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49801 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Cynan_Dindaethwy_ap_Rhodri (© CC-BY-SA)

Cynan Dindaethwy ap Rhodri war 798-814 König von Gwynedd.

Es ist nicht ganz klar, wer Gwynedd in den letzten Jahren des 8. Jh. regierte. Höchstwahrscheinlich gab es eine Reihe von Machtkämpfen zwischen den beiden Linien des Haus Gwynedd, das von Cunedda Wledig ap Edern abstammte, besonders nach dem Tod von Cadwaladr Fendigaid ap Cadwallon, als Gwynedd eine Reihe von schwachen Herrschern erlebte, deren Macht von dem mächtigen Mercia bedroht wurde.

Viele junge Prinzen schienen zu glauben, dass sie diejenigen waren, die Gwynedd seinen alten Ruhm zurückbringen könnten, und Cynan war einer von ihnen. Obwohl nicht ganz klar ist, wann er an die Macht kam, regierte er mit Sicherheit 813. In diesem Jahr besagen die Berichte, dass er einen Bürgerkrieg mit Hywel Farf-Fehinog führte, der entweder sein Bruder oder ein entfernter Cousin war. Hywel erlangte die Oberhand 814, doch Cynan gewann die Kontrolle 816 zurück, nur um ein Jahr später zu sterben.

Cynan hatte in diesem Krieg höchstwahrscheinlich die Hilfe von Gwriad ap Elidyr gesucht, dem Herrscher der Isle of Man, der Cynans Tochter Ethyllt ferch Cynan geheiratet hatte. Sie wurde die Mutter von Merfyn Frych ap Gwriad, der eine neue Dynastie in Gwynedd begründete und das Reich wieder an die Macht brachte.

Nach Cynans Tod gab es eine Schlacht bei seinem ehemaligen Hauptsitz Anglesey, die in den Chroniken erwähnt wird, doch weder der Ausgang noch die Teilnehmer wurden notiert. 
von Gwynedd (ap Rhodri), König Cynan Dindaethwy (I30031)
 
49802 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Demetae (© CC-BY-SA)

DEMETAE

Die Demetae waren ein keltisches Volk aus der Eisenzeit Britanniens, die das Gebiet des heutigen Pembrokeshire und Carmarthenshire in südwest-Wales bewohnten und ihren Namen dem Königreich Dyfed gaben.

Geschichte
Die Demetae werden in Claudius Ptolemäus' Geographia erwähnt, sie sollen westlich der Silurer gelebt haben. Er erwähnt zwei ihrer Städte, Moridunum (das heutige Carmarthen) und Luentium (identifiziert als die Dolaucothi Goldminen nahe Pumsaint in Carmarthenshire). Sie werden nicht in Tacitus' Berichten der römischen Feldzüge in Wales erwähnt, die sich auf ihre Nachbarn konzentrierten, die Silurer und die Ordovicer.

Vortiporius, "Tyrann der Demetae", ist einer der Könige, die von Gildas in seinem De Excidio et Conquestu Britanniae verdammt werden.

Herrscher der Demetae

Nach dem Abzug der Römer aus Britannien blieben einige ihrer Mitglieder zurück, die entweder dort bleiben oder romanisierte Stammesmitglieder waren.

Der erste namentlich bekannte Stammesführer war Antonius Donatus Gregorius (Anwn Dynod). Er war angeblich ein Sohn von Magnus Maximus. Er begann sich mit den Déisi zu verbünden, einem irischen Stamm, der von Magnus in dem Gebiet angesiedelt worden war, um es vor irischen Plünderern zu schützen. Antonius hatte das Kommando über Süd Wales und scheint um 388 von den Demetae als Anführer akzeptiert worden zu sein.

Sein Sohn Demetrius (Ednyfed ap Anwn) war anscheinend der erste König der Demetae, aber Historiker vermuten, dass beide Namen aus Orten abgeleitet wurden und die Personen in dieser Form nicht wirklich existiert haben.

Demetrius' Sohn oder Enkel Clotri ap Ednyfed war der letzte männliche Herrscher der Demetae. Sein Sohn Maelgwn starb vor ihm und zurück blieb nur die Tochter Gweldyr, die Tryffin Farfog mac Aed Brosc von den Déisi heiratete. Tryffin soll der erste König von Dyfed gewesen sein, zu dem das Reich der Demetae unter seinem Sohn Aircol Lawhir mac Tryffin Farfog wurde.
 
Brosc (mac Corath), Aed (I30013)
 
49803 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Ednyfed_ap_Anwn (© CC-BY-SA)

Ednyfed ap Anwn (Demetrius) war der erste König der Demetae in der spätrömischen Zeit. Er regierte um etwa 400 bis 410

Geschichte
Er war der Sohn von Anwn Dynod und wurde wie dieser von den Demetae, die in der Region lebten, als Herrscher akzeptiert. Er war der erste König dieses Stammes in der spätrömischen Zeit. Dies lag vermutlich daran, dass sein Großvater Magnus Maximus von den Menschen des westlichen Britannien noch so hoch geschätzt und als Gründervater von Wales angesehen wurde.

Gemäß späteren Überlieferungen hatte Ednyfed mindestens zwei Söhne. Gloitguin (oder Gloitgwyn) und Dyfnwal. Der erste Name scheint auf den ersten Blick die walisische Form eines lateinischen Namens zu sein, doch dort besteht einige Schwierigkeit, denn der nächste Herrscher der Demetae war Clotri ap Ednyfed, der behauptete, Demetrius' Sohn zu sein. Weiterhin heißt es, Gloitguin wäre Cloitrus' Vater gewesen, also starb er möglicherweise, bevor er herrschen konnte, und wurde von einigen späteren Chronisten vergessen. Dennoch, Gloitguin sieht wie ein Spitzname aus, er bedeutet "blauweiß" und sieht dem Namen der Stadt Caer Gloui verdächtig ähnlich.

Dyfnwal könnte eine Untergruppe der Demetae regiert haben und war vielleicht der Vater von Honorius (Ynyr Gwent), der die Hl. Madrun, Tochter von Vortimer (Gwerthefyr) heiratete, den Herrscher oder Magistraten von Gwent. Doch auch hier wirkt der Name verdächtig. Der Name besteht aus Dyfn (heute Devon, wie das Königreich Dumnonia heute genannt wird). Der zweite Teil wal bedeutet wealas, ein Begriff, der hin und wieder von den Angeln und Sachsen benutzt wurde, um die Anwesenheit von Briten (Walisern) zu beschreiben, in diesem Fall die Briten von Devon. Sogar der Name Demetius ist verdächtig, da er sehr stark an Demetia erinnert.

Alle drei müssen mit großer Vorsicht betrachtet werden, da sie alle durch die Nutzung von Ortsnamen geschaffen zu sein scheinen, um Identitäten zu formen. 
(ap Anwn), König Ednyfed (Demetrius) (I30021)
 
49804 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Einion_Yrth_ap_Cunedda (© CC-BY-SA)

Einion ap Cunedda - auch bekannt als Einion Yrth -, war der erste Herrscher von Gwynedd von 470-480

Geschichte
Nur wenig ist aus Einions Zeit bekannt. Als einer der Söhne von Cunedda muss er sehr stark respektiert worden sein und die Tatsache, dass er das Kernland von Nord-Wales erbte, lässt vermuten, dass er der älteste der Söhne war, die Cunedda nach Wales begleiteten. Mit der Hilfe seiner Brüder, besonders von Ceredig, und seinem Neffen Meirion konnte Einion die Eroberungen seines Vaters ausbauen und das Gebiet hervorbringen, das später zu den Königreichen Gwynedd, Ceredigion und Meirionydd wurde.

Sein Sohn Cadwallon Lawhir wurde sein Nachfolger. 
von Gwynedd (ap Cunedda), König Einion Yrth (I30055)
 
49805 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Eudaf_Hen

Eudaf Hen oder Octavius war ein legendärer König der Britonen in den walisischen Überlieferungen.

Geschichte
Gemäß dem Traum von Macsen Wledig und der Historia Brittonum war Eudaf der Vater von Elen Luyddog und Conan Meriadoc. Der Name Octavius stammt von Geoffrey of Monmouth und ist eine falsche Lateinisierung, da Eudaf im früheren walisischen oder bretonischen Outham geschrieben wurde.

Gemäß einiger mittelalterlicher Quellen soll Eudaf ein direkter Vorfahre von König Artus gewesen sein.

Einige Historiker vermuten auch, dass Eudaf ein König der Gewissae gewesen sein könnte. Dieser Stamm lebte schon in der Gegend um Dorchester und Abingdon, bevor die Römer Britannien verlassen hatten. Sie verschmolzen später mit den Westsachsen, die den Stammesnamen weiter benutzten. Das Wort Gewissae könnte mit Ewyas verwandt sein, einer Gegend im nördlichen Gwent, und möglicherweise auch mit Hwicce, einem sächsischen Stamm, der in Gloucestershire lebte. Es gibt Geschichten, dass Eudafs Hof sich in Caernarfon befand, doch dies könnte an der Verbindung zu seinem Schwiegersohn Magnus Maximus liegen. Die Gegend um Gwent/Gloucestershire wäre in diesem Fall seine wahre Heimat, wie die des Tyrannen Vortigern, der behauptete, von Eudaf abzustammen.

Eudaf ist sonst eine eher undurchsichtige Figur. Er scheint im 4. Jh. gelebt zu haben und übernahm die Position des Hochkönigs von Britannien, nachdem er König Coel Godebogs Bruder Trahaearn getötet hatte. Doch selbst die alten keltischen Reiche waren zu dieser Zeit schon verschwunden und Eudaf dürfte nur eine kleine administrative Rolle gespielt haben, möglicherweise als Oberster von Britannia Prima oder als Zenturio in Gloucester oder Caerwent.

Anscheinend hatte er keine Söhne und sein Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Magnus Maximus. Sein Neffe Conan Meriadoc musste sich damit begnügen, König von Dumnonia und der Bretagne zu werden. Wie so viele berühmte Männer ihrer Zeit behaupteten sie, von keltischen Göttern abzustammen.

 
Hen, Eudaf (I30026)
 
49806 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Gadeon_von_Dumnonia

Gadeon von Dumnonia war ein Herrscher von Dumnonia gegen 450 n. Chr.

Gadeons Herkunft ist unsicher. Er war möglicherweise der Bruder von Cynan I von Dumnonia, wahrscheinlicher aber sein Sohn.

Gadeon war daran beteiligt, gemeinsam mit Cynan die Machtbasis der Cornovii in Dumnonia zu errichten und die irischen Siedler von dort zu vertreiben. Er war ein Zeitgenosse von Riothamus, dem Anführer der britonischen Siedler, die von Wales und Dumnonia in die Bretagne auswanderten. Bei Riothamus handelt es sich möglicherweise um seinen Bruder oder Neffen Conan Meriadoc. Gadeon war wahrscheinlich ebenfalls mit der Auswanderung verbunden, doch seine Geschichte ist eng verbunden mit Dumnonia und er wurde vermutlich der erste Anführer der Siedler dort. Sein Sohn war Gwrwawr von Dumnonia.

 
von Dumnonia, Gadeon (I30067)
 
49807 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Gwriad_ap_Elidyr

Gwriad ap Elidyr lebte ihm späten 8. Jh. in Großbritannien. Über ihn ist nur wenig bekannt, in den historischen Aufzeichnungen erscheint er als Vater von Merfyn Frych ap Gwriad, König von Gwynedd und Gründer der Merfynion-Dynastie.
Geschichte
Gwriad war verheiratet mit Ethyllt ferch Cynan, Tochter von Cynan Dindaethwy ap Rhodri, König von Gwynedd. Ihr gemeinsamer Sohn Merfyn Frych ap Gwriad wurde später der erste König von Gwynedd, der nicht aus der Dynastie von Cunedda Wledig ap Edern stammte, doch er zog seinen Anspruch eher von siner Mutter, als durch Gwriad.

Über Gwriads Herkunft ist nichts bekannt. Gemäß der Stammbäume des Jesus College war er der Sohn eines Elidyr und ein Nachfahre von Llywarch Hen und Coel Hen, die beide Herrscher der britischen Landesteile waren, die heute Süd-Schottland und Nord-England sind.

Über Merfyn heißt es, dass er "aus dem Land von Manaw" stammte, einem britischen Ortsnamen, der verschiedenen Gegenden zugeschrieben wird, inklusive Manaw Gododdin. Dies passt zu der Behauptung über Gwriads Abstammung von Llywarch Hen.

Einige Historiker verbinden Gwriad aber mit der Isle of Man, die im walisischen als Ynis Manaw bekannt ist, besonders nach dem 1896 auf Man entdeckten Kreuz aus dem 8. oder 9. Jh, das mit Crux Guriat ("Kreuz von Gwriad") beschriftet ist. Während einige sich dadurch in ihrer Theorie bestärkt sehen, vermutet beispielsweise John Rhys, dass Gwriad während der Thronfolgekämpfe um Gwynedd zwischen Cynan Dindaethwy ap Rhodri und Hywel Farf-Fehinog auf Man zuflucht gesucht haben könnte. [2] Dort könnte er als König oder Anführer regiert haben und sein Sohn Merfyn nach ihm. Möglicherweise blieb Man in den folgenden Generationen in walisischen Händen, bis es schließlich von den Wikingern erobert wurde.

John Rhys bemerkte auch, dass die Walisischen Triaden einen "Gwryat Sohn von Gwryan im Norden" erwähnen, der zu den "Drei Königen, die die Söhne von Fremden waren" gezählt wird. Dies sieht er als Anspielung auf Merfyn. Doch dies steht in Konflikt zu der Aufzeichnung im Jesus College, der zufolge Gwriads Vater Elidyr war. James E. Fraser glaubt, dass der Gwriad aus den Triaden eher der König Guret von Alt Clut sein könnte, von dem die Annalen von Ulster berichteten, dass er 658 starb.  
von Isle of Man (ap Elidyr), König Gwriad (I29914)
 
49808 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Hengest (© CC-BY-SA)

Hengest ist eine legendäre Gestalt aus dem 5. Jh. Die Quellen berichten über ihn als Führer der angelsächsischen Invasion Britanniens und Gründer des Königreiches Kent. Außerdem taucht er in der "Finnsage" auf, als Gefolgsmann des Dänenkönigs Hnæf. Es ist möglich, dass es zwischen diesen beiden Figuren eine Verbindung gibt.
Hengest hatte laut Überlieferung einen Bruder namens Horsa. In der modernen Forschung werden beide als Konstrukte einer späteren Überlieferung und nicht als real existierende Personen betrachtet.

Geschichte
Trotz der romantischen Überlieferung, dass Hengest der erste König von Kent war, gibt es keine zeitgenössischen Hinweise auf seine Existenz und kaum mehr als Geschichten, die von Barden Generationen später erzählt wurden.

Die Geschichte von der Ankunft von Hengest in Britannien enthält eine gewisse Logik und basiert möglicherweise auf Tatsachen, doch ob Hengest selbst tatsächlich existierte, ist dennoch nicht sicher. Das angebliche Datum seiner Ankunft ist genauso fragwürdig. Dennoch gibt es genug logische Abfolgen in den Überlieferungen, die es ermöglichen, einen wahrscheinlichen Lebenslauf zu verfassen.

Die Überlieferungen besagen, dass das Herzland von Britannien nach dem Fall der römischen Herrschaft unter die Bedrohung dreier Gruppen kam: die Iren, die Pikten und die Sachsen. Es kam schließlich die Zeit, als der Hochkönig Vortigern entschied, sie gegen einander auszuspielen, und Hengest und seine Krieger um Hilfe im Kampf gegen die Pikten bat. Das Datum dieser Bitte wird üblicherweise mit 449 [1] angegeben, doch einige Historiker vermuten, dass es auch schon 429 geschehen sein könnte, oder sogar erst in den 470ern, wobei das letzere Datum für am wahrscheinlichsten gehalten wird.

Hengest und sein Bruder Horsa stimmen zu, Hilfe in Form von mehr Kriegern bereitzustellen. Die Überlieferungen sagen, dass sie in Ebbsfleet bei der Insel Thanet landeten, [1] doch dies war wahrscheinlich nicht der Ort ihrer ersten Landung. Andere Chronisten berichten nur von ihrer Landung im Osten und es ist wahrscheinlich, dass Vortigern sie weiter im Norden traf, da der Kampf schließlich gegen die Pikten gehen sollte; möglicherweise im Gebiet Gododdin.

Die Söldner machten ihre Sache gut und man vermutet, dass Hengest in seinem Lager blieb und seinen Sohn Oeric schickte, um die Pikten zu bekämpfen, während sein Neffe Ebissa die Flotte in den Kampf gegen die Iren führte. Dafür erhielt Hengest Land, die Insel Thanet im östlichen Kent.

Die Überlieferungen berichten weiter, dass Vortigern sich in Hengests Tochter Rowena verliebte und Hengest mehr Land forderte, und im Gegenzug der Ehe zustimmen würde. Vortigern übergab ihm das Land der Cantiaci, die zu dieser Zeit von dem Britonen Gwyrangon regiert wurden. Dabei handelte es sich vermutlich um das Gebiet des heutigen Canterbury und die Marschen in Richtung Thanet. Dieses Gebiet enthält die ältesten archäologischen Hinweise auf germanische Siedlungen in Britannien, was vermuten lässt, dass sich im 5. Jh. dort Händler und Handwerker von der Nordküste der Sachsen dort angesiedelt hatten.

