| Notizen |
- Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Achalm_(Adelsgeschlecht)
Die Grafen von Achalm oder auch Achalmer waren eine Adelsfamilie schwäbischer Grafen, die im 11. Jahrhundert von ihrem Stammsitz auf der Burg Achalm bei Reutlingen im heutigen Baden-Württemberg wirkten.
Ihr Name und Titel leitet sich vom Berg Achalm ab. Sie waren stammesverwandt mit den Grafen von Urach und werden übergreifend auch als zusammenhängendes Geschlecht der Achalm-Uracher bezeichnet.
Während die Linie der Achalmer schon 1098 nach nur zwei Generationen erlosch, mündete eine Uracher Linie ins Fürstenhaus Fürstenberg.
In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts erschienen zwei Brüder im Swiggerstal (das heutige Ermstal), Egino I. von Dettingen und Rudolf von Achalm, deren Herkunft urkundlich nicht belegt ist. Beide hatten Besitz im Schwäbischen, im Zürichgau und Thurgau.
Aufgrund von Besitztradition und Namenshäufigkeit wird in älteren Darstellungen eine Nachkommenschaft von dem Adelsgeschlecht der Unruochinger vermutet. Neuere Darstellungen schließen auf eine Herkunft aus dem ostfränkischen Raum. Beides könnte seine Verknüpfung durch eine Abstammung der Gebrüder von einem Egino mit Herkunft aus Ostfranken und der Königstochter Mathilde finden.[1] Mathilde ist eine Tochter von König Konrad von Burgund und damit Enkeltochter von Berta von Schwaben. Letztere ist wiederum eine Nachkommin der Unruochinger, über ihren Ur-Ur-Großvater Eberhard von Friaul.
Sichtbare Hinweise auf den frühen ehemaligen Stammsitz in Dettingen an der Erms geben nur noch die im Bempflinger Vertrag genannte und als Grabesstätte genutzte Kirche (später Stiftskirche) sowie der Zwiefalter Hof (Zehnthof des Klosters Zwiefaltens). Über die bauliche Gestalt des Herrenhofes im 11. Jahrhundert ist nichts bekannt.[2] Lediglich befindet sich auf der Gemarkung eine Gewannbezeichnung „Auf der Burg“[3] welche urkundlich 1454 als „Burgstall“[4] (=Burgstelle) genannt wird und auf eine früh abgegangene Burg hinweisen könnte. Die Karte „Burgen zwischen Alb und mittlerem Neckar“[5] zeigt in Dettingen einen Freiadelssitz von hochadligen Grafen vor 1050 und einen Ministerialensitz 1051 bis 1300 mit vermuteter Flach-(Wasser-)Burg mit unsicherem Standort nach 1200 bis 1300.[6] Ministeriale und Ritter „von Tettingen“ sind bis circa 1250 durch Schenkungen unter anderem an das Kloster Zwiefalten belegt.[7][8] Der ehemalige separate Dettinger Ortsteil Schneckenhofen (1360 „Schneggenhoven“ von snaga=Mantel den die Franken trugen[9][10]) weist auf freie kleinadelige fränkische Bewohner hin und könnte einen Zusammenhang zur möglichen ostfränkischen Herkunft von Egino I von Dettingen und Rudolf von Achalm aufweisen.
Der ältere Bruder Egino, ein Unterstützer der salischen Kaiser, begann um 1040 die Burg Achalm zu erbauen, die nach seinem Tod von dem jüngeren Rudolf vollendet wurde.
Durch die Heirat Rudolfs mit Adelheid von Wülflingen, einer Tochter des Grafen Liutold von Mömpelgard und Schwester des Erzbischofs Hunfried von Ravenna, erweiterte sich der Achalmer Herrschaftsbereich um die Grafschaft Mömpelgard und um Besitz im Thurgau. Rudolf und Adelheid hatten zehn Kinder.
Die beiden Erben Rudolfs – Kuno und Liutold – verwalteten ihren Besitz als Grafen von Achalm gemeinsam. Später (1086) benannte sich Kuno „von Wülflingen“ nach der von seiner Mutter in die Familie gebrachten Burg Alt-Wülflingen. Er hielt 1055/56 im Auftrag von Kaiser Heinrich III. (HRR) den Regensburger Bischof Gebhard III. auf seiner Burg gefangen.
Liutold blieb kinderlos und Kuno hatte keine legitimen Nachkommen. Daher stifteten beide mit einem großen Teil ihres Besitzes das Kloster Zwiefalten, in dem Liutold zuletzt als Mönch lebte und dann am 18. August 1098 verstarb, nachdem er 1092 der Welt, gichtkrank wie er war, den Rücken kehrte. Beide wurden im Kloster Zwiefalten begraben. Andere Besitzungen, darunter auch die Burg Achalm, fielen durch den Bempflinger Vertrag an ihren Neffen Werner IV. von Grüningen, der jedoch auch ohne männlichen Erben starb. Das Reichssturmfähnrichsamt, das von vier Werners, die sich Grafen von Grüningen nannten, ausgeübt worden war, fiel an die Herren von Württemberg.
