der ebenfalls Roger hieß, besetzte Mortimer Chirk, Blaenllyfni, Narberth und einen Teil von St Clears, womit er seinen Cousin enterbte.[41] Durch die Vormundschaft über den jungen James Audley hatte er dazu die Verwaltung von Cemais und Cantref Bychan in Wales und durch die über den jungen Lawrence Hastings hatte er die Kontrolle über Pembroke, Abergavenny und Cilgerran. Dazu hatte er auch die Vormundschaft von Thomas de Beauchamp, dem Erben des Earldom of Warwick und Herrn von Elfael, so dass Mortimer die Kontrolle über weitere Herrschaften der Welsh Marches hatte. Dazu verschaffte er sich am 22. Februar 1327 das Amt des Justiciars des Fürstentums Wales, das ihm am 8. Juni 1328 lebenslang verliehen wurde, sowie die Ämter des Justiciars der Bistümer Llandaff und St David’s. Weiter wurde er beauftragt, die Ordnung und den Frieden in Worcestershire, Herefordshire und Staffordshire zu bewahren, und schließlich wurde er am 16. August 1330 noch Verwalter von Bristol. Durch diese Ämterhäufung hatte er neben seinen Besitzungen eine noch nie gekannte Machtfülle in Wales und im westlichen England. Im Mai 1330 genehmigte er sich eine jährliche Pension von 500 Mark aus den Einkünften der königlichen Besitzungen in Wales.

Machtgewinn in Irland
Neben Wales benutzte Mortimer seine Macht, um seinen Landbesitz in Irland zu erweitern. Bereits durch das Erbe seiner Frau war Mortimer einer der größten englischen Landbesitzer in Irland, das er durch seine früheren Besuche und durch seinen Dienst als Justiciar of Ireland gut kannte. Nachdem er im Frühjahr 1328 den Frieden mit Schottland geschlossen hatte, widmete er sich stärker Irland. Dabei gelang es ihm, nach langen Verhandlungen einige der miteinander tief zerstrittenen anglo-irischen Adligen auszusöhnen. Im Oktober 1328 ernannte er James Butler zum Earl of Ormond, und im August 1329 wurde Maurice FitzGerald zum Earl of Desmond ernannt. Beide Magnaten unterstützen in der Folge Mortimer. Daneben vernachlässigte Mortimer nicht seine eigenen Interessen. Er übernahm selbst die Vormundschaftsverwaltung und das Recht, den jungen Earl of Kildare zu verheiraten. Im Juni 1330 erreichte er, dass Meath und Louth direkt der königlichen Gerichtsbarkeit unterstellt wurden, so dass diese wie bereits Trim gegenüber anderen Gebieten privilegiert waren.

Erhebung zum Earl of March
Seine Macht und seinen Reichtum stellte Mortimer offen zur Schau.[42] 1328 gab er in Bedford ein prächtiges Fest, ein weiteres Fest auf seinem Stammsitz in Wigmore ging über mehrere Tage, dabei verteilte er an verschiedene Magnaten großzügige Geschenke. Die aufwändigste Veranstaltung war das große Turnier, das im Juni 1328 zu Ehren des Königs und der Königinmutter in Hereford stattfand. Bei diesem Turnier fanden vermutlich auch die Vermählungen seiner beiden Töchter Beatrice und Agnes statt, die Edward of Norfolk, einen Sohn des Earls of Norfolk und Cousin des Königs bzw. Lawrence Hastings heirateten. Beide Ehen verdeutlichen das Bemühen von Mortimer, seine Familie mit den Familien der führenden englischen Earls zu verbinden. Sie bereiteten seine eigene Rangerhöhung zum Earl vor, die während des Parlaments von Salisbury im Oktober 1328 stattfand. Die Wahl von Mortimers neuem Titel Earl of March erstaunte seine Zeitgenossen, denn damit wurde zum ersten Mal ein Earldom nicht nach einer englischen Grafschaft benannt. Der Titel benannte aber konsequent die Welsh Marches als territoriale Basis für Mortimers Macht, und schon bald wurde Mortimer nur noch als Earl of March angesprochen. Wenig später wurden Mortimer aus den Einkünften der Krone aus Shropshire und Staffordshire jährlich £ 10 zugestanden, die auch andere Earls aus den titelgebenden Grafschaften erhielten. Möglicherweise sollte der Titel auch auf Mortimers Verbindungen zur französischen Grafschaft La Marche hinweisen.[43]

Nach dem Sturz von Eduard II. hatte der königliche Treasurer William Melton den neuen Machthabern einen Schatz von über £ 61.921 übergeben. Nach dem Sturz von Mortimer übergab dessen Treasurer Wodehouse dem König am 1. Dezember 1330 einen Rest von etwas mehr als £ 41.[44] Zwar war mit dem Schatz unter anderem Mortimers Feldzug nach Schottland finanziert worden, doch ein Großteil des Geldes wurde wohl einfach verschwendet.[45]

Sturz und Hinrichtung
Mortimers Herrschaft beruhte schließlich vor allem auf Furcht unter den Baronen. Mit der Wahl des Titels Earl of March, aber auch mit seinem Stolz hatte Mortimer viele seiner Standesgenossen gekränkt. Sein Gefolge war größer als das des Königs, und schon bald schritt er in Gegenwart des Königs nicht nur gleichauf, sondern manchmal sogar vor diesem, der dann zu ihm aufschließen durfte. Solche Verstöße gegen die Rangordnung und die höfische Etikette verdeutlichen die ungeheure Macht, die Mortimer sich angeeignet hatte und die er auch stolz ausübte. Auf Grund seiner Habgier, seines (damals allgemein als frevelhaft erachteten) Verhältnisses mit der Königinmutter und seiner Gewalt gegenüber politischen Gegnern kam es schon bald zu Gerüchten, nach denen er nach der Krone greifen wolle. Seine Gegner schüchterte er durch sein bewaffnetes Gefolge ein, dem Gruppen der gefürchteten Waliser angehörten. Nach der Hinrichtung des Earls of Kent im März 1330 konnte sich kein englischer Magnat des Lebens sicher sein, sodass die politischen Spannungen weiter zunahmen. Da mit den Earls of Kent und Lancaster die mächtigsten englischen Magnaten ausgeschaltet waren, hätte angesichts der Machtfülle Mortimers nur eine Revolte unter Beteiligung des nun siebzehnjährigen Königs Aussicht auf Erfolg haben können. Die engsten Freunde Eduards III., darunter der Lordsiegelbewahrer Richard Bury, William Montagu, Robert Ufford, John Molyns, Edward de Bohun und John Neville of Hornby drängten ihn, Mortimer zu stürzen, worauf er bereit war, sich an einer Verschwörung zu beteiligen. Als Mortimer für Oktober 1330 ein Parlament nach Nottingham berief, setzten die Verschwörer ihren Plan um. Der inzwischen misstrauisch gewordene Mortimer verdächtigte die Freunde des Königs, an einer Verschwörung beteiligt zu sein, doch Montagu leugnete dies so entschlossen, dass Mortimer keine weitere Handhabe hatte.[46] Vorsichtshalber hatte er mit der Königinmutter und mit dem König in Nottingham Castle Quartier bezogen, doch der Kommandant der Burg zeigte den Verschwörern einen Geheimgang, der in die Burg führte. In der Nacht zum 19. Oktober drangen die von Montagu geführten Verschwörer in die Burg ein, wo sich ihnen der König anschloss. Sie überraschten Mortimer in seinem Gemach und konnten ihn trotz seiner und seines Leibwächters tapferer Gegenwehr überwältigen. Der König ließ ihn zusammen mit seinen engsten Gefolgsleuten Oliver Ingham und Simon Bereford unter strenger Bewachung in den Tower of London bringen. Dann erließ der König eine Proklamation, dass er selbst die Regierung übernommen habe, und verlegte das Parlament für November nach Westminster. Dort wurde Mortimer am 26. November wegen vierzehn Vergehen beschuldigt. Unter anderem wurde ihm vorgeworfen, dass er Eduard II. und Königin Isabelle entzweit und selbst nach der Krone und nach der Regierung gestrebt habe. Er habe Eduard II. unrechtmäßig nach Berkeley gebracht, sich und seine Familie zu Unrecht mit Krongut bedacht und Gelder der Krone unterschlagen. Er habe Henry of Lancaster zu Unrecht verurteilt und den Earl of Kent vorsätzlich zur Revolte angestiftet, um ihn verurteilen zu können. Wie bei den Verfahren gegen Thomas of Lancaster, gegen die Despenser oder gegen den Earl of Kent durfte auch Mortimer sich nicht gegen die Anklage verteidigen, so dass das Urteil vorhersehbar war. Da seine Verbrechen allgemein bekannt wären, erklärten die Peers ihn als Verräter für schuldig, und Mortimer wurde wie ein gewöhnlicher Verbrecher in Tyburn hingerichtet. Allerdings ersparte ihm der König die vollständige Prozedur des Hanged, drawn and quartered, durch die Verräter hingerichtet wurden. Entweder auf Bitten von Isabelle oder aus Rücksicht auf sie wurde Mortimer nur auf eine Ochsenhaut gebunden, von zwei Pferden vom Tower nach Tyburn geschleift und dort gehängt. In seinen letzten Worten soll er bekannt haben, dass der Earl of Kent als Opfer einer Verschwörung gestorben war.[47] Mortimers Leiche ließ man zwei Tage am Galgen hängen, ehe sie in die Franziskanerniederlassung am Newgate gebracht wurde. Als Verräter sollte er aber nicht in London beigesetzt werden, weshalb seine Leiche nach Coventry gebracht und in der dortigen Franziskanerniederlassung beigesetzt wurde. Im November 1331 erhielt Mortimers Witwe die Erlaubnis, Mortimers Leiche in der Familienstiftung Wigmore Priory beizusetzen. Die Franziskaner sollen ihr die Leiche widerstrebend überlassen haben, doch es ist ungeklärt, ob Mortimers Leichnam nicht doch in Coventry blieb oder in Wigmore oder Shrewsbury beigesetzt wurde.
 
Mortimer, Graf Roger 1. Earl of March (I9405)
 
49471 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Mortimer,_2._Earl_of_March

Roger Mortimer, 2. Earl of March KG (* 11. November 1328 in Ludlow, Shropshire; † 26. Februar 1360 in Rouvray bei Avallon)[1] war ein englischer Peer und Heerführer.

Leben und Karriere
Mortimer war der Sohn von Sir Edmund Mortimer, 1. Baron Mortimer und Elizabeth de Badlesmere. Der Großvater Roger Mortimer, 1. Earl of March war der Liebhaber von Königin Isabella und unterstützte sie in ihren Intrigen gegen ihren Ehemann König Eduard II. 1330 verlor er wegen Hochverrats seinen Titel und wurde hingerichtet.
Mortimer gelang es 1342/43, Teile der Güter der Familie zurückzuerlangen. Er zeichnete sich in der Schlacht von Crécy und dem darauf folgenden Feldzug von 1347 aus. Danach erhielt er die restlichen Ländereien zurück und wurde als einer der ersten Ritter in den Hosenbandorden aufgenommen.

1348 zog Mortimer wieder, als Lord of Wigmore,[2] ins Parlament ein. Sechs Jahre später, 1354,[3] wurde die Strafe gegen seinen Großvater aufgehoben, so dass er den Titel eines Earl of March wieder führen konnte.[2] 1355 wurde er Constable of Dover Castle und Lord Warden of the Cinque Ports und begleitete König Eduard III. nach Frankreich. Auch in den Folgejahren kämpfte Mortimer mit dem englischen Heer im Hundertjährigen Krieg in Frankreich. Er starb im Februar 1360 im Alter von 31 Jahren in Rouvray in der Nähe von Avallon.
Mortimer war mit Philippa Montacute, einer Tochter von William Montacute, 1. Earl of Salisbury, verheiratet. Das Ehepaar hatte drei Kinder. Der Titel ging nach Mortimers Tod an seinen Sohn.


Einzelnachweise
1 http://www.britannica.com/EBchecked/topic/364172/Roger-Mortimer-2nd-earl-of-March
2 R. R. Davies: Mortimer, Roger (VI), second earl of March (1328–1360). Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, 2004; online edn, Jan 2008 gesehen am 17. April 2012 Lizenz erforderlich
3 Powicke & Fryde: Handbook of British Chronology. Second Edition, London, 1961, S. 437
Weblinks
• Roger de Mortimer, 2nd Earl of March auf thepeerage.com, abgerufen am 26. Juli 2015 (englisch)
• Leigh Rayment's Peerage Page 
Mortimer, Graf Roger 2. Earl of March (I9403)
 
49472 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Mortimer,_4._Earl_of_March

Roger Mortimer, 4. Earl of March, 6. Earl of Ulster, (* 11. April 1374; † 20. Juli 1398) war der Sohn von Edmund Mortimer, 3. Earl of March, und Philippa Plantagenet, 5. Countess of Ulster. Sein Bruder war Sir Edmund Mortimer.

Verwandtschaft und Thronanwärter
Über seine Mutter ist Roger der älteste Enkel von Lionel of Antwerp, 1. Herzog von Clarence, dem zweitältesten Sohn Eduards III. Da König Richard II., Sohn des ältesten Bruders Lionels, Edward of Woodstock, kinderlos bleibt, erhebt er schließlich 1385 seinen Vetter zum Thronfolger.

Erbe, Titel und Ehe
Bereits mit sieben Jahren beerbt Roger 1381 seine Eltern und verfügt nun neben den Earlswürden von March und Ulster über beträchtliche Ländereien in Wales. Als königliches Mündel wird er in die Obhut Thomas Holland, 2. Earl of Kent (Haus Holland), und Halbbruder Richards II., gegeben. Noch im gleichen Jahr erhält er den Titel des Lord Lieutenant of Ireland, flankiert von seinem Onkel Sir Thomas Mortimer.
1388 heiratet Roger die Tochter des Earl of Kent, Eleanor Holland.

Politischer Werdegang
1394 werden die Widerstände in Irland gegenüber der englischen Oberhoheit immer erkennbarer. Richard II. reist, begleitet von Roger in seiner Rolle als Lord Lieutenant of Ireland, auf die Nachbarinsel, um größere Konflikte und Rebellionen zu vermeiden. Richard II. und Roger treten moderat und verhandlungsbereit auf, so dass tatsächlich vorübergehend größere kriegerische Akte verhindert werden können, doch sind die Erfolge nicht von Dauer.
In England erlangt der junge Earl durch sein für seinen hohen Rang eher zurückhaltendes Wesen eine beachtliche Popularität, wiewohl er die zum Ende der Regierungszeit immer stärker werdenden Anzeichen des Despotismus Richards II. nicht bekämpft. In die Auseinandersetzungen zwischen den ehemaligen Lords Appellant ab 1397, insbesondere zwischen Thomas of Woodstock, 1. Herzog von Gloucester, Thomas Mowbray, Earl of Nottingham, und Henry Bolingbroke, die schließlich zum Sturz des Königs führen werden, ist er nicht aktiv verwickelt.

1398 fällt Roger in einem gewaltsamen Konflikt mit einem irischen Clan bei Kells. Er ist in der Wigmore Abtei begraben.[1]

Einzelnachweise
1 Royle, Trevor: The Wars of the Roses; England´s first civil war. Abacus, London, 2009, ISBN 978-0-349-11790-4, S. 448
Weblink
• Personendaten (englisch) 
Mortimer, Roger 4. Earl of March (I8967)
 
49473 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Mortimer_of_Wigmore

Sir Roger Mortimer of Wigmore (* 1231 auf Cymaron Castle; † 26. Oktober 1282 in Kingsland, Herefordshire) war ein cambronormannischer Adliger. Durch Erbe, Heirat und durch seine Freundschaft mit dem späteren König Eduard I. wurde er zu einem der mächtigsten Barone der Welsh Marches. Er spielte entscheidende Rollen bei der Niederschlagung der Rebellion von Simon de Montfort, dem Zweiten Krieg der Barone und bei der Eroberung von Wales.

Herkunft
Roger Mortimer war der älteste Sohn des Marcher Lords Ralph de Mortimer und dessen Frau Gwladus Ddu, einer Tochter des walisischen Fürsten Llywelyn ab Iorwerth. Seine Familie kämpfte bereits seit Mitte des 12. Jahrhunderts mit den walisischen Fürsten um die Vorherrschaft im ostwalisischen Maelienydd und Gwrtheyrnion.

Aufstieg durch Heirat und Erbschaft
Beim Tod seines Vaters war Mortimer noch minderjährig, so dass seine Ländereien im August 1246 unter königlicher Verwaltung gestellt. Daraufhin zahlte Mortimer eine Gebühr von 2000 Mark zur Ablösung der Vormundschaft, so dass er am 26. Februar 1247 mit den Ländereien seines Vaters belehnt wurde. Im selben Jahr heiratete er Maud de Braose, eine Tochter und Miterbin des Marcher Lords William de Braose und dessen Frau Eva Marshal. Aus dem Erbe von William de Braose erhielt er Radnor und Teile von Brecknockshire. Da auch Anselm Marshal, der letzte Bruder seiner Schwiegermutter im Dezember 1245 ohne Erben gestorben war, hatte Mortimer auch einen Anspruch auf einen Teil des großen Erbes der Marshals. Durch das Erlöschen der Familie Marshal und des Zweiges der Familie Braose änderten sich entscheidend die Machtverhältnisse in den Welsh Marches. Durch seine Erbschaften gehörte Mortimer nun zu den mächtigsten Baronen der Welsh Marches.

Unterstützer der Reformpartei der Barone
Die Übertragung von Mauds Erbe erfolgte jedoch nicht sofort, sondern wurde erst im Februar 1259 endgültig von der königlichen Verwaltung beschlossen. Trotzdem blieb die Aufteilung des Erbes unter den vier Erbinnen auch weiterhin umstritten. Diese Langsamkeit und Ineffizienz der königlichen Verwaltung war vermutlich mit ein Grund, weshalb Mortimer sich bereits früh den Baronen anschloss, die eine Reform der Regierung forderten. Ähnlich umstritten blieben die Güter von Lechlade und Longborough in Gloucestershire, die Mortimer in den 1240er Jahren an die Krone abtreten musste und die dann an Richard von Cornwall, den Bruder des Königs, vergeben wurden. Mortimer gab seine Ansprüche auf die Güter nicht auf und versuchte jahrelang, sie zurückzuerlangen.

Kampf gegen Llyweylwn ap Gruffydd in Wales
1253 wurde Mortimer von König Heinrich III. in Winchester zum Ritter geschlagen. Im August begleitete er den König in die Gascogne, von wo er erst 1254 zurückkehrte. Bei seiner Rückkehr musste er feststellen, dass sein Cousin Llywelyn ap Gruffydd, der Fürst von Gwynedd, versuchte, das Reich seines Großvaters Llywelyn ab Iorwerth wiederherzustellen. Die Mortimers hatten nach dem Tod von Llywelyn ab Iorwerth 1240 und der Niederlage seines Sohnes Dafydd ap Llywelyn im Krieg gegen England die Herrschaft über Gwrtheyrnion und Maelienydd übernehmen können. Llywelyn versuchte nun, die beiden Cantrefi wieder unter seine Oberherrschaft zu bringen. Die ständig zunehmende Macht Llywelyns war neben Mortimers persönlichen Gründen der Hauptgrund gewesen, weshalb er sich der Reformpartei der Barone angeschlossen hatte. Im Englisch-Walisischen Krieg fiel Gwrtheyrnion 1256 an den Fürsten von Gwynedd, ohne dass Mortimer Unterstützung durch den König erhielt.[1] Erst am 18. Januar 1257 erklärte der König, dass er Mortimers Besitzungen schützen wolle, und schließlich versprach er ihm eine Unterstützungszahlung von 200 Mark, von denen Mortimer jedoch nur 100 Mark erhielt. Im Juli 1259 gehörte Mortimer zu der Delegation, die schließlich einen ab 1. August geltenden einjährigen Waffenstillstand mit Llywelyn aushandelte. Doch bereits am 10. Januar 1260 griff Llywelyn Builth an und eroberte schließlich am 17. Juli Builth Castle. Mortimer hatte sich während dieser Zeit in London aufgehalten, wo er seine Ansprüche auf Lechlade und Longborough vertrat. Obwohl der König und der Thronfolger Lord Eduard Mortimer für die Eroberung der wichtigen Burg nicht verantwortlich machten, belastete die Niederlage das bislang gute Verhältnis zwischen Mortimer und Eduard. Im August übermittelte Mortimer den Bischöfen Richard von Bangor und Anian von St Asaph das Schreiben von Bonifatius von Savoyen, des Erzbischofs von Canterbury, in dem er Llywelyn ap Gruffydd exkommunizierte und sein Land dem Interdikt unterwarf. Zusammen mit Richard de Clare, 2. Earl of Gloucester stellte Mortimer nun eine Armee auf, um den König bei einem Feldzug gegen Llywelyn zu unterstützen. Zu Mortimers Enttäuschung akzeptierte Llywelyn jedoch am 22. August 1260 einen zweijährigen Waffenstillstand. Bereits vor Ablauf des Waffenstillstands begann Mortimer nun selbst mit Angriffen auf walisische Besitzungen, so dass Llywelyn im Juni 1262 vom König Entschädigung für die Angriffe Mortimers verlangte. Im November 1262 erhoben sich die Waliser in Maelienydd, eroberten Mortimers Burgen von Knucklas, Bleddfa und Cefnllys und unterwarfen sich Llywelyn.[2] Mortimer durfte mit seinem Gefolge unversehrt von Cefnllys Castle abziehen, so dass ihm Verrat nachgesagt wurde. Der Fall von Maelienydd brachte weitere Gebiete in den Welsh Marches in Aufruhr, und obwohl der König die Gebiete der Marcher Lords unter seinem Schutz stellte, fielen mehr und mehr Gebiete unter die Herrschaft von Llywelyn.

Wechsel von der Reformpartei auf die Seite des Königs
Im Juni 1258 war Mortimer während des Parlaments von Oxford ein Unterstützer der Reformbewegung. Er wurde zu einem der zwölf Vertreter der Barone gewählt und gehörte dem fünfzehnköpfigen Rat an, der verschiedene königliche Entscheidungen überwachen und überprüfen sollte. Am 18. Oktober bezeugte er die Provisions of Oxford. Im Juli 1259 war er bei der Bestätigung der Verhandlungen, in denen ein Friedensvertrag mit Frankreich ausgehandelt worden war, anwesend, und die Provisions of Westminster vom Oktober 1259 bestimmten ihn und Philip Basset zu Vertretern des Justiciars Hugh Bigod, der während der Abwesenheit des Königs in Frankreich als Regent diente. Sein Verhältnis zu Simon de Montfort, dem Anführer der Partei der Barone, war jedoch angespannt, nachdem ihm der König 1259 mehrere Güter in den Welsh Marches übergeben hatte, die auch Montfort beanspruchte. Zwar wurde Mortimer im Mai 1260 von den Anhängern der Partei der Barone zum Verwalter von Herefordshire ernannt, doch die sich weiter verschlechternde Situation in den Welsh Marches brachte ihn auf die Seite von Richard de Clare, der 1261 wieder auf die Seite des Königs gewechselt war. Auch Montforts Bündnis mit Lord Eduard, der Mortimer noch immer den Verlust von Builth Castle verübelte, führte dazu, dass Mortimers Unterstützung der Partei der Barone nachließ. Der König versuchte nun, durch Geschenke Mortimer auf seine Seite zu ziehen. Im Frühjahr 1261 tadelte der König die Barone für die Entwicklung in Wales, worauf die Barone Mortimer allein für den Verlust von Builth Castle verantwortlich machten. Nach dieser Anschuldigung wechselte Mortimer endgültig auf die Seite des Königs, und der König verzieh ihm am 7. Dezember 1261 förmlich, dass er zuvor die Partei der Barone unterstützt hatte.

Entscheidende Kämpfe im Krieg der Barone
Im Dezember 1263 übergab der König Mortimer drei Güter in Herefordshire, die auch Montfort beanspruchte, vermutlich um Montforts Teilnahme an dem Treffen mit König Ludwig IX. von Frankreich in Amiens zu verhindern, wo dieser seinen Schlichterspruch im Konflikt des englischen Königs mit den Baronen, den Mise of Amiens verkünden wollte. Montfort ließ die umstrittenen Güter unverzüglich plündern und verwüsten. Dazu beauftragte er seine Söhne Henry und Simon mit Überfällen auf weitere Besitzungen Mortimers in den Welsh Marches, die dazu von Fürst Llywelyn von Wales unterstützt wurden.[3] Die beiden Söhne Montforts eroberten Mortimers Stammsitz Wigmore sowie Burgen von Roger de Clifford und Thomas Corbet. Lord Eduard kehrte zu spät aus Frankreich zurück, um die Eroberung von Wigmore zu verhindern. Er versöhnte sich nun mit Mortimer und übertrug ihm die Burgen von Huntingdon und Hay, die er von Humphrey V. de Bohun erobert hatte. Mortimer selbst spielte eine entscheidende Rolle bei der Eroberung von Northampton im April 1264, wo er zahlreiche Gefangene machte. Nur einen Monat später geriet er jedoch in der Schlacht von Lewes selbst in Gefangenschaft. Zusammen mit anderen Marcher Lords wurde er jedoch mit der Auflage, die Welsh Marches gegen walisische Angriffe zu verteidigen und sich später vor einem Parlament zu verantworten. Mortimer kam dazu nur unter der Bedingung frei, dass er im Gegenzug die in Northampton gemachten Gefangenen freiließ. Die anderen Marcher Lords verhinderten jedoch die Freilassung dieser Gefangenen. Mortimer stellte daraufhin seinen Sohn Henry als Geisel, doch als die Gefangenen immer noch nicht freikamen, unternahm Montfort, der sich nun offen mit Fürst Llywelyn verbündet hatte, im frühen Winter 1264 einen Feldzug gegen die Welsh Marches, wobei er Mortimers Besitzungen verwüstete und Hay und Hereford Castle eroberte. Mortimer begab sich mit Roger de Clifford und Roger of Leybourne nach Kenilworth Castle, wo ihnen der dort gefangen gehaltene Lord Eduard die Erlaubnis erteilen sollte, den Widerstand gegen Montfort zu beenden.[4] Am 12. Dezember 1264 akzeptierten die Marcher Lords schließlich in Worcester, dass Mortimer und ihre Führer für ein Jahr und einen Tag ins Exil nach Irland gingen. Mortimer und die anderen Marcher Lords verzögerten jedoch ihren Aufbruch nach Irland. Es gelang ihnen, John Giffard und Gilbert de Clare, 3. Earl of Gloucester, den Sohn von Richard de Clare, auf ihre Seite zu ziehen, während Montforts Macht zerfiel. Am 28. Mai 1265 gelang dem gefangenen Lord Eduard die Flucht. Mortimer soll ihm das Pferd geschickt haben, mit dem Eduard bei einem Ausritt seinen Bewachern entkommen konnte, und Eduard flüchtete zu Wigmore Castle nach Mortimer.[5] Mortimer brachte ihn weiter nach Ludlow Castle. Dort sammelte der Thronfolger ein Heer, das das Heer der Barone unter Montfort schließlich am 4. August in der Schlacht von Evesham vernichtend schlagen konnte. Mortimer war in der Schlacht einer der drei Kommandanten der Armee von Lord Eduard und soll persönlich Montfort[6] und Hugh le Despenser getötet haben. Den abgetrennten Kopf und die Genitalien Montforts sandte er als Trophäe zu seiner Frau Maud nach Wigmore.

Vertrauter des Thronfolgers
Nach der Niederlage Montforts gehörte Mortimer zu den führenden Vertrauten des Königs und des Thronfolgers, und Mortimer erwartete vom König, dass er ihn reich mit Besitzungen belohnte, die den geschlagenen Rebellen abgenommen werden sollten. Der König übertrug Mortimer auch Oxfordshire, das zuvor Robert de Vere, 5. Earl of Oxford gehört hatte. Von Ostern 1266 bis Herbst 1267 diente Mortimer als Sheriff von Herefordshire, doch er geriet über die Vormundschaftsverwaltung für Humphrey de Bohun, dem Lord von Brecknockshire, in Streit mit dem Earl of Gloucester.[7] Am 15. Mai 1266 wurde Mortimer bei einem walisischen Überfall in Brecknockshire fast getötet. Im Juni 1266 gehörte er zu den Kommandanten des königlichen Heeres, das das weiterhin von Rebellen besetzte Kenilworth Castle belagerte. Mortimers Ambitionen zerschlugen sich jedoch, als der König Oxfordshire an Robert de Vere zurückgab. De Vere musste an Mortimer eine Entschädigung zahlen, und als Zeichen der Versöhnung sollte sein Sohn Mortimers Tochter Margaret heiraten.

Als der Thronfolger Eduard im August 1270 zum Kreuzzug ins Heilige Land aufbrach, gehörte Mortimer zu den fünf Räten, die den kränklichen König bei der Regierung von England unterstützen sollten.[8] Dazu gehörte er zu den Verwaltern der Besitzungen des Thronfolgers und wurde Vormund von dessen Kindern. Als König Heinrich 1272 starb, war Mortimer zusammen mit Philip Basset und Robert Burnell einer der Verwalter der königlichen Besitzungen, bis Lord Eduard im August 1274 von seinem Kreuzzug zurückkehrte. Zusammen mit dem Earl of Gloucester und anderen Magnaten versuchte er die durch den Krieg der Barone entstandenen Schäden in England zu beseitigen.

