Landammann & Ritter Sebastian Peregrin Zweyer (Zwyer) von Evibach

Landammann & Ritter Sebastian Peregrin Zweyer (Zwyer) von Evibach

männlich 1597 - 1661  (64 Jahre)

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  • Name Sebastian Peregrin Zweyer (Zwyer) von Evibach 
    • Sebastian Peregrin Zwyer, war kaiserlicher Feldmarschall-Leutnant und gilt als einer der einflussreichsten Staatsmänner der Eidgenossenschaft im 17. Jahrhundert.
    • Es finden sich zahlreiche Schreibformen des Namens (Efibach, Evibach, Evenbach).
    • Die Zweyer von Evenbach (auch: Zwyer von Evibach) waren ein aus dem innerschweizerischen Uri stammendes Geschlecht, das 1688 in den Freiherrenstand erhoben wurde und seit dem 14. Jahrhundert bis 1836 nachweisbar ist.
      Das Geschlecht stammt aus dem Weiler Öfibach in der Gemeinde Silenen im schweizerischen Kanton Uri. Urkundlich erwähnt sind Familienmitglieder sicher zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert gehörte die Familie zur ländlichen Oberschicht von Altdorf im Kanton Uri.
      Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Zweyer_von_Evenbach_(Adelsgeschlecht)
    Titel Landammann & Ritter 
    Geboren 1597  Klingnau, Aargau, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Krieg / Gefechte 8 Nov 1620  Weisser Berg, Prag, Tschechien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Teilnehmer an der Schlacht am Weissen Berg
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Weißen_Berg 
    Beruf / Beschäftigung 1622  Vogtei Kaiserstuhl, Aargau, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Übernimmt von seinem verstorbenen Vater das Amt des bischöflichen Obervogtes von Kaiserstuhl. 
    Beruf / Beschäftigung 1622  Vogtei Klingnau, Aargau, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Übernimmt von seinem verstorbenen Vater das Amt des bischöflichen Obervogtes von Klingnau 
    Krieg / Gefechte 1624  Glückstadt, Holstein, Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Teilnehmer an der Schlacht bei Glückstadt. Peregrin wurde dabei verwundet. 
    Beruf / Beschäftigung 1632 
    Regimentsinhaber 
    • Vorerst Page des Herzogs von Alba, trat Sebastian Peregrin 1619 als Hauptmann in den kaiserlichen Dienst, avancierte 1624 zum Oberstleutenant und 1632
      zum Regimentsinhaber.
    Krieg / Gefechte 6 Sep 1634  Schlachtfeld Nördlingen, Bayern, Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Führer und Sieger in der Schlacht bei Nördlingen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Nördlingen 
    Beruf / Beschäftigung 1635 
    Generalmajor und Kriegsrat 
    • Nach der Wahl zum Generalmajor und kaiserlichen Kriegsrat 1635 reorganisierte Zwyer die kaiserliche Armee, übernahm 1638 das Kommando des von den katholischen Kantonen Spanien zugesicherten Regimentes, um 1641 wieder den Dienst des Kaisers aufzunehmen, rückte 1642 zum Feldmarschall-Leutenant vor. 1647 verliess Zwyer den fremden Kriegsdienst und zog sich in seine Heimat zurück.
    Besitz vor 1644  Schloss Wartegg Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Erwirbt Schloss Wartegg 
    Beruf / Beschäftigung 1645  Uri, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Landesstatthalter 
    Beruf / Beschäftigung 1648  Uri, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Landeshauptmann 
    Beruf / Beschäftigung 1650  Wien, Österreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Eidgenössischer Bote 
    • 1650 wurde Zwyer mit Bürgermeister J. R. Wettstein von Basel als eidg. Bote nach Wien entsandt zur Ratifikation der beim westphälischen Frieden zu Münster für die Schweiz erwirkten Vergünstigungen.
    Krieg / Gefechte 1653  Westliches Schweizer Mittelland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Führer der urschweizerischen Truppen im Bauernkrieg.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Bauernkrieg 
    • Im Bauernkrieg 1653 kommandierte General Zwyer die urschweizerischen Truppen, warf den Aufstand nieder und erhielt von Luzern nebst goldener Kette mit Denkmünze am 12. Juli 1653 das Ehrenbürgerrecht.
    Ehrung 28 Jun 1653 
    Erhält Reichsritterwürde 
    • An seinem Krönungstage, den 28. Juni 1653, verlieh Kaiser Ferdinand IV. Zwyer die Reichsritterwürde.
    Beruf / Beschäftigung 1644-1658 
    Tagsatzungsgesandter für Uri 
    Ehrung 6 Aug 1658 
    Wird zu Reichsfreiherrn erhoben. 
    Beruf / Beschäftigung 1647-1651 & 1657-1659  Uri, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Der 69. Landammann von Uri (Amtsperiode 125 und 129) 
    Wohnort Zwyerhaus, Attingerstrasse, Altdorf, Uri, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Gestorben 15 Feb 1661  Altdorf, Uri, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I7743  Reise in die Geschichte / Journey into the history / Voyage dans l'histoire
    Zuletzt bearbeitet am 24 Mai 2020 

