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| 5451 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Theudechild_(Tochter_Theuderichs_I.) Theudechild (auch: Théodechilde, Thichilde, Theut-hild; gestorben nach unterschiedlichen Angaben nach 571[1], vor 579[2] oder am 28. Juni 598[3]) war eine fränkische Prinzessin, warnische Königin und Äbtissin. Sie wurde heiliggesprochen.[4] Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Theudechild war die Tochter des fränkischen Königs Theuderich I. und Enkelin des Chlodwig I. Ihr Leben wurde unter anderem durch Venantius Fortunatus hagiographisch dargestellt. Alle Schriftstücke, die den Namen Theodechilds erwähnen, sind nur als Kopie überliefert. Die Echtheit mehrerer dieser Urkunden wurde durch Historiker bezweifelt; zudem trug etwa auch eine mutmaßliche Schwester Theuderichs denselben Namen.[5] Prokopios von Caesarea berichtete, dass eine namentlich nicht bekannte Schwester Theudeberts I. in erster Ehe mit dem Warnenkönig Hermegisclus sowie in zweiter Ehe mit dessen Sohn Radigis verheiratet wurde und später, nachdem Radigis sich von ihr getrennt hatte, in ihre Heimat zurückkehrte. Aus Theuderichs Ehe mit Suavegotho ist nur ein Sohn und eine Tochter überliefert, sodass Theudechild als diese Schwester angenommen wird. Dies stimmt auch mit der hagiographischen Überlieferung überein, laut welcher Theudechild Enkelin, Tochter, Schwester und Ehefrau von Königen war.[5] Königin Theudechild wurde zudem bekannt durch großzügige Schenkungen an die Kirche von Reims, welche sie mit ihrem Seelenheil begründete. Sie war die (nach kirchlicher Überlieferung jungfräuliche) Gründerin des Benediktinerinnen-Klosters von Saint-Pierre-le-Vif bei Sens, dessen erste Äbtissin sie auch wurde. Auch die Priorei von Mauriac soll durch sie begründet worden sein. Sie starb vor 579 und wurde in der unter ihr errichteten Klosterkirche in Saint-Pierre-le-Vif beerdigt. | (Merowinger), Theudechild (I24144)
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| 5452 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Theudelinde Theudelinde (* um 570; † 22. Januar 627[1] bei Varenna am Comer See, begraben im Johannes-Dom von Monza; auch genannt: Theodelinde, Theodolinde, Theodelind, vereinzelt auch Theidlindis, Theodelinda, Theolinde) war eine langobardische Königin, die als Selige verehrt wird. Leben Theudelinde war eine Tochter des Herzogs Garibald I. von Bayern und Walderada, der Tochter des Langobardenkönigs Wacho und Witwe des Frankenkönigs Theudebald. Mütterlicherseits war sie somit mit der langobardischen Königsdynastie der Lethinger verwandt. Sie heiratete zwei Langobardenkönige und war deshalb von 589 bis 626 langobardische Königin: 15. Mai 589 mit König Authari September 590 mit König Agilulf Mit letzterem gemeinsam hatte sie zwei Kinder den späteren König Adaloald (602–626) Gundeperga Zunächst hätte sie als etwa Fünfzehnjährige der Heiratspolitik ihres Vaters zufolge den Frankenkönig Childebert II. heiraten sollen. Nach dem Scheitern des Projekts wurde sie mit Authari verlobt, der einer Überlieferung zufolge verkleidet um ihre Hand angehalten haben soll. Sie ging zusammen mit ihrem Bruder Gundoald nach Italien. Gundoald wurde von Authari noch zum Herzog von Asti ernannt. Authari starb aber bereits am 5. September 590. Noch im September, spätestens jedoch November vermählte sich Theudelinde mit Agilulf, Herzog von Turin, der im Mai 591 in Mailand zum neuen Langobardenkönig erhoben wurde. Theudelinde ließ schon bald nach 590 in Monza eine königliche Sommerresidenz und den Johannesdom bauen. Durch die Heirat wurde die Legitimität Agilulfs gestärkt. Theudelinde selbst nahm aber ebenfalls Einfluss auf die Regierungsgeschäfte, vor allem im Bereich der Religionspolitik. Die Nizänin, die im Briefwechsel mit Papst Gregor dem Großen († 604) stand, hatte wohl großen Einfluss auf ihren arianischen Mann, so dass er sich der römischen Kirche annäherte, ihr geraubte Besitzungen zurückgab und einigen vor den Langobarden geflüchteten Bischöfen die Rückkehr in ihre Diözese gestattete. Am 7. April 603 wurde in Monza ihr einziger Sohn Adaloald nizänisch getauft; bereits 604 wurde er, römischem Ritus folgend, zum Mitkönig erhoben. 613 unterstützte sie die Mission des Iren Columban bei der Gründung der Abtei Bobbio mit Landschenkungen. 616 starb Agilulf. Da ihr Sohn Adaloald noch minderjährig war, führte zunächst Theudelinde die Regierungsgeschäfte. Auch nach dessen Volljährigkeit beeinflusste sie ihren Sohn, eine der römischen Kirche und dem byzantinischen Kaiser gegenüber freundliche Politik zu betreiben, was im Reich heftige Reaktionen auslöste, die schließlich 626 zu seinem Sturz und Tod führten. Der neue König Arioald heiratete Theudelindes Tochter Gundeperga, welche später noch König Rothari heiraten sollte.[2] Um 627/628, bald nach dem Tod ihres Sohnes, verstarb auch Theudelinde, wenngleich ihr genaues Todesjahr unbekannt ist. Sie wird von der katholischen Kirche als Selige verehrt, Gedenktag ist der 22. Januar. Mit Aripert I., dem Sohn von Theudelindes Bruder Gundoald, kam 652 wieder ein Mitglied von Theudelindes Familie an die Macht. Als einer ihrer kirchenpolitischen Berater fungierte wahrscheinlich Secundus von Trient, der auch mit Papst Gregor korrespondierte und die Taufe Adaloalds vollzogen hatte. Secundus verfasste ein heute verlorenes Geschichtswerk, in dem Theudelinde wohl sehr positiv dargestellt wurde. Auf dieser Darstellung beruht wahrscheinlich auch die Schilderung bei Paulus Diaconus, der sich für diesen Zeitraum hauptsächlich auf Secundus gestützt haben dürfte. Da das Werk des Secundus 612 abbrach, sind für die folgenden Lebensjahre Theudelindes nur sehr wenige Informationen bei Paulus überliefert, der die Hauptquelle für diese Zeit darstellt. Eine Gedenktafel für sie befindet sich in der Walhalla in Donaustauf. | (Agilolfinger), Königin Theudelinde (I24058)
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| 5453 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Theuderich_I. Theuderich I. (* vor 484; † 533, franz. Thierry Ier)[1] war von 511 bis 533 fränkischer König im Osten des Reichs – im Reich von Metz, das später als Austrasien bezeichnet wurde. Leben Theuderich war der älteste Sohn des Merowingerkönigs Chlodwig I. Seine Mutter war eine unbekannte Fränkin, die der Geschichtsschreiber Gregor von Tours als Konkubine bezeichnet. Vermutlich gehörte sie zur Sippe der Kölner Könige. Die anderen Kinder Chlodwigs stammten alle aus dessen Ehe mit Chrodechild. Von den Söhnen aus dieser Ehe waren Chlodomer, Childebert I. und Chlothar I. beim Tod Chlodwigs im Jahr 511 noch am Leben. Mit diesen drei Halbbrüdern teilte Theuderich das Frankenreich auf. Er erhielt den östlichen Teil, der die Champagne, die Auvergne, Teile Aquitaniens sowie die rechtsrheinischen Gebiete umfasste. Residenz soll Reims gewesen sein; dies ist allerdings nicht durch Quellenzeugnisse gesichert. Jeder der vier Brüder erhielt einen Teil der Francia (Kerngebiet des Reichs zwischen Rhein und Loire) und einen Teil der von Chlodwig eroberten Gebiete südlich der Loire. Diese komplizierte Teilung basierte auf dem Stammesrecht, der Lex Salica; die darin geregelte gleichberechtigte Erbfolge der Söhne wurde für das Reich übernommen. Diese Erbregelung bestimmte bis ins 10. Jahrhundert die fränkische Geschichte und trug wesentlich zur Ausformung der Reiche des Hochmittelalters bei. Als beim Tod Chlodwigs einziger erwachsener Sohn wurde Theuderich zum Garanten für den Bestand des Reiches in den Grenzen von 511. 531 eroberte er mit Hilfe seines Bruders Chlothar I. das Reich der Thüringer. Zu seinem Halbbruder Childebert I. hatte er ein gespanntes Verhältnis, da dieser im Jahre 531, nach einem Gerücht, Theuderich sei gefallen, dessen Reich einzunehmen versuchte. 532 warf Theuderich einen Aufstand des Munderich nieder, der ebenfalls nach der Königswürde strebte.[2] Theuderich war verheiratet mit Suavegotho, der Tochter des burgundischen Königs Sigismund und dessen Frau Ostrogotho, weswegen er wohl auch an den kriegerischen Aktivitäten seiner Brüder gegen Burgund nicht teilnahm. Theuderich starb wohl gegen Ende des Jahres 533.[3] Nach seinem Tod konnte sein Sohn Theudebert I. (* um 500, † 548) sein Erbe gegen den versuchten Zugriff seiner Onkel verteidigen. Neben diesem Sohn hatte Theuderich noch die Tochter Theudechild, welche den Warnenkönig Hermegisclus und nach dessen Tod dessen Sohn Radigis heiratete. Nach der vom oströmischen Historiker Prokopios von Caesarea stammenden Überlieferung ist zwischen den verfeindeten Völkern auch von Seekriegsandrohungen die Rede, wonach sich seine Erzählung auf einen Bereich im oder am Baltikum beziehen dürfte. Rezeption Nach mehrheitlicher Forschungsauffassung repräsentiert Theuderich, auch im Zusammenwirken mit seinem Sohn Theudebert I., die Vorlagengestalt einer fränkisch-merowingischen Sagengenese der Wolfdietrich-Heldenepik.[4][5] Eine Reihe von Forschungsbeiträgen der älteren deutschen Philologie befürwortet Theuderich auch als rheinfränkischen Protagonisten des Dietrich von Bern/Verona der Thidrekssaga.[6] Kemp Malone weist Identifikationen des Ostgotenkönigs Theoderich (451/56–526) mit dieser Sagenfigur zurück und interpretiert deren Fluchtschemata aus mittelhochdeutscher Heldendichtung anhand von Theuderichs Biografie.[7] | (Merowinger), König Theuderich (I24136)
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| 5454 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Theuderich_II. Theuderich II. (lat. Theudericus) (* 587; † 613 in Metz) war König der Franken mit Residenz Chalon-sur-Saône, in Burgund. Er war der zweite Sohn des Königs Childebert II. und folgte ihm nach dessen Tod 596. Er wurde bereits 589 von seinem Vater als Regent nach Chalon entsandt, während sein älterer Bruder Theudebert II. in Metz installiert wurde, womit für eine spätere Teilung des Herrschaftsgebietes in Austrasien und Burgund die Weichen gestellt wurden. Nach Childeberts Tod standen beide Brüder wohl erst unter der Regentschaft ihrer Großmutter Brunichilde, deren Macht aber bröckelte, als sie die Abwehr der Awaren, die in Thüringen eingefallen waren, nur mit Geld erkaufen konnte. Die geplante Teilung des Landes wurde vollzogen, die erforderliche Solidarität der beiden austrasischen Brüder blieb jedoch erst einmal erhalten. Im Jahr 600 gelang den Brüdern in der Schlacht von Dormelles ein entscheidender Sieg über ihren Onkel Chlothar II. in Neustrien, der dessen Herrschaftsgebiet auf das Land um Rouen, Beauvais und Amiens begrenzte. Der darauf folgende Feldzug nach Süden gegen die Basken, die in das Land eingefallen waren, endete 602 mit der Errichtung des Grenzherzogtums zwischen Pyrenäen und Garonne, die spätere Gascogne. In der Folge gerieten die Brüder jedoch wegen der vorgenommenen Aufteilung des väterlichen Besitzes in Streit. Der erste Schritt war, dass Theudebert sich 604 an dem neu ausbrechenden Konflikt mit Chlothar nicht beteiligte. Im Jahr darauf konnte ein Krieg zwischen den Brüdern gerade noch vermieden werden, in der Folgezeit suchte der ältere Verbündete zu gewinnen, was dem jüngeren aber – vermutlich mit Unterstützung seiner Großmutter – besser gelang, da Theudebert sich 611 mit einem erneuten Überfall der Awaren auseinanderzusetzen hatte. Im Jahr zuvor hatte ein Versöhnungsversuch in Selz im Elsass zu den Grenzstreitigkeiten nur deswegen ein Ergebnis gebracht, weil Theudebert mit einem Heer angereist war und seinem Bruder dadurch das Gewünschte abpressen konnte. Nach der (vermuteten) Aufstachelung der Awaren konnte sich Theuderich der Neutralität Chlothars versichern und schließlich im Jahr 612 offensiv werden. Theudebert unterlag seinem Bruder bei Toul und Zülpich, Theuderich zog im Triumph in Köln ein. Theudebert und seine Söhne gerieten in Gefangenschaft und wurden getötet. Chlothar forderte nun die Belohnung für seine Neutralität ein, wurde aber von Theuderich abgewiesen, der auf dem Höhepunkt seiner Macht stand. Umso größer war die Überraschung, als er wenig später in seiner neuen Residenzstadt Metz im Alter von 25 Jahren starb. Brunichilde hob ihren Urenkel Sigibert II. schnell auf den Thron, sah sich aber bald einer aristokratischen Opposition in der eigenen Umgebung gegenüber, der sie nicht mehr gewachsen war. Sie wurde festgenommen und an Chlothar ausgeliefert, der sie und zwei ihrer Urenkel noch 613 töten ließ – der jüngste, Merowech, wurde als Patenkind Chlothars verschont, dem zweiten, Childebert, gelang die Flucht; von beiden liegen danach aber keine Nachrichten mehr vor. | (Merowinger), König Theuderich II. (I24108)
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| 5455 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Theuderich_IV. Er wurde 715 übergangen, stattdessen wurde Chilperich II. zum König über Neustrien ernannt. Im Jahre 716 wurde Theuderich zur Erziehung ins Kloster Chelles überstellt. Als Chilperich II. 721 starb, bestimmte der Hausmeier Karl Martell, der eigentliche Herrscher des Frankenreichs, Theuderich zum König. Quellen über Aktivitäten in seiner Regierungszeit gibt es nicht, jedoch soll die Stadt Château-Thierry nach ihm benannt sein. Der Legende nach soll er dort von Karl gefangen gehalten worden sein. Theuderich starb 737, der Königsthron blieb bis Frühjahr 743 unbesetzt. | Merowinger, König Theuderich IV. (I24182)
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| 5456 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Thiudimir Thiudimir (griechisch Θεόδεμιρ Theodemir, gotisch wohl Þiudamer Thiudamer; † 474 in Kyrrhos (Makedonien)) war ein König der Greutungen und der Vater Theoderichs des Großen. Er zählte zum Geschlecht der Amaler und hatte einen älteren Bruder namens Valamir und einen jüngeren, der Vidimir hieß. Byzantinische Quellen nennen als Vater Theoderichs fälschlich den bekannteren Valamir, den älteren Bruder Thiudimirs. Der Grund ist wohl, dass dieser relativ lange Herrscher der Greutungen in Pannonien war, während Thiudimir seinem älteren Bruder nur für vier Jahre auf dem Thron folgte und Theoderich zunächst den erbenlosen Valamir in dessen Teilreich beerbte. Richtig ist, dass Thiudimir Theoderichs Vater war. Thiudimir war Arianer, während Theoderichs Mutter Erelieva eine Katholikin war. Sie wird als Thiudimirs „Concubina“ bezeichnet, was möglicherweise den religiösen Unterschied, oder aber auch einen ethnischen Unterschied als Hintergrund haben könnte. Thiudimir übernahm nach dem Tode Valamirs die drei pannonischen Gotenreiche, während Valamirs Teilreich im unteren Slawonien an Theoderich überging. Im Jahr 473 verließen Thiudimir und sein Sohn Theoderich Pannonien und verlegten ihr Reich nach Makedonien, wo Thiudimir im Jahre 474 starb. In der Dietrichepik entspricht Thiudimir dem Dietmar, Vater Dietrichs von Bern. | Amaler (Greutungen) (Ostgoten), König Thiudimir (I24292)
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| 5457 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Thrasamund Thrasamund war der dritte Sohn Gentos, des vierten Sohns Geiserichs, des Gründers des Vandalenreichs in Nordafrika. Seine Mutter ist unbekannt. Er soll in der Jugend eine klassische Ausbildung in Karthago erhalten haben, die wenigen verfügbaren Quellen schildern ihn jedenfalls als gebildeten Herrscher, der auch an theologischen Fragen interessiert war. Als sein Bruder Gunthamund starb, bestieg er 496 den Thron. Innen- und außenpolitisch sah sich Thrasamund mit einigen Problemen konfrontiert. Gegenüber Ostrom strebte Thrasamund einen Ausgleich an, während er sich ebenfalls um eine Annäherung an Theoderichs Ostgotenreich in Italien bemüht; Theoderich wiederum war daran interessiert, die Vandalen in seine Bündnispolitik einzubinden. Teil dieser Annäherung war die Heirat Thrasamunds mit Theoderichs Schwester Amalafrida im Jahr 500. Theoderich trat den Vandalen den Nordwesten Siziliens ab, doch brachte das Bündnis den Goten nicht den erhoffen Erfolg, da die Vandalen nicht eingriffen, als oströmische Schiffe 508 Süditalien angriffen. Weite Gebiete des heutigen Nordens von Algerien gingen während der Herrschaft Gunthamunds und Thrasamunds an die Berber verloren, die eine ständige Bedrohung für die Vandalen darstellten. Das vandalische Einflussgebiet, wenngleich die vandalische Präsenz im Westen der ehemaligen römischen Gebiete Nordafrikas ohnehin nur schwach ausgeprägt war, schrumpfte beständig. Am Ende seiner Herrschaft erlitten vandalische Truppen gegen Kamelnomaden des Königs Kabaon eine empfindliche Niederlage. Offenbar reichte die vandalische Militärpräsenz nicht aus, um die Grenzgebiete effektiv zu sichern. Erschwert wurde dies aber auch durch innere Streitigkeiten im Vandalenreich, da die einheimischen Katholiken aufgrund von Auseinandersetzungen mit den arianischen Vandalenkönigen diesen oft eher feindselig gegenüberstanden. Thrasamund scheint Kunst und Kultur in seinem Reich zwar nicht explizit gefördert, aber doch begünstigt zu haben. Die Kultur im Vandalenreich blühte in dieser Zeit jedenfalls auf. Mehrere Lobreden sind auf Thrasamund verfasst und der lateinische Dichter Blossius Aemilius Dracontius wirkte in seiner Regierungszeit. Thrasamund beendete zwar die langjährige Verfolgung der Katholiken im Vandalenreich, Spannungen zwischen der romanisch-katholischen Bevölkerungsmehrheit und den arianischen Vandalen blieben aber offenbar bestehen. Katholischen Priestern war die Tätigkeit in bestimmten Gebieten weiterhin verwehrt, ebenso kam es zu zahlreichen Exilierungen. Thrasamund zeigte selbst Interesse an theologischen Fragen, verfasste diesbezügliche Thesen und ließ Religionsgespräche in Karthago zu, an denen auch Fulgentius von Ruspe teilnahm (der kurz darauf ein zweites Mal exiliert wurde), die aber keine Entscheidung brachten. Eine mit ungelenken Buchstaben geschriebene Bauinschrift mit der Nennung des Königs befindet sich im Museum von Sbeitla (Sufetula) in Tunesien. Als Thrasamund nach langer Regierungszeit 523 starb, folgte ihm Hilderich nach. | (Vandalen) (Arianer), König Thrasamund (I24189)