Zuspitzung des Konfliktes in Wales
In Wales erreichte Fürst Llywelyn ap Gruffydd 1267 durch den Vertrag von Montgomery die Anerkennung seiner Eroberungen und seines Anspruchs als Fürst von Wales. Der Vertrag brachte jedoch keine eindeutige Entscheidung über die Herrschaft in Maelienydd, das unter Llywelyns Herrschaft verblieb, wobei er jedoch die Rechtmäßigkeit seiner Ansprüche auf das Cantref noch beweisen sollte. Solange die Nachweise nicht erbracht würden, durfte Mortimer in Maelienydd eine Burg errichten.[9] Mortimer begann schließlich mit der Neubefestigung von Cefnllys Castle, was Llywelyn als Verletzung des Abkommens von Montgomery betrachtete. Im Mai 1276 beschwerte sich Llywelyn erneut über den Bau der Burg durch Mortimer, doch der neue König Eduard ließ Mortimer gewähren.[10] Dies führte mit dazu, dass Llywelyn dem neuen König die Huldigung verweigerte, solange der König nicht seine Rechte nach dem Vertrag von Montgomery schützen würde. Nachdem Llywelyn im November 1276 einer erneuten Aufforderung des Königs, ihm zu huldigen, nicht nachgekommen war, beschloss der König die Unterwerfung von Wales. Dazu ernannte er Mortimer zum Captain von Shropshire, Staffordshire und Herefordshire, von wo er zusammen mit Henry de Lacy, 3. Earl of Lincoln eine Armee gegen Mittelwales führen sollte. Mortimer sammelte sein Heer bei Montgomery, und unter dem Schutz der Armee der vor Llywelyn ins englische Exil geflüchtete walisische Fürst Gruffydd ap Gwenwynwyn wieder in seine Herrschaft Powys Wenwynwyn eingesetzt werden. Dazu besetzte die Armee Cedewain, Ceri, Gwrtheyrnion und Builth und eroberten Llywelyns neue Burg Dolforwyn Castle. Nach dem englischen Sieg erhielt Mortimer als Belohnung für seine Dienste 1279 die walisischen Herrschaften Ceri und Cedewain mit Dolforwyn Castle. Die Waliser unter Llywelyn ap Gruffydd hatten in dem Krieg eine vernichtende Niederlage erlitten. Um seine Macht wiederherzustellen, schloss Llywelyn am 9. Oktober 1281 ein Verteidigungsbündnis mit seinem alten Gegner Mortimer. Das Bündnis richtete sich gegen alle Angriffe außer gegen den englischen König. Dazu übergab Llywelyn Mortimer umstrittene Gebiete in Gwrtheyrnion.[11] Da jedoch bereits im März 1282 in Nordwales ein Aufstand gegen die englische Besatzung ausbrach, an dessen Spitze sich Llywelyn stellte, wurde das Bündnis gegenstandslos. Der König ernannte Mortimer nach Beginn des Aufstands erneut zum Captain einer seiner Armeen, doch Mortimer war bereits krank und starb schließlich im Oktober 1282. Er wurde im Familienpriorat in Wigmore begraben. 
Mortimer, Roger III. (I29869)
 
49474 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenegg_(Adelsgeschlecht)

Rosenegg (Adelsgeschlecht)

Die von Rosenegg waren ein süddeutsches Adelsgeschlecht, welches 1480 im Mannsstamm erlosch.

Geschichte
Die Freiherrenfamilie von Rosenegg besaß vom 13. bis 15. Jahrhundert die Burg Rosenegg (heute Gemeinde Rielasingen-Worblingen), einem Reichenauer Lehen, daneben Besitzungen im Hegau, im Thurgau, in Zürich und ab 1400 auch im Aargau. Die Rosenegg und die Klingen erscheinen in den Quellen oft im selben Zusammenhang und wie die Klingen verfügten die Rosenegg über Streubesitz entlang des Rheins, was ein Indiz für eine frühe Verbindung der beiden Familien sein mag. Heinrich (1248–1262) war 1252 an der Gründung des Klosters Feldbach beteiligt. Nachdem die Brüder Werner und Heinrich den Besitz geteilt hatten, gelangte Heinrichs Anteil über dessen Tochter an die Herren von Lupfen, die 1480 auch den übrigen Besitz erbten. Den Höhepunkt ihrer Macht erreichte die Familie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit Johann, der 1362 österreichischer Landrichter in Konstanz und 1372 bis 1376 im Thurgau war und dessen Ehe mit einer von Tengen die Herrschaft Wartenfels bei Olten in den Familienbesitz brachte. Zwei seiner mutmaßlichen Söhne wirkten als Äbte, Werner 1385–1402 von Reichenau und Hugo 1402–1418 von Einsiedeln. Heinrich (1392–1443), Hauptmann der Gesellschaft Sankt Jörgenschild, und Hans ließen sich auf Wartenfels nieder. Aufgrund wirtschaftlichen Drucks war die Familie im 15. Jahrhundert zunehmend zur Liquidation von Teilen ihrer Besitzungen genötigt. Die Herrschaft Wartenfels erwarben 1458 die verschwägerten Bubenberg von Bern. Mit Hans’ gleichnamigem Sohn, der sich nach Stein am Rhein zurückzog, erlosch das Geschlecht 1480.

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von Rosenegg, Anna (I12290)
 
49475 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rotbald_II. (Aug 2023)

Rotbald II. († wohl 1008) war ab 968 Graf der Provence und ab 993 Markgraf der Provence. Er war der ältere von zwei Söhnen von Boso II., Graf von Arles und Avignon, und Konstanze von Provence. Der jüngere Bruder, Graf Wilhelm I., trug bereits seit 979 den Titel Marchio und wird später sogar als Dux bezeichnet. Rotbald und Wilhelm regierten das Land vermutlich gemeinsam und ohne Teilung. Durch Wilhelms Tod wurde Rotbold II. das Oberhaupt der Familie, sodass nun ihm der Titel Marchio zustand.

Er trat erstmals im März 965 auf, als er ein Dokument seines Vaters unterzeichnete. Im April 970 unterzeichnete er eine Schenkung seines Bruders an Saint-Victor in Marseille, am 28. August 990 eine weitere für die Abtei Cluny. 1005 gewährte er gemeinsam mit seiner Schwägerin Adelheid von Anjou und deren Sohn, seinem Neffen Wilhelm II., Saint-Victor weitere Privilegien. 
von der Provence, Graf Rotbald II. (I41819)
 
49476 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rothenstein_(Adelsgeschlecht)

Rothenstein (der Name wird in der Literatur in verschiedenen Varianten genannt, so „Rotenstein“, „Rotenstain“ oder „Rottenstein“) ist der Name eines schwäbischen Adelsgeschlechts, dessen Stammburg die Burg Rothenstein bei Bad Grönenbach war. Erstmals in Erscheinung trat das Adelsgeschlecht im 13. Jahrhundert und bestand bis zur zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in männlicher Linie fort. Nach dem Tod Ludwigs von Rothenstein im Jahr 1482 ging der Großteil der Besitzungen an das Adelsgeschlecht der Pappenheimer über. Die Besitzungen der Rothensteiner befanden sich hauptsächlich im heutigen Regierungsbezirk Schwaben, teilweise auch in der Schweiz und in Kärnten.

Das schwäbische Adelsgeschlecht Rothenstein ist nicht zu verwechseln mit anderen Adelsgeschlechtern gleichen oder ähnlichen Names. So existierte unter anderem in Franken ein Adelsgeschlecht mit ähnlichem Namen, die Zollner von Rottenstein. Bis in das 17. Jahrhundert gab es die Herren von Rodenstein im heutigen Südhessen.

Ursprung

Einer der ersten Nachweise über das Adelsgeschlecht von Rothenstein stammt aus einer Urkunde über ein Falllehen zu Eschachthal im heutigen Landkreis Oberallgäu. Dort werden die Brüder „Ludwig, Hermann und Konrad von Rothenstein“ als Dienstmannen des Stiftes von Kempten 1239 genannt. Sie waren 1277 als Schiedsmänner und Zeugen Teilnehmer an Verhandlungen über den Kemptener Wald. Seinen Stammsitz hatte das Adelsgeschlecht auf der Burg Rothenstein, im heutigen Landkreis Unterallgäu, zwischen Bad Grönenbach und Legau, rechts der Iller gelegen. Von der Burg, die am 9. März 1873 durch eine Erdsenkung einstürzte, existiert nur noch eine Ruine.

Die gesicherte Stammfolge beginnt 1293 mit Konrad, dem Gubernator des Klosters Kempten. Er gab seine Einwilligung zum Verkauf des stiftkemptischen Lehens Roth. Die Burg und die halbe Stadt Babenhausen, die er im Jahr 1315 von Heinrich von Schöneck erwarb, war eine seiner umfangreicheren Erwerbungen. Von Konrad ist von 1319 überliefert, dass er Zeuge bei der Sühne zwischen der Stadt und den Rittern von Schwangau war. Herzog Leopold von Österreich übergab im Jahr 1323 den Burgstall in Woringen „samt drei Mark Geldes“ als rechtes Burglehen mit der Bedingung, dass Konrad zwei Burgen erbauen musste. Davon sollte eine dem Herzog Leopold gehören, diese jedoch bis zur Ablösung mit 520 Mark Silber und der Baukosten verpfändet bleiben. Im Jahr 1330 verpflichtete er sich, nicht mehr an der Fehde der Herren von Hirschdorf gegen die Stadt Memmingen teilzunehmen. Neun Jahre später, 1339, erwarb er die Güter von Sulzberg zu Martinszell. Vermählt war Konrad mit einer Adelheid. Er, seine Ehefrau und der gemeinsame Sohn Konrad veräußerten 1343 ihr Lehensgut vom Stift Kempten in Masers. Seine Besitztümer vererbte er seinen Söhnen Ludwig, Heinrich, Konrad und Friedrich von Rothenstein. Drei der Söhne, Heinrich, Konrad und Friedrich, erwarben 1331 und 1333 von Bruno und Konrad, den Söhnen von Heinrich von Schöneck, die zweite Hälfte von Babenhausen mit allen Mannlehen und übrigen Gütern in Babenhausen. Diese Besitzungen gingen später alle von Konrad und Friedrich auf Heinrich von Rothenstein-Babenhausen über. Dieser veräußerte die Stadt Babenhausen 1363 an Albrecht von Rechberg. Damit endeten die Besitztümer der Rothensteiner in Babenhausen.

Die drei Geschwister Ludwig, Hermann und Konrad wurden erstmals 1239 genannt. Wessen Sohn Konrad war, ist der Literatur nicht eindeutig zu entnehmen.
Der vierte Sohn Konrads, ebenfalls mit dem Namen Konrad, geriet Anfang der 1340er Jahre mit dem Fürstabt in Kempten in Streit. Er wurde bereits 1339 als Herr von Burg Wolkenberg genannt, die er bald darauf an die Edlen von Dießen verkaufen musste. In diesem Streit erschlug er einen Bürger aus Kempten, woraufhin sich einige Städter rüsteten und gegen die Rothensteiner auf Burg Wolkenberg zogen. Bei dieser Auseinandersetzung geriet der Sohn Konrad in die Gefangenschaft der Bürger und bot ihnen ein umfangreiches Lösegeld für seine Freilassung an. Dieses lehnten die Bürger Kemptens ab und Konrad wurde im Jahr 1344 hingerichtet. Um diese Tat zu rächen, zogen sein Bruder Friedrich, Siegfried und Johannes Thumb von Neuburg, ihr Oheim Märk von Kastelmur, sowie die Grafen Hugo und Rudolf von Montfort, Schwigger und Hug Thumb von Neuburg, deren Schwäger Heinz von Minderdorf und Kuno der Bollerer in den Krieg gegen Abt und Bürger von Kempten. Schwigger Thumb von Neuburg geriet in Gefangenschaft und wurde in Kempten inhaftiert. Er zahlte einen Schadenersatz von 1000 Pfund Pfennigen an die Stadt. Dem Frieden schlossen sich im Jahr 1347 die anderen Verwandten Friedrichs von Rothenstein an.

Rothenstein-Grönenbach
Ludwig (der Alte) von Rothenstein, ein Sohn Konrads, kam in den Besitz der Ortschaften Rothenstein, Grönenbach, Woringen und Zell. Er war im Jahr 1330 Zeuge bei der Aussöhnung zwischen Walther dem Wolfsattel und der Stadt Lindau. Vermählt war Ludwig mit Elise von Schwarzenburg, dieser gab er mit Einwilligung des Lehensherrn eine Verschreibung über mehrere stiftkemptische Lehengüter. Elise von Schwarzenburg setzte in einer Verfügung 1343 die sechs gemeinsamen Kinder Ludwig der Jüngere, Heinrich, Friedrich, Hans, Hartmann und Clara als Erben des von ihr eingebrachten Vermögens ein. Als Ludwig der Alte verstarb, wurden seine Besitztümer unter seinen Kindern aufgeteilt: Ludwig der Jüngere erhielt Grönenbach, Friedrich Woringen und Heinrich Rothenstein. Der weitere Sohn Hans wurde Geistlicher und war 1364 Kustor des Klosters in Füssen.

Ludwig der Jüngere, im Besitz des Kirchensatzes von Grönenbach, veräußerte das Lehen 1357 an seinen Onkel Heinrich von Rothenstein-Babenhausen. Heinrich erwarb von Hans Dodel noch weitere Lehen in Grönenbach. Seine restlichen Güter vererbte Ludwig der Jüngere 1391 seinem Neffen Hans Rizner von Memhölz.Wann genau die Rothensteiner den Besitz an Grönenbach verloren haben, ist nicht eindeutig der Literatur zu entnehmen. Heinrich von Rothenstein-Babenhausen verstarb kurz nach 1373. In der Folge wurden Hans Rizner von Memhölz und danach Hans der Syrge von Syrgenstein als Besitzer von Grönenbach genannt. Im Jahr 1384 erwarben die beiden Brüder Ulrich und Konrad, Neffen Ludwigs des Jüngeren, Schloss und Herrschaft Grönenbach von Hans dem Syrgen zurück. Das bei Johann Baptist Haggenmüller genannte Jahr 1391 steht jedoch im Widerspruch zur Aussage, dass Grönenbach bereits 1384 wieder von den Rothensteiner erworben wurde, was in weiterer Literatur genannt wird.
Der Neffe Ludwigs des Jüngeren, Konrad von Rothenstein, besaß den Kirchensatz und das Vogtrecht der Kirche zu Grönenbach. Er war in erster Ehe mit Ursula von Hattenberg vermählt, mit der er eine Tochter Korona hatte. Diese war zu Woringen mit Marschall Haupt von Pappenheim vermählt. Über Ursula von Hattenberg, deren Adelsgeschlecht im Mannesstamm zu dieser Zeit bereits erloschen war (ihr Vater starb um 1377), kamen die Burg Kalden bei Altusried, sowie weitere Besitztümer an die Rothensteiner. Die sehr umfangreichen Besitzungen derer von Hattenberg vermachte Heinrich von Hattenberg bereits 1370 seiner Schwester Ursula und verpfändete sie noch im gleichen Jahr an Walther von Schwertfürben, einem Bürger aus Memmingen, mit Vorbehalt der Wiedereinlösung. Hans Truchseß von Waldburg und Schwigger von Mindelberg waren Gewährsmänner. Nach dem Tod Heinrichs von Hattenberg brachten sie die verpfändeten Güter durch Klage beim Landgericht an sich. Um die Besitztümer den Rothensteinern zu erhalten, lösten sie 1384 die Brüder Konrad und Ulrich von Rothenstein aus und erwarben sie zurück. Konrad baute seinen Besitz weiter aus und erwarb 1385 von dem Memminger Bürger Jakob Behm die Güter in Fautzen, Raupolz und Bötzlinstal als kemptische Lehen. Des Weiteren erwarb er den Kirchensatz zu Kimratshofen und Altusried. Die Güter, Leute und Rechte zu Kalden, Altusried, Diesenbach und weiterer Orte gab Konrad seiner Ehefrau Ursula als Lehen des Stifts Kempten. Wenn Ursula ohne Leibeserben verstorben wäre, wären sie wieder an Konrad und seinen Bruder Ulrich zurückgefallen. Bei Ursulas Tod erbte sämtliche Lehen die gemeinsame Tochter Korona in Woringen.

Im Jahr 1405 schloss Konrad mit seinem Bruder Ulrich von Rothenstein und seinem Schwiegersohn Haupt von Pappenheim eine Übereinkunft, dass nach dem Tode Christophs von Rothenstein, dem Bruder Konrads und Ulrichs, des Kirchherrn in Grönenbach, die Kirche fortan einem Priester samt Gehilfen verliehen werden sollte. Für den Unterhalt sollte der Priester den großen und den kleinen Zehnten erhalten. In zweiter Ehe vermählte sich Konrad 1402 mit Hildegard von Freundsburg (Frundsberg). Aus dieser Ehe gingen die beiden Söhne Ludwig und Thomas hervor und erbten gemeinsam die Besitzungen ihres Vaters.

Als Konrad – der Vater Koronas aus seiner ersten Ehe und von Ludwig und Thomas aus seiner zweiten Ehe – verstarb, kam es zu Auseinandersetzungen über das väterliche und mütterliche Erbe zwischen Korona und ihren beiden Brüdern. Im Jahr 1409 fand eine Einigung über die Erbteilung zwischen den Geschwistern statt. Die beiden Brüder hatten das Bürgerrecht in Memmingen und wurden daher von ihren Vormündern und Memminger Bürgern Heinrich Faynagg und Hans Walther sowie ihrem Onkel und Erbvogt Ulrich von Rothenstein zu Woringen vertreten. Schiedmänner bei dieser Erbteilung waren unter anderem der Herzog Ulrich von Teck, Heinrich von Schellenberg zu Wageck, Wilhelm von Halle von Nördlingen und Hans Durach, der Bürgermeister von Memmingen. Die Erbteilung von 1409 sah vor, dass Korona und Marschall Haupt von Pappenheim und ihre Erben den Besitz der Burg Kalden, sowie alles, was Konrad links der Iller an Leuten und Gütern besaß, erhielten. Ausgenommen war lediglich eine leibeigene Familie, die die beiden Brüder erhielten. Thomas und Ludwig bekamen die beiden Burgen Rothenstein und Grönenbach mitsamt allen Leuten und Gütern, die Konrad rechts der Iller besessen hatte mit Ausnahme von drei leibeigenen Familien, die an Haupt von Pappenheim kamen. Zusätzlich erhielten Thomas und Ludwig die Rechte an der Fischerei in der Iller, alle Barschaft und zwei Drittel des Silbergeschirrs – das andere Drittel fiel an Korona. Ulrich, der Onkel der drei Geschwister, setzte zur gleichen Zeit Thomas und Ludwig als Erben seines Besitzes zu Woringen ein. Das Haus Österreich und Friedrich VII. von Laubenberg, der Abt des Fürststifts Kempten, stimmten dieser Regelung zu. Von diesen hatte Ulrich die Burg und die Ortschaft als Lehen.Nach dem Tode Ulrichs kam es erneut zu einer Erbteilung zwischen den drei Geschwistern. Woringen wurde je zur Hälfte zwischen Korona und den beiden Brüdern geteilt. Die Vormünder der Brüder verkauften jedoch die Hälfte von Woringen an Korona.
Die beiden Brüder vergrößertem im Laufe der Zeit ihren geerbten Familienbesitz. Im Jahr 1428 waren beide Lehensherrn von Gütern in Fischers, zur Kuppel und in Hochholz, die alle zu Altusried gehörten. Des Weiteren erwarben beide alle Rechte an der Hälfte von Pfosen bei Dietmannsried und 1433 zwei Häuser mit Grundstücken in Grönenbach. Im Jahr 1440 nahmen Thomas und Ludwig eine Güterteilung vor. Die Burg Kalden, das Patronat und die Kirche in Altusried behielten beide gemeinschaftlich. Thomas hatte seinen Sitz in Altusried und Ludwig in Grönenbach. Ludwig von Rothenstein erwarb 1446 von Hans von Stein zu Ronsperg den Burgstall in Theinselberg samt Gericht, Zwing und Bännen.Bevor Thomas von Rothenstein zwischen 1471 und 1473 verstarb, konnte er weiter Vermögen und Besitz aufbauen. So erwarb er 1469 ein Gut in Straifen, die Lehenschaft zweier Güter bei Altusried und eines in Kimratshofen. Da er kinderlos starb, vermachte er alle seine eigenen und lehnbaren Besitzungen seinem Bruder Ludwig, der selbst weitere Güter, Rechte und Lehen unter anderem in Zell (1460), Herbisried (1477) und Minderbetzigau (1478) erwarb. Von Herzog Sigmund von Österreich erhielt Ludwig 1465 die Herrschaft Theinselberg als Lehen. Des Weiteren besaß Ludwig die Burg Leonstein in Kärnten. Auf dieser Burg weilte Ludwig, als sein Bruder Thomas starb. Ludwig von Rothenstein war Mitglied der Adelsgesellschaft vom Fisch und nahm an insgesamt fünf Turnieren in Heidelberg, Landshut und Ingolstadt teil. Als er aus Altersgründen selbst nicht mehr an den Turnieren teilnehmen konnte, überließ er den Turnierzug seinen Vettern. Vermählt war Ludwig mit Jutta von Hürnheim, die Ehe blieb kinderlos. Aus diesem Grund stiftete seine Ehefrau Jutta im Jahr 1471 eine ewige Messe in der Kirche zu Grönenbach. Dieser Stiftung überließ sie 500 rheinische Gulden, die sie als Morgengabe von Ludwig erhalten hatte. Seiner Ehefrau folgend errichtete Ludwig ebenfalls eine Stiftung in Grönenbach und gründete ein Spital. Das 1479 neuerbaute Haus sollte der Aufnahme armer Leute und der Verpflegung von Pilgern dienen. Die Urkunde der Stiftung, die mit Wissen seiner Verwandten Heinrich von Freiberg, der Brüder Heinrich und Konrad von Pappenheim und Burkhards von Freiberg errichtet wurde, trägt das Siegel des Ritters Georg von Rechberg-Hohenrechberg. Nur acht Tage später wurde mit Zustimmung der vorher genannten Personen die Urkunde gefertigt, mit der die Kirche St. Philipp und Jakob als Kollegiatstift für zwölf Laienpriester erhoben wurde. Diese Stiftung wurde noch im gleichen Jahr 1479 vom Augsburger Bischof Johann II. von Werdenberg bestätigt. Wenige Jahre nach Errichtung der Stiftungen starb Ludwig von Rothenstein am 8. Mai 1482 auf seiner Burg Leonstein in Kärnten. Sein Leichnam wurde nach Grönenbach überführt und dort, auf vorherige Weisung Ludwigs, ohne Helm und Schild bestattet. Da Ludwig kinderlos verstarb und sich mit seinen rothensteinischen Verwandten nicht gut verstand, vermachte er seinen eigenen Besitz und seine Lehen der Orte Theinselberg, Grönenbach, Rothenstein und Kalden seinem Neffen Heinrich von Pappenheim, dem Sohn seiner Schwester Korona,[ der noch im gleichen Jahr verstarb und es wiederum seinen Söhnen vermachte. Damit ging die Herrschaft Grönenbach an die Pappenheimer über.

Rothenstein-Rotenstei
Nach dem Tod Ludwigs des Alten erhielt sein Sohn Heinrich von Rothenstein die Stammburg Rothenstein. Zwischen 1370 und 1373 erwarb Heinrich noch weitere Güter in und um Grönenbach. Gemäß dem Urteil des Landgerichts der Grafschaft Marktstetten erhielt Heinrich noch den Kirchensatz und den Zehnten zu Erolzheim samt allen Leuten und Gütern zuerkannt, die der Juncker Wigulais von Erolzheim hinterlassen hatte. Nach Heinrich kam sein Sohn Konrad in den Besitz von Rothenstein. Dieser vermachte seinen Besitz den Kindern Korona aus erster Ehe und Thomas und Ludwig aus zweiter Ehe jeweils zu einem Drittel. Die Erbfolge und die Aufteilung des Erbes führte zu Streitigkeiten zwischen den Geschwistern und Haupt von Pappenheim, dem Gemahl Koronas. Ein Schiedsgericht entscheid 1409 über die Aufteilung des Erbes. Die Burg kam dadurch 1409 an die beiden Geschwister und fiel nach dem Tod von Thomas an Ludwig. Beide Geschwister waren zu dieser Zeit noch minderjährig, wodurch ihr Vormund und Onkel Ulrich die Besitzungen bis zu seinem Tod 1414 verwaltete. Dieser vermachte 1482 alle seine Güter und somit die Burg Rothenstein seinem Neffen Heinrich von Pappenheim. Die rothensteinischen Verwandten, unter anderem Arbogast und Achar, waren mit dieser Erbregelung nicht einverstanden und zogen gegen die Pappenheimer wiederholt ins Feld. Der Rechtsstreit um das Erbe wurde 1508 mit einem Urteil der Regierung in Innsbruck beigelegt. Die Rothensteiner erhielten die gleichnamige Burg zurück, das andere Erbe verblieb bei den Pappenheimern. Den Rothensteinern gehörte ihre Stammburg nur wenige Jahre, denn bereits 1514 sahen sie sich gezwungen, die Burg an die Pappenheimer zu verkaufen. Damit endete das Kapitel der Rothensteiner auf ihrer Stammburg endgültig.

Rothenstein-Woringen-Zell
Friedrich, der Bruder Ludwigs des Alten, hatte seinen Sitz auf der Unteren Burg in Woringen. Er trat im Jahr 1330 als Zeuge einer Verschreibung von Margaretha, der Ehefrau Bertholds von Aichheim auf, die diese von ihren Verwandten erhielt. Zusammen mit seinem 1344 hingerichteten Bruder Konrad verkaufte er 1335 an Bürger von Kempten einen Hof in Lenzfried. Friedrich veräußerte weitere fünf Güter in Holzgünz 1339 dem Heilig-Geist-Spital in Memmingen. Sein Sohn Konrad erhielt 1350 das Altargefälle der Pfarrkirche in Woringen vom Abt Heinrich aus Ottobeuren verliehen. Er verstarb jedoch schon ein Jahr später, 1351. Auf Konrad folgte sein Bruder Hugo (oder Hug) als Patronatsherr der Pfarrkirche in Woringen mit den Altargefällen. Wann Hugo verstarb, ist der Literatur nicht eindeutig zu entnehmen, J. Sedelmayer gibt das Jahr 1417 an, während Johann Baptist Haggenmüller berichtet, dass der Abt Johann V. Schedler des Klosters Ottobeuren von Hugo von Rothenstein einen Nachweis seiner Rechte an der Kirche in Woringen einforderte und Hugo am 28. Mai 1418 in der Spitalkirche in Memmingen vor dem Abt darauf verzichtete. Friedrich, der im Besitz des Weilers Wagsberg war, verkaufte diesen 1351 dem Kloster Roth.

Die beiden Söhne Joß und Wilhelm des Friedrich von Rothenstein erbten seinen Besitz in Woringen mit der Unteren Burg. Joß, der den Beinamen „der Verschwender“ trug, und sein Bruder Wilhelm überließen den gesamten Besitz in Woringen sowie ihre geerbten Güter und Leute in Wolfertschwenden, Dießlings, Ziegelberg, Seefeld, Herbisried, Binwang und in weiteren Orten ihrem Onkel Heinrich von Rothenstein-Babenhausen. Diese Besitzübertragung fand mit Zustimmung des Fürstabtes zu Kempten statt. Beide Söhne behielten nur den Kirchensatz zu Ebersbach und die Lehen der dortigen Kirche. Ein Jahr später, 1374, übergab Joß seinen Widumhof in Albrechts zu Gunsten seines Vetters Ludwig der Jüngere von Rothenstein dem Stift Kempten. Joß geriet in der Folge in Geldnot, verließ seine Söhne Burkhard, Gerwig und Konrad sowie seine weiteren Kinder und ging ins Ausland, wo er verschollen ist. Ihr Onkel Haug von Rothenstein, ein Bruder des Joß, nahm sich nach dessen Weggang der Kinder an. Heinrich von Rothenstein-Babenhausen verstarb bald nach der Besitzübertragung von 1373 kinderlos, dadurch kam sein Großneffe Ulrich von Rothenstein in den Besitz von Woringen.

Korona von Rothenstein, die Tochter Konrads von Rothenstein und Nichte Ulrichs, war in Woringen mit Marschall Haupt von Pappenheim vermählt. Nach dem Tod ihres Vaters Konrad kamen Korona und Marschall Haupt von Pappenheim bei der Erbteilung mit ihren Brüdern im Jahr 1409 zu weiteren Besitzungen. Dies waren nahezu alle Güter links der Iller und die Burg Kalden bei Altusried. Den Großteil dieser geerbten Besitzungen veräußerten beide bereits 1412 für 5350 Pfund an Thomas und Ludwig von Rothenstein und deren Vormund Ulrich. So kamen die Burg Kalden samt zugehöriger Leute und Güter an die beiden Brüder. Ausgenommen davon waren die Kirchen, der Kirchensatz und das Vogtrecht sowie alle weiteren Besitzungen in Kimratshofen. Der Bauhof in Kalden, der Zehnte des Dorfes und Pfarrei Altusried verblieben bei Korona und Marschall Haupt von Pappenheim. Als Ulrich von Rothenstein verstarb, wurde dessen Erbe 1414 zwischen Korona, Thomas und Ludwig aufgeteilt. Die beiden Brüder erhielten den halben Teil von Berg sowie Burgstall, Dorf und Feste in Woringen. Vertreten wurden die beiden Brüder von ihren Vormündern Heinrich von Eisenburg und Haug von Rothenstein. Korona erhielt die andere Hälfte von Berg und Dorf Woringen und erwarb von den Vormündern ihrer beiden Geschwister noch deren Anteil an Woringen als Eigentum. Korona und Marschall Haupt von Pappenheim blieben jedoch nicht lange im gesamten Besitz von Woringen. Schon 1417 veräußerten beide ihren Besitz als kemptisches Mann- und Frauenlehen an Rudolf Möttelin, einem Bürger von Ravensburg, und dessen Söhne Klaus und Ruf. Die anderen Nachkommen aus der rothensteinischen Linie zu Woringen verarmten.