    Vater Hauptmann Andreas Zweyer (Zwyer) von Evibach,   geb. 1552,   gest. cir 1627  (Alter 75 Jahre) 
    Mutter Helena von Beroldingen 
    Verheiratet 1593 
    Familien-Kennung F4140  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Maria Ursula von Roll,   geb. Altdorf, Uri, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Verheiratet 1620  [1
    Notizen 
    • Das Ehepaar hatte 7 Kinder, 4 Töchter und 3 Söhne
    Kinder 
    +1. Anna Katharina Zweyer (Zwyer) von Evibach,   geb. Altdorf, Uri, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 8 Sep 1661
    +2. Maria Ursula Zweyer (Zwyer) von Evibach,   geb. Altdorf, Uri, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort
    +3. Maria Magdalena Zweyer (Zwyer) von Evibach,   geb. Altdorf, Uri, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort
    +4. Maria Anna Zweyer (Zwyer) von Evibach,   geb. Altdorf, Uri, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort
    Zuletzt bearbeitet am 27 Aug 2019 
    Familien-Kennung F3631  Familienblatt  |  Familientafel

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeboren - 1597 - Klingnau, Aargau, Schweiz Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsKrieg / Gefechte - Teilnehmer an der Schlacht am Weissen Berg https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Weißen_Berg - 8 Nov 1620 - Weisser Berg, Prag, Tschechien Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsBeruf / Beschäftigung - Übernimmt von seinem verstorbenen Vater das Amt des bischöflichen Obervogtes von Kaiserstuhl. - 1622 - Vogtei Kaiserstuhl, Aargau, Schweiz Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsBeruf / Beschäftigung - Übernimmt von seinem verstorbenen Vater das Amt des bischöflichen Obervogtes von Klingnau - 1622 - Vogtei Klingnau, Aargau, Schweiz Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsKrieg / Gefechte - Teilnehmer an der Schlacht bei Glückstadt. Peregrin wurde dabei verwundet. - 1624 - Glückstadt, Holstein, Deutschland Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsKrieg / Gefechte - Führer und Sieger in der Schlacht bei Nördlingen https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Nördlingen - 6 Sep 1634 - Schlachtfeld Nördlingen, Bayern, Deutschland Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsBesitz - Erwirbt Schloss Wartegg - vor 1644 - Schloss Wartegg Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsBeruf / Beschäftigung - Landesstatthalter - 1645 - Uri, Schweiz Link zu Google Earth
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  • Fotos Mittelalter
    Zwyer Sebastian Peregrin
    Zwyer Sebastian Peregrin

    Wappen & Siegel
    Zweyer von Evenbach (Zwyer von Evibach) - Familienwappen
    Zweyer von Evenbach (Zwyer von Evibach) - Familienwappen
    Huber Emil (1867-1934), Altdorf, Urner Wappenbuch, S. 60 / © Staatsarchiv Uri, Altdorf - Anzahl verschiedener Wappen der Geschlechter Zwyer: 3 (In diesem Stammbaum verwendet: 2)

    In Blau an drei goldenen Zweigen drei goldene Lindenblätter (2. 1.) aufrecht stehend.

