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50501 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Les_Baux_(Adelsgeschlecht)

Les Baux war eine Familie des südfranzösischen Adels, die in ihrer italienischen Linie Del Balzo noch existiert.

Seit dem 10. Jahrhundert übten die Barone des Baux eine dominierende Rolle in der Grafschaft Provence aus, wurden aber im 13. Jahrhundert von den Grafen von Barcelona, die die Provence übernommen hatten, zurückgedrängt und starben dort 1426 aus.

Die Familie wird erstmals in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts bezeugt. Die Mitglieder treten ab 1032 als Herren von Les Baux auf, verzweigen sich aber rasch über weite Teile des westlichen Mittelmeeres. Einzelne Linien der Familien erwerben in der Provence die Vizegrafschaft Marseille und das Fürstentum Orange und das erbliche Richteramt (Iudicarius) in Arborea auf Sardinien.

Nach der Eroberung Süditaliens durch Karl I. von Anjou, an der sich Mitglieder der Familie des Baux beteiligten, erhielten diese die Grafschaft Avellino und das Herzogtum Andria zu Lehen. Hier führte die Familie den Namen del Balzo. Eine Nebenlinie der Herzöge von Andria ist die Familie der Herzöge von Presenzano, die heute noch existiert und zum italienischen Adel gehört. Familienoberhaupt ist Don Antonello del Balzo, 11. Duca di Presenzano (* Neapel 1948).

Eine weitere Nebenlinie vererbte ihren Besitz an das römische Haus Orsini mit der Auflage, den Namen del Balzo ihren Namen hinzuzufügen; die Orsini del Balzo spielten als jüngere Linie des Hauses Orsini eine Rolle in der italienischen Geschichte.

Mit Alix, Baronin des Baux, Gräfin von Avellino (um 1365–1426) starb die Hauptlinie der Familie aus. Die kinderlose Witwe Konrads III. von Freiburg-Neuenburg verfügte testamentarisch, dass ihre Besitzungen Baux, Montpaon, Castillon, Mouriès, Éguilles und Séderon in der Provence sowie ihre Grafschaft Avellino in Kampanien an ihren entfernten Vetter Francesco-Guglielmo del Balzo-Andria fallen solle. Dieser konnte jedoch nur die Nachfolge in Avellino antreten, da die Gräfin der Provence, Jolanthe von Aragón-Barcelona, die provenzalischen Besitzungen erobern und einziehen ließ.

1642 verlieh König Ludwig XIII. von Frankreich die Herrschaft Les Baux den Fürsten von Monaco aus dem Hause Grimaldi. Seither wird der Titel Marquis des Baux traditionell vom jeweiligen Erbprinzen von Monaco getragen, derzeit von Jacques von Monaco. 
von Baux, Guillaume-Hugues (I29697)
 
50502 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Liebegg_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Liebegg (auch Liebeck) waren ein ritteradliges Geschlecht im Dienst der Kyburger und Habsburger. Ihre Stammburg war die Burg Liebegg im Süden von Gränichen im heutigen Kanton Aargau.

Geschichte
Vermutlich waren die Liebegger mit den Herren von Trostberg stammesverwandt. Erstmals wird 1241 ein Burkhard von Liebegg urkundlich erwähnt. Rudolf († 1332), ein Sohn des Ritters Arnold wurde 1320 Domherr in Konstanz und im folgenden Jahr Propst des Kollegiatstifts St. Pelagius in Bischofszell. Als lateinischer Dichter ist er der bedeutendste Vertreter des Geschlechts. Hemman von Liebegg wurde 1382 erstmals erwähnt und überlebte 1386 die Schlacht bei Sempach. Er hielt seine Twingherrschaft und konnte sich auch später erfolgreich den Eidgenossen widersetzen. Mit seinem Tod erlosch 1433 die Linie im Mannesstamm. Den Mit der Heirat seiner Tochter und Erbin Margaretha ging der Familienbesitz an die von Luternau über.

Zur Herrschaft Liebegg gehörten das Dorf Gränichen, die Burg und Herrschaft Schöftland, die Niedergerichte über Birrwil sowie die Kirchensätze in Schöftland und Birrwil.Von der ehemaligen Doppelburg Liebegg sind nach jüngerer Überbauung kaum mehr Spuren erhalten. 
von Liebegg (Liebeck), Ritter Kuno (I57767)
 
50503 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Liebegg_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Liebegg (auch Liebeck) waren ein ritteradliges Geschlecht im Dienst der Kyburger und Habsburger. Ihre Stammburg war die Burg Liebegg im Süden von Gränichen im heutigen Kanton Aargau.

Geschichte
Vermutlich waren die Liebegger mit den Herren von Trostberg stammesverwandt. Erstmals wird 1241 ein Burkhard von Liebegg urkundlich erwähnt. Rudolf († 1332), ein Sohn des Ritters Arnold wurde 1320 Domherr in Konstanz und im folgenden Jahr Propst des Kollegiatstifts St. Pelagius in Bischofszell. Als lateinischer Dichter ist er der bedeutendste Vertreter des Geschlechts. Hemman von Liebegg wurde 1382 erstmals erwähnt und überlebte 1386 die Schlacht bei Sempach. Er hielt seine Twingherrschaft und konnte sich auch später erfolgreich den Eidgenossen widersetzen. Mit seinem Tod erlosch 1433 die Linie im Mannesstamm. Den Mit der Heirat seiner Tochter und Erbin Margaretha ging der Familienbesitz an die von Luternau über.

Zur Herrschaft Liebegg gehörten das Dorf Gränichen, die Burg und Herrschaft Schöftland, die Niedergerichte über Birrwil sowie die Kirchensätze in Schöftland und Birrwil.Von der ehemaligen Doppelburg Liebegg sind nach jüngerer Überbauung kaum mehr Spuren erhalten. 
von Liebegg (Liebeck), Burkhard (I57769)
 
50504 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Liebegg_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Liebegg (auch Liebeck) waren ein ritteradliges Geschlecht im Dienst der Kyburger und Habsburger. Ihre Stammburg war die Burg Liebegg im Süden von Gränichen im heutigen Kanton Aargau.

Geschichte
Vermutlich waren die Liebegger mit den Herren von Trostberg stammesverwandt. Erstmals wird 1241 ein Burkhard von Liebegg urkundlich erwähnt. Rudolf († 1332), ein Sohn des Ritters Arnold wurde 1320 Domherr in Konstanz und im folgenden Jahr Propst des Kollegiatstifts St. Pelagius in Bischofszell. Als lateinischer Dichter ist er der bedeutendste Vertreter des Geschlechts. Hemman von Liebegg wurde 1382 erstmals erwähnt und überlebte 1386 die Schlacht bei Sempach. Er hielt seine Twingherrschaft und konnte sich auch später erfolgreich den Eidgenossen widersetzen. Mit seinem Tod erlosch 1433 die Linie im Mannesstamm. Den Mit der Heirat seiner Tochter und Erbin Margaretha ging der Familienbesitz an die von Luternau über.

Zur Herrschaft Liebegg gehörten das Dorf Gränichen, die Burg und Herrschaft Schöftland, die Niedergerichte über Birrwil sowie die Kirchensätze in Schöftland und Birrwil.Von der ehemaligen Doppelburg Liebegg sind nach jüngerer Überbauung kaum mehr Spuren erhalten. 
von Liebegg (Liebeck), Margaretha (I57950)
 
50505 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Liebegg_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Liebegg (auch Liebeck) waren ein ritteradliges Geschlecht im Dienst der Kyburger und Habsburger. Ihre Stammburg war die Burg Liebegg im Süden von Gränichen im heutigen Kanton Aargau.

Geschichte
Vermutlich waren die Liebegger mit den Herren von Trostberg stammesverwandt. Erstmals wird 1241 ein Burkhard von Liebegg urkundlich erwähnt. Rudolf († 1332), ein Sohn des Ritters Arnold wurde 1320 Domherr in Konstanz und im folgenden Jahr Propst des Kollegiatstifts St. Pelagius in Bischofszell. Als lateinischer Dichter ist er der bedeutendste Vertreter des Geschlechts. Hemman von Liebegg wurde 1382 erstmals erwähnt und überlebte 1386 die Schlacht bei Sempach. Er hielt seine Twingherrschaft und konnte sich auch später erfolgreich den Eidgenossen widersetzen. Mit seinem Tod erlosch 1433 die Linie im Mannesstamm. Den Mit der Heirat seiner Tochter und Erbin Margaretha ging der Familienbesitz an die von Luternau über.

Zur Herrschaft Liebegg gehörten das Dorf Gränichen, die Burg und Herrschaft Schöftland, die Niedergerichte über Birrwil sowie die Kirchensätze in Schöftland und Birrwil.Von der ehemaligen Doppelburg Liebegg sind nach jüngerer Überbauung kaum mehr Spuren erhalten. 
von Liebegg (Liebeck), Henmann (I57953)
 
50506 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Liebegg_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Liebegg (auch Liebeck) waren ein ritteradliges Geschlecht im Dienst der Kyburger und Habsburger. Ihre Stammburg war die Burg Liebegg im Süden von Gränichen im heutigen Kanton Aargau.

Geschichte
Vermutlich waren die Liebegger mit den Herren von Trostberg stammesverwandt. Erstmals wird 1241 ein Burkhard von Liebegg urkundlich erwähnt. Rudolf († 1332), ein Sohn des Ritters Arnold wurde 1320 Domherr in Konstanz und im folgenden Jahr Propst des Kollegiatstifts St. Pelagius in Bischofszell. Als lateinischer Dichter ist er der bedeutendste Vertreter des Geschlechts. Hemman von Liebegg wurde 1382 erstmals erwähnt und überlebte 1386 die Schlacht bei Sempach. Er hielt seine Twingherrschaft und konnte sich auch später erfolgreich den Eidgenossen widersetzen. Mit seinem Tod erlosch 1433 die Linie im Mannesstamm. Den Mit der Heirat seiner Tochter und Erbin Margaretha ging der Familienbesitz an die von Luternau über.

Zur Herrschaft Liebegg gehörten das Dorf Gränichen, die Burg und Herrschaft Schöftland, die Niedergerichte über Birrwil sowie die Kirchensätze in Schöftland und Birrwil.Von der ehemaligen Doppelburg Liebegg sind nach jüngerer Überbauung kaum mehr Spuren erhalten. 
von Liebegg (Liebeck), Johannes (I57955)
 
50507 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Liebegg_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Liebegg (auch Liebeck) waren ein ritteradliges Geschlecht im Dienst der Kyburger und Habsburger. Ihre Stammburg war die Burg Liebegg im Süden von Gränichen im heutigen Kanton Aargau.

Geschichte
Vermutlich waren die Liebegger mit den Herren von Trostberg stammesverwandt. Erstmals wird 1241 ein Burkhard von Liebegg urkundlich erwähnt. Rudolf († 1332), ein Sohn des Ritters Arnold wurde 1320 Domherr in Konstanz und im folgenden Jahr Propst des Kollegiatstifts St. Pelagius in Bischofszell. Als lateinischer Dichter ist er der bedeutendste Vertreter des Geschlechts. Hemman von Liebegg wurde 1382 erstmals erwähnt und überlebte 1386 die Schlacht bei Sempach. Er hielt seine Twingherrschaft und konnte sich auch später erfolgreich den Eidgenossen widersetzen. Mit seinem Tod erlosch 1433 die Linie im Mannesstamm. Den Mit der Heirat seiner Tochter und Erbin Margaretha ging der Familienbesitz an die von Luternau über.

Zur Herrschaft Liebegg gehörten das Dorf Gränichen, die Burg und Herrschaft Schöftland, die Niedergerichte über Birrwil sowie die Kirchensätze in Schöftland und Birrwil.Von der ehemaligen Doppelburg Liebegg sind nach jüngerer Überbauung kaum mehr Spuren erhalten. 
von Liebegg (Liebeck), Ritter Burkhard (I57957)
 
50508 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Liebegg_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Liebegg (auch Liebeck) waren ein ritteradliges Geschlecht im Dienst der Kyburger und Habsburger. Ihre Stammburg war die Burg Liebegg im Süden von Gränichen im heutigen Kanton Aargau.

Geschichte
Vermutlich waren die Liebegger mit den Herren von Trostberg stammesverwandt. Erstmals wird 1241 ein Burkhard von Liebegg urkundlich erwähnt. Rudolf († 1332), ein Sohn des Ritters Arnold wurde 1320 Domherr in Konstanz und im folgenden Jahr Propst des Kollegiatstifts St. Pelagius in Bischofszell. Als lateinischer Dichter ist er der bedeutendste Vertreter des Geschlechts. Hemman von Liebegg wurde 1382 erstmals erwähnt und überlebte 1386 die Schlacht bei Sempach. Er hielt seine Twingherrschaft und konnte sich auch später erfolgreich den Eidgenossen widersetzen. Mit seinem Tod erlosch 1433 die Linie im Mannesstamm. Den Mit der Heirat seiner Tochter und Erbin Margaretha ging der Familienbesitz an die von Luternau über.

Zur Herrschaft Liebegg gehörten das Dorf Gränichen, die Burg und Herrschaft Schöftland, die Niedergerichte über Birrwil sowie die Kirchensätze in Schöftland und Birrwil.Von der ehemaligen Doppelburg Liebegg sind nach jüngerer Überbauung kaum mehr Spuren erhalten. 
von Liebegg (Liebeck), Ritter Johann (I57959)
 
50509 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Liebegg_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Liebegg (auch Liebeck) waren ein ritteradliges Geschlecht im Dienst der Kyburger und Habsburger. Ihre Stammburg war die Burg Liebegg im Süden von Gränichen im heutigen Kanton Aargau.

Geschichte
Vermutlich waren die Liebegger mit den Herren von Trostberg stammesverwandt. Erstmals wird 1241 ein Burkhard von Liebegg urkundlich erwähnt. Rudolf († 1332), ein Sohn des Ritters Arnold wurde 1320 Domherr in Konstanz und im folgenden Jahr Propst des Kollegiatstifts St. Pelagius in Bischofszell. Als lateinischer Dichter ist er der bedeutendste Vertreter des Geschlechts. Hemman von Liebegg wurde 1382 erstmals erwähnt und überlebte 1386 die Schlacht bei Sempach. Er hielt seine Twingherrschaft und konnte sich auch später erfolgreich den Eidgenossen widersetzen. Mit seinem Tod erlosch 1433 die Linie im Mannesstamm. Den Mit der Heirat seiner Tochter und Erbin Margaretha ging der Familienbesitz an die von Luternau über.

Zur Herrschaft Liebegg gehörten das Dorf Gränichen, die Burg und Herrschaft Schöftland, die Niedergerichte über Birrwil sowie die Kirchensätze in Schöftland und Birrwil.Von der ehemaligen Doppelburg Liebegg sind nach jüngerer Überbauung kaum mehr Spuren erhalten. 
von Liebegg (Liebeck), Helena (I57961)
 
50510 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_(Wied)

Lothar war ein Sohn von Dietrich I. von Wied. Der Name seiner Mutter ist nicht bekannt. Der Trierer Erzbischof und Kurfürst Theoderich II. von Wied (um 1170–1242) war einer seiner Brüder.

Am 10. Januar 1218 wurde Lothar in einer Urkunde als Gerichtsherr genannt, das Gericht fand auf dem Schönfeld bei Heimbach statt. Hier hatte bereits Metfried, ein Vorfahre Lothars und Gaugraf im Engersgau, die Hohe Gerichtsbarkeit ausgeübt. Diese Urkunde von 1218 trug zum ersten Mal das gräflich-wiedische Wappensiegel in Form von fünf roten Schrägbalken auf goldenem Grund. Ein Jahr später findet sich ein Reitersiegel Lothars mit einem Vogelwappen. Dieser Vogel wird später als Pfau auf dem Wappen von 1218 getragen.

Erbfolge
Da Lothar kinderlos blieb und nach dem Tod seiner Ehefrau um 1235 außer seinem Bruder Theoderich auch alle anderen Brüder ohne Nachkommen verstorben waren, blieben als Erben die Söhne seiner beiden Schwestern:[1]

Theodora von Wied (urkundlich erwähnt zwischen 1182 und 1192) war verheiratet mit Bruno I. von Isenburg († 1210), der sich später Herr zu Braunsberg nannte; deren Söhne waren Bruno, Dietrich und Arnold.
Isalda von Wied († 1223) war verheiratet mit Gottfried I. von Eppstein (1189–1220); deren Söhne waren Gottfried, Gerhard und Siegfried.
Zwei der Vettern waren Arnold von Isenburg (1190–1259), Erzbischof von Trier, und Siegfried von Eppstein (1194–1249), Erzbischof von Mainz.

Am 27. November 1240 schlossen die Isenburger und die Eppsteiner Vettern einen Vergleich. Darin wurde vereinbart, dass die „weltlichen Söhne“ der beiden verstorbenen Schwestern Theodora und Isalda die Grafschaft Wied gemeinschaftlich und ungeteilt besitzen sollten. Bei etwaigen Streitigkeiten war dem Schiedsspruch der „geistlichen Brüder“, die auch den Vergleich initiiert hatten, zu folgen.

Pfalzgraf Otto bei Rhein belehnte bereits 1238 die Brüder Bruno und Dietrich von Isenburg auf den Todesfall ihres Onkels Lothar mit der Grafschaft Wied und allen Gütern, die dieser vom Pfalzgrafen zu Lehen hatte. Am 5. März 1243 übertrug Lothar seine Lehen an Bruno und Dietrich von Isenburg. Er starb am 1. März 1244. 
von Wied, Graf Lothar (I59146)
 
50511 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Louise_de_La_Béraudière_du_Rouhet (Sep 2023)

Louise de La Béraudière du Rouhet war Ehrendame der französischen Königin Katharina von Medici und später von deren Tochter Margarete von Valois. Katharina verwendete die Schönheiten am Hofe je nach den Interessen ihrer Politik, so wurde Louise die Mätresse des Titularkönig von Navarra, Antoine de Bourbon, duc de Vendôme. Durch die Beziehung entfremdete er sich mehr und mehr seiner Ehefrau, Königin Jeanne d’Albret de Navarra. Louise einen gemeinsamen Sohn: Charles de Bourbon (1554–1610), Marschall de Saint-André und spätere Erzbischof von Rouen. Nach dem Tod ihres Geliebten heiratete Louise de La Béraudière du Rouhet 1562 in Paris Louis de Madaillan d’Estissac (1502–1565), Gouverneur in La Rochelle und Generalleutnant in Poitou. Sie verlassen den französischen Hof und lebten in Poitou. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor: Claude (1564–1600) ⚭ 1587 François IV. de La Rochefoucauld.

Louise empfing auf Château de Coulonges-les-Royaux mehrere wichtige Persönlichkeiten, wie Königinmutter Katharina von Medici, deren Tochter Margarete von Valois, Michel de Montaigne und François Rabelais. 1580 ging sie eine erneute Liebschaft mit Robert de Combaud, seigneur d'Arcis-sur-Aube ein – aus der Verbindung gingen zwei Mädchen hervor: Claude und Louise. 1586 erlag Robert an den Wunden, die er sich durch ein Duell zu zog. Kurz darauf starb Louise de La Béraudière du Rouhet. 
de La Béraudière du Rouhet, Louise (I13245)
 
50512 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_de_Valois,_duc_d’Orléans (Okt 2017)

Ludwig von Valois, Herzog von Orléans, Graf von Angoulême (* 13. März 1372; † 23. November 1407), war ein Sohn des französischen Königs Karl V. und der Johanna von Bourbon sowie jüngerer Bruder des französischen Königs Karl VI.

Ludwig hatte in seinen jungen Jahren ein enges Verhältnis zu seinem gut drei Jahre älteren, schon mit zwölf auf den Thron gelangten Bruder, dem König. Er war intelligent und relativ gebildet und gefiel sich in der Rolle eines Mäzens, als der er z. B. den Dichter Eustache Deschamps protegierte. Vor allem aber war er ehrgeizig und liebte die Prachtentfaltung.

Da sein Bruder Karl VI. ab 1392 an schubweisen Zuständen geistiger Verwirrung litt, benötigte er einen Regenten und/oder einen Regentschaftsrat. Das erstere Amt fiel der jungen Königin Isabeau zu, doch war sie zunächst unerfahren, so dass die Macht vor allem vom Regentschaftsrat ausgeübt wurde, den die Onkel des Königs bildeten, nämlich die Herzöge Ludwig von Anjou, Johann von Berry und vor allem der energische und mächtige Philipp der Kühne von Burgund (vgl. Regierung der Herzöge). AlAllerdings wuchs Ludwig nach und nach zu einem Konkurrenten Philipps heran. Nachdem dieser 1404 verstorben war, brach ein offener Machtkampf aus zwischen dessen Sohn und Nachfolger Johann Ohnefurcht und Ludwig. Dieser stand hierbei im Bündnis mit der Königin, seiner Schwägerin (und möglicherweise zeitweiligen Geliebten).