Rothenstein-Falken-Ittelsburg
Haug von Rothenstein und sein Neffe Gerwig, ein Sohn des Joß, erwarben im Jahr 1410 das Dorf und die Burg in Ittelsburg von Abt Eggo Schwab von Ottobeuren. Haug vermachte später seinen Anteil an der Burg und dazugehörigen Gütern an Gerwig. Dieser war mit Cecilia von Adelshofen vermählt, aus der Ehe ging ein gleichnamiger Sohn Gerwig hervor. Bis zum Jahr 1437 blieben Gerwig und Cecilia im Besitz der Feste Ittelsburg. In diesem Jahr veräußerte Gerwig mit Wissen seiner Ehefrau und seines Sohnes die Feste Ittelsburg an Konrad den Jüngeren von Rothenstein für 400 rheinische Gulden. Das Dorf Ittelsburg ohne die Burg auf dem Falken verkaufte der Rothensteiner an Konrad Leutkircher, der das Dorf seinerseits 1426 an Diepold Zwicker verkaufte. Die bürgerlichen Familien Dodel, Vogt und Riedmüller wurden 1487 mit der Burg und dem Burgstall belehnt. Heinrich von Rothenstein, ein Neffe von Konrad dem Jüngeren, erwarb 1492 von Christian Vogt zu Kempten und Martin Vogt zu Staufen den Berg und den Burgstall von Ittelsburg. Dazu gehörte die auf der nördlichen Spitze des Falken neu erbaute Burg, genannt der Falk. Heinrich, mit der Aussicht auf das umfangreiche Erbe seines Verwandten Ludwig von Rothenstein, unternahm in den letzten Lebensjahren Ludwigs mehrere Versuche, sich mit diesem zu versöhnen. So reiste Heinrich zu Ludwig auf dessen Burg Leonstein in Kärnten und bat um einen Turniergang in Würzburg, den Ludwig jedoch bereits an seine anderen Verwandten Arbogast von Freiberg und Burkhard von Ellerbach vergeben hatte. Auf einem Turnier in Heidelberg im Jahr 1481 geriet Heinrich mit Alexander von Pappenheim und Burkhard von Ellerbach in Streit, da beide Heinrich den Turniergang nur gestatten wollten, wenn dieser zusammen mit seinen Brüdern auf das Erbe Ludwigs verzichtete, was Heinrich zurückwies. Ludwig vererbte seinen gesamten Besitz nach seinem Tod 1482 seinem Neffen Heinrich von Pappenheim. Nach dem Tod Heinrichs von Rothenstein war Gangolf Herr auf der Burg Falken, ihm folgte nach seinem Tod sein Bruder Achar von Rothenstein, der seinerseits seinem Sohn Johann (Hans) den Besitz vermachte. Der letzte Besitzer der Feste Ittelsburg, Johann (Hans) Heinrich von Rothenstein, starb im Jahr 1562. Die Burg vererbte er seinem Schwager Christoph von Bollstadt, der mit seiner Schwester Anna von Rothenstein vermählt war. Johann (Hans) Heinrich von Rothenstein war der letzte männliche Vertreter des rothensteinischen Adelsgeschlechtes, das mit seinem Tod 1562 ausstarb.

Rothenstein-Ebenhofen
Die Linie Rothenstein-Ebenhofen beginnt im 15. Jahrhundert, als die beiden Brüder Konrad und Ulrich von Rothenstein am 6. Januar 1415 mit dem Wasserschloss in Ebenhofen belehnt wurden. Beide erbten es von ihrem Vetter Hans Schad, der das Lehen vom Stift Kempten besaß. Das Wasserschloss befand sich nordöstlich der Pfarrkirche St. Peter und Paul und ist nicht mehr vorhanden. Ein eingetragenes Bodendenkmal weist auf den ehemaligen Standort hin. Konrad der Ältere, der Vater der beiden Brüder, überließ ihnen und ihrem weiteren Bruder Kaspar aus erster Ehe am 30. März 1417 ein Haus und den Weiher in Ebenhofen. Den Söhnen Wilhelm und Georg aus seiner zweiten Ehe und ihm selbst überließ er den Sitz in Albrechts, einem Ortsteil der Gemeinde Günzach bei Obergünzburg. Da seine beiden Söhne aus zweiter Ehe kinderlos verstarben, fiel der Besitz in Albrechts schon 1465 wieder an die Ebenhofener Linie zurück. Konrad der Jüngere war in Mindelheim bei Herzog Ulrich von Teck in Diensten. Bereits 1422 und noch 1439 war er Pfleger in Hochstädt. Von Gerwig von Rothenstein erwarb er 1437 die Feste Ittelsburg. Konrad war in erster Ehe mit Margareta von Ostheim und in zweiter Ehe mit Siguna Marschalk vermählt, wobei beide Ehen kinderlos blieben. Die Linie der Rothenstein in Ebenhofen wurde somit von seinem Bruder Ulrich fortgesetzt, der um 1425 vom Augsburger Bischof Peter von Schaumberg mit jeweils einem Hof in Hummeratsried und Hiemenhofen belehnt wurde. Er war mit Christine von Thürheim vermählt und verstarb wohl 1481. Sein Sohn Georg (Jörg) trat in das Stift Kempten ein. Die anderen drei Söhne Andreas, Heinrich und Ulrich teilten sich die Besitztümer ihres Vaters in Ebenhofen und Albrechts nach dessen Tode auf. Andreas war Vogt in Marktoberdorf und begründete für kurze Zeit eine eigene Linie in Hummeratsried, die jedoch mit seinem Sohn Wilhelm wieder ausstarb. Der andere Sohn Heinrich war 1490 Pfleger in Tarasp und erwarb 1492 die Feste Ittelsburg mit der dort erbauten neuen Burg, der Falk. Er nahm dort seinen Sitz und führte die Linie Rothenstein-Falken-Ittelsburg neben der Linie Rothenstein-Ebenhofen fort. Sein vierter Sohn Ulrich hatte seinen Sitz in Ebenhofen, war niemals vermählt und verstarb kinderlos um das Jahr 1508. Er stiftete im Jahr 1500 in Ruderatshofen und 1507 in Ebenhofen Jahrtage für sich und seine Verwandten. Von den fünf Söhnen, die Heinrich zusammen mit seiner Ehefrau Kleopha von Hasberg hatte, verstarben Diepold, Ludwig und Arbogast vor ihrem Vater. Das Erbe Heinrichs teilten sich die beiden noch lebenden Söhne Gangolf und Acharius unter sich auf. Von Gangolf ist nach 1510 kein Nachweis mehr überliefert. 1497 verkaufte Heinrich zusammen mit seinem Bruder Ulrich den Sitz in Ebenhofen mit Weiher, Stadel, Bauhaus, Garten und Bauhof an König Maximilian für 1500 rheinische Gulden. Die Rothensteiner behielten ihren Sitz bei Ebenhofen so lange, bis die Summe bezahlt war. Dafür erhielten sie jährlich 50 Gulden Pflegegeld als Abschlag auf die Kaufsumme. Auf kaiserlichen Befehl überließen Acharius und Gangolf am 8. Oktober 1508 die bereits 1497 verkauften Besitzungen gegen Bezahlung der Summe an Konrad Fuchs. Unabhängig vom Verkauf durch ihren Vater hatten die Rothensteiner weiterhin größeren Grundbesitz in Ebenhofen. Acharius bewohnte das neuerbaute Schloss bei Ittelsburg und vermachte 1527 seinen Besitz seinen beiden Söhnen Wilhelm und Johann (Hans) Heinrich von Rothenstein.

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von Rotenstein, Andreas (I11491)
 
49477 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rotrou_III._(Perche)

Rotrou III. (Perche)

Rotrou III. († 6. (oder 8.) Mai 1144 vor Rouen) war ab 1100 oder 1101 der erste Graf von Le Perche, zudem war er ab 1126 Herr von Bellême. Er war der Sohn von Geoffroy II., Graf von Mortagne und Herr von Nogent-le-Rotrou, das er 1090 zur Grafschaft Le Perche zusammengefasste, und der Beatrix von Roucy.

Biographie
Rotrou begann seine militärische Karriere auf der Iberischen Halbinsel im Kampf gegen die Mauren. Er kämpfte in Begleitung seines Onkels Ebles II., Graf von Roucy und auf der Seite des Königs Sancho I. von Aragón (Sancho V. von Navarra; † 1094). Später nahm er im Gefolge von Herzog Robert II. von Normandie am Ersten Kreuzzug teil, vor allem an der Belagerung von Antiochia und der Belagerung von Jerusalem (1099). Sein Vater starb Mitte Oktober 1100, als er noch im Heiligen Land war.

Kurz nach seiner Rückkehr brach der Konflikt zwischen König Heinrich I. von England und Herzog Robert aus. Rotrou stellte sich auf Roberts Seite, während sein Feind Robert II. de Bellême Heinrich unterstützte. Nachdem er gegen Bellême unterlegen war, wechselte Rotrou auf die Seite des Königs und heiratete 1103 eine seiner unehelichen Töchter. Der Kampf gegen Bellême ging jedoch weiter, bis die beiden Kontrahenten exkommuniziert wurden; für die Aufhebung der Exkommunikation zahlte Rotrou schnell eine Ehrenstrafe.

Im Jahr 1111 kämpfte er auf Seiten von König Heinrich gegen den König von Frankreich, wiederum gegen den Seigneur de Bellême und diesmal auch gegen den Grafen von Anjou. Er geriet in Gefangenschaft, während Mortagne-au-Perche niedergebrannt wurde. Nach seiner Freilassung ging er ein weiteres Mal nach Spanien, wo er für den König Alfons I. von Aragón kämpfte, musste aber bald wieder nach Hause zurückkehren, um das von Guillaume III. Gouët verwüstete Le Perche zu verteidigen. Von 1115 bis 1118 war er erneut in Spanien, wo er Alfons I. bei der Rückeroberung des aufständischen Navarra unterstützte.

Nach dem Tod König Heinrichs 1135 und dem Ausbruch des Englischen Bürgerkriegs stellte sich Rotrou anfangs auf die Seite des neuen Königs Stephan und gegen die Tochter des verstorbenen Königs, Matilda. 1141 aber organisierte er eine Zusammenkunft normannischer Barone, die sich dann Matilda und ihrem Ehemann Gottfried Plantagenet anschlossen. Bei der Belagerung Rouens, die Gottfried im Zuge der Eroberung der Normandie, durchführte, wurde Rotrou am 6., vielleicht auch am 8. Mai 1144 von einem Pfeil tödlich getroffen.

Ehen und Nachkommen
Rotrou schloss eine erste Ehe, von der aber nicht einmal der Name der Ehefrau überliefert ist. Von ihr bekam er eine Tochter, Béatrice, die später Renaud IV. de Château-Gontier, Seigneur de Château-Gontier, heiratete.

1103 heiratete er in zweiter Ehe Mathilde (Mahaut), eine uneheliche Tochter von König Heinrich I. von England und seiner Konkubine Edith. Aus dieser Ehe hatte er zwei Töchter, Philippa, die spätere Ehefrau von Elias II. (Hélie II.), Graf von Maine, und Félicie. Mathilde kam am 25. November 1120 beim Untergang der White Ship vor Barfleur ums Leben.

Vor 1126 schloss Rotrou eine dritte Ehe, jetzt mit Hawise, der Tochter von Walter of Salisbury (Erstes Haus Salisbury) und Sibylle de Chaource. Mit ihr hatte er drei Söhne:

Rotrou IV., † 27. Juli 1191 bei der Belagerung von Akkon, der 1180 sein Nachfolger als Graf von Le Perche wurde
Geoffroy, der 1144 bezeugt ist
Étienne, der bis 1168 Elekt von Palermo und Kanzler des Königreichs Sizilien war und später im Heiligen Land verstarb
Nach Rotrous Tod heiratete Hawise in zweiter Ehe Robert den Großen, Graf von Dreux und Le Perche, † 11. Oktober 1188 (Stammliste der Kapetinger, Haus Frankreich-Dreux).

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von Le Perche, Rotrou III. (I12440)
 
49478 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rotrou_IV._(Perche)

Rotrou IV. († 27. Juli 1191 vor Akkon) war Graf von Le Perche.

Seine Eltern waren Graf Rotrou III. der Große und Hawise von Salisbury.

Nach dem Tod seines Vaters 1144 übernahm während Rotrous Unmündigkeit der zweite Ehemann seiner Mutter, Graf Robert I. von Dreux, die Regentschaft in der Grafschaft Le Perche. Mit der Unterstützung seines Stiefvaters führte Rotrou eine Fehde gegen seinen Nachbarn, Graf Wilhelm III. Talvas von Alençon, was zu gegenseitigen Verwüstungen ihrer Ländereien führte. 1172 unterstützte er den jüngeren Heinrich gegen Heinrich II. Plantagenet und 1183 gegen Richard Löwenherz. Dadurch verlor er aber die Burgen von Moulins-la-Marche und Bonsmoulins an Heinrich II. Plantagenet.

Zusammen mit seinem ältesten Sohn schloss er sich König Philipp II. von Frankreich zum Dritten Kreuzzug an, auf dem er bei der Belagerung von Akkon starb.

Ehe
Rotrou war verheiratet mit Mathilde von Blois († 1184), einer Tochter des Grafen Theobald II. von Champagne. 
von Le Perche, Graf Rotrou IV. (I29841)
 
49479 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rötteln_(Adelsgeschlecht)

Die beiden weltlichen Brüder Konrad und Dietrich IV. verwalteten den Röttler Besitz wohl zunächst gemeinsam, erst später scheint es eine Teilung gegeben zu haben: Konrad behielt die Burg Rötteln, Dietrich zog auf die Rotenburg bei Wieslet und begründete die Nebenlinie der Rotenberger. Einige Besitztümer wurden jedoch weiterhin gemeinsam verwaltet, so zum Beispiel die Lehensherrlichkeit über die Vasallen.[19] Der Name der Rotenburg und der nach ihr benannten Seitenlinie wurde wahrscheinlich aufgrund der klanglichen Anlehnung an Namen und Burg der Hauptlinie gewählt.[20] Dietrich IV. starb vor 1248.[21] Konrad, der mit einer Tochter des Grafen Ulrich von Neuenburg verheiratet war, übernahm offenbar die Vormundschaft über Dietrichs Kinder Dietrich (V.), Konrad und Walter.[22] In Konrads Zeit fällt wahrscheinlich die Erhebung Schopfheims zur Stadt sowie die Errichtung einer Tiefenburg dort; da Konrad außerdem in der Schopfheimer Pfarrkirche St. Michael begraben wurde, wird er als Stadtgründer Schopfheims angesehen.[23] Konrad von Rötteln hatte drei Söhne: Walter (II.), Otto und Lüthold. Lüthold schlug eine geistliche Laufbahn ein (siehe hierzu unten mehr), Walter und Otto verwalteten den Besitz gemeinsam. Walter verstarb jedoch offenbar relativ früh und ohne Erben. Danach kümmerte sich Otto um die Verwaltung der Röttler Herrschaft und trat dabei auch in mehreren Fehden auf.[24] Bei den Auseinandersetzungen der Basler Ritterbünde Psitticher und Sterner werden die Herren von Rötteln auf der Seite der Psitticher verortet.[25] Nach der Aussöhnung der beiden Parteien scheint sich auch Otto an die Habsburger angenähert zu haben und erhielt von König Albrecht unter anderem die Ämter des Burggrafen von Rheinfelden und des Reichsvogtes von Basel.[26]

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von Rötteln, Freiherr Konrad (I10775)
 
49480 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rötteln_(Adelsgeschlecht)

Die beiden weltlichen Brüder Konrad und Dietrich IV. verwalteten den Röttler Besitz wohl zunächst gemeinsam, erst später scheint es eine Teilung gegeben zu haben: Konrad behielt die Burg Rötteln, Dietrich zog auf die Rotenburg bei Wieslet und begründete die Nebenlinie der Rotenberger. Einige Besitztümer wurden jedoch weiterhin gemeinsam verwaltet, so zum Beispiel die Lehensherrlichkeit über die Vasallen.[19] Der Name der Rotenburg und der nach ihr benannten Seitenlinie wurde wahrscheinlich aufgrund der klanglichen Anlehnung an Namen und Burg der Hauptlinie gewählt.[20] Dietrich IV. starb vor 1248.[21] Konrad, der mit einer Tochter des Grafen Ulrich von Neuenburg verheiratet war, übernahm offenbar die Vormundschaft über Dietrichs Kinder Dietrich (V.), Konrad und Walter.[22] In Konrads Zeit fällt wahrscheinlich die Erhebung Schopfheims zur Stadt sowie die Errichtung einer Tiefenburg dort; da Konrad außerdem in der Schopfheimer Pfarrkirche St. Michael begraben wurde, wird er als Stadtgründer Schopfheims angesehen.[23] Konrad von Rötteln hatte drei Söhne: Walter (II.), Otto und Lüthold. Lüthold schlug eine geistliche Laufbahn ein (siehe hierzu unten mehr), Walter und Otto verwalteten den Besitz gemeinsam. Walter verstarb jedoch offenbar relativ früh und ohne Erben. Danach kümmerte sich Otto um die Verwaltung der Röttler Herrschaft und trat dabei auch in mehreren Fehden auf.[24] Bei den Auseinandersetzungen der Basler Ritterbünde Psitticher und Sterner werden die Herren von Rötteln auf der Seite der Psitticher verortet.[25] Nach der Aussöhnung der beiden Parteien scheint sich auch Otto an die Habsburger angenähert zu haben und erhielt von König Albrecht unter anderem die Ämter des Burggrafen von Rheinfelden und des Reichsvogtes von Basel.[26]

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von Rötteln, Dietrich IV. (I10779)
 
49481 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rötteln_(Adelsgeschlecht)

Lüthold II. von Rötteln

Ottos Bruder Lüthold II. von Rötteln hatte in der Zwischenzeit, wie zuvor auch Walther und Lüthold I., eine kirchliche Laufbahn eingeschlagen. Er wurde Domherr zu Basel und wird 1275 außerdem als Pfarrherr von elf Kirchen in der Herrschaft Rötteln genannt.[34] 1289 wurde er Dompropst zu Basel, 1296 in Doppelwahl zum Basler Bischof gewählt. Er und sein Gegenkandidat Berthold von Rüti appellierten an den Papst, der sie beide zum Verzicht aufforderte und stattdessen Peter von Aspelt zum Bischof machte.[35] 1309, nach dem Tode Ottos von Grandson, wurde der schon 82-jährige Lüthold wieder zum Bischof gewählt, doch auch dieses Mal entschied sich der Papst mit Gerhard von Wippingen für einen anderen Kandidaten. Das Domkapitel stellte sich jedoch hinter Lüthold, und es kam zum mehrjährigen Basler Bischofsstreit, an dessen Ende Lüthold und seine Unterstützer im Domkapitel allerdings nachgeben mussten.[36] Zur selben Zeit kam Lüthold auch die Aufgabe zu, die Röttler Erbfolge zu regeln. Ottos Sohn Walter (III.) war bereits am 25. September 1310[37] oder 1311[38] verstorben, und mit ihm der letzte weltliche Herr von Rötteln. Lüthold übernahm deswegen zunächst die Verwaltung der Herrschaft Rötteln, allerdings mit dem Ehemann seiner Nichte, Markgraf Rudolf von Sausenberg, als neuem Mitherren.[39] Beim Übergang des Röttler Besitzes an diesen nächsten Verwandten mussten einige Schwierigkeiten überwunden werden: 1311 kamen nochmals im Zusammenhang mit der Rotenberger Erbschaft stehende Streitigkeiten auf, die durch einen Schiedsspruch und die Zahlung von insgesamt 600 Mark Silber an zwei der Rotenberger Erben gelöst wurden[40] 1313 starb obendrein Rudolf von Sausenberg und hinterließ drei unmündige Söhne, sodass Lüthold wieder alleiniger Herrscher über Rötteln wurde. Im Dezember 1315 fertigte er ein Testament an, in dem er seinem Großneffen, Rudolfs Sohn Heinrich, seinen gesamten Besitz vermachte, und am 19. Mai 1316 starb er als letzter männlicher Angehöriger der Herren von Rötteln.[41] Für die Sausenberger Markgrafen, deren Besitz auf eine Erbteilung der Markgrafen von Baden-Hachberg im Jahr 1306 zurückging,[42] bedeutete das Röttler Erbe einen deutlichen Machtzuwachs, der ihren Herrschaftsbereich wahrscheinlich verdreifachte.[43] Langfristig bildete die Vereinigung von Rötteln und Sausenberg den ersten Schritt bei der Entstehung des späteren Markgräflerlandes.

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von Rötteln, Lüthold II. (I10783)
 
49482 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rötteln_(Adelsgeschlecht)

Rötteln (Adelsgeschlecht)

Die Herren von Rötteln waren ein im Raum Basel beheimatetes Adelsgeschlecht, das zwischen 1102/3 und 1316 urkundlich nachgewiesen ist. Die Familie, deren Burg bei Lörrach lag, hatte großen Besitz im südlichen Breisgau und dort vor allem im Wiesental, wo ein Familienangehöriger Schopfheim zur Stadt erhob. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts war die Familie auf dem Höhepunkt ihrer Macht, die Röttler Walther und Lüthold I. wurden Bischöfe von Basel, Lüthold II. stand als Dompropst und Elekt kurz davor. Mit ihm starb die Familie 1316 im Mannesstamm aus und wurde von den Markgrafen von Hachberg-Sausenberg beerbt. Die Röttler Erbschaft war ein wichtiger Schritt bei der Entstehung des späteren Markgräflerlandes.

Geschichte
Die Zeit der Dietriche
Die Herren von Rötteln werden 1102/3 erstmals genannt[1], als der Basler Bischof Burkhard einen Herren T. von Rötteln zum Vogt über die rechtsrheinischen Besitzungen des Klosters St. Alban machte. Der Name T. wird dabei in der Literatur einstimmig als „Dietrich“ (Theodericum) angesehen. Zu den von Dietrich von Rötteln bevogteten Gebieten gehörten unter anderem die Kirchen von Lörrach, Hauingen und Kandern sowie Besitz in Rheinweiler und Ambringen.[2] In den folgenden Jahren vergrößerte sich der rechtsrheinische Besitz St. Albans weiter, wobei eine gewisse Konzentration in der Umgebung Lörrachs zu sehen ist.[3]

In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erscheinen lediglich Familienangehörige mit dem Namen Dietrich. Da weitere Charakterisierungen fehlen, ist eine genauere Zubenennung oder Genealogie schwierig,[4] ein von Otto Konrad Roller versuchter Stammbaum unterscheidet Dietrich I. (genannt bis 1123) von Dietrich II. (genannt zwischen 1135 und 1147).[5] Ab 1147 bleibt es fast drei Jahrzehnte lang gänzlich still um die Familie, erst 1175 erscheint wieder ein Dietrich von Rötteln. Eine mögliche Erklärung ist, dass der vor 1147 genannte Dietrich (II.) recht jung, möglicherweise auf dem Zweiten Kreuzzug, verstarb. Seine Witwe heiratete wahrscheinlich einen Herren von Tegerfelden.[6] So lässt sich auch erklären, dass der ab 1175 genannte Dietrich (III.) den Kleriker Konrad von Tegerfelden als seinen Bruder bezeichnete. Umgekehrt stiftete auch Konrad später eine Jahrzeit für das Seelenheil unter anderem seines „Bruders“ Dietrich von Rötteln.[7] Die Verbindung mit Tegerfelden scheint auch die Namensgebung der Röttler beeinflusst zu haben, denn unter den Kindern Dietrichs III. finden sich mit Konrad und Lüthold die Namen seines mutmaßlichen Halbbruders und Stiefvaters. Dietrich III. erscheint ab 1187 nicht mehr in den Urkunden.[8] 1204 stiftete sein Halbbruder Konrad von Tegerfelden eine Jahrzeit für ihn und andere Angehörige.[9]

Auch Dietrich III. starb wahrscheinlich relativ jung, und es wird angenommen, dass sein Halbbruder Konrad von Tegerfelden, der zu diesem Zeitpunkt bereits Konstanzer Domherr war, sich der Kinder Dietrichs annahm.[10] Mit ihnen, den vier Brüdern Walter/Walther, Lüthold, Konrad und Dietrich (IV.), wird die Familie deutlicher fassbar und erreichte einen Höhepunkt an Macht und Entfaltung.[11]

Die Bischöfe Walther und Lüthold
Die beiden mutmaßlich ältesten Söhne Dietrichs III. schlugen eine kirchliche Laufbahn ein. Walther von Rötteln trat 1209 oder davor als Domherr in das Konstanzer Domkapitel ein. Offenbar von seinem inzwischen zum Konstanzer Bischof aufgestiegenen Stiefonkel Konrad von Tegerfelden gefördert, wurde Walther 1211 gegen den Widerstand einer Fraktion des Domkapitels Dompropst. Die unterlegene Fraktion wandte sich in der Sache an den Papst, unterlag jedoch.[12] 1213 wurde er zum Bischof von Basel gewählt, und in der Folgezeit tritt er in den Urkunden in der Umgebung König Friedrichs II. auf. Schon bald kamen gegen ihn jedoch Klagen auf, dass er Kirchengut verschwendet habe, und 1215 wurde er abgesetzt.[13] Walther kehrte in das Bistum Konstanz zurück. Auf die Stellung als Dompropst hatte er nach seiner Wahl zum Bischof verzichtet, sodass er nun zunächst nur einfacher Domherr war, später jedoch Konstanzer Erzpriester, Archidiakon von Burgund und Konstanzer Domscholast wurde.