Nach sechs Jahren hatte Hengest seine Macht gefestigt und schickte seine Truppen aus, um mehr Land zu erobern. Es gab eine Reihe von Schlachten, und in der Schlacht von Aylesford 455 wurde den Überlieferungen zufolge sein Bruder Horsa getötet. [2] Dabei wurden die Britonen aus Kent Richtung London vertrieben und Hengest beanspruchte das gesamte Kent für sich. [3] Vermutlich eroberte er auch Gebiete weiter in Richtung Sussex und bis hin zur Isle of Wight, deren Bewohner später behaupteten, sie würden von den gleichen Vorfahren abstammen, wie die Menschen von Kent.

Die Angelsächsische Chronik spricht von weiteren Schlachten in den folgenden Jahren, als Hengest seine Kontrolle über das südöstliche England erweitert; darunter sind die Schlacht von Crayford [3] und die Schlacht von Wippedesfleot. [4] Zu dieser Zeit hatte sein Erfolg andere ermutigt, ihr Glück in Britannien versuchen und zum Ende des Jahrhunderts werden die Eroberungsfeldzüge von Aelle von Sussex und Cerdic von Wessex berichtet. Hengest soll 488 gestorben sein, [5] als er mindestens in seinen späten sechzigern war. Geoffrey of Monmouth, dessen Geschichten immer mit Vorsicht betrachtet werden sollten, berichtet, dass Hengest in Knaresborough getötet und begraben wurde.

Obwohl es keinen wirklichen Grund gibt, die Existenz einer Person wie Hengest zu bezweifeln, sollte auch nicht zu viel in die überlieferten Berichte hinein gelesen werden. Die Hinweise lassen vermuten, dass er ein existierender Krieger war, der mit Hilfe einer List Kent für sich beanspruchte und Britannien den germanischen Eroberern öffnete.

Quellenlage
Frühmittelalterlichen Quellen zufolge begannen Hengest und Horsa die angelsächsische Eroberung von Südost-England. Gildas berichtet in seiner De Excidio im 6. Jh. von einem tyrannischen König namens Vortigern, der die Sachsen in sein Reich einlud, um es gegen die Angriffe nordenglischer Völker zu schützen. Doch die Sachsen wurden bald gierig und beschwerten sich über die Nahrungsknappheit. Es werden hierbei allerdings keine Namen erwähnt.

Die früheste existierende Quelle, die Namen nennt, ist der Beda, der um das Jahr 730 lebte. Er erwähnt Hengest und Horsa namentlich, schreibt sonst aber ähnlich wie Gildas. Beda datiert die Landung der Brüder auf das Jahr 449. Er berichtet außerdem, dass Horsa in einer Schlacht gegen die Britonen fiel, und dass die Nachfahren von Hengest durch seinen Sohn Oeric zu den Oiscingas wurden, aus denen die Könige von Kent hervorgingen.

Die Angelsächsische Chronik, die im 9. Jh. verfasst wurde, bringt mehr Details zu Hengest hervor. Laut ihr rief Vortigern Hengest und Horsa 447 zu Hilfe gegen die Pikten. Er nennt die Schlacht von Aylesford im Jahr 455, in der Horsa vermutlich fiel. Hengest und sein Sohn Oeric werden Herrscher der Sachsen und bekämpfen die Briten 457 siegreich bei Crayford und 465 ebenso erfolgreich an einem anderen, unbekannten Ort. Nach einem weiteren Kampf 473 berichtet die Angelsächsische Chronik, dass Oeric 488 König von Kent wurde, was bedeutet, dass Hengest wohl in diesem Jahr starb.

Die ebenfalls im 9. Jh. verfasste Historia Brittonum zieht viele Informationen von den vorangegangenen Autoren, bringt aber ebenfalls neue Informationen. Sie fügt einen Stammbaum für die Brüder hinzu, der sie zu Nachfahren des germanischen Gottes Wodan macht. [6] Die Historia berichtet, dass Vortigern den Neuankömmlingen die Insel Thanet als Siedlungsland zuweist. Sie sagt wie die früheren Quellen, dass die Sachsen zur Bekämpfung der nordenglischen Feinde - der Pikten - gerufen wurden, aber so viele waren, dass die Britonen sie nicht mit der versprochenen Nahrung und Kleidung versorgen konnten. [7] Neu ist hier, dass Hengest außer seinem Sohn auch eine Tochter namens Rowena hat, [8] die Vortigern im Austausch gegen Kent als Ehefrau gegeben wird. [9] Ihr gemeinsamer Sohn Vortimer bekämpft Hengest und Horsa erfolgreich, bis die Sachsen England verlassen, aber nach dessen Tod zurückkehren.

Finnsage

In der Finnsage ist Hengest ein Gefolgsmann des Dänenkönigs Hnæf. Der friesische König Finn überredet sie, nach Friesland zu segeln. Die nur in Fragmenten erhaltene Sage berichtet von einem Kampf gegen Hnæf, der sich fünf Tage lang halten konnte, bevor er getötet wurde. Hengest wird der neue König in seiner Halle. Er sinnt auf Rache gegen Finn. Er erhält Verstärkung aus seiner Heimat und kann Finn töten.

Gemeinsame Identität

Viele heutige Forscher vermuten, dass es sich bei den beiden gleichnamigen Männern um die selbe Person handelt, doch die vorhandenen Quellen liefern dafür keinen Hinweis. Man nimmt an, dass Hengest, der laut Beda ein Jüte war, als Söldner bei Hnæf diente. Beda berichtete, dass die Jüten sich in Kent ansiedelten.

Dies bringt folgenden Lebenslauf für Hengest: als junger Mann begleitet er den Dänen Hnæf zum Friesenkönig Finn, wo er nach dem Mord an seinem Herren diesen rächte, indem er Finn tötete. Er kehrte nach Dänemark zurück und zog später mit seinem Bruder Horsa nach Britannien, eroberte Kent und starb dort 488. Sein Sohn Oeric erbte von ihm Kent und gründete das Geschlecht der Oiscingas.  
König Hengest (I30030)
 
49809 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Hen_Ogledd (© CC-BY-SA - https://www.fandom.com/de/licensing-de)

HEN OGLEDD

Yr Hen Ogledd - Der Alte Norden - ist eine Region im nördlichen England und der südlichen Schottischen Lowlands, die in der nachrömischen Zeit und dem Frühmittelalter von keltischen Britonen bewohnt wurde. Die Menschen sprachen eine Abart des Britonischen, das als Kumbrisch bekannt ist.

Der Hen Ogledd war ein eigenständiger Teil des nördlichen Britannien, das von Pikten, Angelsachsen und Skoten sowie Walisern bewohnt wurden, doch die Bevölkerung des Hen Ogledd entstammte den selben Vorfahren wie die Pikten, Waliser und die Kornischen. Das Gebiet erscheint oft in der walisischen Literatur und Überlieferungen, sogar noch jahrhundertelang, nachdem seine Königreiche verschwunden waren.

Geschichte

Aus der Zeit vor 550 n. Chr. ist beinahe nichts über diesen Teil Britanniens bekannt. Es hatte niemals eine langfristige, gefestigte römische Herrschaft nördlich des Gebiet zwischen den Flüssen Tyne und Solway gegeben, und südlich davon hatte die römische Herrschaft schon lange vor der Abreise der letzten römischen Militärtruppen 407 n. Chr. geendet. Ammianus Marcellinus schrieb, dass die römische Kontrolle schon seit 100 n. Chr. immer weiter schwand und dass die Römer in den Jahren nach 360 n. Chr. aufgrund der starken Unruhen das Gebiet permanent verließen.

Gegen 550 hatten Britonen das Gebiet unter ihre Kontrolle gebracht, mit Ausnahme der Ostküste, die von den Angeln von Deira und Bernicia besetzt war. Im Norden lebten die Pikten, im Nordwesten das gälische Königreich Dal Riata.

Historisch gesehen gab es immer wieder interne Kriege und die Britonen waren sowohl die Angreifer als auch die Verteidiger, was genauso für die Angeln, Pikten und Gälen gilt. Die walisischen Geschichten des Alten Nordens, die von Britonen erzählen, die gegen Angeln kämpfen, haben auch ein Gegenstück. Die Geschichte des Niedergangs der Reiche des alten Nordens ist die Geschichte des Aufstiegs des Königreiches Northumbria, das aus zwei Küstenreichen entstand, um die vorherrschende Macht im Britannien nördlich des Flusses Humber zu werden.

Die Reiche dieser Zeit interessierten sich nicht nur für ihre unmittelbare Umgebung. Allianzen wurden nicht ausschließlich zwischen den gleichen ethnischen Gruppen geschlossen und Feinde waren nicht beschränkt auf andere ethnische Gruppen. Eine Allianz von Britonen kämpfte gegen eine andere Allianz von Britonen in der Schlacht von Arfderydd. Aedan mac Gabrain von Dal Riata erscheint im Bonedd Gwyr y Gogledd, einem Stammbaum der Männer des Nordens. Die Historia Brittonum berichtet, dass Oswiu von Northumbria eine Britonin heiratete, die möglicherweise piktische Vorfahren hatte. Das führte zur Geburt des späteren piktischen Königs Talorcan mac Enfret. Aedan mac Gabrain kämpfte als Verbündeter der Britonen gegen die Northumbier. Cadwallon ap Cadfan von Gwynedd verbündete sich mit Penda von Mercia, um Edwin von Northumbria zu besiegen. Dies alles zeigt die wechselnden und schwer zu durchschauenden Bündnisse der verschiedenen Volksgruppen und Königreiche in ihrem Kampf um die Herrschaft oder einfach um ihr eigenes Überleben als eigenständiges Reich.

Aber Eroberung und Niederlage bedeuteten nicht zwingend die Auslöschung einer Kultur und ihre Ersetzung durch eine andere. Die britonische Region im Nordwesten Englands wurde im 7. Jh. von Northumbria absorbiert, würde jedoch drei Jahrhunderte später als Südkumbrien neu entstehen und mit Nordkumbrien (Strathclyde) zu einem einzelnen Staat verschmelzen.

Soziale Hintergründe
Die Männer des Nordens waren in Stämmen organisiert, [1] mit Verwandtschaftsgruppen weit verbreiteter Familien, die einer dominanten "königlichen" Familie Gefolgschaft schuldeten, manchmal indirekt durch Vasallen, die mit der königlichen Familie verwandt waren. Im Gegenzug erhielten sie Schutz. Noch hunderte von Jahren später wurde diese Struktur genutzt, wie sich im irischen Brehon Law, den walisischen Gesetzen von Hywel Dda und den schottischen Laws of the Brets and Scots zeigt. Die angelsächsischen Gesetze hatten einen anderen kulturellen Ursprung, aber auch viele Ähnlichkeiten mit den keltischen Gesetzen, die auf kulturellen Überlieferungen basierten, ohne jeglichen Bezug zur römischen Besetzung Britanniens. [2]

Es gab einen obersten königlichen Hof, der als Hauptstadt galt, aber weder als Verwaltungszentrum der heutigen Gesellschaft verblieben ist, noch auf Städten oder Siedlungen unter römischer Herrschaft basierte. Als Herrscher und Beschützer des Reiches hatte der König verschiedene Höfe in seinem Gebiet, zwischen denen er hin und her reiste, um seine Autorität auszuüben und verfügbar zu sein für die Nöte seiner Untertanten, wie beispielsweise Rechtsprechung. Diese Methode der Rechtsprechung blieb in ganz England noch bis zur Zeit von Heinrich II in Kraft, der die Rechtsprechung modernisierte.

Verbindung zu Wales
Eine der traditionellen Überlieferungen bezieht sich auf die Erschaffung von Wales und spricht von Cunedda Wledig ap Edern und seinen Söhnen, die Männer des Nordens waren und dort hin auswanderten. Cunedda selbst wird für den Stammvater der königlichen Dynastie von Gwynedd gehalten, einem der größten und mächtigsten mittelalterlichen walisischen Königreiche und ständiger Teilnehmer an der Geschichte des Alten Nordens. Cunedda wird weiterhin als ein Nachfahre eines der Generäle von Magnus Maximus bezeichnet, Paternus, den Maximus zum Kommandanten von Alt Clut ernannte.

Doch die Beziehung zwischen Wales und dem Alten Norden ist stärker als das, was sich schon in dem Wort Cymry zeigt, dem modernen walisischen Begriff für die Waliser selbst, der sich aus dieser Beziehung herleitet. Es handelt sich nicht um einen ursprünglichen, kulturellen Begriff und bezieht sich im heutigen Sinn nur auf die Waliser von Wales und die britonisch sprechenden Männer des Nordens. Das Wort basiert auf kombrogoi, was einfach "Landsmänner" und "Kelten" bedeutet, und findet sich noch in seinem heutigen bretonischen Gegenstück kenvroiz, das immer noch seine ursprüngliche Bedeutung "Landsmann" besitzt. Das Wort wurde anfänglich als Eigenbezeichnung der nördlichen Britonen im frühen 7. Jh. (und vielleicht schon davor) benutzt, und wurde im ganzen Mittelalter benutzt, um sowohl Strathclyde als auch das westliche England nördlich von Südkumbria zu bezeichnen. Heute existiert der Begriff noch als Bezeichnung für Wales - Cymru, Land der Cymry - und im englischen County Cumbria; beide Worte Bedeuten Heimat oder Mutterland.

Wales wird für den Ursprung vieler traditioneller Informationsquellen über den Alten Norden gehalten, und Barden wie Aneirin waren wahrscheinlich Hofpoeten im Alten Norden. Sie selbst und ihre Geschichten sind nicht weniger walisisch als die Geschichten und Barden, die tatsächlich aus Wales stammten.

Quellen
Zeitgemäße walisische Quellen stellen die Werke von Barden wie Taliesin, Aneirin und Llywarch Hen war. Weiterhin zeigen Stammtafeln wie die Harleian-Stammbäume, das Bonedd Gwyr y Gogledd und die Stammbäume des Jesus College Auflistungen von Herrschern und ihren Nachkommen. Weitere Quellen sind die Walisischen Triaden, eine Aufzählung wichtiger Personen und Ereignisse. Auch Mythen und Legenden enthalten oftmals Wahrheiten, die nicht immer einfach zu entschlüsseln sind.

Andere Quellen stellen die Historia Brittonum von Nennius, die Annales Cambriae, die Angelsächsische Chronik, die Historia ecclesiastica gentis Anglorum und die Annalen von Tigernach dar. Doch sie alle sollte nicht für unvoreingenommen gehalten werden, denn sowohl die Autoren als auch ihre Auftraggeber wollten ihre eigene Geschichte in einem möglichst positiven Licht darstellen. Während Beda Venerabilis ein Northumbrier war und vorurteilsbehaftet gegenüber den einheimischen Britonen, wird seine Historia ecclesiastica jedoch als Versuch angesehen, die Geschichte so wahrheitsgemäß wie möglich zu erzählen und geschätzt für ihre Nutzung zuverlässiger Quellen.

Eine weitere nennenswerte Quelle ist die De Excidio et Conquestu Britanniae von Gildas, der frühe Personen und Orte nennt, die ebenfalls in den historischen Quellen genannt werden. Gildas versuchte in seinem Werk, das Christentum zu verbreiten und nicht, einen Geschichtsbericht zu schreiben. Dennoch ist es eine der wenigen zeitgemäßen Quellen, die überlebt haben.

Eher zweifelhaftes Material stellen die Historia Regum Britanniae von Geoffrey of Monmouth und die Iolo Manuscripts von Iolo Morganwg dar. Geoffreys Geschichte stellt eine Pseudohistorie dar und gilt als Quelle für die größtenteils erfundenen Ritterromanzen, die als Matter of Britain bekannt geworden sind. Geoffrey erfand viele Geschichten und Anekdoten und man kann allerhöchstens annehmen, dass er historische Personen als Vorlage für seine Figuren nahm. Iolo Morganwg war ein Historiker des frühen 19. Jh. und brachte ein Geschichtswerk heraus, das lange Zeit für wahr gehalten, schließlich aber als Fälschung entlarvt wurde. Viele seiner falschen Informationen sind noch heute verbreitet und werden zum Teil als wahr angesehen. Eine Liste der Werke, die von seiner Arbeit verseucht sind, wäre überaus lang.

Königreiche und Regionen
Die größten Reiche des Hen Ogledd waren Alt Clut, Elmet, Gododdin und Rheged. Alt Clut oder Ystrad Clud wurde später als das Königreich Strathclyde bekannt und lag im heutigen Dumbartonshire in Schottland. Elmet war das südlichste der nördlichen britischen Königreiche, es befand sich im heutigen Yorkshire und konnte nur bis ins frühe 7. Jh. überleben. Gododdin befand sich im heutigen südöstlichen Schottland und nordöstlichen England, es entstand aus dem Territorium der Votadini und ging durch einen verheerenden Überfall der Angeln von Bernicia unter. Rheged war eines der größten Reiche und lag im heutigen Cumbria. Sein berühmtester König Urien Rheged ist mit vielen Orten im ganzen nordwestlichen Britannien verbunden.

Kleinere Reiche waren Aeron, das vermutlich zu Rheged gehörte; Calchfynydd, möglicherweise das heutige Kelso; Eidyn, das mit Gododdin verbunden war und die Region um das heutige Edinburgh umfasste; Manaw Gododdin, die Küstenregion am Firth of Forth, ebenfalls zu Gododdin gehörend; Novant, das aus dem Stamm der Novantae entstand; Regio Dunutinga, ein kleineres Reich im heutigen North Yorkshire, das möglicherweise nach Dunod Fawr benannt wurde.

