Orte, Wohnen

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Isenthal

Geschichte, Name, Isleten, Tourismus, Geographie und Wappen


"Bis zum Jahr 1901 konnte man Isenthal nur über den Landweg von Seedorf, Bauen und Isleten, oder von Nidwalden her zu Fuss erreichen. Dabei sollen die ersten Bewohner eine Leiter benutzt haben, um die steilen Felsklippen, die sich über dem Urnersee erheben, zu überwinden."

Isenthal

Im 15. Jahrhundert bildete sich da wo sich Gross- und Kleital verzweigen und wo bereits 1409 eine Kapelle erwähnt wird, das Dorf. Kirchlich understand das Tal als Teil der Landespfarrei Altdorf der Filialkirche in Seedorf. 1517 wurde eine Kaplanei gestiftet. Aus dieser Zeit stammt auch der älteste, fachgerecht restaurierte Pfarrhof. 1531 wurden die Zehntabgaben an die Kirche Seedorf abgelöst, und 1621 erfolgte die Abkurung und Verselbständigung der Pfarrei.

Um 1600 betrieb die Familie Madran, wohl im Gebiet des Hermisegg im Kleintal, ein Eisenbergwerk mit Verhüttungsbetrieb an der Isleten. Das Unternehmen ging bald wieder ein. Für die Isenthaler blieb die in immer weiterem Umfang betriebene Land- und Forstwirtschaft die fast einzige Lebensgrundlage. Sie schlossen sich um 1613 in der Sennenbruderschaft zusammen. Für die neuen Siedlungen im hinteren Grosstal wurde 1684 bei den Käsgädmeren die Kapelle St. Jakob gebaut, welche 1859 erneuert wurde. 

Schon 1774 setzte das das Tal ein siebenköpfiges Dorfgericht ein. Gut geführt und heldenmutig verteidigte sich die Einwohnerschaft 1799 gegen die Franzosen, bis sie eine ehrenhafte Kapitulation erlangte. Der Fleiss un die zunehmende Bedeutung zeigen sich in der 1820/21 nach den Plänen von Bruder Jakob Natter neu erbauten Pfarrkirche St. Theodul, welche Josef Anton Messmer mit Deckenfresken verschönerte. Von grösster Wichtigkeit für die Fortentwicklung der Gemeinde war der Bau der Fahrstrasse an die Isleten, welcher 1900/01 nach dem Projekt von Ingenieur J.B. Wildberger aus Chur erfolgte.


 Isenthal  (Foto: Manfred Stammler)

Geschichte 

Verschieden Flurnamen lassen darauf schliessen, dass Isenthal zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert besiedelt worden ist. Die ersten Bewohner waren vermutlich Jäger und Hirten, die auf steilen Pfaden in dieses wilde Hochtal aufgestiegen sind, oder aber von oben her, also von Nidwalden aus unser Tal bevölkert haben. 1901 wurde die Güterstrasse Isleten-Isenthal erstellt. Die Verbindung zum übrigen Kantonsteil erfolgte damals über den Seeweg von Isleten aus. Durch den Bau der Strasse Isleten-Seedorf 1951 konnte Isenthal erstmals auf dem Landweg mit Fahrzeugen erreicht werden. Damit wurde auch der Grundstein für die heutige Mobilität gelegt, dank der sich viele Arbeitnehmer, die im Talboden ihrer Beschäftigung nachgehen, Isenthal als Wohnort beibehalten können. 

Wald war seit je her der grösste Bodenreichtum im Isenthal und bildete zusammen mit der Alp- und Viehwirtschaft eine der Haupteinnahmequellen. Einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte Isenthal um die Wende des 16./17. Jahrhunderts, als Hans Jakob Madran im Kleintal mit der Eisenerzgewinnung begann. Dieser musste die Strassen, Brücken und die Sust an der Isleten unterhalten, was Arbeit und Geld brachte.

Der Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel, kaufte 1873 zusammen mit Partnern die damals stillgelegte Papierfabrik in Isleten und begann für den Gotthardbahnbau Dynamit zu produzieren. Damit begann die Geschichte der schweizerischen Sprengstoffindustrie. Bis heute wird Isleten, auf dem Bachdelta am Auslauf des Isenthalerbaches gelegen, durch die Gebäude dieser Fabrik geprägt.