In das Konstanzer Domkapitel war inzwischen auch Walthers Bruder Lüthold eingetreten, der seit 1215 als Domherr in Urkunden erscheint.[14] In den folgenden Jahren erscheinen Walther und Lüthold oft gemeinsam als Zeugen in Urkunden des Bistums, bevor Walther 1231 oder 1232 verstarb.[15] Lüthold bekleidete in Konstanz die Ämter des Archidiakons des Breisgaus und des Archidiakons von Burgund, bevor er 1238 zum Bischof von Basel gewählt wurde.[16] Als solcher ist er Lüthold II. Im Streit zwischen Kaiser Friedrich II. und dem Papst zeigte er sich als sehr papsttreu[17] und geriet deswegen in einen Konflikt mit dem eher kaiserlich gesinnten Bürgertum der Stadt: 1247 wurde er aus Basel vertrieben, die Bischofspfalz wurde gestürmt und zerstört. Lüthold trat 1248 als Bischof zurück und verstarb 1249.[18]

Die weltlichen Herren von Rötteln
Die beiden verbleibenden Brüder Konrad und Dietrich IV. verwalteten den Röttler Besitz wohl zunächst gemeinsam, erst später scheint es eine Teilung gegeben zu haben: Konrad behielt die Burg Rötteln, Dietrich zog auf die Rotenburg bei Wieslet und begründete die Nebenlinie der Rotenberger. Einige Besitztümer wurden jedoch weiterhin gemeinsam verwaltet, so zum Beispiel die Lehensherrlichkeit über die Vasallen.[19] Der Name der Rotenburg und der nach ihr benannten Seitenlinie wurde wahrscheinlich aufgrund der klanglichen Anlehnung an Namen und Burg der Hauptlinie gewählt.[20] Dietrich IV. starb vor 1248.[21] Konrad, der mit einer Tochter des Grafen Ulrich von Neuenburg verheiratet war, übernahm offenbar die Vormundschaft über Dietrichs Kinder Dietrich (V.), Konrad und Walter.[22] In Konrads Zeit fällt wahrscheinlich die Erhebung Schopfheims zur Stadt sowie die Errichtung einer Tiefenburg dort; da Konrad außerdem in der Schopfheimer Pfarrkirche St. Michael begraben wurde, wird er als Stadtgründer Schopfheims angesehen.[23] Konrad von Rötteln hatte drei Söhne: Walter (II.), Otto und Lüthold. Lüthold schlug eine geistliche Laufbahn ein (siehe hierzu unten mehr), Walter und Otto verwalteten den Besitz gemeinsam. Walter verstarb jedoch offenbar relativ früh und ohne Erben. Danach kümmerte sich Otto um die Verwaltung der Röttler Herrschaft und trat dabei auch in mehreren Fehden auf.[24] Bei den Auseinandersetzungen der Basler Ritterbünde Psitticher und Sterner werden die Herren von Rötteln auf der Seite der Psitticher verortet.[25] Nach der Aussöhnung der beiden Parteien scheint sich auch Otto an die Habsburger angenähert zu haben und erhielt von König Albrecht unter anderem die Ämter des Burggrafen von Rheinfelden und des Reichsvogtes von Basel.[26]

Zu einer Verschlechterung kam es offenbar im Verhältnis der Röttler zu den Rotenbergern: Als der kinderlose Dietrich V. von Rotenberg 1278 seine Erbschaft regelte, übergab er seinen Besitz an das Kloster St. Blasien mit der Auflage, eine Erbengemeinschaft von fünf Familien damit zu belehnen – seine Röttler Vettern gehörten dabei nicht zu den Belehnten.[27] Zwei Monate vor diesem Testament hatte Dietrich bereits mit dem Basler Domkapitel vereinbart, dass die Lehen, die er vom Hochstift hatte, wieder an dieses zurückfallen sollten, falls er ohne männliche Leibeserben stürbe.[28] 1279 erwähnen die Colmarer Annalen eine Fehde zwischen dem Basler Bischof und Otto von Rötteln. Nach Ansicht von Otto Roller war das den Röttlern vorenthaltene Rotenberger Erbe Gegenstand dieser Fehde, in der Otto am Ende siegreich blieb.[29] Auf jeden Fall scheint die Hauptlinie, wenn auch möglicherweise über Umwege, wieder in den Besitz des Rotenberger Erbes gekommen zu sein.[30]

Ende des 13. Jahrhunderts gibt es Anzeichen, dass es um die finanzielle Lage der Röttler nicht mehr so gut stand; Otto von Rötteln verkaufte 1289 zur Abtragung einer Schuld Güter bei Schwand an das Kloster St. Blasien, und in den folgenden Jahren verzichteten er und sein Sohn Walter auch auf weitere Einkünfte und veräußerten weitere Güter. Möglicherweise war die Anwartschaft der Familie auf hohe geistliche Ämter ein Grund für die finanziellen Probleme: Diese bedingte einen angemessenen, teuren Lebensstil mit standesgemäßen Heiraten, bei denen die Töchter entsprechend mit Besitz ausgestattet werden mussten. Gemeinsam mit der Aufteilung des Besitzes unter Röttler und Rotenberger in der Mitte des 13. Jahrhunderts führte dies möglicherweise zu einem Verschleiß der finanziellen Kräfte. Auffallend ist, dass die Schulden Ottos 1289 akut wurden, etwa ein Jahr nachdem sein Bruder Lüthold Basler Dompropst geworden war (zu ihm siehe unten).[31]

Otto von Rötteln wirkte 1302 als Burggraf von Rheinfelden[32] und starb wahrscheinlich um 1305. Seine Familie ist in der Verkaufsurkunde von 1289 aufgelistet und umfasste neben seiner Frau Richenza den Sohn Walter sowie die beiden Töchter Agnes und Benedicta, von denen eine mit Markgraf Rudolf von Hachberg-Sausenberg verheiratet war.[33]

Lüthold II. von Rötteln
Ottos Bruder Lüthold II. von Rötteln hatte in der Zwischenzeit, wie zuvor auch Walther und Lüthold I., eine kirchliche Laufbahn eingeschlagen. Er wurde Domherr zu Basel und wird 1275 außerdem als Pfarrherr von elf Kirchen in der Herrschaft Rötteln genannt.[34] 1289 wurde er Dompropst zu Basel, 1296 in Doppelwahl zum Basler Bischof gewählt. Er und sein Gegenkandidat Berthold von Rüti appellierten an den Papst, der sie beide zum Verzicht aufforderte und stattdessen Peter von Aspelt zum Bischof machte.[35] 1309, nach dem Tode Ottos von Grandson, wurde der schon 82-jährige Lüthold wieder zum Bischof gewählt, doch auch dieses Mal entschied sich der Papst mit Gerhard von Wippingen für einen anderen Kandidaten. Das Domkapitel stellte sich jedoch hinter Lüthold, und es kam zum mehrjährigen Basler Bischofsstreit, an dessen Ende Lüthold und seine Unterstützer im Domkapitel allerdings nachgeben mussten.[36] Zur selben Zeit kam Lüthold auch die Aufgabe zu, die Röttler Erbfolge zu regeln. Ottos Sohn Walter (III.) war bereits am 25. September 1310[37] oder 1311[38] verstorben, und mit ihm der letzte weltliche Herr von Rötteln. Lüthold übernahm deswegen zunächst die Verwaltung der Herrschaft Rötteln, allerdings mit dem Ehemann seiner Nichte, Markgraf Rudolf von Sausenberg, als neuem Mitherren.[39] Beim Übergang des Röttler Besitzes an diesen nächsten Verwandten mussten einige Schwierigkeiten überwunden werden: 1311 kamen nochmals im Zusammenhang mit der Rotenberger Erbschaft stehende Streitigkeiten auf, die durch einen Schiedsspruch und die Zahlung von insgesamt 600 Mark Silber an zwei der Rotenberger Erben gelöst wurden[40] 1313 starb obendrein Rudolf von Sausenberg und hinterließ drei unmündige Söhne, sodass Lüthold wieder alleiniger Herrscher über Rötteln wurde. Im Dezember 1315 fertigte er ein Testament an, in dem er seinem Großneffen, Rudolfs Sohn Heinrich, seinen gesamten Besitz vermachte, und am 19. Mai 1316 starb er als letzter männlicher Angehöriger der Herren von Rötteln.[41] Für die Sausenberger Markgrafen, deren Besitz auf eine Erbteilung der Markgrafen von Baden-Hachberg im Jahr 1306 zurückging,[42] bedeutete das Röttler Erbe einen deutlichen Machtzuwachs, der ihren Herrschaftsbereich wahrscheinlich verdreifachte.[43] Langfristig bildete die Vereinigung von Rötteln und Sausenberg den ersten Schritt bei der Entstehung des späteren Markgräflerlandes.

Die Herren von Rötteln im lokalen Machtgefüge
Die Herren von Rötteln gehörten zu den wichtigsten breisgauischen Adelsfamilien im Hochmittelalter.[44] In ihre Zeit fällt auch eine ausgeprägte Konkurrenzsituation zwischen den Zähringern und dem Bistum Basel, die auch auf den lokalen Adel Auswirkungen hatte und zu Gruppenbildungen führte.[45] In Bezug auf die Herren von Rötteln hat Otto Roller eine große Nähe zu den Zähringern konstatiert und die Röttler als „hochkirchlich“ charakterisiert.[46] Dieses Bild wird von der moderneren Forschung jedoch teilweise relativiert: So erscheinen Röttler Herren nur selten und relativ spät als Zeugen in Urkunden der Zähringer, und manche dieser Zeugendienste lassen sich möglicherweise durch Eigeninteressen erklären. Im Vergleich hierzu scheint die Anbindung an das Basler Bistum enger gewesen zu sein.[47] Wenn, dann können die Röttler im 12. Jahrhundert wohl nur dem „weiteren Umfang der Zähringergefolgschaft“ zugeordnet werden.[48] Auch in späteren Auseinandersetzungen wie jenen zwischen Friedrich II. und Papst Innozenz IV. oder den Konflikten der Basler Ritterbünde Psitticher und Sterner geben die Röttler kein einheitliches Bild ab: Während Walter als Basler Bischof eng an der Seite Friedrichs II. auftritt, scheint sein Bruder Lüthold später als Basler Bischof dem Papst die Treue gehalten zu haben und geriet darüber in Konflikt mit dem Basler Bürgertum und auch mit seinen Brüdern.[49] Auch später scheint es ähnliche Konflikte zwischen den Röttlern und Rotenbergern gegeben zu haben: Während die Röttler Hauptlinie zu den Psittichern gezählt wird[50], erschien Dietrich V. von Rotenberg mehrmals im Umkreis der Sterner und wählte mit Peter und Matthias Reich sowie Wernher von Eptingen mehrere Angehörige von Sterner-Familien als Erben.[51] Eine geschlossene Politik der gesamten Familie kann deswegen nicht ausgemacht werden.[52]

Herkunft
Über die genaue Herkunft der Herren von Rötteln gibt es verschiedene Theorien. Die Benennung erfolgte sicher nach dem Weiler Rötteln, dessen Pfarrkirche bereits 751 und damit lange vor dem Adelsgeschlecht urkundlich erwähnt wurde. Der Name Rötteln stellt eine Verkürzung von Raudinleim dar und verweist auf roten Lehm. Als erster Grundbesitzer in der Umgebung Röttelns trat das Kloster St. Gallen in Erscheinung.[53] Woher und wie genau allerdings die Röttler Adelsfamilie in ihre Machtposition im Rheinknie kam, ist umstritten. Einerseits wird vermutet, dass die Röttler ursprünglich aus Innerschwaben mit den Zähringern in den südlichen Breisgau kamen und von einem bei Weilheim an der Teck begüterten Geschlecht abstammen.[54] Andererseits könnte es sich auch um eine lokale Meierfamilie gehandelt haben, die in den Ritterstand aufstieg.[55] Der Leitname Dietrich könnte auch auf eine Verwandtschaft mit den Grafen von Bürgeln (siehe Nellenburg) und somit auf eine Herkunft aus dem Thurgau hindeuten.[56] Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Herren von Rötteln von den uradeligen Hessonen abstammten, insbesondere von der in der Forschung so bezeichneten Dietrich-Hesso- oder Hesso-Lampert-Sippe, auf die auch andere nahe Adelsgeschlechter zurückgingen, so die Üsenberger, Nimburger, Waldecker und Eichstetten.[57] In den Quellen werden die Röttler Herren durchgängig als „Herren“ (domini) oder „Edelleute“ (nobiles viri) bezeichnet.[58]

Wappen
Das Wappen der Herren von Rötteln zeigte in Gold einen roten wachsenden Löwen aus einem Wolkenfeh in silber-blau.
Das Symbol des Löwen wird in der Literatur beispielhaft wie folgt interpretiert: „Der Löwe war … ein echtes Sinnbild des alten Ritterthums: stark, mannhaft, grossherzig, grimmig. Er war ein sehr beliebtes und gleichzeitig sehr anspruchsvolles Wappenbild. Die Wilkina-Saga (um 1300) erzählt, dass nach alter Sitte niemand in seinem Schilde einen Löwen führen durfte, der jemals zu fliehen gedachte.“[59] Feh „war früher eigentlich ein Besatz mit den Fellen des Grauen Eichhörnchens[60], einst ein beliebter Fell-Lieferant.“ [61] Das Feh des Röttler Wappens wird in der modernen Verwendung (siehe unten) manchmal auch als Wellenlinie interpretiert.[62] Ob der rote Löwe eine engere Beziehung zu den Herren von Kaltenbach andeutet,[63] ist ungeklärt.

Das Röttler Wappen wurde zunächst von den Markgrafen von Hachberg-Sausenberg und später von den Markgrafen von Baden bzw. den Markgrafen von Baden-Durlach[64] (beide waren nacheinander Erben der Herrschaft Rötteln) aber auch von den Markgrafen von Baden-Baden in einem Feld ihres Wappenschildes weiter geführt.[65] Auch in den Siegeln des Kurfürstentums Baden und des Großherzogtums Baden ist das Röttler Wappen noch in einem Feld des Wappenschildes zu finden,[66] wobei das Wolkenfeh zu reinen Wellenlinien umgestaltet wurde, wie Feh überhaupt im Laufe der Zeit zu einem rein ornamentalen Wappenelement wurde.

Das Wappen und Teile davon haben in Orts- und Kreiswappen überlebt. Das gesamte Wappen ist beispielsweise im Wappen des Lörracher Ortsteils Haagen, auf dessen Gemarkung sich die Burg Rötteln befindet, zu finden. Bei Wieslet verweist ein Kleinwappen im eigentlichen Wappen auf die Röttelsche Seitenlinie der Rotenberger.[67] Noch weiter verbreitet als das gesamte Wappen ist der rote Löwe der Röttler: Er befindet sich als Erinnerung an die Röttler Herrschaft noch in den Wappen des Landkreises Lörrach[68] (einschwänzig und nach (heraldisch) links gewandt), und der Gemeinden Rümmingen[69] und Efringen-Kirchen[70] (einschwänzig, nach links gewandt und in umgekehrten Farben).

Besitz
Der Besitz der Röttler Herren lag im südlichen Breisgau und dort vor allem um Lörrach und in den Tälern der Großen und Kleinen Wiese. Die Herrschaft Rötteln bildete nach Ansicht von Thomas Simon ein „Konglomerat zahlreicher Vogteien und Grundherrschaften“ und war wahrscheinlich auch mit hochgerichtlichen Rechten ausgestattet. Die Herren von Rötteln hatten demnach die Vogtei über Besitz der Klöster St. Alban und St. Blasien und waren außerdem Kastvögte über das Kloster Weitenau. Der bevogtete Besitz lag insbesondere in Steinen, Fahrnau, Lörrach und um Weitenau.[71] Eine weitere Vogtei hatten die Röttler (beziehungsweise später die Rotenberger) über das Frauenpriorat in Istein, an dessen Gründung und Dotation sie maßgeblich beteiligt waren.[72] Schopfheim war ein habsburgisches Afterlehen, ein weiterer möglicher Lehensherr der Röttler war das Bistum Basel, auf das zum Beispiel der Röttler Besitz in Haltingen zurückgehen könnte. Weiterer Besitz bestand im Kleinen Wiesental um Tegernau, dort kam es zu einer Verbindung von Grundbesitz und Vogtei, die möglicherweise auf eine Erbschaft von den Mitte des 12. Jahrhunderts ausgestorbenen Herren von Waldeck zurückging. Von diesen erbten die Röttler wahrscheinlich Herrschaftsrechte in Gresgen und die um Tegernau gelegenen Besitzungen mit mehreren Weilern und Dorf, Dinghof und Kirchenvogtei Tegernau, vielleicht auch die Burgen Neu- und Altwaldeck mit Zubehörden als Basler Lehen.[73] Im Kleinen Wiesental waren später offenbar insbesondere die Rotenberger begütert, bei der Regelung seiner Erbangelegenheiten nannte Dietrich V. 1278 zahlreiche Güter im Mittleren und Kleinen Wiesental sowie den Kirchensatz in Fahrnau.[74] Weitere Patronatsrechte hatten die Röttler offenbar in Kleinkems, Blansingen, Wollbach, Binzen, Ötlingen, Lörrach, Rötteln, Hauingen, Steinen und Herten, denn dort wurde der spätere Basler Dompropst Lüthold bereits 1275 als Kirchherr erwähnt.[75] Insgesamt umfasste der Röttler Besitz größtenteils den südlichen und östlichen Teil der spätmittelalterlichen Landgrafschaft im Sausenhart.[76] Als Lehen an die Münch von Landskron vergeben war die Burg Landskron bei Leymen.

Burg Rötteln
→ Hauptartikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Rötteln
Die Burg Rötteln wird 1259 erstmals erwähnt, mehr als 150 Jahre nach der Erwähnung des ersten Röttler Herren. In der entsprechenden Urkunde werden die Burg und der Ort Schopfheim als Lehen bezeichnet, die das Kloster Murbach an die Grafen von Habsburg-Laufenburg vergabt hatte. Das Lehensverhältnis der Röttler zu den Habsburgern blieb offenbar weiter bestehen und wurde erst im 18. Jahrhundert durch die Markgrafen von Baden-Durlach als Erben der Erben der Röttler abgelöst.[77] Der genaue Bauzeitpunkt der Burg ist unklar, muss jedoch deutlich vor der urkundlichen Ersterwähnung 1259 erfolgt sein. Der Nordturm („Grüner Turm“) der älteren Hauptburg wird auf Mitte des 12. bis Anfang des 13. Jahrhunderts datiert, Teile des Palas weisen auf einen Bau um 1200 hin, spätestens im frühen 14. Jahrhundert scheint es allerdings einen Umbau und eine Erweiterung gegeben zu haben.[78] Für die sich an die Oberburg anschließende Vorburg wurde lange angenommen, sie sei erst im 14. Jahrhundert angelegt worden; als ihre Erbauer galten deswegen nicht die Herren von Rötteln, sondern die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, die nach dem Anfall des Röttler Erbes ihren Sitz von der Sausenburg auf Rötteln verlegt hatten.[79] Bei neuen Ausgrabungen wurde jedoch Bauschutt gefunden, der darauf hinweist, dass zumindest Teile der Vorburg bereits im frühen oder mittleren 13. Jahrhundert erbaut wurden, möglicherweise zeitgleich mit dem Nordturm. Als Bauherren kämen dann entweder Bischof Lüthold oder Konrad von Rötteln in Frage, und der Ausbau würde zur Periode der größten Machtentfaltung der Röttler Herren passen.[80]

Andere Familien von Rötteln

Rötteln (Rotwasserstelz)
Nach der Burg Rotwasserstelz im Klettgau (Gemeinde Hohentengen, Amt Waldshut), die auch Rötteln hieß, nannte sich ein Ministerialen- oder ritterbürtiges Geschlecht,...“[81] Die bekannten Personen dieses Geschlechts waren u. a. Ministeriale und Lehensleute der Herren von Krenkingen, Herren von Klingen und Herren von Regensberg. Ein Edelknecht, Hans von Rötteln, tritt 1362 als Lehensmann des Johann II. von Habsburg-Laufenburg auf. Aus einem teilweise erhaltenen Siegel des Hermann von Rötteln und einem Hinweis in der Literatur[82] wurde geschlossen, dass diese Röttler ein dem der Edelfreien von Rötteln ähnliches Wappen führten.[83] Für eine Verbindung der beiden Familien gibt es jedoch keine Belege.

Die Marquis de Rothelin
Nach dem Absterben des Hauses Hachberg-Sausenberg in der männlichen Linie im Jahre 1503 lebte der Name von Rötteln in Frankreich wieder auf. Die einzige Tochter von Markgraf Philipp, dem letzten Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, war mit Louis I. d’Orléans, premier duc de Longueville verheiratet. Diese Tochter, Johanna oder Jeanne de Hochberg,[84] erhob Erbansprüche auf die Herrschaft Rötteln und ihr Ehemann nannte sich auch Marquis de Rothelin.

Johannas Sohn, François, hielt die Ansprüche aufrecht und ihr Enkel aus einer unehelichen Verbindung ihres Sohnes wurde bekannt als „Bâtard de Rothelin“ (Bastard von Rötteln). Dieser Enkel – ebenfalls François genannt – übernahm von seinem Vater den Titel Marquis de Rothelin und begründete die Nebenlinie Orléans-Rothelin.

Obwohl der Erbstreit 1581 beigelegt wurde, erlosch der Name Orléans-Rothelin erst 1818. Bekanntestes Mitglied der Familie war der Gelehrte Charles d’Orléans de Rothelin, genannt „l’Abbé de Rothelin“.

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von Rötteln, Agnes (I10786)
 
49483 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roucy_(Adelsgeschlecht)

Roucy (Adelsgeschlecht)

Roucy war eine Familie der nordfranzösischen Adels normannischer Abstammung. Es tritt erstmals mit Ragenold auf, dem Erbauer der Burg Roucy, das zum Zentrum der Grafschaft Roucy wurde. Die Familie starb bereits nach vier Generationen aus, die Grafschaft Roucy ging an die Grafen von Montdidier über.

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von Roucy, Graf Ebles I. (Ebal) (I9889)
 
49484 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Roucy_(Adelsgeschlecht)

Roucy (Adelsgeschlecht)
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Roucy war eine Familie der nordfranzösischen Adels normannischer Abstammung. Es tritt erstmals mit Ragenold auf, dem Erbauer der Burg Roucy, das zum Zentrum der Grafschaft Roucy wurde. Die Familie starb bereits nach vier Generationen aus, die Grafschaft Roucy ging an die Grafen von Montdidier über.

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von Roucy, Gräfin Ermentrud (I4649)
 
49485 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rozala-Susanna_von_Italien

Rozala-Susanna von Italien

Rozala-Susanna von Italien, auch von Ivrea, (* um 950 bis 960;[1] † 26. Januar[2] 1003) war durch Heirat mit Arnulf II. von Flandern Gräfin von Flandern und übernahm nach dem Tod ihres Mannes die Regentschaft für ihren noch unmündigen Sohn Balduin IV. Kurz darauf wurde sie die Ehefrau des späteren französischen Königs Robert II., der sie jedoch noch vor seiner Thronbesteigung verstieß

Leben
Rozala kam als eines von sieben[3] Kindern des italienischen Königs Berengar II. und seiner Frau Willa zu Welt und war damit eine Enkelin Bosos, des Markgrafen von Tuscien.[4] Nachdem sich ihr Vater im Kampf um sein Königreich 964 Otto dem Großen endgültig ergeben musste, wurde er von ihm mit seiner Familie nach Bamberg geschickt. Dort verbrachte Rozala ihre Jugend in einem von Ottos Mannen bewachten Stadtturm.[5] Nach der Weltchronik Reginos von Prüm wuchs sie allerdings in der Obhut der Kaiserin Adelheid von Burgund auf.[1]

Kaiser Otto arrangierte für sie eine Hochzeit mit dem flandrischen Grafen Arnulf II., die nicht vor 968 stattfand[6]. Aus dieser mehr als 20 Jahre dauernden Ehe gingen zwei Kinder hervor:[7]

Mathilde († spätestens 995)
Balduin IV. (* um 980[8]; † 30. Mai 1035), Graf von Flandern
Beim Tod ihres Mannes wohl zwischen 987 und 988[6] war ihr Sohn noch minderjährig, und so übernahm sie als sein Vormund die Regierungsgeschäfte in der Grafschaft. Da sich Nachfolgestreitigkeiten in Flandern anbahnten, entschied sich Rozala-Susanna nicht lange, nachdem sie Witwe geworden war, zu einer erneuten Heirat. Um die Macht für die regierende Dynastie in Flandern zu erhalten, suchte sie Beistand beim französischen König Hugo Capet und ehelichte vor dem 1. April 988[1] dessen Sohn Robert, der später als Robert II. den französischen Thron besteigen sollte. Die Ehe war auch für die Seite der Kapetinger eine politisch lohnende Verbindung, denn auf diese Weise wurde Flandern nicht nur dem karolingischen Einflussbereich entzogen, sondern auch das Territorium Karls von Niederlothringen, einem Unterstützer der Karolinger, eingekreist und isoliert. In einigen Publikationen ist die Information zu finden, Rozala habe sich anlässlich ihrer zweiten Hochzeit in Susanna umbenannt, überlieferte Urkunden aus der Zeit davor zeugen jedoch davon, dass sie auch schon zuvor bei diesem Namen genannt wurde.[1]

Die Braut war zum Zeitpunkt der Hochzeit mindestens zwölf Jahre älter als der Bräutigam.[9] Die Ehe war nicht glücklich, was der Chronist Richer von Reims in seiner Historiae darauf zurückführte, dass Rozala-Susanna so viel älter war als ihr Mann.[10] Gemäß Richers Angaben verstieß Robert seine Frau, als er 19 Jahre alt war. Als Grund führte der Thronfolger an, dass ihm seine Frau keine Kinder geboren hatte. Sollte das angeführte Alter korrekt sein, müsste die Verstoßung um 990 anzusetzen sein, andere Literatur datiert sie jedoch in die Jahre 991 und 992. Im Anschluss an ihre Verstoßung verweigerte Robert seiner Frau die Nutznießung ihres Wittums Montreuil-sur-Mer, das von einigen Publikationen fälschlicherweise als ihre Mitgift bezeichnet wird. Rozala versuchte zwar zunächst noch, ihre Rechte durchzusetzen, war im Streit um die Hafenstadt aber schlussendlich unterlegen. Sie ging daraufhin an den Hof ihres Sohnes aus erste Ehe nach Flandern zurück und soll ihn bei seiner Regierung unterstützt haben.[9] Sie starb im Jahr 1003 in Flandern und wurde neben ihrem ersten Mann in der Klosterkirche der Genter Sankt-Peters-Abtei auf dem Blandinberg beerdigt. Ihr Grabmal ist heutzutage nicht mehr erhalten, denn es wurde 1578 im Zuge des reformatorischen Bildersturms – ebenso wie die Grabmäler aller anderen in der Kirche bestatteten Mitglieder der flandrischen Grafenfamilie – zerstört.[11]

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von Italien, Prinzessin Rozala Susanna (I5309)
 
49486 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ruben_(Armenien) (Aug 2023)

Ruben (auch Rupen, Ռուբեն, mittelgriechisch Ῥουπένιος; * 1025; † 1095 in Kormogolo) war der erste Fürst von Kleinarmenien. Er regierte ab 1080 in Kilikien.

Leben
Ruben, der Gründer der Dynastie der Rubeniden, entstammte der Königsfamilie der Bagratiden, die bis 1045 in Armenien geherrscht hatte. Über seine ursprüngliche Stellung sind sich die Quellen nicht einig: Nach Matthias von Edessa war er Mitglied der Leibwache des früheren Königs Gagik II., dessen Ermordung 1079 (oder 1080) im kappadokischen Exil er blutig rächte und danach mit seiner Familie in das schwer zugängliche Taurusgebirge floh.[1] Dem zuverlässigeren Michael dem Syrer zufolge war Ruben ein Gefolgsmann des Philaretos Brachamios, von dem er zum Gouverneur von Kilikien ernannt wurde, eventuell mit Billigung von Kaiser Nikephoros III. Möglicherweise hatte Ruben schon zuvor in einer nicht mehr näher bestimmbaren militärisch-administrativen Funktion in einem der östlichen Themen gedient.[2]

Im Jahr 1080 sagte Ruben sich von Kaiser Nikephoros III. los und nahm den Titel eines „Herren vom Berge“ an. Im Bündnis mit Philaretos Brachamios, der Antiochia und Edessa beherrschte, erweiterte er von seiner Burg Kosidar (im Anti-Taurus nördlich von Sis bei Adana) aus sein Herrschaftsgebiet in die kilikische Ebene. Ruben führte mehrere erfolgreiche Feldzüge gegen die Byzantiner, wobei er unter anderem die starke Festung Pardzerpert in Besitz nahm. Als der Seldschukensultan Malik Schah I. 1086 große Teile Nordsyriens und des östlichen Anatoliens eroberte, nahm die armenische Zuwanderung in Rubens Fürstentum weiter zu.

Aus Altersgründen übertrug Ruben 1090 die Regentschaft seinem Sohn und Nachfolger Konstantin, der noch im selben Jahr die strategisch wichtige Festung Vahka einnahm. Er starb 70-jährig in Kormogolo und wurde im Kloster von Kastalon bei Sis beigesetzt. 
von Kleinarmenien (Rubeniden), Fürst Ruben (I41889)
 
49487 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Brun

Rudolf Brun (* ca. 1290–1300; † 17. September 1360 in Zürich) war von 1336 bis 1360 erster Bürgermeister von Zürich. Auf ihn geht die Brunsche Zunftverfassung Zürichs zurück.

Vor dem Umsturz
Die Bruns stammen aus einem Rittergeschlecht, das bis um 1200 in der Stadt Zürich sowie der Stadt Basel nachgewiesen werden kann; sie waren Dienstleute oder Ministeriale der Abtei Fraumünster. Als ältester bekannter Vertreter des Geschlechts gillt Heinrich Brun, der noch im 13. Jahrhundert eine Tochter von Jakob Mülner (1240–1287) heiratete, der damals die Zürcher Politik stark beeinflusste. Sein Sohn Jakob war von 1305–1309 Schultheiss und gehörte 1303–1318 dem ‚Sommerrat’ der Stadt an (die Räte wurden unter den einflussreichsten Familien vier Mal jährlich neu ausgehandelt). Von diesem Jakob Brun und seiner Frau Mechthild sind drei Kinder bekannt: Jakob († 1345), Rudolf, der spätere Bürgermeister, und Ita († 1366 (?)).
Über Rudolfs frühe Jahre ist wenig bekannt; erstmals erwähnt wird er 1324. Wohnhaft war er am Neumarkt 3 und war verheiratet mit Margaretha, einer Tochter des Ratsherrn Ulrich Fütschi. Zum Ritter geschlagen wurde er erst nach seinem Aufstieg zum Bürgermeister.
1330 geriet er in der Trinkstube ‚Estrich’ der Frau von Lunghof in einen Streit mit Ritter Rudolf Biber, einem seiner späteren Gegner, und wurde vom Rat mit einer hohen Busse von 550 Gulden bestraft. Drei Jahre später wurde er vom Rat gemahnt, die Busse endlich zu bezahlen. 1332–1336 sass er im Fastenrat, dem auch sein Schwiegervater angehörte. Dadurch wurde Brun Mitglied der Ratsoberschicht von Zürich. Der Rat wurde damals von einem halben Dutzend Familien beherrscht, die restlichen Familien, unter ihnen die Brun, waren de facto von der Mitbestimmung ausgeschlossen.
Hinweise auf eine politische Aktivität Bruns im Rat gibt es nicht. Über die Rolle, die Brun bei der Vorbereitung des folgenden Umsturzes gespielt hat, herrscht Unklarheit. Es scheint unwahrscheinlich oder zumindest fraglich, dass sich der politisch unerfahrene Brun innert kurzer Zeit die Unterstützung der Handwerker und des Volkes sichern, sich zum Alleinherrscher aufschwingen und eine faktische Diktatur einrichten konnte.

