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50601 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Odo_von_Montbéliard (Sep 2023)

Sein Großvater mütterlicherseits war König Amalrich I. von Zypern.

Um 1220 war Odo von Johann von Brienne, König von Jerusalem, zum Konstabler des Königreichs Jerusalem ernannt worden, ein Amt, das schon seit Vater innegehabt hatte. Als König Johann mit seiner jungen Tochter Isabella II., aus deren Recht er regierte, 1223 die Levante nach Italien verließ, wurde Odo von ihm zum Regenten (Bailli) des Königreich ernannt. Als die Isabella II. 1225 in Brindisi mit Kaiser Friedrich II. verheiratet wurde, beanspruchte dieser aus deren Recht die Regentschaft über das Königreich Jerusalem gegen die Position Johanns von Brienne. Odo blieb zunächst Bailli als Stellvertreter des Kaisers, bis dieser im Jahr 1227 seinen Gefolgsmann Thomas von Aquino in die Levante vorausschickte, der die Regentschaft übernahm. Doch als im Mai 1228 der Tod Königin Isabellas II. bekannt wurde, wählte der Haute Cour von Jerusalem Odo erneut zum Bailli für noch unmündigen neuen König Konrad. Kaiser Friedrich II. aber, der nun die Regentschaft im Namen seines Sohnes beanspruchte, akzeptierte diese Entscheidung nicht. Als er anlässlich seines Kreuzzuges im September 1228 in Akkon anlandete, ernannte er Balian von Sidon und Garnier l’Aleman zu seinen Baillis. Odo behielt aber sein Amt als Konstabler bei, der Kaiser bestätigt ihn darin bei seiner Abreise im April 1229.

Während des nun beginnenden Bürgerkriegs der Barone Outremers (Lombardenkrieg) unter der Führung Johanns von Ibelin, dem „alten Herrn von Beirut“, gegen die kaiserliche Herrschaft tendierte Odo zunächst zur kaiserlichen Seite und versuchte zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Das Auftreten des seit 1231 amtierenden kaiserlichen Statthalters Richard Filangieri, der die Rechtsgewohnheiten der Feudalgesellschaft Outremers ebenso ignorierte wie der Kaiser zuvor, veranlasste ihn jedoch auf die Seite seiner Standesgenossen überzuwechseln. Im Mai 1242 wurde er erneut vom Haute Cour in Akkon zum Bailli gewählt, in Konkurrenz zu den kaiserlichen Statthaltern in Tyrus, Richard Filangieri und Thomas von Aquino. Ein Jahr später, im Juli 1243, fiel Tyrus in die Hand der Barone, womit die kaiserliche Herrschaft endete. Der Haute Cour wählte nun Alice von Champagne zur neuen Regentin.

1239 schloss Odo sich dem Heer des Kreuzzugs der Barone an. Es kam bald zu Spannungen zwischen den einheimischen Baronen (darunter Odo) und dem Oberbefehlshaber des Kreuzzugs Theobald. Im weiteren Verlauf des Kreuzzuges gelang aber eine dipolamtische Einigung mit dem Sultan as-Salih Ismail von Damaskus, der dem Königreich Jerusalem unter anderem das von ihm besetzte Galiläa abtrat, das Odo und seine Gattin nun zurückerhielten.

Odos Hauptstadt von Galiläa, Tiberias, wurde 1244 von durchziehenden choresmischen Freischärlern geplündert, woraufhin Odo die schwer beschädigte Zitadelle von Tiberias neubauen ließ. Am 17. Juni 1247 wurde Tiberias einschließlich der Zitadelle vom Heer des Ayyubiden-Sultans von Kairo, as-Salih Ayyub, erobert und der größte Teil Galiläas war endgültig verloren. 
von Montbéliard (Mömpelgard), Fürst von Galiläa Odo (I42846)
 
50602 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Odo_von_Orléans

Odo von Orléans (* vor 798; † 834) ist wohl identisch mit dem Grafen Udo dem Älteren im Lahngau (nicht zu verwechseln mit Udo (dem Jüngeren) im Lahngau). Udo/Odo war zunächst Graf im Rheinland/Lahngau, wo er von 821 bis 826 bezeugt ist, und von 828 bis 834 Graf von Orléans.

Es herrscht eine gewisse Unklarheit darüber, ob der Graf Udo, Uodo, Odo, Eudes oder Otto hieß, da all diese Namen in unterschiedlichen Quellen auf dieselbe Person hinweisen. Er war wohl ein Sohn des Grafen Erbio († nach 808) und einer namentlicich unbekannten Tochter (Gerberga?) des Grafen Wilhelm von Aquitanien. Damit wäre er väterlicherseits ein Enkel des Präfekten Gerold II. (Schwager Karls des Großen und Statthalter Bayerns nach dem Sturz Tassilos), mütterlicherseits ein Vetter des Grafen Bernhard I. von Barcelona. Auch gilt er vielen Historikern als Vater des fränkischen Dux (Herzog) Graf Gebhard im Lahngau, der als Stammvater der ostfränkischen Konradiner angesehen wird.[1]

Udo/Odo ist als Graf im Rheinland/Lahngau zwischen 821 bis 826 bezeugt, diente danach aber im westlichen Teil des Karolingerreiches als loyaler Gefolgsmann Kaiser Ludwigs des Frommen, dem er während der Aufstände der kaiserlichen Söhne (Lothar I., Ludwig der Deutsche, Pippin von Aquitanien) die Treue hielt. Im Rheinland ist er letztmals im Jahre 826 in der Pfalz zu Ingelheim (24. Juni) erwähnt, wo er auf dem berühmten Hoftag als Oberschenk (Mundschenk des kaiserlichen Hofes, pincerna iimperatoris) fungierte. Der Mundschenk war einer der vier wichtigsten weltlichen Hofbeamten (minsteralis regis, minsteralis imperatoris) in der Allgemeinen Palast- und Hofverwaltung (Ordine Palatini) der Karolinger, das Graf Odo bereits seit dem Jahre 819 innehatte. Dem Capitulare missorum, a.819 (MGH Capt. 1 Nr. 141) zufolge hatte Graf „Odo buticularius de foreste sua interrogansus“[2] einem kaiserlichen Missus Rede und Antwort über besagten „foreste“ (Wald, Jagdsrevier) zu geben. Britta Mischke vermutet hierzu: „Der beauftragte Missus sollte den Fall durch eine Untersuchung klären und im Namen des Kaisers gemäß dem, was sich als wahr herausstellte, selbst entscheiden.“[3]

Odo-Udo war ein Günstling der Kaiserin Judith und gehörte zum Kreis der Grafen um seinen Vetter Bernhard I. von Barcelona. Als die Grafen Matfried I. von Orléans und Hugo von Tours auf einer Reichsversammlung im Februar 828 in Aachen für ihr Versagen beim Aufstand in der spanischen Mark mit dem Verlust ihrer Ämter und Lehen bestraft wurden, erhielt Udo die Grafschaft Orléans. Er heiratete eine Schwester des Seneschalls Adalhard, Ingeltrud, Tochter des Grafen Leuthard von Fézensac aus dem Geschlecht der Matfriede.
Im April 830, noch vor der für den 14. April 830 nach Rennes einberufene Heeresversammlung, erhob sich Pippin I. von Aquitanien gegen seinen Vater Ludwig den Frommen. Er marschierte nach Orléans, wo er Udo vertrieb und dessen Vorgänger Matfried (Matfrid) wieder einsetzte. Auf der Reichsversammlung in Compiègne Ende April oder Anfang Mai 830 (bei der Ludwig seine Frau Judith zu Klosterhaft „begnadigte“ und der Bruder des geflohenen Bernhard von Barcelona, Heribert, auf Lothars I. Befehl geblendet wurde) schickte man den kaisertreuen Udo auf Betreiben der rebellierenden Kaisersöhne Pippin und Lothar nach Italien in die Verbannung.
Mit der Wiedereinsetzung Kaiser Ludwigs im Oktober 830 kehrte auch Odo in seine Stellung als Graf von Orléans zurück. Dabei zog er durch seine Eingriffe in das Kirchengut heftigen Hass auf sich.
Ein von ihm im Juni 834 geführter Heereszug nach Neustrien gegen die Grafen Lambert von Nantes und Matfried von Orléans, Parteigänger des aufständischen Lothar, zu dem der Heerbann der Gebiete zwischen Seine und Loire bis in das obere Burgund aufgeboten worden war, endete mit einer vernichtenden Niederlage. Odos Heer verwüstete das Land und zog siegesgewiss bis zur bretonischen Grenze. Dort wurde es nach einem überraschenden Angriff von Lambert und Matfried in blutigem Kampf geschlagen. Odo selbst fiel, wie auch sein Bruder, Graf Wilhelm von Blois, Graf Wido von Maine, Graf Fulbert und der kaiserliche Kanzler, Abt Theudo (Theoto) von Tours.

 
von Orléans, Odo (I5239)
 
50603 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostein_(Adelsgeschlecht)

Ostein (Adelsgeschlecht)

Herkunft
Der erste Angehörige des Geschlechts erscheint im Jahre 1135 als Ministerialer des Klosters Murbach.[1] Nach Kneschke gehört auch Petrus von Ostein zur Familie, er wurde 1429 zum gefürsteten Abt des Klosters Murbach erwählt[2].

Die Stammreihe beginnt mit Johann Jacob von Ostein, fürstlich murbachscher Rat und Oberamtmann zu Gebweiler, der ab 1579 urkundlich erscheint[3]. Ostein (auch Schloss, Burg oder Motte Ostein), der gleichnamige Stammsitz des Geschlechts, liegt unweit von Rufach und Issenheim im Oberelsass[2].

Ausbreitung
Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts blieb das Geschlecht im Einflussbereich von Murbach und der benachbarten Herrschaften. Später wurden Angehörige der Ostein Mitglieder in den Domkapiteln von Würzburg, Bamberg, Augsburg, Eichstätt, Basel und Comburg. Ende des 18. Jahrhunderts gehörten die Herren von Ostein zur Reichsritterschaft im rheinischen Ritterkreis. Bereits um 1700 waren sie schon im Ritterkanton Odenwald des fränkischen Ritterkreises immatrikuliert. 1696 war der würzburgische Domherr Johann Heinrich von Ostein wegen des 1694 erworbenen Ebersberg, das allerdings 1698 wieder verkauft wurde, Mitglied im Ritterkanton Kocher des schwäbischen Ritterkreises[4].

Johann Heinrich von Ostein starb 1646 als Bischof von Basel, ein Amt, das er seit 1628 ausübte. Sein Bruder Johann Theobald von Ostein (* 1587; † 1651) war Obervogt der Herrschaft Birseck. Johann Jacob von Ostein († 1664), ein Neffe von Johann Heinrich, wurde fürstlich baselscher Geheimrat und Landhofmeister zu Pruntrut. Dessen Sohn Johann Franz Sebastian von Ostein (* 1652; † 1718) wurde am 22. Dezember 1711, dem Krönungstag von Kaiser Karl VI., zu Frankfurt am Main zum Ritter des Heiligen Römischen Reiches geschlagen und 1712 in den Reichsgrafenstand erhoben[2]. Er heiratete 1687 Anna Charlotte Gräfin von Schönborn (* 1671; † 1746). Aus der Ehe gingen unter anderen die Grafen Johann Friedrich Carl und Johann Franz Heinrich Carl hervor.

Johann Friedrich Carl Graf von Ostein (1689–1763) starb 1763 als Kurfürst von Mainz. Seit 1743 Erzbischof von Mainz, wurde er 1756 auch zum Bischof von Worms erwählt. Sein Bruder Johann Franz Heinrich Carl Graf von Ostein (* 1693; † 1742) war kaiserlicher Wirklicher Geheimer Rat, Gesandter am kaiserlich russischen und am königlich englischen Hof und ab 1741 Reichshofratspräsident. Er konnte den Familienstamm fortsetzen. Aus seiner 1732 geschlossenen ersten Ehe mit Maria Anna Johanna Gräfin von Berlepsch (* 1707; † 1737), verwitwete Gräfin von Berlepsch und Erbin von Myllendonk, stammte neben einer Tochter auch ein Sohn.

Die Tochter Gräfin Maria Charlotte (* 1733) vermählte sich 1755 mit Carl Friedrich Graf von Hatzfeld (* 1718; † 1793), dem österreichischen Staatsminister. Sohn Johann Friedrich Carl Maximilian Graf von Ostein (* 1735), Herr auf Maleschau und Suchdol im Königreich Böhmen, zu Datschitz und Markuretz in der Markgrafschaft Mähren und Besitzer der freien Reichsherrschaft Myllendonk bei Gladbach am Rhein, wurde kaiserlicher und Kurmainzer Geheimrat und Kämmerer. Er heiratete 1759 Ludovike Charlotte Freiin Kämmerin von Worms, genannt von Dalberg. Mit seinem Tod 1809 erlosch das Geschlecht im Mannesstamm.

Standeserhebungen
Die Brüder Johann Friedrich Carl, zunächst kurfürstlich Mainzer Geheimrat, Domkustos in Mainz, Propst zu Frankfurt und späterer Erzbischof und Kurfürst von Mainz, Ludwig Carl Johann Eckenberth, kurfürstlich Mainzer und bischöflich Bamberger Geheimrat und Kammerpräsident, Heinrich Carl, kaiserlicher Kämmerer und Reichshofrat, Johann Franz Wolfgang Damian, Domkapitular in Bamberg, Lothar Johann Hugo Franz, bischöflich Eichstätter Geheimrat und Domkapitular und Ludwig Wilhelm Johann Maximilian von Ostein, kurfürstlich Mainzer Kämmerer wurden am 8. Dezember 1712 in den Reichsgrafenstand mit der Anrede Hoch- und Wohlgeboren erhoben.

1766 erhielt Johann Friedrich Carl Maximilian Graf von Ostein wegen des Besitzes der Herrschaft Myllendonk die Reichsstandschaft im westfälischen Reichsgrafenkollegium mit Sitz und Stimme auf den Reichstagen. 
von Ostein, Gräfin Maria Charlotte (I58100)
 
50604 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_I._(Hachberg-Sausenberg)

Otto I. (Hachberg-Sausenberg)

Otto war der Sohn des Markgrafen Rudolf I. von Hachberg-Sausenberg und der Erbtochter des Otto von Rötteln, Agnes. Nachdem sein Bruder Heinrich 1318 verstorben war, übernahm Otto zusammen mit seinem zweiten Bruder Rudolf II. die Regentschaft über die Herrschaft Rötteln und die Landgrafschaft Sausenberg. Die Residenz wurde von der Sausenburg auf die Burg Rötteln verlegt. Nach dem Tod seines Bruders Rudolf (1352) übernahm er zunächst die Vormundschaft für seinen Neffen, Rudolf III., die er dann 1358 dem Grafen von Thierstein übertrug. Als Rudolf III. 1364 sein Erbe antrat, regierte er zusammen mit seinem Onkel weiter bis zu dessen Tod 1384. Otto war in erster Ehe mit Katharina von Grandson und in zweiter Ehe mit Elisabeth von Strassberg († 1352) verheiratet und hatte keine Nachkommen.

Im Herbst 1332 belagerten Truppen der Stadt Basel seine Burg Rötteln, da er (oder sein Bruder) den Bürgermeister von Basel, Burkhard Werner von Ramstein, erstochen hatte. Der Konflikt wurde nach Schlichtung durch den Adel von Stadt und Land beigelegt. Die Hintergründe der Tat bleiben unklar, aber die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg waren mit der Basler Adelsgesellschaft der Psitticher verbunden, während die von Ramstein zu den rivalisierenden Sternern gehörten.

Die Markgrafen Hachberg-Sausenberg, Rudolf III. und Otto, stifteten der Kirche zu Sitzenkirch 1366 den Altar zum Heiligen Kreuz. Markgraf Otto wurde 1384 in der Kirche zu Sitzenkirch beigesetzt.

Darstellung im historischen Roman
Otto ist neben seinem Bruder Rudolf die Hauptfigur in dem 1930 erschienenen historischen Roman von Käthe Papke, Der eiserne Markgraf von Sausenberg-Rötteln. Papke schreibt in diesem Roman die Tötung des Basler Bürgermeister Otto zu, der als Choleriker dargestellt wird. Sie verwebt auch die Sage von der „Hexe von Binzen“ mit den beiden historischen Figuren Rudolf und Otto. 
von Hachberg-Sausenberg, Markgraf Otto I. (I58302)
 
50605 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_I._(Tecklenburg)

Otto I. von Tecklenburg (* um 1185; † 11. September 1263) war von 1202 bis 1263 Graf von Tecklenburg.

Leben
Otto I. wurde als Sohn von Simon I. von Tecklenburg und Oda von Altena geboren. Er folgte seinem Vater 1202 als Graf von Tecklenburg unter der Vormundschaft seiner Mutter und verschaffte seinem Bruder Adolf das Bistum Osnabrück. Er machte 1214 die Schlacht bei Bouvines gegen Frankreich mit, wurde gefangen und musste sich König Friedrich II. unterwerfen.

1217–1219 war er als Begleiter des Bischofs von Münster in Ägypten und beteiligte sich am Kreuzzug von Damiette. Er gab dem Mörder des Erzbischofs Engelbert von Köln, seinem Vetter Friedrich von Isenberg, Asyl, wurde 1225/26 geächtet und gebannt, verlor Iburg und die Vogtei Osnabrück, verhinderte aber geschickt die geplante Zerschlagung seiner Herrschaft durch die Erzbischöfe von Köln und die Bischöfe von Osnabrück. Er provozierte mit wilden Fehden gegen diese, die Bischöfe von Münster und die Grafen von Ravensberg erste westfälische Städtebündnisse, trat andererseits 1225 dem Rheinischen Städtebund bei.

Otto I. war trotz seiner Fehdelust ein bedeutender Verwalter und Organisator und sicherte das Land mit Burgenbauten. Er arrondierte durch Kauf und Tausch das Kerngebiet Tecklenburg, erwarb Zoll- und Münzrechte und verpfändete die Vogtei von Malgarten an dieses Kloster, ein weiterer wichtiger Verlust. Erstmals 1246 tauchte in den Quellen „Dominium de Tekeneburch“ auf als Ausdruck weitgehend vollzogener Territorialisierung seiner Herrschaft. 1231 musste er die Erwerbungen des Vaters weitgehend zurückgeben und stützte sich besonders auf Oldenburg und Rietberg. Er siegte 1246 erneut über Ravensberg und den Bischof von Münster, die beunruhigt waren über die weitere Machterweiterung durch den Erwerb von Vechta und Vlotho und gewann alles zurück. Er war ab 1248 kaum noch aktiv, wohl innerlich gebrochen durch den Tod seines Sohnes Heinrich, der kinderlos geblieben war.

Nach Ottos Tod teilten sich seine beiden Schwiegersöhne Otto II. von Bentheim und Heinrich von Oldenburg seine Hinterlassenschaft. Otto erhielt die Nordlande, Heinrich die südlichen Besitzungen. Als Heinrich von Oldenburg 1268 kinderlos verstarb, erbte Otto II. von Bentheim auch dessen Teil der Grafschaft Tecklenburg. Er nannte sich daraufhin Otto II. von Tecklenburg und regierte bis 1284. 
von Tecklenburg, Graf Otto I. (I41413)
 
50606 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_II._(Waldeck)

Otto war Sohn des Grafen Heinrich IV. von Waldeck und der Adelheid von Kleve, Tochter von Margarethe von Geldern und Dietrich VI. von Kleve. Damit stammte er aus dem Haus Waldeck. Er selbst heiratete 1339 Mechthild (Mathilde), Tochter des Herzogs Otto III. von Braunschweig-Lüneburg. Aus der Ehe gingen der Sohn und Erbe Heinrich VI. sowie die Töchter Sophie, Nonne in Volkhardinghausen, und Anna († 1383), verheiratet mit Simon III. zur Lippe, hervor. Seine Frau starb vor ihm, spätestens 1357. Bald danach heiratete Otto seine zweite Frau, Margarethe, Witwe des 1356 ermordeten Edelherrn Heinemann von Itter. Kinder aus dieser Ehe sind nicht bekannt.

Regentschaft
Otto II. war bereits ab 1332 Mitregent seines Vaters. Nach dessen Rückzug von der Regierung wurde Otto 1344 allein regierender Graf. Im Jahr 1345 schloss er ein „ewiges Bündnis“ mit Erzbischof Heinrich von Mainz. Wie zur Zeit seiner Vorgänger gab es Unstimmigkeiten mit den Kölner Erzbischöfen in deren Eigenschaft als Herzögen von Westfalen. Dieser Streit wurde 1346 durch Vergleich beigelegt.

Otto wurde 1349 vom römisch-deutschen König und späteren Kaiser Karl IV. mit der Grafschaft Waldeck belehnt. Damit wurde er zum Reichsgrafen erhoben. Nach dem Tod seines Schwiegervaters im Jahr 1354 erhob er Anspruch auf das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, aber Wilhelm konnte sich die Nachfolge seines Bruders sichern. Kaiser Karl IV. verpflichtete Wilhelm zwar dazu, Otto eine hohe Entschädigung zu zahlen, aber dies erfolgte nicht.

Nachdem Erzbischof Gerlach von Mainz und Landgraf Heinrich II. von Hessen den größten Teil der Herrschaft Itter 1357 an sich gebracht hatten, verpfändete der Mainzer Erzbischof seinen Anteil derselben für 1000 Mark lötigen Silbers Fritzlarer Gewicht an Graf Otto. 1381 reichte Otto diese Pfandschaft weiter an Thile I. Wolff von Gudenberg, der zwei Jahre später auch den hessischen Teil in Pfandbesitz erhielt und dessen Nachkommen die Herrschaft Itter bis 1542/1562 in Besitz behielten.

Am 8. Juli 1358 beauftragte Otto, noch unter dem Eindruck der schweren Pestepidemie von 1349, Angehörige des Johanniterordens aus Wiesenfeld mit der Einrichtung eines Spitals in Niederwildungen. Zu diesem Zweck stiftete er seinen alten Mühlenhof an der Wilde zwischen den beiden Städten Niederwildungen und Altwildungen. Das kleine Spital wurde in den Jahren 1358 bis 1369 errichtet. 1372 wurde daraus die Johanniter-Kommende Wildungen.

Im Jahr 1368 verbündeten sich der Landgraf und der Erzbischof gegen Otto und dessen Sohn Heinrich, um diesen das Schloss Friedrichstein in Wildungen zu entreißen. Von einem Schiedsgericht wurden die Waldecker wegen Übertretung des mit Mainz geschlossenen Erbbündnisses zu Schadensersatz verurteilt.

Über Ottos letzte Ruhestätte ist nichts bekannt. 
von Waldeck, Otto II. (I62581)
 
50607 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_III._(Braunschweig-Lüneburg)

Otto III. (Braunschweig-Lüneburg)

Otto wurde 1296 als zweitältester Sohn von Otto dem Strengen und seiner Gemahlin Mathilde von Bayern, Tochter von Ludwig dem Strengen geboren und wurde bereits 1314 von seinem Vater in die Regierungsgeschäfte eingeführt. 1330 übernahm er gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm die Herrschaft im ungeteilten Land.

Ein Schwerpunkt ihrer Herrschaft in den ersten Jahren war die territoriale Konsolidierung des Fürstentums. So gelang es ihnen durch den Erwerb des Dorfes Fallersleben, des Gerichts Grevenla, der Grafschaft Papenteich, Schwülper und Wettmarshagen, ihren Besitz im Raum Gifhorn deutlich zu erhöhen. Zur Finanzierung ihrer Erwerbspolitik versetzten sie zahlreiche Schlösser an ihre Dienstmannen. Ein weiterer Schwerpunkt war die politische Unterstützung der wirtschaftlich aufstrebenden Städte. Insbesondere der Lüneburger Handel profitierte von der Schiffbarmachung der Ilmenau zwischen Lüneburg und Uelzen sowie von Wirtschaftsverträgen zwischen den Lüneburger Fürsten und den Herzögen von Sachsen-Lauenburg.

1339 schlossen Otto und sein Bruder Wilhelm mit ihrem Bruder Ludwig, dem Bischof von Minden, einen Vertrag, durch den sie in den folgenden Jahren weitgehende Herrschaftsrechte im Mindener Bistum ausüben konnten. Im Gegenzug übernahmen sie die finanzielle Versorgung Ludwigs, der sich aufgrund der desolaten Finanzlage des Bistums nicht aus diesem versorgen konnte. Ludwig verblieb als Folge dieses Vertrages nur die geistige Oberhoheit über das Bistum. 
von Braunschweig-Lüneburg (Welfen), Fürst Otto III. (I62583)
 
50608 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_III._(Weimar-Orlamünde) (Sep 2023)

Mit seinen fränkischen Besitzungen trat Otto III. über seine Mutter das Erbe Ottos II. von Meran an, zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Hermann III.

Zweifelsfrei belegt ist, dass Ottos Gattin ihn überlebte und als Witwe und Gräfin Agnes von Orlamünde, 1292 Dominikanerin im Kloster Lambrecht (Pfalz) wurde, dessen Schutzvögte die hier beheimateten Leininger waren. Der Ordensmeister Munio von Zamora sandte ihr persönlich einen Glückwunschbrief zum Klostereintritt und erteilte seine Zustimmung, dass die strengen Ordensregeln für sie etwas gemildert würden. Sie starb laut dortigem Seelbuch an einem 25. November, wobei das Jahr nicht erwähnt wird; es soll um 1300 gewesen sein.[3][4]

Otto III. stiftete am 28. Dezember 1279 das Kloster Himmelkron. Die Tumba Ottos III. befindet sich in der Stiftskirche des Klosters. 
von Weimar-Orlamünde, Graf Otto III. (IV.) (I43073)
 
50609 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Patrick_of_Salisbury,_1._Earl_of_Salisbury (Jul 2023)

Patrick FitzWalter, 1. Earl of Salisbury (auch Earl of Wiltshire) († 1168 bei Poitiers) war ein anglonormannischer Adliger.

Herkunft und Erbe
Patrick entstammte dem ersten Haus Salisbury. Er war ein jüngerer Sohn von Walter FitzEdward und von dessen Frau Sibyll de Chaources. Sein Vater war vielleicht während der Herrschaft von König Stephan von Blois zum erblichen Sheriff von Wiltshire ernannt worden. Nach dem Tod seines Vaters 1147 erbte die Honour of Chitterne in Wiltshire. Als sein älterer Bruder William Mitte der 1140er Jahre starb, wurde Patrick der Erbe seiner Eltern. 1166 zählte er mehr als 40 Knight’s fees zum Erbe seines Vaters sowie 16 zum Erbe seiner Mutter.

Rolle während der Anarchie
Als Nachfolger seines Bruders wurde Stephan Mitte der 1140er Jahre Constable von Salisbury. Sein Bruder war in dem Thronfolgestreit zwischen König Stephan und der Kaiserin Matilda, der sogenannten Anarchie, ein Unterstützer von Matilda gewesen. Patrick dagegen war zunächst wenigstens offiziell loyal gegenüber König Stephan. Er wurde jedoch in eine Fehde mit John Marshal, dem Kastellan von Marlborough Castle verwickelt. In der Fehde behielt Patrick jedoch die Oberhand.[1] In der Folge heiratete Marshal Sibyl, eine Schwester von Patrick. Um diese Zeit wechselte auch Patrick auf die Seite von Matilda, die ihn vor 1147 zum Earl of Wiltshire ernannte. Vorgeblich im Kampf gegen König Stephan besetzte er zeitweise Downton Castle, eine Burg von Heinrich von Blois, Bischof von Winchester, wofür er exkommuniziert wurde. Auf der Seite Matildas diente er Sheriff von Wiltshire und erhob dabei königliche Steuern und Abgaben, damit ist er der einzige Baron, der nachweislich diese Aufgabe übernehmen durfte. Wie mehrere andere Barone ließ er während der Anarchie eigenen Münzen prägen.

Earl of Salisbury nach der Anarchie
Als Earl of Salisbury bezeugte Patrick 1153 den Vertrag von Wallingford, der den Bürgerkrieg zwischen Henry of Anjou, dem Sohn Matildas, und König Stephan beendete. Als Henry of Anjou 1154 als Heinrich II. König wurde, bestätigte er Patrick als Earl, dazu diente dieser bis 1160 als Sheriff von Wiltshire. Wenige Jahre später führte er ein königliches Heer in Aquitanien, wo es zu einer Revolte der Familie Lusignan gekommen war. In seinem Gefolge befand sich sein Neffe William Marshal (Guillaume le Maréchal) in seinen Dienst, der später zu einem der berühmtesten Ritter des Mittelalters avancierte.[2] Patrick geriet in einen Hinterhalt, wo er von einem Speer tödlich verwundet wurde. Der genaue Hergang des Feldzugs ist ungeklärt, der Bericht in der Chronik von Roger von Hoveden, nach dem Patrick während der Rückreise von einer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela getötet wurde, gilt jedoch als widerlegt. Vermutlich sollte diese Behauptung wohl die Ruchlosigkeit der Lusignans betonen, die Patrick als Pilger überfallen und getötet hätten. Nach anderen Angaben soll die königliche Armee die Lusignans überfallen haben, als diese bereits zu Friedensverhandlungen bereit waren.[3] Patrick of Salisbury wurde in der Abtei Saint-Hilaire von Poitiers bestattet. 
of Salisbury (FitzWalter), Patrick 1. Earl of Salisbury (I28370)
 
50610 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Füssli_(Glockengiesser,_1482)

Peter Füssli (Glockengiesser, 1482)

Peter Füssli war Sohn des Glockengiessers Peter Füssli und Bruder des Hans Füssli (* 1477; † 1538, evtl. 1548). In erster Ehe war er verheiratet mit Verena Holzhalb, Tochter des Metzgers Jakob Holzhalb, in zweiter Ehe mit Margareta Wirz, Tochter des Johanniterschaffners Johannes Wirz. Er war Glocken- und Kanonengiesser und kämpfte als Söldnerhauptmann in den Mailänderkriegen (1513 Novara, 1515 Marignano). Im Gegensatz zu seinem Bruder Hans, der als Chronist wirkte und ein engagierter Anhänger des Zürcher Reformators Ulrich Zwingli war, blieb Peter Füssli beim alten Glauben. Dennoch befehligte er im zweiten Kappelerkrieg 1531 als Artilleriehauptmann die Geschütze der Vorhut und wirkte bei den Friedensverhandlungen mit.