Ermordung
Ende November 1407 ließ Johann Ohnefurcht seinen Cousin und Rivalen Ludwig durch Meuchelmörder auf offener Straße niederstechen und festigte so seine Machtposition am Hof. Dies erlaubte es ihm, sich der Bestrafung zu entziehen, die Ludwigs Gattin Valentina vergeblich durchzusetzen versuchte, bevor sie Ende 1408 erschöpft einer Krankheit erlag.
Zu seiner Rechtfertigung hatte Johann im selben Jahr den Rechtsgelehrten Jean Petit beauftragt, in einer längeren Schrift den Mord als Tyrannenmord hinzustellen, mit Argumenten, die angesichts von Ludwigs Prunk- und Verschwendungssucht sowie seiner lockeren Sitten nicht alle aus der Luft gegriffen waren.
Der Mord an Ludwig löste einige Jahre später den Bürgerkrieg der Armagnacs und Bourguignons aus. Johann Ohnefurcht selbst wurde in dessen Verlauf ebenfalls ermordet, als er sich (1419) auf der Seine-Brücke von Montereau mit dem Dauphin, dem späteren König Karl VII., zu einem vermeintlichen Versöhnungsgespräch traf. 
von Valois (Kapetinger), Herzog Ludwig (Louis) (I8760)
 
50513 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Löwenstein_(Adelsgeschlecht)

Löwenstein (Adelsgeschlecht)

Das Geschlecht tritt erstmals urkundlich im Jahre 1160 mit Wernher de Biscopeshusun auf, als es noch in „Biscopehusen“ (dem heutigen Bischhausen im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis) lebte. Dieser Wernher I. von Bischofshausen (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Adelsgeschlecht Bischoffshausen) zog von Bischhausen auf den etwa 4 km nordwestlich und strategisch besser gelegenen Ortberg bei Oberurff-Schiffelborn, einem heutigen Ortsteil von Bad Zwesten.

Aufstieg
Sein Enkel Wernher II. von Bischofshausen errichtete dort an Stelle des bisherigen Familiensitzes die Burg Löwenstein, die 1253 erstmals urkundlich bezeugt ist. Zu Ehren seiner Ehefrau Gertrud von Itter, die einen Löwen im Wappen führte, nannte er die Burg Löwenstein, und nach diesem neuen Stammsitz der Familie benannten sich die Nachfahren. Die sichere Stammreihe beginnt mit dem Ritter Herrmann von Bischofshausen, der urkundlich von 1251 bis 1282 erscheint und der am 30. April 1280 als Hermann von Löwenstein zu Löwenstein auftritt.

Die Löwensteiner erlebten schon im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt, als sie zu den einflussreichsten und vermögendsten Familien im nördlichen Hessen gehörten. Während des Thüringisch-Hessischen Erbfolgekriegs, der 1247 begann, gelang es Wernher II., durch frühe Parteinahme für Herzogin Sophie von Brabant und ihren minderjährigen Sohn Heinrich, erheblichen Einfluss in Nordhessen zu gewinnen, denn Sophie ernannte ihn zum zeitweiligen Statthalter der Region. Das machte es notwendig, den Familiensitz auf dem Ortberg standesgemäß auszubauen. Der Löwensteiner Grund umfasste die Dörfer Kerstenhausen, Zwesten, Betzigerode, Oberurff, Niederurff, Schiffelborn, Wickershof, Reptich, Römersberg, Gilsa und Bischhausen, gedeckt und beherrscht durch die Burg Löwenstein.

Aufsplitterung und Niedergang
Den Grundstein für den Niedergang der Familie legte Wernher II. selbst, indem er die Güter unter seinen Söhnen aufteilte. Heinrich nannte sich nach seiner Heirat mit Giesela von Schweinsberg „von Löwenstein-Schweinsberg“, Werner nach seiner Heirat mit Guda von Westerburg, „von Löwenstein-Westerburg“, und Hermann nach seiner Heirat mit Hedwig von Romrod „von Löwenstein-Romrod“. Bruno, der vierte Sohn, wurde Kanoniker im Fritzlarer Stift St. Petri. Die drei Linien blieben jedoch als Ganerben gemeinsam im Besitz der Burg, bewohnten sie bis weit ins 14. Jahrhundert gemeinsam, und bauten sie weitläufig aus. Die Linie Löwenstein-Westerburg starb 1492 aus, die Linie Löwenstein-Schweinsberg mit Franz Caspar im Jahre 1644.

In den Auseinandersetzung des 13. bis 15. Jahrhunderts zwischen dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Hessen taktierten die Löwensteiner sehr flexibel. Sie öffneten ihre Burg zu verschiedenen Zeiten jeder der beiden Parteien sowie auch den Grafen von Waldeck und standen sich dadurch mit allen Seiten gut.

Ermordung Friedrichs von Braunschweig
Gottfried von Löwenstein ist im Jahre 1391 als Mitglied des Ritterbunds der Bengler bekundet. Er oder ein anderer Löwensteiner war am 5. Juni 1400 bei der Ermordung des Herzogs Friedrich von Braunschweig-Lüneburg beteiligt, der zwei Wochen zuvor auf dem Fürstentag in Frankfurt am Main zum Gegenkönig des ungeliebten Wenzel vorgeschlagen, aber von den drei geistlichen Kurfürsten abgelehnt worden war. Friedrich befand sich auf dem Heimweg von Frankfurt nach Braunschweig, als ihm bei dem heutigen Dorf Kleinenglis in der Nähe von Fritzlar Graf Heinrich VII. von Waldeck, Konrad von Falkenberg, Friedrich III. von Hertingshausen und andere auflauerten und ihn erschlugen. Am Tatort steht seit Jahrhunderten das sogenannte Kaiserkreuz von Kleinenglis.

Raubrittertum
Die Lage der Löwensteiner Burg eignete sich vorzüglich zur Überwachung der Handelsstraße von Kassel nach Frankfurt, was spätere Burgherren zu einträglicher Wegelagerei nutzten. So sind z. B. 1438 und 1439 Raubzüge Johanns von Löwenstein-Schweinsberg bezeugt. Dies war ein deutlicher Abstieg gegenüber der Generation des Burgerbauers Wernher II. Ein mögliches Motiv für die Raubzüge war Rache für die Niederlage im Mainzisch-Hessischen Krieg 1427, in dem die Löwensteiner auf der unterlegenen Mainzer Seite gestanden hatten.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts zogen die Burgherren auf ihre Güter in der Umgebung und die Burg begann zu verfallen. Bis heute gehört die Ruine der Familie von Löwenstein zu Löwenstein, die auf dem Gut Wickershof bei Jesberg ansässig ist. 
von Löwenstein zu Löwenstein, Ursula (I58201)
 
50514 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lucrezia_Borgia (Sep 2023)

Die von Zeitgenossen als hübsch und lebenslustig beschriebene Lucrezia wurde nach dem Aufstieg ihrer berüchtigten Familie Nutznießerin, vor allem aber Instrument der Politik ihres Vaters.

Alexander VI., der sie über alles liebte, übergab ihr mehrfach während seiner Abwesenheit die Regierungsgeschäfte im Vatikan. Er verheiratete sie dreimal in politisch motivierte Ehen, um die Macht der Borgia zu festigen. Lucrezias erste Ehe mit Giovanni Sforza wurde aufgelöst, als sie für die Borgia ihren Nutzen verlor, ihr zweiter Ehemann, Alfonso von Aragon (1481–1500), Herzog von Bisceglie, wurde vermutlich auf Befehl ihres Bruders Cesare ermordet. In dritter Ehe heiratete sie schließlich Alfonso d’Este, Herzog von Ferrara, mit dem sie bis zu ihrem Tod verheiratet blieb und mehrere Kinder hatte.

Den Tod ihres Vaters und den Fall ihres Bruders Cesare und der Familie Borgia in Italien überstand Lucrezia unbeschadet, sie starb, hoch geehrt, als Herzogin von Ferrara.

Die Familie Borgia verkörpert noch heute wie keine andere die Machtgier und moralische Korruption des Papsttums der Renaissance, und Lucrezia Borgia behielt über Jahrhunderte hinweg den Ruf einer verruchten Giftmischerin, Ehebrecherin und Blutschänderin mit ihrem Vater sowie ihrem Bruder Cesare. Diese Vorwürfe hatten ihren Ursprung in den Gerüchten und Verleumdungen ihrer eigenen Zeit und wurden später von berühmten Autoren wie Victor Hugo und Alexandre Dumas in deren Werken aufgegriffen und verstärkt. Erst die moderne Geschichtsforschung betrachtet Lucrezia Borgia in einem anderen Licht und verwirft diese Anklagen.

Herkunft
Lucrezia Borgia wurde am 18. April 1480 als drittes von vier Kindern des spanischen Kardinals und Vizekanzlers der Kirche, Rodrigo Borgia, später Papst Alexander VI., und seiner langjährigen italienischen Geliebten Vanozza de’ Cattanei geboren.[2] Sie kam vermutlich in Subiaco, einer Festung ihres Vaters außerhalb von Rom, zur Welt, weil ihr Vater aus Rücksicht auf seine Kirchenkarriere die Existenz seiner illegitimen Familie zunächst geheim halten wollte. Uneheliche Kinder waren unter Klerikern jener Zeit zwar weit verbreitet, wurden jedoch meist als Neffen und Nichten ausgegeben. Rodrigo Borgia löste deshalb nach seiner Wahl zum Papst einen Skandal aus, als er sich offen zu seinen Kindern bekannte, die damit europaweit bekannt wurden. Besonders Lucrezia und ihr Bruder Cesare erlangten einen bis heute anhaltenden berühmt-berüchtigten Ruf.

Leben
Frühe Jahre
Lucrezia Borgia verbrachte ihre frühe Kindheit vermutlich im Haus ihrer Mutter an der Piazza Pizzo di Merlo und wurde zumindest teilweise von Nonnen im dominikanischen Frauenkloster San Sisto unterrichtet. Sie erhielt die typische Ausbildung einer hochstehenden Dame ihrer Zeit, zu der humanistische Literatur, Redegewandtheit und Tanzen gehörten. Neben Italienisch und dem innerhalb der Borgia-Familie gesprochenen Katalanischen beherrschte sie Französisch und Latein (sie verfasste u. a. Gedichte in diesen Sprachen) und verstand Griechisch.[3] Zu ihrer Bibliothek gehörten bei ihrem Tod Werke von Francesco Petrarca bis Dante Alighieri. Sie liebte zudem zeitlebens Musik und Poesie und betätigte sich später als Mäzenin für Künstler und Dichter.[4]

Noch vor ihrem zwölften Lebensjahr gab ihr Vater sie in die Obhut seiner mit Ludovico Orsini verheirateten Verwandten Adriana de Mila, einer Tochter von Rodrigo Borgias Cousin Pedro de Milà, die Lucrezia als Erwachsene in einem Brief als „meine Mutter“ bezeichnete.[5] Die Beziehung zu ihrer Mutter Vanozza blieb von da an distanziert, ihrem Vater dagegen stand sie sehr nahe. Rodrigo Borgia, der neben ihr und ihren Brüdern bereits drei Kinder hatte und später noch mehr zeugen sollte, liebte vor allem Lucrezia laut den Chronisten „außerordentlich“.[6] Von ihren Geschwistern stand sie ihrem Bruder Cesare am nächsten; später wurden ihr sowohl mit ihm als auch mit ihrem Vater Inzest vorgeworfen.

Verlobungen mit Don Cherubin Juan de Centelles und Don Gasparo da Procida e Anversa
Wie von allen adeligen Mädchen ihrer Zeit wurde von Lucrezia erwartet, dass sie früh eine für ihre Familie politisch vorteilhafte Ehe einging. Als Lucrezia elf Jahre alt war, verlobte sie ihr Vater mit Don Querubi de Centelles (Don Cherubin Juan de Centelles), Herr von Val d’Ayora im Königreich Valencia. Er war Sohn des Grafen von Oliva und Angehöriger eines alten spanischen Adelsgeschlechtes. Die in katalanischer Sprache aufgesetzten Verträge wurden am 26. Februar 1491 durch den Notar Beneimbene besiegelt und am 16. Juni 1491 Lucrezia eröffnet. Im Kontrakt wurde für Lucrezia eine Mitgift in Höhe von 300.000 Timbres oder Sous valencianischer Münze vereinbart.[7]

Diese Geldsumme sollte in Form von Bargeld, Juwelen und anderer Aussteuer ausgezahlt werden. Elftausend Timbres sollten aus der Hinterlassenschaft ihres älteren Halbbruders Pedro Luis Borgia stammen; achttausend Timbres sollten ein Geschenk ihrer älteren Brüder Cesare und Juan sein, das wahrscheinlich ebenfalls Teil des Erbes des ersten Herzogs von Gandia war. Lucrezias Prokurator während der Verhandlung des Ehekontrakts war der Römer Antonio Porcaro. Es wurde vereinbart, dass Lucrezia innerhalb eines Jahres nach Abschluss des Ehevertrags auf Kosten des Kardinals nach Valencia gebracht und die kirchliche Hochzeit innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Ankunft in Spanien vollzogen werden sollte.[8]

Diese Verlobung wurde bald aufgehoben und die mittlerweile zwölfjährige Lucrezia nach der Bestätigung des Ehevertrags im April 1492 rechtskräftig mit Don Gasparo da Procida e Anversa, dem Sohn des Ritters Graf Gian Francesco von Aversa und dessen Ehefrau Donna Leonora von Procida und Castelleta, verlobt. Im Protokollbuch des Notars Beneimbene vom 9. November 1492 wurde schriftlich festgehalten, dass das Eheverlöbnis zwischen Lucrezia und Gasparo am 30. April 1491 durch Prokuration vollzogen worden sei und sich der Kardinal Rodrigo Borgia verpflichtet habe, seine Tochter kostenfrei in die Stadt Valencia zu senden. Als Prokuratoren für diesen Rechtsakt werden in diesem Dokument Jofré Borgia, Baron von Villa Longa, der Domherr Jacopo Serra von Valencia und der valencianische Generalvikar Mateo Cucia genannt. Lucrezia war somit eine Zeit lang mit zwei Männern verlobt.[9][10] Während der Papstwahl, die nach dem Tod von Papst Innozenz VIII. am 25. Juli 1492 stattfand, befand sich Lucrezia mit ihrem Bruder Jofré in Rom im Haus von Adriana de Mila. Nachdem ihr Vater am 11. August zum Papst gewählt worden war, ließ er Lucrezia, Adriana de Mila und deren junge Schwiegertochter, seine neue Geliebte Giulia Farnese, im Palazzo Santa Maria in Portico nahe am Vatikan unterbringen. Lucrezia rückte damit ins Licht der Öffentlichkeit und vor allem ins Augenmerk der größtenteils feindlich gesinnten Borgia-Chronisten und der Abgesandten der diversen italienischen und europäischen Fürstentümer am päpstlichen Hof.[6] Der Gesandte Niccolò Cagnolo aus Parma beschrieb Lucrezias Erscheinungsbild:

„Sie ist von mittlerer Größe und anmutiger Gestalt, ihr Gesicht ist eher lang, die Nase schön geschnitten, das Haar golden, die Augen haben keine besondere Farbe, ihr Mund ist ziemlich groß, die Zähne sind strahlend weiß, ihr Hals ist schlank und schön, ihr Busen bewundernswürdig geformt. Immer ist sie fröhlich und lächelt.“[11]
Ehe mit Giovanni Sforza
Nach seiner Wahl zum Papst hob Lucrezias Vater auch diese Verbindung auf, um sie noch günstiger zu vermählen. Ascanio Sforza hatte die Wahl Rodrigo Borgia zum Papst maßgeblich unterstützt und bekam dafür die Stadt Nepi, das Amt des Vizekanzlers und den Palast Borgia, der heute noch den Namen Sforza-Cesarini trägt.[12] Als der nun einflussreichste Kardinal und Vertraute Alexanders VI. betrieb er nämlich die Vermählung Lucrezias mit einem Mitglied seines Hauses, Giovanni Sforza, Graf von Cotignola und kirchlicher Vikar von Pesaro. Er war der uneheliche Sohn des Costanzo I. Sforza und Fiora Boni, der Geliebten seines Vaters, und nur durch die Gnade von Papst Sixtus IV. und Papst Innozenz VIII. Nachfolger seines Vaters. Seit dem Tod seiner ersten Gemahlin Maddalena Gonzaga, einer Tochter von Federico I. Gonzaga, Markgraf von Mantua, und seiner Ehefrau Margarete von Bayern, am 8. Januar 1490 war er Witwer.[13] Am 31. Oktober 1492 kam er nach Aufenthalten in Pesaro und Nepi heimlich in Rom an und bewohnte dort die Wohnung des Kardinals von San Clemente. Der junge Graf Gasparo war aber bereits mit seinem Vater nach Rom gekommen und forderte die Einlösung des Vertrags. Am 5. November 1492 schrieb der Gesandte Ferraras seinem Herrn über den Streit der zwei Bewerber um die Hand Lucrezias:

„Hier ist ein groß Gerede von dieser Vermählung Pesaros; der erste Bräutigam ist noch da und er macht viel Bravaden als ein Catalan, beteuernd, dass er vor allen Fürsten und Potentaten der Christenheit Klage erheben werde; doch wollend oder nicht, so wird er sich in Geduld ergeben müssen.“[14]
Am 9. November 1492 lieferte derselbe Gesandte Ferraras weitere Details über den öffentlichen Skandal, der in Rom Gesprächsthema war:

„Der Himmel gebe, dass diese Heirat Pesaros nicht Unheil anrichte. Es scheint, dass der König (von Neapel) darüber missvergnügt ist, nach dem zu schließen, was Giacomo, der Neffe Pontanos vorgestern dem Papst gesagt hat. Die Angelegenheit schwebt noch; beiden Teilen gibt man gute Worte, nämlich dem ersten und dem zweiten Verlobten. Beide sind hier. Jedoch glaubt man, dass Pesaro das Feld behaupten wird, zumal da der Kardinal Ascanio seine Sache führt, und dieser ist in Worten wie in Taten mächtig.“[14]
Bereits am 8. November 1492 wurde der Ehekontrakt zwischen Lucrezia und Don Gasparo gerichtlich aufgelöst. Don Gasparo und sein Vater hofften noch auf eine Eheschließung unter besseren Konditionen und der junge Graf verpflichtete sich deshalb, vor Jahresfrist keine weitere Ehe einzugehen.[14] Am 9. Dezember 1492 schrieb der mantuanische Agent Fioravante Brognolo an den Marchese Gonzaga:

„Die Angelegenheit der erlauchten Herrn Giovanni von Pesaro befindet sich noch in der Schwebe; es scheint mir, dass jener spanische Edelmann, welchem die Nichte Sr. Heiligkeit zugesagt war, nicht von ihr abstehen will; er hat auch einen großen Anhang in Spanien, so dass der Papst dieses Geschäft erst reifen lassen will, ehe er dasselbe zum Abschluss bringt.“[15]

Im Februar 1493 wurde noch von einer geplanten Verbindung von Lucrezia mit dem spanischen Conde de Prada gesprochen. Giovanni Sforza blieb während der Verhandlungen in Pesaro und sandte seinen Prokurator Nicolò de Savano nach Rom, um den Ehekontrakt abzuschließen. Papst Alexander VI. zahlte schließlich laut dem Chronisten Burchard dem Grafen von Aversa eine Abstandssumme von 3.000 Dukaten, um die Familie zu beschwichtigen.[15] Die Auflösung des Ehekontrakts scheint das Verhältnis zwischen den Borgia und der Familie Centelles nicht weiter belastet zu haben, da im späteren Gefolge des Papsts Angehörige der Familie Centelles wie Gulielmus de Centelles und Raymondo de Centelles als Protonotar und Schatzmeister von Perugia zu finden sind.[16][17][18] Die Vermählung wurde bereits am 2. Februar 1493 im Vatikan durch ein gerichtliches Instrument vollzogen, wobei außer dem Gesandten Mailands auch Juan Lopez, Juan Casanova, Pedro Caranza und Juan Marades Zeugen dieser ehelichen Verbindung waren. Die Braut erhielt eine Mitgift von einunddreißigtausend Dukaten und es wurde vereinbart, dass sie bis zum Ende des Jahres mit ihrem Ehemann nach Pesaro reisen sollte.[15] Am 23. April 1493 wurde der Ehevertrag unterzeichnet, der die Eheschließung zwischen Lucrezia und Giovanni Sforza regelte. Giovanni Sforza zog am 9. Juni 1493 durch die Porta del Popolo in Rom ein, wo er von Lucrezia in einem Kleid aus himmelblauem Brokat und Giulia Farnese im Palazzo bei Santa Maria di Portico erwartet wurde.[19] Am 12. Juni 1493 heiratete schließlich Lucrezia Giovanni Sforza, Graf von Pesaro und Cousin Ludovico Sforzas, des Herrschers von Mailand, und wurde damit Gräfin von Pesaro.[13][19][20] Das Fürstentum umfasste damals die Stadt Pesaro und eine Reihe von kleineren Gemeinden, die man Kastelle oder Villen nannte. Diese kleineren Gemeinden waren S. Angelo in Lizzola, Candelara, Montebaroccio, Tomba di Pesaro, Montelabbate, Gradara, Monte S. Maria, Novilara, Fiorenzuo, Castel di Mezzo, Ginestreto, Gabicce, Monteciccardo, Monte Gaudio und Fossombrone. Pesaro war Teil des Kirchenstaats und die Sforzas trugen den Titel Vikare zu Erblehen gegen die Bezahlung von 750 Goldgulden Jahreszins.[21] Ihr Vater war durch diese eheliche Verbindung eine politische Allianz mit den Sforzas eingegangen.[22] Das Paar lebte zunächst getrennt, da wegen der Jugend der Braut der Vollzug der Ehe verschoben worden war.[19] Während Lucrezia nun in dem Palazzo Santa Maria in Portico residierte und Hof hielt, blieb Giovanni Sforza in Pesaro. Da Giovanni Sforza sich durch die Hochzeitsfeierlichkeiten finanziell übernommen hatte, wandte er sich an seinen Schwiegervater im Vatikan und bat um einen Teil der Mitgift, deren Auszahlung ihm jedoch verweigert wurde. Nach dem Ausbruch einer Epidemie in Rom im Frühsommer 1494 reisten Giovanni Sforza, Lucrezia, ihre Mutter Vannozza, Giulia Farnese und Adriana di Mila nach Pesaro, wo sie am 9. Juni 1494 einzogen und sich im Palast der Sforza einquartierten. Im Sommer 1494 bezog Lucrezia die Villa Imperiale auf dem Monte Accio.[23][24]