Der Umsturz
Hauptartikel: Brunsche Zunftverfassung
Treibende Kraft hinter den Umsturzplänen könnte an seiner statt der mächtige und einflussreiche Ritter Götz Mülner gewesen sein, ein vormaliger Chorherr und erfolgreicher Gegner der Ratsmehrheit, ständig darauf bedacht, seine Macht auszudehnenen. Mülner hatte genug Erfahrung für eine Alleinherrschaft. Mitten in den Vorbereitungen zum Umsturz, am 3. Juli 1336, starb Mülner jedoch im Alter von 65 bis 70 Jahren – und Brun als sein entfernter Verwandter und Mitarbeiter konnte seinen Platz einnehmen. Um den schwindenden Einfluss des Adels gegen die bürgerliche Ratsmehrheit aufzuhalten, schloss die Ratsminderheit, der Brun angehörte, ein Bündnis mit den Handwerkern, denen politische Aktivitäten nicht gestattet waren.
Am 7. Juni 1336 stürmte eine aufgebrachte Menge unter der Führung Bruns auf den im Rathaus versammelten Stadtrat. Die Räte jedoch waren gewarnt worden und konnten durch Flucht ihre Verhaftung verhindern. Am folgenden Tag wurde Rudolf Brun von einer Volksversammlung im Franziskanerkloster zum Bürgermeister auf Lebenszeit ernannt. Seine Gegner, die nicht bereit waren, sich dem neuen Regime zu beugen, wurden in Gruppen in verschiedene Richtungen aus der Stadt verbannt, getrennt nach ‚Gefährlichkeit’.
Durch den Sturz der bisherigen Regierung 1336 gelangte nun eine Koalition zwischen Stadtadel und Handwerkerschaft an die Macht. Verlierer waren klar die Kaufleute: 20 der 22 Verbannten stammten aus dem Kaufmannspatriziat. Hauptgewinner des Umsturzes war der Stadtadel, der nach der neuen Verfassung, nach dem Hauptinitiator ««««««««Brunschen Zunftverfassung««««/url»»»»»»»»»»»» genannt, den Rat beherrschte. Daneben konnten auch die Handwerker profitieren, die sich in 13 politischen Zünften organisierten und die an der Macht beteiligt wurden.

Nach dem Umsturz
Die neue Verfassung war ganz auf Rudolf Brun zugeschnitten, der als Bürgermeister lebenslang faktisch die Alleinherrschaft über die Stadt ausüben sollte. Alle Bürger mussten einen Eid auf seine Person ablegen. Trotzdem blieb die Opposition gegen Brun aktiv. Gegen die in der Stadt zurückgebliebenen Gegner ging Brun mehrmals vor, wie die Zahl der Hinrichtungen jener Jahre zeigt oder die Weisung, dass die ehemaligen Räte und ihre Anhänger sich nicht zu Gesellschaften mit mehr als drei Peersonen zusammenfinden durften. Die verbannten Räte flüchteten nach Rapperswil zu Graf Johann I. von Habsburg-Laufenburg aus einer Seitenlinie der Habsburger. Graf Johann war sowohl bei der Stadt wie auch bei einzelnen der Verbannten verschuldet. Von deren Unterstützung erhoffte er sich wohl eine Tilgung der Schuld. Unter seinem Schutz bildeten die Exilierten eine Gegenregierung des ««««««««äusseren Zürich»»»»»»»» in Rapperswil und begannen Streifzüge durch das Untertanengebiet der Stadt Zürich zu unternehmen.
Bürgermeister Brun sicherte sich die Unterstützung der Grafen von Toggenburg, der Schutzherren des Grossmünsterstifts, und zog mit einem kleinen Heer gegen Graf Johann. In der Schlacht bei Grynau besiegte er Johann, der dabei umkam. Dies provozierte jedoch das Eingreifen der Habsburger, die Brun zwangen, nicht nur auf alle Eroberungen zu verzichten, sondern den Verbannten auch noch all ihr Vermögen auszuhändigen. Danach versuchte Brun, die neue Ordnung in Zürich mit Landfriedens- und Hilfsbündnissen mit benachbarten Städten und Adelsgeschlechtern abzusichern. Jedenfalls scheint es längere Zeit zu keinen gewalttätigen Aktionen zwischen der Stadt und der Regierung des ««««««««äusseren Zürich»»»»»»»» in Rapperswil mehr gekommen zu sein.
Um 1348/49 brach in Zürich die Pest aus und forderte viele Opfer. Wie in vielen anderen Städten wurden die Juden als Sündenböcke für den Ausbruch dieser Krankheit hingestellt. Wahrscheinlich waren die mangelhaften sanitarischen Einrichtungen deer Stadt die Ursache. Ein Teil der damaligen jüdischen Bevölkerung von Zürich wurde verbrannt. Wer dem Pogrom entkommen konnte, wurde verbannt. Das Eigentum der ermordeten und vertriebenen Juden wurde unter die Nicht-Juden Zürichs verteilt, wobei sich Rudolf Brun einen Löwenanteil sicherte. Die Synagoge wurde zerstört. An ihrem Standort befindet sich heute die Gartenwirtschaft des Restaurants Neumarkt.
Trotz dieser Ablenkungsaktion wurde die Stellung Bruns in der Stadt wieder unsicherer, da Graf Johann II. von Rapperswil, der beim Tod seines Vaters noch minderjährig gewesen war, klar Stellung gegen Zürich bezog. Die Verbannten boten ihm nicht nur die Tilgung aller Schulden an, sondern wollten auch die an die Stadt verpfändeten Höfe Wollerau, Bäch und Pfäffikon für ihn einlösen. Die Regierung des ««««««««äusseren Zürich»»»»»»»» warb sogar Söldner an und plante mit der Hilfe ihrer Parteigänger in der Stadt den Umsturz.

Mordnacht von Zürich
In der Nacht vom 23. zum 24. Februar 1350 wurde ein Handstreich auf die Stadt vereinbart, die ««««««««Mordnacht von Zürich««««/url»»»»»»»»»»»». Die Verbündeten in der Stadt sollten offenbar die ««««««««Äusseren»»»»»»»» durch die Tore einlassen und dann gemeinsam Brun und seine Anhänger im Schlaf ermorden. Brun erhielt jedoch durch Verrat Nachricht von diesen Plänen. Es gelang den Verschwörern zwar, in die Stadt einzudringen, dort stiessen sie jedoch auf die vorbereiteten Anhänger Bruns. In einem Gefecht blieben 28 Tote von beiden Seiten zurück. Brun nahm etliche der Eindringlinge gefangen, unter anderem Graf Johann II. von Habsburg-Laufenburg. Achtzehn Verschwörer wurden gerädert, siebzehn geköpft.
Wenige Tage später zog Brun mit einem Heer vor die Stadt Rapperswil, die sich aus Sorge um den gefangenen Grafen ergab. Die Brüder des Grafen Johann hofften jedoch auf ein Eingreifen der habsburgischen Verwandten und sabotierten einen Friedensscschluss. Brun zerstörte deshalb die Festung Alt-Rapperswil in der March und schleifte Mauern und Burg von Rapperswil, so dass dieses nicht mehr verteidigt werden konnte. Um gegen Habsburg bestehen zu können, schloss Brun am 1. Mai 1351 einen Bund mit den vier Waldstätten, die mit Habsburg in einer seit Jahrzehnten andauernden Fehde lagen.
Brun und die Habsburger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im August 1351 forderte Herzog Albrecht II. von Habsburg, dass Brun die zerstörten Festungen wiederherstellen sollte, da diese habsburgische Lehen seien. Nachdem Albrecht im September eine Belagerung Zürichs begonnen hatte, willigte Brun in eiein Schiedsverfahren ein. Das Verfahren fiel zugunsten Habsburgs aus, weshalb es die Waldstätte nicht akzeptierten und der Krieg weitergeführt wurde. Auf Vermittlung von Ludwig dem Brandenburger wurde schliesslich der ««««««««Brandenburger Friede»»»»»»»» zwischen Zürich, den Habsburgern und Rapperswil abgeschlossen: Johann II. wurde freigelassen, die Stadt Zürich sollte fortan keine Ausburger mehr aufnehmen dürfen und alle habsburgischen und rapperswilerischen Gebiete räumen.
Die Waldstätte hielten sich jedoch nicht an diesen Frieden, weshalb 1353 die Kämpfe erneut ausbrachen. Als sogar Kaiser Karl IV. mit einem Heer an der Seite der Habsburger vor Zürich erschien, willigte Brun in den ««««««««Regensburger Frieden««««/url»»»»»»»»»»»» von 1355 ein, der im Wesentlichen den Brandenburger Friede bestätigte, jedoch Zürich verpflichtete, die verbündeten Waldstätte notfalls mit Gewalt zu dessen Einhaltung zu zwingen. Aus den Wirren um die Brunsche Zunftverfassung ging also das Haus Habsburg als Sieger hervor. Seine Vormachtstellung in der Nordschweiz wurde klar bestätigt.
Bürgermeister Brun gelang es, durch geschicktes Taktieren die Niederlage Zürichs doch noch in einen persönlichen Sieg umzuwandeln. 1356 schloss Zürich mit Habsburg einen Bund, der die Zunftverfassung garantierte. 1359 begab sich Rudolf Brun persönlich in die Dienste der Herzöge von Österreich und erhielt dafür eine Schuldverschreibung von 1000 Gulden zu 10 % jährlichem Zins.

Tod
Brun starb am 17. September 1360 und wurde zusammen mit seinem Koch im Chor der Kirche St. Peter begraben, deren Pflichten und Rechte er 1345 erworben hatte. Aus der Doppelbestattung wurde geschlossen, Brun sei von seinem Koch vergiftet worden. Anlässlich einer Öffnung des Grabes 1972 wurde gezielt mit nach Spuren von Gift gesucht, die Haar- und Knochenanalyse ergab jedoch keine Beweise für die Vergiftungsthese. Der Grabstein entstand wohl kurz nach Bruns Tod und verschwand im 19. Jahrhundert. Sein Grab liegt heute unter der Gedenktafel vor dem Turmaufgang. Seine Zunftverfassung blieb in Zürich im Wesentlichen bis 1798 in Kraft.


Literatur
• Annette Brunschwig, Ruth Heinrichs, Karin Huser: Geschichte der Juden im Kanton Zürich. Von den Anfängen bis in die heutige Zeit. Orell Füssli, Zürich 2005, ISBN 3-280-06001-X.
• Karl Dändliker: Brun, Rudolf. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 438 f.
• Helmut Meyer: Rudolf Brun und die Zürcher Revolution von 1336. Opportunist mit visionärer Politik. In: Geschichte. Historisches Magazin. ISSN 1011-5390, Jg 12 (1986), Heft 70.
• Hans Nabholz: Brun, Ritter Rudolf. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 675 f. (Digitalisat).
Weblinks
 Commons: Rudolf Brun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Martin Lassner: Brun, Rudolf. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
• Franziska Hälg-Steffen: Brun (ZH). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Einzelnachweise
1 Rudolf-Brun-Brücke (PDF; 2,0 MB)
2 Pfadfinderabteilung Rudolf Brun

 
Brun, Rudolf (I9961)
 
49488 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Gwalther

Rudolf Gwalther (auch Gualther, Walther; * 2. Oktober 1519 in Zürich; † 25. Dezember 1586 ebenda) war ein reformierter Theologe und Reformator. Er war der Nachfolger von Heinrich Bullinger als Antistes der Zürcher Kirche.

Leben und Wirken
Gwalther wurde als Sohn des Zimmermanns und Baumeister Andreas Gwalther geboren und verlor diesen frühzeitig, seine Mutter war Adelheid Hartfelde. Daraufhin nahm sich Heinrich Bullinger des Knaben an. Er besuchte die Schulen in Kappel am Albis, Basel, Straßburg, Lausanne und Marburg und studierte außer der Theologie, Mathematik und Poetik. In Lausanne lernte er Französisch und Italienisch. Landgraf Philipp von Hessen nahm den begabten Studenten 1541 zum Regensburger Religionsgespräch mit. Als er 1542 nach Zürich zurückkehrte, erhielt er die Pfarrstelle an der Zürcher Pfarrkirche St. Peter als Nachfolger von Leo Jud. Jetzt heiratete er Zwinglis Tochter Regula. 1546 wurde er Dekan des Zürichseekapitels.

Gwalther war ein anregender und beliebter Prediger. Seine Predigten und biblischen Betrachtungen wurden oft gedruckt und viel gelesen. Dass er als Ulrich Zwinglis Schwiegersohn dessen Erbe zu wahren suchte, derselben theologischen Richtung folgte und für die Verbreitung der Werke Zwinglis, die Opera Zvinglii 1544–1545, in der romanischen Welt durch lateinische Übersetzungen sorgte, ist erklärlich. 1546 führten seine Predigten gegen den Papst als Antichrist zu Klagen der katholischen Orte an der Tagsatzung. Er hielt sich danach zurück und veröffentlichte erst ab 1551 wieder Predigten auf Deutsch. Seine lateinischen Auslegungen zu den Evangelien, zur Apostelgeschichte, zu einigen Paulus-Briefen und zu den zwölf kleinen Propheten wurden von 1553 bis 1619 aufgelegt. Seine Predigtreihen, die Archetypi homiliarum, wurden 1587 bis 1612 gedruckt und dienten vielen Pfarrern als Vorlagen. Abgesehen von geschichtlichen Darstellungen verfasste er zahlreiche Übersetzungen und lieferte lateinische Dichtungen und geistliche Lieder. Der auf Deutsch übersetzte Psalter erfuhr über 100 Auflagen.

Für Bullinger war er ein wertvoller Mitarbeiter in der Leitung der Zürcher Kirche und in seinem weit verzweigten Briefwechsel. Dadurch übten sie auf viele Reformatoren und Politiker Einfluss aus, so auch auf Vertreter der englischen Staatskirche.[1] Auf Wunsch Bullingers wurde er 1575 als sein Nachfolger zum Antistes am Grossmünster gewählt. Zehn Jahre lang führte er dieses schwierige Amt, bis er 1585 in geistige Umnachtung fiel. 
Gwalther, Rudolf (I56032)
 
49489 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_I._(Clermont) (Jul 2023)

Rudolf I. von Clermont genannt der Rote (frz: Raoul Ier de Clermont dit le Roux, † 15. Oktober 1191 vor Akkon) war seit 1153 Herr von Creil, seit spätestens 1162 Graf von Clermont(-en-Beauvaisis) und seit 1163 durch Ehe Herr von Breteuil. Er war der Sohn des Grafen Rainald II. von Clermont und der Clementia von Bar.

König Ludwig VII. machte Rudolf 1164 zum Connétable von Frankreich. Im Sommer 1190 begab er sich in einer Vorausabteilung des Dritten Kreuzzugs unter Führung von Heinrich II. von Champagne ins Heilige Land, wo er an der Belagerung von Akkon teilnahm. Die Stadt fiel im 12. Juli 1191, nachdem auch König Philipp II. August mit seinem Hauptheer eingetroffen war. Er blieb im Heer, das den Dritten Kreuzzug weiterführte, als der König bereits am 31. Juli 1191 nach Europa zurückgekehrt war. Er fiel am 15. Oktober 1191 bei einem Gefecht vor Akkon. 
von Clermont-en-Beauvaisis, Graf Rudolf I. (Raoul) der Rote (I13052)
 
49490 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_I._(HRR) - Feb 2022

Rudolf I. (* 1. Mai 1218; † 15. Juli 1291 in Speyer) war als Rudolf IV. ab etwa 1240 Graf von Habsburg und von 1273 bis 1291 der erste römisch-deutsche König aus dem Geschlecht der Habsburger.

Mit dem Tod Kaiser Friedrichs II. im Dezember 1250 begann das sogenannte Interregnum („Zwischenkönigszeit“), in dem die Königsherrschaft im Reich nur schwach ausgeprägt war. In diese Zeit fiel Rudolfs Aufstieg zu einem der mächtigsten Territorialherren im Südwesten des Reiches. Mit seiner Wahl zum römisch-deutschen König (1273) endete das Interregnum. Als König versuchte Rudolf die Rückgewinnung (Revindikation) des vornehmlich seit etwa 1240 fast vollständig verlorengegangenen Reichsgutes. Erfolgreich war er dabei vor allem in Schwaben, im Elsass und im Rheinland. Der Norden des Reiches blieb seinem Zugriff dagegen weitgehend entzogen. Gegenüber dem mächtigen böhmischen König Ottokar musste Rudolf die Anerkennung seiner Königsherrschaft und die Revindikationen militärisch durchsetzen. Sein Sieg in der Schlacht bei Dürnkrut (1278) begründete die habsburgische Herrschaft in Österreich und der Steiermark. Das Haus Habsburg stieg zu einer reichsfürstlichen Dynastie auf. Rudolf erkannte die Bedeutung der Städte für die eigene Königsherrschaft. Seine Steuerpolitik erzeugte jedoch erheblichen städtischen Widerstand. Vergeblich bemühte sich Rudolf, die Kaiserwürde zu erlangen und einen seiner Söhne zu Lebzeiten als Nachfolger im römisch-deutschen Reich einzusetzen.

Leben
Herkunft und Jugend
Rudolf entstammte dem adligen Geschlecht der Habsburger. Die Familie lässt sich auf einen um die Mitte des 10. Jahrhunderts lebenden Guntram zurückverfolgen.[1] Zu den Enkeln Guntrams gehörten Radbot und Bischof Werner von Straßburg. Einer von beiden soll die Habichtsburg/Habsburg um 1020/30 errichtet haben.[2] Die Habichtsburg lag im Aargau und gab dem Geschlecht seinen Namen. 1108 ist mit Otto II. erstmals ein Angehöriger mit dem Geschlechtsnamen (comes de Hauichburch) belegt.[3] Der habsburgische Besitz basierte auf Allod zwischen Reuss und Aare mit der namengebenden Burg und Klostervogteien in der Nordschweiz und im Elsass. Die Habsburger waren Vögte der von ihnen gestifteten Klöster Ottmarsheim und Muri. Im Laufe des 12. Jahrhunderts erlangten sie die Landgrafschaft im oberen Elsass. Dort verfügte das Geschlecht über umfangreichen Güterbesitz zwischen Basel und Straßburg.[4]

Rudolf ging aus der Ehe Albrechts IV. von Habsburg mit Heilwig, einer Gräfin von Kyburg, hervor. Die Annahme, Rudolfs Geburtsort sei Limburg gewesen, geht auf eine willkürliche Angabe bei Fugger-Birken zurück.[5] Rudolfs Vater Albrecht IV. teilte sich 1232 die Herrschaft mit seinem Bruder Rudolf III., von dem sich die Laufenburger Linie der Habsburger herleitete. Nach dem Chronisten Matthias von Neuenburg aus der Mitte des 14. Jahrhunderts war der staufische Kaiser Friedrich II. der Taufpate Rudolfs.[6] Rudolf wurde aber nicht am Königshof erzogen. Er kannte weder die Schrift noch Latein. Mit Albrecht und Hartmann hatte Rudolf zwei Brüder sowie mit Kunigunde und einer unbekannten Namens zwei Schwestern. Albrecht wurde bereits in frühen Jahren für eine geistliche Laufbahn vorgesehen. Rudolfs Vater Albrecht IV. begab sich im Sommer 1239 auf einen Kreuzzug. Als 1240 die Nachricht von seinem Tod eintraf, übernahm Rudolf die Alleinherrschaft der habsburgischen Hauptlinie. Hartmann zog Ende 1246 oder Anfang 1247 nach Oberitalien, um für Kaiser Friedrich II. zu kämpfen. Er starb in Gefangenschaft zwischen 1247 und 1253.[7]

Graf von Habsburg (ca. 1240–1273)
Rudolf setzte die enge Anbindung der Habsburger an die Staufer fort. Bei den erbitterten Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Friedrich II. und dem Papsttum standen Rudolf und sein jüngerer Bruder Hartmann auf staufischer Seite. 1241 hielt sich Rudolf am Hof Kaiser Friedrichs II. in Faenza auf. Anfang der 1240er Jahre führte er eine Fehde mit Hugo III. von Tiefenstein/Teufen um dessen Güter, an deren Ende Hugo wohl im Auftrag Rudolfs ermordet wurde.[8] Nach dem Tod Friedrichs II. im Jahr 1250 blieb Rudolf als enger Anhänger Konrads IV. den Staufern treu. Er wurde deshalb mit dem Kirchenbann belegt. Um 1253 schloss er die Ehe mit Gertrud von Hohenberg. Mit dem nordwestlich von Schlettstadt gelegenen Albrechtstal als Heiratsgut konnte Rudolf seinen elsässischen Besitz weiter vermehren.[9] Nach dem Tod Konrads IV. im Jahr 1254 schloss er mit der Kurie einen anhaltenden Frieden und wurde vom Kirchenbann gelöst; seinen maßgeblichen Einfluss am Oberrhein und in der Nordschweiz konnte er bewahren.

Die Doppelwahl von 1257 brachte dem Reich mit Alfons X. von Kastilien und Richard von Cornwall zwei Könige. Die Zeit zwischen dem Tod Friedrichs II. und der Königswahl Rudolfs von Habsburg 1273 wird als das sogenannte Interregnum („Zwischenkönigszeit“) bezeichnet. Der Begriff, der erst im 18. Jahrhundert üblich wurde,[10] meint jedoch keine königs- oder kaiserlose Zeit, vielmehr ist diese Zeit von einem „Überangebot an Herrschern“ geprägt, die kaum Herrschergewalt ausübten.[11] Das lange vorherrschende Bild vom Interregnum als einer im Vergleich zu anderen Epochen besonders gewalttätigen und chaotischen Zeit wurde von Martin Kaufhold (2000) einer Revision unterzogen. Kaufhold verwies auf die Schiedsverfahren und andere Lösungsmechanismen für Konflikte in dieser Zeit.[12] Dagegen hielt Karl-Friedrich Krieger (2003) an der traditionellen Einschätzung fest und stützte sich auf die Wahrnehmung der Zeitgenossen, die diese Zeit als besonders gewalttätig wahrnahmen. Besonders im Oberrheingebiet und in der Nordschweiz war nach Krieger die „Neigung zu gewaltsamer Selbsthilfe“ stark ausgeprägt.[13] Auch Graf Rudolf von Habsburg wendete bei der Vergrößerung seiner Territorialherrschaft Gewalt als Mittel gegen schwächere Konkurrenten an. In heftigen Auseinandersetzungen mit Heinrich III., dem Bischof von Basel, konnte er sich 1254 die Vogtei (weltliche Schutzherrschaft) über das Schwarzwaldkloster Sankt Blasien sichern. Im Bündnis mit den Straßburger Bürgern setzte sich Rudolf im März 1262 gegen den Straßburger Bischof Walter von Geroldseck in der Schlacht von Hausbergen durch. Mit dem Aussterben des Kyburger Grafengeschlechtes behauptete Rudolf 1264 in erbitterten Konflikten das Erbe gegen den Grafen Peter von Savoyen, der ebenfalls mit den Kyburgern verwandt war und auf die Erbschaft Anspruch erhob. Die Städte Winterthur, Diessenhofen, Frauenfeld und Freiburg im Üchtland sowie die Grafschaft Thurgau kamen dadurch in seinen Besitz. Im Vergleich zu den Staufern oder dem übermächtigen Böhmen Ottokar II. blieb Rudolf trotz dieser territorialen Erfolge allerdings ein armer Graf.

Die Königswahl von 1273
Alfons von Kastilien kam nie in das Reich. Richard von Cornwall ließ sich zwar in Aachen krönen, seine wenigen Aufenthalte im Reich konzentrierten sich jedoch auf die Gebiete westlich des Rheins.[14] Nach Richards Tod 1272 wollten die Fürsten trotz der bestehenden Ansprüche Alfons’ von Kastilien einen neuen König erheben. Alfons versuchte vergeblich, mit einer Gesandtschaft beim Papst eine Neuwahl zu verhindern und eine Anerkennung seines Königtums zu erreichen. Papst Gregor X. stand einem Neuanfang im Reich aufgeschlossen gegenüber. Nach den Vorstellungen des Papstes sollte ein allgemein anerkannter Herrscher als Kaiser die Führung eines neuen Kreuzzuges übernehmen. Der Papst wollte den Fürsten aber die Entscheidung überlassen und selbst nur bei dem Gewählten die Approbation vornehmen, also dessen Eignung für das Kaisertum bestätigen. Allerdings wäre ein Kandidat, der auf starken Widerstand bei der Kurie gestoßen wäre, nicht durchsetzbar gewesen. Angesichts der erbitterten Konflikte zwischen den Päpsten und den Staufern würde die Kurie einen Bewerber mit enger Bindung zu diesem Geschlecht nicht tolerieren. Ähnlich wie bei den vorherigen Königswahlen gab es auch diesmal zahlreiche Bewerber um die Königskrone. Karl von Anjou versuchte als Herrscher von Süditalien und Sizilien, seinen Neffen, den jungen französischen König Philipp III., als römisch-deutschen König beim Papst durchzusetzen. Papst Gregor X. lehnte jedoch ab, denn diese Verbindung Frankreichs mit dem Reich hätte dem Papsttum einen mächtigen Gegner nördlich von Rom eingebracht. Auch Ottokar schickte eine Gesandtschaft zum Papst, um sich als Königskandidat zu empfehlen. Beide Kandidaten gingen davon aus, dass der Papst die verbindliche Entscheidung treffen würde und nicht die in der Vergangenheit uneinigen Fürsten. Den Fürsten gelang es jedoch in den folgenden Verhandlungen, Konsens untereinander zu stiften und zu kollegial gefassten und damit verbindlichen Entscheidungen zu gelangen, worauf der Papst ihnen die Entscheidung überließ.

Ottokar von Böhmen konnte sich zwar nicht die Unterstützung des Papstes sichern, doch angesichts seiner beeindruckenden Machtposition, die er durch territoriale Erwerbungen geschaffen hatte, konnten ihn die Fürsten nicht einfach übergehen. Nach dem Aussterben der Babenberger im Jahr 1246 hatte Ottokar 1251 das Herzogtum Österreich übernommen. In den folgenden Jahren kamen das Herzogtum Steiermark (1261), das Egerland (1266), das Herzogtum Kärnten, Krain und die Windische Mark mit Pordenone in Oberitalien (1269) hinzu; seine Besitzungen reichten vom Erzgebirge bis zur Adria.[15]

Vom ausgehenden 12. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts hatte sich ein engerer Kreis besonderer Königswähler (Kurfürsten) herausgebildet, denen es gelang, andere als Wahlberechtigte auszuschließen. Zu den Königswählern gehörten die drei rheinischen Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln sowie der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen. Über das ganze Jahr 1272 wurden intensive Verhandlungen über einen Königskandidaten geführt. Der Landgraf von Thüringen Friedrich I. der Freidige weckte bei den Stauferanhängern in Italien aufgrund seines Namens große Hoffnungen auf einen dritten Friedrich.[16] Ihn diskreditierte jedoch bei der Königswahl seine Verwandtschaft zu den Staufern. Seine Kandidatur wäre gegen die Kurie nicht durchzusetzen gewesen. Auch der wittelsbachische Herzog von Oberbayern Ludwig der Strenge schied als Anhänger der Staufer aus. Im August 1273 setzte der Papst angesichts der andauernden Wahlverhandlungen den Fürsten ein Ultimatum.[17] Der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein brachte daraufhin mit dem Grafen Siegfried von Anhalt und Rudolf von Habsburg zwei neue Kandidaten in die Wahlverhandlungen ein. Die Kurfürsten einigten sich im September 1273 auf Rudolf, konnten dafür aber die Zustimmung des böhmischen Königs nicht erlangen. Sie ließen stattdessen Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern zur Wahl zu. Der böhmische König blieb der Wahl fern, er ließ sich von Bischof Berthold von Bamberg vertreten. Rudolf hatte die Nachricht von seiner anstehenden Königswahl während einer Fehde mit dem Bischof von Basel erhalten. Die Wahl selbst wartete er in Dieburg südlich von Frankfurt am Main ab.