Peter Füssli hinterliess eine Beschreibung seiner Jerusalemfahrt 1523 (er reiste mit dem gleichen Pilgerschiff wie Ignatius von Loyola), einen Brief über den Fall von Rhodos 1522 und eine Darstellung des Kappelerkriegs, die ihn vom Verdacht reinigte, in der Schlacht seine Pflicht nicht erfüllt zu haben. Die Pilgerfahrt zeichnete Peter Füssli gemäss der Familientradition als besonders frommen und ehrbaren Zürcher Bürger aus. Seine Reiseandenken aus dem Heiligen Land, darunter eine Rose von Jericho und Agnus-Dei-Wachsplättchen, wurden von einem gleichnamigen Nachkommen im 17. Jahrhundert in einem Inventar dokumentiert. 
Füssli, Ritter Peter III (I58804)
 
50611 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Füssli_(Glockengiesser,_1577)

Peter Füssli (Glockengiesser, 1577)

Seine Eltern waren der Glockengiesser Peter Füssli und Magdalena Bürkli. Er heiratete 1603 Küngold Vögeli, 1606 Susanna Kasthofer und 1613 Anna Kitt.

Zwischen 1604 und 1610 goss er zusammen mit seinem Vater 24 Glocken und weiter bis 1615 mit seinem Bruder Hans Peter 17 Glocken. 1611 hatte er zusammen mit Meister Abraham Zender, dem ehemaligen Diener von Franz Sermond,[3] die 195 Zentner schwere Glocke für das Berner Münster gegossen. Von 1615 bis 1629 goss er Münzwerk und Büchsenzeug. Für das Neue Münster goss er im Auftrag von Abt Caspar II. Thoma eine große Glocke vor Ort.

1619 wurde er zum Zürcher Zunftmeister der Schmiede erwählt. Er war Vogt von Rieden (ZH) und Wiedikon, Obmann der Schützengesellschaft am Platz und ab 1629 Hardherr. 
Füssli, Peter V (I58814)
 
50612 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_I._(St._Pol_und_Brienne)

Pierre I. de Luxembourg (* 1390; † 31. August 1433 in Rambures an der Pest) aus dem Haus Luxemburg-Ligny war Graf von Brienne und Conversano von 1397 bis 1433 sowie Graf von Saint-Pol ab 1430.

Herzog Philipp III. der Gute von Burgund machte Peter 1430 zum Gründungsmitglied des Ordens vom Goldenen Vlies. John of Lancaster, der 1433 seine Tochter Jacqueline (Jacquetta) geheiratet hatte, übergab ihm das Kommando eines Armeekorps, mit dem er Saint-Valéry belagerte. Er starb 1433 in Rambures an der Pest. Er wurde in einem prachtvollen Grabmal in der Abtei Cercamp bestattet.

Er war der Sohn von Jean de Luxembourg (* 1370 † 1397), Seigneur de Beauvoir, und Marguerite d'Enghien, Gräfin von Brienne und Conversano, somit der Enkel von Guy de Luxembourg, Graf von Ligny, und Mahaut de Châtillon, Gräfin von Saint-Pol. Seine Brüder waren der Kanzler Ludwig († 1443) und der Graf Johann II. von Ligny († 1441).

1405 heiratete er Marguerite des Baux (* 1394 † 1469), Tochter von François des Baux (Francesco del Balzo), Herzog von Andria, und Sueva Orsini. 
von Luxemburg (Saint Pol und Brienne), Graf Peter I. (I28226)
 
50613 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_III._(Waldeck)

Philipp III. (Waldeck)

Er war ein Sohn des Grafen Philipp II. von Waldeck-Eisenberg (1453–1524) und dessen erster Gemahlin (⚭ 3. November 1478) Katharina zu Solms-Lich (1458–1492). Damit entstammte er dem Haus Waldeck, dessen ältester Stammvater bereits Anfang des 12. Jahrhunderts belegbar ist. Einer seiner Brüder war Franz von Waldeck (1488–1553), Bischof von Minden, Osnabrück und Münster. Über seine Tante Elisabeth (1455–1513) war einer seiner Cousins der Welfe Erich von Braunschweig-Grubenhagen (1478–1532), der als Bischof von Münster und Osnabrück der Vorgänger von Philipps Bruder Franz war. Mütterlicherseits war der Heerführer Reinhard zu Solms-Lich (1491–1562), der hoch angesehen war und durch seine literarischen Werke sowie militärischem Wissen überregionale Bekanntheit erhielt, sein Vetter. Über seine Mutter reichten seine Verwandtschaften bis in die Eifel.

Wirken
1495 wurde er zusammen mit seinem Bruder Georg an der alten Universität Köln (Universitas Studii Coloniensis) immatrikuliert. Mit 17 Jahren wurde er dann im Jahr 1503 mit Adelheid von Hoya verheiratet, mit der er vier Kinder bekam.

Philipp III. folgte seinem Vater 1524 als Graf von Waldeck-Eisenberg. Um 1520 erbaute er einen Wohnflügel des späteren Schlosses Goldhausen. Der weitere Ausbau erfolgte 1563–1565 durch seinen Sohn Wolrad II. von Waldeck.

Schon bald nach seinem Regierungsantritt leitete er mit der „Landordnung“ von 1525 in Waldeck die Reformation ein. Philipp III. und sein Neffe Philipp IV., Graf von Waldeck-Wildungen, beriefen den aus dem kurmainzischen Fritzlar vertriebenen lutherischen Prediger Johann Hefentreger (Johannes Trygophorus) zum Pfarrer der Stadt Waldeck, wo er am 17. Juni 1526 seine Antrittspredigt hielt. Am 26. Juni 1526 ließen sie ihn in der Waldecker Stadtkirche einen lutherischen Gottesdienst halten und führten damit offiziell die Reformation in der Grafschaft ein – vier Monate, bevor Landgraf Philipp I. mit der Homberger Synode die Reformation im benachbarten Hessen einführte. 1529 wurde in der Korbacher Kilianskirche (auf deren Altarbild Philipp als Stifter abgebildet ist) erstmals die lutherische Lehre gepredigt. In der Stadt Korbach konnte Philipp jedoch die Reformation noch nicht durchsetzen.

1526–1530 erwarb Philipp das säkularisierte Antoniterkloster Aroldessen in Arolsen und ließ es zum Residenzschloss umbauen. Sein Hofmeister war erst Johann von Wolmeringhausen und ab 1530 dessen Sohn Hermann von Wolmeringhausen. 
von Waldeck-Eisenberg, Graf Philipp III. (I62595)
 
50614 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_von_Antiochia (Sep 2023)

Philipp hatte geschworen, die Gebräuche der armenischen Kirche zu respektieren, blieb aber weiterhin katholisch, lehnte es ab sich einen Bart wachsen zu lassen, versuchte armenische Barone durch fränkische zu ersetzen und plünderte das Königreich zugunsten der Franken aus. Er soll sogar die Einrichtung des Palastes und die königliche Krone nach Antiochia geschickt haben. Nach dreijähriger Regierung wurde er von den Baronen Ende 1224 gefangen genommen. 
von Antiochia (Ramnulfiden), Philipp (I43024)
 
50615 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_von_Ibelin_(Bailli_von_Zypern) (Okt 2017)

Philipp von Ibelin (franz: Philippe d'Ibelin; * um 1180; † 1227) war ein führender Adliger des Königreichs Zypern. Als jüngerer Sohn des Barons Balian von Ibelin und der Königinwitwe Maria Komnena entstammte er dem hohen Kreuzfahreradel des Königreichs Jerusalem.

Philipp wird erstmals 1206 genannt, als er gemeinsam mit seinem älteren Bruder Johann von Ibelin („der alte Herr von Beirut“) ihre Nichte, die Prinzessin Alice, zu ihrer Hochzeit mit dem König Hugo I. nach Zypern begleitete. Noch vor dem Jahr 1217 verlegten beide Brüder ihren Stammsitz endgültig auf diese Insel, wohl nachdem sie mit König Johann von Jerusalem in Konflikt geraten waren. Bereits 1218 starb König Hugo I. von Zypern und Philipp wurde als Vertrauensmann der für den unmündigigen Heinrich I. regierenden Königinwitwe Alice zum Bailli Zyperns ernannt. In dieser Position war er maßgeblich an der Begründung des dominierenden Einflusses des Hauses Ibelin auf der Insel verantwortlich. 1223 kam es zum Bruch zwischen Philipp und Alice, als er sich weigerte, von der orthodoxen Kirche den Zehnt einzuziehen, wie es zuvor der Kardinal Pelagius auf einem Konzil in Limassol empfohlen hatte. Da Alice dem Kardinal zugestimmt hatte, sich nun aber nicht gegen Philipp durchsetzen konnte, zog sie sich nach Tripolis zurück, womit Philipp faktisch die Regentschaft auf der Insel übernahm.

Als er 1225 von den Kreuzzugsvorbereitungen Kaiser Friedrichs II. erfuhr, veranlasste Philipp die formelle Krönung König Heinrichs I., was umgehend die Intervention des Kaisers provozierte. Da einst König Amalrich I. im Jahr 1197 das Königreicch von Kaiser Heinrich VI. zu Lehen genommen hatte, sah nun Kaiser Friedrich II. durch die von ihm nicht autorisierte Krönung seine lehnsherrlichen Rechte angegriffen. Außerdem gebühre ihm die Entscheidung über die Regentschaft für den unmündigen König. Zustimmung für sein Handeln erhielt Philipp allerdings 1226 von Papst Honorius III.; außerdem konnte er den Haute Cour des Königreichs auf seine Seite ziehen, das überdies das Ernennungsrecht für die Regentschaft für sich reklamierte, entgegen den Ansprüchen des Kaisers.

Zu Beginn des Jahres 1227 ernannte die Königinwitwe Alice von ihrem selbst gewählten Exil in Tripolis aus ihren zweiten Ehemann, Bohemund von Antiochia, zu ihrem Bailli auf Zypern, der allerdings von dem Haute Cour nicht anerkannt wurde. Darauf bestimmte sie den Baron Amalrich Barlais für dieses Amt, doch auch dieser wurde von dem Haute Cour zugunsten Philipps abgelehnt. Barlais zog sich darauf ebenfalls nach Tripolis zurück, nahm aber Kontakte zum Kaiser auf. Philipp starb noch im Jahr 1227, ein Jahr bevor Kaiser Friedrich II. auf seinem Kreuzzug Zypern erreichte. Den Konflikt mit ihm hatte daher sein Bruder Johann auszutragen. 
von Ibelin (Jaffa), Philipp (I9289)
 
50616 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_von_Ibelin_(Seneschall_von_Zypern) (Sep 2023)

Philipp und seine Brüder nahmen als Onkel des Königs Heinrich II. von Zypern eine dominierende Position in der Politik des Königreichs ein. Zunächst stand ab 1286 der ältere Balian im Amt des königlichen Seneschalls als führender Minister dem König zur Seite. Philipp scheint sich in jenen Jahren in Europa aufgehalten zu haben. Jedenfalls befand er sich 1292 auf einem Geschwader aus vier venezianischen Schiffen und zwei Schiffen des Templerordens auf der Heimreise von Venedig nach Zypern, als dieses auf seiner Route von einer genuesischen Flottille überrascht und gewaltsam aufgebracht wurde. Mehr als dreihundert Venezianer wurden im Seekampf getötet; das Leben Philipps wurde von einem genuesischen Kapitän gerettet, der seine prominente Stellung als Onkel des zypriotischen Königs erkannte. Allerdings wurde ihm sein persönlicher Besitz, darunter ein Silberteller, von den Genuesen geraubt.[1] Wie er im Anschluss nach Zypern gelangte, ist unklar, allerdings befand er sich bereits 1293 wieder im Gefolge des Königs, seines Neffen, als sie in Salines (Larnaka) von einer venezianischen Flotte aufgenommen und nach Famagusta eskortiert wurden.[2] Der anonyme Templer von Tyrus war ein Augenzeuge davon.

Nach Balians Tod im Jahr 1301 übernahm Philipp von ihm das Amt des Seneschalls und hatte die folgenden Jahre als engster Vertrauter des Königs die faktische Regierungsgewalt inne.[3] Gegen ihn bildete sich schnell eine Opposition des Adels, an deren Spitze sich der jüngere Königsbruder Amalrich, Herr von Tyrus, stellte. Im April 1306 erhob sich dieser schließlich offen und forderte vom König, der schwer erkrankt war, die Übertragung der Regierungsgeschäfte. Philipps Position brach schnell in sich zusammen, nachdem sich auch die Königinmutter, seine Schwester Isabella, und andere Angehörige der Ibelins der Opposition angeschlossen hatten.[4] Nur König Heinrich II. hielt weiter zu seinem Onkel, die beide von Amalrich in der königlichen Residenz zu Nikosia belagert wurden. Als schließlich auch der zypriotische Klerus einen Seitenwechsel vollzogen hatte, mussten sie letztlich aufgeben und wurden von Amalrich gefangen gesetzt.[5] 1308 wurden Philipp, der König und ihre Anhänger von Amalrich in das kilikische Armenien zwangsexiliert, dessen König Oschin sie bewachen sollte.[6] Nach der Ermordung Amalrichs konnten Philipp und der König im August 1310 nach Zypern zurückkehren und die alten Machtverhältnisse wiederherstellen. 
von Ibelin, Philipp (I42848)
 
50617 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_von_Schwaben (Okt 2017)

Philipp von Schwaben (* Februar oder März 1177 in oder bei Pavia; † 21. Juni 1208 in Bamberg) aus dem Adelsgeschlecht der Staufer war von 1198 bis zu seiner Ermordung 1208 römisch-deutscher König.

Der Tod Kaiser Heinrichs VI. im Jahr 1197 ließ die bis Sizilien reichende staufische Herrschaft in Reichsitalien zusammenbrechen und schuf im Reich nördlich der Alpen ein Machtvakuum. Vorbehalte gegen ein Königtum des minderjährigen Sohnes Friedrich führten in einem Reich ohne geschriebene Verfassung zu zwei Königswahlen 1198, die im „deutschen“ Thronstreit mündeten: Die beiden gewählten Könige Philipp von Schwaben und der Welfe Otto von Braunschweig, der spätere Kaiser Otto IV., beanspruchten das Königsamt jeweils für sich. Beide Kontrahenten versuchten in den Folgejahren durch europäische und päpstliche Unterstützung, mit Hilfe von Geld und Geschenken, durch demonstrative öffentliche Auftritte und Rituale (Symbolische Kommunikation), durch Rangerhöhungen oder mit kriegerischen und diplomatischen Maßnahmen den Konflikt für sich zu entscheiden. Philipp konnte sein Königtum dabei zunehmend im Reich nördlich der Alpen gegen Otto durchsetzen. Auf dem Höhepunkt seiner Macht wurde er jedoch 1208 ermordet. Damit endete auch der Thronstreit. Sein Gegenspieler Otto fand rasch Anerkennung für sein Königtum. Philipp war der erste römisch-deutsche König, der während seiner Regierungszeit ermordet wurde. In der Nachwelt zählt Philipp zu den wenig beachteten staufischen Herrschern.

Herkunft und Jugend
Philipp wurde als jüngster Sohn Kaiser Friedrichs I. („Barbarossa“) und seiner Gemahlin Beatrix in oder bei Pavia geboren. Er entstammte dem adligen Geschlecht der Staufer, die diesen Namen jedoch erst nachträglich von Historikern des 15. Jahrhuunderts erhielten.[1] Abstammung und Herkunft der Familie sind bis heute ungeklärt; die Ahnen väterlicherseits waren unbedeutend und ihre Namen wurden nicht überliefert. Über Barbarossas Urgroßvater Friedrich von Büren ist lediglich bekannt, dasass er eine Frau namens Hildegard geheiratet hat. Vor einigen Jahren wurde vermutet, dass der Schlettstädter Besitz nicht Hildegard, sondern Friedrich selbst gehört habe und die Staufer damit kein schwäbisches, sondern ein elsässisches Geschlecht gewesen seien. Erst um 1100 habe demnach die Familie unter Herzog Friedrich I. in das ostschwäbische Remstal ausgegriffen.[2]
Viel bedeutsamer für die Staufer war ihre prestigeträchtige Verwandtschaft mütterlicherseits mit den Saliern. Die Großmutter Friedrich Barbarossas war Agnes, eine Tochter des salischen Herrschers Heinrich IV. Philipps Vater verstand sich als Nachkomme des ersten Salierkaisers Konrad II., auf den er sich in Urkunden mehrfach als seinen Vorfahren bezog.[3] Nach dem Aussterben der Salier im Mannesstamm 1125 erhoben die Staufer zuerst durch Friedrich II. und dann durch Konrad III. vergeblich Anspruch auf die Königswürde. 1138 gelang dann die Königswahl Konrads III., wodurch die Staufer zu einer Königsfamilie aufstiegen. 1152 ging die Königswürde reibungslos auf Konrads Neffen, Friedrich „Barbarossa“, über, der 1155 auch Kaiser des römisch-deutschen Reiches wurde. „Barbarossa“ führte über Jahrzehnte einen Konflikt mit Papst Alexander III. In einer archaischen Kriegergesellschaft bestimmte die Ehre (honor) den sozialen Rang. Ehrverletzungen des Reichsoberhauptes waren zugleich eine Verletzung der Würde des Reiches. Die Wahrung der „Ehre des Reiches“ (Honor Imperii), die der Kaiser durch Auftreten und Person des Kardinals Roland und späteren Papstes Alexander III. angegriffen sah, und der daraus resultierende Zwang zur Rache führten zu langwierigen Konflikten mit dem Papsttum.[4] Erst 1177 konnte der Konflikt im Frieden von Venedig beigelegt werden.
Philipp wurde als fünfter Sohn „Barbarossas“ geboren. Den Namen Philipp hatten die Staufer bislang nie verwendet.[5] Namensgeber war wohl der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg, der in dieser Zeit ein wichtiger Helfer und Vertrauter Friedriich „Barbarossas“ war. Der Name des Kölner Erzbischofs erhielt dadurch Aufnahme in ein Königsgeschlecht. Für Gerd Althoff werden in dieser demonstrativen Ehrung „Vorbereitungen Barbarossas zur Auseinandersetzung mit Heinrich dem Löwen faßbar“.[6] Der Kölner Erzbischof war wenig später wesentlich am Sturz dieses mächtigen Herzogs von Bayern und Sachsen beteiligt.
Als Kind wurde Philipp für eine geistliche Laufbahn bestimmt. Er lernte Lesen und auch Latein. Zeitweise wurde Philipp wohl im Prämonstratenserstift Adelberg unterrichtet.[7] Von April 1189 bis Juli 1193 war Philipp Propst des Aachener Marienstiifts. Philipps Vater war währenddessen 1189 zum Kreuzzug aufgebrochen, doch er ertrank 1190 im Fluss Saleph im Südosten Anatoliens. Die Nachfolge trat Philipps Bruder Heinrich VI. an. Ab 1190/91 war Philipp Bischofselekt von Würzburg, doch konnte Heinrich die Weihe seines Bruders wohl nicht durchsetzen. Heinrich hatte 1186 Konstanze von Sizilien, die Tante des regierenden Königs Wilhelm II. von Sizilien, geheiratet. Dies gab den Staufern die Möglichkeit einer Vereinigung des Normannenreiches mit dem Kaiserreich (unio regni ad imperium). Dadurch verschlechterte sich aber auch das Verhältnis zum Papst, denn das Papsttum wollte den Lehnsanspruch über das Königreich Sizilien behaupten. Im Frühjahr 1193 verließ Philipp seinen geistlichen Stand, vielleicht wegen der Kinderlosigkeit des Kaiserpaares. Auch Philipps weitere Brüder hatten keine Kinder. Herzog Friedrich V. von Schwaben war bereits verstorben und sein Bruder Konrad von Rothenburg, der die Nachfolge als schwäbisischer Herzog antrat, war unverheiratet. Dazu hatte Philipps Bruder Otto, der Pfalzgraf von Burgund, noch keine männlichen Nachkommen. Die Bedenken des Kaiserpaares erwiesen sich allerdings als unbegründet. Heinrichs Frau Konstanze brachte am 26. Dezember 1194 in Jesi einen Sohn zur Welt, den späteren römisch-deutschen Herrscher Friedrich II. 1194/95 befand sich Philipp in Italien im Umfeld seines kaiserlichen Bruders. Während der Abwesenheit des Kaisers wählten die Fürsten Ende 1196 in Frankfurt seinen zweijährigen Sohn Friedrich zum römisch-deutschen König. Heinrich wollte damit seine Nachfolge vor dem Aufbruch zum Kreuzzug geregelt wissen.
Um die Beziehungen zu Byzanz zu verbessern, bestimmte der Kaiser die Vermählung Philipps mit der byzantinischen Prinzessin Irene von Byzanz. Philipp begleitete seinen kaiserlichen Bruder auf dessen Sizilienzug. Dabei wurde er zu Ostern 1195 in Bari zum Herzog von Tuszien erhoben. Unklar ist, welche Maßnahmen Philipp zur Festigung seiner Herrschaft unternahm. Wegen seiner Tätigkeit als Herzog von Tuszien in Italien verhängte jedenfalls Papst Coelestin III. den Kirchenbann über ihn. Am 33. Mai 1196 urkundete Philipp das letzte Mal nachweislich als Herzog von Tuszien.[8] Nach dem Tod seines Bruders Konrad wurde Philipp im August/September 1196 mit dem Herzogtum Schwaben belehnt. Die Hochzeit mit Irene fand wohl zu Pfingsten 1197 am oder auf einem Hügel namens Gunzenle bei Augsburg statt.[9] Aus der Ehe mit der byzantinischen Prinzessin gingen vier Töchter (Beatrix die Ältere, Kunigunde, Maria und Beatrix die Jüngere) und wohl keine Söhne hervor.[10]

Thronstreit
Ausbruch des Konflikts
Im September 1197 reiste Philipp in Richtung Apulien zu seinem Neffen Friedrich II., um ihn zur Krönung nach Aachen zu geleiten. In Montefiascone nördlich von Viterbo scheint Philipp vom Tod seines Bruders Heinrichs VI. erfahren zu haben.[11] Der Kaiser war am 28. September 1197 in Messina verstorben. Angesichts der Todesnachricht versuchte Philipp das Königtum für seinen Neffen Friedrich zu sichern. Noch am 21. Januar 1198 stellte Philipp eine Urkunde für die Bürger Speyers aus, in der er zu erkennen gab, im Namen König Friedrichs zu handeln.[12]
Doch begann der Kölner Erzbischof Adolf bereits die Gegner der Staufer um einen eigenen Königskandidaten zu versammeln. Die Wahl fiel schließlich auf Otto von Poitou, den Sohn Heinrichs des Löwen und Neffen des englischen Königs Richard Löwenherz. Er war keinesfalls Adolfs Wunschkandidat, denn das Kölner Erzbistum hatte vom Sturz des mächtigen Herzogs Heinrich des Löwen erheblich profitiert. Vielmehr betrieb eine Gruppe finanzkräftiger Bürger Ottos Wahl.[13] Der Erzbischof konnte dadurch aber die hohe Schuldenlast seiner Kirche verringern. Daraufhin gab Philipp auf Drängen der sächsischen Fürsten in Nordhausen seine Einwilligung in eine eigene Kandidatur. Am 6. März 1198 erklärte er vor den anwesenden geistlichen und weltlichen Großen in Ichtershausen seine Bereitschaft, sich zum König wählen zu lassen. Zwei Tage später wurde er in Mühlhausen gewählt. Die Wahl fand an Laetare statt, einem Tag, der in der staufischen Königstradition von erheblicher symbolischer Bedeutung war.[14] Ansonsten gab es eine Reihe symbolischer Defizite: Bei der Wahl fehlten alle drei rheinischen Erzbischöfe, die traditionell einen wichtigen zeremoniellen Einsetzungsakt ausübten, und Mühlhausen war als Ort für eine Königswahl ungewwöhnlich. Für Mühlhausen ist in der Stauferzeit bis zur Königswahl Philipps überhaupt nur ein einziger Herrscheraufenthalt nachweisbar.[15] Möglicherweise wollte Philipp mit dieser Ortswahl symbolisch die Demütigung in der historischen Erinnerunung tilgen, die sein Großonkel Konrad III. im Herbst 1135 in Mühlhausen bei seiner Unterwerfung vor Lothar III. erlitten hatte.[16] Dafür befanden sich die Insignien (Reichskrone, Reichsschwert und Reichsapfel) in Philipps Besitz. Otto wurde ersst am 9. Juni 1198 in Köln vom dortigen Erzbischof gewählt. Der Kölner Erzbischof hatte den abwesenden Erzbischöfen die Stimmen abgekauft. Lediglich zwei weitere Bischöfe und drei Äbte nahmen an der Wahl des Welfen teil. Philipp versäumte es nacch seiner Wahl, die Krönung zügig nachzuholen. Er zog sich vielmehr nach Worms zu seinem Vertrauten, Bischof Lupold, zurück. Das zögernde Verhalten Philipps gab Otto die Möglichkeit, sich am 12. Juli 1198 am traditionellen Königsort in Aachen vom rechtmäßigen Koronator („Königskröner“) Adolf von Köln krönen zu lassen.
In einem Reich ohne geschriebene Verfassung musste bei konkurrierenden Ansprüchen eine Lösung unter den Bedingungen einer konsensualen Herrschaftsordnung gefunden werden. Auf diese Gewohnheiten verständigte man sich durch Beratung auf Hoftagen, Synoden oder anderen Zusammenkünften. Der dadurch hergestellte Konsens war im Mittelalter das wichtigste Verfahren zur Etablierung von Ordnung.[17] Im Thronstreit konnte sich einer der Rivalen nur dann langfristig durchsetzen, wenn der Gegenseite spürbare Kompensationen geboten wurden. Mit dem unterlegenen Gegner musste ein Ausgleich gefunden werden, der ihm den Verzicht auf das Königsamt unter Wahrung seiner Ehre (honor) erleichterte.[18]
Philipp unterließ es in den ersten Monaten nach seiner Königswahl, Urkunden auszustellen und dadurch seinem Königtum Geltung zu verschaffen.[19] Seine erste erhaltene Königsurkunde, ausgestellt für Bischof Bertram von Metz, datiert aus Worms vom 27. Juni 1198.[20] Zwei Tage später ging Philipp ein Bündnis mit König Philipp II. Augustus von Frankreich ein. In Mainz krönte am 8. September 1198 nicht wie sonst üblich der Kölner Erzbischof, sondern der burgundische Erzbischof Aimo von Tararentaise Philipp zum König. Ob seine Gemahlin auch gekrönt wurde, ist ungewiss. Trotz dieser Verstöße gegen die consuetudines (Gewohnheiten) bei seiner Königswahl und -krönung konnte Philipp die Mehrheit der Fürsten hinter sich vereinen. Für die Fürsten waren Besitz, Abstammung und Herkunft für ihre Unterstützung Philipps wesentlich.[21] Einen 1199 unternommenen Vermittlungsversuch des Erzbischofs Konrad von Mainz zur Beilegung des Thronstreits lehnte Otto IV. ab.
Beide Seiten erwarteten in absehbarer Zeit von Papst Innozenz III. die Kaiserkrönung und damit die päpstliche Anerkennung ihrer Herrschaft. Der Papst ließ sich Zeit, ehe er sich für eine der Konfliktparteien entschied. Dies gab den Parteien die Möglichkeit, mehrmals durch Briefe und Gesandtschaften Kontakt mit Innozenz aufzunehmen. Innozenz wollte eine Wiedervereinigung (unio regni ad imperium) des Königreichs Sizilien, dessen Lehnsherr er war und bleiben wollte, mit dem Römischen Reich verhindern, und er war besorgt um seine Ansprüche auf Mittelitalien. Für den Papst war die Frage des Gehorsams mitentscheidend darüber, welcher Kandidat die päpstliche Gunst, den favor apostolicus, erhalten sollte. Anders als Otto äußerte sich Philipp in dieser Frage allerdings gegenüber dem Papst deutlich zurückhaltender.[22]
Die welfische Seite bat in den ersten Monaten 1199 um Bestätigung der Entscheidung und um Einladung des Papstes zur Kaiserkrönung. Am 28. Mai 1199 verfassten die Anhänger des Staufers die Speyerer Fürstenerklärung. Der Staufer konnte zu diesem Zeitpunkt 4 Erzbischöfe, 23 Reichsbischöfe, 4 Reichsäbte und 18 weltliche Reichsfürsten hinter sich wissen.[23] Selbstbewusst beriefen sie sich auf die fürstliche Mehrheit und kündigten den Italienzug zur Kaiserkrönung an.
An der Jahreswende 1200/01 unterzog der Papst die Kandidaten für die Kaiserkrönung einer kritischen Prüfung. In der Deliberatio domni pape Innocentii super facto imperii de tribus electis legte der Papst die Gründe für und gegen die Eignung der jeweiligen Kandidaten dar.[24] Philipps Neffe Friedrich II. schied wegen seiner Jugend aus, und Philipp selbst war in den Augen Innozenz’ der Sohn eines Geschlechts von Kirchenverfolgern (genus persecutorum).[25] Sein Vater Friedrich „Barbarossa“ hatte jahrelang gegen den Papst gekämpft. Dagegen seien die Vorfahren Ottos immer treue Anhänger der Kirche gewesen. Otto hatte außerdem am 8. Juni 1201 im Neusser Eid dem Papst umfassende Zugeständnisse geschworen, indem er versicherte, eine Vereinigung des Reiches mit Sizilien nicht anzustreben. Somit entschied sich der Papst für den Welfen und exkommunizierte dessen Widersacher. Das päpstliche Urteil für Otto blieb im Reich ohne größere Wirkung.