Im Jahr 1494 unternahm der französische König Karl VIII. einen Feldzug nach Italien, um seinen Anspruch der Anjou auf das Königreich Neapel durchzusetzen. Zu diesem Zweck verbündete er sich mit Ludovico Sforza, dem Herzog von Mailand. So drangen die Franzosen unter der Führung Karls VIII. mit einem gut ausgerüsteten Heer mit vielen deutschen und Schweizer Söldnern nach Italien vor. Am 31. März 1495 verbündeten sich die anderen italienischen Staaten unter der Führung Venedigs gegen Frankreich und Mailand. Sie gaben vor, gegen die Türken vorgehen zu wollen, ihr Hauptziel war jedoch die Vernichtung der mailändischen und französischen Streitkräfte. Giovanni Sforza befand sich deshalb im Jahr 1495 politisch in einer sehr komplizierten Situation aufgrund des ehelichen Bündnisses mit den Borgia auf der einen Seite und der verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Sforzas auf der anderen Seite. Als Kondottiere im Dienst des Papstes schloss er sich dem neapolitanischen Heer an, das gegen die Franzosen kämpfen sollte, und gleichzeitig agierte er als Spitzel für Ludovico il Moro in Mailand, der sich mit den Franzosen verbündet hatte.[26] Nach einem Jahr Aufenthalt in Pesaro kehrte Lucrezia über Perugia, wo sie ihren Vater traf, nach Rom zurück. Während Lucrezia wieder in ihrem Palast wohnte, war ihr Gemahl in der Gegend von Neapel mit Truppen unterwegs.[23] Am 20. Mai 1496 kamen Jofré Borgia und seine Ehefrau Sancia nach Rom. Sancia und Lucrezia freundeten sich bald an und verursachten auch einen öffentlichen Skandal, als sie nicht protokollgemäß während des Hauptgottesdienstes in St. Peter im nur für Prälaten und Kanoniker vorgesehenen Chorgestühl im Chorraum Platz nahmen.[23] Da die Borgia und die Sforza weiterhin unterschiedliche Stellungen bezüglich des Eroberungszugs Karls in Neapel bezogen und die Doppelrolle Giovanni Sforzas in diesem Krieg spätestens im Frühjahr 1497 entdeckt worden war, kam es deswegen im März 1497 zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Juan Borgia und seinem Schwager. Giovanni Sforza verließ am Karfreitag in aller Heimlichkeit Rom. So soll er am Morgen des Karfreitags, im März 1497, die Kammer seiner Gattin betreten und ihr erzählt haben, dass er anlässlich des hohen Kirchtags entweder in einer Kirche in Trastevere oder in einer Kirche auf dem Janiculum zur Beichte gehen wolle. Anschließend habe er noch vor, die traditionelle Wallfahrt zu den „Sieben Kirchen“ in Rom zu unternehmen, die wie üblich den ganzen Tag in Anspruch nehmen würde. Unmittelbar nach der Verabschiedung von seiner Frau ritt er mit seinem arabischen Pferd so schnell nach Pesaro, dass das Pferd nach seiner Ankunft am Abend tot zusammenbrach.[27]

Nach der Darstellung einer Chronik von Pesaro soll Lucrezia einen Diener ihres Ehemanns in ihren Räumen versteckt haben, als Cesare sie aufsuchte, um mit ihr über die Ermordung des Grafen zu sprechen.[28] Giovanni hatte jedenfalls vor seiner Flucht zwei Nachrichten hinterlassen, eine an Lucrezia, mit der Bitte ihm nach Pesaro zu folgen, und eine an den mailändischen Botschafter, in der er seinen mailändischen Verwandten erklärte, dass er aus „Unzufriedenheit mit dem Papst“ geflohen sei. Papst Alexander VI. wünschte sofort eine Auflösung der Ehe Lucrezias mit Giovanni Sforza. Lucrezia suchte Anfang Juli 1497 im dominikanischen Konvent von San Sisto Zuflucht und Ruhe. Die Zeit, die die langwährenden Verhandlungen um die Annullierung der Ehe in Anspruch nahm, verbrachte Lucrezia in diesem Kloster.[29] Mit größter Wahrscheinlichkeit hat die Flucht nach Pesaro Giovanni Sforza das Leben gerettet und die Borgia gezwungen, die Ehe auf juristischem Weg aufzulösen. Kirchenrechtlich war die Feststellung einer Ehenichtigkeit nur möglich, in dem man die Ehe als nicht rechtsgültig zustande gekommen oder aber für nicht vollzogen erklärte. Obwohl die Borgia dem Ehemann die Wahl des Auflösungsgrundes überließen, gab Giovanni Sforza seine Einwilligung zur Auflösung der Ehe zunächst nicht. Alexander bildete nun eine Kommission, die prüfen sollte, ob die Ehe wegen Nichtvollzugs aufgelöst werden könnte. Die vom Papst eingesetzte Kommission kam schließlich zu dem Ergebnis, dass die Ehe wegen Impotenz des Ehemanns nicht vollzogen worden sei. So erklärte Alexander die Ehe für ungültig. Der am 20. Dezember 1497 wegen angeblicher Impotenz von ihr geschiedene Gatte Giovanni Sforza behauptete damals, dass seine Ehe nur aufgelöst worden sei, damit ihr Vater und ihr Bruder Cesare Borgia ungestört Blutschande mit Lucrezia treiben könnten.[30] Giovanni Sforza schuf damit die Grundlage für jene Verdächtigungen, die bis heute Lucrezia und ihrer Familie anhaften.[31] Angeblich soll der zu dieser Zeit geborene Giovanni Borgia, genannt infans romanus, der in zwei Bullen einmal als Sohn Alexanders und einmal als Sohn Cesares genannt wird, dieser Verbindung entsprungen sein. Nach einer anderen Theorie soll das Kind aus einer Affäre Lucrezias mit Perotto (auch Pedro Caldés), dem Boten ihres Vaters, stammen. Der junge Spanier diente als Vermittler zwischen dem Papst und seiner Tochter während ihres Aufenthalts im Kloster San Sisto. Am 14. Februar 1498 wurden die toten Körper des Dieners Pedro Calderon und der Magd Penthesilea im Tiber gefunden. Am 18. März 1498 berichtete der Gesandte Ferraras, dass Lucrezia im Kloster San Sisto von einem Kind entbunden worden sei. Obwohl dies von den Borgias abgestritten wurde, konnte bis heute nicht widerlegt werden, dass es sich bei diesem Kind möglicherweise doch um Giovanni Borgia handelte.[32][33]

Ehe mit Alfonso Bisceglie
Ihr zweiter Ehemann, Don Alfonso von Aragon, Herzog von Bisceglie und Prinz von Salerno, war ein unehelicher Sohn von König Alfons II. von Neapel aus seiner Beziehung mit Trusia Gazullo (oder Truzia Gazella).[34] Er war somit ein Neffe des Königs Federigo von Neapel aus dem Haus Trastámara. Diese Ehe sollte die Verbindung der Borgias zu Neapel und Spanien festigen, nachdem Lucrezias Bruder Jofré bereits vier Jahre zuvor 1494 Alfonsos Schwester Sancha von Aragon geheiratet hatte. Am 20. Juni 1498 wurde der Ehevertrag in Abwesenheit beider Brautleute im Vatikan unterschrieben. Nach der eigentlichen Hochzeitsfeier am 21. Juli 1498 blieben die Eheleute in Rom und wohnten im Palazzo von Lucrezia.[30] Alexander VI. ernannte seine Tochter zur Herrscherin von Spoleto und Foligno und teilte dies am 8. August 1499[35] den Städten mit. Später ernannte er sie auch zur Herrscherin von Nepi, jedoch kehrte Lucrezia kurz darauf mit ihrem Ehemann nach Rom zurück und gebar am 1. November 1499 um sechs Uhr früh ihren Sohn Rodrigo, den späteren Herzog von Bisceglie. Am 11. November 1499, dem Martinsfest, wurde der Säugling in der Kapelle von Sixtus in St. Peter durch Kardinal Carafa feierlich getauft. Alle in Rom anwesenden Kardinäle nahmen daran teil.[36] Da sich der Papst und Cesare Borgia jedoch inzwischen mit den Franzosen gegen Spanien und Neapel verbündet hatten, kam es zu schweren Konflikten mit dem Schwiegersohn und Schwager. Alfonso wurde am 15. Juli 1500 um elf Uhr nachts auf dem Weg vom Vatikan zum Palazzo Santa Maria in Portico, wo er und Lucrezia wohnten, auf dem Petersplatz überfallen und am Kopf, am rechten Arm und am Schenkel durch Dolchstiche schwer verwundet. Die schwer bewaffneten Angreifer hatten auf dem Petersplatz als Pilger verkleidet auf ihr Opfer gewartet. Alfonso, der als Prinz aus dem Haus Aragon eine hervorragende Waffenausbildung genossen hatte, konnte sich trotz der Übermacht der Männer verwundet in den Vatikan retten. Den Banditen gelang die Flucht, und so konnten die Drahtzieher hinter diesem Attentat nie ermittelt werden. Alexander VI. ließ den schwer verletzten Schwiegersohn sofort in einem Raum unmittelbar über den päpstlichen Gemächern unterbringen und von seinen eigenen Ärzten behandeln. Alfonso wies jedoch jede ärztliche Hilfe aus Furcht vor Gift von sich und ließ dem König von Neapel durch einen Eilboten ausrichten, dass er sich in höchster Gefahr befinden würde, worauf dieser unverzüglich seinen Leibarzt nach Rom schickte.[37] Ebenfalls auf Anordnung Alexanders wurden die Räume sogar von der päpstlichen Garde bewacht. Lucrezia und ihre Schwägerin Sancia pflegten Alfonso, bis er am 18. August 1500 von Michelotto im Auftrag Cesares oder des Papsts selbst ermordet wurde.[38][39] Über den Tathergang gibt es verschiedene Versionen. Die wahrscheinlichste Schilderung ist, dass eine Truppe bewaffneter Männer unter der Führung von Cesares Hauptmann Michelotto Corella in die päpstlichen Gemächer eindrang und die Ärzte verhaftete. Als sich ihnen Lucrezia und Sancia entgegenstellen, soll Michelotto erklärt haben, er führe nur einen Befehl aus, aber wenn der Papst anderes anordne, sei er selbstverständlich bereit, diesem zu gehorchen. Lucrezia und Sancia folgten dem Rat von Michelotto und verließen daraufhin den Raum, um ihren Vater aufzusuchen und den Haftbefehl aufzuheben. Was Alexander angeordnet hat, ist unbekannt und für das Schicksal des Herzogs von Bisceglie ohne Bedeutung. Michelotto dachte nicht daran, die Rückkehr der beiden Frauen abzuwarten, und so fanden Lucrezia und Sancia nach ihrer Rückkehr Alfonso erdrosselt vor.[36][40] Ein gewisser Brandolin beschrieb die erschütternde Szene, die von anderen Augenzeugen bestätigt werden konnte:

„Auf Anraten der Ärzte wurden die Wunden schon verbunden, der Kranke (Alfonso) hatte kein Fieber mehr oder doch nur sehr wenig und scherzte im Schlafzimmer mit seiner Frau und seiner Schwester, als plötzlich ... Michelotto (Miguel da Corella), der unheimliche Diener Cesare Valentinos (Lucrezias Bruder), ins Zimmer eindrang. Er packte mit Gewalt Alfonsos Onkel und den königlichen Gesandten (Neapels), und nachdem er ihnen die Hände hinter dem Rücken verbunden hatte, übergab er sie zwei Bewaffneten, die hinter der Tür standen, damit diese sie in den Kerker führten. Lucrezia, Alfonsos Gattin, und Sancia, seine Schwester, schrien, von der Plötzlichkeit und Gewaltsamkeit des Vorgefallenen überrascht, Michelotto an und fragten, wie er es wagen könne, eine solche Missetat vor ihren Augen und in Gegenwart Alfonsos zu verüben. Er entschuldigte sich, so beredt er konnte, und erklärte, er gehorche nur dem Willen anderer, er müsse nach den Befehlen anderer leben, aber wenn sie wollten, könnten sie zum Papst gehen, und es wäre ein leichtes, die Freilassung der Verhafteten zu erwirken. Von Zorn und Mitleid überwältigt ... gingen die beiden Frauen zum Papst und bestanden darauf, dass er ihnen die Gefangenen herausgebe. Unterdessen erdrosselte Michelotto, der schurkischste aller Verbrecher und verbrecherischste aller Schurken, Alfonso, der ihn wegen seiner Missetat entrüstet getadelt hatte. Als die Frauen vom Papst zurückkehrten, fanden sie bewaffnete Männer vor der Zimmertür, die ihnen den Eintritt verwehrten und meldeten, dass Alfonso tot sei. Michelotto, der Urheber des Verbrechens, erfand die weder wahre noch auch nur halbwahre Geschichte, dass Alfonso, außer Fassung gebracht durch die Größe der Gefahr, in der er schwebte, da er gesehen, wie man Männer, die ihm durch Verwandtschaft und Wohlwollen verbunden waren, von seiner Seite gerissen hatte, ohnmächtig zu Boden gestürzt sei und dass aus der Wunde in seinem Kopf viel Blut geflossen und er so gestorben sei. Die Frauen, entsetzt über diese grausame Tat, von Angst bedrückt und außer sich vor Kummer, erfüllten den Palast mit ihrem Schreien, Jammern und Klagen, und die eine rief nach ihrem Gatten, die andere nach ihrem Bruder, und ihre Tränen hatten kein Ende …“[41]
Johannes Burchard bestätigte Brandolins Schilderung und verwendete folgenden bedeutungsschweren Satz: Da Alfonso „sich weigerte, seinen Wunden zu erliegen, wurde er um vier Uhr nachmittags erdrosselt.“[42] Sechs Stunden nach der Ermordung Alfonsos wurde dessen Leichnam in aller Stille in die Peterskirche gebracht und in der Kapelle Santa Maria delle Febbri in St. Peter beigesetzt.[43] Sein Mörder war angeblich Cesare Borgia, obwohl vermutlich in diesem Fall der Papst selbst den Tötungsauftrag gegeben hatte. Denn Alfonso hatte am Tag seiner Ermordung von dem Fenster seines Krankenzimmers aus auf Cesare, der im vatikanischen Garten spazierenging, mit einer Armbrust geschossen. Lucrezia zog sich daraufhin auf ihr Schloss in Nepi zurück, kam aber wenig später wieder nach Rom.[44]

Ehe mit Alfonso I. d’Este
Im Jahr 1501 bereitete Alexander VI. eine erneute Heirat vor. Er lehnte zunächst das Heiratsangebot von Francesco Orsini, Herzog von Gravina, den die Orsini angeboten hatten, ab. Es war diesmal eine Ehe mit Alfonso I. d’Este von Ferrara vorgesehen.[45] Er war der älteste Sohn des Herzogs Ercole I. d’Este von Ferrara, Modena und Reggio aus dessen Ehe mit Eleonora von Aragón, der Tochter von König Ferdinand I. von Neapel und seiner Ehefrau, Isabella di Chiaramonte.[34] Lucrezia und Alfonso waren sich wahrscheinlich bereits im November 1492 das erste Mal begegnet, als Ercole seinen Sohn im Zuge der Feierlichkeiten zur Papstwahl Alexanders nach Rom sandte und er einige Wochen im Vatikan wohnte. Zu diesem Zeitpunkt war Alfonso aber noch mit Anna Maria Sforza ehelich verbunden, die er am 12. Januar 1491 oder nach anderen Quellen am 12. Februar 1491 im Alter von fünfzehn Jahren geheiratet hatte. Sie war die Tochter Galeazzo Maria Sforzas und die jüngere Schwester von Bianca Maria Sforza. Sie war am 30. November 1497 an den Folgen einer Totgeburt verstorben und Alfonso war nun Witwer.[34][46]

Zunächst zeigte sich Alfonso I. wie auch sein Vater Ercole I. sehr abgeneigt. Sie hielten es für unter ihrem hohen Stand, mit den Borgias eheliche Verbindungen einzugehen. Lucrezia war zudem eine unehelich geborene Papsttochter. Alexander konnte die d’Estes jedoch angesichts der Bedrohung durch Cesare Borgia in der Romagna erpressen sowie durch eine hohe Mitgift und andere Versprechungen (günstige päpstliche Belehnungen, finanzielle Vergünstigungen in Form des Erlasses der Tributzahlungen, Kardinalat für die d’Este usw.) überzeugen. Nach monatelangen Verhandlungen um den Ehekontrakt und die hohen Forderungen Ercoles bezüglich der Mitgift kam es endlich zu einer Übereinkunft.[47] Ercole hatte eine Mitgift Lucrezias in der Höhe von 200.000 Dukaten und als kirchlicher Vikar von Ferrara die Reduzierung der kirchlichen Abgaben von 4.000 auf 100 Dukaten pro Jahr gefordert. Ferner wollte er, dass sein dritter Sohn Ippolito mit dem Bistum Ferrara belehnt wird. Außerdem verlangte er die Aushändigung zweier kleiner Ortschaften, Pieve und Cento, die bisher zum Bistum von Bologna gehört hatten. Zudem wollte er sicherstellen, dass die Mitgift Lucrezias zuerst an seine Gesandten ausbezahlt wird, bevor die Braut Ferrara betreten durfte.[48] Lucrezia erhielt von ihrem Vater schließlich eine Mitgift von 100.000 Dukaten in Bargeld und 75.000 Dukaten in Schmuck, Kleidern und Wertgegenständen. Dazu wurden Ferrara seitens der Kirche finanzielle Vorteile gewährt, die ebenfalls ungefähr der Summe von 100.000 Dukaten entsprachen. Am 24. August 1501 wurde der Ehevertrag beurkundet. Die Este zeichneten den am 26. August 1501 im Vatikan entworfenen und vom Papst unterzeichneten Ehekontrakt am 1. September 1501 in ihrem Sommerpalast in Belfiore gegen. Als am 4. September 1501 der von Ercole und Alfonso unterzeichnete Ehekontrakt wieder in Rom eintraf, wurde dies in Rom gefeiert. Man feuerte bis in die Nacht hinein von der Engelsburg unablässig Bombarden ab und am folgenden Tag ritt Lucrezia mit einem Gefolge von 300 Reitern durch Rom. Es wurden in der ganzen Stadt Freudenfeuer entzündet und Alexander berief ein Konsistorium ein, um die Kardinäle und die Botschafter von diesem Ereignis zu unterrichten.[49][50][51] Am 13. Dezember 1501 berichtete der Botschafter des Markgrafen von Mantua:

„Die Mitgift wird im ganzen dreimal 100.000 Dukaten betragen, ohne die Geschenke, welche Madonna an diesem oder jenem Tag erhalten wird: Zuerst 100.000 Dukaten bar und in Ferrara ratenweise; dann Silberzeug für mehr als 3.000 Dukaten, Juwelen, feines Leinen, kostbaren Schmuck für Maultiere und Pferde, im ganzen für andere 100.000. Unter anderem hat sie ein besetztes Kleid, mehr als 15.000 Dukaten an Wert und 200 kostbare Hemden, von denen manches Stück 100 Dukaten Wert besitzt.“[52]
Ein anderer Beobachter wusste zu berichten, dass wegen der Hochzeit Lucrezias in Neapel in einem halben Jahr mehr Gold verkauft und verarbeitet worden sei, als sonst in zwei Jahren.[52] Zudem musste Alexander Ercole die Kastelle Cento und Pieve übertragen und ihn von allen Steuerpflichten gegenüber der Kirche befreien.[53] In der Zwischenzeit vertrat Lucrezia vom 25. September 1501 bis zum 17. Oktober 1501 als Stellvertreterin des Oberhauptes der Christenheit die Angelegenheiten des Papsttums im Vatikan, da ihr Vater mit Cesare eine Inspektionsreise zu den neuerworbenen Besitzungen der Borgias in der Nähe Roms unternehmen wollte. Es handelte sich um Güter, die Alexander der Familie Colonna entzogen hatte. In dieser Zeit besaß Lucrezia die Vollmacht, die gesamte Korrespondenz des Papstes zu öffnen.[54] Burchard berichtet über dieses Ereignis:

„Vor der Abreise aus Rom übergab er seine Räume, den ganzen Palast und die laufenden Geschäfte seiner Tochter Lucrezia, die während seiner Abwesenheit die päpstlichen Gemächer bewohnte. Auch gab er ihr den Auftrag, die an ihn gerichteten Briefe zu öffnen, und sie solle, wenn eine Schwierigkeit vorläge, den Rat des Kardinals Costa und der anderen Kardinäle einholen, die sie zu diesem Zwecke zu sich rufen könne. Aus irgendeinem Anlass schickte Lucrezia nach Costa und setzte ihm den Auftrag des Papstes auseinander. Costa hielt den Fall für belanglos und sagte zu Lucrezia, wenn der Papst beim Konsistorium die Angelegenheit vorbringe, sei da der Vizekanzler oder ein anderer Kardinal für ihn, der das Protokoll führe; es müsse daher auch in gehöriger Weise einer da sein, der die Unterredung notiere. Lucrezia erwiderte: Ich verstehe wohl zu schreiben. Costa fragte darauf: Wo ist euer Federkiel? Lucrezia verstand den Sinn des Scherzes des Kardinals. Sie lächelte und beide beschlossen artig die Unterhaltung. Über diese Dinge war ich nicht befragt worden.“[55]

