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Hospental

Geschichte, Turmruine, Kirche, Geographie und Wappen

Hospental 

Direkt am Fusse des Gotthardpasses gelegen, auf 1493 m ü. M., und in der Mitte des Urserntals. 

Das letzte Dorf bevor es über den Gotthard in den Süden geht, genoss grosse Aufmerksamkeit während der Säumerzeit. Der Name selbst, Hospental, stammt aus dem lateinischen «hospitale» für Herberge. Zölle wurden erhoben und die Einheimischen trotzten Unwettern und überstanden Kriegszüge, die über den Gotthard nach Norden gingen. Wie beispielsweise im Jahre 1799, als der russische General Suworow gegen Napoleons Truppen antrat. Der Dorfkern von Hospental ist einen Besuch wert, denn die Häuser stammen noch aus den blühenden Zeiten und ergeben ein harmonisches Dorfbild. Prägend für das Landschaftsbild ist auch der Wehrturm, der aus dem 13. Jahrhundert stammt.

Hospental um 1900  (Bild: unbekannt; © Gemeinfrei) 

Geschichte 

Funde in den 1990er Jahren bei Rossplatten auf 2170 m ü. M. weisen auf eine spätneolithische, frühbronzezeitliche Besiedlung dieses Alpenraumes hin.

Das Dorf Hospental bildete sich um eine im 9. oder 10. Jahrhundert vom Kloster Disentis gegründete Herberge. Der Weiler Zumdorf wurde im 12. Jahrhundert von in das vorher ausschliesslich von Romanen bewohnte Gebiet eingewanderten Walsern gegründet. 1669 brannte das Dorf nieder. Aufgrund des Ausbaus der Alpenpässe blühte die Kutscherei und die Hotellerie auf, wobei dies allerdings nur bis zur Fertigstellung der Gotthardbahn 1882 anhielt. Säumerei, Gastgewerbe, Kristallhandel und Solddienst ergänzten die weit verbreitete Landwirtschaft. Bis 1886 gehörte Hospental zur Pfarrei Andermatt, danach wurde eine eigenständige Pfarrei geschaffen. 1888 ging Hospental als eigenständige politische Gemeinde aus der Talgemeinde Urseren hervor. 1926 wurde zur Förderung des Tourismus die Station der Furka-Oberalp-Bahn (FO) (heute Matterhorn-Gotthard-Bahn MGB) sowie 1960 ein Skilift am Winterhorn eröffnet. Wegen der architektonischen Bedeutung des Ortsbildes wurde 1983 eine Umgehungsstrasse eröffnet.


 Turm der Herren von Hospental  (Bild: Roland Zumbuel)

Turm der Herren von Hospental

Der Turm der Herren von Hospental (auch Langobardenturm) steht in der Gemeinde Hospental im Schweizer Kanton Uri.

Der Turm steht auf einem exponierten Felsplateau auf einer Höhe von 1509 m ü. M. im Urserental. Nördlich von ihm fliesst in 150 m Entfernung die Furkareuss, ein Quellfluss des Rheins. 150 m östlich verläuft die Gotthardreuss, die der Furkareuss von rechts zufliesst. Südlich steigt die Hauptstrasse 2 in Richtung Gotthardpass an. Westlich öffnet sich das Furkatal nach Realp hin und führt weiter hinauf zum Furkapass.

Bereits in der Steinzeit führte ein Handelsweg, vom Vorderrhein her kommend, in Ost-West-Richtung über Oberalp- und Furkapass hin ins Walliser Rhonetal. Von Hospental aus konnte der Weg in den Süden über den Gotthardpass genommen werden. Für eine dauerhafte Besiedelung war die Gegend wegen der langen Winter zunächst unattraktiv. Frühe Siedlungsspuren, wohl von Viehhirten, setzen erst zu keltischer Zeit ein; die Pässe wurden spätestens zur frühen römischen Kaiserzeit begangen.

Im 11. und 12. Jahrhundert wurden die ersten dauerhaften Siedlungen gegründet, die, wie alte Urkunden belegen, den Äbten von Disentis zugeordnet werden können.