Am 1. Oktober 1273 wurde Rudolf von den in Frankfurt versammelten Kurfürsten einmütig gewählt, am 24. Oktober wurde er gemeinsam mit seiner Gemahlin vom Kölner Erzbischof Engelbert II. in Aachen zum König gekrönt. Von ganz wenigen Ausnahmen durch besondere Umstände abgesehen wurde es nach Ende des Interregnums üblich, König und Königin gemeinsam in der Aachener Marienkirche, dem heutigen Dom, zu krönen.[18] Zur Legitimation ihrer Ansprüche bezogen sich mittelalterliche Dynastien gerne auf ihre Vorgänger. Anlässlich der Aachener Krönung ließ Rudolf den Namen seiner Frau Gertrud von Hohenberg in Anna und den seiner Tochter Gertrud in Agnes ändern.[19] Damit stellte Rudolf sich und sein Haus in die zähringische Tradition.[20] Anna und Agnes hießen die Schwestern und Erbinnen des letzten zähringischen Herzogs Berthold V.[21]

Ottokar versuchte vergeblich mit seinen Gesandten beim Papst die Approbation Rudolfs zu verhindern. Die Kurie hatte Bedenken gegen Rudolf, der lange Zeit ein treuer Anhänger der Staufer gewesen war. Diesen Bedenken kam Rudolf vielfach entgegen. So verzichtete er auf eine Wiederaufnahme der staufischen Politik in Italien. Am 26. September 1274 erkannte auch der Papst Rudolf als rechtmäßigen König an. Alfons von Kastilien gab seinen Anspruch auf die Königsherrschaft im Reich erst 1275 in persönlichen Verhandlungen mit dem Papst auf.[22]

Peter Moraws Auffassung, dass die Wähler im bereits 55-jährigen Rudolf nur einen „Übergangskandidaten“ gesehen hätten,[23] wurde von Kaufhold und Krieger zurückgewiesen. Da die Fürsten sich gegen den übermächtigen Böhmenkönig Ottokar entschieden hatten, musste sich der künftige König notfalls auch mit Gewalt gegen diesen mächtigen Konkurrenten behaupten, und auch wenn Rudolf nicht dem Stand der Reichsfürsten angehörte, war er als Graf zum mächtigsten Territorialherrn im Südwesten des Reiches aufgestiegen.[24] Armin Wolfs These einer welfisch-ottonischen Abstammung, die Rudolf bei der Königswahl besonders dynastisch legitimiert hätte, fand in der Fachwelt keine Zustimmung.[25]

Heiratspolitik
Aus Rudolfs Ehe mit Gertrud (Anna) von Hohenberg, die den Grafen von Hohenberg, einer Nebenlinie der Hohenzollern, entstammte, gingen mit Mathilde (um 1254/56–1304), Katharina († 1282), Agnes (1257–1322), Hedwig († 1286), Clementia († 1293) und Guta (1271–1297) sechs Töchter und mit Albrecht I. (1255–1308), Hartmann (1263–1281), Rudolf II. (um 1270–1290) und Karl (1276–1276) vier Söhne hervor.[26] Zu seinen ersten Handlungen als König gehörte es, sein Königtum abzusichern. Angesichts noch bestehender Ansprüche Alfons’ von Kastilien sowie der enttäuschten Ambitionen auf die Königsnachfolge beim böhmischen und französischen König waren erhebliche Konflikte zu erwarten. Bereits an seinem Krönungstag in Aachen veranstaltete Rudolf eine Doppelhochzeit. Seine etwa 20-jährige Tochter Mathilde wurde mit dem Pfalzgrafen bei Rhein und Herzog von Oberbayern Ludwig II. vermählt, einem seiner wichtigsten Wähler. Rudolfs Tochter Agnes wurde mit Herzog Albrecht II. von Sachsen verheiratet. Später initiierte Rudolf die Verbindungen zwischen Hedwig und Otto VI., dem Bruder des Markgrafen Otto V. von Brandenburg, sowie zwischen Guta und Wenzel II., dem Nachfolger des böhmischen Königs Ottokar. Rudolf gelang es, durch diese Heiraten sämtliche weltlichen Königswähler als Schwiegersöhne an seine Familie zu binden.[27]

Revindikationen
Von Rudolf als neuem König erwarteten die Kurfürsten die Rückführung (Revindikation) der seit der Spätstauferzeit dem Reich entfremdeten Güter und Rechte. Viele Adlige hatten sich während der Herrschaftsjahre Richards von Cornwall und Alfons’ von Kastilien, die im Reich kaum bis keine Präsenz ausübten, am Reichsgut bedient. Mit Ausnahme Ottokars von Böhmen sollten rechtlich fragwürdige Erwerbungen der Kurfürsten von Rudolfs Rückforderungen aber unberührt bleiben.[28] In Zukunft mussten bei königlichen Veräußerungen von Reichsgut die Kurfürsten ihre Zustimmung erteilen.[29] Diese Zustimmungsurkunden, auch Willebriefe genannt, traten als Mittel der Konsensgewährung unter Rudolf von Habsburg regelmäßiger auf. Sie wurden ab seinem Herrschaftsantritt nur noch von den Kurfürsten ausgestellt.[30] Vom 12. bis zum 14. Jahrhundert wurde der Kreis der Personen, die mit dem König Anteil am Reich hatten, immer präziser bestimmt. Seit Rudolf hing das Recht zur Mitsprache in Reichsangelegenheiten mit dem Recht zur Königswahl zusammen.[31]

Die Revindikationen begannen zwei Tage nach Rudolfs Krönung. Auf einem Hoftag am 26. Oktober 1273 wurden mit Zustimmung der Fürsten alle seit der Herrschaft Friedrichs II. unrechtmäßig erhobenen Zölle für ungültig erklärt. Der Beschluss wurde notfalls auch mit militärischer Gewalt gegen unberechtigte Zollstätten durchgesetzt. Dies betraf etwa den Markgrafen von Baden. Er musste nach einer militärischen Auseinandersetzung auf seinen vom König nicht anerkannten Zoll in Selz verzichten. Auf einem Hoftag in Speyer im Dezember 1273 wurde verkündet, dass alles unrechtmäßig erworbene Krongut herauszugeben sei. Die Umsetzung war schwierig, denn es gab keine gesicherten Informationen über die rechtswidrigen Besitzveränderungen. Im Gegensatz zum englischen Schatzamt (Exchequer) oder zur französischen Rechenkammer (Chambre des Comptes) verfügte Rudolf über keine Finanzbehörde.[32] Der König war für seine Informationen auf Betroffene oder auf Zufälle angewiesen. Bei den Revindikationen setzte Rudolf auf die Landvogteien. Der schwäbisch-fränkische Raum wurde mit Ausnahme der Burggrafschaft Nürnberg in neue Verwaltungseinheiten organisiert. So wurden beispielsweise Schwaben und Elsass in jeweils zwei Landvogteien eingeteilt. An der Spitze dieser Verwaltungseinheiten stand ein Landvogt. Er übte in seinem Verwaltungsbereich als Stellvertreter des Königs die königlichen Rechte aus. Zu den Aufgaben des Reichslandvogtes gehörten neben der Rückforderung des verlorenen Reichsgutes die Verwaltung der finanziellen Einkünfte, die Wahrung des Landfriedens, die Überwachung der Zölle und die Sorge für den Kloster- und Judenschutz. Als Reichslandvögte griff der König auf Verwandte und Vertraute zurück. Rudolfs Erfolg in der Revindikationspolitik ist nach Krieger schwer einschätzbar. Die Revindikationen verliefen anscheinend vorwiegend in Schwaben, Elsass und im Rheinland erfolgreich.[33] Auf einem Hoftag in Nürnberg am 9. August 1281 wurden die Revindikationsobjekte präzisiert. Verfügungen über Reichsgut, die seit der päpstlichen Absetzung Friedrichs II. im Jahr 1245 vorgenommen worden waren, waren als nichtig anzusehen, wenn keine fürstliche Zustimmung vorgelegen hatte.[34]

In der unmittelbaren Umgebung seiner Stammlande nutzte Rudolf die Revindikationen zum Ausbau von habsburgtreuen Landschaften. Eine Wiedererrichtung des Herzogtums Schwaben blieb aber aus.[35] Im innerschwäbischen Raum baute er von 1282 bis 1291 um den Verwaltungsmittelpunkt Mengen eine neue Landgrafschaft auf.[36] Im Norden war die spätmittelalterliche Königsherrschaft hingegen nur schwach präsent. Rudolf war bei der Wiedergewinnung der verlorenen Reichsgüter auf die dortigen Territorialherren angewiesen. Als vom König eingesetzte Statthalter oder Vikare (administratores et rectores) sollten sich Herzog Albrecht II. von Sachsen, Albrecht I. von Braunschweig und später die Markgrafen von Brandenburg um das verlorene Reichsgut in Sachsen und Thüringen kümmern. Die Fürsten verfolgten bei der Durchführung der Revindikationen ihre eigenen territorialpolitischen Ziele und maßen dem Reichsinteresse geringe Bedeutung zu.[37] Nach dem Tod Herzog Albrechts von Braunschweig vergab Rudolf am 24. August 1280 Albrecht II. von Sachsen und den drei Markgrafen Johann II., Otto IV. und Konrad I. von Brandenburg der johanneischen Linie die Pflege der Reichsgüter in Sachsen und Thüringen sowie die Verwaltung Lübecks.[38]

Kampf gegen den König von Böhmen (1273–1278)
Auf dem Hoftag in Nürnberg im November 1274 eröffnete Rudolf einen Prozess gegen Ottokar von Böhmen. In allen seinen Handlungen unterwarf sich der römisch-deutsche König der Zustimmung der Fürsten.[39] In Streitigkeiten zwischen dem römisch-deutschen König und einem Reichsfürsten wurde der Pfalzgraf bei Rhein Ludwig zum Richter berufen. Als König musste Rudolf seine Klagen dem Pfalzgrafen und allen anwesenden Fürsten und Grafen vortragen. Innerhalb einer Frist von neun Wochen sollte sich Ottokar vor dem Pfalzgrafen auf einem Hoftag in Würzburg verantworten. Diese Frist ließ der böhmische König im Vertrauen auf seine Machtfülle ablaufen. Im Mai 1275 schickte er seinen Gesandten Bischof Wernhard von Seckau zum Hoftag nach Augsburg. Der Bischof stellte Rudolfs Wahl und sein Königtum in Frage. Daraufhin erkannten die Fürsten Ottokar alle Reichslehen ab. Am 24. Juni 1275 wurde die Reichsacht über den böhmischen König verkündet. Ottokar zeigte weiterhin keine Einsicht. Nachdem er sich innerhalb eines Jahres nicht von der Acht gelöst hatte, wurde daher im Juni 1276 die Aberacht über den böhmischen König ausgesprochen. Der Mainzer Erzbischof sprach den Kirchenbann aus und verhängte das Interdikt über Böhmen. Eine militärische Entscheidung würde für beide Seiten als ein Gottesurteil den Konflikt beenden.

Rudolf und Ottokar versuchten für die anstehende Konfrontation Verbündete zu gewinnen. Rudolf sicherte sich die Unterstützung der Grafen Meinhard und Albert von Görz-Tirol durch eine Heiratsverbindung zwischen seinem Sohn Albrecht I. und Elisabeth von Görz-Tirol. Der territoriale Schwerpunkt der Grafen von Görz-Tirol lag im südöstlichen Alpenraum und damit in unmittelbarer Nähe zu Kärnten. Rudolf belehnte Philipp von Spanheim, den Bruder des letzten Kärntner Herzogs, mit dem Herzogtum Kärnten und zog ihn so auf seine Seite. Ottokar hatte Philipp lediglich den Titel eines Statthalters von Kärnten ohne wirklichen Einfluss zugestanden. Rudolf verbündete sich außerdem mit Erzbischof Friedrich von Salzburg, der in seinem Territorium vom böhmischen König bedrängt wurde. In Ungarn standen sich verfeindete Adelsfraktionen gegenüber und kämpften um Einfluss und die Vormundschaft über den unmündigen König Ladislaus IV. Rudolf gelang es, einen Teil des ungarischen Adels auf seine Seite zu ziehen. Problematischer hatten sich seit Rudolfs Königswahl die Beziehungen zu Herzog Heinrich von Niederbayern entwickelt. Heinrich sah seinen Einsatz bei der Königswahl nicht genügend honoriert. Für die anstehende Auseinandersetzung kam dem Herzog von Niederbayern mit der Kontrolle über den Donau-Zugang nach Österreich entscheidende Bedeutung zu. Durch die Bestätigung seines Wahlrechtes konnte Rudolf den Herzog an sich binden.[40] Rudolfs unehelicher Sohn Albrecht von Löwenstein-Schenkenberg beteiligte sich ebenfalls an dem Kriegszug gegen Ottokar.

Gegenüber Papst Gregor X. hatte sich Rudolf zu einer Romfahrt mit dem Ziel der Kaiserkrönung verpflichtet. Die militärischen Planungen gerieten dadurch 1275 ins Stocken. Durch den unerwarteten Tod des Papstes am 10. Januar 1276 verschoben sich die Prioritäten Rudolfs wieder auf die Auseinandersetzung mit dem böhmischen König. Der Burggraf von Nürnberg Friedrich III. fiel ins Egerland ein. In Kärnten und Krain brach die böhmische Herrschaft nach dem Einfall der Tiroler Grafen unverzüglich zusammen. Rudolf entschloss sich kurzfristig seine Taktik zu ändern und den Hauptangriff nicht gegen Böhmen, sondern gegen die schwache böhmische Herrschaft in Österreich zu führen. Die neue Taktik bot außerdem den Vorteil, dass der Herzog Heinrich von Niederbayern, dessen Haltung undurchsichtig blieb, nicht bei einem Parteiwechsel Rudolfs Heer von hinten angreifen konnte. Unter dem Druck des königlichen Heeres in Regensburg bekannte sich der Herzog von Niederbayern gegen entsprechende Zugeständnisse eindeutig zum Habsburger. Rudolf musste in eine Heiratsverbindung zwischen seiner Tochter Katharina und Heinrichs Sohn Otto einwilligen. Im Gegenzug erhielt Rudolf fortan freien Zugang auf der Donau und konnte dadurch relativ schnell mit seinen Truppen per Schiff die österreichischen Länder erreichen. Diese konnte der Habsburger zügig einnehmen, lediglich Wien leistete längeren Widerstand. In Böhmen nutzte der Adel die Situation für einen Aufstand, sodass Ottokar einlenken musste.

In Wien musste Ottokar am 21. Oktober 1276 Frieden schließen. Am 25. November nahm Rudolf in Straßenkleidung und auf einem Holzschemel die Huldigung Ottokars entgegen. Rudolf demütigte damit den auf öffentliche Geltung bedachten böhmischen König gezielt, denn dieser war zum Belehnungsakt in prunkvollen Gewändern und großem Gefolge erschienen.[41] Diese Szene war für Ottokar und seine Gemahlin Kunigunde besonders erniedrigend. Für sie war Rudolf nur ein kleiner Graf, der sich die Königswürde anmaßte. Ottokar musste Rudolf als König anerkennen und seine rechtlich fragwürdigen Erwerbungen, die Herzogtümer Österreich, Steiermark und Kärnten mit Krain und Pordenone, herausgeben. Mit dem Königreich Böhmen und der Markgrafschaft Mähren sollte er belehnt werden. Der Lehnsakt drückte eine Hierarchisierung zwischen thronendem König und Reichsfürsten aus. Ottokar empfing mit gebeugten Knien in Anwesenheit zahlreicher geistlicher und weltlicher Fürsten vom König sein Lehen. Dabei sind im Reich erstmals beim Belehnungsakt gebeugte Knie zweifelsfrei belegt.[42] Im Gegenzug wurde Ottokar von Acht, Exkommunikation und Interdikt befreit. Der Frieden sollte durch eine doppelte Eheschließung zwischen Ottokars Tochter und einem Sohn Rudolfs sowie zwischen Ottokars Sohn Wenzel II. und Rudolfs Tochter Guta abgesichert werden.

Der Friede war von kurzer Dauer. Gründe für eine erneute militärische Konfrontation hatten beide Seiten. Der böhmische König vergaß die in Wien erlittenen Demütigungen nicht. Die Provokation wurde noch dadurch verstärkt, dass Rudolf Kontakte zu der adligen Opposition, besonders den Rosenbergern, in Böhmen und Mähren unterhielt. Ottokar hatte dafür weiterhin Kontakt mit seinen früheren Vertrauten in den österreichischen Ländern. Rudolf wollte im Südosten an die Stelle des böhmischen Königs die Habsburger setzen. Im Juni 1278 kam es erneut zum Krieg. Der Rückhalt für Rudolf war allerdings geringer geworden. Bis auf den Pfalzgrafen hatte Rudolf keine Unterstützer für den Kampf gegen den Böhmen bei den Kurfürsten gefunden. Der Kölner Erzbischof hatte freundschaftliche Beziehungen zum böhmischen König aufgenommen. Neben Markgraf Otto V. von Brandenburg konnte der Böhme mit erheblichen Geldzahlungen Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern für sich gewinnen. Heinrich sperrte sein Land für Rudolfs Truppen und erlaubte dem Böhmen in Niederbayern Söldner anzuheuern. Die schlesischen und polnischen Herzöge unterstützten ebenfalls Ottokar. Rudolf erhielt immerhin die Unterstützung des ungarischen Königs Ladislaus IV. Nicht mehr die Fürsten, sondern die habsburgische Hausmacht und die ungarischen Truppen bot Rudolf gegen Ottokar auf.

Am 26. August 1278 kam es zur Schlacht von Dürnkrut nordöstlich von Wien.[43] Rudolf nahm im Alter von 60 Jahren selbst am Schlachtgeschehen teil. Er fiel vom Pferd und konnte nur durch einen Thurgauer Ritter gerettet werden, der ihn auf ein neues Pferd setzte. In der Schlacht hatte Rudolf eine Reserveeinheit von ca. 60 Rittern bei den Auseinandersetzungen zurückgehalten. Der Flankenangriff dieser Ritter hatte für die Böhmen verheerende Folgen und brachte Rudolf den Sieg. Das böhmische Heer wurde in zwei Teile getrennt und verlor die Ordnung. Die leichte ungarische Reiterei setzte dem Gegner nach. Viele Tausende Böhmen kamen um. Ottokar wurde entgegen den hergebrachten ritterlichen Ehrvorstellungen nicht gefangen genommen, sondern von einigen österreichischen Adligen aus Rache erschlagen. Den einbalsamierten Leichnam Ottokars ließ Rudolf in Wien mehrere Wochen demonstrativ zur Schau stellen. Aus Dank für seinen Sieg über den böhmischen König und die Errettung aus Todesgefahr stiftete Rudolf in Tulln ein Kloster. Es blieb seine einzige Klosterstiftung.

Hausmachtpolitik im Südosten
Die Schlacht war von europäischer Bedeutung. Sie schuf die Grundlage für das spätere Donaureich, in dem die österreichischen Länder das machtpolitische Zentrum bilden sollten. Das Geschlecht der Habsburger stieg zu einer Königs- und Großdynastie auf.[44] Die böhmische Königswitwe Kunigunde befürchtete, dass Rudolf sich auch Böhmens und Mährens bemächtigen würde. Daher rief sie Markgraf Otto V. von Brandenburg als Vormund für ihren unmündigen Sohn Wenzel II. ins Land. Auch die Reichsfürsten wollten nicht statt der Přemysliden nun mit den Habsburgern eine übermächtige Reichsdynastie aufbauen. Rudolf begnügte sich angesichts der Machtverhältnisse mit dem derzeit Erreichten. Ottokars Sohn Wenzel wurde als Nachfolger in Böhmen und Mähren anerkannt. Die bereits beim ersten Frieden von 1276 geplanten Eheprojekte wurden vollzogen. Rudolfs Tochter Guta wurde mit Wenzel II. verehelicht und Rudolfs gleichnamiger Sohn Rudolf II. mit Kunigundes Tochter Anna. Böhmen war durch die brandenburgische Schutzherrschaft dem habsburgischen Zugriff entzogen. Die Heiratsverbindungen gaben immerhin den Handlungsspielraum, später auf Böhmen zugreifen zu können. Der in seiner Haltung zu Rudolf wankelmütige Herzog Heinrich von Niederbayern konnte durch ein Eheprojekt enger gebunden werden: Rudolfs Tochter Katharina wurde mit Heinrichs Sohn Otto III. verehelicht.

Statt in Böhmen wollte sich der Habsburger im Südosten des Reiches eine neue Machtbasis schaffen. Rudolf hielt sich von 1276 bis Pfingsten 1281 fast ohne Unterbrechung im Südosten des Reiches auf. Dieser ungewöhnlich lange Aufenthalt diente dem Ziel, die Situation in Österreich und der Steiermark für die Habsburger zu festigen.[45] Bei der Analyse der Einleitungen der Königsurkunden (Arengen) konnte Franz-Reiner Erkens feststellen, dass seit Rudolfs langem Aufenthalt in der Urkundenpraxis formal und stilistisch auf spätstaufische Vorbilder zurückgegriffen wurde. Die Kontinuität zu den Staufern sollte Rudolfs Königtum zusätzliche Legitimation bringen.[46] Nach langwierigen Verhandlungen erreichte er im Sommer 1282 die Zustimmung der Kurfürsten in Willebriefen zur Nachfolge seiner Söhne in den österreichischen Ländern. Auf einem Hoftag in Augsburg am 27. Dezember 1282 belehnte Rudolf seine Söhne Albrecht und Rudolf mit den Ländern Österreich, der Steiermark, Krain und der Windischen Mark zu gesamter Hand, also gemeinsam.[47] Die beiden Herzöge wurden dadurch in den Reichsfürstenstand erhoben. Diese Belehnung stieß jedoch bei den österreichischen Herren auf Widerstand. Ein halbes Jahr nach dem Belehnungsakt musste Rudolf in der Rheinfelder Hausordnung vom 1. Juni 1283 seinem Sohn Albrecht die österreichischen Herzogtümer alleine überlassen. Der Herrschaftsschwerpunkt der habsburgischen Dynastie verlagerte sich dadurch vom Oberelsass, Aar- und Zürichgau in den Südosten. In Österreich regierten die Habsburger noch bis in das frühe 20. Jahrhundert.

Rudolfs Hausmachtpolitik gefährdete aber auch die Konsensherrschaft[48] und schürte bei den Fürsten die Angst vor einem machthungrigen König. Für die Königsnachfolge der Söhne benötigte der König die Zustimmung der Kurfürsten. Rudolf musste deshalb seine Hausmacht verkleinern: Albrecht und Rudolf verzichteten 1286 auf das Herzogtum Kärnten. Meinhard II. wurde mit dem Herzogtum belehnt.

Hof und Herrschaftspraxis
In seiner Hofhaltung und Herrschaftspraxis knüpfte Rudolf vielfach an die staufische Tradition an. Die Regierungshandlungen seiner unmittelbaren königlichen Vorgänger Wilhelm von Holland und Richard von Cornwall ließ er hingegen für ungültig erklären, soweit sie nicht die mehrheitliche Zustimmung der Kurfürsten gefunden hatten.[49] Als Zeichen der Kontinuität zu den Staufern besetzte Rudolf als eine seiner ersten Handlungen das von Friedrich II. 1235 geschaffene Hofrichteramt erneut.[50]

Bis weit in das 14. Jahrhundert wurde mittelalterliche Königsherrschaft im Reich durch ambulante Herrschaftspraxis ausgeübt.[51] Rudolf musste durch das Reich reisen und dadurch seiner Herrschaft Geltung und Autorität verschaffen. Das spätmittelalterliche Königtum konnte nicht gleichmäßig alle Gebiete des Reiches erfassen. Peter Moraw hat daher das Reich in Zonen unterschiedlicher Königsnähe bzw. -ferne eingeteilt.[52] Der süd- und westdeutsche Raum sowie Mitteldeutschland galten zur Zeit Rudolfs als „königsnah“.[53] Als „königsferne“ Landschaft galt der Norden des Reiches, den Rudolf nicht betrat. Die Kontakte dorthin beschränkten sich auf Gesandtschaften. Vergeblich versuchte Rudolf mit Hilfe der Reichsstadt Lübeck seiner Autorität im Norden Geltung zu verschaffen.[54] Längere Aufenthalte mit nur kurzen Unterbrechungen sind zwischen 1276 und 1281 für Wien und vom Dezember 1289 bis zum November 1290 für Erfurt überliefert.[55] Die spätstaufische Lieblingspfalz Hagenau belegt nach Basel (26) mit 22 Aufenthalten den zweiten Platz.[56] In Basel schuf sich Rudolf mit dem Begräbnis seiner Frau Anna und seiner Söhne Karl und Hartmann im dortigen Münster eine dauerhafte Memoria für sein Haus.[57] Der Herrscher hatte aber weiterhin keine feste Residenz. Der Hof bildete die „Organisationsform der Herrschaft“.[58] Er befand sich „in Reichweite mündlicher Befehle“ und entzog sich somit weitestgehend der Verschriftlichung.[59] Persönlichen Beziehungen am Hof kam daher große Bedeutung zu. Der „schwierige Weg zum Ohr des Herrschers“[60] führte nur über die Fürsprache engster Vertrauter des Habsburgers. Den größten Einfluss an seinem Hof hatten Friedrich von Zollern, Heinrich von Fürstenberg und Eberhard von Katzenelnbogen.[61]

Für Rudolfs Herrschaftszeit sind 16 Hoftage überliefert.[62] Die Hoftage gelten als „bedeutendste politische Verdichtungspunkte“ im Reich des 12. und 13. Jahrhunderts.[63] Die Anzahl der auf einem Hoftag versammelten Fürsten machte die Stärke und Integrationskraft der Königsherrschaft deutlich. Die Hoftage bildeten als politische Versammlungen das Ranggefüge von König und Fürsten im Reich ab.[64] Die Kenntlichmachung von Rang und Status der Fürsten auf den Versammlungen hatte für die politisch-soziale Ordnung im Reich erhebliche Bedeutung.[65] Die lange hoftaglose Zeit durch das Interregnum erhöhte den Druck der Fürsten zusätzlich, bisherige oder neue Rangansprüche geltend zu machen. Durch ihren persönlichen Auftritt konnten die Fürsten ihre Stellung im Machtgefüge des Reiches repräsentativ zum Ausdruck bringen. Seit Rudolfs Herrschaftsantritt sind in den Quellen regelmäßig Sitzplatzstreitigkeiten auf Hoftagen überliefert.[66] Der Hoftag bot somit für Rudolf die beste Möglichkeit, die Königsherrschaft zu inszenieren. Der Hof des Habsburgers verfügte zwar nicht mehr über eine solche Anziehungskraft für Kultur und Wissenschaft wie einst der Hof Friedrichs II., behielt aber seine Bedeutung für die Beratung und konsensuale Entscheidungsfindung.[67]

Zu seinem ersten Hoftag 1274 lud Rudolf, indem er die in der Stauferzeit häufige Metapher vom König als Haupt (caput) und von den Fürsten als Gliedern des Reiches bemühte.[68] Die Rhetorik von Haupt und Gliedern verwendete Rudolf auch in den Arengen, den Einleitungen seiner Urkunden. Sie zeigte, dass er in seinen Verfügungen im Reich an die Zustimmung geistlicher und weltlicher Fürsten gebunden war.[69] Die Hoftage des Habsburgers wurden von den Fürsten meist nur aus persönlichen Interessen oder aus besonderen Anlässen besucht.[70] Mit dem sehr gut besuchten Weihnachtshoftag 1289 in Erfurt erreichte Rudolfs Herrschaft einen Höhepunkt. Den letzten Hoftag hielt Rudolf am 20. Mai 1291 in Frankfurt am Main ab

Am Hof nahmen die Schiedsverfahren „geradezu explosionsartig“ zu.[71] Der Anstieg der Schiedsgerichtsbarkeit wird als Folge des Interregnums angesehen.[72] Der wichtigste Bestandteil des Hofes war die Kanzlei. Sie war für die Ausstellung der Urkunden zuständig. Im 13. und 14. Jahrhundert wurden erheblich mehr Urkunden abgefasst als zuvor. Aus Rudolfs gut achtzehnjähriger Herrschaftszeit sind 2223 Urkunden erhalten, davon immerhin 622 Urkunden (28 %) für eine Stadt und weniger als 70 (3 %) für norddeutsche Empfänger.[73] Rudolf holte bei seinem Regierungshandeln beständig Konsensakte ein. Wiederholt hob Rudolf in seinen Urkunden die allgemeine Zustimmung der Fürsten hervor oder hob einzelne Herren heraus.[74] Neben der Urkundenform wurde politisches Handeln im Spätmittelalter durch Inszenierungen anhand von nonverbalen und symbolischen Akten kommuniziert.[75]

Städtepolitik
Unter Rudolfs Herrschaft wurde für die königlichen Städte der Begriff Reichsstädte (civitates imperii) üblich. Im Interregnum gewannen die Städte zunehmend Eigenständigkeit, die Verfügungsgewalt des Königs ging zurück. Trotzdem wurden die Reichsstädte durch ihr militärisches Potential und ihre Finanzkraft zu einer Stütze der königlichen Herrschaftsausübung. Die regelmäßige pauschale Stadtsteuer war für Rudolf eine wichtige Einnahmequelle. Außerdem dienten die Städte Rudolf verstärkt als königliche Beherbergungsorte. Rudolf versuchte das königliche Gastungsrecht gegenüber den geistlichen Fürsten durchzusetzen. Als Reaktion auf den Widerstand der Bischöfe begünstigte Rudolf die Städte demonstrativ.[76] Von seinen 2223 Urkunden gingen 662 an eine Stadt und unter den 943 Empfängern waren 222 Städte.[77] Den Reichsstädten gestattete er die Ratsverfassung und damit eine gewisse innere Unabhängigkeit. Außerdem förderte Rudolf die Entwicklung der Bischofsstädte zu freien Städten.[78] Der Stadt Colmar z. B. verlieh Rudolf 1278 großzügige Freiheiten. Die Bürger konnten Lehen empfangen und Zünfte bilden. Auch wurden sie von Todfallabgaben befreit.[79] Erheblichen Widerstand in den Städten erzeugten jedoch seine Besteuerungsmaßnahmen. Eine direkte Einzelbesteuerung der Stadtbürger versuchte Rudolf 1274 und 1284 vergeblich durchzusetzen.[80] Rudolf gelang es dennoch, das aufsteigende Stadtbürgertum erstmals systematisch in die Reichspolitik einzubinden.[81]

Auftreten „falscher Friedriche“
Seit 1257 ist der Glaube an eine Wiederkehr Kaiser Friedrichs II. belegt und parallel dazu die Hoffnung auf einen neuen Kaiser Friedrich.[82] Unter Rudolf von Habsburg kam es in den 1280er Jahren zu einer Konjunktur der „falschen Friedriche“. Das weit entfernte Grab war entscheidend dafür, dass bis zum Ende des 13. Jahrhunderts in Deutschland Personen auftraten, die behaupteten, der Stauferkaiser zu sein. Die „falschen Friedriche“ zeigen die Popularität Friedrichs II. und die Hoffnung auf Rückkehr zu den staufischen Verhältnissen, was die Forschung als Reaktion auf aktuelle soziale Krisenerscheinungen durch Hungersnöte, Missernten oder Teuerungen deutet.[83] Dagegen führt Krieger die „falschen Friedriche“ einzig auf Rudolfs umstrittene Steuerpolitik zurück.[84]