Am 31. Oktober 1501 gab Cesare im Apostolischen Palast ein festliches Abendessen, an dem auch Lucrezia teilnahm und das unter dem Namen „Kastanienbankett“ oder „Kastanienball“ in die Geschichte eingegangen ist. Bei dieser Orgie hätten fünfzig eingeladene Kurtisanen nach dem Mahl nackt mit Dienern und anderen Männern getanzt, seien auf dem Boden zwischen brennenden Kerzenleuchtern umhergekrochen und hätten ausgestreute Kastanien aufgesammelt. Die Männer, die anschließend mit ihnen am häufigsten den Akt vollzogen hätten, seien prämiert worden.[56] Diese Schilderung des Kastanienbanketts, die heute von ernsthaften Historikern nicht als Tatsachenbericht bewertet wird, stammt von Johannes Burckard, Zeremonienmeister am päpstlichen Hof.[57]

Obwohl Ercole Ende November 1501 ein Protestschreiben Maximilians gegen die Ehe Alfonsos mit Lucrezia erhalten hatte, schickte er am 9. Dezember 1501 die aus mehr als 500 Personen bestehende Eskorte des Bräutigams ohne den Bräutigam von Ferrara nach Rom auf, um die Braut abzuholen. Der glanzvolle Zug traf am 23. Dezember 1501 in Rom ein. Die Borgias hatten derweil in Rom keine Kosten gescheut, um die Familie d'Este durch übertriebenen Prachtaufwand und kostspielige Festivitäten zu beeindrucken. Schon am Stadttor wurde der Zug von 19 Kardinälen und deren Gefolge von insgesamt 4000 Mann empfangen. Man zog gemeinsam von dort in den Vatikan, wo Alexander mit 12 weiteren Kardinälen die Ferraresen empfing.[58] Noch am selben Tag suchte der Gesandte Ferraras im Auftrag seines Herrn Lucrezia auf und machte folgende Charakterisierung der Papsttochter:

„Mein erlauchtester Herr. Heute nach dem Abendessen begab ich mich mit Messer Girardo Sarazeno zur erlauchtesten Donna Lucrezia, um mit derselben im Namen Ew. Exzellenz und Sr. Herrlichkeit Don Alfonso aufzuwarten. Bei dieser Gelegenheit hatten wir ein langes Gespräch über verschiedene Dinge. Sie gab sich hier in Wahrheit als sehr klug und liebenswürdig und von guter Natur zu erkennen, Eurer Exzellenz und dem Erlauchten Don Alfonso höchst ehrerbietig ergeben, so dass man wohl urteilen darf, dass Eure Hoheit und Don Alfonso über sie eine wahre Genugtuung empfinden werden. Sie besitzt außerdem eine vollkommene Grazie in allen Dingen, nebst Bescheidenheit, Lieblichkeit und Sittsamkeit. Nicht minder ist sie eine gläubige Christin und zeigt sich gottesfürchtig. Morgen will sie zur Beichte gehen und dann am Weihnachtsfest kommunizieren. Ihre Schönheit ist schon hinreichend groß; aber die Gefälligkeit ihrer Manieren und die anmutige Weise sich zu geben, lassen sie noch weit größer erscheinen: Kurz und gut, ihre Eigenschaften dünken mir von solcher Art, dass man von ihr nichts Schlimmes zu argwöhnen hat, vielmehr nur die besten Handlungen zu erwarten berechtigt ist. Ich hielt es für passend, durch dieses mein Schreiben der Wahrheit gemäß Eurer Hoheit dadurch Zeugnis abzustatten.“[58]
Dieser Bericht ist ein Beweis für den zweifelhaften Ruf, den Lucrezia zum Zeitpunkt ihrer Verheiratung mit Alfonso genossen haben muss, und so musste der Gesandte Ferraras in Rom daraufhin Ercole d’Este hinsichtlich seiner neuen Schwiegertochter mit jenem Brief beruhigen, da wahrscheinlich auch Lucrezia bei den angeblichen Orgien der Borgias anwesend gewesen war.[59] Am 30. Dezember 1501 fand im Vatikan die Trauung per procurationem statt. Als Stellvertreter des abwesenden Gatten diente Alfonsos Bruder Ferrante, der mit seinen Brüdern Kardinal Ippolito und Sigismund den Brautzug begleitete.[50] Johannes Burchard hat die Trauungszeremonie detailliert geschildert:

„Nach dem Wettrennen am 30. Dezember stellten sich die Trompeter und allerart Musikanten auf der Plattform der Treppen von St. Peter auf und stimmten mit großer Macht alle ihre Instrumente an. Donna Lucrezia trat aus ihrer Wohnung neben der Peterskirche heraus, in einem auf spanische Weise gegürteten Goldbrokatgewand mit einer langen Schleppe, die eine Zofe ihr nachtrug. Rechts von ihr ging Don Ferdinand, links Don Sigismund, die Brüder ihres Gatten. Dann folgten etwa 50 römische Damen in prächtigen Gewändern und hinter diesen je zwei und zwei die Dienerinnen Lucrezias. Sie stiegen hinauf in den ersten Paulinischen Saal über dem Palastportal, wo sich der Papst mit 13 Kardinälen und Cesare Borgia befand. Der Bischof Porcario hielt eine Predigt und der Papst sagte ihm zu wiederholten Malen, er solle schneller machen. Als er endlich fertig war, wurde vor den Papst ein Tisch hingestellt. Don Ferdinand, sowie Donna Lucrezia traten vor den Papst an den Tisch heran und Ferdinand steckte im Namen seines Bruders Lucrezia einen goldenen Ring an.“[60]

Der Schmuck, der Lucrezia übergeben wurde, hatte einen Wert von ungefähr 70.000 Dukaten. Es wurde aber auf ausdrückliche Anordnung Ercoles bei der Übergabe in einer Urkunde festgehalten, dass Lucrezia den Ehering geschenkt erhalte. Der übrige Schmuck wurde aber in der Schenkungsurkunde nicht erwähnt. Ercole wollte damit, wie er offen bekannte, sicherstellen, dass der Schmuck den Este nicht verloren ging, falls die Ehe wegen Untreue Lucrezias aufgelöst werden müsse. Nach der Hochzeit zahlten päpstliche Beamte den Leuten Ercoles das in dem Ehevertrag als Mitgift Lucrezias vereinbarte Bargeld aus, denn vor Auszahlung der Mitgift wollten die Este Lucrezia nicht in Ferrara aufnehmen. Die Übergabe der Mitgift zögerte sich als Folge der Entdeckung von Falschmünzen hinaus und so konnte Lucrezia erst am 6. Januar ihre Reise nach Ferrara antreten.[59] Sie verließ mit ihrem aus 180 Personen zählenden Gefolge, das sich aus den von den Borgia entmachteten Colonna wie Francesco Colonna von Palestrina und seiner Ehefrau, und den Orsini wie Fabio Orsini sowie den Angehörigen der Häuser Farnese, Frangipani, Cesarini, Massimi und Mancini zusammensetzte, Rom. Sie wurde bei ihrem Auszug von sämtlichen Kardinälen und Abgeordneten bis zur Porta del Popolo begleitet. Für den Transport ihrer prächtigen Aussteuer waren mindestens 150 Maultiere und zahlreiche Wagen im Einsatz.[61] Ein venezianischer Beobachter berichtete sogar, dass ihr Zug aus insgesamt 660 Pferden und Maultieren und 753 Personen bestand, unter denen sich auch die Köche, Sattler, Kellermeister, Schneider und der Goldschmied der Papsttochter befanden. Eine Bedingung des Ehevertrags war es, dass sie ihren Sohn aus der Ehe mit Alfonso von Aragon bei ihrer Schwägerin Sancha zurücklassen musste.[62] Lucrezia und ihr Gefolge zogen erst am 2. Februar in Ferrara ein und wurde unter anderem von ihrer Schwägerin Isabella d’Este, der Markgräfin von Mantua, empfangen.[63] Alfonso galt als sachverständiger Kenner alles militärischen Wesens, besonders des Geschützgusses, und in allen ballistischen Fragen. Er vergnügte sich tagsüber bei Mätressen und Prostituierten, verbrachte jedoch die Nacht regelmäßig bei ihr.[64] Nach dem Tod Papst Alexanders VI. am 18. August 1503 riet der französische König Ludwig XII. Ercole I. und Alfonso zur Scheidung. Er schrieb dem Gesandten von Ferrara:

„Ich weiss, dass sie niemals mit dieser Eheschließung einverstanden waren. Diese Madonna Lucrezia ist in Wirklichkeit nicht die Gattin von Don Alfonso.“[65]
Alfonso und die Bevölkerung von Ferrara lehnten allerdings eine Auflösung der Ehe ab, obwohl Ercole I. an seinen Gesandten Giangiorgio Seregni im damals französischen Mailand schrieb:

„Giangiorgio. Um Dich über das aufzuklären, wonach Du von vielen gefragt wirst, ob nämlich der Tod des Papstes Uns Kummer bereitet, so geben Wir Dir zu wissen, dass er Uns in keiner Weise unlieb ist. Vielmehr zur Ehre Gottes unseres Herrn, und zum allgemeinen Besten der Christenheit haben Wir schon früher gewünscht, dass Gottes Güte und Vorsehung für einen guten und musterhaften Hirten sorgen möge und dass von seiner Kirche ein so großer Skandal genommen werde. Was Uns im besonderen betrifft, so können wir nicht anderes wünschen; denn die Rücksicht auf die Ehre Gottes und das allgemeine Wohl wird bei Uns maßgebend sein. Doch außerdem sagen Wir Dir, dass es nie einen Papst gab, von welchem Wir weniger Gunstbezeugungen empfangen haben, als von diesem, auch nach der mit ihm geschlossenen Verwandtschaft. Nur mit Not erhielten Wir dasjenige von ihm, wozu er verpflichtet war. Doch in keiner anderen großen oder kleinen Sache ist er Uns gefällig gewesen. Daran ist, so glauben Wir, zum großen Teil der Herzog der Romagna schuld; denn, weil er mit Uns nicht so verfahren konnte, wie er wohl verfahren sollte, behandelte er Uns wie ein Fremder; nie war er offenherzig zu Uns, nie hat er Uns seine Pläne mitgeteilt, noch teilten Wir ihm die unsrigen mit. Zuletzt, da er sich zu Spanien neigte, während Wir gute Franzosen blieben, hatten Wir weder vom Papst noch von Sr. Herrlichkeit etwas Freundliches zu hoffen. Deshalb hat Uns dieser Todesfall nicht betrübt, weil Wir nichts als Übles von der Größe des vorgenannten Herrn Herzogs zu erwarten hatten. Wir wollen, dass Du dieses Unser vertrauliches Bekenntnis wörtlich dem Herrn Großmeister (Chaumont) mitteilst, welchem Wir Unsere Empfindungen nicht verhehlen wollen; doch zu anderen sprich davon mit Zurückhaltung, und dann schicke diesen Brief zurück an den ehrwürdigen Herrn Gian Luca, unseren Rat, Belriguardo am 24. August 1503.“[66]
1505 wurde Alfonso nach dem Tod seines Vaters am 25. Januar 1505 Herzog von Ferrara, Modena und Reggio. Lucrezia wurde damit Herzogin von Ferrara.[61] Am Hof von Ferrara versammelte sie als Kunstmäzenin die berühmtesten Künstler, Schriftsteller und Gelehrten der Zeit wie Pietro Bembo, Ludovico Ariosto, Mario Equicola, Gian Giorgio Trissino und Ercole Strozzi um sich. Von dem Dichter Strozzi ist das berühmte Rosengedicht erhalten geblieben:

„Rose, der Erde entsprossen, vom Finger gepflückt. Warum erscheinet schöner als sonst Dein farbiger Glanz? Färbt Dich Venus aufs neue? Hat Lucrezias Lippe Dir im Kusse so hold schimmernden Purpur verliehn?“[67]

Nach dem Tod Alexanders VI. 1503 und einer Reihe von Unglücksfällen in der Familie d´Este zog sie sich jedoch immer mehr zurück und widmete sich dem religiösen Leben. Sie verbrachte viel Zeit in Klöstern, wobei sie diese und auch die Hospitäler des Herzogtums finanziell unterstützte.[68] Auch als Regentin von Ferrara erwarb sie sich große Anerkennung und wurde auch von ihrem Mann mit Staatsangelegenheiten betraut. So erließ sie im Mai 1506 ein Gesetz, das den Schutz der Juden in Ferrara und eine Bestrafung der Schuldigen sicherstellen sollte.[69] Nachdem der Dichter Strozzi Barbara Torelli, die Witwe Ercole Bentivoglios, im Mai 1508 geheiratet hatte, wurde er am 6. Juni 1508 an der Ecke des Palastes Este, der heute Pareschi genannt wird, tot aufgefunden. Er war noch in seinen Mantel gehüllt und der Körper war mit zweiundzwanzig Wunden übersät. Die Mörder konnten nicht ermittelt werden.[70] Im August 1512 starb Lucrezias ältester Sohn aus ihrer zweiten Ehe. Der mantuanische Agent Stazio Gadio schrieb am 28. August 1512 an seinen Herrn Gonzaga aus Rom:

„Hier ist sichere Kunde eingetroffen, dass der Herzog von Biseglia, der Sohn der Frau Herzogin von Ferrara und des Alfonso von Aragon, zu Bari gestorben ist, wo die Herzogin von Bari ihn bei sich hatte.“[71]
Als Lucrezia den Führern der durch Ferrara ziehenden Franzosen vor der Schlacht von Ravenna im Jahr 1512 einen Empfang gab, schrieb der Biograph des berühmten Bayard über Lucrezia:

„Vor allen anderen empfing die Franzosen mit großer Auszeichnung die gute Herzogin, welche eine Perle in dieser Welt war, und alle Tage gab sie ihnen wundervolle Feste und Bankette nach italienischer Art. Ich wage es zu sagen, dass es weder zu ihrer Zeit noch früher eine glorreichere Fürstin gab als sie; denn sie war schön und gut, sanft und liebenswürdig zu allen, und nichts ist so sicher als dies, dass, obwohl ihr Gemahl ein kluger und kühner Fürst war, diese genannte Dame ihm durch ihre Liebenswürdigkeit gute und große Dienste geleistet hat.“[72]
Während ihrer Ehe mit Alfonso gebar sie acht Kinder, von denen vier das Erwachsenenalter erreichten. Am 5. September 1502 wurde ihre erste Tochter totgeboren. Drei Jahre später, im Jahr 1505, kam Alessandro zur Welt, der aber noch im selben Jahr verstarb. Ein längeres Leben war ihren beiden nachfolgenden Söhnen vergönnt. Ercole II. d’Este wurde am 4. April 1508 geboren. Er heiratete 1528 Renée de France, die eine Tochter des französischen Königs Ludwig XII. war. Nach dem Tod seines Vaters wurde Ercole II. 1534 zum Herzog ernannt und verstarb im Jahr 1559. Am 25. August 1509 erblickte Ippolito II. d’Este das Licht der Welt, der ein geachteter Kirchenmann wurde. Er wurde im Jahr 1538 zum Kardinal berufen und war auch mehrmals ein Kandidat bei den Papstwahlen, jedoch gelang es ihm nie, dieses Amt zu erlangen. Er starb 1572. Es folgte Alessandro d’Este, welcher im April 1514 geboren wurde, aber bereits am 10. Juli 1516 starb. Lucrezias Tochter Eleonora d’Este, welche später Nonne wurde, wurde im Jahr 1515 geboren und starb im Jahr 1575. Francesco d’Este wurde am 1. November 1516 geboren und wurde später Fürst von Massa. Er ehelichte 1540 Maria di Cardona aus dem Haus Folch de Cardona und starb am 22. Februar 1578.

Tod an Kindbettfieber
Im Herbst 1518 erkrankte Lucrezia während ihrer letzten Schwangerschaft schwer. Kurz nach der komplizierten Geburt ihrer Tochter Isabella Maria, die am Tag der Geburt am 14. Juni 1519 verstarb, ließ sie am 22. Juni 1519 einen Brief an Papst Leo X. diktieren:

„Heiligster Vater und mein zu verehrender Herr. Mit aller nur möglichen Ehrfurcht der Seele küsse ich die heiligen Füße Ew. Seligkeit und empfehle mich demutsvoll in Ihre Heilige Gnade. Nachdem ich durch eine schwierige Schwangerschaft mehr als zwei Monate lang gelitten habe, gebar, wie es Gott gefiel, am 14. dieses Monats in der Morgenfrühe eine Tochter und hoffte, nach dieser Geburt auch von meinen Leiden befreit zu sein; doch das Gegenteil davon ist eingetreten, so dass ich der Natur den Tribut zahlen muss. Und so groß ist die Gunst, welche mir Unser gnädigster Schöpfer schenkt, dass ich das Ende meines Lebens erkenne und fühle, wie ich in wenigen Stunden ihm entnommen sein werde, nachdem ich zuvor die heiligen Sakramente der Kirche werde empfangen haben. Und an diesem Punkt angelangt, erinnere ich mich als Christin, obwohl eine Sünderin, daran, Ew. Heiligkeit zu bitten, dass Sie in ihrer Gnade geruhen, mir aus dem geistlichen Schatz eine Unterstützung zuzuwenden, indem Sie meiner Seele die heilige Benediktion erteilen: Und so bitte ich Sie darum in Demut und empfehle Ew. Heiligen Gnaden meinen Herrn Gemahl und meine Kinder, welche alle Ew. Heiligkeit Diener sind. In Ferrara am 22. Juni 1519 in der 14. Stunde Ew. Heiligkeit demütige Dienerin Lucrezia von Este.“[73]
Sie starb im Beisein ihres Ehemannes und von diesem tief betrauert in der Nacht des 24. Juni in Belriguardo bei Ferrara an Kindbettfieber.[74] Alfonso d’Este schrieb seinem Neffen Federigo Gonzaga nach ihrem Tod folgendes:

„Erlauchtester Herr, mein zu verehrender Bruder und Neffe. Gott unserem Herrn hat es gefallen, in dieser Stunde die Seele der Erlauchtesten Frau Herzogin, meiner teuersten Gattin, zu sich zu rufen, was ich Ew. Exzellenz mitzuteilen nicht unterlassen kann, um unserer gegenseitigen Liebe willen, welche mich glauben macht, dass Glück und Unglück des einen auch die des anderen sind. Um nicht ohne Tränen kann ich dies schreiben, so schwer wird es mir, mich einer so lieben und süßen Gefährtin beraubt zu sehen, denn das war sie mir durch ihre guten Sitten und die zärtliche Liebe, die zwischen uns bestand. Bei so bitterem Verlust würde ich wohl in dem Trost Ew. Exzellenz eine Hilfe suchen, aber ich weiß, dass auch Sie ihren Teil am Schmerze nehmen werden, und mir wird es lieber sein, jemand zu haben, der eher meine Tränen mit den seinigen begleitet, als mir Trostworte spendet. Ew. Herrlichkeit empfehle ich mich. Ferrara am 24. Juni in der fünften Stund der Nacht. Alfonsus, Herzog von Ferrara.“[75]

Lucrezias Grab befindet sich beim Chor des Klosters Corpus Domini in Ferrara. Eine Stirnlocke Lucrezias, die sie einst dem Dichter Bembo geschenkt hatte, wurde von diesem sorgfältig aufbewahrt und liegt heute mit seinen berühmten Schriften in der Bibliotheca Ambrosiana in Mailand.[76]

Am 28. November 2008 wurde ein Gemälde von Dosso Dossi, das unter dem Namen Portrait of a Youth bekannt ist und in der National Gallery of Victoria in Melbourne ausgestellt ist, von dem Konservator Carl Villis als mögliches Porträt von Lucrezia Borgia identifiziert. Als eines der Argumente wird angeführt, dass der Dolch auf dem Gemälde jenen Dolch symbolisieren soll, den sich die römische Heldin Lucretia nach der Vergewaltigung durch Sextus Tarquinius in die Brust gestoßen haben soll. Der Myrtebusch und die Blumen sind ein Verweis auf die römische Göttin Venus und weibliche Schönheit. Der Dolch und die Myrte stehen hierbei für Lucrezias Vorname und Nachname, da die Borgias die Göttin Venus als ihr Emblem gewählt hatten. Die lateinische Inschrift des Gemäldes bezieht sich auf die Tugend und das schöne Antlitz der dargestellten Person.[77][78]

Unternehmerisches Wirken
In Norditalien erwarb Lucrezia scheinbar wertloses Sumpfland, ließ es mit Hilfe von Entwässerungsgräben und Kanälen trockenlegen und nutzte es anschließend als Weide- oder Anbauland von Getreide, Bohnen, Oliven, Flachs und Wein. Innerhalb von sechs Jahren kaufte sie in Norditalien bis zu 20.000 Hektar Land und erwirtschaftete damit große Gewinne.[79][80]

Legende
Lucrezia wurde als Objekt dynastischer Geschäfte und für den weiteren Aufstieg der Familie dreimal verheiratet. Nach Lucrezias Tod wurden ihr von den Feinden ihrer Familie eine Reihe von Affären nachgesagt, wie beispielsweise mit Pietro Bembo und Gianfrancesco Gonzaga, dem Ehemann ihrer Schwägerin Isabella d’Este, die alle jedoch in den Bereich der Legenden gehören und mit historischen Quellen nicht belegt werden können. Die Vorstellung, sie sei eine Art frühneuzeitliche Messalina gewesen, ist eine der bekanntesten Erzählungen über die Familie Borgia.[81] Die eigentliche Borgia-Legende hat ihren Ursprung wahrscheinlich sowohl in früheren Dämonenerzählungen, die über das Papsttum der ersten Jahrhunderte im Umlauf waren, als auch in Aberglauben und Propagandaschriften im Zeitalter von Hexenverfolgung und Inquisition. Ins Zentrum dieser Berichte geriet Lucrezia, weil solches Fehlverhalten nach christlicher Vorstellung von einer Frau ausgehen musste. Die Ausgestaltung der Legende übernahm kurz nach dem Tod Alexanders der päpstliche Zeremonienmeister Johannes Burckard.[82] Alexandre Dumas mit seinem Roman Les Borgia und Victor Hugo mit seinem Theaterstück Lucrèce Borgia prägten das Bild von Lucrezia als einer Frau mit einem ausschweifenden Lebenswandel und einer skrupellosen Giftmischerin. Der Librettist Felice Romani machte aus Hugos Vorlage das Libretto zur gleichnamigen Oper von Gaetano Donizetti.[83]

Künstlerische Bearbeitungen
Lucrezias Leben diente als Vorlage vieler künstlerischer Darstellungen, Bücher und Filme, in denen sie oft die Rolle einer Femme fatale einnimmt.