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| 5458 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Valamir Valamir (gotisch vielleicht Walamer; * um 420; † 468/69) war König des ostgotischen Reichs in Pannonien von 447 n. Chr. bis zu seinem Tod. Valamir war der Sohn des Vandalarius und stammte aus der Familie der Amaler. Sein Vorgänger Thorismund war sein Onkel, den er nach seinem Tode beerbte. Darüber hinaus war er der Onkel des späteren Königs Theoderich. Als Vasall der Hunnen unterstützte Valamir deren König Attila, die weströmischen Provinzen an der Donau 447 zu überfallen. Vier Jahre später befehligte er das ostgotische Kontingent im hunnischen Heer, das damals die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern ausfocht. Jedoch gelang es ihnen nicht, die Römer unter Aetius in dieser Schlacht zu bezwingen. Nach dem Tod Attilas 453 wechselte Valamir die Seiten und kämpfte zwischen 456 und 457 erfolgreich gegen die Hunnen, um die Unabhängigkeit seines Reiches zu erreichen. Doch Valamir geriet auch bald mit den Römern in Konflikt. Sein Stamm durfte auf dem Boden des oströmischen Reiches siedeln, was vertraglich vereinbart wurde, so dass die Goten nun oströmische Foederaten wurden. Allerdings war der Ostgotenkönig mit der Einhaltung der römischen Abgaben nicht zufrieden, was ihn bewegte, sein Heer 459 gegen Konstantinopel zu führen, zunächst ohne Erfolg. Der damalige Kaiser Leo I. war schließlich mit der Forderung, den Ostgoten eine jährliche Abgabe von 300 Goldpfund zu liefern, einverstanden, womit der Konflikt beendet und die Goten wieder Foederaten wurden. Während eines Kampfes mit den Skiren (in der neueren Forschung zumeist auf das Jahr 468 bzw. 469 bezogen) fiel Valamir von seinem Pferd und wurde anschließend getötet, wohingegen die Schlacht für die Goten siegreich endete (Jordanes, Getica 275f.). | Amaler (Greutungen) (Ostgoten), König Valamir (I24294)
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| 5459 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Valens Flavius Valens (mittelgriechisch Οὐάλης Oualis, * 328 in Cibalae, Pannonia secunda; ⚔ 9. August 378 in der Schlacht von Adrianopel) war römischer Kaiser im Osten in den Jahren 364 bis 378. Familie Valens war der jüngere Bruder Valentinians I., der ihn, kurz nach seiner Thronbesteigung, am 1. März 364 zum tribunus stabuli (Oberstallmeister) ernannte, was ihm einen Posten nahe beim Kaiser verschaffte. Am 28. März desselben Jahres wurde Valens zum iunior Augustus erhoben, und ihm wurde die Regierungsverantwortung über den Osten des Reiches übertragen. Danach sahen sich die Brüder nie wieder. Valens wurde am 17. November 375 Nachfolger Valentinians als senior Augustus des Gesamtreichs. Mit seiner Frau Domnica hatte er die Töchter Anastasia und Carosa sowie den am 18. Januar 366 geborenen, im Jahre 369 zum Konsul ernannten, aber schon wenig später früh verstorbenen Thronfolger Valentinianus Galates. In der damaligen zweiten Reichshauptstadt Konstantinopel kann man noch heute beträchtliche Reste des von ihm errichteten Valens-Aquäduktes sehen. Religionspolitik Während seiner Regierungszeit musste sich Valens mit den theologischen Problemen auseinandersetzen, die in der Regierungszeit seiner Vorgänger aufgekommen waren. Es kam teilweise zu Verfolgungen paganer Philosophen, doch ansonsten verhielt sich Valens den Heiden gegenüber tolerant. Im Streit zwischen den Anhängern des Nicänum und den Anhängern des sogenannten Arianismus (genauer wäre in diesem Kontext die Bezeichnung Homöer) unterstützte Valens Letztere, was ihn äußerst unbeliebt machte, zumal es teils zu harten Ausschreitungen gegenüber den Nicänern kam. Der Religionspolitik des Valens traten unter anderem die Kirchenväter Athanasius und Basilius entgegen. Militärische Operationen Valens schlug die Usurpation des Procopius nieder, eines wohl mütterlichen Verwandten des Kaisers Julian, der am 28. September 365 in Konstantinopel die Thronfolge in Berufung auf seine Verwandtschaft zur konstantinischen Dynastie und angeblicher Nachfolgebestimmung seitens Julians für sich beanspruchte. Valens besiegte am 27. Mai 366 die gegnerische Armee in der Schlacht von Thyatira in Lydien, und Procopius wurde hingerichtet. Neben vielen weiteren Anhängern des Gegenkaisers wurde kurz darauf auch dessen Verwandter Marcellus, der angeblich selbst eine Usurpation plante, umgebracht. 367–369 führte Valens eine nur wenig erfolgreiche Strafexpedition gegen die (terwingischen) Goten durch, die den Aufstand mit Truppen zu unterstützen versucht hatten; der angebliche Erfolg brachte dem Kaiser den Siegerbeinamen Gothicus maximus ein, welcher in der Dedikation des Geschichtswerkes des Eutropius genannt wird. 376 wandten sich drei gotische Kriegerverbände, die vor der im Vorjahr erfolgten Hunneninvasion zurückwichen, nach Süden auf das römische Reichsgebiet zu. Sie baten den Kaiser um Aufnahme. Der Übertritt der von Alaviv und Fritigern geführten Terwingen erfolgte in Absprache mit Valens; beide Heerführer stellten dem Kaiser dafür Hilfstruppen. Die Greutungen unter Alatheus und Safrax sowie die dritte, wohl ebenfalls aus Greutungen und Taifalen bestehende Gruppe unter Farnobius erzwangen sich im folgenden Chaos den Weg über den Donaulimes. Farnobius wurde besiegt und seine Gruppe in Italien angesiedelt. Sowohl die Terwingen als auch die Greutungen von Alatheus und Safrax, zu denen 377 auch Hunnen und Alanen stießen,[1] erhielten Wohnsitze auf dem Gebiet der Provinz Moesia secunda.[2] Der Kaiser hielt sich damals in Antiochia auf, wo er einen Feldzug gegen das neupersische Sassanidenreich plante, den großen Gegner Roms im Osten; Streitpunkt war wie so oft das Königreich Armenien, zudem strebte Valens nach einer Revanche für die Niederlage, die Julian 363 im Osten erlitten hatte. Die Goten sollten im geplanten großen Krieg für den Kaiser kämpfen. Aufgrund von Hintertreibungen ihrer Lebensmittelversorgung durch römische Truppenkommandeure kam es jedoch schließlich 376 zum Aufstand der Goten gegen diese Bevormundung und den Vertragsbruch. Den römischen Truppen an der Donau gelang es nicht, die Rebellion zu unterdrücken. Valens sah sich daher im Sommer 377 gezwungen, gegen die aufständischen Goten militärisch vorzugehen, statt die Perser zu bekämpfen, und schloss einen Friedensvertrag mit den Sassaniden. Tod Als Valens im nächsten Jahr mit seinen Elitetruppen den Donauraum erreicht hatte, entschied er sich, nicht auf seinen Neffen Gratian zu warten, der ihm vom Westen mit einer starken Armee zur Hilfe eilte. Am 9. August 378 kam es zur Schlacht von Adrianopel, in der Valens unter dubiosen Umständen ums Leben kam; wahrscheinlich starb er kämpfend auf dem Schlachtfeld, nachdem die meisten seiner Generäle bereits geflohen waren. Nach anderen Berichten wurde der verwundete Kaiser hingegen lebendigen Leibes verbrannt, als Goten ein Haus anzündeten, in dem er sich mit einigen Getreuen versteckt hatte. Jedenfalls wurde seine Leiche nie gefunden. Zugleich wurde ein großer Teil seines Heeres vernichtet. Die Regierungszeit des Valens ging mit dieser militärischen Katastrophe zu Ende, die der zeitgenössische Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus als bedeutsame Zäsur ansah und die von einigen Menschen als Anfang vom Ende des Römischen Reiches, im Rückblick als eine Vorstufe zu den beiden Plünderungen Roms 410 und 455 verstanden wurde. Ammianus Marcellinus, die wichtigste Quelle für diese Zeit, ließ sein Geschichtswerk, die Res Gestae, mit dem Bericht über diese Schlacht enden. Der Bevölkerung, die bereits mehrheitlich zum Nicänum neigte, mag der Tod des Arianers Valens wie ein Gottesurteil vorgekommen sein.[3] So sah es jedenfalls Isaak von Dalmatien. Zum Nachfolger als Kaiser im Osten des Reiches ernannte der nunmehrige Seniorkaiser Gratian, Valentinians ältester Sohn, nach einer kurzen Zwischenzeit, in der Valens’ Ehefrau Albia Domnica als Regentin amtierte, mit Theodosius einen fähigen Mann, der nicht mit dem Kaiserhaus verwandt war. Dieser war der Sohn des gleichnamigen magister militum (Heermeisters) Valentinians und hatte sich fünf Jahre zuvor als dux Moesiae superioris (Militärbefehlshaber in Mösien an der unteren Donau) bewährt; nach der Zwischenetappe eines Heermeisters in Illyricum, dem gesamten Balkangebiet, wurde er am 19. Januar 379 zum Augustus ernannt, vielleicht, um einer Usurpation zuvorzukommen. Theodosius begründete mit der später nach ihm benannten Herrscherfamilie die letzte Dynastie im spätrömischen Reich. | (Römer), Valens (I24285)
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| 5460 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Valentinianus_Galates Flavius Valentinianus Galates (altgriechisch Οὐαλεντινιανός Γαλάτης; * 18. Januar 366; † 370 oder 372 in Caesarea, Kappadokien, oder Antiochia) war ein römischer Prinz. Valentinianus Galates – der Name bezieht sich vermutlich auf seinen (unbekannten) Geburtsort in Galatien – war der Sohn des Kaisers Valens und dessen Frau Albia Domnica. Er hatte zwei ältere Schwestern namens Anastasia und Carusa. Galates kam zu einem Zeitpunkt zur Welt, als sein Vater Valens sich mit dem Usurpator Procopius auseinandersetzen musste. Nachdem Valens’ Bruder Valentinian I. seinen achtjährigen Sohn Gratian 367 zum Mitkaiser ernannt hatte, stellte auch Valens die dynastischen Weichen, indem er seinen zweijährigen Sohn zum Nobilissimus (und damit implizit zum künftigen Caesar) erhob sowie zum Konsul des Jahres 369 designierte. Als Erzieher des Thronfolgers bot sich der Redner und Philosoph Themistios an. Doch kurz darauf[1] wurde Galates krank und starb. Der frühe Tod war für das Kaiserpaar ein schwerer Schlag, der von religiösen Skandalen und Gerüchten begleitet wurde. Dem Kirchenhistoriker Sokrates Scholastikos zufolge soll Domnica ihrem Mann von Visionen berichtet haben, wonach die schwere Krankheit ihres Sohnes eine Strafe Gottes für die schlechte Behandlung des Metropoliten Basilius von Caesarea gewesen sei. Als der Bischof von Valens aufgefordert wurde, für das Wohl des Kindes zu beten, soll er dessen Überleben von einer Abkehr des Kaisers vom Arianismus abhängig gemacht haben. Valens weigerte sich jedoch und ließ den sterbenskranken Galates nach arianischem Ritus taufen. Daraufhin sagte Basilius den baldigen Tod des Knaben voraus, der dann auch eintrat. | (Römer), Valentinianus Galates (I24289)
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| 5461 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Valentinian_I. Valentinian I. (Flavius Valentinianus; * 321 in Cibalae [wahrscheinlich Mikanovici], Pannonien; † 17. November 375 in Brigetio bei Komárom im heutigen Ungarn) war von 364 bis 375 römischer Kaiser im Westen des Imperiums. Als sein Hauptverdienst gilt die weitgehende Sicherung der Rhein- und Donaugrenze. Mindestens ebenso folgenreich war seine Entscheidung, die Herrschaft im Reich zwischen zwei Kaisern mit jeweils eigenem Hof und Verwaltungsapparat aufzuteilen, eine Maßnahme, die die so genannte Reichsteilung von 395 vorwegnahm. Aufstieg Valentinian trat früh in die römische Armee ein, wurde um 360 Tribun der scutarii und begleitete Kaiser Julian nach Antiochia in Syrien. Er behielt seinen Posten, obwohl er sich unter dem heidnischen Herrscher weiterhin offen zum Christentum bekannte.[1] Julian fiel 363 während eines Feldzugs gegen die Sassaniden, und nach dem überraschenden Tod seines Nachfolgers Jovian wurde Valentinian von den Truppen zum Kaiser ausgerufen (26. Februar 364). Er verstieß seine erste Frau Marina Severa, die Mutter seines ältesten Sohnes Gratian, und heiratete Justina, welche ihm einen zweiten Sohn schenkte, Valentinian II. Herrschaft Valentinian residierte zunächst in Mailand, dann in Paris und später vor allem in Trier. Bald nach seinem Regierungsantritt ernannte er in Naissus auf Drängen des Heeres einen Mitkaiser (Augustus), nämlich seinen Bruder Valens, dem er den Ostteil des Imperiums übergab, allerdings ohne das Illyricum und Griechenland. Das letzte Wort behielt sich Valentinian als senior Augustus ohnehin vor. Valens, der seinen Bruder danach nie wieder traf, wurde vor allem mit der Abwehr der persischen Sassaniden beauftragt, mit denen Jovian zwar 363 einen Frieden geschlossen hatte, mit denen aber vor allem in Armenien nach wie vor große Spannungen bestanden. Die Usurpation des Procopius, eines entfernten Verwandten Julians, konnte wenig später niedergeschlagen werden. Obwohl Valentinian Christ war, kehrte er nicht zur aggressiven Christianisierungspolitik zurück, die vor allem Julians Vorgänger Constantius II. betrieben hatte, sondern gestattete faktisch eine weitgehende Religionsfreiheit. Eine Ausnahme bestand insoweit, als er das Edikt gegen die Manichäer aus den Zeiten Diokletians[2] in abgeschwächter Form wieder aufleben ließ, indem er 372 dekretierte, dass die Manichäer als Unehrenhafte zu vertreiben waren. Überliefert ist das Reskript im Codex Theodosianus.[3] Kampf gegen die Germanen Die inneren Wirren und Bürgerkriege, die das Römische Reich seit etwa 350 durchlebt hatte, hatten zu einer massiven Vernachlässigung der Grenzverteidigung geführt. Dies war von plündernden Kriegergruppen ausgenutzt worden. 365 eilte Valentinian daher nach Gallien, um die dort eingedrungenen Alamannen und Burgunden zu vertreiben. Valentinians gesamte Regierungszeit sollte von Abwehrkämpfen gegen die germanischen Krieger an Rhein und Donau geprägt sein. Alamannen wurden bei Charpeigne und Châlons-sur-Marne besiegt, eroberten jedoch 367 Mogontiacum. Kurz darauf siegte Valentinian in der Schlacht bei Solicinium (möglicherweise bei Sulz am Neckar), allerdings nur unter schweren Verlusten. Auch über die Franken errang Valentinian 366 einen Sieg. Der Kaiser kombinierte eine traditionelle offensive Strategie, bei der römische Truppen aggressiv in feindliches Gebiet vordrangen und es verwüsteten, mit defensiven Maßnahmen. Er verstärkte die Grenzfestungen an Rhein und Donau (siehe Donau-Iller-Rhein-Limes) und im Balkanraum, was nachhaltige Wirkung haben sollte, wenngleich an eine wirkliche Verteidigung der langen Grenzen aus logistischen Gründen nicht zu denken war. Die Grenzverteidigungsstrategie Valentinians war ansonsten aber, wie gesagt, auf eine „Vorwärtsstrategie“ und auf Abschreckung ausgerichtet: Möglichst sollten die Feinde im eigenen Gebiet geschlagen werden, bevor sie das Imperium erreichen konnten, und die römischen Truppen sollten soviel Furcht verbreiten, dass Plünderer abgeschreckt wurden. Hinsichtlich der Zurückdrängung der alamannischen Krieger, die nur unter Aufbietung aller Kräfte möglich war, kam dem Kaiser zugute, dass diese über keine zentrale Führung verfügten und oft sogar dem Kaiser ihre Dienste als foederati anboten. Insgesamt gelang Valentinian eine Stabilisierung der Rheingrenze, die bis zum Rheinübergang von 406 anhielt, als sich die Lage im Nordwesten zu Ungunsten Roms wendete. Kämpfe in Britannien und Africa 367 ernannte der zeitweilig schwer erkrankte Valentinian seinen ältesten Sohn Gratian zum Mitkaiser im Westen. Der Kaiser stützte sich jedoch nicht nur auf Familienmitglieder wie Valens und Gratian: Valentinians bester General war ein Hispanier mit Namen Flavius Theodosius, der Vater des späteren Kaisers Theodosius I. Ihm gelang es, die Überfälle der Pikten und Skoten in Britannien zu unterbinden und wieder Ruhe auf der Insel herzustellen; zudem reorganisierte er die örtliche Zivil- und Militärverwaltung. Bald darauf ging Flavius Theodosius auch erfolgreich gegen die Alamannen vor. Von Bedeutung war daneben der germanische Heermeister Flavius Merobaudes, der später maßgeblich an der Ausrufung von Valentinians Sohn Valentinian II. zum Kaiser beteiligt war. Als schließlich 372 in Africa eine Rebellion unter Führung des Firmus ausbrach, schlug Flavius Theodosius auch diese nieder. Der Aufstand war jedoch sicherlich ein Warnsignal für Valentinian, denn auch römische Truppen hatten sich den Aufständischen angeschlossen. Die Provinz hatte seit längerer Zeit mit Überfällen von Stämmen wie den Austorianern zu kämpfen; Valentinian hatte nicht die Mittel oder die Zeit gehabt, sich vorher um diese ökonomisch sehr wichtige Provinz zu kümmern, da seine ganze Aufmerksamkeit der Rheingrenze galt. Tod und Nachfolge Valentinian besetzte Gebiete der verbündeten Quaden und Sarmaten und trieb dort den Ausbau von Militärbasen – insbesondere der Großfestung Göd-Bócsaújtelep – voran,[4] was durch die Mitschuld seines Oberbefehlshabers in der Provinz Valeria, dem Dux Marcellianus,[5] letztendlich zum Krieg von 374 führte. Ab Juni 374 griff Valentinian persönlich in die Kämpfe der über die Donau nach Pannonien vorstoßenden Quaden und Sarmaten ein. Zwar konnten die Römer einen großen Sieg erringen, doch der Limes Sarmatiae, dessen Erbauung schon die Vorgänger Valentinians vorangetrieben hatten, wurde aufgegeben. Damit kam es auch zum vorzeitigen Ende des Bauvorhabens in Göd-Bócsaújtelep.[6] Valentinian hatte sein Hauptquartier im Legionslager Brigetio (heute Komárom-Szőny) aufgeschlagen, wo er während der Friedensverhandlungen mit den Quaden starb. Todesursache war vermutlich ein Schlaganfall, der von einem heftigen Wutausbruch des Kaisers ausgelöst wurde. Man sagte, dass das unverschämte Verhalten germanischer Unterhändler den Schlaganfall ausgelöst habe; diese hätten behauptet, der Bau des kaiserlichen Außenpostens auf ihrer Uferseite sei Grund genug für sie gewesen, die Römer anzugreifen. Über diese Aussage soll der Kaiser derart in Zorn geraten sein, dass er kollabierte. Beweisbar ist diese Vermutung jedoch nicht und als Todesursache kommt auch eine Infektionskrankheit in Frage.[7] Valentinian starb am 17. November 375 nach mehrstündigem Todeskampf. Sein Leichnam wurde nach Konstantinopel gebracht und dort beigesetzt.[8] Die von Valentinian begründete Dynastie sollte im Westen bis zum Tod seines Sohnes Valentinian II. im Jahre 392, im Osten bis zum Tode seines Bruders Valens in der Schlacht von Adrianopel 378 andauern. Im weiteren Sinne bestand die Herrschaft seiner Nachkommen sogar bis 455 fort: Kaiser Theodosius I., der Sohn des Flavius Theodosius, heiratete in zweiter Ehe Valentinians Tochter Galla und begründete damit die letzte Dynastie im Westen des Imperiums, die mitunter auch als valentinianisch-theodosianische Dynastie bezeichnet wird. Denn aus der Ehe zwischen Theodosius und Galla ging die Tochter Galla Placidia hervor, welche die Halbschwester der Kaiser Arcadius und Honorius (395 bis 423), Gattin des Kaisers Constantius III. und Mutter des Kaisers Valentinian III. (425 bis 455), eines Urenkels Valentinians I., war. Der kurzzeitige Kaiser Olybrius (472) war mit einer Tochter Valentinians III. verheiratet, und der Vandalenkönig Hilderich (523 bis 530) war ein Ur-Ur-Urenkel Valentinians I. Bewertung In den Quellen (vor allem Ammianus Marcellinus und Zosimos) wurde Valentinians Kompetenz als hoch eingeschätzt; dem folgt die moderne Forschung in weiten Teilen. Besonders im militärischen Bereich erreichte Valentinian Beachtliches, vor allem angesichts der Lage des Imperiums nach der Regierungszeit Julians und Jovians, die von der Katastrophe des gescheiterten Perserkriegs überschattet gewesen war. Valentinian stabilisierte die Rheingrenze und errang mehrere Siege über die Germanen. Valentinians Charakter soll oft harte Züge offenbart haben, zumal er eine eher geringe Bildung genossen hatte; dennoch soll er sich durchaus für Kultur interessiert haben (siehe auch Ausonius). Innenpolitisch hatte er zum Senat von Rom, der dem Kaiser seine Abwesenheit verübelte, ein eher schlechtes Verhältnis, mischte sich aber auch nicht in religiöse Fragen ein und scheint, wie erwähnt, tolerant gegenüber dem Heidentum gewesen zu sein. | (Römer), Kaiser Valentinian I. (I24271)
