| Notizen |
- Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_I._(Battenberg_und_Wittgenstein)
Werner I. (Battenberg und Wittgenstein)
Werners Abstammung ist unsicher.
Der Historiker Günther Wrede stellte in seiner 1927 verfassten Dissertation Territorialgeschichte der Grafschaft Wittgenstein[2] die These auf, dass Werner wohl mit den Edelherren von Grafschaft verwandt war. Der in den Jahren 1101 bis 1107 erwähnte Graf Tiemo (oder Thiemo, Dithmar) im oberen Lahngau (an der oberen Lahn und Eder) sei der wahrscheinliche Ahnherr der Grafen von Battenberg und von Wittgenstein. Tiemos Ahnen sollen nach dieser These noch vor 1100 als Vögte des 1072 von Erzbischof Anno II. von Köln gegründeten Benediktinerklosters Grafschaft in das Gebiet zwischen der oberen Lahn und der oberen Eder gekommen sein. Wrede nimmt eine Burggründung oberhalb von Laasphe um diese Zeit an, für die es keine Belege gibt. Tiemos Mutter Chuniza stammte vermutlich aus dem Geschlecht der Gisonen, und Erzbischof Anno II. kaufte das Gelände, auf dem er das Kloster Grafschaft anlegen ließ, von Chuniza und Tiemo.
Helfrich Bernhard Wenck betrachtete die Battenberger daher auch als einen Zweig der Gisonen.
Die Abstammung Werners I. von den Edelherren von Grafschaft wurde bereits von Ulrich Lennarz und neuerdings auch von Dieter Pfau aus namenskundlichen Überlegungen in Frage gestellt. Beide sehen Graf Werner I. eher in Verbindung mit den Herren (nicht „Grafen“) von Naumburg sowie den Grafen von Reichenbach/Ziegenhain.
Leben
In der Urkunde von 1174 ist Werner einer der Zeugen eines Friedensschlusses zwischen Heinrich Raspe III., dem Ludowinger-Regenten in deren hessischen Landesteilen, und Graf Engelbert von Berg und der Belehnung des Letzteren durch Heinrich Raspe mit der Burg Windeck. 1180 war Werner einer der Zeugen, die Kaiser Friedrich Barbarossas sog. Gelnhäuser Urkunde mit unterzeichneten, mit der Heinrich der Löwe mit der Oberacht belegt und seiner Herzogtümer verlustig ging.
Werner nahm am Kreuzzug Heinrichs VI. (1197/98) teil und schenkte nach seiner Rückkehr dem Johanniter-Orden Land in Wiesenfeld südwestlich von Frankenberg, auf dem dann das Johanniterhaus Wiesenfeld gegründet wurde.
Im Jahre 1190 schloss er einen Vertrag mit dem Erzbischof von Mainz, Konrad I. von Wittelsbach, demgemäß er dem Erzstift gegen eine Geldzahlung die Burg Wittgenstein aufzutragen versprach und sie von diesem als Lehen zurückerhalten sollte. Der Erzbischof blieb jedoch einen Teil der Zahlung schuldig, sodass der Vertrag nicht in Kraft trat und Werner sich schon nach einigen Jahren wieder aus der damit verbundenen Abhängigkeit befreien konnte. Erst in einem Vertrag mit Werners Söhnen Werner II., Widekind und Hermann vom 2. September 1223 gelang es dem neuen Erzbischof Siegfried II., die Auftragung der Burg Wittgenstein an das Erzstift zu erlangen und sie ihnen zu Lehen zu geben. Schon 1213 musste Werner mainzische Güter in Münchhausen, die der ehemaligen Abtei Amöneburg gehörten, an Erzbischof Siegfried II. zurückgeben und Verzicht leisten.
Werner I. von Battenberg und Wittgenstein regierte bis 1215 und starb wohl in diesem Jahr.
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