Wichtig für die Geschichte des Hen Ogledd, selbst aber nicht zu ihm gehörend waren die Reiche Dal Riata, Northumbria - und seine Vorgängerstaaten Deira und Bernicia - und die Piktischen Königreiche.

Die beiden Reiche Bryneich und Deifr gehörten möglicherweise ebenfalls zum Alten Norden; ihre Namen erscheinen hin und wieder in den historischen Quellen. Es handelt sich vermutlich um Vorgängerstaaten von Bernicia und Deira, die vor der Angelsächsischen Besiedlung von Britonen beherrscht wurden. 
(ap Tegid), Padarn Beisrudd (I30060)
 
49810 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Iago_ap_Beli (© CC-BY-SA)

Iago ap Beli war von ca 599-616 König von Gwynedd

Geschichte
Iago war der Sohn von Beli ap Rhun Hir und folgte seinem Vater gegen 599 auf den Thron von Gwynedd. Aus seiner Herrschaftszeit ist nur wenig bekannt.

Fakt ist, dass während seiner Zeit auf dem Thron die Macht der Angeln in Mercia unter Pybba und seinem Sohn Penda wuchs. Spätere Hinweise lassen vermuten, dass die Waliser und Mercia Verbündete wurden und es könnte sein, dass Iago irgend eine Art von Übereinkunft mit Pybba schloss, dass letzterer ihn nicht angreifen würde, und im Gegenzug dafür Unterstützung erhielt, falls diese gebraucht würde. Dies war besonders in Hinsicht auf die wachsende Macht von Aethelfrith von Northumbria wichtig.

604 hatte Aethelfrith Edwin aus Northumbria vertrieben, und der junge König suchte Zuflucht an den Höfen von Iago und Selyf Sarffgadau ap Cynan von Powys. Aethelfrith, der Edwin loswerden wollte, wandte sich gegen die Waliser. Es scheint, dass Mercia nur wenig Hilfe leistete, und Aethelfrith tötete die Mönche eines Klosters bei Bangor und seine Truppen besiegten Selyf in der Schlacht von Chester. Ob Iago an dieser Schlacht teilnahm, ist nicht bekannt, es scheint sogar, als hätte er bereits abgedankt und wäre noch im gleichen Jahr in einem Kloster gestorben. Angeblich wurde Iago durch einen Axtschlag eines seiner eigenen Männer (lt. der Walisischen Triaden) getötet, einem gewissen Cadafael Wyllt. Eine andere Quelle beschreibt seinen Tod mit dem Wort dormitat, was eher auf ein friedliches Ende hindeutet.

Sein Sohn Cadfan wurde sein Nachfolger.

Geoffrey of Monmouth
Geoffrey of Monmouth erzählt in seiner Historia Regum Britanniae von einem Edwin, der seine Jugend in der Verbannung in Gwynedd verbringt, am Hof von Iagos Sohn Cadfan. [1] Für ein derartiges Ereignis gibt es allerdings keine historischen Beweise. Doch aufgrund dessen entstand die Legende, dass der spätere König Edwin von Northumbria seine Jugend in Gwynedd verbrachte und mit dem späteren König Cadwallon ap Cadfan aufwuchs. Tatsächlich waren Edwin und Cadwallon Feinde. Edwin vertrieb Cadwallon aus Gwynedd und dieser verbündete sich mit Penda von Mercia, der Edwin später in der Schlacht tötete.

Edwin wurde allerdings in seiner Jugend, im Alter von drei Jahren, tatsächlich ins Exil geschickt, doch wo er sich aufhielt, ist nicht bekannt. Tatsächlich gibt es keine logischen, historischen Grundlagen für ein Leben in Gwynedd. 
von Gwynedd (ap Beli), König Iago (I30044)
 
49811 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Idwal_Iwrch_ap_Cadwaladr (© CC-BY-SA)

Idwal Iwrch ap Cadwaladr war König von Gwynedd ca 682-720

Geschichte
Nach dem Tod von Cadwaladr Fendigaid ap Cadwallon trat die Geschichte der walisischen Herrscherhäuse für über ein Jahrhundert in eine dunkle Periode ein, bis Merfyn Frych ap Gwriad und Rhodri Mawr auf der Bildfläche erscheinen.

Idwal Iwrch, der Rehbock, war vermutlich ein kleiner, eleganter Mann und höchstwahrscheinlich jung, als er den Thron bestieg. Wie sein Vater Cadwaladr vor ihm war er vermutlich nicht sehr kriegerisch, sondern zog es vor, weise zu herrschen und der Kirche Ehrerbietung zu erweisen.

Dennoch sollte man anmerken, dass die Waliser während Idwals Herrschaft versuchten, ihre Ländereien gegen die wachsende Macht von Mercia im Osten zu schützen. Powys war verletzlicher und ihre Herrscher waren schwächer, also schloss sich Idwal Anfang des 8. Jh. (ca 704-709) mit ihnen zu einer Reihe von Überfällen auf das Gebiet von Mercia zusammen, als das angelsächsische Königreich von dem recht schwachen König Cenred regiert wurde. Es folgte die Erbauung von Wat's Dyke durch die Mercia, der vom südlichen Ende des Dee-Tales bis hinunter nach Oswestry verlief. Er bildete eine Grenzlinie zwischen Mercia und Wales und wurde nicht direkt als Verteidigungslinie angesehen.

Idwal erlebte die Fertigstellung des Dyke vermutlich nicht mehr. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Rhodri Molwynog ap Idwal.

Ein mittelwelsisches Gedicht, dessen Text in zwei mittelalterlichen Manuskripten überliefert wurde, erwähnt seinen Namen in einem Dialog von Myrddin mit seiner Schwester Gwenddydd. Das Gedicht ist als Frage-und-Antwort-Spiel gehalten, mit dem Thema, die zukünftigen Könige zu "prophezeien". Die Reihenfolge der Könige stimmt mit den historischen Genealogien von Vater zu Sohn, nicht aber mit den bekannten Königslisten überein. 
von Gwynedd (ap Cadwaladr), König Idwal Iwrch (I30036)
 
49812 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Maelgwn_Gwynedd_ap_Cadwallon (© CC-BY-SA)

Maelgwn ap Cadwallon, auch Maelgwn Gwynedd und Maelgwn Hir, war König von Gwynedd ca 534 bis 549. Aufzeichnungen zeigen, dass er eine herausragende Stellung unter den britonischen Königen in Wales und ihren Verbündeten im Hen Ogledd inne hatte. Trotz seiner großzügigen Unterstützung des Christentums und der Finanzierung von Kirchen in ganz Wales betrachtet Gildas ihn als Ursupator und verurteilte ihn dafür.

Familie
Maelgwn war der Sohn von Cadwallon Lawhir ap Einion und Meddyf ferch Maeldaf. Er hatte einen Bruder und einen Neffen, doch sie werden ohne Namen von Gildas erwähnt. Ihm werden mehrere Frauen nachgesagt, inklusive Nesta ferch Sawyl Penuchel, Sanan ferch Cyngen (die Frau seines Neffen) und Gwallwyn ferch Afallach (möglicherweise seine Cousine). Es ist außerdem möglich, dass er die piktische Prinzessin Waelgush schwängerte.

Seine Kinder sind, neben seinem Nachfolger Rhun Hir ap Maelgwn Gwynedd, unter anderem die Söhne Alser, Doeg, Einion und Eurgain. Es ist möglich, wird aber stark diskutiert, ob Bridei I mac Malcheon und dessen Schwester Domelch Kinder von Maelgwn waren. Ihr Vater wird als Maelchu angegeben, was die irische Form von Maelgwn ist, doch viele Historiker bezweifeln dies, da es keine Beweise für diese Verbindung gibt.

Geschichte
Maelgwyn war einer der mächtigsten Herrscher des frühen 6. Jh. in Britannien, so sehr, dass er von einigen für den Ursprung der Legende von König Arthur gehalten wurde, besonders da Gildas - der Maelgwyn in seiner De Excidio stark tadelte - ihn den "Drachen der Insel" nannte, eine Anspielung auf den Titel Pendragon oder Hochkönig. Andere haben versucht, Maelgwyn mit Lancelot gleichzusetzen, obwohl die Verbindungen rein zufällig sind.

Dennoch existierte mit Maelgwn ein König, dessen Herrschaft mit der Höhe von Arthurs Ruhm übereinstimmt, und der sicherlich der oberste König unter den Britonen nach dem Tod von Arthur war. Maelgwyns Spitzname Hir bedeutet der Große, und sein name, gwyn, bedeutet Hell, so dass man ihn sich als großen, mächtigen, blonden Mann vorstellen kann, möglicherweise recht gutaussehend, bedenkt man die Leichtigkeit, mit der er in seinem späteren Leben die Frauen eroberte. Geoffrey of Monmouth, der ihn Malgo nennt, bezieht sich besonders auf sein gutes Aussehen, sagt aber auch, dass er homosexuell war. Gildas Name für ihn, Maglocunus, bedeutet "Großer Hund", was vermutlich nicht nur seine Stärke und Macht, sondern auch seine Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit beschreibt.

Maelgwyns Leben war unruhig. Von Gildas "der erste im Bösen" genannt wurde er als ein bösartiger Tyrann angesehen, doch es gab auch eine Periode der Buße, während der er sich der Kirche zu wandte, bevor er erneut ein Leben der Tyrannei führte. Gildas berichtet, dass er in seiner Jugend seinen Onkel tötete. Dies könnte Owain Ddantgwyn ap Einion oder Eugene gewesen sein, der Vater von Cynlas Goch ap Owain, der ein Rivale von Maelgwyn über die Gebiete in Gwynedd wurde. Es ist möglich, dass Maelgwyn zu jung gewesen war, um direkt zu erben, als sein Vater starb, doch ein oder zwei Jahre später übernahm er, möglicherweise noch in seinen späten Teenagerjahren, mit Gewalt die Kontrolle. Nachdem er sich in Gwynedd an die Macht gebracht hatte, scheint er von seinem Gewissen geplagt worden zu sein, denn angeblich wurde er Mönch. Es war im keltischen Adel recht gebräuchlich, dass ältere Brüder Herrscher wurden und jüngere Brüder in die Kirche eintraten. Maelgwyn könnte ein jüngerer Bruder gewesen sein, der in seiner Jugend gegen die Kirche rebelliert, aber später die Fehler seiner Handlungen einsah.

Sie lässt jedenfalls vermuten, dass Maelgwyn als Herrscher zurück trat, aber es gibt keinen Hinweis darauf, dass dies geschah. Die Beweise deuten statt dessen darauf hin, dass Maelgwyn nicht in die Kirche eintrat, sondern für seine vergangenen Taten eine Buße bezahlte. Er soll den Bischofssitz von Bangor gegründet und andere Kirchen erbaut oder gefördert haben.

Diese Periode der Großzügigkeit dauerte jedoch nur eine gewisse Zeit an, bevor Maelgwyn wieder zur seinen schlechten Handlungen zurückkehrte. Er heiratete, aber schnell trieb ihn seine Leidenschaft zur Frau seines Neffen. Maelgwyn ermordete seine Ehefrau und seinen Neffen und heiratete dessen Ehefrau selbst. Es gibt außerdem Gründe zu glauben, dass er eine piktische Prinzessin heiratete. Er gründete einen reichen und mächtigen Hof in Deganwy, zu dem es viele Barden zog, mit deren Anwesenheit er sicherstellte, dass über seine Triumphe und Errungenschaften geschrieben wurde. Er wurde als großer Förderer der Künste und auch als Gesetzgeber angesehen, obwohl einiges davon vermutlich nur seine eigene Propaganda war. Diejenigen, die Maelgwn verabscheuten, hatten vermutlich das Gefühl, dass er seine gerechte Strafe erhielt, als er an einer Seuche starb (möglicherweise Cholera), die zu dieser Zeit Europa überschwemmte.

Eigentlich erscheint die üblicherweise Maelgwn zugeschriebene Regierungszeit nicht lang genug, um all dies geschehen zu lassen, und sicherlich nicht, um ihn einen Sohn bekommen zu lassen, der alt genug war, ihm nach seinem Tod auf den Thron zu folgen, falls Maelgwyn erst nach seiner Thronbesteigung geheiratet hatte. Forscher vermuten, dass er schon in seiner Jugend einen Teil von Gwynedd unter seine Kontrolle brachte, als das Reich noch zwischen Einion Yrth ap Cuneddas Söhnen geteilt war. Dies könnte schon 515 geschehen sein, als Maelgwn etwa um die 18 Jahre alt gewesen sein könnte. Danach könnte er sich während der frühen 520er Jahre in ein Kloster zurückgezogen haben, bevor er in den späten 520ern ins weltliche Leben zurückkehrte, wo er vermutlich auch heiratete. Nach dem Tod seines Vaters 534 erhob Maelgwn vermutlich Anspruch auf die vollständige Herrschaft, tötete den nächsten Thronanwärter, seinen Neffen, und heiratete dessen Ehefrau, die Maelgwn, wie es scheint, in seinen Plänen bestärkt hatte. Sein Sohn und Nachfolger, Rhun Hir ap Maelgwn Gwynedd, war höchstwahrscheinlich noch ein Kind aus seiner ersten Ehe. Weiterhin war Maelgwyn auch der Vater von Bridei I, der von den Pikten als Anführer gewählt wurde. Zur Zeit seines Todes hatte sich Maelgwn zum obersten Herrscher der Britonen gemacht.

Quellen
Nennius erklärt in seiner Historia Brittonum, dass "der große König Mailcun regierte unter den Briten, in Gwynedd", und dass dessen Vorfahre Cunedda Wledig ap Edern 146 Jahre vor Maelgwns Herrschaft aus Manaw Gododdin nach Gwynedd gekommen war, und "die Scoten [die irischen Gälen] mit großem Gemetzel" vertrieben hatte.

Es gibt eine zufällige Erwähnung von Maelgwn in dem Lied To Maenwyn im Roten Buch von Hergest, das Llywarch Hen zugeschrieben wird. Der Steward Maenyn wird ermutigt, einem Befehl, seinen Posten zu verlassen, zu widerstehen und seine Treue gegenüber Maelgwn zu beweisen.

Im Buch von Llandaff von ca. 1125 erscheint Maelgwn Gwynedd als einer der Wohltäter der Diözese von Llandaff in ihren frühen Jahren.

Im Schwarzen Buch von Carmarthen wird Dormarch, Gwyn ap Nudds [1] Lieblingshund, als ehemals Maelgwn Gwynedd gehörend beschrieben.

Legenden und Fiktion
Geoffrey of Monmouth

In seiner Historia Regum Britanniae erscheint Maelgwn als Malgo. [2] Malgo ist "König der Venedotianer" und befielt. den Hl. David nach dessen Tod an einer plötzlichen Krankheit in seiner Kirche zu begraben. [3] Laut Geoffrey of Monmouth lebt Malgo zu der Zeit kurz nach dem Tod von König Arthur und folgt Vortiporius auf den Thron. Malgo soll gutaussehend, großzügig und tapfer gewesen sein, aber auch ein Tyrann. Geoffrey sagt, er wäre der Sodomie verfallen und hätte sich abscheulich gegenüber Gott verhalten. Er soll auch einen großen Krieg geführt haben, durch den er die ganze Insel beherrschte. [4] Sein Nachfolger wurde Careticus. [5] Weiterhin hatte Malgo zwei Söhne, Ennianus und Runo, und wurde durch Enniaunus der Vorfahre von Cadwalla, der später König der Briten war. [6]

Weitere

Das Brut Tysilio, das zeitweise dem Hl. Tysilio zugeschrieben wurde, war eine Vermischung der Historia Regum Britanniae und des Brut y Brenhinedd und behauptete die in der Historia als Fakten dargestellten Erfindungen von Geoffrey als wahren Stammbaum.

Der Geschichtsfälscher Iolo Morganwg erwähnt Maelgwn mehrfach in seinen Iolo-Manuskripten aus dem 18. Jh. Er behauptet recht wahrheitsgemäß, dass Maelgwn König über die anderen Könige war. Weiterhin nennt er einen Maelgwn Hir von Llandaff, der üblicherweise mit Maelgwn Gwynedd verwechselt wird. Iolo sagt außerdem über Maelgwn, dass er Taliesin enteignet hat, und dieser ihn dafür verfluchte. Maelgwn soll der Vater der Hl. Eurgain gewesen sein, und der Hl. Gwyllog ferch Caw Cawlwyd Ländereien geschenkt haben. Für letzteres gibt es eine Erzählung in "Die Drei Heiligen Familien der Insel Britannien" aus den Walisischen Triaden, die besagt, dass Caw und seine Kinder von den Pikten aus ihrem Gebiet vertrieben worden waren und dann nach Wales kamen, wo Maelgwn ihnen Land in Anglesey gab. Doch ansonsten sollten alle Informationen von Iolo ohne unabhängige Quellen mit Vorsicht behandelt werden, da die meisten davon seiner fruchtbaren Phantasie entsprangen und lange Zeit von vielen Historikern kopiert wurden, bevor seine Fälschungen bekannt wurden.

Maelgwn erscheint im Tale of Taliesin, einer legendären Geschichte über den berühmten Barden Taliesin. Die Geschichte enthält verschiedene schwierige oder unmöglich zu lösende Situationen, die Taliesin normalerweise durch Magie für sich lösen kann. Sie stellt Maelgwn in einem sehr negativen Licht dar. Iolo Morganwg hat dazu ebenfalls Notizen gemacht, die jedoch wie üblich viele Ungenauigkeiten und Erfindungen enthalten. Der Historische Taliesin war tatsächlich ein Zeitgenosse von Maelgwns Sohn und Erben Rhun Hir und es gibt keine Beweise, dass Taliesin in irgend einer Verbindung zu Maelgwn stand.