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| 5462 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Valentinian_II. Valentinian II. (* Herbst 371 wohl in Augusta Treverorum, heute Trier; † 15. Mai 392 in Vienne), eigentlich Flavius Valentinianus, war von 375 bis zu seinem Tod römischer Kaiser im Westen, bis zu dessen Tod als Mitkaiser seines Halbbruders Gratian. Seine Regierungszeit stellt eine Besonderheit dar, denn Valentinian II. kam bereits in sehr jungem Alter auf den Kaiserthron. Dadurch hebt er sich von den meisten Kaisern ab, welche seit der so genannten Reichskrise des 3. Jahrhunderts regiert hatten, die zumeist erfahrene Generäle waren: Zwar war es bereits seit längerem üblich geworden, leibliche Söhne von Augusti bereits im Kindesalter mit kaiserlichen Würden auszustatten, um die Nachfolge zu regeln; so war etwa Commodus im Alter von fünf Jahren zum Caesar erhoben worden. Doch Valentinian II. war der erste dieser Kinderkaiser, der nominell tatsächlich einem eigenen Hof vorstand und einen eigenen Reichsteil regieren sollte. Möglich wurde dies angesichts der gewachsenen Bedeutung des dynastischen Denkens für die Nachfolge im römischen Kaisertum. Man kann die Kaisererhebung Valentinians als Vorspiel auf das 5. Jahrhundert verstehen, in welchem Kaisersöhne wie Honorius, Theodosius II. und Valentinian III. ebenfalls sehr jung auf den Thron gelangten und daher von ihren Verwandten, Beratern und Generälen kontrolliert wurden. Leben Augustus des Westens Valentinian II. wurde im Alter von vier Jahren 375 nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Valentinian I. von den Truppen in Aquincum zum Augustus (Kaiser) im Westen des Imperium Romanum ausgerufen. Seine Kaisererhebung wurde offenbar maßgeblich vom germanischen Heermeister (magister militum) Merobaudes betrieben.[1] Valentinians 17-jähriger Halbbruder Gratian, der schon acht Jahre zuvor von seinem Vater zum Augustus erhoben worden war, stimmte ihr ebenso wie sein Onkel, der nun dienstälteste Kaiser (senior Augustus) Valens, der im Osten des Reiches residierte, schließlich zu. Das Reich wurde nominell zwischen den drei Augusti geteilt (blieb aber staatsrechtlich eine Einheit). Gratian bekam die transalpinen Provinzen, während Valentinian Italien, Teile von Illyrien und Africa zugesprochen wurden und Valens für den Osten zuständig blieb. Freilich konnte Valentinian, der in Mailand residierte, aufgrund seines Alters nicht eigenständig regieren, so dass Gratian de facto weiterhin den ganzen Westteil des Reiches beherrschte. Nach dem gewaltsamen Tod des Valens in der Schlacht von Adrianopel im Juli 378 wurde das Kaiserkollegium Anfang 379 um Theodosius I. erweitert, den Gratian als Nachfolger seines Onkels Valens zum Kaiser im Osten ernannte, um einer Usurpation zuvorzukommen. Justina und Ambrosius Valentinian, wenngleich als römischer Kaiser grundsätzlich juristisch mündig, stand lange faktisch unter der Vormundschaft seines Halbbruders Gratian, vor allem aber unter dem Einfluss seiner Mutter Justina, die ihn bis zu ihrem Tod um 388 dominierte. Justina war Arianerin (Homöerin) und stand damit im Gegensatz zu dem in Mailand äußerst mächtigen und populären katholischen Bischof Ambrosius, einem weiteren wichtigen Ratgeber des Kaisers (siehe auch Streit um den Victoriaaltar im Jahr 384).[2] Ein dritter wesentlicher Berater des Kaisers war neben Justina der fränkische Heermeister Bauto († um 385). Ambrosius widersetzte sich immer häufiger den Anordnungen Valentinians, vor allem in Bezug auf dessen Toleranzedikt zugunsten der Arianer, was schließlich in dem erstmals geäußerten Anspruch der Kirche gipfelte, auch über Kaiser richten zu dürfen: 385/386 kam es erneut zum Konflikt mit Ambrosius. Auf Wunsch Justinas sollte die vor den Toren Mailands gelegene Basilica Portiana zu einer Kirche für die Arianer gemacht werden; dies wäre formal im Einklang mit den Gesetzen gewesen, die arianische Kirchen lediglich innerhalb der Städte verboten. Ambrosius aber verweigerte dies und ließ sowohl die Basilica Portiana als auch die große Basilica nova intramurana im Stadtzentrum von einer gewaltbereiten Menge besetzen, die sich den kaiserlichen Beauftragten entgegenstellten. Ambrosius schrieb dem Kaiser einen Brief, in dem er formulierte, die letzte Entscheidung liege grundsätzlich beim Bischof. Im letzten Moment rief der Kaiser seine Soldaten zurück und verließ Mailand in Richtung Aquileia. Im Juni 386 behauptete Ambrosius überdies, die Gebeine der Märtyrer Gervasius und Protasius entdeckt zu haben. Durch dieses angebliche Wunder wurde der Bischof endgültig unangreifbar; Valentinian II. und Justina mussten klein beigeben. Angesichts dieser offensichtlichen Schwäche griff wenig später Magnus Maximus (siehe unten) offen in die Kirchenpolitik im Reichsteil des Valentinian ein. Magnus Maximus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Im Jahr 383 brach bei den römischen Truppen in Britannien ein Aufstand aus. Ihr Kommandeur Magnus Maximus wurde schließlich von der Armee in Britannien, Belgien, Germania prima und Germania secunda zum Augustus ausgerufen. Gratian zog dem Usurpator entgegen, doch ließen ihn seine Truppen im Stich und liefen zu Magnus Maximus über. Gratian wurde kurz darauf in Lyon ermordet. Maximus wählte als Residenz Trier und wurde vorläufig von Theodosius I., dem Kaiser im Osten und Ehemann von Valentinians Schwester Galla, anerkannt. Zunächst beschränkte er sich auf den einstigen Reichsteil Gratians, doch im Jahr 387 überschritt Magnus Maximus doch die Alpen und marschierte auf Mailand zu. Valentinian und seine Mutter flohen nach Thessalonike zu Theodosius I. Dieser setzte Valentinian wieder ein, nachdem er Maximus in zwei Schlachten geschlagen und kurz darauf hingerichtet hatte. Tod und Nachfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Valentinian selbst residierte seit 389 in Trier und Vienne, doch gelang es ihm auch jetzt nicht, eine selbstständige Regierungstätigkeit auszuüben, obwohl er nun formal der senior Augustus, der dienstälteste Kaiser, war. Das war vor allem der mächtigen Stellung des fränkischen Heermeisters Arbogast geschuldet, der faktisch den Westen regierte, wohl gedeckt von Theodosius. Der hatte ein Interesse daran, den jüngeren, ihm formal aber übergeordneten Valentinian unter Kontrolle zu halten. Arbogast soll schließlich sogar einen Freund Valentinians, der ihm öffentlich widersprochen hatte, vor den Augen des Kaisers ermordet haben. Als Valentinian Arbogast ein Entlassungsschreiben übergab, zerriss Arbogast es, denn da nicht er, sondern Theodosius ihn eingesetzt habe, könne ihn auch nur der entlassen: „Weder hast du mir die Macht gegeben, noch kannst du sie mir nehmen.“[3] Arbogast gelang allerdings die Sicherung der römischen Grenze gegen die Franken, die schon 388 plündernd in Gallien eingefallen waren und eine römische Strafexpedition vernichtet hatten; das geht aus dem Bericht des Sulpicius Alexander hervor, der im Geschichtswerk des Gregor von Tours erhalten ist (siehe auch Marcomer).[4] Valentinian, dessen Charakter in den Quellen gelobt wird, der aber schwer unter der Bevormundung Arbogasts gelitten haben muss, wurde am 15. Mai 392 erhängt in seinem Palast in Vienne aufgefunden.[5] Die Umstände seines Todes sind nicht vollkommen klar: Nach Aussage mehrerer Quellen wurde er auf Veranlassung Arbogasts heimlich ermordet; es hieß, er sei beim Baden erdrosselt worden. Da es diesen Autoren aber vielfach darum ging, Theodosius I. positiv und als Rächer Valentinians darzustellen, ist große Vorsicht geboten: Wahrscheinlich beging der junge Kaiser aufgrund seiner Machtlosigkeit Selbstmord. Auch in diesem Fall wäre Arbogast natürlich eine indirekte Schuld kaum abzusprechen. Da nicht erkennbar ist, welchen Vorteil sich der Heermeister vom Tod Valentinians hätte versprechen können, ist diese Lesart nach Ansicht der meisten Althistoriker deutlich plausibler.[6] Dafür, dass der Kaiser nicht ermordet wurde, spricht überdies die anschließende monatelange Thronvakanz: Hätte man Valentinian getötet, so hätte man wohl bereits einen unmittelbaren Nachfolger zur Hand gehabt.[7] Arbogast bat Theodosius jedenfalls um die Erhebung oder Entsendung eines neuen Augustus für den Westen. Doch Theodosius, der vielleicht keinen seiner beiden jungen Söhne in die Hände des Heermeisters fallen lassen wollte, blieb drei Monate tatenlos. Im August ließ Arbogast daher den Rhetor Eugenius von den Truppen zum Kaiser ausrufen. Der war ein eher toleranter Christ und verständigte sich, nachdem Annäherungsversuche an Ambrosius von Mailand gescheitert waren, bald mit den heidnisch-senatorischen Kreisen um Virius Nicomachus Flavianus, einen prononcierten Heiden, wenngleich auffällt, dass sich mehrere prominente Heiden, darunter Quintus Aurelius Symmachus, sehr zurückhaltend verhielten. Es kam zu einem letzten Aufbäumen des Heidentums im Westen, das in Rom im folgenden Jahr dazu führte, dass die Tempel wieder geöffnet wurden. Die moderne Forschung misst dem religiösen Aspekt der Auseinandersetzung allerdings zumeist keine große Bedeutung mehr bei, da auf beiden Seiten Christen und Heiden standen. Die militärische Reaktion des Theodosius erstickte die vorsichtige heidnische Restauration aber bald: Theodosius erließ Gesetze, die das Heidentum endgültig reichsweit verbieten sollten. 394 besiegte er Eugenius in der Schlacht am Frigidus; sowohl Eugenius als auch Arbogast verloren in diesem Zusammenhang ihr Leben, das Imperium war daraufhin zum letzten Mal (und nur kurzzeitig) wieder unter der Herrschaft eines einzigen Kaisers vereint (auch wenn es formal drei Augusti gab, nämlich neben Theodosius auch seine beiden Söhne).[8] | (Römer), Kaiser Valentinian II. (I24273)
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| 5463 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Valentinian_III. Valentinian III. (* 2. Juli 419 in Ravenna; † 16. März 455 in Rom), mit vollständigem Namen Flavius Placid(i)us Valentinianus, war von 425 bis 455 Kaiser des Weströmischen Reiches. Er stand während seiner Regierungszeit lange unter dem Einfluss seiner Mutter Galla Placidia und des mächtigen Heermeisters Flavius Aëtius. Kindheit und Jugend Valentinian war der einzige Sohn des Heermeisters und kurzzeitigen Kaisers Constantius III. und der Galla Placidia, der Tochter von Theodosius I. und Enkelin Kaiser Valentinians I. Noch zu Lebzeiten seines Onkels Honorius wurde er bald nach der Geburt von diesem zum nobilissimus ernannt. Als Constantius 421 starb, kam es zum Konflikt zwischen Honorius und Galla Placidia, die schließlich mit ihren beiden Kindern an den oströmischen Hof floh. Valentinian verlor dort zunächst den Titel nobilissimus, wurde dann aber am 23. Oktober 424 in Thessaloniki im Namen seines Vetters Theodosius II., des Kaisers des Ostens, zum Caesar erhoben. Theodosius stattete ihn mit Truppen aus und schickte ihn nach Italien, wo er nach einem kurzen Krieg gegen den Usurpator Johannes, der nach Honorius’ Tod den Thron bestiegen hatte, am 23. Oktober 425 in Rom zum Augustus des Westens ausgerufen wurde. Theodosius II. sandte eigens seinen magister officiorum Helio nach Italien, um die Kaiserkrönung vorzunehmen. Valentinian nannte sich fortan Imperator Caesar Flavius Valentinianus Augustus. Da er erst sechs Jahre alt war, als er Kaiser wurde, stand er während der Zeit seiner faktischen Unmündigkeit (rechtlich war ein römischer Kaiser auch als Minderjähriger rechtsfähig) unter der Vormundschaft seiner Mutter, die zunächst vom Heermeister Felix und dem comes Africae Bonifatius unterstützt wurde, dann ab 433 endgültig unter dem Einfluss des ehrgeizigen Heermeisters Aëtius, der seine Konkurrenten Felix und Bonifatius hatte ausschalten können. 437 heiratete Valentinian Licinia Eudoxia (* 422; † 493), die Tochter seines Vetters Theodosius II. und der Aelia Eudocia. Seit 440 residierte er als erster Kaiser seit Maxentius wieder häufiger in Rom statt in Ravenna. Politik Bereits seit dem ausgehenden 4. Jahrhundert war Westrom zunehmend von Militärs wie Stilicho und Flavius Constantius kontrolliert worden; dies wurde durch den Umstand erleichtert, dass die Kaiser Valentinian II., Honorius und eben Valentinian III. jeweils noch Kinder waren, als sie den Thron bestiegen. Die Position des starken Mannes hinter dem Thron war begehrt und umkämpft; in diesem Wettstreit setzten sich zunehmend Generäle gegenüber Angehörigen der zivilen Administration durch. Sie bestimmten die weströmische Politik. Valentinians Regierungszeit war dabei gekennzeichnet durch eine weitere Erosion der kaiserlichen Autorität und, damit zusammenhängend, den Zerfall des Weströmischen Reichs im Zuge der so genannten Völkerwanderung. Innere Machtkämpfe schwächten das Reich, und barbarische Kriegerverbände nutzten dies aus. Bonifatius soll im Zuge der Rivalität mit Aëtius 429 die Vandalen unter Geiserich zur Hilfe gerufen haben. Diese Behauptung der Quellen wird in der modernen Forschung jedoch meist sehr skeptisch betrachtet, da diese Nachricht nur auf Prokopios von Caesarea und Jordanes zurückgeht, aber nicht in zeitgenössischen Quellen erwähnt wird. Denkbar ist aber, dass Bonifatius die Vandalen ursprünglich als foederati ins Land gerufen hatte, wo diese aber anschließend rebellierten. Die jedenfalls darauffolgende Reichsbildung der Vandalen, begünstigt durch die geringe römische Truppenstärke, umfasste bald die ganze Provinz Africa. Der oströmische General Aspar konnte ihrer Expansion zwar um 434 noch einmal Einhalt gebieten, und 435 schlossen sie (erneut?) ein foedus mit Valentinian III., doch 439 gelang ihnen die Einnahme Karthagos, was für Westrom eine Katastrophe bedeutete: Sizilien wurde verwüstet und Städte an der Westküste des Mittelmeeres von der vandalischen Flotte angegriffen. 441 scheiterte ein (ost-)römischer Gegenangriff, und 442 erhielt Geiserich die Provinz Africa, die nur formal Teil des Römischen Reiches blieb, in einem neuen foedus auch offiziell zugesprochen. Fortan kontrollierten die Vandalen die Getreideversorgung Italiens, das fast ganz von afrikanischem Korn abhing. Hinzu kam, dass dem Reich immer mehr die Kontrolle über große Teile Hispaniens an die Sueben (und später die Westgoten) entglitt. Einzig in Gallien konnte das Reich durchaus noch aktiv werden. Aëtius sorgte dafür, dass dieser Reichsteil wenigstens zu seinen Lebzeiten nicht verloren ging. De facto beherrschten die Römer in Nordgallien jedoch nur die größeren Städte. Unterdessen plünderten die Franken Trier, Reims und Bonn, und föderierte Angelsachsen begannen um 440, Britannien unter ihre Kontrolle zu bringen. Aëtius konnte vor allem aufgrund seiner lange Zeit guten Beziehungen zu den Hunnen und durch das geschickte Ausspielen germanischer Gruppen gegeneinander über mehrere Jahre einen militärischen Zusammenbruch Westroms verhindern und sicherte so zugleich seine eigene dominante Stellung am Kaiserhof. Er, nicht Valentinian, lenkte die Geschicke des Reiches. 