Victor Hugo schrieb über Lucrezia Borgia die Theatertragödie Lucrèce Borgia, zu der Gaetano Donizetti 1833 auf der Basis eines Librettos von Felice Romani eine Oper komponierte (Lucrezia Borgia)
Conrad Ferdinand Meyer verfasste eine Novelle Angela Borgia (1891). Die fiktive Geschichte dreht sich um Lucrezia und ihre entfernte Verwandte Angela Borgia und um vielerlei Intrigen am Hof von Ferrara
Alfred Schirokauer: Lukrezia Borgia. Historischer Roman. R. Bong, Berlin 1925
Klabund: Borgia, Roman einer Familie, 1928 (über Lucrezia Borgia, Cesare Borgia und deren gemeinsamen Vater Papst Alexander VI.)
Mario Puzo: Die Familie, erschienen postum 2001, historischer Roman, der sich allerdings weniger an die gesicherten historischen Fakten hält, als vielmehr die Unzahl von Anekdoten in Romanform verarbeitet
Filme
In den meisten Filmen finden sich sehr freie, die gerüchteumwobene Komponente des Stoffes betonende Verfilmungen.

1910: Lucrezia Borgia, von Mario Caserini mit Francesca Bertini
1910: Lucrezia Borgia, von Ugo Falena mit Vittoria Lepanto
1912: Lucrezia Borgia, von Gerolamo Lo Savio
1919: Lucrezia Borgia, von Augusto Genina
1922: Lucrezia Borgia, von Richard Oswald
1935: Lukrezia Borgia (Lucrecia Borgia), von Abel Gance
1940: Lucrezia Borgia, von Hans Hinrich
1947: Lucrecia Borgia, von Luis Bayón Herrera
1953: Lucrezia Borgia (Lucrèce Borgia), von Christian-Jaque nach dem Roman von Cécil Saint-Laurent
1958: Die Liebesnächte der Lucrezia Borgia (Le notti di Lucrezia Borgia), von Sergio Grieco
1974: Die Sünden der Lucrezia Borgia (Lucrezia giovane), von Luciano Ercoli
1974: Unmoralische Geschichten (Contes immoraux), von Walerian Borowczyk
1982: Le notti segrete di Lucrezia Borgia, von Roberto Bianchi Montero
1990: Lucrezia Borgia, von Lorenzo Onorati
1994: Lucrezia Borgia, Fernsehfilm von Tonino Delle Colle
2006: Los Borgia, von Antonio Hernández; ein Porträt der Dynastie
2010: Borgia, Fernsehserie
2010: Die Borgias, Fernsehserie von Neil Jordan 
Borgia, Lucrezia (I42672)
 
50515 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_(Évreux)

Ludwig von Frankreich, Graf von Évreux (* Mai 1276; † 19. Mai 1319 in Paris) war der dritte Sohn des französischen Königs Philipp III. mit dessen zweiten Ehefrau Maria von Brabant. Er war der Halbbruder von König Philipp IV. und Karl von Valois, dem Gründer des Hauses Valois.
1298 gab ihm Philipp IV. als Paragium die Grafschaften Évreux, Étampes, Beaumont-le-Roger, Meulan und Gien. 1316 bekam er zusätzlich die Grafschaft Longueville. Im Januar 1317 wurde er zum Grafen von Évreux und damit zum Pair von Frankreich ernannt.
Anders als die meisten seiner Zeitgenossen war er ein friedliebender Adliger. Er verteidigte in diplomatischen Missionen die Rechte des Königs gegen die Kirche und unterstützte insbesondere seinen Halbbruder Philipp IV. in dessen Kampf gegen Papst Bonifatius VIII. (1294–1303). Er nahm 1297, 1304 und 1315 an den Feldzügen in Flandern teil.

(Apr 2018) 
von Évreux, Graf Ludwig (I8453)
 
50516 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_II._(Anjou) (Mai 2020)

Ludwig II. war der Sohn Herzogs Ludwigs I. von Anjou und der Marie von Châtillon-Blois. Nach dem Tod des Vaters 1384 erbte Ludwig nicht nur die familiären Besitzungen in Frankreich, sondern auch den Anspruch auf den Königsthron in Neapel, den die Familie durch Adoption von Königin Johanna I. erhalten hatte. Ludwig wurde von seinem Vater deshalb bereits 1383 mit dem Titel eines Herzogs von Kalabrien ausgestattet, die offizielle Würde der Erbprinzen von Neapel-Sizilien.
Ludwig stand die ersten Jahre unter der Vormundschaft seiner Mutter bis er 1389 in Saint Denis von seinem Vetter, König Karl VI. von Frankreich, zum Ritter geschlagen wurde. Im selben Jahr wurde Ludwig am 1. November vom Gegenpapst Clemens VII. in Avignon zum König von Sizilien (der offizielle Titel der Könige von Neapel) und Jerusalem gekrönt. Den Anspruch auf den neapolitanischen Thron musste sich Ludwig allerdings gegen den Konkurrenten Ladislaus erkämpfen der tatsächlich in Unteritalien herrschte. Dabei gelang es ihm kurzzeitig Neapel einzunehmen, verlor es aber 1399 wieder an Ladislaus.

1400 heiratete Ludwig Jolanthe von Aragón, unter deren Obhut in Angers der spätere Dauphin und König Karl VII. erzogen wurde. In den Machtkämpfen um die Regentschaft für den regierungsunfähig gewordenen König Karl VI. nahm Ludwig Partei für seinen Vetter, Herzog Ludwig von Orléans, und unterstützte nach dessen Ermordung 1407 die Armagnacs gegen die Machtansprüche eines weiteren Vetters, Herzog Johann von Burgund. 1409 gründete er die Universität Aix. Nachdem 1410 König Martin I. von Aragón gestorben war, galt Ludwig als einer der Kandidaten für die Nachfolge in Aragón, jedoch setzte sich in dem Kompromiss von Caspe Fernando de Trastámara durch.

1412 versuchte Ludwig erneut einen Angriff gegen Ladislaus von Neapel und zog mit mehr als 12.000 Mann nach Italien. Zuvor hatte dieser im Jahr 1409 Dalmatien für 100.000 Dukaten an Venedig verkauft. Unterstützt von Gegenpapst Johannes XXIII., drang er über den Liris vor, schlug Ladislaus bei Rocca Secca, nutzte aber seinen Sieg nicht und kehrte, entzweit mit seinen Bundesgenossen, nach Frankreich zurück. Dort sorgte er im Kronrat für einen Ausschluss des Dauphin Johann, welcher der burgundischen Partei nahestand. Im April 1417 starb der Dauphin womit in der Nachfolge der Favorit der Anjous, Karl VII., als Nachfolger aufrückte. Ludwig selbst starb wenig später und wurde in der Kathedrale von Angers beigesetzt 
von Anjou, Herzog Ludwig II. (I8924)
 
50517 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_II._(Frankreich) (Jul 2023)

Ludwig II., genannt der Stammler (französisch Louis le Bègue; * 1. November 846; † 10. April 879 in Compiègne), war der älteste und einzige überlebende Sohn des westfränkischen Königs Karl II. des Kahlen und wurde 877 dessen Nachfolger.

Im Februar 856 verlobte Karl der Kahle den erst neunjährigen Ludwig mit einer Tochter des Bretonen­fürsten Erispoë und stattete ihn mit dem Dukat Maine aus, einem Gebiet, das er selbst vor seinem Regierungsantritt innegehabt hatte. Unklar ist, ob Ludwig bei diesem Anlass bereits die Königswürde für ein Unterkönigtum Neustrien erhielt. Der Heiratsplan schlug jedoch fehl, und aufständische Adlige, unter denen Robert der Tapfere eine führende Rolle spielte, vertrieben Ludwig 858 aus Maine. Ludwig kehrte an den Hof seines Vaters zurück. Dieser schenkte ihm 860 die Abtei Saint-Martin de Tours, das heißt deren Einkünfte; es war damals üblich, dass weltliche Herren als „Laienäbte“ Klöster „besaßen“, also deren Einkünfte bezogen, ohne sich um die geistlichen Angelegenheiten zu kümmern. 861 übertrug Karl Ludwig nominell den Schutz des Reiches vor den Normannen, doch war diese Funktion, obwohl Ludwig schon fünfzehn Jahre alt und damit nach damaliger Auffassung erwachsen war, nicht mit einer selbständigen Befehlsgewalt verbunden. Karl versöhnte sich mit Ludwigs Hauptgegner Robert dem Tapferen. Als Karl 862 überdies seinem Sohn die Abtei Saint-Martin aus politischen Gründen zu Gunsten Robert des Tapferen entzog, verließ Ludwig den Hof, begab sich zum Bretonenfürsten Salomon und rebellierte gegen seinen Vater. Mit bretonischen Truppen griff er das Anjou, die Grafschaft seines Widersachers Robert, an und plünderte dort. Auf dem Rückzug wurden Ludwig und die Bretonen aber von Robert angegriffen und besiegt. Noch im selben Jahr 862 musste sich Ludwig seinem Vater unterwerfen und ihm Treue schwören.

865 kam es zu einem Ausgleich zwischen König Karl, Ludwig dem Stammler und Robert dem Tapferen. Robert verzichtete auf seine Grafschaft Angers (Anjou), die Ludwig erhielt; dafür wurde Robert in Burgund entschädigt. Als Robert schon im folgenden Jahr im Kampf gegen die Loire-Normannen fiel, nahm Karl eine Neuverteilung der Ämter und Pfründen vor. Er nahm Ludwig die Grafschaft Anjou wieder weg, verlieh ihm aber dafür im März 867 die Würde eines Unterkönigs der Aquitanier.

Am 6. Oktober 877 starb Karl der Kahle, nachdem er Ludwig schriftlich zu seinem Nachfolger designiert hatte. Darauf wurde Ludwig am 8. Dezember 877 in Compiègne von Erzbischof Hinkmar von Reims zum König gesalbt und gekrönt. Zuvor hatte er die Unterstützung der Großen erlangt, indem er Grafschaften und Abteien unter ihnen verteilte. Am 7. September 878 wurde die Krönung in Troyes durch Papst Johannes VIII. wiederholt. Bereits im Frühjahr darauf starb Ludwig in Compiègne; er wurde in der dortigen Abtei Saint-Corneille begraben. 
von Frankreich (Karolinger), König Ludwig II. der Stammler (I2107)
 
50518 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Diesbach

Ludwig von Diesbach (* 1452 in Godesberg am Rhein; † 10. Februar 1527 in Bern) war ein Berner Staatsmann, der autobiographische Aufzeichnungen, die zu den wichtigsten mittelalterlichen Ego-Dokumenten des Adels gehören, hinterließ. Er stammt aus der Patrizierfamilie Diesbach.

Als junger Mann weilte er in Savoyen und von 1468 bis 1476 am Hof des französischen Königs Ludwig XI. 1480 wurde er Mitglied des bernischen Grossen Rates, 1481 Sechzehner und daraufhin Landvogt in Thun, Baden, Neuenburg und Aigle sowie Gesandter am französischen und am kaiserlichen Hof.

Auf König Maximilians Zug nach Italien erhielt er 1496 den Ritterschlag.

Seine Tochter Verena heiratete 1500 den Berner Adligen Kaspar von Mülinen. Sein Bruder war der Berner Schultheiss Wilhelm von Diesbach. 
von Diesbach, Ritter Ludwig (I57519)
 
50519 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Neuenburg

Ludwigs Eltern waren Rudolf IV. von Neuenburg und Eleonore, Tochter des Ludwig I. von Savoyen († 1335). Er war dreimal verheiratet. 1325 wurde Jeanne, Tochter des Jean II. de Montfaucon († 1336) seine erste Ehefrau. Im Jahr 1339 heiratete er Katharina, Tochter des Theobald Neuenburg-Blamont († vor 1368); 1369 ehelichte er Marguerite de Duin, Witwe des Aymon de La Sarraz sowie Tochter des Hugonin, Herr von Vufflens. Neben den Töchtern Isabella und Varenne (auch Verena) hatte Ludwig zwei unebenbürtige, unehelich geborene Söhne, Johann und Vauthier.

Wirken
Im Alter von 20 Jahren erhielt Ludwig von seinem Vater die Burg Champvent und das Schloss Neuenburg. Dies bedeutete den Beginn des Konflikts mit den de Montfaucon um seine Güter in der Freigrafschaft Burgund. In Morteau errang er die Kastvogtei über das Priorat erringen.

Ludwig wurde 1343 Graf von Neuenburg und erwarb im folgenden Jahr die Herrschaft Gorgier. Wohl nach Savoyer Vorbild gestaltete er die wirtschaftliche Verwaltung seiner Grafschaft. Um seine Herrschaft zu festigen, erteilte er 1343 Boudry und sechs bzw. zehn Jahre später Le Landeron die Stadtrechte. Zu Beginn des Hundertjährigen Kriegs stellte sich Neuenburg als Militärunternehmer in den Dienst der französischen Krone. Er trat mit seinem Sohn Johann 1350–1351 in die Dienste Giovanni Viscontis. Diese Unternehmungen führten zu grosser Verschuldung. Um das Lösegeld für Johann aufzubringen, musste er Rechte an seine Untertanen abtreten. Die Gemeinden konnten oft den Grundstein zu neuen Vermögen legen. Johann starb 1369 in Gefangenschaft. 
von Neuenburg, Graf Ludwig (I59012)
 
50520 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Lukas_Fugger (Sep 2023)

Nach dem Tod von Andreas Fugger im Jahre 1457 übernahmen zunächst die Söhne und die Granderneffen (ein Thomas Grander († 1467/68) war laut Augsburger Stadtlexikon ein Schwiegersohn von Andreas Fugger) zeitweilig die Kaufmannsgeschäfte. Zwei Jahre später trat Lukas an die Spitze des Unternehmens und baute dessen Ansehen und Reichtum stetig aus. Die Handelsbeziehungen und Geldgeschäfte reichten sogar bis nach Rom und London. Auch Maximilian I. verschuldete sich bei Lukas mit einer Summe von mehr als 10.000 Gulden. Für diesen hohen Betrag (nahezu das gesamte Geschäftskapital von Lukas) erhielt er die belgische Stadt Löwen als Bürgschaft.

Die Bürgschaft stellte sich jedoch als wertlos heraus, da sich die Stadt bzw. deren Bürgerschaft weigerte, den geschuldeten Betrag zu bezahlen. Auf Drängen von Lukas forderte schließlich Philipp I. von Habsburg, der Sohn von Maximilian, die Stadt Löwen zur Schuldbegleichung auf. Nachdem sich die Stadt weiterhin unbeeindruckt gezeigt hatte, verhängte Maximilian 1499 sogar die Reichsacht. Dies zeigte jedoch ebenfalls keine Wirkung. Weitere Schritte zur Begleichung der Schuld wurden von Maximilian nicht mehr unternommen. Vielmehr überließ er Lukas seinem Schicksal.

Lukas geriet durch die fehlende Rückzahlung in große Geldnot. Dramatisch wurde die Situation jedoch erst, als kurz darauf sämtliche Gläubiger ihr Geld, das sie in Lukas' Unternehmen investiert hatten, zurückverlangten. Besonders einige Mitglieder der eigenen Familie forderten die rasche und vollständige Rückzahlung der geliehenen Gelder. Sein eigener Sohn Lukas drohte dem ehemals hochangesehenen Vater sogar mit dem Messer. Die Familie verlor aufgrund der desolaten Finanzlage ihre Stubenfähigkeit in Augsburg und Lukas zog sich daraufhin nach Graben, seine südlich von Augsburg gelegene Heimat, zurück. Jakob Fugger kaufte ihm dort schließlich seine letzten verbliebenen Ländereien ab und verhalf ihm so wenigstens zu etwas Geld. Kurz vor seinem Tod begab sich der nahezu mittellose Lukas wieder nach Augsburg und kam bei seinem Schwiegersohn Hanns Raiser unter. 
Fugger (Reh), Lukas (I42832)
 
50521 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Wilhelm (I57732)
 
50522 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Rudolf (I57733)
 
50523 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Rudolf (I57734)
 
50524 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Ritter Werner (I57736)
 
50525 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Sebastian (I57936)
 
50526 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Augustin (I57938)
 
50527 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Melchior der Hochedle (I57945)
 
50528 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Rudolf der fromme Ritter (I12718)
 
50529 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Petermann (I57949)
 
50530 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Rudolf (I57951)
 
50531 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Luternau

Die Familie von Luternau (auch Luternow) ist ein Schweizer Adelsgeschlecht. Die Herren von Luternau waren eine kyburgische und habsburgische Ministerialenfamilie. Ursprungsort und namensgebende Gemeinde ist Luthern im Kanton Luzern in der Schweiz. Ab der frühen Neuzeit gehörten die Luternau zum Berner Patriziat, ihre Titulatur lautete seit 1669 wie bei den anderen fünf altadeligen Geschlechtern wohledelvest.

Geschichte
1226 wird die Familie mit Werner I. von Luternau erstmals urkundlich erwähnt, als er zusammen mit einem Ritter Elmigrin das Kloster St. Urban überfiel, übel darin hauste und auch dessen Güter in Langenthal verheerte. Der Bischof von Konstanz, Konrad II. von Tegerfelden, warf ihn in den Kirchenbann, worauf er reuig wurde und sich mit dem Konvent versöhnte. Seine Ehefrau Ata von Grünenberg, deren Eltern nicht gewiss sind, schenkte der Abtei zur Sühne das Gut Schlatt bei der Kaltenherberge bei Roggwil BE, das dem Ausbau des Wässersystems im Langetental noch hinderlich gewesen war. Trotzdem kamen das Kloster und die vorherrschenden Grundherren, die Freiherren von Grünenberg, nicht zur Ruhe. Werners Söhne Burkhard, Rudolf I. und Werner II. akzeptierten die Versöhnung ihrer Eltern mit dem Kloster nicht, überfielen und brandschatzten 1255 St. Urban erneut.

1277 verkauften sie den Zisterziensern sämtliche Rechte und Güter in Langenthal, der Marktort wurde fortan vom Kloster und den Freiherren von Grünenberg einvernehmlich verwaltet. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Langenthal gründete auf Ansprüche am Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Langenstein: ein urkundlich nicht fassbarer Heinz von Luternau sei mit einer Idda von Langenstein verheiratet gewesen.

Rudolf und Ulrich von Balm, Ulrich und Markward von Grünenberg, Cuno von Rüti und Werner und Rudolf von Luternau schenkten 1259 dem Johanniterhaus Thunstetten ihren Kirchensatz zu Lotzwil, den sie gemeinsam besassen.

Im 13. und 14. Jahrhundert stand die Familie im Dienst der Kyburger und der Habsburger. Sie besass Grundherrschaften im heutigen Luzerner Hinterland. Rudolfs I. Enkel Petermann (1385–1430) kam durch seine Heirat mit Margaretha von Liebegg zu den Herrschaften Liebegg und Schöftland.

Anfang des 15. Jahrhunderts war die Familie im Besitz der Burgrechte in Aarau, Zofingen, Willisau, Sursee und Luzern. 1429 erhielt die Familie das Burgrecht in Bern.

1602 verkaufte die Familie ihren Stammsitz Liebegg und 1653 die Herrschaft Schöftland. Im 17. Jahrhundert erlosch der Zweig in Biel. Der ältere Hauptzweig blieb bis zum Franzoseneinfall 1798 im Berner Grossen Rat vertreten. Einige Familienmitglieder übernahmen Offizierspatente in Bern, Holland, Frankreich und Piemont.

1901 starb das Geschlecht mit dem Tod von Friedrich von Luternau in Bern aus. Ein Zweig der Familie lebt heute in Texas. 
von Luternau, Magdalena (I58249)
 
50532 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Madeleine_von_Frankreich (Jan 2024)

Madeleine von Frankreich (* 10. August 1520 in St-Germain-en-Laye; † 7. Juli 1537 in Edinburgh) war Königin von Schottland.