Nach dem Verschwinden der Achalmer gingen Burg und Grafschaft Achalm in den Besitz von Verwandten der Zähringer über, die Gammertinger und Neuffen-Sulmetinger, wobei unter letzteren ein Urenkel des Egino I. von Dettingen war: Berthold I. von Weissenhorn-Neuffen, 1170/82 Graf von Achalm.
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- Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Urach_(Adelsgeschlecht)
Die Grafen von Urach waren ein schwäbisches Adelsgeschlecht des 12. und 13. Jahrhunderts, die von ihrem Hauptsitz bei Urach (heute Bad Urach in Baden-Württemberg) wirkten. Die Grafen von Urach waren stammesverwandt mit den Grafen von Achalm. Aus ihrem Geschlecht gingen die Grafen von Freiburg und die Grafen von Fürstenberg hervor, von denen letzteres noch besteht. Die Uracher Linie endete bereits um das Jahr 1261, Urach war fortan Teil der Grafschaft Württemberg.
Der Titel Graf bzw. Herzog von Urach wurde im 18. und 19. Jahrhundert jedoch vom Haus Württemberg für morganatische Seitenlinien neu vergeben.
Herkunft
In der früheren Gaugrafschaft im Swiggerstal (Ermstal) erschienen Anfang des 11. Jahrhunderts die Gebrüder Egino und Rudolf, deren Hauptsitz bei Dettingen lag. Die Herkunft der Grafen mit weit gestreutem Besitz im Schwäbischen, im Zürichgau und Thurgau, lässt sich durch Quellen nicht bestimmen.
• Ältere Darstellungen vermuten aufgrund von Besitztradition und Namenshäufigkeit eine Nachkommenschaft eines Grafen „Unruoch“ (eventuell Unruoch III. aus dem Adelsgeschlecht der Unruochinger).
• Neuere Darstellungen schließen auf einen Ursprung der Uracher bei Aura an der Saale (Würzburg), wonach „Urach“ ein mitgebrachter Hausname wäre.
Entwicklung
Um 1050 ließen die beiden Brüder zunächst die Burg Achalm bei Reutlingen errichten. Rudolf von Achalm und seine Erben bildeten dort die Linie der Grafen von Achalm, während die Erben Eginos I. von Dettingen im oberen Ermstal bei Bad Urach eine weitere Burg errichten ließen. Es ist nicht sicher, ob dies die Wasserburg Urach oder die Höhenburg Urach war. Als Gründer kommen Egino II. († 1105) Graf im Swiggerstal oder dessen Sohn Egino III. der Jüngere († nach 1160) in Betracht.
Die strategische Lage an einer wichtigen Handelsstraße am Albaufstieg zwischen Neckargebiet und den Hochflächen der Schwäbischen Alb begünstigte die Entwicklung von Urach. Der Ort erhielt 1140 Marktrechte.
Egino IV. erweiterte nach dem Tode von Berthold V. 1219 das Herrschaftsgebiet um weitere Besitzungen aufgrund seiner Hochzeit 1180 mit Agnes von Zähringen. Sein Sohn Egino V. konnte sich im Erbstreit mit einer Nebenlinie der Zähringer erfolgreich durchsetzen. Mit der Burg Zindelstein wurden die gestreuten Besitzungen im Breisgau und in der Baar verbunden. Er verlagerte seinen Hauptsitz nach Freiburg. Als Egino I. wurde er Graf von Freiburg.
Um 1235 unterstützten Egino V. und seine Brüder Berthold und Rudolf den abtrünnigen König Heinrich VII. gegen dessen Vater und Kaiser Friedrich II. Die Einnahme der Burg Achalm durch kaisertreue Belagerer konnte noch verhindert werden, doch bei einer offenen Schlacht im Swiggerstal wurden die Uracher mit ihren Verbündeten Heinrich und Gottfried von Neuffen geschlagen.
Mit dem Verfall der Staufer-Herrschaft um 1250 gingen auch die Uracher Grafen unter. Heinrich von Urach wurde 1249 Graf von Freiburg, 1250 Graf von Fürstenberg und Landgraf in der Baar. 1254 tauschte er die Hälfte von Urach gegen die Hälfte von Wittlingen. 1265 musste er wohl aus Geldmangel Burg und die meisten Besitzungen bei Urach an Graf Ulrich von Württemberg verkaufen.
Die Uracher Linie endete mit dem Tod Berthold des Jüngeren um das Jahr 1261. Urach war fortan Teil der Grafschaft Württemberg.
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