Zum Jahr 1284 trat zwischen Basel und Worms ein Eremit mit dem Namen Heinrich auf, der sich als „Kaiser Friedrich“ bezeichnete. Der „falsche Friedrich“ verschwand spurlos, als Rudolf im Juli anrückte.[85] Der erfolgreichste „falsche Friedrich“ war Dietrich Holzschuh (niederdeutsch Tile Kolup). Um 1283/84 versuchte er zunächst in Köln vergeblich sein Glück, dort wurde er ausgewiesen. In Neuss wurde er hingegen rasch anerkannt. Ein Jahr lang behauptete er sich überaus erfolgreich als Friedrich-Imitator. Er hielt zunächst in Neuss und dann in Wetzlar Hof. Seine Urkunden stellte er mit gefälschten Kaisersiegeln aus. Durch seine großen Einkünfte konnte er sich mit einem Hofstaat umgeben. Es gelang ihm auch, Eide auf seine Person entgegenzunehmen. Die lange Abwesenheit des jetzt angeblich zurückgekehrten Friedrich begründete Kolup mit einer Pilgerfahrt, die er unternommen habe. Rudolf von Habsburg zog mit einem Heer nach Wetzlar. In seiner Anwesenheit wurde der „falsche Friedrich“ vor den Toren der Stadt verbrannt.[86]

Landfriedenspolitik
Ein allgemein anerkannter König hatte den von Zeitgenossen wahrgenommenen Mangel an Frieden und Recht zu beheben.[87] In Franken wurde die Reichsverwaltung neu organisiert. Beim Landgericht Rothenburg setzten 1274 die Aufzeichnungen in Gerichtsbüchern ein. Sie gehören zu den ältesten ihrer Art.[88] Rudolf begann eine königliche Landfriedenspolitik, die sich zunächst auf regional und zeitlich begrenzte Absprachen beschränkte. 1276 wurde ein auf Österreich beschränkter Landfrieden erlassen. Es folgten 1281 Landfrieden für die Regionen Bayern, Franken, Rheinland und erneut Österreich. Der königsferne Norden ließ sich nicht in gleicher Weise einbeziehen; die Friedenssicherung übernahmen dort die einzelnen Territorialherren.[89] In Würzburg wurde am 24. März 1287 der Frieden nach dem Vorbild des Mainzer Reichslandfriedens von 1235 auf das ganze Reich für drei Jahre befristet ausgeweitet.[90]

In Rudolfs letzten Jahren standen die Streitschlichtung und die Wahrung der Reichsinteressen besonders in Thüringen im Blickpunkt. Von Dezember 1289 bis November 1290 hielt er sich in Sachsen und Thüringen auf, um die Königsautorität wiederherzustellen. Mit den Residenzorten in Erfurt und Altenburg knüpfte er an staufische Vorbilder an.[91] Im Winter 1289/90 zerstörte der König in Thüringen nach sächsischen Angaben 66 oder 70 Raubburgen und ließ an einem Tag im Dezember 29 Raubritter vor den Toren der Stadt Erfurt enthaupten.[92] Bei seinem Aufenthalt in Thüringen zog Rudolf das gesamte Pleißnerland für das Reich wieder ein.[93]

Ausgreifen nach Burgund und Kontakte nach Frankreich
Nach dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem böhmischen König und dem Erwerb der österreichischen Länder für das Haus Habsburg konzentrierte sich Rudolf ab 1283 auf das königsferne Burgund.[94] Unter Burgund ist in diesem Zusammenhang der an Frankreich grenzende südwestliche Reichsteil zu verstehen, der die Provence, die sogenannte Freigrafschaft Burgund, die Dauphiné (Grafschaft Vienne) sowie die Grafschaften Mömpelgard und Savoyen, nicht aber das zu Frankreich gehörende Herzogtum Burgund mit dem Hauptort Dijon umfasste. Abgeleitet von der Krönungsstadt Arles wird der burgundische Reichsteil in der Geschichtswissenschaft oft als regnum Arelatense bzw. als Arelat bezeichnet. Die Reichsgewalt im Arelat war allerdings stets nur schwach ausgebildet.[95]

Graf Rainald von Mömpelgard hatte dem Basler Bischof Heinrich von Isny, einem engen Parteigänger Rudolfs, den Elsgau abgenommen. Rudolf entschloss sich militärisch einzugreifen. Graf Rainald konnte auf keine größere Unterstützung bauen und verschanzte sich in Pruntrut. Nachdem Rudolf die Stadt einen Monat belagert hatte, musste der Graf am 14. April 1283 seine Ansprüche aufgeben, ohne allerdings Rudolf den Lehenseid leisten zu müssen.[96] Anschließend unternahm Rudolf einen Vorstoß gegen Graf Philipp I. von Savoyen. Die Grafen von Savoyen verfügten über strategisch wichtige Besitzungen, auf die sich Rudolf im Rahmen seiner Burgundpolitik den Zugriff sichern wollte.[97] Die Feindseligkeiten begannen bereits 1281,[98] doch erst im Sommer 1283 ging der König in größerem Maßstab gegen den Grafen vor.[99] Nach langer Belagerung der Stadt Peterlingen gab Graf Philipp auf; im Frieden vom 27. Dezember 1283 musste er die Städte Peterlingen, Murten und Gümminen an Rudolf abgeben. Außerdem hatte er eine Kriegsentschädigung von 2000 Mark Silber zu zahlen.[100]

Die französische Expansionspolitik betraf Reichsgebiet entlang von Schelde, Maas, Saône und Rhone. Eine eheliche Verbindung mit dem burgundischen Herzogshaus sollte für bessere Verhältnisse mit Frankreich sorgen. Im Februar 1284 heiratete Rudolf im Alter von 66 Jahren die 14-jährige Isabella von Burgund, eine Schwester des Herzogs Robert II. von Burgund, des Schwagers des französischen Königs Philipp III.[101] Seine erste Frau Anna war 1281 gestorben. Durch die Ehe versuchte Rudolf seinen Einfluss im Arelat zu steigern. Robert wurde mit der Grafschaft Vienne belehnt. Trotz verwandtschaftlicher Bindung und Reichsbelehnung konnte Rudolf durch Robert II. seine Gegner, die Grafen von Savoyen, den Pfalzgrafen Otto von Burgund und den Grafen Rainald von Mömpelgard, nicht schwächen. Auch seine Hoffnung auf Anbindung an das französische Haus erfüllte sich nicht. Robert II. stellte sich auf die Seite des französischen Königs Philipp IV., der im Oktober 1285 die Nachfolge seines verstorbenen Vaters übernommen hatte. Philipp IV. dehnte den französischen Einflussbereich im Grenzraum beträchtlich aus und verfolgte auch im Arelat Interessen, wo in der Folgezeit mehrere Gebiete an Frankreich fielen. Dazu zählt der Versuch, die Kontrolle über die Freigrafschaft Burgund zu gewinnen. Im Jahr 1289 erzwang Rudolf durch einen Feldzug die Huldigung Ottos von Burgund, der sich an Frankreich angelehnt hatte.[102] Nach Rudolfs Tod schloss Pfalzgraf Otto jedoch 1295 einen Vertrag mit Philipp IV., der vorsah, dass die Freigrafschaft durch eine Heiratsverbindung und gegen Geldzahlungen in französischen Besitz übergehen soll.

Vergebliche Bemühungen um die Kaiserkrone und Nachfolge
In Rudolfs 18 Herrschaftsjahren amtierten acht Päpste.[103] Papst Gregor X. hatte Rudolf die Kaiserkrone in Aussicht gestellt, wenn er die Führung eines Kreuzzuges übernehme. Gregors unerwarteter Tod machte die Pläne für eine Kaiserkrönung und das Kreuzzugsunternehmen zunichte. Die folgenden Päpste Innozenz V., Hadrian V. und Johannes XXI. übten ihr Pontifikat nur von Januar 1276 bis Mitte 1277 aus. Papst Nikolaus III. amtierte zwar von 1277 bis August 1280, räumte aber dem Kreuzzugsprojekt keine Priorität ein. Verhandlungen Rudolfs mit seinen Nachfolgern Honorius IV. und Nikolaus IV. blieben ohne Erfolg. Trotz der zahlreichen Personenwechsel konnten immerhin dreimal (1275, 1276 und 1287) konkrete Termine für eine Krönung vereinbart werden.[104] Rudolfs Tochter Clementia wurde 1281 mit Karl Martell verheiratet, dem Sohn Karls II. von Anjou. Diese Eheverbindung zwischen den Häusern Habsburg und Anjou war Teil eines übergreifenden Plans, der seit 1278 maßgeblich von der Kurie vorangetrieben wurde. In diesem Zusammenhang wurde Rudolf die Kaiserkrone in Aussicht gestellt. Aus dem Arelat sollte ein eigenständiges Königreich unter der Herrschaft des Hauses Anjou gebildet werden, die Ansprüche des Reichs auf die Romagna sollten fallen gelassen werden.[105] Außer der Heirat wurde der Plan jedoch nicht verwirklicht. Erst Rudolfs späterer Nachfolger Heinrich VII. sollte 1312 wieder die Kaiserwürde in Rom empfangen.

Rudolfs Streben nach der Kaiserwürde sollte vor allem dazu dienen, seinem Sohn die Nachfolge zu sichern und so eine Dynastie zu gründen. Als Kaiser hätte er einen Mitkönig erheben können. Bei den Ottonen, Saliern und Staufern war dies immer der kaiserliche Sohn gewesen.[106] Zunächst wollte Rudolf seinen Sohn Hartmann zum Nachfolger machen. Hartmann ertrank jedoch im Dezember 1281 im Rhein. In seinen letzten Lebensjahren waren Rudolf nur die Söhne Albrecht und Rudolf verblieben. Rudolf versuchte, seinen gleichnamigen Sohn als Königskandidaten aufzubauen. Seinem Schwiegersohn Wenzel bestätigte er 1289 und erneut 1290 die böhmische Kurstimme. Im Gegenzug stimmte Wenzel am 13. April 1290 auf einem Hoftag in Erfurt der Königsnachfolge von Rudolfs Sohn zu, doch starb dieser am 10. Mai 1290 unerwartet in Prag. Der einzige überlebende Königssohn Albrecht fand auf einem Hoftag in Frankfurt am 20. Mai 1291 keine Zustimmung bei den Kurfürsten, nur Pfalzgraf Ludwig trat für ihn ein. Statt des Habsburgers Albrecht wurde 1292 der mittelrheinische Graf Adolf von Nassau gewählt.

Tod
Zu Beginn des Sommers 1291 verschlechterte sich Rudolfs gesundheitlicher Zustand erheblich. Kurz vor seinem Tod entschloss sich der dreiundsiebzigjährige König, von Germersheim nach Speyer zu ziehen. Der Kaiserdom in Speyer galt als Gedächtnisort der salisch-staufischen Dynastie und war der bedeutendste Begräbnisort des römisch-deutschen Königtums. Rudolf wollte sich in die salisch-staufische Tradition stellen und den Rang der Habsburger als Königsgeschlecht verdeutlichen. Einen Tag nach seiner Ankunft in Speyer starb er am 15. Juli 1291 wohl an Altersschwäche in Verbindung mit einer Gichterkrankung.[107] Rudolf wurde neben dem staufischen König Philipp von Schwaben im Speyrer Dom bestattet. Die noch erhaltene Grabplatte wurde von einem Künstler zu Lebzeiten des Königs angefertigt. Sie gilt als eine der ersten realistischen Abbildungen eines römisch-deutschen Königs überhaupt.[108]

Wirkung
Spätmittelalterliche Urteile
Im Spätmittelalter kam Rudolf für die Habsburger als Dynastie die Rolle als Spitzenahn zu. Den Aufstieg in den Reichsfürstenstand und ihre Königsfähigkeit verdankten die Habsburger Rudolf.[109]

Der Königshof und die habsburgischen Hausmachtzentren in der Nordschweiz und im Elsass betrieben aktiv Herrschaftspropaganda für Rudolf. Noch wichtiger für die Verbreitung seines Ruhmes waren die bürgerlichen Eliten der Stadt Straßburg sowie die süddeutschen Minoriten und Dominikaner.[110] Die Bürger der Stadt Straßburg sahen seit den Kämpfen mit ihrem Bischof (1262) im Habsburger einen Verbündeten. Am Oberrhein verbreiteten die Bettelmönche über Rudolf zahlreiche Anekdoten. Im Sinne der kirchlichen Armutsbewegung wurde er als anspruchsloser, gegenüber Gott und der Kirche demütiger König inszeniert.[111]

Dadurch sind über Rudolf von Habsburg eine Vielzahl zeitgenössischer, teilweise propagandistisch instrumentalisierter Erzählungen und Anekdoten überliefert,[112] denen in der Geschichtswissenschaft vielfach nur geringer Quellenwert beigemessen wurde. Größere Bedeutung hat den Anekdoten Karl-Friedrich Krieger eingeräumt. Nach Krieger kommt man durch sie „der individuellen Persönlichkeit Rudolfs so nahe wie der kaum eines anderen Königs des 13. Jahrhunderts“.[113] Insgesamt konnten 53 Erzählmotive sicher identifiziert werden.[114] Rudolf wird „als gerecht, gewitzt, bisweilen listig, manchmal sogar verwegen, nie jedoch brutal oder tyrannisch“ charakterisiert.[115] So soll er auf einem Feldzug nach Burgund Rüben eigenhändig aus dem Feld gezogen und dann verspeist haben, oder er soll auf einem Feldzug sein zerschlissenes Wams selber geflickt haben. In Erfurt soll er Reklame für das Bier von Siegfried von Bürstädt gemacht haben.[116] Nach Johannes von Winterthur und Johannes von Viktring konnte an Rudolfs langer Adlernase („Habsburgernase“) niemand vorbeigehen. Ein Mann hatte behauptet, dass er wegen der langen Königsnase nicht an ihm vorbeikommen könne. Rudolf habe darauf mit einem Lachen seine Nase zur Seite geschoben.[117] In zahlreichen anderen Erzählungen befand sich der König in Lebensgefahr und wurde durch treue Gefolgsleute gerettet.[118]

Die zeitgenössischen Darstellungen und die mittelalterliche Geschichtsschreibung beschrieben Rudolf als humorvoll und volkstümlich. Sein Porträt auf der Grabplatte wurde von Zeitgenossen des ausgehenden 13. Jahrhunderts wegen seiner Wirklichkeitsnähe gerühmt.[119] Die Grabplatte zeigt nach Martin Büchsel nicht das Charakterbild eines mürrischen und resignierten Herrschers,[120] sondern das neue Königsbild nach Ende des Interregnums.[121] Die Grabfigur war über Jahrhunderte verschollen und wurde beschädigt. Ihre Restaurierung im 19. Jahrhundert ist problematisch, da sie von dem Gemälde der Grabplatte abweicht, das Hans Knoderer im Auftrag Maximilians I. schuf. Jetzt befindet sie sich in der Vorkrypta des Speyerer Domes.

Moderne
Im 18. Jahrhundert und vor allem im Vormärz und der Biedermeierzeit des 19. Jahrhunderts entstand eine Vielzahl an Dichtungen, Dramen und Sagen über Rudolf von Habsburg. Nicht zuletzt als erster Habsburger, der zum römisch-deutschen König gewählt wurde, war Rudolf ein beliebter Stoff.[122] Durch ihre dynastisch-habsburgische Sichtweise verherrlichten die deutschsprachigen Dramen vielfach Rudolf von Habsburg (Friedrich August Clemens Werthes: Rudolph von Habsburg 1785; Anton von Klein: Rudolf von Habsburg 1787; Anton Popper: Rudolf von Habsburg 1804). In der Dichtung wurden für die Charakterisierung des Habsburgers vielfach die Tugenden der Demut und Frömmigkeit hervorgehoben. Friedrich Schiller thematisierte 1803 in seinem Gedicht Der Graf von Habsburg „die kaiserlose, die schreckliche Zeit“, die mit Rudolfs Wahl endete. Als Schiller sein Gedicht im April beendete, war das Heilige Römische Reich durch den Reichsdeputationshauptschluss nur noch eine historische Größe. Die Bearbeitungen August von Kotzebues (Rudolph von Habsburg und König Ottokar von Böhmen 1815) und Christian Ludwig Schönes (Rudolf von Habsburg 1816) versuchten durch die Herausstellung der negativen Seiten des böhmischen Königs den Habsburger dramatisch zu überhöhen. In seinem Schauspiel König Ottokars Glück und Ende (1825) brachte Franz Grillparzer den Konflikt Rudolfs mit dem böhmischen König auf die Bühne. Rudolf tritt als vom Kreuzzug heimgekehrter Friedensbringer im Soldatenrock auf. Das Schicksal Ottokars parallelisierte Grillparzer dabei mit dem von Napoleon Bonaparte.

König Ludwig I. von Bayern ließ 1843 im Speyerer Dom von Ludwig Schwanthaler ein Grabmal errichten. In Wien schuf 1912 Arthur Strasser eine Rudolf-Statue. Bei Germersheim wurde am 18. Oktober 2008 die dort seit 1971 fertiggestellte vierspurige Rheinbrücke in Rudolf-von-Habsburg-Brücke benannt.

Forschungsgeschichte
Die Historiker in Deutschland suchten im 19. Jahrhundert nach den Gründen für die verspätete Entstehung des deutschen Nationalstaats. Die Epoche der deutschen Kaiserzeit von 900 bis 1250 wurde als Goldenes Zeitalter beschrieben, denn das deutsche Kaiserreich der Ottonen, Salier und Staufer hatte die Vorrangstellung in Europa inne und übertraf die anderen Reiche an Größe, Glanz und Macht. Die mittelalterliche Geschichte betrachteten die Historiker unter der Perspektive der Königsmacht. Herrscher wurden danach bemessen, ob sie eine Machtsteigerung erreichten oder zumindest einen Machtverfall gegenüber Fürsten und Papsttum verhinderten. In diesem Geschichtsbild galt der Staufer Friedrich II. als letzter Vertreter der deutschen Kaiserherrlichkeit.[123] Mit seinem Tod lässt die Mediävistik das Spätmittelalter beginnen, das als Zerfallsepoche und als finstere Zeit der Machtlosigkeit galt. Spätmittelalterliche Könige wie Rudolf von Habsburg oder Karl IV., die den Verfall der Reichsgewalt beenden wollten, seien an der Wahlmonarchie gescheitert, in der sich der Herrscher die Unterstützung der Kurfürsten mit zahlreichen Zugeständnissen erkaufen musste. Fürsten und Päpste galten als Vertreter des Eigennutzes, die sich der kraftvollen Einheit des Reiches widersetzten.[124] Dieses Geschichtsbild durchzog die wissenschaftlichen Arbeiten bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit den 1970er Jahren ist das Spätmittelalter durch die Forschungen von Ernst Schubert, František Graus und Peter Moraw verstärkt in den Blickpunkt gerückt. Seither wird Königsherrschaft nicht mehr unter dem Gesichtspunkt eines unüberbrückbaren Gegensatzes zwischen König und Fürsten gesehen, sondern es wird betont, dass das Zusammenwirken von König und Fürsten „zum selbstverständlich praktizierten konsensualen Entscheidungsgefüge“ gehörte.[125]

Oswald Redlich legte 1903 eine monumentale, großdeutsch-katholisch orientierte Biographie Rudolfs von Habsburg vor.[126] Das 800 Seiten starke Werk gilt durch die umfassende Quellenauswertung bis heute in der Fachwelt als unersetzt. Redlich sah „Rudolfs Bedeutung und sein Verdienst um Deutschland“ darin, „daß er mit klarem Blick den Untergang des alten Kaisertums erkannte, daß er in mutiger Entschlossenheit alle jene staufischen Ansprüche fallen ließ, daß er das neue Königtum und Kaisertum wesentlich auf deutschen Boden beschränken wollte“.[127] Redlichs umfassende Darstellung könnte ein Grund dafür sein, dass danach die Regierungszeit Rudolfs von Habsburg in der Geschichtswissenschaft nur noch auf wenig Interesse gestoßen ist.[128]

Peter Moraw hat in seiner 1989 veröffentlichten Darstellung Von offener Verfassung zu gestalteter Verdichtung die Zeit von Rudolfs Herrschaft bis zu der Heinrichs VII. als das Zeitalter der „kleinen Könige“ bezeichnet. Im Vergleich zu den anderen europäischen Königreichen seien die strukturellen Grundlagen des römisch-deutschen Königtums schlechter gewesen.[129] Anlässlich des 700. Todestages wurde im November 1991 in Passau eine Tagung abgehalten.[130] Franz-Reiner Erkens beurteilte den habsburgischen Herrscher insgesamt als „Pragmatiker konservativen Zuschnitts“ und zeigte, wie sehr die staufische Tradition auch nach dem Interregnum gewirkt hat. Innovative Ansätze sah Erkens in der Reorganisation des Reichsburgensystems, im städtischen Steuerwesen und in der dynastischen Hausmachtpolitik.[131] Auf der Passauer Tagung hat Moraw seine These von den „kleinen Königen“ hinsichtlich Rudolfs näher ausgeführt.[132] Sie fand in der Geschichtswissenschaft sowohl Kritik als auch Zustimmung.[133] Hundert Jahre nach Redlichs Werk hat Karl-Friedrich Krieger 2003 eine neue Biographie vorgelegt. Krieger machte bei Rudolf eine „pragmatische Haltung“ aus, die ihm die Möglichkeit gegeben habe, „Zeichen für die Zukunft zu setzen“.[134] Demnach war es Rudolfs Verdienst, „die im Interregnum schon weitgehend aufgegebene königliche Friedensgewalt wieder grundsätzlich aktiviert und […] zu neuerlicher Geltung gebracht zu haben“.[135] Im Gegensatz zu Moraws Auffassung war für Krieger der erste König aus dem Geschlecht der Habsburger „aufgrund seiner Fähigkeiten und Tatkraft kein ‚kleiner‘, sondern ein bedeutender König“, „der den Vergleich weder mit anderen zeitgenössischen Herrschern noch mit seinen spätmittelalterlichen Nachfolgern im Reich scheuen muß“.[136]

Zur 800. Wiederkehr seines Geburtsjahres veranstaltete die Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer im April 2018 unter der Leitung von Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter ein wissenschaftliches Symposium zu „König Rudolf I. und der Aufstieg des Hauses Habsburg im Mittelalter“. Die Beiträge der Tagung wurden 2019 von Schneidmüller herausgegeben.[137] Das Symposium bildet den Auftakt der Beschäftigung mit dem Thema, das 2023 zu einer Sonderausstellung im Historischen Museum Speyer zu den Habsburgern im Mittelalter führen wird. 
von Habsburg, König Rudolf I. (IV.) (I7879)
 
49491 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_I._(Sachsen-Wittenberg)

Rudolf I. (* um 1284; † 12. März 1356 in Wittenberg) aus dem Geschlecht der Askanier

Leben
Herkunft
Rudolf war der älteste Sohn von Herzog Albrecht II. von Sachsen-Wittenberg, der als Kurfürst eine herausgehobene Stellung im römisch-deutschen Reich hatte. Seine Mutter war Agnes von Habsburg, eine Tochter des deutschen Königs Rudolf I. 1291 belehnte ihn dieser mit der Grafschaft Brehna. Diese wurde jedoch zunächst von seinem Vater als Vormund regiert.

Erbe unter Vormundschaft 1298
Als sein Vater am 25. August 1298 starb, erbte Rudolf dessen Herzogtum Sachsen-Wittenberg, sowie das Recht, als einer von sieben Kurfürsten den König wählen zu dürfen. Damit war die Würde des Erzmarschall des Reiches verbunden, der bei zeremoniellen Gelegenheiten das Reichsschwert tragen durfte.

Da er noch minderjährig war, übernahm seine Mutter die Regierung im Herzogtum als Vormund. In ihrer Zeit begann die Vertreibung von Juden aus Wittenberg. Rudolf erhielt zu dieser Zeit am Hofe seines Onkels, König Albrechts I., schrittweise Einblicke in die Geschäfte der Reichspolitik.

Am Königshof übte Rudolfs erstmals sein Erzamt aus, als er einwilligte, dass König Albrecht I. seine Söhne Rudolf, Friedrich und Leopold am 21. November 1298 gesamthänderisch mit Österreich, der Steiermark und der Krain belehnte.

Beginn der eigenständigen Herrschaft 1302
Mit der Übernahme der Regierungsgeschäfte etwa ab 1302 war er zunächst bestrebt, eine weitere Festigung der Landesherrschaft zu erreichen. Dazu musste er sich vor allen Dingen mit den Vettern der Sachsen-Lauenburger Linie auseinandersetzen, um die vom Vater übertragene Kurwürde zu sichern.

Die zunehmenden Kosten seiner Reichspolitik, nötigten ihn, eine Gerechtsame nach der anderen abzugeben. Er organisierte 1306 Schutz- und Trutzbündnisse mit verschiedenen Städten, die die Städte in nachfolgenden Jahren selbständig erweiterten.

Königswahlen 1308 und 1314
Von größerer Bedeutung war seine Stimme bei der Königswahl 1308, nachdem sein Onkel Albrecht I. getötet worden war. Nach längerem Hin und Her fiel die Wahl am 27. November 1308 auf den Grafen Heinrich von Luxemburg, der auch die Stimme Rudolfs I. erhielt. Zudem unterstützte ihn Rudolf mit Geld und Truppen, so dass er das Wohlwollen des späteren Kaisers erhielt.

Bereits bei dieser Königswahl zeigte sich die Komplikation, dass in Konkurrenz zu Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg auch dessen askanischen Verwandten von Sachsen-Lauenburg seit der Erbteilung zwischen Rudolfs Vater Albrecht II. und dessen Neffen von 1296 die gewohnheitsrechtliche Kurwürde Sachsens und damit die Stimme bei der Königswahl beanspruchten. Das Problem wurde zunächst dadurch gelöst, dass beide für denselben Kandidaten stimmten.

Als Kaiser Heinrich am 24. August 1313 starb, gab es in Sachsenhausen bei Frankfurt a. M. am 19. Oktober 1314 die nächste Königswahl. Diese Wahl ergab erstmals zwei unterschiedliche Sieger. Rudolf I. gab seine Stimme einem Habsburger, Friedrich III., genannt der Schöne. Dessen Kontrahent Ludwig der Bayer beanspruchte aufgrund seiner Wahl ebenfalls die Königskrone. Lauenburg gab diesmal seine umstrittene Stimme für Ludwig ab, was zu Stimmengleichheit von 4:4 führte, wodurch beide Seiten den Wahlsieg für sich beanspruchten. In der Schlacht bei Mühldorf am Inn am 28. September 1322 konnte sich Ludwig der Bayer als alleiniger König durchsetzen.

Markgraf von Brandenburg 1320 bis 1324
→ Hauptartikel: Brandenburgisches Interregnum
1319 übernahm Rudolf die Vormundschaft für den noch minderjährigen Markgrafen Heinrich II. von Brandenburg. Nachdem dieser 1320 gestorben war, beanspruchte Rudolf selber die Herrschaft in der Mark. Er ließ sich von den Ständen huldigen und regierte von Spandau aus.

König Ludwig verweigerte jedoch die Belehnung, auch um eine zu große Machtfülle in dessen Person zu verhindern. Auch der Markgraf von Brandenburg war Kurfürst und Königswähler. Ludwig belehnte deshalb 1323 seinen Sohn Ludwig mit der Mark. Rudolf verließ diese im Frühsommer 1324.

Machtkampf mit Kaiser Ludwig
Weitere Sanktionen des Kaisers setzten Rudolf im weiteren Verlauf so zu, dass sich ihm Rudolf I. gemeinsam mit seinem Bruder Wenzel aus taktischen Gründen unterordnete. Es war der Versuch, sich als treue Gefolgsleute des neuen Kaisers zu bewähren. Von nun an ging Rudolf den Weg des Vermittlers bei Streitigkeiten der Fürsten untereinander und konnte dadurch verschiedene Verbindungen aufbauen, die ihm von Nutzen waren. So ist beispielsweise der Kurverein von Rhense zu nennen.

Diese Verbindungen schlossen auch den Papst ein, der Ludwig den Bayern 1324 mit einem Bann belegte. Daraufhin änderte der Kaiser seine Meinung gegenüber Rudolf I. und gab ihm Teile der Mark Lausitz mit den Städten Brietz, Fürstenwalde, Beeskow etc. in Form eines Pachtvertrages auf 12 Jahre.

Zwischen 1333 und 1338 gründete Rudolf in Wittenberg das Allerheiligenstift als einen religiösen Mittelpunkt des Herzogtums.

Königswahl 1346
Im Laufe seiner weiteren Vermittlungsbemühungen wurden seine Bindungen an den Prager Hof immer intensiver, was sich bei der Wahl am 11. Juli 1346 von Kaiser Karl IV. (1347–1378) verdeutlichte. Am 26. November 1346 fand dessen feierliche Krönung in Bonn statt. Rudolf nahm dort als einziger Kurfürst persönlich bei der feierlichen Krönung teil.
Seine enge Bindung an Karl IV. brachte ihm 1347 die Altmark mit der Elbe als Grenze gegen Brandenburg ein. Außerdem bekam er im Jahre 1348 für seine Ausgaben als Kurfürst den Reichsforst bei Frankfurt an der Oder. Unter seiner Regie erlangten Johann und Albrecht I. von Mecklenburg den Titel eines Reichsfürsten. Allerdings darf man dieses anfänglich positive Verhältnis nicht als vollständige Anbindung an Karl IV. werten. Denn als der Kaiser dem Wittelsbacher Ludwig I., dem „Brandenburger“ die Mark Brandenburg, die Lausitz und die Kurwürde 1350 bestätigte, erregte dies Rudolfs Unwillen und er zog sich vom Prager Hof zurück.

Erst eine Schenkung des Walchenhofes auf der Kleinseite Prags versöhnte Rudolf I. mit dem Brandenburger und Karl IV.