Diese war während mehr als 100 Jahren auch ein bedeutender Arbeitgeber für die Isenthaler.

Natürlich war auch der Jagdfleiss der Isenthaler nicht zu unterschätzen, wird doch heute noch erzählt, wie in alten Zeiten dieser Passion nicht nur zu den öffentlichen Zeiten nachgegangen wurde.

Als grosse Erleichterung wurde die Erlegung des letzten Bären im Isenthal angesehen, dessen Pratzen noch heute im Dorf bewundert werden können.

Zum Anlass "100 Jahre Ausrottung des Bären in der Schweiz" realisierte der Tourismusverein Isenthal im Jahre 2004 den ersten Bärenpfad der Schweiz. Er trägt zum Verständnis des Braunbären in unseren Alpen bei.

Vielen Naturgewalten und sonstiger Unbill zum Trotz, wuchs die Bevölkerung von Isenthal stetig, erreichte anfangs des 20. Jahrhunderts eine Einwohnerzahl von über 590 und hat sich heute bei etwa 540 eingependelt, die sich in rund 160 Haushaltungen aufteilen. Mit viel Eigeninitiative und grosszügiger Hilfe von politischen und verschiedenen anderen Partnern ist es bis heute gelungen, Isenthal als Wohnort attraktiv und lebenswert zu erhalten. 


Das Grosstal in der Nähe von St. Jakob  (Foto: Manfred Heyde) 

Der Name

Erstmals erwähnt wird der Name dieses Tales im Jahre 1280 als "Yseltal". Seit 1483 findet man die Ortsbezeichnung Isenthal, welche aus dem althochdeutschen, romanischen Lehnwort "Insela" (Insel bzw. Halbinsel, das Tal hinter der Insel) herleiten dürfte.

Anderen Überlieferungen zufolge stammt die Ortsbezeichnung Isenthal aus dem im Kalkstein vorkommenden und früher gewonnenen Bohnerz Eisen, im Volksmund "Isen" genannt. Mit anderen Worten: das Tal wo das "Isen", das Eisen gewonnen wurde.

Isleten und die Schifflände

Vor 1951 war der Bootsbetrieb die einzige Verbindung ins Reusstal. Mit den Fahrstrassen lösten Autos die Pferdeposthalterei ab. Mitten durch das Restaurant Isleten geht die Gemeindegrenze Isenthal-Bauen. Wem gehört die Isleten? Die Halbinsel war früher exterritoriales Gemeindegebiet von Seedorf. Als 1802 Bauen von Seedorf abgekurt wurde, verblieb Isenthal der Seezugang. Der Hauptteil ging an Bauen. Doch der Madranbrief von 1596 umschrieb auch die Rechte der Isenthaler (Holzlagerplatz, Wegrecht, Sust). Als 1943 die Sprengstoff AG den Holzlagerplatz beim «Wirtschäftli», der früheren Sust, der Korporation abtrat und 1951 südlich des Isitalerbachs der Wald mit Fabrikationsanlagen erschlossen wurde, beanspruchte Isenthal das Areal südlich des Bachs für sich. Der Streit mit Bauen wurde 1957 beigelegt. Die Grenzlegung mit Seedorf erfolgte 1964. Isenthals Seeanstoss reicht vom Restaurant bis Kropfbach/Galerie.

Isenthal Tourismus

Isenthal liegt 780 Meter über Meer in einem stillen, gepflegten und waldreichen Hochtal westlich des Urnersees. Doch seit wann kann man von Fremdenverkehr sprechen, wann kamen Ferien-Gäste, die im Gasthaus oder bei Familien und Älplern wohnten? Wann stiegen erste Bergtouristen auf den Urirotstock? In der ersten Hälfte des 19. Jahr- hunderts begann der Tourismus. Der Urirotstock übte eine grosse Anziehungskraft aus.

