Graf Poppo I. von Reichenbach-Ziegelhain

Graf Poppo I. von Reichenbach-Ziegelhain

männlich - 1156


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  • Name Poppo I. von Reichenbach-Ziegelhain
    • Auch Boppo oder Poffo
    Titel Graf
    Geschlecht männlich
    Info Ort Burg Reichenbach, Lichtenau, Hessen, DE Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Die Burgruine befindet sich knapp 4 km südöstlich des Zentrums der Kernstadt von Hessisch Lichtenau zwischen den jeweils etwa 2 km entfernten Dörfern und zugleich Stadtteilen Reichenbach im Ostsüdosten und Retterode im Westen. 
    • Um 750 bis 1219 war der befestigte Berg wahrscheinlich im Besitz eines Zweiges der Grafen Gozmar, die in der Mitte des 11. Jahrhunderts dort eine Burg anlegten und sich ab 1089 Grafen von Reichenbach nannten (siehe auch Stammliste des hessischen Adelsgeschlechts Reichenbach). Die Vorfahren dieses Geschlechts sollen bereits zur Zeit der fränkischen Eroberung des Gebiets, unter Pippin dem Jüngeren, als Grafen auf der Vorgängerburg eingesetzt worden sein. Die erste gesicherte Beurkundung bezieht sich allerdings auf Graf Gozmar II. von Reichenbach, der von 1117 bis 1139 Hochvogt der Abtei Fulda war. Mitglieder der Familie Reichenbach bzw. später Ziegenhain hatten dieses Amt bis 1279 inne.
      Bergfried der Ruine – nach dem Dachaufbau im Jahre 2009
      Die Grafen gründeten im 11. Jahrhundert das Nonnenkloster Reichenbach, das jedoch nicht lange existierte. Auf einem Fürstentag in Nordhausen im August 1207 schenkten Graf Heinrich III. von Reichenbach und die Vertreter aller anderen Zweige des Geschlechts Reichenbach-Wegebach-Ziegenhain die Klosteranlage und den gesamten dazugehörigen Besitz gemeinsam dem Deutschen Orden, der damit seine erste Niederlassung in Deutschland erwarb.
      Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Reichenbach_(Hessen)
    Besitz Grafschaft Waldeck Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Diese Grafschaft kam über seine Tochter Luitgard an die Grafen von Schwalenberg.. 
    • Das Haus Waldeck ist ein deutsches Hochadelsgeschlecht. Ihm entsprangen die Grafen von Waldeck, denen ab dem frühen 17. Jahrhundert außerdem die Grafschaft Pyrmont unterstand. Sie gehörten seit 1712 dem erblichen Fürstenstand an und regierten bis zur Abdankung 1918 ihr seit 1848 staatsrechtlich vereintes Land Waldeck-Pyrmont, das heute im Norden Hessens (im Landkreis Waldeck-Frankenberg) und Süden Niedersachsens (Landkreis Hameln-Pyrmont) liegt.
      Das Haus Waldeck ist die einzige noch blühende Linie der mittelalterlichen Grafen von Schwalenberg mit ihrem Ahnherrn Widekind I. († 1136/37), die umfangreichen Territorialbesitz in der heutigen Region Ostwestfalen-Lippe und angrenzenden niedersächsischen Gebieten hatten. Widekinds Sohn Volkwin II. (1125–1177/78) heiratete in der Mitte des 12. Jahrhunderts Luitgard, die Tochter und Erbin des Grafen Poppo I. von Reichenbach († 1156). So gelangten die Schwalenberger in den Besitz der im heutigen Nordhessen gelegenen Burg Waldeck und umliegender Ländereien, die zur Grundlage des bis ins 20. Jahrhundert bestehenden waldeckischen Herrschaftsgebiets wurden.
      Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Waldeck
    Tod 1156 
    Personen-Kennung I62568  Reise in die Geschichte / Journey into the history / Voyage dans l'histoire
    Zuletzt bearbeitet am 19 Feb 2026

    Familie  
    Kinder 
     1. Luitgard von Ziegenhain
    Familien-Kennung F31373  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 18 Feb 2026

  • Ereignis-Karte
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    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Orte
    Burgruine Reichenbach
    Burgruine Reichenbach
    Bergfried der Ruine – vor dem Dachaufbau im Jahr 2009

    Die Burg Reichenbach ist eine romanische Burgruine bei Hessisch Lichtenau im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis (Deutschland)

    Bild: Wikipedia; Markus Goebel (Lupusverlach) - Selbst fotografiert
    © CC BY-SA 3.0 - https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

  • Notizen 
    • Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Poppo_I._(Reichenbach)

      Poppo I. von Reichenbach (auch Boppo oder Poffo; † 1156) war ab 1123 Graf von Reichenbach, von 1141 bis 1156 Graf von Hollende, Burggraf von Amöneburg und Graf von Felsberg.