In John of Forduns Chronicle of the Scottish Nation von ca. 1360 gibt es einen Bericht, dass "Maglo, König der Britonen" König Aydanus um Hilfe bat. Fordun behauptete, dass es sich dabei um Maelgwn Gwynedd handelte, doch es gibt keine Beweise, die dies stützen. Später sagt Fordun auch, "Cadwallo, König der Britonen" hätte Hilfe von Aydanus erhalten, doch spätere Historiker benutzten die Geschichte trotz ihrer Ungenauigkeit. Thomas Stephens' Notizen zum Y Gododdin besagen, Maelgwn wäre ein Verbündeter von Aedan mac Gabrain gegen den pktischen König Bridei I mac Malcheon gewesen.

Bridei I soll der Sohn eines gewissen Maelchon oder Melcho gewesen sein. Die Namensähnlichkeit zu Maelgwn hat einige Historiker glauben lassen, dass es sich um die gleiche Person handeln könnte, doch andere zweifeln aufgrund fehlender Beweise stark an dieser Möglichkeit. Es gibt nichts, das Maelgwn und Bridei verbindet. Die stärkste Quelle für diese Behauptung ist Morris in seinem Age of Arthur, wo er ohne Quellenangabe "Bridei, Sohn von Maelgwn, dem mächtigen König von Nord-Wales" erwähnt. Aufgrund seines großen Erfolges ist diese Behauptung jedoch immer noch weit verbreitet und wird für wahr gehalten. 
von Gwynedd (ap Cadwallon), König Maelgwn Gwynedd (I30048)
 
49813 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Magnus_Maximus (© CC-BY-SA)

Magnus Maximus, in Wales als Macsen Wledig bekannt, war ein weströmischer Kaiser von 383 bis 388.
Als Kommandant von Britannien usurpierte er 383 den Thron von Kaiser Gratian und wurde 384 nach Verhandlungen mit Kaiser Theodosius I Kaiser von Britannia und Gallien. 387 fiel er in Italien ein, um auch den dortigen Kaiserthron für sich zu erobern, wurde jedoch 388 geschlagen. Aus der Sicht einiger Historiker markiert sein Tod das Ende der direkten kaiserlichen Herrschaft in Nordgallien und Britannien.

Geschichte
Maximus wurde um 335 als Sohn des römischen Generals Flavius Iulius Eucherius geboren. Als römischer General diente er 373 in Afrika und 376 an der Donau. Möglicherweise war er schon als Unteroffizier 368 in Britannien eingesetzt worden. Um 380 wurde er als General nach Britannien gesandt und schlug dort einen Überfall der Pikten und Skoten nieder.

Der römische Kaiser Gratian war inzwischen wegen der Bevorzugung der Alanen [1] beim Volk unbeliebt geworden und Maximus wurde von seinen Truppen 383 zum Imperator erklärt. Um seinen Ehrgeiz zu befriedigen, zog er einen Großteil der Truppen von Britannien ab und begab sich nach Gallien.

Dort besiegte er Gratian bei Paris und dieser floh, wurde aber wenig später bei Lyon getötet. Auf seinem Weg nach Italien traf er auf den gerade zwölfjährigen Kaiser Valentinian II, doch der oströmische Kaiser Theodosius I sandte einen Mittelsmann und es kam zu Verhandlungen. 384 kamen sie zu einer Übereinkunft und Maximus wurde als Kaiser im Westen anerkannt.

387 waren Maximus die von ihm regierten Gebiete nicht mehr genug. Er zog nach Italien und konnte Valentian II aus Milano vertreiben, der daraufhin zu Theodosius floh. Sie zogen im Sommer 388 gegen Maximus und konnten ihn in die Flucht schlagen. Gleichzeitig fielen die Franken und Markomannen in Gallien ein, was seine Position noch weiter schwächte. Sein Bruder und der Oberbefehlshaber seiner Kavallerie fielen in weiteren Schlachten und Maximus ergab sich schließlich und bat um Gnade, doch er wurde hingerichtet.

Der römische Senat erließ eine Damnatio memoriae [2] gegen ihn. Seine Mutter, Frau und Töchter wurden verschont, sein Sohn wurde im gleichen Jahr ebenfalls hingerichtet.

Rolle in der Britischen und Bretonischen Geschichte
Maximus Kampf um den Kaiserthron 383 stimmt überein mit den Hinweisen auf die letzten römischen Militärs in Wales, den westlichen Peninnen und Deva. Gefundene Münzen vom Hadrianswall mit späteren Daten als 383 weisen darauf hin, dass die dortigen Truppen nicht sofort abgezogen wurden. Gildas behauptet allerdings in einem De Excidio et Conquestu Britanniae, dass Maximus nicht nur all seine Truppen, sondern auch alle bewaffneten Gruppen und Gouverneure mitnahm, und dazu alle jungen Männer, die niemals zurückkehrten.

Indem er mit den Truppen und den hochrangigen Verwaltern Britannien verließ, es aber später noch weiter regieren wollte, musste er die Regierung den örtlichen Herrschern überlassen. Walisische Legenden unterstützen dies, mit Geschichten wie dem Breuddwyd Macsen Wledig (Der Traum von Macsen Wledig), in dem er nicht nur eine wunderschöne Britin heiratet (was britische Nachfolger möglich macht), sondern auch ihren Vater zum Herrscher von Britannien macht.

Die frühsten walisischen Stammtafeln machen Maximus zum Vater der verschiedenen Dynastien der walisischen Königreiche wie zum Beispiel Gwent und Powys. Auf dem Pfeiler von Eliseg wird er als der Ahnherr eines walisischen Königs angegeben und erscheint in den Listen der Fünfzehn Stämme von Wales.

Nachdem er weströmischer Kaiser geworden war, kehrte er nach Britannien zurück, um gegen die Pikten und Skoten zu kämpfen, möglicherweise mit Roms langzeit-Verbündeten, den Dumnonii, Votadini und Novantae (alle aus dem heutigen Schottland). Er schloss mit ihnen wahrscheinlich ähnliche Bündnisse, um die Herrschaft auf die örtlichen Stammeshäuptlinge zu übertragen - die späteren Herrscher von Galloway behaupteten, von ihm abzustammen, wie auch die walisischen Könige.

Die Historia Brittonum aus dem 9. Jh. behauptet, Maximus hätte all seine Truppen aus Britannien abgezogen und sich geweigert, seine Männer zu ihren Familien zurückzuschicken. Statt dessen hätte er ihnen Ländereien in Armorica überlassen, wo sie sich ansiedelten. Deshalb sei Britannien von Fremden erobert worden, die die rechtmäßigen Herrscher vertrieben hätten.

Heutige Historiker glauben, dass an dieser Massenansiedlung in der Bretagne etwas wahres sein könnte, da sich einige archäologische Hinweise dafür finden lassen.

Walisische Legenden
Die Legende von Maximus' Hochzeit mit Elen zirkuliert in vielen Gebieten in Wales, obwohl sie mit Sicherheit frei erfunden ist, doch es gibt einige Hinweise auf einen wahren Kern der Geschichte. Die Walisischen Triaden räumen ihr einen großen Platz ein; sie datieren etwa aus dem 11. Jh., basieren aber sicherlich auf weit älteren Überlieferungen. Weitere walisische Erzählungen beziehen sich manchmal auf Macsen, um einen walisischen Herrscher mit ihm zu vergleichen.
Zwei separate Versionen dieser Legenden existieren.

Geoffrey of Monmouth

Geoffrey of Monmouths erfundene Historia Regum Britanniae vom 1136 ist die Basis für viele englische und walisische Legenden. Dort ist Maximianus ein römischer Senator und Neffe von Coel Hen durch dessen Bruder Ioelinus. [3] Nach dem Tod von Eudaf Hen/Octavius wird er König der Briten, da dieser seine Tochter an einen mächtigen halb-Römer, halb-Briten verheiraten wollte. Er schickte einen Boten nach Rom und bot die Herrschaft über Britannien als Mitgift. Caradocus, der Herzog von Cornwall, soll ihn auf diese Idee gebracht haben. [4]

Maximianus war einverstanden und verließ mit seinen Männern Rom, auf dem Weg nach Britannien eroberte er verschiedene fränkische Städte. Eher unabsichtlich fiel er in Clausentum (das heutige Southhampton) ein und kämpfte gegen die Briten unter Conan Meriadoc, ehe sie sich auf einen Waffenstillstand einigten. [5] Nach weiteren Verhandlungen wurde Maximianus König der Briten und Octavius setzte sich zur Ruhe. [3]

Fünf Jahre später sammelte Maximianus seine Männer, um in Gallien einzufallen, und überließ die Herrschaft über Britannien Caradocus. In Armorica tötete er dessen König und tausende seiner Männer. Danach wollte er nach Rom weiterziehen und übergab die Herrschaft über das in Bretagne (Brittany, für kleines Britannien) umbenannte Land an Conan, den rebellischen Neffen von Octavius. [6] Conanus' Männer heirateten einheimische Frauen, denen sie die Zungen heraus schnitten, um die Reinheit ihrer Sprache zu gewährleisten. [7] Diese Geschichte scheint Geoffrey präsentiert zu haben, um den walisischen Namen der Bretagne zu erklären, Llydaw, von lledtaf oder halbstill kommt. Bedenkt man, dass Conan in den walisischen Stammtafeln als Gründer der Bretagne festgelegt ist, so muss es einen realen Hintergrund für diese Geschichte geben.

Nach dem Tod von Caradocus ging die Herrschaft über Britannien an Dionotus, der sich einer fremdländischen Invasion gegen über sah und Maximianus um Hilfe bat. Dieser schickte Gracianus Municeps mit zwei Legionen, um die Invasoren aufzuhalten, die nach Irland flohen. Maximianus starb bald darauf in Rom und Dionotus wurde der offizielle König von Britannien. Doch noch vor seinem Herrschaftsantritt nahm sich Gratianus die Krone und bestieg selbst den Thron.

Der Traum von Macsen Wledig

Diese im Mabinogion aufgeschriebene Geschichte erscheint zwar in späteren Manuskripten als dem von Monmouth, doch Historiker sind sich einig, dass beide Berichte so unterschiedlich sind, dass es sich sicherlich um eine eigenständige Überlieferung handelt. Weiterhin stimmen die Ereignisse im Traum mit einigen Details in den Walisischen Triaden überein, so dass sie mit Sicherheit aus früheren Legenden stammen.

Macsen Wledig, der römische Kaiser, träumt eines Nachts von einer wunderschönen Jungfrau in einem wundervollen, fernen Land. Nach seinem Erwachen schickt er seine Männer in die ganze Welt, um sie zu suchen. Nach vielen Schwierigkeiten finden sie sie in einem reichen Schloss in Wales, als Tochter eines Häuptlings von Segontium (Caernarfon) und führen Macsen zu ihr. Er findet alles wie in seinem Traum vor und Elen/Helen verliebt sich in ihn. Da sie noch Jungfrau ist, macht Macsen ihren Vater zum Herrscher über ganz Britannien und lässt drei Schlösser für Elen bauen.

Während Macsen fort ist, besteigt ein neuer Kaiser den Thron und verbietet ihm, jemals zurückzukehren. Mit der Hilfe von Elens Bruder Conanus und seinen Männern marschiert Macsen durch Gallien und Italien und erobert Rom zurück. Als Dank an seinen Verbündeten gewährt er danach Conanus die Herrschaft über die Bretagne.

Stammbaum
Während Maximus' römischer Vater bekannt ist, gibt es in den alten britischen Quellen verschiedene Überlieferungen über seine Herkunft. Geoffrey of Monmouth behauptete, dass Maximus von den römischen Kaisern abstammen würde, und behauptet, dass Constantin der Große, Sohn von Kaiser Constantinus, Maximus' Großvater wäre. 
Magnus Maximus (Macsen Wledig) (I30023)
 
49814 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Rhodri_Molwynog_ap_Idwal (© CC-BY-SA)

Rhodri Molwynog ap Idwal war König von Gwynedd ca 720-754.
Geschichte
Nur wenig ist aus Rhodris Herrschaft bekannt, es ist sogar zweifelhaft, ob er wirklich 720 auf den Thron kam, oder zu einem anderen Zeitpunkt. Bekannt ist allerdings, dass er gleichzeitig mit Aethelbald von Mercia regierte, der sich 736 König von Britannien nannte.

Aethelbald hatte die Erbauung von Wat's Dyke vervollständigen lassen. Der Damm war mehr als eine Grenze, nicht als Verteidigungslinie gedacht und man kann davon ausgehen, dass Athelbald weiterhin versuchte, die Kontrolle über Wales zu erlangen.

Es ist nicht gesichert, aber möglicherweise zog sich Rhodri zurück, um eine Festung auf der Insel Anglesey zu errichten, die seit dem immer der Machtsitz von Gwynedd war und später zum Streitpunkt unter seinen Kindern und Enkeln wurde.

Zu seiner Zeit gab es keine anderen starken Anführer in Wales und man kann davon ausgehen, dass Rhodri und seine Familie stolz darauf waren, ihre Vorfahren auf Cunedda Wledig ap Edern und Coel Hen zurückzuführen.

Die Annalen von Wales erwähnen einen Krieg in Cornwall um 722, ohne jedoch die Beteiligten zu benennen. Eine andere Quelle sagt, es hätte im Jahr 721 einen großen Krieg zwischen Rhodri Molwynawg und den Sachsen in Cornwall gegeben. Der Historiker Stephens hat jedoch herausgefunden, dass es sich bei diesen Aufzeichnungen um eine Fälschung von Iolo Morganwg handelt.

Es folgt eine unangenehm lange Lücke nach Rhodris Tod, und es ist nicht klar, wer ihm auf den Thron folgte, doch Historiker sind dazu gekommen zu glauben, dass sein Cousin Caradog ap Meirion sein Nachfolger wurde, bevor sein eigener Sohn Cynan Dindaethwy ap Rhodri den Thron bestieg. 
von Gwynedd (ap Idwal), König Rhodri Molwynog (I30033)
 
49815 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Rhun_Hir_ap_Maelgwn_Gwynedd (© CC-BY-SA)

Rhun ap Maelgwn Gwynedd - auch Rhun Hir, der Große - war König von Gwynedd von ca 549 bis in die 580er.

Geschichte
Rhun war der Sohn und Nachfolger von Maelgwn Gwynedd ap Cadwallon. Vermutlich war er in seinen späten Zwanzigern, als sein Vater an einer Seuche starb. Die Anfangszeiten von Rhuns Regierung zeigen, dass er der mächtigste König seiner Tage in Britannien war und sich vermutlich sogar zum Anführer eines Britischen Königreiches hätte machen können.

Einige Zeit nach dem Tod seines Vaters, vermutlich gegen 560, war Elidyr Mwynfawr map Gwrast, der Mann von Rhuns Schwester, der Meinung, einen Anspruch auf Gwynedd zu haben und besonders auf die Insel Anglesey. Elidyr regierte zu dieser Zeit höchstwahrscheinlich die Isle of Man, und die Inseln von Man und Anglesey hatten eine lange historische Verbindung. Sein Versuch, Anglesey zu erobern, schlug jedoch fehl und er wurde von Rhun getötet.

Elidyrs Cousins aus dem Norden, besonders Rhydderch Hen und Clydno Eitin map Cunobelin, die Strathclyde und Lothian regierten, waren besorgt wegen Rhuns Macht. Rhuns Halbbruder Bridei I mac Malcheon war kürzlich zum Herrscher der Pikten gewählt worden, was bedeutete, dass Rhydderch und Clydno zwischen einer wachsenden dynastischen Macht gefangen waren. Gemeinsam mit Elidyrs Bruder Cynfarch Oer ap Meirchion segelten sie nach Anglesey und eroberten die Stadt Arfon (das heutige Caernarfon) auf dem Festland. Doch anstatt auf ihren Erfolgen aufzubauen, zogen sie sich nun zurück in dem Glauben, Rhun eine Lektion erteilt zu haben.

Doch das Gegenteil war der Fall und Rhun gab ihnen eine Demonstration seiner macht. Er hob Truppen in ganz Nord-Wales aus und führte die möglicherweise größte Streitmacht seiner Zeit und den Tagen von König Arthur von Wales durch Rheged über die Penninen nach York. Er brauchte mehrere Monate und niemand stellte sich ihm entgegen. Es gelang ihm, die Autorität, die er schon in ganz Nord-Wales und Nord-Britannien hatte, mit Hilfe von Bridei I bis ins Land der Pikten zu erweitern.

Er hätte versuchen können, ein großes Königreich zu erschaffen, aber er übernahm die Kontrolle über das Gebiet nicht. Statt dessen schloss er Frieden mit Peredur ap Eleuther von York, indem er dessen Cousine Perwyr heiratete, und kehrte dann nach Gwynedd zurück. Dieser Feldzug, der vermutlich Anfang der 560er Jahre stattfand, dauerte ein ganzes Jahr lang und ging in die walisischen Legenden ein. Gerade deshalb ist es überraschend, dass man nichts weiter von Rhun hört, obwohl er vermutlich weitere zwanzig Jahre lang regierte. Man kann vermuten, dass diese Zeit Gwynedd sehr wohlhabend und zu einem mächtigen, unbedrohten Königreich machte.

Rhun folgte Beli auf den Thron. Historiker sind sich unsicher, ob es sich dabei um seinen Sohn oder Neffen handelt, doch üblicherweise wird er als Beli ap Rhun Hir bezeichnet.

