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Gurtnellen  "Cort-in-ella"

Geschichte, Geographie und Wappen

Gurtnellen-Dorf (oben) und Stalden (unten) (Foto: Grzegorz Jereczek from Gdańsk, Polen)

Geschichte

Die Geschichte der Gemeinde Gurtnellen geht mit grösster Wahrscheinlichkeit auf die frühmittelalterliche Zeit zurück. Der Name Gurtnellen mag romanischen Ursprunges sein: Cort-in-ella oder Cortinella, was soviel bedeutet, wie "Hof". Es darf angenommen werden, dass Gurtnellen schon im 8./9. Jahrhundert besiedelt war. Urkundlich wurde die Ortschaft erstmals im 13. und 14. Jahrhundert erwähnt. Dokumente aus den Jahren 1798-1800 berichteten von der Einquartierung französischer Truppen in der Gemeinde.

Schon im 14. Jahrhundert zog sich der Weg über den Gotthard durch das Gurtneller Gemeindegebiet. Es war selbstverständlich, dass am immer lebhafteren Verkehr, der Arbeit und Verdienst brachte, jedes Dorf und jeder Weiler seinen Anteil zu finden suchte. So gewann auch bald der rechtsufrige Gotthardweg immer mehr an Bedeutung. Vorerst wurden die alten, einfachen Stege, die über die Reuss und die Bäche führten, durch massive Holzbrücken ersetzt. Weitere Verbesserungen des Gotthardweges erfolgten.

In den Jahren 1819-1826 entstand die "neue" Gotthardstrasse. Mit der Erstellung dieses neuen Verkehrsweges, nahm der Wagenverkehr über den Gotthard rasch zu.

1872-1882 wurde mit dem Bahnbau begonnen. Auch verschiedene Gewerbebetriebe liessen sich in Gurtnellen nieder. Für Gurtnellen –Wiler war dies von besonderer Bedeutung. Es entstanden markante Wohnhäuser, wie zum Beispiel die drei Häuser am Bahnhofplatz. In den Steinbrüchen war Hochbetrieb und viele Leute fanden dort Arbeit. Auch die Bevölkerung stieg ständig an und erreichte im Jahre 1920 die hohe Einwohnerzahl von 1648 Personen.

Gurtnellen - Wiler mit den Häuser am Bahnhofplatz  (Foto: Manfred Stammler)

Die sprunghafte Entwicklung brachte damals auch Schwierigkeiten. So wurde ein Begehren aus dem 1898, worin eine Strassenverbindung von Gurtnellen-Wiler nach Gurtnellen-Dorf gefordert wurde, erst im Jahre 1926 in die Tat umgesetzt. Im gleichen Zeitraum wurde auch das Kraftwerk im Wiler gebaut. Seine Wasserfassung liegt in der Gornerenalp. Auch der Bau im Platti mit dem Arnistausee wurde in jenen Jahren vollendet. 1918-1921 wurde auch die Elektrifizierung der Gotthardbahn vorgenommen.

Gurtnellen wurde von diversen Lawinenniedergängen heimgesucht. Am 22.04.1917 fanden drei Personen, am 31.1.1942 neun Personen und am 27.1.1968 sieben Personen den Tod. Neben Wohnhäusern wurden auch immer wieder Ställe und Geisshütten zerstört. Dabei kam viel Gross- und Kleinvieh um. An der Gemeindeversammlung vom 29.04.1956 wurde dann das erste Projekt für eine Lawinenverbauung am Geissberg genehmigt. Die Lawinengefahr ging dank dieser Verbauung von Jahr zu Jahr zurück.

Schutzbauten für die Gotthardbahn vor dem Häggriger-Lawinenzug bei Gurtnellen, 1914 (Bild: SBB Historic)

Die ersten Einwohner von Gurtnellen lebten vorwiegend von der Landwirtschaft. Auch die Gewinnung von Blei, Kupfer und Silber aus den nahegelegenen Bergwerken war für die Bevölkerung wichtig. In den Glanzzeiten der Steinbrüche arbeiteten in diesen Betrieben einige 100 Personen.