    Wappen:
    I. In Blau drei Zweige mit je 5 Blättern, die untern zwei silbern, die obern golden.
    II. Durch das kaiserliche Diplom vom 6. Mai 1668, womit die Familie von Landammann Zwyer in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde, fand eine Wappenbesserung statt : in Blau mit goldenem Bord drei gestielte goldene Lindenblätter.

    Natürlich hatte nicht jede Familie ein Wappen. Zur besseren Übesicht in den Grafiken habe ich jedoch allen Mitglieder der Urner Geschlechter das jeweilige Familienwappen zugewiesen.
    Sebastian Peregrin Zwyer von Evibach - Siegel (86)
    Sebastian Peregrin Zwyer von Evibach - Siegel (86)
    Ein Siegelabdruck des Landesmuseums von 1630, von feiner Gravierarbeit, hat 3,3 cm Durchmesser, Wappenschild mit Bord von 12 X-9 mm und Kleinod wie hievor beschrieben. 2 mm grosse Umschrift: " * S * SEB(AiSTIAN) BI(LGER ZW)EYER *", 2 mm breite Kranzeinfassung (Abbildung No. 86).
    Sebastian Peregrin Zwyer von Evibach - Siegel (87)
    Sebastian Peregrin Zwyer von Evibach - Siegel (87)
    Siegel an Schreiben im Stiftsarchiv St. Gallen:
    Vom 3. November 1631 (H. 1844) : Oktogon-Siegel von 18 x 15 mm. Wappen mit Siegelbild und Kleinod, wie hievor. Inschrift von y2 mm Höhe : „SEBASTIAN PEREGRIN . ZWYER VON . FRIBACH" (Abbildung No. 87);
    Sebastian Peregrin Zwyer von Evibach - Siegel (88)
    Sebastian Peregrin Zwyer von Evibach - Siegel (88)
    Siegel an Schreiben im Stiftsarchiv St. Gallen:
    Vom 12. Januar 1649 (D. I. 21/3) : Oktogones Ringsiegel von 10 X 9 mm, mit ähnlichem Siegelbild wie hievor (Abbildung No. 88).

    Geschichten
    Zwyer & Zweyer von Evibach
    Zwyer & Zweyer von Evibach
    (zur Verfügung gestellt von: Reto Zwyer)
    Zwyer - Zur Geschichte des Zwyerhauses und der Zwyerkapelle bei Altdorf
    Zwyer - Zur Geschichte des Zwyerhauses und der Zwyerkapelle bei Altdorf
    Autor: P. Siegfried Wind
    Aus: Der Geschichtsfreund : Mitteilungen des Historischen Vereins Zentralschweiz
    Band (Jahr): 74 (1919)
    Die Stadt Klingnau im Spätmittelalter (1269- 1415) : herrschaftliche Ansprüche und städtische Freiheiten im Wandel
    Die Stadt Klingnau im Spätmittelalter (1269- 1415) : herrschaftliche Ansprüche und städtische Freiheiten im Wandel
    Autor: Bruno Meier
    Aus: Argovia : Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau
    Band (Jahr): 118 (2006)

    Orte, Wohnen
    Zwyer-Kapelle - Altdorf
    Zwyer-Kapelle - Altdorf
    Baujahr 1598 - 1599 / oben ein Gemälde von 1836, das Foto stammt aus dem Jahr 2014

    Diese Kapelle und das angrenzende Wohnhaus wurde scheinbar nicht wie allgemein angenommen von Peregrin Zwyer, sondern von Alexander Bessler von Wattingen erbaut.
    (Siehe: Zur Geschichte des Zwyerhauses und der Zwyerkapelle bei Altdorf )
    Altdorf
    Altdorf
    Portrait der Gemeinde Altdorf, Uri, Schweiz
    Uri
    Uri
    Portrait des Landes Uri - Heute Kanton Uri, Schweiz

    Beruf, Arbeit
    Die Landammänner von Uri - 1
    Die Landammänner von Uri - 1
    - Kurzbeschreibung
    - Liste der Landammänner in den Jahren 1231 bis 1598
    Die Landammänner von Uri - 2
    Die Landammänner von Uri - 2
    - Kurzbeschieb
    - Liste der Lanammänner in den Jahren 1598 bis 1681