      Poppo war der jüngste Sohn des Grafen Gozmar I. aus der Grafenfamilie von Reichenbach, von der sich ab 1144 ein Zweig Grafen von Ziegenhain nannte.

      Poppo beerbte 1123 seinen älteren Bruder Rudolf I. als Graf von Reichenbach (der Ziegenhainer Teil des väterlichen Besitzes war an seinen Bruder Gozmar II. gefallen), war zumindest seit 1138 Untervogt des Klosters Hersfeld, und hielt ausgedehnte ererbte Vogteirechte und Allodialbesitz um Homberg (Efze) und Hessisch Lichtenau, die er vor allem durch Ausnutzung seiner Hersfelder Vogteirechte stetig ausbaute. Durch seine Heirat mit Bertha von Felsberg erlangte Poppo weiteren ausgedehnten Besitz um Jesberg, Haina und Wildungen sowie am Unterlauf der Eder, vor allem um Brunslar. Sein Herrschaftsbereich erstreckte sich zuletzt vom Meißner bis nach Rotenburg an der Fulda und umfasste außerdem wichtigen Streubesitz bei Frankenberg (Eder). Der Mainzer Erzbischof Adalbert II. belehnte Poppo 1141 mit der Burg Hollende, der ehemaligen Stammburg der 1137 im Mannesstamm ausgestorbenen Gisonen bei Wetter, und ernannte ihn 1145 zum Burggrafen von Amöneburg, wo Kloster und Stadt 1121 unter Erzbischof Adalbert I. an Kurmainz gekommen waren und die Burg 1145 erbaut wurde.

      Poppo nannte sich daher Graf von Reichenbach, Hollende und Felsberg.

      Als Lehnsmann von Mainz auf Hollende und Amöneburg war es Poppos Aufgabe, die Interessen des Erzbistums am Kanonissenstift Wetter zu wahren und mögliche Übergriffe der Thüringer Landgrafen abzuwehren.

      Poppo und der Ehemann seiner Tochter Luitgard, Volkwin II. von Schwalenberg, stifteten um 1144 das Benediktinerkloster Haina auf der Aulisburg bei Löhlbach, das 1214 an seinen heutigen Standort verlegt wurde.

      Poppos Sohn Heinrich I. „Albus“ von Reichenbach, über den nicht viel bekannt ist, beerbte den Vater in Osthessen und wurde 1162 Domvogt von Fulda. Hollende und Felsberg fielen dagegen wohl an Poppos Neffen Poppo II., der bis zu seinem Tod 1170 auf Hollende residierte.


    • Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Reichenbach_(hessisches_Adelsgeschlecht)

      Reichenbach (hessisches Adelsgeschlecht)

      Grafen von Reichenbach, nach der Burg Reichenbach im heutigen Stadtteil Reichenbach von Hessisch Lichtenau in Nordhessen, nannte sich seit 1089 ein Zweig der Grafen Gozmar, deren Vorfahren die Burg wohl schon seit etwa 750 in Besitz hatten, bzw. dort als Amtsgrafen seit der fränkischen Eroberung des Gebiets unter Pippin dem Jüngeren eingesetzt worden waren. Der Reichenbacher Zweig des Geschlechts starb 1279 im Mannesstamm aus (siehe auch Stammliste der Grafen von Reichenbach), während die Ziegenhainer Linie bis 1450 überlebte.

      Es besteht keine verwandtschaftliche Beziehung zu dem schlesischen Adelsgeschlecht der Grafen Reichenbach.

      Vertreter

      Gozmar. Um die Mitte des 11. Jahrhunderts, wohl zur Zeit von Graf Gozmar (* um 1020, † nach 1062), der 1062 als Hochvogt von Fulda erwähnt ist, legten sie auf dem Berg, auf dem bereits in römischer Zeit ein Kastell und im 5. Jahrhundert eine chattische Wallburg gegen die Hermunduren gestanden hatten, auf der Grundlage einer Vorgängerburg eine neue Burg an.

      Gozmar I. Gozmars Sohn Gozmar I. (* um 1045, † nach 1117) nannte sich als erster Graf von Reichenbach. Er war seit 1108 Domvogt von Fulda, ein Amt, das bis zum Jahre 1344 Mitglieder des Hauses Reichenbach bzw. später Ziegenhain innehatten.