Taliesins Marwnad Rhun berichtet von einem Krieg und dem Tod Rhuns. Der Historiker Morris-Jones stellt fest, dass die Einzelheiten dieser Geschichte mit den historischen Berichten bemerkenswert genau übereinstimmen, wobei ihm viele Historiker zustimmen. 
von Gwynedd (ap Maelgwn Gwynedd), König Rhun Hir (I30046)
 
49816 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Rowena (© CC-BY-SA)

In der Matter of Britain gilt Rowena als die Tochter des angelsäschischen Häuptlings Hengest und Ehefrau von König Vortigern, dem König der Briten. Es handelt sich bei ihr höchstwahrscheinlich um einen fiktionalen Charakter, da zeitgemäße Quellen sie nicht erwähnen.

Geschichte
Historia Brittonum

Nennius erwähnt Rowena in seiner Historia Brittonum als die schöne, namenlose Tochter des Sachsen Hengest. Hengest und sein Bruder Horsa verhandeln mit dem König der Briten, Vortigern, um mehr Land. Hengests Tochter macht Vortigern auf einem Fest betrunken, wie ihr Vater es ihr aufgetragen hat, und Vortigern ist so bezaubert von ihr, dass er ihrem Vater geben will, was immer dieser verlangt, wenn er sie nur heiraten kann. Im Text wird klar, dass dieses Verlangen nach einer heidnischen Frau eine Versuchung des Teufels ist. Hengest verlangt das Königreich Kent, das Vortigern ihm auch gewährt. Damit können die Sachsen sich fest in Britannien etablieren. Später werden Vortigern "und seine Ehefrauen" - vermutlich Sevira, Tochter von Magnus Maximus, die Vortigern zuvor geheiratet hat und deren Schicksal nicht klar ist - lebendig verbrannt in der Festung Craig Gwrtheyrn in Nordwales.

Geoffrey of Monmouth

Die Historia Regum Britanniae von Geoffrey of Monmouth ist das erste Werk, das Rowena ihren Namen gibt, wobei die Schreibweise in den verschiedenen Manuskripten variiert. Geoffrey berichtet, dass Vortigern ein Usurpator und nicht der rechtmäßige König von Britannien ist, und behauptet, dass die Verführung des betrunkenen Vortigern die Tradition der Trinksprüche in England begründete. Da Vortigern die Sachsen äußerst freundlich behandelt, rebellieren seine Söhne von seiner ersten Frau gegen ihn. Der älteste, Vortimer, übernimmt den Thron und vertreibt die Sachsen, doch er wird von Rowena vergiftet, die bei Geoffrey die Rolle der bösen Stiefmutter hat. Später töten die Sachsen alle Britischen Anführer in der Treachery of the Long Knives, und lassen nur Vortigern am Leben.

Geoffreys Rowena war möglicherweise das Vorbild für die negativen Frauenbilder der Matter of Britain wie Morgan le Fay.

Walisische Überlieferungen

In den Walisischen Triaden ist Rhonwen die "Mutter der englischen Nation", die die sächsische Heimtücke und das angelsächsische Heidentum personifiziert.

Friesische Überlieferungen

Im Spiegel historiael des flämischen Autors Jacob van Maerlant ist Rowenas Vater Engistus, ein Friese, und gilt als Gründer der Stadt Leiden. Seine Tochter Ronixe ist eine friesische Prinzessin. Sowohl in Friesland als auch in Britannien gab es damals den Brauch, dass Frauen Besucher mit einem Kuss begrüßten, was dazu führte, dass die Friesen glaubten, Rowena hätte den Brauch des Küssens in England eingeführt. Laut dem friesischen Historiker Pieter Winsemius (1622) verführte Rowenas friesischer Kuss Vortigern zur Ehe. 
Rowena (I30029)
 
49817 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Tryffin_Farfog_mac_Aed_Brosc (© CC-BY-SA)

Tryffin Farfog mac Aed Brosc war ein legendärer König von Dyfed gegen 480 n. Chr.

Geschichte
Tryffin war höchstwahrscheinlich der Sohn seines Vorgängers Aed Brosc, obwohl mit ihm die Namen der Herrscher von Demetia von irisch zum romanisierten Keltisch wechseln. Tryffin könnte einfach eine keltische Übersetzung von Tribun sein. Da sein Sohn Aircol Lawhir mac Tryffin Farfog die keltische Version des Namens Agricola trägt, und dessen Sohn Vortiporius bekannt war als der Beschützer (Protector), nicht als König, muss man anerkennen, dass einiger Einfluss zu dieser Zeit am Werk gewesen sein könnte.

Die Überlieferungen besagen, dass Tryffin die Tochter von Clotri ap Ednyfed heiratete, einem britischen Herrscher von Dyfed, der von Magnus Maximus abstammte. Obwohl das Römische Imperium Britannien lange schon verlassen hatte, gab es in den 470er Jahren immer noch Versuche, die römische Kultur und Lebensweise aufrecht zu erhalten, besonders im ehemaligen römischen Herzland um Gloucester im südöstlichen Wales. Es ist möglich, dass dieser Einfluss bis nach Demetia reichte und dass ein Zweig der Herrscherfamilie stark romanisiert wurde und sich selbst als Oberste Beamte in der Armee von Ambrosius Aurelianus und auch Arthur wiederfanden.



Berichte besagen, dass Cunedda Wledig ap Edern und seine Söhne die Iren aus Nordwales vertrieben und sie zurück in den Süden drängten. Es ist wahrscheinlich, dass Demetia zu dieser Zeit zweigeteilt wurde, mit dem Gebiet von Brycheiniog im Osten und Demetia, das später zu Dyfed wurde, im Südwesten.
 
Farfog (mac Aed Brosc), König Tryffin (I30014)
 
49818 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Tudvawl_ap_Gwrfawr (© CC-BY-SA)

Tudvawl ap Gwrfawr war ein Herrscher von Dumnonia gegen 500 n. Chr.

Tudvawl war ein Herrscher von Dumnonia und Sohn von Gwrwawr. Bekannt ist er durch seinen berühmten Sohn Constantine oder Custennin von Dumnonia. Er entstammte der Häuptlinge der Herrscher von Dumnonia, als Nachfahren von Eudaf Hen. Mehr ist nicht über ihn bekannt. 
von Dumnonia (ap Gwrfawr), Tudvawl (I30064)
 
49819 Zitat aus: https://geschichte-der-britischen-monarchie.fandom.com/de/wiki/Vortigern (© CC-BY-SA)

Vortigern war möglicherweise ein britischer Kriegsherr aus dem 5. Jh, auch bekannt als König der Briten. Untersucht man die Überlieferungen und Hinweise, könnte seine Herrschaft etwa 425-466 und 471-480 stattgefunden haben.

Es ist möglich, dass sein wirklicher Name Vitalinus war - was auch der Name seines Vaters gewesen sein könnte - und Hinweise auf seine Existenz wurden bei Ausgrabungen in einer Villa nahe Gloucester gefunden. Obwohl die späteren Überlieferungen Vortigerns Ruf verschlechtert haben und ihn zu einem Verräter an den Briten machten, waren die walisischen Anführer in den Jahren nach seinem Tod stolz darauf, ihre Abstammung auf ihn zurück zu führen. Es scheint, dass seine Nachfolger durch Pascent das mittelöstliche Wales um Wroxeter regierten, und vier Jahrhunderte nach seinem Tod behauptete Cyngen ap Cadell, er wäre ein direkter Nachfahre von Vortigern.

Es ist schwer, die Fakten von der Fiktion zu trennen, doch der Kern ist folgender: Vortigern kam einige Zeit nach 425 an die Macht. Möglicherweise war er der erste nachrömische Herrscher, der zum Hochkönig von Britannien erklärt wurde, wobei dieser Titel vielleicht auch Owain Finddu, dem Sohn von Magnus Maximus gehörte, oder Ambrosius Aurelianus. Die Überlieferungen besagen, dass Vortigern eine Tochter von Magnus Maximus namens Servira heiratete. Zwanzig Jahre lang führte er die Organisation und Verteidigung von Britannien. Einiges davon könnte in Verbindung zu Coel Hen stehen, der ein Zeitgenosse von ihm war und das Nördliche Britannien regierte. Vortigern war möglicherweise der Hochkönig zu der Zeit, als Germanus von Auxerre 428/9 Britannien besuchte, um nach Bitte der britischen Kirche die Anhänger von Pelagius auszurotten und zu zerstören. Es war eine Periode anhaltenden Bürgerkriegs, der Hungersnöte und Überfälle von Pikten, Iren und Sachsen. Der erste nennenswerte sächsische Überfall soll sich zur Zeit von Germanus' Besuch ereignet haben.

Vortigern scheint sich irgendwann die Feindseligkeit von Ambrosius dem Älteren zugezogen zu haben, [1] denn die zwei trafen 437 in der Schlacht von Guoloph oder Walop in Hampshire auf einander. Vortigerns Bemühungen, Britannien zu verteidigen, wurden extrem erschwert und schließlich - gegen 449 - entschieden er und sein Konzil, sich die Hilfe sächsischer Söldner zu kaufen, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. Diese Söldner, unter Hengest, halfen den Briten, die Pikten zurückzuschlagen, und im Gegenzug gab ihnen Vortigern die Insel Thanet, auf der sie siedeln konnten. [1]

In den nächsten fünf Jahren wuchs die sächsische Siedlung und 455 rebellierten sie. Spätere Überlieferungen besagen, dass Vortigern sich in Hengests Tochter Rowena verliebt hatte, und sie im Austausch für mehr Land zur Frau bekommen hatte. [2] Die Briten fürchteten jetzt die Macht der Sachsen. Vortimer, Vortigerns Sohn, stürzte seinen Vater und begann einen Krieg mit den Sachsen. Er wurde jedoch in der Schlacht getötet (wobei andere Quellen sagen, er wäre vergiftet worden), und Vortigern kehrte auf den Thron zurück. Allerdings war er inzwischen ein alter Mann und nicht mehr in der Lage, die Autorität auszuüben, die er in den früheren Jahren gehabt hatte. Es ist möglich, dass dieser spätere Vortigern ein anderer König ist, der Sohn oder Enkel von Vortigern I, der den Titel des Hochkönigs annahm. Gegen 466 erscheint Ambrosius Aurelianus als gegnerischer Kriegsherr. Er trieb Vortigern nach Wales, wo er als Herrscher in Powys verblieb.

Zusätzlich zu Vortimer und Pascent war Vortigern der Vater von Cattegirn, der in den Kämpfen gegen die Sachsen getötet wurde, und Faustus, der Bischof in Gallien wurde. Faustus soll aus einer inzestuösen Beziehung zwischen Vortigern und seiner eigenen Tochter entstanden sein. Es gibt viele andere Legenden, die mit Vortigern in Verbindung stehen, besonders über seine Rolle bei der Entdeckung von Merlin. 
Vortigern (Guarthigern) (I30028)
 
49820 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/articles/008446/2021-05-18/

Landshut

Burg in der Gem. Utzenstorf BE. Ma. Herrschaftssitz, im SpätMA Zentrum der Herrschaft L., 1514-1798 bern. Landvogtei. Die 1009 erw. Grafschaft Utzenstorf (comitatus Uranestorfus), die vom Oberaargau bis ins Seeland reichte, war Teil des hochburgund. Königreichs. Die in der 2. Hälfte des 12. Jh. erbaute zähring. Burg, vielleicht Ersatz für einen hochburgund. Vorgängerbau, war Sitz der Herren von Uzansdorf (1175-1323); sie wurde unter den Gf. von Kyburg im 13. Jh. ausgebaut. 1253 erstmals als Landeshuothe bezeichnet, war L. Zentrum des kyburg. Amtes Utzenstorf mit Grundbesitz in der Umgebung, u.a. in Utzenstorf und Bätterkinden (Urbar 1261-63). Nach der Zerstörung im Gümmenenkrieg 1332 durch Bern und Solothurn wurde die Burg wieder hergestellt. Ab Ende des 14. Jh. verpfändeten die Kyburger Herrschaftsteile an versch. Gläubiger. Der Bernburger Rudolf von Ringoltingen kaufte diese sukzessive auf (1406, 1413-18) und vereinte sie zur spätma. Herrschaft L. mit allen Gerichten und eigenem Banner (1419). Ab 1413 beanspruchte Bern das hohe Gericht (Vogtei Wangen). 1479 erwarb Ludwig von Diesbach die Herrschaft, die 1510 (Gericht Bätterkinden mit Aefligen und Schalunen) und 1514 (Utzenstorf, Wiler, Schloss L.) an Bern verkauft wurde. Die Stadt richtete die Landvogtei L. ein (neu mit Zielebach). Nach deren Aufhebung 1798 kam das Gebiet zum Distrikt Burgdorf, 1803 zum Amt Fraubrunnen. Das Wasserschloss L., Sitz des Landvogts, wurde 1624-30 auf alten Fundamenten neu erbaut (1812-15 Umbau zum Landsitz). 1812 verkaufte der Staat Bern Schloss und Domäne an Rudolf Niklaus von Wattenwyl. 1846 gelangten diese in den Besitz der Bernburgerfam. Sinner. Ab 1895 wechselten die Besitzer, bis das Schloss 1925 an die Kaufmannsfam. Rütimeyer in Alexandria kam. Diese trat es 1958 dem Kt. Bern ab, der es anschliessend renovieren liess. Das Schloss L., seit 1988 eine Stiftung, beherbergt Interieurs aus dem 17. Jh. sowie das Schweizer Museum für Wild und Jagd.

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler 
von Ringoltingen, Rudolf (I57573)
 
49821 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000127/2014-11-11/

Wildberg

Politische Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Pfäffikon. Sie umfasst die Dörfer Wildberg, Ehrikon und Schalchen auf einem Hochplateau der Allmenkette. 1934 wurde Hinter-Rikon von Wildberg abgetrennt und der Gemeinde Zell zugeteilt. 853 Willipergesmaracha. 1467 ca. 75 Einwohner; 1634 270; 1771 615; 1836 1046; 1850 990; 1900 654; 1930 684; 1950 653; 2000 886.

Schenkungen an das Kloster St. Gallen im 9. Jahrhundert belegen die Landnahme im Gebiet von Wildberg. Die 1228-1439 erwähnten Herren von Wilberg waren äbtisch-sankt-gallische und später habsburgische Dienstleute. Neben der Stammburg in Wildberg besassen sie einen Wohnturm in Gündisau und eine weitere Burg auf dem Schlossberg (beide Gemeinde Russikon). Nach 1320 übernahmen sie wahrscheinlich von den Herren von Landenberg auch die Burg Tössegg (erwähnt 1266). Die Burg und der Weiler Tössegg sowie der Hauptteil von Schalchen kamen Mitte des 14. Jahrhunderts zur Herrschaft Greifensee; 1402-1798 gehörte dieser Teil der Gemeinde zur zürcherischen Landvogtei Greifensee. Der andere Teil wurde mit der Grafschaft Kyburg 1424 bzw. 1452 von der Stadt Zürich erworben und bis 1798 in der Landvogtei Kyburg verwaltet. Im Frühmittelalter war Wildberg vermutlich nach Wila, im Hochmittelalter nach Turbenthal kirchgenössig. Die von Johannes von Wilberg zwischen 1320 und 1329 gestiftete und vermutlich Maria geweihte Pfarrkirche in Wildberg wurde 1415 mit dem Kirchensatz an die Stadt Rapperswil vergabt. 1833 übernahm Zürich die Kollatur. 1798 wurde die politische Gemeinde aufgrund der Pfarreigrenzen geschaffen und dem Distrikt Fehraltorf zugeteilt. Die Auflösung der Zivilgemeinden Wildberg, Ehrikon und Schalchen erfolgte 1931. Die sich im 18. Jahrhundert ausbreitende textile Heimindustrie beschäftigte 1787 gegen 40% der Bevölkerung. Erst durch den Bau der Strasse Russikon-Turbenthal erhielt Wildberg 1848 Anschluss an das kantonale Strassennetz. Eine Pferdepost wurde 1865 eingerichtet. Bei fehlender Industrie und wenig Gewerbe blieb Wildberg landwirtschaflich geprägt. Erst in den 1960er und 1980er Jahren entstanden am Südrand des Dorfs Neubauten. 2005 stellte der 1. Sektor noch immer 42% der insgesamt 205 Arbeitsplätze in der Gemeinde.

Version vom: 11.11.2014
Autorin/Autor: Ueli Müller

 
von Wilberg gen. Tössegger, Heinrich (I12361)
 
49822 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000127/2014-11-11//

Wildberg

Politische Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Pfäffikon. Sie umfasst die Dörfer Wildberg, Ehrikon und Schalchen auf einem Hochplateau der Allmenkette. 1934 wurde Hinter-Rikon von Wildberg abgetrennt und der Gemeinde Zell zugeteilt. 853 Willipergesmaracha. 1467 ca. 75 Einwohner; 1634 270; 1771 615; 1836 1046; 1850 990; 1900 654; 1930 684; 1950 653; 2000 886.