  • Notizen 

    • Der 69. Landammann von Uri (Amtsperiode 125 und 129) - Sebastian Peregrin Zwyer von Evibach

      Zwyer von Evibach, Sebastian Peregrin, in Altdorf, Landammann 1647—1651 und 1657—1659. † 5. Februar 1661; geboren 1597 zu Klingnau, als Sohn des Hauptmann Andreas, Obervogt zu Klingnau und Kaiserstuhl, und der Helena von Beroldingen, Gemahl der Maria Ursula von Roll, Tochter des Landammann Johann Peter und der Katharina Schmid.

      Die angesehene, einflussreiche Familie, welche ihren Zunamen vom Stammsitze beim Evibach zu Silenen ableitet und die ums Jahr 1400 nach Altdorf übersiedelte, ist in Uri seit Anfang des 18. Jahrhunderts ausgestorben, soll aber in einer Seitenlinie in Österreich noch fortbestehen.

      Wappen:
      I. In Blau drei Zweige mit je 5 Blättern, die untern zwei silbern,
      die obern golden.
      II. Durch das kaiserliche Diplom vom 6. Mai 1668, womit die Familie von Landammann Zwyer in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde, fand eine Wappenbesserung statt : in Blau mit goldenem Bord drei gestielte goldene Lindenblätter.

      Vorerst Page des Herzogs von Alba, trat Sebastian Peregrin 1619 als Hauptmann in den kaiserlichen Dienst, avancierte 1624 zum Oberstleutenant und 1632 zum Regimentsinhaber; Führer und Sieger in der Schlacht bei Nördlingen 6. September 1634. Nach der Wahl zum Generalmajor und kaiserlichen Kriegsrat 1635 reorganisierte Zwyer die kaiserliche Armee, übernahm 1638 das Kommando des von den katholischen Kantonen Spanien zugesicherten Regimentes, um 1641 wieder den Dienst des Kaisers aufzunehmen, rückte 1642 zum Feldmarschall-Leutenant vor. 1647 verliess Zwyer den fremden Kriegsdienst und zog sich in seine Heimat zurück. Als Tagsatzungsgesandter begegnet uns Zwyer von 1644—1658. Die Landsgemeinde wählte ihn 1645 zum Landesstatthalter und 1648 als Landshauptmann. 1650 wurde Zwyer mit Bürgermeister J. R. Wettstein von Basel als eidg. Bote nach Wien entsandt zur Ratifikation der beim westphälischen Frieden zu Münster für die Schweiz erwirkten Vergünstigungen. Im Bauernkrieg 1653 kommandierte General Zwyer die urschweizerischen Truppen, warf den Aufstand nieder und erhielt von Luzern nebst goldener Kette mit Denkmünze am 12. Juli 1653 das Ehrenbürgerrecht. An seinem Krönungstage, den 28. Juni 1653, verlieh Kaiser Ferdinand IV. Zwyer die Reichsritterwürde und am 6. August 1658 erhob er ihn zum Reichsfreiherrn.

      Seit 1627 Obervogt zu Klingnau und Kaiserstuhl, Erbtruchsess des Stiftes Konstanz, erwarb Sebastian Peregrin Zwyer das Schloss Wartegg am Bodensee und am 11. November 1644 mit seinem Bruder Joh. Franz die Herrschaft Hilfikon im Freiamt. Seine Bestrebungen, den 1. Villmergerkrieg zu verhindern, brachte Zwyer in Gegensatz zu einigen Orten und führte zu einem langwierigen Prozess, der bis 1660 dauerte.

      Die Zwyerkapelle zu Magigen an der Attinghauserstrasse liess Zwyer anlässlich der Pest von 1629 erstellen. (Anm. Nicht sicher? siehe dazu "Zur Geschichte des Zwyerhauses und der Zwyerkapelle bei Altdorf". ms)

      General Zwyer war wohl der bedeutendste und einsichtvollste Staatsmann, den die katholische Schweiz in dieser Zeit hervorgebracht.