450 allerdings kam es zum Konflikt mit den Hunnen unter Attila, der angeblich von einer Hofpartei um Honoria, der Schwester Valentinians III., gegen Aëtius zu Hilfe gerufen worden war. Zwar errang Aëtius 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern einen taktischen Sieg über Attila und seine Verbündeten, doch wurde dieser mit enormen Verlusten unter den ravennatischen Truppen erkauft und hielt Attila zudem nicht von einer Invasion Norditaliens im folgenden Jahr ab. Erst mit dem Tod Attilas 453 brach der militärische Druck durch die Hunnen zusammen. Weitere Feldzüge hatte Aëtius bereits vor 450 gegen die Westgoten in Südgallien, mit denen um 440 ein Friedensabkommen geschlossen wurde, und gegen die Burgunden am Rhein geführt, die weite Teile der Provinz Gallia Belgica erobert hatten. Dieser Kriegerverband wurde 436 mit Hilfe hunnischer Söldner vernichtend geschlagen und 443 im späteren Savoyen angesiedelt. Das Verhältnis zur östlichen Reichshälfte war zunächst gut, da Valentinians Kaisertum seinem Vetter Theodosius II. zu verdanken war. 437 besuchte der Westkaiser Konstantinopel, um der Schwiegersohn seines Cousins zu werden. Das seit vier Jahrzehnten zwischen den beiden Kaiserhöfen umstrittene Illyricum trat er bei dieser Gelegenheit an den Osten ab. Gemeinsam gaben beide Augusti eine Gesetzessammlung in Auftrag, den Codex Theodosianus, der für das Gesamtreich Geltung haben sollte und 438 in Kraft gesetzt wurde. Als Theodosius II. aber 450 ohne leiblichen Erben starb und man in Konstantinopel eigenständig den nicht mit dem Kaiserhaus verwandten Militär Markian zum neuen Augustus erhob, ohne Valentinian zu konsultieren, reagierte dieser mit Empörung und weigerte sich zwei Jahre lang, den neuen Ostkaiser anzuerkennen. Wohl erst im Zusammenhang mit dem hunnischen Angriff auf Italien 452 akzeptierte Valentinian Markian offiziell als seinen Herrscherkollegen; doch laut dem zeitgenössischen Geschichtsschreiber Priskos (Fragment 30) warf er noch 454 Aëtius vor, dieser habe ihn gegen seinen Willen genötigt, den Usurpator im Osten nicht zu bekriegen. Der Mord an Aëtius und Valentinians Ende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Mit dem Schrumpfen der weströmischen Macht wurde die Abgabenlast mehr und mehr untragbar und die Loyalität der verbliebenen Provinzen stark geschwächt: dem Westreich gingen die Mittel aus, um die notwendigen Truppen zu finanzieren. Dies führte zum Verlust weiterer Gebiete und damit wiederum zu weiter schrumpfenden Einnahmen. Ravenna war auch nach 440 Valentinians Hauptresidenz, aber über ein Viertel seiner langen Regierungszeit verbrachte er in Rom. Unterdessen hatte sich Westrom zusehends in ein vom Militär beherrschtes Staatswesen verwandelt, in dem die zivile Verwaltung, und mit ihr der Kaiser, zunehmend machtlos war. Aëtius herrschte faktisch als Militärdiktator, und nach Attilas Tod schien es niemanden mehr zu geben, der ihm noch gefährlich werden konnte. Valentinian III. scheint sich mit diesem Zustand nicht abgefunden zu haben. Nachdem Attila 453 gestorben war, schien dem Kaiser offenbar der Moment gekommen, sich seines übermächtigen Heermeisters zu entledigen. Im September 454 wurde Aëtius, dessen Sohn nun Valentinians Tochter Eudocia heiraten und somit familiär mit dem Kaiserhaus verbunden werden sollte, während einer Audienz von Valentinian auf dem Palatin in Rom ermordet – laut den Zeitgenossen Hydatius von Aquae Flaviae und Priskos eigenhändig: Als Aëtius gerade die Finanzlage erläuterte und die Steuereinnahmen vorrechnete, sprang Valentinian mit einem Schrei auf einmal von seinem Thron auf und brüllte, er werde es nicht länger ertragen, durch derlei Betrügereien beleidigt zu werden. Er behauptete, Aëtius wolle ihn, indem er ihm die Schuld an den Problemen zuschob, nun auch um die Herrschaft im Westen bringen, wie er es bereits mit dem Osten getan habe; denn nur wegen Aëtius habe er damals darauf verzichtet, dort Markian vom Thron zu entfernen. Während Aëtius angesichts dieses Ausbruchs noch wie gelähmt dastand und nur versuchte, diesen unvernünftigen Anfall zu dämpfen, zog Valentinian bereits sein Schwert aus der Scheide und stürzte sich gemeinsam mit Heraclius, der eine Axt unter seinem Umhang verborgen hatte (denn er war der oberste Eunuch), auf ihn (…). Nachdem er Aëtius erschlagen hatte, tötete Valentinian auch den Präfekten Boethius, der hoch in Aëtius’ Gunst gestanden hatte. Er ließ ihre Leichen unbestattet auf dem Forum präsentieren und berief unverzüglich den Senat ein, wo er gegen beide Männer schwere Vorwürfe erhob, da er fürchtete, es könne wegen Aëtius zu einer Revolte kommen (Priskos, Fragment 30,1 in der Edition von Roger C. Blockley). Der Kaiser sah offenbar keinen anderen Ausweg: Seine Mittel genügten nicht mehr, um den übermächtigen Heermeister auf legalem Weg aus dem Verkehr zu ziehen. Anschließend übernahm er selbst den Oberbefehl über die Truppen und versuchte, das Ansehen des Kaisertums wiederherzustellen. Doch konnte Valentinian aus der Ermordung des magister militum, mit dem gemeinsam der praefectus praetorio Boethius (der Großvater des gleichnamigen Philosophen) den Tod fand, langfristig keinen Gewinn ziehen, im Gegenteil: Am 16. März des folgenden Jahres wurde der Kaiser zusammen mit Heraclius durch zwei ehemalige Gefolgsleute des Aëtius erschlagen, als er in Rom einer Truppenübung beiwohnen wollte. Niemand aus seiner Garde schritt ein, um ihn zu verteidigen. Nach dem Tod Valentinians wurde seine Gemahlin Licinia Eudoxia zur Ehe mit dem Senator und Usurpator Petronius Maximus in Rom gezwungen. Angeblich sollen daraufhin die Vandalen unter Geiserich von der Witwe Valentinians herbeigerufen worden sein; ob dies zutrifft, ist aber umstritten. Politisch gab es genügend andere Gründe für ein Eingreifen des Vandalenkönigs Geiserich, da sich nach dem Tod Valentinians die zuvor guten Beziehungen zwischen Westrom und Karthago erheblich verschlechtert hatten und Italien zudem von Truppen weitgehend entblößt und daher schutzlos war. Die Vandalen überfielen noch 455 die Stadt Rom, wobei Petronius Maximus den Tod fand, und brachten Licinia Eudoxia und ihre beiden Töchter, Eudocia und Placidia, nach Africa. Eudocia (* 439; † 471/72) war seit 442 mit Geiserichs Sohn Hunerich (* 430/440?; † 484) verlobt, den sie 455 oder 456 heiratete. Placidia heiratete spätestens 454 den Senator Olybrius, der 472 kurzzeitig selbst weströmischer Kaiser war. Moderne Bewertung Valentinian fehlte zwar, wie sich 454 zeigte, nicht grundsätzlich die Kraft, das Reich in dieser Krisenzeit zu regieren, aber es gelang ihm nie wirklich, sich von seiner Umgebung zu emanzipieren, wobei seine Person als typisch für die zumeist schwachen spätantiken Kaiser des Westens seit Honorius gelten muss: Wie stark er selbst handelnd in die Regierungsgeschäfte eingriff, ist völlig unklar. Als er sich schließlich 454 durch den Mord an Aëtius zu emanzipieren versuchte, resultierte dies in seinem eigenen Tod, einer weiteren Schwächung des Kaisertums und einem weiteren Bürgerkrieg. Andererseits war seine formal 30-jährige Regierungszeit eine der längsten im römischen Kaiserreich, ebenso wie die seiner Dynastie, die auf Valentinian I. (364 bis 375) zurückging. Mit dem Ende dieser Dynastie verlor der weströmische Reichsteil rasant an Stabilität. Dass es Valentinian III. nicht gelang, die Autorität und Handlungsfähigkeit des westlichen Augustus gegenüber dem Militär wiederherzustellen, hatte weitreichende Konsequenzen: Den folgenden Kaisern, unter denen einige durchaus tatkräftige Gestalten wie Majorian und Anthemius waren, gelang es nicht mehr, sich dauerhaft auf dem Thron zu etablieren. Das Erbe des Aëtius als patricius und Reichsfeldherr trat 456 Ricimer an, der bis zu seinem Tod 472 der starke Mann im zerfallenden Westreich bleiben sollte, der den Kaisern seinen Willen aufzwang und sie mitunter sogar töten ließ. | (Römer), Kaiser Valentinian III. (I24198)
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| 5464 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Verina Aelia Verina (* 432; † 484) war die Ehefrau des byzantinischen Kaisers Leo I. Durch ihre Tochter Ariadne war Verina die Schwiegermutter des Kaisers Zenon. Über ihre Herkunft ist nichts bekannt. Sie unterstützte schon ihren Schwiegersohn, als der junge Kaiser Leo II., dessen Sohn und ihr Enkel, noch lebte, wandte sich aber nach dessen Tod 474 gegen ihn. Gemeinsam mit ihrem Liebhaber Patricius, ihrem Bruder Basiliskos, dem Isauriergeneral Illus und dem General Theoderich Strabo verschwor sie sich gegen Zenon und zwang ihn 475 zur Flucht aus Konstantinopel. Basiliskos wurde kurze Zeit Kaiser, bis Verina 476 mit Zenon wieder Frieden schloss. Nun wandte sich Verina gegen Illus, der die Verschwörung entdeckte und sie mit Zenons Zustimmung ins Gefängnis warf. Dies wiederum führte zu einem Aufstand ihres Schwiegersohnes Markian, eines Enkels des gleichnamigen Kaisers, in dem dieser aber unterlag. Der jüngere Markian ging danach ins Exil. 483 forderte Zenon Illus auf, Verina freizulassen, woraufhin Illus sich mit Verina verbündete (wohl aufgrund der Sympathien des Kaisers für die Monophysiten) und einen General Leontius zum Kaiser erhob, den Zenon aber ebenfalls schlug. Illus und Verina flohen nach Isaurien, wo sie 484 starb. | (Römerin), Aelia Verina (I24231)
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| 5465 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Wisigarde Aus dem Leben Wisigardes sind nur wenige Daten von Gregor von Tours überliefert.[1] Sie wurde als Tochter von König Wacho am Langobardenhof an der mittleren Donau geboren. Als erwachsene Frau ehelichte sie nach einer ungewöhnlich langen Verlobungszeit von sieben Jahren den austrischen König Theudebert I. und kam an den merowingischen Königshof nach Köln. Die Verlobung war aus politischen Gründen von Theuderich I. um 531 arrangiert worden, kam aber aufgrund einer Liaison zwischen Theudebert und einer Romanin namens Deoteria erst 537/538 zustande. Nur kurze Zeit nach der Hochzeit verstarb Wisigarde. | (Lethinger), Königin Wisigarde (I24045)
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| 5466 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Witichis Witichis, der nicht aus dem Königshaus der Amaler stammte, aber über militärische Erfahrung verfügte, führte die Ostgoten im Verteidigungskrieg gegen die oströmischen Truppen Kaiser Justinians an. Witichis war nach dem Sturz des Theodahad zum König ausgerufen worden, obwohl er nicht dem Königshaus der Amaler angehörte; allerdings heiratete er daraufhin Matasuentha aus dem Haus der Amaler. Ursprünglich königlicher Leibwächter, war er seit 530 als erfolgreicher Heerführer hervorgetreten. Seine Abwehrmaßnahmen gegen die kaiserlichen Truppen unter Belisar waren zunächst erfolgreich, allerdings scheiterte er blutig bei dem Versuch, das von oströmischen Truppen besetzte Rom einzunehmen. Als die Lage für die Goten immer aussichtsloser wurde, soll Witichis Prokopios von Caesarea zufolge eine Geheimgesandtschaft nach Persien geschickt haben, um die Sassaniden zum Angriff auf die römischen Ostprovinzen zu überreden. Der Großkönig Chosrau I. griff dann 540 auch tatsächlich Ostrom an, doch kam diese Entlastung für Witichis zu spät. Nachdem er sich in Ravenna verschanzt hatte, konnte der kaiserliche Heermeister Belisar im Frühjahr 540 kampflos in die Stadt einrücken. Der König fiel in die Hände der Byzantiner. Laut dem Zeitzeugen Prokopios hatte er zuvor dem Ansinnen gotischer Adliger zugestimmt, Belisar die Kaiserwürde des Westens anzutragen. Witichis wurde nach Konstantinopel gebracht und dort sehr ehrenvoll behandelt. Justinian I. ernannte ihn zum patricius und stattete ihn mit einer großzügigen Pension aus. Damit endete die erste Phase des Gotenkriegs. Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Witichis ist eine Hauptperson von Felix Dahns Roman Ein Kampf um Rom.[1] In dem Historienfilm Kampf um Rom wird Witichis von Florin Piersic dargestellt. Bisweilen wird spekulativ Witichis als Vorbild des Wittich in der Sage von Dietrich von Bern erwogen. | (Ostgoten), Witichis (I24174)
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| 5467 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Zenon_(Kaiser) Zenon, griechisch Ζήνων, lateinisch Flavius Zeno, († 9. April 491), war vom 29. Januar 474 bis zu seinem Tod (ost-)römischer Kaiser. Als Alleinherrscher regierte er ab (17.?) November 474, unterbrochen von einem 20-monatigen Exil Januar 475 bis August 476. Volksaufstände und religiöse Flügelkämpfe prägten seine Regierungszeit, doch unter großen Schwierigkeiten gelang ihm eine Stabilisierung des römischen Ostens. Außenpolitisch war er recht erfolgreich und konnte Frieden mit den Sassaniden halten. In seine Regierungszeit fiel die Abschaffung des weströmischen Kaisertums (476 bzw. 480), womit Zenon de iure zum alleinigen Kaiser im Imperium Romanum wurde. Die frühen Jahre bis zur Thronbesteigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Tarasicodissa (oder Trascalissaeus), wie er vor seiner Regierung genannt wurde, war ein Mitglied des Stammes der Isaurier, der in Isaurien im südwestanatolischen Bergland lebte. Die Römer betrachteten dieses „wilde Bergvolk“ als Barbaren, obwohl sie seit über zwei Jahrhunderten bereits das römische Bürgerrecht besaßen und Reichsangehörige des Imperium Romanum waren. Die häufig zu findende Behauptung, Tarasicodissa sei ein isaurischer „Häuptling“ gewesen, ist eine Annahme der modernen Forschung, die keinerlei Rückhalt in den Quellen hat (Croke 2005). Vielmehr dürfte er einer von vielen römischen Soldaten isaurischer Herkunft gewesen sein, die damals den oströmischen Kaisern dienten. Bereits sein Vater Flavius Zeno war hoch aufgestiegen und hatte 448 sogar das Consulat bekleidet. Dem oströmischen Kaiser Leo I. fiel Tarasicodissa auf, als er 466 Papiere vorlegte, die Ardaburius, den Sohn des mächtigen Heermeisters Aspar des Hochverrats verdächtig machten. Um sich unabhängiger von Aspar zu machen, setzte der Kaiser nun auf Tarasicodissa als Gegengewicht und leitete langsam die Entmachtung des magister militum ein, dem er ursprünglich seinen Thron verdankte. Zwei Jahre später galt Tarasicodissa, der sich nun Zenon nannte (nach seinem Vater oder einem anderen Isaurier, der um 440 hohe Ämter bekleidet hatte), bereits als der fähigste General Leos. Während er einen erfolgreichen Feldzug in Thrakien geführt haben soll (bei dem er knapp einem Mordanschlag entging), versenkten seine innenpolitischen Widersacher 468 beinahe die gesamte Flotte des Reiches im Kampf mit den Vandalen, als West- und Ostrom gemeinsam vergeblich versuchten, die afrikanischen Provinzen zurückzuerobern. Leo ließ 471 Aspar beseitigen, und als Tarasicodissa in die Hauptstadt zurückkehrte, wurde er zum magister militum ernannt. Zusätzlich durfte er Leos Tochter Ariadne heiraten. Auch wenn Leo dies alles wohl nur zur Absicherung der Beziehungen zum neuen starken Mann geplant hatte, entsprang dieser Verbindung ein Sohn, der als Leo II. seinem Großvater 474 nachfolgte. Eine Kaisererhebung Zenons scheint Leo I. auf Druck der Bevölkerung, die Zenons Rechtgläubigkeit bezweifelte, verweigert zu haben. Um größere Akzeptanz bei den römischen Eliten und mehr Rückhalt in der größtenteils griechischen Bevölkerung des östlichen Reiches zu erhalten, nahm Tarasicodissa nun auch offiziell den griechischen Namen Zenon (lateinisch Zeno) an. Ob er tatsächlich, wie die ältere Forschung annahm, Anführer einer „isaurischen Partei“ in Konstantinopel war, wird inzwischen bezweifelt. Zenon führte die oströmischen Armeen als General angeblich von Erfolg zu Erfolg: Er vertrieb die Vandalen unter König Geiserich aus Epirus und verjagte die Hunnen und Gepiden aus den Gebieten südlich der Donau – wobei unklar ist, wie stark diese Erfolge von der kaiserlichen Propaganda übertrieben wurden. Elf Tage nach dem Tod Leos I. wurde Zenon von seiner Frau Ariadne und der Kaiserwitwe Verina als Augustus zum Mitregenten gekrönt, da der kleine Sohn noch zu jung war. Als Leo II. bereits im November 474 starb, übernahm sein Vater die Alleinherrschaft. Zenon als Kaiser Zenon wurde vom Volk und den Eliten allerdings wegen der fragwürdigen Legitimität seiner Herrschaft nicht akzeptiert; es kam zu Revolten. Seine Schwiegermutter Verina schmiedete angeblich ein Komplott, um ihren Bruder Basiliskos, der 468 der verantwortliche Admiral der gescheiterten Afrikaexpedition gewesen war, auf den Thron zu bringen, was im Januar 475 auch gelang. Basiliskos war der Exponent der traditionellen Aristokratie, die Zenon nie als würdigen Kaiser betrachtet hatte. Zenon und seine ebenfalls unpopulären isaurischen Soldaten mussten Konstantinopel zunächst verlassen und flüchteten nach Antiochia am Orontes in Syrien. Er war gezwungen, die nächsten 20 Monate im Exil auszuharren, und nutzte diese Zeit, um eine Armee aufzubauen. Die Misswirtschaft und die wachsende Unpopularität des Basiliskos bei der Armee ermöglichten es Zenon, im August 476 Konstantinopel ohne Gegenwehr wieder einzunehmen, nachdem im Vorfeld eine weitere Armee unter General Illus zu ihm übergelaufen war und auch Armatus, der Neffe des Basiliskos, die Seiten gewechselt hatte. Basiliskos wurde nach Phrygien oder Kappadokien verbannt, wo er kurz danach umkam. Den Sohn des Armatus, Basiliskos den Jüngeren, erhob Zenon im Herbst 476 unter dem Namen Leo zum Caesar, setzte ihn aber schon im folgenden Jahr wieder ab und steckte ihn ins Priestergewand; Armatus ließ er umbringen. Unmittelbar nach der Restauration seiner Herrschaft war Zenon gezwungen, eine folgenschwere Entscheidung zu treffen: Odoaker, der Befehlshaber der föderierten Truppen Italiens, hatte Romulus Augustulus, den machtlosen letzten Kaiser Westroms (den Basiliskos anerkannt hatte), Anfang September 476 abgesetzt, und bat um Anerkennung als offizieller Vertreter des Kaisers, um fortan als rex Italiae die foederati zu kommandieren und zugleich im Namen Zenons Italien zu regieren. Zenon verwies darauf, dass es noch einen legitimen Westkaiser gebe, nämlich den bereits 475 aus Italien vertriebenen Julius Nepos, an den sich Odoaker wenden solle. Doch zugleich redete er diesen in seiner Antwort als patricius an; dieser Titel hatte sich im Westen in den Jahrzehnten zuvor als Kennzeichen des faktischen Regierungschefs etabliert, wobei umstritten ist, ob Zenon dies bewusst war. 480 starb Julius Nepos in Dalmatien, und Zenon war fortan gesamtrömischer Kaiser. Jedoch schrieb er angesichts der Schwäche seiner eigenen Stellung im Unterschied zu Leo I. die meisten Westgebiete zunächst faktisch ab, als sich Odoaker nach einigen Jahren nicht mehr an die Vereinbarungen hielt: Zenon dürfte wohl der oströmische Kaiser mit dem geringsten Interesse am Westen gewesen sein. Dies entsprach allerdings vor allem einer realistischen Einschätzung der Lage: Der gescheiterte Krieg gegen die Vandalen 468 hatte die oströmische Staatskasse geleert, und angesichts der Bedrohung an mehreren Fronten und durch Rebellionen im Inneren verfügte Zenon schlicht nicht über die notwendigen Ressourcen, um im Westen aktiv zu werden. Ironischerweise führte gerade diese Konzentration auf Ostrom dazu, dass das Reich langfristig die innere Stärke gewann, um später unter Justinian eine (teilweise erfolgreiche) Rückgewinnung der verlorenen Gebiete versuchen zu können. Seit 472 wuchsen die Ostgoten auf dem Balkan zu einer immer stärkeren Bedrohung heran. Ihre rivalisierenden Anführer Theoderich der Große und Theoderich Strabo zwangen Zenon, ihnen hohe Würden zu verleihen, um sie davon abzuhalten, Konstantinopel anzugreifen oder ihren Nutzen aus den dynastischen Wirrnissen um Zenon zu ziehen. Dennoch war Theoderich Strabo an einer weiteren Verschwörung um Verina beteiligt, die, angeführt von seinem Schwager Marcianus, den Tod des Generals Illus zum Ziel hatte. Im Jahre 479 schlug der loyale Illus diese Revolte nieder. Infolge einer Auseinandersetzung um Zenons jüngeren Bruder Flavius Longinus wurde Illus