Madeleine wurde als fünftes Kind und dritte Tochter des französischen Königs Franz I. und dessen Gemahlin Claude von Frankreich geboren.[1] Im Vertrag von Rouen zwischen Schottland und Frankreich wurde festgelegt, dass Jakob V., der 1513 bereits im Alter von 17 Monaten König von Schottland geworden war, eine Tochter Franz I. heiraten sollte.[2]

Um 1534 überlegte Jakob zwar zunächst, Margaret Erskine, seine Mätresse und Mutter seines Sohnes James Stewart, Earl of Moray, zu heiraten, doch sein Parlament überredete ihn zur Heirat mit einer ausländischen Prinzessin. Als er daraufhin auf die Idee einer französischen Heirat zurückkam, fiel seine Wahl auf die 14-jährige Madeleine, die, obwohl zum Zeitpunkt des Vertrags von Rouen noch nicht geboren, nun die älteste Prinzessin war, da ihre älteren Schwestern früh verstarben. Deren Vater antwortete jedoch, sie sei noch zu jung, und bot ihm drei andere hochstehende französische Edeldamen an, Marie de Bourbon, Marie de Guise und Isabelle von Navarre.[3] 1536 reiste Jakob nach Paris, um Marie de Bourbon kennenzulernen, war von ihr aber nicht angetan. Stattdessen verliebten sich er und die mittlerweile 16-jährige Madeleine. Ihr Vater gab nur zögerlich seine Zustimmung zu einer Heirat, da er Bedenken wegen der Gesundheit des empfindlichen Mädchens hatte.[4]

Am 1. Januar 1537 wurde das Paar in der Pariser Kathedrale Notre-Dame de Paris vermählt, blieb bis zum Frühling am französischen Hof und reiste dann im Mai nach Schottland. Bei ihrer Ankunft in Leith nahm Madeleine zwei Handvoll schottische Erde, als öffentliche Geste, dass sie nun Königin des Landes war.

Wie ihr Vater befürchtet hatte, erkrankte die junge Prinzessin jedoch und starb bereits im Juli in Edinburgh, bevor sie gekrönt werden konnte. Der Ehe entsprangen keine Kinder. Ein Jahr nach ihrem Tod heiratete ihr Gemahl die ebenfalls erst seit einem Jahr verwitwete Marie de Guise, die zuvor mit ihrem damaligen Ehemann der Vermählung von Jakob und Madeleine beigewohnt hatte.[5]

Madeleine wurde in der Holyrood Abbey in Edinburgh beigesetzt. Sir David Lindsay beklagte Madeleines Tod in einem Gedicht, in dem er beschreibt, wie die Freude während der Vorbereitung zu ihrer Krönung in plötzliche Trauer umschlug. 
von Frankreich, Madeleine (I48480)
 
50533 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_I._(Braunschweig-Wolfenbüttel) (Jul 2023)

Nach dem Tod Albrechts übernahm Otto der Milde bis zu seinem Tod 1344 das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg.
Danach teilten es seine Brüder Ernst und Magnus untereinander auf. Ernst erhielt das Fürstentum Göttingen und Magnus das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel, welches er bis zu seinem Tod 1369 regierte. Diese Teilung ist für das Herzogtum Braunschweig deshalb von Bedeutung, weil es das erste Mal in der Geschichte des Landes von einem eigenen Herzog geführt wurde.
Doch Calvörde mit der Burg Calvörde wurden an adligen Familien für längere Zeit ausgehändigt.[1]

Mit dem Tod des letzten askanischen Markgrafen von Brandenburg, trat Ludwig der Bayer das Erbe an. Otto der Milde von Braunschweig hatte nach einem Erbvergleich mit Ludwig dem Bayer eine Anzahl altmärkischer Städte zugesichert bekommen. Später wwurde eine neue Abmachung getroffen, nach der nach dem Tode Ottos und Agnes’, die Altmark komplett an Ludwig zurückfallen solle. Ludwig suchte Anhang unter der altmärkischen Ritterschaft zu gewinnen. Darunter war auch die Stadt Braunschweig. Nach dem Tode der Herzogin Agnes, wurden die Fehden zwischen Ludwig und Otto dem Milden größer, er sah, dass die altmärkische Ritterschaft hinter Ludwig stand. Er verzichtete auf das Erbe gegen 3000 Silber Mark. 1345 beschwerte sich Ludwig, dass Albert von Alvensleben die Burg Calvörde samt dem Marktflecken Calvörde genommen und noch 5 Dörfer dazu zerstört habe. Albert handelte im Auftrage des neuen Braunschweiger Herzogs Magnus des Frommen, der Erbansprüche auf Calvörde und der Linderburg stellte. Die Fehden spitzten sich zu und es kam 1347 zur Schlacht, in der Magnus der Fromme geschlagen wurde.[1]

Im Jahr 1367 unterlag Magnus I. dem Bischof von Hildesheim Gerhard von Berg in der Schlacht von Dinklar, nachdem er plündernd auf das Gebiet des Hochstift Hildesheim vorgedrungen war. (1365–1398)[2].
 
von Braunschweig-Wolfenbüttel (Welfen), Herzog Magnus I. (I9615)
 
50534 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mandach

Mandach (schweizerdeutsch: ˈmɑndəχ)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt etwa sieben Kilometer nördlich des Bezirkshauptorts.

Geographie
Das Dorf liegt inmitten des Tafeljuras zwischen Aare- und Rheintal und ist auf allen Seiten von Hügeln umgeben. Es befindet sich am oberen Ende eines Tals, das in Richtung Norden zur Aare hin entwässert wird. Im Westen liegt der 605 Meter hohe Wessenberg mit einer alten Burgruine, im Südwesten der Besseberg (618 m ü. M.), im Süden der Rotberg (638 m ü. M.) und im Osten die Ausläufer des Böttebergs. Dem Rotberg vorgelagert ist der Hirzigen (538 m ü. M.). Das Dorf selbst schmiegt sich an einen 561 Meter hohen Hügel, der schlicht «Berg» heisst. An den Südhängen von Besseberg, Berg und Hirzigen befinden sich Rebberge mit einer Anbaufläche von insgesamt rund 10 Hektaren.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 554 Hektaren, davon sind 147 Hektaren bewaldet und 35 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist der Grat des Rotbergs auf 638 Metern, der tiefste liegt auf 430 Metern an der nördlichen Gemeindegrenze.

Nachbargemeinden sind Leuggern im Norden, Böttstein im Osten, Villigen im Süden und Mettauertal im Westen.

Geschichte
Untersuchungen um die Mandacher Kirche lassen darauf schliessen, dass das erste Kirchengebäude auf den Fundamenten eines römischen Gutshofes entstand.[5] Doch diese Gegend war schon um 500 v. Chr. vom Keltenstamm der Helvetier besiedelt worden. Ab 58 v. Chr. herrschten die Römer. 1930 wurden Reste eines römischen Wachtturms gefunden, der nach den Alamannenüberfällen von 259 bis 270 errichtet worden war. Die erste urkundliche Erwähnung von Mandacho erfolgte im Jahr 1218. Der Ortsname stammt vom spätlateinischen (praedium) Manduccacum und bedeutet dem Manduccus gehörendes Landgut.[3] Im Mittelalter gehörte der meiste Grundbesitz den Edlen von Wessenberg, deren Burg auf dem gleichnamigen Berg an der Grenze zu Hottwil lag. Landesherren und Richter waren die Habsburger, die das Dorf dem Amt Waldshut zuteilten. 1316 mussten die Habsburger die Dörfer Mandach und Hottwil wegen Geldmangels an die Wessenberger verpfänden. Diese erwarben auch die niedere und hohe Gerichtsbarkeit; sie schufen damit ein kleines, fast völlig souveränes Herrschaftsgebiet. 1330 erscheint in einer Urkunde des Stifts Zurzach ein "Her Hainrich von Mandach" als Zeuge. Des Weiteren 1373 ein Edelknecht Rudiger von Mandach.[6] Im Waldshuterkrieg von 1468 besetzte Bern die Herrschaft Wessenberg und fügte es zu seinen Untertanengebieten im Berner Aargau an. Mandach war nun Teil des Gerichtsbezirks Wessenberg im Amt Schenkenberg. Die Berner liessen die Burg verfallen, 1528 führten sie die Reformation ein.

Das Schloss Mandach stand einst am Ufer des Hochrheins bei Zurzach. Im Südschwarzwald besteht noch die Ruine der Burg Mandach.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Mandach gehört seither zum Kanton Aargau. Bis heute ist Mandach ein von der Landwirtschaft und vom Weinbau geprägtes Dorf geblieben. Zwischen 1900 und 1970 sank die Einwohnerzahl um über 30 Prozent, da viele Dorfbewohner gezwungen waren, anderswo nach Arbeit zu suchen. Seither ist die Bevölkerungszahl jedoch wieder leicht ansteigend.

Sehenswürdigkeiten
Siehe auch: Liste der Kulturgüter in Mandach
Vor 1207 liessen die Herren von Wessenberg auf dem gleichnamigen Hügel ihren Stammsitz errichten. Diese war etwa 9 Meter breit und 40 Meter lang und verfiel nach der Eroberung durch die Berner im Jahr 1468 zu einer Ruine.[7] Die Kirche von Mandach stammt ursprünglich aus dem 11. Jahrhundert. In ihr finden sich Fresken aus dem 16. Jahrhundert, die erst 1962 wiederentdeckt wurden.

Aus Mandach stammt der älteste erhaltene Gemeindesarg mit dem Dendrodatum 1548. Er befindet sich heute im Museum Aargau.[8]

Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Geteilt von Weiss mit aus der Teilung wachsendem schwarzem Mohr mit roten Lippen und weissem Halsschmuck und von Rot.» Das Gemeindewappen entspricht dem Wappen des Ministerialengeschlechts der Edlen von Mandach und erschien erstmals 1370 auf der Zürcher Wappenrolle. Der Mohr stellt angeblich den Heiligen Mauritius dar.[9]

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von Mandach, Margareta (I12868)
 
50535 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Manesse

Die Manesse waren eine Adels- und Patrizierfamilie in Zürich, die vor allem durch die nach ihr benannte «Manessische Liederhandschrift» noch heute bekannt ist.

Das Geschlecht der Manesse war vom 13. bis 15. Jahrhundert ununterbrochen im Rat von Zürich vertreten. Zweimal stellten sie den Bürgermeister und förderten tatkräftig das städtische Kulturleben. Sie gehörten zum Patriziat der Stadt.

Ihr Wappen zeigt auf rotem Grund zwei kämpfende weisse Ritter, von denen der eine siegt. Es handelt sich um ein sprechendes Wappen; der Name kommt von Manesser «Manntöter».

Einen ersten Höhepunkt erreichte das Geschlecht zwischen 1250 und 1310. Es waren Manesse, die als Pröpste am Grossmünster dem Karlskult zum Durchbruch verhalfen und Konrad von Mure als Kantor anstellten. Um 1300 gab es nicht weniger als vier Manesse als Chorherren im Grossmünster, von denen einer dieses Amt gleichzeitig auch im Fraumünster ausübte. Zudem gab es vier Ratsherren, unter ihnen den von Hadlaub gerühmten Rüedge Maness (II). Über vierzig Jahre war Rüedge Ratsherr und nahm so an allen wichtigen Geschäften der Stadt teil. In seinem Haus, dem Manessehof, wurden Urkunden ausgestellt.

Propst Heinrich Maness liess sich 1271 im Grossmünster genau gegenüber den Gräbern der Stadtheiligen Felix und Regula, am Platz mit dem höchsten Prestige, bestatten.

35 Jahre später investierte Heinrich Manesse im Hard ein Vermögen, um sich und seiner Frau den Platz hinter den Heiligengräbern als letzte Ruhestätte zu kaufen.

Familienzweige
Es gibt verschiedene Linien der Familie Manesse: Die ritterliche Linie auf Burg Manegg, der Zweig im Hard, der seit 1224 erwähnt wird als Lehenträger der Fraumünsterabtei, des Klosters Einsiedeln und des Reichs, sowie die Linie auf Dorf. Stammvater der ritterlichen Linie auf Manegg war Rüdiger I (erstmals erwähnt 1224, gestorben 1253), Ritter und Reichsvogt.

Berühmt wurde sein Sohn Rüdiger II, Rechtskundiger und Freund und Förderer der Dichtkunst und Liedersammler (1234–1304); zudem wurde er von der Stadt und vom Fraumünsterstift mit verschiedenen wichtigen Aemtern betraut. Zusammen mit seinen Geschwistern war er bis 1252 Besitzer eines steinernen Hauses im Bereich der heutigen Wettingerhäuser. Er besass wohl auch den Manesseturm oben an der Schoffelgasse/Münstergasse, von dem das Hinterhaus an der Napfgasse 4 noch heute als denkmalgeschütztes Gebäude «Conditorei Schober» steht. Um 1300 gehörte ihm zudem die Burg Manegg.

Sein Sohn Rüdiger III (gestorben kurz nach seinem Vater 1304) war Anwärter für eine Chorherrenpfründe der Propstei 1272, Chorherr 1282, Schulherr des Grossmünsterstiftes seit 1296 und damit eigentlicher Bildungsvorstand der Stadt. Er hatte einen jüngeren Bruder gleichen Namens (Rüdiger IV, gestorben 1309). Auch sein Bruder Johannes I (gestorben 1297) war Anwärter auf eine Chorherrenpfründe der Propstei seit 1273, Chorherr 1281, Kustos oder Schatzmeister seit 1296. Als solcher kontrollierte er das Finanzwesen der grössten geistlichen Institution von Zürich. Laut Hadlaub war er zusammen mit seinem Vater Sammler von Minneliedern.

Die Familie der ritterlichen Linie muss reich gewesen sein. 1328 stiftete Rüedger V (1305–1331), Sohn von Rüediger IV, dem Grossmünster 20 Mark Silber für seine Jahrzeit (Messe zu seinem Andenken) – diese Summe entspricht den Jahreseinkünften der Freiherren von Regensberg um 1310 – und kurz nach seinem Tode versprach sein Bruder dem Grossmünster die Bezahlung der 60 Mark Silber, die Rüedger für einen Marienaltar gespendet hatte.

Die Nachkommen sympathisierten mit der Brunschen Umwälzung von 1336, Rüdiger VII löste Rudolf Brun als Bürgermeister ab. Nach seinem Tode (1380 oder 1383) wurde die Lebenslänglichkeit des Amtes abgeschafft, fortan wurden jährlich zwei Bürgermeister gewählt. Bald darauf ging es mit dem Familienzweig auf Manegg bergab, er erlosch wohl um 1415.

Heute finden wir am Fuss des Burghügels den Manessebrunnen, der an Rüdiger von Manegg und seinen Enkel erinnert, der sich in der Schlacht der Zürcher gegen die Oesterreicher, 1351 in Dättwil, hervortat. Die Inschrift auf der Bronzeplatte lautet:

„Dem Andenken Ritters Rüdiger Manesse, dem Freunde der Minnesänger, dem Horte des Rechts in Rath und That. Er starb MCCCIV. Sein Enkel siegte bei Dättwil.“
Der Zweig im Hard begann mit Johannes I, welcher die Güter im Hard samt Hardturm erbte. Die Nachkommen waren vom 13. bis zum 15. Jahrhundert politisch und wirtschaftlich sehr erfolgreich.

Die Linie auf Dorf war bürgerlich. Der Stammvater Conrad lebte von 1240 bis vor 1274. Sie waren aktiv im Rat und stellten auch einen Chorherrn. Das Steinhaus an der Kirchgasse 33 gehörte ab 1278 dem bürgerlichen Zweig der Manesse.

Seit 1219 gab es die Otto Manesse als Chorherren und Vertreter im Rat; seit 1305 die Manesse am Stad, an der Limmat; diese waren ebenfalls mit dem Chorherrenstift verbunden.

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Manesse, Hans (I11195)
 
50536 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Manesse

Die Manesse waren eine Adels- und Patrizierfamilie in Zürich, die vor allem durch die nach ihr benannte «Manessische Liederhandschrift» noch heute bekannt ist.

Das Geschlecht der Manesse war vom 13. bis 15. Jahrhundert ununterbrochen im Rat von Zürich vertreten. Zweimal stellten sie den Bürgermeister und förderten tatkräftig das städtische Kulturleben. Sie gehörten zum Patriziat der Stadt.

Ihr Wappen zeigt auf rotem Grund zwei kämpfende weisse Ritter, von denen der eine siegt. Es handelt sich um ein sprechendes Wappen; der Name kommt von Manesser «Manntöter».

Einen ersten Höhepunkt erreichte das Geschlecht zwischen 1250 und 1310. Es waren Manesse, die als Pröpste am Grossmünster dem Karlskult zum Durchbruch verhalfen und Konrad von Mure als Kantor anstellten. Um 1300 gab es nicht weniger als vier Manesse als Chorherren im Grossmünster, von denen einer dieses Amt gleichzeitig auch im Fraumünster ausübte. Zudem gab es vier Ratsherren, unter ihnen den von Hadlaub gerühmten Rüedge Maness (II). Über vierzig Jahre war Rüedge Ratsherr und nahm so an allen wichtigen Geschäften der Stadt teil. In seinem Haus, dem Manessehof, wurden Urkunden ausgestellt.

Propst Heinrich Maness liess sich 1271 im Grossmünster genau gegenüber den Gräbern der Stadtheiligen Felix und Regula, am Platz mit dem höchsten Prestige, bestatten.

35 Jahre später investierte Heinrich Manesse im Hard ein Vermögen, um sich und seiner Frau den Platz hinter den Heiligengräbern als letzte Ruhestätte zu kaufen.

Familienzweige
Es gibt verschiedene Linien der Familie Manesse: Die ritterliche Linie auf Burg Manegg, der Zweig im Hard, der seit 1224 erwähnt wird als Lehenträger der Fraumünsterabtei, des Klosters Einsiedeln und des Reichs, sowie die Linie auf Dorf. Stammvater der ritterlichen Linie auf Manegg war Rüdiger I (erstmals erwähnt 1224, gestorben 1253), Ritter und Reichsvogt.

Berühmt wurde sein Sohn Rüdiger II, Rechtskundiger und Freund und Förderer der Dichtkunst und Liedersammler (1234–1304); zudem wurde er von der Stadt und vom Fraumünsterstift mit verschiedenen wichtigen Aemtern betraut. Zusammen mit seinen Geschwistern war er bis 1252 Besitzer eines steinernen Hauses im Bereich der heutigen Wettingerhäuser. Er besass wohl auch den Manesseturm oben an der Schoffelgasse/Münstergasse, von dem das Hinterhaus an der Napfgasse 4 noch heute als denkmalgeschütztes Gebäude «Conditorei Schober» steht. Um 1300 gehörte ihm zudem die Burg Manegg.

Sein Sohn Rüdiger III (gestorben kurz nach seinem Vater 1304) war Anwärter für eine Chorherrenpfründe der Propstei 1272, Chorherr 1282, Schulherr des Grossmünsterstiftes seit 1296 und damit eigentlicher Bildungsvorstand der Stadt. Er hatte einen jüngeren Bruder gleichen Namens (Rüdiger IV, gestorben 1309). Auch sein Bruder Johannes I (gestorben 1297) war Anwärter auf eine Chorherrenpfründe der Propstei seit 1273, Chorherr 1281, Kustos oder Schatzmeister seit 1296. Als solcher kontrollierte er das Finanzwesen der grössten geistlichen Institution von Zürich. Laut Hadlaub war er zusammen mit seinem Vater Sammler von Minneliedern.

Die Familie der ritterlichen Linie muss reich gewesen sein. 1328 stiftete Rüedger V (1305–1331), Sohn von Rüediger IV, dem Grossmünster 20 Mark Silber für seine Jahrzeit (Messe zu seinem Andenken) – diese Summe entspricht den Jahreseinkünften der Freiherren von Regensberg um 1310 – und kurz nach seinem Tode versprach sein Bruder dem Grossmünster die Bezahlung der 60 Mark Silber, die Rüedger für einen Marienaltar gespendet hatte.

Die Nachkommen sympathisierten mit der Brunschen Umwälzung von 1336, Rüdiger VII löste Rudolf Brun als Bürgermeister ab. Nach seinem Tode (1380 oder 1383) wurde die Lebenslänglichkeit des Amtes abgeschafft, fortan wurden jährlich zwei Bürgermeister gewählt. Bald darauf ging es mit dem Familienzweig auf Manegg bergab, er erlosch wohl um 1415.

Heute finden wir am Fuss des Burghügels den Manessebrunnen, der an Rüdiger von Manegg und seinen Enkel erinnert, der sich in der Schlacht der Zürcher gegen die Oesterreicher, 1351 in Dättwil, hervortat. Die Inschrift auf der Bronzeplatte lautet:

„Dem Andenken Ritters Rüdiger Manesse, dem Freunde der Minnesänger, dem Horte des Rechts in Rath und That. Er starb MCCCIV. Sein Enkel siegte bei Dättwil.“
Der Zweig im Hard begann mit Johannes I, welcher die Güter im Hard samt Hardturm erbte. Die Nachkommen waren vom 13. bis zum 15. Jahrhundert politisch und wirtschaftlich sehr erfolgreich.

Die Linie auf Dorf war bürgerlich. Der Stammvater Conrad lebte von 1240 bis vor 1274. Sie waren aktiv im Rat und stellten auch einen Chorherrn. Das Steinhaus an der Kirchgasse 33 gehörte ab 1278 dem bürgerlichen Zweig der Manesse.

Seit 1219 gab es die Otto Manesse als Chorherren und Vertreter im Rat; seit 1305 die Manesse am Stad, an der Limmat; diese waren ebenfalls mit dem Chorherrenstift verbunden.