Es waren vor allem italienische Fremdarbeiter, von denen sich einige in Gurtnellen niedergelassen haben. Da Gurtnellen in der Zone des Aaregranites liegt, und somit inmitten der weltbekannten Mineralfundstellen, war das Strahlnen für die Bergbewohner eine willkommene Nebenbeschäftigung. Heute sind Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie in einem ausgewogenem Nebeneinander angesiedelt. Eine gesunde Land- und Viehwirtschaft, welche auch unter modernen Bedingungen arbeiten kann, ist der Gemeinde erhalten geblieben. Die Forstwirtschaft war immer von grosser Bedeutung, da sie mit der Pflege des notwendigen Schutzwaldes betreut ist. Gurtnellens Handel und Gewerbe umfasst zahlreiche durch Fleiss und Wagemut entstandene Firmen, sowie einige gemütliche Gaststätten. Eine moderne Kreisschulanlage, für die Integrierte Oberstufe der Kinder aus den Gemeinden Göschenen, Wassen und Gurtnellen, wurde in den Jahren 1970-1973 erbaut.

Für den Feierabend und das gesellige Leben der Bevölkerung wird ebenfalls gesorgt. Viele Vereine und Clubs sorgen für eine sinnvolle Abwechslung und für den nötigen Zusammenhalt in der Gemeinde. So hat Gurtnellen zum Beispiel die einzige Armbrustschützengesellschaft im Kanton Uri.

Trotz den Entwicklungen in diesem Jahrhundert konnte die Ortschaft ihren Dorfcharakter beibehalten.

Am 24. / 25. August 1987 wurde der Kanton Uri von einer schweren Unwetterkatastrophe heimgesucht. Dabei wurde die Gemeinde Gurtnellen sehr in Mitleidenschaft gezogen. Dank grosser Unterstützung von allen Seiten war es jedoch möglich, die entstandenen Schäden zu beheben und das Dorf wieder lebenswert zu machen.

Gurtnellen, Dorf  (Foto: Manfred Stammler)
Intschi

Intschi ist ein Ortsteil von Gurtnellen im Schweizer Kanton Uri.

Die Siedlung liegt an der Kantonsstrasse 5 km nördlich des Hauptorts der Gemeinde auf 657 m ü. M. im Tal der Reuss auf deren orografisch linken Seite und 3 km südlich des Ortsteils Amsteg der Gemeinde Silenen.

Die Kantonsstrasse verläuft in diesem Talabschnitt zwischen Amsteg und Meitschligen auf der linken Seite des Flusses und führt durch Intschi. Die Gotthard-Autobahn wechselt in diesem Bereich über die Intschibrücke auf die andere Talseite.

Bei Intschi befindet sich noch eine Haltestelle der Gotthardbahn, an der jedoch keine Züge mehr halten (mehr dazu im Hauptartikel zu Gurtnellen). Unterhalb von Intschi wird die Gotthardbahn auf der Intschireussbrücke über den Fluss geführt.

Bei der Bushaltestelle der Auto AG Uri befindet sich die Talstation der Luftseilbahn Intschi-Arnisee (LIA), die in sieben Minuten zum 711 m höher auf einer Bergterrasse gelegenen Arnisee führt

Intschi (Foto: Manfred Stammler)

Gurtnellen Tourismus

Die Ferienregion Gurtnellen – Intschi - Arnisee, inmitten imposanter Berggipfel im Urner Oberland, bietet Ausflugs- und Feriengästen vielfältige Möglichkeiten.

Arnisee (Foto: Simon Koopmann)
Geographie

Gurtnellen gehört zum Urner Oberland und liegt im oberen Teil des Urner Reusstals. Die grossflächige Gemeinde umfasst auch mehrere Nebentäler. Gorneren ist ein linksseitiges Nebental des Reusstals und wird vom Gornerbach entwässert. Das Fellital liegt auf der rechten Seite der Reuss und wird vom Fellibach durchflossen. Über die Fellilücke gelangt man auf die Oberalp von Andermatt und zum Oberalppass.