Festigung der staufischen Herrschaft
Beide Könige bemühten sich fortan, Unentschlossene oder Gegner für sich zu gewinnen. Um dieses Ziel zu erreichen, standen weniger große Entscheidungsschlachten an, sondern es mussten persönliche Bindungen zwischen Herrscher und Großen gefestigt werden. Dies geschah dadurch, dass Getreue, Verwandte und Freunde durch Geschenke oder Übertragung von Reichsgut begünstigt wurden, oder aber durch eine Heiratspolitik, die die Parteinahme stärken oder einen Parteiwechsel fördern sollte. In einer hocharistokratischen Gesellschaft mussten beide Thronrivalen dabei Rücksicht auf den Rang und das Ansehen der Großen, auf ihre Ehre (honor) nehmen.[26]
In den nächsten Jahren des Thronstreits kam den Akten der Herrschaftsrepräsentation immense Bedeutung zu, denn in ihnen stellte sich nicht nur das Königtum zur Schau, sondern es zeigte sich die Rolle der Großen im jeweiligen Herrschaftssystem.[27] Philipp unternahm jedoch nur wenig, um sein Königtum symbolisch zu repräsentieren. 1199 feierte Philipp mit ungeheurer Pracht (cum ingenti magnificentia) das Weihnachtsfest in Magdeburg und damit in unmittelbarer Nähe zum welfischen Zentrum Braunschweig.[28] Ältere Untersuchungen hatten unter der Annahme einer konsequenten Modernisierung und Effektivierung der Herrschaftsausübung die großen Ausgaben auf Hoftagen als Verschwendung gerügt. Neuere Studien sehen die Aufwendungen des Hoffestes weniger als nutzlose Verausgabung, sondern aus dem Ziel folgend, Ruhm und Ehre zu erwerben.[29] Der Magdeburger Hoftag zu Weihnachten gilt als erster Höhepunkt im Kampf um die Königswürde. Einige anwesende Fürsten bekundeten durch ihre TeTeilnahme erstmals öffentlich ihre Unterstützung für den Staufer. Der Chronist der Gesta der Bischöfe von Halberstadt und der Dichter Walther von der Vogelweide waren anwesend. Walthers Schilderung der großen Prachtentfaltung des Weihnachtsfestetes im Ersten Philippston sollte abwesende Fürsten dazu bringen, sich den Thüringern und Sachsen anzuschließen.[30] Durch die reiche Kleidung und das herrschaftliche Auftreten der Teilnehmer am Fest sollte Philipps Befähigung zur Königsherrschaft demonstriert werden.[31] Am Weihnachtstag ging der König in einer feierlichen Prozession mit seiner prächtig gekleideten Gemahlin zum Gottesdienst unter der Krone. Der sächsische Herzog Bernhard trug dabei das Schwert des Königs voran und zeigte dadurch seine Unterstützung des Staufers.[32] Der Schwertträgerdienst war nicht nur ehrende Auszeichnung, wie es die Forschung lange angenommen hat, sondern nach Gerd Althoff auch Zeichen demonstrativer Unterordnung.[33] In solchen Inszenierungen wurden persönliche Bindungen hervorgehoben, denn Bernhard hatte 1197 noch selbst beabsichtigt, um die Königswürde zu kämpfen. Außerdem sah er sich durch die Unterstützung des Staufers am besten vor der möglichen Aberkennung seines sächsischen Herzogtums durch den Welfen Otto geschützt.[34] Ebenso feierlich wie in Magdeburg wurde am 9. September 1201 in Philipps Gegenwart die Erhebung der Gebeine der von Innozenz 1200 heiliggesprochenen Kaiserin Kunigunde zelebriert.
Anders als bei seinem Vater Friedrich „Barbarossa“ kamen für Philipp Heiratsprojekte mit auswärtigen Königshäusern nicht in Betracht, seine Heiratspolitik stand ausschließlich im Zusammenhang mit dem Thronstreit.[35] Mit dem Papst versuchte er 1203 durch ein Heiratsprojekt zu einem Ausgleich zu kommen, indem Philipp eine seiner Töchter dem Neffen Innozenz’ zur Frau geben wollte. In wichtigen Punkten wie der Durchführung eines Kreuzzuges, der Rückgabe unrechtmäßig entzogener Güter an die Römische Kirche oder dem Zugeständnis kanonischer Wahlen legte sich der Staufer allerdings nicht fest, woran der Ausgleich mit dem Papst scheiterte.[36]
Im Gegensatz zu Otto war Philipp bereit, die Leistungen seiner Getreuen zu honorieren. Durch Geschenke und Belohnungen vermochte der Staufer hochrangige Anhänger des Welfen auf seine Seite zu ziehen.[37] Die Belohnung von Getreuen war eine der wichtigsten Herrscherpflichten.[38] Der Böhme Ottokar I. erhielt 1198 für seine Unterstützung die Königswürde. Den Grafen Wilhelm von Jülich belohnte Philipp mit kostbaren Geschenken für dessen bekundeten Willen, alle bedeutenden Anhänger Ottos für den Staufer zu gewinnen.[39] Otto dagegen verweigerte seinem Bruder, dem Pfalzgrafen Heinrich, im Frühjahr 1204 die Stadt Braunschweig und die Burg Lichtenberg. Heinrich trat daraufhin zum Staufer über. Für seinen Wechsel wurde ihm von Philipp die Pfalzgrafschaft restituiert, er wurde mit der Vogtei über Goslar belehnt und mit Geldzahlungen belohnt.[40] Der Wechsel des Pfalzgrafen war ausschlaggebend für eine breite Abfallbewegung vom Welfen.
Während der Belagerung von Weißensee unterwarf sich am 17. September 1204 der Landgraf Hermann von Thüringen demütig dem Staufer. Es ist der einzige Fall einer Unterwerfung (deditio), über den die Quellen detaillierte Informationen über die Unterwerfungshandlung selbst überliefern.[41] Nach Arnold von Lübeck hielt Philipp dem Landgrafen „während er so lange auf dem Boden lag“ seine „Treulosigkeit und Dummheit“ vor. Erst auf Fürsprache der Anwesenden wurde er vom Boden aufgehoben und erhielt vom Staufer den Friedenskuss.[42] Hermann hatte zunächst Otto unterstützt, war 1199 zu Philipp gewechselt und 1203/04 wiederum zu Otto übergetreten.[43] Der Landgraf konnte nach seiner Unterwerfung Amt und Besitz bewahren. Bis zur Ermordung Philipps blieb Hermann im staufischen Lager.
Im November 1204 waren in Koblenz auch der Kölner Erzbischof Adolf und Heinrich I. von Brabant auf Philipps Seite gewechselt.[44] Heinrich von Brabant erhielt Maastricht und Duisburg. Der Kölner Erzbischof konnte seine Funktion bei der Königswahl und -weihe beibehalten und wurde für seinen Übertritt zu Philipp mit 5000 Mark belohnt.[45] Der wachsende Geldverkehr im Hochmittelalter beeinflusste die Fürsten in ihren Entscheidungen für militärischen Beistand oder in der Frage ihrer Parteinahme.[46] Mit dem Übertritt des Kölner Erzbischofs nahm auch die Urkundenproduktion Philipps erheblich zu.[47] Die Mehrheit der Kölner Bürgerschaft blieb jedoch auf der Seite des Welfen. Die Unterstützungszusagen Adolfs I. von Altena und Heinrichs I. von Brabant wurden erstmals seit der staufisch-zähringischen Übereinkunft aus dem Jahr 1152 urkundlich verbrieft. Die Doppelwahl wird deshalb auch als Zäsur angesehen, da sie den Auftakt schriftlich fixierter Bündnisse im nordalpinen Reicich bildete.[48] Auch stieg während des Thronstreits die Zahl der Vertragsabschlüsse an. Diese schriftlichen Vereinbarungen wurden aber regelmäßig aus politischen Erwägungen gebrochen.[49] Die Großen versuchten die politische Situation zum Ausbau ihrer Landesfürstentümer zu nutzen. Allein der Landgraf Hermann von Thüringen, ein Vetter Philipps von Schwaben, wechselte seit Ausbruch des Thronstreits bis zur Wahl Friedrichs II. im September 1211 fünfmal die Seite.[50] Wesentlich für die VVertragsbrüche war nach Stefan Weinfurter auch die Relativierung des Eides durch den Papst. Den geistlichen und weltlichen Fürsten legte Papst Innozenz nahe, sich einzig seinem Urteil zu unterwerfen.[51] Mit Herzog Heinrich von Brabant wurde 1207 die Heirat mit einer der Töchter Philipps vereinbart. Dadurch sollte der Herzog eng an das staufische Königtum gebunden werden.[52]
Nach den langwierigen Konflikten zwischen dem Kölner Erzbischof und Philipp musste die Ordnung in demonstrativer Form wiederhergestellt werden. Zum symbolträchtigen Palmsonntag zog Philipp in Köln ein. Der adventus (Herrschereinzug) hatte „die FFunktion einer Huldigung, einer feierlichen Anerkennung der Herrschaft des Königs“.[53] Außerdem hatten sich zahlreiche welfische Anhänger am Niederrhein und aus Westfalen dem Staufer angeschlossen. Philipp konnte mittlerweile eine große Zahl aan Unterstützern im Reich hinter sich vereinen. Grundlage für Philipps Erfolg gegen Ottos Anhänger war „ein Gemisch aus Drohungen, Versprechungen und Geschenken“.[54] Anlässlich der erneuten Krönung in Aachen zog der Kölner Erzbischof dem Staufer mit „größter Prachtentfaltung und Dienstbereitschaft“ vor die Mauern entgegen. Dadurch erkannte der Erzbischof in aller Öffentlichkeit Philipp als König an.[55] Im Januar 1205 legte Philipp demonstrativ die Krone nieder und ließ sich am 6. Januar am traditionellen Krönungsort in Aachen vom richtigen Koronator („Königskröner“), dem Kölner Erzbischof, erneut krönen. Durch diese Maßnahme nahm Philipp Rücksicht auf den honor des Erzbischofs und machte ihm durch die Wahrung seines Krönungsrechtes in Aachen auch die Unterwerfung unter den lange bekämpften König hinnehmbar.[56] Die Wiederholung der Krönung bereinigte auch den Makel seiner ersten Krönung von 1198.
Am 27. Juli 1206 besiegte Philipp bei Wassenberg ein vor allem aus Kölnern bestehendes Heer. Dies war das einzige Mal, dass die Heere der beiden Könige aufeinander trafen.[57] Nach der Schlacht kam es auch zum ersten Treffen der beiden Könige. Es fand in einer Atmosphäre der Vertraulichkeit (colloquium familiare) statt und bot die notwendige Rücksicht auf den honor (Ehre) der beiden Könige.[58] Direkte Verhandlungen in aller Öffentlichkeit waren damals eher unüblich.[59] Die Verhandlungen scheiterten aber. Auch die Kurie bemerkte Ottos Niedergang im Reich. 1207/08 näherte sich der Papst Philipp an, man nahm schon Verhandlungen über die Kaiserkrönung auf.

Hof
Seit dem 12. Jahrhundert entwickelte sich der Hof zu einer zentralen Institution königlicher und fürstlicher Herrschaft. Er war „Entscheidungszentrum und Machttheater, Verbrauchs- und Vergnügungszentrum, Verteilerort, Maklersitz von und für Macht, Geld und Güter und soziale Chancen, für Geschmacksformen, Ideen und Moden aller Art“.[60] Mittelalterliche Königsherrschaft wurde in einem Reich ohne Hauptstadt durch ambulante Herrschaftspraxis ausgeübt.[61] Philipp musste also durch das Reich ziehen und dadurch seiner Herrschaft Geltung und Autorität verschaffen. Auf den Hoftagen versammelten sich die Großen des Reiches zu Beratungen. Am Hof Philipps sind zwischen 1198 und 1208 etwas mehr als 630 Personen nachzuweisen.[62] Zum engeren Hof Philipps zählten rund 100 Personen.[63] Von den 630 Personen sind aber nur 100 Personen „in etwas spürbarerer Dichte beim Staufer bezeugt“.[64] Dabei traten am Hof die Bischöfe Konrad von Hildesheim, Hartwig von Eichstätt, Konrad IV. voon Regensburg und vor allem Konrad von Speyer besonders hervor.[65] Von den weltlichen Fürsten ist hingegen niemand so dicht und häufig am Hof bezeugt wie Konrad von Speyer.[66] Den intensivsten Kontakt zum Hof pflegten wohl Bernhard von Sachsen, Ludwig von Bayern und Dietrich von Meißen.[67] Sie hatten wesentlich vom Sturz Heinrichs des Löwen profitiert und fürchteten den Zugriff auf das welfische Erbe durch seinen Sohn Otto. Bei den Ministerialen hatte der Marschall Heinrich von Kalden eine herausragende Bedeutung inne. Kalden war nicht nur Heerführer, sondern nahm durch die Vermittlung einer persönlichen Begegnung mit Otto IV. Einfluss auf Philipps Politik. Er wird in mehr als 30 Diplomen und auch in erzählenden Quellen genannt.[68]
Der wichtigste Bestandteil des Hofes war die Kanzlei. Philipps Kanzlei stand in der personellen Tradition Heinrichs VI. Auch sonst unterscheidet sich das Urkundenwesen Philipps nicht von dem seiner staufischen Vorgänger.[69] Im Gegensatz zu seinnen Vorgängern, seinem Rivalen Otto IV. und seinem Nachfolger Friedrich II. führte Philipp nur wenige Typare. Nachweisbar sind die Herzogssiegel für Tuszien und Schwaben sowie für die Königszeit ein Wachssiegel und eine Goldbulle. Dies hängt wohl damit zusammen, dass er die Kaiserkrone nicht erlangte, denn sie hätte zu einer Titeländerung geführt.[70] Mit seiner Urkundenvergabe griff Philipp erheblich weiter nach Norden, Nordwesten (Bremen, Utrecht, Zutphen) und Südwesten (Savoyen, Valence) aus, um seinem Königtum Geltung zu verleihen.[71] Mit der Urkundenausstellung wollte Philipp seine Anhänger auch in diesen Gebieten stärker an sich binden. Sein Itinerar ist dabei wie kein zweites stauferzeitliches Herrscheritinerar von der politischen Situation des Thronstreites geprägt. Ein annähernd geordneter Umzug durchs Reich mit kontinuierlicher Beurkundungstätigkeit blieb aus.[72] Vielmehr ist eine Regionalisierung von Itinerar, Urkundenvergabe und Besuche am Hof festzustellen, die von Bernd Schütte als „Rückzug der königlichen Zentralgewalt“ gedeutet wurde.[73]
Philipp gilt als der „erste römisch-deutsche Herrscher, an dessen Hof nachweislich höfisch gedichtet und der selbst Gegenstand höfischer Dichtung wurde.“[74] Dem Magdeburger Hoftag von 1199 widmete Walther von der Vogelweide eigens einen Sangspruch, den Ersten Philippston. In seiner kurzen Herrschaftszeit hatte der Staufer nicht die Gelegenheit, die Kunst zu fördern oder Bauten zu errichten. Auch geistliche Einrichtungen wurden von ihm nicht in besonderem Maße gefördert.[75]

Ermordung
Philipp traf seit Ende Mai 1208 Vorbereitungen für einen Feldzug gegen Otto IV. und seine Verbündeten. Die Planungen unterbrach er, um am 21. Juni in Bamberg an der Hochzeit seiner Nichte Beatrix von Burgund und des Herzogs Otto VII. von Meranieien teilzunehmen. Nach der Vermählung zog sich der Staufer in seine privaten Gemächer zurück. Am Nachmittag wurde er von Otto VIII. von Wittelsbach ermordet. Nach dem Mord konnte der Wittelsbacher mit seinen Getreuen fliehen. In Verdacht, von den Plänen gewusst zu haben, gerieten der Bamberger Bischof Ekbert und sein Bruder Markgraf Heinrich von Istrien.[76] Andere mittelalterliche Geschichtsschreiber äußerten Zweifel an der Mitschuld oder gingen auf weitere Täter gar nicht ein.[77]
Erstmals seit dem Ende der Merowingerzeit war ein König ermordet worden. Neben Albrecht I. von Habsburg (1308) ist Philipp der einzige römisch-deutsche Herrscher, der einem Attentat zum Opfer fiel.[78] Kein Chronist war Zeuge des Mordes.[79] In den zeitgenössischen Quellen gibt es über den Ablauf der Ermordung nur wenige Übereinstimmungen.[80] Die meisten mittelalterlichen Chronisten sahen die Rücknahme des Heiratsversprechens als Mordmotiv an. Selbst im entfernten Piacenza brachte mman Philipps Ermordung noch mit einem Eheprojekt in Verbindung.[81] Nach einem unglücklich verlaufenen Feldzug nach Thüringen hatte Philipp im Sommer 1203 seine dritte Tochter Kunigunde mit dem Wittelsbacher verlobt, um diesen im Kampf gegen den Landgrafen Hermann I. von Thüringen zu einem zuverlässigen Partner zu machen. In den folgenden Jahren gelang es Philipp zunehmend, Akzeptanz für sein Königtum im Reich zu finden. Im November 1207 verlobte er auf einem Hoftag in Augsburg Kunigugunde mit dem zweijährigen Wenzel, dem Sohn König Ottokars I. von Böhmen. Philipp erhoffte sich von diesem Heiratsbündnis die dauerhafte Unterstützung Böhmens. Für den Wittelsbacher war dieses Verhalten eine ehrverletzende Handlung. Sein sozialer Status war angegriffen und zur Wiedergewinnung seiner sozialen Akzeptanz musste er auf die Ehrverletzung reagieren.[82]
Seit Eduard Winkelmanns sorgfältiger Quellenanalyse im 19. Jahrhundert geht die Forschung davon aus, dass Otto von Wittelsbach als Einzeltäter handelte.[83] Dagegen machte Bernd Ulrich Hucker 1998 einen „umfassenden konspirativen Plan“ aus und vermutete einen „Staatsstreich“.[84] In dieses umfassende Komplott sollten demnach auch die Andechs-Meranier (die Brüder Ekbert und Heinrich), der König Philipp II. Augustus von Frankreich und der Herzog Heinrich von Brabant involviert gewesen sein. Angeblich hätten die Verschwörer geplant, Heinrich von Brabant zum König zu erheben. Huckers Staatsstreich-Hypothese hat sich aber nicht durchgesetzt. Fraglich bleibt, welchen Nutzen der französische König von der Beseitigung Philipps und einem Brabanter Königtum gehabt hätte.[85] Die Andechs-Meranier hatten als treue Gefolgsleute Philipps, die sich oft an seinem Hof aufhielten und von ihm gefördert wurden, kein Interesse an seinem Tod.[86]
Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nach dem Mord wurde Philipp zunächst im Bamberger Dom, dem Bestattungsort von Heinrich II. und Konrad III., beigesetzt. Philipps Gegenspieler Otto ließ die Attentäter unnachgiebig verfolgen und wollte dadurch seine Unschuld beweisen. Einzig die Pegauer Annalen machten dennoch Anhänger Ottos für den Mord verantwortlich.[87] Philipps Ehefrau Irene-Maria starb nur wenige Wochen nach dem Bamberger Königsmord bei einer Fehlgeburt. Otto konnte seine Herrschaft im Reich zügig durchsetzen. AAuf einem Hoftag in Frankfurt im November 1208 wurde Otto allgemein als Herrscher anerkannt. Wichtigstes Ziel war die Herstellung der Ordnung im Reich.[88] Zu diesem Zweck wurde ein Landfrieden erlassen und über Philipps Mörder und vermeintliche Komplizen, die beiden Andechs-Meranier-Brüder Ekbert von Bamberg und Markgraf Heinrich IV. von Istrien, die Reichsacht verhängt. Sie verloren dadurch alle Ämter, Rechte und ihren Besitz. Außerdem wurde die Verlobung Ottos mit Beatrix, der älteesten Tochter Philipps, vereinbart. Philipps Mörder Otto von Wittelsbach wurde im März 1209 vom Reichsmarschall Heinrich von Kalden in einem Getreidespeicher an der Donau in der Nähe von Regensburg aufgefunden und enthauptet. Die Andechser Brüder hingegen wurden drei Jahre später politisch rehabilitiert.
Ottos Versuch, das Königreich Sizilien zu erobern, führte 1210 zu seiner Exkommunikation durch Papst Innozenz III. Der Welfe verlor im nordalpinen Reich den Konsens zu seiner Herrschaft. Ein Teil der Großen kündigte Otto den Gehorsam und wählte den Staufer Friedrich II. zum anderen Kaiser (alium imperatorem).[89] 1212 zog Friedrich in den nördlichen Reichsteil. An der Jahreswende 1213/14 war Friedrichs Herrschaft im Reich nördlich der Alpen noch nicht gesichert. Friedrich ließ in dieeser Situation die Gebeine Philipps von Bamberg nach Speyer überführen. Persönlich scheint Friedrich für die Überführung des Leichnams nicht nach Bamberg gekommen zu sein. Möglicherweise wurde Bamberg von den späteren staufischen Herrschern wegen Philipps Ermordung gemieden. Sie haben auf jeden Fall dort nicht mehr geurkundet.[90] Zu Weihnachten 1213 wurde Philipp im Speyerer Dom beigesetzt. Der Kaiserdom in Speyer galt als Gedächtnisort der salisch-staufischen Dynastie und war der bedeutendste Begräbnisort des römisch-deutschen Königtums. Friedrich konnte sich durch die Überführung seines Onkels Philipp in die salisch-staufische Tradition stellen. Das Vertrauen in den Staufer sollte gestärkt und es sollte auf die Gegner Friedrichs eingewirkt werden.[91] In Speyer wurde ab Mitte des 13. Jahrhunderts der Jahrestag für Philipp ähnlich gefeiert wie der für den Salier Heinrich IV. Philipp ist der letzte römisch-deutsche König, der in beiden mittelalterlichen Totenbüchern des Speyerer Domkapitels verzeichnet worden ist.[92] Der Bamberger Reiter, eine um 1235 in Stein gehauene Figur am Bamberger Dom, ist immer wieder auf Philipp bezogen worden; so sieht Hans Martin Schaller in ihr den Versuch, die Memoria an Philipp zu pflegen.[93] Doch wurde die Figur auch für den römischen Kaiser Konstantin, den ungarischen König Stephan den Heiligen oder die römisch-deutschen Herrscher Heinrich II. oder Friedrich II. gehalten.[94]

Mittelalterliche Urteile
Viele Chronisten sahen durch den Thronstreit der beiden Könige die vom Herrscher repräsentierte gottgewollte Ordnung erheblich gestört.[95] In der Chronik des Prämonstratensers Burchard von Ursberg wird Philipp ausführlich beschrieben. Burchard verfasste 1229/30 eine Fortsetzung der Weltchronik des Ekkehard von Aura. Die Chronik ist für die Reichsgeschichte zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine der wichtigsten Quellen. Für den staufertreuen Chronisten war Philipp sanftmütigen Wesens, mmilden Sinnes, von leutseliger Rede, gütig und recht freigebig,[96] während Otto bis zur Ermordung des Staufers nicht mit dem Königstitel genannt wurde. Ihm fehlten trotz großer Körperkräfte alle wichtigen Herrschertugenden. Otto war für Burchard „hochmütig und dumm, aber tapfer und von hohem Wuchs“ (superbus et stultus, sed fortis videbatur viribus et statura procerus).[97] Der welfentreue Chronist Arnold von Lübeck nannte Philipp eine „Zierde der Tugenden“. Arnold stellte Ottos Herrschaft durch Philipps Ermordung als gottgewollt dar.[98] Das Bild Philipps in der Nachwelt prägte wesentlich Walther von der Vogelweide, der ihn in huldigender Kurzform als „jungen suezen man“ bezeichnete.
Der Bamberger Königsmord hatte keine größere Auswirkung auf die weitere Reichsgeschichte. Spätere Chronisten und Annalen beschreiben den Übergang der Königsherrschaft von Philipp auf Otto als reibungslos.[99] Allerdings setzte nach den Erfahrungen des Streits über die Königserhebung im Reich ein erheblicher Entwicklungsschub ein, der im schriftlichen Festhalten der Gewohnheiten zu einem Umdenken führte. Als ein bedeutendes Zeugnis dafür gilt der Sachsenspiegel des Eike von Repgow.[100]
Künstlerische Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In der Neuzeit wurde an Philipp von Schwaben nur wenig erinnert. Gegenüber den anderen staufischen Herrschern Friedrich „Barbarossa“ und Friedrich II. fiel Philipp deutlich zurück. Seine auf wenige Jahre beschränkte Regierungszeit war niemals unumstritten, und er war auch nicht zum Kaiser gekrönt worden. Er hatte zudem keinen großen Konflikt mit dem Papst ausgetragen, an dem anschaulich das vermeintliche Scheitern der mittelalterlichen Zentralgewalt exemplarisch hätte dargestellt werdeden können. Sein Name ist außerdem mit keiner außergewöhnlichen Herrschaftskonzeption in Verbindung zu bringen. Sein Mord ließ sich darüber hinaus nicht für konfessionelle Auseinandersetzungen oder für die Gründung eines deutschen Nationalstaates im 19. Jahrhundert instrumentalisieren.[101]
Darstellungen des Bamberger Königsmordes finden sich in der Historienmalerei selten. Eine Zeichnung des Mordes erstellte 1890 Alexander Zick, einen Entwurf fertigte Carl Friedrich Lessing an, ohne ihn in ein Gemälde umzusetzen. Am 4. Juli 1998 wurde Rainer Lewandowskis Theaterstück „Der Königsmord zu Bamberg“ am E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg uraufgeführt.