aber 483 zum Staatsfeind erklärt, was dieser mit offener Rebellion und der Ausrufung des Leontius zum Gegenkaiser (484) in Kilikien beantwortete. Der Aufstand wurde erst 488 nach vierjährigem Bürgerkrieg niedergeschlagen, wobei Illus den Tod fand. Seit dem Tod des Theoderich Strabo 481 war Theoderich, der Sohn Thiudimirs, alleiniger Kriegsherr und rex der föderierten Goten und wurde zu einer zunehmenden Bedrohung auf dem Balkan. Zenon entledigte sich dieses Problems, indem er ihn 488 zum patricius ernannte und mit seinen Kriegern zur „Befreiung“ Italiens von der Herrschaft Odoakers ausschickte. Theoderich siegte nach vierjährigem Kampf und baute dort das Ostgotenreich auf, das formal Ostrom unterstellt war (den Sieg über Odoaker hat Zenon nicht mehr erlebt). Denn bei aller Konzentration auf den Osten hielt auch Zenon an der Idee eines geeinten Imperium Romanum fest – auch wenn ein nicht unerheblicher Teil dieses Reiches sich größtenteils unter der „Verwaltung“ romano-barbarischer Kriegsherren (warlords) befand. Eventuell unterhielt Zenon auch intensivere Kontakte in den Westen. Zahlreiche Goldmünzen, die in der Regierungszeit Zenons geprägt wurden, wurden 1653 im Grab des fränkischen rex Childerich I. gefunden, der in den 460er und 470er Jahren in Nordgallien agierte. Es ist möglich, wenngleich letztendlich nicht beweisbar, dass es sich hierbei um oströmische Hilfszahlungen an den Frankenkönig gehandelt hat. Forscher wie Patrick J. Geary nehmen an, dass Zenon mit Childerich durch ein foedus verbunden war. Von ihrem Reich in Nordafrika aus machten die Vandalen noch immer das Mittelmeer unsicher, indem sie Städte plünderten und Piraterie betrieben. Zenon schickte daher schon 474 eine Delegation nach Karthago, um Geiserich durch ein foedus als faktisch (!) unabhängigen Herrscher anzuerkennen und ihm die Rechtmäßigkeit seiner Eroberungen zu garantieren. Der greise Geiserich nahm an, und dieser Friede hielt über ein halbes Jahrhundert – er war allerdings nach oströmischer Lesart ausschließlich an Geiserich und seine rechtmäßigen Nachfolger gebunden. In Zenons Todesjahr 491 griffen die Vandalen überdies militärisch in Italien ein. Mit dem persischen Sassanidenreich, dem großen Rivalen im Osten, konnte Zenon wie sein Vorgänger Frieden halten, wobei sich die Beziehungen allerdings sehr verschlechtert zu haben scheinen, als der Kaiser den Schlachtentod des Großkönigs Peroz I., der 484 gegen die hunnischen Hephthaliten gekämpft und verloren hatte, auszunutzen versuchte, um die Perser zur Übergabe der wichtigen Stadt Nisibis zu zwingen. Trotz ihrer zeitweiligen Schwäche verweigerten die Perser dies, und ihr König Kavadh I. forderte im Gegenzug Tribute von den Römern – schließlich führte diese Entwicklung unter Zenons Nachfolger Anastasius (s. u.) zum Krieg. Religionspolitisch leitete Zenon in den 80er Jahren des 5. Jahrhunderts eine Verfolgung von Heiden in Alexandria ein, die vor allem auf die heidnischen Philosophielehrer abzielte. Der bekannte pagane Philosoph Horapollon wurde gefoltert und trat später, allerdings angeblich auf eigenen Entschluss, zum Christentum über. Ein Aufstand der Samaritaner unter Justasas in Palästina wurde 484 niedergeschlagen. Mit den Monophysiten versuchte Zenon zu einem Ausgleich zu gelangen: Die umstrittenen Beschlüsse des Konzils von Chalkedon (451), die seit Jahren für erbitterten Streit sorgten, sollten einfach totgeschwiegen werden. Dieser Kompromiss, der im Henotikon formuliert wurde, führte allerdings zum Bruch mit Rom und zum sogenannten akakianischen Schisma (484 bis 519), ohne eine Einigung mit den Monophysiten zu bewirken. Der Kaiser hatte es keiner Seite recht machen können und den Streit nur noch verschlimmert. Am 9. April 491 starb Zenon, und da er sein einziges Kind bereits lange überlebt hatte, nahm sich seine Frau Ariadne ein führendes Mitglied des Hofes, Flavius Anastasius, zum Mann und Nachfolger in kaiserlichen Würden. Zenons Bruder Flavius Longinus, der ebenfalls Ambitionen gehegt hatte, hatte das Nachsehen und wurde übergangen (das Kaisertum war auch in der Spätantike formal nicht erblich). Zenon, unter dem das oströmische Kaisertum aufgrund der fragwürdigen Legitimität seiner Herrschaft eine Krisenphase durchlebte, wird in den Quellen zwar oft als eher schwacher und nachlässiger Herrscher beschrieben, doch stabilisierte er das Reich und die kaiserliche Position letzten Endes nachhaltig, und bei seinem Tod war es wohl bei weitem schlagkräftiger als zuvor – allerdings sollte es Anastasius überlassen bleiben, den Einfluss der Isaurier und der Militärs gewaltsam zu brechen und den Kaiser wieder zum wahrhaft souveränen Herrscher über das Reich zu machen. | (Isaurier) (Römer), Kaiser Zenon (Tarasicodissa) (I24232)
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| 5468 | Auszug aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/021516/2010-02-11/ Erstmals erw. 1256 Zürich, 19.6.1297 Zürich, von Zürich. Sohn des Rüdiger II. (->). 1272 Exspektant am Grossmünster zusammen mit seinen Brüdern Rüdiger III. und Manesso, 1281-94 Chorherr am Grossmünster, 1296-97 Kustos oder Thesaurar; kraft dieses nach dem Propst wichtigsten Amtes des Stifts wird M. häufig als Zeuge zu Rechtsgeschäften des Grossmünsters sowie anderer Zürcher Stifte und Klöster beigezogen. Nach dem Zeugnis des zeitgenöss. Minnesängers Johannes Hadlaub machte er sich zusammen mit seinem Vater auch um die Erhaltung höf. Liedkunst verdient. | Manesse, Johannes (I24110)
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| 5469 | Auszug aus: https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/83873/1/Schiendorfer_Zuerich.pdf Zürich 1. Umbruch und Aufbruch im 13. Jahrhundert Das 13. Jahrhundert bedeutete für Zürich eine Wegstrecke des Umbruchs, in deren Verlauf die politische Hierarchie ebenso umstrukturiert wurde wie jene der geistlichen Zentren; das Rechts- oder das Bildungswesen wären weitere zu nennende Bereiche und natürlich auch jener, den man im engeren Sinne als Kulturschaffen zu bezeichnen pflegt. Bei allem Umbruch und Aufschwung ist aber nicht zu vergessen, dass auch das Turegum des 13. Jahrhunderts noch allemal ein überschaubares Gebilde von kaum 5000 Einwohnern darstellt. Und unter diesen sind es nur wenige hundert, die als städtische Elite den Ton diktieren, und zwar in allen genannten Lebensbereichen. Eindrücklich zeigt sich das gerade am Beispiel der Familie Manesse, der man in den Quellen auf Schritt und Tritt begegnet, sei’s an den Schalthebeln politischer Macht, sei’s als Chorherren, Schulmeister, Schatzmeister oder Pröpste des Großmünsters, sei’s als Handelnde, Zeugen, Bürgen und Kreditgeber in Rechts- und Finanzaktionen, sei’s schließlich auch als Kunstfreunde und Mäzene. Kommen wir zunächst zur Machtverschiebung auf lokalpolitischer Ebene. Stichdatum ist diesbezüglich das Jahr 1218, als die Herzöge von Zähringen in der Manneslinie ausstarben. Bis dahin hatte Zürich unter ihrer Reichsvogtei gestanden, die eine nennens- werte Mitsprache seitens der Bürgerschaft oder des lokalen Klerus nicht vorsah. Nun jedoch wollte es die großpolitische Lage, dass der jugendliche Friedrich II. noch immer um die definitive Etablierung seiner Herrschaft kämpfte und dabei auch auf die Unterstützung der wirtschaftlich aufstrebenden Städte setzte. So traf sich denn seine Interessenlage glücklich mit derjenigen Zürichs. Friedrich übertrug die verwaiste Reichsvogtei keinem anderen Fürstenge- schlecht – besonders die Grafen von Kyburg hatten sich darauf se- riöse Hoffnungen gemacht, sondern unterstellte die Stadt unmittelbar der Krone. Zwar gab es auch weiterhin nominelle Vögte, doch wurden diese nun aus der Zürcher Stadtritterschaft gewählt. Zudem bekam die Reichsstadt das Privileg, eine Anzahl von Abgeordneten zu delegieren, die fortan die Interessen der lokalen Bürgerschaft vertreten sollten. „Schon 1220 tritt erstmals ein Rat der Zürcher Bürgerschaft als politisch eigenständige Kraft auf den Plan, und 1225 wird die Reichsvogtei über Zürich an den Zürcher Bürger und Ritter Hugo Brun verliehen.“ Als einer von dessen frühen Nachfolgern ist 1240 Ritter Rüdiger I. Manesse, der Vater des Liedersammlers, bezeugt. Zu dieser Zeit hatten die Zürcher die Pfalz auf dem Lindenhof längst dem Erdboden gleichgemacht, um jede Erinnerung an diese Symbolstätte der Fremdherrschaft zu tilgen. Stattdessen stellte man den jetzt noch dominanteren geistlichen Zentren mit dem neuen Rathaus ein Wahrzeichen der erstarkenden Bürgerschaft zur Seite. Hier erledigte der Rat – dessen Mitglieder sich selbstbewusst den her-Titel zulegten und das Deutsche zur maßgeblichen Urkundensprache erhoben – seine Geschäfte, und hier war er nicht zuletzt bemüht, seine Kompetenzen kontinuierlich auszuweiten, indem er etwa beharrlich die Privilegien der Fürstin von Zürich, der Fraumünsteräbtissin, nach und nach an sich zog. Die Äbtissin stand aber noch anderweitig unter Druck, denn auch die geistliche Vorherrschaft war zwischen den beiden Stiften umstritten. Und auch hier sollte sich weisen, dass die rivalisierende Großmünsterpropstei über die gewiefteren Strategen verfügte. Hinzu kam neu die Konkurrenz der Bettelorden: 1230 ließ sich in Zürich, unter Führung des Abtes Hugo Ripelin von Straßburg, eine Gruppe von Predigermönchen nieder, deren geistlicher Obhut sich bald darauf die in den frühen Dreißigerjahren gegründeten Dominikanerinnenkonvente zu Oetenbach bei Zürich (ab 1280/85 dann intra muros domiziliert) sowie zu Töß nahe Winterthur unterstellten. Noch vor 1240 gründeten die Franziskaner eine Zürcher Niederlassung, und 1265/70 folgten ihrem Vorbild die Augustiner-Eremiten. Durch die 1230 mitten in ihrer Pfarrei angesiedelten Prediger herausgefordert, setzte die Propstei auf die Karte ihres vornehmen Herkommens. Auf Grundlage eines (nach heutigem Wissensstand etwas obskuren) Dokuments gelang ihr der Nachweis, dass das Großmünster von Karl dem Großen persönlich gegründet worden sei. Damit war zugleich auch das Fraumünster, Gründung Ludwigs des Deutschen, übertrumpft, dessen ungleich berühmterer Vorgänger Karl überdies 1165 auf Betreiben Friedrich Barbarossas heiliggesprochen worden war. 1215 doppelte dessen Enkel Friedrich II. nach, indem er in der Begräbniskirche zu Aachen die kaiserlichen Reliquien in einen neu erstellten Altar überführen und einen Feiertag der translatio Karls ausrufen ließ. Die beispiellose Aura des großen und heiligen Vorgängers sollte auch die Kaiserwürde der Staufer umso glanzvoller erstrahlen lassen. Am Großmünster war man gelehrig. Man erbat sich Teile der Aachener Reliquien, die bereits 1233 tatsächlich gewährt wurden; die Pröpste Otto und Heinrich Manesse ließen einen Karlsaltar errichten, der 1259 eingesegnet wurde. Zugleich führte Heinrich Manesse ein für die Pröpste fortan maßgebliches Siegelbild mit dem kaiserlichen Stifter ein. 1259 war zudem das Jahr, in welchem der universalgelehrte Chorherr und Magister Konrad von Mure (ca. 1210–1281) das neu geschaffene Kantoramt antrat und die Großmünsterliturgie neu zu gestalten begann. Und es überrascht wenig, dass der daraus erwachsene liber ordinarius von 1260/61 ein prunkvolles summum festum zu Ehren Kaiser Karls vorsieht. Einen zweiten Trumpf der Propstei bildete die Stiftsschule, die seit der Jahrhundertmitte ebenfalls eine kräftige Förderung erfuhr, erneut unter Federführung der Herren Manesse und des seit 1244 als Schulleiter amtierenden Konrad von Mure.16 Auf ihre Initiative wurde z. B. das 1260 erstmals belegte Amt eines besonderen Stiftsbibliothekars eingeführt.17 Zu diesem Zeitpunkt dürfte Rüdiger II. Manesse, der 1252 jedenfalls volljährig war, etwa 25 bis 30 Jahre gezählt haben. Könnte er zuvor, als Schützling seiner einflussreichen „Oheime“, die Lateinschule des Großmünsters durchlaufen haben? | Manesse, Heinrich (I24168)
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| 5470 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Baderich_(Altthüringer) Baderich oder Balderich („der Kühnreiche“, * zwischen 480 und 490; † um 530) war ein Sohn des Thüringer Königs Bisinus. Seine beiden Brüder hießen Herminafried und Berthachar, seine Schwester Raicunda[1] war mit dem langobardischen König Wacho verheiratet. Nach dem Tod seines Vaters (†500-510) teilten sich die drei Brüder das Reich auf. Offenbar nahm Herminafried eine Vorrangstellung ein, dies lässt sich aus den nachfolgenden Ereignissen erschließen. Gregor von Tours schreibt, dass Herminafried, nachdem dieser Berthachar umgebracht hatte, durch Aufhetzung seiner Gemahlin Amalaberga den Frankenkönig Theuderich beauftragt hat, Baderich zu ermorden. Als Lohn für diese Tat sollte das Gebiet Baderichs unter Herminafried und Theuderich aufgeteilt werden. Theuderich besiegte Baderich in einer Schlacht, in welcher der Thüringerkönig fiel. Herminafried dachte aber nicht mehr daran, das Reich zu teilen. So entstand eine Feindschaft zwischen den beiden Königen, die dann zur Schlacht an der Unstrut 531 geführt haben soll. Doch da Gregor ein Franke war und diese den Thüringern feindlich gegenüberstanden, ist nicht bekannt, inwiefern diese Geschichte der Wahrheit entspricht. In der neueren Forschung wird angenommen, dass Baderich, noch vor den fränkischen Invasionen in das Thüringerreich (erste Angriffe erfolgten 529, 531/34 wurde das Reich erobert) verstarb. Er starb anscheinend vor seinem Bruder Herminafried (keine zuverlässigen Details in den Quellen). Baderich hinterließ keine Nachkommen und blieb offenbar unverheiratet. | (Thüringer), König Baderich (I24084)
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| 5471 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Bisinus Bisinus (gelegentlich auch Basinus, Besinus oder Bisin) ist der Name von zwei verschiedenen Herrschern der Thüringer, die im späten 5. Jahrhundert zur Zeit der Völkerwanderung lebten. Beide werden von Gregor von Tours in dessen Historien erwähnt (Gregor, Historien 2,12 und 3,4). Der bei Gregor Bysinus genannte erste Herrscher soll ein Herrscher der Thüringer um 460 gewesen sein. Er soll den von den fränkischen Großen vertriebenen König Childerich I. bei sich aufgenommen haben, der ihm angeblich seine Gemahlin Basena entführte und mit ihr Chlodwig I., den Stifter des Frankenreichs, zeugte. Diese Darstellung ist historisch allerdings unglaubwürdig,[1] wenngleich Chlodwigs Mutter tatsächlich Basena hieß. Möglicherweise ist dieser Bysinus nicht historisch, sondern erst die zweite Person (siehe unten). Gregor schrieb diesen Teil der Historien um 575 nieder und benutzte dazu oft nur mündliche Überlieferungen, die nicht besonders zuverlässig waren. Der Name Basena taucht häufig im thüringischen Adel auf, das belegen Grabungsfunde. Vielleicht, so die Theorie, hat Gregor Basena mit einer anderen Person aus der Verwandtschaft des Bysinus verwechselt. Der zweite Bisinus herrschte um 500 über die Thüringer und ist historisch besser belegt, er gilt als erster gesicherter Thüringerkönig. Gregor von Tours nennt nicht seinen Namen, doch den von zweien seiner Söhne, die bei Venantius Fortunatus (um 600) als Söhne eines Bisinus (Bessinus) erwähnt werden. Dieser zweite Bisinus war mit einer Langobardin namens Menia verheiratet. Er hatte drei Söhne: Herminafried, Baderich, und Berthachar, die seine Nachfolge in unterschiedlichen Teilen des Reiches antraten, das wenig später von den Franken erobert wurde (531/34). Er hatte außerdem eine Tochter Raicunda,[2] die mit dem Langobardenkönig Wacho verheiratet war.[3] | (Thüringer), König Bisinus (I24081)
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| 5472 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Brodulf Brodulf, auch Brunulf, (* um 596; † 630) war ein fränkischer Adliger unter der Herrschaft der Merowinger. Die Herkunft Brodulfs gab seit dem Hochmittelalter Anlass für Spekulationen – so gingen Gelehrte wie Jacques de Guyse anhand der familiär auffälligen Häufung des Leitnamens Brunulf davon aus, dass Brodulf dem Geschlecht der salfränkischen Ardennengrafen mit Chlodio als Stammvater entstammte; diese Annahme ist jedoch durch die moderne Quellenforschung widerlegt und wird daher nicht weiterverfolgt. Historisch gesichert ist dagegen die enge verwandtschaftliche Bindung Brodulfs an das merowingische Herrscherhaus – sowohl seine Schwester Sichildis (von Chlothar II.) als auch seine Schwester Gomatrud (von Dagobert I.) waren die Ehefrauen fränkischer Könige und er mithin ihr Schwager. Die erstmalige Erwähnung Brodulfs findet sich in der Chronik des Fredegar für das Jahr 629; weiterhin erwähnt ihn innerhalb des Liber Historiae Francorum die Gesta Dagoberti I., die Lebensgeschichte Dagoberts I., welche um 835 in der Abtei von Saint-Denis vermutlich von Abt Hilduin und Hinkmar von Reims verfasst wurde. Dagobert I. hatte nach dem Tod seines Vaters Chlothar die Herrschaft im Frankenreich übernommen und seinen Halbbruder Charibert II., der als einfältig (simplex) beschrieben wurde, 629 bei der nach fränkischem Erbrecht üblichen Erbteilung übergangen. Wie Fredegar berichtet, war der König auf Druck einer Minderheit neustrischer Adliger um Brodulf, der die Thronansprüche seines Neffen Charibert offen unterstützte, gezwungen, diesem das Unterkönigreich in Aquitanien abzutreten. Er scheint dann in Aquitanien die Funktion eines Hausmeiers innegehabt zu haben. Um die Durchsetzung neustrischer Partikularinteressen gegenüber der Reichseinheit im Frankenreich für die Zukunft zu verhindern, beschloss Dagobert schließlich, seinen einflussreichen Schwager beseitigen zu lassen. 630 wurde Brodulf, der sich im Gefolge Dagoberts während dessen Reichsumfahrt unterwegs nach Aquitanien befand, auf Betreiben des Frankenkönigs während eines Aufenthaltes im burgundischen Saint-Jean-de-Losne gemeinschaftlich von den Vertrauten des Königs, den Duces Amalgar und Arnebert sowie dem Patricius Willibad, ermordet. Brodulf hinterließ eine Tochter, Theodetrudis oder Theodila, die 629 anlässlich einer Besitzteilung im Limousin urkundliche Erwähnung findet. | Brodulf (I24002)