Dank besseren Infrastrukturen - vor allem dank der Strassen- und der Verkehrser- schliessung in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts - kamen vermehrt Berggänger ins Tal. Der Fremdenverkehr als Verdienstmöglichkeit nahm zu, sei es bei der Vermie- tung von Gastzimmern oder mit dem Zuerwerb als Bergführer. Auch die italienischen Gastarbeiter beim Bau der Isenthalerstrasse, die Arbeiterschaft beim Bau der Infra- strukturen und später die IHG-Investitionskreditvorhaben im Tal begünstigten die dörf- lichen Entwicklung. Sie trugen zum touristischen Wertschöpfungskreislauf bei.

Der Fremdenverkehr profitierte, als 1901 Isenthal mit dem Hafenplatz Isleten durch die kunstvoll angelegte Fahrstrasse verbunden wurde. Bereits 1870 legten Isenthaler Hol- zer an der Dorfgemeinde einen Plan für eine «Tobelstrasse» vor. Sie wurde aus Gefah- rengründen abgelehnt. Eine zweite Variante (Wildberger) wurde 1896 angenommen. Gebaut wurde 1899/1900. Isenthal zählte damals 598 Einwohner, ein Höchststand. Da- runter waren auch Gastarbeiter aus Italien, die zuvor die Klausenstrasse bauten. An der Gemeindeversammlung wurden touristische Argumente für den Bau vorgebracht. Man pries die landschaftliche Schönheit, die reine Luft und den weltberühmten Urirotstock.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Tourismus, auch dank der Strasse Altdorf-Seedorf-Isleten. Ab 1951 fuhr ein Postauto. Nun konnte man zur Arbeit pendeln.

Mit Unterstützung der Kantone Uri und Nidwalden, der Standortgemeinden, von Stiftun- gen und zahlreichen Gönnern hat eine Arbeitsgruppe eine neue Wanderwegverbindung zwischen Uri und Nidwalden geschaffen, den Kulturpanoramaweg „ViaUrschweiz“. Die- ser führt von Flüelen über das Isenthal nach Beckenried und über Emmetten, Seelis- berg und Bauen wieder zurück ins Isenthal. Er verbindet den Weg der Schweiz mit dem Waldstätterweg und ist als Wanderroute „599“ auch bei „SchweizMobil“ verzeichnet.

Isenthal war eine treibende Kraft. Die Zusammenarbeit mit den Tourismusregionen Uri und der Klewenalp war zentral. Deshalb setzte sich Isenthal - Behörden und Private, der Verein Isenthal Tourismus und die Kulturkommission - seit längerem dafür ein, im Tal qualitätsvolle touristische Wander- und Erlebnisangebote zu schaffen.

Die Chilbi-Ausstellung 2018 «Isenthal – im Herzen der ViaUrschweiz» zeigt mit Aus- stellungstafeln, Kurzfilmen, vielen Fotos und Geschichten die abwechslungsreichen Wanderetappen der ViaUrschweiz, die Erlebnisangebote in der Region, aber auch das Angebot des Tourismus im Tal. Sie würdigt erstmals die Leistungen im Tourismus, die grosse Arbeit, die Persönlichkeiten, private Anbieter, Freiwillige und auch Vereine für das Gastdorf Isenthal erbrachten. (Zitat Textauszug, mehr unter dem Link unten)


Berggasthof Biwaldalp am Bergwanderweg hinauf zum Uri-Rotstock  (Foto: Manfred Heyde)
Geographie

Isenthal liegt an der Westseite des Urnersees in einem abgeschiedenen, waldreichen Seitental, das vom Isenthalerbach durchflossen wird, auf 780 m. Umgeben von hohen Bergen liegt das Dorf dort, wo sich das Isental (im Gegensatz zum Dorf ohne H geschrieben) in das Gross- und das Kleintal (Chlital) mit dem Chlitalerbach teilt. Der Isenthalerbach fliesst zuletzt durch den engen Tobel hinunter zum Urnersee.

Von der kleinen Siedlung Isleten, die zur Nachbargemeinde Bauen gehört, am Eingang des Isentals führt eine schmale, kurvenreiche Strasse hoch in das innere Tal zur Dorfsiedlung Isenthal. Die höchstgelegene Ortschaft der Gemeinde Isenthal liegt auf der Alp Gitschenen.