      Den Sitzungssaal der Regierung im Rathause zu Altdorf schmückt ein Originalgemälde des General Zwyer.

      Das Siegel (Abb. No. 85) befindet sich an der Urkunde No. 1682 des Stadtarchives Baden (Gerichtliche Bestätigung eines Vertrages vom 6. April 1628, besiegelt von Obervogt Zwyer Seb. Peregrin), 3,6 cm Durchmesser. 2 mm hohe Umschrift: * S. SEBASTIAN / BILGER ZWEI/ER *". Wappenschild, mit Bord und 3 Blättern mit Zweig. Als Kleinod: 5 Pfauenfedern. Das Ganze eingerahmt durch einen starken Kranz.

      Ein Siegelabdruck des Landesmuseums von 1630, von feiner Gravierarbeit, hat 3,3 cm Durchmesser, Wappenschild mit Bord von 12 X-9 mm und Kleinod wie hievor beschrieben. 2 mm grosse Umschrift: " * S * SEB(AiSTIAN) BI(LGER ZW)EYER *", 2 mm breite Kranzeinfassung (Abbildung No. 86).

      An Schreiben im Stiftsarchiv St. Gallen sind Abdrücke von folgenden Siegeln:
      a) vom 3. November 1631 (H. 1844) : Oktogon-Siegel von 18 x 15 mm. Wappen mit Siegelbild und Kleinod, wie hievor. Inschrift von y2 mm Höhe : „SEBASTIAN PEREGRIN . ZWYER VON . FRIBACH" (Abbildung No. 87);
      b) vom 12. Januar 1649 (D. I. 21/3) : Oktogones Ringsiegel von 10 X 9 mm, mit ähnlichem Siegelbild wie hievor (Abbildung No. 88).

      Quelle: [2]