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| 5473 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Chilperich_I. Chilperich I. (* um 535; † zwischen 27. September und 9. Oktober 584 in Chelles ermordet) war ein fränkischer König aus dem Geschlecht der Merowinger. Er regierte im Teilreich Neustrien (Soissons) von 561 bis zu seinem Tod. Er war ein Sohn des Königs Chlothar I. aus dessen Ehe mit Arnegunde. Leben Chilperichs Vater Chlothar I. hatte in der letzten Phase seiner Regierungszeit das gesamte Frankenreich, das 511 aufgeteilt worden war, wieder unter seiner Herrschaft vereinigt. Als Chlothar 561 starb, waren von seinen Söhnen neben dem nicht als Königssohn anerkannten Gundowald noch vier am Leben, nämlich Charibert I., Guntram I. (Guntchramn), Sigibert I. und Chilperich I. Die drei erstgenannten stammten aus Chlothars Ehe mit Königin Ingund(e), während Chilperich der einzige Sohn von Ingunds Schwester, Königin Arnegunde, war. Früher wurde Chilperich allgemein als der jüngste Sohn angesehen; nach dem aktuellen Forschungsstand war er jedoch der zweitjüngste, Sigibert der jüngste. Chlothar hatte nach seiner Heirat mit Arnegunde (um 533/534) seine Verbindung mit deren Schwester Ingund nicht aufgegeben.[1] Nach dem Tod Chlothars I. brachten die vier Söhne den Leichnam gemeinsam zur Bestattung nach Soissons. Unmittelbar danach bemächtigte sich Chilperich des Thronschatzes und der Stadt Paris. Er bewog mächtige Vornehme durch Geschenke, sich ihm zu unterwerfen. Seine drei Halbbrüder verbündeten sich jedoch gegen ihn und vertrieben ihn aus Paris. Danach führten sie zu viert eine – wie der Geschichtsschreiber Gregor von Tours berichtet – „legitime“, also merowingischem Brauch entsprechende Reichsteilung durch. Chilperich erhielt dabei das Teilreich von Soissons. Er war jedoch mit seinem Erbanteil nicht zufrieden. Als Sigibert, der das östliche Reich Austrasien (Austrien) mit der Hauptstadt Reims erhalten hatte, durch Kämpfe gegen die Awaren gebunden war, nutzte Chilperich diese Gelegenheit zu einem Einfall ins Ostreich und eroberte Reims. Chilperichs Unzufriedenheit und Aggressivität hing wohl damit zusammen, dass er von Chlothar I. als Lieblingssohn bevorzugt worden war und daraus einen Anspruch auf eine Vorrangstellung bei der Nachfolgeregelung ableitete.[2] Sigibert unternahm bald einen Gegenangriff; er eroberte Soissons und nahm Chilperichs Sohn Theudebert gefangen (562). 563 ließ Sigibert Theudebert frei, doch er behielt Soissons dauerhaft.[3] Im Jahr 567 starb Charibert I., der den Reichsteil erhalten hatte, dessen Hauptstadt Paris war. Da er keine Söhne hatte, wurde sein Gebiet aufgeteilt. Dabei erhielt Chilperich die Küstengebiete zwischen Somme und Loire. Zu seinem Anteil gehörten im Norden (Francia) Amiens und Beauvais sowie im Süden Bordeaux, Limoges und Cahors. Der größte Teil der Provinzen Rouen und Tours kam in seinen Besitz, nicht aber die Stadt Tours, die ebenso wie Poitiers an Sigibert fiel. Die Königsstadt Paris, über welche die Brüder sich nicht einigen konnten, wurde neutralisiert. Die Feindschaft zwischen Chilperich und Sigibert verschärfte sich durch die Heiratspolitik. Sigibert heiratete 566 Brunichild, eine Tochter des Westgotenkönigs Athanagild. Diese Heirat veranlasste Chilperich, Athanagild um die Hand von Brunichilds älterer Schwester Gailswintha zu bitten. Die Ehe wurde geschlossen, doch schon um 570 ließ Chilperich Gailswintha ermorden und heiratete seine Konkubine Fredegunde, die von sehr niedriger Herkunft war (sie stammte aus dem Gesinde). Dies führte zu einer dauerhaften Feindschaft zwischen Chilperich und Brunichild. Chilperich eröffnete den Krieg gegen Sigibert, indem er Tours und Poitiers von einem Heer unter seinem Sohn Chlodwig besetzen ließ, um eine Verbindung zwischen seinen nördlichen Kerngebieten und seinem Besitz im Süden zu schaffen. Dieser Erfolg war nur vorübergehend, denn Chlodwigs Streitmacht wurde von Truppen Guntrams I. unter der Führung des Feldherrn Mummolus, der mit Sigibert verbündet war, vertrieben. 573 kam es jedoch zum Bruch zwischen Sigibert und Guntram. Chilperich nutzte diese Gelegenheit zu neuen Angriffen auf Sigiberts Gebiet, die er von seinem Sohn Theudebert ausführen ließ. Nach wechselhaften Kämpfen unternahm Sigibert 575 eine sehr erfolgreiche Offensive; er besetzte Paris und große Teile von Chilperichs Reich. Theudebert fiel im Kampf gegen Sigiberts Truppen, Chilperich verschanzte sich in Tournai im äußersten Norden seines Reichs. Viele bisherige Getreue Chilperichs liefen zum Sieger über, so dass Chilperich in eine aussichtslose Lage geriet.[4] Als jedoch 575 Sigibert ermordet wurde – die beiden Mörder handelten im Auftrag Fredegundes –, trat die große Wende ein. Chilperich konnte den ganzen Teil des ehemaligen Reichs Chariberts, der 567 Sigibert zugefallen war, erobern. Brunichild wurde gefangen genommen, konnte jedoch 577 fliehen. In Austrasien trat Childebert II., der unmündige Sohn Sigiberts und Brunichilds, die Nachfolge seines Vaters an. Die dortigen Großen verbündeten sich mit Guntram I. gegen Chilperich. 577 adoptierte Guntram, der keinen Erben hatte, Childebert II. und setzte ihn zu seinem Erben ein. Die austrasische Politik wurde von Chilperichs Feindin Brunichild gesteuert. 581 kam es jedoch in Austrasien zu einem Umschwung; Brunichild wurde gestürzt, und es kam eine Partei an die Macht, die sich mit Chilperich gegen Guntram verständigte. Chilperich hatte damals nach dem Tod seiner Söhne keinen männlichen Nachkommen mehr; daher setzte er im Rahmen dieses neuen Bündnisses seinen Neffen Childebert II. als Erben ein. Unter diesen Umständen gelang es Chilperich, auch noch Guntrams Anteil am ehemaligen Reich Chariberts in seinen Besitz zu bringen. Er plante 583 einen Großangriff auf Guntram, der gemeinsam mit den Austrasiern durchgeführt werden sollte. In Austrasien trat aber ein erneuter Umschwung zugunsten der Anhänger Brunichilds ein. Darauf bereitete sich Chilperich auf einen Krieg gegen seine austrasischen Gegner und gegen Guntram vor. Er verbündete sich mit dem Westgotenkönig Leovigild und verlobte seine Tochter Rigunth mit dessen Sohn Rekkared. Der Krieg brach aber nicht aus, denn im Herbst 584 wurde Chilperich bei der Rückkehr von der Jagd ermordet. Der Urheber des Anschlags ist unbekannt; es soll sich um eine Verschwörung unzufriedener Höflinge im Einvernehmen mit austrasischen Großen gehandelt haben.[5] Chilperichs Sohn Chlothar II. war damals erst wenige Monate alt. Daher musste die Witwe Fredegunde sich unter den Schutz Guntrams stellen, der nun in Paris einzog. Chilperich wurde in der Kirche St. Vincent in Paris beerdigt, ebenso wie 13 Jahre später Fredegunde. Familie Chilperich heiratete dreimal. Die erste Ehe schloss er um 549/550 mit Audovera, die damals etwa fünfzehn Jahre alt war. Mit ihr hatte er die drei Söhne Theudebert (* um 548/551), Merowech (* um 551/552) und Chlodwig (Chlodowech, * um 553) sowie zwei Töchter, Basina (* um 555–565) und Childesinth (* um 565). Basina trat 580/581 in das Kloster Sainte-Croix zu Poitiers ein. Chilperich trennte sich von Audovera und heiratete um 567 in zweiter Ehe Gailswintha, eine Tochter des Westgotenkönigs Athanagild, die er um 570 ermorden ließ. Diese Ehe blieb kinderlos. Darauf verband er sich in dritter Ehe mit der Magd Fredegunde, die schon seit etwa 565 seine Konkubine gewesen war. Von ihr hatte er fünf Söhne, von denen vier früh starben: Chlodobert (* 565; † 580); Samson (* 575; † 577); Dagobert († 580) und Theuderich (* 582; † 584). Nur der jüngste Sohn aus dieser Ehe, Chlothar II. (* 584), überlebte und konnte die Nachfolge Chilperichs antreten. Die einzige Tochter aus Chilperichs dritter Ehe war Rigunth, deren Verheiratung mit dem Sohn des Westgotenkönigs nicht zustande kam. Nach dem Tod Chilperichs kam es 589 zu schweren, auch handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Fredegunde und Rigunth. Von den drei Söhnen aus Chilperichs erster Ehe überlebte keiner den Vater. Theudebert fiel 575 im Kampf gegen Heerführer König Sigiberts. Merowech heiratete die nach Sigiberts Tod verwitwete Brunichild; er rebellierte 576 gegen seinen Vater und wurde im folgenden Jahr getötet.[6] Chlodwig, der als Heerführer für Chilperich tätig gewesen war, geriet nach dem Tod seiner Brüder in Konflikt mit seiner Stiefmutter Fredegunde; er wurde 580 auf Befehl Chilperichs verhaftet und Fredegunde übergeben, die ihn in Noisy-le-Grand gefangenhalten und noch im selben Jahr ermorden ließ.[7] Kulturelle Aktivität Chilperich war für einen Merowinger relativ gebildet und zeigte ein für damalige Herrscher ungewöhnlich starkes Interesse an kulturellen Belangen. Er diskutierte über die Trinität und verfasste eine Schrift darüber, worin er die Unterscheidung von Personen in der Dreifaltigkeit ablehnte und die Einheit Gottes betonte. Diese Auffassung (Sabellianismus) war schon in der Antike von der Kirche verworfen worden und war nach katholischer Auffassung eine Häresie.[8] Er schrieb sogar lateinische Gedichte, die nicht mehr nach antiker Metrik auf der geregelten Abfolge kurzer und langer Silben beruhten, sondern – wie später im Mittelalter üblich – auf dem Rhythmus, der sich an der natürlichen Betonung orientiert. Eines dieser Gedichte, ein Hymnus auf den heiligen Medardus, ist erhalten.[9] Außerdem fügte Chilperich dem lateinischen Alphabet vier neue Buchstaben hinzu, um es den Erfordernissen des fränkischen Lautsystems anzupassen.[10] Er befahl, die neuen Schriftzeichen überall im Schulunterricht zu verwenden. Zeitweilig lebte an Chilperichs Hof der Dichter Venantius Fortunatus, der als Hofdichter den Herrscher rühmte. Chilperich war sehr bemüht, römische imperiale Herrlichkeit für die Merowinger wieder in Szene zu setzen. So baute er in Soissons einen Circus und ein Amphitheater, welche aber aufgrund der fehlenden Nachhaltigkeit in der Kultur der Merowinger nicht überdauerten. Auch beauftragte er im Sinne der römischen Kaiser, Getreide einzukaufen und im Land zu verteilen. So übernahm er kaiserlich-römische Traditionen, ohne diese jedoch substantiell wieder beleben zu können. Zeitgenössische Beurteilung Der Bischof und Geschichtsschreiber Gregor von Tours, der Chilperich gut kannte, beurteilte ihn äußerst negativ. Er bezeichnete ihn als Nero und Herodes unserer Zeit. Insbesondere schrieb er, der König habe Personen zu Unrecht verurteilt, um ihr Vermögen zu konfiszieren, und habe Testamente, die zugunsten der Kirchen abgefasst waren, nicht respektiert. Chilperich habe die Kirchen gehasst und die Bischöfe verspottet und oft gesagt: Siehe, unser Schatz ist arm, und unser Reichtum ist an die Kirchen gefallen; keiner herrscht jetzt überhaupt als allein die Bischöfe; unsere Macht ist dahin und an die Bischöfe der Städte gekommen. Nach Gregors Angaben war Chilperich in seinem Reich sehr unbeliebt.[11] Anmerkungen 1 Ewig (1991) S. 55f. 2 Brigitte Kasten: Königssöhne und Königsherrschaft, Hannover 1997, S. 15–17. Siehe auch Schneider S. 88–92 und Grahn-Hoek S. 189–191. 3 Vgl. Matthias Springer: Sigibert I.. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 28, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-018207-6, S. 387.; Kasten S. 44f. 4 Einzelheiten bei Grahn-Hoek S. 195–198; vgl. Konrad Bund: Thronsturz und Herrscherabsetzung im Frühmittelalter, Bonn 1979, S. 261–264. 5 Bund S. 270, Ewig (2001) S. 47. 6 Zum Hintergrund siehe Schneider S. 96f., Grahn-Hoek S. 203–211, Kasten S. 45–49. 7 Bund S. 269f. 8 Gregor von Tours, Historiae 5.44. 9 Ymnus in solemnitate sancti Medardi episcopi, kritisch herausgegeben und ins Deutsche übersetzt von Udo Kindermann: König Chilperich als lateinischer Dichter. In: Sacris erudiri, Bd. 41, 2002, S. 247–272. Siehe dazu Franz Brunhölzl: Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, Bd. 1, München 1975, S. 117f. 10 Zu diesen Bestrebungen Chilperichs siehe Reinhard Wenskus: Chilperich I.. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 4, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1981, ISBN 3-11-006513-4, S. 461 f. 11 Gregor von Tours, Historiae 6.46. Zur mangelnden Loyalität von Chilperichs Untertanen siehe Grahn-Hoek S. 221–223. | (Merowinger), König Chilperich I. (I24003)
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| 5474 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Chlothar_II. Chlothar II. (* 584; † zwischen 18. Oktober 629 und 8. April 630), genannt der Junge, aus dem Geschlecht der Merowinger war König der Franken von 584 bis 629. Leben Chlothar war wenige Monate alt, als sein Vater Chilperich I. 584 ermordet wurde. Seine Mutter, Königin Fredegunde, verwaltete das Königreich bis zu ihrem Tod im Jahr 597. Sein Onkel Guntram I., König des burgundischen Teilreichs, stellte Fredegunde und Chlothar bis zu seinem Tod 592 unter seinen Schutz. Im Alter von 13 Jahren bestieg er den Thron. Chlothar siegte 613 über Brunichild (Brunhilde), die Regentin von Burgund, und ließ sie hinrichten. Damit war Chlothar II. seit dem Tod seines Großvaters der erste König über das gesamte Frankenreich. Allerdings musste er im Jahre 614 dem fränkischen Adel, der entscheidend zu seinem Sieg über Brunhilde beigetragen hatte, im Edictum Chlotharii wichtige Zugeständnisse machen. Damit legte er den Grundstein für den späteren Aufstieg der Hausmeier, insbesondere der Karolinger. In Burgund blieb die Lage nach dem Tod der Brunichild angespannt, die Burgunder versuchten, wieder ein eigenständiges Teilkönigreich zu erschaffen. Godinus, der Sohn des burgundischen Hausmeiers Warnachar, heiratete 626 dessen Witwe und trat dessen Nachfolge an, allerdings ohne Zustimmung Chlothars. Chlothar lockte daraufhin Godinus nach Neustrien und ließ ihn umbringen. Das Amt des burgundischen Hausmeiers blieb bis 642 unbesetzt. Insgesamt war Chlothars Regierungszeit eine Friedenszeit für das Frankenreich, so berichtet es zumindest die Fredegarchronik. Er verlegte seine Residenz von Rouen nach Paris und stellte die alten Grenzen der Teilkönigreiche wieder her. Zusammen mit der Herrschaft seines Sohnes gilt diese Zeit als letzter Höhepunkt des merowingischen Königtums. 623 übergab Chlothar das Königreich Austrasien, als Unterkönigreich auf Forderung des austrasischen Adels, seinem Sohn Dagobert I. Chlothar starb im Winterhalbjahr 629/630 und wurde in Paris in der Kirche St. Vincent beerdigt. Ehen und Nachkommen Chlothar heiratete dreimal: um 599 Heldetrud (Haldetrud), † vor 613, begraben St. Ouen in Rouen Bertetrud, † 618, begraben in St. Vincent in Paris Sigihild, 625/626 bezeugt, † 28. September 629, begraben in St. Vincent in Paris Aus seiner ersten Ehe hatte er drei Kinder: Merowech, 604 bezeugt Sohn, † nach 613 Dagobert I. (* 603; † 639) Aus seiner zweiten Ehe hatte er einen weiteren Sohn, Charibert II. Darüber hinaus wird vermutet, dass Aemma, die Ehefrau des Königs Eadbald von Kent, eine Tochter von ihm war. | (Merowinger), König Chlothar II. (I23992)
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| 5475 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Manesse Codex Manesse Der Codex Manesse (auch Manessische Liederhandschrift oder Manessische Handschrift, nach dem jeweiligen Aufbewahrungsort auch als Große Heidelberger Liederhandschrift oder Pariser Handschrift bezeichnet) ist die umfangreichste und berühmteste deutsche Liederhandschrift des Mittelalters. So benannt wurde sie von dem Schweizer Gelehrten Johann Jakob Bodmer nach einer umfangreichen Liedersammlung der Schweizer Patrizierfamilie Manesse. Von Germanisten wird die Sammlung seit Karl Lachmann kurz mit dem Sigel C bezeichnet. Seit 1888 wird sie wieder in der Universitätsbibliothek Heidelberg aufbewahrt (Signatur: UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. bzw. cpg 848). Entstehung Einblick in die Vorstufen bzw. in die Entstehung der Handschrift gibt der Zürcher Dichter Johannes Hadlaub (Hauskauf: 4. Januar 1302; † 16. März, vermutlich vor 1340). Er gehörte zum Bekanntenkreis der Patrizierfamilie Manesse, die sich durch antiquarische Sammelleidenschaft und ein Interesse für den staufischen Minnesang auszeichnete. In seinem in der Handschrift enthaltenen Lobpreis der Manessen (fol. 372r) besingt der Dichter die auf Vollständigkeit angelegte Sammlung von Liederbüchern durch Rüdiger Manesse d. Ä. (volljährig 1252, † 1304), einen der einflussreichsten Zürcher Ratsmitglieder, und durch dessen Sohn Johannes, den Kustos der Propstei († 1297). Wenn auch eine unmittelbare Beteiligung Rüdiger Manesses an der Herstellung der „Manessischen Handschrift“ nicht explizit bezeugt ist, so dürften doch die von Hadlaub erwähnten liederbuochen der Familie Manesse die Grundlage des berühmten Kodex darstellen. Möglicherweise hat Hadlaub auch selbst maßgeblich an der Vorbereitung und Ausführung des Grundstocks mitgewirkt. Hierauf deutet die exponierte Stellung seines Œuvre in C hin, die durch eine Prunkinitiale markiert wird. | Manesse, Johannes (I24110)
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| 5476 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Deoteria Deoteria (auch Deuteria) war eine romanische Aristokratin im 6. Jahrhundert. Sie war die Geliebte von Theudebert I. und die Mutter Theudebalds. Deoteria entstammte einer adeligen gallo-romanischen Familie aus dem heutigen Südfrankreich. Aus ihrem Leben sind nur wenige Daten von Gregor von Tours überliefert. Sie begegnete Theudebert erstmals 532, als dieser sich anschickte, die nach dem Tod Chlodwigs I. an die Westgoten gefallene Festung Cabrières zurückzuerobern. Kurz zuvor hatte Theudebert die Festung Dio-et-Valquières nahe Béziers befreit und einen Boten nach Cabrières ausgesandt, um die Festung zur Kapitulation aufzufordern. Die Romanin führte in der Festung das Kommando, da ihr Ehemann vor den anrückenden austrischen Truppen Theodoberts in das noch von den Westgoten besetzte Béziers geflohen war. Frau und Tochter hatte er dabei in Cabrières zurückgelassen. Sie kapitulierte und erkannte Theudebert als Herrscher an. Der Franke zog kampflos in Cabrières ein und verliebte sich in Deoteria. Theudebert, seit 531 auf Veranlassung seines Vaters König Theuderichs I. mit der langobardischen Prinzessin Wisigarde verlobt, nahm die Romanin zu seiner Konkubine. Nach dem Tod von Theudeberts Vater 533 fühlte dieser sich nicht mehr an seine Verlobung mit Wisigarde gebunden und ehelichte Deoteria. Die Romanin wurde kurzzeitig Königin von Austrasien. Aus dieser Verbindung ging um 537 Theudebald hervor. Auf erneuten politischen Druck hin verstieß Theudebert ebenfalls um 537 die Romanin und heiratet Wisigarde. Gregor von Tours zufolge soll ein Grund für Theudeberts Trennung der Mord an Deoterias Tochter aus erster Ehe gewesen sein. Der Tour’schen Überlieferung nach hatte Deoteria bemerkt, dass ihre Tochter aus erster Ehe zu einer schönen jungen Frau herangewachsen war. Sie fürchtete nun, dass Theudebert das Mädchen begehren könnte. Sie ließ ihre Tochter bei Verdun in eine Basterna, eine geschlossene Maultiersänfte für Damen, setzen. Die Maultiere waren jedoch zuvor durch zwei Stiere ersetzt worden, die – außer Kontrolle geraten – das Gefährt bei einer Brücke verunglücken ließen. Deoterias Tochter ertrank in der Maas. Nach 537 sind keine weiteren Informationen über Deoteria überliefert. | Deoteria (I24053)