Forschungsgeschichte
Die Historiker des 19. Jahrhunderts waren an einer starken monarchischen Zentralgewalt interessiert und suchten deshalb nach den Ursachen für die späte Entstehung des deutschen Nationalstaats. Die „Kraftquellen der deutschen Nation“ verortete man im Mittelalter. Die Könige und Kaiser galten als frühe Repräsentanten einer auch für die Gegenwart ersehnten starken monarchischen Gewalt. Maßgeblich für das Urteil der Historiker war, ob die mittelalterlichen Herrscher die königliche Machtentfaltung gegenüber Adel und Kirche gesteigert oder ob sie für Machtverlust verantwortlich waren. Das von diesem Aspekt geprägte Geschichtsbild entstand nach der Auflösung des Alten Reiches und den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Unter diesem Gesichtspunkt erschien das deutsche König- und Kaisertum unter Ottonen, Saliern und Staufern als überaus mächtig, da es eine Vorrangstellung in Europa innegehabt habe. Im Verlauf des Mittelalters hätten die Kaiser jedoch diese Machtstellung verloren. Dafür wurden das Papsttum und die Fürsten verantwortlich gemacht.[102] Sie galten für die protestantisch-nationalgesinnte deutsche Geschichtsschreibung als „Totengräber der deutschen Königsmacht“. Als entscheidend für den Machtverlust der Zentralgewalt galten zwei „Wenden“. Bei der ersten Wende habe Heinrich IV. durch seinen Gang nach Canossa 1077[103] den königlichen Einfluss auf die Kirche verloren. Als zweite Wende wurde die Doppelwahl von 1198 ausgemacht.[104] Der Adel habe seiein Königswahlrecht genutzt, um von den Königen Privilegien zu erlangen und so seine eigene Herrschaft auszubauen. Diese Sichtweise von einem Machtverlust des deutschen Königtums durch die Doppelwahl von 1198 ist lange vorherrschend geblieben. Im Werk „Die Reichsministerialität“ von Karl Bosl aus dem Jahr 1950 bedeutete Philipps und Ottos Regierung „einen gewaltigen, wenn nicht vielleicht sogar den entscheidenden Rückschlag, den das deutsche Königtum bei seinem letzten Versuch, einen Staat aufzubauen, erlitt“.[105]
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Philipp als Person setzte 1852 mit der Monografie König Philipp der Hohenstaufe von Heinrich Friedrich Otto Abel ein. Abel machte aus seinen Sympathien für Philipp keinen Hehl. Zum Standardwerk wurden Eduard Winkelmanns Jahrbücher der Deutschen Geschichte unter Philipp von Schwaben und Otto IV. (1878).[106] Sie sind mit 541 eng beschriebenen Seiten die bis heute ausführlichste Darstellung über den Staufer.[107] In der Darstellung war Winkelmann nüchterner als Abel. Er knüpfte an eine Aussage von Johann Friedrich Böhmer an, der Philipp als „den besten aller Staufer“ bezeichnet hatte. Winkelmann sah Philipp in seiner Vorrede durch „[s]eine treue Vertheidigung der Reichsrechte gegen das auaufsässige Fürstenthum und gegen den Papst, gegen Dänemark und gegen Frankreich […] als den wahren deutschen König“, er sei „als Mensch anziehend, als König den Besten und Tüchtigsten zuzuzählen“.[108] 1866 veröffentlichte Wilhelm Grotefend seine Dissertation. Anders als Winkelmann und Abel fällte er ein vernichtendes Urteil über Philipp. Ihm galt Philipp als „unselbständige, schwächliche Persönlichkeit mit glatter Form und von anmutigem Äussern, aber ohne Adel der Gesinnung.“[109] Aususschlaggebend für dieses Urteil war, dass der Staufer nicht energisch genug um sein Königtum gekämpft und durch das Bündnis mit dem französischen König diesem Einfluss auf das Reich eingeräumt habe. Außerdem habe er sich vom anmaßenden Papst und den eigensüchtigen Fürsten zu viele Zugeständnisse abringen lassen.[110]
Seit den 1980er Jahren kam die Mittelalterforschung zu zahlreichen neuen Einsichten über das hochmittelalterliche Königtum.[111] Die deutsche Königsherrschaft im Mittelalter wurde nicht mehr als Verfallsgeschichte wahrgenommen. Vielmehr werden König und Große als „natürliche und selbstverständliche Hauptpartner im Reich“[112] angesehen. Das ältere Bild von den eigensüchtigen Fürsten, die das Königtum nur schwächen wollten, wurde relativiert, indem darauf verwiesen wurde, dass die Großeen im Thronstreit sich mehrfach um dessen Beilegung bemühten.[113] Durch die neueren Forschungen verschob sich der Schwerpunkt auf die Kommunikation und Interaktion des Herrschers mit seinen Großen. Nicht mehr auf die Steigerung der monarchischen Macht hin wurde Philipps Handeln befragt, sondern darauf, mit welchen Mitteln er im adeligen Beziehungsgeflecht sein Königtum durchzusetzen versuchte.[114]
Philipp blieb in der Mediävistik im Gegensatz zu anderen Staufern lange Zeit eine vernachlässigte Herrscherpersönlichkeit. Mehrere Jahrzehnte wurden keine größeren Darstellungen über Philipp veröffentlicht. Seine Ermordung in Bamberg stieß weder 1908 noch 1958 auf das Interesse des Historischen Vereins Bamberg.[115] Erst in jüngster Zeit erfuhr Philipp größere Aufmerksamkeit in der Geschichtswissenschaft. 1998 charakterisierte Bernd Ulrich Hucker Philipp als einen „schwachen König“, der ganz von der Ministerialität abhängig war, wodurch die Reichsfürsten ihren Einfluss auf den König verloren hätten. Den Mord an Philipp von Schwaben verstand er nicht mehr als Privatrache, sondern als „Staatsstreich“ wichtiger Reichseliten.[116] Diese Hypothese löste kontroverse Diskussionen aus, setzte sich aber nicht durch. Seit 2002 wurde im Auftrag der Monumenta Germaniae Historica die Edition der Diplome Philipps von Schwaben vorbereitet. Die 2014 veröffentlichte Edition hat einen Umfang von insgesamt 216 Urkunden und Deperdita (verlorene Urkunden, die in anderen Quellen z.B. Chroniken überliefert sind), darunter 199 Urkunden aus Philipps zehnjähriger Regierungszeit als König, von denen rund zwei Drittel Produkte seinener Kanzlei sind.[117] 2002 untersuchte Bernd Schütte anhand von Itinerar, Urkundenvergabe und Hof den Aktionsradius und die Integrationsfähigkeit von Philipps Königtum.[118] Er widersprach auch Huckers These von einem schwachen Königtum Philipps von Schwaben.[119] 2003 veröffentlichte Peter Csendes die erste moderne Biografie seit 130 Jahren.[120] Zum 800. Jahrestag der Ermordung Philipps im Jahr 2008 wurde dem Staufer von der Gesellschaft für staufische Geschichte ein Band gewidmet.[121] Beim Arbeitskreis für Landes- und Ortsgeschichte im Verband der württembergischen Geschichts- und Altertumsvereine stand die Frühjahrssitzung am 25. April 2008 unter dem Titel „Philipp von Schwaben († 1208) und die Herrschaft im deutschen Südwesten“. Dabei wurde seine Herrschaft aus landesgeschichtlicher Perspektive betrachtet.[122] Ebenfalls fand im Mai 2008 eine Tagung in Wien statt, deren Beiträge 2010 veröffentlicht wurden. Die Studien zeigen auf Grundlage der Edition der Urkunden für Philipps Herrschaft neue Erkenntnismöglichkeiten auf.[123]

Mehr unter obenstehendem Link.. 
von Schwaben (Staufer), König Philipp (I7496)
 
50618 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_I._de_Rohan (Sep 2023)

Pierre de Rohan stammt aus der Familie Rohan und deren Zweig Rohan-Guéméné (siehe auch Stammliste der Rohan-Guéméné). Er war der zweite Sohn von Louis I. de Rohan und Marie de Montauban, und damit durch seine Mutter ein Enkel von Jean de Montauban, Admiral von Frankreich[1]. Da seine Familie mit der Regierungsübernahme des Herzogs Peter II. von Bretagne (1450) in Ungnade gefallen war – die Rohan waren in die Ermordung von Gilles de Bretagne, dem jüngsten Bruder des neuen Herzogs, verwickelt – wurde Pierre außerhalb der Bretagne geboren.

Biografie
Kindheit
1457 vergiftete seine Mutter seinen Vater, der ein Testament hinterließ, in dem er ihr die Vormundschaft über die gemeinsamen Kinder verweigerte. Marie de Montauban entkam zwar vorläufig der Justiz, heiratete Georges II. de La Trémoille (1427–1481), Herr von Craon, kam später aber doch noch ins Gefängnis. Pierres Vormund wurde Tanneguy du Chastel († 1477; bestattet in Notre-Dame de Cléry)[2], der ihn an den königlichen Hof brachte.

Am Hof Ludwigs XI.
1472 gab der König ihm die Herrschaft Gié in der Champagne (Gyé-sur-Seine im heutigen Département Aube), woraufhin er seinem Namen auf Pierre de Rohan de Gié änderte. 1473 nahm er mit der Belagerung von Perpignan erstmals an einer militärischen Auseinandersetzung teil. 1474 ist er bereits der königliche Bevollmächtigte bei der Ratifizierung des Friedensvertrages mit dem Herzog Franz II. von Bretagne. 1476 wird er – 25-jährig – zum Marschall von Frankreich ernannt. Im gleichen Jahr heiratete er Françoise de Penhoet, Tochter von Guillaume, Comte de Penhoet, Vicomte de Fronsac, und Françoise de Maillé, von der er drei Söhne bekam: Charles, der spätere Graf von Guise, François, der 1501 Erzbischof von Lyon wurde, und Pierre, der Stammvater der Herzöge von Rohan.

Militärische Karriere
Pierre de Rohan de Gié gelang es, den notorisch misstrauischen König Ludwig XI. von seiner Treue und seinen Fähigkeiten zu überzeugen[3]. 1479 eroberte der Maréchal de Gié in Flandern alle die Orte zurück, die Maximilian von Österreich zuvor weggenommen hatte. 1480 ist er einer der vier Herren, die Frankreich während der Krankheit des Königs in Chinon regieren. 1482 eroberte er Aire. 1483 starb Ludwig XI.

Unter dem neue König Karl VIII. setzte er die Verteidigung der Landesgrenze in der Picardie gegen die Habsburger fort. 1484 nahm er an der Krönung Karls VIII. teil, der ihn 1485 zum Prince (wohl Prince de Rohan) ernannte. 1487 kämpfte er mit großem Erfolg gegen den Herzog von Geldern[4] und den Grafen von Nassau. 1491 ließ er die Burg La Motte-Glain (in La Chapelle-Glain) an der Grenze zur Bretagne wiederaufbauen.

1494/95 begleitete er Karl VIII. auf seinem Feldzug zur Eroberung des Königreichs Neapel. Als Kommandant der Vorhut in der Schlacht bei Fornovo am 6. Juli 1495 schloss er den Waffenstillstand, nach dem die Franzosen aus Italien abziehen mussten. Man warf ihm hinterher vor, in der Schlacht seine Truppen zu sehr in der Reserve gehalten zu haben. Er war es aber auch, der dem in Novara belagerten Herzog Ludwig von Orléans zu Hilfe eilte. Nach dem gescheiterten Feldzug wurde Pierre de Rohan de Gié der Vorsitzende des königlichen Rates.

Ludwig XII.
Die Befreiung des Herzogs von Orléans fiel zugunsten Rohans stark ins Gewicht, als dieser 1498 Karl VIII. als Ludwig XII. auf den Thron folgte. 1499 wurde er zum Gouverneur von Amboise ernannt. Er nahm am erneuten Italienfeldzug teil, der im gleichen Jahr begann, und war an der Seite des Königs bei dessen feierlichen Einzug in Genua am 26. April 1502. Der Maréchal de Gié war nun – nach dem König – gemeinsam mit dem Kardinal Georges d’Amboise der mächtigste Adlige Frankreichs: Im gleichen Jahr ließ er von Michelangelo einen Bronze-David gießen[5]

1497 war Pierre de Rohan Witwer geworden. Im Jahr 1500 ließ er das Schloss Mortier-Crolles wiederaufbauen und richtete auf der Domäne den Franziskanerkonvent Notre-Dame des Anges ein. 1503 heiratete er Marguerite d’Armagnac, die Tochter von Jacques d’Armagnac, die im gleichen Jahr Duchesse de Nemours und Gräfin von Guise als Erbin ihres Bruders Louis wurde, und auch starb; nach ihrem Tod gelang es ihm im Jahr darauf, seinen Sohn Charles mit Charlotte d’Armagnac, der Schwester und Erbin Marguerites zu verheiraten, die aber ebenfalls nach kurzer Zeit starb.

In Ungnade
Ein Streit mit Kardinal Amboise, der im Fall des Ablebens des Königs die Regentschaft wollte, und Schwierigkeiten mit dem Parlement von Paris brachte 1504 Pierre de Pontbriant dazu, den Maréchal de Gié beim König anzuklagen, was in einen Prozess wegen Majestätsbeleidigung mündete. Brantôme schreibt, dass der Prozess – der vor dem Parlement von Toulouse stattfand, das seinerzeit als das strengste im Königreich galt – mit einem Todesurteil geendet hätte, wenn die Königin Anne de Bretagne dies gewünscht hätte: Nachdem Rohan das Missgeschick unterlaufen war, Schiffe anzuhalten, die sie mit Wertsachen in ihre Heimat Nantes gesandt hatte, stand er bei ihr in Ungnade, trachtete sie danach, ihn vom Hof zu entfernen – der Marschall zog sich auf sein Schloss Le Verger im Anjou zurück, das sich gerade im Bau befand. Brantôme fügt allerdings auch hinzu, dass die Königin Rohan leben lassen wollte, da er bereits sein Vermögen verloren habe und nun in Schmerzen und Trauer lebe[6]. Tatsächlich wurde er nicht verurteilt, sondern ihm wurde durch einen Erlass vom 9. Februar 1504 die Ausübung seiner Ämter untersagt, seine Güter wurden für fünf Jahre beschlagnahmt, und er selbst in der Burg von Dreux eingesperrt.

Nach Ablauf der Strafe wurde er wieder freigelassen und er durfte nach Paris zurückkehren. Bezüglich des Verbrechens der Majestätsbeleidigung wurde er begnadigt. Er erschien jedoch nicht mehr bei Hofe und starb wenige Jahre später, am 22. April 1513. Pierre de Rohan de Gié wurde in der Kirche Sainte-Croix-du-Verger bestattet. 
de Rohan-Gié, Herr Pierre I. (Peter) (I42623)
 
50619 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Piroska_von_Ungarn (Jun 2017)

Piroska wurde 1104 die Gattin des späteren byzantinischen Kaisers Johannes II. Komnenos im Zuge eines politisch-dynastischen Ausgleichs zwischen Byzanz und Ungarn. Mit ihrer Heirat nahm sie den Namen Irene und den orthodoxen Glauben an.[2] Sie spielte in der Politik nur eine geringe Rolle und widmete ihr Leben neben ihren acht Kindern vornehmlich dem christlichen Glauben. In der orthodoxen Kirche wird sie als Heilige verehrt. 
von Ungarn, Piroska (Eirene) (I6867)
 
50620 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Popponen

Der älteste bekannte Ahn der fränkischen Babenberger war Poppo, der wahrscheinlich von dem Robertiner Cancor abstammt. Insofern sind die Popponen eine frühe Nebenlinie der Robertiner, aus denen das französische Königsgeschlecht der Capetinger hervorging. Nach Poppo wird das Geschlecht auch Popponen genannt. Poppo war im frühen 9. Jahrhundert Graf im Grabfeld, das heute im Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen liegt. Einer seiner Söhne war Heinrich, der zunächst unter Ludwig dem Jüngeren das Amt des princeps militiae bekleidete. Zur Zeit Karls des Dicken, der die Familie bevorzugte, wurde Heinrich marchio francorum (Markgraf der Franken) und dux Austrasiorum (Herzog der Austrasier). Er fiel 886 im Kampf gegen die Normannen. Sein Bruder Poppo (II.) war zur gleichen Zeit Markgraf von Thüringen (880–892), wurde aber von Karls Nachfolger Arnulf abgesetzt. Dieser begünstigte statt der Popponen die aus dem Lahngau stammenden Konradiner, die mit seiner Frau Oda verwandt waren.

Die Rivalität zwischen den beiden fränkischen Grafengeschlechtern der Konradiner und fränkischen Babenberger wurde von ihren Bemühungen verstärkt, ihre jeweilige Autorität im mittleren Maingebiet zu intensivieren. Dieser Streit, bekannt als die Babenberger Fehde, erreichte seinen Höhepunkt Anfang des 10. Jahrhunderts während der unruhigen Regierungszeit des Ostfrankenkönigs Ludwig IV., des Kindes. Führer der fränkischen Babenberger waren die drei Söhne von Herzog Heinrich – Adalbert, Adalhard und Heinrich –, die sich nach der Babenburg (Castrum babenberch) auf dem Bamberger Domberg benannten, in deren Umgebung ihre Besitzungen lagen.

Als die fränkischen Babenberger im Jahre 902 ihrem Herrschaftsbereich kleine Gebietsteile des Bistums Würzburg einverleibten, entzog ihnen König Ludwig IV. im Gegenzug mehrere Güter und gab sie an Bischof Rudolf von Würzburg, einen Konradiner. Das führte zu jahrelanger Fehde zwischen den beiden Geschlechtern. Zunächst vertrieb Graf Adalbert den Bischof aus Würzburg, woraufhin dessen Brüder, die Grafen Konrad, Gebhard und Eberhard, diesem zu Hilfe kamen und der Streit sich bis nach Hessen ausweitete. 906 schließlich, bei einem Überfall der Babenberger auf die Konradiner bei Fritzlar, fielen sowohl Konrad als auch Heinrich von Babenberg im Kampf. Adalhard wurde bald darauf von Gebhard aus Blutrache für den Tod seines Bruders Eberhard getötet.

Der einzig Überlebende der Babenberger Brüder, Adalbert, wurde vom Kanzler und Regenten Hatto I., Erzbischof von Mainz, einem Förderer der Konradiner, an den königlichen Hof gerufen. Er weigerte sich zu erscheinen und hielt für einige Zeit seine Burg Theres (heute Obertheres bei Haßfurt) gegen das königliche Heer, ergab sich aber noch im Jahre 906 und wurde, trotz Hattos Versprechens auf freies Geleit, verurteilt und enthauptet. Der Sohn des oben erwähnten Konrad, Konrad der Jüngere, wurde unangefochtener Herzog von Franken (und im Jahre 911 König des ostfränkischen Reichs), während die Babenberger einen Großteil ihrer Besitzungen und Ämter in Franken verloren. Die Popponen zogen sich auf den nordöstlichen Teil ihres Stammlandes zurück, wo sie um die Burgen Struphe und Henneberg die Grafschaft Henneberg begründeten. Auf dem Boden des ehemaligen babenbergischen Kernlandes, das als erledigtes Reichslehen eingezogen wurde und das Kaiser Otto II. 973 seinem streitbaren Vetter Herzog Heinrich den Zänker schenkte, entstand 1007 das Bistum Bamberg.

Adalberts Sohn Heinrich von Babenberg überlebte die Fehde. Es wird vermutet, dass er der Stammvater der Schweinfurter Grafen und der jüngeren Babenberger Linie war.
 
(Babenberger/Popponen) ), Markgraf Poppo II. (I6748)
 
50621 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Popponen

Der älteste bekannte Ahn der fränkischen Babenberger war Poppo, der wahrscheinlich von dem Robertiner Cancor abstammt. Insofern sind die Popponen eine frühe Nebenlinie der Robertiner, aus denen das französische Königsgeschlecht der Capetinger hervorging. Nach Poppo wird das Geschlecht auch Popponen genannt. Poppo war im frühen 9. Jahrhundert Graf im Grabfeld, das heute im Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen liegt. Einer seiner Söhne war Heinrich, der zunächst unter Ludwig dem Jüngeren das Amt des princeps militiae bekleidete. Zur Zeit Karls des Dicken, der die Familie bevorzugte, wurde Heinrich marchio francorum (Markgraf der Franken) und dux Austrasiorum (Herzog der Austrasier). Er fiel 886 im Kampf gegen die Normannen. Sein Bruder Poppo (II.) war zur gleichen Zeit Markgraf von Thüringen (880–892), wurde aber von Karls Nachfolger Arnulf abgesetzt. Dieser begünstigte statt der Popponen die aus dem Lahngau stammenden Konradiner, die mit seiner Frau Oda verwandt waren.

Die Rivalität zwischen den beiden fränkischen Grafengeschlechtern der Konradiner und fränkischen Babenberger wurde von ihren Bemühungen verstärkt, ihre jeweilige Autorität im mittleren Maingebiet zu intensivieren. Dieser Streit, bekannt als die Babenberger Fehde, erreichte seinen Höhepunkt Anfang des 10. Jahrhunderts während der unruhigen Regierungszeit des Ostfrankenkönigs Ludwig IV., des Kindes. Führer der fränkischen Babenberger waren die drei Söhne von Herzog Heinrich – Adalbert, Adalhard und Heinrich –, die sich nach der Babenburg (Castrum babenberch) auf dem Bamberger Domberg benannten, in deren Umgebung ihre Besitzungen lagen.

Als die fränkischen Babenberger im Jahre 902 ihrem Herrschaftsbereich kleine Gebietsteile des Bistums Würzburg einverleibten, entzog ihnen König Ludwig IV. im Gegenzug mehrere Güter und gab sie an Bischof Rudolf von Würzburg, einen Konradiner. Das führte zu jahrelanger Fehde zwischen den beiden Geschlechtern. Zunächst vertrieb Graf Adalbert den Bischof aus Würzburg, woraufhin dessen Brüder, die Grafen Konrad, Gebhard und Eberhard, diesem zu Hilfe kamen und der Streit sich bis nach Hessen ausweitete. 906 schließlich, bei einem Überfall der Babenberger auf die Konradiner bei Fritzlar, fielen sowohl Konrad als auch Heinrich von Babenberg im Kampf. Adalhard wurde bald darauf von Gebhard aus Blutrache für den Tod seines Bruders Eberhard getötet.

Der einzig Überlebende der Babenberger Brüder, Adalbert, wurde vom Kanzler und Regenten Hatto I., Erzbischof von Mainz, einem Förderer der Konradiner, an den königlichen Hof gerufen. Er weigerte sich zu erscheinen und hielt für einige Zeit seine Burg Theres (heute Obertheres bei Haßfurt) gegen das königliche Heer, ergab sich aber noch im Jahre 906 und wurde, trotz Hattos Versprechens auf freies Geleit, verurteilt und enthauptet. Der Sohn des oben erwähnten Konrad, Konrad der Jüngere, wurde unangefochtener Herzog von Franken (und im Jahre 911 König des ostfränkischen Reichs), während die Babenberger einen Großteil ihrer Besitzungen und Ämter in Franken verloren. Die Popponen zogen sich auf den nordöstlichen Teil ihres Stammlandes zurück, wo sie um die Burgen Struphe und Henneberg die Grafschaft Henneberg begründeten. Auf dem Boden des ehemaligen babenbergischen Kernlandes, das als erledigtes Reichslehen eingezogen wurde und das Kaiser Otto II. 973 seinem streitbaren Vetter Herzog Heinrich den Zänker schenkte, entstand 1007 das Bistum Bamberg.

Adalberts Sohn Heinrich von Babenberg überlebte die Fehde. Es wird vermutet, dass er der Stammvater der Schweinfurter Grafen und der jüngeren Babenberger Linie war. 
(Babenberger/Popponen), Poppo I. (I6750)
 
50622 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Poppo_I._(Reichenbach)

Poppo I. von Reichenbach (auch Boppo oder Poffo; † 1156) war ab 1123 Graf von Reichenbach, von 1141 bis 1156 Graf von Hollende, Burggraf von Amöneburg und Graf von Felsberg.

Poppo war der jüngste Sohn des Grafen Gozmar I. aus der Grafenfamilie von Reichenbach, von der sich ab 1144 ein Zweig Grafen von Ziegenhain nannte.

Poppo beerbte 1123 seinen älteren Bruder Rudolf I. als Graf von Reichenbach (der Ziegenhainer Teil des väterlichen Besitzes war an seinen Bruder Gozmar II. gefallen), war zumindest seit 1138 Untervogt des Klosters Hersfeld, und hielt ausgedehnte ererbte Vogteirechte und Allodialbesitz um Homberg (Efze) und Hessisch Lichtenau, die er vor allem durch Ausnutzung seiner Hersfelder Vogteirechte stetig ausbaute. Durch seine Heirat mit Bertha von Felsberg erlangte Poppo weiteren ausgedehnten Besitz um Jesberg, Haina und Wildungen sowie am Unterlauf der Eder, vor allem um Brunslar. Sein Herrschaftsbereich erstreckte sich zuletzt vom Meißner bis nach Rotenburg an der Fulda und umfasste außerdem wichtigen Streubesitz bei Frankenberg (Eder). Der Mainzer Erzbischof Adalbert II. belehnte Poppo 1141 mit der Burg Hollende, der ehemaligen Stammburg der 1137 im Mannesstamm ausgestorbenen Gisonen bei Wetter, und ernannte ihn 1145 zum Burggrafen von Amöneburg, wo Kloster und Stadt 1121 unter Erzbischof Adalbert I. an Kurmainz gekommen waren und die Burg 1145 erbaut wurde.

Poppo nannte sich daher Graf von Reichenbach, Hollende und Felsberg.

Als Lehnsmann von Mainz auf Hollende und Amöneburg war es Poppos Aufgabe, die Interessen des Erzbistums am Kanonissenstift Wetter zu wahren und mögliche Übergriffe der Thüringer Landgrafen abzuwehren.

Poppo und der Ehemann seiner Tochter Luitgard, Volkwin II. von Schwalenberg, stifteten um 1144 das Benediktinerkloster Haina auf der Aulisburg bei Löhlbach, das 1214 an seinen heutigen Standort verlegt wurde.

Poppos Sohn Heinrich I. „Albus“ von Reichenbach, über den nicht viel bekannt ist, beerbte den Vater in Osthessen und wurde 1162 Domvogt von Fulda. Hollende und Felsberg fielen dagegen wohl an Poppos Neffen Poppo II., der bis zu seinem Tod 1170 auf Hollende residierte.


 
von Reichenbach-Ziegelhain, Graf Poppo I. (I62568)
 
50623 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Prez_(Adelsgeschlecht)

Prez (Adelsgeschlecht)

Die Ritter- und Freiherrenfamilie von Prez nannte sich nach der Ortschaft Prez-vers-Noréaz im heutigen Kanton Freiburg. Erster fassbarer Vertreter der Familie war Cono, der im Zisterzienserkloster Hauterive Cellerar und ab etwa 1160 bis etwa 1180 Subprior war.

Ein Junker Heinrich von Prez verheiratete seine Tochter Isabella mit dem Freiherrn Heinrich III. dem Jüngeren von Grünenberg. Isabella ist für die Jahre 1273 bis 1279 belegt. Sie erbte Güter und Rechte in der Gegend von Prez-vers-Noréaz von ihrem Onkel, dem Ritter Haimo von Prez. Mehrere Generationen später lebte Ritter Richard von Prez, der in Corcelles-le-Jorat einen Zehnten besass und sich im Jahre 1345 auf den Kreuzzug gegen Smyrna von Humbert II. de la Tour-du-Pin, dem letzten Dauphin von Viennois, begab. Um die Wende zum 15. Jahrhundert lebten die Brüder Guy und Aymon von Prez, denen die nachfolgende Generation von drei Söhnen nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Guy war Herr von Corcelles und verheiratet mit Henriette de Métral, die aus Lutry stammte. Aymon war Mitherr von Bellegarde (deutsch: Jaun) und versah von 1400 bis 1405 das Amt eines bischöflichen Vogtes von Lausanne, das in den Jahren 1418 bis 1422 von seinem Neffen oder Sohn Nicod von Prez ausgeübt wurde. Antoine, ein Bruder Nicods, war 1444 bis 1464 Bischof von Aosta, der andere Bruder Guy war Junker von Lutry. Ebenfalls Bischof von Aosta war Guys Sohn François von Prez in den Jahren 1464 bis 1511, also in der direkten Nachfolge seines Onkels Antoine.

Ein weiterer Vertreter der Familie von Prez mit Namen François war an einer Verschwörung seines Schwagers Isbrand Daux beteiligt, weshalb ihm sein Anteil an der Herrschaft Corcelles beschlagnahmt wurde. Er liess sich daraufhin 1588 in Savoyen nieder. In seiner Nachfolge hielt der Familienzweig in Frankreich bis zur Französischen Revolution einen Teil der Herrschaft Crassier.

In Lutry bestehen heute noch Familien mit dem Namen Deprez. 
von Prez, Isabella (I59937)
 
50624 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Prez_(Adelsgeschlecht)

Prez (Adelsgeschlecht)

Die Ritter- und Freiherrenfamilie von Prez nannte sich nach der Ortschaft Prez-vers-Noréaz im heutigen Kanton Freiburg. Erster fassbarer Vertreter der Familie war Cono, der im Zisterzienserkloster Hauterive Cellerar und ab etwa 1160 bis etwa 1180 Subprior war.

Ein Junker Heinrich von Prez verheiratete seine Tochter Isabella mit dem Freiherrn Heinrich III. dem Jüngeren von Grünenberg. Isabella ist für die Jahre 1273 bis 1279 belegt. Sie erbte Güter und Rechte in der Gegend von Prez-vers-Noréaz von ihrem Onkel, dem Ritter Haimo von Prez. Mehrere Generationen später lebte Ritter Richard von Prez, der in Corcelles-le-Jorat einen Zehnten besass und sich im Jahre 1345 auf den Kreuzzug gegen Smyrna von Humbert II. de la Tour-du-Pin, dem letzten Dauphin von Viennois, begab. Um die Wende zum 15. Jahrhundert lebten die Brüder Guy und Aymon von Prez, denen die nachfolgende Generation von drei Söhnen nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Guy war Herr von Corcelles und verheiratet mit Henriette de Métral, die aus Lutry stammte. Aymon war Mitherr von Bellegarde (deutsch: Jaun) und versah von 1400 bis 1405 das Amt eines bischöflichen Vogtes von Lausanne, das in den Jahren 1418 bis 1422 von seinem Neffen oder Sohn Nicod von Prez ausgeübt wurde. Antoine, ein Bruder Nicods, war 1444 bis 1464 Bischof von Aosta, der andere Bruder Guy war Junker von Lutry. Ebenfalls Bischof von Aosta war Guys Sohn François von Prez in den Jahren 1464 bis 1511, also in der direkten Nachfolge seines Onkels Antoine.

Ein weiterer Vertreter der Familie von Prez mit Namen François war an einer Verschwörung seines Schwagers Isbrand Daux beteiligt, weshalb ihm sein Anteil an der Herrschaft Corcelles beschlagnahmt wurde. Er liess sich daraufhin 1588 in Savoyen nieder. In seiner Nachfolge hielt der Familienzweig in Frankreich bis zur Französischen Revolution einen Teil der Herrschaft Crassier.

In Lutry bestehen heute noch Familien mit dem Namen Deprez. 
von Prez, Edelknecht Heinrich (I59940)
 
50625 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Prez_(Adelsgeschlecht)

Prez (Adelsgeschlecht)

Die Ritter- und Freiherrenfamilie von Prez nannte sich nach der Ortschaft Prez-vers-Noréaz im heutigen Kanton Freiburg. Erster fassbarer Vertreter der Familie war Cono, der im Zisterzienserkloster Hauterive Cellerar und ab etwa 1160 bis etwa 1180 Subprior war.

Ein Junker Heinrich von Prez verheiratete seine Tochter Isabella mit dem Freiherrn Heinrich III. dem Jüngeren von Grünenberg. Isabella ist für die Jahre 1273 bis 1279 belegt. Sie erbte Güter und Rechte in der Gegend von Prez-vers-Noréaz von ihrem Onkel, dem Ritter Haimo von Prez. Mehrere Generationen später lebte Ritter Richard von Prez, der in Corcelles-le-Jorat einen Zehnten besass und sich im Jahre 1345 auf den Kreuzzug gegen Smyrna von Humbert II. de la Tour-du-Pin, dem letzten Dauphin von Viennois, begab. Um die Wende zum 15. Jahrhundert lebten die Brüder Guy und Aymon von Prez, denen die nachfolgende Generation von drei Söhnen nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Guy war Herr von Corcelles und verheiratet mit Henriette de Métral, die aus Lutry stammte. Aymon war Mitherr von Bellegarde (deutsch: Jaun) und versah von 1400 bis 1405 das Amt eines bischöflichen Vogtes von Lausanne, das in den Jahren 1418 bis 1422 von seinem Neffen oder Sohn Nicod von Prez ausgeübt wurde. Antoine, ein Bruder Nicods, war 1444 bis 1464 Bischof von Aosta, der andere Bruder Guy war Junker von Lutry. Ebenfalls Bischof von Aosta war Guys Sohn François von Prez in den Jahren 1464 bis 1511, also in der direkten Nachfolge seines Onkels Antoine.