Der aus unbehauenen Steinen errichtete Turm wurde im 13. Jahrhundert gebaut und ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Der Turm diente wohl nicht als Zollstelle oder der Kontrolle des Passzuganges, sondern möglicherweise als Gefängnis. Seit dem 15. Jahrhundert war er nicht mehr bewohnt und verfiel allmählich. 1898 wurde er umfassend renoviert.

Das Bauwerk war mit einem Hocheingang im ersten Stock ausgestattet. Noch heute gut erkenntlich sind ein sogenannter Aborterker, die Lage der Feuerstellen sowie ein künstlich angelegter Graben, der vor feindlichen Annäherungen zusätzlich schützte. Das Regenwasser des ursprünglich über dem zinnenbewehrten dritten Stock vorhandenen Daches wurde in einer Zisterne gesammelt.

Der Turm ist heute ganzjährig frei zugänglich.

 

Kirche Maria Himmelfahrt 
Kirche Maria Himmelfahrt

Die Kirche Maria Himmelfahrt ersetzte eine Kapelle die 1448 erstmals erwähnt und 1669 beim Dorfbrand zerstört wurde. Die heutige Kirche wurde zwischen 1706 und 1708 erbaut, wobei der Kirchturm erst im Jahr 1731 fertiggestellt wurde.

Die Gestaltung der Fassaden ist typisch für die barocken Bauten im Urserntal, die mit Bartholomäus Schmid (1660–1738) in Verbindung gebracht werden. Der hohe Innenraum der Kirche wird von einem Stuckgewölbe überzogen, dessen Qualität in jener Zeit eine absolute Besonderheit war. Ebenfalls aus Stuck ist die Kanzel, die mit ihrer Bemalung Marmor vortäuscht. Der Taufstein vor dem Josefsaltar ist aus Speckstein gefertigt, der seit dem 16. Jahrhundert oberhalb von Hospental abgebaut wird.

Die Altäre stammen vom Walliser Johann Ritz. Der Hochaltar von 1720 ist eine repräsentative Arbeit aus seiner Werkstatt; die Seitenaltäre sind weniger prunkvoll. Das Hausaltärchen mit seinen Rokokoformen ist eine jüngere Zugabe. Das Chorgestühl ist an seiner Rückwand mit prächtigem Schnitzwerk versehen. An den Wänden im Chor zeigt ein Bild einen Engel, der Hospental unter den Schutz einer Heiligenschar stellt. Innerhalb dieses Bildes ist ein weiteres Bild zu sehen, das die älteste bekannte Ansicht Hospentals darstellt.

 

Pfrundhaus und Kapelle St. Karl  (Bild: Roland Zumbuel)
Kapelle St. Karl

Das Pfrundhaus und die Kapelle St. Karl von Hospental zählen zu den reizvollsten Barockbauten des Kantons Uri. Nachdem der Bau 2002/03 aufwändig renoviert worden ist, zeigt er sich heute von seiner schönsten Seite.

Das Pfrundhaus und die St.Karl-Kapelle wurden 1717/18 im oberen Dorfteil von Hospental erstellt. Die Kapelle wurde 1727 eingeweiht; sie enthält Deckengemälde sowie an den südlichen Fenstern Steinmetzarbeiten aus einheimischem Speckstein.

Die Inschrift an der Kapelle weist den Besucher auf ihren geografisch besonderen Standort hin:

«Hier trennt der Weg, o Freund, wo gehst du hin? Willst du zum ew'gen Rom hinunter ziehn? Hinab zum heil'gen Köln, zum deutschen Rhein, nach Westen weit ins Frankenland hinein?»

Die beiden Gebäude wurden vom Talbaumeister Bartolomäus Schmid auf eigene Kosten gebaut. Heute ist die St. Karl-Stiftung Eigentümerin von Kapelle und Pfrundhaus in Hospental.

 Gasthaus St. Gotthard in Hospental  (Foto: Ikiwaner) 
Erstfeld Tourismus

Hospental (von lat. hospitale 'Herberge') ist eine politische Gemeinde des Kantons Uri in der Schweiz und liegt im Urserental zwischen Andermatt und Realp. Die Gemeinde besteht aus dem gleichnamigen Dorf und der früheren Walser Siedlung Zumdorf (heute offiziell kleinstes Dorf der Schweiz), die zurzeit von 4 Personen ganzjährig bewohnt wird.