    • Zwyer von Evibach [Zwyer von Evebach], Sebastian Peregrin
      1597 vermutlich Klingnau, 15.2.1661 Altdorf (UR), kath., von Altdorf, Schwyz (bis Zwyerhandel), ab 1644 wahrscheinlich von Bremgarten (AG) und ab 1653 von Luzern (bis Zwyerhandel). Sohn des Andreas, Rats des Bf. von Konstanz sowie Obervogts von Kaiserstuhl und von Klingnau. ∞ 1620 Maria Ursula von Roll, Tochter des Johann Peter von Roll. Schwager des Johann Peter von Roll. Z. muss, an seinen späteren Schriften gemessen, eine sorgfältige Erziehung genossen haben. 1612-17 war er im span.-mailänd. Regiment des Johann Konrad von Beroldingen, 1619-42 im militär. Dienst des Kaisers. 1620 nahm er als Major an der Schlacht am Weissen Berg teil. Beim Tod seines Vaters 1622 übernahm er dessen Amt als bischöfl. Obervogt von Kaiserstuhl und Klingnau. 1624, als Oberstleutnant, wurde er in der Schlacht bei Glückstadt (Holstein) verwundet; 1630 befand er sich im kaiserl. Heer unter Matthias Gallas, das Mantua eroberte und plünderte. Verschiedene diplomat. Missionen in kaiserl. Auftrag führten Z. nach München und in die Eidgenossenschaft. 1632 stieg er zum kaiserl. Rat und Kammerherrn auf. 1633 half er als Kommandant der vier Waldstädte, die bedrohte Festung Breisach am Rhein zu retten. 1634 begleitete er als Berater dees span. Kardinal-Infanten Don Ferdinand dessen Heer von Kufstein in die span. Niederlande und beteiligte sich an der Schlacht bei Nördlingen. 1635 wurde er zum Generalmajor und Mitglied des höchsten Kriegsrats befördert, 1636 mit der Armeereform nach schwed. System betraut. Z. warb 1638 für den span.-mailänd. Dienst auf eigene Rechnung ein Regiment, das er bis zur Abdankung 1641 auf dem oberital. Kriegsschauplatz führte. Er kehrte in österr. Dienste zurück und schloss 1642 seine Solddienstkarriere als Feldmarschall-Leutnant ab.
      Fortan widmete sich Z. ausschliesslich der polit.-diplomat. Tätigkeit. 1643 übertrug ihm der Kaiser die Aufgabe eines inoffiziellen österr. Agenten in der Eidgenossenschaft. Z. wurde in Uri politisch tätig und war 1644-58 Tagsatzungsgesandter, 11645-47 Statthalter, 1647-51, 1657-59 Landammann sowie 1648 Landeshauptmann. Bis zum Westfäl. Frieden 1648 war er bestrebt, den franz.-schwed. Druck auf die Rheingrenze zu vermindern. Während der Verhandlungen in Westfalen unterstützte er Johann Rudolf Wettstein in dessen Bemühungen um die Ablösung der Eidgenossenschaft vom Reich. Danach versuchte Z., auf die verschiedenen innereidg. konfessionellen Streitigkeiten sowie auf die Stadt-Land- bzw. Herrschaft-Untertanen-Gegensätze dämpfend einzuwirken und die eidg. Politik vermehrt zugunsten Österreichs auszurichten. Er scheute dafür weder Arbeit noch Geldauslagen oder Reisen (Wien, Regensburg, Innsbruck, Turin, Mailand). So konnte er etwa die Bündniserneuerung mit Frankreich übüber Jahre hinweg verzögern, wenn auch nicht verhindern. 1653 wurde er zum Ritter geschlagen, 1658 zum Reichsfreiherrn erhoben. Der Bauernkrieg von 1653 sah Z. als Kommandanten der Luzerner Truppen, was ihm das Bürgerrecht Luzerns als "Retter der Stadt" einbrachte. Allerdings reichte sein polit. Einfluss auf Katholiken wie Reformierte nicht aus, um den 1. Villmergerkrieg 1656 zu verhindern. Z. kommandierte die Abwehr des zürcher. Angriffs auf Rapperswil, war aber nicht zu bewegen, offensiv vorzugehen. Dies und der von Sigmund von Erlach ausgestellte Schutzbrief für sein 1644 erworbenes Schloss Hilfikon erhob den Verdacht eines geheimen Einverständnisses mit den Evangelischen, der sich bald zu offener schwyzer. Anklage auswuchs. Der daraus entstehende Zwyerhandel entzweite 1656-61 die ganze Eidgenossenschaft. Er wurde weniger wegen Z.s angebl. Verschulden zur Staatsaffäre. Vielmehr hoffte die franz. Partei, seine innereidg. Macht zu brechen.
      Z. war gebildet, weltmännisch und standesbewusst. Er bewegte sich mühelos auf demokrat. wie aristokrat., lokalem wie internat. Parkett. Als barocke Persönlichkeit mit militär., diplomat. und polit. Weitblick konnte er streng katholisch, aber doch tolerant gegenüber Protestanten sein, sich als Patriot bezeichnen und gleichzeitig als Agent einer fremden Macht wirken. Er gehörte neben Wettstein oder von Erlach zu den einflussreichsten Staatsmännern des 17. Jh.

      Quellen
      – Rapporte und Ber. von Oberst Sebastian Peregrin Z. (1597-1661) über die Lage der Schweiz an den kaiserl. Hof zu Wien 1641-1661, hg. von A. Zurfluh, 1993
      – Kriegskorrespondenz 1631-1656, hg. von A. Zurfluh, 1995
      – Innenpolit. Korrespondenz (1620-1661), hg. von A. Zurfluh. 2000
      Literatur
      – K.C. Amrein, Sebastian Peregrin Z., 2 Tl., 1879-80
      – A. Zurfluh, Sebastian Peregrin Z., 1993
      – A. Zurfluh, «Sebastian Peregrin Z. (1597-1661)», in Gente ferocissima, hg. von N. Furrer et al., 1997, 17-30
      Autorin/Autor: Anselm Zurfluh

      Zitat aus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D15530.php


  • Quellen 
    1. [S9] Uri - Staatsarchiv, Stammbuch Nr. 33.
      Seite 229 - Zweyer von Evibach, Fam. Nr. 14

    2. [S71] Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, Friedrich Gisler, (Archives héraldiques suisses = Schweizerisches Archiv für Heraldik = Archivio araldico Svizzero), Band 52, Jahr 1938, Heft 3, Seiten 82, 83, 84.