Ein weiterer Vertreter der Familie von Prez mit Namen François war an einer Verschwörung seines Schwagers Isbrand Daux beteiligt, weshalb ihm sein Anteil an der Herrschaft Corcelles beschlagnahmt wurde. Er liess sich daraufhin 1588 in Savoyen nieder. In seiner Nachfolge hielt der Familienzweig in Frankreich bis zur Französischen Revolution einen Teil der Herrschaft Crassier.

In Lutry bestehen heute noch Familien mit dem Namen Deprez. 
von Prez, Ritter Kuno (Conon) (I59941)
 
50626 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Prez_(Adelsgeschlecht)

Prez (Adelsgeschlecht)

Die Ritter- und Freiherrenfamilie von Prez nannte sich nach der Ortschaft Prez-vers-Noréaz im heutigen Kanton Freiburg. Erster fassbarer Vertreter der Familie war Cono, der im Zisterzienserkloster Hauterive Cellerar und ab etwa 1160 bis etwa 1180 Subprior war.

Ein Junker Heinrich von Prez verheiratete seine Tochter Isabella mit dem Freiherrn Heinrich III. dem Jüngeren von Grünenberg. Isabella ist für die Jahre 1273 bis 1279 belegt. Sie erbte Güter und Rechte in der Gegend von Prez-vers-Noréaz von ihrem Onkel, dem Ritter Haimo von Prez. Mehrere Generationen später lebte Ritter Richard von Prez, der in Corcelles-le-Jorat einen Zehnten besass und sich im Jahre 1345 auf den Kreuzzug gegen Smyrna von Humbert II. de la Tour-du-Pin, dem letzten Dauphin von Viennois, begab. Um die Wende zum 15. Jahrhundert lebten die Brüder Guy und Aymon von Prez, denen die nachfolgende Generation von drei Söhnen nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Guy war Herr von Corcelles und verheiratet mit Henriette de Métral, die aus Lutry stammte. Aymon war Mitherr von Bellegarde (deutsch: Jaun) und versah von 1400 bis 1405 das Amt eines bischöflichen Vogtes von Lausanne, das in den Jahren 1418 bis 1422 von seinem Neffen oder Sohn Nicod von Prez ausgeübt wurde. Antoine, ein Bruder Nicods, war 1444 bis 1464 Bischof von Aosta, der andere Bruder Guy war Junker von Lutry. Ebenfalls Bischof von Aosta war Guys Sohn François von Prez in den Jahren 1464 bis 1511, also in der direkten Nachfolge seines Onkels Antoine.

Ein weiterer Vertreter der Familie von Prez mit Namen François war an einer Verschwörung seines Schwagers Isbrand Daux beteiligt, weshalb ihm sein Anteil an der Herrschaft Corcelles beschlagnahmt wurde. Er liess sich daraufhin 1588 in Savoyen nieder. In seiner Nachfolge hielt der Familienzweig in Frankreich bis zur Französischen Revolution einen Teil der Herrschaft Crassier.

In Lutry bestehen heute noch Familien mit dem Namen Deprez. 
von Prez (Pratellis), Kuno (I59944)
 
50627 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Prez_(Adelsgeschlecht)

Prez (Adelsgeschlecht)

Die Ritter- und Freiherrenfamilie von Prez nannte sich nach der Ortschaft Prez-vers-Noréaz im heutigen Kanton Freiburg. Erster fassbarer Vertreter der Familie war Cono, der im Zisterzienserkloster Hauterive Cellerar und ab etwa 1160 bis etwa 1180 Subprior war.

Ein Junker Heinrich von Prez verheiratete seine Tochter Isabella mit dem Freiherrn Heinrich III. dem Jüngeren von Grünenberg. Isabella ist für die Jahre 1273 bis 1279 belegt. Sie erbte Güter und Rechte in der Gegend von Prez-vers-Noréaz von ihrem Onkel, dem Ritter Haimo von Prez. Mehrere Generationen später lebte Ritter Richard von Prez, der in Corcelles-le-Jorat einen Zehnten besass und sich im Jahre 1345 auf den Kreuzzug gegen Smyrna von Humbert II. de la Tour-du-Pin, dem letzten Dauphin von Viennois, begab. Um die Wende zum 15. Jahrhundert lebten die Brüder Guy und Aymon von Prez, denen die nachfolgende Generation von drei Söhnen nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Guy war Herr von Corcelles und verheiratet mit Henriette de Métral, die aus Lutry stammte. Aymon war Mitherr von Bellegarde (deutsch: Jaun) und versah von 1400 bis 1405 das Amt eines bischöflichen Vogtes von Lausanne, das in den Jahren 1418 bis 1422 von seinem Neffen oder Sohn Nicod von Prez ausgeübt wurde. Antoine, ein Bruder Nicods, war 1444 bis 1464 Bischof von Aosta, der andere Bruder Guy war Junker von Lutry. Ebenfalls Bischof von Aosta war Guys Sohn François von Prez in den Jahren 1464 bis 1511, also in der direkten Nachfolge seines Onkels Antoine.

Ein weiterer Vertreter der Familie von Prez mit Namen François war an einer Verschwörung seines Schwagers Isbrand Daux beteiligt, weshalb ihm sein Anteil an der Herrschaft Corcelles beschlagnahmt wurde. Er liess sich daraufhin 1588 in Savoyen nieder. In seiner Nachfolge hielt der Familienzweig in Frankreich bis zur Französischen Revolution einen Teil der Herrschaft Crassier.

In Lutry bestehen heute noch Familien mit dem Namen Deprez. 
von Prez, Boso (I59945)
 
50628 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Raimondo_Orsini_del_Balzo (Sep 2023)

Raimondellos Großvater war Roberto Orsini di Nola (1295–1345), 2. Graf von Nola, großer Scharfrichter von Neapel und seine Großmutter war die Erbin Sveva del Balzo (Anfang des 14. Jahrhunderts geboren), Gräfin von Soleto, Erbin von des Baux, (später wurde die Familie mit dem Namen del Balzo Orsini bekannt). Sein Bruder Roberto war der 5. Graf von Nola († 1400) und hinterließ nur uneheliche Erben. Eine seiner Schwestern, Sveva, heiratete Francesco del Balzo, Herzog von Andria.

Raimondo war ein Abenteuerer, Krieger und Kreuzritter und vermischte bedenkenlos Raub und Frömmigkeit[5] 1384 heiratete Raimondello Maria von Enghien (* 1367 - † 9. Mai 1446), Gräfin von Lecce, Tochter und (nach ihrem Bruder) Erbin ihres Vaters des Grafen Johann von Enghien, Lord von Nivelles, Presle, Omophita und Diskoria und seiner Frau Bianca del Balzo der Grafen von Andria.

Raimondello wurde der reichste italienische feudale Herr seiner Zeit. Das Fürstentum Tarent schloss die Hälfte des Königreiches Neapel ein, und der Fürst herrschte fast unabhängig vom König. Aus diesem Grund, gab es einen Kampf zwischen Raimondello und König Ladislaus von Neapel, der nach Raimondos Tod über das Fürstentum herrschte, indem er Maria von Enghien heiratete.

1384 erhielt Raimondello von Past Urban VI. die Erlaubnis für die Erweiterung der schon existierenden byzantinischen Kirche Santa Caterina d’Alessandria aus dem 13. Jahrhundert mit angrenzendem Kloster und Krankenhaus in Galatina, die 1391 fertiggestellt wurde. 
Orsini del Balzo, Raimondo (I42701)
 
50629 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Raimund_Berengar_III._(Barcelona) (Aug 2023)

Raimund Berengar III. der Große (* 1082 in Rodez; † 1131 in Barcelona) war Graf von Barcelona, Girona und Osona (ab 1082 zusammen mit Berengar Raimund II. und ab 1097 allein), Besalú, Cerdanya und Provence, im Heiligen Römischen Reich ab 1112, insgesamt bis zu seinem Tod in Barcelona 1131.

Leben
Er wurde 1082 in Rodez als Sohn Raimund Berengars II. geboren. Er folgte seinem Vater mitregierend zusammen mit seinem Onkel Berengar Raimund II. Nachdem sein Onkel 1097 ins Exil gezwungen worden war, wurde er alleiniger Herrscher.
Während seiner Herrschaft wurden katalanische Interessengebiete beiderseits der Pyrenäen ausgedehnt. Durch Heirat oder Lehnsbindungen integrierte er in sein Reich fast alle katalanischen Grafschaften (ausgenommen Urgell und Peralada). Er übernahm die Herrschaft der Grafschaften Besalú (1111) und Cerdanya (1117) und die Provence (3. Februar 1112) durch die Heirat mit deren Erbin Dulcia von Gévaudan. Sein Herrschaftsgebiet erstreckte sich im Osten bis Nizza.
Im Bündnis mit dem Grafen von Urgell nahm er Barbastro und Balaguer ein. 1118 eroberte er Tarragona und baute es als Hauptsitz der Kirche in Katalonien wieder auf (zuvor waren die Katalanen kirchlich abhängig vom Erzbistum Narbonne). Er stellte auch wieder Beziehungen mit den italienischen Seerepubliken Pisa und Genua her und griff zusammen mit ihnen in den Jahren 1114 und 1115 die maurischen Piratenfestungen von Mallorca und Ibiza an. Diese wurden ihm tributpflichtig, viele christliche Sklaven dort wurden freigelassen. Ramon Berenguer III. griff mit Hilfe Pisas auch maurische Festlands-Stützpunkte wie Valencia, Lleida und Tortosa an.
Zum Ende seines Lebens wurde Ramon ein Tempelritter. Er übergab die Provence seinem jüngeren Sohn Berengar Raimund I. von Provence und seine fünf katalanischen Länder seinem älteren Sohn Raimund Berengar IV. von Barcelona.

Ehen und Nachkommen

Seine erste Frau María Rodríguez de Vivar († um 1105) war die zweite Tochter El Cids. Mit ihr hatte Raimund Berengar III. eine Tochter:

María, ⚭ Bernat III., Graf von Besalú († 1111)
Seine zweite Ehe mit Almodis de Mortain, Tochter von Guillaume de Mortain (Haus Conteville), blieb kinderlos.

Am 3. Februar 1112 heiratete Raimund Berengar III. ein drittes Mal. Seine Frau wurde Dulcia von Provence (auch Douce, Dolça de Gévaudun), Erbin der Provence, Tochter Gilberts, Vicomte de Carlat. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor: [1]

Raimund Berengar IV. von Barcelona (* um 1113; † 1162), ⚭ Petronella von Aragón, Königin von Aragón, Tochter des Königs Ramiro II. dem Mönch und der Herzogin Agnes von Aquitanien
Berengar Raimund I. von Provence (* 1113/1114; † 1144), ⚭ Béatrice von Melgueil
Bernat von Barcelona (* 1115/1116; † nach 20. Januar 1117), jung gestorben
Berenguela oder (Berengaria) von Barcelona (* 1108 oder 1116; † Januar/Februar 1149),[2] ⚭ Alfons VII., König von Kastilien
Jimena (auch: Eixemena, Ximena) von Barcelona (* 1117/18; † nach 1136), ⚭ Roger III., Graf von Foix (Haus Comminges)[3]
Mahalta von Barcelona, ⚭ Wilhelm IV., Herr von Castellvell
Almodis von Barcelona (* um 1126; † nach 14. März 1175), ⚭ Ponce de Cervera, Vizegraf von Bas

ACHTUNG...?

Unterschiede zur folgenden ersten Version von (Okt 2018):

Ehen und Nachkommen

Seine erste Frau María Rodríguez de Vivar († um 1105) war die zweite Tochter El Cids.
Mit María hatte Raimund Berengar III. zwei Töchter:
• María, ∞ Bernat III., Graf von Besalú († 1111)
• Jimena (auch: Eixemena, Ximena) von Barcelona (* 1117/18; † nach 1136), ∞ Roger III., Graf von Foix (Haus Comminges)

Seine zweite Ehe war mit Almodis de Mortain, Tochter von Guillaume de Mortain.

Am 3. Februar 1112 heiratete Raimund Berengar III. ein drittes Mal. Seine Frau wurde Dulcia von Provence (auch Douce, Dolça de Gévaudun), Erbin der Provence, Tochter Gilberts, Vicomte de Carlat.
Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor:
• Tochter (* 1105/06; † vor 1112)
• Raimund Berengar IV. von Barcelona (* um 1113; † 1162), ∞ Petronella von Aragón, Königin von Aragón, Tochter des Königs Ramiro II. dem Mönch und der Herzogin Agnes von Aquitanien
• Berengar Raimund I. von Provence (* 1113/1114; † 1144), ∞ Béatrice von Melgueil
• Bernat von Barcelona (* 1115/1116; † nach 20. Januar 1117), jung gestorben
• Berenguela oder (Berengaria) von Barcelona (* 1108 oder 1116; † Januar/Februar 1149),[3] ∞ Alfons VII., König von Kastilien
• Mahalta von Barcelona, ∞ Wilhelm IV., Herr von Castellvell
• Almodis von Barcelona (* um 1126; † nach 14. März 1175), ∞ Ponce de Cervera, Vizegraf von Bas 
von Barcelona, Graf Raimund Berengar III. (I9815)
 
50630 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rainald_III._(Joigny)

Rainald III. von Joigny (* vor 1096; † 1150) war ein Graf von Joigny in der französischen Region Bourgogne-Franche-Comté.

Rainalds familiäre Herkunft ist schwierig zu bestimmen. In der gängigen genealogischen Literatur wird er mit dem gleichnamigen älteren Sohn des Sire Gottfried II. von Joinville identifiziert. Diese Vermutung stützt sich auf einem Eintrag des Chronisten Alberich von Trois-Fontaines der die Brüder Renardum…comes Ioviniaci…et Rogerum Ioveville (Rainald und Roger) als Söhne des Iovevillam Gaufridus secundus (Gottfried II. von Joinville) nannte.[1] Der Chronist schrieb den Titel comes Ioviniaci auch allen Vorfahren der Brüder bis zu Stephan von Vaux zu, die dementsprechend in der jüngeren Literatur ebenfalls als Grafen von Joigny genannt werden. Allerdings ist dabei unklar, ob es sich dabei um eine alternative Schreibform des Grafentitels von Joigny handelte oder dieser Titel aus einer irrigen Konfusion der Namen „Joinville“ und „Joigny“ durch den Chronisten resultiert, da Alberich auch der einzige ist, der diesen Titel für die Familie Joinville verwendete. Letztere Annahme erscheint plausibler, zumal sonst weitere genealogische Widersprüche entstünden, da neben den ersten Sires von Joinville auch weitere Grafen von Joigny überliefert sind, die nicht mit ihnen in einem familiären Zusammenhang gebracht werden.

Eine Alternative hingegen bietet ein Eintrag in der Historia des Mönches Aimon von Fleury.[2] Der nannte die Brüder Guidonem et Raynardum Comitem de Johegneio als Söhne einer Tochter von Joscelinum de Cortinaco (Joscelin von Courtenay). Demzufolge die Wahrscheinlichkeit besteht, dass Rainald III. einen Bruder namens Guido hatte und beide Söhne des Grafen Rainald II. von Joigny gewesen wären. Graf Rainald II. wurde eine Generation vor ihnen im Jahr 1096 als Teilnehmer des Ersten Kreuzzuges genannt, er könnte der Ehemann der Tochter von Courtenay gewesen sein. Sein möglicher Schwager Joscelin von Courtenay machte sich ebenfalls als Kreuzfahrer einen Namen.

Rainald III. heiratete in erster Ehe Wandelmode von Beaujeu, Tochter des Humbert II. von Beaujeu (Haus Beaujeu). In zweiter Ehe heiratete er Alice, die Tochter des Stefan II. von Blois und der Adela von der Normandie. Er trat 1131 als Zeuge bei der Gründung der Prämonstratenserabtei von Dilo (heute Arces-Dilo, Département Yonne), 20 km nordöstlich von Joigny, durch König Ludwig VI. von Frankreich auf.

Ebenso wie seine Herkunft ist auch Rainalds Nachkommenschaft nicht gesichert. Für den nächstgenannten Grafen Rainald IV. († um 1172) liegen keinerlei genealogischen Hintergründe vor, wenngleich es naheliegt, dass er ein Sohn von Rainald III. war. Erst ab Rainald IV. kann eine lückenlose Genealogie aller nachfolgenden Grafen von Joigny nachvollzogen werden (siehe Haus Joigny). 
von Joigny, Graf Rainald III. (Renaud) (I42294)
 
50631 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rainald_von_Dassel

Rainald von Dassel (* zwischen 1114 und 1120; † 14. August 1167 in Rom) war von 1159 bis 1167 Erzbischof von Köln und Erzkanzler für Italien. Er war engster Berater von Friedrich I. und nahm maßgeblich Einfluss auf die kaiserliche Politik insbesondere in Italien und in der Auseinandersetzung mit dem Papsttum. Obwohl er nur wenig Zeit im Erzbistum Köln verbrachte, hat er auch dort nachhaltig gewirkt. Seine Überführung der Gebeine der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln hat der Stadt einen starken Strom von Pilgern gebracht. Damit wurde auch die wirtschaftliche Bedeutung Kölns gestärkt.

Familie
Rainald stammte aus dem Geschlecht der Grafen von Dassel. Die Familie war mit den Erzbischöfen von Mainz eng verbunden und schloss sich nach 1138 den Staufern an. Als einziger seiner Familie hat Rainald überregionale Bedeutung erlangt. Rainald war der zweite Sohn des Grafen Reinold I. von Dassel. Die Mutter war Mathilde von Schauenburg. Sein Geburtsdatum ist nicht ganz klar, wahrscheinlich ist 1120. Der ältere Bruder Ludolf I. wurde Erbe der Grafschaft, die Schwester Gepa Äbtissin von St. Ursula in Köln.

Aufstieg im Kirchendienst
Er wurde in der Domschule von Hildesheim, dem heutigen Gymnasium Mariano-Josephinum Hildesheim, ausgebildet und studierte in Paris. Dort hörte er unter anderem bei Adam Parvipontanus.

Um 1146 war er als Subdiakon und Domcellarius in Hildesheim tätig; damit war er für die wirtschaftlichen Belange des Domstifts zuständig. Im Domkapitel lehnte er sich eng an den Dompropst und späteren Bischof von Passau Konrad von Babenberg an. Er wurde um 1148 dessen Nachfolger als Dompropst.

Rainald wurde mit bedeutenden Aufgaben betraut. So reiste er zusammen mit Wibald von Stablo 1146 nach Rom. Damit bekam er Kontakt zu einem der führenden Gesandten und Politiker im Umfeld des Hofes. Mit diesem blieb er auch später im Briefkontakt. 1148 vertrat er den Bischof Bernhard I. von Hildesheim auf dem Konzil von Reims. Dort erregten seine Äußerungen allgemeine Aufmerksamkeit, so dass er von Johannes von Salisbury in den Historia pontificalis erwähnt wurde.[1] In der Folge wurde er Propst des Stifts St. Mauritius in Hildesheim, des Petersstifts in Goslar (1153), des Domkapitels in Münster (1154), des Stifts St. Servatius in Maastricht (1156) sowie des St. Victorstifts in Xanten (1159). Er war Freund gelehrter Männer und bewandert in antiken Schriften. Auf sein Betreiben hin wurde in Hildesheim die erste steinerne Brücke über die Innerste gebaut. Als 1153 die Wahl eines neuen Bischofs in Hildesheim anstand, verzichtete er auf eine Kandidatur zu Gunsten von Bruno von Hildesheim.

Kaiserlicher Kanzler
Er hatte seit längerem Kontakt zum königlichen Hof. Im Mai 1156 wurde er daher von Kaiser Friedrich I. Barbarossa in die Reichskanzlei berufen. Zwischen beiden bestand ein enges vertrauensvolles Verhältnis. Rainald wurde zum engsten Vertrauten des Herrschers und bestimmte dessen Politik bis zu seinem Tod entscheidend mit. Ob er eigenhändig Urkunden ausgefertigt hat, ist unklar. Von ihm stammen aber neue Begriffe, die er in die Urkunden einfügen ließ. Darunter war auch der Ausdruck des sacrum imperium. Diesen verwandte er 1157 erstmals, auch um gegenüber dem Papst die kaiserliche Position zu betonen. Rainald übersetzte auf dem Hoftag von Besançon im Oktober 1157 den von Papst Hadrian IV. in einem Brief benutzten Begriff Beneficium als Lehen und nicht als Wohltat. Dies führte zu heftigen Auseinandersetzungen mit dem Kardinallegaten Rolando Bandinelli, der später Papst Alexander III. wurde.

Zusammen mit Otto von Wittelsbach bereitete er 1158 den Italienzug vor. Ihm gelang es, zahlreiche Städte und Adlige Reichsitaliens zur Unterstützung zu bewegen.

Kölner Erzbischof
Nachdem im Dezember 1158 der Kölner Erzbischof Friedrich II. von Berg in Pavia gestorben war, warb der Kaiser ausdrücklich für die Wahl von Rainald von Dassel als Nachfolger. Während er im Heerlager vor Mailand weilte, wurde er denn auch in Abwesenheit im Juni 1159 zum Erzbischof von Köln gewählt. Der Kaiser verlieh ihm die Regalien und machte ihn zum Erzkanzler für Italien. Aus diesem Grund verbrachte er viel Zeit im kaiserlichen Dienst und nicht in seinem Erzbistum.

Reichspolitik
Nach dem Tod Hadrians IV. kam es zu einer Doppelwahl und damit zu einem Schisma. Rainald von Dassel war maßgeblich daran beteiligt, den kaiserfreundlichen Kandidaten Anerkennung zu verschaffen. Er nahm am Konzil von Pavia 1160 teil, dessen Leitung ihm selbst und dem Erzbischof von Mailand oblag, und sprach sich dort für den kaiserlich gesinnten Kandidaten Octaviano de Montecello und gegen Rolando Bandinelli als neuen Papst aus, der in Rom schon wenige Tage nach dem Tod des letzten Papstes Hadrian IV. unter Tumulten als neuer Papst am 7. September 1159 gewählt worden war. Octaviano de Montecello wurde nach der Wahl Rolando Bandinellis, der den Namen Alexander III. annahm, als Gegenpapst Viktor IV. eingesetzt. 1164 befand sich der Erzkanzler auf diplomatischer Mission in England und versuchte dort, die Unterstützung Heinrichs II. gegen den Papst zu gewinnen. Erfolglos blieb sein Bemühen am Hof Ludwig VII. von Frankreich. Auf der Synode von St. Jean-de-Losne versuchte Rainald von Dassel die Papstwahl zur Sache des Reiches zu erklären. Letztlich gelang es ihm nicht, Viktor IV. allgemeine Anerkennung zu verschaffen.

Zur Stärkung der kaiserlichen Macht in Reichsitalien schuf Rainald von Dassel eine Verwaltung. Im Konflikt mit Mailand war er erfolgreich. Es gelang, die Stadt 1162 zu erobern; daraufhin wurde sie zerstört. Deshalb wurde Rainald von Dassel 1163 vom Papst Alexander III. mit dem Bann belegt. Als Viktor IV. starb, trug Rainald von Dassel dazu bei, dass mit Paschalis III. ein Nachfolger gewählt wurde.

Nach einer weiteren Reise nach England im Jahr 1165 kam ein Bündnis zustande und es wurden auch Heiratsbeziehungen vereinbart. Darunter war auch die von Mathilde von England mit Heinrich dem Löwen. Mit dem Hinweis auf die englische Unterstützung gelang es Rainald von Dassel auf dem Hoftag in Würzburg, Kaiser und Fürsten, die geneigt waren, das Schisma zu beenden, auf die Unterstützung von Paschalis III. zu verpflichten.

Politik im Erzstift
Auf den Druck der anderen Bischöfe hin ließ sich Rainald am 29. Mai 1165, einem Quatembersamstag, in Würzburg zum Priester und am 2. Oktober 1165 in Köln von Philipp von Katzenelnbogen zum Bischof weihen. Im selben Jahr setzte sich Rainald erfolgreich für die Heiligsprechung Karls des Großen ein, die vom Gegenpapst Paschalis III., aber nicht von Papst Alexander III. anerkannt wurde.

Abgesehen vom Sommer 1166 verbrachte Rainald von Dassel nur wenig Zeit in seinem Erzbistum, war aber auch dort wirksam. Nach der Eroberung Mailands brachte er im Jahr 1164 als Kriegsbeute die Gebeine der Heiligen Drei Könige, die ihm Barbarossa aus Dank überlassen hatte, nach Köln und die Gebeine der beiden Heiligen Gervasius und Protasius nach Breisach, wo sie im dortigen Stephansmünster in einem Reliquienschrein aufbewahrt werden. Im Bonner Münster wurden seit seiner Zeit die Reliquien des Cassius und Florentius verehrt. Um die Literatur machte er sich als Mäzen des Vagantendichters Archipoeta verdient. Im kölnischen Soest stiftete er das Stift St. Walburgis.[2]

Er blieb weiter mit Hildesheim verbunden. So ließ er die Johannishofstiftung und das St. Johanneshospital[3] errichten. Auch für den Bau der ersten steinernen Brücke über die Innerste in Hildesheim war er verantwortlich.[4]

Er schmückte den Vorgängerbau des Kölner Doms mit seidenen Wandteppichen aus dem eroberten Mailand, ließ zwei Türme und neben der Südseite den neuen Erzbischöflichen Palast errichten. Den Plan zum Bau einer steinernen Brücke über den Rhein konnte er nicht mehr verwirklichen. Rainald übergab die erzbischöflichen Wirtschaftshöfe an die Zisterzienserklöster Kamp und Altenberg und trug damit zu ihrer Ertragssteigerung bei.

Auch trug er zur weltlichen Machtsteigerung der Kölner Kirche bei. In der Arnsberger Fehde gingen die erzbischöflichen Truppen 1164 gegen Heinrich I. vor. Durch den Erfolg des Feldzuges geriet die Grafschaft Arnsberg zumindest formell in Lehnsabhängigkeit des Erzbistums. Insbesondere Menden wurde Lehen des Erzstifts.[5] Auch im sächsischen Aufstand von 1166/1167 gegen Heinrich den Löwen gelang es ihm, die Kölner Positionen zu verbessern. Auch die Burg Rheineck wurde erworben. Der Kölner Lehnshof und die Dienstmannschaft wurde ausgebaut.

Letzte Erfolge und Tod
Rainald kehrte im Oktober 1166 nach Italien zurück. Seine Aufgabe war es, mit einigen Truppen dem kaiserlichen Heer den Vormarsch zu sichern. Bei Tusculum schlug Rainald zusammen mit Erzbischof Christian von Mainz ein überlegenes Heer der Römer am 29. Mai 1167 vernichtend. Daraufhin belagerten sie Rom. Nach der Ankunft des Kaisers wurde die Leostadt erobert. Zum Dank schenkte ihm der Kaiser den Reichshof Andernach und den Hof zu Eckenhagen mit seinen Silbergruben.

Rainald starb kurz darauf an einer Seuche, wahrscheinlich an Malaria (Sumpffieber) oder an Ruhr.[6] Seine Gebeine wurden more teutonico nach Köln verbracht und im Alten Dom bestattet. Die Liegefigur seines Grabmals in der Marienkapelle des Doms vor dem dreiteiligen Flügelaltar der Stadtpatrone gestaltete Alexander Iven 1905 in Anlehnung an mittelalterliche Vorbilder. 
von Dassel, Erzbischof Rainald II (I62559)
 
50632 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rainald_von_Saint-Valery (Sep 2023)

1157/58 wird Rainald als Ritter im Gefolge des Grafen Dietrich von Flandern erwähnt. Mit diesem hatte er sich auf Pilgerfahrt ins Heilige Land begeben und beide nahmen dort ab Sommer 1157 an einem Feldzug unter dem Oberkommando von König Balduin III. von Jerusalem gegen die syrischen Muslime teil. Die Kreuzfahrer nutzten die günstige Gelegenheit, dass Nur ad-Din von Aleppo erkrankt war, um das Fürstentum Antiochia zu dessen Lasten auszudehnen. Dietrich von Flandern hatte dabei offensichtlich im Sinn, selbst eine Herrschaft zu erwerben. Zunächst griffen sie die Festungsstadt Schaizar an, die Dietrich als Lehen erhalten sollte. Der Fürst von Antiochia, Rainald von Châtillon bestand darauf, dass die neue Herrschaft Vasall seines Fürstentums sein müsse. Rainald von Châtillon hatte den Fürstenthron jedoch nur durch Ehe erlangt und hatte in Frankreich einen deutlich niedrigeren Adelsrang als Dietrich, weshalb Dietrich sich weigerte ihm als Lehnsherr zu huldigen. Obwohl die Kreuzfahrer die Unterstadt von Schaizar bereits eingenommen hatten und die Zitadelle unmittelbar vor der Kapitulation stand, wurde die Belagerung im Oktober 1157 abgebrochen und das Kreuzfahrerheer zog nordwärts weiter.[1][2]

Nachdem das Heer die Ruinen von Apamea besetzt hatte begab man sich zur Belagerung der Burg Harenc. Harenc hatte zuvor zum Fürstentum Antiochia gehört und war 1149 von Nur ad-Din erobert worden. Das wiedervereinte Heer der Kreuzfahrerstaaten eroberte die Burg schließlich im Februar 1158. Da Dietrich sich weiterhin weigerte Fürst Rainald zu huldigen, wurde die Burg und umliegende Herrschaft schließlich an Dietrichs Gefolgsmann Rainald von Saint-Valery gegeben.[3] Gleichwohl nahmen Rainald von Saint-Valery und Dietrich noch am weiteren Feldzug König Balduins teil und zeichneten sich beim Sieg über ein Heer Nur ad-Dins aus, dass nach Galiläa eingefallen war.[4]

Die Burg blieb auch in der Folgezeit umkämpft. Am 12. August 1164 unterlag ein christliches Heer nahe der Burg in der Schlacht von Artah bei dem Versuch, die von den Muslimen belagerte Burg Harenc zu entsetzen. Spätestens 1165 fiel die Burg erneut an Nur ad-Din. Rainald war zu diesem Zeitpunkt anscheinend bereits nach England zurückgekehrt und hatte seine Herrschaft dem entthronten Grafen Joscelin III. von Edessa überlassen, dieser lässt sich spätestens 1163 als Herr von Harenc nachweisen. 
von Saint-Valery, Rainald (I42942)
 
50633 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Randeck_(pfälzisches_Adelsgeschlecht)

Randeck (pfälzisches Adelsgeschlecht)

Die Herren von Randeck waren ein pfälzisches Adelsgeschlecht, das sich nach der Burg Randeck bei Mannweiler-Cölln benannte.