Im Gemeindegebiet gibt es zahlreichen Ortsteile und Weiler. Gurtnellen-Dorf (935 m ü. M.) liegt am linksseitigen Berghang, mit den darüber anschliessenden Weilern Obergurtnellen, Richligen und Ruepelingen. 1,5 km südlich das Dorfkerns liegt an der Reuss Gurtnellen-Wiler (741 m ü. M.) mit dem Bahnhof an der Gotthardbahn und der Dorfschule. Zwischen den genannten Dorfteilen liegt der Weiler Stalden (875 m ü. M.). Am rechten Ufer der Reuss, 2 km nordöstlich des Dorfs, liegt der Weiler Meitschlingen (648 m ü. M.), weitere anderthalb Kilometer talabwärts der Ortsteil Intschi (657 m ü. M.). Am linken Talhang liegt auf einer hoch gelegenen Terrasse die Siedlung Arni, die in Vorderarni und Hinterarni aufgeteilt ist. Zwischen Hinterarni und Torli befindet sich auf 1370 m ü. M. der Arnisee. Im nördlichen Abschnitt des Gemeindegebiets liegen am schmalen Uferstreifen neben der Reuss die Weiler Butzen, Buechen und Rüti.

1,3 % der Gemeindefläche sind Siedlungsgebiet. Auch die Landwirtschaftsfläche ist mit einem Anteil von 11,9 % gering. Der Grossteil ist von Wald und Gehölz (25,1 %) bedeckt oder unproduktives Gebiet (Gebirge; 61,7 %).

Gurtnellen grenzt im Norden an Erstfeld, im Osten in der Reuss an Silenen, im Südosten an die Bündner Gemeinde Tujetsch, im Süden an Andermatt und Göschenen und im Westen an Wassen.

Lage im Kanton Uri

Wappen
Geteilt von Schwarz mit einem auf dem Kopf stehenden fünfstrahligen weissen Stern und von Gelb mit einem halben schwarzen Mühlrad. Das Wappen wurde 1906 nach Entwürfen des Zeichnungslehrers Emil Huber von der Gemeinde festgelegt. Der fünfzackige Stern weist auf die fünf Gemeindeteile Dorf, Wiler, Intschi, Arni und das Gebiet links der Reuss bei Amsteg und Silenen hin. Das halbe Mühlraderinnert an die alte Wassermühle im Mühlegärtli am Gornerbach (Die Urschweiz und ihre Wappen, S. 39).




Links

Zitat Geschichtstext aus:   https://www.gurtnellen.ch/index.php/ueberblick/geschichte

Zitat Text "Intschi" aus:   https://de.wikipedia.org/wiki/Intschi

Zitat Text "Geographie" und teilweise Bilder aus:   https://de.wikipedia.org/wiki/Gurtnellen

Zitat Text "Wappen"  aus:   http://www.urikon.ch/UR_Gemeinden/GE_Gurtnellen.aspx



Manfred Stammler,  21. Juli 2019



Gurtnellen

Portrait der Gemeinde Gurtnellen, Uri, Schweiz


Verknüpft mitAloÿs Baumann; Anna Margaretha Baumann; Johann Baumann; Josef Anton Baumann; Joseph Baumann; Kaspar Baumann; Margretha Baumann; Maria Eva Baumann; Thomas Baumann; Thomas Baumann; Ursula Bennig; Adam Dittli; Adam Dittli; Adam Dittli; Albin Dittli; Anna Dittli; Anna Dittli; Anna Barbara Dittli; Anna Katharina Dittli; Anna Maria Dittli; Anna Maria Dittli; Anna Maria Dittli; Anton Dittli; Anton Dittli; Anton Dittli; Anton Dittli; Balthasar Dittli, des Raths; Balthasar (Balz) Dittli; Balz Dittli, des Raths; Barbara Dittli; Eva Dittli; Jakob Dittli; Johann Dittli; Johann Dittli; Johann Dittli; Johann Josef Dittli; Johann Jost Dittli; Johann Kaspar Dittli; Johann Kaspar Dittli; Johann Melchior Dittli; Johann Peter Dittli; Johann Peter Dittli; Johann Sebastian Dittli; Johann-Sebastian Dittli; Josef Anton Dittli; Joseph Dittli; Joseph Dittli; Joseph Dittli, des Raths; Kaspar Dittli; Katharina Dittli ['Weitere Verknüpfungen']

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