Bloss 35 ha oder 0,6 % der Gemeinde sind Siedlungsfläche. Davon sind 20 ha Gebäude- und 2 ha Industrieareal sowie 12 ha Verkehrsfläche. Umfangreicher ist die Landwirtschaftsfläche mit 1702 ha oder einem Anteil von 27,9 %. Darunter befinden sich grosse Alpgebiete. Diese bedecken eine Fläche von 1352 ha. Dagegen sind nur 350 ha Wies- und Ackerland. Ausserdem sind 1598 ha oder 26,2 % von Wald und Gehölz bedeckt. Unproduktives Gebiet umfasst fast die Hälfte des Gemeindegebiets, genauer 2764 ha oder 45,3 %. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationslose Flächen (Hochgebirge) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation).

Isenthal grenzt im Westen an die Nidwaldner Gemeinde Wolfenschiessen, im Nordwesten ans nidwaldnerische Beckenried, im Norden an Emmetten (Kanton Nidwalden), Seelisberg und Bauen, im Osten an den Vierwaldstättersee und an Seedorf und im Süden an Attinghausen und die Obwaldner Gemeinde Engelberg.

Lage im Kanton Uri

Wappen

In Rot eine schräglinks gestellte, dreisprossige weisse Leiter.

Das älteste überlieferte Wappen befindet sich auf der Gemeindelade aus der Zeit um 1850. Es weist in Rot zwei weisse konturierte, schräggestellt aneinandergefügte Quadrate auf und entspricht dem damals bei Holzanzeichnungen verwendeten Dorfzeichen. Durch Anfügen von Holmen, wohl Anfang des 20. Jahrhunderts, ist die dreisprossige Leiter hervorgegangen. Das Wappen wird erklärt aus der Überlieferung, Isenthal sei ursprünglich nur mittels Leitern erreichbar gewesen.





Quellen

Zitat Text  "Isenthal" und  "Wappen" aus:  "Die Urschweiz und ihre Wappen" Seite 41, Hans Stadler-Planzer, Verlag Ketty & Alexandre, ISBN 2-88114-011-4 

Zitat Text  "Geschichte" und "Der Name"  aus:   https://www.isenthal.ch/geschichtliches.html

Zitat Text  "Isleten und die Schifflände" und  "Isenthal Tourismus" aus:   https://isenthaler.ch

Zitat Text  "Geographie" und teilweise Bilder aus:   https://de.wikipedia.org/wiki/Isenthal



Manfred Stammler,  21. Jul 2019 / 3 Mrz 2020



Isenthal

Portrait der Gemeinde Isenthal, Uri, Schweiz


Verknüpft mitAnna Maria Huber; Agatha Arnold; Anna Maria Arnold; Anna Maria Arnold; Anton Arnold; Johann Anton Arnold; Johann Kaspar Arnold; Joseph Arnold; Maria Anna Arnold; Maria Anna Arnold; Maria Elisabetha Arnold; Salomea Arnold; Andreas Aschwanden; Anna Maria Aschwanden; Anna Maria Aschwanden; Anna Maria Aschwanden; Anna Maria Aschwanden; Anton Aschwanden; Anton Aschwanden; Barbara Aschwanden; Franz Josef Aschwanden; Franz Josef Aschwanden; Johann Aschwanden; Johann Aschwanden; Johann Aschwanden; Johann Josef Aschwanden; Johann Josef Aschwanden; Johann Josef Aschwanden; Johann Kaspar Aschwanden; Josef Maria Aschwanden; Josef Maria Aschwanden; Josefa Katharina Aschwanden; Jost Aschwanden; Katharina Aschwanden; Katharina Aschwanden; Maria Agatha Aschwanden; Maria Anna Aschwanden; Maria Apollonia Aschwanden; Maria Ida (Idta) Aschwanden; Niklaus Anton Aschwanden; Anna Maria Bing; Johann Josef Mathias Bissig, des Raths; Maria Anna Bissig; Eva Brücker (Brüker); Johann Max Brücker (Brüker); Anna Maria Dubacher; Dubs; Johann Dubs; Johann Anton Dubs; Franz Exer (Echser) ['Weitere Verknüpfungen']

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