Die Familie ist zu unterscheiden von dem schwäbischen Adelsgeschlecht Randeck.

Geschichte
Die Familie hat ihre Anfänge im frühen 13. Jahrhundert und geht offenbar aus dem Geschlecht der Kolb von Wartenberg hervor, ebenso wie die Herren von Bilenstein.

Erster sicherer und urkundlich fassbarer Namensträger war Heinrich von Randeck, der 1202 bei einem Vergleich Heinrichs von Wartenberg mit dem Kloster Hane als Zeuge benannt ist. Bereits 1200 trat er als Bürge König Philipps von Schwaben bei einer Zollbefreiung für das Erzbistum Trier auf. Nochmals erscheint er 1212 als Zeuge im Vertrag Kaiser Ottos IV. mit Herzog Ludwig I. von Bayern. Heinrich von Randeck soll ein Enkel Ulrichs von Wartenberg gewesen sein. Das ähnliche Wappen der Kolb von Wartenberg und der Herren von Randeck weist ebenfalls in diese Richtung.

Ab Beginn des 13. Jahrhunderts lässt sich die Familie auf der namensgebenden Stammburg nachweisen,[5] wobei sich spätestens 1283, mit Embricho von Randeck, der Familienzweig derer von Löwenstein bzw. zu Randeck genannt von Löwenstein oder Brenner von Löwenstein zu Randeck abspaltete. Ab 1327 gründete Johann von Randeck die Seitenlinie von Weissenstein, die bei Mörsfeld ansässig war.

Dietrich von Randeck, ein Enkel Heinrichs, amtierte von 1299 bis 1303 als Burggraf von Böckelheim, 1322–1325 als Reichsschultheiß in Oppenheim. Im 14. Jahrhundert waren die Randecker auch Burgmänner auf Montabaur.

Heinrich V. von Randeck, ein Urenkel des Stammvaters der Familie, bekleidete 1327–1330 die Würde eines Abtes der Zisterzienserabtei Himmerod.

Eine Generation später fungierte Eberhard von Randeck († 1372) als Domdekan in Speyer, wurde 1363 zum Bischof von Speyer gewählt, musste aber resignieren, da der Kaiser seinen Vertrauten Lamprecht von Brunn zum Oberhirten bestimmt hatte.

Mit Adam von Randeck starb die Familie 1537 im Mannesstamm aus, beerbt von ihren Verwandten Löwenstein genannt Randeck (ausgestorben 1664) und von Flörsheim, in welche Familie die letzte Erbtochter eingeheiratet hatte. 
von Randeck, Beatrix (I60347)
 
50634 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ranulf_de_Blondeville,_4._Earl_of_Chester (Jul 2023)

Ranulf de Blondeville, 4. Earl of Chester, 1. Earl of Lincoln (* unsicher: 1172 Oswestry (Album Monasterium, Blonde Ville); † 28. Oktober 1232 Wallingford, Berkshire) war ein anglo-normannischer Magnat.

Er war Earl of Chester, Earl of Lincoln sowie Vizegraf von Avranches. Er war einer der letzten normannischen Barone, die – unter Gewährung von lukrativen Privilegien – uneingeschränkte Loyalität zum Haus Plantagenet zeigten. Er wurde als „fast das letzte Relikt der großen Feudalaristokratie der Eroberung“ bezeichnet.[1]

Richard Löwenherz
Ranulf wurde 1172 als Sohn von Hugh de Kevelioc, 3. Earl of Chester und Bertrada de Montfort geboren. Bereits als Neunjähriger folgte er seinem Vater als Earl, und erst seine Volljährigkeit mit dem Ritterschlag am 1. Januar 1187 in Caen gab ihm die Kontrolle über seinen Besitz in England und der Normandie. Fünf Wochen später, am 3. Februar 1187, wurde er mit Konstanze von der Bretagne verheiratet, der Witwe von Herzog Gottfried von Bretagne († 1186), einem Sohn des Königs Heinrich II. Konstanze war die Mutter des Herzogs Arthur I. (1187–1203) und dessen Regentin, der Heinrich kein Vertrauen entgegenbrachte, so dass er einen loyalen Gefolgsmann an ihrer Seite sehen wollte. Ranulf sollte nun das Herzogtum Bretagne und die Grafschaft Richmond in England im Namen seiner Frau bzw. seines Stiefsohnes regieren, nannte sich auch selbst Herzog und Earl, doch rief seine Einsetzung den Widerstand insbesondere des bretonischen Adels hervor, dem sich auch Konstanze aus ihrer Abneigung gegen die Plantagenets anschloss.

Sie betrieb in den folgenden Jahren die Loslösung von den Plantagenets und geriet damit in Feindschaft zu ihrem ehemaligen Schwager Richard Löwenherz, der ihren Sohn Arthur 1196 zu seinem Erben designiert hatte. Im Gegenzug näherte sich Konstanze dem französischen König Philipp II. an, der seinerseits ein Feind von Richard war. Im April 1196 marschierte der englische König mit einem Söldnerheer in die Bretagne ein und forderte die Vormundschaft für seinen Neffen ein, doch Konstanze verschanzte sich mit ihrem Sohn in der Festung von Brest. In der Nähe von Carhaix konnte ihr Seneschall Alain de Dinan einen Sieg über Richard erringen, der sich daraufhin aus der Bretagne zurückziehen musste. Konstanze brachte danach ihre Kinder an den Hof Philipps II. in Paris in Sicherheit. Die Ehe von Konstanze mit Ranulf von Chester wurde 1199 annulliert, statt seiner ehelichte sie noch im gleichen Jahr den Vizegrafen Guido von Thouars.

Johann Ohneland
Im Jahr 1200 heiratete Ranulf Clemence de Fougères, Tochter von Guillaume de Fougères, Schwester von Geoffroi de (Haus Fougères) und Witwe von Alain de Dinan. Er verbrachte die folgenden Jahre zumeist in Frankreich, kehrte erst nach der Eroberung der Normandie durch die Franzosen 1204 endgültig nach England zurück. Im folgenden Winter wurden Teile seines Besitzes zeitweise beschlagnahmt, da König Johann Ohneland ihn im Verdacht hatte, sich mit den aufständischen Walisern zu verbünden (als Earl of Chester gehörte die Grenzsicherung zu Wales zu seinen zentralen Aufgaben). Ranulf konnte jedoch die Bedenken des Königs überwinden, kämpfte ab 1209 in dessen Waliser-Feldzügen und begleitete den König 1214 auf seinem Feldzug ins Poitou. 1215 war er einer der Barone, die im Adelsaufstand nach der Niederlage von Bouvines (27. Juli 1214) an der Seite des Königs standen und am 15. Juni 1215 die Magna Charta auf dessen Seite (ex parte regis) bezeugten. 1215 wurde Ranulf zum Lord über die Grafschaft Lancashire ernannt und war im Jahr 1216 gleichzeitig High Sheriff of Lancashire, High Sheriff of Staffordshire und High Sheriff of Shropshire.

Heinrich III.
Bereits vor König Johanns Tod hatten aufständische Barone die englische Krone dem französischen Thronerben Ludwig angeboten, woraufhin Ludwig im Sommer 1216 in Südengland einfiel und Winchester eroberte. Als König Johann im Herbst starb, wurde sein Sohn Heinrich III. hastig gekrönt, und auch Ranulf schloss sich diesem Vorgehen an, obwohl erwartet worden war, dass er Ansprüche auf die Regentschaft erheben würde. Er setzte sein politisches Gewicht zur Bekräftigung der Magna Charta ein und trug dazu bei, die Rebellen am 20. Mai 1217 bei Lincoln zu schlagen. Drei Tage später, am 23. Mai 1217, wurde er dafür zum Earl of Lincoln ernannt.

Das Ende dieses Ersten Kriegs der Barone brachte für Ranulf die Gelegenheit, ein 1215 gegebenes Kreuzzugsversprechen einzulösen. Er schloss sich im Mai 1218 dem Kreuzzug von Damiette an und kehrte nach dessen Scheitern im August 1220 nach England zurück. In den folgenden Jahren widmete er sich – entgegen der Politik der Regenten – dem Burgenbau und damit der Festigung seiner Macht: auf ihn sind die Burgen Bolingbroke Castle (bei Spilsby in Lincolnshire), Chartley Castle in Staffordshire und Beeston Castle in Cheshire zurückzuführen[2], die er aber 1223 dem König abtreten musste. Kurze Zeit war er Kastellan von Wallingford Castle. In dieser Zeit verbündete er sich mit Llywelyn ab Iorwerth, dem Fürsten von Gwynedd in Nordwales, dessen Tochter Elen ferch Llywelyn um 1222 mit seinem Neffen und Erben John of Scotland, Earl of Huntingdon verheiratet wurde.

In seinen letzten Lebensjahren bezeugte er erneut die Magna Charta (1225) und nahm 1230 am Feldzug von König Heinrich III. nach Frankreich teil, der mit einem dreijährigen Waffenstillstand endete.

Tod und Erbe
Er starb am 28. Oktober 1232 im Alter von 60 Jahren ohne Nachkommen und wurde in St Werburg’s in Chester (der heutigen Chester Cathedral) bestattet, mit Ausnahme seines Herzens, das in die von ihm gegründete Dieulacres Abbey kam, und seiner inneren Organe, die in Wallingford Castle beerdigt wurden.

Sein Besitz wurde an seine vier Schwestern Matilda (Maud), Mabel, Agnes (Alice) und Hawise vererbt[3]. Dabei kamen die Ländereien des Earldoms Chester an Matilda, die sie bereits einen Monat später an ihren Sohn John, Earl of Huntingdon weitergab; die Ländereien des Earldoms Lincoln hatte er bereits zwischen April 1231 und seinem Tod für Hawise bestimmt. Hawise gab diese ebenfalls innerhalb eines Monats nach Ranulfs Tod über ihre Tochter Margaret de Quincy an ihren Schwiegersohn John de Lacy weiter. 
de Blondeville, Graf Ranulf (Ranulph) 4. Earl of Chester (I9941)
 
50635 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Raymund_Fugger (Sep 2023)

Nachdem sein Vater 1506 gestorben war, sorgte wohl Jakob Fugger für die Ausbildung von Raymund. Vom Herbst 1509 bis 1510 vertrat Raymund seinen Onkel in finanzpolitischen Angelegenheiten am Hoflager Kaiser Maximilians.

Zwischen Februar und Mai 1511 agierte Raymund Fugger anscheinend als Vertreter auf einem Gesandtenkongress in Mantua und verweilte danach bei Papst Julius II. Am 30. Dezember 1512 setzte Jakob Fugger ein Testament auf, laut dem nach seinem Tode erst Ulrich Fugger der Jüngere und danach Raymund Fugger den Handel leiten sollten. Auch in einem gleichzeitig über die ungarischen Bergwerke und die liegenden Güter geschlossenen Sondervertrag nannte Jakob Fugger Ulrich und Raymund an bevorzugter Stelle. Raymund und sein Bruder Anton erhielten damals zusammen ein Drittel an liegenden Gütern der Handelsgesellschaft.

Die nächste Station im Leben von Raymund Fugger war Krakau, ein wichtiger Handelsplatz der Fugger und Thurzo. Am 16. Januar 1513 schloss Raymund Fugger seine Ehe mit Katherina Thurzo. Jakob Fugger dachte Raymund Fugger zunächst die Aufgabe zu, vor Ort in Krakau das gemeinsame Unternehmen Fugger-Thurzo zu kontrollieren. Raymund Fugger stimmte dem zu, kaufte jedoch zusammen mit seinem Vetter Ulrich die Herrschaft Biberbach und ließ sich – wie aus den Steuerbüchern hervorgeht – spätestens 1515 in Augsburg nieder. Seine Frau blieb anscheinend noch in Krakau, denn sein zweiter Sohn ist 1516 zu Krakau geboren und im selben Jahr dort gestorben.

Während der folgenden Jahre unternahm Raymund Fugger noch mehrmals Reisen im Dienste der Handelsgesellschaft. Eine schwierige Aufgabe unterlag ihm, als er 1522/23 die Fuggersche Handelsgesellschaft im Monopolienstreit in Nürnberg zu vertreten hatte. Die an die Existenz des Unternehmens greifende Lage konnte aber gemeistert werden.

Am 22. Dezember 1525 änderte Jakob Fugger sein Testament. Da sein Neffe Hieronymus Fugger sich aus den Handelsangelegenheiten zurückgezogen hatte, sollten Raymund Fugger und sein Bruder Anton Fugger nach Jakob Fuggers Tod Leiter des Unternehmens werden und bei der Gewinnabrechnung bevorzugt werden. Jakob Fugger starb acht Tage später.

Auf Grund der finanzpolitischen Verbindungen der Fugger zu dem Haus Habsburg empfing Raymund am 25. April 1526 von Karl V. die Ernennung zum Kaiserlichen Rat und die Befreiung vom Hofgericht zu Rottweil, von den Westfälischen und anderen Gerichten. Am 30. Juni beurkundete Karl V. für Raymund und seine Miterben ferner auch die Bestätigung des Besitzes von Kirchberg, Weißenhorn, Wullenstetten und Biberbach (Schwaben).

Beim Einzug von Karl V. im Reichstag in Augsburg am 15. Juni 1530 war Raymund zugegen. Am 14. November erteilte Karl V. den Fuggern die Berechtigung zu standesgemäßer Änderung oder Mehrung ihres bisherigen Wappens. Am 1. März 1534 verlieh Karl V. den Fuggern das Münzrecht. Am 20. Juni 1535 erließ König Ferdinand I. aus Wien ein Privileg, wonach die Fugger sich Grafen zu Kirchberg, Weißenhorn und Marstetten nennen durften. Am 24. Juni 1535 wurde Raymund auch in den ungarischen Adelsstand erhoben.

Am 3. Dezember 1535 starb Raymund Fugger in Gegenwart seiner Ärzte an einem Schlaganfall.

Persönlichkeit
Nach der Fuggerchronik war Raymund Fugger „eine schöne lange und lustige Person, stark von Leib und Gemüht“. Bei ihm wird aber auch ein zu Jähzorn und Derbheit neigendes Temperament deutlich.

Körper und Wesen waren von Krankheit geprägt und wechselseitig bestimmt. Schon auf Bildnissen aus seiner Jugend (u. a. von Holbein) erscheint er ungesund. Durch die Krankheiten verlor er früh seine Jugendlichkeit. Diese Anfälligkeit für Krankheiten ließ ihn auch nur ein Alter von 46 Jahren erreichen. Diese körperliche Konstitution schränkte ihn auch bei seinen Handelsreisen ein. Die Hemmung praktischer Fähigkeit und Energie ließ ihn immer mehr das Interesse am Handel verlieren. Diese eher negativen Seiten Raymund Fuggers wurden aber durch positive aufgewogen. Er beteiligte sich an der Gestaltung Augsburgs sowie an der seiner Besitztümer. Im Bewusstsein sozialer Verantwortung wollte er mit dem Schloßbau von Mickhausen Not leidenden Arbeitskräften und Handwerkern Verdienst schaffen.

Mit herzhafter Neigung war Raymund Fugger den Künsten und Künstlern zugetan. Er war nicht nur ein Sammler, sondern ausgesprochener Kunstkenner. Dass es von Raymund Fugger viele und künstlerisch anspruchsvolle Bildnismedaillen gibt, bezeugt eine besondere Neigung zu diesem eigenen Objekt des Kunstgenusses, des Sammler- und Schenkerfreude des gebildeten Renaissancemenschen. Sein Augsburger Anwesen erschien Beatus Rhenanus ebenbürtig mit dem Garten König Franz I.

Sein Verhältnis zu Kunst und Künstlern verband sich mit den allgemeinen Interessen Raymund Fuggers. Während Jakob der Reiche zum Humanismus und gegenüber wissenschaftlichen Bestrebungen und Neigungen eher zurückhaltend war, wird bei Raymund eine weite Aufgeschlossenheit und offene Anteilnahme deutlich. Zu den humanistischen Gesinnungsgenossen und Freunden Raymund Fuggers gehörten unter anderen Beatus Rhenanus, Erasmus von Rotterdam und Philipp Melanchthon. Sein Interesse an Geschichte (vor allem die seiner eigenen Familie) und seine Beziehungen zu Schriftstellern spiegelten sich in einer großen Bibliothek wider. Im Vordergrund seines Interesses stand aber die römische und griechische Antike. Raymund Fugger förderte wissenschaftliche Studien aller Art und beteiligte sich an historischen Forschungen.

Raymund konnte die weiten Beziehungen des fuggerschen Handelns dem Sammeln und seinen wissenschaftlichen Interessen nutzbar machen. Unter den von ihm gesammelten Werken mögen manche gewesen sein, die erstmals einen Hauch echter Antike in den Norden trugen. Auch auf die zeitgenössische Kunst der Renaissance sind vermutlich Anregungen übergegangen.

Kunstbesitz
Im Hause Raymund Fugger finden wir erstmals das Phänomen des eigentlichen Kunstsammlers und historischen eingestellten Kenners vor. Raymund Fuggers Kunstbesitz und Sammlungen sind längst verstreut und größtenteils verschollen.

Für die Gesamtanschauung kommt uns allerdings die Schilderung des Beatus Rhenanus zu Hilfe, der 1530 Raymund Fuggers Sitz in der Kleesattlergasse besichtigen durfte. (Es ist zu bemerken, dass der genaue Inhalt der Kunstsammlung heute nicht mehr nachzuvollziehen ist. Alle Hinweise auf den Inhalt ergeben sich aus den Texten von Beatus Rhenanus und aus einigen Inventurlisten von Erbschaften die aber, wahrscheinlich aus mangelndem Wissen, äußerst ungenau und unvollständig sind.)

Von den Gemälden im Haus Raymund Fuggers hat Beatus Rhenanus vor allem die italienischen Bilder hervorgehoben. Dabei wird man vor allem an Werke venezianischer Maler denken dürfen. Bekannt ist aber nur ein einzelnes Bild das von Vincenzo Catena geschaffene Bildnis Raymund Fuggers selbst. Besonders zahlreich fand Beatus Renanus die Gemälde Lucas Cranachs vertreten. Die Verbindung mit dem sächsischen Hofmaler von Wittenberg ist eine in der Augsburger Kunstgeschichte auffallende Erscheinung. Vielleicht ist die Beziehung in Raymund Fuggers Krakauer Zeit angeknüpft worden. Nicht ausgeschlossen ist es, dass Cranach auch schon anlässlich des Reichstages 1530 in Augsburg weilte. Die Sammlung umfassten auch verschiedene Bücher. Unter anderem ein illuminiertes Gebetbuch dessen Gebete nicht für einen Kleriker, sondern für einen Laien formuliert wurden, und zwar mit den hohen Ansprüchen humanistischer Bildung.

Das Hauptinteresse Raymund Fuggers war die Antikensammlung. Raymund hat zum Ausbau seiner Sammlung keine Kosten gescheut. Die auf seinem Anwesen in der Kleesattlergasse verwahrten Monumente waren aus der ganzen Welt zusammengebracht. Hauptsächlich aus Griechenland und Sizilien (Unteritalien). Die aus Griechenland erworbenen Kunstwerke dürften mit der Fuggerschen Handelsgesellschaft über Venedig nach Augsburg gekommen sein.

Beatus Rhenanus beschrieb unter anderem „Eine bekleidete, tänzelnd schreitende Figur, in der erhobenen Rechten ein Gefäß in Tierform haltend, in der linken eine kleine Schale mit einem Löwenkopf;“ und „ein nackter Krieger mit Helm, in den Händen zwei Schlangen haltend“. Die Sammlung darf man sich keineswegs wie ein heutiges Museum vorstellen. So wurden die meisten Kunstwerke in gewisser Ordnung doch keineswegs museal aufgestellt waren. Die Kunstwerke verteilten sich durch das ganze Haus sowie eventuell auch durch den Garten.

Neben Skulpturen sammelte Raymund Fugger auch antike Bildnismünzen. Er ließ auch Münzen von sich selber herstellen.

Mit dem, was er für Künste, Künstler, Wissenschaften und Gelehrte geleistet hat, gehört er zu den bedeutsamsten Gestalten der Renaissance. 
Fugger (Lilie), Raymund (I42839)
 
50636 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Reichenbach_(hessisches_Adelsgeschlecht)

Reichenbach (hessisches Adelsgeschlecht)

Grafen von Reichenbach, nach der Burg Reichenbach im heutigen Stadtteil Reichenbach von Hessisch Lichtenau in Nordhessen, nannte sich seit 1089 ein Zweig der Grafen Gozmar, deren Vorfahren die Burg wohl schon seit etwa 750 in Besitz hatten, bzw. dort als Amtsgrafen seit der fränkischen Eroberung des Gebiets unter Pippin dem Jüngeren eingesetzt worden waren. Der Reichenbacher Zweig des Geschlechts starb 1279 im Mannesstamm aus (siehe auch Stammliste der Grafen von Reichenbach), während die Ziegenhainer Linie bis 1450 überlebte.

Es besteht keine verwandtschaftliche Beziehung zu dem schlesischen Adelsgeschlecht der Grafen Reichenbach.

Vertreter

Gozmar. Um die Mitte des 11. Jahrhunderts, wohl zur Zeit von Graf Gozmar (* um 1020, † nach 1062), der 1062 als Hochvogt von Fulda erwähnt ist, legten sie auf dem Berg, auf dem bereits in römischer Zeit ein Kastell und im 5. Jahrhundert eine chattische Wallburg gegen die Hermunduren gestanden hatten, auf der Grundlage einer Vorgängerburg eine neue Burg an.

Gozmar I. Gozmars Sohn Gozmar I. (* um 1045, † nach 1117) nannte sich als erster Graf von Reichenbach. Er war seit 1108 Domvogt von Fulda, ein Amt, das bis zum Jahre 1344 Mitglieder des Hauses Reichenbach bzw. später Ziegenhain innehatten.

Rudolf I. und Gozmar II. Auf Gozmar I. folgten nacheinander seine Söhne Rudolf I. von Reichenbach (* um 1070, † nach 1123) und Gozmar II. († 1141). Die Reichenbacher hatten inzwischen, wohl in ihrer Stellung als Vögte von Fulda, ausgedehnten Besitz im Raum Ziegenhain und Wegebach erworben. Gozmar II. verlegte seine Residenz daher von Reichenberg nach Wegebach und wurde zum Stammvater der Grafen von Ziegenhain.

Gottfried I. von Ziegenhain. Gozmar II. wurde von seinem Sohn Gottfried I. beerbt, der zunächst in Wegebach residierte, dann aber 1144 in Ziegenhain eine neue Burg errichtete und seinen Sitz dorthin verlegte. Er und seine Nachfahren nannten sich seitdem Grafen von Ziegenhain, gelegentlich bis 1220 auch Grafen von Wegebach oder Grafen von Ziegenhain und Wegebach.

Poppo I. Der dritte Sohn Gozmars I., Poppo I. († 1156), erhielt nach dem Tod seines kinderlos gestorbenen Bruders Rudolf I. die Reichenbacher Teile des Familienbesitzes und nutzte seine Stellung als Untervogt des Klosters Hersfeld (seit 1138) sowie seine Heirat mit Bertha von Felsberg zur stetigen Ausdehnung seines Herrschaftsbereichs im nördlichen Osthessen zwischen Meißner und Rotenburg an der Fulda und zum Erwerb von ausgedehntem Streubesitz und Vogtei- und Lehnsrechten bei Frankenberg (Eder), Jesberg, Haina, Wildungen sowie am Unterlauf der Eder, vor allem um Brunslar. Der Mainzer Erzbischof Adalbert II. belehnte Poppo 1141 mit der Burg Hollende, der ehemaligen Stammburg der 1137 im Mannesstamm ausgestorbenen Gisonen bei Wetter, und ernannte ihn 1145 zum Burggrafen von Amöneburg. Poppo nannte sich daher Graf von Reichenbach, Hollende und Felsberg. Gemeinsam mit Graf Volkwin II. von Schwalenberg, dem Ehemann seiner Tochter Luitgard und Begründer des Grafengeschlechts von Waldeck, stiftete er um 1144 das Kloster Haina auf der Aulisburg bei Löhlbach, das 1214 an seinen heutigen Standort verlegt wurde.

Heinrich I. Poppos Sohn Heinrich I. („Albus“) von Reichenbach († 1170) folgte seinem Vater in dessen osthessischen Besitzungen und Vogteirechten und wurde 1162 Domvogt von Fulda. Sonst ist nicht viel über ihn bekannt. Hollende und Amöneburg fielen dagegen wohl an Poppos Neffen Poppo II., einen Sohn Gozmars II. und Bruder Gottfrieds I., der bis zu seinem Tod 1170 als Graf von Hollende auf Burg Hollende residierte.

Heinrich III. Auf Heinrich I. folgte in Reichenbach sein Sohn Heinrich III. († 1250), der Bertha von Bilstein heiratete und ab 1231 als Mönch in Haina lebte. Sowohl Heinrich III. als auch sein Sohn Gottfried III. traten um 1219/1221 in den Deutschen Orden ein. Schon 1207 hatte Heinrich III. bei einer Fürstenversammlung im August in Nordhausen in Thüringen und kurz danach bei einem Hoftag in Würzburg, zusammen mit Vertretern aller Linien der Grafen von Ziegenhain und Reichenbach, das ehemalige (und nur kurzlebige) Nonnenkloster in Reichenbach dem Deutschen Orden übertragen, der damit seine erste Niederlassung in Deutschland erhielt. Von 1220 bis 1310 war die Ordensniederlassung Reichenbach als Komturei (Kommende) Mittelpunkt des Ordensbesitzes im osthessischen Raum.

Gottfried III. Mit Heinrichs Sohn Gottfried III. starb der Reichenbachsche Zweig des Geschlechts aus. Das Erbe, darunter die Burg Reichenbach und umfangreicher Territorialbesitz unter anderem auch um Wildungen, fiel damit endgültig an die Landgrafen von Hessen, die als Rechtsnachfolger der Ludowinger das Anrecht darauf schon 1233 in einem Vertrag zwischen Konrad von Thüringen und Graf Berthold I. von Ziegenhain erworben hatten. 
von Reichenbach-Ziegelhain, Graf Poppo I. (I62568)
 
50637 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Reinach_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Reinach sind ein erstmals 1210 im Aargau nachgewiesenes Ministerialengeschlecht, das den Grafen von Lenzburg, den Grafen von Kyburg, den Habsburgern und schließlich auch den Bourbonen diente. Im 18. Jahrhundert erlangten einige Mitglieder des weitverzweigten Hauses über geistliche Fürstentümer den Rang von Reichsfürsten.

Herkunft
Die Herren von Reinach nannten sich nach ihrer Stammburg Untere Rinach in Burg bei Reinach im heutigen Kanton Aargau. Eine Basis für die Ausbreitung bildeten zudem ihre Burgen Obere Rinach (auch Neuere Rinach, im luzernischen Herlisberg) und Hintere Rinach im ebenfalls luzernischen Rickenbach. Das Geschlecht ist mit Arnold und Hesso de Rinacho seit 1210 urkundlich nachgewiesen. Es besaß wohl auch Allodialgüter und die Entwicklung zum Ministerialengeschlecht ergab sich später.

Der Ritter Henman von Rinach, Herzoglich österreichischer Rat und Statthalter der Landvogtei Elsaß, übersiedelte 1402 in den Sundgau. Als Ministerialen im Dienste der Habsburger im vorderösterreichischen Elsass schuf sich das Geschlecht dort im 15. Jahrhundert eine neue Machtbasis und verkaufte bis 1545 alle seine Besitzungen und Rechte in der Schweiz.

Die elsässischen Linien derer von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Fuchsmänningen (Foussemagne) – begründet durch Hans Heinrich von Reinach (1589–1645)
- Freiherren von Reinach zu Wörth (Werth) – begründet durch Franz Anton Beat von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Munzingen – begründet durch Hans Beat von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Hirzbach (Hirtzbach) – begründet durch Melchior von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Münsterol (Montreux) – begründet durch Ludwig von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Heidweiler (Heidwiller) – begründet durch Hans Berthold von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Obersteinbrunn (Steinbrunn-le-Haut) – begründet durch Jakob von Reinach

Daneben gab es noch weitere Seitenlinien. Im 21. Jahrhundert bestehen noch die Linien Hirtzbach und Wörth. 1557–1742 gab es auch noch eine Linie im Breisgau. Güter besaßen sie auch um das Schlössle Schmitzingen.

Standeserhöhungen
Die Erhebung in den Freiherrenstand
1635 wurden Hans Heinrich von Reinach und seine Brüder von Kaiser Ferdinand in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Auch der französische König Ludwig XV. bestätigte 1773 den Freiherrenstand für alle Mitglieder der Familie an.