Goldene Bulle 1356
Diese weitere Bindung an Karl IV. brachte ihm dann den größten Erfolg seiner Regentschaft ein. In der am 6. Oktober 1355 in Prag ausgestellten „bulla aurea Saxonica“ wurde Sachsen-Wittenberg ausdrücklich und endgültig die Kurfürstenwürde bestätigt.[1] Zudem wurde festgelegt, dass die Erbfolge nach dem Recht des Erstgeborenen erfolgt und, wo dies nicht erfolgen kann, die Erbfolge auf den nächstälteren Bruder übergeht. Der Kurprinz darf die Würde erst mit dem 18. Lebensjahr tragen und erst mit dem 21. Lebensjahr die Landesregierung ausüben. Die Askanier von Sachsen-Lauenburg, die 1349 den Unmut Karls IV. auf sich gezogen hatten, als sie mit ihrer umstrittenen Kurstimme Günther von Schwarzburg zum Gegenkönig wählten, verloren durch diese Bulle endgültig ihre Ansprüche auf die Kurwürde. Allein Rudolf und seine Erben von Sachsen-Wittenberg waren damit fortan „Kurfürst und Erzmarschall des Heiligen Römischen Reiches“. In der Goldenen Bulle Karls IV. von 1356 fand diese Festlegung erneut Eingang. 
von Sachsen-Wittenberg (Askanier), Herzog Rudolf I. (I28310)
 
49492 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_I._von_Eu

Rudolf I. von Eu

Rudolf I. von Issoudun (frz.: Raoul; † 1. Mai 1219) war ein Herr von Issoudun und durch Ehe Graf von Eu (als Rudolf I. von Eu). Er ist Angehöriger der Adelsfamilie Lusignan.

Seine Eltern waren Hugo von Lusignan († 1169) und dessen Frau Orengarde. Er ist ein jüngerer Bruder von Hugo IX. von Lusignan, Graf von La Marche und ein Enkel von Hugo VIII. von Lusignan, Graf von La Marche. Da nicht sein Vater Hugo, sondern sein Bruder Hugo IX. seinen Großvater Hugo VIII. als Herr von Lusignan beerbte erhielt sein Vater keine eigene Ordnungszahl. Aus diesem Zusammenhang wird er oft fälschlich mit einem jung verstorbenen Sohn Hugos VIII. namens Robert verwechselt.

Leben
Im Gegensatz zu seinen Verwandten stand Rudolf treu zu seinem Lehnsherren Richard Löwenherz. Von ihm erhielt er Melle, Chizé und La Mathe-Saint-Héray im Poitou, sowie die strategisch wichtige Burg Issoudun (Exoudun) im unteren Berry als Lehen übertragen. Bei Issoudun gründete er die Fontblanche Priorei. In Richards Gefolge nahm er am Dritten Kreuzzug teil und kämpfte bei der Belagerung von Akkon. Nach seiner Rückkehr erhielt er die Burg Drincourt (heute Neuchâtel-en-Bray) in der Normandie und heiratete um 1194 die Erbin der Grafschaft Eu, in deren Namen er die gräflichen Rechte wahrnahm. Zusätzlich brachte ihm seine Frau die englische Baronie Hastings in die Ehe.

Nach dem Tod Richards schwor Rudolf dessen Nachfolger König Johann Ohneland 1200 die Treue und erhielt von ihm das poitevinische Civray. Allerdings entführte der König im selben Jahr die Braut von Rudolfs Neffen, weshalb die Lusignanfamilie in dieser Sache an König Philipp II. von Frankreich appellierte. 1201 wurde er deshalb von König Johann all seiner Ländereien für verlustig erklärt, wogegen sich Raoul zur Wehr setzte und sich in Drincourt verschanzte. Diese Burg verteidigte er erfolgreich bis 1202 gegen des Königs Seneschall in der Normandie, bis König Philipp II. von Frankreich durch einen Heerzug die Burg entsetzte. Rudolf und seine Frau traten nun ihn ein Treueverhältnis zum französischen König, von dem sie ihren Besitz als Lehen erhielten.

Bald aber überwarf sich Rudolf mit König Philipp II. und wechselte mit Rainald I. von Dammartin erneut auf die Seite Johann Ohnelands. Dadurch verloren er und seine Frau ihre französischen Besitzungen, erhielten aber 1214 von Johann den englischen Besitz zurückerstattet, der um Tickhill in Yorkshire erweitert wurde. Am 27. Juli 1214 kämpfte Rudolf auf der Seite Kaiser Ottos IV. in der Schlacht bei Bouvines, wo sie aber gegen den König von Frankreich unterlagen.

Rudolf starb 1219 und wurde in der Fontblanche Priorei bestattet. Nach unterschiedlichen Angaben starb er entweder in Melle, oder als Kreuzfahrer auf dem Fünften Kreuzzug vor Damiette. Er war verheiratet mit Gräfin Alice von Eu († 1246), Tochter des Grafen Heinrich II. von Eu aus der Familie der Rolloniden. Alice erhielt später ihre Besitzungen in Frankreich zurückerstattet und gab 1243 ihre englischen Besitzungen auf. 
von Lusignan (von Eu), Graf Rudolf I. (Raoul) (I12561)
 
49493 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_II._(Burgund)

Rudolf II. (* um 880; † 12. Juli oder 13. Juli 937) war Herzog, später König von Hochburgund (912–937) und König von Italien (922–926), begraben in Saint-Maurice. Er zählt zu den Nationalkönigen Italiens.
Rudolf war der älteste Sohn des Königs Rudolf I. von Hochburgund (888–912) aus dem Hause der Rudolfinger, des burgundischen Zweiges der Welfen und der Willa von Niederburgund, Tochter von König Boso von Vienne.
Herzog Rudolf II. war bestrebt, sein Reich im Nordosten zu erweitern. Dabei nutzte er die unklaren Zustände im Gebiet des schwäbischen Herzogtums. 916 erwarb er schwäbische Gebiete westlich der Linie Huttwil-Aarwangen sowie Basel. Seine Niederlage in der Schlacht bei Winterthur im Jahre 919 gegen Herzog Burchard II. kostete Rudolf den Thur- und den Zürichgau.
Um Frieden einkehren zu lassen, heiratete er – wohl im Jahr 922 – Burchards Tochter Berta.
Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor:
• König Konrad III.,
• Rudolf (961/62 bezeugt),
• Erzbischof Burchard I. von Lyon und
• Adelheid, später Frau von Kaiser Otto I.
Burchard und Rudolf unterstützten sich fortan politisch.
Im gleichen Jahr begann er kriegerisch in Richtung Süden vorzustoßen. Er wurde 921 von Adalbert von Ivrea auf den Thron von Italien erhoben. Kaiser Berengar I. von Friaul stellte sich 923 bei Fiorenzuola (Piacenza) Rudolf entgegen, wurde aber besiegt. Dies machte Rudolf zum König von Italien.
Inzwischen begann der italienische Adel gegen Rudolf zu revoltieren. Es eilte ihm Herzog Burchard II. von Schwaben zu Hilfe. Burchard starb nach einem Überfall durch den Erzbischof Lambert von Mailand im April 926 vor Novara. Rudolf II. zog sich darauf hin aus Italien zurück und gab im November 926 in Worms die ihm als Herrschaftssymbol übergebene italienische Heilige Lanze an König Heinrich I. zurück.
Rudolf verzichtete 933 zugunsten Hugos von Provence endgültig auf Italien gegen die Abtretung des Niederburgunds.
König Rudolfs II. Thron erbte sein Sohn Konrad III.


Quellen
• Liudprand von Cremona: Werke. In: Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. = Fontes ad historiam aevi Saxonici illustrandam (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein- Gedächtnisausgabe. B. 8). Neu bearbeitet von Albert Bauer und Reinhold Rau. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1971, ISBN 3-534-01416-2, S. 233–589.
Literatur
• Rudolf Schieffer: Rudolfinger. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 198–200 (Digitalisat).
• Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252) (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 465). Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2000, ISBN 3-17-014999-7 
von Hochburgund (Welfen), König Rudolf II. (I192)
 
49494 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_II._(Hachberg-Sausenberg)

Rudolf II. (Hachberg-Sausenberg)

Rudolf II. von Hachberg-Sausenberg (* 1301; † 1352) war Markgraf von Hachberg-Sausenberg und Landgraf im Breisgau. Er beerbte zusammen mit seinem Bruder Otto, seinen 1318 verstorbenen Bruder Heinrich, der erst zwei Jahre zuvor (1316) die Herren von Rötteln beerbte, wodurch das von seiner Familie beherrschte Territorium sich mehr als verdoppelte.

Leben
Rudolf war der Sohn des Markgrafen Rudolf I. von Hachberg-Sausenberg und der Erbtochter des Otto von Rötteln, Agnes (?). Nachdem sein älterer Bruder Heinrich 1318 jung verstorben war, übernahm Rudolf zusammen mit seinem zweiten Bruder Otto die Regentschaft über die Herrschaften Rötteln und Sausenberg. Die Residenz wurde von der Sausenburg auf die Burg Rötteln verlegt.[1]

Im Herbst 1332 belagerten Truppen der Stadt Basel seine Burg Rötteln, da er den Bürgermeister von Basel, Burkhard Werner von Ramstein,[2] erstochen hatte. Der Konflikt wurde nach Schlichtung durch den Adel von Stadt und Land beigelegt.[3] Die Hintergründe des Totschlags bleiben unklar, aber die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg waren mit der Basler Adelsgesellschaft der Psitticher verbunden, während die von Ramstein zu den rivalisierenden Sternern gehörten.

Die Familie
Rudolf war mit Katharina († 1385), der Tochter des Grafen Walram II.[4][5] von Thierstein verheiratet.

Darstellung im historischen Roman
Rudolf ist die Hauptfigur in dem 1928 erschienenen historischen Roman von Käthe Papke, „Der eiserne Markgraf von Sausenberg-Rötteln.“ Papke schreibt in diesem Roman den Mord am Basler Bürgermeister Rudolfs Bruder Otto zu, der als Choleriker dargestellt wird. Sie verwebt auch die Sage von der „Hexe von Binzen“[6] mit den beiden historischen Figuren Rudolf und Otto.

Siehe auch
Markgrafschaft Baden
Stammliste von Hachberg-Sausenberg

Mehr unter dem Link oben.. 
von Hachberg-Sausenberg, Markgraf Rudolf II. (I13022)
 
49495 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_II._(Österreich)

Rudolf II. (* 1270 in Rheinfelden; † 10. Mai 1290 in Prag), als Graf von Habsburg Rudolf V., war Herzog von Österreich und Steiermark, dann Herzog von Schwaben, Elsass und dem Aargau.

Er war ein Sohn König Rudolfs I. von Habsburg und der Gertrud von Hohenberg. Am 17. Dezember 1282, beim Reichstag von Augsburg, wurde er gemeinsam mit seinem Bruder Albrecht I. als Herzog von Österreich und Steiermark eingesetzt. Am 1. Juni 1283 musste er im Vertrag von Rheinfelden zugunsten Albrechts I. auf diese Gebiete verzichten, im Gegenzug sollte er von seinem Vater mit den Ländern im späteren Vorderösterreich belehnt werden. Vorerst übernahm er die Regentschaft in Vorderösterreich und im Klettgau, Lehnsherrschaft wie auch die vereinbarte Entschädigung von Albrecht I. traten aber bis zu seinem frühen Tod im Alter von 19 Jahren nicht ein. Im Frühjahr 1288 belagerte er die Burg Weißenburg, hier eilte ihm sein Vater zu Hilfe. Anschließend nahm er 1288/89 am Feldzug seines Vaters gegen Bern, das mit den Savoyern sympathisierte, teil. Nachdem seinem Vater ein erster Ansturm auf die Stadt missglückt war, gelang es Rudolf, die Berner zu einem Ausfall zu reizen und am 27. April 1289 in der Schlacht bei der Schosshalde zu besiegen. Ein Jahr später starb er während eines Besuchs bei seiner Schwester Guta überraschend in Prag.

Aus Rache um das vorenthaltene Erbe ermordete Rudolfs postum geborener Sohn Johann 1308 seinen Onkel Albrecht, weshalb man ihn Parricida (‚Verwandtenmörder‘) nennt.

Ehe und Nachkommen
Rudolf heiratete 1289 in Prag Agnes von Böhmen, Tochter König Ottokars II. Přemysl. Er hatte mit ihr einen Sohn 
von Österreich (von Habsburg), Herzog Rudolf II. (I27536)
 
49496 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_II._von_Eu

Rudolf II. von Eu (frz.: Raoul, * um 1200; † September 1246) war Graf von Eu und Herr von Issoudun aus dem Hause Lusignan.

Er war der älteste Sohn von Rudolf I. von Issoudun und dessen Frau Alice von Eu.[1][2] Väterlicherseits war er ein Neffe des Hugo IX. von Lusignan, Graf von La Marche. Nach dem Tod seines Vaters erbte er die Herrschaft Issoudun sowie die aus dem Recht seiner Mutter stammende Grafschaft Eu.

In erster Ehe war er 1222 mit Johanna von Burgund (* 1200; † 1223) verheiratet, der Tochter des Herzogs Odo III. Mit ihr hatte er eine Tochter, Maria. Nachdem Johanna 1223 gestorben war, heiratete er in zweiter Ehe Jolanda von Dreux (* 1196; † 1239). Nach deren Tod heiratete er in dritter Ehe Philippa von Dammartin († 1278/81), Tochter des Simon von Dammartin, Graf von Aumale, Ponthieu und Montreuil. Die letzteren beiden Ehen blieben kinderlos.

Er starb 1246 und wurde im Kloster Foucarmont begraben. Ihn beerbte seine einzige Tochter, Maria († 1260), die um 1249 Alfons von Brienne heiratete. 
von Lusignan-Issoudun, Graf Rudolf II. (Raoul) (I12558)
 
49497 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_III._(Hachberg-Sausenberg)

Rudolf III. (Hachberg-Sausenberg)

Markgraf Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg (* 1343; † 8. Februar[1] 1428) war der Sohn des Markgrafen Rudolf II. von Hachberg-Sausenberg und der Katharina von Thierstein. Bis 1384 war sein Onkel Otto I. von Hachberg-Sausenberg Regent bzw. Mitregent. Rudolf III. wird als der bedeutendste der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg angesehen.[2]

Ehen
1373 heiratete Rudolf in erster Ehe Adelheid von Lichtenberg,[3][4] die Tochter des Simon von Lichtenberg, des Herrn von Schloss Hüneburg im Elsass.[5] Aus dieser Ehe sind keine Kinder bekannt und Adelheid starb vor dem 28. April 1378.

1387 heiratete Rudolf in zweiter Ehe Anna von Freiburg-Neuenburg (1374–1427), die Tochter des Grafen Egino III. von Freiburg und Schwester des Grafen Konrad von Freiburg, der den Ehevertrag aushandelte. Mit ihr hatte Rudolf 13 Kinder (7 Söhne, 6 Töchter).

Bautätigkeit
Rudolf III. entfaltete eine rege Bautätigkeit. Auf seinem Sitz Burg Rötteln wurden um 1360 zwei Torbauten, ein großer Bau und ein Turm errichtet. 1387 und 1392 folgten weitere große Bauten auf der Burg. 1401 errichtete er die Kirche im Dorf Rötteln und baute sie 1418 zur Hauptkirche seiner Herrschaft aus. Sein Grabmal und das seiner zweiten Gemahlin, Anna von Freiburg, in der Kirche von Rötteln gelten als bedeutende Zeugnisse gotischer Kunst am Oberrhein.[10]

Ausdehnung der Landesherrschaft
Rudolf III. konnte in seiner langen Regierungszeit seine Landeshoheit erheblich ausdehnen:

1365 Tausch des Dorfes Huttingen gegen Höllstein (mit dem Bischof von Basel)
1366 erhielt er von seinem Onkel Otto I. dessen Anteil an der Herrschaft Sausenberg
1368 kaufte er von Ritter Konrad Münch von Münchenstein die Dörfer Weil, Wintersweiler, Welmlingen, Güter in Haltingen, sowie Burg und Dorf Otlikon (Friedlingen).[11] Außerdem kaufte er Dossenbach vom Edelknecht Wilhelm von Hauenstein und dessen Sohn Henman von Hauenstein, der später als sein Ehevogt eingesetzt wurde.
1394 wurde er vom Basler Bischof Konrad Münch mit Basler Stiftslehen „nämlich mannschaft, wildbännen und silberbergen im Breisgau, auf dem Schwarzwald und zu Tottnöw (Todtnau)“ belehnt.[12]
1400 kaufte er die Herrschaft Neuenstein mit den Dörfern Gersbach, Schlechtbach, Raitbach, Kürnberg und Schweigmatt.[13] Die Feste Neuenstein war den Schönauern eigentlich nur vom Kloster St. Blasien zu Lehen, doch Rudolf gelang es 1401, vom Kloster einen Verzicht auf die Lehenschaft zu erwirken.[14]
Chronist
In der Regierungszeit Rudolfs entstand die Rötteler Chronik, die teilweise auch von ihm selbst geschrieben sein soll. Diese Chronik befasst sich mit europäischen, deutschen, oberrheinischen und lokalen Ereignissen im Zeitraum von 1376 bis 1432. Die Chronik beginnt mit dem Eintrag über die Ereignisse an der Bösen Fasnacht von 1376 in Basel. Während dieses Aufruhrs gegen Herzog Leopold III. von Habsburg und seine Gefolgschaft geriet auch Rudolf kurzzeitig in die Gefangenschaft der Aufrührer.[15]

Fehden
Ab 1422 kam es zu Streitigkeiten zwischen Markgraf Rudolf und Dietrich von Rathsamhausen[16]. Letzterer erhob Anspruch auf das elsässische Dorf Brunstatt. Rudolf gewann die juristische Auseinandersetzung mehrfach, was aber durch Dietrich von Rathsamhausen nicht akzeptiert wurde. 1426 eskalierte die Auseinandersetzung und es kam zu kriegerischen Aktionen in deren Verlauf Dietrich von Rathsamhausen von Obereggenen aus das markgräfliche Dorf Feldberg überfiel und niederbrannte.[17]

Darstellung im historischen Roman
In dem 2009 erschienenen historischen Roman von Elke Bader Anna von Rötteln. Im Hagelsturm der Begierde zwischen Basel und Habsburg ist Markgraf Rudolf III. neben seiner Ehefrau Anna von Freiburg die Hauptperson.

Siehe auch
Markgrafschaft Baden
Stammliste von Hachberg-Sausenberg

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von Hachberg-Sausenberg, Markgraf Rudolf III. (I13019)
 
49498 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_III._(Sachsen-Wittenberg) (Feb 2022)

Rudolf III. (* um 1373 in Wittenberg; † 11. Juni 1419 in Böhmen) aus dem Geschlecht der Askanier war Herzog von Sachsen-Wittenberg und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches und regierte 1388 bis 1419.

Als der älteste Sohn von Wenzel übernahm Rudolf III. nach dessen Tod im Jahre 1388 die Regierungsgeschäfte von Sachsen-Wittenberg. Er lag viele Jahre hindurch in Fehde mit dem Erzbischof von Magdeburg. Er gab dem Stift „Allerheiligen“ zahlreiche Einkünfte. 
von Sachsen-Wittenberg (Askanier), Herzog Rudolf III. (I28305)
 
49499 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_III._von_Montfort

Rudolf III. von Montfort (* zwischen 1260[1] und 1275[2]; † 27. oder 28. März 1334 in Arbon) war Bischof von Chur (1322–1325) und Konstanz (1322–1334). Er entstammte der jungen Linie Montfort-Feldkirch des schwäbischen Grafengeschlechts Montfort.

Leben
Familie
Rudolf war der Sohn von Rudolf II. († 1302), Graf von Montfort-Feldkirch, einer Seitenlinie der Pfalzgrafen von Tübingen, und der Agnes von Grüningen, Tochter von Graf Hartmann II. von Grüningen.[3] Er studierte 1303 die Rechte in Bologna. Nach dem frühen Tod ihres Bruders Hugo IV. († 1310) wurden Rudolf und sein jüngerer Bruder Ulrich II., ebenfalls ein Geistlicher († 1350), Regenten für ihre unmündigen Neffen. Außerdem hatte Rudolf eine Schwester Elisabeth, die mit dem Truchsessen Eberhard von Waldburg verheiratet war.[4]

Geistliches und politisches Wirken
Rudolfs geistliche Laufbahn glich weitgehend der seines Onkels Friedrich von Montfort († 1290): Rudolf war seit 1283[5] Chorherr und ab 1307 Dompropst in Chur; 1310 wurde er zum Generalvikar und Stellvertreter des Bischofs von Chur ernannt. Nach dem Tod des Churer Bischofs Siegfried von Gelnhausen († 1321) wurde Rudolf zu dessen Nachfolger gewählt und trat sein Amt am 19. Juli 1322 an. Allerdings wurde er schon im Oktober 1322 von Papst Johannes XXII. zum Bischof von Konstanz ernannt. Das Amt des Churer Bischofs behielt er als Administrator bei, bis ihm am 12. Juli 1325 der Konstanzer Domherr Johann Pfefferhard folgte.[6] Von 1330 bis 1333 war er zudem Administrator der Abtei St. Gallen, der von 1281 bis 1301 ein weiterer Onkel, Wilhelm von Montfort († 1301), als Fürstabt vorgestanden hatte.

Nach der Doppelwahl im Jahre 1318 war der Konstanzer Bischofsstuhl vier Jahre lang vakant gewesen. Deshalb war die finanzielle Lage des Bistums zu Rudolfs Amtsantritt zerrüttet. Rudolf machte sich an die Sanierung der Finanzen des Hochstifts und die Verbesserung des kirchlich-religiösen Lebens in seiner Diözese.

Im Thronstreit zwischen Ludwig dem Bayern und dem Habsburger Friedrich der Schöne standen Rudolf und sein Bruder Ulrich, entgegen der traditionellen Haltung der Grafen von Montfort, auf der Seite Habsburgs. Im Streit zwischen König Ludwig und dem Papst stand er und sein Domkapitel auf der päpstlichen Seite. Nachdem erst die Reichsstadt Konstanz sich auf die Seite Ludwigs gestellt und dieser nach seiner Kaiserkrönung mit den Habsburgern Frieden geschlossen hatte, geriet Rudolf zwischen die Fronten. 1332 beugte er sich dem zunehmenden Druck und erklärte sich bereit, von Kaiser Ludwig die Regalien zu empfangen. 1333 belegte ihn deshalb der Papst wie alle Anhänger Ludwigs mit dem Kirchenbann und entzog ihm die Administration der Abtei St. Gallen. Da Rudolf exkommuniziert war, wurde er in Arbon 1334 in ungeweihter Erde bestattet. Erst Bischof Heinrich III. von Brandis ließ ihn gleich zu Beginn seiner Amtszeit 1357 ins Konstanzer Münster umbetten.[7]

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von Montfort-Feldkirch, Bischof Rudolf III. (I11593)
 
49500 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_IV._(Hachberg-Sausenberg)

Markgraf Rudolf IV. von Hachberg-Sausenberg (* 1426/27 auf der Burg Rötteln; † 12. April 1487 ebenda) war der Sohn des Markgrafen Wilhelm von Hachberg-Sausenberg und der Elisabeth von Montfort-Bregenz.

Nach der Abdankung seines Vaters (1441) zugunsten seiner noch unmündigen Söhne, Rudolf IV. und Hugo übernahm zunächst Graf Johann von Freiburg als Vormund die Regierung.[1] Seit 1441 führte Rudolf den Titel Markgraf von Hachberg-Sausenberg und seit 1447 jenen eines Grafen von Neuenburg am See.

Die Familie
Rudolf heiratete Margaretha von Vienne (* 1422; † 1458), die Enkelin des Grafen Wilhelm III. von Vienne.[2] Nach dem Tod von Rudolfs Schwager und einem Vergleich mit Wilhelm von Vienne zu Mombis erbte Rudolfs Ehefrau Margaretha 1467 die Herrschaft Sainte-Croix und die Herrschaften Louhans, Seurre und Joux.[3]

Wappen
Im ersten und vierten Feld des Wappenschildes in Gold ein roter Schrägbalken (Wappen des Hauses Baden) und im zweiten und dritten Feld des Wappenschildes in Gold ein roter Pfahl belegt mir drei silbernen Sparren (Wappen der Grafen von Neuenburg).

Die Bautätigkeit
Rudolf IV. baute die Burgen Rötteln (Unteres Tor in der Vorburg) und Burg Baden aus. Von 1479 bis 1482 ließ er die abgebrannte Stadtkirche von Schopfheim wieder aufbauen. Auch in der Klosterkirche von Weitenau und den Kirchen von Egringen und Rötteln finden sich Spuren seiner Bautätigkeit.[9]

Die Ausdehnung der Landesherrschaft
Am 8. September 1444 schenkte Graf Johann von Freiburg-Neuenburg seinen Neffen Rudolf IV. und Hugo von Hachberg-Sausenberg seine Herrschaft Badenweiler mit der Burg Neuenstein. Die Herrschaften Rötteln/Sausenberg und Badenweiler bildeten nun das so genannte Markgräflerland, ein nahezu geschlossenes Herrschaftsgebiet südlich von Freiburg und nördlich von Basel.

Johann (Hans) von Freiburg hatte mit seiner Gemahlin Marie von Chalon sechs Kinder, die aber alle im Kindesalter starben.[10] Eine Schenkung an den bis 1441 regierenden Markgrafen Wilhelm kam nicht in Frage, da dessen Bankrott sich bereits abzeichnete und es das Ziel war, die Stammlande beisammenzuhalten.

1447 übertrug Graf Johann von Freiburg-Neuenburg seine Grafschaft Neuenburg mit dem Château de Neuchâtel auf Rudolf. Nach dem Tode Johanns (19. Februar 1458) erbte Rudolf weitere Herrschaften in der Freigrafschaft Burgund.

Der Diplomat
Rudolf begleitete 1451/52 den deutschen König Friedrich III. auf seinem Zug nach Rom zur Kaiserkrönung. Am 9. Juli 1454 besuchte der burgundische Herzog, Philipp der Gute, den Markgrafen Rudolf IV. auf der Burg Rötteln, die damit für einen Tag den Glanz höfischen Lebens sah. Bereits seit den 1430er Jahren stand Rudolf als Kammerherr und Rat im Sold des Herzogs. Mit dem Herzog war eine größere Reisegesellschaft mit etwa 300 Pferden unterwegs.[11] Der Herzog befand sich auf der Rückreise vom sogenannten Türken-Reichstag in Regensburg, den Kaiser Friedrich III. einberufen hatte und der vom 23. April bis 21. Mai 1454 dauerte. Es ging dabei um Pläne zur Rückeroberung von Konstantinopel.[12] Die Gesellschaft hatte ihren Weg über Freiburg im Breisgau und Neuenburg am Rhein genommen. Am Folgetag ging es weiter nach Basel und von da nach Neuenburg am See, wobei der Herzog vom Markgrafen begleitet wurde, der ihn auch auf seinem Schloss Neuenburg bewirtete.[13]

Rudolf war am burgundischen Hof als marquis de Rothelin eine bekannte Figur, der Herzog war namensgebender Taufpate des 1452 geborenen Sohnes Philipp von Hachberg-Sausenberg. 1465 beteiligte Rudolf sich an der Seite von Herzog Philipp an der Adelsrevolte gegen den französischen König Ludwig XI. (Ligue du Bien public). Rudolf war auch Bürger von Bern und Solothurn, womit er in Frankreich, Burgund, Deutschland und der Eidgenossenschaft Verbindungen hatte. Herzog Karl der Kühne von Burgund ernannte ihn 1467 zum Gouverneur des Herzogtums Luxemburg. Er nahm diese Amt bis 1477 wahr.[14] 1468 vermittelte Rudolf im Waldshuterkrieg zwischen Herzog Sigmund von Österreich und den Eidgenossen.

Versuch zur Absicherung der badischen Herrschaften
Rudolf war sich bewusst, dass seine Stellung als Lehensherr des deutschen Reiches einerseits und seinen burgundischen Interessen andererseits ihn in eine gefährliche Lage bringen konnten. Um die badischen Herrschaften seiner Familie zu erhalten, nahm er daher Verhandlungen mit Markgraf Karl I. und dessen Sohn Albrecht von der badischen Hauptlinie auf. Kurz vor seinem Tode holte Rudolf zudem einen Sohn Christoph von Badens, Philipp, an seinen Hof.[15] Die Verhandlungen kamen zu keinem Abschluss, wurden aber später von Rudolfs Sohn Philipp mit Christoph von Baden wieder aufgenommen und 1490 zum Abschluss gebracht.

Rudolf und die Literatur
1462 erschien die französische Geschichtensammlung Cent Nouvelles Nouvelles, die dem burgundischen Herzog, Philipp dem Guten, gewidmet war. Die Sammlung wurde lange Antoine de La Sale zugeschrieben, aber inzwischen wird ein Anonymus als Sammler und teilweise Autor dieser Geschichten angenommen. Zur 84. Geschichte ist vermerkt,[16] dass sie vom marquis de rothelin stammt, d. h. von Rudolf IV.[17]

Der Berner Patrizier Thüring von Ringoltingen widmete seine 1456 erschienene deutsche Version der Erzählung Melusine dem Markgrafen Rudolf.[18] Es wird angenommen, dass Rudolf durch seine Verbindungen zum Hof des burgundischen Herzogs Philipp dem Guten Zugang zur französischen Versversion von Couldrette[19] hatte und diese von Ringoltingen zur Verfügung stellte. Die Annahme, dass von Ringoltingen eine Auftragsarbeit für Rudolf erstellte[20], hat sich nicht durchgesetzt.[21]

Siehe auch
Markgrafschaft Baden
Land Baden
Stammliste von Baden

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von Hachberg-Sausenberg), Rudolf IV. (I13009)
 

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