Schenkungen an das Kloster St. Gallen im 9. Jahrhundert belegen die Landnahme im Gebiet von Wildberg. Die 1228-1439 erwähnten Herren von Wilberg waren äbtisch-sankt-gallische und später habsburgische Dienstleute. Neben der Stammburg in Wildberg besassen sie einen Wohnturm in Gündisau und eine weitere Burg auf dem Schlossberg (beide Gemeinde Russikon). Nach 1320 übernahmen sie wahrscheinlich von den Herren von Landenberg auch die Burg Tössegg (erwähnt 1266). Die Burg und der Weiler Tössegg sowie der Hauptteil von Schalchen kamen Mitte des 14. Jahrhunderts zur Herrschaft Greifensee; 1402-1798 gehörte dieser Teil der Gemeinde zur zürcherischen Landvogtei Greifensee. Der andere Teil wurde mit der Grafschaft Kyburg 1424 bzw. 1452 von der Stadt Zürich erworben und bis 1798 in der Landvogtei Kyburg verwaltet. Im Frühmittelalter war Wildberg vermutlich nach Wila, im Hochmittelalter nach Turbenthal kirchgenössig. Die von Johannes von Wilberg zwischen 1320 und 1329 gestiftete und vermutlich Maria geweihte Pfarrkirche in Wildberg wurde 1415 mit dem Kirchensatz an die Stadt Rapperswil vergabt. 1833 übernahm Zürich die Kollatur. 1798 wurde die politische Gemeinde aufgrund der Pfarreigrenzen geschaffen und dem Distrikt Fehraltorf zugeteilt. Die Auflösung der Zivilgemeinden Wildberg, Ehrikon und Schalchen erfolgte 1931. Die sich im 18. Jahrhundert ausbreitende textile Heimindustrie beschäftigte 1787 gegen 40% der Bevölkerung. Erst durch den Bau der Strasse Russikon-Turbenthal erhielt Wildberg 1848 Anschluss an das kantonale Strassennetz. Eine Pferdepost wurde 1865 eingerichtet. Bei fehlender Industrie und wenig Gewerbe blieb Wildberg landwirtschaflich geprägt. Erst in den 1960er und 1980er Jahren entstanden am Südrand des Dorfs Neubauten. 2005 stellte der 1. Sektor noch immer 42% der insgesamt 205 Arbeitsplätze in der Gemeinde.

Version vom: 11.11.2014
Autorin/Autor: Ueli Müller 
von Wilberg, Beatrix (I11302)
 
49823 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000190/2016-09-15/

Gutenburg

Ehemalige politische Gemeinde BE, Amtsbezirk Aarwangen, Verwaltungskreis Oberaargau, seit 2007 Teil der Gemeinde Madiswil. Mit 60 ha war G. die kleinste Gemeinde im Kanton. 1277 Guotenberg. 1764 34 Einw.; 1850 67; 1900 56; 1950 91; 2000 115. Die ma. Burg der Frh. von Utzigen auf dem Turmhubel war Kern einer Kleinherrschaft. Sie wurde in einem der vielen Zwiste zwischen den Freiherren und dem Kloster St. Urban u.a. um Wässerrechte 1301 von Solothurn belagert, aber nicht zerstört. Burg und Herrschaft gelangten in den 1360er Jahren an Peter von Thorberg und 1370 an die Herren von Grünenberg. Der Erbe Thüring von Aarburg verkaufte sie 1431 an die Stadt Burgdorf, die Güter und Niedergericht durch ihren "Lotzwil-Vogt" verwaltete. Hochgerichtlich gehörte G. zum kyburg. Landgericht Murgeten bzw. ab 1406 zur bern. Landvogtei Wangen (1803 zum Oberamt Aarwangen). Die Herrschaftswälder veräusserte Burgdorf z.T. an Nachbargemeinden oder nutzte sie selbst (Sägerei 1747); G. besass kein Recht am Wald (1784). Nach dem Verlust der Herrschaft 1798 verkaufte Burgdorf den Burgturm zum Abbruch, 1850 auch den ehem. Burghof. Trotz guter Verkehrslage (Korrektion der Staatsstrasse 1868; Station der Langenthal-Huttwil-Wolhusenbahn 1889) und Nähe zu Langenthal entwickelte sich G. nur wenig. 1901-68 bestand eine Presshefefabrik. 1852/53 bildeten G. und Lotzwil eine Schulgemeinde; die vom Kanton gewünschte Gemeindefusion lehnten indes beide Orte 1897 ab.

Version vom: 15.09.2016
Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler

 
von Aarburg (Büron), Junker Rudolf (I17904)
 
49824 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001679/2012-11-01/

Villmergen
Version vom: 01.11.2012
Autorin/Autor: Raoul Richner
Politische Gemeinde des Kantons Aargau, Bezirk Bremgarten. Das Haufendorf liegt am Knotenpunkt der Transitstrassen Luzern-Brugg bzw. Bünztal-Seetal zwischen dem Rietenberg und der ehemaligen sumpfigen Bünztalebene. 1823 wurde der Weiler Hämbere und 2010 Hilfikon eingegliedert. 12. Jahrhundert Filmaringen (Kopie des 14. Jh.). 1798 888 Einwohner; 1850 1594; 1900 1785; 1950 2812; 2000 5079.

Neolithische Siedlungsspuren, latènezeitliche Gräber, römische Mauerreste. Villmergen war Sitz eines 1225-1315 erwähnten kyburgischen Dienstmannengeschlechts, das sich nach Villmergen nannte, und bis 1415 Teil des habsburgischen Amts Lenzburg. 1415-1425 gehörte das Dorf zu Luzern und wurde dann mit Anglikon, Büttikon, Uezwil und Sarmenstorf (bis 1643) zur Landvogtei der Freien Ämter geschlagen. Grundherren waren vor allem die Klöster Muri, Wettingen und Königsfelden. Die Patronatsrechte der Pfarrkirche St. Peter und Paul, für die 1185 ein Leutpriester bezeugt ist, kamen um 1300 an Habsburg, wurden 1337 den Herren von Hallwyl verpfändet und 1433 dem Kloster Muri inkorporiert. 1863-1866 wurde die alte Kirche durch einen neugotischen Bau ersetzt. Zur Pfarrei gehören neben Villmergen auch Büttikon, Hämbere, Hilfikon und bis 1917 Anglikon. Als Schlachtort erlitt Villmergen 1656 und 1712 Plünderungen, 1737 wurde es von einem Dorfbrand heimgesucht. Das älteste erhaltene Dorfrecht stammt von 1662; 1691 erlangte Villmergen das Marktrecht. Im 17. Jahrhundert zählte das Dorf bereits drei Gasthäuser (ältestes um 1270 erwähnt) und drei Mühlen (älteste 1416 erwähnt). Im 18. Jahrhundert beherbergte Villmergen einen überregionalen Vieh- und Pferdemarkt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts siedelte sich die Strohindustrie an, aus der sich die zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch bestehende Geflechtfabrik Tressa AG entwickelte. Ab dem späten 19. Jahrhundert gab es in Villmergen Industriemühlen mit markanten Silobauten. 1911-1987 bestand eine Bally-Schuhfabrik. Ab 1916 erschloss die Wohlen-Meisterschwanden-Bahn das Dorf, 1997 wurde sie stillgelegt. Seither übernimmt ein Bus den Personenverkehr. Im 20. Jahrhundert dehnte sich die Siedlung in die Ebene aus, Industriezonen entstanden im Osten und Norden (Ballyquartier). In Villmergen werden die "Freiämter Nachrichten" verlegt. 1932 entstand ein Schwimmbad und 1976 ein Altersheim. 
von Vilmaringen, Ritter Werner (I57773)
 
49825 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002277/2004-09-30/

BexGemeinde
Version vom: 30.09.2004
Autorin/Autor: François Berger Übersetzung: Michèle Stäuble-Lipman Wulf
Politische Gemeinde des Kantons Waadt, seit 1798 Bezirk Aigle. Zeilendorf am Fluss Avançon mit acht Weilern: Le Châtel, Les Dévens, Le Chêne, Fenalet, Les Posses, Le Bévieux, Frenières, Les Plans. Drittgrösste Gemeinde des Kantons (9670 ha). An der östlichen Kantonsgrenze gelegen, erstreckt sie sich vom Ufer der Rhone (395 m) bis zum Gipfel von Les Diablerets (3210 m). 574 in Baccis, deutsch früher Beis. 1722 1550 Einwohner; 1764 2063; 1803 2298; 1850 3091; 1900 4561; 1910 4772; 1941 4264; 1950 4762; 1980 4843; 2000 5973.

Zeugnisse früher Siedlung sind der neolithische Abri Sous Barme, bronzezeitliche Gräberfelder und die römischen Gutshöfe von Pré Clavel und Pied du Montet. 574 besiegten fränkische Truppen bei Bex langobardische Banden. Mit der Grafschaft Wallis kam Bex 999 als Schenkung König Rudolfs III. von Burgund in den Besitz des Bischofs von Sitten. Die Herrschaft Bex wurde im Mittelalter wiederholt geteilt. Im 14. Jahrhundert wurde das Gemeindegebiet in zwölf Zehnten (acht in der Ebene, vier in den Bergen) eingeteilt, die je einen Vertreter in den Rat entsandten. 1464 wurde Bex von Bern besetzt. Während der Burgunderkriege unterwarf sich Bex Bern. 1476-1798 gehörte das Mandement Bex zur Herrschaft Aigle und war von der deutschsprachigen Verwaltung Berns abhängig. Im 18. Jahrhundert wurde der Rat zweimal reorganisiert; das bestehende Rathaus wurde 1747 erbaut. In Bex stand der Gerichtshof der Kastlanei. Nach einer Zeit des Wohlstands leiteten 1796 die Unterwalliser Wirren und die wiederholten Durchzüge französischer Truppen eine Zeit der Armut ein. Die Revolution in der Waadt erreichte am 26. Januar 1798 die Ortschaft, die sich ihr sofort anschloss. 1803 wurde Bex Bezirkshauptort. Der 1814 geschaffene Gemeinderat (Legislative) wies bis 1945 eine bürgerliche Mehrheit auf, die dann durch eine linke abgelöst wurde. Das 1899 gegründete freisinnige "Journal de Bex" übernahm 1909 das 1876 gegründete, ebenfalls radikale "Echo du Rhône" und fusionierte 1993 mit anderen Zeitungen der Gegend zum "Journal du Chablais".

Kirchlich gehörte Bex zum Dekanat Monthey der Diözese Sitten. Die 1193 erwähnte Kirche Saint-Clément wurde im 15. Jahrhundert und 1813 nach Feuersbrünsten wieder aufgebaut. Nur der Kirchturm von 1501 ist erhalten geblieben. Die Patronatsrechte lagen zeitweise beim Bischof von Sitten, zeitweise beim Domkapitel. 1528 war das Mandement Bex das erste der Herrschaft Aigle, das der Reformation beitrat. Zahlreiche Einwohner verliessen darauf den Ort und siedelten sich im Wallis an. Andere besuchten heimlich die Messe in Saint-Maurice. Eine katholische Pfarrei wurde erst 1870 wieder gegründet. Seit 1804 besitzt Bex eine Sekundarschule. 1846 erhielt die Primarschule einen Neubau. Schwestern von Saint-Maurice führen seit 1957 ein Mädcheninstitut.

Bex weist eine grosse klimatische und landwirtschaftliche Vielfalt auf: in der Ebene Obst- und Ackerbaukulturen, auf den Abhängen Rebberge (84 ha) und Kastanienwälder, in den Alpen Wald und Weiden (u.a. Javerne, Solalex und Anzeindaz). 1988 umfasste die 1888 gegründete Molkereigenossenschaft noch fünfzig Mitglieder, die, zusammen mit den anderen Landwirten, sich in einen Viehbestand von 1500 Stück Grossvieh und 1000 Schafen und Ziegen teilten. Die Siedlung befindet sich am Fuss einer rund 50 km² umfassenden salzhaltigen Gegend; der Abbau in den Salinen von Bex begann 1680. Während der Kontinentalsperre war auch eine Schwefelmine bei Sublin in Betrieb. Die Thermalquellen förderten im 19. Jahrhundert das Entstehen der Hotelindustrie, die Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Blüte erreichte. Nach dem Ersten Weltkrieg verpasste die Hotellerie den Anschluss an die neuen Bedürfnisse des Tourismus. 1976 stellte das Schmuckstück der Hotellerie, das 1871 gegründete Hôtel des Salines, seinen Betrieb ein. Das Ascherinstitut, 1925 als Internat für jüdische Kinder gegründet, ist seit 1982 ein durch das Rote Kreuz geleitetes Heim für Asylbewerber.

Im Lauf des 20. Jahrhunderts hat sich die Industrie diversifiziert: Gipsfabrik (1905), Papierfabrik (1910 abgebrannt), elektrische Schmelz- und Gussfabrik (1917), Winden- und Kabelfabrik (1947), Metallkonstruktionen (1953), Galvanisierungsunternehmen (1965), Rückgewinnung und Wiederverwertung von Metallen (1972), Sandstrahlen und Schutzverkleidungen (1977). Andererseits hat auch die auf dem linken Walliser Rhoneufer angesiedelte Industriezone (Chemie und Erdölraffinerie) stark zur Entwicklung von Bex beigetragen. Das Elektrizitätswerk von Sublin (Forces motrices de l'Avançon) beliefert die Gegend seit 1897. Seit dem 19. Jahrhundert wird Bex von mehreren öffentlichen Verkehrsmitteln bedient: Seit 1857 ist es an die Simplonbahnlinie angeschlossen. Es ist Ausgangsstation der Linie Bex-Villars-Bretaye (Chesières 1906, Bretaye 1913), der Strassenbahn Bex-Bévieux (1898) und der Busverbindung nach Fenalet und Les Plans. Seit 1919 besteht der Flugplatz Les Placettes (für Kleinflugzeuge). 1981 erfolgte der Anschluss an die A9 (Lausanne-Sitten). Abgesehen von den neuen Wohnblöcken und Einfamilienhäusern ausserhalb des Zentrums hat sich der Charakter des Ortskerns seit Ende des 19. Jahrhunderts nicht wesentlich verändert: 1969 Abbruch der Grossen Mühle (ehemalige Teigwarenfabrik), 1981 Brand des Hôtel des Salines. Die Salzminen bilden den eigentlichen touristischen Anziehungspunkt des Fleckens, der auch ein historisches Museum (1974) und in Pont-de-Nant einen botanischen Garten (1891) aufzuweisen hat. Zur Attraktivität von Bex tragen seit 1974 ein internationales Fliegertreffen, seit 1979 die Städtepartnerschaft mit Tuttlingen (D) sowie seit 1981 eine nationale Ausstellung zeitgenössischer Bildhauerei (Bex et Arts) bei. 
von Bex, Clémence (Klementa) (I57834)
 
49826 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007514/2013-02-13/

Wikon - Vogtei

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Bis 1798 bestehende Luzerner Herrschaft. Sie umfasste die Twinge W. und, als Exklave, Roggliswil, das vor ca. 1303 von den Herren von Büttikon erworben und W. angegliedert worden war. W. bildete eine eigenständige Adelsherrschaft im Besitz der Gf. von Frohburg, Neuenburg-Nidau, Thierstein, Falkenstein und Kyburg. Wichtigste Lehensträger waren die von Büttikon. Obwohl Luzern die Grafschaft Willisau, von der W. abhing, 1407 und 1415 übernahm, konnten die Herren von Büttikon mit Berner Unterstützung bis zur bern.-luzern. Grenzbereinigung 1470 ihre Rechte behaupten. 1415-16 war W. für Bern offenes Haus. Luzern besetzte 1444 die Feste W., trat 1472 als Lehensherr auf und erwarb 1476 das Lehen von Thüring von Büttikon. Es wandelte W. in eine Vogtei um und baute den Festungskomplex zum Amtssitz aus. W. unterstand dem hohen Gericht des Amts Willisau. Es wurde als einzige Luzerner Herrschaft lehensweise Grossräten überlassen, die hier als sog. Schlossvögte residierten. In den Kappeler- und Villmergerkriegen war W. eine Grenzfeste. Die engen Verzahnungen der Rechte von Berner und Luzerner Gem. und Bürgern (Zehnten, Holz, Wasserhoheitsrechte W.s bis Langnau bei Reiden und Brittnau) führten immer wieder zu grenzübergreifenden Verträgen und Bereinigungen. 
von Büttikon, Rudolf (I5219)
 
49827 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007571/2002-10-16/

Bex Herrschaft, Mandement

Die Gegend zwischen Rhone, Gryonne und den Diablerets unterstand im 12. Jh. dem Bf. von Sitten und dem Gf. von Savoyen. Auch die Abtei Saint-Maurice hatte hier bedeutenden Besitz, u.a. die beiden Dörfer Gryon und Lavey. 1105 ist erstmals ein Geschlecht de B. (auch de Baiz) belegt. Girold, ab 1177 Herr von B., baute auf den Höhen von Chiètres eine Burg, deren Bergfried (Tour de Duin) erhalten geblieben ist. Zwei bescheidenere Bauten, die Burgen von Ergnault und Seguin, überwachten den Weg über den Pas de Cheville nach Derborence. Die Herrschaft B. wurde sehr bald geteilt. 1316 gehörte ein Drittel den de Greysier, ein anderes Drittel den de Blonay, die es 1431 den de Duin, bis 1574 Kastlanen von B., vererbten. Das letzte Drittel gehörte den Savoyern und wurde 1352 den Tavelli verliehen. Die Zersplitterung wurde vergrössert durch mind. 20 Afterlehen. So hielt z.B. die Fam. d'Arbignon das Dorf Morcles. Beim Einfall der Oberwalliser 1476 - damals ging die Burg in Flammen auf - stellten sich die Kirchgenossen von B. unter den Schutz Berns. Zusammen mit den drei anderen Mandements Aigle, Ollon und Les Ormonts war B. bis 1798 Teil der deutschbern. Vogtei Aigle. Das Mandement B. bestand aus den drei Kastlaneien B., Gryon und Lavey. Die beiden Letzteren unterstanden der Gerichtsbarkeit des Abts von Saint-Maurice, Berufungsinstanz war das Vogteigericht Aigle. Morcles war eine einfache Mistralie. Während der Revolution von 1798, die in B. begrüsst wurde, sandte das Mandement Truppen gegen die berntreuen Einwohner der Region Les Ormonts. 1803 wurde B. innerhalb des Waadtländer Bez. Aigle Hauptort eines Kreises, ursprünglich eine polit. und gerichtl. Verwaltungseinheit, später nur mehr ein Gerichtskreis. Zum Kreis B. gehörten zuerst vier, seit der Vereinigung von Morcles und Lavey 1852 drei Gemeinden.