Die Erhebung in den französischen Grafenstand
Der französische König Ludwig XV. erhob 1718 Franz Joseph Ignaz von Reinach-Fuchsmänningen unter dem Namen Comte de Grandvelle-Foussemagne in den französischen Grafenstand.

Familienmitglieder im Reichsfürstenstand
Obwohl das Geschlecht nicht zum Hochadel gehörte, gelangten einige Angehörige über geistliche Fürstentümer auf die geistliche Fürstenbank im Reichstag.

- Johann Konrad von Reinach-Hirtzbach (* 1657; † 1737); war 1705–1737 Fürstbischof von Basel
- Johann Baptist von Reinach-Hirtzbach (* 1669; † 1734); war 1724–1734 Koadjutor des Fürstbischofs von Basel
- Jakob Sigismund von Reinach-Steinbrunn (* 1683; † 1743); war 1737–1743 Fürstbischof von Basel
- Josef Benedikt von Reinach-Foussemagne (* 1710; † 1796); war 1777–1796 Grossprior des deutschen Malteserordens

 
von Reinach (Rinach), Ritter Hesso (I22397)
 
50638 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Reinach_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Reinach sind ein erstmals 1210 im Aargau nachgewiesenes Ministerialengeschlecht, das den Grafen von Lenzburg, den Grafen von Kyburg, den Habsburgern und schließlich auch den Bourbonen diente. Im 18. Jahrhundert erlangten einige Mitglieder des weitverzweigten Hauses über geistliche Fürstentümer den Rang von Reichsfürsten.

Herkunft
Die Herren von Reinach nannten sich nach ihrer Stammburg Untere Rinach in Burg bei Reinach im heutigen Kanton Aargau. Eine Basis für die Ausbreitung bildeten zudem ihre Burgen Obere Rinach (auch Neuere Rinach, im luzernischen Herlisberg) und Hintere Rinach im ebenfalls luzernischen Rickenbach. Das Geschlecht ist mit Arnold und Hesso de Rinacho seit 1210 urkundlich nachgewiesen. Es besaß wohl auch Allodialgüter und die Entwicklung zum Ministerialengeschlecht ergab sich später.

Der Ritter Henman von Rinach, Herzoglich österreichischer Rat und Statthalter der Landvogtei Elsaß, übersiedelte 1402 in den Sundgau. Als Ministerialen im Dienste der Habsburger im vorderösterreichischen Elsass schuf sich das Geschlecht dort im 15. Jahrhundert eine neue Machtbasis und verkaufte bis 1545 alle seine Besitzungen und Rechte in der Schweiz.

Die elsässischen Linien derer von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Fuchsmänningen (Foussemagne) – begründet durch Hans Heinrich von Reinach (1589–1645)
- Freiherren von Reinach zu Wörth (Werth) – begründet durch Franz Anton Beat von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Munzingen – begründet durch Hans Beat von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Hirzbach (Hirtzbach) – begründet durch Melchior von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Münsterol (Montreux) – begründet durch Ludwig von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Heidweiler (Heidwiller) – begründet durch Hans Berthold von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Obersteinbrunn (Steinbrunn-le-Haut) – begründet durch Jakob von Reinach

Daneben gab es noch weitere Seitenlinien. Im 21. Jahrhundert bestehen noch die Linien Hirtzbach und Wörth. 1557–1742 gab es auch noch eine Linie im Breisgau. Güter besaßen sie auch um das Schlössle Schmitzingen.

Standeserhöhungen
Die Erhebung in den Freiherrenstand
1635 wurden Hans Heinrich von Reinach und seine Brüder von Kaiser Ferdinand in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Auch der französische König Ludwig XV. bestätigte 1773 den Freiherrenstand für alle Mitglieder der Familie an.

Die Erhebung in den französischen Grafenstand
Der französische König Ludwig XV. erhob 1718 Franz Joseph Ignaz von Reinach-Fuchsmänningen unter dem Namen Comte de Grandvelle-Foussemagne in den französischen Grafenstand.

Familienmitglieder im Reichsfürstenstand
Obwohl das Geschlecht nicht zum Hochadel gehörte, gelangten einige Angehörige über geistliche Fürstentümer auf die geistliche Fürstenbank im Reichstag.

- Johann Konrad von Reinach-Hirtzbach (* 1657; † 1737); war 1705–1737 Fürstbischof von Basel
- Johann Baptist von Reinach-Hirtzbach (* 1669; † 1734); war 1724–1734 Koadjutor des Fürstbischofs von Basel
- Jakob Sigismund von Reinach-Steinbrunn (* 1683; † 1743); war 1737–1743 Fürstbischof von Basel
- Josef Benedikt von Reinach-Foussemagne (* 1710; † 1796); war 1777–1796 Grossprior des deutschen Malteserordens 
von Reinach (Rinach), Ritter Arnold I. (I2921)
 
50639 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Reinach_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Reinach sind ein erstmals 1210 im Aargau nachgewiesenes Ministerialengeschlecht, das den Grafen von Lenzburg, den Grafen von Kyburg, den Habsburgern und schließlich auch den Bourbonen diente. Im 18. Jahrhundert erlangten einige Mitglieder des weitverzweigten Hauses über geistliche Fürstentümer den Rang von Reichsfürsten.

Herkunft
Die Herren von Reinach nannten sich nach ihrer Stammburg Untere Rinach in Burg bei Reinach im heutigen Kanton Aargau. Eine Basis für die Ausbreitung bildeten zudem ihre Burgen Obere Rinach (auch Neuere Rinach, im luzernischen Herlisberg) und Hintere Rinach im ebenfalls luzernischen Rickenbach. Das Geschlecht ist mit Arnold und Hesso de Rinacho seit 1210 urkundlich nachgewiesen. Es besaß wohl auch Allodialgüter und die Entwicklung zum Ministerialengeschlecht ergab sich später.

Der Ritter Henman von Rinach, Herzoglich österreichischer Rat und Statthalter der Landvogtei Elsaß, übersiedelte 1402 in den Sundgau. Als Ministerialen im Dienste der Habsburger im vorderösterreichischen Elsass schuf sich das Geschlecht dort im 15. Jahrhundert eine neue Machtbasis und verkaufte bis 1545 alle seine Besitzungen und Rechte in der Schweiz.

Die elsässischen Linien derer von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Fuchsmänningen (Foussemagne) – begründet durch Hans Heinrich von Reinach (1589–1645)
- Freiherren von Reinach zu Wörth (Werth) – begründet durch Franz Anton Beat von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Munzingen – begründet durch Hans Beat von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Hirzbach (Hirtzbach) – begründet durch Melchior von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Münsterol (Montreux) – begründet durch Ludwig von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Heidweiler (Heidwiller) – begründet durch Hans Berthold von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Obersteinbrunn (Steinbrunn-le-Haut) – begründet durch Jakob von Reinach

Daneben gab es noch weitere Seitenlinien. Im 21. Jahrhundert bestehen noch die Linien Hirtzbach und Wörth. 1557–1742 gab es auch noch eine Linie im Breisgau. Güter besaßen sie auch um das Schlössle Schmitzingen.

Standeserhöhungen
Die Erhebung in den Freiherrenstand
1635 wurden Hans Heinrich von Reinach und seine Brüder von Kaiser Ferdinand in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Auch der französische König Ludwig XV. bestätigte 1773 den Freiherrenstand für alle Mitglieder der Familie an.

Die Erhebung in den französischen Grafenstand
Der französische König Ludwig XV. erhob 1718 Franz Joseph Ignaz von Reinach-Fuchsmänningen unter dem Namen Comte de Grandvelle-Foussemagne in den französischen Grafenstand.

Familienmitglieder im Reichsfürstenstand
Obwohl das Geschlecht nicht zum Hochadel gehörte, gelangten einige Angehörige über geistliche Fürstentümer auf die geistliche Fürstenbank im Reichstag.

- Johann Konrad von Reinach-Hirtzbach (* 1657; † 1737); war 1705–1737 Fürstbischof von Basel
- Johann Baptist von Reinach-Hirtzbach (* 1669; † 1734); war 1724–1734 Koadjutor des Fürstbischofs von Basel
- Jakob Sigismund von Reinach-Steinbrunn (* 1683; † 1743); war 1737–1743 Fürstbischof von Basel
- Josef Benedikt von Reinach-Foussemagne (* 1710; † 1796); war 1777–1796 Grossprior des deutschen Malteserordens 
von Reinach (Rinach), Ritter Ulrich (I57962)
 
50640 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Reinach_(Adelsgeschlecht)

Die Herren von Reinach sind ein erstmals 1210 im Aargau nachgewiesenes Ministerialengeschlecht, das den Grafen von Lenzburg, den Grafen von Kyburg, den Habsburgern und schließlich auch den Bourbonen diente. Im 18. Jahrhundert erlangten einige Mitglieder des weitverzweigten Hauses über geistliche Fürstentümer den Rang von Reichsfürsten.

Herkunft
Die Herren von Reinach nannten sich nach ihrer Stammburg Untere Rinach in Burg bei Reinach im heutigen Kanton Aargau. Eine Basis für die Ausbreitung bildeten zudem ihre Burgen Obere Rinach (auch Neuere Rinach, im luzernischen Herlisberg) und Hintere Rinach im ebenfalls luzernischen Rickenbach. Das Geschlecht ist mit Arnold und Hesso de Rinacho seit 1210 urkundlich nachgewiesen.[1] Es besaß wohl auch Allodialgüter[2] und die Entwicklung zum Ministerialengeschlecht ergab sich später.

Der Ritter Henman von Rinach, Herzoglich österreichischer Rat und Statthalter der Landvogtei Elsaß, übersiedelte 1402 in den Sundgau. Als Ministerialen im Dienste der Habsburger im vorderösterreichischen Elsass schuf sich das Geschlecht dort im 15. Jahrhundert eine neue Machtbasis und verkaufte bis 1545 alle seine Besitzungen und Rechte in der Schweiz.

Die elsässischen Linien derer von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Fuchsmänningen (Foussemagne) – begründet durch Hans Heinrich von Reinach (1589–1645)
- Freiherren von Reinach zu Wörth (Werth) – begründet durch Franz Anton Beat von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Munzingen – begründet durch Hans Beat von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Hirzbach (Hirtzbach) – begründet durch Melchior von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Münsterol (Montreux) – begründet durch Ludwig von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Heidweiler (Heidwiller) – begründet durch Hans Berthold von Reinach
- Freiherren von Reinach zu Obersteinbrunn (Steinbrunn-le-Haut) – begründet durch Jakob von Reinach

Daneben gab es noch weitere Seitenlinien. Im 21. Jahrhundert bestehen noch die Linien Hirtzbach und Wörth. 1557–1742 gab es auch noch eine Linie im Breisgau. Güter besaßen sie auch um das Schlössle Schmitzingen.

Standeserhöhungen
Die Erhebung in den Freiherrenstand
1635 wurden Hans Heinrich von Reinach und seine Brüder von Kaiser Ferdinand in den Reichsfreiherrenstand erhoben.[3] Auch der französische König Ludwig XV. bestätigte 1773 den Freiherrenstand für alle Mitglieder der Familie an.

Die Erhebung in den französischen Grafenstand
Der französische König Ludwig XV. erhob 1718 Franz Joseph Ignaz von Reinach-Fuchsmänningen unter dem Namen Comte de Grandvelle-Foussemagne in den französischen Grafenstand.[4]

Familienmitglieder im Reichsfürstenstand
Obwohl das Geschlecht nicht zum Hochadel gehörte, gelangten einige Angehörige über geistliche Fürstentümer auf die geistliche Fürstenbank im Reichstag.

- Johann Konrad von Reinach-Hirtzbach (* 1657; † 1737); war 1705–1737 Fürstbischof von Basel
- Johann Baptist von Reinach-Hirtzbach (* 1669; † 1734); war 1724–1734 Koadjutor des Fürstbischofs von Basel
- Jakob Sigismund von Reinach-Steinbrunn (* 1683; † 1743); war 1737–1743 Fürstbischof von Basel
- Josef Benedikt von Reinach-Foussemagne (* 1710; † 1796); war 1777–1796 Grossprior des deutschen Malteserordens 
von Reinach (Rinach) Ritter (I22396)
 
50641 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Reischach_(Adelsgeschlecht)

Die Freiherren von Reischach mit ihrer Stammburg Burrach beim Walder Ortsteil Reischach im heutigen Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg sind ein typisches kleinadeliges Geschlecht, das es nie zu herausragender Berühmtheit an sich, oder an einzelnen Mitgliedern brachte, deren Vertreter aber in der südwestdeutschen Geschichte, vor allem im Umfeld des Hauses Württemberg, bis in die Neuzeit immer wieder in Erscheinung traten. Sie sind seit 1191 („Ulrich von Reischach“) bezeugt.

Geschichte
Die Reischacher konnten sich in ihrem Ursprungsgebiet nicht lange halten. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wurde im Jahre 1212 durch den staufischen Ministerialen Burkhard von Weckenstein ein Kloster gegründet. Das Kloster Wald lag nur knapp zwei Kilometer von der Burg Burrach entfernt. Das neu gegründete Kloster versuchte von Anfang an, das Gebiet in seiner unmittelbaren Nachbarschaft unter seinen Einfluss zu bringen. Tatsächlich gelang es dem Kloster, seinen Besitz und damit auch seine herrschaftliche Stellung auszudehnen, auch durch seine guten Beziehungen zu den Stauferkaisern. Folgerichtig verdrängte es das Geschlecht der Reischacher und brachte es schon im Jahr 1290 fertig, mit diesen einen Vertrag abzuschließen, in dem die Erwerbs- und Ausdehnungsinteressen des Klosters räumlich festgelegt wurden. Seit dem Übergang an das Kloster Wald sind die Reischacher in Reischach nicht mehr ortsansässig, ihre Burg war bereits spätestens 1241 geschleift worden.

Das Geschlecht der Ritter von Reischach ist im Umkreis der staufischen Ministerialenfamilie der Grafen von Pfullendorf 1191 in Urkunden vermerkt. Ulrich von Reischach war wohl ein Dienstmann das Grafen Rudolf von Pfullendorf, der wiederum in sehr enger Beziehung zu Kaiser Friedrich Barbarossa stand und diesem, nachdem Rudolfs einziger Sohn Berthold 1167 gefallen war, seine Herrschaft übereignete.

Vielleicht trug der Tod des Pfullendorfer Dienstherrn 1180 zur Aufgabe der Reischacher Herrschaft bei, ihre Besitzungen vermachten sie im 13. Jahrhundert nach und nach dem Kloster in Wald.

Ende des 14. Jahrhunderts waren vier Brüder als Condottiere in Italien nachgewiesen: Johann, Eberhard, Albrecht und Konrad. Johann Flach von Reischach befand sich bereits 1356 im Dienste des Kirchenstaates. Im Jahr 1364 war er Marschall der Großen Kompagnie, einer Vereinigung, welche sich zumeist aus deutschen Söldner zusammenschloss. 1369 zog er im Auftrag des Papstes gegen Perugia und besiegte die Englische Kompagnie. Doch er wechselte wieder die Fronten und kämpfte mit John Hawkwood gegen den Papst, worauf er von diesem gebannt wurde. 1371 stand Johann Flach von Reischach im Dienste der Visconti, 1373 wieder von Perugia. 1379 gelang es ihm, möglicherweise mit Unterstützung seines Bruders Konrad, welcher nur kurz in Italien Dienst getan hatte und stattdessen in diplomatischen Dienst beim Papst in Avignon getreten war, den päpstlichen Bann zu lösen, wozu er sogar nach Avignon gepilgert war. Zwischenzeitlich hielt er sich auch in Süddeutschland auf, so als er 1367 – mit in Italien verdientem Geld – die Herrschaft Jungnau erwarb. Im Jahr 1382 kehrte er endgültig nach Schwaben zurück, wo er 1383 Vogt von Schelklingen wurde.

Der erwähnte Konrad von Reischach kam in seinem Dienst für den Papst in Avignon auch an den Hof König Wenzels. Er übte großen Einfluss aus und konnte auch große Summen Geld verleihen. Von den Städten Nürnberg und Augsburg wurde er besonders geehrt. Am Hofe von Papst Clemens VII. in Avignon lernte er die verwitwete Isabella, Tochter König Jakobs III. von Mallorca kennen. Dessen Königreich aber war bereits 1343 von König Pedro IV. vernichtet worden. Sie heirateten 1375. Aus der Ehe mit der Königstochter ging ein Sohn, Michael hervor. Etwa 10 Jahre später kehrten Vater und Sohn ohne die Mutter nach Schwaben zurück. 1395 wird Michael als Ritter genannt. Dennoch wird 1409 ein Gutachten bereitgestellt, das seine königliche Abkunft, welche wohl in Schwaben angezweifelt wurde, nochmals bestätigen sollte.

Vater und Sohn erwarben das Schloss Gaienhofen. Im Zusammenhang mit dem Konstanzer Konzil gaben beide im Jahr 1417 auf ihrem Schloss ein Fest. Im Anschluss an dieses Fest wurde Michael von zwei Gästen, einem Herrn von Randegg und einem Herrn von Stuben, aus unbekanntem Grund ermordet. Sein Vater starb ein Jahr später. Wie sehr sich diese mittelalterliche Lebensgeschichte bis in die Neuzeit verwob, zeigt die merkwürdige Bewerbung eines Grafen von Reischach aus Wien, der aufgrund dieser Ereignisse 1870 Ansprüche auf den spanischen Thron erhob.

Eine weitere Tochter Konrads war die Walder Zisterzienserin Anna von Reischach.

Die Familie erwarb vor 1468 durch Kauf und Heirat Güter in Rieth, Nußdorf und Eberdingen (1469) und stellte sich in die Dienste des württembergischen Hauses. Die Grafenfamilie existiert heute noch. Der Familie gehört Schloss Riet, ihr mehrfach umgebautes Schloss Nußdorf befindet sich dagegen nicht mehr in Familienbesitz.

Ende des 16. Jahrhunderts waren die Herren von Reischach sehr begütert: Ihnen gehörten die Burgen Dietfurt, Hornstein, Heudorf, Straßberg, Jungnau und andere. Zweiglinien saßen auf den Burgen Hohenstoffeln, Mägdeberg, Stüßlingen, Wurmlingen, Neuhewen und Immendingen.

Einige herausragende Persönlichkeiten besaß die Familie. So war es Eiteleck von Reischach, der 1529 der türkischen Belagerung Wiens trotzte, Hans Lienhard von Reischach, der 1519 den Hohenasperg verteidigte, Amalia von Reischach, die Äbtissin in Lindau war und Kaiser Maximilian bewirtete.

Eberhard von Reischach unterstützte Herzog Ulrich von Württemberg und wollte dessen Kinder auf dem Tübinger Schloss verteidigen, ergab sich aber mit 70 weiteren Adligen schon kurz nach Beginn der Belagerung des Schlosses durch Georg von Frondsberg am Ostermontag 1519. Er heiratete 1525 die in Meßkirch geborene Katharina von Zimmern, die letzte Äbtissin des Fraumünsterklosters in Zürich. Eberhard tat sich später als Söldnerwerber für den des Landes vertriebenen Herzog Ulrich von Württemberg hervor, weshalb er in Zürich zunächst in Ungnade fiel, aber 1529 mit seiner Frau zurückkehrte. Er fiel 1531 im Zweiten Kappelerkrieg. 
von Reischach, Hans (I59838)
 
50642 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Reischach_(Adelsgeschlecht)

Die Freiherren von Reischach mit ihrer Stammburg Burrach beim Walder Ortsteil Reischach sind ein typisches kleinadeliges Geschlecht, das es nie zu herausragender Berühmtheit an sich, oder an einzelnen Mitgliedern brachte, deren Vertreter aber in der südwestdeutschen Geschichte, vor allem im Umfeld des Hauses Württemberg, bis in die Neuzeit immer wieder in Erscheinung traten. Sie sind seit 1191 („Ulrich von Reischach“) bezeugt.

Geschichte
Die Reischacher konnten sich in ihrem Ursprungsgebiet nicht lange halten. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wurde im Jahre 1212 durch den staufischen Ministerialen Burkhard von Weckenstein ein Kloster gegründet. Das Kloster Wald lag nur knapp zwei Kilometer von der Burg Burrach entfernt. Das neu gegründete Kloster versuchte von Anfang an, das Gebiet in seiner unmittelbaren Nachbarschaft unter seinen Einfluss zu bringen. Tatsächlich gelang es dem Kloster, seinen Besitz und damit auch seine herrschaftliche Stellung auszudehnen, auch durch seine guten Beziehungen zu den Stauferkaisern. Folgerichtig verdrängte es das Geschlecht der Reischacher und brachte es schon im Jahr 1290 fertig, mit diesen einen Vertrag abzuschließen, in dem die Erwerbs- und Ausdehnungsinteressen des Klosters räumlich festgelegt wurden. Seit dem Übergang an das Kloster Wald sind die Reischacher in Reischach nicht mehr ortsansässig, ihre Burg war bereits spätestens 1241 geschleift worden.

Das Geschlecht der Ritter von Reischach ist im Umkreis der staufischen Ministerialenfamilie der Grafen von Pfullendorf 1191 in Urkunden vermerkt. Ulrich von Reischach war wohl ein Dienstmann das Grafen Rudolf von Pfullendorf, der wiederum in sehr enger Beziehung zu Kaiser Friedrich Barbarossa stand und diesem, nachdem Rudolfs einziger Sohn Berthold 1167 gefallen war, seine Herrschaft übereignete.

Vielleicht trug der Tod des Pfullendorfer Dienstherrn 1180 zur Aufgabe der Reischacher Herrschaft bei, ihre Besitzungen vermachten sie im 13. Jahrhundert nach und nach dem Kloster in Wald.

Ende des 14. Jahrhunderts waren vier Brüder als Condottiere in Italien nachgewiesen: Johann, Eberhard, Albrecht und Konrad. Johann Flach von Reischach befand sich bereits 1356 im Dienste des Kirchenstaates. Im Jahr 1364 war er Marschall der Großen Kompagnie, einer Vereinigung, welche sich zumeist aus deutschen Söldner zusammenschloss. 1369 zog er im Auftrag des Papstes gegen Perugia und besiegte die Englische Kompagnie. Doch er wechselte wieder die Fronten und kämpfte mit John Hawkwood gegen den Papst, worauf er von diesem gebannt wurde. 1371 stand Johann Flach von Reischach im Dienste der Visconti, 1373 wieder von Perugia. 1379 gelang es ihm, möglicherweise mit Unterstützung seines Bruders Konrad, welcher nur kurz in Italien Dienst getan hatte und stattdessen in diplomatischen Dienst beim Papst in Avignon getreten war, den päpstlichen Bann zu lösen, wozu er sogar nach Avignon gepilgert war. Zwischenzeitlich hielt er sich auch in Süddeutschland auf, so als er 1367 – mit in Italien verdientem Geld – die Herrschaft Jungnau erwarb. Im Jahr 1382 kehrte er endgültig nach Schwaben zurück, wo er 1383 Vogt von Schelklingen wurde.

Der erwähnte Konrad von Reischach kam in seinem Dienst für den Papst in Avignon auch an den Hof König Wenzels. Er übte großen Einfluss aus und konnte auch große Summen Geld verleihen. Von den Städten Nürnberg und Augsburg wurde er besonders geehrt. Am Hofe von Papst Clemens VII. in Avignon lernte er die verwitwete Isabella, Tochter König Jakobs III. von Mallorca kennen. Dessen Königreich aber war bereits 1343 von König Pedro IV. vernichtet worden. Sie heirateten 1375. Aus der Ehe mit der Königstochter ging ein Sohn, Michael hervor. Etwa 10 Jahre später kehrten Vater und Sohn ohne die Mutter nach Schwaben zurück. 1395 wird Michael als Ritter genannt. Dennoch wird 1409 ein Gutachten bereitgestellt, das seine königliche Abkunft, welche wohl in Schwaben angezweifelt wurde, nochmals bestätigen sollte.

Vater und Sohn erwarben das Schloss Gaienhofen. Im Zusammenhang mit dem Konstanzer Konzil gaben beide im Jahr 1417 auf ihrem Schloss ein Fest. Im Anschluss an dieses Fest wurde Michael von zwei Gästen, einem Herrn von Randegg und einem Herrn von Stuben, aus unbekanntem Grund ermordet. Sein Vater starb ein Jahr später. Wie sehr sich diese mittelalterliche Lebensgeschichte bis in die Neuzeit verwob, zeigt die merkwürdige Bewerbung eines Grafen von Reischach aus Wien, der aufgrund dieser Ereignisse 1870 Ansprüche auf den spanischen Thron erhob.

Eine weitere Tochter Konrads war die Walder Zisterzienserin Anna von Reischach.

Die Familie erwarb vor 1468 durch Kauf und Heirat Güter in Rieth, Nußdorf und Eberdingen (1469) und stellte sich in die Dienste des württembergischen Hauses. Die Grafenfamilie existiert heute noch. Der Familie gehört Schloss Riet, ihr mehrfach umgebautes Schloss Nußdorf befindet sich dagegen nicht mehr in Familienbesitz.

Ende des 16. Jahrhunderts waren die Herren von Reischach sehr begütert: Ihnen gehörten die Burgen Dietfurt, Hornstein, Heudorf, Straßberg, Jungnau und andere. Zweiglinien saßen auf den Burgen Hohenstoffeln, Mägdeberg, Stüßlingen, Wurmlingen, Neuhewen und Immendingen.

Einige herausragende Persönlichkeiten besaß die Familie. So war es Eiteleck von Reischach, der 1529 der türkischen Belagerung Wiens trotzte, Hans Lienhard von Reischach, der 1519 den Hohenasperg verteidigte, Amalia von Reischach, die Äbtissin in Lindau war und Kaiser Maximilian bewirtete.

Eberhard von Reischach unterstützte Herzog Ulrich von Württemberg und wollte dessen Kinder auf dem Tübinger Schloss verteidigen, ergab sich aber mit 70 weiteren Adligen schon kurz nach Beginn der Belagerung des Schlosses durch Georg von Frondsberg am Ostermontag 1519.[1] Er heiratete 1525 die in Meßkirch geborene Katharina von Zimmern, die letzte Äbtissin des Fraumünsterklosters in Zürich. Eberhard tat sich später als Söldnerwerber für den des Landes vertriebenen Herzog Ulrich von Württemberg hervor, weshalb er in Zürich zunächst in Ungnade fiel, aber 1529 mit seiner Frau zurückkehrte. Er fiel 1531 im Zweiten Kappelerkrieg. 
von Reischach, Eck (I57678)
 
50643 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Reischach_(Adelsgeschlecht)

Die Freiherren von Reischach mit ihrer Stammburg Burrach beim Walder Ortsteil Reischach sind ein typisches kleinadeliges Geschlecht, das es nie zu herausragender Berühmtheit an sich, oder an einzelnen Mitgliedern brachte, deren Vertreter aber in der südwestdeutschen Geschichte, vor allem im Umfeld des Hauses Württemberg, bis in die Neuzeit immer wieder in Erscheinung traten. Sie sind seit 1191 („Ulrich von Reischach“) bezeugt.

Geschichte
Die Reischacher konnten sich in ihrem Ursprungsgebiet nicht lange halten. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wurde im Jahre 1212 durch den staufischen Ministerialen Burkhard von Weckenstein ein Kloster gegründet. Das Kloster Wald lag nur knapp zwei Kilometer von der Burg Burrach entfernt. Das neu gegründete Kloster versuchte von Anfang an, das Gebiet in seiner unmittelbaren Nachbarschaft unter seinen Einfluss zu bringen. Tatsächlich gelang es dem Kloster, seinen Besitz und damit auch seine herrschaftliche Stellung auszudehnen, auch durch seine guten Beziehungen zu den Stauferkaisern. Folgerichtig verdrängte es das Geschlecht der Reischacher und brachte es schon im Jahr 1290 fertig, mit diesen einen Vertrag abzuschließen, in dem die Erwerbs- und Ausdehnungsinteressen des Klosters räumlich festgelegt wurden. Seit dem Übergang an das Kloster Wald sind die Reischacher in Reischach nicht mehr ortsansässig, ihre Burg war bereits spätestens 1241 geschleift worden.

Das Geschlecht der Ritter von Reischach ist im Umkreis der staufischen Ministerialenfamilie der Grafen von Pfullendorf 1191 in Urkunden vermerkt. Ulrich von Reischach war wohl ein Dienstmann das Grafen Rudolf von Pfullendorf, der wiederum in sehr enger Beziehung zu Kaiser Friedrich Barbarossa stand und diesem, nachdem Rudolfs einziger Sohn Berthold 1167 gefallen war, seine Herrschaft übereignete.

Vielleicht trug der Tod des Pfullendorfer Dienstherrn 1180 zur Aufgabe der Reischacher Herrschaft bei, ihre Besitzungen vermachten sie im 13. Jahrhundert nach und nach dem Kloster in Wald.

Ende des 14. Jahrhunderts waren vier Brüder als Condottiere in Italien nachgewiesen: Johann, Eberhard, Albrecht und Konrad. Johann Flach von Reischach befand sich bereits 1356 im Dienste des Kirchenstaates. Im Jahr 1364 war er Marschall der Großen Kompagnie, einer Vereinigung, welche sich zumeist aus deutschen Söldner zusammenschloss. 1369 zog er im Auftrag des Papstes gegen Perugia und besiegte die Englische Kompagnie. Doch er wechselte wieder die Fronten und kämpfte mit John Hawkwood gegen den Papst, worauf er von diesem gebannt wurde. 1371 stand Johann Flach von Reischach im Dienste der Visconti, 1373 wieder von Perugia. 1379 gelang es ihm, möglicherweise mit Unterstützung seines Bruders Konrad, welcher nur kurz in Italien Dienst getan hatte und stattdessen in diplomatischen Dienst beim Papst in Avignon getreten war, den päpstlichen Bann zu lösen, wozu er sogar nach Avignon gepilgert war. Zwischenzeitlich hielt er sich auch in Süddeutschland auf, so als er 1367 – mit in Italien verdientem Geld – die Herrschaft Jungnau erwarb. Im Jahr 1382 kehrte er endgültig nach Schwaben zurück, wo er 1383 Vogt von Schelklingen wurde.