      Rudolf I. und Gozmar II. Auf Gozmar I. folgten nacheinander seine Söhne Rudolf I. von Reichenbach (* um 1070, † nach 1123) und Gozmar II. († 1141). Die Reichenbacher hatten inzwischen, wohl in ihrer Stellung als Vögte von Fulda, ausgedehnten Besitz im Raum Ziegenhain und Wegebach erworben. Gozmar II. verlegte seine Residenz daher von Reichenberg nach Wegebach und wurde zum Stammvater der Grafen von Ziegenhain.

      Gottfried I. von Ziegenhain. Gozmar II. wurde von seinem Sohn Gottfried I. beerbt, der zunächst in Wegebach residierte, dann aber 1144 in Ziegenhain eine neue Burg errichtete und seinen Sitz dorthin verlegte. Er und seine Nachfahren nannten sich seitdem Grafen von Ziegenhain, gelegentlich bis 1220 auch Grafen von Wegebach oder Grafen von Ziegenhain und Wegebach.

      Poppo I. Der dritte Sohn Gozmars I., Poppo I. († 1156), erhielt nach dem Tod seines kinderlos gestorbenen Bruders Rudolf I. die Reichenbacher Teile des Familienbesitzes und nutzte seine Stellung als Untervogt des Klosters Hersfeld (seit 1138) sowie seine Heirat mit Bertha von Felsberg zur stetigen Ausdehnung seines Herrschaftsbereichs im nördlichen Osthessen zwischen Meißner und Rotenburg an der Fulda und zum Erwerb von ausgedehntem Streubesitz und Vogtei- und Lehnsrechten bei Frankenberg (Eder), Jesberg, Haina, Wildungen sowie am Unterlauf der Eder, vor allem um Brunslar. Der Mainzer Erzbischof Adalbert II. belehnte Poppo 1141 mit der Burg Hollende, der ehemaligen Stammburg der 1137 im Mannesstamm ausgestorbenen Gisonen bei Wetter, und ernannte ihn 1145 zum Burggrafen von Amöneburg. Poppo nannte sich daher Graf von Reichenbach, Hollende und Felsberg. Gemeinsam mit Graf Volkwin II. von Schwalenberg, dem Ehemann seiner Tochter Luitgard und Begründer des Grafengeschlechts von Waldeck, stiftete er um 1144 das Kloster Haina auf der Aulisburg bei Löhlbach, das 1214 an seinen heutigen Standort verlegt wurde.

      Heinrich I. Poppos Sohn Heinrich I. („Albus“) von Reichenbach († 1170) folgte seinem Vater in dessen osthessischen Besitzungen und Vogteirechten und wurde 1162 Domvogt von Fulda. Sonst ist nicht viel über ihn bekannt. Hollende und Amöneburg fielen dagegen wohl an Poppos Neffen Poppo II., einen Sohn Gozmars II. und Bruder Gottfrieds I., der bis zu seinem Tod 1170 als Graf von Hollende auf Burg Hollende residierte.

      Heinrich III. Auf Heinrich I. folgte in Reichenbach sein Sohn Heinrich III. († 1250), der Bertha von Bilstein heiratete und ab 1231 als Mönch in Haina lebte. Sowohl Heinrich III. als auch sein Sohn Gottfried III. traten um 1219/1221 in den Deutschen Orden ein. Schon 1207 hatte Heinrich III. bei einer Fürstenversammlung im August in Nordhausen in Thüringen und kurz danach bei einem Hoftag in Würzburg, zusammen mit Vertretern aller Linien der Grafen von Ziegenhain und Reichenbach, das ehemalige (und nur kurzlebige) Nonnenkloster in Reichenbach dem Deutschen Orden übertragen, der damit seine erste Niederlassung in Deutschland erhielt. Von 1220 bis 1310 war die Ordensniederlassung Reichenbach als Komturei (Kommende) Mittelpunkt des Ordensbesitzes im osthessischen Raum.

      Gottfried III. Mit Heinrichs Sohn Gottfried III. starb der Reichenbachsche Zweig des Geschlechts aus. Das Erbe, darunter die Burg Reichenbach und umfangreicher Territorialbesitz unter anderem auch um Wildungen, fiel damit endgültig an die Landgrafen von Hessen, die als Rechtsnachfolger der Ludowinger das Anrecht darauf schon 1233 in einem Vertrag zwischen Konrad von Thüringen und Graf Berthold I. von Ziegenhain erworben hatten.