Das Dorf Hospental liegt 1500 m. ü. M. in der Mitte des Urserntals. Hier wohnten in dem schon von weitem sichtbaren, mittelalterlichen Wohnturm die Dienstherren des Klosters Disentis. Sie trieben die Steuern ein und sassen über ihre Untertanen zu Gericht. Wer zum Tode verurteilt wurde, liess sein Leben am bis heute erhaltenen Galgen im St. Annawald. Gottlob weitaus friedlicher geht es an der Talgemeinde zu und her, die immer am dritten Sonntag im Mai vor der Dorfkirche stattfindet.

Wer gemütliche Gastfreundschaft sucht, kommt in Hospental voll auf seine Rechnung. Wie zu Zeiten der Säumer Kolonnen laden noch heute heimelige Gasthäuser zur Einkehr ein. Und wer es gerne individuell hat, für den sind die Ferienwohnungen und Lagerhäuser genau das Richtige.

Burg und Hotel Hospenta  (Foto: JoachimKohlerBremen)
Geographie

Die Gemeinde Hospental liegt im Süden Uris im Urserental zwischen Andermatt und Realp am Zusammenfluss von Furkareuss und Gotthardreuss. Die Gemeinde besteht ausschliesslich aus dem gleichnamigen Strassendorf und der früheren Walsersiedlung Zumdorf, die zurzeit (2017) von einer Familie mit drei Personen ganzjährig bewohnt wird.[4]

Nur 49 ha oder 1,4 % der Gemeinde sind Siedlungsfläche. Davon sind fünf ha Gebäudeareal sowie 34 ha Verkehrsfläche. Umfangreicher ist die Landwirtschaftsfläche mit 1131 ha oder einem Anteil von 32 %. Darunter liegen grosse Alpgebiete mit einer Fläche von 946 ha. Nur 185 ha sind Wies- und Ackerland. Ausserdem sind 338 ha oder 10 % von Wald und Gehölz bedeckt. Unproduktives Gebiet umfasst den Grossteil des Gemeindegebiets, genauer 1979 ha oder 56 %. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationslose Flächen (Hochgebirge) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation).

Hospental grenzt im Westen an Realp, im Norden an Göschenen, im Osten an Andermatt und im Süden an die Tessiner Gemeinde Airolo.

Lage im Kanton Uri

Wappen

In Gelb, auf grünem Dreiberg, ein aufrechter schwarzer Bär, mit roter ausgeschlagener Zunge, in seinen Vordertatzen ein weisses Tatzenkreuz haltend. Das Hospentaler Wapper entspricht dem Wappen der gleichnamigen Familie von Hospental, welche im 13./14. Jahrhundert den Turm von Hospental bewohnte und zu den einflussreichsten Familien des Tales gehörte (Die Urschweiz und ihre Wappen, S. 40).




Links

Zitat Text "Hospental" aus:   https://www.andermatt.ch

Zitat Text  "Geschichte" und teilweise Bilder aus:   https://de.wikipedia.org/wiki/Hospental

Zitat Text "Turm der Herren von Hospental" aus:   https://de.wikipedia.org/wiki/Turm_der_Herren_von_Hospental

Zitat Text "Kirche Maria Himmelfahrt" und "Kapelle St. Karl" aus:   https://www.hospental.ch

Zitat Text "Hospental Tourismus" aus:   https://www.hospental.ch

Zitat Text "Wappen" aus:   http://www.urikon.ch/UR_Gemeinden/GE_Hospental.aspx



Manfred Stammler,  27 Juli 2019



Hospental

Portrait der Gemeinde Hospental


Verknüpft mitAnna Maria Christen; Christof Christen; Melchior Christen; Katharina Kathri (Cathri, Katrin); Jakob Kathry (Catrina, Cathry); Anna Maria N.; Maria Dorothea Renner; Heinrich von Beroldingen; Conrad von Moos; Anna Maria Wolleb; Ammann Beat Wolleb; Beat Jakob Wolleb, des Raths; Ammann Martin Wolleb; Martin Wolleb; Melk Wolleb

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