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| 5477 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Garibald_I. Garibald I. (* nach 500; † um 593) war vermutlich der erste namentlich bekannte Herzog der Bajuwaren in Baiern. Leben Garibald war ein früher Vertreter der Agilolfinger, einer bedeutenden und führenden Dynastie, ohne dass bisher geklärt werden konnte, woher diese Dynastie stammt und wer die Eltern Garibalds waren. Zum Teil wird von einer engen Verwandtschaft mit den Merowingern ausgegangen – die Fredegar-Chronik berichtet, er sei fränkischer Herkunft –, andere nennen einen Theodo II. oder einen Agiwald von Meaux als Vater, letzterer ein Sohn des Agilolf von Meaux, aber auch eine Verbindung zu langobardischen Herrschern oder zum Suebenfürsten Agilulf wird für möglich gehalten. Ebendieser Agilulf soll Namensgeber der Agilolfinger gewesen sein. Angesichts dieser Unsicherheiten ist auch unklar, ob die Bajuwaren vor Garibald einen Herzog besaßen. Die Landnahme bzw. Ethnogenese der Bajuwaren fällt jedenfalls in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts. Die gelegentlich genannten „Herzöge“ Theodon I., Theodon II. sowie Theodon III. dürften allerdings eher in den Bereich der Sage gehören. Um 548 erhielt Garibald den Herzogstitel für Baiern durch den fränkischen König Theudebald; um 555 heiratete er Walderada, die Tochter Wachos, des Königs der Langobarden (ca. 510–540). Sie war die Witwe König Theudebalds von Austrasien und danach die Frau des fränkischen Königs Chlothar I. gewesen, der sich wegen kirchlichen Widerspruchs jedoch von ihr trennen musste und sie nun „einem der Seinen“, eben dem Baiern-Herzog, zur Gemahlin gab. Diese Heirat bedeutete für Herzog Garibald eine beträchtliche Rangerhöhung. Zeitgenössische langobardische Quellen titulierten ihn statt dux (Herzog) auch als rex (König). Offenbar musste Herzog Garibald in Baiern für das Merowingerreich eine Schlüsselstellung wahrgenommen haben. Die innenpolitischen Schwierigkeiten des Frankenkönigs boten Garibald bald Gelegenheit zu einer eigenen, raffinierten Politik im Bunde mit den im Jahr 568 in Italien eingerückten Langobarden, mit denen ihn ein Interesse an der Brenner-Verona-Route verband. Er vermählte eine Tochter mit dem langobardischen Herzog Ewin (Eoin) von Trient, der etwa zur gleichen Zeit (575) von den Franken angegriffen wird. Das ist ein Hinweis darauf, dass der Langobarde sich durch ein Bündnis mit seinem nördlichen Nachbarn gegen ähnliche fränkische Angriffe abzusichern suchte. Als die Franken im Jahr 584 erneut die Langobarden bedrohten, schloss sich der neue Langobardenkönig Authari, nachdem ihm die Verständigung mit den Franken misslungen war, an die Baiern an. Offenbar führte Garibalds Annäherung an die Langobarden dazu, dass die Franken im Jahr 589 auch gegen ihn militärisch vorgingen, jedenfalls flohen in diesem Jahr die Kinder Theodelinde und Gundoald nach Italien zu den Langobarden: Garibalds Tochter Theodelinde heiratete, da sie vom Frankenkönig verschmäht worden war, den langobardischen König Authari; Garibalds Sohn Gundoald wird Herzog von Asti und als Vater König Ariperts I. Ahnherr und Stammvater der agilolfingischen Langobardenkönige. Damit entstand ein antifränkisches Bündnis des langobardischen Königs mit dem bairischen Herzog und dem Herzog von Asti und Trient. Im folgenden Jahr, 590, endete ein fränkischer Angriff auf Autharis Reich mit einer schweren fränkischen Niederlage. Anschließend, im Jahr 591, erfolgte allerdings eine Verständigung der Franken mit den Langobarden, deren Folgen für das frühe Baiern schwerwiegend sind, was aus dem zur gleichen Zeit in Baiern erfolgten Herrscherwechsel ersichtlich ist, der das Land zum ersten Mal wieder in Abhängigkeit von den Franken zu zeigen scheint: Garibald starb oder wurde durch den Merowingerkönig abgesetzt. Paul Diaconus berichtet, dass jetzt Tassilo vom Frankenkönig Childebert über Bayern als rex (König) eingesetzt worden ist. Tassilo I. war entweder Garibalds Sohn oder ein naher Verwandter. | (Agilolfinger), Herzog Garibald I. (I24057)
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| 5478 | Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Theudebald Theudebald (auch Theudowald; * um 537; † November/Dezember 555) war ein König der Franken aus dem Geschlecht der Merowinger. Er regierte in dem Reichsteil, der später unter der Bezeichnung Austrasien bekannt war, von 548 bis 555. Im Französischen wird er heute meist als Théobald oder Thibaut bezeichnet. Leben Theudebald war der einzige Sohn des Königs Theudebert I. Seine Mutter war die Galloromanin Deoteria, die im Jahr 532 Theudeberts Konkubine geworden war und 537 oder 538 auf Drängen der Franken verstoßen wurde. 551 wurde Theudebald noch als Kind bezeichnet, hatte also das Mündigkeitsalter von 15 Jahren noch nicht erreicht. Daraus ergibt sich, dass er nicht lange vor der Verstoßung seiner Mutter geboren wurde.[1] Theudebald war von Beginn seiner Herrschaft an kränklich. Das Prestige seines Vaters und die Loyalität der Großen ermöglichten einen problemlosen Herrschaftsantritt des Minderjährigen. Schon als Kind war er um 540 mit Walderada (Waldrada, Vuldetrada) verlobt worden, einer Tochter des Langobarden-Königs Wacho, die zugleich eine Schwester seiner Stiefmutter Wisigarde war, welche sein Vater nach der Verstoßung Deuterias geheiratet hatte.[2] Als er volljährig war, heiratete er Walderada. Dies war ein Affront gegen die Langobarden, denn als Tochter Wachos gehörte sie der gerade vom langobardischen Thron verdrängten lethingischen Dynastie an. Das Bündnis der Franken mit den Langobarden zerbrach. Der neue Langobardenkönig Audoin verbündete sich mit den Oströmern. Bald nach Theudebalds Regierungsantritt kam es in Oberitalien zu Zusammenstößen zwischen den Franken, die sich unter Theudebert I. dort festgesetzt hatten, und den Oströmern. Der oströmische Kaiser Justinian I. sandte zwei Gesandtschaften an Theudebald (548/549 und 551/552); er forderte die Räumung der fränkisch besetzten Gebiete in Italien und Hilfeleistung gegen die Ostgoten. Theudebald reagierte ausweichend; er entsandte eine Gegengesandtschaft zu Verhandlungen über die territorialen Streitfragen. 552 griff der byzantinische Feldherr Narses in Italien ein und vernichtete in kurzer Zeit das Ostgotenreich. Die Franken in Oberitalien vermieden den direkten Zusammenstoß mit oströmischen Truppen, und Theudebald lehnte ein Bündnisangebot des letzten Ostgotenkönigs Teja ab. Trotz der militärischen Erfolge der Oströmer konnten die Franken Venetien noch einige Jahre halten, mussten aber Nordwestitalien schon im Jahr nach Theudebalds Tod nach einer Niederlage aufgeben.[3] Nach längerer Krankheit und Siechtum starb Theudebald schon im Jahr 555 kinderlos. Seinen Reichsteil erbte sein Großonkel Chlothar I., der Theudebalds Witwe Walderada heiratete. | (Merowinger), König Theudebald (I24056)
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| 5479 | Auszug aus: https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/83873/1/Schiendorfer_Zuerich.pdf Zürich 1. Umbruch und Aufbruch im 13. Jahrhundert Das 13. Jahrhundert bedeutete für Zürich eine Wegstrecke des Umbruchs, in deren Verlauf die politische Hierarchie ebenso umstrukturiert wurde wie jene der geistlichen Zentren; das Rechts- oder das Bildungswesen wären weitere zu nennende Bereiche und natürlich auch jener, den man im engeren Sinne als Kulturschaffen zu bezeichnen pflegt. Bei allem Umbruch und Aufschwung ist aber nicht zu vergessen, dass auch das Turegum des 13. Jahrhunderts noch allemal ein überschaubares Gebilde von kaum 5000 Einwohnern darstellt. Und unter diesen sind es nur wenige hundert, die als städtische Elite den Ton diktieren, und zwar in allen genannten Lebensbereichen. Eindrücklich zeigt sich das gerade am Beispiel der Familie Manesse, der man in den Quellen auf Schritt und Tritt begegnet, sei’s an den Schalthebeln politischer Macht, sei’s als Chorherren, Schulmeister, Schatzmeister oder Pröpste des Großmünsters, sei’s als Handelnde, Zeugen, Bürgen und Kreditgeber in Rechts- und Finanzaktionen, sei’s schließlich auch als Kunstfreunde und Mäzene. Kommen wir zunächst zur Machtverschiebung auf lokalpolitischer Ebene. Stichdatum ist diesbezüglich das Jahr 1218, als die Herzöge von Zähringen in der Manneslinie ausstarben. Bis dahin hatte Zürich unter ihrer Reichsvogtei gestanden, die eine nennens- werte Mitsprache seitens der Bürgerschaft oder des lokalen Klerus nicht vorsah. Nun jedoch wollte es die großpolitische Lage, dass der jugendliche Friedrich II. noch immer um die definitive Etablierung seiner Herrschaft kämpfte und dabei auch auf die Unterstützung der wirtschaftlich aufstrebenden Städte setzte. So traf sich denn seine Interessenlage glücklich mit derjenigen Zürichs. Friedrich übertrug die verwaiste Reichsvogtei keinem anderen Fürstenge- schlecht – besonders die Grafen von Kyburg hatten sich darauf se- riöse Hoffnungen gemacht, sondern unterstellte die Stadt unmittelbar der Krone. Zwar gab es auch weiterhin nominelle Vögte, doch wurden diese nun aus der Zürcher Stadtritterschaft gewählt. Zudem bekam die Reichsstadt das Privileg, eine Anzahl von Abgeordneten zu delegieren, die fortan die Interessen der lokalen Bürgerschaft vertreten sollten. „Schon 1220 tritt erstmals ein Rat der Zürcher Bürgerschaft als politisch eigenständige Kraft auf den Plan, und 1225 wird die Reichsvogtei über Zürich an den Zürcher Bürger und Ritter Hugo Brun verliehen.“ Als einer von dessen frühen Nachfolgern ist 1240 Ritter Rüdiger I. Manesse, der Vater des Liedersammlers, bezeugt. Zu dieser Zeit hatten die Zürcher die Pfalz auf dem Lindenhof längst dem Erdboden gleichgemacht, um jede Erinnerung an diese Symbolstätte der Fremdherrschaft zu tilgen. Stattdessen stellte man den jetzt noch dominanteren geistlichen Zentren mit dem neuen Rathaus ein Wahrzeichen der erstarkenden Bürgerschaft zur Seite. Hier erledigte der Rat – dessen Mitglieder sich selbstbewusst den her-Titel zulegten und das Deutsche zur maßgeblichen Urkundensprache erhoben – seine Geschäfte, und hier war er nicht zuletzt bemüht, seine Kompetenzen kontinuierlich auszuweiten, indem er etwa beharrlich die Privilegien der Fürstin von Zürich, der Fraumünsteräbtissin, nach und nach an sich zog. Die Äbtissin stand aber noch anderweitig unter Druck, denn auch die geistliche Vorherrschaft war zwischen den beiden Stiften umstritten. Und auch hier sollte sich weisen, dass die rivalisierende Großmünsterpropstei über die gewiefteren Strategen verfügte. Hinzu kam neu die Konkurrenz der Bettelorden: 1230 ließ sich in Zürich, unter Führung des Abtes Hugo Ripelin von Straßburg, eine Gruppe von Predigermönchen nieder, deren geistlicher Obhut sich bald darauf die in den frühen Dreißigerjahren gegründeten Dominikanerinnenkonvente zu Oetenbach bei Zürich (ab 1280/85 dann intra muros domiziliert) sowie zu Töß nahe Winterthur unterstellten. Noch vor 1240 gründeten die Franziskaner eine Zürcher Niederlassung, und 1265/70 folgten ihrem Vorbild die Augustiner-Eremiten. Durch die 1230 mitten in ihrer Pfarrei angesiedelten Prediger herausgefordert, setzte die Propstei auf die Karte ihres vornehmen Herkommens. Auf Grundlage eines (nach heutigem Wissensstand etwas obskuren) Dokuments gelang ihr der Nachweis, dass das Großmünster von Karl dem Großen persönlich gegründet worden sei. Damit war zugleich auch das Fraumünster, Gründung Ludwigs des Deutschen, übertrumpft, dessen ungleich berühmterer Vorgänger Karl überdies 1165 auf Betreiben Friedrich Barbarossas heiliggesprochen worden war. 1215 doppelte dessen Enkel Friedrich II. nach, indem er in der Begräbniskirche zu Aachen die kaiserlichen Reliquien in einen neu erstellten Altar überführen und einen Feiertag der translatio Karls ausrufen ließ. Die beispiellose Aura des großen und heiligen Vorgängers sollte auch die Kaiserwürde der Staufer umso glanzvoller erstrahlen lassen. Am Großmünster war man gelehrig. Man erbat sich Teile der Aachener Reliquien, die bereits 1233 tatsächlich gewährt wurden; die Pröpste Otto und Heinrich Manesse ließen einen Karlsaltar errichten, der 1259 eingesegnet wurde. Zugleich führte Heinrich Manesse ein für die Pröpste fortan maßgebliches Siegelbild mit dem kaiserlichen Stifter ein. 1259 war zudem das Jahr, in welchem der universalgelehrte Chorherr und Magister Konrad von Mure (ca. 1210–1281) das neu geschaffene Kantoramt antrat und die Großmünsterliturgie neu zu gestalten begann. Und es überrascht wenig, dass der daraus erwachsene liber ordinarius von 1260/61 ein prunkvolles summum festum zu Ehren Kaiser Karls vorsieht. Einen zweiten Trumpf der Propstei bildete die Stiftsschule, die seit der Jahrhundertmitte ebenfalls eine kräftige Förderung erfuhr, erneut unter Federführung der Herren Manesse und des seit 1244 als Schulleiter amtierenden Konrad von Mure.16 Auf ihre Initiative wurde z. B. das 1260 erstmals belegte Amt eines besonderen Stiftsbibliothekars eingeführt.17 Zu diesem Zeitpunkt dürfte Rüdiger II. Manesse, der 1252 jedenfalls volljährig war, etwa 25 bis 30 Jahre gezählt haben. Könnte er zuvor, als Schützling seiner einflussreichen „Oheime“, die Lateinschule des Großmünsters durchlaufen haben? | Manesse, Otto (I24167)
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| 5480 | Auszug aus: NEUJAHRSBLATT der Gesellschaft zu Fraumünster auf das Jahr 2020 Bertha, Königin von Burgund Reginlindes Tochter Bertha (*907) wurde schon früh in die politischen Umbrüche ihrer Zeit involviert. Ihr Vater, Burkhard II., hatte seine Machtbasis in Rätien. Bei den widerborstigen Alemannen war seine Herrschaft indessen umstritten; König Rudolf II. überschritt die Aare, eroberte den Aargau, überquerte die Reuss und machte sich zum Herrn über den Zürichgau. Erst 919 in Winterthur wurde er, beim Versuch, auch den Thurgau zu erobern, von Herzog Burkhard besiegt. Nach drei Jahren Verhandlungen einigte man sich in drei Punkten: Erstens, die Reuss bildete die neue herrschaftliche Grenze zwischen Hochburgund und Alemannien. Zweitens, der Herzog und der König, die Herren über die Bündner und Walliser Pässe, verfolgten von nun an eine gemeinsame Politik zur Eroberung Italiens. Und drittens, der ledige Rudolf II. erhielt Bertha zu seiner Ehefrau. Mehr unter der Quelle | von Schwaben (von Burgund), Königin Bertha (I2353)
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| 5481 | Auszuh aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Geiserich Geiserich (auch Genserich, Gaiserich oder wandalisch Gaisarīks bedeutet „Speerfürst“; * um 389; † 25. Januar 477 in Karthago) war König bzw. rex der Vandalen von 428 bis 477 und Gründer des Vandalischen Reiches im römischen Africa. Leben Geiserich wurde um 389 als unehelicher Sohn des vandalischen Anführers Godigisel und einer Unfreien geboren. Godegisel war einer der Anführer (rex) eines vor allem, aber nicht nur, aus Vandalen und Alanen bestehenden Kriegerverbandes, der sich seit 409 in Hispanien aufhielt. Ob man rex mit „König“ übersetzen kann, ist im Kontext der Völkerwanderungszeit umstritten. Nach dem Tod seines Halbbruders Gunderich wurde Geiserich im Jahr 428 dessen Nachfolger als rex Vandalorum et Alanorum (König der Vandalen und Alanen). Gunderichs Witwe und Söhne ließ er ermorden, um seine Herrschaft zu sichern.[1] Geiserich hatte drei Söhne, nämlich Hunerich, Theuderik († 479/81) und Gento († vor 477), sowie möglicherweise eine namentlich nicht bekannte Tochter. Die Namen seiner Gemahlinnen sind nicht überliefert.[1] Der vandalische Verband hielt sich zu dieser Zeit weiterhin in Spanien auf, wurde aber unter anderem von den als foederati in römischen Diensten stehenden Westgoten bedrängt. Im Jahr 429 setzten die Vandalen zusammen mit den Alanen von Iulia Traducta aus nach Nordafrika über (siehe auch Völkerwanderung). Der Hintergrund ist umstritten. Nach dem spätantiken Historiker Prokopios von Caesarea wurde Geiserich angeblich vom weströmischen Feldherrn Bonifatius zu Hilfe gerufen, der sich mit Flavius Felix, dem obersten Heermeister des Westreichs, zerstritten hatte. In der modernen Forschung ist jedoch umstritten, ob die Geschichte Prokops im Kern auf Fakten basiert.