Menia (Langobardin)

Menia (Langobardin)

weiblich - nach 510

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  • Name Menia (Langobardin) 
    • Die Langobarden (lateinisch Langobardi, griechisch οἱ Λαγγοβάρδοι,[1] auch Winniler) waren ein Teilstamm der Stammesgruppe der Sueben, eng mit den Semnonen verwandt, und damit ein elbgermanischer Stamm, der ursprünglich an der unteren Elbe siedelte.
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Langobarden
    Geschlecht weiblich 
    Gestorben nach 510 
    Personen-Kennung I24082  Reise in die Geschichte / Journey into the history / Voyage dans l'histoire
    Zuletzt bearbeitet am 7 Feb 2021 

    Familie 1 König Bisinus (Thüringer) 
    Kinder 
    +1. König Herminafried (Thüringer),   geb. vor 485,   gest. vor 534, Zülpich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter ~ 49 Jahre)
    +2. König Berthacher (Thüringer),   geb. cir 485,   gest. cir 530  (Alter ~ 45 Jahre)
     3. König Baderich (Thüringer),   geb. zw 480 und 490,   gest. cir 530  (Alter ~ 40 Jahre)
     4. Raicunda,   gest. 512
    Zuletzt bearbeitet am 27 Jan 2021 
    Familien-Kennung F12395  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 2 (Gausus) (Langobarden) 
    Kinder 
    +1. König Audoin (Gausus) (Langobarden),   geb. cir 515,   gest. cir 560  (Alter ~ 45 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 27 Jan 2021 
    Familien-Kennung F12396  Familienblatt  |  Familientafel

  • Orte, Wohnen
    Langobardenreich
    Langobardenreich
    Die langobardischen Herrschaftsgebiete in Italien: Das Langobardische Königreich (Neustrien, Austrien und Tuszien) und die Herzogtümer von Spoleto und Benevent.

    (Bild: Wikipedia; Johann Gustav Droysen - Allgemeiner Historischer Handatlas - © Gemeinfrei)

  • Notizen 
    • Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Menia

      Menia († nach 510) war eine Langobardin, vermutlich aus dem Königsgeschlecht. Sie wird bei Venantius Fortunatus (um 600) erwähnt und war in ihrer ersten Ehe bis etwa 500–510 mit dem Thüringerkönig Bisin verheiratet[1] und nach dessen Tod mit einem nicht namentlich bekannten Langobarden aus dem Geschlecht der Gausen. Alboin, der Begründer des italienischen Langobardenreiches, war ihr Enkel.

      Menia war die Gattin des ersten namentlich bekannten Thüringerkönigs Bisin (oder Basin).[2] Mit ihm hatte sie drei namentlich bekannte Söhne, Herminafried, Berthachar und Baderich, die nach dem Tod ihres Vaters das Reich unter sich aufteilten, sowie eine Tochter, Raicunda,[2] die um 510 den lethingischen Langobardenkönig Wacho heiratete, aber bald darauf starb und kinderlos blieb.[2] Menia ging, wohl nach dem Tod Bisins, zusammen mit ihrer Tochter in Wachos Langobardenreich an der mittleren Donau und heiratete dort etwa um 510 in zweiter Ehe einen Langobarden aus Gausus’ Geschlecht. Aus dieser Ehe ging Audoin hervor, der spätere König des pannonischen Langobardenreichs an der unteren Donau.[3] Unter Audoins Sohn Alboin fielen die Langobarden im Jahr 568 in Italien ein und begründeten das italienische Langobardenreich.

      Rezeption
      Als Mutter und Großmutter dieser legendären Langobardenkönige blieb wohl auch Menia lange im kulturellen Gedächtnis. Nach dem Bericht des Paulus Diaconus in der Historia Langobardorum wurde ihr Enkel Alboin nicht nur bei den Langobarden, sondern auch bei den Baiern, Sachsen und anderen germanischen Völkern in Heldenliedern gepriesen;[4] selbst das angelsächsische Widsið (Widsithlied) im Exeter Book aus dem späten 10. Jahrhundert berichtet von Alboin.[5]

      Auf eine Spur der Königin Menia[6] in der byzantinischen hagiographischen Literatur (insbesondere Siziliens) sowie der altnordischen Literatur weist Wolfram Brandes hin.[2] Er führt an, dass eine Menia auch in der altnordischen Literatur vorkommt. Die Figur der Menia im Grottasǫngr aus der (Edda)[7] weise Übereinstimmungen mit der gleichnamigen Heldin in einer griechischen Heiligenvita Siziliens auf.[8] Es könne kein Zufall sein, konstatiert Brandes, dass beide den sehr seltenen und ungewöhnlich gebildeten (germanischen) Namen Menia tragen, Gold und Reichtum hervorbringen können, die eine im Grottasǫngr eine Riesin ist, die andere aber in der Vita die Gattin eines Nachkommen des „Riesenjägers“ Nimrod aus dem Alten Testament[9] und beide es vermögen, die „Zukunft zu schauen“.[10] Die Vita des hl. Pankratios von Taormina,[11] verfasst in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts, übermittelte laut Brandes offenbar Elemente langobardischer Heldensagen ins altnordische Grottilied.[12] So war diese Vita im griechischen Sizilien und ab ca. 800 auch im übrigen Byzantinischen Reich und vor allem in Konstantinopel verbreitet. Möglicherweise erreichten Nachrichten über die Hauptgegner der Byzantiner in Italien und deren Anführer die verbliebenen byzantinischen Gebiete, deren Vermittler sehr wahrscheinlich im griechischen Dienste stehende Varäger waren. Namentlich führt Brandes den Norwegerkönig Haraldr Sigurðarson harðráði († 1066) an, der 1039/1040 in einem byzantinischen Heer diente, das die Sarazenen in Sizilien bekämpfte. Haraldr und seine Gefolgschaft kamen sehr wahrscheinlich sogar nach Taormina, wo der Kult der mythischen Städtegründerin Menia gepflegt wurde[13] und die Memoria der Menia durch die Vita des Pankratios und deren liturgische Verwendung präsent war.[10]

      Es seien wohl diese Elemente byzantinischer liturgischer Memoria, schlussfolgert Brandes, die offenbar von Skandinaviern auf einem byzantinischen Feldzug gegen die Sazarenen in Sizilien gehört und nach dem skandinavischen Norden gebracht wurden, wo sie der Königin Menia ein langes Nachleben in der altnordischen Edda einbrachten.[10]