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Manesse, Anna (I60293)
 
50537 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Erotikos_Komnenos (Sep 2023)

Manuel Erotikos Komnenos (griechisch Μανουήλ Ἐρωτικός Κομνηνός, Manouēl Erōtikos Komnēnos; 955/960 – ~1020) war ein byzantinischer Heerführer unter Basileios II. und das erste Familienmitglied der Dynastie der Komnenen, dessen Lebenslauf bekannt ist. Seine Herkunft und Abstammung sind allerdings unbekannt. Er wird in den Quellen erstmals erwähnt als Führer der Verteidigung von Nicaea 978 gegen den Rebellen Bardas Skleros, sowie als kaiserlicher Gesandter bei Skleros elf Jahre später. Im hohen Alter hatte er drei Kinder. Der älteste, Isaak, wurde Kaiser von 1057 bis 1059 und der jüngste, Joannis Komnenos (Ἰωάννης Κομνηνός), war als Vater von Alexios I. Komnenos der eigentliche Ahn der Komnenen-Dynastie.

Über Manuels Jugend ist nichts bekannt. Aus dem Umstand, dass er 978 militärisch aktiv war und aus der Beobachtung, dass er bis 1015 Kinder bekam, kann man ein Geburtsdatum um 955/960 annehmen.[1] Auch über die Eltern ist wenig bekannt: da Manuels eigener erstgeborener Sohn Isaac (Isaakios) benannt wurde, hält es der griechische Gelehrte Konstantinos Varzos für wahrscheinlich, dass sein Vater den gleichen Namen hatte, da es den griechischen Brauch gibt, den ältesten Sohn nach dem Großvater väterlicherseits zu benennen. Nach Varzos erhielt Manuel seinen Familiennamen „Komnenos“ von seinem Vater, während seine Mutter wohl eine Dame aus der Familie „Erotikos“ gewesen ist, möglicherweise verwandt mit dem Rebellen Theophilos Erotikos aus dem 11. Jahrhundert.[2] Der Französische Historiker Jean-Claude Cheynet dagegen vermutet, dass Manuel aus der Familie Erotikos stammte und dass er der erste war, der den Familiennamen „Komnenos“ angenommen habe.[3] Die meisten Historiker akzeptieren die Erklärung von Michael Psellos, dass die Familie aus dem Dorf „Komne“ in Thrakien stammte.[4] Varzos vermutet auch, dass Manuel der Bruder des protospatharios Nikephoros Komnenos war, der bald nach 1021 als Gouverneur des mittelalterlichen Armenien in der Region Vaspurakan eingesetzt wurde. Dies ist möglich, aber eine Verwandtschaft kann nicht nachgewiesen werden.[3][4]

Manuel wird erstmals 978 erwähnt, als er die Verteidigung von Nicaea gegen den Rebellengeneral Bardas Skleros anführte. Skleros hatte sich gegen Kaiser Basileios II. (reg. 976–1025) erhoben. Auch wenn seine Großenkelin, die Prinzessin Anna Komnena, in ihrer Alexiade behauptet, dass er zum strategos autokrator (αὐτοκράτωρ, Oberkommandanten) des Ostens ernannt worden sei und mit Vollmachten ausgestattet war, um mit der Revolte fertig zu werden, so ist es viel wahrscheinlicher, dass er nur ein lokaler Kommandant war. Manuel erhielt die Verteidigung der Stadt mit einigem Erfolg aufrecht, auch wenn die Belagerer einen der Türme untergraben und zum Einsturz bringen konnten, bis der Nahrungsmangel unerträglich wurde. An diesem Punkt konnte Manuel Skleros überlisten, indem er vorgab, dass er noch bergeweise Korn vorrätig habe und Anstalten machte, sich Skleros anzuschließen, woraufhin dieser ihm und den Einwohnern erlaubte, frei nach Konstantinopel abzuziehen.[3] Manuel taucht wieder 989 auf, als er als Gesandter zu Skleros geschickt wird, der sich erneut gegen Basileios II. aufgelehnt hatte. Diesmal wurde Manuel entsandt, um ihn zur Übergabe zu überreden. Darin war er erfolgreich und der alternde Rebell beendete seine Revolte und stellte sich am 11. Oktober.[3] Zu dieser Zeit wird Manuel mit den Titeln Patrikios, Anthypatos und Vestes genannt.[3]

Erotikos hatte Landeigentum in der Region des heutigen Kastamonu in Paphlagonien, welches nach seinem Tod an seinen ältesten Sohn überging[3] und welches im 11. Jahrhundert zu einem wichtigen Stützpunkt der Familie wurde.[4] Manuel Erotikos Komnenos starb um 1020. Zu dieser Zeit waren seine Kinder noch sehr jung, weshalb er ihre Vormundschaft an Kaiser Basileios II. übertrug. 
Komnenos (Komnenen), Manuel (Michael) Erotikos (I7302)
 
50538 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_I._(Trapezunt) (Sep 2023)

Während seiner Regierungszeit war Trapezunt zunächst ein Vasallenstaat der Seldschuken des Sultanats von Ikonion und dann ab 1243 nach dessen zeitweiligem Zusammenbruch im Gefolge der Schlacht vom Köse Dağ, bei der trapezuntische Truppen die seldschukischen Einheiten gegen die siegreichen Mongolen unterstützt hatten, abhängig von den Mongolen.

Im Jahre 1253 versuchte Manuel dynastische Bande mit dem französischen Königshaus zu knüpfen, da er sich von einer solchen Verbindung die Hilfe der Kreuzfahrer gegen die Seldschuken und die Laskariden von Nicäa versprach. Sein Ansinnen wurde jedoch von König Ludwig IX. zurückgewiesen, der Manuel nahelegte, sich lieber am Hof des lateinischen Kaiserreichs von Konstantinopel um eine Braut zu bemühen. In diesem Zusammenhang beschreibt der Zeitzeuge Jean de Joinville, dass Manuel anlässlich seiner Werbung viele kostbare Geschenke an Ludwig sandte, was auf einen gewissen Reichtum hindeutet.

Die Einnahme Bagdads durch die Mongolen unter Hülegü im Jahre 1258 und die damit einhergehende endgültige Zerstörung des Kalifats der Abbasiden hatte die Wiederbelebung einer nördlichen Handelsroute zur Folge, die von Armenien und dem oberen Euphrattal nach Erzurum und dann über den Zigana-Pass direkt nach Trapezunt führte. Dies zog einen ökonomischen Aufschwung in der Stadt nach sich, da die aus dem Osten über die Seidenstraße herangebrachten Waren nun zur Verschiffung hierher ans Schwarze Meer geschafft und nicht wie zuvor über die Hafenstädte des östlichen Mittelmeers weiter nach Westen geleitet wurden. Der daraus folgende zunehmende Wohlstand Trapezunts lässt sich auch an den vielen Silber- und Bronzemünzen ersehen, die Manuel prägen ließ. Diese zirkulierten in großer Zahl auch außerhalb des trapezuntischen Gebiets und hier namentlich in Georgien. Auch wenn einige der aus dieser Zeit aufgefundenen Bronzemünzen noch von Alexios I. stammen dürften und diverse Silberasper bereits unter Johannes I. geprägt worden sein müssen, stammt doch der weitaus größte Teil von Manuel.

Ihm ist auch die Wiedererrichtung der Hagia Sophia von Trapezunt zu verdanken. Das in den Jahren 1250 bis 1260 auf seine Veranlassung hin erneuerte Mönchsstift, heute ein Museum, ist eines der schönsten der aus dieser Periode noch erhaltenen kaiserlichen Prachtgebäude im byzantinischen Stil.

Als Michael VIII. Palaiologos von Nikaia 1261 die Rückeroberung der Stadt Konstantinopel vom lateinischen Kaiserreich gelang, verlangte er von Manuel die Aufgabe des Kaisertitels und der damit einhergehenden Ansprüche auf die Nachfolge der oströmischen Herrscher. Diesem Verlangen kam der trapezuntische Herrscher indes nicht nach. 
Komnenos (Trapezunt, Komnenen), Kaiser Manuel I. (I42982)
 
50539 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_III._(Trapezunt) (Sep 2023)

Nach dem Tode seines älteren Bruders Basileios im Jahre 1377 wurde Alexios Thronfolger. Im selben Jahr heiratete er Gulkhan-Eudokia, eine Tochter des georgischen Königs David IX., die zuvor mit seinem gleichfalls bereits früh verstorbenen Halbbruder Andronikos vermählt gewesen war.

Als sein Vater 1390 starb, bestieg er den Thron von Trapezunt. 1395 heiratete er in zweiter Ehe Anna Philanthropene, eine Edelfrau aus der angesehenen oströmischen Dukas-Familie.

Seine Regierungszeit wurde nachhaltig von dem zur Jahrhundertwende erfolgten Einfall der Mongolen unter Timur Lenk geprägt, die sich nach der Eroberung Zentralasiens gegen Westen wandten. Manuel ging ein Bündnis mit ihnen ein und wurde ein Vasall Timur Lenks. Allerdings gelang es ihm, sich einer Aufforderung zur Beteiligung trapezuntischer Truppen an dessen Feldzug gegen die Osmanen zu entziehen. Die vernichtende Niederlage, die Timur Lenk den Osmanen 1402 unter Sultan Bayezid I. in der Schlacht bei Ankara beibrachte, erwies sich als günstig für Trapezunt, da der Druck der expandierenden Osmanen auf das Staatswesen merklich gemindert wurde. Zu einer gefährlichen Situation kam es jedoch, als Timur Lenk 1403 Kleinasien wieder verließ. Ein Teil seiner Armee zog auf einer gesonderten Route, die sie direkt über Kerasunt, eine bedeutende Stadt des Kaiserreichs Trapezunt, geführt hätte, aus Anatolien ab. Zur Erleichterung der Bevölkerung erreichten die Mongolen das durch Berge gut geschützte Kerasunt jedoch nicht und mussten sich mit der Verwüstung Oinaions (heute Ünye) begnügen, wo sie vermutlich der Herrschaft des Melissenos ein Ende bereiteten. Nach dem Abzug Timur Lenks wurden dessen Interessen in Armenien, Georgien und Trapezunt zunächst von seinem Sohn Chalil wahrgenommen. Dieser begab sich jedoch nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1405 schleunigst nach Samarkand, um dort die Nachfolge anzutreten. Damit endete die mongolische Oberhoheit über das Kaiserreich Trapezunt und die umliegenden turkmenischen Kleinstaaten.

Die letzten Regierungsjahre Manuels wurden von Streitigkeiten mit seinem Sohn und Nachfolger Alexios IV. überschattet. Diese entzündeten sich an der Person eines jungen Pagen, den Manuel in seine Dienste genommen hatte. Die Gunstbezeugungen, die er diesem zukommen ließ, erregten den Zorn des Thronfolgers und des trapezuntischen Adels, die sich an der niedrigen Herkunft des jungen Mannes stießen und die Bevölkerung gegen ihn aufhetzten. Der auf die Übernahme des Thrones spekulierende Alexios nutzte die Unruhe, um sich offen gegen Manuel zu erheben, von dem er die Verbannung des Pagen verlangte. Die Anhänger des Alexios und die unzufriedenen Adeligen, die sich der Erhebung angeschlossen hatten, belagerten Manuel schließlich in der Zitadelle von Trapezunt. Der eingeschlossene Kaiser musste letztlich nachgeben und der Page wurde aus Trapezunt verbannt. Damit war der Revolte der Nährboden entzogen. Die Aufrührer strömten auseinander und der weiter auf den Thron hoffende Alexios wurde zur Versöhnung mit Manuel gezwungen. Ironischerweise hatte er aufgrund der Abreden, die anlässlich der Versöhnung getroffen wurden, den Pagen in eigene Dienste zu nehmen.

Manuel starb 1417. Auf dem Thron folgte ihm sein Sohn Alexios IV. nach.

Ruy González de Clavijo, der kastilische Botschafter am Hofe Timur Lenks, wurde anlässlich seiner Durchreise im April 1404 von Manuel empfangen und schilderte diese Begegnung wie folgt:

Der Kaiser und sein Sohn waren in die kaiserlichen Gewänder gehüllt. Auf dem Kopf trugen sie schmale, lange, mit Marderfell umwickelte Hüte, die oben mit goldenen Schnüren besetzt waren, an deren Enden sich Kranichfedern befanden. Der Kaiser ist zu Tributzahlungen an Timur Lenk und an andere Turkmenen, die in der Nachbarschaft herrschen, verpflichtet. Er ist mit einer Verwandten des Kaisers von Byzanz verheiratet. Sein Sohn ist mit der Tochter eines Ritters aus Konstantinopel verheiratet, mit der er zwei kleine Töchter hat.
Wie schon sein Vater Alexios III. hatte auch Manuel ein reges Interesse an geistlichen Dingen. Im Jahr seiner Thronbesteigung stiftete er dem Sumela-Kloster ein kunstvoll verziertes Reliquiar in Kreuzform, in dessen Inneren sich ein Splitter des Kreuzes Jesu befunden haben soll. 
Komnenos (Trapezunt, Komnenen), Kaiser Manuel III. (I43008)
 
50540 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Komnenos_(Prinz) (Sep 2023)

Manuel Komnenos und sein jüngerer Bruder Johannes wurden am Hofe Kaiser Manuels I. erzogen.

Als nach Manuels Tod 1180 die Kaiserwitwe Maria von Antiochia zusammen mit ihrem Günstling, dem Protosebastos Alexios Komnenos, die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn Alexios II. übernahm, meldete Andronikos Komnenos von Kleinasien aus erneut Ansprüche auf den Thron an. Manuel und Johannes wurden daraufhin in Ketten gelegt, kamen aber wieder frei, als ihr Vater im Mai 1182 in Konstantinopel einzog und die Macht übernahm. Andronikos gab sich zunächst offiziell mit dem Rang eines Mitregenten neben Alexios II. zufrieden. Dieses Arrangement wurde jedoch im darauffolgenden Jahr beendet, als Andronikos den jungen Kaiser wie auch dessen Mutter umbringen ließ.

Manuel Komnenos wurde von seinem Vater, der nunmehr ranghöchster Basileus war, zum Sebastokrator ernannt. Sein Bruder Johannes, obwohl der deutlich jüngere, wurde 1184 zum Mitkaiser erhoben, nachdem der präsumtive Thronfolger, sein Schwager Alexios Komnenos, wegen eines Umsturzversuchs in Ungnade gefallen und eingekerkert worden war.

Im Gegensatz zu seinem Bruder beteiligte sich Manuel offenbar nicht an der Schreckensherrschaft ihres Vaters, die letztlich im September 1185 zu dessen gewaltsamem Sturz durch den Usurpator Isaak Angelos führte: Andronikos I. wurde vom aufgebrachten Hauptstadtmob grausam gelyncht. Manuel, den Andronikos I. im letzten Augenblick noch als Thronerben hatte einsetzen wollen, wurde geblendet und erlag kurz darauf den dabei erlittenen Verletzungen; sein Bruder Johannes erlitt das gleiche Schicksal.

Manuels Witwe Rusudan gelang es aus Konstantinopel zu fliehen. Ihre Söhne Alexios (1182–1222) und David begründeten 1204 das Kaiserreich Trapezunt. 
Komnenos (Byzanz, Komnenen), Manuel (I42972)
 
50541 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Palaiologos_(Despot) (Sep 2023)

Die Trauer über den tragischen Verlust seines Sohnes führte dazu, dass Michael IX. wenig später, am 12. Oktober 1320, im Alter von nur 43 Jahren ebenfalls starb. Als Andronikos II. seinem Enkel Andronikos III. daraufhin die Thronfolge entziehen wollte, entfachte dieser einen achtjährigen Bürgerkrieg.

Der Dichter Manuel Philes verfasste auf ihn ein Grabgedicht. 
Palaiologos (Byzanz) (Palaiologen), Prinz Manuel (I43025)
 
50542 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Maredudd_ap_Bleddyn

Maredudd ap Bleddyn († 1132) war ein König des walisischen Fürstentums Powys.

Er war ein jüngerer Sohn von Bleddyn ap Cynfin und von Haer, Tochter eines Gllyn. Nach dem Tod seiner älteren Brüder Madog und Rhiryd, die 1088 im Kampf gegen Rhys ap Tewdwr, Fürsten von Deheubarth gefallen waren, teilten er und seine Brüder Cadwgan und Iorwerth Powys unter sich auf. 1102 unterstützte er wie seine Brüder den anglonormannischen Lord Robert of Bellême, 3. Earl of Shrewsbury bei seiner Revolte gegen den neuen englischen König Heinrich I. Im Gegensatz zu seinen Brüdern wechselte er jedoch nicht vor Niederschlagung der Revolte die Seiten und wurde 1103 von Iorwerth gefangen genommen. Er kam erst 1107 wieder frei. Nach dem Tod von Iorwerth und Cadwgan 1111 diente er seinem Neffen Owain ap Cadwgan, der die Herrschaft in Powys übernommen hatte, als Befehlshaber der Leibwache. 1113 konnte er seinen flüchtigen Neffen Madog ap Rhiryd, der seine beiden Brüder Iorwerth und Cadwgan ermordet hatte, festnehmen und lieferte ihn an Owain aus. Als Belohnung übertrug ihm Owain die Herrschaft über einen Teil von Powys. Nachdem Owain 1116 im Kampf gegen die Anglonormannen gefallen war, war Maredudd der bedeutendste noch lebende Nachkomme von Bleddyn ap Cynfyn und erkämpfte sich die Vormachtstellung in Powys, die er bis zu seinem Tod beibehalten konnte. 1121 unternahm König Heinrich I. einen Feldzug gegen ihn, und auf Druck von Gruffydd ap Cynan, dem König von Gwynedd, musste sich Owain dem englischen König unterwerfen und ihm eine große Anzahl Rinder als Tribut zahlen. Seine Herrschaft wurde durch mehrere Familienfehden zwischen seinen Söhnen und seinen Neffen bedroht. Sein Neffe Ithel ap Rhiryd, der mehrere Jahre in englischer Gefangenschaft verbracht hatte, erhob nach seiner Freilassung 1124 Ansprüche auf Teile von Powys und wurde schließlich von Maredudds Sohn Gruffydd ermordet. Seinen Neffen Llywelyn ap Owain ließ Maredudd 1130 blenden und entmannen.

Er war mit Hunydd, einer Tochter von Eunydd ap Morein, einem Krieger und entfernten Cousin seines Vaters verheiratet.  
von Powys (ap Bleddyn), König Maredudd (I29932)
 
50543 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Margarete_von_Babenberg (Okt 2017)

Margarete von Babenberg, auch Margareta von Österreich, tschechisch Markéta Babenberská, (* 1204 oder 1205; † 29. Oktober 1266 auf der Burg Krumau am Kamp) war die Ehefrau des römisch-deutschen Königs Heinrich (VII.) und die erste Ehefrau des böhmischen Königs Přemysl Ottokar II.

Margarete war die Tochter des österreichischen Herzogs Leopold VI. von Babenberg und Theodora Angeloi, Tochter des byzantinischen Kaisers Isaak II. Am 29. November 1225 heiratete sie König Heinrich (VII.), den Sohn Kaiser Friedrichs II. Ihre Krönung fand am 28. März 1227 in Aachen statt. Heinrich wurde nach der fehlgeschlagenen Erhebung gegen seinen Vater 1235 gefangen gesetzt und starb 1242; Margarete begab sich daraufhin im selben Jahr in die Abgeschiedenheit des Dominikanerinnenklosters St. Katharinen in Trier und ab 1244 ins Kloster St. Markus in Würzburg desselben Ordens.

Nach dem Tod ihres kinderlosen Bruders Friedrichs II. in der Schlacht an der Leitha (1246) versuchte sie, ihre Erbansprüche auf die Herzogtümer Österreich und Steiermark gegenüber ihrer Nichte Gertrud durchzusetzen. König Wenzel I. von Böhmen wollte diese Herzogtümer durch eine Hochzeit seines Erstgeborenen Vladislav mit Friedrichs Nichte Gertrud vereinnahmen. Doch Vladislav starb bereits 1247. Nach Gertruds zweiter Heirat mit dem badischen Markgrafen Hermann und dessen Tod 1250 dauerte die herrscherlose Zeit an. Österreich und die Steiermark waren Reichslehen und wurden nach dem Aussterben der männlichen Linie der Babenberger als Reichsgut behandelt, zu einer rechtlich bindenden Belehnung kam es unter den letzten Staufern nicht mehr.

Der österreichische Adel bot Wenzels jüngerem Sohn Ottokar II. die Herrschaft über die Herzogtümer an. Voraussetzung dafür war jedoch die Heirat mit einer Erbin. Ottokar verweigerte die Hochzeit mit der Witwe seines Bruders und ehelichte am 11. Februar 1252 Margarete in der Burgkapelle von Hainburg. Die Braut war älter als ihr Schwiegervater König Wenzel I. Dabei ließ sich Ottokar die mit einer goldenen Bulle besiegelten kaiserlichen Privilegien, das Privilegium minus und dessen Besttätigung durch Kaiser Friedrich II. aus dem Jahr 1245, übergeben. Dadurch übertrug Margarete die Herrschaft der Herzogtümer Österreich und Steiermark an ihren Ehemann. Papst Innozenz IV., der zuvor schon einige Male zwischen Gertrud und Margarette die Seiten gewechselt hatte, bestätigte die rechtmäßige Übergabe der beiden Herzogtümer am 6. Mai 1252. In einer Urkunde vom 16. Juni 1252, in der der Propstei Ardagger ihr Mautrecht gesichert wurde, nannte sie sich neben ihrem Titel Romanorum (quondam) regina zum ersten Mal auch ducissa Austrie et Stirie ac marchionissa Moravie. 1260 bezeichnet sie sich in einer Urkunde als domina regni Bohemie.