Version vom: 16.10.2002
Autorin/Autor: Jean-Jacques Bouquet Übersetzung: Ansgar Wildermann 
vom Turn, Freiherr Gerold (Girold I.) (I57827)
 
49828 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008348/2010-11-30/

Oltigen

Burg in der Gemeinde Radelfingen BE, 11. Jahrhundert-1412 Herrschaft, dann bis 1483 bernische Landvogtei. Die Stammburg der Grafen (1074-1107 erwähnt) bzw. der Freiherren von Oltigen (12. Jh.) auf dem Schlosshubel am Zusammenfluss von Aare und Saane überwachte die einzige Aarebrücke zwischen Bern und Aarberg (1226 erwähnt, 1379 abgegangen, 1430-1452 erneut bezeugt, später wieder abgegangen). Sie war Kern einer Herrschaft, deren Ausdehnung nicht mehr zu eruieren ist, im 11. und 12. Jahrhundert dann einer Freiherrschaft mit Schwerpunkt links von Saane und Aare (u.a. Herrschaft Arconciel) und im 11. Jahrhundert der kurzfristigen Allodialgrafschaft Oltigen (1006 comitatus Ottingin). Spätestens ab 1218 gehörte Oltigen zum kyburgischen Machtbereich; die Burg mit Burgstädtchen (1226 erwähnt; im 16. Jh. abgegangen, Halsgräben, Mauerreste) war kyburgisches Verwaltungszentrum in der Obhut der Ministerialenfamilie von Oltigen (1224-1397), die auch Schultheiss (1249) und Meier stellte. Burg und Herrschaft waren mehrfach zu Pfand gesetzt, unter anderem für die Ehesteuer kyburgischer Gräfinnen (1218-1256 Margaretha von Savoyen, 1254 Elisabeth von Chalon), und bildeten 1301-1342 das Witwengut Elisabeths von Kyburg-Freiburg. Über die Herrschaft Oltigen hinaus reichte der Streubesitz des kyburgischen officium Oltigen (Urbar 1261-1263). 1363 verkaufte Kyburg seine Rechte über Burg und Herrschaft Oltigen an Österreich und übernahm diese als österreichisches Lehen bis zum Wiederkauf 1385 durch Gräfin Anna von Kyburg-Nidau. Nach Besitzerwechseln im Grafenhaus Neuenburg (Isabella von Neuenburg, Konrad von Freiburg) kaufte Savoyen die Herrschaft 1410 von Hugo Burkhard von Mömpelgard und übergab sie diesem als Lehen. Seine Untertanen empörten sich noch im selben Jahr gegen ihn, stürmten die Burg und brachten ihn um. Die an Oltigen angrenzende Stadt Bern legte sofort Hand auf den Brückenort und die Herrschaft, bevor Savoyen einschreiten konnte. Bern wurde der Anstiftung zum Aufruhr bezichtigt und liess deshalb den Tathergang durch Zeugen aufnehmen (1411). Auf Vermittlung des Grafen von Neuenburg erwarb Bern Oltigen 1412; Savoyen verzichtete auf seine Lehensrechte. 1413 kauften sich die Herrschaftsleute von der Leibeigenschaft los. Ein bernischer Vogt verwaltete die Herrschaft mit Grund- und Streubesitz von Worblaufen bis Bargen mit Konzentrationen links der Aare in Gurbrü, Golaten, Wileroltigen und rechts in Oltigen, Radelfingen, Frieswil, Wohlen, Grossaffoltern; ein ehemaliges kyburgisches Hochgericht dürfte sich auf Oltigen beschränkt haben. 1483 unterstellte Bern das Gebiet teils der Landvogtei Laupen (Gerichte Biberen-Wileroltigen, Säriswil, Frieswil mit Oltigen), teils Aarberg (Gerichte Radelfingen, Grossaffoltern). 1798-1803 gehörte das Gebiet dem Distrikt Zollikofen an. 1803 bzw. 1831 entstand die heutige politische Einteilung: Oltigen wurde Teil der Gemeinde Radelfingen im Amtsbezirk Aarberg, Säriswil Teil der Gemeinde Wohlen im Amtsbezirk Bern.

Version vom: 30.11.2010
Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler 
von Oltigen (Mömpelgard), Hugo Burkhard (I57591)
 
49829 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008455/2013-12-10/

Johann von Praroman

* 10.6.1472 . 1447 Bürger von Freiburg mit seinen Brüdern Henri und Loys. Sohn des Jakob, Schultheissen, und der Johanna Lombard. ​Jaquema d'Avenches, Tochter des Jehan. 1449 durch Hzg. Albrecht VI. von Österreich zum Ratsmitglied ernannt. 1450 Anschluss an die oppositionellen Exilanten in Murten. 1452-55 Seckelmeister, 1455-58 und 1461-62 Bürgermeister, 1462-65 und 1468-71 Schultheiss von Freiburg. Nach dem Murtener Frieden 1448 war P. Mitglied der Gesandtschaft, die beim Hzg. von Savoyen in Pinerolo (Piemont) um Vergebung bitten musste. 1452 gehörte er zur Delegation, die mit dem Hzg. von Savoyen die Bedingungen für den Übergang Freiburgs unter savoy. Herrschaft aushandelte. 1460 wird P. als Mitglied der fünfköpfigen Kommission genannt, die die Gesetzessammlung bearbeitete. In der Zeit vor den Burgunderkriegen war P. mit seinem Amtskollegen Johann Gambach der führende Freiburger Politiker. Neben seinen Brüdern tritt er 1453 als Mitherr von Grolley auf, 1455 wird er als adlig bezeichnet.

Version vom: 10.12.2013
Autorin/Autor: Willy Schulze 
de Praroman, Johann (I57516)
 
49830 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008893/2024-02-05/

Mailänderkriege

Die Mailänderkriege begannen gemäss der aktuellen Geschichtsschreibung 1494 mit dem Neapelfeldzug des französischen Königs Karl VIII. und endeten 1559 mit den Verträgen von Cateau-Cambrésis und der Anerkennung der Pax Hispanica in Italien. Die Eidgenossenschaft bzw. deren einzelne Orte waren infolge der in verschiedenen Abkommen vereinbarten Entsendung von Söldnertruppen in die Kriege während deren gesamter Dauer involviert. Aktiv – als mit den anderen europäischen Mächten um die Vorherrschaft in Norditalien ringender Staat – griff die Eidgenossenschaft jedoch nur in der Zeit zwischen der französischen Eroberung Mailands 1499 und der Schlacht von Marignano 1515 in das Geschehen ein. Die Mailänderkriege spielten eine wesentliche Rolle für die Bildung der Eidgenossenschaft und deren Staatsverständnis, waren ausschlaggebend für die Entwicklung eines neuen Nationalbewusstseins und markierten den Höhepunkt der militärischen Machtentfaltung der Eidgenossenschaft.

Autorin/Autor: Paolo Ostinelli Übersetzung: Pia Todorovic Redaelli

 
Thönig, Wilhelm (I56612)
 
49831 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008903/2009-11-12/

Kappelerkriege

Als Kappelerkriege werden die beiden unter anderem bei Kappel am Albis ausgetragenen kriegerischen Auseinandersetzungen bezeichnet, die als Folge der Reformation zwischen den reformierten Städten – insbesondere Zürich und Bern – und den altgläubigen fünf inneren Orten der Eidgenossenschaft (Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug) ausgetragen wurden. Im Ersten Kappelerkrieg von 1529 konnten Kriegshandlungen auf diplomatischem Weg verhindert werden. Im Zweiten Kappelerkrieg von 1531 bezwangen die altgläubigen die neugläubigen Orte. Der Zweite Kappeler Landfrieden legte die rechtlichen Grundlagen für den Umgang zwischen den Konfessionen in der alten Eidgenossenschaft fest (Landfriedensbünde).

Version vom: 12.11.2009
Autorin/Autor: Helmut Meyer 
Thönig, Wilhelm (I56612)
 
49832 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012354/2022-07-26/

Version vom 26 Jul 2022
Autorin/Autor: Christian Sieber

AegidiusTschudi

* 5.2.1505 Glarus, ✝︎ 28.2.1572 vermutlich Glarus, katholisch, von Glarus, ab 1558 auch Landmann von Uri und ab 1566 von Schwyz. Sohn des Ludwig Tschudi des Älteren und der Margaretha Kilchmatter, genannt Aebli. Bruder des Ludwig Tschudi des Jüngeren, Halbbruder des Jost Tschudi, Cousin des Valentin Tschudi. ​⚭ 1) 1524 Anna Stucki, Tochter des Hans Stucki, ⚭ 2) 1550 Barbara Schorno, Tochter des Hieronymus Schorno, ⚭ 3) 1568 Maria Wichser, Witwe des Heinrich Püntener. Schwager von Rudolf Stucki und Christoph Schorno. Nach erstem Unterricht in der Lateinschule Huldrych Zwinglis, damals Pfarrer von Glarus, hielt sich Aegidius Tschudi 1516-1517 in der Burse (Internat) von Glarean in Basel auf, mit dem er zeitlebens in Briefkontakt stand. Kriegsdienste 1523 in Oberitalien und 1536 als Hauptmann in Südfrankreich blieben Episoden.

Seine politische Laufbahn begann Tschudi 1530-1532 als Landvogt von Sargans, es folgten 1532-1533 das Amt des fürstäbtisch-sankt-gallischen Obervogts von Rorschach und 1533-1535 sowie 1549-1551 jenes des Landvogts der Grafschaft Baden, wo Tschudi in Vindonissa erstmals mit römischen Altertümern in Berührung kam. Ab 1533 Ratsherr, spielte Tschudi auch in der Glarner Politik eine zunehmend wichtige Rolle und amtierte 1554-1558 als Landesstatthalter und 1558-1560 als Landammann, wobei er auch als Bauherr tätig war (Rathaus und Spital in Glarus). Er vertrat das Land Glarus regelmässig auf eidgenössischen Tagsatzungen, daneben wurde er häufig zu Schiedsgerichten oder anderweitig als juristischer Berater und Vermittler beigezogen. 1549 war Tschudi Glarner Gesandter zur Bündnisbeschwörung mit König Heinrich II. von Frankreich, 1559 eidgenössischer Gesandter zu Kaiser Ferdinand I. an den Reichstag von Augsburg. Im Glarnerhandel (auch Tschudikrieg genannt) exponierte sich Tschudi 1559-1560 als führender Vertreter der Altgläubigen mit der Forderung nach militärischer Intervention und Rekatholisierung durch die Innerschweizer Orte. Nach dem Scheitern seiner Pläne zog er sich aus der Tagespolitik zurück und lebte 1562-1565 im Exil in Rapperswil (SG). Von dort aus wirkte er während des Konzils von Trient als Berater von Abt Joachim Eichhorn von Einsiedeln und verfasste als Laientheologe Schriften über die Heiligenverehrung und das Fegefeuer.

Als Gelehrter ohne Universitätsstudium blieb Tschudi zeitlebens Autodidakt. So unternahm er 1524 eine ausgedehnte Alpenwanderung und 1538 eine Romreise, baute sich ab 1527 eine Privatbibliothek auf und begab sich, unterstützt von seinem Mitarbeiter Franciscus Cervinus, wiederholt auf Archiv- und Bibliotheksreisen durch die Eidgenossenschaft, zuletzt 1569 nochmals in die Innerschweiz. Auch seine Amtstätigkeiten nutzte er für die systematische Suche nach historischem Quellenmaterial, wozu Urkunden, Chroniken, Nekrologe, Urbare (Acta Murensia), Inschriften und Münzen zählten. Den wissenschaftlichen Austausch im Briefverkehr pflegte Tschudi nur phasenweise, so mit Niklaus Briefer und Beatus Rhenanus am Oberrhein, später mit Zacharias Bletz in Luzern und Johannes Stumpf, Heinrich Bullinger und Josias Simler in Zürich. Dabei blendete er den konfessionellen Gegensatz ausdrücklich aus.

Von Tschudis Werken wurde zu Lebzeiten nur die landeskundlich-historische Alpisch Rhetia gedruckt, zu der eine von Tschudi selbstständig entworfene und breit rezipierte Schweizerkarte gehörte, die erstmals das ganze Gebiet der Schweiz im Detail festhielt und sich durch ihren Namensreichtum auszeichnete. Daneben war Tschudi der wichtigste Beiträger zur 1547-1548 publizierten Schweizerchronik von Johannes Stumpf. Seine eigene Schweizerchronik blieb unvollendet (Frühfassung von 1532-1533; sogenannte Urschrift aus den 1550er Jahren zum Zeitabschnitt 1200-1470; sogenannte Reinschrift von 1568-1572 zum Zeitabschnitt 1000-1370); sie wurde erst 1734-1736 unter dem Titel Chronicon Helveticum von Johann Rudolf Iselin publiziert, der zugehörige, topografisch aufgebaute Teil zum Zeitabschnitt vor 1000 erst 1758 unter dem Titel Gallia Comata. Nach diesen Veröffentlichungen wurde Tschudi von Beat Fidel Zurlauben 1760 als «père de l'histoire helvétique» bezeichnet, seine in die Jahre 1307-1308 datierte Darstellung der sogenannten Befreiungstradition in Friedrich Schillers Schauspiel Wilhelm Tell (1804) literarisch verewigt, die Rezeption seines Werks aber auch eingeengt, mit Nachwirkungen bis ins 20. Jahrhundert. Erst die Neuedition im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts konnte aufzeigen, dass sich in Tschudis Schweizerchronik – neben der am Lebensende und aus patriotischer Verpflichtung gegenüber der eidgenössischen Elite verfassten eidgenössischen Gründungsgeschichte – auch früher verfasste Abschnitte wie die Histori des Zürichkriegs (Alter Zürichkrieg) finden, in der Aegidius Tschudi die Entstehung der Eidgenossenschaft als dauerhaftes politisches Gebilde realistisch ins 15. Jahrhundert verlegt. Tschudis Nachlass mit den Werkmanuskripten sowie Kollektaneen verblieb nach seinem Tod in Familienbesitz auf Schloss Gräpplang und wurde 1767-1768 zum Teil an die Stadt Zürich, zum Teil an das Kloster St. Gallen verkauft. 
Tschudi, Aegidius (Gilg) (I6662)
 
49833 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012596/2005-11-21/

Konrad vonEschenbach

Als Abt von Murbach von 1173 bis 1185 belegt. Sohn einer im Oberelsass begüterten Adelinde oder Adelheid, Bruder des Ulrich und des Walter I. E. gehörte zur ältesten bekannten Generation der Frh. von E. 1173 erschien er im Gefolge Ks. Friedrich I. in Lenzburg. Aufgrund seines Verzichts auf die Murbacher Leutpriesterrechte in Luzern konnte eine weltl. Pfründe geschaffen werden. 1185 stiftete E. mit seinen Brüdern das Kloster Kappel.

Version vom: 21.11.2005
Autorin/Autor: Waltraud Hörsch 
von Eschenbach, Konrad (I27539)
 
49834 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012597/2005-11-21/

Ulrich vonEschenbach

Erstmals 1168, letztmals 1185 urkundlich erwähnt. Sohn einer im Oberelsass begüterten Adelinde oder Adelheid, Bruder des Konrad (->) und des Walter I. Freiherr. Um 1168 erscheint er als Vogt des Zisterzienserklosters Pairis im Elsass und 1173 als Laie im Gefolge Ks. Friedrich I. Am 18.4.1178 ist er erstmals als Propst des Luzerner Klosters Im Hof belegt. Zusammen mit Konrad wandelte er die Klosterpfarrei in eine Weltpriesterpfründe um und erhob die Meierhofkapelle in eine bedingt autonome Leutkirche, was einer Vorstufe der Stadtwerdung gleichkam. 1185 stifteten die drei Brüder das Kloster Kappel am Albis. Ein silbernes Vortragekreuz und ein goldgetriebener Buchdeckel im Luzerner Stiftsschatz werden E. zugeschrieben.

Version vom: 21.11.2005
Autorin/Autor: Waltraud Hörsch 
von Eschenbach, Ulrich (I11620)
 
49835 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012896/2011-11-08/

Reginlinde

um 885/888, 18., 19. oder 20.8 958/959, ​Einsiedeln. Tochter des Eberhard I., 886-894 Vogts des Zürichgaus, oder des Waltfred, Markgf. von Verona und Friaul, und der Unruochingerin Gisela, Nichte des Ks. Berengar. ​1) Burchard II., 2) Hermann I., Hzg. von Schwaben (948/949), aus dem Geschlecht der Konradiner. R. ist 929-958 als Laienäbtissin des Frauenklosters Felix und Regula in Zürich bezeugt. Durch reiche Güterschenkungen Mitgründerin der Klöster Einsiedeln und St. Margarethen in Waldkirch (Baden, D). Von Aussatz befallen, soll sie ihre letzten Jahre bei ihrem Sohn (?) Adalrich auf der Insel Ufenau verbracht haben.