Der erwähnte Konrad von Reischach kam in seinem Dienst für den Papst in Avignon auch an den Hof König Wenzels. Er übte großen Einfluss aus und konnte auch große Summen Geld verleihen. Von den Städten Nürnberg und Augsburg wurde er besonders geehrt. Am Hofe von Papst Clemens VII. in Avignon lernte er die verwitwete Isabella, Tochter König Jakobs III. von Mallorca kennen. Dessen Königreich aber war bereits 1343 von König Pedro IV. vernichtet worden. Sie heirateten 1375. Aus der Ehe mit der Königstochter ging ein Sohn, Michael hervor. Etwa 10 Jahre später kehrten Vater und Sohn ohne die Mutter nach Schwaben zurück. 1395 wird Michael als Ritter genannt. Dennoch wird 1409 ein Gutachten bereitgestellt, das seine königliche Abkunft, welche wohl in Schwaben angezweifelt wurde, nochmals bestätigen sollte.

Vater und Sohn erwarben das Schloss Gaienhofen. Im Zusammenhang mit dem Konstanzer Konzil gaben beide im Jahr 1417 auf ihrem Schloss ein Fest. Im Anschluss an dieses Fest wurde Michael von zwei Gästen, einem Herrn von Randegg und einem Herrn von Stuben, aus unbekanntem Grund ermordet. Sein Vater starb ein Jahr später. Wie sehr sich diese mittelalterliche Lebensgeschichte bis in die Neuzeit verwob, zeigt die merkwürdige Bewerbung eines Grafen von Reischach aus Wien, der aufgrund dieser Ereignisse 1870 Ansprüche auf den spanischen Thron erhob.

Eine weitere Tochter Konrads war die Walder Zisterzienserin Anna von Reischach.

Die Familie erwarb vor 1468 durch Kauf und Heirat Güter in Rieth, Nußdorf und Eberdingen (1469) und stellte sich in die Dienste des württembergischen Hauses. Die Grafenfamilie existiert heute noch. Der Familie gehört Schloss Riet, ihr mehrfach umgebautes Schloss Nußdorf befindet sich dagegen nicht mehr in Familienbesitz.

Ende des 16. Jahrhunderts waren die Herren von Reischach sehr begütert: Ihnen gehörten die Burgen Dietfurt, Hornstein, Heudorf, Straßberg, Jungnau und andere. Zweiglinien saßen auf den Burgen Hohenstoffeln, Mägdeberg, Stüßlingen, Wurmlingen, Neuhewen und Immendingen.

Einige herausragende Persönlichkeiten besaß die Familie. So war es Eiteleck von Reischach, der 1529 der türkischen Belagerung Wiens trotzte, Hans Lienhard von Reischach, der 1519 den Hohenasperg verteidigte, Amalia von Reischach, die Äbtissin in Lindau war und Kaiser Maximilian bewirtete.

Eberhard von Reischach unterstützte Herzog Ulrich von Württemberg und wollte dessen Kinder auf dem Tübinger Schloss verteidigen, ergab sich aber mit 70 weiteren Adligen schon kurz nach Beginn der Belagerung des Schlosses durch Georg von Frondsberg am Ostermontag 1519.[1] Er heiratete 1525 die in Meßkirch geborene Katharina von Zimmern, die letzte Äbtissin des Fraumünsterklosters in Zürich. Eberhard tat sich später als Söldnerwerber für den des Landes vertriebenen Herzog Ulrich von Württemberg hervor, weshalb er in Zürich zunächst in Ungnade fiel, aber 1529 mit seiner Frau zurückkehrte. Er fiel 1531 im Zweiten Kappelerkrieg. 
von Reischach, Eck (I57680)
 
50644 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rekkared_I.

Rekkared I. (auch Reccared oder Richaredus geschrieben, lateinisch Flavius Reccaredus Rex; † Dezember 601 in Toledo) war König der Westgoten von April/Mai 586 bis Dezember 601.

Mitregentschaft
Rekkared war der jüngere der beiden Söhne des Königs Leovigild. Er wurde 573 zusammen mit seinem Bruder Hermenegild von Leovigild zum Mitregenten ernannt. Damit war keine Reichsteilung oder Zuweisung eines eigenen Herrschaftsgebiets verbunden; die Maßnahme, mit der Leovigild oströmischem Vorbild folgte, sollte nur die dynastische Thronfolge gegen das Wahlrecht durchsetzen.[1] 578 gründete Leovigild die Stadt Reccopolis, die er nach Rekkared benannte. In dieser Namensgebung zeigte sich schon damals eine Bevorzugung des jüngeren Sohnes.

Die Königsfamilie bekannte sich damals noch nach westgotischer Tradition zum arianischen Glauben, während die Reichsbevölkerung mehrheitlich katholisch war. 579 wurde Hermenegild von seinem Vater nach Sevilla geschickt, von wo er über den südlichen Teil des Westgotenreichs herrschen sollte. Dort trat Hermenegild zum Katholizismus über. Er begann einen Aufstand gegen seinen Vater, der 582–584 niedergeschlagen wurde. Der Geschichtsschreiber Gregor von Tours[2] berichtet, dass Rekkared seinen Bruder, der in eine Kirche geflohen war, dazu bewog, aufzugeben und den Vater um Gnade zu bitten. Hermenegild blieb in Gefangenschaft und wurde 585 ermordet. Damit fiel Rekkared die Rolle des Thronfolgers zu. Er schlug im Auftrag Leovigilds einen Angriff des merowingischen Frankenkönigs Guntram I. auf das westgotische Septimanien zurück.

Regierung und Übertritt zum Katholizismus
Nach Leovigilds Tod (586) konnte Rekkared problemlos die Nachfolge antreten. Wie sein Vater erstrebte auch er die religiöse Einheit des Reichs; er erkannte jedoch, dass der Arianismus als Minderheitskonfession diese Funktion nicht erfüllen konnte, und entschied sich für die andere Lösung: 587 trat er zum Katholizismus über. Darauf kam es zu erfolglosen Verschwörungen arianischer Kreise in Lusitanien und am Hof. An den Hofintrigen war Rekkareds arianische Stiefmutter Goswintha (Goiswintha) beteiligt, die aber 588 starb. Guntram I. unterstützte arianische Rebellen in Septimanien, obwohl er selbst katholisch war. Der Sieg der Truppen Rekkareds über die Rebellen und die mit diesen verbündeten Franken hat die Zeitgenossen stark beeindruckt; er wurde als Zeichen göttlicher Gnade gedeutet.

589 berief der König das 3. Konzil von Toledo ein, das unter seinem Vorsitz tagte und dessen Themen er bestimmte. Den arianischen Bischöfen wurde zugesagt, dass sie beim Übertritt zum Katholizismus ihre kirchlichen Ämter behalten durften. Das Konzil erkannte die maßgebliche Rolle des Königs in der Kirche sehr weitgehend an, was seine Macht erheblich stärkte. Nach oströmischem Vorbild bezeichneten die Konzilsväter Rekkared als „rechtgläubigen König“ (in Analogie zum „rechtgläubigen Kaiser“) und seine Tätigkeit als „apostolisch“ (eine Anspielung auf den „apostelgleichen“ Kaiser); sie nannten ihn „allerheiligsten Fürsten“, „von göttlichem Geist erfüllt“.[3] Zu den Konzilsbeschlüssen gehörten auch Maßnahmen gegen die Juden; ihnen wurde unter anderem verboten, christliche Frauen zu heiraten oder christliche Konkubinen zu haben, und Kinder aus solchen bereits bestehenden Verbindungen mussten getauft werden.[4]

Familienverhältnisse und Nachfolge
Leovigild hatte Rekkared mit Rigunth, einer Tochter König Chilperichs I. von Neustrien verlobt, doch kam die Ehe nicht zustande. Als König war Rekkared mit Baddo verheiratet, von der nichts Näheres bekannt ist; die Ehe wurde 589 geschlossen, nachdem ein weiteres fränkisches Heiratsprojekt (mit einer Tochter König Sigiberts I. von Austrasien) gescheitert war. Rekkareds Sohn und Nachfolger Liuva II. stammte aber nicht aus dieser Ehe, sondern wurde schon 583/584 als uneheliches Kind geboren; seine Mutter war niedriger Herkunft.[5] 
(Westgoten), König Rekkared I. (I24024)
 
50645 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Renée_de_France (Sep 2023)

Renées Mutter, die sich stets für die Unabhängigkeit der Bretagne eingesetzt hatte, versuchte, Renée als Erbtochter einzusetzen, was ihr Vater aber verhinderte, da er durch die Verheiratung Renées die Kontrolle über das Herzogtum verlieren konnte. So soll etwa Heinrich VIII. mit dem Gedanken gespielt haben, Renée aus diesem Grund zu ehelichen. Ludwig XII. übergab das Herzogtum der Bretagne schließlich an Franz aus der Linie Valois-Angoulême, den er 1514 kurz vor seinem Tod mit seiner älteren Tochter Claude verheiratet hatte. Als Entschädigung erhielt Renée von Franz das Herzogtum Chartres. Mit 5 Jahren wurde sie jedoch Vollwaise. Sie war von kleiner und eher schwächlicher Statur und hatte eine leicht verkrümmte Wirbelsäule, so dass sie nicht dem Schönheitsideal entsprach. Zudem benahm sie sich auch nicht dem weiblichen höfischen Leben entsprechend. Sie stellte also trotz großer Mitgift keine gute Partie dar.[2]

Ehe in Ferrara
Vor allem aus politischen Gründen wurde Renée 1528 in der Kirche Sainte-Chapelle in Paris vor dem päpstlichen Legaten Kardinal Giovanni Salviati mit Ercole II. d’Este, dem Sohn der Lucrezia Borgia, prunkvoll verheiratet. Da in Ferrara damals die Pest wütete, blieben die Frischvermählten noch einige Monate in Paris. Danach zogen sie nach Ferrara und wohnten in seinem 1475 erbauten, eindrucksvollen Renaissancepalast.[3] Sie brachte ihren Hofstaat und sogar Freundinnen mit wie ihre Cousine Michelle de Saubonne, die Baronin von Soubise. Für sie war es trotzdem ein gesellschaftlicher Abstieg, für ihn ein politischer Schachzug und Gewinn, zudem wurde er 1534 Herzog von Ferrara, einem vom Kirchenstaat abhängigen Herzogtum.

Zwischen 1531 und 1538 gebar Renée fünf Kinder; die älteste Tochter Anna ließ sie 1538 bis 1546 zusammen mit Olympia Fulvia Morata (1526–1555) durch deren Vater, den evangelischen Lehrer Fulvio Pellegrino Morato, unterrichten. Während der Religionskriege im 16. Jahrhundert rettete Renée mehreren Calvinisten das Leben, und der herzogliche Hof von Ferrara wurde zum Zufluchtsort für protestantische Gelehrte.[1] Darunter waren Clément Marot (1535; der ihr zeitweise als Privatsekretär diente), Johannes Calvin (erstmals 1536 unter dem Decknamen Charles d'Espeville), Vittoria Colonna (1537), Bernardino Ochino (1537 und 1550), Celio Secondo Curione, Camillo Renato (1540) und Aonio Paleario. Es ist unklar, ob sie selbst zu diesem Zeitpunkt auch Calvinistin war, ob sie später konvertierte oder Katholikin blieb. Formell verblieb sie zeitlebens wahrscheinlich gezwungenermaßen in der katholischen Kirche. Auf jeden Fall führte ihre Sympathie für den Protestantismus zum Bruch mit ihrem Ehemann, der seit 1545 im Zuge der Gegenreformation in Ferrera die Inquisition durchführen ließ. Renée wurde der Häresie angeklagt. 1554 wurde sie unter Hausarrest gestellt und ihre calvinistischen Bücher verbrannt. Ihre Töchter wurden ihr weggenommen und in ein Kloster gesteckt. Unter dem Einfluss von Ignatius von Loyola und Mathieu Ory kehrte sie wieder zum Katholizismus zurück und nahm am 23. September 1554 demonstrativ an der katholischen Eucharistie teil, was wiederum Calvin scharf kritisierte.[2][4]

Witwenschaft in Montargis
1559 starb der Herzog und Renée wurde Witwe. Als sie sich mit ihrem Sohn Alfonso überwarf, kehrte sie 1560 nach Frankreich zurück, wo ihre älteste Tochter Anna mit François de Guise, dem Führer der katholischen Partei im ersten Hugenottenkrieg, verheiratet war. Renée ließ sich in Montargis nieder[1], wo sie unter der Regierung der ihr wohlwollenden Caterina de’ Medici ungehindert Protestanten unterstützen und mit Calvin korrespondieren konnte. Denn sie wollte bei der Führung und Organisation der neuen reformierten Kirche mitwirken, was Calvin jedoch missfiel. Trotzdem war einer seiner letzten Briefe an sie gerichtet. Den evangelischen Architekten Androuët Du Cerceau betraute sie mit dem Umbau ihres Schlosses. Dort beherbergte sie durchwegs zwischen 300 und 460 Glaubensflüchtlinge, teilweise waren auch Katholiken darunter.

1561 setzte sie sich für den Konfessionsfrieden in Frankreich ein und nahm am Religionsgespräch von Poissy teil. 1562 wurde sie sogar von ihrem Sohn belagert, jedoch ohne Erfolg. 1564 wurde sie erneut von der Inquisition angeklagt und zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Sie konnte aber das päpstliche Breve, das sie 1554 in Ferrara erhalten hatte, vorlegen und freikommen.[2]

Auch in der Bartholomäusnacht zum 24. August 1572, während der sie sich noch in Paris aufhielt, gelang es ihr, Menschenleben zu retten. Sie nahm danach auch weiter Protestanten auf, die aufs Land und nach Orléans flüchteten.[1][5]

Gedenktag
11. Juli im Evangelischen Namenkalender. 
von Frankreich, Prinzessin Renée (I42675)
 
50646 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/René_de_Savoie (Sep 2023)

Im Zusammenhang mit seiner Anerkennung erhielt er die Bresse als Apanage.[5] Seine Legitimität wurde von Philibert II. 1497 bestätigt,[5] dann noch einmal 1499, insbesondere nach einer Bestätigung durch Kaiser Maximilian I.[4] Im Jahr 1500 wurde er Generalleutnant von Savoyen.[5] Nach Guichenon behielt er aufgrund der Heirat Philiberts mit Margarete von Österreich dieses Amt nur kurze Zeit[5].

Bruch mit dem Herzog von Savoyen
Herzog Philibert heiratete im gleichen Jahr Margarete von Österreich, die René mit ihrer Abneigung verfolgte.[5] und 1502 durch ihren Vater, Kaiser Maximilian, Renés Legitimierung für nichtig erklären ließ.[5] Margarete, die auf ihren Ehemann einen wachsenden Einfluss ausübte, strengte gegen René einen Prozess an und erhielt 1503 von Philibert Rücknahme der Legitimation.[5]

Bonivard erzählt in seiner Genfer Chronik eine Episode zwischen seinem Vater und Herzog Philibert II: „Philibert: Was halten Sie von Montjouvent [Name eines Höflings]? Wird er Ihnen nicht einen Gefallen tun wie den anderen? Bonivard: Monseigneur, niemand ist die Ursache außer Ihnen. Sie überlassen alle Autorität, Kredit und Handhabung, die Ihnen gehören, Ihrem Bruder. Wundern Sie sich, wenn wir ihm eher folgen als Ihnen? Wo der Honig ist, da sind die Fliegen. Philibert: Sorge dich nicht, das wird nicht anhalten!“

René floh nach Frankreich zu seiner Halbschwester, Luise von Savoyen, Gräfin von Angoulême und Mutter des späteren Königs Franz I.[5] Gegen ihn wird ein Prozess geführt, in dem alle seine Güter im Savoyen konfisziert werden[5]. Die Grafschaft Villars ging in die Aussteuer von Margarete über[5], ihm blieb nur die Grafschaft Tenda und die davon abhängigen Lehen in der Provence und Ligurien, die er aus dem Recht seiner Frau besaß. Philibert II. starb 1504 ohne Nachkommen, sein Nachfolger wurde sein jüngerer Bruder Karl[5].

René beschuldigte nun Jacques de Bussy, Seigneur d‘Eyria, Philibert II. mit vergifteten Duftäpfeln getötet zu haben, die in Lyon von einem piemontesischen Arzt hergestellt wurden. Dieser Arzt wurde gefoltert und gestand.[9]

Als sein Schwiegervater Gianantonio Lascaris 1509 starb, erhielten Anna und René die Huldigung ihrer Vasallen in Tenda sowie aller davon abhängigen Lehen.[10]

In französischen Diensten
René de Savoie selbst huldigte am 20. Juli 1510 für die Grafschaft Tenda dem französischen König Ludwig XII.[5][10]

Als Ludwig am 1. Januar 1515 starb, wurde Renés Neffe Franz I. dessen Nachfolger. Von ihm erhielt er am 11. Februar 1515 das Amt des Gouverneurs und des Großseneschalls der Provence.[5][11] Der König, der von Ludwig XII. den Streit mit den Eidgenossen um das Herzogtum Mailand geerbt hatte (siehe Italienische Kriege), schickte René als Botschafter in die Schweiz.[5] Im September 1515 nahm er an der Schlacht bei Marignano teil.[5] Aufgrund seiner Teilnahme an diesem Krieg ernannte Franz I. seinen Onkel mit Patentbrief vom 31. Oktober 1519 zum Großmeister von Frankreich.[5]

Um 1519/20 ließ René de Savoie ein Schiff bauren, die Sainte Marie de Bonaventure, auch La Grande Maîtresse genannt[12], die als Admiralsschiff diente. Dieses Schiff verließ Marseille am 24. August 1520, um die Johanniter von Rhodos gegen Angriffe der Osmanen zu verteidigen; am 6. Januar 1521 war es zurück in Marseille. Während dieser Expedition, im Oktober 1520 wurde der Admiral Christophe de Chanoy vor Beirut getötet. Im Mai 1522 nahm das Schiff an einer Expedition teil, die der Republik Genua helfen sollte, und von René des Savoie als Admiral und Generalleutnant Pedro de Navarra kommandiert wurde. Es beteiligte sich 1524 an der Verteidigung und Versorgung von Marseille während der Belagerung der Stadt durch den Connétable Charles III. de Bourbon-Montpensier. René de Savoie vermietete La Grande Maîtresse vom 28. Juni 1524 bis zum 30. April 1525 für 1500 Écu pro Monat an seinen Neffen, den König. Nach dem Tod Renés ließ Luise von Savoyen, die Mutter des Königs, den Wert des Schiffes schätzen, Franz I. kaufte das Schiff dann im Juli oder August 1526 von seiner Tante, der Gräfin von Villars und Tenda.

Am 2. Januar 1562 erklärte Emanuel Philibert, Sohn von Herzog Karl von Savoyen und Neffe Renés, in einem Patentbrief, dass Claude de Savoie, Graf von Tenda, und seine Nachkommen, in Savoyen erbberechtigt wären, falls die regierende Linie aussterben sollte. 
von Savoyen, Graf von Tenda René (Rainer) (I42680)
 
50647 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_FitzAlan,_11._Earl_of_Arundel (Okt 2017)

Richard FitzAlan, 11. Earl of Arundel, 9. Earl of Surrey KG (* 1346; † 21. September 1397) war ein englischer Adeliger, Militärführer und Ritter des Hosenbandordens.

Seine Eltern waren Richard Fitzalan, 10. Earl of Arundel, 8. Earl of Surrey, aus dem Adelsgeschlecht FitzAlan und Eleanor of Lancaster. Im Alter von 13 Jahren wurde Richard mit der neunjährigen Elizabeth de Bohun verheiratet, der Tochter von Willliam de Bohun, 1. Earl of Northampton. 1376 wurde er nach dem Tod seines Vaters Earl of Arundel[1], sowie Earl of Surrey.[2] Arundel war der Admiral der englischen Flotte[3] und besiegte 1387 die vereinten Seestreitkräfte von Frankreich, Spanien und Flandern bei Margate. 1388 gehörte er zu den Lords Appellant, die die Macht von König Richard II. schwächten und das „gnadenlose Parlament“ einsetzten.[4] 1397, als Richard seine Handlungsfreiheit wiedergewonnen hatte, ließ er Arundel deswegen als Verräter enthaupten.[5]
Richards jüngerer Bruder Thomas Arundel (1353–1414) war Bischof und ab 1388 Erzbischof von York und Canterbury sowie Lordkanzler unter Richard II. und Heinrich IV. 
FitzAlan, Richard 11. Earl of Arundel (I9392)
 
50648 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_I._(Normandie) (Sep 2018)

Richard I. genannt Ohnefurcht (Sans Peur) (* um 935 in Fécamp; † 20. November 996 ebenda) war der erste Herzog der Normandie.
Er war der Sohn von Wilhelm I., Graf von Rouen und Jarl der Normannen, und von Sprota, einer bretonischen Kriegsgefangenen und Konkubine, die nach Wilhelms Tod einen reichen Müller mit Namen Esperleng heiratete.
Als Wilhelm I. 942 ermordet wurde, war Richard noch ein Kind, so dass er König Ludwig IV. nicht daran hindern konnte, die Normandie zu besetzen. Vermutlich hielt dieser ihn an seinem Hof in Laon gefangen und setzte in der Normandie einen Statthaalter ein. Gegen den Widerstand der Normannen, die Unterstützung vom dänischen König Harald Blauzahn erhielten, verbündete sich Ludwig zeitweise mit seinem Rivalen Hugo dem Großen, wurde aber von den Normannen 945 in Rouen gefangengenommen und an Hugo ausgeliefert. Etwa um die gleiche Zeit konnte Richard in die Normandie zurückkehren, wo er den Titel eines Herzogs annahm.
Um 956 ernannte ihn Hugo der Große zum Beschützer seines Sohnes und späteren Königs Hugo Capet und verlobte seine Tochter Emma von Paris mit ihm, die Richard 960 heiratete, die aber vermutlich kinderlos starb (nach 966). Laut Robert von Torigni ging Richard kurz nach Emmas Tod auf die Jagd, wo er sich bei einem Aufenthalt in die Dänin Seinfreda verliebte. Diese war aber schon verheiratet und forderte Richard deshalb auf, sein Glück bei ihrer älteren Schwester Gunnora zu versuchen. Die Kinder aus dieser Beziehung wurden erst nachträglich durch die Eheschließung legitimiert.
Richard holte Wilhelm von Volpiano, Abt von St. Bénigne, ins Land und ließ auf der Insel Mont-Saint-Michel ein Benediktinerkloster errichten und die während der Wikingereinfälle zerstörte Kirche von Fécamp wiederaufbauen. 
von der Normandie (Rolloniden), Herzog Richard I. der Furchtlose (I1694)
 
50649 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_vom_Prinzipat

Richard von Salerno oder Richard vom Prinzipat (* um 1060; † 29. November 1114) war ein normannischer Adliger aus dem Haus Hauteville. Er war nach dem Ersten Kreuzzug kurzzeitig Gouverneur von Edessa.

Leben
Er war der Sohn des normannischen Grafen Wilhelm von Hauteville (in anderen Quellen auch als Wilhelm vom Prinzipat bezeichnet) und der Maria, Tochter des lombardischen Grafen Guy von Sorrento. Er war einer der zahlreichen Neffen von Robert Guiskard und Roger I. von Sizilien und nahm in seinen frühen Jahren an deren Eroberung Siziliens teil.

Erster Kreuzzug
1097 war er einer der Teilnehmer am Ersten Kreuzzug, auf dem sein Vetter Bohemund von Tarent das Kontingent der Normannen aus Süditalien anführte. Richard gehörte damals zu den wenigen Kreuzfahrern, die Arabisch sprechen konnten, eine Fähigkeit, die er sich wahrscheinlich während der Feldzüge gegen die Sarazenen auf Sizilien angeeignet hatte. Anna Komnena berichtet davon, dass Richard, als er mit einem Schiff die Adria überquerte, von der byzantinischen Flotte gekapert und gefangen genommen wurde, da sie ihn irrtümlich für einen Piraten hielten. Er wurde bald wieder freigelassen und schloss sich wieder dem Hauptheer der Kreuzfahrer an. Die meiste Zeit des Kreuzzugs über reiste er mit dem Teilkontingent von Bohemunds Neffen Tankred von Tarent. Er nahm an der Schlacht von Doryläum, Tankreds Expedition durch Kilikien und der Belagerung von Antiochia teil. Nach der Eroberung von Antiochia errichtete Bohemund sich dort das Fürstentum Antiochia.

Karriere im Heiligen Land
Richard wurde wie Bohemund 1100 in der Schlacht von Melitene von den Danischmenden gefangen genommen. Von dort wurde er an den byzantinischen Kaiser Alexios I. übersandt, der ihn in Konstantinopel einkerkerte, bevor er ihn 1103 wieder frei ließ. 1104 brach Bohemund nach Europa auf, um neue Truppen anzuwerben, und ernannte Tankred zu seinem Regenten. Tankred war zu diesem Zeitpunkt bereits Regent der Grafschaft Edessa, deren Graf Balduin von Bourcq in muslimische Gefangenschaft geraten war. Da Tankred sich nun mit der Regierung Antiochias beschäftigen musste, ernannte er Richard zum Gouverneur von Edessa. Richards Regierung in der Stadt wird als hart bezeichnet, unter den armenischen Einwohnern der Stadt war er wegen seiner Skrupellosigkeit und Habgier verhasst. Er wurde – zur Erleichterung der Einwohner – von Tankred aus Edessa zurückgerufen, als Balduin von Bourcq, 1107 aus muslimischer Gefangenschaft zurückgekehrt war und Tankred zur Rückgabe der Grafschaft Edessa zwang.

Diplomatische Dienste und Ruhestand
Richard war auch als Diplomat tätig, bereiste Frankreich und Italien und vermittelte die Hochzeit von Bohemund mit der französischen Königstochter Konstanze von Frankreich. Er beteiligte sich am erfolglosen Feldzug Bohemunds in Griechenland und war 1108 Zeuge beim Vertrag von Devol, einer Vereinbarung zwischen Kaiser Alexios I. und Bohemund von Tarent. Möglicherweise konspirierte er mit der byzantinischen Seite.

Nach Bohemunds Tod 1111 ließ er sich in Marasch in Kilikien, das damals zum Fürstentum Antiochia gehörte, nieder. Dort starb er während des großen Erdbebens am 29. November 1114. 
von Salerno (vom Prinzipat) (Haus Hauteville), Richard (I59133)
 
50650 Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Rigunth

Rigunth, (auch Rigundis; * um 570; † nach 585) war eine Tochter des merowingischen Königs Chilperich I. von Neustrien und der Fredegunde.

Sie unterstützte Gregor von Tours durch einen Hungerstreik, als dieser sich im Sommer 580 vor der Synode in Berny-Rivière verantworten musste.[1]

Die Könige Guntram I. (Burgund) und Childebert II. (Austrasien) schlossen ein Bündnis gegen Chilperich und Leovigild (Toledanisches Reich), die ihrerseits eine Allianz zu festigen suchten und die Vermählung ihrer Kinder Rekkared I. und Rigunth beschlossen.[2]

Anfang September 584 kam eine westgotische Gesandtschaft nach Paris, um Riguntha als Braut Rekkareds nach Spanien zu holen. Chilperich gab ihr zahlreiche Sklaven und Fredegunde große Mengen an Gold und Silber als Aussteuer mit. Andere schenkten ihr Pferde und Gewänder. 50 Karren sollen für den Transport benötigt worden sein. Bereits in der ersten Nacht flohen 50 Männer ihres Gefolges mit 100 Pferden zu König Childebert II. Obwohl dux Bobo und der Hausmeier Waddo den Zug mit 4.000 Mann schützten, raubten viele von der Aussteuer und flohen. Die Ernährungsfrage wurde auf dieser Reise durch Plünderungen gelöst.[3]

In Tolosa (Toulouse) erfuhr Rigunth vom Tod ihres Vaters. Der dux (Herzog) Desiderius nahm sie gefangen, bemächtigte sich ihrer Schätze und rief den Prätendenten Gundowald nach Aquitanien.[4]


Fredegunde und Rigunth, historisierender Stahlstich 1887
Als ihre Mutter Fredegunde von Rigunth's Lage erfuhr, unternahm sie zunächst nichts[5]. Erst nach Gundowalds Tod schickte Fredegunde im Jahr 585 Chuppan nach Toulouse, um Rigunth zu holen.[6]

Die Königstochter Rigunth geriet oft in Streit mit ihrer Mutter Fredegunde, die als Unfreie geboren war, weil sie verlangte, von ihr bedient zu werden. Oft kam es zu Beschimpfungen der Mutter und sogar zu Handgreiflichkeiten. In den späten 580er Jahren führte Fredegunde ihre Tochter zu einer Truhe in der Schatzkammer und forderte sie auf, sich auszusuchen, was ihr gefiel. Als Rigunth sich über die Truhe beugte, schlug Fredegunde den Deckel zu, so dass ihr die Kehle zugedrückt wurde und die Augen aus den Höhlen traten. Durch die herbeilende Dienerschaft wurde sie vor dem Ersticken gerettet. Der Streit zwischen Mutter und Tochter verschärfte sich weiter, vor allen Dingen wegen Rigunthes unzüchtigen Lebenswandels.

Über ihr weiteres Leben ist nichts überliefert. 
(Merowinger), Rigund (I24021)
 

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