Als 50-Jährige war sie aber außerstande, mit ihm Erben zu zeugen. Ottokar versuchte über den Papst, den unehelichen Sohn, den er mit einer von Margaretes Zofen hatte, als rechtmäßigen Nachfolger legitimieren zu lassen. Nachdem der Papst dies verweigerte, trennte sich Ottokar 1261 von Margarete. Sie ging nach Krumau am Kamp zurück und verbrachte die Winter in Krems. In Krumau bestätigte sie Privilegien ihres Bruders Friedrich und König Konrads IV. und gewährte den Dörfern im Landgerichtsbezirk Pölla-Krumau die Freiheit vom Landgericht (que nostre iurisdictioni subiacent per omnes terminos de Polan quibus speciali iure dominamur). Dadurch mussten nur noch todeswürdige Verbrechen von den Amtsleuten des Klosters an den Richter ausgeliefert werden.
Nach ihrer Trennung von Ottokar nannte sie sich Romanorum quondam regina, behielt aber den Titel ducissa Austrie et Stirie bei. Erst 1266 urkundete sie als quondam filia Livpoldi illustris ducis Austrie et Stirie et Romanorum regina und verwies so auf ihren Vater. Aus demselben Jahr 1266 stammt die letzte nachweisbare Urkunde Margaretes. Darin wird das Dorf Grafenberg aus der Pfarre Eggenburg an das Stift Lilienfeld geschenkt. Dieses Kloster hatte sie sich auch als Grabstätte ausgewählt. Der Zeitpunkt ihres Todes ist umstritten. Einige Quellen nennen 1266, während andere den 2. oder 12. Oktober 1267 belegen. Beigesetzt wurde sie ihrem Wunsch entsprechend im Stift Lilienfeld am nördlichen Rand des Altarraum, wo auch ihr Vater, der Stifter des Klosters bestattet ist. Außen an der Balustrade um den Altarraum weist dort eine Inschrift auf ihr Grab hin, die auf Deutsch lautet: Margareta, Königin der Römer, Ehefrau von König Ottokar II. von Böhmen, Tochter von Herzog Leopold, † 1266. 
von Österreich(Babenberger), Königin Margarete (I7983)
 
50544 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Margarete_von_Navarra

Margarete von Navarra (auch Margarete von Angoulême, französisch Marguerite de Navarre; * 11. April 1492 in Angoulême; † 21. Dezember 1549 in Odos) war die Tochter des Grafen Karl von Angoulême und ältere Schwester König Franz’ I. von Frankreich. Durch Heirat wurde sie 1509 Herzogin von Alençon und 1527 Königin von Navarra. Sie förderte Dichter, Künstler und Gelehrte und war auch selbst Schriftstellerin. Ihr bekanntestes literarisches Werk ist das Heptaméron.

Leben
Margarete stammte aus einer Nebenlinie der französischen Königsfamilie, die durch den Tod von Ludwig XII. ohne männliche Erben zur Hauptlinie wurde (Haus Valois-Angoulême). Sie war Tochter des hochgebildeten Grafen Karl von Angoulême und zwei Jahre ältere Schwester von Franz von Angoulême, der 1515 als Franz I. auf den Thron nachrückte. Selbst hochgebildet wie ihr Vater, wurde sie aus dynastischen Gründen 1509 mit Herzog Karl IV. von Alençon verheiratet. Durch die Thronbesteigung ihres Bruders wurde sie neben ihrer Mutter Luise von Savoyen für eine Weile zur mächtigsten Frau Frankreichs. So reiste sie als Unterhändlerin nach Madrid, um Franz zu befreien, als er dort nach der verlorenen Schlacht von Pavia als Gefangener von Karl V. festgehalten wurde.

1525 wurde sie Witwe und von vielen Fürsten für eine erneute Heirat umworben, unter anderem, wie es heißt, von Karl V. und Heinrich VIII. 1527 ließ sich Margarete, wiederum aus dynastischen Gründen, mit Henri d'Albret verheiraten, König des diesseits der Pyrenäen gelegenen Restes des alten Königreichs Navarra, dessen größerer Teil 1512 von Spanien annektiert worden war. Henri war 11 Jahre jünger als sie und entstammte der gräflichen Dynastie von Foix. Das Paar lebte anfangs überwiegend am französischen Hof, verbrachte aber auch viel Zeit in den südwestfranzösischen Residenzstädtchen Nérac und Pau, wo sie einen eigenen kleinen Hof unterhielten.

Margarete, die sieben Sprachen lesen konnte, betätigte sich nicht nur als Mäzenin, sondern war auch sehr an Glaubensfragen interessiert und sympathisierte mit Luther. Sie förderte und protegierte (und beherbergte auch häufig) Intellektuelle, die ebenfalls der Reformation zugeneigt waren, darunter Clément Marot, Bonaventure des Périers, Jacques Lefèvre d’Étaples, Jean Calvin, Nicolas Denisot, Jacques Peletier, Victor Brodeau, François Rabelais und Étienne Dolet.

Eine Zeitlang hatte sie mäßigenden Einfluss auf ihren Bruder, der die Anliegen der Reformatoren zwar missbilligte, zunächst aber duldete. 1534, nach der Affaire des Placards, musste sie erleben, dass er sich, mehr aus politischen als aus religiösen Erwägungen, entschieden auf die katholische Seite schlug. Margarete selbst wurde aber von ihm geschont; persönlich neigte sie eher zu einem mystischen, undogmatischen Sensualismus als zu streng protestantischen Ansichten.

Ihre letzte Lebensphase verbrachte sie überwiegend in ihrem kleinen Königreich, fern vom Pariser Hof, wo sie u. a. in ihrer Rolle als Beschützerin der oben genannten Protestanten angefeindet wurde.

Sie starb offenbar an einer winterlichen Lungenentzündung.

Margarete hatte von ihrem ersten Gatten keine Kinder, von ihrem zweiten einen Sohn, der noch als Kind starb, und eine Tochter, Jeanne d’Albret, die spätere Mutter von Heinrich IV., dem ersten protestantischen König Frankreichs.

Literarisches Schaffen
Heute ist Margarete vor allem als Autorin ein Begriff. So publizierte sie 1524 die Versmeditation Dialogue en forme de vision nocturne. 1531 ließ sie drei religiöse Langgedichte drucken unter dem Titel des längsten von ihnen, Le Miroir de l’âme pécheresse (der Spiegel der sündigen Seele). Das Büchlein spiegelt das enorme Interesse, das die von Reformatoren und Anti-Reformatoren polarisierten gebildeten Schichten, nicht zuletzt auch der Adel, theologischen Problemen entgegenbrachten, insbesondere der neuen Frage nach dem Verhältnis des einzelnen Gläubigen zu „seinem“ Gott. Es wurde von der Sorbonne verurteilt.

Ihren literarischen Ruhm erlangte Margarete durch das 1542 begonnene Heptaméron, eine Novellensammlung mit Rahmenhandlung, die wie praktisch alle Novellensammlungen der Zeit in der Tradition des Decamerone von Giovanni Boccaccio (um 1350) steht.
Das wohl per Diktat, zum Teil auf Reisen, entstandene Werk sollte ursprünglich ebenfalls hundert Novellen umfassen, die an zehn Tagen von zehn Personen (fünf Damen und fünf Herren) erzählt werden sollten; es blieb jedoch unvollendet durch den Tod Margaretes bei Novelle 72. Hauptthema ist, wie in allen Sammlungen dieser Art, die Anziehungskraft der Geschlechter aufeinander und die vielgestaltigen Verwicklungen, die sie zu verursachen pflegt. Neu ist Margaretes Behauptung absoluter Wahrheitstreue des Erzählten und neu auch ihre Idee, ihr Zehnergremium nach jeder Novelle mehr oder weniger ausführlich über deren jeweilige Moral diskutieren zu lassen. Da diese Diskussionen häufig wenig zielstrebig wirken und der Leser den sehr idealistischen Standpunkt der Autorin selbst nicht immer recht erkennt oder nicht nachvollziehen kann, erschienen sie bereits jüngeren Zeitgenossen wie Montaigne als etwas aufgesetzt und blutlos.

Das Werk wurde postum 1559 im Auftrag von Margaretes Tochter Jeanne d’Albret im Originaltext und mit dem etwa passenden Titel L’Heptaméron (Das Sieben-Tage-Werk) veröffentlicht, nachdem schon 1558 unter dem Titel Histoires des amants fortunés ein Raubdruck erschienen war, dessen Text im Sinne des gegenreformatorischen Konzils von Trient (1545–1563) theologisch und moralisch „gereinigt“, das heißt mitunter ziemlich verstümmelt worden war.

Noch zu ihren Lebzeiten dagegen erschien eine Sammlung von Gedichten unter dem mit ihrem Namen spielenden Titel Marguerites de la marguerite des princesses (Margariten von der Margarite der Fürstinnen, 1547). Erhalten sind darüber hinaus einige ungedruckt gebliebene Theaterstücke sowie zahlreiche Briefe. Eine Sammlung ebenfalls ungedruckt gebliebener Gedichte erschien 1896 als Les dernières poésies (letzte Dichtungen).

Mehr unter dem Link oben..
 
von Navarra (von Angoulême), Königin Margarete (Marguerite) (I13233)
 
50545 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Margarethe_von_Rodemachern

Margarethe von Rodemachern, auch bekannt als Margarethe (oder Margarete) von Nassau-Saarbrücken, war eine spätmittelalterliche adlige Büchersammlerin. Die Tochter Elisabeths von Lothringen erbte handgeschriebene Bücher von ihrer Mutter und erweiterte ihre Sammlung, die teilweise erhalten ist, durch Kauf, Tausch und Auftragsarbeiten.

Biografie
Margarethe war die Tochter Graf Philipps I. von Nassau-Saarbrücken und seiner zweiten Gemahlin Elisabeth von Lothringen. Sie hatte zwei ältere Brüder, die Grafen Philipp und Johann. Ihr Vater starb, als sie drei Jahre alt war. Sie wuchs am Hof in Saarbrücken auf.

1441 wurde die fünfzehnjährige Margarethe mit Gerhard von Rodemachern vermählt, Sohn von Johann von Rodemachern und Irmgard von Bolchen, die zum Zeitpunkt der Vermählung beide bereits verstorben waren.

Gerhard und Margarethe residierten in Rodemachern in Lothringen, das damals zum Herzogtum Luxemburg gehörte. Als Wittum erhielt Margarethe die Herrschaft Reichersberg bei Diedenhofen. Gerhard, der im Spannungsfeld zwischen Frankreich und Burgund–Habsburg stets eine antiburgundische Einstellung vertrat, starb vermutlich in den 1480er Jahren; Zeit seines Lebens war er in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt gewesen.

Das Ehepaar hatte fünf Töchter, von denen zwei ins Trierer Agnetenkloster gingen. Die Tochter Margarethe (um 1450 – 1509) heiratete 1473 Graf Eberhard von Sayn-Wittgenstein.

Nach ihrem Tod am 5. Mai 1490 wurde Margarethe von Rodemachern im Mainzer Karmelitenkloster beigesetzt, wo ihr Grabmal mit Figur noch erhalten ist

Margarethes Büchersammlung
Margarethe erbte Bücher von ihrer Mutter und ihrem an Literatur interessierten Bruder Johann. Weitere Bücher erwarb sie durch Kauf oder Tausch, andere ließ sie anfertigen. Um Margarethe bildete sich ein Kreis von literaturinteressierten Adeligen, zu denen neben ihrem Bruder Johann z. B. ein Herr Winrich zu Püttlingen bei Diedenhofen/Thionville, eine Herrin von Berburg und ihr Kaplan Philipp von Bolchen gehörte.

Zum Besitz der Margarete von Rodemachern gehörten u. a. folgende Bücher:

1. Ein Andachtsbuch (= Gotha Chart. B 237 I)

2. Ein Sammelband von 1429 mit Exempeln, Gebeten, einer Tierfabel, einer Spruchsammlung und der Erbauungsschrift des sog. 'Spiegelbuchs' (= Gotha Chart. B 237 II)

3. Ein Gebetbuch ihrer Mutter Elisabeth (= Hamburg SB theol. 2061)

4. Ein von Margarethe in Auftrag gegebenes Gebetbuch, das heute in Weimar aufbewahrt wird (= Weimar Q 59). Es besitzt eine Bilderkassette (um 1460) und wurde von ihrer Tochter Margarethe, Gräfin zu Sayn-Wittgenstein, bis 1509 weitergeführt.

5. Eine Ausgabe des Buches der Tafeln von dem christlichen Glauben und Leben' des Dietrich von Delft (um 1403/17), angefertigt um 1460 (= Bibliothek Berleburg RT 2/2)

6. Ein „Buch von den 24 Alten“ des Otto von Passau

7. Eine Vita der hl. Katharina von Siena

8. Ein Leben der Hl. Agnes

9. Ein Arzneibuch

10. Eine deutsche Fassung des „Speculum humanae salvationis“, zusammengebunden mit einem Passionale (= Bibliothek Berleburg A 167)

11. Eine 1457 von Johann von Binsfeld geschriebene Fassung des „Loher und Maller“ (heute verschollen) 
von Nassau-Saarbrücken, Margarethe (I62114)
 
50546 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Drummond (Jul 2023)

Lady Margaret Drummond (* um 1340; † 31. Januar 1375 in Holyrood Abbey) war von 1364 bis 1371 Königin von Schottland.

Biographie
Margaret war die jüngste Tochter von Sir Malcolm Drummond († 1346) und seiner Frau Lady Margaret Graham. Während ihrer Ehe mit Sir John Logie († 1363) wurde sie die Mätresse des schottischen Königs David II. (1324–1371). Nach dem Tod seiner ersten Frau, Prinzessin Johanna von England (1321–1362), heiratete er 1364 Lady Margaret. Nach siebenjähriger kinderloser Ehe beabsichtigte ihr Mann, unterstützt vom Adel, sich scheiden zu lassen, um seine Geliebte Lady Agnes Dunbar zu heiraten. Doch so weit kam es nicht, denn der König starb am 22. Februar 1371 auf Edinburgh Castle. Nachfolger wurde dessen Neffe und Begründer des Königshauses Stuart in Schottland, König Robert II. Königin Margarete zog sich in der Abtei Holyrood Abbey zurück, wo sie am 31. Januar 1375 starb und bestattet wurde.

 
Drummond, Margaret (I41498)
 
50547 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Erskine (Jan 2024)

Margaret Erskine († 5. Mai 1572) war eine schottische Adlige und die Mätresse von König Jakob V.

Margaret war die Tochter von John Erskine, 5. Lord Erskine und seiner Ehefrau Margaret Campbell. Im Jahre 1527 heiratete sie Sir Robert Douglas of Lochleven. Ihr Mann fiel bei der Schlacht bei Pinkie Cleugh (1547). Während ihrer Ehe war Margaret Erskine die Mätresse von König Jakob V. (1512–1542). Aus der Verbindung ging ein illegitimer Sohn, James Stewart, 1. Earl of Moray (1531–1570), hervor, der die Regentschaft Schottlands zwischen 1567 und 1570 führte. Ihr ältester ehelicher Sohn, William Douglas, 6. Earl of Morton (1540–1606), war Schlossherr von Loch Leven Castle während der dortigen Gefangenschaft Maria Stuarts 1567/68. 
Erskine, Margaret (I48481)
 
50548 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Marguerite_de_Bourbon-Vendôme (Sep 2023)

Sie heiratete am 19. Januar 1538 im Palais du Louvre François de Clèves (* 2. September 1516; † 13. Februar 1561), Comte (1521), dann Duc de Nevers und Pair de France (1538), Comte d’Auxerre, d’Eu, de Rethel et de Beaufort, Souverain de Château-Renaud et de Boisbelle, Gouverneur von Champagne, Brie und Luxemburg.

Marguerite de Bourbon wurde 1553 Dame de la Maison des Filles de France. Sie starb am 20. Oktober 1559 im Schloss La Chapelle d'Angillon, sechs Tage vor der Vollendung ihres 43. Lebensjahres, und wurde in der Kathedrale von Nevers bestattet.

François heiratete per Ehevertrag vom 2. Oktober 1560 in zweiter Ehe Marie de Bourbon (* 1539; † 1601), Comtesse de von Saint-Pol (1564), Duchesse d’Estouteville, eine Kusine Marguerites. 
von Bourbon, Marguerite (I42601)
 
50549 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Marguerite_de_Reynel

Marguerite de Reynel († 5. Juni 1254) war durch ihre Ehe eine Gräfin von Sidon und Beaufort. In den Chroniken erscheint sie zumeist als „Dame de Sayette“.

Sie entstammte dem Feudaladel der Champagne als Tochter des Arnoul de Reynel, eines Angehörigen der Burgherrenfamilie von Reynel, und der Ida de Brienne. Mütterlicherseits war sie eine Nichte des Johann von Brienne, der 1210 zum König von Jerusalem aufgestiegen war. Von diesem wurde sie während des Kreuzzugs von Damiette 1218 nach Outremer eingeladen, um dort mit Balian Garnier, Graf von Sidon und Beaufort, verheiratet zu werden. Die Ehe hatte einen politischen Zweck, war doch ihr Ehemann lange Zeit ein Gegner ihres Onkels, die sich somit wieder versöhnten.

Insbesondere in der älteren Geschichtsliteratur wird Marguerite de Reynel mit jener als „Blume von Syrien“ besungenen Geliebten Kaiser Friedrichs II. identifiziert, mit welcher der Kaiser seine Hochzeitsnacht am 9. November 1225 in Brindisi verbracht haben soll, statt mit seiner gerade erst angetrauten Braut Isabella II. von Jerusalem. Viel wahrscheinlicher aber war die Geliebte eine andere Cousine der Braut, Anais von Brienne, eine Tochter des Grafen Walter III. von Brienne, zumal weder Joinville noch irgendein anderer Autor jener Zeit die „Dame de Sayette“ mit dem Kaiser in Verbindung brachten.

Im Spätjahr 1250 organisierte Marguerite die Bestattung der sterblichen Überreste ihres Cousins Walter IV. von Brienne in der Johanniterkirche St. Johannis zu Akkon, der bereits 1246 in der Gefangenschaft des Sultans von Ägypten gestorben war. Laut der Chronik des Francesco Amaid starb sie am 5. Juni 1254. 
von Reynel, Margarethe (Ida) (I36608)
 
50550 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_d’Enghien (Sep 2023)

Ihre Großmutter Isabella überlebte ihren Bruder Walter VI. von Brienne, Titularherzog von Athen usw., der in der Schlacht bei Maupertuis fiel. Da er keine Erben hatte, wurde sie Gräfin von Lecce, Brienne usw. und Titularherzogin von Athen. Als ihr ältester Sohn Walter (1322–1340) vor ihrem Bruder (1304–1356) starb, bestieg ihr zweiter Sohn Sohier d’Enghien († 1364) den Thron. Zu Lebzeiten teilte sie die geerbten Länder unter ihren zahlreichen Kindern auf. Marias Vater, dritter Sohn (aber zweiter der Überlebenden), bekam die Grafschaft Lecce und die Herrschaft über Castro.

Als Marias Vater 1380 starb, hinterließ er minderjährige Kinder. Marias Bruder Pietro wurde Graf von Lecce. Als dieser 1384 kinderlos starb, wurde die 17-jährige Maria zusammen mit ihrem Mann Raimondo Orsini del Balzo von Nola 14. Fürst von Tarent, den sie 1384 geheiratet hatte, seine Nachfolgerin.

Chronisten beschrieben sie als schön, unerschrocken, abenteuerlustig: von ihren Kindern wurde sie angebetet, von ihrem Mann geliebt, von König Ladislaus von Neapel belagert und von dessen Schwester Johanna II. grausam behandelt.

Wenn ihr Mann Raimondo reiste, blieb sie in ihren Burgen in Lecce und Copertino und diente somit dem König gegen die päpstlichen Truppen und Anhänger des Angevinischen Reiches.

Raimondo wurde nach dem Erbrecht Fürst von Tarent und starb 1405 oder 1406.

Nach seinem Tod heiratete sie am 23. April 1407, König Ladislaus von Neapel in der St. Leonardokapelle im Castello Aragonese von Tarent.

Während Maria vom neapolitanischen Volk mit offenen Armen empfangen wurde, war die Beziehung zu ihrem Ehemann nicht gut. Sie lebte zusammen mit den Geliebten Ladislaus' ein trauriges Leben in den Räumen des Castel Nuovo in Neapel. Bald verlor Maria ihre ganze Macht. Den Königinnentitel hatte Maria nur als pro forma. Nach dem Tod von Ladislaus am 6. August 1414 ging das Reich an seine Schwester Johanna II., die Grausame, die Maria hasste und einkerkern ließ. Johannas Mann, Jakob II. von La Marche (1370–1438), ließ sie bald befreien, worauf sie nach Lecce zurückkehrte.

1420 erhielt Maria von Johanna II. das Fürstentum Tarent für ihren Sohn Giovanni Antonio Orsini del Balzo zurück. Sie kehrte in ihre Geburtsstadt zurück, wo sie am 9. Mai 1446 im Alter von 78 Jahren starb. 
von Enghien, Gräfin von Lecce Maria (I42711)
 

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