[2] Als wahrscheinlicher gilt vielen Forschern, dass es sich um ein sorgfältig geplantes, die gegenwärtige militärische Schwäche Roms ausnutzendes Unternehmen handelte. Bereits andere Heerführer wie Alarich I. und Athaulf hatten zuvor versucht, das strategisch sehr wichtige Africa einzunehmen; die Idee war also naheliegend. Schon 425 hatten die Vandalen zudem ihre nautischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt und waren bis zur Provinz Mauretania gesegelt. Salvianus von Massilia behauptet sogar, dass Geiserich die Eroberung Afrikas als eine ihm von Gott gestellte Aufgabe gesehen habe. 15.000 bis 20.000 Krieger mit ihren Frauen und Kindern – zusammen etwa 80.000 Menschen – gingen jedenfalls in Afrika an Land (vielleicht in Tingis, vielleicht aber auch weiter östlich) und begannen zunächst ihren Marsch nach Osten in Richtung Karthago. Neben Vandalen und Alanen gehörten dem Verband auch Soldaten anderer Herkunft an, insbesondere wohl Goten. Da sie die stark befestigte Stadt Karthago nicht einnehmen konnten, wandten sie sich wieder nach Westen und zogen die Küste entlang nach Hippo Regius. Auf ihrem Weg dorthin kam es zum Kampf mit dem inzwischen vom Kaiser als comes Africae bestätigten Bonifatius, in dem die Vandalen Sieger blieben. Bonifatius, der nur über schwache Truppenkontingente verfügte, musste sich mit dem Rest seiner Streitkräfte in die Stadt zurückziehen. Der Kirchenvater Augustinus war zu dieser Zeit Bischof der Stadt. Im Juni 430 begannen die Vandalen die Belagerung der Stadt, die erst 431, nach vierzehn Monaten, fiel. Bonifatius, dem es gelungen war, vor dem Fall aus der Stadt zu entkommen, schloss sich mit dem vom oströmischen Reich entsandten Heermeister Aspar zusammen. Zwei Jahre später (432) kam es erneut zu einer Schlacht zwischen Römern und Vandalen; wieder blieben Letztere aber Sieger. Während Aspar nun die Verteidigung Karthagos übernahm, kehrte Bonifatius an den Hof nach Ravenna zurück, um dort den Posten als oberster Heermeister des Westreiches zu übernehmen und gegen seinen Rivalen Flavius Aëtius zu kämpfen. In diesem Bürgerkrieg fand er allerdings den Tod. Geiserich konnte schließlich 435 einen offiziellen Bündnisvertrag (foedus) mit Ravenna, wo inzwischen Aëtius der starke Mann war, schließen, der ihm die Kontrolle wichtiger Gebiete überließ. Nachdem die Römer vier Jahre später (439) eine schwere Niederlage gegen die Westgoten erlitten hatten, nutzte Geiserich die günstige Gelegenheit, brach das foedus und nahm am 19. Oktober 439 die Metropole Karthago ein.[3] Im Jahr 441 scheiterte eine römische Gegenoffensive, und im folgenden Jahr (442) wurde Geiserich durch ein neues foedus als erster rex eines „germanischen“ Reiches auf dem Boden des Imperiums vom weströmischen Kaiser Valentinian III. faktisch als eigenständiger Herrscher anerkannt, auch wenn Africa offiziell Teil des Imperium Romanum blieb.[4] Der Vertrag sah zudem vor, dass Geiserichs Sohn Hunerich die Kaisertochter Eudocia heiraten solle, sobald diese alt genug sein würde.[5] Hunerichs bisherige Gattin, eine Tochter des westgotischen rex, wurde verstümmelt zu ihrem Vater geschickt. Geiserich leistete aber später Aëtius keine Unterstützung in seinen Kämpfen gegen die Hunnen, sondern scheint sich 450 vielmehr mit Attila gegen Aëtius und die Westgoten verbündet zu haben. In Africa etablierte Geiserich, der noch im Jahr 442 eine Verschwörung blutig unterdrücken musste (vielleicht gehört die Verstümmelung der gotischen Prinzessin auch erst in diesen Zusammenhang), ein Reich, welches für fast hundert Jahre bestand und vor allem für den weströmischen Staat und Italien eine ernsthafte Bedrohung darstellte. Africa war dicht besiedelt und galt als die Kornkammer Roms und Italiens; es war somit von enormer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung und erbrachte gewaltige Steuereinnahmen, die Westrom nun fehlten, was fatale Folgen haben sollte. Geiserich konnte nun den Kaiser erpressen, griff seit 440 immer wieder in die weströmische Innenpolitik ein und stoppte zu diesem Zweck wiederholt die lebenswichtigen Getreidelieferungen nach Rom. Allerdings stellten die vandalischen Krieger nur eine dünne Oberschicht – moderne Schätzungen gehen von circa 10 Millionen Römern beziehungsweise Romanen und kaum 100.000 Vandalen aus. In der jüngsten Forschung wird zudem betont, dass die Vandalen früh gründlich romanisiert wurden und die vandalische Sprache schnell ausstarb. Karthago wurde zur Hauptstadt, in der Geiserich die Vandalen verstärkt ansiedelte. Lateinische Dichtung und Rhetorik blühten. Zwar schrumpfte die Stadt, die vor 439 über 200.000 Einwohner gezählt hatte; doch die Wirtschaft profitierte davon, dass die Überschüsse nicht mehr nach Italien abgeführt werden mussten. Der König schuf eine bedeutende Flotte und eroberte Stützpunkte auf Sardinien, Korsika und den Balearen sowie einen Teil von Sizilien. Im Jahr 455 griff Geiserich in die nach der Ermordung Valentinians III. in Italien ausgebrochenen Wirren ein. Nach der Plünderung Roms brachte er die weströmische Kaiserinwitwe Licinia Eudoxia, der nachgesagt wurde, dass sie Geiserich gegen den Usurpator Petronius Maximus zu Hilfe gerufen hatte, mit ihren beiden Töchtern Eudocia und Placidia nach Africa. Hunerich heiratete dort 456 Eudocia, mit der er ja schon seit über 10 Jahren verlobt war.[1] Sein Sohn aus dieser Ehe sollte später der vorletzte vandalische rex sein. Immer wieder versuchte man, Geiserich aus Africa zu vertreiben, um die Handlungsfähigkeit der weströmischen Regierung wiederherzustellen. Im Jahr 460 zerstörte Geiserich große Teile einer weströmischen Flotte in Spanien, die von Kaiser Majorian gegen ihn in Marsch gesetzt worden war (Schlacht bei Cartagena). Eine weitere, noch sehr viel größer angelegte Landungsoperation West- und Ostroms konnte Geiserich 468 mit viel Glück und dank des Versagens des römischen Feldherrn Basiliskos zurückschlagen.[4] Im Jahr 472 gelang es ihm dann, die Erhebung seines Verwandten Olybrius, des Schwagers der Eudocia, zum neuen Westkaiser durchzusetzen; dieser starb allerdings kurz darauf. Geiserich krönte sein Lebenswerk zwei Jahre später (474) durch ein foedus mit dem oströmischen Kaiser Zeno, in dem ihm und seinen legitimen Nachfolgern die Herrschaft über Karthago garantiert wurde. Geiserich starb am 25. Januar 477, sein Nachfolger wurde sein Sohn Hunerich.[4] Seine Nachfolge wurde, seinen Vorschriften gemäß, fortan als Seniorat geregelt. Das Vandalenreich bestand als Vertragspartner des Römischen Reiches fort, bis im Jahr 530 sein Enkel Hilderich vom Usurpator Gelimer entthront wurde. In den kommenden Jahren wurde das Reich von Ostrom militärisch zerschlagen. Geiserich gehörte zu den bedeutendsten Gestalten der Völkerwanderungszeit, er wird in den Quellen als kriegerisch und dennoch weise beschrieben; sein Organisationstalent hatte er mit der Überführung der Vandalen und der Ansiedlung in Africa bewiesen, wenn es auch im Land zu starken Spannungen zwischen den arianischen Vandalen und den katholischen Romanen kam. Sein Ziel war es, seinem Verband den dauerhaften Besitz des reichen Africa zu sichern; aus diesem Grund griff er immer wieder in die Bürgerkriege ein, die die letzten Jahrzehnte Westroms prägten, und trug so entscheidend zur Destabilisierung des Reiches bei. Denkmäler Eine Gedenktafel für ihn fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg, da Geiserich als Germane im 19. Jahrhundert als „Vorfahr der Deutschen“ galt. | (Vandalen), rex Geiserich (I24192)
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| 5482 | Auvergne ist die Familie der Grafen der Auvergne ab dem 10. Jahrhundert. Sie stammt von den Vizegrafen der Auvergne ab, die Ende des 9. Jahrhunderts eingesetzt worden waren, als die Auvergne im Besitz der Herzöge von Aquitanien war. Nach dem Tod des Herzogs Wilhelm III. 963 und folgenden Kämpfe innerhalb Aquitaniens verschoben sich die Machtverhältnisse zugunsten der Vizegrafen, die bald zu Grafen der Auvergne aufstiegen. Um 1155 kam es nach dem Tod des Grafen Robert III. († wohl 1145) innerhalb der Familie zur Krise. Die Grafschaft erbte Roberts Sohn Wilhelm VII., doch nutzte sein Onkel Wilhelm, Graf von Velay, die Teilnahme des jungen Grafen am Zweiten Kreuzzug (1147–1149) aus, um sich fast die gesamte Auvergne anzueignen, und dem abwesenden Erben lediglich einige Herrschaften zu lassen, die seine Nachfolger dann als Dauphin der Auvergne (die Mutter Wilhelms VII. stammte aus der Familie der Dauphin von Viennois) regierten. Zitat vom Sep 2023 aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Auvergne_(Adelsgeschlecht) | von Clermont (Auvergne), Herrin Catherine (I6728)
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| 5483 | Auvergne ist die Familie der Grafen der Auvergne ab dem 10. Jahrhundert. Sie stammt von den Vizegrafen der Auvergne ab, die Ende des 9. Jahrhunderts eingesetzt worden waren, als die Auvergne im Besitz der Herzöge von Aquitanien war. Nach dem Tod des Herzogs Wilhelm III. 963 und folgenden Kämpfe innerhalb Aquitaniens verschoben sich die Machtverhältnisse zugunsten der Vizegrafen, die bald zu Grafen der Auvergne aufstiegen. Um 1155 kam es nach dem Tod des Grafen Robert III. († wohl 1145) innerhalb der Familie zur Krise. Die Grafschaft erbte Roberts Sohn Wilhelm VII., doch nutzte sein Onkel Wilhelm, Graf von Velay, die Teilnahme des jungen Grafen am Zweiten Kreuzzug (1147–1149) aus, um sich fast die gesamte Auvergne anzueignen, und dem abwesenden Erben lediglich einige Herrschaften zu lassen, die seine Nachfolger dann als Dauphin der Auvergne (die Mutter Wilhelms VII. stammte aus der Familie der Dauphin von Viennois) regierten. Zitat vom Sep 2023 aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Auvergne_(Adelsgeschlecht) | von Clermont (Auvergne), Graf Robert III. (I42540)
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| 5484 | Auvergne ist die Familie der Grafen der Auvergne ab dem 10. Jahrhundert. Sie stammt von den Vizegrafen der Auvergne ab, die Ende des 9. Jahrhunderts eingesetzt worden waren, als die Auvergne im Besitz der Herzöge von Aquitanien war. Nach dem Tod des Herzogs Wilhelm III. 963 und folgenden Kämpfe innerhalb Aquitaniens verschoben sich die Machtverhältnisse zugunsten der Vizegrafen, die bald zu Grafen der Auvergne aufstiegen. Um 1155 kam es nach dem Tod des Grafen Robert III. († wohl 1145) innerhalb der Familie zur Krise. Die Grafschaft erbte Roberts Sohn Wilhelm VII., doch nutzte sein Onkel Wilhelm, Graf von Velay, die Teilnahme des jungen Grafen am Zweiten Kreuzzug (1147–1149) aus, um sich fast die gesamte Auvergne anzueignen, und dem abwesenden Erben lediglich einige Herrschaften zu lassen, die seine Nachfolger dann als Dauphin der Auvergne (die Mutter Wilhelms VII. stammte aus der Familie der Dauphin von Viennois) regierten. Zitat vom Sep 2023 aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Auvergne_(Adelsgeschlecht) | von Clermont (Auvergne), Graf Guillaume VII. (Wilhelm) (I42538)
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| 5485 | Auzug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herminafried Herminafried (auch Hermenefred, Erminafried, Irminfried; * vor 485; † vor 534 in Tolbiacum (heute: Zülpich)) war ein Sohn des thüringischen Königs Bisinus und übernahm um 510 die Herrschaft von seinem Vater. Zwischen 506 und 510 heiratete er Amalaberga, eine Nichte des Ostgotenkönigs Theoderich, der damit sein antifränkisches Bündnissystem in den mitteldeutschen Raum ausweitete. Aus dieser Verbindung gingen zwei oder mehrere Kinder hervor: der Sohn Amalafrid und eine Tochter, die mit Audoin, dem Herzog/König der Langobarden, verheiratet war. Ob Herminafried getauft war, lässt sich nicht bestimmen. Seine Frau war auf jeden Fall Arianerin. Ausgrabungsergebnisse legen jedoch nahe, dass zumindest Teile des thüringischen Adels das Christentum (nizänisch oder arianisch) annahmen. Regierungszeit Nach der Herrschaftsübernahme kam es wohl zu einer Reichsteilung, da Herminafrieds Brüder Baderich und Berthachar gleichfalls als Könige erwähnt werden. Wie das Verhältnis der drei Könige untereinander war, lässt sich nicht herausfinden. Zumindest scheint Herminafried eine Vorrangstellung eingenommen zu haben. Die fränkischen Quellen (Gregor von Tours: Historiarum libri decem und Venantius Fortunatus: Vita Radegundis) sind in dieser Hinsicht indifferent. Die negative Darstellung des Herminafried bei Gregor ist möglicherweise mit der Feindschaft der Franken zu den Thüringern und mit Gregors Absicht, die fränkische Eroberung des Thüringerreiches zu rechtfertigen, zu erklären. Nach der Herrschaftskonsolidierung Herminafrieds band Theoderich Thüringen wahrscheinlich um 507 in seine antifränkische Koalition ein, die durch die Heirat mit Amalaberga gefestigt wurde und bis zum Tod Theoderichs im Jahre 526 das Land vor fränkischen Übergriffen bewahrte. Vermutlich um 529 wurde wahrscheinlich ein erster Invasionsversuch der Merowinger zurückgeschlagen. Jedoch war die fränkische Invasion 531, nach einer vernichtenden Niederlage des thüringischen Heeres an der Unstrut, erfolgreich, und hatte den Sturz Herminafrieds zumindest in seinen Kerngebieten zur Folge. Bis 534 konnte er sich anscheinend noch in einem abgelegenen östlichen Teilgebiet behaupten. Nach 531 und vor 534 wurde er unter einem Vorwand zu Verhandlungen mit dem Merowinger Theuderich I. nach Zülpich gelockt und dort von den Festungsmauern gestürzt. Gregor von Tours sagt lapidar dazu: a nesquio quo (man weiß nicht von wem), deutet aber an, dass Theuderich hinter der Tat gesteckt haben dürfte. Herminafried ist unter dem Namen Irminfried eine der Hauptgestalten des sogenannten Iringliedes. Anscheinend gab es beim Untergang des Thüringerreiches auch Verrat, wie diese Sage es impliziert. Die durch die Sage hervorgerufene Vermutung, dass Burgscheidungen der Königssitz Herminafrieds gewesen sei, konnte durch Ausgrabungen bisher nicht bestätigt werden.[1] Herbsleben wird wegen seiner zentralen Lage im Thüringer Becken vom Liedermacher und Autor Reinhold Andert als Königssitz des Herminafried gesehen,[2] der Personenname in dem Ortsnamen "Herifridesleiben, "Herfridesleba" ist jedoch Herfried und nicht Herminafried.[3] | (Thüringer), König Herminafried (I24083)
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| 5486 | Auzug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Sternberg_(böhmisches_Adelsgeschlecht) Während der Hussitenkriege standen Angehörige des Geschlechts Sternberg auf beiden Seiten der Kriegführenden. Der Bedeutendste war Zdenko von Sternberg (1410–1474); 1452 unterstützte er die Wahl des Landesverwalters Georg von Podiebrad, Witwer seiner Verwandten Kunigunde von Sternberg, zum Statthalter Böhmens und 1458 zum König. 1461 fädelte er die Heirat von dessen elfjähriger Tochter Katharina mit dem ungarischen König Matthias Corvinus ein. 1465 kam es zum Bruch mit dem utraquistischen König Georg und Zdenko stellte sich an die Spitze der Grünberger Allianz. Georg ließ 1467 Zdenkos Burgen verwüsten, darunter Böhmisch Sternberg. 1469 proklamierte Zdenko schließlich Matthias Corvinus gegen Georg als neuen König von Böhmen; dieser ernannte ihn zum Oberhauptmann des Königreichs und stattete ihn mit einer Armee aus, mit welcher er die Utraquisten bekämpfte. | von Böhmen (von Podiebrad), König Georg (I26935)
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| 5487 | Avelinas Ehe mit Edmund blieb kinderlos. | de Forz, Avelina (I8377)
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| 5488 | Avesnes war ein fränkisches Adelsgeschlecht. Um das Jahr 1000 gehörte das ganze Gebiet um die Stadt Avesnes (heute Frankreich Dep. Nord) zum Territorium der Grafschaft Hennegau. Einer der mächtigsten Vasallen des Grafen war Wederich der Rote (Wéderic), Herr von Leuze und Condé. Sein Sohn Wederich II. „der Gebartete“ und dessen Sohn Theobald ließen in Avesnes eine Burg errichten. Diese wurde später Stammsitz der gleichnamigen Familie. Wederichs einzige Tochter Ada heiratet den Vogt von Doornick, Fastradus von Oisy († 5. Juni 1093). https://de.wikipedia.org/wiki/Avesnes_(Adelsgeschlecht) | von Avesnes, Burkhard (I8446)
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| 5489 | Avesnes-sur-Helpe wurde im 11. Jahrhundert durch Wédric Le Barbu und dessen Sohn Thierry gegründet, die auch erste Befestigungsanlagen bauen ließen. Sie bildete eine eigene Herrschaft im Hennegau, wechselte aber mehrfach den Herrn und kam 1433 an Burgund. Nach dem Tod Karls des Kühnen wurde der Ort 1477 durch König Ludwig XI. erobert und zerstört, gelangte jedoch an die Habsburger. 1556 kam Avesnes mit dem Hennegau von den österreichischen an die spanischen Habsburger und wurde 1659 im Pyrenäenfrieden an Frankreich abgetreten. Vauban ließ die Stadt auf Befehl von Ludwig XIV. neu befestigen. https://de.wikipedia.org/wiki/Avesnes-sur-Helpe | von Avesnes, Herr Jakob (I8479)
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| 5490 | Avesnes-sur-Helpe wurde im 11. Jahrhundert durch Wédric Le Barbu und dessen Sohn Thierry gegründet, die auch erste Befestigungsanlagen bauen ließen. Sie bildete eine eigene Herrschaft im Hennegau, wechselte aber mehrfach den Herrn und kam 1433 an Burgund. Nach dem Tod Karls des Kühnen wurde der Ort 1477 durch König Ludwig XI. erobert und zerstört, gelangte jedoch an die Habsburger. 1556 kam Avesnes mit dem Hennegau von den österreichischen an die spanischen Habsburger und wurde 1659 im Pyrenäenfrieden an Frankreich abgetreten. Vauban ließ die Stadt auf Befehl von Ludwig XIV. neu befestigen. https://de.wikipedia.org/wiki/Avesnes-sur-Helpe | von Avesnes (von Oisy), Nicholas (I8482)
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| 5491 | Aydelheid soll eine Nichte des Königs Rudolf I. sein. In den Stammtafeln kann ich diese nicht finden? (ms) | von Habsburg, Adelheid (I8112)
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| 5492 | Aymon heiratete Violanta oder Yolanda von Montferrat, eine Tochter des Markgrafen Theodor I. von Montferrat. | Familie: Graf Aymon von Savoyen / Violante (Yolanda) von Montferrat (Byzanz, Palaiologen) (F4775)
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| 5493 | Azzo VII. hatte einen unehelichen Sohn, Mutter unbekannt: - Obizzo II. (* 1247; † 13. Februar 1293) ⚭ 1) 1263 Jakobine († Dezember 1287), ⚭ 2) Juli 1289 Costanza della Scala († 1306) Tochter des Alberto I. della Scala von Verona, Podestà von Ferrara seit 1264, von Modena seit 1288, Herr von Reggio 1289–1293 | Familie: Rinaldo I. d'Este / (F21379)
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| 5494 | Bächligen|r ? | Gisler, Katharina (I40134)
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| 5495 | Bachliger (?) | Planzer, Andreas (I40182)
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| 5496 | Bäcker | Senn, Jakob Friedrich (I3390)
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| 5497 | Bäcker in Feldberg | Volck, Gallus (Galli) (I925)
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| 5498 | Bäcker in Kandern und Loerrach | Senn, Jakob Friedrich (I3390)
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| 5499 | Bäcker in Wollbach, Loerrach, Baden | Meyer, Simon (I3600)
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| 5500 | Bäcker „Beck“ | Meyer, Fridlin (I6246)
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