Version vom: 08.11.2011
Autorin/Autor: Judith Steinmann

 
von Schwaben, Herzogin Reginlinde (I1953)
 
49836 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/015576/2009-06-03/

Jost Püntener

1587 Altdorf (UR), 4.1.1657 Altdorf, kath., Landmann von Uri. Sohn des Heinrich, Gardehauptmanns in Turin, und der Katharina Rümplin (Rüpplin), von Frauenfeld. Bruder des Johann Joachim. Heiratet ​um 1610 Katharina Tuss, Tochter des Peter, Tagsatzungsgesandten. Hauptmann in franz. Diensten. 1618-32 Landschreiber von Uri, 1624-55 Tagsatzungsgesandter, 1634-35 Landvogt im Thurgau, 1637-46 Landessäckelmeister, 1646-55 Landesfähnrich, 1647-51 Landesstatthalter, 1651-53 Urner Landammann. 1653 Gesandter nach Turin zur Beschwörung des Bündnisses mit dem Hzg. von Savoyen. 1654 soll ihm das Bürgerrecht von Luzern erteilt worden sein. P. baute um 1644 in der Seewadi zu Erstfeld eine Kapelle zu Ehren des hl. Josef. 1638 Ritter vom Goldenen Sporn.

Version vom: 03.06.2009
Autorin/Autor: August Püntener 
Püntener, Landammann & Ritter Jost (I1975)
 
49837 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016880/2009-10-29/

Version vom 29 Okt 2009
Autorin/Autor: Paul Eugen Grimm

* 12.3.1453, ✝︎ 27.4.1504, ab 1496 auch Bürger von Luzern. Sohn des Ulrich IX. (1481) und der Gräfin Agnes von Werdenberg-Sargans. ⚭ 1479 Ippolita Simonetta, Tochter des Cicco, Kanzler des Herzogs von Mailand. Glaudenz von Matsch war der Letzte in der langen Reihe der Vögte von Matsch. 1471-1478 residierte er als Herr im Prättigau auf der Burg Castels, zeitweise am Hof in Innsbruck. 1478-1482 war er Landeshauptmann von Tirol, 1486-1487 erzherzoglicher Hofmeister. 1487 wurde er durch Kaiser Friedrich III. wegen Untreue und Verleumdung in die Acht gesetzt. Für Graubünden war der in österreichischen Diensten stehende bzw. bis 1496 in Castels in Verbannung lebende Gaudenz von Matsch aufgrund seiner vielen Kontakte sehr wichtig, auch wenn er zusehends verarmte. 
von Matsch, Graf Gaudenz (I54598)
 
49838 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017039/2006-03-06/

Johann Rudolf vonHallwyl

* nach 1460, ✝︎ 12.2.1527 Basel, ​Basler Münster. Sohn des Walter. Neffe des Hans, Cousin des Hartmann III. 1476 Wartner, 1484 Domherr, 1504-1510 Dompropst von Basel, 1510 durch Tausch der Propstei Domkustos. 1500-1527 Propst von Saint-Ursanne. Im Januar 1527 vom Domkapitel zum Koadjutor von Christoph von Utenheim bestimmt. Johann Rudolf von Hallwyl starb, bevor er sein Amt antreten konnte.

Version vom: 06.03.2006
Autorin/Autor: Catherine Bosshart-Pfluger 
von Hallwil (Hallwyl), Johann Rudolf (I57602)
 
49839 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017113/2008-05-08/

Urban von Muleren
Version vom: 08.05.2008
Autorin/Autor: Annelies Hüssy
24.12.1493 (an der Pest). Sohn des Johann, Seckelmeisters, und der Anna Balmer, Erbin der Herrschaft Burgistein. ​Verena Schwend, von Zürich. Ab 1448 Grossrat, ab 1452 Kleinrat, 1456 Landvogt von Aarwangen und 1464 von Lenzburg, ab 1470 Venner, 1476 erster Berner Schultheiss in Murten. Als Inhaber der halben Herrschaft Ligerz (1469 Verkauf an Bern) und als Herr von Burgistein war Urban von Muleren einer der reichsten Berner. Mit ihm starb das Geschlecht aus und sein Vermögen ging durch seine Tochter Magdalena an die von Wattenwyl über.

Version vom: 08.05.2008
Autorin/Autor: Annelies Hüssy

 
von Muleren, Urban (I56802)
 
49840 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017956/2011-10-11/

Version vom 11 Okt 2011
Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest

Bezeugt ab 1488, * 25.4.1534 Glarus, von Oberurnen (heute Gemeinde Glarus Nord). Sohn des Rudolf. 1488 Ehevertrag mit der minderjährigen Barbara von Matsch, uneheliche Tochter des Gaudenz von Matsch. Vermutlich 1506/1507-1531 Glarner Pannerherr, ab 1512 als solcher belegt, 1512-1518 Tagsatzungsgesandter. Vielleicht 1512 Gesandter zu Papst Julius II. 1515 ritt Hans Stucki zu Kaiser Maximilian I. nach Innsbruck, um Fridolinsreliquien zu erbitten. 1518 war er päpstlicher Pensionenbezüger. Als führender Katholik im Konfessionsstreit musste er 1531 vom Amt des Pannerherrn zurücktreten. 
Stucki, Hans (I54596)
 
49841 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017957/2011-03-31/

Version vom 31 Mrz 2011
Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest

Bezeugt ab 1446, ✝︎ um 1490 Glarus, von Oberurnen (heute Gemeinde Glarus Nord). Rudolf Stucki soll nach Aegidius Tschudi 1446 in der Schlacht bei Ragaz das Stadtfähnlein von Feldkirch erbeutet haben. 1456 übernahm er das Amt des Glarner Pannerherrn, das seine Nachkommen bis 1531 bekleideten. 1466 ist er als Ratsherr belegt. 1456, 1464, 1474 und 1477 war er Tagsatzungsgesandter. 1456 wirkte er als Schiedsrichter zwischen dem Abt und der Stadt St. Gallen sowie 1466 zwischen Graf Jörg von Werdenberg-Sargans und den Freiherren von Brandis im Streit um die Einlösung der verpfändeten Grafschaft Vaduz. Rudolf Stucki trieb Handel mit Oberitalien. 
Stucki, Rudolf (I54604)
 
49842 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017958/2012-07-02/

Version vom 2 Jul 2012
Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest

Bezeugt ab 1488, ✝︎ um 1506 Glarus, von Oberurnen (heute Gemeinde Glarus Nord). Sohn des Rudolf. ​⚭ Anna Tschudi, der Tradition nach Tochter des Jost Tschudi (des Älteren). 1488-1506 Glarner Pannerherr und Tagsatzungsgesandter. 1492 Schiedsrichter im Streit zwischen dem Bischof von Konstanz und Graf Alwig von Sulz um den Klettgau. 1497 mit Heinrich Göldi eidgenössischer Gesandter zu den Herzögen Albrecht IV. von Bayern und Eberhard II. von Württemberg sowie in die süddeutschen Städte. 
Stucki, Pannerherr Rudolf (I54602)
 
49843 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017960/2012-11-21/

Version vom 21 Nov 2012
Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest

LudwigTschudi der Ältere

* 18.4.1462 Glarus, ✝︎ 19.2.1534 Glarus, von Glarus und Ennenda (heute Gemeinde Glarus). Sohn des Johannes. Bruder des Marquard. ​⚭ 1) 1486 Margaretha Kilchmatter genannt Aebli, Tochter des Werner Aebli, ⚭ 2) 1508 Margaretha von Gutenberg, Tochter des Georg. Ludwig Tschudi diente in seiner Jugend in Frankreich. 1494/1495 zog er für König Karl VIII. nach Italien. 1499 kämpfte er als Anführer der Glarner im Schwabenkrieg. Er war Ratsherr, ab 1507 oft Tagsatzungsgesandter, 1509-1511 Landvogt in den Freien Ämtern und 1512 Gesandter nach Venedig. 1513 befehligte er den Auszug nach Novara, 1515 focht er als Hauptmann bei Marignano und wurde schwer verwundet. 1516 schloss er sich den Parteigängern Frankreichs an. 1527 wirkte er an der Ausstellung des Verzicht- und Gnadenbriefs für Werdenberg mit. Als entschiedener Gegner der Reformation vertrat er die Altgläubigen 1528 auf dem Tag zu Einsiedeln und suchte mithilfe der fünf Orte den Übergang von Glarus zur Reformation zu verhindern. In den Kappelerkriegen setzte er die Neutralität von Glarus durch und trat im Juni 1529 als Statthalter und Hauptmann der Besetzung Uznachs durch Zürich sowie 1531 dem Auszug der evangelischen Glarner ins Gaster entgegen. Bei der Strafexpedition von Schwyz gegen Gaster und Weesen 1531 suchte er zu vermitteln. Ludwig Tschudi erwarb 1513 von Bernhard und Erhard Blarer von Wartensee die Herrschaft Tscherlach. 
Tschudi, Ludwig der Ältere (I54589)
 
49844 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017969/2001-06-05/

Version vom 5 Jun 2001
Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest

WernerAebli
WernerKilchmatter

Bezeugt ab 1444, ✝︎ nach 1498 Glarus, von Glarus. Verwandt mit Hans. ​⚭ Elisabeth Landolt, Schwester des Heinrich, Landvogts. 1444 Teilnehmer der Schlacht bei St. Jakob an der Birs. 1445-1448 (?) Landvogt in Grüningen. 1458-1495 wiederholt Tagsatzungsgesandter, 1460-1477 Landammann von Glarus. 1460 Mitbürge für die alten Rechte Frauenfelds. 1468 Feldhauptmann beim Zug nach Mülhausen. Werner Aebli wohnte 1479 den Bündnisverhandlungen der Eidgenossen mit Papst Sixtus IV. bei. Er schlichtete 1482 einen Konflikt zwischen dem Abt von Pfäfers und den Kirchgenossen von Busskirch sowie 1490 einen Streit des Rats von Rapperswil (SG) mit einer Anzahl seiner Bürger. 
Kilchmatter (Aebli), Werner (I54592)
 
49845 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017986/2012-11-21/

Vesion vom 21 Nov 2012
Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest

* um 1380 Linthal (heute Gemeinde Glarus Süd), ✝︎ um 1456 Ennenda (heute Gemeinde Glarus), von Glarus und Ennenda. Sohn des Heinrich und der Ida Kilchmatter genannt Aebli. ​⚭ 1) 1413 Elisabeth Kraucher, ⚭ 2) 1428 Margreth Elmer, Tochter des Ulrich, Ratsherrn. Jost Tschudi wurde von seinem Stiefbruder, dem Pannerherrn Walter Schiesser, erzogen und erscheint daher bis um 1429 meist als Jost Schiesser. Von 1419 (?) bis kurz vor 1456 war Tschudi beinahe ununterbrochen Landammann. In diesem Amt festigte er die Stellung von Glarus in der Eidgenossenschaft. Als militärischer Führer der Glarner war er 1426 Unterhändler in Bellinzona beim Kapitulat mit dem Herzog von Mailand. Seine Teilnahme an der Schlacht bei Arbedo 1422 ist dagegen eine Vermutung seines Urenkels Aegidius (->). Im Toggenburger Erbschaftskrieg schloss sich Tschudi Ital Reding dem Älteren an und erlangte mit Schwyz die Herrschaft über Uznach und Gaster. Mit Reding veranlasste er 1436 die Leute von Toggenburg, Uznach und Gaster, ein Landrecht mit Glarus und Schwyz einzugehen. 1437 erwarb er für Glarus pfandweise Uznach und 1438 Gaster. 1440 zog er an der Seite Redings ins Sarganserland. In den Schlachten bei St. Jakob an der Sihl 1443 und bei Ragaz 1446 soll er erfolgreich gekämpft haben. 1418-1454 war er Tagsatzungsgesandter und oft Vermittler, so zwischen Graf Friedrich VII. von Toggenburg und Appenzell 1429, im Weggiserhandel 1433, in Ulm bei Friedensverhandlungen mit Herzog Albrecht VI. von Habsburg 1447 sowie bei Vergleichen zwischen Abt und Stadt St. Gallen 1451-1452. Die Gleichstellung von Glarus mit den anderen Orten des Bunds von 1352 kam erst 1473 zustande, wurde aber von Aegidius als Leistung seines Ahnherrn ins Jahr 1450 verlegt. 
Tschudi, Jost der Ältere (I54607)
 
49846 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018015/2018-01-25/

Version vom 25 Jan 2018
Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest

* um 1370 Netstal, ✝︎ zwischen 1437 und Herbst 1440, von Glarus und ab 1427 von Zürich. Der Überlieferung nach Sohn des Wilhelm, Richters, und der (Vorname unbekannt) Mülner. ​Elisabeth (oder Anna) von Moos, Tochter des Heinrich, Schultheissen, Schwester des Heinrich von Moos. 1395 Bürge für Glarus beim Loskauf von Säckingen. 1411, 1416 und 1418 Tagsatzungsgesandter. Vor 1418 Glarner Landammann. Matthias Netstaler vermittelte 1418 in einem Streit der Freiherren von Rhäzüns, die ihm 1425 die Alp Ranasca am Panixerpass verpfändeten. 1421 stiftete er eine Kapelle in Netstal. Er besass nach Aegidius Tschudi Güter im Land Glarus, im Gaster, in der March, im Sarganserland und am rechten Zürichseeufer in Meilen, in Herrliberg (Gut Schipf) sowie vermutlich die Burg Liebenberg (Gemeinde Mönchaltorf). 
Netstaler, Matthias (I54612)
 
49847 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018032/2012-11-21/

Version vom 21 Nov 2012
Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest

* Mai 1432 Ennenda (heute Gemeinde Glarus), ✝︎ 20.1.1510 Ennenda, von Glarus und Ennenda. Sohn des Jost des Älteren und der Margreth Elmer. 1448 Margaretha Netstaler, Tochter des Matthias Netstaler. Ratsherr. 1462-1464, 1466-1468, 1470-1472 und 1474-1476 Landvogt im Gaster. Johannes Tschudi nahm 1468 am Zug nach Mülhausen teil. In den Burgunderkriegen war er Hauptmann der Glarner und kämpfte 1476 bei Murten. 1476 war er Gesandter an den Friedenskongress in Freiburg. Von 1483 bis vermutlich 1487 wirkte er als Glarner Landammann, 1471-1487 als Tagsatzungsgesandter sowie oft Vermittler, so 1490 zwischen dem Abt von St. Gallen, den Gotteshausleuten, der Stadt St. Gallen und Appenzell. 
Tschudi, Johannes (I54605)
 
49848 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018214/2017-05-05/

Hugo von Hegi

* um 1410, ✝︎ nach dem 8.7.1493, ab 1468 von Winterthur (1486 erneuert). Sohn des Hugo. ⚭ ​Beatrix von Wilberg (Wildberg), Witwe des Ritters Friedrich von Hinwil. Meier von Wiesendangen sowie Vogt von Gundetswil (Bertschikon) und Buch (Wiesendangen). 1460 gab Hugo von Hegi alle Lehen vom Haus Österreich zugunsten seines Schwiegersohns Jakob von Hohenlandenberg auf. Er führte verschiedene Rechtshändel, unter anderem mit dem Kloster Petershausen. Im strengen Winter 1491 liess er die Hungernden in Winterthur speisen.

Version vom: 05.05.2017
Autorin/Autor: Franz Mauelshagen

 
von Hegi, Hugo (I11394)
 
49849 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018496/2014-02-25/

Amadeus vom Turn

Bezeugt ab 1157, an einem 19.1. nach 1168. Vermutlich Sohn des Raymund de Tore. Ab 1157 war Amadeus vom Turn Dekan von Sitten, ab 1162 Bischof von Sitten. Er unterstützte Papst Alexander III. gegen den Gegenpapst Viktor IV. 1162 gehörte er zu den Zeugen der Verleihung der Regalien an den Bischof von Genf. 1168 verzichtete er auf die erneute Inbesitznahme der Kirchen von Liddes, Orsières, Sembrancher und Martigny, die sein Vorgänger Ludwig dem Hospiz Mont-Joux gegeben hatte. Er bestätigte die Zugehörigkeit der Kirche von Leuk zum Domkapitel Sitten und tauschte mit dem Kloster Saint-Maurice die Kirche Saint-Sigismond von Saint-Maurice gegen die Kirche von Nendaz ein. Amadeus vom Turn verpflichtete die Domherren von Sitten, auf der Valeria Wohnsitz zu nehmen.

Version vom: 25.02.2014
Autorin/Autor: Gilbert Coutaz Übersetzung: Barbara Erni 
vom Turn (de Tore), Amadeus (I57839)
 
49850 Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019040/2010-11-01/

Version vom 1 Nov 2010
Autorin/Autor: Franz Auf der Maur

Erstmals erw. 1524 , ✝︎ 1557, kath., Landmann von Schwyz und von Uri. Sohn des Conrad und der Verena Gössi. ​⚭ 1) Magdalena Wagner, ⚭ 2) Anna Güpfer, ⚭ 3) Anna Auf der Maur. 1524-26 eidg. Landvogt in Sargans, Ratsherr von Schwyz, 1531-57 Pannerherr, 1531 Pannerträger im 2. Kappelerkrieg, danach Gesandter im 2. Landfrieden mit Zürich. 1533-52 Tagsatzungsgesandter, 1538 Gesandter nach Solothurn zu Verhandlungen mit dem franz. Ambassador Louis Daugerant de Boisrigaut wegen Ehrverletzung. 
Schorno, Hieronymus (I54614)
 

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